.103. Donnerstag ven 20. December 1832. N a i b a ch. vorgestern, am iL. December, rückte in dieser Hauptstadt die vierte Abtheilung der nach Griechenland bestimmten k. baierischen Truppen hier ein. Diese Abtheilung besieht aus dem 2tcn Bataillon des uten Infanterie«Regimentes (Gar« mson Lindau); sie hatte am 19. hier Rasttag, und setzte heute ihren wettern Marsch nach Tricst fort, um daselbst nach ihrem neuen Bestimmungsorte eingeschifft zu werden. bt n g a r n. Preßburg, den ia. December. Seit vorgestern gewinnt unsere Stadt ein regeres Leben durch die Ankunft der Herren Reichstags-Depu« tirtcn, die wohl schon in größerer Anzahl einge« troffen waren, wenn das heftige Schneegestöber, das vom 5. dieß Abends bis zum 6. Morgens an. hielt, das Fortkommen auf dcn Landstraßen nicht so sehr erschwert hätte. Seit Sonnabend haden ,vir jedoch wieder gelindes und heiteres Wetter; die Schiffbrücke ist heute wieder aufgefahren, und da« mit die unbehinderte Communication mit dem jenseitigen Donauufcr neuerdings hergestellt worden. Von dem zur Aufwartung wahrend des Reichs» tages hierher beorderten k. k. Militär, ist dasGre« nadier-Bataillon von Sternfcld diesen Vormittag »on Brunn, und cine Batterie von 6 Zwölfpfün-dern gestern Abend von Wien hier eingetroffen. (Grätz. Z.) Päpstliche Staaten. Ancona, den 5. December. Sin Ordon« nani'Offizier und Adjutant des Marschalls Soult ist hiev angekommen. — Am 1. d. M. war von »cm franMschen Commando neuerdings die Liefe« rung der Lebensmittel für die Expeditionstruppen ausgeboten worden, denn der Contract für selbe wird immer von Trimester zu Trimester festgesetzt. — Gestern wurde in der Vorstadt am Thore Farina ein französischer Bandist von einem jungem Manne, der von der Jagd zurückkehrte, getödttt. 'Ungeachtet der strengsten Nachforschungen fand man den Mörder nicht in der Stakt. Es gelang ihm, in BettlcrNeidern aus Ancona zu entfliehen, aber schon in der darauffolgenden Nacht wurde er von cincr päpstlichen Patrouille in geringer Entfernung von Osimo angehalten, und sogleich nach Ancon« abgeführt. Gestern wurde zur Be»iaclnichtigung des Handelsstandes an der Börse das Aviso angeschlagen, daß dcr römische Hof das neue Königreich Belgien und dessen Souvcrain, den König Leopold I. < an« erkannt habe. Auch wurde Graf Vilain XIV. als> Gesandter und bevollmächtigter Minister diesiK Monarchen am päpstlichen Hofe empfangen, auch wird befohlen, daß die Untertbancn dieses neuen Königreiches und die belgische Flagge cbcn so, wie die Unterthanen und Flaggen anderer mit dem römischen Hofe befreundeter Mächte, angescbcn wer» den sollten. <.6«2. 'l!c.) U e I 0 i e n. (Aus? Brü'sscl er Blattern vom 3. D,c.) Die Rcpräsentantcnkllmmer hat heute den Gesetz, entwurf in Betreff der Vorauscrbebungen von zwei Dritteln der Grundsteuer angenommen. — Hr. Rodney'Mundi, englischer Marinecapitain, ist ge« stern mit Depeschen hier angekommen. — Man versichert, daß sich in den verschiedenen Artisienc« depots der Ncrdarmcc mehr als 200 mcnlirteFcld« 4'4 gcschiN? be^^diul. — Eine starke zu der Brigade Lawoestine gehörige Ka^alleriepatrouÜIe, welche mit zur Gränzbewachung bestimmt ist, hat vorgestern Abend eine Stunde lang holländisches Gebiet , durchzogen, ohne daß ihr Jemand begegnet wäre, der sie befragt haue, was und wohin sie wolle. — Die französische Belagerungsarmee soll bei die. scr Jahreszeit furchtbar ausstehen, llm alle in Dienstthäcigkeit bcftildlichen Truppen zu ermuthi. gen uno aufrechtzuhalten, ließ man guten Hem, Branntwein und Gcneore unter sie vertheilen. — Der Senat ist auf den 6. 5. M. einberufen. In Lüttich ist auf Befehl oes Generals tHvain ein ungeheuerer Mörser gegossen worden. Or ist für eine Bombe von 5oo Kilogrammen be« rechnet, hat 6i Centimetres im Durchmesser und hält ioa Pfund Pulver. Die ^afettc ist angegos, scn und muß mit bewegt werden, um der Kanone die Richtung zu geben. Die Bombe wird durch eine eigene Maschine in die Kanone gcdracht. Die Maschine ist nur fur eine kurze Entfernung bercch« net, muß aber fast eme Wirkung wle eine ganze Mine machen. Man erwartet mehrere solcher Mörser vor der (Zitadelle. Antwerpen, 3. December. TrohderThä» tigl'eit des Marschalls Gcraro uno der französischen Armee, stoßen sie doch auf Schwierigkeiten, welche die Entwicklung verzögern werden. Doch be« merkte man nicht, daß die Soldaten, bei allen den Mühseligkeiten, etwas an ihrer Heiterkeit verloren hätten. Gestern ist ein Ausfall auö der Lunette St. Laurent schnell zurückgeschlagen worden. Ohne t>e Ungeduld der Vorposten wären die Holländer schlimmer weggekommen. (Km Kanonenboot hat «nf Franzosen in Melksluys geschossen. Gestern Abend hat ^ä ic)te ^inienreglment die zweite Pa« rassele »5o Metres vor oer (Zitadelle eröffnet. Diese Arbeiten nahern sich ihrem Ende. Im Ganzen thut das Feuer der Citadelle wenig Schaden. Die Artilleristen scheinen die (Ziufernung nlcht genau zu tennen, und jetzt ist die Armee bereits gedeckt. Gin großer Theil der Batterien ist armirt. (Aus dem Antwerpener PH a re vom 4. De' cember.) Gestern um ä Uhr hat ein Gefecht zwi« schen den Holländern und Franzosen, oie sich auf ecm linken User der Scheldc beftnoen, statt ge» habt; viele Menschen waren an den nach dem Ha» sen auslaufenden Fenstern, um dem Schauspiel zuzusehen; die holländischen Schiffe thaten einige K«llsnenschüsse. Gegen ^ Uhr Morgens fiel ein zweites Gefecht auf dem linken Schcldeufer mit den Franzosen vor, die sich auf dein Deiche befinden; man hört die Fusillade. In ocr Flotte merkt man cine leichcc Bewegung. — Dle Holländer haben heute Morgen ein Schlff, das sich auf dem Werfte dci Kiel befand, und eine französische Batterie maä-tirte, in cie ^uft gesprengt. — Um 4 Uhr. Das Feuer ccr französischen Batterien geht sehr lebhaft und unausgesetzt fort. Dlc Oechargen erfolgen von Batterie zu Baucrie in emer dcwundcrnswcrthen Ordnung; man glaubt ein geregeltes Uebungsfeuer zu vernehmen. In diesem Augenblicke erfahren wir, daß die Stucke des ^aurenci,'Forts von der französischen Artillerie demoncirt wurden; einige von ihnen sind gesprungen. Das Fort ist außeror« dentlich beschädigt. Die Franzosen >chiehen nur aui 16 und i2 Pfundern; allclt, sie stehen halbflintcn-schußweit von den Mauern. — Heute gegen zwei Uhr Rachmittagö kam das holländische Dampfschiff „Surinam" in die Gegend der Stadt, um den Strom hinaus zu fahren. Dem Bassin gegenüber, wurdees aber durch ein lebhaftes Klclngcwehrfeuer umzukehren genöthigt. Nach oen Äuvsagen eines verwundeten hollandischen Scrgcnts, der bei emem Ausfalle gefangen wurde, wäre dle Garnison der (Zitadelle 6c»<3, Mann stark; General (H^sfe sey schon seit einiger Zeit bettlägerig, ^eytercö ist ziemlich wahrschcm, lich; ^eute, die beauftragt sind, die Bewegungen in der (Zitadelle vom Thurme des Antwerpener Dsmö aus zu beobachten, bemerkten die Abwesenheit des holländischen Generals, den man sonst gewöhnlich alle Theile dcs Forts in Augenschein nehmen sah. Ueber Paris erhalten wir auf ausserordenl» lichem Wege folgende neueste Nachrichten von d,r Belagerungsarmee, auo Berchem vom 4. De« cember Abends 6 Uhr: „Die französische Ar. mce hat die zweite Parallele überschritten und ruck, te unter die lunette St. ^aurenivor. Nach mehr« siundigem Angriffe brachte uiliere Artillerie daß Ieuer ces Forts zum Schweigen und richtete dann die Geschütze we«cer hin, auf die Toledo- Bastion, die unmittelbar an dle (Zitadelle a»,stoht. Min erwartet jeden Augenblick, daß o,e Bastion ,hr Feuer einstelle; so wle sie zu diesem Aeusscrstc,, gerächt ist, werden unsere Batterien anfangen Bresche z« schießen. Schon wurden 45oo ltugeit, vo» unserer Artillerie abgeschossen, uno man ist erstaunt über >i> wettige Kraft, hie General Ühasse entgegenl'eoe Mann gegen Villanova, um die feindlichen Batterien auf dieser Seite zum Schweifen zu dringen. Der Admiral Sartorius ist mit seinem Flag« genschlffe Dom Pedro und der ganzen Os^dre in der B.u von Vigo einqclaufen, und rüstete sich nach Oporto zurückzukehren, um Truppen dort einzuneh. men, und bei Figueiras oder noch weiter sudlich ans Land zu setzen. Nach Briefen aus Lissabon vom iH. Nov. hatte am 10. Nov. zu Fuzado bei S Mann ein neuerlicher Ausfall gemacht, und der Generalsturm gegen den Play von Don Ml» Quel auf den 20. December festgesetzt woroen seyn. (B. v. T.) Die Morn in g « Po st vom 5. December meldet aus P ly mouth vom 5l). Nov. : „Das tonigliche Schiff Lernet ist so eben von der Hohe von Oporto mit Dcpe!ä)cn an die Regierung ein» gelaufen. Dieses Sch'ff war letzten Sonntag den 25. November abgegangen, und die Offiziere des» selben sagen, daß die Berichte, die sie überbringen, höchst ungünstig für Don Pedro's Sache lau« l?n. AlS der Levc-ret abfuhr, lagen ,5 englische ^hrzeuge außerhalb d?v Barre, von dcncn nicht ein einziges wegen der miguclistischen Batterien in der Nähe der Barre einlaufen konnte. tHines derselben, ein Kutter ^inan glaubt, nicht der Raven) hat Munition an Boro; ein anderes mit gleicher Labung ist nack Tcrccira abgegangen, höchst wahr^ scheinlich, um daselbst auf Dom Pedro zu warten, wenn es ihm noch glückt, zu entwischen. Man glaubt, daß alle übrigen Schisse, die der Leveret außerhalb der Barre gelassen hat, bereits auf dein Rückweg nach England begriffen sind. Von Sar« torius Escadrc weiß ,nan nichts.— Nachschrift. Ich eröffne oielcs Schreiben noch einmal, umhin» zuzufügen, das) erzählt wird, daß zwei von Dc>ll Pedro's Regimentern zum Könige übergegan« gen sind. — Gincr andern Version zufolge, solleei sie die Waffen gestreckt haben." (Oest. B.) «Nsmalmisciles Reich. Von der serbischen Gränze, 27. November. Mehreren Handlungshäuscrn wird aus Konst.ilumopel geschrieben, daß cas^Idst ein russl« scher