Nro. XU. Laibacher ^^^ Zeitung. V^ den 24. März ^^^ ^ Isarstrom. «x^n Baiern hat sich wieder alles Aufgeheitert und erholt, so dunkel, Mier und niedergeschlagen als vor» Her auf einmal geworden war. Ein ^escript, vonSr. churfürstl.Durct.l. Mst untcrzeiä)net, gelangte vorige ^oche zu München an die dort eben versammelte Landstande Obcr-und Unterlandes auf ihre gestellte '"nfrage, und wurde sodann mi ranzen Lande an alle Magistrate und Beamte abgeschikt. DiesNe-'^lpt, welches in allen Hauptstäd« ^n durch einen Extrarath publicirt Horden , daß an keinen Tausch je-wals gedacht worden, und so lan-se ein Stamm dieses Durchl. Hau-!!? ?lüht, nie eines Nagelsbreit von Malern solle getrennt werden ; Doch Kurden die Bürger einer von den Hauptstädten in diesen Rescript als ^?hre Rebellanten angemerkt, und Kurden auch bestraft worden seyn, wen Karl Theodor die Baterlands-^de nicht zurükgehalten hätte. Es ^r m Baiern eine wahre Verwir- rung , Handel und Wandel stunden auf einmal still; anjezt aber hat alles wieder neues Leben bekommen. Baiern. " Schon seit einigen Tagen sprach man von einer höchsteigenen Erklärung Er. churfürstl. Durchl. über das anhaltende Gerücht von einer beschlossen seyn sollenden Vertauschung dieser Lande; und da diese höchste Erklärung nunmehr in öffentlichen Blattern erscheint, so theilen wir'hier ebenfalls mit, was uns davon bekannt geworden ist. Da das Gerücht täglich überHand nahm , so fanden sich die Landstände des Herzogthums Baiern dadurch bewogen, selbst bei Sr. chur-fürst. Durchl. über den Grund oder Ungrund desselben in einer dringenden Vorstellung anzufragen, in welcher sie zu erkennnen gaben, daß dieses immer mehr sich verbreitende Gerücht dem Kredit der Landstan->de nachtheilig werden möchte, welche so viele Millionen Schulden übernommen, und jetzo wieoer die im Teschner Frieden stipulirte Zahlung an Sachsen zu thun hatten u. s. w. Hierüber ward ihnen folgende höchste Aeusserung gnädigst ertheilt: Karl Theodor Churfürst:c. " Liebe Getreue! Wir haben uns zwar gehorsamst vortragen lassen, was ihr wegen eines gewissen zwi-! schen uns und dem k. Hof abgeschlossenen , den 3. Ianer unterzeichnet se./N sollenden Landertausches vorstellig gemacht habt. Gleichwie aber das hierüber entstandene und durch die öffentliche Zeitungen verbreitete Bruit ohne Grund ist, so hat auch die unterm 31« August 2mii prnteriti mit dcm k. Hof ab-i geschlossene und unserer Seits den 3. Ianer ratificirt und unterzeich-! nete Konvention nur die zwischen! Baiern und dem Innviertel obge-l waltete Granzirrungen betreffen, und ist euch solche, soviel davon in das! landschaftliche Fach einschlägt, bereits unterm 1. I1UM5 extraAive kommunicirt worden, welches zu eurer Beruhigung hiemit angefügt wird. München den 13. Febr. 1785. Unter gnädigster Hand;eichnung an das landschaftliche Universale Ober - und Unterlandes Baiern also erlassen.,, Florenz. Durch einen in der Nacht vom is. auf den 16. dies aus Rom all-! bier eingetroffenen Kourier vernäh -nen wlr, daß der heilige Vater am 14. dieses Morgens, Konsistorium gehalten , und in selbigem folgende Kardinalspromotion vorge? nommen hat. Zu Kardinalpriestern wurden echo, bcn Monsig. Joseph Garampi aus Rimini, Nunnus am k. Hofe zu Wien; Mons. Joseph Dona ein Genueser, Nuntius in Paris; Mons. zVinzenzio Nanozzi ein Bologneser ededem Nuntius zu Lissabon; Mons. Nikolo Kolanna aus Stigliano im Neapolitanischen Nuntius zu Ma^ drid; Mons. D.Gregorio Chiara» monte, Benediktinermönch zu Cese/ na; Mons. Muzio Gallondi Osi-ma, Sekretarius der Sakra Kon/ ^sulta; Mons. Johann de Greyori, Auditor der Rev. Kamera, Sohn des Marchese Squillice aus Sici^ lien; Mons. Johann Maria Rl^ ,minaldi, aus Ferrara, Decanus der Sakra Ruota; Mons. Paolo Maffei aus Montepulciano, Gene-!ralkriegskommiffarius und Decanus ldella Kamera; Mons. Fran; Kar-!rata aus Bergamo/ Eekretariu» del Konsilio. Zu Kardinaldiakonen. Mons. Ferdinando Spineul aus Neapel/ Gouverneur von Rom; Mons. Antonio Maria Dona ew Genueser,Macstro di Kam.ra;Monl. Karlo Livnzione ein Mooeneser/ iPrasident der Legazione zuUrbmo- Ausserdem haben Ihro Heiligkeit! nebst denen schon ehedem krcirten! und in Petto behaltenen auch in diesem Konsistorio s andere reser-! vut, unddieIesuitenfreunde schmei-i weln sich, daß unter solchen ein Mitglied dieses in Weisreussen wieder auflebenden Ordens seyn werde, um dessen Erhebung die rußi« sche Monarchin den heiligen Vater neulich halte ersuchen lassen. In dem nämlichen Konsistorio wurden folgende neue Nuntien, Mons. Kaprara nach Wien; M. -Hugnani nach Paris; Marreri uach Madrid; Bellisolmi nach Pa- > ^a; Graf Julius Cäsar Zolio nacb München u. s. w. sodann auch 16 ^'own (^libernatori in den Haupt' nädten des Kirchenstaats ernannt ^nd zugleich die du ch diese Kar-! "'nalserhebung erledigten Aemter wleder besetzt. .In Rom ist allgemeiner Jubel ^ber diese zahlreiche Promotion, "^ll durch solche wegen der vielen M kostbaren Präsente, so bei die-en Gelegenheiten pflegen gemacht ^. werden, viel baares Geld in >lrkulation kommt, woran bishcr '"dieser Hauptstadt grosser Man-^" verspürt wurde. Ingolsiadt. ^.^ei uns stund dieser Tagen ein Prophet auf, welcher weissagte, ""h^es 8 Tage schneien und dann s.5 <-age regnen und die wber '"Memmung darauf um eine Elle höher werden würde, als 1784. Der Prophet wurde abcr eingesperrt, so lang bis seine Propde-zeil-ung entweder erfüllt oder erlogen befunden wird. In Strau-,bing sind wöchentliche Bittgänge in verschiedenen Kirchen angesetzt. ^üttich Wir haben dieser Tage Zeugen eines denkwürdigen Auftritts. Ein nach Mastricht bestimmter Transport von 6o Schweizer Rekruten, wollte, ungeachtet sie vernommen hatten, daß auf dem Wcge und in der Gegend von Mastricht, Wurmserische Husaren streiften , sich dennoch nicht der Wafferfahrt nach gedachter Stadt bedienen, sondern schlugen dicscn sichern Weg aus, aus Besorgnlß, man möchte sie wegen einiger Furcht in Verdacht haben. Da aber diese edle Entschlossenheit nicht aus einer blinden und kühnen Herzhaftigkeit rühr» te, so waren sie bedacht, sich von dem hiesigen Lieferanten der Holländer mit Gewehr versehen zu lassen, und nahmen dann den Weg :u Lande nach Mastricht / mit der Erklärung, daß sie sich wenig vor Husaren fürchteten, die^ sie wür-oen aufheoen wollen. Bergenopzoom. Heute mit Anbruch des Tages sahen wir ein Detastbcmcnt von der Garnison des Forts Philippine mit Schatzgräbern ankommen, welche das Fort Isabelle besetzten. Sie W siengen sogleich an, Pallisaden zu errichten, die sie 4^ Schritte vom Fort setzten, auf einem Damm, der mit dem von Havre de Bon-chaut zum Theil Kommunikation dat. Das Detaschement ist jezt beschäftigt / im Innern des Forts die Schießscharten auszubessern/ und neue für Kanonen in den 4 Win> keln des Wereks zu öfnen, woraus das Fort besteht. Die Hollander haben ihrer Scits Piquets gegen das Fort ausgesetzt/ um alle Kommunikation zu hemmen. Man hat noch nicht erfahren können, wie stark das Demsckement ist. Es sind auch Kanonen daselbst angekommen, vermuthlich um den Damm zu be-sireichen , und den einzigen Zugang des Forts auf dieser Scite zuver-! the'idigen. Die Holländer haben! ebenfalls den Hauptdamm gesperrt,! und errichten daselbst eine Batterie! von 6 Kanonen; sie arbeiten auch an einen andern im Lande Arden-burg. Dadurch werden sie fünf von unsern Schleussen gesperrt halten und sich zugleich von allen Ui-berfall sicher setzen. V erlin. l Dieser Tagen sind die Befehle! an die Beurlaubten ergangen, sich bei ihren Regimentern einzufinden, um das bevorstehende Frühlingsma-nöuvre mitmachen zu können. Zu diesem Manöuvre werden einige der fremden Regimenter einige Tags früher einmarschieren / um dasselbe in Zrößern Umfang vorzunehmen. Stuttgard. Den 26. Febr. Vormittags ka-men Se. herzogliche Durchlaucht von Hohenheim aus hiehcr, undge-ruheten dem an den herzogl. Hof akkreditirten Chur- Hanöveristhen Resident, Herrn von Knebel, die zu Uiberreichung des Kreditivs erbet-tene Audienz zu ertheilen. Hermannstadt. Der letzt eingefangene zweite Kapital des Hora, Grißan Gizsur-gizs (Georg Krischan) machte des Hora Gesandten und erhielt von ihm tausend Bersprechuugen, wenn sie ihre Absichten würden ermcht haben. Ich gebe dir dann , (äauc-,2ie) sagte jener berüchtigte Hora einstens zum Krischan, — die Kölscher Güter zum Geschenke, und mache dich zu einem Fürsten. Das war sein erstes Geständniß vor der kaiserlichen Kommißion. — Hora und Kloska sind gegenwärtig in 'Deva, uud weroen auch daselbst verhört. Gedruckt in der Kleinmayriscken I. Oe. Gubernial - und landschaftl. Buchdruckerey, im Gersonischen Hause N. 10. in der Kapu« zinergasse/ wo die Zeitung alle Donerstag zu haben ist.