Nr. 277. P»än»««la»l»n»plei«: Im » Poft «anzj. ss. 15. »albj. st. ? «,. Samstag, L.Dezember. 4 Z»°>vle den Hof- und Ministcrialrnth Ernst v. Teschen- ^^3 zu wirklichen außerordentlichen Gesandten und bc< ^'Nächtigten Ministern allergnädigst zu ernennen geruht. n„ Se. f. und l. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom ^3. November d. I. dem l^.-or. Erzpricstcr und Pfarrer in Obcr-Wilow in der "ulowina Demeter Serethian, in Anerkennung sei-^s verdienstlichen Wirkens in der Geelsorge und im Schulwesen, das goldene Verdiensttreuz mit der Krone "Ungnädigst zu verleihen geruht. y Se. k. und l. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 23. November d. I. dem ""chnungsrathe und Borstande des RechnungSdepartc. ^tnts der l. l. Direction der Güter des dutowinaer ^-'0r. Religionsfonds in Ezernowitz. Joseph ssryspin. ^ Anerkennung seiner vorzügliche» Dienstleistung taxfrei °kN Titel und Charakter eines Obcrrechnungsralyes aller-wdigst zu verleihen geruht. Maunbscld m. p. Nichtamtlicher Theil. Zur Budgetbeittthung. Der Budgelausschuß dtS Abgeordnetenhauses hat ^"e Aufgabe vollcndel und in s'.ii'.er lctzlen Sitzung vom ^- o. M. die Berathung de« österreichischen Staats« MlShalies zu Ende geführt. Die oo»« demselben an den Hiffern kr« Slaalsvoranjchlags vorgekommenen Aendc« rungen sind nicht sehr liedllüend. 2s erschciiien nach den Kueschußbefchlüssln die gesummten Staatsausgaben pro l877 eingestellt mit 405.574,474 ft. (im Gtaatsooran. schlage mit 404563.147 ft.). die gesummten Slaal«. Annahmen mit 370.037,817 ft. (im Voranschläge mil ^77.931,885 ft.) DaS Deficit, welche« der Finanz, "llnister mit 26.631,262 ft. berechnete, stellt sich somil «das höher, und zwar auf 28.434,900 ft. Nach dem Audget pio 1876 bltruge" die Ausgaben 403.170,570 Gulden, dic Einnahmen 372.702.342 fl. Unter den im "oranschlage pro 187? eingestellten und vom Ausschüsse schnullten Mehreinnahmtn verdient die Ziffer von zwe« "illionen bemerkt zu werden, deren Einfang au« den Eei'tral'Actlveli angenommen wird, ohne daß natürlich hledurch der Entscheidung über den für die Theilung der Eenlral'Aclioen anwendbaren Schlüssel präjudiciert würde. Unter den Ausgaben stellte der Ausschuß mit Rücklicht auf das seit Beginn seiner Berathungen namhaft gestiegene Silberagio noch nachträglich einen Pauschalbetrag von 2.781,390 fl. ein, wobei ein zehnperzeutige« Agio al« Borauesetzung genommen ist. Als in formeller Beziehung beachlenswerth heben wir den Beschluß des Aus-schusse« hervor, wonach künftig da« Erfordernis für den KtaatsEisenbahnbau, welcher auf bereit« erfolgt« Bewilli« gung beruht, in den Vlaatevoranschlag einbtzogen werden wird, waS in dcm diesjährigen Vtaatsooranschlag be« tanntlich noch nicht der F«ll ist. Eine höchst interessante Debatte entspann sich zum Schlüsse der Budgelberalhungen über die graze der Bc< deckung des Deficit«. Nach dem Finanzgesetz-Entwurfe sollte dll. Finanzminister nur im allgemeinen ermächtigt werden, „durch eine besondere Creoit.Operation" für die Bedeckul'g des Deficit« vorzusorgen. Der AuSfchuß be-schloß in Abänderung dessen nach dem — im Einver« slündnisse mit der Regierung — gestellten Antrage deS Referenten, der Fmanzminister sei zu ermächtigen, das Deficit durch AuSgabe vierperzcntiger Ooldrcnte zu bedecken, eventuell, so lange die,e Begebung nicht stattgefunden hat, die nülhlgen Btlräue im Wege einer schwebenden Schuld zu beschaffen. Der Finanzminister nahm bei dieser Gelegenheit neuerlich Anlaß, vor der unbegründeten Herabwürdigung des österreichischen Staats-credits, wle dieselbe in letzter Zeit von einzelnen Persönlichkeiten beliebt wurde, nachdrücklich zu warnen. Der Minister rechtfertigte zugleich sein Vorgehm bei der im letzten Frühjahr erfolgen Eontrahierung der schwebenden Schuld per 25 Millionen, welche Comrahkrung be» lannllich nachträglich seile»« der Slaal«schulden-Eontrol«< Eommlssion beanständet worden ist. Dllse Differenz dürfte nunmehr al» beigelegt zu verachten jein, nachdem der Blidgetausschuß nach den Ecllärun^en de« Finanz-ministers den letzleren ausdrücklich ermächtigte, zur Deckung de« Deficit« pro 1877 nach seinem Klmesscn evenlulll schwebende Schulden zu comrahieren. Unter Umstünden tann, wie sich gezeigt hat, die Begebung con. solioierler Nuleueil einfach unmöglich oder doch unzweck» mäßig sein, und für diesen Fall müßte eine irraitonelle Hilischlänlung der Disposilions'Blfugnisse de« Finanz-Ministers geradezu gefahrvoll werde«. Dieser ErwÜguuß wurde im Ausschüsse insbc,ondere Dr. Herbst in jemen Hueführungcn geregt; die Abgeordneten ttaljer, Vrlstel und Dcmel sprachen sich m ähnlicher Welse aus, während der Abgeordnete Slrnc den tnt^egtügrsetzlen Standpunkt vertrag welcher jedoch von oer Majorität de« Budget« auSschusseS nlcht getheilt wurde. Die Interpellation Helfy's. Wie bereit« telegraphisch kurz mitgetheilt wurde, brachte der Deputierte Helfy im ungarischen Uh, geordnelenhaule in der Sitzung o,m 29. v. M. «ine »n den Ministerpräsidenten gerichtete Interpellation wegen der angeblich in Dal matten herrschenden oerfafsung«, widrigen Zustände ein. In Ergänzung unserer gestri^n Mittheilung theilen wir nachstehend den Wortlaut dieser Interpellation mit: „In Anbetracht, daß die 8s 61 bi« 66 G.». XXX vom Jahre 1868 da« Recht Ungarn« auf Dalmatlen bestimmt vorbehalten, in der Weise, daß sie dessen Reincorporierung in da« Mutterland in nahe »u»fiHt Men; ' ", in Aübelrachl, daß im Sinne des ß 54 O. A. XII vom Jahre 1867 e» Grundbedingung be« staatsrechtlichen Ausgleiches ist, daß auch in d:n übrigen Mündern Er. Majestät ein wirklicher Constitutionalism«« in« Leben trete, wonach die ungarische Regierung zweifach Ursache und Recht hat, darüber zu wachen, daß Dal. matien auch bis bahi», wo es dem Mutterlande wieder einverleibt werden wird, conftilulionell regiert werde; in Anbetracht endlich, daß angesichts der gegenwür-tigen orientalischen Wirren eS unserem Vaterland« durch-aus nicht gleichgiltig lein kann, was für eine Politik in jenem Theile der Monarchie befolgt wirb, welcher in unmittelbarer Nachbarschaft Bosnien« und der Herzeao-wina, der Wiege der sich entwickelnden Ereignisse, liegt: frage ich den geehrten Herrn Ministerpräsidenten: 1. Hat er Kenntnis von jenen Klagen, welche theils in der Presse, theils im Reichsralhe gegen da, verfassungswidrige Borgehen de« derzeitigen Statthalter» von Dalmatien, besonders bezüglich der gegenwärtig dort im Gange befindlichen Wahlen, auftauchen? 2. Hat er Kenntnis von jener öffentlich oorgebrach. ten schweren Anklage, nach welcher der erwähnte Glatt« haller ein Förderer der panslaotstifchen Veftrebungen t» Dalmalien ist? 3. War die geehrte Regierung bemüht, ftch über die Begründung oder Grundlosigkeit dieser Beschwerden ul>d Anklagen Ueberzeugung zu verschaffen, und injoferne ste sich als blgründet erweisen sollten, gedenlt sie ihren berechtigten Einfluß zur Abstellung dieser verkehrten Hu-stäude anzuwenden? Die neue Knsis in Serbien. Die politischen Zwischenfalle in Belgrad haben fich in der letzten Woche nlchl nur zu einer Ministerlrije zugespitzt, es schien, als ob etwas wie unser Kriegshafen. (Schluß) Hat man einmal die Arena gesehen, so tünnen l'Nlm die übrigen noch erhaltenen zahlreichen Bau-Denkmale Pola's nicht mehr so sehr durch ihre Größe imponieren wie durch die kunstvolle Art der Ausführung. Die überaus reiche und zierliche Arbeit, befondcrs an bln Sänlencapltälern der beiden noch recht gut erhal« ten-» römischen Tempel und der Porta Aurea. welch» i" neuerer Zeit wiederholt, namentlich in Venedig, nach' lahmen versucht wurde, fordern unfere rückhallslofeste ^twundcrung für den dabei von den erbauenden Kunst« lern entwickelten Geschmack hcrauS. Die Stadt Pola an und für sich gleicht allen Oberen istrianer Küstenstädten: alle sind nur noch Zeugen ""stigtr Macht und Größe. Erst in neuester Zeit, seit' "ln Pola zum KriegShafen der ebenso jungen wie rühm. vollen österreichischen Kriegsmarine bestimmt worden, bc-^'U es sich wieder zu heben, zwar nicht in dcm Maß', ^'e man bei der großen Anzahl von Offizieren und "eamten. welche dort zu leben gezwungen sind, und bei der ^oh'" maritimen Thätigkeit, welche vonseite deS Arftiml-^onnnandoS. das eine Unzahl von Arbeitern beschästiat. ^wickelt wird, mit Recht annehmen könnte; allein man ?ltNtrlt doch verschiedene Forlschritte, wie ein schönes, .kW triestcr gleiches Straßenpftaster. Gasbeleuchtung. lNt Wasserleitung ,c.. die durchgehend« ihre Entstehung "" neuesten Zeit verdanken. Einen ganz andern Charakter als die eigentliche St«dt trägt das neue Marincoi-rttl St. Polylarp, auch „Klatschhauseu" genannt. Wahrend die Slaot Pola eng. wle alle Küstcnstädlc, g-baul is<. liegt dab Marinevierlel in einem großen Parke. Breite, mit Alleen bepflanzte Straßen, freundliche Ha»,er u»t> m> prachtvoll-r, in der Mitte von „Matschhauien" gelegener immergrüner Park. in welchem Repräsentanten von Pflanzen auS allen Weltthcilen vorzüglich gedeihen, machen den Aufenthalt in diesem Theile Pola's zu einem überaus angenehmen und freundlichen. Das gesellige Keben concentriert sich in dem von deit Marmc-OWereil erbauten Marinecasino. Für alle möglichen Unterhaltungen ist hier gesorgt; ein präch-tiger Tanzjaal, cleganle Spielzimmer. Restauralions-und Kuffechlluslolllllläkn sinoen sich da. ebenso wie iiesesalons, in welchen die hervorragendsten Zeitungen und Zeitschriften aus aller Wclt Ländern aufliegen. Ga,,z nahc am Mannecasino, auf einer Anhöhe, welche dcn freien Aueblick ube», den ganzen Hafen ge» stalle', liegt das bydscgraph'sive Amt mit der vorzüglich eingcrichteltn und mit den neuestln Inslrum-nten reich, lich ausgeslalletcn Sternwarte, dircn astronomische Beob achiungen dem Insliluie m der furzen Zeit seine» Be ftehcns schon einen ehrtnoollln Ruf erworben haben. H'cr haue ich, Dank dem liebenewürdigcn Enlg'.gen-lommcn des Hlri» Porstai'des. welcher o,e Freundlich, lclt vulie, mir die wichest"' Ixstrumenle zu zeiaen und z.> erklären. Oeleuei'dell, einen kleinen Embllck in die Thäligltll eine« «slronolmn. wie er ..Sierne fängt," die Zeit bestimmt ll., zu bekommen, doch gchaltel es mir der Raum eine« FtulUelon« nicht, mich in eine weitere Schilderung derfelbcn, fo interessant dieselbe auch wäre, tinzulassen. Im gleichen Gebäude ist auch die Marine-Bibliothek, welche namenttich reich mit Relseltteratur aasgeftattet «st, untergebracht. Haben wir uns nun am Festlande orientiert, so dürfen wir es auch nicht versäumen, uns die schwim» menden U"gclhüme, die neuen Panzerschiffe, fowle die maritimen ElabUssemenls im Arsenale und auf der Onoeninjtl anzusehen, zu welchem Zwecke wir eines Vr» aubnizscheines, welchen das Arsenalcommanoo ausstellt, deoiusen. Besonderes Interesse wild gewiß die lkrieg», flotte erregen, welche vor dem Arsenale verankert und vertäut ist. Die Panzer Eascmailichisse und Panzerfregat-ten mil ihren riesigen Geschützen, deren Projectile 14zbl-llge Panz^iplatten mit gröhle. Leichtigkeit zu durchschlagen «mstande sind, liegen da friedlich neben den verschiedenen Eorvetten, lean)nenbol»ten und wie die Schiffe alle heißen, abgerüstet nebtnemanoer und harren de« Rufe«, welcher sie hecht, die ruhmvolle Flagge Oesterreich« ftolz hinauszutragen durch alle Meere der Erde. In den zahl->osen Gebäuden des »rjenals befindet sich die Ausrüstung der „abgetakelten" Flotte und die kolossalen Wcrlflül. le„, in wllchen das Fehlende ergänzt oder ncu angefertigt wird. Auf der Olioenmsel fwden wir die Docks, öchisfswerften mit den dazu gehörigen Werkstätten und den inleresjanlen „Balance-Dock," welcher die gröhlen Schiffe in kurzer Zcil aus dem Wasser zu heben und trocken zu stellen vermag, «ußer dem voistehlnd Erwähn, ten findet gewih jedermann noch lausende von interesfan-len Dingen, die hier aufzuzahlen es nnr an «au» gebricht Nun heißt es 'chenfällc während der Eisenbahn, sondern die Seefahrt, welche bei weitem schöner und anziehender als erstere ist. ! Schon lönt da« Zeichen zur Abfahrt, noch einen raschen Händedruck, und ungestüm taucht der Dampfer die Schaufeln i», die blaue Flut «no trägt m<« hinaus in die offene See. Die majestätische Arena, der stolze NdmiralitätSpalast, d«S freundliche Klatschhausen, die mächtige Flntte, alles liegt noch eil.ine Momente vor uns, angenehme Erinnerungen an die Erlebnisse meines Auf« enthaltcs in Pola wach rufend, und dann biegen wir aus j dem Hafen in den Kanal von Fasana ein und steuern, Trieft zu. Prächtig ist die Fahrt, die un« der Küste entlang nordwärt« bringt. Ruvigno, Parenzo, Umago, lauter! Städte mit verblichenem Glänze, kahlen, todten Stein«! massen in lachender grüner Umgebung gleichend, ziehen an uns vorüber; in zarten duftig'.n Tönen machen sich die Conturen unserer Alpen erkennbar, sie nehmen immer besnmmbarere Formen an, wir ertemien deutlich den NanoS, den Iavornig und über alle hervorragend stolz den Trlglav. I^ biegen wir um Pirano, und Trieft, daS emstwellige Z«! unserer Fahrt, lie^t vor uns. E« wird Fett, Abschied vom geduldigen Leser zunehmen, der unserer Excursion gefolgt ist, denn schon , sind wir auf der Nyedc von Trieft v°,- Anker yeganaen.!, mischen uns in daS geräuschvolle Treiben der Hafenstadt , und können nur noch un,eren Lesern den Ralh ertheilen, , den »u«ftug nach Pola, zu welchem sie sich mit einem , Empfehlungsschreiben an irgend einen Marme.«ngehürl- , gen versehen wollen, baldigst zu machen. E« wird a«wih > niemanden reuen, sofern jeder w.rd pch stets mit Ver. »nügen zurück erinnern an seinen Besuch m „unserem Kriegshafen." ^ Regentschaft und am Toplider, da Fürst Michael ermordet wurde, zurückzuführen sein. Mehr zu gemächlichem Leben als zu thatkräftigem Handeln erzogen, gewann Fürst Milan fchon frühzeitig einen tiefen Einblick in die maß» los ehrgeizigen Pläne einzelner Regierungsmänner, in das zu persönlichen Zwecken irregeleitete Parteitreiben Serbiens, und statt entschiedener, wohlwollender Charak» ter> Eigenschaften mögen sich in ihm vor allem Tr?tz und Mißtrauen entwickelt haben. Der unglückliche Ausgang deS Krieges, die Kaiserrede in Moskau und die beneiden«-werthen militärischen und politischen Erfolge des Alliierten Fürsten Nikola mögen in Milan Gedanken über die Entbehrlichkeit des Cabinets Ristit erregt und ihn einer» seits den Conseroatioen, andeterseits dem Radicalen Tschernajeff näher gebracht haben. Wie die Dinge heute in Belgrad stehen, entscheidet noch die Mission Marino» vis' an die Höfe von Wien und Petersburg die nächste Zukunft Serbiens, und die Directioen, welche der Füt> rer der serbischen Conservative» auf seiner diplomatischen Rundfahrt erhält, werden erst Klärung in die Ca< binetsfrage bringen. Die Proclamierung der türkischen Constitution. AuS Konstantinopel wird der „Pol. Corr." vom 29. v. M. telegraphisch gemeldet, die türkische Constitution mit der Geltung für das ganze Reich sei fertig und die Proclamierung derselben stehe unmittelbar bevor. Durch diesen Act solle das Terrain abgegrenzt werden, auf welchem sich die Conferenz Verhandlungen zu be» wegen hätten. DaS bedeutet so viel, daß die Pforte der Conferenz ihr Programm selbst vorschreiben will. Weiter heißt eS in dem erwähnten Telegramm: „In diplomatischen Kreisen wird diesem Vorgange der Pforte eine Bedeutung beigelegt, welche die ganze Conferenz, wenn nicht gar ihren Zufam>nentritt com» promiltilren könnte. Man weiß hier, daß General Ig-natieff au« Petersburg Instruction«« erhalten hat, jedwede Berufung der Pforte auf die von ihr zu promulglerende ! Verfassung vollständig zu ignorieren, dagegen um so energischer auf der Gewährung einer privilegierten Stellung für die drei von slavischen Christen bevölkerten Provinzen zu bestehen. Im Falle einer Weigerung der Pforte, auf die Discussion diese« russischen Begehren« einzugehen, erachtet ma» e« für wahrscheinlich, daß der russische Not» schafter ermächtigt fei, die Conferenz al« gegenstand«« und zwecklos anzusehen."' Daß der Schachzug, den die Pforte mit der Pro« clamation der Verfassung zu machen meint, ein voll» ständig verfehlter ist, wird durch ein au« Petersburg einhttroffene« Telegramm über die mit Vorstehendem ziemlich gleichlautenden Conferenz-Instructionen ! IgnatieffS außer Zweifel gestellt. Nach demselben wird Rußland auf der Eonferenz sofort die türkische Verfassung fllr undi«cutierbar erklären und Sichnstcllung der Autonomie der insurgierten Provinzen verlangen, zu welchem Zwecke eine Occupation derselben erforderlich sei. Den Mächte« stehe e« frei, sich an der-selben zu betheiligen; geschehe die« nicht, so werde Ruß-! land allein executorisch im Sinne des berliner Memorandum« ! vorgehen. Innerhalb dieser allgemeinen Weisungen werde , Ignatirff fr:ie Hand haben. Wenn die Türkei die ^Sonderstellung der insurgierten Provinzen zurückweise, so nehme sie an der llonferenz eigentlich nur al« pro. testierende Partei theil und Rußland habe solchen Pro> testen wie allen anderen türkischen Ausflüchten gegenüber feine Stellung genommen. ! Wie man sieht, steht die Hauptstreitfragc derzeit wieder nicht so sehr zwischen England und Rußland als zwischen Rußland und der Pforte, und bei dem contra-dictorischen Gegensatz der Stellung beider Parteien ist schwer einzusehen, wie dem Marquis Salisbury eine Vermittlung noch vor dem Zusammentritt der Con» ferenz gelingen sollte. Ist dies aber nicht möglich und treten die Bevollmächtigten der Pforte mit ihrem schon vorher von Rußland protestierten Verfassungswechsel in den Verhandlungssaal, während der russische Vertreter die Occupation als Bedingung 8iuo yua non von allem Anfang formuliert, so wird die konstantinopeler Conferenz kaum viele Sitzungen erleben. Es scheint aber, das; die türkischen Staatsmänner es in der That auf den Krieg ankommen lassen wollen. Die Verfassungspartei im Divan ist zu alledem noch der friedlichere Theil. Es klingt seltsam genug, daß im Schoße der ottomanischen Ressierunq r.och knapp vor der Veröffentlichung der Constitution bitterer Streit um dies Stück Papier herrscht, das eine so klägliche Rolle spielen wird. Der S.sezier sträubt sich biö zum letzten Augenblick gegen die ganze Verfassung, und er will nicht einen Schritt weiter als bis zur Erfüllung jener Versprechungen gehen, die bei dem Regierungsantritte Abdul Hamids promulgiert worden sind; namentlich will er von der Verantwortlichkeit der Minister und der Einschränkung der Souveränetätsrechte ocs Sultans nichts wissen. Der Conflict zwischen Mehemed Ruschdi und Mithad Pascha soll so ernst sein, daß man nur von diplomatischer Vermittlung einen Ausgleich erwartet. Politische Uebersicht. «ailmch, 1. Dezember. In Nbgeordnetenlreisen ist man gegenwiwl mit den Vorbereitungen für die am 3. Dezember lM findende gemeinsame Conferenz beschäftigt. In der v»l' gestrigen Sitzung de« Forlschritt«club« wurde beschlösse"' in derselben folgenden Antrag zur Annahme zu t>"' pfehlen: Die Verfasfunaspartei möge beschließen und tl« Ziegierung mittheilen: „daß sie einer Banlvorlaae a» Grund der dualistischen und paritätischen Prinz'pien ml' mal« zustimmen werde." Ei« ähnliche Resolution s^ auch vom Elub der Linken beantragt wcrden, und eblH wird beabsichtigt, auch den Centrumsclub für die A«' nähme derselben zu gewinnen. Man hofft, auf dicsti» Wege einen einmülhigen Beschluß der vcrfassunaSttelM Abgeordneten in der AuSgleichsfrage zustande zu bringe»! Wie aus Pest gemeldet wird, hatte vorgestern abends der ungarische Ministerpräsident Tisza ei" Audienz beim Monarchen. Anlaß dazu hat bekanntlich der Stand der Dinge in der Vanlfrage gegeben. ilN^ hofft in pester Abgeordnetenkreisen, der Herr Minist" Präsident werde schon in der nächsten Sitzung Mitthu lungen über das Ergebnis dieser Audienz machen. Der deutsche Reichstag setzte in seiner vol< gestrigen Sitzung die zweite Lesung der Slrafproze«' Ordnung fort und genehmigte die Paragraphe 85 bl< 132 in der Commissionsfassung. Ein Zusatzanlrag Hantle wonach der Confiscation unterliegende Briefe und Tell' gramme auf bestimmte, in dritter Lesung festzusetzen^ Kategorien beschränkt sein sollen, wurde angenommen. O" früher in der Commission gestellter und von Hänel a»I' genommener Antrag, betreffend die staatliche EntsäMi' gung solcher, die durch eine ungerechtfertigte Beschlagnahmt geschädigt worden, wurde nach längerer Debatte nm 125 gegen 124 Stimmen abgelehnt. Wie der ..Temps" berichtet, hat das gesamB französische Ministerium wegen der BegräbnisiM seine Demission angeboten, der Marschall diese aber nicht angenommen, da er vor dem Schlüsse der Budgets Handlungen sehr ungern auf eine CablneisveränderBs eingehen möchte. Die Situation gestaltet sich indessen nach den neuesten Erklärungen der Minister wieder freund' licher. Die französischen Conferenz. Bevollmächtigte" Chaudordy und Vourgoing sind am 28 o. M in K<">' stautinopel eingetroffen. — Bis Anfang November l. 3 haben folgende Staaten ihre officielle Betheiligung «" der pariser Weltausstellung de« Jahres 1878 zugesa^ Großbritannien, Rußland, Italien, die Niederlan« Dänemark, Schweden und Norwegen, Portugal, Oriect/ land, Tunis, Ecuador, Vereinigte Staaten von ^ lumbia, Venezuela, Chili, Siain und dir Republik Libtl^ Ohne großes Geräusch, aber ohne Unterlaß bell'' tet sich England auch militärisch auf die orientalist Explosion vor. Demnächst wird eine Versammlung v°" Offizieren und Aerzten verufen werden, um die BildB von Krankcnträgtlcorp« zu berathen, da die bis jetzt vorhandenen Einrichtungen für den Fall eine« Kriegs «ls unzureichend angeschen wcrden. Die Ausweise Ml den Stand der Freiwilligen zeigen gegen das Vorjahr etwa 0 Perzent Zunahme, und zwar nicht nur in W'' don selbst, sondern im ganzen Königreiche. Die Gesamt stärke wird auf etwa 180,000 Manu berechnet. Obwol dieselben nur für den Dienst in der eigenen Heimat verwendet weiden, so ermöglicht Koch da« Vorhandensein dieser Armee guter Schützen die Verwendung sämmtlicher Truppen auswärts, mit der einzigen Ausnahme Irlands, wo kein Frciwilligencorp« besteht und immerhin eine Streitmacht von 10.000 Mann zur Sicherung der öffentlichen Ordnung erforderlich bliebe. Von der ..Army and Navy Gazette" wird jetzt bestätigt, daß die indische Regierung bereit« Anstalten getroffen habe, «W im Falle deS AuSliruchS eines Krieges im Orient ein starkes Truppencorps nach der Türlei zu dirigieren. Die russische Truppenconcentrierung am Pruth soll bi« z,'m 6. Dezember beendigt sein. Alle russischen Cunsulen im türkischen Ncichl haben angeblich den Befehl bekommen, die Archive z" packen und über die nächstgelcllcne Grenze zu befördern. Zugleich habe daS Personale eine« jeden Con-sulats sich für die Abreise bereit zu halten. Dcn Schuh jener russischen Unterthanen, welche etwa nuch zurückbleiben sollten, werden die deutschen Ccmsulen «vernehmen. — Die Ostsee ist seit 28. v. M. an der russische" Küste zugefroren, der Hafen von Kronstadt für alle Schiffe unzugänglich. Man glaubt, daß infolge dlsstn jetzt eitle entschiedenere Sprache gegen England geführt werden wird. Ein Theil der serbischen Reserve dritter sslasst wurde zum Waffendienste einberufen und au die Drina beordert. Auch diese Reserve soll mit Hinterladern lie< waffnct werden. Die noch in Belgrad befindlichen ">w' schen Freiwilligen erhalte.: keil« Erlaubnis zur Abreise in die Heimat. Die Demission 5eS rumänischen Ministeriums bestätigt sich bisher nicht, jedoch hält man die Posil'oll der Minister durch die Haltlma dc« Senates erschüttert. Wie dem ..Pester Lloyd" aus Kon stan tin opel berichtet wird, sind zwischen dem Oroßoezicr und will-had Pascha neuerlich Meinunasoerschieoelcheilen wegen der Reformen auSgebrochen. Der Großvezier erklärt die 2227 Institution als mit den Rechten des Sultans unvereln, bar. Die Proclamierung der Constitution ist hieourch ^ wleder fragl»ch geworden. OMsneuigkeiten. —(Cine Erbschaft der Stadt Wien.) Der in vranlfurt a, M. vor einigen Vionaten verstorbene Herr llmanb schweizer hat die Nrmen der Stadt Wien zu seinen Erben ein» Ltscht mit d»m Vemerlcu, baß au« dem nach Ndzug der Legate bestehenden Restbeträge von 50.000 Mall eine Stillung für die Urmtlipfltge errichtet werde. Vorläufig find jedoch die teftamen. t"'sch fefigeslelllen jtlhilichen «u«,ahl»ngen noch so unbedeutend, ^°ß fllr die nächsten Iohre elue velheiluug der Armen laum statt» finden dUrfte. (Die Veullllerung Deutschland«.) Die Vr> ') Preußen 3.200.484. t>, Vraudenbucg 3.132.483, c) Pom, «kW 1.462.310, l der Äiohrpost bestimmten Briefe mUssen so geformt und be» lassen sein, daß sie in die zur Beförderung dienenden cylindri« schtn ViiesbrhHlltl eingelegt welden lünnen. Sie dürfen daher in der Länge 12»/. Lentimetlr, in der Vreite 8 llentimeter und im Gewichte 10 Viamm nicht Übersteigen. Sie dürfen mchl mit Siegellack verschlossen sein; der Verschluß ist nur mittelst Oblate oder sonstigen Klebstoffes herzustellen. Sttife oder zerbrechliche Einlagen diirsen «rhipostbriefe nicht enthalten. Zur Versendung von Uohipostbriesen geeignete gestempelte Briefumschläge werden bti den Postanftalten zum Verlauf gestellt. Die Briefe muffe», l° weil gestempelte Briefumschläge nicht zur Verwendung lum. wen, auf der Vorderseite oben linlS mit der deutlichen nnd zu Unterstreichenden «ezeichnunl, „Rohrpost" verschen sein, desglci» () „ il».l),»O „ i Jahr. ,, „ » ,, 1 ,000 „ .'<0.0W . 2 Jahre. , „ . « 5'M0 » 6'',000 .. 3 _ .. ,. » « 60.000 „ 1^)0.000 .. 4 „ „ ., . .. '^,000 ^ 5 „ Artikel 1237. Derjenige Gläubiger, welcher Ge. brauch von der Personalhatt an seinem Schuldner ge» macht hat, darf von anderen Ex/cutionsmitleln inbetreff der ihm zuerkannten Summe nichl mehr Gebrauch machen und nach Ablauf der Hast wird der Schuldner als befreit von seiner Schuld, für d»e er der Freiheit beraubt wurde, betrachtet. lZorlsetznn, lolgt.) — (Leopold Ritler von Hvffern.Galllftld s.) Gestern ftaib in Laibach nach langwierigem Leiben der l.l. Re» gitlullg»rath Leopold Ritler oo» Hvfssrll-saalfeld. Durch sein viel ,u frllhc« Hinschtlden hat die lr^'msche Lantzeßregierung aber« mals einen Herden Verlust erlitte». G'boren am ii0 Vlnoembei 1824 ;u Egg ob Podpelsch, «rat v. Hofiern noch absolvierten ju-ribisch-politlschen Studien im Jahre 1850 als Auscullant beim l. l. Landlegeiichtt iu Kl»8'>'surl in den Staatsdienst, wurde im Jahre 185! zum V^ntta/ilcht^djuilcten in Vurllelb u»d im Jahre 1854 zum Vsziil«am<»aciuar. zuerst beim gemischten »e« zlrlüamlc in Ourlfeld und im Jahre 1856 beim gemischten Ve» ,,rl«amte in We,f,lstein ernannt. Im Jahre 1859 ,um l. l, Hon» tlvlsteu der Lanblsrtllierung besUitzert, vertrat v. H0fs>rn daselbst die Stelle eine« Prasi°!»l-öecretilr« und hatt, gleichzeitig die Redaction be« Lant>e«g'seh lalle«. Im Jahre I860 wurde der» selbe zum Vezillsoorsleher de« gemischten VezirlOamtc» in Lack und zum Ltlter der l. l. Orundlasten.Ublbsuug«. und Regulie« rung«:z»olalc°mm,fs!°n daselbst ernannt, wo er bi« zum Iuhle 18b7 willte, iu welchem Iah« " geleg:nll,ch der Trennung der polnischen Verwaltung vom Iustizb.enst mit der Nezillsoorfiehel, st'lle in Gurlfeld belraul wurde und daselbst auch die Leitung der gleichen Lolulcommissi«" Übernahm. I« b,.s.l Stellung war von Hüfsern da« Muster eine« selbstthätigen, rührigen, unparteiischen u„b tactoollen Vezirl«leiter«, der seine Nusgab» im Geiste der Verfassung ,u lösen ve,stand, da« Interesse d:r Vltgierung mit der Wahrung der communalen «utonomi« zu vereinigen wußte und sich dadurch auch in jene» Tcbiete sel»«r zlml»lhll!igleil die unzetheille «chtnng uub da« vertrauen seimr Vezirl«»ugehtlrilzen und den Veifall der Oberbehörden in hehem Grade gewonnen hatte. Se. l. l. «postalische M»jeft«t zeichneten diese Vcrtienste v. Hössem« durch die Verleihung de« Uitlellrenze« be« Franz Joseph-Orden« au«. Da« Vertrauen der Stlldte Lack'Krainburz ehrt« ihn durch die Wahl zu« Lonbtaz«»bgeorb» neten in der ersten Periode de« Jahre« 1867. Im Jahre 1870 zum Megierunglialht ernannt, leistete von Hüffern bei der Lande«» regiernng in Krain Hervorragende« durch seine gründliche nnd umfassende Kenntni« der Justiz» und Verwaltungsgesehe, seine Schlaasertigleil am RalhSlische, seine rasche u»d gediegene Ge« schilftSbehandlung und seinen reckenhaften Fleiß, welcher »it seiner zarten itürperconftttution in leinem normalen Verhältnisse stand. In seiner Vrufi schlug ein warme« herz filr Kaiser nn» Reich und sein engere« Vaterland Krain lthre seinem Nndmlen l — Da« Leichenbegllngni« be« verstorbenen findet heute nw 4 Uhr nachmittag» vom Trauerhausl: Maria Therefiastraht Nr. 3, au« statt. — l 3 nst »ll»tion.) Morgen findet in der hiesigen Dom-lirche nach dem vormittägigen Hochamte die feierliche Installierung de« zum laibacher Domprobfie ernannten biRherigen Herrn Dom» dtchllnten I. Sup an statt. — tMilililrverllnberungen.) Ueberjehl wurden: der Mililärcaplan zweiter Klasse Johann Pribosic von Vraz al« Mililärcurat zweiter Klasse zum V°rnison«spital Nr. 8 in Laibach, und der Regimenl«»rzt erster Klasse Dr. llleiander Huber vom Inf»nteiie.Regi»enlt Freiherr v. Kussevich j<>ll. 38 zum <2rgllnzung»'V»ta!llon«.sadie de« I»f»nterle,Negi»ent« 2rj-herzcig Lcopolb Nr. 53. — (Concert.) Da» dritte statutenmäßige loncert der philharmonischen Vesellfchast findet Sonntag den 10. d. M. ft»tt. Bei demselben gelangt eine Vymphouie von Veethoven zur Nuffilhrung, Übeibie« wird Herr Zöhrer ein «lladierconcert v,n Lhopin vortragen. — (Weihnachtsfeier.) Zu Weihnachten veranftaltet der Männerchor der philharmonifchen l».sellschaft im Vl»«s»l,n der Lssino-Refiauration eine Weihuachtsseier, zu der sämmtliche Mitglieder der philharmonischen Gesellschaft geladen »erden. — (Die ärz«liche verein « si tz u n g) am 29. v. «. war vou 10 Mitgliedern besucht. Nachdem der den im Erscheinen behinderten Obmann vertretende Vorsitzende Dr. Valenla die Einlaufe mitgetheilt hatte, darunter ein mit Danl entgegen» genommene» vuchergeschenl vonseite be« hohen l. l. Lande«, Präsidium», «uide zu den Vortrügen geschritten: 1. Primariu« Dr. Fus demonstrierte: ,) pratnsch au einem Krauten den s,-genannten Lißel'scht« Vazeverbanb; !>) zeigte er ein, Haarnadel nebst Harnstein'Loncrementen, welche er ohue Vlasenschnttt »»« der Harnblase einer 32jährigen Weibsperson nach der Simon'schen Methode glücklich entfernt halte; c) zeigte er einen 5 Lenlimeler langen und mca '/, Lmtimeter breiten incrustierlen Vleinagel vor, welchrn er bei einem Vlaseüschnill? oorsand und welchen der lirtleffcude Kranle volle drei Jahre in seiner Harnblase beherbergt halle, — dieser Naael wurde demselbe« au« «lnlaß einer Gono» rhoe von einem Aflcrarzte app!«c «nem neugeboraen Kinde beobachtet wurden, und ervllerle die über diese Vrlranlnng bestehenden Ansichten. — Diese» Kind war da« o,erte »it demselben »nglbolnen Lliben behaftete Kind einer und delselben Frau, daher er, aualog dem sogenannten habituellen Nbflttben der hruchl, sltr diese F^lle d,e Vcuennung ^habituelle Hydlocephlllo'Mtulngocele'' belllllcagl. 3. Sladlphysller Dr. Kowalsch trug den sehr mühsam zusamwengeftelllen lnleressanltn vericht über die laibach« D!phtheiili«-Vp>dtmie de« Jahre» 1875 vor; derselbe wird »n exle,»«o veroffellllich» werben, lln der hieran sich »„schließ'noen D>«cusslou btlheiliglen sich besonder» die Doctore« Vi«l, ß»f K e e « b a ch e r und v. S l ö u»schusse al« ^Vehbrbeu" i» Sinne der laiserlichm Verordnung vom 20. «lpli! 1854 anzus.hen und demgemäß berechtigt seien, den de« laiserlichen Vehvibe» gewüh.ltlfteten potenzierten Rechl»schuh zu beanspruchen oder N'cht, bildete kürzlich in unserem Nuchbarlanbt Kllrnten den Gegenstand eine, interessanten Elreilsalle«, den »ir se,ne« allge, memecen Interesse» wegen auf «rund einer in der „Osterreichi-schen Zuschrift slir Verwaltung" hierUber veiofjenllichlen D«. stellung in lurzem hier folgen l°ssen. Der Fall trug sich in nach. stehender weise zu: Der »auunternehmer Ialob F Überreicht« unterm 7. Jänner I87b anläßlich de« ,hm vom kärntnerischen L°»de«au»schusse »uferleglen Vrsatze« der an der s.—«.er Dr«-biucle nothwendig gewordenen Repar»lul»losten dei diese» r»nde«. »««schussc eine Vorstellung, worin er die Verantworllichleit fnr die nicht entsprechende Herstellung der VrUlle oon sich «bznwälzen und dem L»nde«b»ua«>e zuzuschieben bemllhl »»r. D» der L°ndt»»n«schuh diese Eingabe lediglich »l« eine Veschimpfnng der Veamtm de« L°ndt«.Vaud'varttMlN<« ansah, so ersuchte ,r «il Schreiben vom 1. März dle »ezirlshoupimannschast Vp, gegen I°lob F. nach §§ 11 und 12 ii» < der lois'rlichen Verordnnng vom 20. «pril 1854 da« »mt ,u h°ndelu. Die vezjrl«h»up». Mannschaft erlannte unter» »7. «n,u« 1«75, daß die lncriwl. nierten Stellen in jener «'"««be °» den L°nde«°n,schuß di« Übertretung nach 8 12 li». c. der laiserliche« Verordnung „» !20. «lpiil 1654 begründen, und oerurtheille den Iolob F. demgemäß zu e.ner «elbstrast von 3 Vulde». In,,l,t »e, 3998 NecmseS des Jakob F. hob jedoch die Landesregierung mit <2«tscheidung vom 27. August 1875 du« Erkenntnis der ersten Instanz auf, weil da« kaiserliche Patent vom 2«. April 1854, welche« eine Vorschrift fllr die Vollstreckung der Verfügungen und Erkenntnisse der landeefürstlichen, politischen und polizeilichen Be« hilrden enthält, im vorliegenden Falle leine Anwendung findet, demnach sich der Landesauöschuß an da« Strafgericht zu wenden halte. Vegen diese Entscheidung wurde eine Recur«frist von vier Wochen offen gelassen. Innerhalb dieser Frist überreichte derLan» de«au«schuß die Berufung an da« Ministerium de« Innern, in welcher elfterer unter anderem auch darauf hinwie«, daß, da der 3 12 lit. b der mehrgenannten laiserlichen Verordnung ein be« leidigcndt« Benehmen gegen einen Gemeindevorsteher als strafbar bezeichnet, die« zier analogizm auch für den Landesausschuß gel. ten müsse. Endlich mlifse doch auch dem Landesausschusse als der ersten autonomen Behiirde be« Lande« der nilthige Schutz gegen Iüveclivcn der Parteien geboten werden. Da« Ministerium de« Innern hat nun unterm 3. Oltober 1875. I. 14,213. die recur« tierte Entscheidung der Landesregierung behoben und die Landes« regierung angewiesen, über den Recur« de« Ialob F. gegen da« Eclennlnis der Bezirtshauptmannschaft Vp. unter Unwendunz der lais. Verordnung vom 20. Nprll 1854 in zweiter Instanz meritorisch zu entscheiden, „weil der Lande »ausschuß mit Rücksicht auf den ihm zustehenden Ceschliftslrei« den «Vehör. den" im Sinne de« z 12 lit. c der lais. Verordnung vom 20. Npnli854. R. O.Bl.Nr,96, beigezählt werben muß." — (« unstnach richt.) Frl. Ida Künl, die Tochter de« im Jahre 1871 hier verstorbenen akademischen M«ler« Paul Küi,l und Stipendifiin de« lrainischen Landtage«, ist von ihren Studien an den Kunstakademien in München und Wien zuiiickgelehrt und gedenlt vorläufig in Laibach «hre Kunst au«« zullbeu. Gie hat die erstgenannte Kunstschule durch ein Jahr be-sucyt und sodann in Wien ihre Studien unter der Leitung de« Professor« Nvwnpocky, des bekannten Meister» und Lehrer« de« Kronprinzen, fortgesetzt. In Herrn Karl llaringer» Houdlung am Rathhllusplahe stellt die talentvolle junge Künstlerin soeben eine ihrer jüngsten Arbeiten zu allgemeiner Besichtigung au«. E« ist die» „Judith," die soeben Holofernel getöblet hat und dessen Kopf «hler Sklavin reicht, eine Eopi« de« berühmten Bilde« von Paolo Veione>e in Belvedere zu Wien. Wa« wir an dieser digem A>,:eft nebst Traguug der Strafprozeß« und Vollzugstosten vtlurtheilt worden ist. Die F^rst« und Domänendirection hatte nur im Namen des Forftverwalters gegen die in erster Instanz erfolgte Verurtheilung den Recurs ergrissen, weil es wegen des erst im Juni erfolgten Abganges des Schnees nicht mbglich gewesen «ar, früher die Entrindung vorzunehmen, und weil gerade in dieser Zeit das zu vertilgende Insect sich eben einbohrte, so daß die Entrindung in diesem Stadium eber gefährliche als nützliche Folgen für die Forste gehabt haben würde, ES ist übrigens nicht Sache d«r Direction, in die Motive, welche die Bestätigung des Urtheils der ersten Instanz veranlaßten, weiter einzugehen, sondern es muß nur constatiert werden, daß die Verurtheilung die Forst-und Domänendirection nicht getroffen hat, daher auch der Wort« laut des eingangs bezogenen Passus und die daran geknüpften Bemerkungen nicht wahrheitsgemäß find." Theater. <—z.) In drei einaeligen Luftspielen: „Französisch" von A. Vörner. „Russisch" von G. u. Moser und ,2 n g , lisch" von Fesse wurden uu« gestern die in der Liebe»werbung hervortretenden nationalen Eigenthümlichkeiten eines heißblütigen Franzosen, eine« schwerfälligen Russen und eine» langweiligen Engländer« vorgeführt. Die Idee der Zujammenfttlluna biefer Vluetten war «ine gute, und unsere Direction ist mit Erfolg auf dieselbe eingegangen; mit Erfolg - nicht nur weil da« Hau« ziemlich gut besucht war, sondern auch weil die Besetzung der Piecen einen künstlerischen Erfolg immerhin erwarten lieh uud auch wirtlich einbrachte. Herr Fritz fche hatte eine doppelte Aufgabe übernommen: er fpiclte den Fianzofen wie den Englän« der consequent, sowol im Dialekt wie in der Action, und ihm gebührt da« Hauvtucrdienft de« Abend«. Auch Herr Rieger hatte sich seiner Aufgabe al« Nüsse mit Glück entledig!, und e« freut un«, zu erwähnen, baß er diesmal am Platze war, weil ihm eben das tomische Genre näher liegt al« da« ernste. Mit ge« wohnter Sicherheit traten dte Damen Frau Schubert und Frl. A rensd orf ein, welch' letztere auch im ersten Stücke ..Französisch" die nach dem Theaterzettel Frl. Pischel zuge, dachte Partie der «Karoliue Ritter" übernommen hatte. Da« Publikum war in bester Laune und applaudierte eifrig. Herr Rieger und Frau Schubert wurden bei offener Scene gerufen, eine Auszeichnung, welche auch Herrn Fritzsche zutheil wurde, ohne daß er es der Mühe werth gefunden hätte, sich difllr in Üblicher Form zu bebauten. Wir empfehlen jedermann den Besuch einer allfülligcn Reprise der gestrigen Vor» fiellung, Neueste Past. (Original-Telegramme der „Laib. Zeitung.") Vndapest, 2. Dezember. Abgeordnetenhaus. Ti«za beantwortete die Interpellation in der Banlfroge. Die ungarische Regierung halte an den mit der österreichischen Regierung hierüber vereinbarten Grundprinzipien fest; alle AuSgleichsgesltze sollen gleichzeitig sanclioniert werden. Die ungarische Regierung wird sich vorerst bei der österreichischen Regierung die Vewähr verschaffen, ob sie auf derselben Gasi« steht, und je nach der Nntwort ihr weiteres Verfahren feststellen. Die ungarische Regierung wird die Realisierung der vereinbarten Prinzipien ruhig, objectiv und bestimmt anstreben. DaS Haus nahm die Nntwort zur Kenntnis, nur die äußerste Linke und die unabhängige liberale Partei stimmten dagegen. Petersburg, 1. Dezember. Nachmittags reiste der Oberbefehlshaber der activen Armee nach Kischeneff ab. Seine Abschiedswortc wurden mit lauten Acclamation«,! von den auf dem Bahnhofe versammelten Offizieren aufgenommen. Wien, 1. Dezember. Dem „N. Wr. TM." wird von anzeblich accreditierter Seile gemeldet, daß Lord Salisbury in den letzten achlundvierztg Stunden die positiv lautende Weisung aus Vondon erhalten hat, gleich in der ersten Sitzung der üonfercnz den Antrag im Namen Großbritannien« zu stellen, daß seine Regierung die Erörterung der Occllpalicmefrage nicht zugeben li)nne. d» dieselbe die Souverimetät der ottomanischen Regierung aufbebe und überdies den Verträgen, unter welche auch England sein». Unterschrift gesetzt hat, schnurstracks entgegenlaufe. Sollte jedoch von irgend welcher Seite die Frage auf die Tagesordnung gesetzt werden, so werde er den Eonferenzsaal verlassen. Gleichzeitig wird mil« getheilt, daß, nachdem diese Llklürung abgegeben sein wird, die englische Flotte in o-n Ge«porus einlaufen werde. Konstantmopel selbst soll von vier englischen Divisionen beseht werden. Telegraphischer Wechselconr« vom I. Dezember Papier , Rmle 60 35. — Silber - Rente «6 40. — 1860er Ttaat«:Nnlehen »0875 — Nanl-Äctien «ill —. ''Reichsmark 62 , der Rilmerstrutze Nr. 43 alt, unterwegs beim Transporte in« Tpital gähe nm Schlassftufse. Angekommene Hrenlde. ?lm 1. Dezember. Hotel Ttadt Wien. Vollasch, «auch. ssichtel. Vrohmann, Deutscb, Kflte,. und Bielitz. Ingenieur, Wien. — Iugovic. Krainburg, — Nwin, Verwalter. Radmannödorf. — Fürst Porcia, Spital. — «auleh, Oberburg. - Vauer, Pest. ftolel «le»ant. Biacb. Kfm.. Vrllnn. — Parier, .haufierel, Wien. — Luzar, Idria. -. be Santi, l. l. Äich.Inspeltoi; Trust. Hotel Europa. Vegavic, Hptm., «gram. — Trauling. «fm.» Wien. — Schider, Vrünn. Kaiser von Oesterreich. Schiller und Paliha, Oraz. — V0hm, Krainburg, vaierischer Hof. Stanfer, Trifail, ^ Vatovec. Materia. ^ Kautschitsch, i.'ack. — Wutscher, Nezirlö . Schätzunasre ere>>>, i!oitsch. Vluhrc«. Vanavic, Steinmetz, Oberlrain - Pucher, Lommi^. Linz. — Sapotnik, Trifail. Hallte: Die ffIcdermau «. komische Oper in 3 Ncleu »>'<^ Mcilhac uud Halevy'^ „RrUtillcl!," bearbeltct von L. Haftel und Richard Geilte. Musik von Johann Ilrauh. Meteoruloaischl Beobuchlulltten lu Malbuch. i '«" U: Z? ° ?» ^B 1. 2 N. 734,4 -l- 9.« SW schwach bewölkt , 0.«,« ! 9 An.j 734.94 > 7a m,lilft>!l heuer > Morgenroth, Aufheiterung; schöne Beleuchtunc; der Alpen bei aula.sh:ndec Sonne; tagllber wechscluds Ä.wüllung; llare, mondhelle Nacht. Da» Taa.e«n»tlel t>er Wärme -j- 73', «M 5 9' liber dem 'Itormale. »^raiiimlnilich', Ne^a^eizr: Oitnmar Camber 9. ^^sonliOR'l^f Wlen, 30. N^nember. (l Uhr.» Die Börse war flau. ohue daß ein lokaler Grund im Spiele gnvesen wäre. Sie folgte ebe« der ihr maßgebenden Auffassung fremdrr <^ l lvll^(l,l/) : ^0 (F°nst.l) . ' - ' l^-75 i^.^" Uug. Priimien-Nnl. . .' ' ' ' ^^ ^.^ «rei)tt.L .........,b«bo ,b9 — ztudols«-^! ........lllbu 14. Piümielc:i«leb?a der Gtadt Wien »»— ^.^ D^uau-ReaulierungS-Lose . . lob - K^^h Domänen Pfandbriefe .... '40— 149^ Oefterrelchifche Scd°hsch«ne . 97 50 «770 Ung. ^!,>u°ut»«-Nu!. - - - . ^- i>«b(i Ung. Schahbonö vom I. 28" —-— ^._ «nlehen d. Stadtgemeinde Wien in V. «.........«^ s" ^^ ?l» Grundentlaftunes-ebllgatisnen. Vohmeu..........^ « ,^ n^ ?iilderüfierrcich.......10-'' Temefer Banat.......7l 50 72- Ungarn..........7325 73-75 Nette» »«» V«»le«. ««u> w«r« Anglocilfterr. Van!..... 70- 7025^ «rebttlluftalt........ 137 25 137 50 «reditanstall. ungnr..... 987k> 99-- Escompteanstall...... 650-— 6^'5' ^«lionalbanl....... 816 - «18 - Ocherr. Vautgesellschaft . . . 149— 151 - Umonbanl ........ 4b k,0 46 — s"c,,brs!>aul ....... 77- 78- Wiener Bankverein.....------- — Aetle» >,» tr«»etz«rt-N»ter»eh-«»»- - Oenerr. Nordwestbahll , . . , 115— 116»-. Rubols«-Bllhn .... 101 - 10150 S Uülzanschc Oftba^u.....86— 2550 Wiener Tramway-Gcstllsch. . 87 — 3d — Pf«ud»riefe. Allg.üst,Boblncrtdilanst.(i.Gold) Mk- 106 50 ^ ^ ^ (i.V.-V.) H9-75 »025 Naticnalbanl ...... 97... 972« Ung.Vodencrtdit,InfiilutlV..V.) 8525 85 50 Vrt,rtt«te«. Elisabeth«». I. Vm.....91 25 91 75 ßerd.-Nordb. in Sllber . . . 106— K'6 2l» Zfranz-Ioseph-Vahn . . . 9l 5>0 9! ?t> l Vol. Karl-Ludwiq-B.. 1^ «m, 9« 5,0 - ^ , O-Nerl /ia7d',^n Bahn ^- ^^" Siebenblllger Bahn..... 5^25 ''"b) Staalsbahn 1. «im...... I5ft'"> lft?-^ «>ndl,ul,u z 3 London, kurze Sicht..... '"55 >27^ London, lange Sicht .... 127 ?0 127^' Pari« . . ....... -"»^ b'^5 Gel»l«rte». Veld War« Dukaten .... «st « ke. 6 st. 7 k,- N°P°le«n«d'°r . . »0„ 1V ^ 10 ^ 1»