Die zehn Gebote bei der BchchlW Ser Retikii gegen Sie Pemchm. 1. ) Bespritze deine Reben frühzeitig, zum erstenmal dann, wenn die jungen Rebentriebe spangenlang gewor- den sind, das zweitem«! zehn chs zwölf Tage spater, das drittemal höchstens drei Wochen nach der zweiten Be¬ spritzung. Ist der Sommer regnerisch, so spritze lieber in kürzeren Zeiträumen, sonach öfter, mindestens vier¬ mal im Jahre. 2. ) Für die erste Bespritzung nimm ein Kilogramm, für die folgenden Bespritzungen einundeinhalb Kilo¬ gramm reines Kupfervitriol auf 100 Liter Wasser. Zer¬ stoße das Kupfervitriol und löse es im klaren sam besten Regen- oder Fluß-) Wasser auf. 3. ) Der Kolk hat nu rden Zweck, die Säure des Kupfervitriols, die sonst die Blätter versengen sverbren- nen) würde, abzustumpfen. Deshalb nimm nur soviel Kalk, als nötig. Vom gelöschten Kalk nimmt man um die Hälfte mehr, höchstens noch einmal so viel, als man Kupfervitriol genommen hat. Hast du keinen Kalk zur Verfügung, so nimm statt dessen- Soda, die du in jedem Geschäfte bekommen kannst. Auf ein Kilogramm Kupfer. Vitriol genügt einundeinviertel Kilogramm Soda. 4. ) Das Kupfervitriol löse für sich, den Kalk sresp. die Soda) ebenfalls für sich auf, gieße erst knapp vor d e r B e s p r i tz u n g die Kalk- sresp. Soda-) Lösung in die Kupfervitriollösung hinein und rühre beides gut 2 mit einem Holzgerät (nicht mit Eisen) durcheinander. Sodann nimm ein Stückchen Reagenzpapier und pro¬ biere, ob die Mischung nicht mehr sauer reagiert. In richtig zubereiteter Kupfer-Kalkbrühe wird rotes Lak- muspapier schtvach blau, resp. weißes Phenolphtalein- papier schivach rot (karminrot). 5. ) Bereite nur so viel Spritzslüssigkeit, als du in einem Tage verbrauchen kannst, denn/-iKx- SPritzbrsihx- ist nicht wirksam. Willst du die Wirksamkeit der Spritz- flüssigkeit für längere Zeit erhalten, so setze der frisch zubereiteten Kupfer-Kalkbrühe sofort pro 100 Liter 100 Gramm Zucker, der Kupfer-Sodabrühe pro 100 Liter 50 bis 100 Gramm Weinstein zu. Die Kupfer¬ vitriollösung allein, also ohne Kalk oder Soda, hält sich auch ohne jeden Zusatz lange, ohne zu verderben,' deshalb kannst du dir eine konzentrierte (z. B. 10A>ige) Lösung für das ganze Jahr im vorhinein Herstellen und sie jedes¬ mal vor dem Kalkz,usatze entsprechend verdünnen. 6. ) Wenn nur möglich, bespritze die Reben bei trok- kencni und windstillem Wetter, also nicht bei Tau oder großer Hitze. Letzteres tue nur in der Not. Die Spritz¬ flüssigkeit muß vor dem ersten Regen auf den Reben gut trocknen. Geschieht dies nicht, so muß das Bespritzen nach Eintritt schöner Witterung wiederholt werden. 7. ) Bespritze insbesondere die Unter¬ seite der Blätter, denn dort dringt sonst der Pilz ins Blatt hinein. Die Reben sind mit Spritz¬ flüssigkeit nicht zu begießen, sondern nur fein zu be¬ tauen. Bespritzest du die Reben fein, so sind sie vor Peronospora besser geschützt als mit Kupfer-Kalkbrühe übergossene und du ersparst dabei viel Kupfervitriol. Nimm deshalb eine gute, mit starkem Druck arbeitende Peronosporaspritze und treibe sie gut an, damit sie gut zerstäubt. Solche Rebspritzen kannst du durch den Gefer¬ tigten beziehen. Zwecks leichteren Bespritzens der Blatt¬ unterseite schaffe dir einen besonderen Zerstäuber mit Blattwendereifen an. 8 8. ) Bespritze nicht nur das Laub, sondern jedesmal sorgfältig auch die Trauben. Beim Schwefeln der Trau¬ ben nimm statt des gewöhnlichen lieber Kupferschwefel smolilo raraato), der 3 Kupfervitriol enthält. Vergiß nicht die erst später treibenden trocken- und grünveredel¬ ten Reben, sobald sie ausgetrieben haben, zu bespritzen und diese Arbeit öfter zu wiederholen, sonst gehen dir die Veredlungen ein. 9. ) Wenn nur möglich, binde einen oder mehrere Tage vor dem Bespritzen alle Rebtriebe an und dabei breche die überflüssigen Seitentriebe und die Achseltriebe aus. 10. ) Halte den Weingarten unkrautfrei. Das Un¬ kraut beschattet die Reben, benimmt ihnen die Nahrung und erhöht die Luftfeuchtigkeit zwischen ihnen. Je größer die Luftfeuchtigkeit, desto stärker entwickeln sich die Reb- krankheiten. B. Skalicky k. k. Weinbauinspektor für Krain in Kandia bei Rudolfswert. Im Verlage des Verfassers. Druck von Kleinmayr L Bamberg, Laibach. 1691 12