Freytag den ti. März 1625. Diö'LuMhrhen auf demLmbachßusse « Ein Gck'cht in vie-r Gesang«»^ Erster Gefangn Die Vorbereitung bis zur Abfahrk. x^ei Morgens graue Nebrl flieh'n-— Die Blümchen haucht« Balsamdüfte; Im Purpurglanz. die fer,,«,, Berge glü^N,- Gewimmel froher Menschen zieh'n — Trotz annoch kühler Morgenlüfte — Am Laibachfiuste hin und.^er^ Geschäftig All's zusam.m zu tragen.,^ Worüber «an in früher» Tage^ Schon eins geworden '). — Fröhliche»! Kann man sich w>hl ketn Fest bereiten,. Die Freude drückt sich lebhaft aus : — Man st«igt in's Schiffs — man steigt helauS>. Hat noch so Manches einzuleiten,.— Indessen tragen Mägbe munter Die rollen Körb^, all' herbey — We/üllt mit Ba^iverk- allerley — Und tragen in das Schiff hinunter. Geselcht Zungen / Kalberkeulcn Fleisch, Schinken,, Bier, Wein und Kassch» Limonien, Rhuw, Hollanderthee, Für Punsch; — man sucht sich zu beeilen^ Um bald den schaukelnden Genuß Auf. Laibachs freudenreichem Fllch l^.In vollm Zügen «inzufchlAlfen, Und an de« schattigen Gestaden/. Die Jedermann jur Frind Kerzen auch schon aufgesteckt ^); Denn längst deckt Nacht mit ihvell Flügeln Schon 3aibachs Fluren, Thaler, Hügeln, Eh' man von diesem Hochgenuß' Nun wieder zwischen Wände muß. — Ein sanftes Grün deckt beyde Seiten Dvs Schiffes. Durchgeflochten sind. Mit Baumgesträuchen, um den Wilik Und Sonnenstrahlen abzuleiten,. Die Rückenlehnen, und. bereiten,, Theils zur Erquickung, theils zur Ruh', Die angenehmste Kühlung zu< — Noch sieht man sich b«5achtsam um. Ob man vielleicht nicht was vergessen; Ob Alle wohl ihr Eigenthum 6) — Der Zahl der Gäste angemessen — Auch richtig schon herbey gebracht: — Und hat man alles überdacht, Dann springt man in das Schiff hinein,. Um einen Tag recht froh zu seyn. — Die Schiffer 7) stehen grau und bärtig Des Winks zur Abfahrt schon gewärtig. Z.weytcr Gesang< Die Fahrt aufwärts. Und plätschernd tönt der Nuderschlag, Geführt von sichern "), starken Handen: Das Schiff, das noch am Lande lag, Fangt langsam an sich umzuwenden; Gej>,uchze iv'irbelt mitten drein In Musik ?) und Geschoß hinein. — Noch pflegt man Grüsie sich zu senden Vom Ufer hin, vom Schiffe her Fliegt noch so mancher freudiger Zuruf dcr Wohlbekannten, Die früher aufgestanden. Zu sehen, wie das Schiff gelieret Und Alles ordentlich rangirec '«). Die Wimpeln flattern hoch empor Am Dach des Schiffes, ausgeschmücket Mit Fahnen / Flagg', in di« zuvor Oft paffende Devisen eingesticket. Indest' ein kleines Musitchor Das Ohr der Fröhlichen entzücket, Denkt man sich ganz der Erd' entrücket, Auf der ei manchen Kummer gibt, Der ofc uns unsren Himmel trübt, Den wir in schonen Stunden An Freundschafts. Brust gefunden. — Nun gebl'6 den Fluß gemach hinauf, Vergnügen herrschet in dem Schiffe: Die Musikanten spielen auf. Manch' witzige gelung'ne Kniffe Vergnügen lie Gesellschaft sehr. Man lacht, wird immer lustiger; Man stoott sich eine Pfeif' Tabak, Sieht manchen lust'gen Schabernak Bald hier, bald donen spielen Im fröhlichen Muthwillen. Inzwischen k>>mofel schon Kaffeh, Gekochc ein'ch Weingeiii »Flammen. Man fcl>ec nohlich sich zusammen, Trinkt, >a)";>'t, lachet, und noch eh' Das Frühstück vollends eingenommen, Ist man so weit hinauf gekommen, Wo rechts und links schon Eichen Des Schiffes Dach bestreichen. Die Blätter rauschen feyerlich. Es stimmt der Geist zum Denken sich; Denn unbeschreiblich reitzend Sind dovt die Gegenden, die man Im Blicke übersehen kann; Die Vögel stimmen, hin und wieder kreuzend, Die schönsten Melodien an. Gebüsch uuo Bäume bilden hier Gewölbe kühler Schattenlauben, Und in dem ganzen Lustrevier Tönt Wachtelschlag und das Gegirr Der liebend sanften Turteltauben. Man ist entzückt, und möchte glauben, Daß Alles, was man sieht und hört. Dem Paradiese angehört "), Im Waffer spielen froh und munter Die Fischchen ihren Reihentanz; Ihr blendend weider Silberglanz Glänzt noch weit schöner, noch weit bunter, Wenn durch die Bäume Sonnenstrahlen Auf ihre Schupoenkleider fallen. Und herrlich mahlt der Baume Schlag Sich a«f dem glatten Wasserspiegel: Es flieb'n Gesträuche, Baume, Hügel, Als hätte das Gestade Flügel, Dem Schiff vorbey: was vorwärts lag. Hat sich nun weit zurück gezogen. Die Sonne steigt in ihrem Lauf Hoch über Berge schon herauf. Und nähert sich dem halben Himmelsbogen; Man fährt vor Podpetsch jetzt votbey, Ein Dorf an einen Berg gelehnet. Und hat bis dahin mancherley Zerstreuungen gehabt; man wähnet Es sey kaum ein« Stund' verschwunden. Und doch ist'5 nahe an vier Stunden Eh' eine Strecke rechter Hand Man jauchzend hüufet an das Land. (Der Beschluß folgt). Anmerkungen zu dem vorhergehenden Artikel: i) Diese, schwerlich noch einem andern Orte cigcnthüm liche, Belustigung verdankt Laibach seinem Flusse glei chen Nahmens, der von seinem Ursprünge bey Oberlai , bach bis zur Stadt — «ine Strecke von ungefähr vic Stunden — so ein unbedeutendes Gefall Hat, daß er absonderlich bey niedrigen, -^Zasscrstandc, beynahe mi nicht mchr Kraftanstrcnqung aufwärts, als abwärts bc fahren werden kann. Bey seiner Breite, die im Durch schnitte etwa i5 Klafter angenommen werden dürfte, ha! er so eine bedeutende Tiefe, daß der Verfasser dicsei ihn selbst, mittelst eines Senklotes von ^ Pfunden ge, messen, an einigen Stellen 5, 4, 5, und an einer gai 5l>2 Rlafccr tief befunden hat. Seine Ufer sind recht« und links von den anmuthigsten Auen umgeben, die den sogenannten Morast Hilden," der c biv 2^, Personen mit drey bis vier Schiffslcu-ten ; alle aber haben einen Aufsatz, der beyderseits Vän» kc, in der Mitte ein schmales Tischchen und ein von Schindeln verfertigtes hohlziegclartigcs Dach hat. Dieser Aufsatz wird sonst weggenommen. Wenn die Com» -^ pagnie aus 2a und mehreren Personen besteht, die be» quem seyn wollen, so werden zwey Schiffe der größten Gattung neben einander befestiget. Ein ordentlicher Tafeltisch steht nun halb in dem einen, halb in dem andern Schiffe; und wenn auch an beyden Seiten des Tisches die Sitze für die Gäste angereihet werden, so bleibt noch so viclNaum übrig, daß man beyderseits bequem aufund ab Vewegiing machen kann. Das aus Vretern gemachte Dach ruht hier auf vier Säulen, und so ist das Schiff beschaffen, von dem hier die Rede ist. __ Soll ausschiffen auch getanzt werden, so werden 5 bis 4 solche Schiffe neben einander befestigt, darüber ein Voden gelegt und mit Geländern versehen. Der hiesige Handelsstand baute sich ein, einer Fre« gatte, ähnliches Schiff von bedeutender v. von Einigen für Alle besorget. 7) Tyrnaucr, von einer Voisiadt Tyrnau so genannt, wird größtenthcils von Schissern bewohnt, die ihren Hauplerwerb von der Schissfahrt beziehen, indem sie Kaufmannsgüter von hier flußaufwärts nach Oberlaibach ^ei-führen, daselbst andere aufladen, und sie nach Laibach transportircn. 8) Diese Leute verstehen ihr Handwerk meisterlich. Mit ihren 1 il2 Klafter langen, unten flachen, obenzu runden, krückenartig geformten Nuicrn, die sie an den Seiten gegen das Ende des Schisses in, am Schisse befestigte, Flechtenriegeln einhängen , lenken sie das Schiff mit größter Sicherheit nach jeder beliebigen Richtung, und obgleich ^ bey dieser schweren Beschäftigung es ihnen zu verzeihen wärc, wenn sie den Trunk liebten, so muß man cb ihnen doch zum Lobe nachsagen, baß sie bey derlei) Wasserfahrten, ungeachtet es ihnen so wenig an Trunk als a« Essen gebricht, sich nicht betrinkcn. 9) Wenn die Compagnie auch noch so klein ist, so hat sie fast immer ein oder mehrere Instrumente bey sich. 10) Manche Schiffe zeichnen sich in der That durch eine auffallende Eleganz aus. 11) Die Ncde ist hier vom Moraste und seinen Umgebungen. Der Verfasser wiederhohlct hier nochmahls, daß das, wcis er hier gesagt und noch sagen wird, gar nicht dichterische Phantasie, sondern in der That so ist, wie er es erzählet^ wohl aber hat er dabey die Absicht, Auswärtigen den Wahn zu benehmen, von dem auch er, eh'er nach Krain kam, befallen war, als sey dieser so übel berüchtigte L^ibachcr Morast, eine garstige, öde, Krankheiten und Tod auöhauchcnde Pfütze. Von den Annehmlichkeiten des sogenannten Stadtwaldcs, der auch ein Theil dieses Morastes ist, wirdcr ftinerZeitzu sprechen Gelegenheit nehmen. Das Roscnfcst zu Salency. (Beschluß). Die Feyerlichkeit des Festes ist folgende: Am 6. Iuny, als dem Fesnage des heil. Medarcus, begibt sich das Rose»-Mädchen inn 2 llhr Nachmittags/ in weißer Kleidung, mit lockigle,,,, über ihre Schultern sanft herabfallendem Haar, unter dem Schalle der Trommeln, Violinen und Sackpfeife», nach dem Herr« schaftliche» Schlosse. Ihre Verwandten und 12 Mad» chen des Dorfes, auch in weißer Kleidung mic Gürteln von blauen Bändern, von eben so viel Iünglin« gen des Dorfe? geführt, mache,, ihre Beg^tung auS. Der Herr des Dorfes, oder iu besten Abwesenheit sein Gerichts »Verwatter, zum oftern auch eisd anderer be. nachartet Gutsderr, dem der Herr, des Ortes hiezu dieVollmacht gibt, empfängt ste^ personlich. Sie macht ihm ein kleines Comolimend, und dankt wegen des Vorzugs, den er ihr gegebn hat. Er reicht ihr alsdann die Hand, und führt si<, die M.llsi! voraus-, vo« ei««m^ zahlreichen Gefolge begleitit, uv die Schl^^irche, wo s.^ in der Mitte, des Chors-,, aus einem Stuhle ^nl',»nd,. ti« Vesper hört. Nach der Vesoer, geht die Geistüchleit lind das Volk in Pr^'ssio^ nach der Capelle dei H«U. Medardus. Hier weiht d.« Pellte d«ni^ Lild,vig XI7I. iinor, U^sorung hat. Nach gt. schcheuer E'üweihui.g,. wobey ein»N«t>e gehalten wild, die sich zu der Gcl2^iorei i,l Gcgemuart des Herrn und seines GerichtHb.e^mlen. Del >»>rr dej-Guts, oder sein Beuollmächtig!egleit dit'Be-schii'lbuna. des-RQsinfestei, wl> «^ entstand«« und g, 3>t« gri)dt vortc s^bst sein' Stückchen! Laud um, und lebc M edler, lalid'.icher Ei>»^ fält! mit seinem Schickial« zufrieden. Man «ersichert,. ej sey k Saleni.p, ich, wiü llicht sagen eület'wlaichen Verbrechens , sondern' er< wüthen, ode>r d'v.ch nicht zuwüuschni, dah I'mand sich' finden dürfl»., dwr da< V,üHnügen,. datso «n unschuldiges ländlich?» Fest in- allen edl«,> und e>mpsi„dsamen! S<«len erreg«!« mus;,, iäch^ilch zu machen versuchte» Geschähe- et-atll5tl»ioch, so wä« e< zum wenigsten' hinlänglich,, d«n hochen Grad zu loseisen., worauf das> si:tiiche^I«^clben in unsern Tagen gestiegen ist, und wie nothwendig «H »vört,, dieser, vom Wege der Ein» fachheit so sehr abgewichenen Vorbildung entgegen z;l arbeiten und zurUlquelle des Einfachen, ewigenNah-ren zurück zu führen. Ge-druckt bey Ignaz Aloys Edlen von Xle.iumayF..