f^rr.m'yf • 11111 ■■ -- der Söhne des heiligsten Herzens Jesu Organ des Uarien-Vereines für Afrika und des Theologen-Mssions-Verbandes Österreichs Erscheint mmmtlid) einmal und kostet jährlich mit Post ü K - 2 SRI. — 8 Franken Redaktion und Hdminiiration: ITliiiionshaus Ulilland bei Brixen, Ciroi. .......==■■-- — Inhaltsverzeichnis: ......... = Aegypten und Sudan im Weltkriege 25. — Im Gefangenenlager zu Ras el Tin 37. — Darfur 42. — Seltene Bekehrung 51. — Eine Werbnng im Lande der Schwarzen 58. — Streiferleben 55..— Feldpost 59. — Nachrichten des Theologen-Missions-Verbandes Oesterreichs 61. Abbildungen: Heliopolis 27. — Zitadellenhügel in Kairo 33. — Der ägyptische Sultan Hussein I. b9. — Das Tor der Wüste bei el Kantara 43. — Jsmailia am Suezkanal 47. — Ein vornehmer Darfurer 53. — Hafen von Malta 57. — Gefangenenlager 59. — Senusischer Beduine 67. Gebefserhörungen und =empfehhmgen: Eine eifrige Sternlescrin ans dem Hochpuster- ■ Dem Memento werden empfohlen: Alten- tal bittet um eine Danksagung für außergewöhn- markt, Hchw. Herr R. Jenny; Brixen, Herr Ernst liche Hilfe, welche ihr die heiligsten Herzen Jesu ll. Morl; Gmunden, Frl. Th. Kaiser; Innsbruck, und. Mariä in verschiedenen Anliegen gewährt j Fr. Fil. Stopp; Frl. E. b. Waldpach; Laakirchen, haben. — Eine Wohltäterin unseres Hauses : Herr A. Berthaler; Linz, Herr I. Kerndl; Mün-bittet in einem drückenden Anliegen um das : chen, Hchw. H. Joh. Ostermünchner; Rietzlern, Gebet. — Zahlreiche andere Schwergeprüfte emp- ^ H. D. Hilbrand; Steyr, Hchw. H. Fr. Pichler; fehlen sich dem Gebete unserer Freunde und Straßgang, Hchw. H. M. Perl; Telfs, Herr Ant. Gönner. — Auch bitten wir, unserer im Felde Füger, stehenden Wohltäter recht oft im Gebete zu gedenken. | Empfehlenswerte Bücher und Zeitschriften. Eine Rundfrage in deutsche» Schützengräben ergab, daß als meiftverlangtcs und -gelesenes Buch die Heilige Schrift die Führung im soldatischen Lesestoff beansprucht. Der Heimatfürsorge für unsere Kämpfer mag gewiß ein guter Teil dieses Ergebnisses zu danken sein, aber unzweifelhaft wird das Gemüt des Soldaten selbst durch die ständiger Gefahr überantwortete Lage oft unbewußt für die geistige Richtung zubereitet, die dem Welterlöserbuche eigen ist. Ein dritter Grund für das vorherschende Verlangen in unserem Heere insonderheit nach dem Neuen Testament darf gefunden werden in der bielartigen, wechselnde Verhältnisse möglichst befriedigenden Ausgabe desselben, und zwar in Hinsicht einer leichtfaßlichen, doch zutreffenden Verdeutschung, handlichen Formats, geschickt gewählter Teilung, ansprechenden Buchschmuckes und entsprechender Preislage. Nach diesen Gesichtspunkten beurteilt, kann man das in der Herderschen Verlags-Handlung zu Freiburg i. Br. erscheinende Neue Testament unseres Herrn Jesus Christus (übersetzt von Dr. Benedikt Weinhart, mit Einführung und Anmerkungen bcrsehen bon Professor Dr. Simon Weber. 8. Aufl. Taschenformat) geradezu als Musterausgabe hinnehmen. Gemäß den Verzeichnungen her Verlagshandlung ergibt sich folgende Ausgabegliederung: Ausgabe in zwei Teilen: 1. Teil: Ebangelien und Apostelgeschichte, steif brosch. 1 Mk.; geb. in Leinw. 1 Mk. 50 Pf. 2. Teil: Briefe und Geheime Offenbarung, steif brosch. 1 Mk.; geb. 1 Mk. 50 Pf. Vollständige Ausgabe: Steif brosch. 2 Mk.; geb. 2 Mk. 60 Pf. Einzelausgaben: Einzel-Evangelien, Apostelgeschichte und Geheime Offenbarung, steif brosch. je 20 Pf. Die Apostolischen Briefe steif brosch. 80 Pf. Illustrierte Ausgabe: 1. Teil: Ebangelien und Apostelgeschichte (vierzig Bilder nach Friedrich Oberbeck), geb. in Leinw. 2 Mk. 20 Pf., in Buckram-Leinen mit Goldver-zierung 3 Mk., in Leder mit Goldschnitt 5 Mk. 2. Teil: Briefe und Geheime Offenbarung (24 Bilder, größtenteils nach Friedrich Oberbeck), geb. in Leinw. 2 Mk. 20 Pf., in Buckram-Leinen 3 Mk., in Leder mit Goldschnitt 5 Mk. Illustrierte Ausgabe bollständig in einem Band, geb. in Leinw. 4 Mk., in Buckram-Leinen mit Gold-verzierung 5 Mk. 50 Pf., in Leder mit Goldschnitt 9 Mk. Größere Bezüge genießen Preisermäßigung. Kindcrfreudc. Erzählungen für Kinder. Mit farbigen Bildern bon Fritz Reiß. 12". Freiburg 1910, Herdersche Verlagshandlung. —■ Fünftes Bändchen: Die Uferkolonisten. Von Josef Anton Pflanz. 4 Aufl. (VI u. 126 S.) Geb. 1 Mk. 20 Pf. —• sechstes Bändchen: Drei Monate unterm Schnee. Von Josef Anton Pflanz. 3. Aufl. (VI u. 114 S.) Geb. 1 Mk. 20 Pf. — Siebentes Bändchen: Thereslis Preis. — Abenteuer der Schwarzen Schlange. — Lunz und die Miez. — Die kleinen Plänemacher. Von Helene Hansen. 2. Aufl. (IV und 112 S.) Geb. 1 Mk. 20 Pf. — Achtes Bändchen: Die Zirkuskinder. Von Elisabeth Müller. 2. Aufl. (VI u. 122 S.) Geb. 1 Mk. 20 Pf. Über die Bändchen „Kinderfreude", im besonderen anläßlich der ersten Auflage der hier angezeigten: „Die Zirkuskinder" und „Drei Monate unterm Schnee", äußerte sich die bekannte Schweizer Zeitung „Vaterland" (Luzern) folgendermaßen: „Alle diese Bändchen sind überaus empfehlenswert und werden, sehr edel gehalten, bon der Jugend leuchtenden Auges gelesen werden. Die fortgesetzte sehr starke Nachfrage beweist am besten, wie sehr die Erzählungen den richtigen Ton für die Jugend treffen. Die Handlung hält die Spannung bis zum Schluß fest. Aus dem wirklichen Kindesleben gegriffen und mit dem nötigen dichterischen und ethischen Schmuck umkleidet, damit die heilsame Lehre um so lieber aufgenommen wird, bilden und veredeln diese kurzen Erzählungen Herz und Gemüt der ein öctileget. kathllllscheMswnsMöchnst äerLöhne ües heüigstmkenens Jesu. (Organ des Manen-Verelns für Afrika) Dient vornehmlich der Unterstützung und Ausbreitung der ITlissionstätigheit der Söhne des heiligsten Berzens 5esu und sucht Verständnis und werktätige hiebe des Missionswerkes in Wort und Schritt zu Fördern. Das Arbeitsfeld dieser Missionäre ist der Sudan (Zentral-Hfrika). Der „Stern der Reger" erscheint monatlich und wird vom Missionshaus Milland bei Brixen (Südtirol) herausgegeben. Sbonnemenfspreis ganzjährig mil Postversendung 2 K — 2 INK. — 3 Frc. Der Heilige Vater Papst Pius X. hat der Redaktion, den Abonnenten und Wohltätern den apostolischen Segen erteilt. Für die Wohltäter werden wöchentlich zwei heilige Messen gelesen. Mit Empfehlung der hochwürdigsten Oberhirten von Brixen, Brünn, Ueitmeriij Uinz, Olmüfj, Marburg, Crient, Triest und Wien. Heft 2 und 3. Februar-Iüärz 1917. XX. Jahrgang. Hegypfen und Sudan im Weltkriege. Bon Br. Aug. Cagol F. 8. C. (Fortsetzung.) Tages kam Hauptmanu W. zu icUDMj uns und teilte uns im Aufträge des Mudir mit, alleDeutscheu und Österreicher hätten sich am Nachmittag zu einer bestimmten Stunde im Regterungsgebäude einzufinden. Den Grund wußte er nicht oder meiste er nicht wissen. Sa pilgerten wir vier Missionsmitglieder denn zur festgesetzten Zeit zum Regierungsgebäude, wo sich die deutschsprechende Kolonie bereits vollzählig cingesunden hatte. Ter Mudir empfing die Anwesenden mit Würde und hieß sie Platz nehmen. Dann teilte er uns in französischer Sprache mit, daß alle Waffen, die sich etwa in unserem Besitze befän- den, abgeliefert werden müßten. Das war die ganze hochwichtige Angelegenheit. Eine temperamentvolle Berlinerin fragte ihn, wie man sich denn bei einem etwaigen Überfall durch Eingeborene ohne Waffen verteidigen solle. Der Mudir antwortete achselzuckend, es sei strikter Befehl des englischen Kommandanten in Kairo, und er könne nichts weiter tun. Eines Tages ritt der englische Inspektor in Begleitung des Polizeihauptmanns W. an unserer Mission vorbei. Dabei fiel ihm das am äußeren Tore angebrachte österreichisch-ungarische Wappen auf. Auf seine Frage, was das zu bedeuten habe, erklärte 26 Stern der Nege r. Heft 2 u. 3. ihm W., Kaiser Franz Josef I. !)a6e ein persönliches, ganz unpolitisches Protektorat über die Mission' inne. Daraufhin ließ er den Doppelaar unbeanständ-et an seinem Platze. Unter den Eingeborenen liefen allerhand Gerüchte über das angebliche Vorrücken der Türken um. Es hieß, sie hätten bereits Kairo eingenommen und zögen nilaufwärts. Gegenüber der Mission liegt auf einem das Niltal nach Norden zu beherrschenden Sandhügel die Grabeskuppel eines mohammedanischen „Heiligen", deren quadratischer Unterbau nach jeder Himmelsrichtung eine Öffnung hat. Da diese »L-ffnungen in jenen Tagen aus einem mir nicht bekannten Grunde bis auf die nach Norden gerichtete geschlossen wurden, so hieß es gleich, die Regierung habe Kanonen in die „Gubb-a" schaffen lassen, um die Türken bei ihrer Annäherung würdig empfangen zu können. Einige Kilometer südlich von Assuan befindet sich das große Nilstauwerk. Zum Schutze desselben hatte die Regierung eine Kompagnie Negersoldaten aus dem Sudan kommen lassen. Die prächtigen kriegerischen, pechschwarzen Gestalten erregten bei der ä-gyptisch-nubisch-en Bevölkerung Assuans berechtigtes Aufsehen. Diese Soldaten hatten den gemessenen Befehl, niemand ohne schriftliche Erlaubnis und nach 5 Uhr nachmittags überhaupt niemand- mehr den Staudamm betreten zu lassen. Eines Nachmittags wollte der Direktor des Stauwerkes, ein Engländer, den Damm passieren, als auch ihn die schwarzen Wächter, die ihn nicht kannten, anriefen. Im Bewußtsein seiner Amtswürde kehrte er sich nicht daran und wollte seinen Weg fortsetzen. Die drohenden Gewehrläufe belehrten ihn aber eines besseren, und er kehrte noch rechtzeitig um. Daran tat er gut, denn diese sudanesischen Truppen kennen keinen Sp-aß in Ausführung eines erhältenen Befehles. Mitte November 1914 hatte ich einen kranken Pater nach Kairo zu -begleiten. Im Zuge traf ich einige von Khartoum kommende bekannte Österreicher und Deutsche, die ausgewiesen worden waren und einer unsicheren Zukunft entgegengingen; wie ich später erfuhr, wurden sie ins Gefangenenlager nach Malta abgeführt. Am 22. November 1914 holten sich die Engländer die erste Schlappe am Suez-kanal. Im Dez-entber 1914 kamen 20.000 Mann australisch-britischer Truppen und 14.000 Neuseeländischchritische Freiwillige in Kairo an. Beide Truppenkontingente waren unvermischte Abkömmlinge ausgewanderter Briten, die in Sprache und Sitte vom -europäischen! Engländ>er sich nicht unterscheiden. Die Australier waren durchwegs große, kräftige Gestalten; doch zeigten sie wenig soldatischen Drill, was nicht wundernehmen darf, ba sie nur eine Zweimonatige Ausbildung genossen hatten (und zwar nach englischem Muster). Die Neuseeländer waren kleiner und -tra-ten weniger selbstbewußt aus. . Da der Dienst diesen Truppen viel freie Zeit ließ und sie bei ihrer hohen Löhnung — hatten sie doch täglich- außer freier Verpflegung fünf Schilling, d. i. 6sch K —, sich etwas leisten konnten, so 'fuhren sie in h-ellen Scharen mit d-er elektrischen Straßenbahn in die Stadt. Nicht nur belegten sie dabei alle Sitz- und Stehplätze des Triebwagens uNd der Anhängewagen mit Beschlag, sondern kletterten auch auf deren Dächer, so daß ein gewöhnlicher Sterblicher auf den betreffenden Strecken auf elektrische Beförderung verzichten mußte. Es» waren diese Straßenbahnzüge mit den khakigekleideten Soldaten viele Monate Heft 2 u. 3. Stern der Zieger. 27 hindurch ein typisches Bild int Straßengewoge der ägyptischen Hauptstadt. An einem Sonntag besuchte ich mit einem Mitbruder die noridwestlich! von Kairo inmitten der Wüste wie durch Zauber erstandene, in reichstem maurischen Stile gehaltene Billenstadt Heliopolis, wo die Neuseeländer' ihr Lager hatten. In Am letzten Tage des Jahres (1914) wurde ich von einigen bekannten französischen Schulbrüdern eingeladen!, einen Ausflug zu den Pyramiden von Gtzeh mitzumachen. Wir waren acht Personen und ^benützten die Kutsche der Anstalt. Nach' 93e= sichtigung des Pyramidenseldes wünschten wir das am Fiche desselben in der Wüste der großen katholischen Kathedrale fand! für die Katholiken unter ihnen der' Militärgottesdienst statt. Die Soldaten benah-men sich aufs erbaulichste in der Kirche. Als ich diese meine Wahrnehmung einem mir bekannten Militärlgeistlichen mitteilte, meinte er: „Schon recht, wenn sie außer-halb der Kirche nur nicht gar so ,großen Durst hätten!" aufgeschlagene Lager der australischen Truppen zu besichtigen. Ohne Erlaubnisschein wollten uns die Wachen nicht einlassen; sie rieten uns aber, einen solchen beim diensttuenden Offizier im nahen Menahaus-Hotel zu beschaffen. Der Bruder Direktor ging und fand einen engti-schen Offizier französischer Abkunft, der mit der größten Bereitwilligkeit der ganzen •28 ©tern b er Si ege r. Heft 2 u. Z Gesellschaft die schriftliche Erlaubnis zur Besichtigung des „Camps" erteilte. Nun öffneten sich uns Die Pforten, in diesem Falle ein einfacher Schilagbaum, und end) ich obschon „Feind", schlüpfte mit hinein. Wo 20.000 Menschen, trenn auch nur unter Zelten und 'Hollgbaracken, chisani-men wohnen, da braucht es schon einigen Platz, weshalb auch Das Lager Den Eiir-■brmf einer ansehnlichen!, provisorischen Stadt hervorrief. Man 'Begegnete uns :mit Freundlichkeit und zeigte uns alle Einrtch hingen. Aus' verschiedenen Äußerungen konnte man entnehmen, daß die Australier einen hohen Begriff vom eigenen Werte hatten, aber nicht anzunehmen schienen, daß sie and) aktiv in den Kamps einzugreifen hablen würden, sondern mehr nur die Aulfhabe des „Bangemachens" zu erfüllen hätten. Ein Unterjoffizier entglegi--nete auf die Frage, ob es ihnen I)ier gefalle, sie seien Kairos bereits überdrüssig; doch hofften sie auf einen baldigen Nachschub von Truppen aus ihrer Heimat, denen sie Platz machen würden, um in der Richtung nach Syrien weiterzurücken. „Und in zwei Monaten hoffen wir in Berlin zu fein," endete er mit einer Miene, die selben Zweifel ausschloß. Ein Keines Feld im Lager war durch eine Steineinfassung abgetrennt; in 'demselben hockten etwa ein Dutzend Soldaten auf dem Bdden. Auf unsere •Frage, was das zu Meuten habe, erläuterte unser Führer lädjetob, der abgegrenzte Platz sei das improvisierte Arrestlokal, die Soldaten seien Arrestanten und das Bergehen der meisten fei — Trunkenheit. Eben näherte sich der Brigadegeneral; die Arrestanten mußten antreten. Er schritt ihre Front ab und fragte jeden madj seinem Verschulden; dann erteilte er ihnen eine väterliche Ermahnung und begnadigte sie. Zuvor aber mußten sie in Schwarmlinie einen bestimmten Platz nach Konservenbüchsen, Papierabfällen at. dgl. absuchen, was sie lachend und scherzend besorgten. Zwei Mann hatten weiter zu brummen, sie hatten gewiß schwereres auf beim Kerbholz. Eiu Trupp Australier geriet einmal mit einer Anzahl englischer Soldaten der ständigen Garnison Kairos heftig zusammen, da letztere ihnen vorwarfen, sie seien eigentlich keine Soldaten. Darüber samt es zu Streit und Tätli!ch>keiten, und es blieben an die hundert, Verwundete aus dem Platze. Der Volkswitz nannte1 diesen Vorfall „Schlacht von Kairo". Ein Australier hatte mit einigen Kameraden bei einem griechischen Wirte reichlich gezecht; als er schließlich Zahlen sollte, stellte er sich dumm. Der geriebene Grieche aber fackelte nicht lange, sondern rief einen in der Nähe befindlichen Offizier herbei. Dieser suchte dem neugebackenen 'Marssohn klarzumachen, daß, wer seine 'Gurgel an Whisky nujo Soda labe, dlafür auch blechen müsse. Seine väterliche Evmalp nung fand aber kein Verständnis; zornig warf der rasche Jüngling ihm den Säbel vor die Füße und schrie, wenn man ihn so behandle, so entsage er der militärischen Laufbahn und verlange, nach Australien zurückgebracht zu werden. .Späuftg kamen dadurch Unglücksfälle vor, daß Soldaten von der Straßenbahn herabstürzten oder unter foiefeliBe gerieten. Mehrere verunglückten beim Besteigen der großen Pyramide, obwohl dielselbe selbst von Da'men ohne Gefahr bestiegen wird, und einige büßten dabei sogar das Leiben ein. Im Frühjahr 1915 wurden dann die Australier zwar nicht auf den Spaziergang über Syrien nach Berlin, sondern zu harten Kämpfen aus die Gallipolihalbinsöl geschickt, wo sie die größten Verluste erlitten. Am 19. Dezeutber 1914 stellte England Ägypten unter britisches Protektorat und hob damit die Souveränität der Türke: aus. Der Khedive von Ägypten A 6 -bas II. wurde als abgesetzt erjklärt und Hussein Kam e' l Pas ch Feber machte die türkische Infanterie während eines Sand-sturmes auf Tussum den Hauptangriff und suchte, von heftigem Artilleriefeuer gedeckt, -auf mitgeführten Pontons den Kanal zu überschreiten. Die englische Artillerie erwiderte vom Ufer und von den Schiffen aus. Der Kampf endete erst,, nachdem die englische Infanterie von ** Kürzlich teilte das Oberkommando der 4. türkischen Armee amtlich mit, daß das Kriegsgericht in Aleppo Hussein Kamel Pascha, der sich zum Khediven und dann zum Sultan von Ägypten erklärte, in Anbetracht dessen, daß er einen integrierenden Bestandteil des türkischen Kaiserreichs unter sreinde Herrschaft gestellt habe, in Contumaciam zum Tode verurteilt habe, und daß dieses Todesurteil bereits durch kaiserliche Jradö bestätigt: worden sei. Heft 2 u. 3. Stern der Nege r. 31 Sevapeum ans vorgerückt war. Die Engländer machten 400 Türken zu Gefangenen, diejenigen Soldaten nämlich, die den Kanal als erste überschritten hatten und auf deN inzwischen zerschossenen Pontons nicht mehr zurückkehren konnten. In Kairo herrschte begreifliche! Anis-regung über das Ereignis. Immerhin hatte man türkischerseits bewiesen, daß es recht wohl «möglich sei, über den Kanal zu kommen. Uber die Annäherung der Tür!-ken durch die Wüste nördlich der Sinaihalbinsel waren die wunderlichsten Gerüchte im Umlauf. Man sagte, sie hätten mangels des notwendigen 'Materials nur 12 Kilometer Eisenbahn legen können. Diese Strecke sei nach erfolgter Beförderung der Truppen, der Geschütze, der Mu-nition und des Proviants immer wieder abzubrechen und nach vorn weiter zu legen gewesen, weshalb' der Vormarsch nur langsam vonstatten gegangen sei. Die Türken hätten leichte, in Berlin hergestellte, metallene Behälter bei sich- gehabt, die in der Wüste zur Mitführung Des Trinkwasfers gedient hätten, während sie am Kanal als Pontons zur Bildung einer schwimmenden Brücke bestimmt waren. Ferner seien die türkischen Infanteristen jeder mit einem eimevgroßen Blechgefäß ausgerüstet worden; dasselbe hätten sie mit Sand zu fül-len und an entsprechender Stelle in den Kanal auszuleeren gehabt, um so in Eile einen Damm vom asiatischen zum Afrikanischen Ufer zu schassen. Zu dieser Zeit richtete der türkische Sultan folgende Kundgebung an die Ägypter:' „An meine ägyptischen Söhne! Ihr wißt, wie England in Ägypten hineingekommen ist und mit welcher Treulosigkeit es die Verwaltung des Landes in Beschlag nahm. Es war mein ständiger Schmerz, euch unter der englischen Tyrannei leihen zu sehen, und ich wartete aus einen günstigen Au- genblick, um ihr ein Ende zu machen. Ich danke dem Allmächtigen, daß er mir die glückliche Gelegenheit gab, eine Meiner kaiserlichen Armeen zu entseriden, um euer schönes Land, das muselmanisches Erbgut ist, zu befreien. Ich bin .gewiß, daß! es mit göttlicher Hilfe meiner kaiserlichen Armee 'gelingen wird, euch von dem fremden Einfluß ititin von fremder Einmischung ledig zu machen und euch euere Selbständigkeit und euere Freiheiten zurückzugeben. Ich bin überzeugt, daß meine ägyptischen Söhne durch ihre Vaterlandsliebe veranlaßt werden, mit allem Eifer, dessen sie fähig sind, an diesem Befreiungskrieg teilzunehmen." Bei der scharfen Zensur der Engländer in Ägypten wird- wenig 6e= bannt geworden sein in Ägypten von diesem Aufruf des türkischen Padischah. Die Presse in Ägypten tobte in jener Zeit aufs Maßloseste gegen alles, was deutsch war. In ekelerregender! Speichelleckerei überboten sich einige von Syrern geleitete Blätter int Lobe Englmids als Retters und Schützers Ägyptens vor der von deutschen „Barbaren" irregeführten Türkei und- in häßlichster Beschimpfung der Zentralmächte', des deutschen Kaisers und selbst des -chrwürdigen Herrschers der Donaumonarchie!. Die in deutscher Sprache herausgegebenen „Ägyptischen Nachrichten" hatten bereits im August 1914 ihr Erscheinen einstellen müssen. Die „Bourse Egyptienne" warf einmal dem italienischen „Jmparziale" (Italien war damals noch neutral) Deutschfreundlichkeit vor. „Was," entgegnete dieser, „wir haben schon Mehr Verluste der Deutschen und Österreicher verzeichnet, als die Bourse!" Wirklich hatte jemand ausgerechnet, daß. wenn Man die Verluste der Österreicher nach den Angaben des „Jmparziale" summierte, thuen keine 1000 Mann mehr blieben. Die Ironie des Schicksals wollte es, daß die flirrten ägyptischen Zeiknngsjnn-■gien, feie in 'Kairo von einem Straßenbahnwagen auf feen andern springen, außer tiivberen Zeitungen nie feen „Jmpairziale" (Unparteiischen) anboten, sondern fed)am> IM) „Parziale" (Parteiischer) schrien. Trotz oder vielleicht geraioe hx gen der Übertreibungen feer Landespresse glaubten feie Eingeborenen nicht recht an feie Stärke feer Verbandsmächte und ihre angeblich gute Sachie, während das Ansehen feer Mittelmächte, besonders Deutschlands, igeltoaltig stieg. Mitte Feber wurden von Assuan aus feie ersten unserer Missionäre, ein Pater und ein Bruder, ohne anderen Grund als reu ihrer deutschen Abstammung, ausgewiesen. * Ende März 1915 stieß eine Abteilung der gegen feen Suezkanal operierenden türkischen Truppen in der Nähe des Kanals, gegenüber feer Station Madam, auf eine kleine englische Kolonne unfe' vernichtete sie. Die Lage feer Fellachen, feer ackerbautreibenden Bevölkerung Ägyptens, war eine mißliche. Noch lag feer Großteil feer letztjährigen Baumwollernte unverkauft da unfe auch aus Verkauf der neuen Ernte war wenig Aussicht, fea feie Hauptabnehmer bet ägyptischen Baumwolle, feie Mittelmächte Europas, sich mit feem von England beschützten Ägypten in Kriegszustand befanden. Der Pfingstmontag (24. Mai 1915) brachte feie Kunde von der Kviogserklä-rttng Italiens an £sterreich-Uragarn. Das italienische Konsulat, das bisher feen Schutz feer Österreicher übernommen hatte, trat denselben an das amerikanische ab. Die in Kairo befindlichen Italiener hatten * Siehe auch Artikel: „Im Gefangenenlager zu Ras el Tin." sich bis zum vollendeten 39. Jahne zur Musterung in ihrem Konsulat einzufin!-ißen. Ich hatte die Begeisterung feen Deutschen unfe Österreicher beim Ausbruch fi>e* Krieges im August 1914' gesehen; feie Unlust feer italienischen Wehrpflichtigen stach gar sehr davon ab. Am 28. Mai 1915 bereiteten feie aufständischen Araber in Lybien im Verein mit feen gefürchteten Senns fiten feen Italienern eine schwere Niederlage. Dies Ereignis lenkte mit einem Schlage wieder feie allgemeine Aufmerksamkeit auf Se= nussi unfe feine Bestrebungen. Der Geheimbund oder feie mohammedanische Verbrüderung feer Senuffi tourfee von feem Algerier Sifei Mohammed feen Ali ös Senuffi gegründet, feer auf feer mohammedanischen Hochschule von Fez in Marokko gebildet war unfe vorgab, in ge-rafecr Linie vom Propheten abzustammen. Außer feem Rufe eines großen Gelehrten wußte er sich feen eines Heiligen zu. evtoer-ben. Predigend zog er in Nordafrika von Ort zu Ort unfe von Oase zn Oase. Mit glühenden Worten forderte er zur Rückkehr zum reinen Islam unfe zn feien, strem gen Satzungen fees Propheten aus. Auch nach Mekka begab er sich, unfe hier loderte sein Eifer zu hellem Fanatismus ans, doch stießen seine Bestrebungen für feie Reinigung unfe Erneuerung fees Islam ans Widerstand, unfe persönliche Eifersüchteleien und Verfolgungen zwangen ihn, read) Ägypten zu fliehen. Auch hier konnte er sich nicht lange halten unfe zog weiter nach Westen. Am Dschebel el achdar (grünen Berge) in feer Nähe von Benghasi gründete er seine erste „Sawia" (klösterliche Brüdergemeinde). Hier scharte er 400 eifrige Werber unfe Senfeiinge ans Arabien, Ägypten unfe feen Berberstaaten um sich, mit feeren Hilfe er in wenigen Jahren feie Sennssie in ganz Tripolita- Heft 2 u. 3. L> t e r n d e r N e g e r. 33 niert, in Sit'btnnefieu, in bet MavmarM, in Ätzypten, im Gebiet der Tuareg, in äßdbai, in Darfur ltnib in Arabien -ausbreitete. Der Zweck dieser 'mächtigen! religiös- dulü. SSion ihren Mitgliedern verlangt sie unbedingtes Geheimhalten ihrer Pläne nnb selbst die Zugehörigkeit zur Sekte; unter sich erfennen die Mitglieder sich durch geheime Zeichen. Zitadellenhügel in Kairo. politischen Organisation ist, die mohammedanische Welt vom Joche der christlichen Nationen zu Befreien und den Islam von feinen Mißbräuchen zu reinigen und zu erneuern. Die Sennssie arbeitet mit Vorsicht, Schlauheit und unerschütterlicher- Ge- Sidi Mohammed starb itn Jahre 1859 in der Oase Dscherbub in fl er Nähe von ■Sitm (Jupiter Ammon). Ihm folgte sein Sohn Mohammed el Bedr. Dieser besaß hervorragende Gaben des Geistes und einen weiten Blick; dazu war er ein aus- 34 Sternder Neger. Heft 2 u. 3. gezeichneter Organisator unib Administrator, so -daß die Macht der Senussie -gewaltig wuchs. Er nahm au!s Kosten der Senussie junge Beduinensöhne in die Sawien auf, unterwies sie im Sinne der Senussie und schickte sie später auf Kosten der Sekte an eine hohe Schule in Ägypten. Seine eigene Stellung als Haupt der Senussie wurde so sicher, daß er im Jahre 1861 gegen den türkischen Sultan ein Dekret der Exkommunikation richten konnjte, weil derselbe zu innige Beziehungen zu den Christen Pflege. Der Tod des Sultans, der kurz nach diesem Erlaß eintrat, hob das Ansehen Atohammeds ungemein. Im Jahre 1882 bot ihm der schlaue „Mahdi" Mohammed Achmed im Sudan das vierte Khalifat an, um den Einfluß des Senussi in Ägypten für feine! Sache zu gewinnen. Dieser aber ließ das schmeichelhafte Schreiben des Mahdi in vornehmer Verachtung unbeantwortet und zeigte damit zugleich Stolz und Klugheit. 1895 verlegte Mohammed el Bedr feinen Hauptsitz von DscherbüL nach- der Oase K u s r -a, die gang im Innern der lybischen Wüste gelegen ist. Won Kusra aus spannten sich die Fäden der senussischen Organisation bereits zu seinen Lebzeiten durch ganz Mittelasrika aus, von dev Küste des Atlantischen Ozeans bis nach Arabien hinein. Mohammed el Bedr starb am 30. Mai 1902 auf einer Reise im äußersten Süden der lhbischen Wüste. Ih m folgte sein Sohn Sidi Achmed el Scheris. Dieser liebt es, sich in geheimnisvolles Dunkel zu hüllen, so daß wenig sicheres in die Öffentlichkeit dringt. Seit Ansang November 1915 beunruhigten die Senussiten, die angeblich durch reguläre türkische Truppen unter N u r i Bey, einem Vetter Enver Paschas, verstärkt sind, die ägyptisch-lybische Grenze. Deshalb zogen die Engländer reichlichere Streitlräste in Matruh zusammm unit der Warenverkehr zwischen A l e x a n -'o t i e n und Soll u m wurde anfgeho um. Mitte Dezember gelang es den senussi-s'chen Kriegern, die Ge!gend von Siwa vollständig von dein Truppen der Engländer zu säubern, während ihre längK des Meeresufers vorrückende Kolonne die Ortschaft Matruh angriff. Im Verlaufe des Kampfes wurden tier Befehlshaber von Matruh und 300 Soldaten der Engländer getötet; 130 Mann sielen den Siegern lebend in die Hände, und der Rest der Besatzung flüchtete in östlicher Richtung. Auch Sollum war von den Engländern kurz zuvor geräumt worden. M a t r u h ist der Endpunkt einer Eisenbahn, welche von Alexandrien in westlicher Richtung läuft und eigentlich his zur Oase Siwa (Jupiter Ammon) fortgeisetzt werden sollte. Diese Bahn wurde in den letzten Monaten vor dem Kriege durch den ägyptischen Staat aufgekaüft, und man Hatte begonnen, die Strecke nach Sollum anstatt nach Siwa zu vermessen. Der Hasen von Soll u m ist der äußerste Punkt Westälgyptens. Am Suezkanal wurde indessen weiter geplänkelt; Patrouillengefechte wechselten mit Lustkämpfen und gelegentlichen Angriffen aus Schifssobjökte. England ist sich der Wichtigkeit Ägyptens und des Suezkanals voll und ganz bewußt. Deshalb ries es im britischen Lager nervöse Erregung hervor, als es im Spätherbst 1915 hieß, die Verbündeten deutsch-türkischen Truppen würden nach der Niederwerfung Serbiens einen ernstlichen SCngiriff gegen den Suezkanal untiernehmen. Daher machten die Engländer in Ägypten gewaltige Anstrengungen, um den Suezkanal, den man in Loirdon selbst als den werdenden Angelpunkt des ^Weltkrie- Heft 2 u. 3. Stern der Neger. 35 ges bezeichnete, in Verteidigungszustand zu setzen. Tarisenide von Soldaten ltnlb Eingeborenen wurden Wochen- und monatelange damit beschäftigt, die ganze lange Linie von 160 Kilometern in eine riesige Festung umzuwandeln. Schützengräben wurden in sechs- imb siebenfachen Reihen ausgehoben und Stacheldrahtfel-der und Wolfsgruben angelegt. Besondere Aufmerksamkeit wendete man der westlichen Seite des Kanals zu. Port Emib, Serapeum, Schaluf, Adschrud und Sluez wurden zu starken Festungen ausgebaut, und dazwischen wurden viele kleinere und größere Forts errichtet, die miteinander durch Gräben und Feldei'senbahueu verbunden sind. In ben meistgesährdeten Abschnitten wurden 'Vorkehrungen 'getrosfeu, um die Grabenstellungen vollkommen unter Wasser setzen zu sönnen. Auf der östlichen Seite des Kanals wurden Anlagen errichtet, um notwendigenfalls die sandige Gegend aus weifte Strecken hin zu überschwemmen. Zur Verteidigung des Kanals sind ferner eine große Anzahl Kanonenboote und schnelle, stark armierte' Monitore, sowie eine Anzahl schwerer gepanzerter Züge, die mit weittragenden Geschützen versehen sind, bestimmt. Die Suezkanalbvlhn wurde zweigeleisig aus gebaut. In Ägypten ist eine ansehnliche Truppenmacht versammelt, die sich' aus englischen, australischen, indischen und südafrikanischen (Buren) Mannschiaften zusammensetzt. Fm Feber 1916 berichtete die „Kölnische Volkszeitung" von 'Meutereien eines 'indischen Regiments am Suezkanal infolge brutaler Behandlung durch' australische Offiziere. Gleichzeitig wurde aus Kairo berichtet, daß gelegentlich der Einberufung der ägyptischen Reservisten Revolten ausigö- brochen seien, wobei 35 Personen 'getötet und 45 verwundet worden seien. Am 14. März 1916 besetzten die Eng-!außer unter General Peyton wiederum S o l l u m. Ende März 1916 erhielt General A. Murray den Oberbefehl über die britischen Streitkräfte in Ägypten, während 'der bisherige Oberbefehlshaber, General J. M a x w e l 1, sich nach England begab, um später als Oberbefehlshaber nach Irland zur Zeit des Ausstandes zu gehen. Am 23. April 1916 erlitten die Engländer bei einem Zusammenstoß mit einer türkischen Abteilung eine meine Schlappe bei dev Ortschaft K a t i a, 50 Kilometer östlich vom Suezkanal. Die Türken rieben vier Schwadronen englischer Kavallerie vollständig auf, nahmen 23 Offiziere und 281 englische Soldaten gefangen unlo erbeuteten eine große Menge Kriegs gerät, Munition und Mundvorrat. Zwei Tage später unternahmen die Eng. länder einen Luststreiifzug, um sich für die erlittene Niederlage zu rächen; daraufhin stiegen auch türkische Flieger auf und belegten feindliche Kriegsschiffe und militärische Anlaigen in Port Said und am Karra!! mit Bomben. In London rief die Niederlage von Katia unangenehme Empfindungen' wach. Die „Times" schrieben, über die Vorbereitungen am östlichen Kanaluser seien so viele selbstgefällige Erklärungen abgegeben worden, daß die Öffentlichkeit vlötzllch e r st aunt wahrnehme, daß eine Kavalier iebn gade oder Teile davon 30 Meilen Von Port Said einer feindlichen Überzahl gegenüberstehe und 'geschlagen werde. Am 18. Mai beschossen drei feindliche Kriegsschiffe zwei Stunden hindurch die Ortschaft El Ari fch. In den Beschie-ßungspaUsen warfen sechs feindliche Flugzeuge 100 Bomben ab. Nach türkischenr 36 Stern der Neger. Heft 2 u. 3. Berichte hxtr djer angerichtete Schoden gering. Als Erwiderung ans die Beschießung von El Arisch griff ein türkisches Flug-zeuggeschwader in der Nacht vom 20. zum 21. Mai PortSaid an und warf zahlreiche Bomben aus die längs der Küste und im Hasen verankerten feindlichen Schisse sowie auf die militärischen Posten der Stadt. Ende Mai kam es wieder zu einem Reitergefecht bei Katia, das für die Eng-länder ungünstig verlief. Gleichzeitig warfen zwei türkische Flugzeuge 16 BostrbeNj auf die ägyptische Harrpt-stadt dB, die durch Erdwerike in weitem Umkreise befestigt worden toar. Im Mai 1916 gelangten Nachrichten von einer Erhebung Ali Dinars, des Sultans von Darfur, gegen die englische Sudanregierung nach Europa. In kurzer Zeit -gelang, es letzterer, den Aufstand mit Waffengewalt zu unterdrücken, was Vovausgusehen war, denn gehen europäische Maschinengewehre konnten die vorwiegend mit Sangen und Schwertern bewaffneten Forkrieger fcklbstvckrständlich rlichts ausrichten. Am 6. Juni 1916 fand auf die beikannte tragische Weise Sord Ki t chick ner, der Earl of Kharto-um, feinen Toio und sein nasses Grab. Sein Name ist enge mit der Geschichte und dem Geschicke Ägyptens und des -Sudans verknüpft. Bereits 1882 war Kitchener -Kommandant der Kavallerie in Ägypten; 1884/85 Machte er die Nilexpedition zum beabsichtigten Entsatz Gordons mit; 1886 wurde er Gouverneur von Suakin am Roten Meere. Dort kam P. Franz Laver G e her von. der zentralafrikanischen Mission, jetzt Apostol. Vikar von Khartoum, der damals in iSudrin stationiert war, mit ihm zum erstenmal in Berührung. In den folgenden ägyp- tischen Kämpfen gegen die Mrhdisten nahm er Anteil und stieg in der militärischen Laufbahn bis zum Sirdar -(Oberbefehlshaber) der ägyptischen Armee. Als solcher führte er Die Dongolaexped-ition 1896 und den Feldzug 1898 zur endgültigen Niederwerfung des Maihdisten-Auf-standes. Die siegreiche Entscheidungsschlacht von Kerreri am 2. Septckm'ber 1898 brachte ihm ein Ehrengeschenk des englischen Parllameints von 30.000 Pfund (720.000 K) und die Baronie „von Khartoum" ein. Kurz daraus wurde er nach Südafrika berufen, um den verfahrenen Karren des Burenkrieges auf seine Weise aus den: Schlauem zu ziehen. Nach Erledigung seiner weiteren militärischen Ausgabe in Indien kehrte Kichener 1911 nach Ägypten, zurück, und zwar als! diplomatischer Vertreter Englands. Den energischen britischen Generalkonsul Lord Cromer, der seit 1883 dev eigentliche Herr Ägyptens gewesen, hatte 1907 der nachgiebigere Sir Eldon Gorst abgelöst. Alsbald hatte die nationalistische Partei in Ägypten begonnen, sich in einer für England unangenehmen- Weise bemerkbar 31t machen, als der kraftvolle Kitchener der Nachfolger des inzwischen verstorbenen Gorst wuvde. Er war kein glattrasierter Diplomat, sondern ein ziemlich bärbeißiger, nach Bisinarckscher Prägung. -Bei Ausbruch des Weltkrieges befand sich Kitch-ener -gerade -aus Urlaub in England. Wie die Zeitungen, berichteten, wollte er sich unverzüglich ans seinen Posten nach Ägypten begeben und- hatte bereits London verlassen, um sich am Kanal einzuschiffen, als ihn im Hafen ein Telegramm erreichte, d-as ihn zur Rückkehr aufforderte und- ihr» das Anrt des Kriegsministers anbot. Den Eingeborenen- des SirtdanA war Kitchener durch seinen! Feldzug sehr bekannt. In seiner Eigenschaft als britischer Heft 2 u. 3. Stern der Neger. 37 Generalkonsul im ÄgypWr kam er, w „Earl of Khartount" einigemal nach Khartoum, das letztental im Feber 1914, als gerade auch der erste Aviatiker, der Franzose Pourpe, mit seinem brummenden Riesenkäfer dort seinen luftigen Besuch abstattete. (Fortsetzung folgt.) Im Gefangenenlager zu Ras ei Cin. Von P. Heinr. Wohuh>aias F. S. C. (Schluß.) n Alexandrien angelangt, nahm ich einen Wagen, und unser Begleiter gab die Richtung der Fahrt an. Wir durcheilten ö:c Stadt; vergeblich hielt ich Ausschau nach dem Meere- Ras d Tin, die Hasenfestung, mußte doch am Meere liegen. Endlich ging es cime kleine Anhöhe hinan, von der ein großes, rechteckiges Gebäude mi < vielen kleinen Fenstern drohend herunitsv-schaute. Ich erschrlM „Wie, hier sollen Mir unter gebracht Me'rden?" „Ohne Zweifel," sagte unser Führer, „denn hier hübe ich vor vier Tagen einen deutschen Spion eingeliefert." Unser Wagen hielt -aim eisernen Tor; es ging auf und ich warf mein Gepäck in die Torhalle. Dort hielt eine Anzahl Soldaten Wache. Als wir eimititiatäni, gingen Laute der Verwunderung durch ihre Reihe: „Wahed igasts!" — „Ein Priester, was mictg er angestellt hüben!?", und sie grinsten höhnisch. Wir standen int Hose des städtischen Gefängnisses'. Rasch flog mein Auge empor an den hohen Mauern und maß die vergitterten Fenster, und wie eine schwarze Wolke leigte sich tiefe Schwermut auf meine «Seele. Der Mamur (Poli-zeiöffizier) empfing das versiegelte Schriftstück und stellte eine Reihe von Fragen. Dann erklärte er: „Nein!, toiefe gehören nicht diese müssen nach' Ras el Tin gebracht werden." Erleichtert atmete ich aus, als das Tor sich wicker öffnete. Un- ser Wagen war noch in der Nähe, und ich feilschte mit dem Kutscher um den neuen Fahrpreis. Es ging nun wieder den Hügel hinab in entgegengesetzter Richtung. Fast mit Neugierde betrachtete ich die Menschen in den Straßen, weiche sich im hellen frohen Sonnenlichte frei -bewegen konnten, während wir arme Gefangene waren, Der Weg führte durch das Eingeboremen-Btevtel mit seinen engen, krummen und schmutzigen Gassen. Endlich wichen die Häuser zurück; ein erfrischender Luftzug wehte uns ent-igegen, und plötzlich lag es vor uns, das Meer mit seinem ewig bezaubernden Anblick und seinem unanfhörlichen Welllengchang zum Preise totiS Schöpfers. Am stolzen vizekömglichen Schlosse vorbei, bog der Wag zur Rechten unto unser Wagen hielt vor dem schmucken Marinc-arienal. Der Malteser trat ein; Soldaten und Offiziere besahen uns neugierifl; schließlich kam ein Hauptmann: und goto dem Kutscher Weisung, in der von ihm bezeichneten Richtung weiter zu fahren. Er selbst ging neben! 'beim Magen her. Der Weg senkte sich tiefer und tiefet. Ich blickte umher; dort lag der Hafen mit feinem Wald von Masten und zwei eisetigepanzer-teu. schwarzen Kriegsschiffen!; dort ragte der Leuchtturm empor, das! trostreiche Sinnbild der aKeigdt hilfsbereiten festig» 38 Stern der Neger. Heft 2 u. 3. sten Jungfrau und Gottesmutter. Zu ihr flehte ich aus innerstem Herzen um Retiring rind Befreiung. Mauern und Zäune begrenzten den Hohlweg; es ging immer tiefer, immer näher betn Meere zu. Trotz Sonnenglanz und Wogenschimmer tour es Nacht in meiner ©eeile. Endlich hielt der Wagen. Soldaten präsentierten dem Hauptmann, und einige nahmen unser Gepäck in Empfang; wir traten ein und befanden uns nun1 wohlgeborgen hinter Stacheldraht und aufgepflanzten Bajonetten im langgesuchten und doch gern vermißten Ras el Tin. Auf drei Seiten umschlossen Baracken-Anlagen einen großen Hof, auf welchem eine Anzahl von Zelten sich erhob; gegen die Straße zu bildete eine haushohe Mauer den Abschluß. Mehrere Reihen von Stacheldrahtverhauen umsäumten das ganze Lager; doch der Ausblick eufs Meer war frei. Man führte uns zunächst in ein leeres Zelt; der Lagerkommandant erkundigte sich eingehend über unsere Person und unsere Verhältnisse. Dabei stellte er die merkwürdige Frage: „Wie lange wollen Sie denn eigentlich hier bleiben?" Diese Frage war für mich ein Hoffnungsstrahl, denn sie -gab mir die Gewißheit, daß in dem versiegelten Schriftstück, welches er bereits empfangen hatte, noch fein endgültiges Urteil über uns enthalten war, iborum sagte ich dem Kommandanten, daß ich nochmals an den Generäl schreiben werde, womit er einverstanden war. Nun trat ein junger Mann in das Zelt und sprach uns auf Deutsch- -an. Um zu erfahren, ob er ein englischer Spion oder ein Mitgefangener sei, fragte ich ihn: „Sind Sie ein Deutscher?" Er entgegnete: „Ich- -teilte Ihr Los und h-cibe ben Auftrag, Sie mit in meine Baracke zn nehmen." — Das schneidige Kerlchen war eilt; deut- scher- Marineleutnant. Das Kanonenboot „Ti-ger", dem er angehört hatte, wurde von den Deutschen selbst bei Kiantfchau in b.e Luft -gesprengt und versenkt, damit es nicht den Japanern in die Hände falle. Bei Kriegsausbruch -befand sich der Offizier jedoch nicht -auf seinem Schiffe, sondern auf einem Auslaudsnrlaub in Indien. Um der Internierung zn entgehen, floh er auf holländisches Gebiet. Als seiu Geld zur Neige ging, sagte er den Entschluß, auf einem holländischen Schöffe die Heimfahrt z-u wagen. Er kam jedoch zur Überzeugung, daß der Kapitän die Absicht h-atte, ihn in Port Said den Engländern auszuliefern. Deshalb sprang er unter Zurücklassung seines Gepäcks in Suez Mer Bord ltnib entfloh in die -Wüste, um zu den Türken zn stoßen. Er ging, die ganze Nacht hindurch und auch am folgenden Tage landeinwärts. Seine Füße, des Gehens im Sande und des anstreng entoen Marsches ungewohnt, wurden wund und blutig. Zuletzt bedeckte sich auch noch der Himmel mit Wolken-, ja daß er jede Orientierung verlor und einer englischen Str-eispatronille in die Hände stell. Man brachte ihn nach Kairo, bis er sich- vom Verdacht der Spionage reinigen konnte, nud dann nach Ras e1 Tin. Eine bedeutende Anzahl der ©efange-nen gehörte deN besseren, Gesellschaft Massen an: es waren da reiche Kaufleute, Arzte. Schifssoffiziere usw. Da di-e Gefangenen nur zur Arbeit in der Küche der Reihe nach verpflichtet waren, war das £ager= leben vielfach ein müßiges Herumstehen und Herum liegen und infolgedessen ebenso eintönig -als erschlaffend. Me verabreichte Kost bestand am Morgen aus einer Tasse Tee und mittags aus Suppe, Fleisch und Gemüse; um 5 Uhr nachmittags wurde wieder eine -Schale Tee verabfolgt. Eine Abendmahlzeit -gab es nicht. Geistige Ge- Heft 2 u. 3. Stern der Neger. 39 tränke toteren streng verboten, doch konnte Whisky (englischer Kornbranntwein) mit Erlaubnis des englischen Kommandanten in der Kantine gekauft werderi, in welcher auch Südfrüchte und allerhand andere Bedarfsartikel zu haben waren. Die Bewachung war sehr strenge. Die Jnnenposten standen in iseihr kurzen Abständen voneinander und waren vielfach Doppelposten. Während der Nacht mußten sie alle Viertelstunden die Runderufen mit: „All's well?" und „All's correct!" Nachdem ich mich in der Baracke eingerichtet hatte, entwarf ich allsogleich ein neues Gesuch an General Maxwell und übergab es dem Kommandanten. Selbst die Briefe an Maxwell mußten offen übergeben werden und waren der Zensur unterworfen. Ich schrieb, daß die unterzeichneten Missionäre von Assuan, welche ausgewiesen worden seien, nun das nötige Geld gefunden hätten, um nach Italien gehen zu können, und deshalb Seine Exzellenz um die Erlaubnis bäten, Ägypten auf einem italienischen Dampfer verlassen zu dürfen. Unmittelbar vor unserer Abreise aus Kairo war es nämlich dem dortigen Prokurator der Mission gelungen, uns mit ausreichenden Geldmitteln zu versehen. Mein Schreiben an Maxwell tear der letzte Versuch, den tefj. zu unserer Befreiung unternehmen konnte, und mit Spannung harrte ich der Entscheidung^ Inzwischen ging die Woche zu Ende, und es kam der Sonntag. Dieser Tag war mir doppelt hart, weil ich, nicht bloß selbst der hll Messe entbehren, sondern auch, seihen mußte, wie soviele Männer, welche des Trostes und der Stärkung bedurften, vom Tage des Herrn nichts anderes wahrnahmen, als den roten Strich im Kalender. — Dev Religion nach waren die meisten Gefangenen Katholiken, d,och, fehlten au- ßer den Protestanten auch Mohammedaner, Inden, Atheisten und Freimaurer keineswegs, und ich! hatte wiederholt Gelegenheit, gesprächsweise manche Vorurteile gegen die Kirche und ihre Priester richtigzustellen. Das Lesen von Zeitungen war untersagt, bei dem Mangel an Büchern und an- Der ägyptische Sultan Buiiein >., der von den Engländern eingesetzt wurde an Stelle des bisherigen Khediven Abbas Hilmi Pascha. gemessener Beschäftigung herrschte after begreiflicherweise eine stavke Nachfrage nach Neuigkeiten aller Art. Es ist daher reicht zu verwundern^ wenn es den besser gestellten Gefangenen bald gelang, fast täglich eine englische Zeitung zu erhalten. Auch andere Keine Vorteile, Ausnahmen und Annehmlichkeiten konnte inan sich mit einem „entsprechenden Händedruck" sichern. Inzwischen versicherte! man mir von mehreren Seiten, mein Schreiben an Maxwell sei fruchtlos Machen» sonst hätte unsere Freilassring schon erfolgen müssend. Eines Tages-, als ich mich eben mit metnem Gefährten besprach, Bonn der Kommandant eiligen Schrittes zu uns, mit der -beglük-kenden Nachricht, wir könnten sofort das Lager verlassen, da es uns gestattet worden sei, nach Europa abzureisen. Doch bat er, wir möchten noch bis znnr nächsten Tage i m Lager bleiben, da wir ja um diese Tageszeit, es war dm Nachmittag, ohnehin keine Pässe unto Papiere mehr erhalten könnten. Auch, sollten wir den Mitgefangenen keinerlei Mitteilung von unserer bevorstehenden Abreise machen. Dießem Wunsche entsprach'en wir auch bis zum nächsten Morgen. In der Frühe lief' ich durch den Sergeanten einen Wageü bestellen. Unser Gepäck wurde von nouelm untersucht, dann konnten wir Wschield nehmen von den armen Zurückbleibenden und den Wagen besteigen. AIs Begleiter erhielten wir den kleinsten Mann der Kompagnie. Ich wechselte die üblichen Höflichkeitsformeln mit dein Kommandanten, er reichte mir die Hand, das Tor ging auf, und wir jagten hinaus, in die goldene'Freiheit, gehobenen Herzens, voll Dank und Vertrauen gegen die göttliche Vorsehüng. Die Fahrt ging zum Gouvernorat, wo man uns die Ausstellung der Pässe bis zum nächsten Tage zusicherte. Hierauf waren noch verschiedene Wege zu machen zu den Konsulaten und Schiffsagenturen. Als ich mit einer der letzteren meine Geschäfte abschloß, weigerte sie sich beharrlich, mir eine Fahrpueiseranäßigung zu gewähren, imlb so mußte ich den vollen Preis erlegen. Später fand ich, Daß der Beamte um hundert Kronen zu wenig gerechnet, hatte. Ich machte ihn am folgenden Tage auf seinen Irrtum aufmerksam, wofür er mir dankbar war, und nun ohne Schwierigkeit ibiie geforderte Preisermäßigung von 20% gewährte. Die drei Tage, welche bis zur Abfahrt des Schiffes verflossen, fanden wir bei den Franziskanern ition St. Katharina gastliche Anfnahme. Am Tage der Abreise mußten wir schon am frühen Nachmittag am Hafen sein, denn gegen 6 Uhr sollte der „Orion" in See stechest. Allein! es wurde MUwr-uacht, bis die ungeheure Ladung, welche vornehmlich aus Baumwolle, Zwiebeln und Tomaten bestand, verstaut war. Ehe wir uns an Bord verfügen konnten, gab es noch eine Anzahl ermüdender Gänge und peinlicher Untersuchungen auf dem Zollamt, dem Gesundheitsamt, der Paßstelle und bei der Hafenbehörde. Nach! 1 Uhr morgens verließen wir den Hafen, und kurz vor 2 Uhr fuhren wir cum Leuchtturm von Ras el Tin vorbei. Ustgsachtet der kalteü Nachtluft und des heftigen Windes, der auf dem Meere herrschte, war ich aus Deck geblieben, itulb mit weicher Seele gab ich den dort zurückgebln'bmren, teuren Landsleuten den priesterlichen Segen durch die dunkle Nacht. Wir hatten schlechtes Wetter; es regnete fortwährend, und alle Fahrgäste, vor-an die Frauen, zahlten der tückischen Seekrankheit ihren Tribut. Teils um Kohle zu sparen, teils wegen des heftigen. Sturmes entwickelte unser Schiff nur eine Stundengeschwindigkeit von sieben Seemeilen. Erst als wir gegen Sizilien ka- 41 Stern der Neger. Heft 2 u. 3. men, wurde der Himmel flor und heiter, und die fchönc abwechslungsreiche Küsten>-fohrt wirkte äußerst wohltuend auf die Seefranfen. Der Gipfel des Aetno trug noch bis tief herab den Hermelinpslz des Winters; umsomehr erfreute sich dos Auge am lachlenden immerwährenden Frühling, der am Fuße des Berges' herrschte. Die Stadt Messina zeigte nod> ollentholben die Spuren des großen Erdbebens. Jnsbe-fanbete die ousgedehnten Gebäude om Husen mit ihren zahlreichen Sänlentrüm-inern ließen die Gewalt des Unglücks klor erlernten, das diese prächtig gelegene Stadt heimgesucht. Wir verließen die Meerenge bei Einbruch der Dunkelheit und durch>-schissten om nächsten Vormittag den Golf von Solerno. Aller Augen richteten sich noch- der Insel Copri und dem Vesuv; mächtig stieg die Rauchsäule vom Gipfel des Berges empor, die Künderin der furchtbaren Geheimnisse in seinem Schoße. Der „Orion" legte im Hosen von Nea-pel nicht ant Molo an; wir mußten somit eine Borke nehmen. Ich« sond die dienenden Geister in Neapel, die Ruderer, Packträ-ger nnd Kutscher, ohne Vergleich unverschämter und 'gounerhoster ols ihre mo= hammedanischen Zunstbrüder in den Häsen des Morgenlondes. Die Strecke von Neapel noch Rom durchmaßen wir im Nochtschnellzug. In Rom trafen wir zu unserer nicht geringen Freude den hochwürdigsten P. General. Schon noch wenigen Tagen hatte ich Gelegenheit, unseren gWrreich regierenden Heiligen Voter Papst Benedikt XV. zu sehen, seinen Segen zu empfangen und sein liebevolles Herz kennen zu lernen. Alles aber, was ich sonst in Rom wahrnahm und hörte, bestärkte mich in der Überzeugung, daß die Kriegserklärung Italiens an Österreich in kürzester Zeit erfolgen werde. Wollte ich somit die eng- lische Gefangenschaft, der ich so glücklich entronnen 'war, nicht mit der italienischen vertauschen, so nmßte ich trachten, eheste,ns über die Alpen ans deutschen Boden zu gelangen, wohin mir Brrrder Frieldel schon vorausgeeilt war. * * * Manche eifrige Förderer des Mssioits-werkes sind bestürzt über das herbe Schicksal, das die brcholischen Missionen säst aller Gebiete infolge des Weltkrieges 'getroffen hat. Sie meinen vielfach, alle Opfer, welche vor dem Kriege so reichlich und freudig für die Ausbreitung des hl. Glaubens gebracht 'worden sind, seien nun umsonst gewesen, weil die ganze, so glänzend eingeleitete und hoffnungsvolle Missionsperiode eine so jähe Unterbrechung erlitt. Diese zagen Seelen, sollen sich der trost-vollen itrtb siegesgewissen Verheißungen erinnern, wie sie in den Büchern der Propheten und den hl. Evangelien für die Ausbreitung des hl. Glaubens, 'für das Gedeihen der Missionen in so reichlicher Fülle enthalten sind. Diese hl. Blätter bezeugen es immer und' immer wieder, daß einmal eine Blütezeit für die Weltmission kommen wird, wie sie herrlicher und großartiger nicht gedacht werden kann, und in welcher das Evangelium in allen Ländern der Erde und in allen Sprachen der Welt verkündet werden wird. Freilich wissen wir nicht, wann Gott, der unumschränkte Lenker der Weltgeschichte, diesen Zeitpunkt wird eintreten lassen; wohl aber dürfen wir uns dessen versichert halten, daß jedes Opfer, w'elches wir für die Bekehrung der Heidenvölker bringen, nicht nur die Ehre Gottes fördert, sondern auch tatsächlich beiträgt, den Anbruch jener Zeit zu beschleunigen, in welcher Christi Kirche ans der ganzen Erde triumphiert. Darum weit davon entfernt, die einzelnen Missions- Häuser und Missionsgebiete ihrem Schicksal zu überlassen, sollen alle jene, welche es vermögen, gerade jetzt in1 der Not den Missionsgesellschaften helfend unter die Arnre greifen, damit dieselben in der Lage sind, die gegenwärtige Krise zu Aerstchen, um dann, sobald der Friede in die Welt einkehrt, das siegreiche Panier 3sefu Christi unter allen Stämmen! unid Völkern der Heidenwelt aufzurichten. Darfur. m Mai vorigen Jahres brachten unsere Tagesblälter die Nachricht von einer Erhebung Ali Dinars, des Sultans von Darfur, gegen die englische Sudanregiie-rung, und kürzlich meldeten englische Berichte, daß der dortige Aufstand niedergeworfen sei. Es 'mag nicht uninteressant sein, einiges über dies merkwürdige inner-afrikanische Reich zu erfahren. Darfur liegt zwischen dem 10. unb 15, nördlichen Breitegrad und zwischen dem 22. und 27. Längengrad östlich von Greenwich und war in 'früheren Zeiten * eines der größten Reiche in der Kette der zentralafrikanischen Staaten, das sich zu Anfang des 17. Jahrhunderts ostwärts dis an den Atbwra ausdehnte. Das natürliche Zentrum von Darfur ist das Märragebivge, dessen höchste Gipfel über 1800 Meter Seelhöhe ausweisen. Die ursprünglichen Bewohner 'des Landes waren die Stämme der For oder Für und der Tadscho. Als im 14. Jahrhundert Könitz Kor aus dem Noch heidnischen 'Stamme Iber Tadfcha über Darfur herrschte, kamen mohammedanische Tunscher von Tunis ins Land, Einer von diesen, namens Achmed, wurde aus Eifersucht von seinem Bruder verwun- * Die geschichtlichen Angaben über Darfur sind zumeist dem Buche Statin Paschas „Feuer fund Schwert im Sudan" entnommen. ibet und in diesem ^uftanih vor den König gebracht. Der schwarze Herrscher ließ den verwundeten Fremdling aufs beste pflegen unb gewann ihn 'bald sehr lieb. Er übertrug ihm die Führung seines ausgedehnten Haushaltes und machte ihn zu seinem ersten Berater. Achmed führte manche Verbesserungen ein und gewann den König so für sich, daß er ihm seine einzige Tochter zum Weibe gab. Nach dem Tode seines Schwiegervaters, der keine männlichen Nachkommen hatte, wurde Achmed mit fast allgemeiner Zustimmung zum König er* hoben. Die wenigen Unzufriedenen machte er unschädlich. So wurde Achmed el Makur (Makur heißt der mit durchschnittener Sehne) der Gründer der neuen Herrscher-familie. Als die in Wadai und Bornu ansässig gewordenen Tuitscher hörten, daß einer ihres Stammes König von Darfur sei, kamen sie in großer Zahl in dieses Land und verdrängten allmählich die Tadscho. Achmed d Makur regierte lange und glücklich, und nach seinem Tode 'bestiegen seine Nachkommen den Thron. Etwa hundert Jahre nach ihm ktzm König Dali zur Regierung. Dieser war 'bestvebt, die SMi= tur des Landes zu heben; er sammelte schriftkundige, erfahrene Leute um sich und teilte das Land in Provinzen und Bezirke ein. Er ließ ein Gesetzbuch ausarbeiten, welches Kitab Dali (Buch Dali) genannt to'urbe. Heft 2 u. 3. Stern der Neger. 43 Für die Thronfolge tocir bei den For nach dem Gesetz des Königs ©alii igewöhn-lich der älteste Sohn bestimmt; doch wurde diese Thronfolgeordnung häufig umgangen. Wohl to uritie beinahe immer ein Sohn mtö. direkter Acachkomme des verstorbenen Königs zu dessen Nachfolger gewählt, doch stets der bei den hohen Würdenträgern beliebteste. Die Hauptstimme bei der Königs-toahl hatte gewöhnlich der 21fin Scheich, Die zahlreichen Frauen des Königs konnten wohl einen persönlichen Einfluß bei ihrem Gemahl erringen, nahmen aber keine öffentliche Stellung eiln. Eine solche hatten außer der Königin-Mutter und der Oberprinzessin unter den Frauen nur noch sieben Matronen aus der Königsfamilie, welche der ersteren untergestellt waren und Großmütter genannt wurden. Der Königin-Mutter im Range kaum Das Cor der Wüste bei el Kantara. d. h. Der jetoei'Iige Obereunuche des könig^ lichen Hauses. Dieser war nach dem König der Mächtigste Mann im Lande. Den höchsten Rang nach dem König nahm die Königin-Mutter eiin. Nach ihr kam eine Prinzessin, gewöhnlich eine Schwester des Königs- die den Titel Jja basi, d. h. große Frau führte. Sie nnter-hieltKriegsvolßempfingBiltsttller,erschien bei öffentlichen Gelegenheiten zu Pferde und war das Oberhaupt aller übrigen Prinzessinnen. nachstehend, war ein merkwürdiger Wür-Ibeiiträger, der in der Landessprache Kamene hieß. Es war des Königs Schatten, ein ScheinkLnig, der sich edler äußeren Attribute des Herrschers erfreute, ohne irgendwelche wirkliche Macht zu besitzen. Er hatte ein Anrecht auf königliche Ehrenbezeigungen und turfte öffentlich den Turban mit Dem Gesichtsschleier tragen-. Da diese Stelle außer der Ehre noch die Mittel zu sorgenfreier Existenz einbrachte. 44 Stern 'her Neger. Heft 2 u. 3. so würde sie eine höchst verlockende gewesen sein, wenn nicht ein Umstand sie wenig erstrebenswert hätte erscheinen krsten. Dör Kamene wurde nämlich nach dem Ableben des Königs ebenfalls dem Tode «geweiht; der Schatten hatte dem Körper ins Grab zu folgen; Es scheint, daß diese grausame Sitte noch bis ins 18. Jahrhundert hinein geübt wurde. Jedenfalls >hatte dieselbe nods vollkommene Geltung in der islamitischen Zeit. ij Die höchste Macht lag natürlich 'Mim König, der todt Titel Aba Kuri oder Aba Ari, d. h. Herr König, führte. Derselbe zeigte sich selten öffentlich und in diesem Falle nie Ohme den Gesichtsschleier, iber nur die Angen freiließ. Sobald der Untertan in den Gesichtskreis des Königs kam, kniete er nieder und näherte sich auf Hän-‘Dett und Knien dem Herrscher. Die Augen niederschlagend, rieb er mit den flachen Händen auf dem Erdboden hin und her, solange er mit dem Herrscher sprach, nachdem ■ er demselben mfii leiser Stimme Wohlergehen und langes Leben gewünscht hatte. Dieser erwiderte den Gruß nicht durch Morte, sondern durch einige sanfte, gedehnte Laute, doch sein Gefolge belohnte den Grüßenden durch die wiederholt gemurmelten Worte „Ari donga", to. h. Gruß des Königs. Die Würdenträger waren, mit Ausnahme des mächtigen Abu Scheich, freie Leute, die aus den vollberechtigten Stämmen des Landes hervorgingen. Die viel zahlreicherett Hausbeamten des Königs waren zumeist unfreier Herkunft, hatten aber gleichwohl zum Teil eine hohe Bedeutung. Der wichtigste derselben war der sogenannte 11 sir, Iber, ursprünglich Kammerdiener, später vertranter Ratgeber der Könige unto Befehlshaber der Leibgarde, oft eine für das Land entscheidende Rolle gespielt hat. Außer ihm hatten noch die Befehlshaber der Pagen und Palastdiener ein gewisses Ansehen. Sie Beamten des innersten Hauses tvaren «größtenteils Verschnittene, deren es bei Hose sehr viele gab, ohne daß dieselben jedoch, mit Ausnahme des Abu Scheich, zu großem Einfluß gelangt mären. Mit dem Nationalfest der Für, das als Paukenfest bezeichnet wurde, begann das Jahr für das Volk trotz der islamitischen Zeitrechnung. Das Fest wurde eingeleitet mit einem Gedächtnisopfer für die verstorbenen Könige, das aus Rindern bestand und von deti erwähnten sieibenj offiziellen „Großmüttern" mit Begräbnisplatz int Marra-Gebirge überwacht wurde. Dann begann die eigentliche Festzeit in der Residenz mit einem sinnbildlichen Anfang des ackerbaulichen Jahres. Der König zog mit seinem ganzen Hofstaat aus ein nahegelegenes Sitaatsgrnndstück, wo ihn die Großmütter mit alten Familiensandalen und einem einfachen Gewände seiner Vorfahren bekleideten, während die königlichen Vorläufer ein kleines Ackerfeld von Sträuchern und Kräutern reinigten, nur ein Bäumchen stehen lassend; welches iber Herrscher mit einer Axt, die ihm vom Oberhaupt der Schmiede überreicht wurde, eigenhändig abhauen mußte. Das -auf einen Hausen zusammengetragene trockene Gestrüpp wurde von dem Aufseher der alten Familienflinten mittels einer derselben in Brand gesteckt und in dem so nach der Landessitte zur Bestellung vorbereiteten Acker mußte der König wieder eigenhändig mit einer vom Oberhaupt 'der Schmiede überreichten Hacke sieben Löcher machen und in jedes derselben einige Getreitoekörner werfen. Nach dieser Zeremonie kehrte die Fest-versammlung nach der Residenz zurück, und es wurde stets dafür gesorgt, daß unter- Wegs einige Gazellen, Hasen und dergleichen zur Vorherfagmrg eines wildreichen Jahres eingefangen werden konnten. Der Tag schloß damit, daß der König unter drei Weißen Rindern dasjenige auswählte, dessen Haut für das bevorstehende Jahr die Paukenfelle liefern sollte. Nachdem am nächsten Morgen der Herrscher die Tiere mit eigener Hand getötet hatte, wurden die beiden Staatspauken ihrer Felle entkleidet. Ihren Höhlungen entnahm man flüssige Butter, die vor Jahresfrist hineingetan worden war, schüttete andere hinein und versah die Instrumente mit den neuen Fellen. Alsdann wurde dem König eine von Musöelfleisch und Knochenhaut befreite Rippe iiberreicht, die er als Schlegel 'benützen und' auf der Pauke zerschlagen mußte. Das Fleisch der geschlachteten Tiere wurde unter die Würdenträger und hohen Beamten verteilt, von denen jeder Anrecht auf ein .bestimmtes Stück hatte. Am dritten Tage der Hauptfeier schlachtete ber König wieder in eigener Person eine Ziege, welche weiß mit schwarzer Augengegend sein mußte. Das Fleisch derselben kam der engsten Familie ibeS' Herrschers zu, die Eingeweide dagegen wurden den: Einfluß der Lust bis zu beginnender Fäulnis ausgesetzt und dienten dann zum sogenannten Kondaessen. Zwei Tage genügten, um dieselben übelriechend werden zu lassen; am dritten Tage wurden sie zerschnitten, mit einem Teile der vorjährigen Paukenbutter versetzt und reichlich mit Salz und scharfem Pfeffer bestreut. Prinzen und Prinzessinnen der nächsten Grade der Verwandtschaft mit dem Könige wurden alsdann um das Gericht versammelt, und bewaffnete Sklaven umringten die hohen Tischgenoffen. Nachdem das Oberhaupt der Prinzen ein Auge der Ziege ergriffen und verschluckt und das andere der Jja baff zu gleichem Zwecke überreicht hatte, mach- ten sich ibüe Prinzen und Prinzessinnen an die verhängnisvolle Mahlzeit. Weihe dem--jenigen unter ihnen, der, durch Ekel oder Pfefferreiz übermannt, Würgbewegungen oder Hustenansälle bekam, denn die anstechenden Sklaven hatten den lübeltäter mit ihren eisenbeschlagenen Knitteln zu erschlagen, da das Benehmen desselben als ein deutlicher Beweis von verräterischer Gesinnung gegen König und Regierung angesehen wurde. Nach Mlauf der eigentlichen Feier zogen aus den Provinzen Verwaltungsbe-amte, Häuptlinge der Nomadenstämme und Abordnungen der größeren Ortschaften mit zahlreichem Gefolge zur Hairpt-stadt, überbrachten dem Könige Gescheut und Glückwünsche für das beginnende Regierungsjahr und- nahmen teil an den glänzenden Truppenschauen, welche in der Zahl sieben in kurzen Pausen im Anschluß an die Paukenfeier abgehalten wurden. Trotz der Einführung des Islam durch die Herrfcher erhielten sich in Darfur manche Erinnerungen an das Heidentum. So wurde der Name der ursprünglichen Gottheit, Kalge, noch häufig geibraucht beim Volke, und selbst Opfer wurden ihr nach heidnischer (Sitte1 noch manchmal im Verborgenen dargebracht. Nach einer langen Reihe von Jahren kam Soliman Solong zur Regierung. Seine Mutter war eine Araberin, und er selbst nahm eine solche zur Frau. Auf Soliman Solong folgte sein Sohn Mufa, diesem Achmed Bakkor, der durch feine Freigebigkeit durchziehende Fremde im Lande zu halten suchte, um diesem neue Kulturelemente zu gewinnen. Sein Nachfolger war Mohammed Daura. Dieser soll über 150 Brüder gehabt Haben, von idenen er bet seinem Regierungsantritt mehr als die Hälfte hinrichten ließ. Seinen ältesten Sohn, den er im Verdacht 46 Heft 2 u. 3. Stern der Ne lg er. hatte!, nach dem Throne zu trachten, erschlug er mit eigener Hand. Mohammad Danras Nachfolger war sein Sohn Omer Seile, welcher ebenso wild ürtlb unlfielieBt wie sein Water war. Als er einen Zug nach Waldat nnternommen hatte und dort gdfiaöen war, wurde sein Onkel Abu el lKasim auf den Thron erhoben. Dieser wandte sein ganzes Vertrauen den Sklaven zu, wodurch! er sich seinen Verwandten entfremdete, die ihn, als -er einen Zug road) Wadai unternahm, in 'Feindesland umkommen ließen. Sein Bruder Mohammed Terab ergriff vom Throne Besitz. Mohammed Terab war ein energischer, ehrgeiziger König, der noch in den späteren Jahren seiner Regierung die Grenzen seines Reiches ettoeitem und den Staat der For in feinem alten Glanze wiederherstellen wollte. Er drang mit seligem Bruder Abd- el Rachlmaro und einer Armee von Reitern und- Sanzenkäinpferu in östlicher Richtung vor. Bei Omdurman stieß man -auf den Nil. Da die Bewohner alle Boote entfernt hatten, versuchten die Dar surer, -eine Brücke zu bauen. Dies glückte ihnen nicht, und noch- -weniger gelang es, den 600 Meter breiten, reißenden Strom in ausgehöhlten Baumstämmen zu übersetzen. Die Heerführer Machten nun Sultan Terab den Vorschlag, nach Kord-o-fan und Darfur zurückzukehren!. Der stolze Terab hielt es für eine Schande, von seinem Vorhaben abzustehen und bedrohte jeden, der den Wunsch äußere, zurückzukehren, mit dem Tode. Die Heerführer verleiteten nun Terabs Sieblingsfrau Cha-d'iga, ihn zu töten, und Terab stavb nach dem Genuß einer von ihr bereiteten- Speise. Sein friedfertiger Bruder Abd etr Rach-troan wurde vom Heere zum König ausgerufen. Terabs einbalsamierte Seiche wurde nach Bara und später nach Turm, dem Begräbnfisiplatz dtzr Könige von Darfnir, gebracht und dort beigesetzt. Md er Rachmaro ging mit dem Heere nach Darfur zurück, wo Terab feinem Sohn Jshaik als Reichsverweser zurückgelassen hatte. Dieser wollte seinen Onlkel nicht als König anerkennen; es kam zum Kampfe, in welchem Jshaik getötet wurde. Während -0er Regierung Md er Riach-inans geschah es, daß der Reisende 93rotone nach. Darfur kam, und dieser Sultan war -es, der im Jahve 1797 eine Glückwunsch-abmesse nebst 2000 Negersklaven an Napoleon schickte, der damlais mit seinen Ar-iroeen in Untsräghpteu stand. Während seiner Regierung wurde auch- die köui-g-liche Residenz von Kobbe nach Fascher verlegt. Ms Abd er ^Rachman gestorben war, wurde sein Sohn Mohammed el Fadl im Alter von 13 Jahren durch seinen Vormund Mn Scheich Kurra zum König ausgerufen. Obgleich Abu Scheich Kurra Beim jungen König das Amt des Vormunds und Regenten durch fast vier Jahve mit Gerechtigkeit und Tatkraft verwaltete!, entstand dennoch durch- Intrigantes eine Spannung zwischen beiden, die in offene Fehde überging. Es -kam. zur Schlacht, Kurra wurde besiegt, gefangengenommen und hinjgerichtet. Nun war Mohammed el Fadl darauf bedacht, die übermültigen Araberstämme, die sich ihm nidjt unterwerfen und sein Joch abschütteln wollten, zu züchti>gen. Sein erster Schritt war, die Beni-Hailba-Araber. die den Tribut verweigerten, durch seine Beamten in Dara zu unterwerfen und ihre H!albe einzuziehen. Den Stamm der ©regat (Kamelzüchter), einen der mächtig-ft-ein- in Darfur, ließ er fast vollständig ausrotten. Die Risegatt zu imtertoeripen, wurde ihm schwieriger, beim diese waren der Heft 2 u. 3. Stern der Neger. 47 mächtigste und kriegerischste Stamm des Landes. In jener Zeit war der Sudan und 6e= festen Regeln statt. Für Darfurer Sklavenjäger bedurfte es eines Firmans oder Erlaubnisbriefes des Sultans, der jährlich sonders die im Süden, von Darfur gelegenen Negerländer das bevorzugte Gebiet für die Sklavenjagden. Diese fanden nach sechzig bis siebzig davon ausstellte. Ein solcher Erlaubnisbrief hatte etwa folgenden Wortlaut: „Von seiten d.es großen Heft 2 u. 3. 48 S l e r n 'd e r N e g e r. Sultans, Ausbucht und Stütze aller, Ruhm aller' arabischen und n,ichtara!bischeu Gültige, HM des Halses aller Nationen, Herrscher der zwei Länder und der zwei Meere, Diener der beiden heiligen Städte, welcher seine Hoffnung auf den Gott der Gerechtigkeit und Langmut setzt, der Sultan Mohammed FM, der Siegreiche an alle jene, welche diese Schrift sehen wer-ben, Fürsten, Krieger, Heerführer: Wir Sultan, von Gott bevorzugt, von seiner besonderen Gnade gehalten, siegreicher Sultan, lhaben dem N. N. die Gnade unserer Gunst und unseres Wohlwollens eit> wiesen und ihm eine Salatieh (Erlatib-nislaiizc) verliehen, um eine Ghazua (Sklavenjagd) nach N. N. (Bezeichnung der Gegend und des Negerstammes) zu unternehmen. Me jene, welche ihn bei seiner Unternehmung begleiten werden, groß und klein, sind von unserer Seite gegen jede An- 1 schuldigung oder jeden Vorwurf geschützt. Zur Beglaubigung dessen ist von unserer Großmut der gegenwärtige Firman erlassen worden. Ferne, ferne sei jeder Widerstand, jede Art von Mißgunst gegen diesen Befehl. Wir halben dem Inhaber' dieser Erlaubnis befohlen, Rücksicht und Gerechtigkeit gegen alle zu üben, die sich beim Zuge anschließen werden, und Billigkeit und Mäßigung, wie sie die Furcht Gottes eingibt, geigen den ihm zukommenden Teil der gefangenen Sklaven walten zu lassen. Gruß." Im Besitz der Erlaubni'slanze und des Firman des Sultans warb der Sklaven-jäger Teilnehmer an und schloß Gesch'äfte mit den Kaufleuten ab, die ihm im Hin-' blick auf die zu erwartende Beute Waren nnd Reit- und Lasttiere auf Kredit lieferten. In verschiedenen, getrennten Mbtet-Iimgett zog dann die würdige Gesellschaft nach ©üben. Außerhalb der Landesgrenze traf man sich an einem vereinbarten Orte. wo Der Leiter des Zuges, der von nun an für die Dauer der Unternehmung fcir Titel „Sultan" führte, eine Herrschau >ab-hielt und alles bis ins kleinste ordnete. Die Zahl der Teilnehmer einer solchen Ghazua schwankte zwischen zwanzig sind zehntausend. Nachdem alles geordnet wir, wurde aufgebrochen und direkt gegen jenen Negerstamm marschiert, der im Firman als Ziel der Unternehmungen angegeben war. Dort begann die Jagd auf die armen Schwarzen und deren Besitz. Manche Qrt-schaisten ergaben sich freiwillig, da Widerstand unnütz war. Di>e anbeten wurden umzingelt und unter blutigem Kampfe geplündert und verwüstet. Zum Rückzug wurde stets ein anderer Weg benützt. Aut dem Marsche waren die erbeuteten Sklaven £»n größten Grausamkeiten ausgesetzt, und viele erlagen auf dem Wege. Die Verteilung der Beute war nach festen Bestimmungen geregelt. Den Löwenanteil erhielt natürlich der „Sultan", und auch der Herrscher von Darfur erhielt einen festgesetzten Teil. Man konnte die Residenz des Sultans von Darfur ein wohlorganisiertes Amt für Sklavenjagden nennen. Die Zahl der Sklaven, die alljährlich aus den südlichen Neigergebieten nach Darfur geschleppt wurden, war ganz bedeutend. Im Jahre 1821 zog der ägyptische Feldherr Achmed Bey, der Defterdar (Statthalter) der neu eroberten ägyptischen Teile des Sudans, nach Kordofan, tint diese von Darfur abhängige Provinz zu erobern. Der suresische Statthalter von Kordofan war der tapfere EuNuche Magdnm Mosallem. Als dieser vom Herannahen der Ägypter hörte, sammelte er ein großes Heer und erwartete den Feind bei Bara. Spione berichteten dem Magdnm, daß er den „Türken" nicht widerstehen könne, ba sie mit Feuer kämpften. Magdnm lachte Heft 2 und 3. Stern der Neger. 49 und sagte, er hade keine Furcht vor dem Feuer. Der gute Mann hatte noch keine Feuergewehrc gesehen. Voller Mut erwartete er den Angriff des Defterdar. Dieser schlug lö'iie Verteidiger Koüdofans völlig und tötete Mwgdum selbst. So kam Kor-dofan in den Besitz Ägyptens. Mohammed el Fadl starb 1838. Sein Sohn und Nachfolger Mohammed Hessein erblindete 1856 und mußte den Hauptan-te.il an der Regierung seiner älteren Schwester Jja Basi Semsem überlassen, die bereits seit längerem 'seine Mitregentin gewesen. Dieselbe war sehr verschwenderisch, und die Erhaltung ihres Hofstaates verschlang den größten Teil !üer Stalatsein-Tünfte. Die Provinz Bahr el Ghazal war Darfur zum großen Teil untertan, und die dortigen Negerstämme hatten Tribut an Sklaven und Elfenbein an den Sultan zu zahlen. In dieser Zeit trieb der berüchtigte Sklavenhändler Ziber, vom Stamme der Djaa-lin in Nubien, ein Mann von eisernem Willen und großer Intelligenz, sein schlimmes Handwerk im Bahr el Ghazal. Immer mehr richtete er seine Eroberungs-züge gegen die nördlichen Distrikte der Pvovinz und begann, in die dem Sultan von Darfur tributpflichtigen Regionen einzudringen. Die Wirkung dieser Invasion machte sich bei den dem Luxus ergebenen Darsurern peinliche bemerkbar. Sie sahen sich ihres Einkommens an Sklaven und Elfenbein beraubt, und um die Regie-rungsaus gaben bestreiten zu 'können, wurden die Steuern erhöht, was allgemeine Unzufriedenheit hervorrief. Ziber machte der ägyptischen Regierung in Chartum irrt geheimen Mitteilung über die irrt Nachbarstaat Darfur herrschende Unzufriedenheit der Bevölkerung und berichtete, daß er mit vielen ein- flußreichen Personen des Landes in Verbindung stehe, die eine Annektierung Dar-furs durch die ägyptische Regierttng mit Freuden begrüßen würden, ja, er erbot sich, die Annexion ohne wertere Hilfe der Regierung durchzuführen. Nach laarger 'Überlegung wurde sein Anerbieten endlich angenommen, und zu Anfang des Jahres 1873 bereitete er die Annexion von Schakka, der Südprovinz von Darfur, vor. Gerade zu dieser Zeit starb Sultan Hessein; sein Sohn Ibrahim, welchem die Darfurer den Beinamen Koiiko igtiBett, wurde sein Nachfolger. Infolge der Schwäche- der Regiernmch-gewalt in Darsnr hatten fti> die Risegaitt-Araber wieder erholt und allmählich ihre halb unabhängige Stellung zwischen Darfur und betn Bahr el Ghazal wiedererlangt. In Schakka erfuhr Ziber, daß Sultan Ibrahim Koiko seinen Vezir und Schwiegervater Achmed Schetta, bessert Tochter er geheiratet hatte, mit großer Macht ausgeschickt habe, ihn zu bekämpfen. Von den Risegjatt erhielt er eine charakteristische Botschaft: „Das Heer des Sultans von Darfur ist im Anrücken begriffen; 'da derselbe ebenso wie du unser Feind ist, so werden wir uns im Kampfe neutral verhalten. Wirst du besiegt, so werden wir dir den Rückzug abschneiden urtib dich bis auf den letzten Mann vernichten; bleibst du aber Sieger, so 'werden wir auf unseren schnellen Rossen die Fliehenden einholen und die' gemachte Bente mit dir teilen»." Im nachfolgenden Treffen fiel der Vezir Achmed Schetta gleich zu Beginn des Kampfes, und seine Truppen wichen zurück. Ziber schlug sie nach kurzem Kampfe vollständig in die Flucht. Die hinter den Bäumen verborgenen Risegatt stürmten hervor, schlachteten die fliehenden Darfurer ab, machten ungeheuere Beute und vereinigten sich mit den Siegern. Ziber meldete feinett Sieg nach ei öBeilb und Chartum und erhielt, wie schon früher für beit Fall eines Erfolges ausge^ madjit war, Verstärkung durch Mannschaft und Kanonen. Als diese angekommen war, ging er gegen Dara vor, während der Generalgouverneur des Sudans Ismail Ajub Pascha selbst mit einem anderen Heere von el Qbeid nach O'mschanga zog. Bei Manoafchi ©am es zur Schlacht zwischen Zider und dem Sultan Ibrahim, der jetzt sein Heer selbst befehligte, aber 'mit seinen Söhnen fiel. Ziber verlor 'keine Zeit, dem General-gouverneur des Sudans, der in Omschanga weilte, seinen Sieg anzuzeigen lunlb eilte dann unverzüglich nach Fascher, der HauptstM von Darfur, damit die dort seiner harrende Baute nicht von Unfßerm senen verschleppt würde. Einige Tage nachher kam Ismail AsUb Pascha an, zu spät, denn die reiche Beute war schon verteilt. Seit der Zeit trat eine tiefe Entfremdung zwischen den beiden Männern ein. Im März 1874 drang der Afrikavei-sende Dr. Nachtigal von Westen her in Darfur ein und verließ es im August des gleichen Jahres wieder. Hassab Allah, der alte Onkel Sultan Ibrahims, hatte sich, nach betn Dschebel Marna zurückgezogen, und Ismail Ajnb Pascha befahl Ziber, gegen ihn vorzugehen. In kurzer Zeit gelang es diesem,, sowohl ihn als auch den Bruder des verstorbenen Sultatts, Md ei Rachman Schattut, zur tlnterwerfun!g zu bewegen. Beide wuvdeit nach Kairo geschickt, wo sie bis zu ihrem Tode verblieben. * * Im Jahre 1884 beabsichtigte die ägyptische Regierung in Kairo des letzteren Sohn, den dort lebenden Abd el Schakur als neuen Sultan von Darfur in sein Stammland zu schicken, damit er es für Ägypten verwalte. Er wurde beschrieben als ein „gewöhnlich aussehender, unintelligenter Am 9. Dezember 1874 wurde vom Khedive Ismail Pascha die Annexion, Dar-furs ausgesprochen. Ziber erwiest den Rang eines Pascha. Er fühlte sich aber verletzt, daß ihm nicht die Regierung des Landes anvertraut wurde, welches er erdbert hatte. Er wandte sich am den Vizekönig, in Ägypten und bat um die Erliatibnis, nach, .Kairo kommen zu dürfen uni)1 erhielt dieselbe. In Kairo wurde er freundlich empfangen und legte dem Vizekönig feine Klugen gegen Ismail Ajub Pascha vor. Infolgedessen wurde dieser ebenfalls itad) Kairo berufen. Er erhob Gegenan,klagen gegen Ziber, und das Ergebnis war, daß beide in Kairo zurückbehalten wurden. In Darfur war Hassan Pascha Helmi el Dschoöser von Ismail Ajnb Pascha als ©testoertreter zurückgelassen worden. Der willkürlichen Regierung ihrer Sultane müde, sehnten sich, die Einwohner nach Ruhe. Doch zu ihrer bitteren Enttäuschung fanden sie Mb heraus, daß die Geißel ihrer Könige den Skorpionen der Bahava (Leute aus dem Niltale) vorzuziehen gewesen tornem Beinahe an einem Tage rebellierte ganz Darfur und wählte Harutt el Rafchid, den Sahn des gefallenen Prinzen Sef db Din. zu feinem Sultan. Die Städte Dava, Fascher, Kabkabia und Kolkol wurden, belagert. Die Regierung in Chartum sandte unter Abd el Rasak ein Entsatzheer, das bei Bvusch den ersten entscheidenden Sieg über die Aufständischen erfocht, Fafcher befreite und Verftärklntgen nach Dara, Kabkabia und Kolkol entsandte. So war das ganze und schlecht ctetseibeter Eingeborener." Er empfing 2sP0 ägyptische Pfund (50.000 Kronen), einen schön gestickten Ruck und den größten Orden, den man finden konnte. Am 26. Jänner 1884 verließ er Kairo in Begleitung General Gordons, der sich als neuernannter Generalgouverneur des Sudan Heft 2 und 3. Stern der Neger. 51 Sstrnib 'ßalb Wieder der ägyptischen Regierung unterworfen. Inzwischen war Gordan Pascha zum GenerallgouvernÄur des Sudans ernannt worden. Er fand es augezeigt, das neu erworbene Darsnr zu besuchen. Noch bevor der Aufstand ganz niedergeschlagemi war, kam er in Fascher rat und ging nach' Kab-kabia und Kolkost da er immer nur ganz geringe Bedeckung be!i sich! hatte, Sam er wiederholt in die gefährlichsten Lagen, ans Lenen er sich aber stets durch seine Geistesgegenwart und Tapferkeit rettete. Durch sein freundliches, sympathisches Wesen sowie durch seine außerordentliche FveigMg-keit gewann er «den 'größten Teil der Bevölkerung für sich; seinem Einfluß gcEang es, allmählich' den Frieden int Lande wiederherzustellen. Sustcm Harun hatte sich mit einigen Anhän'gern in das schwer Zugängliche Marxa-Gebirge zurückgezogen, wurde jedoch von Hassan Pascha Helmi versorgt, zweimal geschlagen und bis Niurnja zurückgedrängt. Gordon Pascha kehrte nach Chartum zu- rück; er bestellte Hassan Pascha Helmi zum Gouverneur von Darifur, dem bald Mef-sedaglia Bey, ein Italiener, folgte. Sultan Harun hatte sich mittlerweile etwas erhält und eine Art unabhängige Regierung in Niurnja errichtet; von hier kam er gelegentlich in die Ebene und griff die der Regierung 'unterworstnen Dörfer an, immer initreicherBeute zu den Bergeuzurückkehrend 1879 wurde der von Gordon Pascha in ägyptische Dienste genommene österreichische Reserveoffizier Rudolf Slatin Gouverneur der Provinz Dara in Darfur. Obergouverneur von Darfur 'war Messedaglia Bey, ein Italiener, beim bald Ali Bey Scherif folgte. Im Jahve 1881 wurde Slatin auf diesen Posten befördert und erhielt den Titel eines Bey. In den folgenden Kämpfen fiel Sultan Harun. Der Rest seiiter Anhänger wählte Abdnl-lähi Dud Benga, Den Vetter Haruns, znm Sultan; doch wurde die Gefahr der Werfälle für Darfur geringer, und 'das Santo kam vorübergehend zur Ruhe. (Fortsetzung folgt.) Seltene Bekehrung. Von P. Trilles, Missionär itt Gabun. ^^tameyou ist ein großes Dorf, in welches^ j sich bis jetzt noch nie ein Missionär hineinwagte. Zu verargen ist es keinem denn seine Bewohner, die Pahuin-Neger, stehen in sehr schlechtem Ruse. Seit ich sie aber kennen gelernt habe, muß ich sie doch in Schutz nehmen; es sind keine richtigen Anthropophagen, obwohl sie schon dann und wann gerne ein Stückchen '3^611^«= fleisch versuchen, wenn sie gerade eines bekommen können. Zu unsern Mahlzeiten brachten sie uns Ossa-Mätter, die Ibern Sauerampfer ähneln und, mit Eiern gegessen, ganz nach Chartum begab. Der neue Sultan von Dar-fnr reiste mit 23 Frauen und hatte eine Unmasse Gepäck bei sich. Im letzten Augenblick wurde beinahe seine Galauniform vergessen, was einige Aufregung hervorrief. Auf der Reise verlegte er sich aufs Trinken. Er kam nur bis Dongola, blieb dort einige Monate und kehrte dann nach Kairo zurück. Er war ein unfähiger Mensch, und der langjährige Aufenthalt in der ägyptischen Hauptstadt hatte seinen Wert nicht erhöht. 52 t e r u der Nege r. Heft 2'und 3. vorzüglich schmecken. Wir stehen also amf sehr gutem Fuße mit unsern Pahuins und hoffen, daß es hier viele eifrige Christen gilbt. Am Abend erzählen wir ihnen in schlich-ten, einfachen Worten die biblischen Wahrheiten, die Geschichte der Menschheit von Adam an. Alles ist ihnen so neu, so seltsam, 'ltixb doch glauben sie, ohne im mindesten zu zweifeln. Einer unserer Zuhörer stellt viele Fragen über Gott, über die Taufe, über die üßteti (ZaujberMittelX kurzum über alles. Als wir uns endlich ermüdet zurückziehen wollen, versperrt er uns den Weg: „Ich glaube und will getauft fein!" sagte er. So etwas war uns bei einem Manne in den besten Jahren noch nicht vorgekommen. Wir machten ihm also begreiflich, daß die Taufe eine sehr wichtige Sache sei und verwiesen ihn auf den -folgenden Tag. Als kaum der Morgen heraufgedäm-mert war, wurden wir durch heftige Faust-schläge gegen unsere Türe aufgeschreckt. „Holla, ihr Langschläfer," rief er aus kräftiger Kohle, „die Sonne geht gleich auf, seid ihr noch nicht fertig?" Es war unser Schwarzer, der uns zu unserer Pflicht rief. „Ich habe die ganze Nacht nicht -geschlafen und über alles nachgedacht, was du gesagt hast," wendete er sich an mich-. „Ich will Gott lieben, welcher für die Menschen und auch für mich- ^gestorben ist. Taufe nrich also." Als ich ifjn. ausfragen wollte, stützte er -den Kopf in seine Hände. „Höre- nur," sagte er, „ich weiß alles, was du -uns erzählt hast." Und dann wieD-erholte er Wort für Wort, ohne nur einmal stecken zu bleiben. „Sonst hast du nichts gesagt," bemerkte er noch, „und ich glaube alles." Wir zögerten mnB, denn wir mußten wieder fort und wußten nicht, wann wir zurückkommen könnten. Der Getaufte mürbe sich also selbst überlassen bleiben, und dann — wie würde man über uns urteilen, wenn wir einen Manu so rasch tauften! „Bist du verheiratet," fragten wir ihn. „Nein, noch nicht." „Und wie wirst du es »rachen, wenn bu heiratest?" „Ich werde mir eine Frau nehmen und zu ihr sagen: So, du bist jetzt für immer meine Frau, liebe mich!" „Du wirst also nur eine nehmen?" „Ja, sicherlich nur eine!" „Hast du Fetische?" „Jetzt nicht mähr, weil dir sagtest, sie seien böse." „Aber wie stoht's mit deinem Bieri?" „Der schwimmt dort drüben in der großen Pfütze." Jetzt waren wir entschlossen; denn abgesehen! davon, daß er sich durch die Verunehrung des Bieri dem Zorne des Volkes und der Rache des Zauberers aussetzte, igat er uns dadurch den schlageiidsten Beweis von seiner vollständigen Herzensumwänd-lung. Kein Aberglaube wurzelt ja tiefer int Herzen Iber Neger und sogar noch Bei unsern Neubekehrten, als gerade die ehrerbietige Scheu oder wenigstens die Furcht vor dem Bieri. Es war nicht zu verkennen: die göttliche Gnade hatte diese Seele gerührt. Dirrch welche guten Handlungen oder natürlichen Tugenden er diese Gmist verdient hat, weiß ich nicht, aber es fiel mir auf, daß dieser Mann, welcher bis dahin noch nie einen Missionär gekannt oder in seinem Dorfe gesehen hatte, uns als erster entgegenkam, als er uns am Landungsplatz erblickte, und uns taus-eüd Dienste erwies. Gott hat ihn dafür belohnt. O Missionär, dkl hast alles verlassen, deine Eltern und Freunde und dein Pater-land, um dem Rufe Jesu Christi zu folgen und langsam oder rasch für ihn zu ster- Heft 2 und 3. Stern der 3t e g e r. 53 Ben! Doch es gibt Tage, wo der göttliche Heiland das Herz seines armen Dieners mit unbeschreiblich süßem Troste erfüllt — Die irdische Belohnung des Apostolates als Vorgeschmack der himmlischen! Kl. A. B. Ein vornehmer Darfurer. Eine Werbung im bände der Schwarzen. ist einerecht schwarze Negerin 11 fl mit sehr weißenZähnen und Augen. ^^ Sie war geboren in Benouö. Ein sranzösischerOffizier, der diese Gegend bereiste, nahm sie mit sich nach Frankreich, als sie acht Jahre alt war und schenkte sie seiner Frau. Sie wurde von- selbiger christlich erzogen. erhielt die hl. Taufe und empfing die hl. Kommunion. Stets erwies sie sich als ein gutes Kind und >war ihrer Adoptivmutter in allem untergeben. Indessen starb Ma-dondas Pflegemutter und hinterließ ihr in ihrem Testamente eine Rente von 400 Franks. Der Offizier, unterdessen Oberst 54 ©terni) er Neger. Heft 2 und 3. geworden, tmr nicht der Meinung, sie zu behalten, sondern vertraute sie bald darauf den Missionärinnen von Afrika, resp. den Weißen Schwestern im Postulantenhause zu Paris an. Madonda langweilte sich- dort sehr und hätte g-cku ihre Leibe-nsweise geändert; als sie daher vernahm, daß in Algier und- Umgebung- die Hungersnot aus geb rochen, mib die Missionsschwestern mehrere hundert kleiner verlassener Ki'm der aufsuchten und in das Waisenhaus unterbrachten, da wurde auch- ihr gutes Herz von Liebe zu ihren Mitmenschen ergriffen, und inständig bat sie die Schwestern, sie dort hinzusenden, damit sie den Missionä-rimten behilflich sein könne. Man erfüllte ihren Wunsch-, und in Afrika angekommen, wurde sie jedoch- mehr gepflegt, als sie andere pflegte; indessen bildete sie sich immer mehr und -mehr aus. Kurz, unsere Madonda wuchs und mit ihr der Wunsch«, sich ein eigenes Heim zu gründen. Sie vertraute dieses den Schwestern! an, ja, bat sogar, daß 'man sie so bald wie möglich- verheirate. Doch. in Algier sind die heiratsfähigen Neger nicht so im 'Überfluß, als in foen tropischest Gegenden, daher war es keine kleine Sache, für Madonda eine passende Partie zu finden. Endlich dachte man an einen Neger, der ehemals, nachdem er seine Studien als Arzt -aus der Insel Malta beendigt und den. Doktortitel erhalten hatte, von den Weißen Vätern wicker nach den Ufern des Tauganifka zurückgeführt worden war. Dort i-m Mohrenlande verwertete er sein Wissen selbstverständlich mit großem Erfolg. Man erzählte ihm viel Lobenswertes von Madonda, besonders von ihrer Haushaltungskunst, ein Lob, das sie mit Recht verdiente, auch- sprach man von- den 400 Franks Rente. Was d-ie kleine Schwarze 'Betrifft, so war sie ganz außer sich ob dieses Vorschla- ges, und sogleich bat sie, einen Brief an ihren Zukünftigen git schreiben. Dies geschah, um Mondon einige Proben von ihrer geistvollen Sprache, ihrem Takte zu geben, und ohne Zweifel, dies mußte beitragen zum Erfolge ihres Schrittes. Ma-udon war wirklich sehr befriedigt und -antwortete ihr sogleich: „Mein Fräulein! Sie Bitten mich- um die Freiheit, mir zu schreiben, auch ich stelle Ihnen diese näm-liche Bitte. Verzeihen Sie und seien Sie mir nicht böse, d-äß ich- Ihren letzten Brief nicht gleich beantwortet habe, denn ein Arzt ist ein Arzt, Der Diener des Publi kums. Eine große- Angah.l Briefe wartet auf Antwort. Mit Ihrem letzten Briefe habe ich auch Ihre Photographie erhalten. Für den Augenblick kann ich Ihnen keine bestimmte Antwort geben; denn wissen Sie, Sie sind die 21. Bewerberin. Doch da Ihre Empfehlungen gut sind, so- glaube ich, Daß an Ihnen die Worte des Herrn, in Erfüllung gehen werden, Der sagt: „Die Letzten werden die Ersten sein". Von jetzt an schreiben Sie mir .alle vierzehn Tage — ob Sie Antwort erhalten oder nicht. Im nächsten Briese schreiben Sie mir Ihre Le-bens-gesch-ich-te von Ihrer Geburt an bis auf heute, und das ganz genau. Sie haben mir Ihr Alter gesagt und werden gewiß ganz neugierig sein, auch das meinige zu erfahren. In einigen Monaten werde ich 25 Jahre alt. Möchte -gern älter sein, denn alle Ärzte nennen mich, da mein Bart und Schnurrbart eben zu wachsen anfängt, „iDer Weiße Schnabel". Recht schwer bin ich- nicht, ich wiege nur 58 Kilo, indessen habe ich eine schöne Länge . . . raten Sie! ... ich Bin 1,80 Meter lang. Ich bin gewiß, d-aß Sie auch gern meine Photographie haben möchten; mein Zimmer ist voll von Photo--graphien, doch die metni ge fehlt. Im übn- Heft 2 und 3. Stern der Neger. 55 gen, wenn Sie die ehrw. Geneml-Oberi n bitten, dann Wido sie Ihnen schon einen Entwurf von mir machen, denn sie hat mich mehreremal gesehen. Ich bin schon lang im Schreiben 'geworden. Ein Diener ruft mich zun: Krankenempfang. Dr. Mondon, Arzt in 'S. L. Heute sind Mondon und Mad-onda -verheiratet und sehr glücklich. Der liebe Gott segnete ihre Ehe durch kleine Negerchen, welche bei Iber Geburt die heilige Dause erhielten. Dach als der Engel des Todes ihnen zwei schwarze Cherubim hinw-eg-raubte, da fanden die Eltern, in den Tröstungen unserer heiligen Kirche Mut und Kraft, die Prüfung christlich zu ertragen. Der Vater drückte zärtlich den letzten Kuß aus die ebenholzschwarzen Stirnchen, singend : „Der liebe Gott hatte sie mir geschenkt, doch mit ganzem Herzen gebe -ich sie ihm wieder zurück!" — Heute' wachsen vier andere kleine Neger und Negerinnen zur schönsten Hoffnung der Eltern und der christkatholischen Religion heran. Kl. A. B. Illll Ulk # #• Unterhaltendes. ^ ^ Sfreiferleben. Von Br. Al. Lanznaster, Missionskandid-nt. Wenn d-ie Tagesblätter von den Kriegsschauplätzen „Nichts Neues" oder „Keine besonderen Ereignisse" melden, so- ist oas nicht so aufzufassen, als ob an -dem betreffenden Tage dort nichts geschehen wäre und die Krieger in den Gräben einen wirklichen Ruhetag gehabt hätten, nein, es kann vielmehr zutreffen, daß solch ein „leerer" Tag für sie oft sogar aufregender war, als einer, der im Zeichen eines glänzenden Sieges ftonlD. Von kleineren Gefechitshandlungen erfährt man im Hinterlande meist nur wenig, und doch sind gerade sie häufig die interessantesten. Am spannendsten aber sind die Ge-fechtsv-erhältnisse einer Streifkompagnie, deren Leiben und Treiben, da sie für gewöhnlich selbständig arbeitet, vielfach geradezu abenteuerlich ist. Heute ist sie hier und' stürmt, morgen ist sie dort und hat die Aufgabe, „aufzuklären", Batterie-Stellungen zu erkunde::, feindliche Patro-uillen-gebiete zu säubern, Feldwachen zu beziehen usw. Zlu einer solchen Streifabteilung, gehörte auch, ich; zwar waren wir nur noch 43 Mann, aber der Welsche sollte dieser tapferen Kaisersä-gerabteilnng :uxh Manchen Verlust zu verdanken haben. Eben sollten wir in einen anderen Abschnitt marschieren, um dort neuerdings mit d-em Feinde Kontakt zu suchen. Am vorhergehenden Tage hatte der grauverhangene Himmel glühendes Erz berstender Schrapnelle über unsere Köpfe gespien. Es war ein anstrengender Marsch-; die Sonne brannte heiß herab, der Schweiß rann uns in erbsengroßen Perlen von der Stirne, der Magen knurrte, aber ohne R-aft 5<) Stern der N e g er. Heft 2 und 3. ging es tinmn; zwar Bornen wir cm so mancher Quelle vorüber, doch -war uns Labung streng verboten, ein Umstand, der uns jungen Burschen nicht wenige „Ach" und „Oh" entlockte, und manches sonst lachende Auge umflorte. Aber nicht bei allen war das der Fall; in der ersten Doppelreihe marschierten drei mit einem -geradezu unverwüstlichen Humor; der eine trug ans seiner Schulter einen Meinen, aus einem Fell -hergestellten Affen, der. wenn fein Herr an einer Schnur zog, die allerpossierlichsten Grimassen schnitt und so unsere ÄachnmÄkeln stets wieder aufs neue reizte; der zweite war ein Bauchredner und hatte überdies noch eine zahme Ratte bei sich, der dritte erheiterte uns durch schnurrige Lieder und Lautenspiel. Es war schon spät am Abend, als wir in einem kleinen Dorfe ankamen, das am Eingang eines herrlichen Seitentales lag. Anwesende Standschützen-, welche den Feldwachdienst um das Dorf herum versahen, wiesen uns den Weg zu einem geräumigen Hanse, wo wir einquartiert wurden. Unser Marschziel war erreicht. Da wir den ganzen Tag über nichts gegessen hatten, begrüßten wir es -aufs freudi-gste, -als uns von den Standschützen ein reichliches Mahl bereitet taurlDe, jeder einen halben Liter Wein erhielt und auch Zigaretten zur Verteilung gelangten. Bald waren alle Strapazen des Tages vergessen. Noch am Wend fand ich eine Mafchgele-genheit und erschacherte mir ein frisches Damenhemd: als ich dann auch noch. die Klei-der nach jenen kleinen Tierchen durchsucht hatte, -berteit selbst der Feind nicht Freund ist, so fehlte nichts mehr zu meiner Seligkeit und ich wollte mich zur wohlverdienten Ruhe begeben. Eine alte Bettstatt im Keller des Hauses bildete mein Ruhelager; doch mußte ich -daraus erst all die Pfannen und Töpfe und den sonstigen Plunder entfernen. Ich war noch nicht lauge eingeschlafen, als ich durch einen wahren Höllenlärm wieder aufgeweckt wurde; eine große Katze jagte nach Mäusen, wovon sich eine erstaunliche Menge im Keller zu befinden schien, ein Manöver, das bei den vielen Blechpfannen :oen Höllenlärm erklärlich machte. Ich entzündete mein letztes Streichholz, das ich bei mir führte, in der Hoffnung, dadurch die Jagdgesellschaft zu vertreiben; zu meinem Schrecken machte ich dabei die Entdeckung, daß ich mit Ungeziefer über und über bedeckt war und daß die ganze Bettstatt von diesem Geschmeiß toimmette. Wohl oder üb eil mußte ich mich entschließen, mein Heil in der Flucht zu suchen. — Aber das war nun ein Rückzug im Finstern! Der Keller war sehr groß und so stolperte ich mehr als einmal über die Pfannen und Töpfe, zog auch einmal meinen rechten Fuß glücklich wieder aus einem Kästchen mit Wagenschmiere, fand über schließlich -doch durch beständiges Tasten und Tappen den Ausgang. Ich streckte mich nun im Freien unter einen Baum hin; ich lag noch nicht lange, als ich auch- schon Kameraden erhielt, welche die gleiche ägyptische Pla>ge von ihren Lagerstätten vertrieben hatte. Da der nächste Tag zur Rast bestimmt worden war, wollte ich mich, als ich in der Frühe erwachte, nochmals umdrehen, -doch wurde nichts daraus, -da mir ein Soldat den Befehl überbrachte, sofort mit der bereits wartenden Offizier-Patrou-ille zu gehen. Mir schauderte, doch- erhob ich- mich sofort und machte mich bereit. Es war noch dunkel. Die Patro-uille bestand aus -dem Kommandanten und den übrigen Chargen -der S-treifkompagnie, ferner einem Standschützenhaüptmann und einem Standschützenvoerlentnant, und- hatte die Aufgabe, das Patrouillengebiet der Italiener auszukundschaften. Heft 2 und Z. Ster n der N e g e r. 57 Wir marschiertem in Das kleine Seitental hinein, an Dessen Eingang unser Dörfchen lag. Zoachdem wir uns in der Dunkelheit durch ein Keines Wjäldchen mit vielem dichten Strauchwerk glücklich hindurchgearbeitet hatten, wurde Rast geinaM und der Stanidschützenhauptmann teilte mit mir sein Frühstück, bestehend in Brot und Wein. Es war der letzte Liebesdienst, den er einem Soldaten erweisen sollte. schließlich im weiteren Verlaufe am oberen Rand einer wohl mehr als hundert Meter 1)011)611 Fe!lsw,aiid hiu. Eben ging es mit geschultertem Gewehr hart an derselben vorbei, als plötzliche der gsdämpste Ruf „Halt!" erscholl: ein Patrouillensuhrer wollte einen leisen Sßftff gehört haben. Da aber die Standschützenossiziere versicherten, daß unsere Patrouillen beständig in dieser Gegend arbeiteten und hier noch, nie einen Baren von ITlalta. Erst als es vollends Licht geworden, brachen wir wieder auf. Hell beschien die Sonne die uns gegenüberliegenden seind-licheu Befestigungen. Es war ein windstiller, herrlicher Herbsttag. Ober nns zog eine Entenschar dem See von . . . zu. Kein Schuß siel, nur aus weiter Ferne drang das rastlose Geknatter eines Maschinengewehres an unser Ohr. Niemand von nns •itifnite noch die Schrecken, welche dieser Dag uns bringen, sollte. Lautlos ging es vorwärts. — Der Weg begann allmählich ziemlich steil empor zn führen und zog sich Italiener gesehen hatten, gingen wir, wenn auch vorsichtig, so doch beruhigt weiter. Da, ich warf gerade einen Blick hinab in die grausige Tiefe, -erfolgte ans einmal ein fürchterliches Krachen. Aus allernächster Nähe hatte eine italienische Patrouille, die bei ihrem Aufklärungsdienste ebenfalls unerwartet auf uns gestoßen war, eine Salve aus uns abgegeben; ohne sich weiter Zeit zu einem zweiten Schutz zu nehmen, stürzte sie ans nns zu, und nun begann am Rande des untern gähnenden Abgrundes ein Ringen und Sichlbalgen aus Leben 58 Heft 2 und 3. ©tern b unb Tob. Ich — ber kleinste vom ganzen Regimente — wehrte mich gleich, ben anderen mit dem Mute ber Verzweiflung: krampfhaft hielt ich,, zu Boben geworfen, die Beine eines baumlangen Welschen umklammert, der sich vergeblich, bemühte, mich in die unheimliche Tiefe zu schleudern. Da befreite mich der Kolbenschlag eines Kameraden aus meiner entsetzlichen Lage. Nun konnte auch ich wieder mit am Ringen teilnehmen. — Mehr als einer stürzte über den Rand der gesgtemb hinab in Iben schwindelnden W gründ, aus dessen Tiefe dann unheimliche, markerschütternde Rufe zu uirs herauf drangen. Da gelingt es einem Gegner, mich neuerdings, zu Falle zu bringen, aber mit fast übermenschlicher Kraft reiße ich, auch ihn mit nieder und so nähern wir uns balgend und kollernd immer mehr dem W,gründ, da — ein furchtbarer Aufschrei und mein Gegner sauste in die Tiefe. — Aber auch ich war über den Felsenrand hinausgestürzt, und hatte es nur einer ganz außerordentlichen Fügung Gottes zu danken, daß ich in einer schmalen, quer über die Wand abwärts führenden Sandrinne auffiel. Leider wurde ich sofort von den Feinden bemerkt und' deshalb heftig unter Feuer genommen. „Herrgott, hilf mir!" 'schrie ich, ein um das anderemal, als ich von Todesangst getrieben, der Sand-rinne entlang, abwärts stürmte, während rechts und links die Kugeln, in den Sand einschlugen und zahlreiche Steine über mich hinwegsausten. Schließlich hatte ich, abgehetzt und zu Tode erschöpft, die Sand- ■ rinne hinter Mir, die sich nach! Durchquerung der Felswand in den angrenzenden Matten des Berges verlor. Jetzt erst merkte ich, dlaß ich, blutete. Ich Ifyatoe an der Neger. Seite einen leichten Bajonettstich erhalten. Um aber unseren bedrängten Kameraden Hilfe zu holen, mußte ich gleichwohl suchen, so rasch als möglich fortzukommen, alletn ich kam nicht mehr weit. Zwar gelang ex-mir noch,, um ein vorspringendes Felsstück zu kommen und mich, dadurch, den Blicken ber Italiener zu entziehen. Dann war ich aber auch mit meinen Kräften! zu Ende und erschöpft brach ich, zusammen . . . Als ich wieder erwachte, stanlden Schützen und Jäger bei mir und bestürmten mich mit Fragen. In abgerissenen Sätzen berichtete ich von dem 'Überfall auf der Felswand droben und rief noch,: „Hinaus aus die rote Wand, Seile mitnehmen!", dann schwanden mir neuerdings die Sinne. Ich wurde hinabgetragen ins Dörfchen, und als ich wieder zu mir kam, befand ich, mich in, den Händen meiner treuen Kameraden. Im Laufe des Vormittags noch brachte man unsern Kommandanten und einen meiner Kameraden, beide mit gebrochenen Beinen, ersterer hatte auch noch beide Hände gebrochen. Am späten Nachmittag erfuhren wir dann, der Feind habe die Höhe geräumt und sich, ins Tal zurückgezogen. Die steilen Zacken und Bergeszinnen erglühten eben in ihrem sanften Pnrpurrot. das wie flüssiges Gold, über die Schutthalden von den felsigen Spitzen hinab in die Tiefe riefelte, ein Zauberschleier, den die scheidende Sonne über die iBerge wirft. Leise nahte sich die Dämmerung, machte die rosengoldene Farbenpracht verblassen, milderte all die harten Linien und hüllte die Wirklichkeit in geheimnisvolle Schleier. Hefl 2 und 3. Ö9 Stern der Neger. Feldpost Einer unserer im Dienste. ibieS Kaisers stellenden Novizenbrüder schreibt uns: Im Felde, 16. Dezember 1916. Hochwürdige Patres! Ehrwürdige Brüder! Bor allem meine besten und herzlichsten Grütze an Euch. alle oiuS dem Schützengraben. Ich hoffe und wünsche, daß Ihr alle gesund seid, toctS ich Gott sei Dank auch noch bin. Obwohl die hier herrschende schied: „Behüt dich Gott, Bruder! Gedenke meiner und meiner 2. Kompagnie, und der Allmächtige möge es dir tausendfach' belohnen. Nochmals Sänke icfy dir für die Meidaille, die ich von ibir als Namenstags-geschienk erhalten habe. Dem Schutze Mariens enrpfehle ich dich und meine Kompagnie. Hoffentlich sehen wir uns einmal wieder." Gefangenenlager. furchtbare Kälte in den Ebenen Wolhyniens manchen aus uns bald verzagt macht, so bin ich doch stets zufrieden und munter. Schnee haben wir zum Glück keinen. Unser gegenseitiger Humor und die gegenseitige Liebe machen uns alles leicht. Ich kann Gott danken, datz ich unter so guten Kollegen bin. Auch meine Vorgesetzten sind- sehr gut. Unser ehemaliger Kompagnieko mmandant, der uns infolge Erkrankung verließ, sagte mir Beim Ab- Unsere Tagesordnung ist folgende: In der Morgendämmerung kommt einer und schreit aus Leibeskräften und mit angeschwollener Kehle: „Auf, zu Gott!" Hurtig erhebt man sich vom. Lager, und ein frommer Anblick nach oben heiligt den Morgen. Dann kriecht man aus der Deckung, die einer Höhle ähnlich sieht, um Wasser aus ibem nahen Sumpf zu holen und sich waschen zu können: die Seife multz man sich aber dazu denken. Daun wird ein Feuer 60 Heft 2 und 3. Stern der Neger. gemacht, um sich einen „Schwarzen" kochen zn können. Jetzt freilich wird derselbe häu-fig schon durch eine nahrhafte Brennsnppe ersetzt. Dann sucht nran seinen -Bims her-vor. Da kann man kuriose Gesichter sehen, wenn dem diniern! oder andern die Mäuse über das Brot gekommen sind und nicht mehr allzuviel übrig -gelassen h,alben. Wenn es dann heißt, antaten, so- spaziert- der eine dahin, der andere dorthin, j-e nach- dem Dienste des einzelnen. Mährens des Tages kommen oft die unerwünschten Besuche von -Granaten, Schrapnells! nnd-Minen: da heißt es, sich decken. Idach voll-brachtem Dienst hat man wieder freie Zeit. Da könnte ni-cmi sich durch ein Schläfchen erquicken-, aber gewisse Tierchen lassen einem feine Ruhe. Im übrigen denke ich oft an d-i-e Tagesordnung iitn Kloster und suchte sie nach Möglichlkei-t -einzuhalten. Wenn -Gott mir d-as Leben läßt, ho-fse ich, mich von- neuem wieder seinem Dienste weihen zu können. Manchmal -kommt es -vor, besonders -bei finsterer Nach-t, daß der eine oder der andere die Hühnersteige inu Unterstände nicht findet oder auf allen Bieren zugleich- her-nnter kommt. So- passierte mir vor kurzem, als ich von der Feldwache- heimkam, daß ich beim Übechchreiten der Treppe einen Schritt zu kurz tat, und- plumps, war ich- bis über die Knie int Sumpfe. Gleich- fragten mich -die Kollegen: „Was hast dli denn geschöpft?" Erbaut hat es mich, daß die Kameraden so regen Anteil nahmen am religiösen Le- ben und auch häufig zu den Sakramenten gingen, besonders bei solchen, die jahrelang ihren religiösen Pflichten nicht nachgekommen tonnen. Einige hatten früher i-m -Hinterlande alles Religiöse -als eine Dummheit hingestellt, aber der Schützengraben hat ihnen den Weg zur Umkehr gegeigt. Manche baten mich gar um einen Beichtunterricht, wozu ich natürlich gerne bereit war. Der Weltkrieg schreitet durch die Heere' als eifriger Missionär und findet so manche verirrte Seelen und bringt sie noch- zum -ewigen Glücke. Nnit muß ich -meine Zeilen schließen und will nur no-ch- ein paar Worte ‘Beifügen. Vergesset unser nicht, die wir unter vielen Strapazen iim Felde stehen und- mit Mut und Beharrlichkeit für -Gott, Kaiser und Vaterland -kämpfen und- statten, tote auch unserer Mit-brüder, die sich in Gefangenschaft oder int Spirale befinden Gedenket auch- jener, die der Tod ans nnserer Mitte -genommen, -und seid ihnen hilfbereit, wenn sie sich vielleicht noch int Reinigungsocte befinden sollten. Vergesset auch jene nicht, welche im fernem- Afrika in der Mission tätig sind-, daß sie den Mut nicht verlieren. So wünsche ich Euch allen recht frohe gesegnete Weih-nachten unb ein recht glückliches neues Jahr. M!an hofft und wünscht, -daß es mit Gottes Gnade und Segen ein Friedensjahr werden wird. Euer i-m Herzen Jesu ergebener Mitbruder Johann Zorn. Ilachrichfen des Theotogen=IM[ions=\7erbandes Österreichs. (Th. HI. Vb. Ö.) Redigiert vom Vorort des üheologen-IlMionsverbandes Österreichs, derzeit in Brixen, Südtirol, Priesterleminar. Stand der österreichischen Theologen-Millionsvereine zu Beginn des Schuljahres 1916/17. Brixen, Südtirol, Priesterseminar: Missionsverein (62 Mitgl.) mit Missionszirkel (12 Mitgl.). Obmann des M. V.: Oskar Mattle, des M. Z.: Franz Zangerl. Derzeit Vorort. Vorortsvorstand: Fosef Franco, Vorsitzender, Oskar Mattle und Anton Kirchmair, Schriftführer. B ud w e i s, Bö h m en, Knabenseminar: Missionszirkel „Leo" (8 Mitgl.). Ob-mann: Johann Weiß. Graz, Priesterhaus: Missionsverein (20 Mitgl.) mit Missionszirkel. Obmann: Johann List. Heiligenkreu z, Stift, bei Baden, Niederösterr.: Missionsverein (15 Mitgl.) j mit Missionszirkel (10 Mitgl.). Obmann des M. V.: Fr. Bernhard Wagner O. Cist., des M. Z.: Fr. Eugen Stark O. Cist. Klagen fürt (derzeit Tanzenberg bei Maria-Saal, Kärnten): Missionssektion (26 Mitgl.) mit einem Missionszirkel („Ring" und „Kern"). Obmann: Jakob Mayer. K ö n i g g r ä tz, Böhmen, Priesterseminar: Missionskränzchen (7 Mitgl.). Ob-mann : Josef Cech. L e i t m e r i tz, Böhmen, Priesterseminar: Missionszirkel (als Sektion des Bo-nifatius-Vereines). Obmann: Anton Gcmche. Mitglieder (1915/16): 15. S t. Florian, Stift, Oberösterr.': Missionsverein (42 Mitgl.) mit Missionszirkel. Obmann des M. V.: Gottfried Fischer O. Praeni., Obmann des M. Z.: Hans Hollnsteiner 0: 8. Aug. S t. Pölten, Niederösterr., Alumnat: Missionsverein („Kaffernverein" mit 34 Mitgl.) mit Missionszirkel (19 Mitgl.). Obmann: Hans Mold. Es bestehen also Zurzeit in Österreich: 9 Missionsvereinigungen (Vereine oder Sektionen) mit 6 Missions-Studienzirkelu (oder verwandten Einrichtungen). Durchhalten! Aufruf an alle Illifflonsvereine. (Vom Vororte.) Durch das Ausbleiben des normalen Nachwuchses an Theologen sind auch unsere Missionsvereine in eine sehr schwierige Lage gekommen. Die Lage wird sich näch- stes Jahr voraussichtlich noch schwieriger gestalten, da heuer der letzte starke Jahrgang, der noch in die Friedenszeit zurückreicht, das Seminar verläßt. Gott sei 62 Stern der Neger. Heft 2 und 3 Dank, es haben bisher alle Vereine tapfer standgehalten und trotz aller Schwierigkeiten tüchtig weitergearbeitet. Halten wir aber auch f e r n er durch, I a s -f e n w i r, soweit es irgendwie möglich ist, keinen einzigen Verein eingehen! Bedenken wir, das; nach dem Kriege unsere und des Volkes Mithilfe am schwergeschädigten Missionswerke doppelt notwendig sein wird. Was aber können wir tun, um unsere Vereine glücklich durch die schwere Zeit hindurchzuretten? — Ein paar Winke: Sorgen wir jetzt schon für den nötigen Nachwuchs in der Vereinsleitung! Richten wir unser Augenmerk besonders auf die wenigen Mitglieder der unteren Jahrgänge, und wenn es uns an der nötigen Auswahl gebricht, so wollen wir uns die wenigen, die uns zur Verfügung stehen, um so eifriger zu tüchtigen Missionsvereinsobmännern heranbilden. Errichten wir besonders an Orten, Ivo eine allgemeine Missionsarbeit infolge der durch den Krieg geschaffenen Verhältnisse nicht leicht möglich ist, einen Missious-Studienzirkel. Schon mit 3 bis 4 Missionsfreunden kann man einen solchen Studienzirkel errichten. Es hätte dies den Vorteil, daß, wenn es anders nicht möglich ist, wenigstens ein paar eifrige Vertreter der Missionssache immer im Seminar wären. Stützen wir einander durch recht innigen Zusammenschluß und Verkehr der Vereine untereinander und mit dem Vororte. Die gegenseitige Hilfeleistung, Ratschläge und Ermunterungen werden uns über viele Schwierigkeiten hinweghelfen. Was den Vorort betrifft, so wird es eine seiner ersten Aufgaben sein, namentlich solchen Vereinen, die unter besonders schwierigen Verhältnissen arbeiten, mit Rat und Tat nach Kräften beizustehen. Frater, si adiovatur a fratre, civitas firma. Eine feste Stütze für unsere Vereine können wir auch darin finden, daß wir die in die Seelsorge tretenden und die in der Seelsorge schon wirkenden früheren Mitglieder unseres Vereines als „außerordentliche Mitglieder" an den Verein anschließen, (cfr. Vorschlag im Jännerheft.) Auf diese Weise blieben den Vereinen viele Freunde und Ratgeber erhalten, die dafür sorgen werden, daß der Verein immer tüchtig weiterarbeitet. Und sollte es wirklich einmal notwendig sein, einen Verein aufzulassen, so werden es wieder diese Mitglieder in der Seelsorge sein, die dafür sorgen werden, r daß er sobald als möglich wieder erstehe. Und wenn uns in unseren Arbeiten recht viele Schwierigkeiten begegnen, dann lesen wir wieder einmal eine Missionszeitschrift und es wird uns aus der Lesung derselben klar werden das ganze Elend des Heidentums, in dem viele hundert Millionen von Menschen schmachten und der Befreiung harren. Es werden an uns vorüberziehen alle die ungezählten, durch den Krieg verwüsteten oder verwaisten Missionswerke, wir werden uns wieder bewußt werden, wie für viele und große Missionsgebiete die Entscheidungsstunde geschlagen. Und diese Tatsachen werden uns ein Ansporn fein, unermüdet in unseren Vereinen weiterzuarbeiten trotz aller Schwierigkeiten. Ja, halten wir durch, so gut es geht, um der Liebe zum göttlichen Meister willen, der für alle diese Seelen gelebt, gelitten hat und gestorben ist, und dessen sehnlichster Wunsch es ist, daß „alle Menschen selig werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen". Holen wir uns immer wieder Missionseifer beim eucharistischen Heiland im Tabernakel! Unsere Missions-bewegung ist ja entstanden im Anschlüsse an den Eucharisti- scheu Kongreß in Wien. Der eucharistische Heiland wird es auch sein, der unsere Theologen-Missionsvereine in dieser schwe- ren Kriegszeit nicht wird eingehen lassen, sondern sie mit seinem Segen durch diese Jugendstürme hindurchretten wird. Österreichs religiöser Cinkluh in Palästina, Von Dr. Josef Sieger, Theologieprofessor in Brixen. (Schluß.) Nicht unerwähnt darf bleiben die Missionstätigkeit des in den weitesten Kreisen bekannten Tiroler Missionärs Don Gatt. Er ist geboren zu Vinaders, Tirol, 1842. 30 Jahre alt, kam er 1872 als Vizerektor des österreichischen Hospizes nach Jerusalem, wurde dann nach einem Jahre Direktor der von Pater Ratisbonne gegründeten Knabenerziehungsanstalt St. Peter in Jerusalem und gründete 1879 eine Missionsstation in der alten Philisterstadt Gaza. Da er von Österreich keine Unterstützung erhielt, war er ganz aus sich selbst angewiesen. Seine mitgebrachten Ersparnisse betrugen 4000 Franken; damit mußte er den Anfang machen. Der Patriarch von Jerusalem gab ihm alle zur Gründung der Mission notwendigen Vollmachten, konnte ihn aber materiell nicht unterstützen. Der begeisterte Missionär machte deshalb eine Sammlungsreise nach Europa, die ihm bei seinem bescheidenen Charakter ungemein schwer ankam. Das ganze Ergebnis dieser Reise waren 1500 Franken. Er mietete jetzt ein Haus, nahm einen maronitischen Priester als Gehilfen an und pa-storierte die wenigen Katholiken von Gaza. Es bot sich ihm eine schöne Gelegenheit, einen großen, herrlich gelegenen Bauplatz zu kaufen. Er erwarb ihn, aber seine Gelder waren wieder zu Ende. So mußte er die zweite Sammlungsreise nach Europa antreten. Diesmal brachte er 10.000 Franken zusammen. Er begann nun den Bau eines Hauses. Immer weitere Kreise wur- den aus diesen edlen, selbstlosen Priester aufmerksam und die Unterstützungen flössen reichlicher, so daß er durchschnittlich im Jahre 5600 Franken aufwenden konnte. Er kaufte mehrere Grundstücke, darunter einen schönen Obstgarten in Asdud, baute dort ein Haus, das der Herberge für die Fremden dient, und errichtete eine Damps-mühle. So hatte -er vollständig! auf eigene Verantwortung und mit selbst zusammengebrachten Mitteln diese für die Zukunft sehr wichtige Missionsstation gegründel. Sein Plan war nicht, eigentlich systematische Missionstätigkeit zu entfalten, sondern sür spätere Missionäre alle notwendigen Vorbedingungen zu schaffen. Auch hierin zeigt sich seine Uneigennützigkeit: er will bloß den Acker bestellen, die Ernte überläßt er seinen Nachfolgern. „Ich bin," sagt er im „Jahrbuch des österr.-ungar. Pilgerhauses in Jerusalem", * „nicht nach Gaza gekommen, um die Akatholiken zu bekehren; ich ging zunächst nach Gaza, um daselbst eine Missionsstation sür deutsche Weltpriester zu errichten, dieselbe so zu fundieren, daß sie für alle Zukunft sicher-gestellt ist, und nebenbei die wenigen Katholiken zu pastorieren, die mir die Vorsehung zusenden würde." Einige griechische Familien hat er in die katholische Gemeinde ausgenommen. Die kleine katholische Gemeinde hängt mit Liebe an ihm. Er ist für sie alles: Seelsorger, Lehrer. * 3. Jahrgang (1909), S. 86 f. Stern der Nege r. Heft 2 und 3. (14 Vertreter gegenüber der Regierung usw. Auch bei den Arabern ist er hochgeschätzt.* Neben der Sorge für die Mission hat er für die Wissenschaft Großes geleistet. Er ist einer der ersten Kenner Palästinas und hat seit 40 Jahren zahlreiche Aufsätze für wissenschaftliche Zeitschriften geschrieben und eine Anzahl selbständiger Werke, z. B. „Beschreibung über Jerusalem und seine Umgebung" (1877), „Die Hügel von Jerusalem" (1807), „Sion in Jerusalem, wo es war und wo es lag" (1900). Eine Topographie des alten Jerusalem liegt in Handschrift vollendet vor. So hat sich Don Gatt nicht bloß durch die Gründung seiner Mission, sondern auch als Mann der Wissenschaft durch seine gelehrten Werke ein bleibendes Denkmal gesetzt.* Noch einer Einrichtung muß Erwähnung geschehen, durch die das Ansehen Österreichs in Palästina gewachsen ist, der von General v. Himmel organisierten Volkswall- * Über seine durch den Krieg geschaffene Lage schreibt er in einem Briefe an den Referenten vom 14. September 1916: „Ich denke Tag und Nacht an die Heimat; die hiesige Nachrichtenhalle bringt ausgiebige Nachrichten über die äußeren Vorgänge, aber sonst weiß ich nichts. Ich habe mich bisher wohl oder übel durchgeschlagen, und werde auch in Zukunft auf meinem Posten bleiben, wenn es mir gelingt, das zum Leben Nötige aufzutreiben. Flecktyphus, Cholera, Flugzeuge und Kanonaden haben mich bisher verschont. Auf Licht, Zucker, Reis, Wein und Mehlspeisen muß ich verzichten. Ich kann nicht nach Jerusalem reisen, nicht einmal nach Asdud. In Gaza wurde mitten durch die Stadt in der Richtung von Westen nach Osten eine 16 Meter breite Straße durchgebrochen; alle Bauten, die im Wege stehen, werden niedergerissen. Meine Mission hat dabei nicht zu leiden. Ich sehne mich schon sehr nach dem Frieden." ** Gaben für Don Gatt möge man senden an Maximilian Baron v. Biegeleben, Präsident des Mariä-Empfängnis-Vereines, Wien, I., Ballhaus-platz. Die Adresse des hochverdienten Missionärs lautet: Don Georg Gatt, lateinischer Missionär, Gaza (Palästina). fahrten. Ein Kenner Palästinas, der frühere Rektor des deutschen St. Paulus-Hospizes iit Jerusalem, Pater Ernst Schmitz, schreibt darüber: „Vielleicht durch nichts hat sich Österreich so sehr um die katholische Kirche in Palästina verdient gemacht wie dlirch die vom Obersten von Himmel in Österreich organisierten großen Volkswallfahrten." * Im Jahre 1898 wurde die erste große Männerwall fahrt mit 500 Pilgern veranstaltet, die in Palästina großes Aufsehen erregte. Seitdem gingen von Brixen fünf solcher Pilgerzüge ab, drei aus Oberösterreich, drei aus Steiermark, zwei aus Mähren, drei aus Österreichisch-Polen und einer aus Ruthenisch-Galizien. Andere Länder schlossen sich an, so Bayern, Württemberg, Norddeutschland und die Schweiz. — Diese großen Volkswallfahrten sind für die katholische Mission in Palästina von großer Bedeutung. Die Schismatiker, besonders die Russen und die Griechen, haben einen großen Einfluß und erschweren die katholische Mifsionstätigkeit. Tausende von schismatischen Pilgern ziehen alljährlich nach Palästina und besuchen die heiligen Stätten, so z. B. aus Rußland allein im Jahre zirka 10.000. Der Eindruck, der dadurch bei den Orientalen hervorgerufen wird, ist unverkennbar; das Land, das die Pilger schickt, gewinnt an Ansehen, ebenso wie die Religion, der die Pilger angehören. Und so wird durch gut organisierte Pilgerzüge der Religion und dem Staate ein Dienst erwiesen. — General von Himmel war ein großer Organisator, weshalb es ihm möglich war, trotz der staunenswerten Billigkeit der Volkswallfahrten einen solchen Geldüberschuß zu erzielen, daß neben einem reichen Sicherheitskapital ein Fono von 100.000 K angelegt werden konnte, * „Das kath. Deutschtum in Palästina", S. 10. Heft 2 und 3. Stern «der Neger. dessen Erträgnis zu Stipendien für orientalische Studien österreichischer Theologen verwendet wird, lind so wird der Name des verdienten Generals von Himmel stets mit Ehren genannt werden, wenn vom Einfluss Österreichs auf Palästina gesprochen wird. Infolge des Krieges und der damit im Zusammenhange stehenden Veränderungen in Palästina (Aufhebung der Kapitulationen, Einziehung der ausländischen Postämter, Erlaß von neuen Schulgesetzen und dergleichen) dürste auch der Einfluß Österreichs etwas erschwert sein. Doch hoffen wir, daß die Stellung Österreichs in Palästina durch das im Krieg erprobte Freundschaftsbündnis mit der Türkei auf die Dauer gefestigt wird und daß die Bemühungen für die Erhaltung und den Ausbau der Missionen im Oriente, denen in Österreich besonders der Mariä-Empfäng-nis-Verein dient, von Erfolg gefrönt seien. Wie arbeiten untere IMtionsvereine? Zusammengestellt aus den Antworten aus die Rundfrage. („Stern der Neger", Oktoberhest 1916.) Wir beginnen hi emit mit der Veröffentlichung der Antworten auf unsere Rundfrage: „Wie arbeiten unsere Missionsvereine?". Die Abhandlungen sind nach gewissen Gesichtspunkten geordnet. Wir behandeln zuerst die Arbeitsweise der Missionszirkel, da wir gute Missionszirkel für eine der wichtigsten Einrichtungen unserer Vereine halten.* Wir haben dabei MissionsStudienzirkel int Auge, die gewöhnlich im Rahmen eines für die Allgemeinheit bestimmten Missions verein es arbeiten und den Zweck haben, einen kleineren Kreis von Missionssreunden tiefer in das Verständnis der Missionskunde einzuführen. I. Die Arbeitsweise der IIMionszirkel. 1. Leitung der M i s s i o n s z i r k el u n d V e r h ä l t n i s z n m M i s s i o n s-verein. Der Missionszirkel wählt sich einen eigenen Obmann, der, wenn es leicht möglich ist, nicht zugleich Vereinsobmann sein soll, * Vergleiche den Artikel „Missionszirkel" im August-Septemberhest des „Stern" 1916; damit die Arbeit lticht von einem allein verrichtet wird, sondern mehrere Mitarbeiter seien. Der Missionszirkel untersteht dem Verein, ist aber im einzelnen in seiner Tätigkeit frei. Den Zirkel zum gesetzgebenden und beschließenden Ausschuß für den ganzen Verein 31t machen, also die Zirkelmitglieder über die Vereinsmitglieder zu stellen, dürfte in der Regel nicht g ü n -st i g sein. In einem unserer Vereine, wo das Verhältnis zwischen Zirkel und Verein in dieser Weise aufgefaßt wurde, haben sick daraus Reibungen entwickelt, da sich die Nicht-Zirkelmitglieder benachteiligt fühlten. Das schließt aber nicht aus, daß wichtigere Vereinsfragen vor den Zirkel gebracht und dort besprochen werden. Das wird sogar sehr anregend und nützlich sein, nur sollen, wenigstens ltach außen hiil, die Beschlüsse nicht vom Zirkel, sondern von der Vereinsleitung ausgehen und gegeben lverden. Danlit der Kontakt zwischen der Vereinsleitung und dem Zirkel ein recht inniger sei, bestimmt der Missionszirkel in 66 Stern der N e g e r. Heft 2 und 3. Brixen, daß jedes Mitglied der Vereinsleitung zugleich auch Mitglied des Missionszirkels sein muß. Eine ähnliche Bestimmung enthalten auch die Statuten des Missionszirkels in St. Pölten. 2. D i e Versammlungen. Die Z.-Versammlungen finden in der Regel geschlossen statt. Sie ganz allgemein zugänglich zu machen, bewährt sich nicht, da man dadurch in der Wahl des Ortes und der Zeit und besonders des Themas viel zu viel auf die Allgemeinheit Rücksicht nehmen muß und manche Gegenstände, z. B. Geschäftliches, Vereinsangelegenheiten, die die Allgemeinheit weniger interessieren, nicht gut behandeln könnte. Bei besonders interessanten Vorträgen (z. B. Lichtbildervorträgen) kann man ja eine Ausnahme machen. Um auch solchen Herren, die sich zwar für den regelmäßigen Besuch der Zirkelversammlungen nicht entschließen können, aber doch mit Interesse das eine oder andere Thema hören möchten, Gelegenheit zum Besuch der Z.-Ver-sammlungen zu bieten, wählte der Zirkel in Brixen folgenden Mittelweg: Wenn zu Beginn des Schuljahres die Anmeldung der neu eintretenden Mitglieder entgegengenommen wird, werden die einzelnen Herren auch gefragt, ob sie es wünschen, daß ihnen jedesmal das Thema der Zirkel-Versammlungen angegeben werde. Jene Herren, die dies wünschen, werden dann von jeder Zirkel-Versammlung in Kenntnis gesetzt und können, so oft sie wollen, als Gäste dazu erscheinen. Als Versammlungslokal eignet sich wegen des kleinen Kreises besser ein kleinerer Raum, da in einem großen Saale der familiäre Charakter, der im Zirkel herrschen soll, zurücktritt. Die Versammlungen sollen nicht allzu lang sein, jedenfalls nicht über drei Viertelstun- den. Was die Zahl der Versammlungen betrifft, so setzen die meisten Vereine in ihren Statuten für alle 1 4 T a g e eine Versammlung fest, womit auch die richtige Mitte getroffen sein dürfte. (St. Florian, Klagenfurt, Brixen.) Heiligenkreuz bestimmt, daß alle' 4 Wochen eine Zirkel-Versammlung stattfinde, ähnlich auch Graz. Die Statuten des Zirkels in Leit-meritz bestimmen (§ 8): „Die Mitglieder des Zirkels haben kleinere Gruppen zu bilden zu je 5 Mann; jede Gruppe hat in der Woche einnml eine Versammlung, bei welcher einer dieser fünf ein Missionsthema behandelt." Jedenfalls darf man nicht zu viele Versammlungen ansetzen, damit nicht andere Vereine und besonders das Berufsstudium verkürzt werden, und auch deshalb, weil bei zu großer Inanspruchnahme die Mitglieder der höheren Jahrgänge wegen Zeitmangels nicht mehr mittun würden. (Brixen stellt den Mitgliedern des 4. Jahrganges Versammlungsbesuch und Vorträge frei.) Lieber etwasweniger, aberbe st ändig! Zu große Zirkel dürften sich nicht besonders eignen; wenn mehr wie 20 Mitglieder im Zirkel sind, so dürfte sich eine Teilung desselben empfehlen, damit die einzelnen mehr zur Sprache kommen. (Vergl. die Praxis der deutschen Missionsvereine, besonders Münster.) 3. Die Vorträge. Die Vorträge werden von den Zirkelmitgliedern selbst gehalten. W i e viele Vorträge ein Mitglied jährlich zu halten hat, hängt von der Zahl der Mitglieder und der Versammlungen ab (gewöhnlich 1 bis 2 Vorträge jährlich). D i e Form der Vorträge kann etwas ungezwungener sein, auf Auswendiglernen derselben braucht man nicht zu dringen. Sehr gut wirken von Zeit zu Zeit L i ch t b i l - Heft 2 und 3. Stern Der Neger. 67 dervorträge. Sehr nützlich ist es, wenn man, wie es in St. Florian geschieht, von den Mitgliedern verlangt, daß sie die Vorträge schriftlich abfassen und dem Zirkelobmann abgeben, der sie dann sammelt. Auf diese Weise käme in Der Obmann legt sich daher gleich zu Beginn des Schuljahres den Vortragsplan für das ganze Schuljahr zurecht, besorg: die nötige Lektüre dazu und teilt die Vorträge gleich an die einzelnen aus, damit sie genügend Zeit zur Vorbereitung haben. Ein [enuiiiicher Beduine. einiger Zeit eine sehr praktische Mate-r i a l i e n s a m m l u n g zustande. Der Zirkel soll den Stoff s y st e m a -tisch durcharbeiten, und zwar so, daß womöglich in 4 Jahren ein einigermaßen abschließendes Bild aller Missionsgebiete und der wichtigsten Missionsfragen gebotenwerde. (St. Florian, Heiligenkreuz, Brixen.) Innerhalb dieses Vortragsplanes lasse man den Mitgliedern möglichst freie Wahl, damit jeder womöglich jenes Thema bearbeite, wozu er am meisten Freude hat. Es werden so die Vortrüge viel besser ausfallen. Das Programm der Zirkelvorträge soll wissenschastlich-praiktisch sein. Rein wis- 68 Stern der Neger. Heft 2 und 3. fenschaftlich dürfen unsere Missionszirkel nicht sein, es müssen auch praktische Fragen behandelt werden, entsprechend dem Zweck unserer Theologen-Missionsvereine: tüchtige Vertreter der Missionssache für die Seelsorge heranzubilden. Man kann den Missionsstoff in folgender Weise einteilen: 1. Die Missionsfelder der Missionare: Fortlaufende Behandlung der Missionen auf der ganzen Erde; Überblicke; Bilder aus einzelnen Missionen; das Wirken einzelner Missionäre; Geschichte einzelner Missionsgebiete; die Verdienste und das Wirken einer Gesellschaft in einem bestimmten Missionsgebiete; die Religionen; die kulturellen, geographischen und politischen Verhältnisse in einzelnen Gebieten; das Schulwesen, der einheimische Klerus. 2. Das Misstonswesen in der Heimat: Die Missionshäuser und -gesellschaften; die Hilfsvereine; die akademischen Missionsvereine; Mission und Volk; Mission und Verein (Kongregationen); Vereinsund Verbandsangelegenheiten. 3. Prinzipielle und wissenschaftliche Fragen: Die Missionspflicht, Möglichkeit der Missionsbetätigung; Geschichte der Missionen im allgemeinen; Biographien heiliger Missionäre oder heimatlicher Missionsapostel; Mission und Heilige Schrift; oie dogmatische Grundlage des Missionsgedankens. Es wird anziehend wirken, bald ein Thema aus der einen oder anderen Gruppe zu nehmen. Der größere Teil der Vorträge aber soll die Beschreibung der Missionen selbst zum Gegenstand haben, da diese am meisten interessiert und begeistert. Da es begreiflicherweise unmöglich sein wird, alle einzelnen Missionsgebiete in 4 Jahren zu besprechen, muß eine kluge Auswahl des Stoffes getroffen werden. Man gebe zuerst eine Übersicht über ein größeres Missionsgebiet und greife dann die eine oder andere Mission gleichsam als Paradigma heraus und behandle diese eingehender. Gerade in den einzelnen Zügen liegt vielfach das Interessante, während fortwährende Übersichten langweilen. Man hüte sich aber auf der anderen Seite auch, zu sehr ins einzelne zu gehen; dazu fehlt uns die Zeit. Material für diese Vorträge liefert die Missionsbibliothek. Man soll daher bei der Anschaffung von Büchern für die Missionsbibliothek in erster Linie auf die Bedürfnisse des Zirkels Rücksicht nehmen. 4. D i e D i s k u s s i o n. An den Vortrag schließe sich immer eine Diskussion, für die eine bestimmte Zeit reserviert werden soll. Diese wird bei wissenschaftlichen Themata kürzer ausfallen und sich auf Ergänzungen zu den Ausführungen des Redners beschränken. Bei praktischen Themata ist die Diskussion besonders zu betonen. Es werden dabei praktischeVorschläge gemacht und besprochen. Hier ist auch der Platz, wo die Mitglieder des Zirkels zur praktischen Betätigung für die Mission, die im Zirkel schon gar nicht fehlen soll, angeregt werden. Soll die Diskussion nutzbringend sein und nicht eine bloße Wortstreiterei, dann müssen die Mitglieder frühzeitig über das Thema, das bei der nächsten Versammlung behandelt wird, in Kenntnis gesetzt und es muß ihnen auch die einschlägige Literatur angegeben werden, damit sie sich vorbereiten sönnen. (Fortsetzung folgt.) Heft 2 uti o 3. 69 Stern der Neger. Verzeichnis der verwendeten Abkürzungen. üh. m. Vb. s. — Theologen-Missions-Ver-band Österreichs; Vb. —Verband; V. 0.= Vorort; V. 0. V. — Vororts-Vorsitzender; Vf. C. — Vertretertag; V. — Verein; V. V. — Vereine; Hl. V. = Missionsverein; m. Z. — Missionszirkel; S. O. — Geschäftsordnung ; S. — Satzungen. Geschäftsordnung (G. < I. P sli ch t e m d e s Vorortes (cfr. Satzungen (= ©.), § 9 bis § 14.) § 1. Nach ibex schriftlichen Neuwahl des Vorortes (V. O.) teilt der alte V. O. den Vereinen sofort brieflich Las Wahlergebnis mit und veröffentlicht es auch im „Stern der Neger" (St. N.) und- in den „Akad. Missionsb'l.". Der akte V. O. sendet dem neuen Vorortsvorsitzenden (V, O. V.) sofort!bie V. O.-Akten zu, damit er sie in die Ferien mitnehmen kann. Š 2. Die Wahl des V. O. B. erfolgt sogleich nach der Wahl des V. £)., imb zwar geheim mittels Stimmzettel. § 3. Am Schlüsse «des II. Sem. -gibt der P. O. im St. N. einew kurzen 9t e ch e n -s ch a s t s bericht (Stand des Verbandes. Aufzählung und genaue Adresse Iber Vereine, Tätigte its- und Kassenbericht.) n. V e r kehr des! Vorortes mi t d e n Vereine n. § 4. Die V. V. haben -arm den V. O. jährlich eine Anmeldung und zwei Berichte zu senden. 1. Die Anmeldung zu Beginn des Schuljahres hat zu enthalten: a) Namen und genaue Adresse der Vereinsvorstände für das betreffende * Die G. O. für den Vertreterin^ wurde losgetrennt und wird später eigens erscheinen. Zeitschriften: Hk. Hl. — Akademische Missionsblätter; St. II. — Stern der Neger; Km. = Katholische Missionen; Zm. — Zeitschrift für Missionswissenschaft. (Vergl. das Verzeichnis der Abkürzungen in der ZM. 1913. S. 90.) .) des Ch. IR. Vb. 0.* Schuljahr; b) Zahl der Vereinsmitgli-eber (zur Bemessung des 'Geldbeitrages nach § 7 der S.). 2. Der e r st e Be r i ch t am Ende des I. Sem. hat zu enthalten: a) Tätigkeitsbericht über das I. Sem.: b) Etwaige wesentliche Änderungen in Iben Satzungen oder in der V.-leitung; c) Etwaige Angaben, die bei der Anmeldung nicht gemacht werden konnten; d) Anträge und Wünsche des V. 3. Der zweite Bericht gleich nach Schlriß des V.-jahres hat zu enthalten: a) Tätigkeitsbericht über das II. Sem.; b bis d) wie oben; e) Ferienadresse des Obmannes. Der genaue letzte Termin für bite Einsendungen richtet sich nach dem jeweiligen Redaktionsschluß im St. N. und in den „Akad. Missionsbl." und muß vom V. O. jedesmal früh genug bekanntgegeben werden. Außerdem haben Me V. V. jederzeit auf Anfragen des V. O. pünktlich zu antworten. § 5. Im St. N. gestellte Anträge müssen innerhalb vier Wochen, gerechnet vom Tage der Herausgabe des Blattes, erledigt werden, unter Strafe der Ungültigkeit der Stimme (cfr. S., § 23.). § 6. Ende Avril lnirlb1 den V. V., der von den Vorortsauslagen auf sie entfallende 70 Stern b e r Neger. Heft 2 und 3. Anteil BefiotmitigiegeBen. Der Betrag wirb bis längstens 16. Mai an den V. O. gesandt. Wenn es der V. O. wünscht, kann er sich zu Beginn dtzs Vereinsjahres von dein V. V. einen Vorschuß in der Höhe der vorjährigen Wereinscmslagen geben lassen. § 7. Der Vorort legt seine Amtsführung nieder, wenn die Hälfte der angegliederten V. V. es verlangt. In erster Linie obliegt dem vorherigen V. O. die Pflicht, bei nachlässiger Führung der V. £>.= geschäfle brieflich den V. V. einen diesbezüglichen Antrag zu stellen. III. „Stern der Reger". (S., § 3). („Akad. Miss.-Blätter", csr. S., § 7, Nr. 2; § 13; G. O. § 1.) § 8. Die Ein g a 6 e n für den St. N. sollen sein: Arbeiten von Vereinsmitglie-dern, Vereinsvorträge, Mitteilungen ber D. V. und des V. O., Vorbereitung des Vertretertages, Verzeichnis von Missions-schriflen. § 9. Die Redaktion der monatlichen Eingaben für den St. N. obliegt dem jeweiligen V. O. Ilm in die Veröffentlichun-gen einige Zielstrebigkeit und Einheitlichkeit zu bringen, hat sich bet V. O. zu 23e= ginn sines jeden Schuljahres ein Programm festzulegen, in dem der während des Schuljahres zu veröffentlichende Stoff in den Hauptpunkten umgrenzt ist, und sich -daran zu halten. Er soll das Programm im St. N. beli Vereinen lbekannt-geben. Selbstverständlich kann er immer noch (zur Abwechslung und bei sich gebender Gelegenheit) andere • Artikel, die nicht ins Programm einschlagen, aufnehmen. § 10. Zur Mitarbeit im St. N. ist jeder V. verpflichtet. Das Maximum, was der V. O. von einem V. verlangen kann, ist, daß der V. einen Artikel jährlich für den St. N. entweder 'selbst verfaßt, oder von einem Fachmann für den St. N. erblittet. Bezüglich der Wahl des Themas setzt sich der V. O. früh genug mit einem V. in Verbindung und läßt ihm die lWahl zwischen zwei bis drei Themata. Sehr erwünscht ist es auch, wenn die V. V. selbst dem V. O. Abhandlnngen antragen, damit den Wünschen der einzelnen mehr entsprochen werden kann. § 11. Die Zeitschriften „Ak. Miss.-Blät-ter" und „St. N." werden in Zukunft von d e n V. V. s e I b st bestellt. Im folgenden sei in Kürze die „Stern der Neger" Nov. 1916, S. 262. angekündigte Zusammenstellung der be-BanTtitöx'n österreichischen und reichsdeut-schen Missionszeitschriften geboten. Bei den Zeitschriften, die mir selbst vorlagen (Nr. 1 bis 20), füge ich eine kurze Charakteristik des Inhaltes an, soweit sie nicht als allgemein bekannt 'vorausgesetzt werden muß. (Siiit beigesetztes St. Z. (= Studien-Zirkel) soll beoeuteu, bctjjj diese Zeitschriften auch für den M. S t u d i e n zirlkel Be- achtung verdienen, sei es durch eingehende Berichte über die Verhältnisse in den Missionen und Veröffentlichung von Briefen der Missionäre, die uns auf dem laufenden erhalten mit den Ereignissen in den Mis-sions gebt eten; sei es wegen Artikel von missionswissettschastlichemWertund Interesse. Die übrigen (Nr. 21 bis 30) ergänze ich nach der Bibliographie des P. R. Streit (1911). Außer unseren beiden Vereinsorganein: 1. „S tern der Neger" nnd 2. „Ak. M i s s i o n s b l ä t t e r" führe ich an: ITliifionszeiffdiriffen. Von Hans H 0' l ln st e i n e r. St. Florian. Heft 2 und 3. Stern der Neger. 71 3. Zeitschrift für Missions-Wissens ch a f t. * Jlhrjg. 6, Preis 6 ML... jährlich 4 Hefte. Verlag>: Aschendorffsche V.-Buchhandlilnig Munster i W. (St. Z.!!) 4. Die kat.h. Missionen. Jhvg. 44, Preis 5 Mk., monatlich. Verlag: Heriders Buchhandlung, Wien, I„ Wollzeile 33. (St. Z.l!) 5. E ch o a u sAfrik a. Ihrig. 28, Prets 1 K 50 h, monatlich. St. Petrus-Claver-Sodali'tät. Salzburg, DbeiifaltigSeitsMisse Nr. 12. (St. Z.l) (Stand der Missionen in Afrika, Btissionärbriefe.) (St. Z.!) 6. J o s e s s - M i s s i o n s b o t e. Jhrg. 21, Preis 1 K 60 h, monatlich. Br ixen, St. Josefs-Missionshaus. (M-Erzählungen, hauptsächlich aus den von den St. Josef-Missionären missionierten Gebieten.) 7. M on at sh eft e z u Ehren unserer Lieben! Frau vom hlgst. Herzen Jesu. Jhrg. 38, Preis '2 K 50 h, monatlich. Herz-Jesu-Mtssionshaus, Salzburg, Postfach 23. (M.-Erzählungen bes. ans den Südsee-Missionen der Gesellschaft, Artikel aszetischen und unterhaltenden Inhalts.) 8. Reich des Herzens Jesu. Jhrg. 16, Weis 2 K 50 h, monatlich Priester vom hlgst. Herzen Jesu. Eichwald, Böhmen. (M.-Erzählungen, Artikel religiösen und unterhaltenden Inhalts.) 9. StehterMissionsböte. Jhrg. 43. Preis 1 K 20 h, monatlich. M.-haus St. Gabriel, Post Mödling bei Wien. (Berichte und Erzählungen aus den M-Ländern, Artikel religiösen und unterhaltenden Inhalts.) * Bon der Z. M. sollen in den Th. M. B. sämtliche Jahrgänge vorhanden sein. Besonders für die Arbeiten der Studien-Zirkel sind sie geradezu notwendig. Die Aschendorffsche Verlagsbuchhandlung liefert unserem M. B. sowobl den laufenden Jahrgang als auch die nachbestellten früheren mit hohem Nachlasse. 10. Stadt Gottes. Jhrg. 39, Weis 4 K (keine eigentliche M. Zeitschrift, sondern herausgegeben zur Unterhaltung des M.-werkes). Missionshaus St. Gabriel (wie oben). 11. Vergißmeinnicht. Jhrg. 33, Weis 1 K 50 h, monatlich Vertretung der Mariannhiller-Mission, Linz a. d. D.. Steingasse 23 a. (M.-Berichte und -Erzählungen, Artikel religiösen und unterhaltenden Inhalts.) 12. M i s s i o n s - Propagand a, seit Oktober 1914 monatlich (ausgezeichnetes Propagandablatt zur Verteilung. Siche „St. d. N." Nov. 1916, S. 264). Preis 10 Jahresab. 3 K 50 h; 50 Jah-resab. 15 K; 100 Jahresab. 25 K. St. Pctrus-Claver-Sodalität (wie oben). 13. Das Negerkiwdj. Jhrg. 26: Preis 1 IC monatlich (Kinder-M.-ze!it-schrift). St. Petrus-Claver-Sodalität (wie oben). 14. Afr i kab o t e. Jhrg. 22, Weis 2 Mk., monatlich (im Jahre 1916 in Doppelnummern). Missionshaus der weißen Väter, Trier. (M.-Erzählungen und -Berichte aus den Missionsgebieten der weißen Väter, bes. der deutschen Kolonien.) 15. Echo aus den Missionen der Väter bom H l. Gei st. Jhrg. 17, Preis 1 ML. 5 Pfg., monatlich. Missionshaus Knechtsteden, Station Drwmagen. Rheinland. (Berichte über den Stand der deutschen Ordenshäuser der Gesellschaft und deren Wirken in ihren M.-Gebieten; Artikel religiösen, apologetischen Inhalts ) 16. Kreuz und Caritas. Jhrg. 24, Preis 2 Mk. 60 Pfg. (Ausland 3 Mk. 20 Pfg.), monatlich. Missionshaus St. Josef, Meppen, Hannover. «Nachrichten aus dem M.-Gebiete, bes. Ozeanien: unterhaltender Teil.) 72 Stern Der Neger. Heft 2 und 3. 17. M «rin I in m o c ulat et. Jhrg. 23. Preis 2 Mk., monatlich. St. Boiriisa-tiuskloster, Hü n selb 6eii Fulda. (Bericht über die M.-Tätigkeit der Oblaten der unbefleckten Jungfrau; Aussätze religiösen und unterhaltenden Inhalts. St. Z.!) 18. M i j j i fl1 nt s' 'b I ä t ter v sll n S t. Ottilien, Jhrg. 20. Preis 1 Mk. 50 Psg., monatlich. Missionshans St. Ottilien. Oberbayern. (Nachrichten aus den M.-Gebieten, Abhandlungen von missivnswissenschastlichem Interesse; Erzählungen religiösen und unterhaltenden Inhalts. St. Z.!) 19. Ster n von A s r ik a. Jhrg. 26. Preis 2 Mark, nimmt!kl). Missionshans der Pallottineir, Limburg a. h. Lahn. (Missionsberichte, bes. aus Kamerun; unterhaltender Teil.) 20. Das H e i b e n £ i n b. Jhrg. 29. Preis 1 Mk., 14tägig. Misfionshaus St. Ottilien, Oberbayehn. (Jugeindmiffions-schrift). 21. Jahrbücher der Verbrei-t li n g o e s G l a u b e n s. Jhrg. 36. Preis 1 Mk. 50 Pfg., zweimonatlich. Verlag der Direktion des Vereines für V. b. Gl. Innsbruck. 22. D a s h e' ili ge San b. Jhrg. 60. Preis 4 M k., ö t er üeTj äff) riig. Per lag Köln, Bachem. 28. Gott will es! Jhrg. 27. Preis 2 Mk., monatlich. M.-Glaidbach, RiffarH. 24. S a lesi a n i s ch e N a ch' r i ch t e n. Jhrg. 22, gratis, monatlich. Salesianer-Institut, Turin. 25. A n t o n i u s b o t e. Jhrg. 22. Preis 1 Mk. 70 pst)., monatlich. Verlag Paioer-borii, Jn-nfermanu. 26. S a l v a t o ri a n i s ch e M i t t e i-lunge n. Jhrg. 17. Preis 80 Pfg., zweimonatlich. Gesellschaft des göttlichen Heilandes, Herbestal. 27. A n n a le n b e r Franziska-n e r m i s s ion är i n n en M a r i el n s. Jhrg. 16. Preis 2 Mk., monatlich. Kloster St. Leopolb, Wien. 28. S t i m m -e n a n s b e n M i s s i o-n c n. Jhrg. 13. Preis 1 Mk. 40 Psg., sechs-wöchentlich. /93eifag ber Mifsionsvereini-gung kath. Frauen r.ftb Jungfrauen in Psasfenbors. 29. Das L i ch t. Jhrg. 11. Preis 1 Mk, 50 Psg., monatlich. Missionshaus ber Oblaten bes hl. Franz v. Sales. Wien. 30. M i s s i o n e n ber A n g n st i n e r v o n M -a r i ä H i m m e l f a h r t. Jhrg. 11. Preis 2 Mk., monatlich. Gesellschaft ber Angustiner. Dinsheim i. Elsaß. 31. Licht n nb L i eiB e. Jhrg. 8. Preis 1 K 50 h, moirntlich. Zur Förberung ber Heibenmisftonen in Jnbien. Verlag ber Missionssreunbe Jnbiens, Wien, VITI., Strozzigasse 41. Verantwortlicher Schriftleiter Rektor P. Dr. M. Raffeincr F. S. C. - Buchdruckerei „Carinil,ia" des St. J.-B. in Klagenfurt, Kärnten. Kinder und werden daher vam Elternhause mit dankbarer Freude begrüßt." Eine Wiener Zeitschrift stellt die Kinderfreude - Erzählungen den „fröhlichen und traurigen Geschichten" von Christoph v. Schmid an die Seite. Die Missionsarbeit im Hinterlande. Unter diesem Titel ist soeben ein Auszug der vom Sonntagspredigcr an der Universitätskirche, Pater Gatterer S. J., bei der Jahresversammlung der St.-Petrus-Claver-Sodalität zu Wien am 12. November 1916 gehaltenen Festrede in Broschürenform erschienen. Bestellungen sind zu richten an den Verlag (Claver-Sodalität, Wien, I., Bäckerstraße 18). Ein Exemplar 15 h. Bei größerer Bestellung Preisermäßigung. Besonders geeignet zur Verbreitung in Missionsvereinen, Fräulein-Kongregationen, Missionssektionen, Apostolaten, Jungfrauen-Vereinen usw. Die einzige österreichische katholische Frauenzeitschrift ist die „Illustrierte Frauenzeitschrift „Elisabeth-Blatt" (jährlich 12 Hefte, Verlag Preßverein Linz, 2 K 76 h, mit der Kinderbeilage „Kleines Ave Maria" 3 K 76 h). Heft 1 des 12. Jahrganges dieser Monatschrift, die unendlich viel Segen gestiftet und in ungezählten Tausenden von Familien sich schon als treue Freundin und Beraterin der Hausfrau eingebürgert hat, bringt eine Reihe der schönsten Artikel. Ferner den reichen „Handarbeits-, Moden- und Wäscheteil", „Für Küche und Keller", „Praktische Winke", „Die Frau als Gärtnerin", „Die praktische Hausfrau", die reichhaltige „Weltrundschau". — Mögen die katholischen Frauen Österreichs es als eine Ehrenpflicht betrachten, diese Zeitschrift zu abonnieren und zu verbreiten. Gcibenverzeidmis (vom 4. Dezember 1916 bis 19. Garnier 1917). In Kronen. Opferstock: Anras, Pf. St. 10,—; Aiterhofen, H. A. 3,—, I. K. 9,— ; Aschölding, R. M. 2,80; Amras, M. P. 58,— ; Antholz, M. M. 1,—; An-delsbuch, A. K. 2,—, A. F. 1,—, I. L. 3,—; Al-gund, Bft. K. 1,—, Pfr. P. 1,—; Altmünster, A. P. 10,—; Auern, F. G. 1,—; Arzl, Pfr. S. I. —; Afers, Nigger 10,—; Alm, J. N. 1,—; Au, P. V. 8,— ; Aufhofen, G. M. 8,—; Altlack, Pfr. M. 3,— ; Andrian, F. U. 6,—, I, G. 1,— ; Augsburg, Pfr. V. 3,—; Altach, Pfrt. 4,—; Brixen, Tert.-Schw. 28,—, Fürstb. Dr. E. 300,—, Prof. J. E. 2,—, Mons. Fr. 8,—, Mons. Sch. 8,—, Bar. Sch. 13,—. Mons. P. S. 3,—, Mons. J. N. 8,—, Can. E. 2,—, f.-b. Ord. 1000,—, J. Z. 6,—; Buchkirchen, M. L. 3,—; Bramberg, J. L. 3,—; Bozen, M. M. 3,—, E. M. 2,—, Propst. S. 3,—, j J. Sch. 18,—, M. S. 3,—. E. H. 10,—, K. R. 2, —, J. W. 1,—, J. E. 1,—, K. K. 2,—, F. R. 3, —, A. L. 4,—, M. B. 1,— ; Batatzek, Pfr. N. 1, —; Brunncck, A. O. 2,—, H. S. 3,—; Bezau, E. J. 1,70; Vludenz, Kl. J. P. 1,—; Budapest, A. B. 2,— ; Bichlbach, M. M. 7,— M. A. 1,—; Böckstein, J. L. 1,50; Campill, Negerlein 32,60; Dobel, Kapl. S. 21,—; Dornbirn, K. W. 18,—, G. B. 1,—, F. T. t,—, G. E. 3,—, K. M. 8,—, K. W. 9,— ; ©oren, G. B, 1,—, H. M. 1,—; D.-Matrei, A. G. 8,—; Dietenheim, Dr. W. 2,—; Eppan, M. M. 10,—; Ettlingenweier, H. L. 4,20; Cttelried, Pfr. B. 14,40; Elbigenalp, M. K. 8,—; Eggenberg, L. K. 4,—; Ebelsberg, A. S3. 3,—, A. F. 1,—, J. P. 8,— ; Egg, A. M. 8,— ; Eggen-tal, E. G. 2,30; Enns, Dech. T. 28,—g Ebensee, F- H- 18,—; Eisenerz, H. H. 3,—; Essen, F- SB-1,50; Elbach, Pft. 3,—; Engers, M. W. 4,50; j - Eger, H. P. 1,—; Fürstenfeld, M. K. 6,—, Pft. ! 2, —; Flaurling, T. D. 1,—, P. K. 10,—; Fel-turns, K. S. 2,—, S3. O. 4,—, M. H. 2,— ; Fischl-ham, S3. W. 2,— ; Furth, K. S. 1,40, J. D. 2,— ; Furstenzell, Sr. S. 4,20; Fulda, K. 1,40; Forch-heim, Sr. O. 5,60; Frankenmarkt, P. R. 1,—; Freudental, P. G. S3. 3,—; Flossing, W. L. 4,50; Fischen, C. B. 28,42; Fridolfing, P. A. 1,50; Fieberbrunn, A. S. 3,—; Frohnleiten, F. S. 3,—; Garsten, J. L. 1,—; (Srag, M. K. 4,—, M. S. 2,—, G. E. 1,—, L. B. 4,—, K. S. 3,—; Gra- mms, Pfr. K. 3,—; Gschwendt, L. J. A. 1,—; Grainbrunn, A. S. 1,—; Gries, M. G. 1,—, A. S. G. 8,—, J. E. 2,— M. L. 8,—, P. Bar. S3. 8,—, G. V. 1,—, A. S. 3,—; Gunskirchen, A. S. 1,—, J- Z- 1-—; Grieskirchen, M. H. 2,—, J. S. 1,—; Geboldskirchen, K. S. 3,—; Gleisdorf, Pfr. P. I,—- C. G. 18,— Göhau, A. T. 1,—; Gosscnsaß, Pfr. A. 4,—, C. A. 2,—; Gmunden, A. S. 4,—, F- B. 4,— ; Summer, J. M. 1,—, M. M. 3,— ; Geisenfeld, Pfr. D. 12,—; Grabhof, J. M. 1,—; Gurgl, Pfr. L. 8,—; Girlan, A. N. 1,—; Götzis, SI. H. 12,—; Hartkirchen, M. L. 2,—; Haag, M. T. 1,—, J. W. 1,—; Hundsham, M. L. 1,—; Hofkirchen, St. £X 2,—; Heiterwang, Pfr. K. 1,—; Hall, J. G. 1,—, J. K. 8,—, R. M. 2,— ; Hafing, J- R. 6,—, J. R. 4,— ; Hechenberg, C. D. 1,40; Höchst, B. S. 1,—; Hölzing, P. K. 1,—; Hatting. F- S. 8,—; Hohenems, M. P. 7,—; Hausleithen, J- H- 1.—-; Heinersdorf, F. A. 1,—; Hafling, Pfr. H. 10,—, J. G. 20,—, Ung. 6,—, ^ M. Z. 20,—; Heinrichau, Pfr. F. 4,50; Heillerm. Bft. K- 1,50 Holzgau, M. M. 1,—; Hörbranz, X. S3. 1,—; Hart, Pfr. S. 1,—; Jenesien, Pft. 8,66; Jungholz, J. A. 1,—; Innsbruck, Dr. S3. 3,--, F- S. 10,—, J. H. 8,—, K. 2,—, M. M. 1,—, K- F- 1,—, M. S. 3-, J. V. 8,— M. G. 6,-. E. M. 1,—, K. L. 1,—; Baur, M. 8,— ; Jnnichen, J- Z. 1,—; Jnnerschwandt, F. D. 1,—; Ischl, M. S. 1,—; Klausen, A. L. 18,—; Karlsbad, Dech. L. 2,— ; Kältern, K. M. 1,—, P. M. 3,—, A M. 1,—, A. bi P. 8,—, J. L. 3,— M. A. 1,—, F- A. 1,—, M. v. S3. 8,—; Kais, Ung. 50,—; Kappen, Pfr. M. 8,—, K. P. 1,—; Kremsmünster, B. W. 2,—, P. P. 3,—; Kirchdorf, H. E. 2,—, H. 3,—, S. W. 1,—; Kufstein, J. L. 1,—, M. S. 2,—, K. K. 8,—, F. S. 3,—, M. K. 1,— ; Kindberg, Sl. L. 3,—; Kardaun, J. M. 1,—; Ket-tendorf, G. L. 1,—; Klagenfurt, M. U. 1,—, A. v. K. 3,—; Kematen, T. S3. 4,—; Kaiserswalde, S. H. 9,—; Kohlgrub, K. B. 4,50; Kirchmatting, J- D. 1,50; Kreuth, F. S. 2,—; Kruft, J. L. 1,50; Katzbach, J. N. —,40; Kirchbichl, L. W. 1,—; Kirchberg, F. D. 1,—; Ludesch, Sl. P. 8,—; Linz, G. R. O. 3,—, J. S. 8,—; Längenfeld, P. B. G. 3,—; Laufen, Pf. D. 3,—; Leogang, M. E. 4,—; Lana, M. G. 1,—, J. (S. 8,—, H. F. 3,—, S. S. 6,—•; Langenharl, g. R, 3,—; Lochau, G. E. 3,—; Lüsen, Pf. S. 3,—; Lambach, C. F. 2,—, J. D. 1,—, P. B. G. 2,—; Lienz, M. S. 60,—; Lahfons, J. T. 2,—; Šofer, L. M. 1,—; Luttach, G. H. 8,—; Langenlois, M. F. 2,—; Milland, J. B. 10,—; München, M. G. 5,60; Ludw., M. V. 2280,--, M. G. 5,60, A. L. 11,20, K. F. 12,—, K. J. 4,20; Marling, T. K. 18,—; Mals, J. H. 18,—, A. S. 8,—, Bft. H. 8,— ; Meran, Bar. M. 3,—, L. Z. 2,—, J. Ch. 8,—, S. P. 3,— L. A. 8.— ; Mareide, Dr. M. 3,—; Maisach, T. L. 4,20; Miesbach, C. B. 1,40; Murnau, A. H. 5,—; Mullers, J. M. 2,—; Melk, S. M. 3,—, Prof. B. 3, —; Möllen, M. P. 2,—; Mellau, M. W. 2,—; Marter, Exp. S. 3,—; Menden, A. B. 6,—*; Mühldorf, J. D. 1,50; Neutitschein. L. L. 6,— ; Nicderaub, Pfr. M. 4,—-; Neumarkt, C. S. 2,—; Nals, Pfr. V. 8,—; Otz. B. Schw. 6,—; O.-Haar-bach, A. O. 2,80; Oberdorf, J. A. 2,—; Ohlsdorf, P. F. 2,— ; Oberdrum, A. S. 12,—; Oberau, M. G. 2,—; Orl, R. B. 2,—; Ob.-Micnning, A. M. 8,—; Ob.-Grünau, J. H. 3,—; Olstorf, J. H. 2,—; Prambachkirchen, J. H. 2,—, Pfl. 2,—; Pfronlenried, M. E. 5,60; Pram, M. B. 2,—; Pilsen, Dir. E. S. 8,—; Ruprechtshofen, Bfl. S. 11,— ; Diohrbach, J. R. 2,—; Rohr, J. W. 10,—, M. N. 3,— ; Reschen, C. F. 2,—; Rcichhub, M. 5. 40,— ; Ried, M. P. 4,— ; Dlakovac, Pfr. S. 18,—; Nennweg, M. G. 6,—; Statte, A. A. 3,—; Riefcnsberg, G. F. 3,— Regensburg, J. H. 1,50; Rosenheim, K. H. 4,50; Rüslorf, J. Z. 6,—; Sl. Pauls, W. b. V. 8,—, S. T. 8,—, J. D. 10,—; Sl. Valentin. J. O. 8,— ; Schruns, M. H. 18,—; Sarnlhein, M. O. 98,— ; Straubing, J. E. 2,80; Sl. Georgen, M. S. 2,80, SL W. 6,—; Sl. Cas-sian, Pf. M. 2,— ; Sl. Mariin, Pfr. L. 3,— Dech. M. 3,—, M. M. 12,—; Salzburg, M. L. 2,—, SL S. 4,—, Prof. DL 8,—, Damp. S. 1,50, Schulr. W. 8,-, J. 93. 3,—, M. 93. 3,—, 93. O. 3,—, K. C. 4, —; Spalalo, Hofr. L. 8,—; Salurn, A. M. 2, —, Bfl. M. 2,—; Sulzbach, J. R. 6,—; Sl. Veit, M. P. 40,— ; Sl. Peter, SSL P. 2,—; Scharnitz, K. F. A. 3,— ; Slilfes, J. B. 6,—; Sl. Florian, J. S. 8,—, F. H. 18,—, T. K. 2,—, K. F. 48,—; S lehr, Dr. H. 3,—■, J. S. 2,—, M. H. 2,—, J. E. 3, —; Saalfeldcn, A. DL 3,—; Sl. Andrä, Pf. W. 3,— ; Saalbach, T. S. 3,— ; Sl. Margarethen, Pfr. S. 2,—; Sachsenburg, Pfr. S. 2,—; St. Ulrich, T. O. 2,—; Schlitters, R. M. 6,—; Sl. Lo-renzen, P. T. 2,—, Pfr. G. 18,— ; Strengen, Stoop. 93. 3,—; Schaalbach, J. H. 8,— ; Schiefer, J. T. 3,— ; Schlägl, Abl S. 8—, F. P. 28,—; Schluderns, Pfr. R. 8,—; Sl. Johann, M. DL 2,—, Pfr. S. 8,—; Sl. Leonard, M. 93. 2,—, J. E. 2, — ; Schallwald, L. Z. 3,—; Sillian, SL R. 8,—; Schlackenwerlh, J. P. 1,—; St. Pollen, SI. P. 3, —; Schwaz, Dl. H. 5,—; Sl. Jakob, S. Dl. 2,—; Silz, Dech. S. 2,—; Sand, J. J. 2,—; Schaf-bruckmiihle, SL S. 3,— ; Slammheim, Pfr. W. 4,50; Schwarzenberg, 93. M. 8,—; Schildberg, J. S. 3,—; Tihens, M. F. 2,—; Thanstelten, M. L. 8,—, K. D. 3,—; Thannbach, N. M. 2,—; Taxenbach. J. M. 2,—; Terlan, A. O. 8,—, J. C. 2,— ; Teis, SL P. 10,-; Telfs. SL F. 100,—; Te-renten, Pf. K. 20,—; Tiers, Pf. C. 11,—, E. St. 6, — ; Tschölsch, M. M. 3,— ; Tüffer, Pfr. K. 3,— ; Tirol, M. K. 4,—; Tramin, T. b. E. 3,—; Tscher-moschnitz, J. D. 8,—; Trzhnietz, Sr. G. 4,—; Trier, F. K. 4,50; Thankirchen, Exp. Z. 3,— ; Thurnfeld, Kapl. 93. 8,—; Taisten, M. S. 3,—, SL S. 10,—; Unlermais, J. L. 3,—, gam. M. 8,—; Unlerinn, J. R. 2,- ; Unler- lilliach, M. G. 3,—; Unl.-Planitzing, Exp. DL 6, -; Uffing, SL S. 8,—; Villanders, Th. R. 5,— 93. SL 8,—, J. P. 12,—; Villnötz, V. L. 100,—, P. P. 4,—, DL G. 14,—, M. J. 38,—, 93. M. 8,—; Vierschach, SSL J. 8,—; Voran, J. L. 2,— ; Vesperbild, Vik. M. 4,50; Weilental, Ung. 4,—, Mehr 73,80, Pfr. D. 3,—; Waizenkirchen, DL K. 8,—, K. E. 18,— ; Wien, E. J. 3,—, Gen.-Vik. Dr. Pfl. 18,—, J. W. 2,—, 93. H. 8,— ; Werfen, J. M. 2,— F. S. 2,—, F. J. 3,—; Weidring, F. 93. 3,—; Warlberg, P. 38,—, M. Dl. 10,—; Waldneukirchen, L. S. 2,—; Wolfern, 93. L. 2,—-; Wclschnofen, M. K. 8,—; Welsberg, M. G. 4,—-, Dr. A. 8,—; Weinberg, F. H. 3,—; Wimsbach, M. H. 8,—; Wasserburg, G. R. L. 4,20; Weyregg. SL G. 19,— ; Wciztrach, J. S. 2,—; Wels, M. A. 2.— ; Weitzenbach, P. 93. 5,—; Zelll, K. M. 2,—; Ziemetshausen, H. K. 5,60. Für hl. Messen: Allschwendl, Th. L. 27,—; Afers, Kr. Kl. 80,—; Abtei, K. D. 70,—; Augsburg, I. M. 4,50; Aschhausen, M. 93. 30,—; Brixen, T.-Schw. 20,—, Ung. 2,—; Bichlbach, Th. M. 3,—; Eisenbergerami, A. A. 8,—; Dzier-zowitz, Pfr. S. 334,50 + 425,25; Eggenberg, S. 93. M. 6,—; Franzensfesle, Ung. 14,—; i. Felde, X. S. 180,— ; Fischen, K. P. 7,20; Gesserlshausen, K. E. 6,—; Gradaöac, Pfr. M. 200,—; Hadres, M. 93. 8,—; Heiligenblul, E. B. 38,—■; Heiler-wang, E. E. 5,—; Heiligenkreuz, P. T. H. 100,—; Hofkirchen, I. H. 8,—; Imst, M. 93. 8,—; Kla-genfurl, Dr. O. 32,—; Kesseling, Th. S. 12,60; Langstögn, I. H. 19,—; Lustenau, A. K. 8,—; Leschnih, S. S. 6,—'; Linz, SL E. 4,—; Milland, SL P. 8,40, Ung. 3,—; IRünstereifel, S. Co. 266,70; Milteiberg, M. F. 10,—; Monlan, P. Th., 150,— ; Mühldorf, J. D. 3,—; Pfuller, C. W. 2,— ; Rallenberg, H. H. 6,— ; Röthenbach, H. 93. 11,20; Reichraming, A. H. 2,—; Rüslorf, T. Z. 10,— ; Schalbach, J. H. 14,—; Söchering, L. K. 4,20; Schlitters, Sl. M. 4,—; Sl. Ulrich, D. H. 12,— ; Schörfling, SSL H. 6,50; Sierning, J. S. 8,—; Schidlberg, J. S. 6,— ; Szarvaslack, Fr. M. 20,— ; Saalfelden, M. D. 20,—; Teising, Ben. J. 93. 462,74; Trienl, V. F. 24,—; Weitzen-Lach, B. P. 2,—; Weilental, Ung. 52,—, Fr. O. 10,—. Zur Taufe von Heidenkindcrn: Campill, Th. Cl. 24,— (Angela), L. C. 24,— (Maria), M. u. N. Cl. 24,— (M. Theresia), I. Cl. 48,— (Stephan, Johann); Fischen, Th. S. 23,— (Paul); Hohenems, M. F. 21, (Johannes); Lana, F. O. 25,— (Alois); Milland, A. P. 29,80 (Anion); , Millerschlag, SSL SI. 26,— (Judas Th.); Nieder-heidisch, A. K. 42,— (Josef, Maria); Oberlienz, M. K. 20,— (Johannes Vian.); Sluhlfelden, M. . D. 22,— (Anion b. P.); Täufers, Stoop. A. K. J 50,— (David, Isidor); Villanders, B. K. 60,— (Anion, Josef, Alois). Zum Unterhalt eines Katechisten: Monlan, P. T. 150,—. Für die Mission: Pfunders, P. Br. 23,—. Für das Werk des Erlösers: 1073,45. Erlös für Briefmarken und Stanniol: 145,26. Briefmarken liefen ein aus: Brixen, Eppan, Franzensfesle, Innsbruck, Lana, Messendorf, Pellneu, Riedling, Serajewo, Schwaz, El. Lo-renzcn. Allen unseren verehrten Wohltätern und Gönnern sagen wir tausendmal herzlich Vergell's (Sott!