^tr.ift. Samstag, 12. Jänner 1889. 1N8. Jahrgang. Mbacher Zeitung. vränn»trat»l>n»prtl«: Vlit PoNv««!tndun<, : ganzjährig fi. 1», Halbjahr«« sl. 7,l0. I« »omptolr: ^ Die ..«aibachn ^eltnn," «schltnt lÄall« mll «nßnabm, der Sonn. „nd ,fe,«l<,«e Die «d«»n«ftr«N«» «anjjahtiss slli. Halbjahr!« au« ganzjähri« i kr > >>,! interim wiübüsholnnzen V>s «seile 8 l». W >0 bi» l« Uhr vormittags.— NnslanNtrte^r,«!, «,«idl» >:>«N«llt Umtlicher Hljeil. Se. k. lind k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 4. Jänner d. I. dem ordentlichen Prof.ssor der Philosophie an der Uuiver-mät in Wien Hofraih Dr. Robert Zimmermauu oas Niltcrkrenz des Leopold-Oldens mit Nachsicht der Taxen allergnädigst zu verleihen geruht. Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit ^Ueihöchster Entschlichung vom 22. December v. I. dem hofrathe des Obersten Gerichts- und Cassationshofes ^r. Johann Ritter von Summer deu Titel uud ^harakter eines Senatspräsidenten des Obersten Ge-llchts» und Cassationshofes allergnädigst zu verleihen geruht. Schönborn m. s>. Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 27. December v. I. deu W>t dem Titel uud Charakter eines Hofrathcs bekleideten ^berfinanzrath und Leiter der Finanzdirection in Linz ^nz I u st zum wirklichen Hofrathe uud Finanzdircctor "^selbst allergnädigst zu ernennen gernht. Duuajewsti m. p. Uichtamtl'icher Hheil. Die kroatischen Eisenbahnen. Agram, 10. Jänner. ^ Unter dem Titel «,Slovenec' über Kroatien» verdeutlichte der «Obzor» eine Agramer Origiual-Corre-lpvl'denz des citierten Laibacher Blattes, in welcher die Aage der kroatischen Eisenbahnen erläutert wird. Cs !rum. «Der commandierende General Mollinary hatte die Absicht, eine Eisenbahnlinie von Semlin nach Sissek zu bauen», und das soll nach Ausicht des Artikelschreibers den Magyaren nicht recht gewesen sein. Was in der That vorgeht, da« verschweigt der objective Nrtikclschrciber, nämlich: dass im Jahre 1890 die Eisenbahnlinie Semlin-Sissek ausgebaut sein wird, und zwar in derselben Richtung, welche General Mollinaiy projectiert hat, wie sich davon jedermann überzeugen kann, der in das Projett und den demselben beigelegten Entwurf des Baron Mollinary Einsicht nehmen will. Iu demselben Projecte ist auch die Linie Dalj Vin-kovce-Vrod enthalten. Auch diese Bahn ist dlmnach keiue Erfiuduug der Magyaren, uud wir zweifeln, dass sie auf dieselbe stolz sein könnten. Wenn dieser Theil der Bahn . '«en Wiege schlief und bedeckte sein Antlitz mit zu »5" u"t> Küsse». «So,, rief sie. «ist nun alles der«, .e'"- Von f^f Jahren der Zärtlichkeit uub Er 5 . e 'st dies das Einzige, was mir geblicbr»! . .. geovs ' ""^ ä"" hat er mich um Geld hin« fria? e!' "''^ ""^ "'"" ^'"b' und nuu fncht er seine N,^svaudlttugsweise durch Vorwäude von Pflicht und "«lichten für die Zukunft zu beschönigen.» drusf ' ^ es drum!» fügte sie mit dem Aus-lekt^ l^" Eutschlosseuheit hinzu, indem sie die Und 7^""e" aus ihren schwarzen Augeu trocknete »van^ " ^" ^ au das ruhig schlummernde Kind 'Da c(' "^ °b dasselbe sie hätte verstehen können: iiicht« ' ^v""a.' Selbstverleugnung. Liebe und Treue ist ! "' ^'^^"' ^eben sind und es bloß das Geld ' «as «men Wert hat, so magst dn, kleiner Engel, ruhig schlafeu. Ich schwöre dir, dass du welches haben wirst!» « Im ersten Stocke des Hauses, in welchem Johanna eine Dachkammer bewohnte, hauste ein ehemaliger Marine.Officier, Herr v. Arbell»s, der sich hatte pen-sionieren lassen, nm sich ganz seiner Frau uud seiuem Kinde zu widme». Nach kaum einem halbe» Jahre hatte ihm eine Meningitis die von ihm angebellte Lebensgefährtin geraubt und ihn mit eiuem Kinde allein gelassen, das noch kein Jahr alt war. Er kannte Johanna seit geranmer Zeit, da er ihr noch in der Zeit, als sie bmdr glücklich waren, öfter auf der Treppe begegmte; allein nie hatten sie in diesen Tagen des Glückes daran gedacht, einander anzusprechen. Es war ihr gemeinschaftliches Unglück, welches sie ein» ander näher brachte. Wer kann sagen, wie die Liebe in das Herz eines Mannes eindringt, und namentlich in das eines Mannes von m»rzig Jahren? Wie dem auch sei, nach Verlauf eincs Jahres betrat der pensionierte Officier mit feuchten Augen »ud bibendem Herzen die Wohnuug der juugeu Frau. «Johanna,» sagte er mit bittendem Tone z» ihr. «ich bin Witwer nnd Sie sind Witwe. Sie hab<'n ein Kind; wollen Sie derm zwei haben? ...» Johanna war »nn seit fünf Jahren verheiratet; Herr v. Arbelles wc>r voll Zuvorkommenheit und Liebe für seine Frau. Die zwei Kinder, Panl uud Georges, die fast gleichen Alters waren, wurden zusammen e» zogen uud theilten sich in die Zärtlichkeit derjlnigm, welche sie instinctiv Papa und Mama hießen. In ge- wissen Augenblicken haftete das schwache Auge Johanna's jedoch mit einem seltsamen Ausdrucke auf dem kleinen Paul. Eiu Blitz zuckte dann in demselben auf. und wenn das Lid sich wieder erhob und der Blick auf Georges siel, war derselbe ein ganz anderer geworden und ruhte mit einem Ausdruck überschwänqlichen Slolzrs uud fanatischer Anbetung auf dem kleinen Georges. Vou Zeit zu Zeit unterhielt sich Herr von Ar-belles daunt, Luftschlösser für die zwei Kleinen zu bauen. «Was willst du werden, wenn du groß bist?» pflegte er die Kinder zu fragen, «Officier!» entgegnete dann der kleine Paul. «Und du. Georges?» ^ «Ich auch!» erwiderte das Kiud. «Ach, mein Kind,» sagte Johanna eines Tages zu Georges, während sir wieder ihre Luftschlösser bauten, «was Paul gestattt-t ist. ist es nicht auch dir. Um Officier zu werde,,, muss man Vermögen haben, und du besitzest keineS.» «Wie taunst du so sprechen?» rief Herr von Albelles mit vorwurfsvollem Tone. «D.l weißt doch. dnss Paul Georges liebt und dass er sich glücklich schützen wird. mit ihm zu theilen.» — «Das wäre ja eiu Almosen,» bemerkte die junge Frau bitter. «Da hast du ein hässliches Wort gesprochen!» — «Wer kann für die Zukunft bürgen? Wer weiß. ob sich eines Tag's dein Sohn des meinigen nur emmern wird.» — «Iu jedem Falle werde ich mich seiner erinnern,» faqte der peusiouierte Officier, «und ich habe dir schon gesagt, dass, wenn Paul auch ungeschmälert das Vermögen seiner Mutter erhält, die Hälfte des meinigen Georges zufallen wird.» — «Die Hälfte! ...» murmelte zZlllbacher Zeitung Nr. 10.____________________________________________74 _______________________ 12. Jänner 1889. Gegentheile namhafte Summen vorgestreckt, welche der Investitionsfond bis zum heutigen Tage noch nicht ruckerstattet hat, was auch nicht gefordert wird, weil Ungarn einsieht, dass es nicht billig wäre, die Rückzahlung dieses Vorschusses zu fordern, bis nicht die ganze Grenzbahn ausgebaut sein würde. Als dann die Mittel des Fonds wieder eine ansehnlichere Höhe gewonnen hatten, wurde sofort mit dem Baue der Eisenbahnlinie Sunja^Nengradiska begonnen, an deren Fortsetzung bis Brod soeben gearbeitet wird, so dass die ganze Linie Mitte dieses Jahres dem Verkehre wird übergeben werden können. Und da sicherlich zu erwarten ist, dass der Investitionsfond bis zum künftigen Jahre abermals über geuügeude Mittel verfügen werde, so wurde bereits die Begehung der projectierten Eisenbahnlinie Vinkovce-Mitrovic vorgenommen, durch deren Ausbau das gesammte Project' des Generals Mollinary ausgeführt erscheint, nnd das nicht gegen den Willen Ungarns, sondern gerade unter seiner eifrigen Mitwirkung. Wenn diese Eisenbahnlinie nun ausgebaut wnrde oder vielmehr soeben in der Vollendung begriffen ist. «ohne Rücksicht auf die wichtigeren Orte der Grenze», wie der Correspondent des «Slovenec» vorwurfsvoll meint, was aber allerdings nicht steht, wie denn auch der genannte Correspondent nicht einen dieser wichtigen Orte namhaft machen konnte, so geschah dies abermals nach dem Projecte des Generals Mollinary. dessen Verdienste wir im übrigen ebenso, wenn nicht besser, zu würdigen verstehen, wie der Herr Correspondent des «Slovenec». Auch nach dem Projecle des Generals Mollinary führt die Linie über Sunja nach Sissek — diese Trace ist daher keineswegs den Ungarn in die Schuhe zu schieben, und es ist nicht ihre «unselige Erfindung», wenn «die Grenzhahn in das ganz un> bedeutende Dorf Sunja, statt in die Stadt Sissek einmündet». Doch sehen wir einmal, was diese vertrackten Magyaren noch angestellt haben. Sie haben die Eisenbahnlinien PeterwaldeiN'Semlin und Indjija-Mitrovic, welche nach dem Projecte des Generals Mollinary als integrierender Theil der Grenzbahnen aus den Mit» teln des Inoestitionsfondes ausgeführt werden sollten, auf ihre eigenen Kosten gebaut. Die Magyaren haben daher nach unserer Rechnung dem Investitionsfunde nahezu sechs Millionen erspart, weshalb der «Slovenec» sie jedenfalls auf das heftigste angreifen müsste. Wir verargen es dem Herrn Correspondents des «Slo venec» nicht, wenn er Laibach zum Mittelpunkte Kroa« tiens machen will. Allein wir können seine diesbezüg« lichen Bestrebungen nicht unterstützen; denn wir füh' len uns zu Hause ganz wohl und kümmern uus um das Eisenbahnnetz in einem fremden Lande sehr wenig. Wir sorgen nur für uns und haben gegen eine För» derung unserer Unternehmungen auch seitens der Herren vom «Slooenec» nichts einzuwenden, wenn sie in der Lage und gewillt sind. uns darin zu unterstützen, was für uns nützlich ist. Die Belehrungen nnseres Freundes, des «Slovenec», brauchen wir nicht, denn wir wissen selbst am besten, was uns frommt. Von den übrigen Eisenbahnen in Slavonien sagt der Herr Correspondent kurz, dass sie von localcr Be« deutung seien. So ist es auch in der That; doch wird ja das wohl kein Verbrechen sein. Auch in anderen Staaten gibt es zahlreiche Localbahneu, Und nun zäh- len wir zusammen, was die Magyaren auf dem Ge-biete des Eisenbahnbaues seil dem Ausgleiche in Kroa-lien geleistet haben. Bis zur Zeit des Ausgleiches gab es in Kroatien nnd Slavonien im ganzen 116 Kilo» meter Eisenbahnen. Ausgebaut wurden vom Jahre 1868 bis 1883 : 584 Kilometer, von 1883 bis 1889 : 470 Kilometer. Es wurden daher seit dem Abschlüsse deb Ausgleiches bis heute in Kroatien uud Slavonien 1054 Kilometer Eisenbahnen gebaut, und ist übrigens der Ausbau von weiteren 73 Kilometern im Jahre 1890 gesichert. Wenn Ungarn nun seit dem Allsgleiche mehr als tauseud Kilometer Eisenbahnen in Kroatien und Slavonien gebaut hat. dann muss mau freilich zu dem Schlüsse kommen, wie der Herr Correspondent des «Slovenec», dass es besser wäre. wenu überhaupt keine Eisenbahnen gebaut würden. Denn dies könnte dem Ausqleichsverhältnisse zwischen Kroatien und Ungarn zustatten kommen. Und es wäre doch unbillig, zu ver» langen, dass sich dafür der Herr Correspondent des «Slovenec» echauffiere. Politische Relwrllcht. (Militärische Conferenz.) Vorgestern begannen beim General'Inspector der Armee, Feldmarschall Erzherzog Albrecht, unter dessen Vorsitz Conferenzen wegen Einführung eines neuen Exercier-Re« glements für die Infanterie, welches durch das neue Repetiergewehr nothwendig geworden ist. An den Con-ferenzen nehmen theil die sieben ältesten Corpscomman-danten. nämlich: FZM. Baron Philippovich. FZM. Herzog Wilhelm von Württemberg, FZM. Baron Catty. FZM. Baron Schönfeld. General der Cavallerie Fürst Ludwig Windischgrätz. FZM. Baron König undFML. Baron Reinländer. Die Conferenzen dürften übrigens von voraussichtlich kurzer Dauer sein, da das Exercier. Reglemeut nach der Ansicht von Fachmännern nur sehr geringe Abänderungen erheischt. Die genannten Ge» nerale sind die Commandanten jener Corps, welche zumeist mit dem Repetiergewehre versehen sind. so dass sie ihre bisherigen praktischen Erfahrungen mit dem Repetiergewehre bei diesem Anlasse verwerten können. Sonstige Aerathungs'Gegenstände militärischer Natur stehen nicht auf der Tagesordnung dieser Conferenzen. (Aus dem böhmischen Landtage.) Im Vudget'Ausschusst des böhmischen Landtages beantragte der Commissions-Verichterftatter Adämek die Einführung der sprachlichen Gleichberechtigung bei allen Gewerbe-museen, welche vom Lande subventioniert werden. Die Abgeordneten Dr. MatuZ und Graf Franz Thun sprachen gegen eine solche Provocation der deutschen Bevölkerung, da solche Einführungen in den deutschen Städten ganz unnütz seien; man möge es dem Landes-ausschusse überlassen, den örtlichen und praktischen Bedürfnissen Rechnung zu tragen. Graf N»quoi will beide Landessprachen nur bei solchen Aufschriften in den Museen angewendet wissen, wenn die betreffenden Gegenstände auf Landeskosten angeschafft sind. Abgeordneter Eduard Gre^gr will dagegen, dass das Czechische im ganzen Lande Geltung habe. und nimmt Adämeks Antrag, nachdem derselbe abgelehnt worden und Adamck daher die Berichterstattung niedergelegt hatte, selbstständig auf, um ihn im Plenum des Landtages zu ver« treten. Der Gegeustand wird jedoch kaum vor das Plenum kommen. (Aus dem Herren hause.) Wie nachträglich verlautet, hat die Wehrgesetz-Commission des Herrenhauses sämmtliche Resolutionen, welche das Ab' g^ordnetenhaus zum Wchrgesetze beschlossen hat, verworfen. (Der galizische Landesau sschuss) beschloss, die Dotation der galizischen Landesbank um 200.000 fl. zu vermehren, damit der Wirkungskreis der Anstalt durch Einführung von Spareinlagen erweitert werde. Die Gesammtsumme dieser Einlagen darf jedoch eine Million Gulden nicht überschreiten. (Das ungarische Abgeordnetenhaus) trat vorgestern in die General-Debatte über die Wehr> vorläge ein. Nach den Vorgängen, welche sich in dm lchten Tagen in de» Clubs des ungarischen Abgeord« netenhailsls abgespielt haben, darf man eine lang' wierige nnd erregte Plenarverhandlunq erwarten. (Vicinalbahn Ruma-Vrdnik.) Die kroa< tische Landesregierung hat an die Verwaltungsbehörden die Concessionsnrkunde für die Vicinalbahn Nlima» Vrdink behufs üblicher Publication versandt. Die Concessionäre Guido, Oskar und Gustav Pougratz haben diese neue Vicinalbahn von der Station Ruma der IndjijaMitrovicer Linie über Paolouac und Vrdnik bis zu den Vrdniter Kohlenwerten zu bauen. (Der deutsche Reichstag) nahm Mittwoch seine Arbeiten wieder auf; zunächst hat sich derselbe weiter mit der Etatsberathnnq zu befassen, wobei der Marine-E!at wegen seiner umfangreichen neuen Anforderungen u»d wegen der jüngsten überseeischen Erlebnisse deutscher Kriegsschiffe das Interesse besonders in Anspruch nehmen wird. In der nächsten Woche wird man den mit allseitiger Spannung erwarteten colonial-politischen Verhandlungen auf Grund der inzwisch^ ausgearbeiteten Regierungsvorlage entqeg?nsrhen dürfen. Die Altersversicherung und das Wirlschaftsgenosse»' schafts-Gesetz werden zuuächst längere Zeit die Com< Missionen beschäftigen. Von den Erqebnisfen dcr Berathung, namentlich in der Altersversicherungs-CoM-mission, und den Aussichten, die sich hier für das Zustandekommen des Gesetzes eröffnen, wird der weitere Verlauf und die Länge der Session abhängen. Ob später, etwa im Februar, eine Vertagung der Plenarsitzungen eintreten wird, lässt sich jetzt noch nicht mit Sicherheit übersehen. Der preußische Landtag wird ani 14. Jänner von dem Kaiser in Person eröffnet werden- (Serbien.) Wie aus Belgrad gemeldet wird, veröffentlicht dab Amtsblatt einen königlichen lM durch welchen der bisherige Gesandte Serbiens a^ Wiener Hofe, Herr Milan Bogicevii, in DisponibilB versetzt nnd der Staatsrath Herr Milan Petronjeoic zum königlichen Gesandten in Wien ernannt wird-Einer weiteren, von dorther zugehenden Meldung 5"' folge hat der König dem Cultus- und Unterrichts' minister Dr. Vladan Gjorgjevi«! den St.-Sava Orde» erster Classe verliehen. (Die Eröffnung der italienischen KaM-mer) dnrch den König wird für den 28. d. M- ^ wartet. In der Thronrede werden, abgesehen von den finanziellen Vorschlägen der Regierung, mehrere alls innere Reformen bezügliche Vorlagen angekündigt werden, darunter eine, welche die Colonisation del dünner bevölkerten Provinzen Italiens (Sardiniens und eines Theil! s der südlichen Provinzen) zum Gege^ stände hat. Johanna, in deren Auge plötzlich ein wilder Blick aufleuchtete. Dann wendete sie sich an ihren Gatten und sagte, indem sie ihm die Stirne zum Kusse reichte: «Wie gut du bist!» Die Familie lebte abwechselnd ein halbes Jahr in Paris und ein halbes Jahr auf einem prachtvollen Besitzthum, welches Herr von Arbelles in Pau besaß. Während eines dieser Sommer verfiel der kleine Georges in eine schwere Krankheit. Als das Kind durch die aufopfernde Pflege Johanna's gerettet war, verordnete der Arzt, um die Genesung des Kindes zu beschleunigen, dass dasselbe in stärkende Oebirgsluft gebracht werde. Der Gärtner des Herrn von Nrbelles hatte eine Schwester, die an einen braven Jungen verheiratet war, welcher während der Reise-Saison den Bergsteigern als Führer diente. Das Ehepaar wohnte zwei Meilen von der Stadt entfernt, in einem ziemlich hochgelegenen Gebirgsdorfe, dessen hygienische Verhältnisse solche waren, wie sie der Arzt für Georges wünschte. Man vertraute ihn für einige Wochen diesen wackeren Leuten an. Eines Morgens — es waren ungefähr acht Tage verflossen, seit Johanna sich zu ihrem großen Bedauern von ihrem Sohne getrennt hatte — trat der Gärtner, während sie im Parte spazieren gieng, mit einer Meldung an sie heran: Ein furch>barer S'urm hatte während der Nacht gewüthet und großen Schaden angerichtet. «Unter anderen Beschädigungen.» sagte der Gärtner, «hab»' ich der gnädigen Frau zu melden, dass die hölzerne Brücke, die über den Mldbach führt, stark beschädigt wurde. Dieselbe war schon früher morsch, und nun hat der Sturm sie schlimm mitgenommen' und da der Bach infolge des Regens ungeheuer angeschwollen ist, so wäre es sehr gefährlich, sich auf diefelbe zu wagen.» «Es ist gut, Klaus.» sagte Johanna, «ich werde den Herrn daranf aufmerksam machen.» — «Besonders auf den kleinen Paul.» fuhr der Diener fort, «muss man acht haben. Er spielt gerade in jener Gegend gerne, und wenn er heute, wie er das gewöhnlich thut, auf diesen morschen Brettern herumspringt, so könnte er leicht verunglücken.» — «Beruhige dich. Klaus,» sagte Johanna, «ich werde das Nöthige veranlassen.» In diesem Augenblicke wurde Johanna durch eiue fröhliche Stimme gerufen. Ez ^r Herr v. Arbelles. der sie an eine Einladung zum Frühstück bei einem Nachbar erinnerte und ihr mittheilte, dass der Waqen bereit stehe. «Nur einen Augenblick, um meinen Hut aufzusetzen, und ich bin bei dir!» rief sie. Sie beendigte rasch ihre Toilette und beeilte sich, zu ihrem Gemahl zu kommen, als sie sich plötzlich au die Mittheilung des Gartners erinnerte. «Und die Brücke.» rief sie, «bemahe hätte ich daran vergessen.» Plötzlich aber erbebte sie; chre schwarzen Brauen zoqen sich zusammen, uud em heftiger Kampf schien in ihr zu toben. «Johanna.» nef die Stimme ihres Gatten von draußen .. . «bist dn fertig? Wir werden uns verspäten,» — «Soll ich oder soll ich nicht?» dachte sie bei sich selbst. . . «lch muss doch einen Entschluss fassen. Nun. wenn der Knabe >m Augenblicke der Abfahrt draußen ist, werde ich sprechen, und wenn nicht nun. dann will es das Schicksal so.. Und nun öffnete sie die Thüre, die auf den H^ qieng. wo sie Herr v. Arbelles bereits im Wagen sil/nd erwartete. Sie warf einen raschen Blick um sich h"' «Ist Paul nicht da?» fragte sie mit kurzer Betonung-«Nein!' erwiderte sein Vater. . . «Willst du ihm vielleicht etwas sagen?» — .Ich wollte ihm nur Adie" sageu.. Und sie sprang leicht in den Wagen und sev" sich an die Seite ihres Gemahls. «Da bin ich.» rm sie, «fahren wir!» Der Wagen, welcher die beiden Ausflügler entführte, war kaum seit einer Viertelstunde im Sta"^ der Landstraße verschwunden, als eine Frau. welche ein Kind an der Hand hielt, am Gitterthor läutete. «Du bist es, Francisca?» rief Klaus, als er s" eintreten sah... «Und Georges auch; was ist den" geschehen?» — «Seit eiuigen Tagen herrscht ein bös' artiges Fieber in unserem Dorfe.» sagte Francis^ «und da dachte ich. das« es besser sei, den Bube" nach Hause zu bringen.» — «Da hast du recht g/' than,» sagte der Gärtner, «aber die gnädige Frau «' gerade mit dem Herrn ausgefahren. «Geh' zu mei^ Frau und warte bei uns. bis die Herrschaft zu^ kommt. Die Kinder werden indessen miteina"?" spielen.. — «Ja. so wird's gut sein.» sagte der klc"" Georges. «Veh' nur mit Klaus, Francisca. Ich >°",, mdessen meinen Freund Paul aufsuchen; es ist s^' so lanqe. dass ich ihn nicht gesehen habe.» ^ Und das Kind verschwand eiligen Laufe« '" Garten, während Bruder und Schwester in der F""" des Wiedersehens alles übrige vergaßen. ^albacher Zeitung Nr. 10.____________________________________________75__________________________________ 12. Jänner 1889. (Rufsland.) Wie aus Petersburg geschrieben wird, sind die Gouverneure der baltischen Provinzen ,nach der russischen Hauptstadt berufen worden, um an 0en im Ministerium des Innern stattfindenden Be-lllthiinqen wegen Einführung der russischen Sprache ^s alleinige Amtssprache theilzunehmen. Die erste Atzung dürfte unter dem Vorsitze des Gehilfen des Grafen Tolstoj, Herrn Plehwe. heute stattfinden. (Aus Elsaß-Lothringen.) Wie in Nord-ichleöwig und in Posen, so wird die Germanisierung nun auch im Elsaß und in Lothringen energisch in «ngriff genommen. Dem deutschen Bundesrathe ist ein Gesetzentwurf über die Gerichtssprache in Elsaßüoth. llnqen zugegangen, welcher die letzten vom Gerichts-verfassllngsgesetze noch zugelassenen Ausnahmen für die "kichslande beseitigt und für gerichtliche wie außergerichtliche Streitigkeiten die deutsche Geschäftssprache Mdert. Auch die Glschäftssprache der Notare soll in Zukunft das Deutsche sein; nur für gewisse Ausnahmen bei letztwilligen Verfügungen wird das Französische zu« gelassm. (Fürst Nikola von Montenegro) beabsichtigt, im Laufe des Winters eine Reise nach Petersburg zu unternehmen, allein der Zeitpunkt ist noch nicht festgestellt. Vom Prinzen Peter Karagjorgjevil! ^rlautet, dass er seine Uebersiedlung nach einem an« °kren Lande vorbereite. Als wahrscheinlich gilt, dassz 'prinz Peter in einer Stadt Oberitaliens seinen Auf» tnthalt nehmen werde. (In der französischen Kammer) hielt /Präsident Meline eine patriotische Ansprache und plai-^erte unter Beziehung anf die Centennarfeier in ein-""nglichster Weise für eine Politik der Beruhigung. Tagesneuigleiten. Se. Majestät del Kaiser haben dem Vereine öur Umgestaltung der Calvarienberg-Kirche in Hernals ln Niederösterreich znr Förderung des Vereinszweckes "ne Unterstützung von 2000 fl. aus der Allerhöchsten 'privatcasse allergnädigst zu bewilligen geruht. A -» (Corpsmanöver in Anwesenheit des Misers.) Aus militärischen Kreisen erhält das «Mä'h-^e Tagblatt» die Nachricht, dass im heurigen Sommer "'"der große Corftsmanöver in Anwesenheit Sr. Majestät ^ Kaisers stattfinden sollen. Das 10. Corps in Brunn ?° das 9. Corps in Iosefstadt werden die Operations« ^ppen bei diesen Manövern bilden, s, ^- (Abnorme Kälte.) Der in Russland schon «,' Ende vorigen Jahres herrschenden außerordentlichen <, f,, i4l?»i42 25 1°«?" ' ' ?f>>»ftrl u><> si. 14«— 14«'50 "°«r Staatslose , . 100 st. 174- - 17450 .„' ' . . 50st. 174' 174'.'.«, ''">«°M.-Psobr. k120st. , . 153' -15340 ^ Oust, Guldrmtr, steuerfrei , 11170 NINO "!"-r, Notenrents, steusrfrsi , 97»5 9»U5 Waranliertc ^isrnlml,«. «chuldverschreibungrn. Elllllbcllibalin in W. stensrsrei . 12450 125- Mnz'Inseftli Vali» <" Siluer . 112 — Ii.'l - «^llNdrrnri An!)» in Silber 10275 10Ü-75 «>!!abs!I)bnh„ ^,<> sl <^M 231 75 232 25 °> o Linz Aubweis^'O sl,», W. —-— —' »Mo Ca,,,ii, Tirol 2»» st, ii, W, 20575 2<>«'75 u»!al>rll)l>ali„ f,ir 20» Marl , 115»'— 115'«» °«to siir ^„<> Uarl 4"/,,, , , 121 75 122'.^ "l"»z Iussph Aal)!I Cm. 1884 . 9« <>0 9720 "»railhersser Bahn Cmiss. 1884 !»ii-L0 98 2» Un», Goldrciltc 4"/,, , . . . 101-N5 1N1-N5 "tlo Papierrente 5»"/» , , , 93-55 !M 75 lM, ltistllli.Mul, 120st.ü.W,S. I44t!0 145' ^"' bto, Nlmul. Ttiicke . , 144 60 145-^ °°> Ustbalin Plioriläts!! , . W'?n N!»', N'Ofl. »UNO I00 — ?l^ Prm»,,A»I, i^ 100 fl, Ü, W. 1»U L0 ,«1' - ^ ,, dto, k 5<>sl,u, W, 111»,'5» (Ycld Ware Grundcntl.-Oblinlltioncu (fiir 10,> sl, (5M,), 5"/,, ssalizijche..... 104 — 10450 5"/„ mälirifchl»...... 10!!'— —— .V/„ Krn!» nod Küstrnllliid . , 10»' — — 5"/„ nicbrlustcrrrichifchc , , , IN!»'!»» 110' - 5"/„ stririschs...... 10475 --'- 5"/,, lrualifch!' »>id slavonische , 104— IN«— 5"/„ siclicul'iirnischl' . , . , 10420 1U4'«0 5"/„ Trmcsrr Äanat .... 104 — 104 50 5"/,, MMlische...... 104 — 104-50 Andere öffclltl. Anlchen. Do»ni! N(',1, Lus>' l>«/„ 1,!,» sl. . 122' 12250 dw. Änlrihe >«7« . . 100 142-!l> Aürieüliail Ä»lr>,rn verlus, 5"/„ !'3'25, !>3'75 Pfandbriefe lsiir >0« sl,), Nudencr, allg, «st. 4"/„ G. . . I22ä0 12«'2l> dlo. » 4'/,"/l>^ ' > INI — 101-50 dto, ' 4"/,, . . . 98-20 UN-70 dto. Präm.-Schulbverfchr. »"/„ I085U 10375, Oest, Hypolliril'ülx,!,! 1«j, 50"/,, 101— — — Oest.iiül,, An»! uerl, 4>/,"/„ , 1014« 101-80 dttto » 4"/,, . . !»!!'«« 100 — dctto 50jähl. . 4"/„ . . »9-l» sl,), sserdinaiid« Nurddali» (5m !«»« 9!»«0 I0U20 Galizischc Karl Ludwia, Äahn ltni, 1»«« !M> fl, S. 4'/,"/,, - l0U'20 100-80 Odd Ware Ocstcrr, Nordwestbal,» , , , i«»0'50 ?0>5<» Siidliahn il 3"/„..... 14»<>« 144-4» Ung, l>aliz. Valm . . , . 9»i!5 99 50 Diverse Lose (per Ttiill), Credilluse 100 fl...... ,«,.50 ,«250 (5Iar>, Loss 40 sl...... 5,8>__ f,<,._. 4"/,, Do»a» Dampfich, 100 fl, , 121-— —-.- Laiuachrr Präm, Änlry, 20 fl, ;i4>— ^4 li.^, Ofcurr Lose 40 sl..... „2 ü<» ,;^ ^5, Palfs» Lusc 4», sl...... s.<>.,^ ,;,..._ »ion,«, »n'»z, »st, Grf. v,, I« si, i»>6<> 1« «0 Niibult'!! Lose 10 fl..... 2i'b>, 22 — Salm Loss 40 st...... «4.^ N4.5U St, (»riwis Lofe 40 si. . . , L5-5N «6-50 Wnldstri» Loss 20 fl..... ^... 4i _ Wiüdifch «rill! Loss 20 si, , , 5475 55,5.,, Osw-Sch, d,^'/,,Pra»!, Schuld versch, d, Vudsiic-reditaiislllll , 17-. z^- Van!. Acticn (per Stiill). Mnsslo-Ocst, Nan! 200 st. <>«"/„ E. l«^50 1L2!»0 Vanlvsrsi», W>s»sr 100 si. . , 10475 t<>5 25 Vbiic-r. Anst, llst. 200 st, 2, 40"/,, 2«925 2«!»75 , '.'Insl, s. Hand, », O, i«0st, mi 8U 312- (in'dill'anl, Vlllss, »iiss, 20» st, , .113 —.',13-50 Dcpi'sitsülmnl, Allss, 2l>0 st, , 188 — 187 — (i-«u!!>v!s Gr!,,Ndrüst, 500 st, . 513 —5I5-— («iru », Cassslw., Wilnrr 200 fl. li!»0 — 201 — Hypotheken!,,, üsl, 20» sl, 25"/,, a»I 2<»0 st......82:4» 221-90 Ncrlchrel'anl, «11«, 14« st. . . 154 - 15450 Actien von Transport-Unternehmungen. lper Etiicl). Albrecht Val»i 200 st. Silber . 54 — 5« — Müld ssinma». Bahn 200 st, E, il,3 — 194- - Äühm. Nordvali» I50N.. . . 1»7 —19725 ' Wsstl'llli» 200 fl. . . .321—322- Äillchtisliladsr l.)20»st,T, 188-25 189 25 Dux Nobenb. » fl. E, —'— - — sss/dinaübe Nordt,, l»»» fl, CM, 2484 248!» (Alll,Carl Ludw, B, li0»st CM, 208 — 208-50 Lsinl,, (lzsrnow, Iasiy (tisen- l>al,i, (»sslllich, 20» fl, S. . , 218 — 2l9 — Llo»d,i'st, l!»n,,Ilisst500si,llM. 438 — 440 — Ocsterr. Norbwestb. 200 fl. Silb. 178b« 17375 bto. (lil, tt,) 200 fl, S. . , 200-. - 200 50 Pran Duxer ltisenb, 15»si,Ti!b, 48— 49 — Nnbolpl, Val,!> 200 fl. Sillier , 194 25 194 50 StaatVsijsiN'al!» 200 fi, Silber 2!l«-40 2<>» «0 Siidlmlii, ^>» st, Silber, , , 10« 5» 101-90 Slid NolbbVsrl,, A, 200fi,CM, 157 5» 158 — Traniwny Ors,,Wr,,170st, ü, W, 225-75 ü?«'L5 > »rue Wr,, Priorität«- Actlen 100 fl...... 8»-bN 100 — Ung,-8»liz. Eisenb. LW st. Silber 184'—>1«4 7b Geld Wnre UN«, Nordoslbahn 200 fl. Silber 178— 178 50 Un«,Wrstb.(«alll, GillzMUfi.L. 1»1'— «l'bO Industrie-Actien sper Stück). Vaugss.. All«, Oest, 1«, st, . »8-5« 89-50 CMbisr C-ilrn und Stahl Ind. in Wie» 100 fl...... Si!— «4-— ltissnlinlmw. Leih«,, erste, 80 fl, 94— 95 — 'Ell'i-miil,!., Papiers, u, V,G, 5«'25 5675 Licsinsser Äransrei 100 fl, , , 10^50 !0 st, 209 — 211 — »Stsurermiihl.,Papiers,u,V,d>, 12825 l»8«» Trifailer Kohlrnw.Ves, 70 si. . —— —>— Wllfsenf.'V.,Oss<,