^>^z>^3^3^2^^.^^^^^^^- RO. ^^3^x^52.^2--» Des Sängers Freiung. ^>^s weilt der Fürst im Prunksalone, Und neben ihm sein Töchterlein, Und schmückt ihn Purpur gleich und Krone, Sie ist fei» schönster Edelstein. Doch in den blassen Rosenwangen Schien schlummernd eingewiegt der Schmerz» Den noch die Hoffnung hält umfangen, Der noch nicht brach das wunde Herz. Da nah't der Sänger — schlichte Hülle Bedeckt der Glieder edlen Vau, Und durch des blonden Haares Fülle Blickt sanft und mild des Auges Blau. Die Harfe — seine schönste Habe Ruht an der Seite unbefleckt. Und gleicht dem gold'nen Zauberstabe, Der stets des Liedes Quell erweckt. Da sprach der Sänger zu dem Fn Natürlich brmgt ihm die schöne Julia einen Stuhl, l die erfahrene Mutter läßt Wein auftragen, und . mit Hin- und Hercomplimentiren ist man so weit » gekommen, daß Mr. Fitzgeryall ersucht wird. be^ > den Familienthee's zu erscheinen, r°:nn cs ihm beliebe. Mit süßer Beklommenheit ging Stephen im-mer tiefer in das Netz, bald war er der täglich« Gast, bald führte er seine Mutter auf und endlich hatten die beiden Frauen die Partie arrangirt. Die ganze Nachbarschaft sprach von der bevorstehenden Hochzeit, und __ wir müssen es bekennen__man». che schone Lippe mit Mißgunst. Endlich brach der Morgen des Hochzeittages an. Mit welcher Bangigkeit sah Stephen das Licht des entscheidenden Tages aufdämmern! Sein innigstcr Wunsch war erreicht und doch konnte er sich eines leisen Gefühles, fast könnte man eS Furcht nennen, nicht erwehren. Es war etwas Rührendes in der Art, wie er sein Frühstück verzehrte. Er biß garnicht mir der gewohnten Energie in das Butterbrod! jeder Bissen quoll ihm im Munde und »r starrte lange Zeit g«» dankinvoll die Decke an, ehe er schluckte. Welche Schreckensgestalten mochten vor seinem geistigen Auge vorüberziehen? Wie in einem Traume erreichte Stephen die Kirche. Er sah eine verwirrte Masse von blauen Fräcken und weißen Atlaskleidern, und zu seiner Verwunderung sah er ein Lächeln und Händeschütteln, als ginge gar nichts Bedenkliches vor. Er fühlte das Blut zuIseincm Kopfe schießen, er ließ sich von dem Brautführer an den gehörigen Platz schieben, vor seinen Ohren brausten die Worte des Seelsorgers wie ein unbestimmtes Geräusch. Er steckte den Ring an seiner Frau Daumen, dann an den kleinen Finger, ehe er an den rechten kam und man behauptet sogar, als er sich in das Kirchenbuch einzeichnen sollte, habe er einen Nachbar nach seinem Namen gefragt. Wie er wieder aus der Kirche und in die Kutsche gekommen ist, weiß «r selbst nicht, und so wurde ihm wenigstens daS Zischeln und Kichern der ganzen Gesellschaft erspart. Also war das Unerhörte geschehen! Er, der Unbeholfene, der Schüchterne, der keinem Mädchen in die Augen zu sehen sich getraute, er war der Mann der schönsten Frau in der ganzen Pfarrei. Der Leser muß nun gefälligst den Zeitraum der ersten zwei Wochen des Flittermonates überspnn» gen, wo er ohnehin nichts fände, als empfindsame — 39 — Sonnenuntergänge, Mondscheinpromenaden und der» gleichen, die für jeden andern, als den Betheiligten, zum Sterben langweilig sind. Man wohnte auf einem schönen Landhause am Seeufer. Stephen verließ seine schöne junge Frau, die auf dcm So-pha «Alice, oder die Geheimnisse laS, und ging auf das Postamt, nach Neuigkeiten aus London zu fragen. Kaum war Fitzgeryall auf der Straße, als eS klopfte und ein Briefträger einen Brief mit Ste» pheni Adresse brachte. Mrs. Fitzgeryall untersuchte die Handschrift und besah den Brief an allen vier Ecken. Sie hatte von ihrem Manne zwar Erlaubniß, in seiner Abwesen» h«il alle einlaufenden Briefe zu öffnen i sie wollte sich aber dieses Privilegiums nicht gleich das erste Mal bedienen. Sie legte den Brief nieder, und las in den „Geheimnissen" weiter, aber ihre Neugierde ließ ihr keine Ruhe. Das Buch wurde zur Scice geworfen und in lauter Unschlüssigkeit war endlich daS Siegel geöffnet. Sie las, wie folgt: »Theurer Stephen! Gestern empfing ich Ihr Briefchen. Die Alten find alle wohlauf. Empfangen Sie meinen Glück» wünsch, daß Sie, Ihr kleines Geheimniß so wohl zu bewahren wußten. Ich meineS Theils sage Ihnen, was ich Ihnen schon früher gesagt habe: Sie haben mcineS Erachtens so viel Scharfsinn und Vorsicht beim Verhehlen vergeblich angewandt. Werden Sie noch länger der Meinung seyn, daß die Frauen den Männern solche Kleinigkeiten gar so hoch anrechnen? Was sie auch vorgeben mögen, im Grunde des Her? zens halten sie sie doch für Huldigungen dem schönen Geschlechte. Hätten Sis die ganze Bagatelle vor der Hochzeit ausgeplaudert, MrS. Fitzgeryall wäre doch die Ihre geworden. Es ist wirklich lächerlich; doch ich vermuthe, Sie haben sie zu dieser Zeit schon in Ihr schreckliches Geheimniß blicken lassen (denn die Entdeckung halte ich für die Länge unvermeidlich) und unter Küssen und Thränen ihre Ver. zeihung erlangt. In Elle der Iy«. Aime Cäper.« Geheimniß? Verhehlen? Verzeihung unter Küs-sm und Thränen? O dieß Geheimniß war nur zu deutlich; Julie brach in einen Strom von Thränen auS. Sie kannte Sir Caper wohl, er war in der ganzen Stadtgegend als ein übertriebener Stutzer, als ein Mann bekannt, der in gewisser Beziehung allzu freisinnig dachte. «Der Elende," dachte die arme Frau, „gewiß hat er meinen guten Stephen verführt, und er will ihn nun im Laster so hart machen, als er selbst ist. Nun wird mir alles klar, die Verlegenheit Ste-phen's am Hochzeitstage, sein bestürztes Umschauen in der Kirche __ Ich Unglückliche!« Sie warf sich auf das Sopha und ihre Thränen erneuerten sich. In diesem Augenblicke trat Stephen ein, und sah seine Frau schluchzend und mit rochgeweinten Augen; er hatte kaum Zeit zu fragen, mit verhülltem Gesichte deutete sie auf den offenen Brief, der auf dem Tische lag. Stephen nahm ihn mit zitternder Hand und las. Nach einiger Zeit, alS er noch immer schwieg, wandte seine Frau das Gesicht nach ihm, um auf seinem Gesichte sein Gestä'ndniß zu lesen. Ach, sie hatte sich nicht getäuscht! Wie ein Marmorbild stand Stephen und seine blassen Lippen bebten, als schauderten sie, das Bekenntniß auszusprechen. Sein stierer Blick verrieth nur zu deutlich seine Schuld. ' „Stephen!" rief Julie ängstlich, indem sie aufsprang und ihn beim Arme ergriff; »was hast Du gethan? O bekenne es! bin ich nicht Deine Julie, Deine Frau? Sollst du mir nicht Alles mittheilen, Gut und übel? O rede, Stephen!" ,.Ia — ja ^— ja __" stammelte Stephen, den glanzlosen Blick noch immer starr auf die Klingel-schnür geheftet; »ganz gewiß __ ohne Zweifel —" »O daS ist zu schrecklich,« rief Julie, »sage mir lieber gleich Alles, oder ist sterbe." Stcphen war außer sich, er stampfte mit dem Fuße den Brüsseler Teppich, schlug sich vor die St»rn und murmelte unzusammenhängcnde Laute. Er öff° nete die Lippen, aber daS Wort versagte ihm, keuchend rang er nach Athem und schüttelte das Haupt. »Du kennst die Liebe des Frauenherzens nicht; Du weißt nicht, was es opfern kann. Ach, ick) durchschaue dieß sorgsam verhehlte Geheimniß, aber ich wciß zu verzeihen. Vertraue mir nur — hast Du ^." Stcphen öffnete wieder die Lippen, aber er blieb wortlos; Julie sprach mit erschütterndem Nachdruck weiter. »Hast Du ein falsches Herz?« ,sNein, nein," rief Stephen, mit der größten Anstrengung seine Verlegenheit bezwingend, »Haar, — falsches Haar, nicht Herz, — mein Herz ist nicht falsch.« »Haar?« rief Julia überrascht: «was meinst Du damit?« Nach einer Pause sagte Stephen verschämt: »Ein Vierteljahr, ehe ich Dich kennen lernte, blät-terte ich im New-Monthlp und kam in den Anzci- — 40 — gen auf »zu lüftende Haartouren.« — Stcphcn hielt inne und fuhr auf einen fragenden Blick Iu-l,a's fort: »eben sing mir nach einem Ncrvenficbcr das Haar an, auszugehen; der Arzt riech mir an, mir den Kopf rasiren zu lassen, und bis das n,ue Haar gewachsen, eine Perücke zu tragen. Caper verschaffte mir eine von jenen Touren. Als Du meine Braut warst, lobtest Du meinen Haarwuchs so, daß ich mich immer schämte, die Wahrheit zu gestehen. Also Du verzeihst mir?« Der Leser kann sich denken, daß die Verzei, hung von Herzen ertheilt ward. Noch jetzt muß d»e schöne Julia lachen, wenn sie an das so glücklich gelöste Schreckensgeheimniß denkt. Feuilleton. (DeS DienerS Diener.) Ich hatte einst einen schwarzen Bedienten — erzählt Alfonse Karr in den »Wespen" — und der Schwarze klagte oft Ach und Weh übcr die viele Arbeit, die im Hause zu thun sey, und doch war daS Haus recht klein. Eines Morgens risi mir bei seinem Stoßseufzer und Ieremiadcn die Geduld, und ich antwortete ihm mit beißendem Verdruß: »Gut, so nimm Dir einen Bedienten!« Zwei Tage darauf kam mein Schwarzer, schnitt ein vergnügtes Gesicht, und sagte: „„Herr, die Sache hat slch gemacht!"« »Welche Sache?« fragte ich, denn ich hatte meine bissige Antwort längst wieder vergessen. »»Nun, die mit dem Bedienten, den ich mir nehmen sollte."« Ich wurde stutzig, konnte jedoch das Lachen nicht lassen, und machte gute Miene zum bösen Spiele. Sollte mil der Schwarze einen Possen haben spielen wollen? Auch gut; so wollte ich mir vor der Hand wenigstens nichts merken lassen, und sagte also trotten : »'S ist guc!« Und selbigen Tages trat der Bediente meines Bedienten, Apollo Varai, sein Amt an. In den ersten acht Tagen ging alles vortrefflich, und wenn ich sagte: »Apollo, schicke Deinen Bedienten mit dem Briefe da oder dort hin!« so machte ich keinen Witz und auch Apollo nicht. Mein Schwarzer war überhaupt kein Freund von Scherzen, obwohl cr einem Affen in-mehr als einem Betracht gl»ch. Am meisten Spaß machte mir die Bemerkung, daß mein Bediente seinen Bedienten mit so beispielloser Strenge behandelte, daß ich mich oft darein legen und Ruhe gebieten mußte, worauf der Schwarze dann gewöhnlich antwortete: »Herr, wenn Sie den Menschen in Schutz nehmen, so thut cr am Ende gar nichts, denn er ist heillos faul." Mein Schwarzer wollte über seincS Bedienten Benehmen ofr aus der Haut fahrcn. Abcr ich fand doch, daß der Bediente meines Schwarzen häufig meine und auch Apollos Stiefel putzte; sagte ich dann: Apollo, dein Bedienter hat heute die Stie» fel schlecht geputzt; so lief Apollo hinaus, und trieb einen Heidenlärm.--------Einst schellte ich meinem Schwarzen, und sagte: „Apollo, gib diesen Brief doch Deinem Bedienten.« »»Herr, ich besor? ge ihn gleich selbst.«« »Warum denn, Apollo?« »»Herr, weil ich ... weil ich meinen Bedienten heut, früh fortgejagt habe.«« »Ei Teufel! Hast Du denn schon einen andern?,, „„Nein, Herr; dcr erste hat mir schon Verdruß genug gemacht; ich mag keinen andern, und thue lieber meine Arbeit selbst.«« (Die großartigste Jagd parthie.) D»e großartigsten Jagden kann der Fürst v. Esterhszy anstellen. Er ladet vielleicht fünfzig Personen zu einer Iagdparthie in Eisenstadt ein. Diese Stadt, die ihm gehört, liegt achtzehn biS zwanzig Stunden von Wien. An dem bestimmten Tage reisen die Ein. geladenen in Wagen des Fürsten ab, und werden durch die Relais desselben nach Eisenstadr gebracht, wo sie der fürstliche Palast mit ihren Dienern aufnimmt. Nach einem Rasttage beginnt die Jagd in den unermeßlichen Wäldern, welche die Stadt umgeben. Sie dauert meist drei Tage, an denen m«n in allcrlicbstcn kleinen Häusern ausruhet, die hl« und da zu diesem Zwecke in dem Walde stehen-Nach Beendigung der Jagd sind, wie es unter andern» nach einer solchen Iagdparthie 1829 der Fall war, 77 Hirsche und Nehe und über 1500 Hasen, Kaninchen und Fasane erlegt, und die Gesellschaft kehrr auf oiesclbe Weife, wie sie ankam, nach Wien zurück. (Beachtenswcrthe Erfindung.) In der Schloßner Industiiezeitung steht folgende Bekanntmachung: »Der Gefertigte hat nach langjähr!-gen Versuchen ein Mittel erfunden, die Ehrlichkeit frisch und dauerhaft zu erhalten. Jeder, dem daran gelegen ist, seine Ehrlichkeit nicht abzunützen, wird daher eingeladen, sie dem Gefertigten zur Auf< bewahrung zu übergeben. Auch über»immr er eS, eine schon angegriffene Ehrlichkeit wieder auf den Glanz herzustellen.« (A uc tion.) In Salzwasser findet eine Auc-tion von Witzen und Wortspielen Statt, worauf besonders jene Bühnendichter aufmerksam gemachr werden, die, wegen Mangel an diesen Artikeln, jeden magern Witz mit einem Prolog ankündigen. Verleger: Ignaz Alois Edler v. Kleinmayr.