LEBEN IN DER STADT - BEISPIEL SZOMBATHELY Zsolt Kocsis PhD., Dozent Institut für Geographie- und Umweltwissenschaften Fakultät der Naturwissenschaften, Westungarische Universität Karolyi Gaspar ter 4, H-9700 Szombathely, Ungarn e-mail: fkocsis@ttk.nyme.hu UDK: 911.37:711.4 COBISS: 1.01 Abstract Leben in der Stadt - Beispiel Szombathely Dieser Artikel befasst sich mit der Kultur, als wichtiger Bestandteil des städtischen Lebens, die von vielen Faktoren (unter anderen Geschichte, Gesellschaft, Wirtschaft, Umwelt) beeinflusst ist, aber sie selbst unsere Lebensqualität beeinflusst. Kultureinrichtungen sind zwar für alle zugänglich, aber es fehlen örtliche, für die einzelnen Stadtteile zustehende Möglichkeiten Kultur zu genießen, zu schaffen, dadurch und dafür Gemeinschaft zu bilden. Da das Leben, beziehungsweise die Lebensqualität der Einwohner wird auch davon beeinträchtigt, wo man wohnt. Das richtet die Aufmerksamkeit auf die Stadtstruktur, die zwar ein historisches Produkt ist, aber auch Rahme und Abbildung für unseres Leben zugleich. Stichworte Stadtentwicklung, Stadtstruktur, Lebensqualität, Kultur 1. Zielsetzung, Problemfeld der Veröffentlichung Wie man in der Stadt lebt, ist von sehr vielen Faktoren beeinflusst, zum Beispiel: das Einkommen, die Bedürfnisse, Alter, Familienstand, Religion, Kultur und so weiter der einzelnen Stadtbewohnern und auch die Situation des Staates ist zu bemerken. Zwischen Person und Staat steht ja die Stadt selbst, die mit ihrer Größe, Lage, Geschichte und Gestalt, Struktur und natürlich durch die anderen Einwohner das Leben, beziehungsweise die Lebensqualität der Stadtbewohner sehr stark, nicht selten entscheidend beeinträchtigt. In diesem Artikel möchte ich meine Aufmerksamkeit auf die Stadtstruktur beschränken. Die Struktur einer Stadt bedeutet Studienfeld für viele Disziplinen, wie sie sich verändert, um die Wünsche der Bewohner zu erfüllen, oder wie die Bewohner sie verändern. In der Stadtstruktur sollten sich historische, kulturelle, materielle Aspekten wiederspiegeln, zum Beispiel Baumaterial, Zeitgeist, Kunststyl, sowie Mode, finanzielle Möglichkeiten und so weiter (Hofmeister 1980). Unter den vielen Wissenschaften, die die Stadtstruktur erforschen, steht (außer Frage, meine ich mit einem Hauch von Berufsstolz) Stadtgeographie auf den ersten Platz, die die Stadt (und auch ihre Struktur) als ein zusammenwirkendes System der Natur-, Infrastruktur-, Gesellschafts- und Wirtschaftssphären betrachtet (Toth 1998, 392) - ein Produkt der Interaktion der benannten vier Elemente, sowie der von denen bestimmten Rahmenbedingungen. Mehrere Kollegen von unserem Lehrstuhl befassen sich mit Szombathely (Csapo, Kocsis 2006, Lenner 2012), ich habe seit 1995 Szombathely Artikeln gewidmet und wir alle warten auf die Volkszählungsergebnisse von 2011, denn die Stadtstruktur ist am besten durch Daten über die Struktur der Bevölkerung und Wohnungsbestandes zu erforschen (Kocsis 1996). Da die statistischen Daten fehlen noch, wir müssen uns bei unserer Arbeit auf sogenannte weiche Faktoren, wie Fotos und Karten, eigene Erhebungen (zum Beispiel Immobilienpreise, sowie Straßenbild, Einbau, Csapo 2004, 2005a, 2005b) und natürlich persönliche Erfahrungen als Stadtbürger stützen. Sobald die nötigen Daten vorhanden sind, werde ich die mit meinen früheren Studien vergleichen. Da meine Dissertation (Kocsis 1997) auch Szombathely, ihre dynamische Faktorialökologie betraf, es bietet sich eine sehr gute Möglichkeit die Stadtstruktur, beziehungsweise ihre Veränderungen zwischen 1970 und 2011 zu erforschen, mit besonderem Hinsicht auf demographische Daten, wie Alter, Familienstand, Schulung, Bildung, sowie Strukturdaten des Wohnungsbestandes, wie Baujahr, Größe, Komfortstufe. Erst dann werden wir wissen, wer in Szombathely lebt (Einwohner), unter welchen Bedingungen (Wohnungen, Infrastruktur); was uns wohl begründete Aussagen über Lebensqualität machen lässt. Durch Szombathely's Beispiel möchte ich die Auswirkung der Stadtstruktur, beziehungsweise ihrer Veränderung auf die Lebensqualität der Einwohner demonstrieren, beleuchten, unter besonderer Berücksichtigung der Kultur. 2. Die Stadtstruktur von Szombathely Was die historische Entwicklung der Stadt und ihrer Struktur angeht, Szombathely ist unter anderen von zwei Faktoren stark beeinflusst: ein organisches Wachstum seit der Römerzeit und durch Eingemeindung benachbarten Siedlungen in den letzten 130 Jahren. 2.1. Die Stadt vor den Eingemeindungen Szombathely wurde in 43 nach Chr., bald nach ihrer Gründung als colonia Sitz des Pannonien, jedoch blieb eine kleine Provinzstadt mit allen dazu gehörenden Einrichtungen und Gebäuden (Gouverneurs Palais, Bäder, Theater und so weiter). Die Bevölkerung sollte niemals die 10000 Schwelle überschritten (Kiss et al. 1998). Steinamanger, Szombathely's deutscher Name aus dem Mittelalter deutet auf Steine (Ruinen) hin. Wir sollten aber keine Ruinenstadt vorstellen, den es steht außer Frage, dass Szombathely seit ihrer Gründung ununterbrochen bewohnt war! Nach der Staatsgründung (das bedeutete sowohl die feudal-königliche, als auch die kirchliche Administration), wurde Szombathely Besitz des Bistums von Györ, das als Feudalherr die kleine Siedlung mit Steingebäuden und Maurer Zentrum seiner Güter im Komitat Vas und Marktstadt (1407) förderte (Csapo, Kocsis 2006). Dennoch blieb Szombathely klein, selbst wenn sich in der Türkenzeit (1578) der Komitatssitz von Vasvar nach Szombathely zog. Großen Aufschwung erlebte die Stadt, als Königin Maria Theresia in 1777 Szombathely ein neues Bistum errichtete. Als Komitats- und Bischofsitz wurde Szombathely in einigen Jahrzehnten die größte Stadt in ihrem Komitat, aber die bauliche und demographische Entwicklung blieb noch immer innerhalb des alten Stadtgebietes. Die kleine Burg hat ihre Bedeutung schon in dem 17-ten Jahrhundert verloren (Sill 1971), auch die Stadtmauer wurden abgerissen, beziehungsweise von den Bautätigkeiten überschritten, aber die Nachbardörfer von vier Seiten haben Szombathely nur ein Gebiet von etwa 1 km2 gelassen. 2.2. Die Eingemeindungen Die schnelle, doch ausgewogene Entwicklung hat das Stadtgebiet langsam ausgefüllt. Nach dem Einzug der Eisenbahn (1865), was die Stadt mit Wien und mit Rijeka und Triest (eine neue Ausgabe der Bernsteinstraße, die schon in der Römerzeit sehr wichtig für Szombathely war) verknüpfte, war es allen klar, dass die moderne Stadt mehr Platz für ihre Einrichtungen, Einwohner, Betriebe braucht. Die erste Welle der Eingemeindungen bedeutete sehr viel für Szombathely, denn die Vereinigung mit Operint in Westen und Szentmarton in Osten vervielfachte das Stadtgebiet (1886). Operint war sehr urban, die Vereinigung beeinträchtigte Szombathely's Gesicht nur sehr wenig. Was Szentmarton angeht, als Zwergdorf konnte Szombathely's durchschnittlichen dichten Einbau nicht beeinflussen. Die Stadt hat sich also auf die beiden Nachbardörfer Ost-westlich sehr ausgedehnt (Betriebe, Schulen, Kasernen und natürlich Wohnhäuser wurden dort gebaut), was sich bald in einer Straßenbahnlinie manifestiert hat. Von der Eisenbahnstation in Osten durch die Stadtmitte nach Westen, wo Villas der Wohlhabender und Stadtpark erbaut, errichtet wurden, führte die Linie. Szombathely wurde der drittgrößte Eisenbahnknotenpunkt, was die Zahl der Passagiere angeht (Szilagyi I. 2005), und ihre Industrie war auch sehr vielseitig und wohl entwickelt. Die demographische Entwicklung hat sich nicht verlangsamt, so die Stadt wuchs über ihre neue Grenze, diesmal nach Süden (Gyöngyösszöllös). Das war in 1933, erst nach dem ersten Weltkrieg, aber das Zusammenwachsen hat diese administrative Maßnahme schon Jahrzenten früher überholt. Das neue Stadtviertel war kleinstädtisch und obwohl schon vor der Eingemeindung eigenes Industriegebiet hatte, Gyöngyösszöllös haben eher die Angestellten als Wohnort bevorzugt, was auch in der Bautätigkeit (Straßenführung, Wohnungsbau) sich widerspiegelte. Die dritte und stärkste Welle kam erst in 1950. Die Eingemeindung von Kamon, Hereny (diese beide waren schon miteinander und Kamon mit Szombathely zusammengewachsen) und Olad war schon seit Jahren geplant und noch dazu kam die neue Administration der Volksrepublik Ungarn, die kleinen Dörfer keine Zukunft versprach („je größer, desto sozialistischer"). So wurde Szentkiraly, die ebenso durch Eingemeindung von fünf Zwergdörfern in 1935 zustande kam, mit Szombathely vereinigt. Szentkiraly lag etwas weiter von Szombathely und ist auch heute nicht in die Stadt eingewachsen, ebenso wie Zanat, die die letzte Welle in 1969 bedeutet (KSH 1996). Wegen ihrer Lage wurde Zanat in den thematischen Karten nicht dargestellt, um die Stadt noch in genießbaren Maßstab zeigen zu können. Abb. 1: Entwicklung der eingebauten Gebiete in Szombathely bis 1880, Stadtteile und die eingemeindete Dörfer. 2.3. Die Stadtstruktur heute Die durch historische Entwicklung und Eingemeindungen zustande kommende Stadtstruktur bietet allen fast alles, also bedeutet einen wichtigen Faktor des Wohlfühlens, der Lebensqualität der Bürger von Szombathely. Die einzelnen Stadtteile haben nicht alle, oder nicht in allen Hinsicht eigenes Gesicht, jedoch sind ihre Namen tagtäglich benutzt. Szombathely hat natürlich Flächenwidmungsplan, Stadtentwicklungskonzept und weitere Dokumente, wo Stadtteile eingeführt sind, aber in der Umgangssprache werden nicht immer die offiziellen Namen, oder nicht für das entsprechende Gebiet benutzt. Grenzen sind unklar und besonders in Werbungen der Immobilienmakler ist ein gewisses (und bewusstes) Durcheinander zu beobachten. Es werden sehr häufig Gartenstadt und Wohnpark geschrieben, obwohl es kein in Szombathely gibt. Gartenstädte in dem Sinne, wie von Howard (Howard 1902) und Unwin (Miller 1992) gemeint, existieren in Ungarn gar nicht, Gartenstadt ähnliche Phänomene sind auch nicht häufig zu beobachten. Unter Gartenstadt sollte man Wohnviertel mit viel Grün, Straßen mit Reihenhäuser, sowie Einfamilienhäuser in geschlossener oder nicht geschlossene Reihe verstehen. Wohnpark als „gated community" mit Wachdienst und weitere Dienstleistungen inbegriffen gibt es in Szombathely auch nicht. Deswegen sollten die von mir benutzten Benennungen nur als Orientierungshilfe gesehen werden, die sich wohl auf stadthistorischer, bauhistorischer, technischer (infrastrukturverbundene) Basis stützen, dennoch sind mit Stadtplanungsbezirken, Wahlbezirken und so weiter nicht identisch. 2.3.1. Altstadt und Innenstadt Die Altstadt kann als CBD oder Stadtkern betrachtet werden, denn sie zeigt alle dazu gehörende Phänomene (Rückgang der Wohnfunktion, Häufung von administrativen Behörden - Bürgermeisteramt, Komitatsamt, Gerichtshof, Finanzamt, kulturellen und Bildungseinrichtungen - Kindergarten, Schulen, Galerie, Konzertsaal, Eroberung durch Wirtschaftfunktionen - Filialen von Banken, Büros, Geschäfte und natürlich Gastwirtschaft). Was die Altstadt von der Innenstadt unterscheidet ist nun der Einbau, denn in diesem Viertel sind nur ausnahmsweise Gebäude ohne Stockwerke zu finden. Dieser Teil der Stadt hat (dank Bürgermeister Ehen und seiner Ideen, Visionen) seit ein Jahrhundert ein „großstädtisches" Aussehen. Das abgerissene Dorf Szentmarton wurde in eine Wohnsiedlung verwandelt. Das bedeutet, dass in der unmittelbaren Nähe der Altstadt findet man Hochhäuser, die zwar bunt gemalt, doch noch graue, sozialistische Wohnsiedlungen bedeuten. Funktionell passen sie an die Innenstadt, nur ästhetisch, bauhistorisch bilden sie einen steilen Bruch. Die Innenstadt ist mit dieser Ausnahme eine organische Erweiterung, Fortsetzung der Altstadt, nur der Einbau ist bunter (neben den zehnstöckigen Hochhäuser sind mehrere Häuser ohne Stockwerke zu sehen), die Straßen sind entweder breit, für den modernen Verkehr geplant, oder eng, kleinstädtisch. Nicht nur wegen der Wohnsiedlung ist die Wohnfunktion hier viel stärker ausgeprägt. In der Umgangssprache versteht man unter Innenstadt praktisch Szombathely vor dem zweiten Weltkrieg, also die Straßen von ehemaligen Operint und Szentmarton inbegriffen, aber nur die nördliche Teile von Gyöngyösszöllös. 2.3.2. Die eingemeindete Dörfer Kamon, die frühere Arbeitersiedlung (wohl von frühmittelalterlicher Herkunft) ist lückenlos mit Szombathely eingeschmolzen, liegt sehr nah zur Innenstadt und ist sehr beliebt als Wohnort, was auch in Inseraten gut erkennbar ist („in einer ruhigen Straße von Kamon" - so werden Wohnungen sogar entlang der Ausfahrtstraßen in Kamon von Immobilienmakler angezeigt). Dieser Stadtteil hatte Industriezonen und auch viele öffentliche Einrichtungen sind heute hier zu finden, aber funktionell zählt er Wohnviertel. Vielleicht dank der Einschmelzen, Kamon hat nur Spuren von früherem Siedlungskern, nur das Schloss aus dem späten Mittelalter zeugt davon, dass hier ein Dorf stand. Gyöngyösszöllös ist mit Szombathely zusammengewachsen (siehe Kapitel 2.3.1.), die ehemalige Grenze ist nur für Lokalhistoriker von Bedeutung. Wie Kamon, hat vor allem Wohnfunktion, aber Schulen, Sprechzimmer und kleinere Büros zeigen die Folgen der Innenstadtnähe. Der Name ist zwar bekannt, doch in Anzeigen kommt eher nur als „südlich von Innenstadt" vor. Gyöngyösszöllös hat seinen Kern verloren, und wird nicht als eigenständiger Stadtteil gesehen. Das wird noch dadurch verstärkt, dass Gyöngyösszöllös gar kein einheitliches Gesicht hat: teils Wohnsiedlung, teils Innenstadt, teils Gartenstadt (nicht in siedlungsgeographischem Sinne). Operint besteht heute aus vier verschiedenen Teile: Nah zur Innenstadt ein abwechselndes Straßenbild mit je klein- und großstädtischen Elementen. Es gibt hier viele Schulen und weitere Einrichtungen, die nicht von den Anrainern, sondern von der ganzen Stadt benutzt werden (zum Beispiel Universitätsfakultäten, Schule und Heim für Behinderte). Weiter nach Westen finden wir ein Villenviertel, das aus zwei, von sich stark getrennte Teilen steht: ein altes (fast alle Häuser sind vor dem zweiten Weltkrieg gebaut) und ein neues (überwiegend in den letzten zwei-drei Jahrzehnten gebaut). Die beiden haben ihre Fortsetzung im Süden, aber die Häuser sind nicht mehr Villen, sondern Einfamilienhäuser oder Reihenhäuser in verschiedensten Umstand. ^ Erst in den letzten Jahren mit der Stadt zusammengewachsen liegt Üjperint, ein Vorort der ehemaligen Gemeinde Operint. Diese Siedlung bewahrt noch vieles aus ihrem dörflichen Bild, aber eine rege Ausbau-Neubau Tätigkeit ist zu beobachten, was das Aussehen dieses Stadtteiles in den letzten zwanzig Jahren stark verändert hat. (Operint ist auf Karte 1 als „Nyugati varosresz" = westliches Stadtteil, aufgezeichnet.) Es gibt keine Spuren von ehemaliges Gemeindezentrums, die Kirchen wurden nach der Eingemeindung, schon für die ganze Stadt gebaut, sowie die oben genannte Schulen, also Operint hat sich in Szombathely aufgelöst. Olad hat zwar eigenes Zentrum (zwei sogar), aber die Wahrheit ist komplizierter: das Dorf Olad hat sein Zentrum, nur von der Kirche markiert, keine weitere öffentliche Einrichtungen sind vorhanden. Die Wohnsiedlung Olad, die neueste in Szombathely hat eine neue Kirche, Grund- und Mittelschule, Kulturhaus, Postamt, kleinere Geschäfte, aber die Wohnsiedlung ist als Neubau erstanden, weiter vom Dorf Olad, und hat mit dem nur so viel zu tun, dass sie auf dem Gebiet des Dorfes, auf Olad's Wiesen und Ackerfelder aufgebaut wurde. Das alte Olad ist übrigens mit dem neuen Villenviertel von Operint organisch zusammengewachsen. Hereny hat sehr viele Ähnlichkeiten mit Kamon, nur mit weniger Industriegebiete und mehr Gärtnereien. Da das Dorf Hereny weiter von Szombathely lag, sein Siedlungskern ist besser erhalten (ein kleiner Hauptplatz mit Schloss und Kirche), doch hat kein „Gesicht". Man sieht hier viele Reihenhäuser, aber auch Straßen mit Einfamilienhäusern, die entweder einfach, oder groß (manchmal sogar sehr groß) angelegt sind. Die Grenze zu Kamon ist zwar nicht verschwunden, dennoch schreibt man in Immobilienanzeigen viele Straßen von Hereny zu Kamon oder umgekehrt. Zanat war ein Straßendorf und blieb das bis zu den 90-er. Seit dem wurden neue Straßen mit großen Häusern gebaut. Der Großteil der Siedlung sieht sehr „suburban" aus, also fast ausschließlich Wohnfunktion gibt es hier, der Kern des Dorfes ist nicht spürbar. 2.3.3. Die Wohnsiedlungen Diese sogenannten sozialistischen Wohnviertel sind um die alte Stadt (etwa bis 1950 gemeint) angesiedelt, aber wie in Szombathely gewöhnlich, auch dort gibt es viele Grünfläche. Olad habe ich schon erwähnt, als jüngste und modernste mit einem markanten Kern. Die älteste ist die Derkovits Wohnsiedlung, wo man ein schönes Beispiel der Stadtplanung der 60-70-er Jahren sieht. Am Rande der Innenstadt, jedoch ein bisschen weit davon stehen hier Reihenhäuser und Blockhäuser (aus Ziegel) aus der 60-er Jahren, aber überwiegend sind die Hochhäuser, die das städtische Nebenzentrum umgehen. Es besteht aus Geschäften, Kindergarten, Schulen, Sprechzimmer, sogar einen lebhaften Markt findet man hier, sowie Bankfilialen, Büros. Eigentlich fehlt nur eine Kirche, ein Kulturhaus und ein Gemeindeamt davon, was man von Zentrum einer 5-10 Tausend Stadt erwartet. Die KISZ Wohnsiedlung (KISZ=Kommunistischer Jugendverband) wurde auf die Grenze zwischen Innenstadt und GyöngyösszöNös ebenfalls in zwei Phasen gebaut, hat also Blockhäuser und Hochhäuser, aber auch viele Straßen mit Einfamilienhäuser. Zu nah zur Innenstadt liegend, man findet nicht und man braucht auch nicht ein städtisches Nebenzentrum. Szentmarton wurde abgerissen und hat seinen Platz einer Wohnsiedlung übergeben, nach Joskar Ola, Szombathely's Partnerstadt genannt. Hier sind viele Zentralfunktionen zu finden (Kindergarten, Schule, Sprechzimmer, Postamt, Markthalle), aber die Innenstadt, sogar die Altstadt ist so nah, dass einem weitere Einrichtungen, sowie Funktionen kaum fehlen. Die Stromfeld Wohnsiedlung ist das kleinste und hat sowohl Hochhäuser, als auch Reihenhäuser. Diese sind in Englischem Styl gebaut (Darunter versteht man in Ungarn Häuser mit kleinem Garten vor- und mit etwas größerem nach dem Haus.). 2.3.4. Ipartelep Auch Pick- und Ehen Gyula-telep (telep = Siedlung) bekannt wurde wie eine Zechkolonie gebaut, also kleine Häuser um die Betriebe. Jetzt findet man hier viele Fachgeschäfte, Warenhäuser, Lagerhäuser, die Industriebetriebe ihre Funktion verloren haben. Mit dem Rückgang der Industrie hat sich die Wohnfunktion etwas verstärkt (weniger Umweltbelastung), jedoch sind die Immobilienpreise wegen der Wohnungsbestandes und des Ruhmes der Siedlung niedriger. Da die Siedlung entlang der wichtigsten Ausfahrtstraße liegt, die Preise sind mit fehlenden Funktionen (nur eine Schule) und nicht mit der Lage zu erklären. 2.3.5. Szentkiraly Seit Ende der Türkenzeit hat Szentkiraly, beziehungsweise ihre Teildörfer dreimal Aufschwung erlebt: Erstens, als die Sommerresidenz der Bischöfe und weitere Schlösser erbaut wurden. Zweitens, in den 70-80-er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts, als eine starke Bautätigkeit die Straßenbild aus ländlichem ins vorstädtisch verwandelte, und drittens, nach dem Jahrtausendwende, als eine neue Welle der Suburbanisierung diesen Stadtteil erreichte. Die letzten beiden Wellen haben die Bevölkerung etwa verdoppelt, dennoch ist Szentkiraly als eine Nachbarschaftseinheit zu sehen, wo die 4000 Einwohner zwar einander nicht kennen, aber mindestens grüßen. Die Gärten sind groß, viele davon auch für die Landwirtschaft benutzt, man kann sogar Hausmilch, Eier, Gemüse kaufen oder mit dem Nachbar tauschen. Szentkiraly besteht zwar aus fünf ehemaligen Dörfern, aber ist und war immer eine Pfarre. Diese Tatsache könnte der Grund sein, der die Eigenschaften dieses Stadtteiles erklärt. Zum Beispiel in Szentkiraly findet man Zäune nur vor dem Haus, als Dekoration, in anderen Stadtteilen umfassen die die Parzelle, manchmal wie eine Festung. 3. Problemen der Stadtstruktur Die Stadtstruktur ist eine Gegebenheit, die man durch Planung bewusst verändern kann, doch in einer kürzeren Zeitspanne als Unveränderlich, Probleme bereitet. Natürlich sind alle Probleme einer Stadt nicht nur auf ihre Struktur zurückzuführen! Die von mir akzeptierte und benützte Definition der Stadt von Professor Toth (Toth 1998, 392) deutet genau darauf hin, dass eine Stadt durchaus von ihrer Umgebung abhängig ist, und als Umgebung sind wohl geographische- und Wirtschaftslage ebenso zu nennen, als finanzielle Situation einer Stadt oder die Klimawandel: sowohl örtliche, als auch globale Faktoren wirken dabei (Lenner 2012). Was die Lebensqualität betrifft, Szombathely hat sehr gute Position in der Kriminalität, hat viele Grünfläche, moderne Infrastruktur und so weiter. Die Lebensqualität der Einwohner hängt aber auch davon ab, in welchem Stadtteil man wohnt. Szombathely ist zwar kompakt, der Öffentliche Verkehr funktioniert von früh bis spät, dennoch sind einige Einrichtungen, Funktionen, die man für sein Wohlfühlen braucht, nicht einfach zu erreichen. Das beeinträchtigt die Lebensqualität, besonders auf den Gebieten der Gesellschaftsleben und Kultur. Schon vor dem Systemwandel war es zu beobachten, aber erst in den letzen zwanzig Jahren wurde es massenhaft erschienen, dass die Bevölkerung ganz bis zum Ende des Stadtgebietes, sogar weiter darüber sich hinaus siedelt. Dennoch war es keine Stadtflucht, denn die Bautätigkeiten in der originalen Stadt, beziehungsweise Stadtteilen durch zwei Faktoren erweckt wurden: Privatisierung der Wohnungen, Liberalisierung des Immobilienmarktes, sowie Rückgang der Arbeitsplatzfunktion durch Aufhebung kleineren Betrieben. Über den Prozess der Suburbanisation, die Agglomeration und ihre Geschichte um Szombathely (Kocsis 2006) sollte hier keine Rede mehr sein. Interessant sind doch die Folgen, die aus dem Sicht der Stadtstruktur gar nicht zu vernachlässigen sind: Szombathely kämpft unter anderen mit zwei strukturgebundenen Problemen: 1. Sehr viele Intellektueller sind ausgezogen, die nicht nur ihr Steuer, sondern auch ihre Bedürfnisse nach Kultur zu Hause, also in den Nachbardörfern lassen. Viele Programme laufen bei mäßigem Interesse. Die Anzahl der Veranstaltungen ist zwar hoch, aber mit seltenen Ausnahmen nur für kleines Publikum. Für eine Kleinstadt wäre das mehr als ausreichend, aber Szombathely hat fast 80000 Einwohner, und beim Publikum merkt man auch kaum, das es um eine Universitätsstadt geht. 2. Die eingeschmolzene Stadtteile haben nur sehr selten ihre Kerne gehalten. In meisten Fällen das bedeutet nicht mehr als eine Kirche oder Postamt. Schulen, Sprechzimmer, Kulturhäuser, Bibliotheken, Gemeinschaftshäuser, lokale Märkte, Vereine sind verschwunden. Die sozialistischen Wohnviertel wurden zwar bewusst geplant, aber ihre Zentren sind nur ausnahmsweise als städtische Subzentren voll Funktionsfähig (siehe Kapitel 2). Sowohl die Suburbanisation, als auch die Funktionsverlust der eingemeindeten Dörfer bedeutet zunehmende Belastung der Innenstadt, Inanspruchnahme des öffentlichen Verkehrs und Parkplätzen und führt zu abnehmender „Konsumierung" der Stadt, der städtischen Kultur. Im Namen der Effektivität wurden Filialen der Bibliothek, Schulen zugesperrt, das Kulturzentrum in der Olad Wohnsiedlung funktioniert als Außenstelle des städtischen Zentrums „Agora", also bietet Programme für die ganze Stadt, aber nichts besonderes für die Anrainer, und die anderen Stadtteile kommen noch schlimmer aus. Es gibt keine Möglichkeit, um für örtliche Ziele zusammen zu kommen. Für die Sprechstunden der Stadtpolitiker stehen gelegentlich Klassenzimmer zu, denn am meisten fehlen Gemeinschaftshäuser, Einrichtungen oder einfach Räumlichkeiten, wo man über örtliche Probleme diskutieren kann. Es ist zwar nicht unmöglich, aber ziemlich schwer, das eigene Interesse der einzelnen Stadtteile zu artikulieren. Aus stadtpolitischer Sicht ist diese Situation sehr angenehm, denn die Stadtväter sollten sich nur um die ganze Stadt kümmern. Sie müssen auch nicht die verschiedene Meinungen, Bedürfnisse der Bürger von den einzelnen Stadtteilen. Deswegen können sie die auch nicht vertreten. Auf diese Weise können dann stadtpolitische Entscheidungen getroffen werden, die zwar der Stadt als ganzes vorteilig zu sein scheinen, aber auf örtlicher Ebene, für die Einwohner der Stadtteile nichts versprechen, nur wenig nutzen. Obwohl die eingemeindete Siedlungen Szombathely auch heute noch als ein buntes Mosaik zu sehen lassen, die Besonderheiten einzelnen Stadtteilen können weder in den Flächenwidmungsplänen, noch in der Stadtpolitik im allgemeinen durchkommen. Das macht die Stadt weniger erträglich, weniger attraktiv für die Einwohner (Suburbanisation), beeinflusst den Immobilienmarkt (in den entleerten Stadtteilen fallen die Preise) und schädigt die lokale Gesellschaft (Verfremdung, Gleichgültigkeit). Abb. 2: Stadtteile mit oder ohne kulturelle Einrichtungen. 4. Sonderfall Szentkiraly Für das Wohlbefinden, Wohlfühlen kann man auch tun. Der in Kapitel 2.3.5. gezeichnete Stadtteil Szentkiraly bietet ein kleines Beispiel, was aber bedauerlicherweise für die andere fast nutzlos ist. Die meisten Stadtteile sind viel größer und auch ihre Geschichte lässt nicht die Erfahrungen zu übernehmen. Doch, eben die Geschichte ist nicht auf Szentkiraly's Seite: die Zwergdörfer hatten nur fünfzehn Jahre zusammengelebt und plötzlich wurden Teile von Szombathely, parallel mit der Einführung des Rätesystems. In diesem sozialistischen Model wurden zwar die Autonomie und Selbstverwaltung der Gemeinden fast ausgelöscht, dennoch bekamen die Dörfer ihre eigenen kulturellen Einrichtungen, wie Bibliothek, Kulturhaus. Szentkiraly hatte sowas nie. Als das Gemeinschaftshaus in der ehemaligen Bischofsresidenz eröffnet wurde (1999), könnten wir als Neuheit beurteilen. Das Haus funktioniert wohl mit Unterstützung von der Stadt, ist doch unabhängig von dem Agora-Zentrum. Seine Finanzierung hängt meistens von den Anrainern (durch Stiftung, Spenden) ab, und auch die Programme sind für sie gedacht. Überwiegend sind die Ausstellungen, Konzerte örtlicher Künstler, besser gesagt Schaffender. Obwohl es viele Künstler in Szentkiraly (Musiker des symphonischen Orchester, Lehrer des Kunstgymnasiums, Freischaffende, die oft kulturelle Ereignisse veranstalten) leben, die meisten Mitwirkende sind Amateure in Entwurf und Grafik : Kocsis. Zs. allen Sinne des Wortes. Da es um den „Nachbar" geht, die Veranstaltungen laufen vor vollem Haus, wenn es nur anderthalb Hundert Zuschauer bedeutet. Das Gemeinschaftshaus ist also eine Bürgerinitiative, da die Einwohner von Szentkiraly wollten sich nicht nur die „Reise" in die Innenstadt sparen, sondern eigenes Kultur-und Gesellschaftsleben haben. Dank dieser Zusammenarbeit konnten die alte und die neue Einwohner sich besser kennenlernen und eine Gemeinschaft bilden, die heute sehr laut und gut organisiert gegen die geplante Biomassenkraftwerk in Szentkiraly protestiert. Wegen der Lärmbelastung und Luftbeschmutzung sind auch in Ipartelep die Proteste tagtäglich, aber es geht immer nur um Klage einzelnen Familien, Straßen, vereinzelt können sie sich nicht artikulieren, das auch in anderen Stadtteilen der Fall ist. 5. Fazit Natürlich sind das Leben, sowie die Lebensqualität nicht nur von Kultur geprägt, aber ich musste mich auf dieses Gebiet konzentrieren, denn Szombathely bietet mit wenigen Ausnahmen wirklich allen ein ruhiges Leben, viel Grün und wenige Kriminalität, die einzelne Stadtteile weichen nur wenig von den Durchschnitt ab. Es gibt zwar Unterschiede, aber am meisten sind sie auf den miteinander zusammenhängenden Gebieten von Gemeinschaftsleben und Kultur deutlich, markant. Die Stadtführung kann die Probleme von Szombathely gerade noch handeln, aber ihre Aufmerksamkeit reicht nur selten unter der Stadtebene. Hauptsache, dass alles gut geht (durchschnittlich), und die Situation, Probleme einzelnen Stadtteilen überschreiten ihre Reizschwelle nur sehr selten, wenn doch, die Antwort ist: kein Geld. Dennoch es fehlen nicht die Gemeinschaftshäuser, Nebenzentren, es fehlen Bürger, die die brauchen und benützen! Szombathely hat weniger Stadtbürger als Stadtbewohner, es sind viele Einsiedler, erste Generation Stadtbewohner. Man sollte das nicht als eine Beleidigung der Dorfbewohner verstehen! Denken wir nur an das Beispiel von Szentkiraly, wo gerade das Dorf und die Einsiedler aus der Stadt zusammen Bürgerschaft bilden, die Ansprüche auf eigene Kultur und Gemeinschaft haben. Als Einsiedler, der aus einem Dorf kommt und in Szentkiraly lebt, kann ich nur sagen: es ist gut in Szombathely zu wohnen und gut in Szentkiraly zu leben. Literatur Csapo, T. 2004: Nehany gondolat a hazai varosok beepiteseröl. Területi Statisztika 2004/4. pp. 332-351. Csapo, T. 2005: A magyar varosok települesmorfologiaja. 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Dialog Campus Kiado, Budapest - Pécs. LIVING IN THE CITY - EXAMPLE SZOMBATHELY Summary Living in the city, respectively the quality of life is a function of many factors, from which I will focus on the city structure and culture. Both are objective and subject to change at once. The spatial and even the social structure of a city is determined by natural elements, infrastructure, economy and society (landscape and situation, utilities and traffic, financing and even global market situation, history and social issues as well), though the settlement itself is an interaction of all four spheres from above! Since the datasheets of 2011 census are still not available, I have to carry on my research on Szombathely started in 1996 with work on soft factors like real estate prices, own surveys of the street view, building up structure - getting support from my colleagues studying Szombathely from different fields of interest. In this paper I would like to point on the city structure as a determinant of the quality of life, and closer on the culture, respectively the accessibility of culture according to the inhabitant of particular city districts. The spatial structure of Szombathely is impacted by two factors (among many others of lower importance): an organic growth since the Roman Empire and a series of amalgamation (18861969). That later was necessary because the medieval town has grown to its limits marked by close villages on the al four sides. The very moderate secular growth was fastened once by the founding of an episcopate in 1777 and by becoming railway junction, which brought modern industry into the city and its vicinity. The amalgamated villages gave Szombathely place to grow but they changed the city structure with their different level of urbanization and development. Now we can define the Downtown surrounded by the inner city (these two are pretending the ancient Szombathely before the amalgamations), the housing areas of the former villages and the large housing estates designed and built in the so called socialist manner, with prefabricated high houses made of concrete. Of course, many problems of a city are not structure based. But there are two which are related and both can be seen as a consequence of city structure. Since the structure and the dwelling policy as well their needs did not satisfy, many intellectuals moved from the city in the last three decades. They are paying their tax in the neighboring villages and their demand on culture is missing in Szombathely. This is the trap of suburbanization: after work going home, mowing grass, drinking beer and staying home. More obviously is the problem of the amalgamated settlements, which have lost their profiles. Most of them are grown into Szombathely, forming popular housing zones. (They called garden cities in the real estate advertisements, but there are no garden cities in Hungary at all as meant by Howard, originally.) On behalf of effectiveness they have no own institutions, even their centers are hardly or not at all to recognize. Szombathely is a city of 80.000 inhabitants, despite of the amalgamations; its body is quite compact. So it does not matter the accessibility of cultural institutions, the problem is that the particular districts have no place to make their own culture, to build local community! Szombathely's cultural supply is as good as it expected to be according to its population size, but the programs are meant for the whole city (to an "average" citizen), not for the special demands of a single district. The culture center named Agora organizes programs mostly with participants outside the city (the most wanted productions are coming from the capital, Budapest) and everyone is happy to see them, but there are only few opportunity for the Szombathely artists to be present in their own city. This is the point of view I think, it shows the importance of local community provided with local community house. Szombathely's structure does not support to build or rebuild local communities due its compactness and grown together. Szentkiraly was created in 1935 by amalgamation of five tiny villages (with only one church, so they were since centuries a parish, which is not of small importance), which were amalgamated with Szombathely in 1950. After it but rather in the seventies the population doubled due the many new dwellings (early suburbanization). A new wave of suburbanization came to Szentkiraly after the turn of the millennium, causing a second doubling, so the population is about 4.000, a little bit big for a neighborhood unit. People do not know, but greeting each other, the new comers are enjoying the suburban way of life, which is strange mixture of being city inhabitants and buying milk, eggs and bread next door. Obviously Szentkiraly could save its face, its nature (but not its village look) despite the suburbanization, and acts like a melting pot for original and new Szentkiraly inhabitants. They founded a new (there was no old one, Szentkiraly was originally too small to have it) community house, which is having financial support from the city, although independent from the city culture center Agora. It means that the events organized by local people are for local people (exhibitions, concerts of artists living in Szentkiraly). We must be careful with "artist" because the participants are often not professional ones, but amateurs in all sense of the word, yet the attendance is high (about 150 people are full house), which is not always to say about city cultural events in the center. It is very simple; it is about my neighbor I know by sight! It is clear that the experience of Szentkiraly can not be transferred to other districts. They are more populated, which could mean a better situation by financing but even by their higher population, it would be harder to fit the cultural demands of all of their inhabitants. Szentkiraly's history can not explain the situation, because other amalgamated settlements have a long independent past too. It seems to be the geography, Szentkiraly's place in the city structure: situated further off the city body, the immigration and house building activities caused by urbanization were not as strong as in other parts of the city, which are nearly dissolved in Szombathely. Despite of all these, I think, Szentkiraly's pattern to build local community is noteworthy and the city council should take it into consideration by creating zoning plans and by city development decisions as well. A working local community has its own vision, plans, so the decision makers do not have to care about it. They only have local initiations to make compatible with and incorporate into city level measures, plans. It could enhance the quality of citizen's life. The only problem is that there is a shortage of citizens in Szombathely, who need and want to build local communities, to make local culture and who want to participate in the life of the city. It is good to dwell in Szombathely (the hard factors are looking good), but sometimes it is not so good to live in Szombathely.