^lr. 12.______________Dienstag, 15. Jänner 1889. 1tt8. Jahrgang. Mbacher Ieitung. ^""««»»«onsprtl«: »lit Poftv«lstll>: 8 st. V 10 h<« ,2 Nhl vormittag«.— Nnslanf!«it«Vs'«<' ««rben n,«t anntnommel: unt> »»«innlrrivt« nich«,n»Ä«<«lU Umtlicher Hheil. Se. k. lind k. Apostolische Majestät habe» mit ^"höchsj unterzeichnetem Diplome dem geheimen Rathe ^chfth Alexander Freiherr,! von Hül, ner den Grafen, llano allergnädigst zu verleihen geruht. .,„ Se. f. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 5. Jänner d. I. aller-gnadiqst zu gestatten geruht, dass dem mit dem Titel und Charakter eines Sectionschefs bekleideten Mimste-ualrathe des Ministeriums des Innern Dr. Ottokar ""in gurtn er Edlen von Münzberg anlässlich ^ von ihm erbetenen Uebernahme in den dauernden Ehestand der Ausdruck der Allerhöchsten Zufrirdeu-^u mit seiner virljährigen trencn nnd ausgezeichiuten "lrnstlristung bekanntgegeben werde. «.^ Se. k. nnd k. Apostolische Majestät haben mit «llerhijchsj^ Entschließung vom 29. December v. I. dem ^«tische,, Marktdirector' und Commercialrathe Joseph ^echa in Wien das Ritterkreuz des Franz-Joseph, roens allergnädigst zn verleihen geruht. H. ^er Instizminister hat den Steuereinnehmer in ^Albert Dietz zum Vorsteher und den Official / der Finanz'Landescasse in Trieft Franz Koren-ln !> ^"" Cafsier bei dem Civilgerichts-D^posit^namte -ü^west ernannt. Nichtamtlicher Hheil Aus dem ungarischen Parlamente. arttk ^ "^'^ Wrhrvorlaqe stößt in Ungarn auf weit Eckw^ Schwierigkeiten als man vorausgesehen hat, auf ^^tigkritrn, die man bei uns zum Theile weder die zi tt "°^ "^. begreifen kann. Es ist allerdings Uns 'fs^""a. militärischer Angelegenheiten stels bei h k>ne grundverschiedene von jener gewesen, welche in dez n ^ jeher vorherrscht, und auch die Gestaltung ^.."^eiroesens ist eine total andere diesseits als jen-die ^ ^ ^'tha. Aber man durfte nach jener Haltung, blick ""fische Reichstag in vielen kritischen Augen« voll ^ ^" ^" Reichifrogen genommen, nach jener kraft« arch " ""^ begeisterten Unterstützung, welche die Mun» llitw >.'" ^"tlarn gefunden, so oft sie an die Mitwir« hat. mit Recht voraussetzen. dass der Widerstand gegen die neue Wehrvorlage sich nicht bis anf Parteien und Führer erstrecken wird. die wir bisher in keiner Opposition zu den Reichsangelegen» heiten gesehen haben. Der zähe Kampf gegen den Pa-ragrapheu 14, welcher die Dauer des Wahlgesetzes und die Voraussehungen einer Abändernng behandelt, brachte jedoch mit einemmale eine Eigenthümlichkeit der un« garischen Nation zur Geltung; das ist ihre Beharrlich« keit in allen Fragen, die einen staatsrechtlichen Charakter zu haben scheinen, auch wenn dieser weitaus mehr theoretischer als praktischer Natur wäre. Hier haben die meisten Redner den Stützpunkt für ihren Widerstand gesucht und gefunden, und von diesem Standpunkte aus richtete namentlich Graf Appooyi seine Angriffe gegen das neue Gesetz. Wie unbegründet aber all diese Be» fürchtnugen sind, welche wegen der Fassung des Paragraphen 14 erhoben werden, nnd wie übereifrig die Sorge um die Wahrnehmung aller Verfassungsrechte zu sein scheint, bewics wohl die im liberalen Cl»b abgegebene Erklärung des Herrn von Tisza, dass die im alien Gesetze enthaltenen konstitutionellen Garantien anch in der nemn Wrhrvorlage enthalten sind, in welche ja über Wunsch der ungarischen Regierung ein Zusah Aufnahme gefunden hat, der jedes Bedenken über den Fortbestand der parlamentarischen Rechte ausschließen soll. Ist nun das ungarische Verfasfungsrecht nicht in der Hand des Herrn v. Tisza ausreichend geborgen? Kaum wird jemand behaupten, er wache eifriger über allen Rechten der ungarischen Nation als Herr v. Tisza. dessen Unnachgiebigkeit in den das ungarische nationale Interesse berührenden Angelegeuheitcn wir in Oesterreich nur zu oft empfiuden mussten. Der ungarische Ministerpräsident fügte seinen VlMcrknngen in dem Club der Liberalen noch Erklärungen bei, die. von zweifellosem Ernste erfüllt, die ganze Lage zu beherrschen bestimmt sind. Nicht eine Regierungskrise, wohl aber eiue noch weit gefährlichere, eine Parteikrise wäre die unabweisbare Folge, wenn die Partei, welche der Regierung bisher vertrauensvoll gefolgt ist, in der Wehrfrage ihre Einmüthigkeit und ihre Kraft einbüßen sollte. Die Regierung werde in der Specialdcbatte be> müht sein, alle Bedenken zu zerstreue», aber sie eröffnete keineswegs die Aussicht auf neue Vcrhandlun« gen und auf Ecschütteruug der bisher errungen,» Resultate. Konnte auch ein Staatsmann den gegenwärti« gsn Zcilpnnkt für gekommen erachten, um die Wehrmacht des Reiches noch länger einer Ungewissheit über die Grundlagen ihrer Organisation zu überlassen? Wenn die Abgeordneten nach den ferneren Erläuterungen noch immer in Sorge um das ungarische Staatsrecht bleiben sollt»«, dann möge jeder nach stiner Ueberzeugung vorgehen und die Verantwortung für die Folgen auch selbst tragen. Die liberale Partei hat zwar den Beschluss ge> fafst, die Vorlage zum Gegenstande der Sp?cialdebatte zu machen, aber mit diefem principiellen Votum ist noch keineswegs die Wchrvorlage acceptiert, da die Opposition sich zumeist gegen den Paragraphen 14 und die Sprache der Officiers-Prüfungen lehrt. Und doch wird es uus um den Endausgang nicht bange. Nie Herr v, Tisza selbst die Frage gestellt hat. muss jeder seine Ueberzeugung prüfen und feinen Theil an der Verantwortung übernehmen. Mögen nun auch in diefem Augenblicke die Detailfraa/n der Vorlage ein tiefes Intrreffe erwecken nnd der nationale Standpunkt selbst Männer wie den Grafen Apponyi zu Worten fortreißen, welche dem wahren Berufe der Armee geringes Verständnis entgegenbringen, so wird doch im Augenblicke der Entscheidung jener staatimännische Sinn die Oberhand über das Haus gewinnen, der es in großen Stunden nie verlassen hat. Es wird die Ge< sammtlage Europa's, es wird die Strllung der Monarchie zu derselben, es werden deren großen Aufgaben dem Hanse gegenwärtig werden und jene Identität der Inter-esfcn, die alle Theile des Reiches nach außen verbindet. Otsterreich-Ungarn kann seinen Aufgaben als wichtiges Glied des Friedensbuudes und als Großmacht in Eu-ropa nur gerecht werden, wenn die Wehrverfassimq diesen Zwecken vollkommen entspricht, und diese selbst kanu nicht anders gestaltet werden, als es diese Ziele erheischen. Die letzten Jahrzehnte haben die Völker belehrt, wie gefährlich es wäre, Armeen nach staatsrechtlichen odcr sonstigen Wünschen zu organisieren, und wie oft sie dnrch Wünsche dieser Art nur die Waffe geschwächt haben oder schwächen konnten, welche für die Verthei« bigung ihrer eigenen Existenz bestimmt war. Möge der Beifall dem einen oder dem anderen Redner entgegenjubeln, welcher populäre Wünsche in der Armee verwirklicht sehen möchte, welcher auch in diese den Triumph drs nationalen Gedankens tragen möchte — aber es ist fraglich, ob dieser Triumph auch uachhalten würbe, wenn in den Zeiten ernster Entscheidung die Kraft dadnrch beeinträchtigt würde, die höchsten Güter des Volkes, seinen Frieden, seine Zukunft gegen an- Feuilleton. deshalb schließt man beim Kuss die Augen? 5k»n ei m ^Hkrilch nicht alltägliche Frage hat vor kur« Welche >.. ll'ner ^^^t aufgeworfen uud demjenigen, ^irn^« . b^l gereimte Antwort auf diese Frage ein-stellt 5w "'"" Preis von 20 Mark in Aussicht ge-k'"liefen "k""" ^ benken, das« aus aller Welt Verse scheN... n, l Publicieren im Nachstehenden die hüb. '"« Antworten: de>, ssf.^ Los fiel auf folgende Strophe, welche dadnrch ' Ehrenpreis gewmm: In der Vibel steht qrschrieben: Au sollst deinen Nächsten lieben, Frücl bei seinen Schwächen du ^t'l, auch ein Auge zu! «l sscn aber zwei sich ... ach ... Klhlm sie. dass beide schwach: Ans silr dich und eins für mich. . . ""be Augen schlichen sich! .. Robert Pohl in Prag. theilen " Einsendungen lassen sich in mehrere Arten ^Naer w s^"" ?""st eine Menge männlicher ha», Hz' selche energisch dagegen protestierten, dass ^'t. m,r ii'^'c ^'"' Glissen zumache. Das sei Dumm« eil, Eäl a. "'"b""e schlössen den Blick. Besonders theilen ""2 ^"lin. der nach seinen Gedichten zu l'ch awü.^ ? schickte fünf Stück — eine erschreck« ^ bezwe H'^. ^ben mnss. wurde sehr auzüglich. ^uptete- Kompetenz der Preisjury und be- «Im GraMhril voll Freudigkeit Reiht mau sie auf noch mal so weit, Vefonders wenn man licbewarm So recht was Hübsches hat im Arm!» Die Damen dagegen theilten durchschnittlich die Anschauung der Preisrichter von wegen der grschlos« sencn Augen, und eine «junge Münchnenn» gab dar« über folgende Auskunft, die allerdings auch etwas ab« fällig über die Wissenschaft der Commission urtheilt: «Heim Bussle zwickt ma d' Aua/u zua!» «Warum?» soll i dir saa/n! Mein Licba, nur a dumma Vua, Kann nach so ebbas frag'n, Dcnn was a bissl oana ist, Der woaß 's, du dersst ma's sslaub'n! «Wenn du 's Diaudl bussl'u »huast, La hast koan Zrit zum Schuug'» !» Und eine Amenkaurrm. Mrs. Plehwe in Texas, schreibt in ähnlichem Gedarikengange: Wer blind lilss!, liisst sonder ssraa.e So geru des Nachts, als am Taa.r, Er sieht nicht, ob schön ober hässlich. Seln Kuss ist immer — vrrlässlich! Kurz und bündig ist Frau Martha W -ck in Regensbnrq. sie macht die Augen zu: «Weil einem Horrn und Seh'u Beim innigen Kusse vergrh'nü» Eine andere Regcnsburgerm mit dem hübschcu Vor« uamen Crescenz und einer erfreulichen Neugierde. wie wir über ihre Verse denken, erklärt den Angeuschluss der Männer mit der Mode der Damen, sich das Haar in die Stirn zu frisieren: «Weil Simprlfransl'i, herunter hängen Zum Missuernuül,cn iuS Auss sich zwängen.» Ein Herr aus Berlin hat denselben Gedanken und drückt ihn so aus: «Weil der Pmmyhaare Spitzeln Und die Puderstäubchcn liheln.» Jemand, der für ein offenaugiges Küssen ist, schreibt: Als Realist, der ich nun eiumal bin, Denk' ich: das Augcuschlicßrn hat nur Sinn, Wenn man befürchten muss, zu schauen, Was besser bedeckt wird mit Vlacht und Grauen. Eine unendliche M^nge Damen und Herren berufen sich für den Branch des Nugenschlirßcns auf den Hahn. Da rs sich bei dem Hahn aber ums Krähen, nicht ums Küssen handelt, so hat trotz aller Anerkennung der achtungswerten Leistungen eines guten Hahns die Jury ihn nicht als maßgebendes Vorbild und poetisches Gleichnis acceptieren wollen. Sehr hübsch pointiert ist auch. was Max von Hochberg (trotz des männlichen Vornamens wohl eine Dame?) sagt: «Der Fragesteller scheint im Küssen Mir wirklich schlecht Bescheid zu wissm: Man schlicht die Augen, wenn man küsst, Weil man im siebenlen Himmel ist, Nicht hüher kann die Reise gehen, Den Abgrund doch — will man nicht sehen!» Einer Reihe der verschiedensten Einsendungen aus allen Himmelsstrichen, von weiblicher und männlicher Hand durcheinander gestreut, sind solgtnde Gedanken-späne entnommen: Zwischen Ihm und Ihr DaS alte Turnier: Schon gehen sie los Mit — geschloss'nem Visier. ttaibachll Zeltunn. Nr. !2.__________________________________90 ,5 I^„^„ 1889. stürmende Gefahren zu beschirmen. Nichts ist leichter, als Beifallsstürme zu entfesseln, aber ernste Staatsmänner versagen sich diese Freude dort, wo nicht d»r Augenblick, sondern die Zukunft allein, wo nicht das parlamentarische Spiel, sondern eine ernste Prüfling üder die Tüchtigkeit eines Werkes das letzte Wort zu sprechen berufen sind. Nein, die Zeit ist nicht darnach angethan, um Wünsche zu befriedigen, die dem nationalen Gedanken oder den Parteizwecken schmeicheln, und die anderen Staaten belehren uns deutlich genug, wie wenig der Charakter der Lage sich eignet, um parlamentarischen oder sonstigen Idealen dort nachzu» streben, wo die Sicherheit des Reiches das alleinige Ziel zu bilden hat. Und diese Ueberzeugung wird auch den ungari» schen Reichstag schließlich mit unwiderstehlicher Gewalt erfassen und beherrschen. Es wird der Freiwilligendienst, es wild die Prüfungssprache, und ebenso der vielbesprochene Paragraph über die Dauer der Wehr« Verfassung mit der Nothwendigkeit in Einklang kommen, die Autorität der Monarchie durch eine bessere Wehrorganisation zu stärken und jene Armee mit neuer Sicherheit zu umgeben, welche Ungarn ebenso schützt, als alle Nationen der Monarchie, und die. welche Dienstsprache sie auch führt, doch nur den einen Dienst kennt, dem Befehle des Monarchen gemäß des Reiche« Frieden und jene Größe zu wahren, in welcher mm« mehr alle Völker und alle Theile der österreichisch« ungarischen Monarchie den eigenen Stolz und die eigene Blüte erkennen. Politische Ueberlicht. (Aufhebung der Freihäfen in Trieft und Fiume.) Die in Angelegenheit der Aufhebung der Freihäfen in Trieft und Fiume in Budapest abgehaltene Zoll» lind Handelsconferenz hat nach zweitägiqen Verhandlungen die ihr zugewiesene Aufgabe erledigt, und wurden die von der Zollconferenz gefassten Äe-schlüsse den beiderseitigen Regierungen zur Genehmigung vorgelegt. Die Zollconferenz hat, was die Verlängerung des Termins für die Aufhebung der beiden Freihäfen betrifft, einhellig beschlossen, den Regierungen eine Verlängerung dieses Termines bis zum I.Iuli 1891 vorzuschlagen. Was das Durchführungsgesetz anbelangt, so wurde dasselbe eingehend berathen, und sind die wesentlichsten Bestimmungen desselben auch angenommen worden. Nur bezüglich einiger Punkte des Entwurfes wurde die Beschlußfassung offen gelassen, und wird die eudgiltige Feststellung derselben im schriftlichen Wege binnen kurzem erfolgen. Wie wir hören, werden bei diesem Anlasse mich neue Bestimmungen getroffen werden, welche auf den österreichisch-ungarischen Zolltarif Bezug habm und denselben in Bezug auf Trieft und Fiume abändern sollen. Es ist anzunehmen, dass die beiderseitig,'« Parlamente noch im Laufe dieser Session nicht nur über die auf die Verlängerung des Termins für die Aufhebung der beiden Freihäfen bezügliche Bestimmung, durch welche das österreichisch-ungarische Zoll- und Handelsbündnis abgeändert wird. Beschluss zu fassen haben werden, sondern dass denselben anch das Durchsührungsgesetz vorgelegt werden wird. (Die altczechischen Organe) erklären zu der Rede des ungarischen Unterrichtsministers Grafen Csaky. ihre Partei wolle die in derselben bezüglich der deutschen Sprache entwickelten Grundsätze berücksich« tigen. sobald die czechische Nationalität eine ähnliche Sicherung wie die magyarische erlangen werde. (Das Reichsgesehblatt) publicirrt Ver-ordnungen des Handelsministeriums, womit gemäß § 52 des Krankenversicherungs-Gesetzes die Aufsichtsbehörden bezüglich der Betriebs Krankcucassen der PrivadEisen-bahnen bestimmt werden und womit die Frist für die Abänderung der dem Kraukenocrsicherung^Grsehe nicht entsprechenden Statuten der bei Privat-Eisenbahnen bestehenden Unterstützuugscassen festgesetzt wird, (Aus dem galizi schen Landtage.) Auf der Taglsordüung der Samstagssitzuug des galizischru Landtages stand der Bericht des Verwaltungsaüsschusses über die Vorlage des Landesausschusses, betreffend die Dienstordnung. In der Generaldebatte ergriff Abgeord-neter Otto Hausner das Wort und kritisierte heftig einzelne Bestimmungen der Vorlage, die zn hart s,ien und den jetzigen Verhältnissen nicht angrpasst sind. Derartige Gesetze würden das Ansehen des galizischen Landtages im Auilande cumprnmittieren. Auch dürfte die Regierung dieses Gesetz nicht sanctionieren. Redner beantragte die nochmalige Zuweisung des Gesetzes an den Landesausschuss. Abgeordneter Pater Siczyusli unterstützte warm diesen Antrag. (Eine clericale Streitschrift,) betitelt: «Schärfere Tonart?» hat di'n oberösterreichischen Abgeordneten Dr. Ebenhoch zum Verfasstr und spricht sich gegen ein schärferes Tempo in der clericalen Action aus. (Oesterreichisch-unqarische Bank.) Für die nächsten Tage wird eine weitere Erleichterung des! Geldstandes und eine wesentliche Besserung in dem Stande der österreichisch-ungarischen Äauk erwartet. In Finanzkreisen glaubt man. dass der Generalrath dcr österreichisch-ungarischen Bank den Zinsfuß um ein halbes Procent herabsetzen wird. (Iungczechische Interpellation.) Die Iungczechen brachten in der Samstagssitzung des böh-mischen Landtages eine Iuterpellatiou an den Statthalter ein wegen Bedrückung der czechischen Minoritäten und ihrer Schulen in deutschen Städten und wegen der angeblichen Gleichgültigkeit der Behörden diesen Zubänden gegenüber. (Reichsrathswahl.) Im Landgemeinden» Wahlbezirke Biala«Saybusch in Galizien wurde der Gutsbesitzer Hermann Czecz an Stelle des gewesenen Ministers Dr. Freiherr» v. Ziemialkowski in den Reichs' ralh gewählt. ( Regn icola r« Deputation en.) Wie die «Vudapester Korrespondenz» berichtet, ist die Aufnahme der Verhandlungen der Regnicolar.Deputationen nicht eher zu erwarten, als bis die Wehruorlaqe erledigt sein wird, umsoweniqer, als die kroatische Deputation früher über das Nuntium endgiltige Beschlüsse zu fassen hat. (Das nächste Cons ist o ri u m.) Aus Rom wird dem «Journal des Dsbats» gemeldet, dass das abzuhaltende Consistorium abermals verschoben worden sei uud wahrscheinlich erst gegen die Mitte des Februar werde abgehalten werden. Der Gruud der Verschiebungen seien die Verhandlungen wegen der Ernennung gewisser Bischöfe, namentlich eines der in Russisch-Polen zu ernennenden Bischöfe uud des von der französischen Regierung für den bischöflichen Stuhl von Pmtiers vorgeschlagenen Abbs Iuteau. (Fürst Bismarck) hatte betreffs der Colonial-vorlage eine längere Unterredung mit Wißmann und Bennigsen, nachdem er vorher dem Kaiser einen eM-stündigen Vortrag gehalten. Die Vorlage gieug vor' gestern dem Nundesrathe zu. Der Reichstag erhält die< selbe Mitte dieser Woche. — Auf Wunsch Bismarcls wurde auf die Tagesordnung des Reichstages für heute der Etat des auswärtigen Ämt^s gesetzt. Bismarck nmd hiebei das Wort ergreifen. (In England) wird die Ausrüstuug del Flotte mit fieberhafter Eile betrieben; ebenso werden die Truppen mit Sorgfalt kriegstüchtig gemacht. N ist allgemein aufgefallen, dass sowohl Lord WolsckY als Lord Berl-sford iu ihren Neujahrsartikeln vo>» der Wahrscheinlichkeit eines dcmnächstigeu englisch - franz^ sischeu Krieges sprachen. Die Engländer empfinde« immer schmerer das, was sie spottweise als di? «fran^ zösische Küste von Canada» bezeichnen, nämlich das stets mehr sich verstärkende Erscheinen von Fischereifahrzeugen unter französischer Flagge an den Küsten Canada's u>w Neu-Foimdlauds. Schon einmal führte bekanntlich d-ese Frage zu einem Zusammenstoße beider Mächte. Es scheint, dass das Deutsche Reich bei einem Kriege ge" gen Frankreich gegenwärtig in Großbritannien eilB freiwilligen Vuudesgenosseu hätte. (Die B 0 ulangisten ) kündigen das Erscheine« eines neuen Partei'-Orgaues an. eiues Blattes, bas während der Wahlperiode in 300.000 Exemplaren ge' druckt und gratis auf den Straßen vertheilt werde« soll. wenn die Vorübergehenden nicht einen Sou daran wagen wollen. Die Leiter dieses literarischen Unternehmens sind Laisaut und Th'^baut. (Zorilla.) Gerüchtweise verlautet, dass M Schiffe bestimmt waren, um Zorilla von London naO Spanien zu bringen. Das Unternehmen wurde jedo^ durch französische Polizei entdeckt und vereitelt. (Aus Washington) wird gemeldet, dass dl< vom Seuate kürzlich beschlossene Resolution, betreffe^ den Panama-Canal, kaum die Zustimmung des Repr«' sentantenhauses finden dürfte. > (Iu dem äquatorialen Reiche Uganda) in Ostafrila ist eine, Revolution ausgebrochen. ^ dortige Herrscher wurde von seiner Leibgarde v>.'rM uud sein Bruder zum Könige ausgerufen. Dieser erklärte den Islam als Slaat'sreligwn und beschloss d'e Verfolgung aller Europäer wegen deren Maßregel" gegen den Sclavenhandel. Es gelang den Missionäre'', sich zu flüchten. Die Vorgänge in Uganda sind s^' redend nicht geeignet, den Bestrebungen der europa^ schen Mächte Vorschub zu leisten. ^ Tagesneuiffleiten. Se. Majestät der Kaiser haben dem ""^ dem höchsten Protectorate Sr. k. und k. Hoheit des dlttO' wuchtigsten Kronprinzen Erzherzogs Rudolf stehende' Wiener Wohlthätigleitsvereine für Hausarme 2^ >' zu spenden geruht. Se. Majestät der Kaiser haben, wie die «Vri^ ner Zeitung» meldet, der Gemeinde Kyselowitz A Zahlung der Schulbaukosten 100 ft. zu spenden ge"^' — (Vom Hofe.) Ihre Majestäten verbleibe" jedenfalls bis Ende Jänner in Wien und werden erst ' der ersten Hälfte des Monats Februar das AllerlM' Hoflager für längere Zeit nach Budapest verlegen. 3 Laufe des Monats Februar wird auch das Kronprinz paar mehrere Tage in Budapest verweilen. , — (Der Nestor der österreichisch,^, Diur nisten.) Der Nestor der Diurnislen ist unstre^ Johann von Campe, Tagschreiber bei dem k. l. ^ büreu-Vemessungs.Amte in Czernowitz. Campe, der S"y eines altgedienten österreichischen Soldaten, ist am li' November 1838 in das 80. Lebensjahr getreten. . < — (Elektrische Orgel.) In der Kirche °' Paradiso zu Verona wurden kürzlich Versuche mit e^ elektrischen Orgel angestellt, die auf das beste gel""^ Diese Orgel, eine Erfindung des Herrn G. Zanfrel, in Verona, ist oberhalb des Hochaltares aufgestellt " durch Leitungsdrähte mit der Tastatur, welche sich ^ entfernt am anderen Ende der Kirche befindet, in ^ bindung gesetzt. ^ — (Auch ein amerikanischesDuell.) A zwei Großwardeiner Eommis ein amerikanische« AV erledigten, sei hiemit den weitesten Kreisen zur ^ ahmung empfohlen. Die beiden Herren waren in e«" ^ Wirtshause hart aneinander gerathen und hatte" ^ gegenseitig, wie man zu sagen pflegt, alles, nur " ^ «gnädiger Herr», genannt. Ein Duell, und zwar g> die schärfste Gattung desselben, ein ametilanisches, '" „ die verletzte Ehre reparieren. Die Secundanten braw ^ eine weihe und eine schwarze Kugel. Man zog, «nd „ ^ Verlierende wurde verhalten — drei Monate lang ^ Wein zu trinken. Es ist nur zu furchten, dass die A^ gegen diese Modalität der Austragung von Ehrenya" eine Agitation einleiten werden. Mlst — (Ein Mammut.) Ungefähr 2000 ^ von Dubinli in Sibirien, hinter den Tundren 200 -^ >m Eismeere entfernt, wurde, wie «Vostocuoje ^ l zrenje» von einem in jenen Gegenden Handel t"^ ^, Kaufmanne erfährt, von einem Eingebornen in« »" Augen, die geschlossen, Sind Comiidianten, die verdrossen, Weil sie nicht beschästigt sind. So haben denn die Äugen Ruh' Und machen ihre Läden zu; Und ließen sich die Ohren schließen, Wär's auch gewiss der Fall bei diesen. » Warum man während eines Liebeslusses Die Augen oftmals unwillkürlich schließt? Nun, weil im Wonnencausche des Genusses, Kein Mensch ein Freund von Augenblicken ist. » Dem, der beim Kuss die Augen schließt, Wird der Genuss weit mehr versüßt; Als der bei offnen Augen schmeckt, Was er mitunter abgeleckt. In, küss ich meiner Frau Gesicht, Da wird's mir eher klar: Ich sth' in ihr die «Schwiegermutter» nicht, Schließ ich mein Augenpaar! Die Antwort gibt ein jedes Kind: «Die Liebe macht den Menschen blind.» Weshalb ich beim Küssen Die Augcn zugemacht? So sollt ihr's denn wissen: Ich wollt', es wäre — Nacht. Cin Cyniker ans Zeih äußert sich dahin: Wer bei dem Kuss die Augen schließt, Der thut's, um mcht zu lachen, Dass er so'n alter Esel ist Und macht noch solche Sachen. Ein Maler belehrt uns vom künstlerischen Standpunkte aus: Warum, wenn man sich zärtlich küsst. Gewöhnlich man die Augen schließt? Gewiss aus lauter Schamgefühl Weil man den Act nicht sehen will. Juristischen Blickes zeigt das eine: Bei Küssen voller Zärtlichkeit. Da schließet man die Augen- Wer wird denn auch bei Müdigkeit Noch Oberaufsicht brauchen. Ein Geometer behandelt die Sache höchst tech. nisch: Der Liebe Strom aus drei Ventilen Aus Mund und Augen sich ergießt' Will man recht stailen Strom erzielen Man zwei davon, die Augen, schließt. Für Liebhaber des Schwimmens erklärt sich's so: Einander recht zärtlich küssen, heißt Im Wonnenmecre der Liebe untertauchen-Und weun er unters Wasser geht, ' Dann schließt der Mensch gewöhnlich beide Augen. Und NUN zum Schluss noch eine Stichprobe aus der Reihe der graziösesten Erzeugnisse dieser Kusskampffrage. Leider vergaßen eunge der besten Kämpen, dass die Lösung eine scherzhafte und nicht länger als acht gereimte Druckzeilen sein dürfe . . . Du frägst warum ich meine Äugen schließe. Wenn ich darf ruh n an ihrem süßen Munde Und ihrer Liebe Wounetranl genieße In höchsten Glückes fliehender Secunde? Wem gnädige Gölter solche Gunst gespendet Wem eigen ward die herrlichste der Frauen' Dess' Herz wird sehend uud sein Blick geblendet. Denn Schon'res als er fühlt, kann er nicht schauen ^Macher Zeitung Nr. 12._______________________________________91______________________________ 15. Jänner 1"89. senen Sommer der riesige Cadaver eines Mammuts aufgefunde». Das Mammut lag in einer Thalsenkung b« ssinem kleinen Flusse; nur die Stirn und ein Ohr von dem Thiere waren fichtbar, beide vollkommen erhalten und mit haut bedeckt. Da sich bei dem Cadaver zahl-r«che Blaufüchse eingefunden hatten und da der Ein-geborne wusste, dass General Anucin hohe Prämien mr das Auffinden eines ganzen Mammuts ausgesetzt M, so machte der Eingeborne bei der örtlichen Behörde Anzeige von seinem Funde und bewacht das Thier gegen-wärtig vor den Angriffen der Füchse. Im vergangenen Sommer soll noch ein anderes Mammut am User des >lenissei, 600 Werst von Ienisseisl, aufgefunden worden sein. . — (Ein entsetzliches Drama) ereignete Nch in Seattle, einer Stadt im Territorium Washington. 6»n Dmtscher Namens John Scha esse r wurde wcgen eines an der Frau eines seiner Nachbarn, James Boy-oola, begangenen Attentate« verurtheilt und beschloss, '"h zu rächen. Mit Hilfe von Dynamit sprengte er das Haus des Boydola in die Lust. Die Frau, ihre Tochter und zwei Arbeiter wurden getödtet. James Noydola «-r-"lelt so schwere Verwundungen, dass an seinem Auf-lommen gezweifelt wird. Die Newohucr von Seattle baren fo erbittert, dass sie sich Schaeffers bemächtigten U"d ihn lynchten. — (Neue Reclame.) Die Seifenfabrikantcn ^earz K) Ey jn London beabsichtigen, anlässlich des hundertsten Jahrestages des Bestehens der Firma während s/n "^st^n Londoner Saison eine internationale Aus-^ellung schier Frauen zu veranstalten. Die Zahl der ^ellnehmer an der Wettbewerbung soll auf etwa dreißig /lchränlt werden, und der Hauptpreis wird wahrschein-Nch 200 Pfd. St. betragen. . ^ (Nelsons Diener.) In Merton starb die« ^rtage. 96 Jahre alt, James Hudson, ein aller Diener 5°, Nelsons. Der Greis vermochte sich der Abreise ^" Admirals im September des Jahres 1805, genau lnen Monat vor seinem Tode in der Schlacht von Tra. '"gar. zu erinnern. H — (In Süd-Italien) herrschte nach einer so s! 6 aus Rom in den ersten Tagen dieses Monates 'tarler Schneefall, dass stellenweise der Eisenbahnverkehr ue,tört war. h "- (Beim Frühstück.) «Frauchen, was meinst ^' wll ich nicht noch ein kleines Schnäpschen trinken?» h s'^ein, die kleinen Schnäpschen schaden dir.» — «Du ^recht, also bring mir einen großen.» ?ocal- und Prouinzial-Nachrichten. Der Verein der Aerzte in Krain o,>, ^"2st in Gegenwart von 19 Mitgliedern seine H ^llche Generalversammlung ab. Nach Verlesung und twit ^lma. des Protokolles der November-Versammlung ^ ^ ^ der Obmann, Regierungsrath Dr. Valenta, mit, ^ p t ^ vereine fünf neue Mitglieder, und zwar die,^ N o 'z v"en Secundarärzte Dr. Globocnil und Dr.! cirit <^' ^egimentsarzt Dr. Prager und die Ober«, Netr? .^usenberger und Dr. Daneberg, bei-derst ^ ^'"'' ^^^^ sodann ein von der Witwe de« h Ebenen Ehrenmitgliedes Hofrath Heinrich von V a m -Vere'^^ eingelaufenes Dankschreiben für die ihr vom ben ^ ^wordene Veileidslundgebung, weiters ein Schrei» einem ' ^"" Albine Heß, welche dem Vereine unter lasse '?^ ^rtvolle Spende von Büchern aus dem Nach« ^ chres verstorbenen Gatten, Herrn Oberwundarztes lere U! ^ronau, zum Geschenke gemacht hatte. Als wei' Direc? "^ ^^ ^'^ Vereinsbibliothrl liefen ein: Von der r.zc .'"' des Wiedener Krankcnhaufes in Wien der Iah. zwei ^ ^° ^7 und vom Herrn Professor Valenta septii- "Abdrücke ^"'^ Iournalaussähe über Anti-^Nlle Ü/ ^bammenunterrichte und die Kra»kenwärter-de^ ,^'"aus theilte er mit, dass sich am 13. December, putati Versaminlungsblschlusse entsprechend, eine De-^ln N^s bestehend aus dem Obmanne und Sccretär, zu swniert ^^ Vereines der Aerzte in Krain, dem pen-U°rit 5"^" Stadtwundarzte Herrn Andreas Gre-üusapl'll. "egrben und demselben nachstehende, kalligraphisch Nährte Adresse überreicht habe: beg N° " ^^nes Ereignis erfüllt heute alle Mitglieder '"dem 3"^ ^" ^"^^ '" ^^ain '"'l besonderer Freude. lciUtn c3'^' hochverehrter Collega! das diamantene Iubi-'" Dip l!" Wirksamkeit als Arzt feiern. Sechzig Jahre ""ttmi^^" Wissenschaft und der Menschlichkeit mit ^ ein «! c ^"'^ "sogleich thälig gewesen zu sein. zu rrfim^"3^""' "°^ geeignet. Sie mit stolzer Freude lchrint in'^ ^"" Lebensweg zu verschönern. Es erlest ^^" ?er That zutreffend, dass Ihr heutiges Jubel-^ziaiijs,.-'" _?l"'nantenes bezeichnet wird, denn Ihre prüfst?«, ^ätigleit als Arzt, Ihre unerschütterliche ^ialeit ,' "^ Uneigennühigleit und Ausopfcrungs->>nd j„ "s Arzt, die Makellosigkeit Ihres Charakters "ls es d "" ^"^" Edelsteine von hellerem Glänze. . """wt/n "'" "°^ ^'^ erborgte Glanz wirklicher °>ge auf^ ''. I"dem wir Sie zu dem heutigen Fest» " TLuns^ ^rzlichste begrüßen, sprechen wir den innig-N'H aus, Sie mögen uns noch viele, viele Jahre in ungestörter Gesundheit und in allgemein bewunderter Rüstigkeit als Nestor der krainischen Aerzte erhalten bleiben.» Der greise Jubilar habe tiefgerührt dem Vereine feinen Dank ausgesprochen und sich von den Depütalions-mitgliedern in der herzlichsten Weise verabschiedet. Tagsdarauf sei nachstehendes Schreiben eingelaufen: «Löbliche Vercinsleitung! Der ergebenst Gefertigte erlaubt sich, seinen Austritt aus dem ,Vereine der Aerzte in Krain' anzuzeigen. Laibach am 13. December 1688. Dr. Vincenz Gregoric m. 11.» (Wurde zur Kenntnis genommen.) Nunmehr wurde zur Tagesordnung übergegangen, und erstattete zunächst der Vcreinsjecretär Dr. Proßi-nagg den statutengemäßen Jahresbericht pro 1888. Er constatierte, dass der Verein durch den Tod zwei Ehrenmitglieder und sechs wirkliche Mitglieder, infolge Ucber-siedlung fünf Mitglieder, durch Austritt ohne Motivierung ein Mitglied verloren habe, dagegen ein auswärtiges (durch Uebersiedlung) und cilf wirtliche neue Vereins Mitglieder gewonnen habe, somit am Schlüsse des Jahres 8 Ehrenmitglieder, 13 auswärtige (darunter sieben er« ^wählte) und 82 wirkliche Mitglieder zähle; in deu neun ^Versammlungen wurden von acht Vortragenden 15 wissen» ! schaftliche Vorträge und Demonstrationen gebracht, die ^ Errichtung eines Lesezimmers beschlossen und durchgeführt, die Benützung der von Dr. Bock jun. in geradezu musterhafter Weise geordneten und neu katalogisierten Bibliothek sowie aller dem Vereine zur Verfügung stehenden literarifchen ! Hilfsmittel durch zeitgemäße Modification der im Vor-^ jähre eingeführten Lese-Ordnung bedeutend erleichtert, durch den Beschluss eines motivierten Danlesvotums die wahrhast väterliche Fürsorge, welche der hohe Landtag an« lässlich der Organisation des Sanitätsdienstes in Krain dem ärztlichen Stande gegenüber bethätigte, in solenner Weise anerkannt, durch die Wahl eines hygienischen Co-! mile's und durch die vom letzteren veranlasste Belehrung des Publicums in der Impffrage und Variola-Prophylaxis. Besichtigung und fachmännische Kritik der städtischen Desinfections-Anstalten, unentgeltliche Impfung von mehr als tausend Schülern und Schülerinnen lc. die ehrende Anerkennung von Seite der h. Landesregierung und des Magistrates der Landeshauptstadt erworben, durch Entsendung zweier Delegierter in den städtischen Gesundheitsrath sowie zweier Delegierter zum achten österreichischen Aerzlevereinstage in Wiener-Neustadt, durch die Betheiligung an der Scopoli'Feier in Idria, durch die Feier freudiger und ehrender Ereignisse im öffentlichen und Privatleben einzelner Vereinsmitglieder (Albert, Steinmetz, Saurau, Gregoric sen.), durch die Erfüllung der Pietä'tspflichten gegenüber den Manen und Hinterbliebenen dahingegangener Vereinsmitglieder (Baron Löschner, v. Vamberger, R u ftprecht,Mall y, Raspet, Kowatsch. Heß. Ehrwerth), endlich durch zahlreiche eingehende, sowohl wissenschaftliche als auch Standesfragen mit Ernst und Objeclivität erörternde Dis-cussionen die Existenzberechtigung und Nothwendigkeit des Vereines neuerdings documentierl, eine Auffassung, welche auch noch außerdem beiläufig durch M'i Dutzend zwangsloser geselliger Zusammenkünfte von Vercinsmitgliedern ihre erfreuliche Bestätigung fand. Obmann Dr. Valenta referierte über die Löschnerstiftung und constatierte zur allseitigen Befriedigung, dass sich der Fond im Jahre 1888. Dank der neuerlich bewiesenen Munificenz der löblichen Sparcassedireclion und der Frau Materna sowie des Herrn Bamberg und zahlreicher Vereinsmilglieder, abermals um 473 st. vermehrt habe und nunmehr 6839 st, betrage; sein Antrag, die weitere Vermehrung durch Einschreiben bei denselben ^ Corporationen und Persönlichkeiten anzustreben, wurde einstimmig angenommen. Cassier Zahnarzt Paichcl legte die vom Rcvisionscomite (Dr. Ritter von Blei weis-Trsteniski, Dr. Illner und Bahnarzt Thomih) bereits richtig befundenen Rechnungen vom Jahre 1888 und das Präliminare für 1889 vor; Einnahmen und ^Ausgaben compensieren sich, und wird dem Cassier mit 5 der Aufforderung, die noch ausständigen Mitgliederbeiträge ! baldigst einzubringen, das Absolutorium ertheilt und das obengenannte Revisionscomite' wieder gewählt. Bibliothekar "Dr. Bock jun. referierte über den Stand der Bibliothek, wobei er dankend die wertvollen Geschenke hervorhob, welche !dem Vereine von Seite der ärztlichen Vereine in Salzburg und Graz. des hohen Unterrichtsministeriums, der Landeshauptstadt Laibach, der Direction des Wiedener Krankenhauses, des Herrn Landesgerichlsrathes Pleslo, der Arzlenswitwe Frau Heß in Kronau, des Herrn Dr,Kink in Graz. und der Vereinsmitglicdcr Valcnta, Bock jnn. und Ehrwerth in Laibach zugekommen sind. , Zum nächsten Pu»lle der Tagesordnung erhob sich kaiserlicher Rath Dr. F u x und beantragte in kurzen, war» men Worten, der gegenwärtigen Vercinsleilulig das vollkommenste Vertrauen des Vereines auszusprechcn und dieselbe per Acclamation wiederzuwählen, was einstimmig ^geschah. Auf die Mittheilung des Obmannes, dass Herr Oberstabsarzt Dr. Tonn er eine Wiederwahl unter ^ keiner Bedingung annehmen könne, wurde an dessen Stelle Herr Dr. Vock sen. grwähll. und besteht die Vereins-leitung nunmehr aus den Herren Rcgicrungsralh Professor Valenta als Obmann, Oberstabsarzt Dr. Vock sen. als Obmannstellvertreter, Dr. Pr 0 ßinagg als Secretär, Docent Dr. Bock jun. als Bibliothekar und Zahnarzt Paichel als llassier. Von den elf bisher gehaltenen Zeitschriften wurden die meisten wieder pränumeriert und außerdem noch über Antrag des kais. Rathes Dr. Eisl die «Wiener klinische Wochenschrift» und über Antrag des Stadtphyficus Dr. R 0 blek Reclams «Gesundheit». — Hierauf demonstrierte klinischer Assistent Dr, Dereani eine kindslopfgrohe Geschwulst (I^drom), die mittels Bauchschnitt aus der Bauchhöhle einer 37jährigen Frau entfernt wurde. Die Geschwulst gieng vom linken Eierstocke aus und war vorne handtellcrbreit mit der vorderen Bauchwand, hinten oben mit dem großen Netze verwachsen. Die Operation, aus" geführt vom Primarärzte Dr. Fux, verlief, obwohl sich wegen des kolossalen Ascites und Anasarca (Wassersucht) Schwierigkeiten zeigten, glatt ab. Der Vortragende erörterte dann den glücklichen Verlauf der Krankheit und bemerkte, dass die Patientin demnächst vollkommen hergestellt die Anstalt verlassen werde. Hierauf besprach lais. Rath Dr. Fux noch einige Einzelheiten der Operationsweise. Zum Schlüsse berichlete Dr. Bock jun. über einen srhr seltenen Fall, nämlich über ein Sarkom des Augapfels bei einem 3jährigen Kinde. Das Neugebilde, angeblich seit einem Jahre bestehend, hatte die Größe eines Hühnereies erreicht und den Vulbus ganz zerstört; er machte deshalb die Rvontei-atio orditHo, und die Operation war vom besten Erfolge begleitet. Schließlich demonstrierte er die photigraphische Abbildung des Kindes und den entfernten Tumor. — (NeuePosterveditionen in Laibach.) Nach einer vom l. l. Obcr-Postcommissariate für Krain der hiesigen Handels- und Gewerbelammer zugekommenen Mittheilung, beabsichtigt das h. l. k. Handelsministerium, den Ansprüchen des correspondierenden Publicums durch Errichtung von Postausgabrstellen in den frequenteren Stadtlheilen von Laibach angemessen Rechnung zu tragen. Zu diesem Behufe wird die Ausstellung zweier nicht-ärarischer Postexveditionen am rechten Ufer des Laibach' flusses empfohlen, eine Einrichtung, die. abgesehen von der hiedurch dem Publicum gebotenen Vcrkehrserleichterung überhaupt, auch eine wesentliche Verminderung des Auf-gabedienstes beim Hauptpostamte zur Folge haben dürfte. Infolge Einladung des l, l. Ober Postcommissariates für Krain hat sich die Handels« und Gewerbelammer, im Einvernehmen mit dem Stadtmagistrate, dahin ausgefprochen, dass eine Postexpedition in der Nähe des Kaiser-Josef-oder Valvasorplahes und eine in der Nähe des St. Ja-lobsplatzes errichtet werden solle. — (Concert Fischer.) Der rühmlichst bekannte Virtuose auf dem Contrabasse Herr Blasius Fischer veranstaltete am vergangenen Sonntag im landschaftlichen Redoulensaale ein Concert, welches einen vollen künstlerischen Erfolg errang. Der Concerlant trug fünf Piken vor und riss durch seine bewunderungswürdige Technik und den prachtvollen Vortrag die Zuhörer zu stürmischem Beifalle hin. Das große Concert von Storch sowie die «Phantasie über ,Faust'» bot dem Künstler Gelegen» hcit. seine Virtuosität in den schwierigsten Tonleiter- und Accordpassagen zu demonstrieren. Mit unglaublicher Leichtigkeit bewältigt er die compliciertesten Griffe und entwickelt eine den Zuhörer geradezu verblüffende Technil und Sicherheit. Hinreißend fchön fpielt der Künstler Gesangstellen. Hiebei zrigt er sein hohe« musikalisches Verständnis und sein von echt künstlerischem Geiste zeugendes Können. Die Zartheit und Weichheit der Töne, die Reinheit des Flageolets bestach insbesondere in der Wiebergabe der Elegie von Bottesini und in der Arie aus Beethovens «Fidelio» die dankbaren Zuhörer. Hätte das Publicum das gewaltige Instrument nicht vor Augen gehabt, es hätte nimmer daran gebucht, dass einem solchen Monstrum solch süße Töne zu entlocken seien. Herr Fischer kann mit dem künstlerischen Erfolge zufrieden sein, denn ein stürmischer wiederholter Beifall lohnte jedes Vortragstück. In trefflicher Weise wurde der Concertgeber durch die Begleitung des Herrn v, Ianuschowsly unterstützt, welcher cs meisterhaft verstand, sich dem Spiele desselben anzuschmiegen und auch die technischen Schwierigkeiten des umfangreichen Clavierpartes künstlerisch vollendet bewälligle. Fräulein Louise Da« es, welches i» kurzer Zeit rapide Fortschritte in der Sangeskunst erzielte, hörten wir noch nie so schön singen, wie in diesem Concerte. Die Slimme klingt nun voll und in allen Registern ausgeglichen, und es kam die an Coloratur über- «reiche Arie aus dem »Barbier von Sevilla» trefflich zum ^ Vortrage. Nach reichem Beifalle sang das Fräulein in ! gleich trefflicher Weise einen Walzer italienischer Manier. Der Männerchor der Citalnica. der diesmal eine ganz respectable Zahl von Sängern auswies, vollendete das Gelingen des schönen Concertes durch mit feinster Nuan-cierullg und feurigem Vortrage ausgezeichnete Wiedergabe ^des Chores „Mamilu" von Krizkovski und errang gleich» falls reichen Beifall. — (Der lrainische Landes ausschuss) hat in seiner am 12. d, M. abgehaltenen Sitzung zu Mit-" ^ gliedern der Aezirlsschulräthc nachstehende Herren ernannt, und zwar: für Laibach Josef Seunig, Gutsbesitzer in Äolalce, uud Franz Kotnik, Guts- und Fabrikbesitzer in Vcrd; für Guitfeld Wilhelm Pfeifer, ReichSralhs> Laibachei Zeitung 3tr. 12.__________________________________ 92_____________________________ ___________15. Jänner 1889. und Landtags'Abgeordneter, und Dr. I. Mencinger, Advocat in Gnrkfeld; für Radmannsdorf Franz Ear-» man, Feldkaplan i. R., und M. Homann, Handels» mann in Radmannsdorf; für Krainburg Anton Glo-bocnik, l. k. Notar in Krainburg, und Johann U r -bancic, Gutsbesitzer in Höflein; für Littai Lucas Svetec, k, l. Notar in Littai, und Stefan Iaklic, Pfarrer in St. Veit; für Adelsberg Heinrich Kavcic, Landtags-Abgeordneter in Präwald, und Johann Sajo-vic, Pfarrer in Slavina; für Loitfch Julius Mayer, Arzt in Planina, und Ignaz Gruntar, k. k. Notar in Loitsch; für Gottfchee E. Hoffmann, Handelsmann in Gottschee, und Primus Pakiz, Landtags-Abgeordncter in Soderfchitz; für Rudolfswert Dr. Iofef Marinko, Katechet am dortigen Gymnasium, und L. Gollia, l. k. Vezirksrichter in Treffen; für Tschernembl Franz Dovgan, Propst in Mottling, und Anton Kupljen, k. k. Notar in Tschernembl; für Stein Ianko Kersnil, k. k. Notar und Gutsbesitzer in Egg, und Johann Murnil, Handelsmann in Stein. — (Dreo's Hinterlassenschaft.) Wie man dem «Slovenski Narod» meldet, ist von einer Triester Bank die Nachricht eingelaufen, Dreo habe vor Jahren dortselbst den Betrag von 25.000 fl. eingelegt. Da dieser Betrag nirgends verbucht erscheint und auch das Einlage-büchel nicht vorgefunden wurde, wäre derselbe wohl für die Erben verloren gegangen, wenn die Bank nicht selbst hievon Mittheilung gemacht hätte. — (Hilfsbeamten-Kranken- und Unterstützungsverein für Krain.) Wir erhalten folgende Mittheilung: Das Vereinswesen in Krain hat infolge Genehmigung der Statuten des obgenannten Vereines seitens der k. l. Landesregierung eine Bereicherung erfahren. Dieser Verein ist ein wahres Schmerzenskind jener Hilfsbeamten, welche im Interesse ihres Standes die Gründung desselben in die Hand genommen. Einjähriger eifriger Bemühungen und eines mitunter recht schweren Kampfes, unter anderem auch gegen die In« differenz eines Theiles der Standesgenossen, hatte es bedurft, um die glückliche Idee ihrer Verwirklichung zuzuführen. Nun ist das Werk gelungen und hat durch die erfolgte Genehmigung der bezüglichen Statuten die Bemühungen jener opferwilligen Herren reichlich gelohnt. Mit dem Inslebentreten dieses Vereines, welcher eine allseitige Unterstützung verdient, ist einem längst gefühlten Bedürfnisse entsprochen worden, und indem man mit Sicherheit annehmen kann, dass Krain mit Ende dieses Monates keinen Hilfsbeamten wird aufweisen können, welcher nicht Mitglied dieses so sehr nothwendigen, nur edle Zwecke verfolgenden Vereines wäre, sowie durch die Erwerbung von zahlreichen unterstützenden Mitgliedern erscheint der ersehnte Erfolg des Vereines gesichert. Findet doch derselbe seine wichtigste Aufgabe darin, die Standesinteresfen auf das kräftigste und bei jeder sich darbietenden Gelegenheit zu wahren, das Gefühl der Zusammengehörigkeit unter Hilfsbeamten zu pflegen, erkrankte oder sonst w^e ohne Verschulden ihrer Bezüge verlustig gewordene Mit. glieder zu unterstützen, Verstorbene aus Vereinsmitteln zu beerdigen und natürlich auch für die Förderung der Geselligkeit zu sorgen. Wie weiters aus den Statuten zu entnehmen ist, untersteht der Verein der staatlichen Aufsicht. Wirkliche Mitglieder können sein: Hilfsbeamte jeder Kategorie, welche in Krain domicilieren, zur Zeit der Aufnahme vollkommen gesund sind und das 50. Lebensjahr nicht überschritten haben. Der Monats-beitrag für den Krankenfond beträgt 50 kr,, für den Unterstützungsfond hingegen sind außerdem vierteljährig 50 kr. zu entrichte»». Beitrittserklärungen, Briefe, Anfragen :c. wollen an den Vereinsausschuss in Laibach ge« richtet werden. Die constituierendc Versammlung findet Donnerstag, den 17. d. M., um ? Uhr abends im Gasthause «zur Vereinigung» in der Nahnhofgasse statt, wozu sämmtliche Herren Hilfsbeamten eingeladen sind. — (Personalnachricht.) Die Gemeinden Nassen fuß und Osilmca haben Herrn Josef Gorup in Fiume zu ihrem Ehrcnmitgliede gewählt. — (Der «land- und forstwirtschaftliche Verein zu Gottschee») veranstaltete am 6. Jänner seine zweite Wanderversammlnng, welche bei zahlreicher Betheiligung aus Stadt und Land in Mosel stattfand. Der Vereinsuorsteher Herr Oberlandesgerichtsrath Gottfried Bruner richtete vorerst an die in dem geräumige», Üehrzimmer des Volksschulgebäudes versam-melten Mitglieder und Gäste einige herzliche Worte der Begrüßung und setzte sodann in bündiger Kürze den Zweck und die Aufgabe des für die Hebung der Landwirtschaft im Gottfcheer Lande so überaus wichtigen Vereines überzeugend und eindringlich auseinander. Hierauf hielt der rührige Schriftführer des Vereines, Herr Oberlehrer Franz Spintre, einen einstüudigen freien Vortrag über das Wesen, die Verbreitung und Verhütung des Milzbrandes und über die Hebung der Schweinezucht. Da in Mosel gerade in den letzten Jahren der Milzbrand den Viehstand mehrerer Besitzer arg geschädigt hatte, so war die Wahl des Themas eine glückliche und zeitgemäße. Herr Sftintre verstand es, den für eine Volks-thümliche Darstellung etwas spröden Gegenstand recht klar und anschaulich zu behandeln, was das beifällige Zunicken dcr ländlichen Zuhörer bewies, die mit sicht» licher Theilnahme seinen belehrenden Ausführungen folg« ten. Im zweiten Theile seines Vortrages wies Herr Spintre auf die großen Vortheile der Schweinezucht gegenüber der bisher üblichen bloßen Mästung gekaufter Schweine hin; viele Tausende von Gulden, die alljährlich aus dem Vereinsgebiete für den Ankauf von oft minderwertigen Schweinen nach Kroatien wandern, könnten auf diese Weise im Lande bleiben. Anempfohlen wurde die Einführung der Mangolica-Rasse, die für unser Klima und die sonstigen hiebei in Betracht kommenden Verhältnisse die geeignetste sei. Lauter Beifall lohnte die gelungenen Ausführungen des Vortragenden. Der Einladung des Herrn Vereinsvorstehers, dem nützlichen Vereine recht zahlreich beitreten zu wollen, wurde entsprechend Folge geleistet, und bald war der circnlierende Einladungsbogen mit Unterschriften bedeckt. Da auch die maßgebendsten Persönlichkeiten des Ortes, der hochw. Herr Pfarrer A n -drejak, Herr Bürgermeister Lackner und Herr Oberlehrer Erker dem Vereine ihre thatkräftige Unterstützung bereitwilligst zusagten, so konnten die Herren aus Gottschee mit dem Erfolge ihres Wanderausflua.es ganz zufrieden sein, und es ist kein Zweifel, dass sich schon im Laufe der nächsten Monate in Mosel auch ein landwirtschaftliches Casino bilden wird. Die nächste Wanderversammlung wird dem Vernehmen nach in Mitterdorf abgehalten werden. — (Assentierung.) Die Vorbereitungen für die diesjährige Rekrutenstellung habe», allerorts bereits begonnen, und zwar werden dieselben nach zweifacher Rich» tung durchgeführt, nämlich nach der bisherigen Weife, dann im Hinblick auf die Bestimmungen des neuen Wehr» gesetzes, dessen Perfectionierung bis Ende Jänner er« folgen dürfte, fo dass sofort nach Inkrafttreten desfelben die Bestimmungen desselben auch zur praktischen Durch» führung gelangen können. — (Brand eines Waggons.) Aus Seno» setsch berichtet man uns: Am 11. d. M. um 1 Uhr früh fuhr der Lastenzug Nr. 26 auf der Südbahnstrecke von St. Peter nach Oberleschetsche ab, bei welchem Zuge sich auch ein mit Kohle beladener, nach Trieft bestimmter Waggon befand. Während der Fahrt von St. Peter nach Oberleschetsche wurde die auf dem Waggon aufgeladene Kohle, wahrscheinlich durch die durch den Maschinen-rauchfang hervorgeschleuderten glühenden kleineren Kohlen» stücke, in Brand gesteckt. Durch den Wind angefacht, fieng die Kohle alsbald Feuer, so dass, als der Zug in die Eisenbahnstation Oberleschetsche einfuhr, die Kohle hell brannte und erst nach fünfstündiger Arbeit gelöscht werden konnte. Der Wagen wurde vom Feuer nur wenig beschädigt, während die Kohle bis zur Hälfte ver< brannte. — (Gemeinde Wahl,) Bei der jüngst vor< genommenen Neuwahl des Gemeindevorstandes in Lu-kowitz wurde Herr Ianko Kersnit, k. k. Notar und Gutsbesitzer in Egg, zum Gemeindevorsteher; Georg Kralj, Besitzer, und Josef Bevc, Gastwirt in Luto-witz, zu Gemeinderäthen gewählt. — (Studenten-Unter st ützungsverein.) Herr Matthäus Bavdek, k. k. Rechnungsrevident in Wien, ist dem Vereine zur Unterstützung dürftiger Hochschüler slo-venischer Nationalität in Wien als gründendes Mitglied beigetreten. Neueste Post. Original-Telegramme der «Laibacher Ztg.» Wien, 14, Jänner. Die hier eingetroffenen Töchter des Fürsten von Montenegro verbleiben vor ihrer Wei« terreise nach Petersburg mehrere Tage hier. Budapest, 14. Jänner. «Nemzrt. sagt bezüglich der Krisengerüchte: Wir erkennen die Situation nicht als eine solche, die irgendwelche, mit neueren Com-pliwtionen oder Krisen verbundene, parlamentarische Gestaltungen befürchten ließe. Berlin, 14. Jänner. Die bei der Landtags-Ewff-nung gehaltene Thronrede des Kaisers kündigt eine Reihe interner Vorlagen an und sagt einqangs: Der Landtag könne seine Arbeiten nmso freudiger aufneh- men, als die Beziehungen zu allen fremden Staaten freundliche sind und der Kaifer bei den Besuchm der befreundeten Herrscher die Ueberzeugung gewonnen habe, dass wir uns der Hoffnung auf fernere Friedens-erhaltlmg hingeben dürfen. Die Segnungen des Friedens seien fühlbar iu der Hebung und in der Wirt-schaflslage der Industrie und der Arbciterclassen. in der steten, rapiden Zunahme der Sparcasseneinlagen. Paris, 14. Jänner. In den Kammer»Couloirs fand heute rine lebhafte Auseinandersetzung zwischen dem Ministerpräsidenten ssloquet und dem Deputierten Laur wegen der von letzterem veröffentlichten Beschul' digimgen betreffs Verwendung des Geheimfonds statt. Firqiet erklärte dieselben als infame Verleumdung und forderte deren Votbringnng auf der Tribüne. Nachmit-tags fand ein Degenduell zwischen Rochefort und 2iss< agaray statt. Beide wurden leicht verwundet. Amsterdam, 13. Jänner. Die Regierung traf die nothwendigen Maßregeln behufs ruhiger Vollziehung des Thronwechsels. Allgclommeile Fremde. Am 13. Jänner. Hllttl Stadt Wien. Neubauer und Lucca, Kaufleute, Wien. Hotel Elefant. Leonardi, Pola. — Aichcler, Kaufm.; Jotter und Luzatto, Trieft. — ssischbach, Königsberger und SclMel. Kaufleute; Waller, Mautner und Tauber, Wien. — O"s Manzano, Graz. — Ender, Ingenieur, Neuberg. Hotel Su'obllhnhof. Garf, Innsbruck. — Bell, l. t. Lieutenant, Fogaras. — Schüller, Kaufn»., Wien. Meteorologische Beobachtungen in Laibach. Z 5Z W ß «^ ..>^.,< zß ^ 7 Ü7Mg7^734^9 — 2^t^D. z. heftig bewM ^^ 14.2. N. 736 8 — 16 O. mäßig bewölkt ^«cc !) . Ab. 7367 —3-6 O. schwach bewöllt ^ Bewölkt, vormittags geringer Schneefall, windig. ^ Tagesnüttel der Temperatur —2'6°, um 01° unter dem 3^» male. Verantwortlicher Redacteur: I. N a a, l i 5. Seiden-Grenadines) schwarz und farbig (auch alle Lichtfarben), 95 lr. bis fl. 9-25 pr. Meter (in 18 OuaU — versendet robeweise Porto- und zollfrei das Fabrits'Depot tt. «ennOdoi-ß (K. und K. Hoslief.) Xürien. Muster uM' gehend. Briefe losten 10 lr. Porto. (5829) 7—1 Depot der k. k. Generalstabs-Kartea Maßstab 1:75 000. Preis per Blatt 50 lr., in TaschenforM«' uus Leinwand gespannt 80 lr. Jg. n. Klemmayr H Fell. Kllmberg.8 «uMaMM ____________ in Aaibach. Danksagung. Für die liebevolle Theilnahme während der NranilM als auch beim Begräbnisse unseres innigst-geliebten, unvergesslichrn Gatten, respective Vaters, Sohnes. Bruders und Schwiegervaters, Herrn Franz Kolmöiö l. k. Hauptsteueramts. Controlor sprechen wir allen Freunden und Bclannten für die zahlreiche Begleitung, prachtvoller Kranzspenden, ins-besondere den Herren Mitbeamtcn des t. t. Haupt-stcueramtes, dem .DolknMs) pevulca örustvo. M den schönen Gillbgesang, der hochgeehrten Geistlichkeit und dem Rudolfswrrtcr Büraerchor unsern innigsten, wärmsten Dant aus. Die betrübte Familie Kovaöiö. ____Nudolsswert am 14. Jänner 1»«!). Danksagung. Ifanni Artlp geb. Aoröin dankt im eigenen und im Namen der übrigen Verwandten für die liebevollen Beweise herzlicher Theilnahme an dem tief-erschütternden, unersetzlichen Verluste ihres innigstgeliebten, leider su früh dahingeschiedenen Gatten, wie anch allen jenen, welche dein theuereil Verblichenen die letzte Ehre erwiesen. Insbesondere drückt sie noch der löblichen Vahnverwaltung und dem verehrten Mannerchor der philharmonischen Gesellschaft für den rührenden Trauergesang den wärmsten Dank aus. Laib ach, den 14. Jänner 1889. 93 Course an der Wiener Börse vom 14. Jänner 1889. N°« dem 0^«, CourM°m ------.—>_______ Oeld Ware Stllnts-?<„lehen. C^'^'ttichr !>!n,!e in Nclm »2N0 «2 5.« "«»" ^"^" Swalslo,«'. 250 st' iÜ'"" 185 75 l»n<,.^'^ ' W'äl 500 si. I4l-8<»142:»0 0ss!^,,^°^""^' steuerfrei . m,.5 111 85 ^»en.Notenrcnte. slcnersrei , 9780 98- ^""Nll«"te Eisenbahn. u >!°!).!!il>«Im i„ O, ft^nerfrei . 124 20 125.-- V °''s,?"lcpl, Ächn in Silber . 11250 118 5." N uf"7 "">»" u' Silber ,02-75 108 25, »^ . 281-75 282 25 "" st- ", W, 205, 75 20N75 ^. »bttllwh» s.,r 2<>l> Marl , ,15 - 115 «0 ss,'w '<"M<,r!,^,, , . 12175.122 25 N,^'p>^ ""hu Em. 1884 . 97 50 97-80 ""^ridlrner «ah» ^niss. 1884 92 00 98 20 dm««.°'^"»e^ , . , . lai-nn 101-80 ^3 ^ie»l>,,.'.l„I.120fl.ü,W,S, 144 20 I44'«0 dll/ Os'- vl>. 100 sl. Wl!O l0OÄ» !>t ' ^"'"'««l, il 10« st, i>, W, 130-75 131-25 theitz-«,„ >. < ^ üOfl.«,W. 130Ü0 131- Geld Wll« Grundcntt.-Olililllltioncn (für 10» sl. CM.). 5.»/,, aalizische..... 104'- --- 5l'/„ mührische...... 109— — — 5"/,. Nrain und Klistculanb , . 1W— — — 5"/., üiederüsterreichischc . . . 10N-50 110- - 5"/„ steirische...... 10475, - - 5"/„ Iroaüfchs »nb slavoülsche . 104-^ I0<>. 5"/„ stclieül'ürnifchf .... 10425 105,-25 5"/„ Teiüfser Äa»nt .... 101-25 104 75 5"/„ unnarifche...... 104- 105-^ Audere öffcntl. Anlchen. Dona» Re„. Uuse 5"/,. 100 st. . 122- 122 50 blu. ?l!>leil>r 1»7» . , 10l>.-107 — Aiilsheil dcr Stadt Wrz . . 110— —— Anlrlie» b. Etadtnemeiüde Wien 105'— 105-50 Präm, A»l, b. Stabtnem, Wir» 141-50 142 -Äürsenbal! Äülrlie» verlos, 5"/., U3-25, 9375 Pfandliriefe (für 100 fl.). Äudeurr, allg. öst. 4"/„ G, . . 122 ä« 12N-25 dto, » 4'/,"/«. - - 101-—101-üo dto. » 4"/,. . . . 98-20 9870 dto. Prüm. Echolbverschr. »"/« I035N 108-75 Oest. Hypothelexbanl 10j. 50°/« lOI — —-— Oes«. unss, Ban! uerl, 4'/,"/« . lM'50 102— detto . 4"/„ . , W-no loo — delto 50jäl,r. . 4"/„ , . 9»-60 ION — Prioritiits-Obliaationtn (siir 10» st.). sserbinand« Nordlillyü Em. i«»l> 99W 100 2« Wlllizische ttarl' Uudwiss - Bah» !tm. 1U«1 300 fl. T, 4>/,"/, , 100-25 100 50 (yslb Ware Oesterr. Nordwcstbnhn . . . 106-70 107 .'!<» SlNlllsblll)»....... 800 — ?00-75 SÜdbllhn il »"/„..... 143-20 144 — » il 5"/"..... Ill3 — I2.1-5N Ullg.-gllll,. Bahn ... . 99-25 99-50 Diverse Lose (per Stücl), Crebltlofe ION fl...... ,«2L5 18«-ii5 Clarn Lose 40 fl...... 5^.^ 5.,,^ 4"/„ Du»a» Dnmpfsch, 10« st. . 12I'5>0 122-25 Laidachl'r Prcim. Aiilcl). 2« fl. 24— 24 25 Ofcnrr Lose 4» fl..... ^.5,, ^ ^5, Palsf» Lose 4« ss...... ^.^, ^7« Rolyei! »reliz, öst. Ges. v., l0 st. 1« »<> I9'20 Mudolpl, Lose 10 fl..... 2175 ^2 25 Salm Lose 40 fl...... _._ ..,,_ St. Geiiois Lofe 40 fl. . . . gg-gz ^75 Walbslein Üofe 20 fl....._._____,„ Wiüdisch MM tiofe 20 fl. . . ^._ .,,__ wew.Ech. d. !!"/„ Präm.-Schuld verlch, b. Vudenrieditanstalt . ,7 .> ,«-— Vant-Actien (per Stücf). Nnglo Oest. Vaiil 200 fl. l>0"/„ (k. 12.1-/„ 27050 271--- llrdt. «us«, f. Hnüb. N. G. 1!«,st. 812- - 312-30 l!lsdi!ba»l, Allss. >!»ss. 200 st. . 314-25 »1475 Deplisiteüdllül, ANss. 200 fl. . 18550 I8«50 E ssiüinan. Nahn 200 fl. E. 191-50 1925» Bow». Nordbahn 150 fl. . . . 20025 2M.-75 . Westbahn 200 fl. . . .82!--322- Vilschtiehinder ltis. 500 si. EM. 870 — «80-^ bto. ^lil, u.) 200 fl. . 319'- 820 — Donau - Dainpfschiffsahrt ^ Ges., Orslrrr, 500 fi. CM. , . . 407 — 40l> — Dra» Oil. lV. Db,^Z.) 200 fi. S. 18850 1U9 25 Dux Äubenb, Eis, V. 200 fl. T. ——------- sscrdi»a»ds Nordb. lOOO si.LM, 2505 2510 Wal.Carl Ludw. B. 200ft, ÜM, 208— 808-5»0 Lemb. 0 — 2l>0 25 Pran Düxrr Viseüb. 15«fi. Tilb, 47 50 48 — Äübolpl, Bal,n 200 fl, Silber , 194 20 194 50 CtaalVriieiiliali» 200 fl. Silber 259 — 259-80 Südbal»! 200 fi. Silber . . . 102 50!i0!l-— Süd NorbbVerb. B. 2«0fi.CM. 15)8 2515,9 - Tramway Grs.,Wr..170fi.0.W. 22« 75!2»»7--neue Wr.. Priorität«- «rtien 100 fl...... 99-50 1NU- — Un«. lillliz. Geld ! Ware Unss, Norbostbah» 200 fl. Silber 178 50 179- - Uüg.Westb (Raab Gra,)200fl,S. !l8l — I81-5» IndustrieNctien (per Stück). Vaunef., «ll». Oest. 100 fi. . »7 z« »« «» ltgydier »ijr» und Slahl-Inb. <» Wien 100 fi...... ««-— W- — 0<» fi, . . j,055«!:<:«-.. Montan Gesell., üstrrr, alpine! 48 80^ 4»-?'> Prasser Eile» ^nd, «es, 200 fl. «801-50 30L>bN Salau Taij, E K9-45 London........ 1»? lw 1l»l-»u Pari»......... 47 77. 47« Valuten. D»<-ate»........ 5-«l» »-7I 20 ssrane« Stücke..... »54» 9-«i Deutsche Neichsbanlnoten , , j59 17> 5925 Papier «übel...... ! 1'»?^« 1 »7^ Italienische Vanlnoten liu''!.' 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