^»K 49. <^H^ »840. ——- ^^W ------ ^^^^^^^^^^^^Hi^H'^H^^^'^H. 3. ^^T^(HH2^2^5^32^^H^ Vdeue Stärke. c^?er Lufthauch zieht, die Welt ist wach» Die Vtürine balgen sich draußen, U»d t'urch's Kc»i!u>, in's stille Gemach Vernchiu' ich ihr Jagen und Sausen. Die Sonne wirft cii,e„ Vlkk herein Und wünscht mir gulei, Morden, Und war», und zitternd durch Mark und Vcin» Tief hat er in mir sich geborgen. Und wie er hin und wieder fuhr, Beleuchtend jede Stelle» Da sprang aus innerster Natur Mir auf eine sprudelnde Quelle. Recht aufgerüttelt und gespannt, So fühlt' ich jede Senne; Da hab' ich freudig mich ermannt. Und gejauchzt wie ein Alpensenne. L. Seeger. Vaterländisches. Freiherr Franz Albert Pelzhoffer v. Schönau. Es war gegen Ende des siebenzehntcn Iahr-hlmdcttes, als durch die ausgezeichneten Geschichtswerke eines Schönlcben, Valvasor, Thalberg u. m. a. geweckt, allenthalben unrer den damals lebenden Gelehrten eine literarische Regsamkeit sichtlich wurde, die sorgsam von der neugeschaffenen Academie der Operosen genähret wurde. Unter jenen Gelehrten, welche durch That und Schrift unserem Vaterlande zum Ruhm gereichten, gehört auch der Freiherr Fvanz Albert Pelzhoffer v. Schönau. Er war 1643 geboren, und widmete sich frühzeitig den juridisch.-politischen Studien. Nach deren Vollendung trat er in Staatsdienste, wurde Gerichts-'Assessor, ständischer Dcputirter, Viccdomsrath und zuletzt kaiserlicher Nath. Seine liierarische Wirksamkeit beginnt mit dem Anfange des achtzehnten Jahrhunderts. Bin- nen wenigen Jahren erschienen schnell hinteninan-der sein: 1) I^acan politicug, Ztrictim clactrinain a^-mini5tr«mcla6 rei^ublicae, yuam aiunt politicam compll?ct nungsliebendcr Klcingeist; wer hingegen einen spiz-zcn Hut mit breiter Krempe, kurz' wer einen Hut nach seiner Weise träqt, ist enlwcder ein origineller Kopf oder ein Sonderling oder ein eitler Gek, der auffallen will. 2W Das Haar. — Langes struppiges Haar, das Kragen und Schultern beschmutzt, laßt auf einen Philosophen, ein zerlumptes Genie, einm Murrkopf oder einen Schneidergesellen schließen. Tänzer, Friseurs, Commis, Flachköpfe und Modenarren tragen sauber gekämmtes, rundgelocktes, geöltes , gleich oder schief gescheiteltes Haar, treu nach den Modellen im neuesten Mod^ournai. Der Soldat au^'er Dienst, der Postillen und der Schauspieler (?) iragen einen Tituskupf; der Friseurgesell, der Sludenc, der Kellner u. s. w. gewöhnlich das Haar ä !a j«une IVaucL. Emporstehendes Haar läßt mitunter auf festen Willen oder auch Eigensinn, fiachanliegcndes weiches Haar auf Gutmü'thigkett und Phlegma und ftisirtcs Haar fast immer auf Genußsucht schließen. Kahlköpfigkeit deutet ausvielcs und angestrengtes Arbci' ten mit dem Kopfe; doch wohl zu merken, kamnn der Mann sein Haar sorgfältig von hinten nach vorn, so ist selten viel dahinter. Greises Haar vor der Zeit deutet auf Menschenhaß oder erlittene Schicksale, physische oder geistige Leiden, oder aus übertriebene Genußsucht. Wer noch in spätem Alter starres und dle natürliche Farbe bewahrendes Haar behält, der ist vielfach ein energischer Geist, welcher steten Seelenfrieden bewahrt hat und von diesen Leuten heißt es in der Schrift: »Ihrer ist das Himmelreich." Der Bart. — Nur bei Militärpersonen ist der Schnurbart indifferent: bei (Zivilpersonen soll er entweder einen häßlichen Mund oder schlechte Zähne verdecken, oder er ist bei Erwachsenen, was hölzerne Degen, Gewehre u. s. w. bei Kindern find, er dient zum Soldatenspielen; bei Manchen deutet er auch auf früheren Militärdienst. Der Bak-kenbart, von einem Ohr zum andern, bezeichnet den Kutscher oder Polizeidiener. Weinrcisende, Schreinergesellen und mitunter auch Kleiderkünstler tragen gern zwei kleine Bartpünktchen unter der Nase. Der Maler, welcher nicht zur guten Gesellschaft gehört, trägt einen Van Dykschen Bart oder einen Henri IV. Den Bart lassen nur Modelstccher, verkannte Poeten, Bettler und manche Pariser Löwen ganz wachsen. Die Kravatte metamorphosirt sich mit den Altersstufen. Bis zum zeynten Jahre geht man in bloßem Halse; bis zum achtzehnten trägt man ein Halstuch, weil es Aeltern und Lehrer so wollen; vom 20 bis 25 Jahre dient die Kravatte zur arg. losen Hebung der Schönheit; mit dem 3<> Jahre wird sie ein sorgfältiges Studium; mit dem 40. Jahre e!« ne Last. Jetzt sind die Ansprüche auf Schönheit vorüber, man macht sich's bequem und nimmt es mit der Krauatte nicht mehr genau; sie wird aus dem Putzstück ein Hals- und Kinnhalter und Wärmer. Farbe, Form und dergleichen variiren nach Alter, Neigungen, Stand und Charakter. Eine weiche und bequem eingebundene Krauatte bezeichnet den gefälligen Lebemann; eine steife und hohe den Humoristen. Der Militär außer Dienst behält mit dem Schnurbarte auch die Halsbinde bei; der Fashio-nable behandelt seine Kravatte mit derselben Aufmerksamkeit, wie die Dame, der er den Hof macht. Der Exsänger, der antike Anbeter der Dem. Mars, der Mann aus dem Jahre IX., der Literat aus der Kaiserzcit (und beiläufig gesagt in Deutschland alle Herbartianer) tragen eine Art weißen Turban um den Hals, über welchen sich der Kopf erhebt wie ein Schöpsenbraten auf der Porzellanschüssel. Die Handschuhe. Der Plebejer trägt nur bei speciellen, feierlichen Gelegenheiten und im Winter der Kälte wegen Handschuhe, auch kümmert er sich w,nig darum, ob die Farbe derselben zu der des Rockes paßt; ist er behandschuht, so weiß er nicht, was er mit den Händen machen soll; sobald als möglich steckt er sie wieder in die Tasche. Wer abgenutzte und an den Fingern aufgegangene Hand-schuhe trägt, ist ein nachlässiger Mensch oder cm verschämter Armer. Handschuhe zu 19 Sous (l.8 kr. C.M.) trägt nur der Commis in derModehand-lung,der Geldwechsler in kleinen Städten und der Clerk. Wer baumwollene Handschuhe trägt, wird früher oder später auch eine baumwollcne Nachtmütze tragen. Der Mann von gutem Tone weiß die Handschuhe mit Geschmack zu wählcn, zu tragen und auszuziehen. Der Zierbengel nur trägt so enge Handschuhe, daß er sie weder' bequem aus-noch anziehen und die Hand zuthun kann, .weßhalb er denn auch den Stock zwischen den Fingern trägt, wie Hanswurst sein Peitschholz. Der Stock. Das Pfefferrohr deutet auf den Provinzialen, das, spanische Rohr auf den Zopf, der Knotenstock auf den Bewohner der Vorstadt; ein zu dicker <^tock ist gemein, ein zu dünner abgeschmackt; ein ^tock, der zugleich als Angelruthc, Pfcifc, Flöte oder Regenschirm dient, ist eine Albernheit. Ein mit, Edelsteinen verzierter Stockt'nopf ist gckcnbaft; em großer Handgriff ist rococo; ein Türken- oder Hundskopf oben auf bekundet schlechtcn Geschmack; der Commis voyageur hat gern im Stockknopfe eine Schnupftabaksdose, eine Harmonika, eine Pfeife und ahnliche Kunststückchen. Der Gesell, welcher Sonntags bestockt geht, stößt ihn derb auls Pflaster; der Stutzer hält den Knopf an den Mund; der Vergnügte faßt den Stock in der Mitte und,-spielt mit ihm; der Traurige trägt ihn unter dem Arm; der Zerstreute haut blind um sich; der Student hält ihn jedem Philister unter die Nase und der Pftastertre-tcr und Maulaffe trägt ihn mit beiden Händen auf dem Rücken. Die Chaussüre. Feine, saubere und brillante Chaussürc ist das Hauptkennzeichen wirklicher Ele»-ganz. Dcr Fashionable trägt Morgens Reitstiefel, Mittags und Nachmittags elegante Etadtstiefel und Abends lackirte Schuhe. Die große^pcr, oder eincn Salon in Stiefeln betreten oder in Schuhen über die Gasse gehen, ist der ärgste Verstoß. V6N I'. ^. V6,'V«I-<1«. Von 1l»c1ml't in I.:ülii^li ani 1. O<;o«ml)6r 1840. Auflösung dcr Homonyme im Illyr. Blatte Nr. 48: Tusch. ^^.^ Verleger: Ignaz Alois Edler v. Kleinmayr.