Friedrich Ludwig Jahn. Aneip-Bibel. Herausgegeben Laibacher deutschen Turnverein. Laibach 412441 deutsche CurnvrrM >>LLjjnZ-.j-jüttS für die Turnerkneipe. I. Mqemenu'S. S. 1. Kneipe ist die regelmäßige Versammlnitg der Turner zur Besprechung turnerischer Angelegen Heiken und zu geselliger Unterhaltung. Es wird nur deutsch gesprochen. S. 2. Sie findet wöchentlich an dem hiezu be¬ stimmten Abende statt, beginnt nach der Turnstunde und wird nach Belieben geschlossen. S. 3. Eröffnet wird die Kneipe liber Aufforderung des Kneipmartes mit dem Kneip-Salamander. S. 4. Dann verliest auf Verlangen des Kneipmartes der Äncipschreiber den Bericht über die letzte Kneipe. S. 5. Der Kneipwart übergibt die etwa im Jragckastcn enthaltenen Schriftstücke und Briefe dem Kneipgclehrten zur Prüfung und Verlesung und berichtet nach deren Erledigung über allgemeine Angelegenheiten des Turnvereines. Jedem Kneipbruder steht das Recht zu, geschäft¬ liche Gegenstände des Turnvereines sowie der Kneipe zur Sprache zu bringen. S. 6. Nach Beendigung dieser „geschäftlichen" Angelegenheiten wird zum gemütlichen Teile des Abends geschritten. 2 S. 7. Der Kneipwart darf nur solche Vorträge zulassen, welche keinen unsittlichen oder beleidigenden Inhalt haben. S. 8. Zn Vorträgen für die nächste Kneipe werden, falls nicht freiwillige Anmeldungen vorliegen, drei Kneipbrüder vom Kncipwarte bestimmt; dies ge¬ schieht in der Reihenfolge nach der Buchstabenordnung. S. 9. Der Kneipwart darf einem Kneipbruder bloß dreimal in ein upd derselben Angelegenheit das Wort erteilen. Im übrigen gelten auch hier die all¬ gemeinen Gepflogenheiten jeder geschulten öffentlichen Versammlung. II. Milgliedschaft. S. 10. Mitglied der Kneipe kann jedes Turn¬ vereinsmitglied werden, muß sich jedoch an einem Kneipabende der Taufe unterziehen, welche der Kneipwart in würdiger Weise vorzunehmen hat. An Taufgebühr hat der aufgenvmmeno Kneipbruder 20 Heller zu berappen. Die Kneipgenossen sind auf der Kneipe nur mit ihrem Kneipnamen zu bezeichnen. S. 11. Gästen ist der Zutritt in die Kneipe ge¬ stattet. Dieselben müssen durch ein Mitglied ein¬ geführt und dem Kneipwarte vorgestellt werden; sie unterstehen gleichfalls den allgemeinen Kneipsatznngen. III. Kneipwürdt'n. S. 12. Die Kneipwürdentrüger, sieben an der Zahl, werden durch Stimmenmehrheit am letzten Versammlungsabend eines jeden Monats aus der Mitte der Kneipe gewählt. Diese sind folgende: 3) Kneipwart, b) Kneipschreiber, c) Kneipgelehrter, cl) Kneiphnmster, e) Kneiphader, zugleich Gegenpunkt, k) Kneipbiittel (zivci, nut Helfern nach Bedürf). Abgehende Würdenträger sind wieder wählbar. S. 15. Der Kneipwart hat- die Kneipe zu leiten, für die Aufrechthaltung der Ordnung zu sorgen und etwaige Streitigkeiten zunächst zu entscheiden. Gegen seine Entscheidung steht den Streitenden die Berufung an ein Schiedsgericht zu. S. 14. Der Kneipschreiber hat über jede Kneipe einen gewissenhaften Bericht zu verfassen, den er in der nächsten Kneipe zu verlesen hat. Ferner hat er die in der Kneipe uorkommenden schriftlichen Arbeiten zn besorgen. S. 15. Der Kneipgclehrte hat das Merkeramt bei den Vorträgen, in Sachen der Fremdwörter ein unfehlbares Urteil und in anderen strittigen Angelegen¬ heiten, die ihm etwa vorgelegt werden, die unanfecht¬ bare Entscheidung. S. 1t>. Der Kneiphnmster hat über die Ein¬ nahmen und Ausgaben ein genaues Verzeichnis zu führen und am Schlüsse seiner Amtstätigkeit Rechnung zu legen. S. 17. Der Kueiphader hat das Recht, dem¬ jenigen, welcher den Anordnungen des Kneipmartes nicht nachkommt oder die auserlegten Geldbußen nicht zahlt, den Stofs wegzutrinken und dies so lange fortzusetzen, bis der Verdonnerte seiner Pflicht uach- l» 4 gekommen ist. Ter Kneiphader hat als Gegenpnnkt des Kneipwartes mit diesem für Aufrechterhaltung der Ordnung zu sorgen. S. 18. Jeder Kneipbüttel steht zur Verfügung des Kneipwartes, überwacht das richtige Eingehen der Gelder während der Kneipe und kann nötigen¬ falls den Kneiphader vertreten. S. 19. Ist einer der Würdenträger am Besuche der Kneipe verhindert, so hat er dies dem Kneip- warte bekanntzugeben. Im Falle der Abwesenheit des Kneipwartes übernimmt der älteste Kneipbruder den Vorsitz und läßt einen Kneipwart-Stellnertreter wählen. IV. Ll>rc'nl>e;ri:stni!sien. S. 20. Die Ehrenbezeugungen können sein: ein Wacker, ein Täteretä und ein gerufenes oder gesungenes Gut Heil. Für ciu Wacker sind 10 Heller, für ein Tüte- re tä 20 Heller, für ein gerufenes Gut Heil 40 Heller und für ein gesungenes Gut Heil 2 Kronen zu berappen. V. Strafstc'kc'hc'. S. 2t. Zwei Heller berappt: s) wer sich in der Kneipe des Wortes „Herr" oder eines Fremdwortes bedient (nur bei Bericht¬ erstattungen und bei Vorträgen sind Fremdwörter gestattet); b) wer bei Beifallsbezeugnngeu ein anderes Wort als „Wacker", bei Mißfallsbezeugnngcn ein anderes als „Oho" und beim Grüßen ein anderes als „Gut Heil" gebraucht. S. 22. Vier Heller berappt: u) wer einen Redner unterbricht oder während eines Vortrages diesem keine Aufmerksamkeit schenkt; b) wer ein Lied nicht mitsiugt, bei einem aus¬ gebrachten „Wacker", einem „Täteretä" oder einer Anmnrmelnng anfsteht oder bei einem „Gut Heil" sitzen bleibt; c) wer wegen falscher Aufmutzung verdonnert wird, weil er einen Kneipbruder fälschlich angeklagt, und im strittigen Falle seine Anklage nicht durch zwei glaubwürdige Zeugen beweisen konnte. S. 23. Zehn Heller hat zu berappen, wer eine Anmurmelung verlangt. Jedem .Kneipbruder steht nämlich das Recht zu, einen andern anmurmeln zu lassen, wenn er sich durch denselben gekrankt fühlt oder wenn er glaubt, das; sich derselbe etwas Unschickliches habe zuschulden kommen lassen. In besonderen Fällen kann über Antrag des Kneipwartes und mit., Zustimmung der Kneipe der Schuldtragende auf eigene Kosten an- gemnrmelt werden. Auch können mehrere Amnnr- melungen gegen einen und denselben vollzogen werden. Als Verschärfung gilt es, wenn der Betroffene dabei zu stehen hat. S. 24. Zwanzig Heller berappt: 3) wer zu einein Vortrage bestimmt wurde und ihn nicht gehalten hat. Ein solcher Bösewicht zahlt die Strafe jeden Kneipabend so lange, bis er besagten Vortrag endlich loslaßt. Wer aber gleich 6 sagt, daß er den Vortrag nicht halten kann, berappt nur einmal zwanzig Heller; b) der Kneipschreiber, wenn er den Kneip¬ bericht nicht erstattet; c) derjenige Würdenträger, welcher ohne Ent¬ schuldigung von der Kneipe wegbleibt. VI. Lm'iM'richt. S. 25. Gegen eine Entscheidung des Kneipwartes steht jedem Beteiligten die Berufung an das Kneip¬ gericht zu; die Einsetzung desselben muß jedoch sogleich geschehen. Jeder streitende Teil wählt einen Richter, und den dritten wählt die Kneipe; diese haben abseits ihr Richteramt auszuüben und die Streitteile zu verhören. Letzteren steht es frei, sich selbst zn verteidigen oder sich einen Verteidiger zu wählen. Jeder Verteidiger darf nicht länger als fünf Minuten sprechen. Nach Anhörung beider streitenden Teile fällt der Gerichtshof das Urteil, welches binnen weiteren fünf Minuten gesprochen sein muß. Den Verurteilten steht die Berusung an die Kneipe zu. Fnrner-Salamander. 1. Achtung! Salamander! Im Kreise marsch! Acidl! (Alle erheben sich; die Gläser werden kreisend auf dem Tische gerieben, wobei alle „Salamander . . usw. vor sich hin brummen.) 2. Arme hoch! — Eins! Zwei! Drei! ^«s! 3. Auf der Stelle Marsch! Eins! —Zwei! —Drei! — Kalt! (Während langsam gezählt wird, taktmäßiges Trom¬ meln mit den Gläsern auf dem Tische.) 4. Eins! — Zwei! — Drei - Al>. uo sich Männer finden, die für Ehr und Recht mutig sich verbinden, weilt ein frei Geschlecht. 4. Hinter dunklen Wällen, hinter eh'rnem Tor kann das Herz noch schwellen zu dem Licht empor, für der Kirchen Hallen, für der Väter Gruft, für die Liebsten fallen, wenn die Freiheit ruft. 5. Das ist rechtes Glühen, frisch und rosenrot! Heldemvangen blühen schöner auf im Tod. Wollest auf uns lenken Gottes Lieb' und Lust, wollest gern dich senken in die deutsche Brust. t>. Freiheit, die ich meine, die mein Herz erfüllt, komm mit deinem Scheine, süßes Eugelsbild! Freiheit, holdes Wesen, gläubig, kühn und zart, hast ja lang erlesen dir die deutsche Art. Mar von Schenkcndorf, 1813. 12. Weise: Erhebt euch von der Erde. 1. Frisch auf, zum fröhlichen Jagen! So rief der Hörner.Klang, so rief in frohen Tagen der munt're Jagdgesnng. Verklungen sind die Lieder, die blanken Waffen ruh'n; wir aber fragen wieder: wo sind die Jäger nun? 2. Ein Kirchhof liegt gebreitet, keine Mauer faßt ihn ein^ keine Hügel sind bereitet mit hohem Leichen¬ stein. Der Pflüger pflügt darüber und fragt nicht nach dem Grab; der Wandrer zieht vorüber, schaut nicht auf euch hinab. 3. Sie freuen sich der Ähren, die euer Blut ge¬ tränkt; sie schmücken sich mit Ehren, die euch der Tod geschenkt; sie brechen von den Kränzen, die euch 24 der Sieg vertraut; sie fliegen zu den Tänzen mit eurer jungen Braut. 4. Die Welt null untren werden, so bleiben mir getreu, damit die Lieb' auf Erden nicht ganz vev schwundeu sei. Das Fest, das wir begehen, hat euch dem Tod geweiht; mag es fortan bestehen, ein Zeichen bess'rer Zeit! 5. Und ruft der Frühling wieder die grüne Saat hervor, dann tönen unsre Lieder im muntern Jägerchor. Das Heil begann zu tagen, das Vater¬ land ist frei! Frisch aus, zum fröhlichen Jagen! Wir waren auch dabei. / Friedrich Förster, 1818. Weise von J. ya>)dn, I7S7. 1. Gott erhalte, Gott beschütze unsern Kaiser, unser Land! Mächtig durch des Glaubens Stütze, führ' er uns mit weiser Hand! Laßt uns seiner Väter Krone schirmen wider jeden Feind. Innig bleibt mit Habsburgs Throne Österreichs Geschick vereint. 2. Fromm und bieder, wahr und osfen laßt für Recht und Pflicht uns steh'n, laßt, wenn's gilt, mit frohem Hoffen mutvoll in den Kampf uns geh'», eingedenk der Lorbeorreiser, die das Heer so oft sich wand. — Gut und Blut für unsern Kaiser, Gut und Blut fürs Vaterland! !!. Was des Bürgers Fleiß geschaffen, schütze treu des Kriegers Kraft! Mit des Geistes heit'ren Waffeu siege Kunst und Wissenschaft. Segen sei dem Land beschieden und sein Ruhm dem Segen gleich, Gottes Sonne strahl' in Frieden auf ein glücklich Österreich! 4. Laßt, uns fest Zusammenhalten, in der Ein tracht liegt die Macht; mit vereinter Kräfte Walten 28 "wird das Schwerste leicht vollbracht. Laßt uns. eins durch Brüderbande, gleichem Ziel entgegen geh'n. Heil dem Kaiser, Heil dem Lande, Österreich wird ewig steh'n! I. G. Seidl, lW4. 14. Weise von Otto Lachner. t. Hast du dein Lied der alten Eichen, mein deutsches Volk, nicht ost gelauscht? Wenn ihre Krone sondergleichen die Zwiesprach' mit dem Himmel tauscht, dann beteil sie wie alte Helden: Wir wollen stark und trutzig sein; s: Herr Gott, du Meister aller Welten, wir zittern nur vor dir allein. :s 2. Wie deine Eichen sollst du's halten, mein deutsches Volk, sei stark und fest, ob auch der Stürme Kampfgewalten umbrausen dich in Ost und West. Des Geiers Flug sollst du verscheuchen, der deinen Herd umflattern will; s: du sollst dich nie vor Menschen beugen, vor deinem Gott nur beug' dich still!:s H. O wollet immer treulich halten des Kanzlers schlichtes Heldenmort, der selber stand vor Sturm gemalten so fest wie deiner Eichen Hort! Ob donnernd gleich die Stürme toben, das deutsche Herz bleibt mut geschwellt: f: Wir Deutsche fürchten Gott da droben, sonst aber nichts auf dieser Welt! :s Hermann Pip, iW8. 15. Weise von Henry Carey: Ooä 83ve tlie kinZ, 1743. 1. Heil dir im Siegerkranz, Herrscher des Vate» lands! Heil, Kaiser, dir! Fühl' in des Thrones Glanz die hohe Wonne ganz, Liebling des Volks zu sein. Heil, Kaiser, dir! 26 2. Nicht Roß, nicht Reisige sichern die steile Höh', wo Fürsten steh'n; Liebe des Vaterlands, Liebe des freien Manns gründet des Herrschers Thron wie Fels im Meer. 8. Heilige Flamme, glüh', glüh' und verlösche nie fürs Vaterland! Wir alle stehen dann mutig für einen Mann, kämpfen und bluten gern für Thron und Reich! 4. Handel und Wissenschaft heben nut Mut und Kraft ihr Haupt empor, Krieger und Heldentat finden ihrLorbeerblatt treu aufgehoben dort an deinem Thron. 5. Sei, Kaiser Wilhelm hier, lang deines Volkes Zier, der Deutschen Stolz! Fühl' in des Thrones Glanz die hohe Wonne ganz, Liebling des Volks zu sein. Heil, Kaiser, dir! Rach Heinrich HarricS, 1790. I. Der Teufel soll versinken, die Männlichkeit soll blinken, das Deutsche Reich bestch'n, bis Erd' und All vergeh'n! HTralnla usw.:s Morgcnlied der schwarzen Freischax, vsn G. A. Salchow, 1813. Weise des^DichterS. 1. Hinaus in die Ferne mit lantem Hörnerklang! Die Stimmen erhebet zum männlichen Gesang! f:Der Freiheit Hauch weht mächtig durch die Welt! Ein sreies, frohes Leben uns wohlgefällt! :j 2. Wir halten zusammen, wie treue Brüder tun, wenn Tod uns umtobet und wenn die Waffen rnh'n. s:Uns alle treibt ein reiner, freier Sinn, nach einem Ziele streben wir alle hin!:j 8. Der Hauptmann, er lebe! Er geht uns kühn voran! Wir folgen ihm mutig auf blut'gcr Sieges¬ bahn. f:Er führt uns jetzt zu Kampf und Sieg hin¬ aus; er führt uns einst, ihr Brüder, ins Vaterhaus!:j 4. Wer wollte wohl zittern vor Tod und vor Gefahr? Vor Feigheit und Schande erbleichet unsre Schar! s:Und wer den Tod im heil'gcn Kampfe fand, ruht auch in freunder Erde im Vaterland!:j Albert Methfeffcl, 1813. 18. I. Horch, Sturmesflügel rauschen, die deutschen Eichen lauschen. Blinkender Schläger Klang mischt sich dem Chorgesang. Hnrrah! hurrah! hurrah! 28 2. Heut' gilt nicht Spiel noch Scherzen, heut' klopfen Mänuerherzen, heil'ge Begeisterung eint uns zur Huldigung. Hurrah! usw. 8. Der Thron und Reich umfriedet, das Kaiser schwert geschmiedet, stolz trug das Reichspauier, Bismarck, wir jauchzen dir! 4. Du Held vom Stamm der Eichen, du Ritter ohne gleichen, dein Haupt, so hoch betagt, ob dem Jahrhundert ragt! Hcinr. Schmieden, ISN. 19. 1. Hurrah, du stolzes, schönes Weib, hurrah, Germania! Wie kühn mit vorgeüeugtem Leib am Rheine stehst du da! Im vollen Brand der Juliglut, ivie ziehst du frisch dein Schwert! Wie trittst du zornig frohgemut zum Schul; vor deinen Herd! stHurrah, hurrah, Germania!:j 2. Du dachtest nicht an Kampf und Streit; in Fried' und Freud' und Ruh' auf deinen Feldern weit und breit die Ernte schnittest du. Bei Sichelkiang im Ährenkranz die Garben fuhrst du ein, da plötzlich, horch, ein and'rer Tanz: das Kriegshorn iiber'm Rhein! st Hurrah usw.st 8. Da warfst die Sichel du ins Korn, den Ähren krau; dazu: da fuhrst du auf in Hellem Zorn, tief atmend auf im Nu; schlugst jauchzend in die Hände dann: Willst du's, so mag es sein! Äuf, meine Kinder, alle Mann! Zum Rhein, zum Rhein, zum Rhein! st Hurrah usw.:j 4. Da raupht das Haff, da rauscht der Belt, da rauscht das Deutsche Meer; da rückt die Oder dreist ins Feld, die Elbe greift zur Wehr, Neckar und Weser stürmen an, sogar die Flut des Mains! Vergessen 29 ist der alte Span: das deutsche Volk ist eins! s: Hurrnh usm. :j 5. Schwaben und Preußen Hand ind Hand, der Nord und Süd ein Heer! Was ist des Deutschen Vaterland? — mir fragen's jetzt nicht mehr. Ein Geist, ein Arm, ein einz'ger Leib, ein Wille sind wir heut'! Hnrrah, Germania, stolzes Weib! Hurrah, die große Zeit! j: Hurrah usw.:j 6. Mag kommen nun, was kommen mag, fest steht Germania. Dies ist Alldeutschlands Ehrentag: Nun weh' dir, Gallin! Weh', daß ein Räuber dir das Schwert frech in die Hand gedrückt! Weh' ihm! Und nun für Heim und Herd das deutsche Schwert gezückt! s: Hurrah nsw.st 7. Für Heim und Herd, für Weib und Kind, für jedes teure Gut, dem mir bestellt zu Hütern sind vor fremdem Frevelmut: für deutsches Recht, für deutsches Wort, für deutsche Sitt' und Art, für jeden heil'gen, deutschen Hort - hurrah! - zur Krieges- fahrt! f:Hurrah usm.:j 8. Auf, Deutschland, auf! und Gott mit dir! Ins Feld, der Würfel klirrt! Wohl schnürt's die Brust uns, denken wir des Bluts, das fließen wird. Dennoch das Auge kühn empor, denn siegen" wirst du ja: Groß, herrlich, frei wie nie zuvor! Hurrah, Ger¬ manin! Hurrah, hnrrah, Viktoria! Hurrah, hurrah, Germania! Ferdinand Frciligrath, im Juli 1870. 20. Weise: Ein Ruf ist erklungen. 1. Ich hab' mich ergeben mit Herz und mit Hand dir Land voll Lieb und Leben, mein deutsches Vaterland. 2. Mein Herz ist entglommen, dir treu zu gewandt, du Land der Freien, Frommen, du herrlich Hermannsland! 30 3. Wir halten und glauben an Gott fromm und frei! Will, Vaterland, dir bleiben auf ewig fest und treu! 4. Ach Gott, tu erheben mein jung' Herzensblut zu frischem, freud'gem Leben, zu freiem, frommemMut! 5. Laß Kraft mich erwerben in Herz und in Hand, zu leben und zu sterben fürs heil'ge Vaterland! Maßmann, 1820. 21. Welse von Jill. Otto (Vater). 1. Ich kenn' ein'n Hellen Edelstein von köstlich hoher Art, in einem stillen Kämmerlein, s: da liegt er gut verwahrt. :j Kein Demant ist, der diesem gleicht, f: so weit der liebe Himmel reicht. :j Die Menschen¬ brust ist's Kämmerlein, da legte Gott so tief hinein den schönen Hellen Edelstein, das treu deutsche Herz. 2. Für Pflicht und Recht, für Wahrheit, Ehr' flammt heiß es alle Zeit, voll Kraft und Mut schlägt's hoch und hehr, stfür Tugend, Frömmigkeit.:j Nicht schrecket es der Menschen Spott, s:es traut alles» dem lieben Gott.rj Der ganze Himmel klar und rein, er spiegelt sich mit lichtem Schein im schönen Hellen Edelstein, im treuen deutschen Herz. 3. Wohl weiß ich noch ein gutes Wort, für das es heiß entbrannt, das ist sein höchster, heil'ger Hort: f:das teure Vaterland!:j Treu hüngt's an ihm, verrät es nicht, f: selbst wenn's in Todesschmerzen bricht. :j Kein schönster Tod auch kann es sein, als froh dem Vaterland zu weih'n den schönen Hellen Edelstein, das treue deutsche Herz! 4. Nimm, Gott, mir alles, was ich hab' — ich geb' es freudig hin, nur laß mir deine schönste Gab', st den freien deutschen Sinn!:j Daun bin ich hoch¬ beglückt und reich, st kein Fürst auf Erden kommt mir « 31 gleich!:) Und soll ich einst begraben sein, so setz' in deinen Himmel ein den schönen Hellen Edelstein, mein treues deutsches Herz! Jui.Otw (Sohn,, lS48. 22. 1. In festlicher Julnachtstunde, wann stirbt das alte Jahr, schart, Brüder, euch in der Runde und schwöret treu, innig undwahr: Was immer uns bringen die Zeiten, die jetzt anheben neu, im Frieden und im Streiten, dir Vaterland bleiben wir treu. 2. Du, das nut Stolz wir nennen, du herrliches Hermannsland, nicht kann von dir uns trennnen der fremden Gewaltherrn Hand. Wir bleiben dir ergeben in Fnhrlichkeit und Not, dir weih'n wir unser Leben, uns weiht für dich der Tod! 3. So schwöret ernst im Kreise am Markstein neuer Zeit nach alter Gcrmanenweise Alldeutschland heiligen Eid. Und wer in Sturmnotwettern den Schwur der Treue bricht, der Blitzstrahl soll zer¬ schmettern den ehrlos erbärmlichen Wicht! 23. Weise: Prinz Eugen. 1. König Wilhelm saß ganz heiter jüngst zu Ems, dacht gar nicht weiter an die Händel dieser Welt. Friedlich, wie er war gesunnen, trank er seinen Krnhnchenbrunnen als ein König und ein Held. 2. Da trat in sein Kabinette eines Morgens Benedeite, den gesandt Napoleon. Der fing zornig an zu kollern, weil ein Prinz von Hohenzollern sollt' auf Spaniens Königsthron. 32 3. Wilhelm sagte: „Benedettig! Sic ereifern sich unnötig, brauchen Sie man nur Verstaub; vor mir mögen die Spaniolen sich nach Lust 'nen König Holcih mein'thalb' ans dem Pfefferland." 4. Der Gesandte, so beschicken, mar noch lange nicht zufrieden, weil er's nicht begreifen kann; und er schwänzelt und er tänzelt um den König und scharwenzelt, möcht' es gerne schriftlich ha'n. 5. Da sieht unser Wilhelm Rexc sich das klägliche Gewächse mit den Königsaugen an. Sache gar nichts weiter, sundern wandte sich, so daß bewundern jener seinen Rücken kann. 6. Als Napoleon das vernommen, ließ er gleich die Stiebeln kommen, die vordem sein Onkel trug. Diese zog der Bonnparte grausam an, und mich der zarte Lulu nach den seinen frug. 7. So in grauser Kriegesrüstung rufen sie in stolzer Brüstung: „Auf! Franzosen, über'n Rhein!" Und die Kaiserin Eugenie, ist besonders noch diejen'ge, die ins Feuer bläst hinein. 8. Viele tausend rote Hosen stark nun treten die Franzosen eiligst untern Chaffepot, blasen in die Kriegstrompetc, und beim Heere ü lu tete brüllt der kapf're Turiko. !>. Deutschland lauschet mit Erstaunen auf die fränk'schen Kriegsposaunen, ballt die Faust, doch nicht im Sack; nein, mit Fäusten, mit Millionen, prügelt es auf die Kujonen, auf das ganze Lumpenpack. 10. Wilhelm spricht mit Moltk' und Roone und spricht dann mit seinem Sohne: „Fritz, geh' hin und haue ihm!" Fritze, ohne lang' zu feiern, nimmt sich Preußen, Schwaben, Bayern, geht nach Wörth und hauet ihm. 33 11. Haut ihm, daß dis Lappen fliegen, das; sie all' die Kränke kriegen in das klavperude Gebein; daß sie, ohne zu verschnaufen, bis Paris und weiter laufen - und wir ziehen hinterdrein. WoUad ÄrcuSlcr, 1870. 24. 1. Michel mach auf! Daß man im Schlafe dich nicht verkauf, wirf von dir die Zipfelmütz, Träumerei ist nimmer nütz, reibe dir die Augen klar, überall draht dir Gefahr. Michel wach auf! 2. Michel wach auf! Harre nicht müßig des Schicksals Lauf, während Feinde da und dort wühl'n und lauern fort und fort, bis du durch Gewalt und List ganz in ihren Klauen bist. Michel wach auf! 3. Michel wach auf! Greife zur Waffe und dran und drauf, daß jedwede Macht zerschellt, die sich dir entgegenstellt, daß, was feindlich dich umschleicht, doch ein deutscher Zorn erreicht. Michel wach auf! 4. Michel wach auf! Sende dein Flehen zu Gott hinauf, bis vereint zum Himmel schau'n, die getrennten Eichenau'n, als ein einzig deutscher Waid siegessonnen überstrahlt! Michel wach auf! Jng. Mrstcr, Brün». 25. 1. O Deutschland, hoch in Ehren, du hcil'ges Land der Treu; Hoch leuchtet deines Ruhmes Glanz in Ost und West aufs neu! Du stehst wie deine Berge fest ge'n Feindes Macht und Trug, und wie des Adlers Flug im West geht deines Geistes Flug. — Haltet aus, haltet aus, lasset hoch das Banner wel;'n! 34 Zeiget ihm, zeigt der Welt, wie wir treu zusammen- steh'n! s: Daß sich unsre alte Kraft erprobt, wenn der Schlachtruf uns entgegentobt! Haltet aus im Sturm¬ gebraus, haltet aus im Sturmgebraus! :j 2. Zum Herrn erhebt die Herzen, zum Herrn erhebt die Hand! Gott schütze unser teures, geliebtes Vaterland! Es sind die alten Schwerter noch, es ist das deutsche Herz, ihr zwingt sie nimmermehr ins Joch, sie dauern aus wie Erz. — Haltet aus, haltet aus usw. Vcuksluvise. 1. O Tannenbnum, o Tannenbaum! wir grüßen dich mit Freuden! Du kommst zur heil'gen Weihnachts¬ zeit ein Bote junger Seligkeit. s:O Tannenbnum, o Tannenbaum! wir grüßen dich mit Freuden!:) 2. O Weihnachtsbaum, o Weihnachtsbaum! dein Schmuck hält uns gefangen, doch schöner als die bunte Pracht der Treue Grün uns Freude macht, s: O Weihnachtsbaum . . . :j 3. O Wunderbaum, o Wunderbaum! wie schim¬ mern deine Lichter! Du bringst in Wintersnacht herein der Liebe warmen Sonnenschein, s: O Wunder¬ baum . . . :j 4. O Segensbaum, o Segensbaum! wie freuen deine Gaben! Da spricht sich Herz zum Herzen aus und Frieden kehrt in jedes Haus, s: O Segensbaum ... :j 5. O stolzer Baum, o stolzer Baum! ich merk', du willst auch lehren: trotz Unbill, Sturm und Wetter- grau'n treu feststehn und auf Gott vertrau'n! s: O stolzer Baum . . . :j 35 6. O heiliger Baum, o heiliger Baum! drum schließen wir den Reigen in Lieb und Treue Hand in Hand! Gott schirme deutsches Volk und Land! ß O heiliger Baum . . . :j WcihnachtSlicd des L. D. T. V. von J. I. Btndc,, I89S. 27. Nach Gustav Kunze. 1. Sie sollen ihn nicht haben, den freien deutschen Rhein, ob sie wie gier'ge Raben sich heiser danach schrei'n. 2. So lang er ruhig wallend sein grünes Kleid noch trägt, so lang ein Ruder schallend an seine Wogen schlügt. 8. Sie sollen ihn nicht haben den freien deutschen Rhein, so lang sich Herzen laben an seinem Feuerwein; 4. So lang an seinem Strome noch fest die Felsen steh'n, so lang sich hohe Dome in seinen: Spiegel seh'n. 6. Sie sollen ihn nicht haben, den freien deutschen Rhein, so lang dort kühne Knaben-nm schlanke Dirnen frei'n; 6. So lang die Flüsse hebet ein Fisch auf seinem Grund, so lang ein Lied noch lebet in seiner Sänger Mund. 7. Sie sollen ihn nicht haben, den freien deutschen Rhein, bis seine Flut begraben des letzten Manns Gebein! Nikolaus Bcckcr, 1840. 28. Weise von G. F. Hanitsch, 1818. 1. Sind wir vereint zur guten Stunde, ein starker deutscher Männerchor, dann dringt ans jedem frohen 3» 36 Munde die Seele zum Gebet hervor. Denn wir sind hier in ernsten Dingen, mit hehrem, heiligem Gefühl; stdrumsoll die volle Brust erklingen ein volles, Helles Snitenspiel. st 2. Mem soll der erste Dank erschallen? Dem Gott, der groß und wunderbar aus langer Schande Nacht nns allen in Flammen aufgegangen war; der unsrer Feinde Trutz zerblitzet, der unsre Kraft uns schön erneut stund auf den Sternen waltend sitzet von Ewigkeit zu Ewigkeit, st 3. Wem soll der zweite Wunsch ertönen? Des Vaterlandes Majestät! Verderben allen, die es höhnen, Glück dem, der nut ihm fällt und steht! Es geh', durch Tugenden bewundert, geliebt durch Redlichkeit und Recht, st stolz von Jahrhundert zu Jahrhundert, an Kraft und Ehren ungcschwächt. st 4. Das dritte — deutsche Männer Weide, am hellsten soll's geklungen sein! Die Freiheit heißet deutsche Freude, die Freiheit führt den deutschen Reih'n. Für sie zu leben und zu sterben, das flammt durch jede deutsche Brust; st für sie um großen Tod zu werben ist deutsche Ehre, deutsche Lust, st 5. Das vierte — hebt zur hehren Weihe die Hände und die Herzen hoch! —Es lebe alte deutsche Trene, es lebe deutscher Glaube hoch! Mit diesen wollen wir bestehen, sie sind des Bundes Schild und Hord; stfürwahr, es muß die Welt vergehen, vergeht das feste Männerwort! st 6. Rückt dichter in der heil'gen Runde und klingt den letzten Jubelklang! Von Herz zu Herz, von Mund zu Munde erbrause freudig der Gesang: „Das Wort, das unfern Bund geschürzet, das Heil, das uns kein Teufel raub st und kein Tyrannentrug uns kürzet, das sei gehalten Und geglaubt!":) Ernst Moritz Arndt, 1815. 29. 1. Sv reichen wir uns heut' aufs neue, vereint auf heimatlichem Grund, die Bruderhand in alter Treue und schwören es mit Herz und Mund: Am Bruderbund, den wir geschlossen, allzeit zu halten treu und stark, fides großen deutschen Volkes Sprossen in kampfumtobter Wendenmark. :f 2. Bom Bruderstamme abgeschnitten, auf Gott und eig'ne Kraft gestellt, ein trotz'ger Fels in Meeres Mitten, an dem der Brandung Wut zerschellt, so halten mir, wie wir's geschworen, um unser Banner dicht geschart, f: die Grenzwacht an Germaniens Toren furchtlos und treu nach deutscher Art. :f L. Und türmt sich drohend Wölk' auf Wolke, und bricht des Unheils Nacht herein, wir halten fest zu unserm Volke, denn ihm schlägt unser Herz allein: dem Volk der Dichter und der Denker, dem hier auf Erden keines gleich, f: dem Volke, dem sein großer Lenker mit Blut und Eisen schuf das Reich. :s 4. Und dies Gedenken mag uns glänzen als Stern der Hoffnung im Gemüt, daß, uns auch an der Ostmark Grenzen ein deutscher "Lenz dereinst erblüht. Bis solch ein Lenz uns wird hcschieden, laßt uns behüten treu und stark f: des deutschen Geistes Burg im Süden in kampfumtobter Wenden Mark. :f Wctt)clied der a. t. Fcrtalvcrbtndung „Carniola" von Franz Goltsch, 1886. Weise von Albert Methfessel, 1818. 1. Stimmt an mit Hellem, hohem Klang, stimmt an das Lied der Lieder, f: des Vaterlandes Hoch gesang! Das Waldtal hall' es wieder! :f 38 2. Der alten Barden Vaterland, dein Vaterland der Trene, st dir, niemals ausgesung'nes Land, dir weih'n wir uns aufs neue. :j 3. Zur Ahnentngend mir Uns meih'n, zum Schutze deiner Hütten, st wir lieben deutsches Fröhlichsein und alte deutsche Sitten. :s 4. Die Barden sollen Lieb' und Wein, doch öfter Tnqend preisen, st und sollen bied're Manner sein in Taten und in Weisen! :s 5. Ihr Krnftgesang soll himmelan mit Ungestüm sich reißen, stund jeder echte deutsche Manu soll Freund und Bruder heißen! :j Matth. Claudius, 177s. 31. 1. Stoß' an, dil blasser Junge! Heut' ist das Herz mir weich, ein Hoch dem Kaiser Josef! Es lebe Österreich! 2. Drauf er: Ich bin ein Deutscher! Doch trink' ich nicht mit euch, dieweil ihr schielt hinüber ins große Deutsche Reich! 3. Ich tat mich zu ihm setzen und lacht ihm ins Gesicht: Mein Freund, du tust mich dauern, du bist ein armer Wicht! 4. Ei, glaub' doch nicht das Mnrlein von unsrer Schielerei, mir schielen nicht, mir schauen hinüber frank und frei. 5. Wir schauen frei und offen, wir schauen un¬ verwandt, wir schauen froh hinüber ins deutsche Vaterland. 6. Drum stoße au, mein Junge, hellt' ist das Herz mir weich, ein Hoch dem Kaiser Josef! Es lebe Österreich! 7. Drum stoße au, mein Junge, das Banner ist entrollt. Hoch weh' das heil'ge Banner, das Banner schmarz-rot-gold! Joscs Willomitzcr, 1880. Weise: Auf, ihr Brüder, laßt uns wallen. 1. Töne hell, du Klang der Freude, schalle laut, du deutsches Lied, st künde, was beim Feste heute unsre Brust so tief durchglüht! :s Wenn wir froh vereint uns finden, — so wie hier heut', Hand in Hand, — f: o, was könnt' da mehr uns binden, als die Lieb' zum Vaterland!:s 2. Wo in trauter Brüder Kreise Einigkeit und Frohsinn thront, st wo nach alter Väter Weise deutscher Sinn und Sitte wohnt, :s lauschen gern der Ahnen Geister, segnen diese Feierstnnd', st und es weiht der alte Meister, Vater Jahn, der Brüder Bund. :s !l. Wollen rüstig vorwärts streben, frisch zur Tat, voll Mut und Lust, f: Kraft soll uns das Turnen geben, frommer Sinn durchdring' die Brnst;:s wollen sroh das Leben nützen, üben uns mit starker Hand, stund als freie Männer schützen unser deutsches Vaterland. :s 4. Mögen stets der Eintracht Bande Kraft dein neuen Reich' verleih'», st überall im deutschen Lande Recht und Freiheit heilig sein!:s Dann wird siegreich einst erstehen ein Alldeutschland stark und hehr st und das deutsche Banner wehen, glorreich hin vom Fels zum Meer. :s Weise von N. Weinwurm. l. Und wenn uns nichts mehr übrig blieb, so blieb uns doch ein Schwert, das zorngemnt mit 40 scharfem Hieb dem Trutz des Fremdlings wehrt; so blieb die Schlacht als letzt' Gericht auf Leben und auf Tod; und wenn die Not nicht Eisen bricht, das Eisen bricht die Not. 2. Wohlauf, du treue Schar, wohlauf, vertrau auf Gott den Herrn! Es geht ein Stern am Himmel auf, das ist der Freiheit Stern! Als wie ein Frühlings¬ sturm erbraust der Völker Aufgebot, da fahrt aus Eisen jede Faust, das Eisen bricht die Not. Und ob der Fremden Söldnerschur wie Dünen¬ sand sich mehrt; getrost! je größer die Gefahr, je höher Herz und Schwert! Und ob aus seiner Höllen bürg der Teufel selber droht: ein kühner Mut geht mitten durch, das Eisen bricht die Not. 4. Schon hallt des Feinds Trompetenruf, Kanonen brummen d'rein; wohlauf, wohlauf mit raschem Huf in seine Lanzenreih'n! Es klingt der Stahl, es steigt der Brand, die Bronnen springen rot; so grüß dich Gott, du deutsches Land, das Eisen bricht die Not. 34. Weise von F. H. Himmel, 1813. 1. Vater, ich rufe dich! Brüllend umwölkt mich der Dampf der Geschütze; sprühend umzucken mich rasselnde Blitze; Lenker der Schlachten, ich rufe dich! Vater, du führe mich! 2. Vater, du führe mich! Führ' mich zum Siege, führ' mich zum Tode; Herr, ich erkenne deine Gebote; Herr, wie du willst, so führe mich! Gott, ich er¬ kenne dich! H. Gott, ich erkenne dich! Sv im herbstlichen Rauschen der Blätter als im Schlachtenüonnerwetter, Urquell der Gnade, erkenne ich dich! Vater, du segne mich! 41 4. Vater, du segne mich! In deine Hände befehl' ich mein Leben, du kannst es nehmen, du hast es gegeben; zum Leben, zum Sterben segne mich! Vater, ich preise dich! 5. Vater, ich preise dich! 's ist ja kein Kampf für die Güter der Erde! Das Heiligste schlitzen wir mit dem Schwerte, drum fallend und singend preis' ich dich! Gott, dir ergeb' ich mich! 6. Gott, dir ergeb' ich mich! Wenn mich die Donner des Todes begrüßen, -wenn meine Adern geöffnet fließen: dir, mein Gott, dir ergeb' ich mich! Vater, ich rufe dich! Theodor Körner, ISIS. 35. Weise: Stimmt an. 1. Vom Rinnsequell zuin Kulpastrand soll unser Lied ertönen: Hoch lebe das Gottscheerland! Hoch! seinen deutschen Söhnen. 2. Uralt ist unsres Stammes Ruhm, wie unsrer Walder Eichen; Gott schirm dich, deutsches Herzog¬ tum, steh' fest, magst nimmer weichen! !!. Osmanenblut, Franzosenblut hat unser Land gefärbet, den nnverdross'nen deutschen Piut, den haben wir ererbet. 4. Ob auch manch feiger Feindeswicht uns lästern mag und hassen, wir werden deutsche Sitte nicht und deutsche Art nicht lassen. 5. Drum, Brüder, schließet fest den Bund für unsre deutsche Sache, mir schwören es mit Herz und Mund, zu halteu treue Wache! Äöttscheer-Hymne. — I. Obergfvll, 1888. 36. Chor von Max v. Weinzierl. 1. Wachet auf, es droht der Feind, nahend uns mit argen Listen; deutsches Volk, steh' fest geeint! 42 Gott mit uns zu allen Fristen! Rücket näher Mann für Mann, schließet dichter unsre Reihen! Was die Waffen schwingen kann, soll im hoil'gen Dienst sie weihen! 2. Harre aus, du deutscher Mann, lausche nicht den feigen Lehren! Sieh', der Feind, er kriecht heran; laß dich nicht vom Schein betören! Ja, es soll das Vaterland fest trotz arger Not uns finden. Deutsche Frauen, eure Hand wird den Siegeskranz uns winden! 2. Brütend ruht die Geisternacht auf dem düst'reu Kampfgefilde; schleichend naht des Feindes Macht; auf! und rücket hoch die Schilde! Heil dir, deutsches Volk und Land! Ja, der Dag wird's offenbaren: Seht, der Feind flieht grimmeutbrannt! Gott mit uns und seine Scharen! Dr. J. I. Binder, UW. 37. C. M. r>. Weber. 1. Was glanzt dort vom Walde im Sonnenschein? Hör's näher und näher brausen. Es zieht sich her¬ unter in düsteren Reih'n, und gellende Hörner schallen darein und erfüllen die Seele mit Grausen. Und wenn ihr die schwarzen Gesellen fragt: Das ist, das ist Lützows wilde, verwegene Jagd. 2. Was ziehet dort rasch durch den finstern Wald und streifet von Bergen zu Bergen? Es legt sich in nächtlichen Hinterhalt; das Hurrah jauchzt, und die Büchse knallt, es fallen die fränkischen Schergen. Und wenn ihr die schwarzen Jäger fragt: Das ist usw. Wo die Reben dort glühen, dort braust der Rhein, der Wüt'rich geborgen sich meinte; da naht es, schnell wie Gewitterschcin und wirft sich mit rüstigen Armen hinein und springt ans User der Feinde. Und wenn ihr die schwarzen Schwimmer fragt: Das ist usw. 4:; 4. Was braust dort im Tale die laute Schlacht, was schlagen die Schwerter zusammen? Mildherzige Reiter schlagen die Schlacht, und der Funke der Freiheit ist glühend erwacht und lodert in blutigen Flammen. Und wenn ihr die schwarzen Reiter fragt: Das ist usw. 5. Wer scheidet dort röchelnd vom Sonnenlicht, unter winselnde Feinde gebettet? Es zuckt der Tod aus dem Angesicht; doch die wackeren Herzen erzittern nicht, das Vaterland ist ja gerettet! Und wenn ihr die schwarzen Gefall'ncn fragt: Das war usw. U. Die wilde Jagd und die deutsche Jagd auf Henkersblut und Tyrannen! Drum, die ihr uns liebt, nicht geweint und geklagt; das Land ist ja frei und der Morgen tagt, wenn wir's auch nur sterbend gewannen! Und von Enkeln zu Enkeln fei's nachgesagt: Das war Lichows wilde, verwegene Jagd! Theodor Körner. 38. Bekannte Weise von C. Reichhardt. 1. Was ist des Deutschen Vaterland? Jst's Preußenland? Jst's Schmabenland? Jst's wo am Rhein die Rebe blüht? Jst's wo am Belt die Möve zieht? O nein, nein, nein! f: Sein Vaterland muß größer scin!:j 2. Was ist des Deutschen Vaterland? Jst's Baycrland? Jst's Steierland? Jst's wo der Marsen Rind sich streckt? Jst's wo der Märker Eisen reckt? O nein usw. H. Was ist des Deutschen Vaterland? Jst's Pommerland? Westfalenlaud? Jst's wo der Sand der Dünen weht? Jst's wo die Donau brausend geht? O nein usw. 44 4. Was ist des Deutschen Vaterland? So nenne mir das große Land! Jst's Land der Schweizer? Jst's Tirol? Das Land und Volk gefiel mir wohl. Ö nein usw. 6. Was ist des Deutschen Vaterland? Ho nenne mir das große Land! Gewiß ist es das Österreich, an Ehren und an Siegen reich. O nein usw. 6. Was ist des Deutschen Vaterland? So nenne mir das große Land! Jst's, was der Fürsten Trug zerklaubt, nom Kaiser und vom Reich geraubt? Ö nein usw. 7. Was ist des Deutschen Vaterland? So nenne endlich mir das Land! L-o weit die deutsche Zunge klingt und Gott im Himmel Lieder singt, das soll es sein, das soll es sein, das, wack'rcr Deutscher, nenne dein! 8. Das ist des Deutschen Vaterland, wo Eide schwört der Druck der Hand, wo Treue hell vom Ange blitzt und Liebe warm im Herzen sitzt. Das soll es sein usw. !t. Das ist des Deutschen Vaterland, wo Zorn vertilget fremden Tand, wo jeder Frevler heißet Feind, wo jeder Edle heißet Freund. Das soll es sein usw. lO. Das ganze Deutschland soll es sein! O Golt vom Himmel sieh darein und gib uns echten deutschen Mut, daß wir es lieben treu und gut. Das soll es sein usw. E. M. Arndt, 1818. 39. Weise: Erhebt euch von der Erde. l. Wenn alle untreu werden, so bleiben wir doch treu, daß immer noch auf Erden für euch ein Föhn lein sei! siJhr Lehrer deutscher Jugend, ihr Bilder bess'rer Zeit, die uns zu Männertugend und Liebes¬ tod geweiht. :j 45 2. Wollt nimmer von uns weichen, uns immer nahe sein, treu wie die deutschen Eichen, wie Mond- nnd Sonnenschein! st Einst wird es wieder Helle in aller Brüder Sinn, sie kehren zu der Quelle in Lieb' und Rene hin. :s 3. Es haben wohl gerungen die Helden dieser Frist, und nun der Sieg gelungen, übt Satan neue List, st Doch, wie sich auch gestalten im Leben mag die Zeit, du sollst uns nicht veralten, o Traum der Herrlichkeit! :s 4. Ihr Sterne seid uns Zeugen, die ruhig nieder- schan'n: Wenn alle Brüder schweigen und falschen Götzen tran'n, st nur wotl'n das Wort nicht brechen und Buben werden gleich, woll'n predigen und sprechen vom heil'gen Deutschen Reich! :s Mar v. Schenkendorf an F. L. Jahn. Juni 1814. 40. Welse von I. Mergncr. 1. Wo kommst du her in dem roten Kleid und färbst das Gras auf dem grünen Plan? „Ich komme her ans dem Männerstreit, ich komme rot von der Ehrenbahn: wir haben die blutige Schlacht geschlagen, d'rob müssen die Mütter und Bräute klagen; da ward ich so rot!" 2. Sag' an, Gesell', und verkünde mir, wie heißt das Land, wo ihr schlugt die Schlacht? „Bei Leipzig trauert das Mordrevicr, das manches Auge voll Tränen macht. Da flogen die Kugeln wie Winter¬ flocken, und Tausenden mußte der Atem stocken bei Leipzig, der Stadt." ü. Wie hießen, die zogen ins Todesfeld und ließen fliegende Banner aus? „Die Völker kamen der weiten Welt und zogen gegen Franzosen aus: die Russen, 46 die Schweden, die tapferen Preußen und die nach dem glorreichen Österreich heißen, die zogen all' ans." 4. Wem ward der Sieg in dem harten Streit? Wer griff den Preis mit der Eisenhand? „Die Welschen hat Gott wie die Spreu zerstreut, die Welschen hat Gott verweht wie den Sand: viel Tausende deckten den grünen Rasen, die übrig ge¬ blieben, entflohen wie Hasen, Napoleon mit." 5. Nimm Gottes Lohn, habe Dank, Gesell! Das war ein Klang, der das Herz erfreut! Das klang wie himmlische Zimbeln hell; hab' Dank der Mar' von dem blutigen Stroit! Laß Witwen und Bräute die Toten klagen, wir singen noch fröhlich in späten Tagen die Leipziger Schlacht! 6. O Leipzig, freundliche Lindenstadt! Dir ward ein leuchtendes Ehrenmal! So lange rollet der Jahre Rad, so lange scheinet der Sonne Strahl, so lange die Ströme zum Meere reisen, wird noch der späteste Enkel preisen die Leipziger Schlacht! E. M. Arndt, 181S. 41. Weise einer altfranzösischen Romanze. 1. Wo Mut und Kraft in deutschen Seelen flammen, fehlt nie das blanke Schwert beim Becher¬ klang; mir stehen fest und halten treu zusammen und rusen's laut im feurigen Gesang: Ob Fels und Eiche splittern, wir werden nicht erzittern! Den Jüng¬ ling reißt cs fort mit Sturmeswoh'n, fürs Vaterland in Kampf und Tod zu geh'n! 2. Rot wie die Liebe sei der Brüder Zeichen, rein wie das Gold der Geist, der uns durchglüht, und daß wir nie, im Tode selbst nicht weichen, sei schwarz das Band, das unsre Brust umzieht. Ob Fels und Eiche splittern usw. 47 3. Wir wissen noch den treuenStahl zu schwingen, die Stirn ist frei und stark der Arm im Streit! Wir dauern aus und wollen mutig ringen, wenn es der Ruf des Vaterlands gebeut. Ob Fels und Eichen usw. 4. So schwört es laut bei unserm deutschen Schwerte, dem Bunde treu im Leben nnd im Tod! Auf, Brüder, auf! und schützt die Vatererde und ruft hinaus ins blut'ge Morgenrot: Ob Fels und Eiche usw. 5. Und du, mein Liebchen, das in süßen Stunden den Freund beseelt mit manchem Blick nnd Wort, dir schlägt mein Herz noch über Grab und Wunden, denn ewig dauert treue Liebe fort! Ob Fels und Eiche usw. 6. Trennt das Geschick des großen Bundes Glieder, so reichet euch die treue Bruderhand! Noch einmal schwört's ihr meine deutschen Brüder: dem Bunde treu nnd treu dem Vaterland! Ob Fels nnd Eiche usw. Karl Hlnkcl, I8lv. Weise von Friedrich Silcher. 1. Zu Mantua in Banden der treue Hofer^war, in Mantua zum Tode führt ihn der Feinde Schar! Es blutete der Brüder Herz, ganz Deutschland, ach, in Schmach und Schmerz, f: mit ihm das Land Tirol! :f 2. Die Hände auf dem Rücken Andreas Hofer ging mit ruhig festen Schritten ihm schien der Tod gering, der Tod, den er so manchesmal vom Jselüerg geschickt ins Tal f: im heil'gen Land Tirol! :f 3. Doch als aus Kerkcrgittern im festen Mantua die treuen Waffenbrüder die Händ' er strecken sah, da rief er laut: Gott sei mit euch, mit dem ver¬ rannen Deutschen Reich Hund mit dein Land Tirol! :f 4. Dem Tambour will der Wirbel nicht nnter'm Schlägel vor, als nun Andreas Hofer schritt durch 48 das finst're Tor,,Dor Sandwirt, nach in Banden frei, dort stand er fest auf der Bastei, l: der Mann vom Land Tirol. :f 5. Dort soll er niedcrknien; er sprach: „Das tu' ich nit! will sterben, wie ich stehe, will sterben, wie ich stritt, so wie ich steh' auf dieser Schanz'. Es leb' wein guter Kaiser Franz, f:mit ihm sein Land Tirol!":) 8. Und von der Hand die Binde nimmt ihm der Korporal, Andreas Hofer betet allhier zum letzten¬ mal; dann rnft er: „Nun, so trefft mich recht! Gebt Feuer! — Ach, wie schießt ihr schlecht! f:Ade! mein Land Tirol!:) Julius Moscn, I8S2. 43. Weise des Dichters. 1. Zwischen Frankreich und dem Böhmerwald, da wachsen unsre Reben. Grüß' mein Lieb' am grünen Rhein, grüß' mir meinen kühlen Wein! f: Nur in Deutschland, da will ich ewig leben.:) 2. Fern in fremden Landen war ich auch, bald bin ich hcimgegaugeu. Heiße Lust und Durst dabei, Qual und Sorgen mancherlei, f: Nur nach Deutschland tüt da mein Herz verlangen.:) 3. Ist ein Land, es heißt Italia, blüh'n Orangen und Zitronen. Singe! sprach die Römerin, und ich sang zum Norden hin: f:Nur in Deutschland, da muß mein Schatzlcin wohnen. :f 4. Als icy sah die Alpen wieder glüh'n hell in der Morgensonne: Grüß' mein Liebchen, goldner Schein, grüß' mir meinen grünen Rhein! f: Nur in Deutschland, da wohnet Freud' und Wonne.:) II. Allgemeine Volkslieder. Hie kann nicht sein ein böser Mnt, bVo da singen Gesellen gilt. Martin Luther in „Frau Mustta", 1343. 44. Weise von Fried, .ttiicken (1840) oder Volksweise. 1. Ach, wie ist's möglich dann, daß ich dich lassen kann! Hab' dich von Herzen lieb, das glanbe nur! Du hast das Herze mein so sehr genommen ein, daß ich kein' andre lieb', als dich allein. 2. Blau ist ein Blümelein, das heißt Vergiß- nichtmein; dies Blümlein leg' ans Herz und denke mein! Stirbt Blum' und Hoffnung gleich, wir sind an Liebe reich, die stirbt niemals bei mir, das glaube mir! 3. Wär' ich ein Vögelein, wollt' ich bald bei dir sein, scheut' Falk' und Habicht nicht, flog' schnell zu dir. Schoss' mich ein Jäger tot, fiel ich in deinen Schoß; sähst du mich traurig an, gern stürb' ich dann! 45. Volksweise. 1. Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum; ich träumt' in seinem Schatten so manchen süßen Traum, ich schnitt in seine Rinde so manches liebe Wort, es zog in Freud' und Leide f:zu ihm mich immerfort. :s 2. Ich mußt' auch heute wandern vorbei in tiefer Nacht, da hab' ich noch im Dunkel die Augen zngemacht. lind seine Zweige rauschten, als riefen sie mir zu: Komm' her zu mir, Geselle, f: hier find'st du deine Ruh! :s 4» 52 3. Die kalten Winde bliesen nur grad' ins An¬ gesicht, der Hnt flog mir vom Kopfe, ich wendete mich nicht. Zinn bin ich manche Stunde entfernt von jenem Ort, und immer hör' ich's rauschen: s: Du fändest Ruhe dort! :j Wilhelm Müller. 46. Weise von Pöthko. 1. An dcii Rhein, an den Rhein, zieh nicht an den Rhein, mein Sohn, ich rate dir gut, da geht dir das Leben zu lieblich ein, da blüht dir zu freudig der Mut! 2. Siehst die Mädchen so frank und die Männer so frei, als wär' es ein adlig Geschlecht; gleich bist du mit glühender Seele dabei. So dünkt es dich billig und recht. 3. Und zu Schiffe, wie grüßeu die Burgen so schön und die Stadt mit dem ew'gen Dom! In den Bergen, wie klimmst du zu schwindelnden Höh'n und blickest hinab in den Strom! 4. Und im Strome, da tauchet die Nix' aus dem Grund, und hast du ihr Lächeln geseh'n, und sang dir die Lurlci mit bleichem Mund, mein Sohn! so ist es gescheh'n. 5. Dich bezaubert der Laut, dich betört der Schein, Entzücken faßt dich und Graus. Nun singst du nur immer: Am Rhein, am Rhein! und kehrst nicht wieder nach Haus. Karl simro-k. 47. Weise: Heute scheid' ich. l. An der Saale Hellem Strande stehen Burgen stolz und kühn. s) hre Dächer sind zerfallen und derWind streicht durch die Hallen, Wolken ziehen d'rüber hin. 53 2. Zwar die Ritter sind verschwanden, nimmer klingen Speer und Schild; doch dem Wandersmann erscheinen auf den altbemaostcn Steinen ost Ge¬ stalten zart und mild. 3. Droben winken holde Augen, freundlich lacht Manch roter Mund. Wand'rer schaut wohl in die Ferne, schaut in holder Augen Sterne; Herz ist heiter und gesund. 4. Und der Wand'rer zieht von dannen, denn die Trennungsstunde ruft; uud er singet Abschiedslieder, Lebewohl tönt ihm hernieder, Tücher wehen in derLnst. Fran; Kugler, 1826. 48. Weise von Friedrich Silcher, 1825. 1. Ännchen von Tharau ist, die mir gefällt, sie ist mein Leben, mein Gut und mein Geld. Ännchen von Tharau hat wieder ihr Herz auf mich gerichtet in Lieb' und in Schmerz. Ännchen von Tharau, mein Reichtum, mein Gut, du meine Seele, mein Fleisch und niein Blut. 2. Kam' alles Wetter gleich auf uns zu schlahn, wir sind gesinnt, bei einander zu stahn; Krankheit, Verfolgung, Betrübnis und Pein soll unsrer Liebe Verknotigung sein. Ännchen von Tharau, niein Reich¬ tum ustv. 3. Recht als ein Palmenbaum über sich steigt, hat ihn erst Regen und Sturmwind gebeugt, so wird die Lieb' in uns mächtig und groß nach manchen Leiden und traurigem Los. Ännchen von Tharau, mein Reichtum usw. 4. Würdest du gleich einmal von mir getrennt, lebtest da, wo man die Sonne kaum kennt, ich will dir folgen durch Walder und Meer, Eisen und Kerker 54 und feindliches Heer. Ännchen von Tharau, mein Licht und mein Sonn', mein Leben schließ' ich um deines herum! Simo» Daq, IS48. (Bearbeitet von Joh. Gottfr. Herder.) 4i>. Schwäbisches Volkslied. 1. Das Lieben bringt groß' Freud, es wissen's alle Leut'. Weiß mir ein schönes Schätzelein mit zwei schwarzbraunen Ängclein, die mir mein Herz erfreut. 2. Ein Brieflein schrieb sie mir, ich soll treu bleiben ihr, drauf schick' ich ihr ein Sträußeleiu von Rosmarin und Nägelein. Sie soll mein eigen sein. 3. Mein eigen soll sie sein, kein'm andern mehr als mein. So leben wir in Lust und Leid, bis daß der Tod uns beide scheid'b. Leb' wohl, mein Schatz, leb' wohl! 18L5>. 50. Weise von Ed. Müller. 1. Da streiten sich die Leut' herum wohl um den Wert des Glücks; der eine nennt den andern dumm, am End' weiß keiner nix. Da ist der allerärmste Mann dem andern viel zu reich; das Schicksal setzt den Hobel au und hobelt alles gleich. 2. Die Jugend will stets mit Gewalt in allem glücklich sein, doch wird man nur ein wenig alt, so gibt man sich schon d'rein. Oft zankt mein Weib mit mir, o Graus, dies bringt mich nicht in Wut; ich klopfe meiuenHobel ausund denk: du brummstmir gut. 3. Zeigt sich der Tod einst, mit Verlaub, und zupft mich: Brüdcrl, komm! So stell' ich mich ein 55 wenig taub seh' mich gar nicht nun Doch spricht er: „Lieber Valentin, mach' keine Umstand', geh!", so leg' ich meinen Hobel hin und sag der Welt ade! F. Raimund: „Verschwender", 1836. 51. Volksweise, 1842. 1. Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus, da bleibe, wer Lust hat, mit Sorgen zu Haus; wie die Wolken dort wandern nm himmlischen Zelt, so steht auch mir der Sinn in die weite, weite Welt! 2. Herr Vater, Frau Mutter, daß Gott euch behüt'! Werweiß, wo in der Ferne mein Glück mir noch blüht! Es gibt so manche Straße, da nimmer ich marschiert, es gibt so manchen Wein, den ich nimmer noch probiert. 3. Frisch auf! drum, frisch auf im Hollen Sonnen¬ strahl, wohl über die Berge, wohl durch das tiefe Tal! Die Quellen erklingen, die Bäume rauschen all. Mein Herz ist wie 'ne Lerche und stimmet ein mit Schall. 4. Und Abends im Städtlein, da kehr' ich. durstig ein: „Herr Wirt, (mein) Herr Wirt, eine Kanne blanken Wein! Ergreife die Fiedel, du lust'ger Spiel¬ mann du, von meinem Schatz das Liebel, das sing' ich dazu." 5. Und find' ich keine Herberg', so lieg ich zur Nacht wohl unter blauem Himmel; die Sterne halten Wacht; im Winde die Linde, die rauscht mich ein ge¬ mach, es küsset in der Frühe das Morgenrot mich wach. 6. O Wandern, o Wandern, du freier Burschen Lust! Da wehet Gottes Odem so frisch in der Brust, da singet und jauchzet das Herz zum Himmelszelt: Wie bist du doch so schön, o du weite, weite Welt! Emanuel Geibel, 1834. 56 52. Kärntnerlied. 1. Diandle, geh' her zum Zaun, laß dir iu d' Auglau schau'n, wie deine Äuglau sein, schwarz oder braun. .2. I geh' uit her zum Zaun, laß nit in d' Äug¬ lau schau'n, bist lei a Schlänget, Bua, trau' dir nix zua. 3. Hab' dir in d' Äuglan g'schaut; d' Äuglan war'u trüab, und i hab' mir's nit sagen traut, wia i di liab. 4. Hiaz bin i da beim,.Zaun, kannst mir in d' Äuglan schau'n, wia meine Äuglan sein, schwarz oder braun. Zrayd. 53. t. Diandle tief d'runt im Tal, jauchz' herauf zu mir amnl, f: denn es ist ja schon lange her, daß i bei Stimm gern hör. :j 2. Mein Herz kennt nur zwa Tön: die Glocken und bei Stimm so schön, f:und tönen s' tief vom Tal herauf, tut sich der Himmel vor mir auf. :j 3. O wär i Herrgott auf a Stund, daß i di glücklich machen kuunt, s: i schaffet di zu au Engel g'schwind, der mir und der Welt mei Glück verkünd. :j 54. Wclsc von I. W. Lyra. 1. Die bange Nacht ist nun herum, wir reiten still, wir reiten stumm und reiten ins Verderben. Wie weht so scharf der Morgenwind! Frau Wirtin, noch ein Glas geschwind vor'm Sterben, vor'm Sterben. 57 2. Du junges Gras, was stehst so grün? Mußt bald >vie lauter Röslein blüh'n, mein Blut ja soll dich färben. Den ersten Schluck, ans Schwert die Hand, den trink' ich, für das Vaterland zu sterben, zu sterbeu. 3. Und schnell den zweiten hinterdrein, und der soll für die Freiheit sein, der zweite Schluck vom Herbe»! Dies Nestchen - nun, wem bring' ich's gleich? Ties Nestchen dir, o römisch Reich, zum Sterben, zum Sterben! 4. Dem Liebchen, - doch das Glas ist leer, die Kugel saust, es blitzt der Speer; bringt meinem Kind die Scherben! Auf! in den Feind ivie Wetterschlag! O Reiterlust, am frühen Tag zu sterben, zu sterben! G. Herwegh 1841. Wcise von F. Silcher. 1. Drauß' ist alles so prächtig, und es ist mir so wohl, wenn mein'm Schätzte bedächtig a Strttußele i hol'. Mein Herzlein tut sich freue, und es blüht nur au darin! In, Mai, im schönen Maie Han i viel no im Sinn! 2. Wenn die Vöglein tun singe früh am Morgen, zieh' i aus: Kann i 's halt no verzwinge, hol' i 's Schätzele ins Haus. Und es wird sich scho mache, denn i meines ja so gut! Unser Herrgott wird scho wache, daß mer z'samme uns tut! 3. Wenn am Abend erklinge rings die Glöckle zur Ruh', will mein'm Schätzte i singe: Mach' die Äuglein jetzt zu! Alle Blümle verblühe, und der Mai ist bald vorbei; doch dafür wird er einziehe in zwei Herzen so treu! M. Achter. 58 56. Weise von Felix Mendelssohn-Bartholdy, 1839. 1. Es ist bestimmt in Gottes Rat, daß man vom Liebsten, was man hat, muß scheiden, wiewohl doch nichts im Lauf der Welt dem Herzen, ach! so sauer fällt als scheiden. 2. So dir geschenkt ein Knösplcin was*, so tu es in ein Wasserglas, doch wisse: Blüht morgen dir ein Röslein auf, es welkt wohl schon die Nacht dar¬ auf, das wisse. 8. Und hat dir Gott ein Lieb beschert, und hältst du sie recht inuig wert, die Deine; es wird wohl wenig Zeit um sein, da läßt sie dich so gar allein, dann meine! 4. Nun mußt du mich auch recht versteh'n: wenn Menschen auseinander geh'n, so sagen sie: auf Wieder- seh'u, auf Wicderseh'u! Ernst von FcuchtcrSIcbcn, IMS. 57. Volksweise. 1. Es zogen drei Burschen wohl über den Rhein, f:bei einer Frau Wirtin, da kehrten sie ein.:) 2. „Frau Wirtin! hat sie gut Bier und Wein? f:Wv hat sic ihr schönes Töchterlein?":) 3. „Mein Bier und Wein ist frisch und klar, s:mein Töchterlein liegt auf der Totenbahr'.":) 4. Und als sie traten zur Kammer hinein, f: da lag sie in einem schwarzen Schrein.:) 5. Der erste, der schlug den Schleier zurück f: und schaute sie an mit traurigem Blick::) 6. „Ach lebtest du noch, du schöne Maid, f:ich würde dich lieben von dieser Zeit!" :) 7. Der zweite deckte den Schleier zu s: und kehrte sich ab und weinte dazu::) * Altd. Form, für „war". 59 8. „Ach, daß du liegst auf der Totenbahr! f:Jch hab' dich geliebet so manches Jahr!" :) 9. Der dritte Hub ihn wieder sogleich s: und küßte sie auf den Mund so bleich: :) Kd „Dich liebt' ich immer, dich lieb' ich noch heut', f: dich werde ich lieben in Ewigkeit!":) Ludwig Uhlcrnd, 1813. 58. 1. Gestern auf die Nacht, gestern auf die Nacht hat mi mei Diandle launig g'macht, heut in da früeh, heut in der früeh is s' wieder kemm zu mir. — I aber nix, ich aber nix, i hab nix g'redt nut ihr, weil sie mi gestern ans die Nachb launig hat g'macht. 59. Volksweise. 1. Heute scheid' ich, heute wandr' ich; keine Seele meint um mich. Sind's nicht diese, sind's doch and're, die da trauern, wenn ich mand're: f: Holder Schatz, ich denk' an dich!:) 2. Auf dem Bachstrvm hängen Weiden, in den Tälern liegt der Schnee; trautes Kind, daß ich muß scheiden, muß nun unsre Heimat meiden, f: tief im Herzen tut mir's weh. :) 3. Hunderttausend Kugeln pfeifen über meinem Haupte hin; wo ich fall', scharrt man mich nieder ohne Klang und ohne Lieder, f: niemand fraget, wer ich bin.:) 4. Du allein wirst um mich weinen, siehst du Meinen Totenschein. Trautes Kind, sollt' er erscheinen, tu im stillen um mich weinen f: und gedenk auf immer mein!:) 60 5. Hörst? die Trommel ruft; zu scheiden, drück' ich dir die weiße Hund! Still' die Tränen! Lnß mich scheiden, mutz mm für die Ehre streiten, s: streiten für das Vaterland. :j 6. Sollt' ich unterm freien Himmel schlafen in der Feldschlacht ein, soll aus meinem Grabe blühen, soll auf meinen. Grabe glühen s: Blümchen süß: Vergiß nicht mein! :s Maler Friedrich Müller, 1778. 1. Hoch nom Dachstein NN, wo der Adler haust, bis zum Bette, wo die Save braust, wo die Sein neriu frohe Jodler singt und der Jäger kühn sein Jagdrohr schwingt, liegt ein schönes Land, 's ist mein Heimatland, 's ist mein liebes, te.ures Steirerland. 2. Wo 'schalmeieuklang früh den Schläfer weckt, wenn der Nebel noch die Täler deckt, wo aus dunklem Pfad frohe Rinder zieh'», wenn im Sonnenstrahl die Alpen glüh'n, dieses schöne Land usm. N. Wo der Gemsbock leicht über Felsen streckt und der Büchse Knall das Echo weckt, wo deni Steirer laut jede Scholle sagt: 's ist die Erde, die dein Liebstes deckt, — dieses schone Land usm. «I. Weise von I. PH. Rußland; auch F. W. Naumann. 1. Ich bin ein freier Mann und singe mich wohl in keine Fürstengrust, und alles, was ich nur erringe, ist Gottes freie Himmelslust. Ich habe keine stolze Veste, von der man Länder übersieht, s: ich wohn', ein Vogel, nur im Neste, mein ganzer Reichtum ist mein Lied. :s 61 2. Ich dürfte nur wie and're wollen, und wär' nicht leer davongeeilt, wenn jährlich man im Staat die Rollen den treuen Knechten ausgeteilt. Doch ich, ich hab' nie zugegriffen, so oft man mich herbei be- schied; f: ich habe fort und fort gepfiffen, mein ganzer Reichtum ist mein Lied. :j 3. Der Lord zapft Gold aus seiner Tonne, ich aus der meinen höchstens Wein, mein einzig Gold die Morgensonne, mein Silber all der Mondenschein. Färbt sich mein Leben herbstlich gelber, kein Erbe, der zum Tod nur riet; s: denn meine Münzen präg' ich selber, mein ganzer Reichtum ist mein Lied. :j 4. Gern sing ich abends zu den Reigen, vor Thronen spielt' ich niemals auf, ich lernte Berge wohl ersteigen. Paläste klomm ich nicht hinauf. Indes aus Moder, Sturz und Wettern sein gold'ncs Los sich mancher zieht, s: spielt' ich mit leichten Rosenblättcrn, mein ganzer Reichtum ist mein Lied. :j 5. Nach dir steht mein Verlangen, o schönes Kind, o märst du mein, doch du willst Bänder, du willst Spangen und ich soll dienen geh'n. Nein! nein! Die Freiheit will ich nicht verkaufen, und wie ich die Pa¬ läste mied, s: laß ich getrost die Liebe laufen, mein ganzer Reichtum ist mein Lied. :j Georg Henvcgh. 62. Weise von Friedrich Silcher, 1826. 1. Ich hatt' einen Kameraden, einen bessern find'st du nit. Die Trommel schlug zum Streite, er ging an meiner Seite j: in gleichem Schritt und Tritt. :s 2. Eine Kugel kam geflogen, gilt's mir oder gilt es dir? Ihn hat es weggerissen, er liegt mir vor den Füßen, s: als wttr's ein Stück von nur. :j 62 3. Will mir die Hand nach reichen, derweil ich eben lad'. „Kann dir die Hand nicht geben, bleib' du im ew'gen Leben Unrein guter Kamerad!":) L. Nhland, IMS. 63. 1. Ich schieß' den Hirsch im milden Forst, im tiefen Wald das Reh, den Adler auf der Klippe Horst, die Ente auf dem See; kein Ort, der Schutz ge¬ währen kann, wo meine Büchse zielt, st und dennoch hab' ich harter Mann die Liebe auch gefühlt.:) 2. Kampiere oft zur Winterzeit in Sturm und Wetternacht, hab' überreift und überschneit den Stein zum Bett gemacht; auf Dornen schlief ich wie auf Flaum, vom Nordwind unberührt — st und dennoch hat die harte Brust die Liebe auch gespürt.:) 3. Der wilde Falk ist mein Gesell, der Wolf mein Kampfgespan; der Tag geht mir mit Hünds- gebell, die Nacht mit Hussa an. Ein Tannreis schmückt statt Blumenzier den schmeißbefleckten Hut, stund dennoch schlug die Liebe hier iu's wilde Jägerblut.:) Siebenbürgischcs Jägerlied. Fran; v. Schober, 1826. 64. Weise von Friedrich Silcher, 1837. 1. Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, daß ich so traurig bin; ein Märchen aus alten Zeiten das will mir nicht aus dem Sinn. Die Lust ist kühl, und es dunkelt, und ruhig fließet der Rhein; der Gipfel des Berges funkelt im Abendsonnenschein. 2. Die schönste der Jungfrauen sitzet dort oben wunderbar; ihr gold'nes Geschmeide blitzet, sie kämmt ihr goldenes Haar; sie kämmt es mit goldenem Kamme und singt ein Lied dabei, das hat eine wundersame, gewaltige Melodei. 63 3. Den Schiffer im kleinen Schiffe ergreift es nut wildem Weh; er schnnt nicht die Felsenriffe, er schnut nur hinauf in die Höh'. Ich glaube, die Wellen verschlingen am Ende Schiffer und Kahn, und das hat mit ihrem Singen die Lorelei getan. Nach einem Volksliede von H. Heine, 1823. 65. Eigene Weise. 1. Ich zog zur Hellen Stadt hinaus, im Bündel all' das Meine, die Fenster hell an jedem Haus im klaren Morgenscheine. Da dacht' ich still im Herzen mir: Ans all den tausend Scheiben winkt niemand heitern Abschied mir, s: kein leiser Wunsch, zu bleiben. :j 2. Was frag' ich, ob mir einer frommt von all den tausend Wegen, aus meiner lieben Heimat kommt mir keiner doch entgegen. Ich steh' allein in weiter Welt, mag wo ich will, erscheinen: und als ich kam ins weite Feld, s: da mußt' ich heftig weinen. :j 3. Leb' wohl, geliebtes Vaterland, lebt wohft ihr trauten Haine! Ich zieh' nun fort ins ferne Land beim klaren Morgenscheine. Ich denk' an euch nut nassen: Blick, muß lange von euch scheiden; doch kehr' ich einst zu euch zurück, s: dann jauchzt mein Herz voll Freuden! :j Fischer. 66. Steirisches Volkslied. I. I bin jüngst verwich'n hin zan Pfarra g'schlich'n: s: Darf i 's Diandl liab'n? :j Untersteh' di nit, bei meiner Seel', mnnn's du 's Diandl liabst, so kummst in d' Höll'. 64 2. Bin i voll Valanta zu dn Muata gonga: s: Darf i 's Diandl liab'n?:j O mein linba Schatz, cs is noch z'frua, nach fnfzehn Jnhrln erst, inei liaba Bua. 3. War in großen Nöt'n, Han in Vota bet'n: j: Darf i 's Diandl liebn?:j Dummer Schlankl! schreit er in sein' Znrn, willst mein Stecken kosten, kannst es tuan! 4. Mußt' nix anznfanga, bin zan Herrgott ganga: f:Därf i 's Diandl liab'n? :j Ei ja freilich sagt er und Hot g'lacht, wegen an Büaberl Han i 's Diandl g'macht. Rosegger. 67. Volksweise: Ich stund auf grünen Bergen. 1. Im Krng zum grünen Kranze, da kehrt' ich durstig ein; da saß ein Wand'rer s: drinnen :j am Tisch bei kühlem Wein. 2. Ein Glas ward eingegossen, das wurde nimmer leer; sein Haupt ruht auf deni s: Bündel, :j als wär's ihm viel zu schwer. 3. Ich töt mich zu ihm setzen, ich sah ihm ins Gesicht, das schien mir gar s: befreundet, :j und den¬ noch kannt' ich's nicht. 4. Da sah auch mir ins Auge der fremde Wandersmann und füllte meinen f: Becher:j und sah mich wieder an. 5. Hei! was die Becher klangen, wie brannte Hand in Hand: „Es lebe die Liebste s: deine:j, Herz¬ bruder, im Vaterland!" WUhcim MUllce I827-. 68. Weise von Friedr. Glück, 1814. 1. In einem kühlen Grunde, da geht ein Mühlen¬ rad, f: mein' Liebste ist verschwunden, die dort ge¬ wöhnet hat. :j 65 2. Sie hat mir Treu' versprachen, Mb mir ein'n Ring dabei; s: sie hat die Tren' gebrochen, mein Ringlein sprang entzwei. :s 3. Ich möcht' als Spielmann reisen weit in die Welt hinaus s: und singen meine Weisen und geh'n von Haus zu Haus. :s 4. Ich möcht' als Reiter fliegen wohl in die blnt'ge Schlacht, s: um stille Feuer liegen im Feld bei dunkler Nacht. :s 5. Hör' ich das Mühlrad gehen: ich weiß nicht, was ich will, — s: ich möcht' am liebsten sterben, Da WNr's auf einmal still! :s I. v. Eichendorfs, iso«. 1. Kein Tröpflein mehr im Becher, lein Geld im Säckel mehr; s: da wird mir armem Zecher das Herze gar so schwer. :s Das Wandern macht mir Pein, weiß nicht, wo ans, noch ein; s: ins Kloster macht' ich gehen, da liegt ein kühler Wein. :s 2. Ich zieh' auf dürrem Wege, mein Rack ist arg bestaubt; stweiß nicht, wohin ich lebe in dieser Nacht mein Haupt. :s Mein' Herberg ist die Welt, mein Dach das Himmelszelt; s: das Bett, da¬ rauf ich schlafe, das ist das breite Feld. :s 3. Ich geh' auf flinken Sohlen, doch schneller reit't das Glück, s: ich mag es nicht einholen, es laßt mich arg zurück. :s Komm ich an einen Ort, so war es eben dort; s: da kommt der Wind geflogen, der pfeift mich aus sofort. :s 4. Ich wollt', ich lag zur Stunde am Heidel¬ berger Faß; s: den offnen Mund nm Spunde, und träumt', ich weiß nicht was. :s Und wollt ein Dirnd- lein sein mir gar die Schenkin sein; s: mir wär's, als schwämmen Rosen wohl auf dem klaren Wein. :s 66 5. Ach, wer den Weg doch wüßte in das Schlaraffenland! f: mich dunkel wohl, ich müßte dort finden Ehr' und Stand. :s Mein Mut ist gar so schlecht, daß ich ihn tauschen möcht', stund wenns Du¬ katen schneite, das wär mir eben recht. :s E. Gciliel. 70. Weise von PH. Noth; auch Edwin Schulz. 1. Es liegt eine Krone im tiefen Rhein, gezaubert non Gold und von Edelstein, und wer sie erhebt aus tiefem Grund, den krönt man in Aachen zur selbigen Stund, vom Belt bis zur Donau die Lande sind sein, st des Kaisers der Zukunft, des Fürsten am Rhein. :s 2. Es liegt eine Leier im grünen Rhein, ge¬ zaubert von Gold und Elfenbein; und wer sie erhebt aus tiefem Grund, dem strömen die Lieder begeisternd vom Mund, der Kranz der Unsterblichkeit wartet sein, st des Sängers der Zukunft, des Sängers am Rhein. :s 3. Ich weiß wo ein Häuschen am grünen Rhein, umranket von Reblanb die Fensterlein; drin waltet ein Herz so engelgleich, an Golde so arm, doch an Tugend so reich; gehörte dies Herz an dem Rheine mir, — st ich gäbe die Krone, die Leier dafür. :s Heinrich Dippel. 7i. 1. Mein Lieb ist eine Alpnerin, gebürtig aus Tirol, sie trägt, wenn ich nicht irrig bin, ein schwarzes Kamisol. Doch schwärzer als ihr Kamisol, ist ihrer Augen Nacht. Mir wird so weh, mir wird so wohl, schau ich der Sterne Pracht! 67 L. Sie sitzt auf hohen Bergen dort und singt ein jchönes Lied; ich lausche emsig jedem Wort, ich werde gar nicht müd! Sie singt und singet immer fort bis Sonnenuntergang; ich labe mich an jedem Wort von ihrem Zaubersang! 3. Ich möcht' mein ganzes Leben lang belauschen, was sie singt! Denn ihre Worte sind Gesang, der jeden Schmerz bezwingt! Zu ihren Füßen sank ich dann und küßte ihre Hand! Ja unsre Herzen bände dann ein unzertrennlich Band. Ed. Maria Öumger. 72. Schwäbisches Volkslied. 1. siMädRe, ruck, ruck, ruck an meine rechte Seite, i hab de gar so gern, i kann de leide! :j Bist so lieb und gut, schön wie Milch und Blut, du mußt bei mir bleibe, mußt mir d' Zeit vertreibe. Mädele, ruck, ruck, ruck an meine usw. 2. j: Modele, guck, guck, guck in meine schwarze Auge, du kannst dei lieblich's Bildle drinne schaue; :j guck no recht drei nei, du mußt drinne sei; bist du drinne z' Haus, kommst auch uinime raus. Mädele, guck, guck, guck in meine usw. 3? l: Mädele, du, du, du mußt mir ein'n Trau¬ ring gebe, denn sonst liegt wer ja nix mehr an mei Lebe. :j Wenn i di nit krieg, gang i fort in Krieg, wenn i di nit hab', ist mir d' Welt a Grab. Mädele, du, du, du mußt mir den usw. 73. 1. Mei Muada sagat's gern, i sollt' a Geistla Wern; sollt dö Diandlan lassen, das war ihr Be- gehr'n. Der Muada folg i nöt, ka Geistla wer i nöt 68 und dö Diandlan laß i erst recht nöt! Inch holdio, Holdiaido, holla diado! 2. Und mann die Sunn aufgeht, und mann da Halta blast, wann da Kuckuck draufi' iin Wald sich hören laßt, da tuat's mir gar so weh, da tuat's mir gar so and! Denn i bin halt nöt im Karntnerland! Inch holdio, Holdiaido, holla diado! 8. Mei Diandl ist sakrisch fein, das was das ganze Land; drum g'hört's a nur mein, sunst mar's für mi a Schänd. I bin a fescha Bua, i bin a Karntnerbua, und das is halt für a Diandle gnna! Juch holdio, holdiaido, holla diado! 74. Kärntnerlied. 1. Mei Diandle is sauber, das is just ka Schänd; der Pfarrer hat gmoant gar, s' wär d' rarste im Land. Drum hab' i dem Diandlan ganz hoamlich was g'sagt; is's G'spaß oder Ernst, Bua? hat's mi nacher g'fragt. tl. Mei Schatzerl, mei herzig's, wia kunnt i denn liag'n? Mei anziger Wunsch wär, als Weib di zu kriag'n! Geh, schau mir in d' Augen, greif d' Wangen, wia haß! Dö sagen dir deutlich, is's Ernst oder G'spaß. 3. Im Wald schreit der Kuckuck, dö Nach¬ tigall schlagt; da hat mi af amol dö Eifersucht plagt. I geh' glei zum Hüttlan, das mei'm Diandlan g'hört, und schau mi stad nma, ob mi niemand hört. 4. Da siech' i, wia's Engerl beim Böttstatlan lahnt, wia's d' Handln» schön faltet, wia's betet und want: Gott, gib' mir mein Hansel, und dann hab i gnua! Das z' hör'n nnd noch Harb sein, ah, das kunnt E" Th. Koschat. 69 Volksweise. 1. Marge» muß ich fort von hier und muß Ab¬ schied nehmen; o du allerschvnste Zier, Scheiden, das bringt Grämen. Scheiden macht mich so betrübt, daß ich dich, die mich geliebt über alle Maßen, soll und muß verlassen. 2. Wenn zwei gute Freunde sind, die einander kennen, — Sonn' und Mond begegnen sich, ehe sie sich trennen. Wie viel größer ist der Schmerz, wenn ein treu verliebtes Herz muß von Seinesgleichen eine Zeitlang weichen. 3. Küsset dir ein Lüstelein Wangen oder Hande: wisse, daß es Seufzer fei'», die ich zu dir sende. Tausend schick' ich täglich aus, die da wehen nm dein Hans, diese da zn finden, die mich konnte binden. 1. Muß i denn, muß i denn zum Stadtele 'naus und du, mein Schatz, bleibst hier? Wann i komm, wann l komm, wann i wiederum komm, kehr i ein, mein Schatz, bei dir. Kann i gleich nit all'weil bei dir sein, Han i doch mein Freud' an dir. f: Wann i komm, wann i komm >rfw. :j 2. Wie, du weinst? wie, du weinst, daß i wandre muß? wie wenn d' Lieb' jetzt wär vorbei! Sind au dranß', sind an dranß' der Mädcle viel, lieber Schatz, i blei dir treu; denk du net, wenn i ein and'rc seh, so sei mein Lieb' vorbei, f: Sind an drauß', sind an dranß' nsw. :j 70 8. Libers Jahr, ubers Jahr, wann nie Trüubele schneidt, stell' i hier mich wiederum ein; bin i dann, bin i „dann dein Schätzele noch, so soll die Hochzeit sein. Ubers Jahr, da ist meine Zeit vorbei, da ge¬ hör' i mein und dein; bin i dann nsw. nm I8M. 77. 1. Nun leb' wohl, du kleine Gasse, nun ade, du stilles Dach! Vater, Mutter sah'n niir traurig stund die Liebste sah mir nach. :s 2. Hier in weiter, weiter Ferne, wie's mich nach der Heimat zieht! Lustig singen die Gesellen, st doch es ist ein falsches Lied. :s 3. Andre Städtchen kommen freilich, andre Mäd¬ chen zu Gesicht; ach! wohl sind es andre Mädchen, st doch die Eine ist es nicht. :s 4. Andre Städtchen, andre Mädchen, ich da mitten drin so stumm! Andre Mädchen, andre Städt¬ chen, st o wie gerne kehrt ich um!:s Volksweise, I79Y. 1. O Tnnnenbaum, o Tannenbaum, wie treu siud deine Blätter! Du grünst nicht bloß zur Sommers¬ zeit, im Winter auch, wenu'-S friert und schneit. O Tannenbaum, v Tanuenbnum, wie treu sind deine Blätter! 2. O Mädelein, o Mädelein, ivie falsch ist dein Gemüte! Du schwurst mir Treu in meinem Glück, nun arm ich bin, gehst du zurück. O Mädelein, o Mädelein, wie falsch ist. dein Gemüte! 71 3. Die Nachtigall, die Nachtigall nahmst du dir zum Erempcl! Sie bleibt, so lang' der Sommer lacht, im Herbst sie sich von dannen macht. Die Nach¬ tigall, die Nachtigall nahmst du dir zum Erempel! 4. Der Bach im Tal, der Bach im Tal ist deiner Falschheit Spiegel! Er strömt allein, wenn Regen fließt, bei Dürr' er bald den Quell verschließt. Der Bach im Tal, der Bach im Tal ist deiner Falschheit Spiegel! »otksncd, 1773. 1. ^rinz Eugcnius, der edle Ritter, wollt' dem Kaiser wiederum kriegen Stadt und Festung Belgerad. Er ließ schlagen einen Brucken, daß man kunnt' hin¬ über rucken mit der Armee wohl für die Stadt. 2. Als der Brucken war geschlagen, daß man knnnt' mit Stück und Wagen frei passiern den Donau- fluß; bei Semlin schlug man das Lager, alle Türken zu verjagen, ihn'n zum Spott und zum Verdruß. 3. Am einundzwanzigsten August svebeu kam ein Spion bei Sturm und Regen, schwur's dem Prinzen und zeigt's ihm an, daß die Türken fouragieren, so viel als man kunnt verspüren, an die dreimalhundert- tausend Mann. 4. Als Prinz Engcnins dies vernommen, ließ er gleich zusammenkommen fein' Generals und Feld¬ marschalls. Er tat sie recht instruieren, wie man sollt' die Truppen führen und den Feind recht greifen an. 5. Bei der Parol' tat er befehlen, daß man sollt' die Zwölfe zählen bei der Uhr nm Mitternacht. Da sollt' alles zu Pferd anfsißen, mit dem Feinde zu fcharmützen, was zum Streit nur hätt' die Kraft. - 72 6. Alles saß auch gleich zu Pferde, jeder griff nach seinem Schwerte, ganz still rückt man aus der Schanz'; die Musketier wie auch die Reiter täten alle tapfer streiten, 's war fürwahr ein schmier Tanz. 7. Ihr Konstabler auf der Schanzen, spielet ans zu diesem Tanzen mit Kartnunen groß und klein; mit den großen, mit den kleinen auf die Türken, auf die Heiden, daß sie laufen all' davon! 8. Prinz Eugenius auf der Rechten tat als wie ein Löwe fechten, als General und Feldmarschall. Prinz Ludewig ritt auf und nieder: Halt't euch brav, ihr deutschen Brüder, greift den Feind nur herz¬ haft an! 9. Prinz Lndewig, der mußt' aufgeben seinen Geist und junges Leben, ward getroffen von dem Blei. Prinz Eugenius war sehr betrübet, weil er ihn so sehr geliebet, ließ ihn bringen nach Peterivardeiu. Entstanden 1717. 80. t. Rosenstvck, Hvlderblüh', wenn i mei Dinderl sieh, lacht wer vor lauter Freud' 's Herzerl im Leib. La, la, la, la, la, la, la, la! 2. G'sichterl wie Milch und Blnt, 's Dinderl ist gar so gut, um und um tockcrlnett, wenn i's no hält! La, la, la! 8. Armerl so kugelrund, Lippe so frisch und g'sund, Füßerl so hurtig g'schwind, 's tanzt wie der Wind. La, la, la! 4. Wenn i ins dunkelblau funkelhell Augerl schau! mein' i, i seh' in mei Himmelreich 'nei. La, la, la! Weise von Franz Schubert, auch von Heinrich Werner. 1. Sah ein Knnb' ein Röslein steh'n, Röslein ans der Heiden, war so jung und morgenschön, lief er schnell, es nah' zu seh'n, sah's mit vielen Freuden. Röslein, Röslein, Röslein rot, Röslein auf der Heiden. 2. Knabe sprach: ich breche dich, Röslein auf der Heiden; Röslein sprach: ich steche dich, daß du ewig denkst an mich, und ich will's nicht leiden. Röslein usw. 3. Und der milde Knabe brach's Röslein auf der Heiden. Röslein mehrte sich und stach, half ihm doch kein Weh und Ach, mußt' es eben leiden. Röslein usw. Wolfg. Goethe, 1773. 81. Irisches Volkslied. 1. Sag' mir das Wort, dem so gern ich hab' gelauscht! Lang', lang' ist's her, lang', lang ist's her. Sing' mir das Lied, das mit Wonne mich berauscht! Lang', lang' ist's her, lang', lang' ist's her. Kehrt doch mit dir meine Ruhe zurück, du all mein Sehnen, du all mein Glück, weiß sa nur, daß du dereinst mich geliebt; lang', lang ist's her, lang' ist's her. 2. Denk' an dein Leid, das du scheidend mir ge¬ klagt! Lang', lang' ist's her usw. Weißt du das Wort, das ich weinend dir gesagt? Lang', lang' ist's her usm. Kehre, o kehre zu nur bald zurück, du all mein Sehnen, du all mein Glück, weißt ja doch, daß dn dereinst mich hast geliebt; lang', lang' ist's her, lang' ist's her. 74 83. 1. Schier dreißig Jahre bist du alt, hast manchen Sturm erlebt, hast mich wie ein Bruder beschützet, und wenn die Kanonen geblitzet: wir beide haben niemals gebebt. 2. Wir lagen manche liebe Nacht durchnäßt bis auf die Haut; du allein hast mich erwärmet, und was mein Herz gehärmet, das hab' ich dir, Mantel, vertraut. ü. Geplaudert hast du nimmermehr, du warst mir still und treu, du warst getreu in allen Stücken, darum laß ich dich nicht mehr flicken, du Alter würdest sonst neu. 4. llnd mögen sie mich verspotten, du bleibst mir teuer doch, denn wo die Stücke 'runter hangen, sind die Kugeln dnrchgegangen, jede Kugel macht ein Loch. 5. Und wenn die letzte Kugel kommt ins deutsche Herz hinein, lieber Mantel, lasse dich mit mir be¬ graben, weiter will ich von dir nichts haben; in dich hüllen sie mich ein. 6. Da liegen wir zwei beide bis zum Appell im Grab'; der Appell macht alles lebendig, da ist es denn auch ganz notwendig, daß ich meinen Mantel hab'. Karl v. Holtei, 1827. Weise von Wenzel Müller. 1. So leb' denn wohl, du stilles Haus, ich geh' betrübt zu dir hinaus, und find' ich einst das größte Glück, so denk' ich doch au dich zurück. 2. So leb' denn wohl, du Mädchen mein, soll ich von dir geschieden sein, so reiche mir die treue Hand und schließ' mich ein ins Frenndschaftsband. 75 3. So leb' denn wohl, dn schönes Land, in dem ich hohe Freude fand; du zogst mich groß, du pfleg¬ test mein, und nimmermehr vergeß ich dein. 4. So lebt denn all ihr Lieben wohl, von denen ich jetzt scheiden soll; nnd find' ich draußen auch mein Glück, denk' ich doch stets an euch zurück. 5. Und kehr' ich nicht zurück zu dir, nur deine Liebe wünsch' ich mir; dann ist mir alles, alles gleich, nur deine Liebe macht mich reich. 6. So schlaf' denn wohl nnd sanft die Nacht, bis mir ein heit'rer Morgen lacht; mein größtes Glück ist schon gemacht, da mir dein holdes Auge lacht. Volksweise. 1. Steh' ich in finst'rer Mitternacht so einsam auf der stillen Wacht, fo denk' ich an mein fernes Lieb, ob mir's auch treu und hold verblieb. 2. Als ich zur Fahne fort gemüht, hat sie so herzlich mich geküßt, mit Bändern meinen Hut ge¬ schmückt und weinend mich ans Herz gedrückt.. 3. Sie liebt mich noch, sie ist mir gut, drum bin ich froh und wohlgemut; mein Herz schlägt warm in kalter Nacht, wenn es ans treue Lieb gedacht. 4. Jetzt bei der Lampe mildem Schein gehst dn wohl in dein Kämmerlein und schickst dein Nacht- gebct zum Herrn auch für den Liebsten in der Fern'. 5. Doch wenn du traurig bist nnd weinst, mich von Gefahr umringet meinst - sei ruhig, bin in Gottes Hut, er liebt ein treu Soldatenblut! 6. Die Glocke schlägt, bald nah't die Rund' und löst mich ab zu dieser Stund'; schlaf' wohl im stillen Kämmerlein und denk' in deinen Träumen mein! W. Hauff. 76 86. 1. Valaß'n, valaß'n, valaß'n bin i, iviadaStan af da Straß'n, ka Diandle mag mi! Drum geh' i zan Kirchlau, zan Kirchlan weit 'naus, f: durt knie i mi ninda uitd wan mi holt ans!:s 2. Im Wald steht a Hügerl, viel Bleamerln blüh'n draf, durt schlaft mei arm's Diandle, ka Liab' iveckt's mehr ah Durthin is mei Walsahrt, durthin is mei Siim, f: durt merk' i recht deutli, wia valaß'n i bin!:f 87. Volksweise. 1. Von allen den Mädchen, so blink und so blank, gefällt mir am besten die Lore; von allen den Winkeln und Gäßchen der Stadt gefällt mir's im Winkel am Tore. Der Meister, der schmunzelt, als hab' er Verdacht, als hab' er Verdacht auf die Lore; sie ist mein Gedanke bei Tag und bei Nacht und wohnet im Winkel nm Tore. 2. Und kommt sie getrippelt das Gäßchen hinab, so wird mir ganz schwül vor den Augen; und hör' ich von weitem ihr leises Klipp, Klapp, kein Niet oder Band will mehr taugen. Dis Damen bei Hofe, so sehr sie sich zier'n, sie gleichen doch nicht meiner Lore; sie ist mein Gedanke nsw. 3. Und kommet die liebe Weihnacht heran, nnd strotzt mir das Geld in der Westen, das Geld, das die Mutter zum Rock mir gesandt, ich geb's ihr, bei ihr ist's am besten; und würden mir schätze von Golde gebracht, ich trüge sic alle zur Lore; sie ist mein Gedanke nsw. 4. kknd kommet nun endlich auch Pfingsten heran, nach Handwerksgebrauch müßt' ich wandern; dann mord' ich jedoch für mein eigenes Geld hier Bürger und Meister trotz andern. Dann werde ich Meister in dieser Stadt, Frau Meisterin wird meine Lore; dann geht es jnchhcißa! bei Tag und bei Nacht, doch nicht mehr im Winkel am Tore. 88. Volksweise. 1. So viel Stern' am Himmel stehen, an dem güld'nen blauen Zelt; soviel Schäflein als da gehen in dem weiten grünen Feld, so viel Vöglein als da fliegen, als da hin und wieder fliegen; so vielmal sei du gegrüßt, so vielmal sei du gegrüßt. 2. Soll ich dich denn nimmer sehen, nnn ich ewig ferne muß? Ach das kann ich nicht verstehen, o du bittrer Scheidensschluß! Wär ich lieber schon gestorben, eh' ich mir ein Lieb erworben, f:wnr ich jetzo nicht betrübt! :j 3. Weiß nicht, ob auf dieser Erden, die des herben Jammers voll, nach viel Trübsal und Beschwerden ich dich wiedersehen soll. Was für Wellen, was für Flammen schlagen über mir zusammen! Ach wie groß ist meine Not. 4. Mit Geduld will ich es tragen, denk ich immer nur zu dir; alle Morgen will ich sagen: O mein Schatz, wann kömmst zu mir? Alle Abend will ich sprechen, wenn mir meine Äuglein brechen: O mein Lieb, gedenk an mich. 5. Ja ich will dich nicht vergessen, enden nie die Liebe mein; wenn ich sollte unterdessen auf dem Todbett schlafen ein. Ans dem Kirchhof will ich liegen, wie das Kindlein in den Wiegen, das die Lieb tut wiegen ein. 78 1. L>till ruht der See! — Die Vöglein schlafen, ein Flüstern nnr, du hörst es kaum, der Abend naht, nun senkt sich nieder auf die Natur ein süßer Traum. 2. Still ruht der See! — Durch das Gezweigs der heil'ge Odem Gottes weht, die Vöglein an dem Seegestade, sic sprechen leis ihr Nachtgebet. 3. Still ruht der See! — Vom Himmelsdome die Sterne sriedsam niedersehn. O Menschenherz gib dich zufrieden, auch du, auch du wirst schlafen gehn. Worte und Tondichtung von Heinrich Pfeil. 90. l.. Wan i mei Diandle hals'n tun, druckts gleich die Äuglein zua, und tnat als ob sie schlafen tat und halt schön stad. 2. Und meiner is a schlimmer Bna, laßt mir Tag und Nacht ka Ruah, kau schrein und greinen wia i will, er is halt uit still. 3. Mei Diandle, i hab di so gern, d'Liab kau ka Mensch verwehr», drauf geb i da mei Herz zan Pfand, mir bleibn beinand. 91. Volksweise. 1. Warum bist du denn so traurig? — Sum! sum! — Bin ich aller Freuden voll? — Sum! sum! — Meinst, ich sollte dich verlassen, sollte dich verlassen? Du gefällst mir gar so wohl. 79 L. Morgen will mein Lieb nbreisen, Abschied nehmen mit Gewalt; draußen singen schon die Bogel in dem Walde mannigsalt. 3. Saßen da zwei Turteltauben oben auf dem grünen Ast; wo sich zwei Verliebte scheiden, da ver¬ welket Laub und Gras. 4. Laub und Gras, das mag verwelken, aber treue Liebe nicht; dn kommst mir zwar aus den Augen, doch aus meinem Herzen nicht! Altes Lied. 92. Volksweise. 1. Was hab' ich denn meinem Feinsliebchen getan? Es geht an mir vorüber und schaut mich nicht an; es schlägt seine Äuglein tief unter sich und hat einen andern wohl lieber als mich. 2. Das machet ihr stolzer, hochmütiger Sinn und weil ich ihr nicht schön und nicht reich genug bin; und bin ich auch nicht reich, so bin ich doch so jung! Herzallerliebstes Schätzelein, ist das dir nicht genung? 3. Ihr hohen, hohen Berge, du tiefes, tiefes Tal, heut' seh' ich dich, mein Schätzelein, zum allerletzten mal! Die stillen, stillen Wasser, die haben keinen Grund; laß ab von der Liebe, sie ist dir nicht ge¬ sund ! «rZ. Weise von Th. Fröhlich (1833>, auch Felix Mendelssohn. 1. Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt, dem will er seine Wunder weisen in Berg und Wald und Strom und Feld. 80 2. Die Trägen, die zu Hause liegen, erquicket nicht das Morgenrot; sie wissen nur von Kindermiegen, non Sorgen, Last und Not ums Brot. 8. Die Bächlein von den Bergen springen, die Lerchen jubeln hoch vor Licht, wie sollt' ich nicht mit ihnen singen aus voller Kehl' und frischer Brust? 4. Den lieben Gott laß ich nur walten; der Büchlein, Lerchen, Wald und Feld und Erd' und Himmel will erhalten, hat auch mein' Sach' aufs beit' bestellt! I. v. Eichendorfs, 1826. 94. Weise von Fr. Adi. 1. Wenn im Purpurschein blinkt der wilde Wein und am Bach die Weide steht bereift; wenn die Zeit¬ los' blüht, wenn die Drossel zieht nnd ihr Scheide¬ lied vom Schlehdorn pfeift; 2. Wenn in Wald nnd Feld laut der Bracke bellt und das schlanke Reh verbluten muß; wenn die Haselmaus in ihr Winterhnus schleppt die aller¬ letzte Buchennuß: 3. Dann ade ihr Felder, Berge, Föhrenwälder, Pfarrer, Förster, Schultheiß, Müller, Bäck! Pfarrer, Förster, Schultheiß, Müller, Bäck! Hab das Wandern satt, ziehe nach der Stadt, wo der Roland steht am Rathauscck. 4. Blondes Gretelein, laß das Trauern sein! Mit den Schwalben komm' ich wieder her, sollt' ich sterben„eh'r, weine nicht so sehr, weil es schad'., um deine Äuglein wär', weil es schad' um deine Äug¬ lein wär. Rad. Baumbach. 95. l. Wenn die Schwalben heimwärts zieh'n, wenn die Rosen nicht mehr blüh'n, wenn der Nachtigall Gesang mit der Nachtigall verklang, fragt das Herz 81 mit bangem Schmerz: Ob ich dich auch wiederseh'? Scheiden, ach scheiden, scheiden tut weh! 2. Wenn die Schwäue südlich zieh'n, dorthin, wo Zitronen blüh'u, wenn das Abendrot versinkt, durch die grünen Wälder blinkt, fragt das Herz usm. 3. Armes Herz, was klagest du! O, auch du gehst einst zur Ruh'. Was auf Erden, muß vergeh'», gibt es wohl ein Wiederseh'n? Fragt das Herz usiv. 4. Darum frag' nicht, armes Herz, trag gcdul big deinen Schmerz! Wohl gibt es ein Wiederseh'n oben in den Himmelshöh'n. Freu' dich, Herz, zu deinem Schmerz, denn das Scheiden ist auch schön, weil cs gibt ein Wiederseh'n. Hcrioissol,». W. Weise von Felix Mendelssohn-Bartholdy, 1840. 1. Wer hat dich, du schöner Wald, aufgebaut so hoch da droben? Wohl den Meister will ich, loben, so lang' noch meine Stimm' erschallt. Lebe wohl, du schöner Wald! 2. Tief die Welt verworren schallt, oben einsam Rehe grasen, und wir ziehen fort und blasen, daß es tausendfach verhallt. Lebe wohl, du deutscher Wald! 3. Banner, das so kühle wallt, unter deinen grünen Wogen hast du treu uns auferzogen, frouu mer Sagen Aufenthalt! Lebewohl, du schönerWald! 4. Was wir still gelobt im Wald, wollen's draußen ehrlich halten, ewig bleiben treu die Alten, bis das letzte Lied verhallt. Lebe wohl, schirm' dich Gott, du schöner Wald! I, °. Eichcnd°rff, ms?. 6 82 Volksweise. 1. Wohlauf noch getrunken den funkelnden Wein! Ade nun, ihr Lieben, geschieden muß sein! l: Ade nun, ihr Berge, du väterlich Haus! Es treibt in die Ferne mich mächtig hinaus! :s 2. Die Sonne, sie bleibet am Himmel nicht steh'n, es treibt sie, durch Länder und Meere zu geh'n. f: Die Woge nicht haftet am einsamen Strand, die Stürme, sie brausen mit Macht durch das Land. :s 3. Mit eilenden Wolken der Vogel dort zieht und singt in der Ferne manch heimatlich Lied; f:so treibt es den Burschen durch Wälder und Feld, zu gleichen der Mutter, der wandernden Welt. :s 4. Da grüßen ihn Vögel bekannt uberm Meer, sie flogen von Fluren der Heimat hieher; s: da duften die Blumen vertraulich um ihn, sie trieben vom Lande die Lüfte dahin. 5. Die Vögel, sie kennen sein väterlich Haus, wo Blumen einst pflanzt' er der Liebe zum Strauß; Hund Liebe, die folgt ihm; die geht ihm zur Hand, zo wird ihm zur Heimat das ferneste Land. :s I. Kerner. 98. 1. Zu Lauterbach hab'i mein'n Strümp verlor'n, und ohne Strümp geh' i nit heim. Drum geh' i erst wieder nach Lauterbach 'nein und hol' mir mein'n Strümp zu mein'm Bein. 2. Zu Lauterbach hab' i mein Schuh vertcmzt, und ohne Schuh geh' i nit z'haus; da steig' i dem Schuster zum Fenster hinein und hol' nur ein'n neuen heraus! 83 3. Zu Lauterbach hab' i mein Herz verlor'n, und ohne Herz geh' i nit heim. Drum geh' i erst wieder nach Lauterbach 'nein und hol' mir ein Herz zu mein'm heim. 4. Bin alle mein Lebtag nit traurig gewest und bin a zum Trauern zu jung; hab' immer die Jungen recht gerne geseh'n und große und kleine genung! Weise: Jetzt gang i ans Brünnelc. 1. Zwoa Stcrncrl am Himmel, die leuchten mit- snnmr, das ein' leucht' zum Dianderl, das and'rc leucht' hoam! 2. Koa Vögerl im Nesterl ist treuer sein'm Bam, als i mein'm liab'n Dianderl, ob i wach oder tram! 3. Oft tramt mir, du warst mit an Busserl glci da, wann i aufwach, da bussel i den Polsterzipf a. 4. Und bei mein'm liab'n Dianderl, da bin i so gern, da is mir so wohl, daß mir übel künnt wern. 5. Zwoa Dianderln zu liabcn, das is hvalt ka Spaß, mit der oan muß man schön tuan, daß die nnd're nix waß. 6. Und da hab' i zwoa Dianderl, a jung's und a alt's, und da brauch' i zwoa Herzeln, a warm's und a kalt's. KärnmcrUcd. tvo. Im steirischen Volkston von I. Gauby. 1. Zma schneeweiße Tänberl sand übamarts g'flog'n, und hiatz hat mi nrein Diarnd'l schon wieda betrog'». s« 84 2. Wann's Berger'l int mar und das G'stäud nit daneb'n, so kunt i mein Diarnd'l ins Kainmerl 'nein seg'n. 3. Bon mein Lump'n, mein Pump'n wird gar so viel gered't; redt's allweil vom Trink'n, vom Durst red't ma net. III. Turnerlieder. Worte von Dr. Binder, Weise von K. Bürger, 1886. M- Weise : Auf, ihr Brüder, laßt uns wallen. 1. Auf, ihr Turner, laßt uns mallen in den lieben, freien Wald! st In der Eicben grünen Hallen kräft'ger der Gesang erschallt. :j Wo die alten Väter wohnten, löwenstark, doch taubentren, f: wo einst freie Adler thronten, sich das Herz erhebet frei. :j 2. Nicht um Beute zu erjagen, zieh'n mir auf des Wildes Spur; st hin , wo graue „Felsen ragen, geht's im Laufe durch die Flur. :j Üben dort die Kraft der Glieder, prüfen kühn den Mut der Brust, st daß auf uns die Ahnen nieder aus Walhalla schau'n mit Lust. :j 3. Drum hinauf die steilen Höhen, drum hinab zur tiefsten Schlucht, stund in Flüssen und in Seen gleich dem Fisch das Fiel gesucht! :j Sinkt dann spat die Nacht hernieder, zieh'n wir heim des Wegs ent¬ lang, st laben dort die müden Glieder froh chei Lied und Becherklang, .j (5H. Lautenschlügcr. M2. Eigene Weise. 1. Deutsch zu denken, deutsch zu handeln, stets den graden Weg zu wandeln ist des Deutschen Bieder pflicht. Diese, Brüder, laßt uns üben, nur das Deutsche laßt uns lieben, st eS ist gut, das Fremde nicht. :j 2. Eignen Kräften darf er trauen, stets auf fremde Hilfe bauen ziemet nicht dem deutschen Mann; wo der eig'nc Arm gerungen, eig'ne Faust den Feind bezwungen, st da nur ist die Tat getan. :j 88 8. Danach, Brüder, laßt uns trachten, teuer über alles achten deutsche biedre Tapferkeit. Jeder, der sich Turner nennet, sei für diese nur entbrennet, schaffe jede Weichlichkeit. :f 4. Nicht nach Knöpfen, nicht nach Treffen, auch nicht nach Vokabeln messen wir des Turners Schick und Wert. Wer mit uns hier nicht will ringen, nicht mit uns den Ger will schwingen, f: bleibe nur am marinen Herd. ff 5. Freilich gibt es viele Necker, die wie manche Kuchenbäcker, weil die eig'ne Ware riecht, jede bess're nur verachten und sie zu verleumden trachten, f: doch das acht' der Turner nichts ff 6. Mögen sie sich üppig blähen, ihre Keckheit wird vergehen, kommen sie ins Kampfgewühl, wo nicht mehr die Zungenspitzen, wo die kräft'gen Arme nützen f: und des Mutes Hochgefühl, ff 7. Also nicht auf sie gehöret, Turner, denn ihr Neid vermehret unfern Ruhm und ihre Schmach. Mutig nur im Kreis gerungen, Ger und Scheibe rasch geschwungen, situt's den deutschen Vätern nach, ff 8. Wenn des frohen Tages Stunden unter Freud' und Lust entschwunden, bis die Nacht am Himmel schwebt, Turner, eh wir uns dann trennen, laßt uns alle froh bekennen: f: So ein Tag war deutsch ver¬ lebt. ff Ernst Ferd. August. W3. 1. Eiir Ruf ist erklungen durch Berg und durch Tal: f: Heraus, ihr deutschen Jungen, zum grünen Waffensaal! ff 2. Erwacht sind die Geister aus schmählichem Tod, f: als uns der alte Meister den deutschen Gruß entbot, ff 89 3. Da brausten die Flammen van tapferem Mut, s:da schlugen sie zusammen in einer Seele Glut.:) 4. Und ist auch versunken das flammende Wort, s: es glüht ein guter Funken noch in der Asche fort.:) 5. Uns flammt noch das Auge von männlicher Lust, f: uns glüht vom Freiheitshauche die freie, frohe Brust. :s 6. Uns soll nicht vergehen der Funken der Nacht, s: bis einst der Freiheit Wehen zur Flamme ihn ent facht. 7. Dann schweben uns wieder die Geister voran, f:der Feinde Burg bricht nieder, du alter Meister Jahn. :s 1tt4. Weise von V. E. Becker, 1852. 1. Frisch, ganze Kompanie-, mit lautem Sing und Sang, bei froher Lieder Klang wird nie der Weg zu lang, f: Links, rechts, streng im Takt, rein, fest angepackt, rasch voran, Manu an Mann, unsre frohe Bahn. :f s:Sang, Lieb' und Freude führen uns heute; unsre lust'ge Kompanie wandert so spät nnd früh durch die weite Welt, wohin es ihr gefällt, in die Welt, in die weite Welt. :s Schrumm! 2. Winkt an einem netten Hans uns ein grüner Fichtenstrnuß, schnell hinein, Bier und Wein schenket fröhlich ein. Kommt ein feines Mägdelein, schau'n wir auch nicht grämlich drein, wird charmiert, nttat kiert, manches Herz gerührt. H Hollnho! hollaho! so leben mir stets frei und froh. :f f: Sang und Lieb' nnd Freude begleiten uns heute. :s La la la usw. so 105. Weise von K. Bürger. 1. Hei! in Blumen stch'n die Tristen, grün der Wald nm Bergeshang, Lerchenjubel aus den Lüsten schmettert hell in unfern Sang. Laßt im dumpfen Haus die andern, wenn ans Fenster pocht der Mai; deutsche Turner wandern, wandern frisch und fromm und froh und frei. 2. Winkest uns zur guten Stunde, Schenke blank am Straßenrain! Rasch den Wanderstanb vom Munde spülen mir nut kühlem Wein. Wenn die Becher geh'n im Kreise, fehle nie das Lied dabei! Töne, töne, deutsche Weise, frisch und fromm und froh und frei! 3. Mit dem Funkelgold der Reben füllt die Glaser bis zum Rand: Deutsches Wort soll ewig leben! Hoch das große Vaterland! Tut Bescheid und füllt vom neuen: Hoch die deutsche Turnerei! Blühen soll sic und gedeihen frisch und fromm und froh und frei! Ten: Lciibacher deutschen Turnvereine gewidmet von Fran.; Goltsch, 1893. 100. t. Hort ihr nicht den Ruf erklingen, Bäume rauschen, Halme flüstern, Quellen murmeln, Vöglein singen? Laßt uns wandern, j: laßt uns wandern :j über Felher, durch die Wälder, durch die Täler, über Höhen, über Ströme, über Meere, wo die freien, ivo die freien Lüfte wehen, llnd ich will euch Lieder singen, süße, alte Märchenmeisen, die im Herzen nie verklingen; j: laßt mich wandern. :j Lalala la nsm. 91 2. Wie der Mond und wie die Sterne, wie die Wolken will ich reisen; in die Fremde, in die Ferne laßt mich wandern, s: laßt mich wandern. :s Soun'ge Hügel, Waldesschatten, Felsgebirgs, Blumenmatten, grüne Wiesen, blaue Seen, alles Schöne, alles Große null ich sehen. Will das deutsche Land durchwallen, will den deutschen Rhein begrüßen, durch die deutschen Eichenhallen s: will ich wandern. :s Lalala la usw. 3. Aus der lieben Heimathütte fort zum fernen, fremden Städtchen, aus der teuren Freunde Mitte will ich wandern, stwill ich wandern, :s bis des Reisens schöne Stunden, bis die Jahre sind ge¬ schwunden, bis die fremden Sterne sinken und die heimatlichen Freuden wieder winken. Dann kehr' ich zur Heimat wieder, zu der Freunde trauter Runde, sing' im Kreise froher Brüder s: wie beim Wandern. :s Lalala la usw. W7. 1. Wer gleichet uns Turnern, uns frohen? Mag Wind und Wetter uns drohen in dem Feld; wir gehen und wagen, die Arbeit zu tragen, es kümmert uns nicht, was nm uns geschieht. 2. Und wann nun der Morgen tut grauen, wir trendige Turner schon schauen in das Feld; durch Ringen und Laufen die Kraft zu erkaufen, zu stärken die Brust mit Mut und mit Lust. 3. Und wenn wir zum Platze gekommen, da haben den Ger wir genommen in dem Feld; ihn kräftig zu schwingen, zum Ziel ihn zu bringen, das stärket den Arm, macht rüstig und warm. 4. Wenn mutig sich tummeln die Knaben, zu tief ist wohl nimmer ein Graben in dem Feld; wir 92 springen darüber, hinüber, herüber, es freuet uns fehr und suchen uns mehr. 5. Die Gipfel der Bäume uns nicken, möchten gerne da oben wähl blicken in das Feld; wir stemmen die Glieder hinwieder, und — oben sind wir, — wie lustig ist's hier. 6. Wer mag wohl die Dinge all' zählen, die mutige Turner sich wählen in dem Feld, die Glieder zu recken, den Mut zn erwecken, mit kraft'gem Ge¬ winn zu stärken den Sinn. 7. Wenn die Trommeln zum Kriege eiust schla gen, die Turner wohl nimmer verzagen in dem Feld: wir wissen zu streiten, den Sieg zu bereiten; im Ernst wie im Scherz; der Turner hat Herz. 108. Wcise: Zu Mantua in Banden. 1. Im Dorfe Lanz bei Lenzen, dort auf der Priegnitz Plan, da ward ein Mann geboren, hiess Friedrich Ludwig Jahn. Dem gab Gott in zerriss'ner Zeit ein Herz so groß, so stark, so weit st fürs heil'ge Vaterland. :j 2. Ein Buch ist uns geblieben, wie Glut hat es gebrannt, das hat er jung geschrieben und „Volks¬ tum" es genannt. Das kündet unsres Volkes Ruhm, zugleich der Menschheit Heiligtum: f: ein Denkmal deutscher Treu'. :j 3. Als nach den blut'gen Tagen, die man bei Jena schlug, man fast nur Trauerklagen um Schill und Hdfer trug, ist Jahn gewandert rastlos treu, zu werben auf die Stunde neu, f:da Gott Erlösung rief. :j 93 4. Drauf in der Hasenheide hat er 'ne Saat gesät, die nur zum Linnenkleide, zu Seiden sucht nufgeht, doch die zum Siegeseichenkranz und zu der Freiheit blut'gem Tanz st nm Friesenhügel blüht. :j 5. Und daß der Freiheit Werber sein Wort auch mache wahr, er stellte dem Verderber Lützows ver- weg'ne Schar. Und selbst trat er in Reih' und Glied, und wie Magnet das Eisen zieht, st auch Körner flog herbei. :j 6. Doch als das Schwert zur Scheide dort an der Seine glitt, kehrt' er zur Hasenheide, zur Jugend seinen Schritt, dieweil in Turngenossenschaft nnch- wächst der cw'gen Jugend Kraft f:dem heil'gen Vaterland. :j 7. Nun sind es fünfzig Jahre, das Sam'korn wuchs zum Baum, an unsres Danks Altäre ver¬ wirklicht sich sein Traum. Ja, heil'ges deutsches Vater¬ land, wir schwören dir mit Herz und Hand: f:wir wollen einig fein! Hans Fcrd. Maßmann zum N. August 18S1 (Geburtstag F. L. JahnS). Weise: Ich hab'mich ergeben. 1. Laßt, Brüder, uns trachten nach echt deut¬ sche»! Sinn stund fremden Tand verachten, das bringt allein Gewinn. :j 2. Den Turner durchglühe ein hohes Gefühl; st im Busen Kraft ihm sprühe, wenn's gilt ein edles Ziel. :j 3. Das Vaterland lieben und Tugend und Recht, st im edlen Spiel sich üben und hassen jeden Knecht. :j 4. Das ziemet dem Turner mit fröhlichem Mut, st gilt jeden: Biedermanne ein köstlich hohes Gut. :j 94 5. Dir, Freiheit, vor allen, o himmlisches Gut, soll unser Lob erschallen mit innrer Herzensglut. :s 6. Ja, Freiheit und Tugend in engem Verein, f: ihr bildet unsrer Jugend ein herrlich Fröhlichsein. :s 7. So wollen wir leben einmütig und sren s: und dich mit Dank erheben, du edle Turuerei. :s 8. Bei Freud' und bei Schmerzen bewahret euch treu s:den Turnerspruch im Herzen: fromm, fröhlich, frisch und frei! :s D-mici Rungc, -SW. Iw. Weise von Kunoth (Kaiscrmarsch). 1. Laßt tönen laut den frohen Saug, hinaus in alle Welt verkündet es mit Hellem Klang, was uns znsammenhält. Wir wollen eines Geistes sein, geh'n treulich Hand in Hand. Es schlingt sich fest nm unsre Reih'n der Einheit starkes Band, s: Es soll Begeist' rung uns entflammen, Gut Heil, Hurrah. Wir halten fest und treu zusammen, Gut Heil, Hurrah!:s 2. Wir zieh'» dahin durch Wald uud Flur, beseelt von froher Lust. Im vollen Zauber der Natur hebt höher sich die Brust, ob Regen oder Sonnenschein, wir stürmen frisch hinaus. Wer will ein echter Turner sein, hockt nicht im engen Haus. s:Wir halten:s Ja, deutsche Sitte, deutsche Art, soll niemals nntergeh'n. Wo ihre Macht sich offenbart, kann nie¬ mand widersteh'». Wohin auch uns das Schicksal bringt auf diesem Erdenrund: Soweit die deutsche Zunge klingt, soll gelten unser Bund, f: Wir halten:s 4. In Ost und West, in Süd und Nord vom schönen Vaterland, verbindet uns der edle Sport, ist unser Sinn verwandt,. Ob Preuße, Bayer, Sachse, Schwab, ob wir von Österreich, wir steh'n vereint 95 bis übers Grab zu Kaiser, Volk und Reich und denken alle gleich, f: Wir halten :j Bundeslied der deutschen Radfahrer und Turner. 111. Bekannte Weise. 1. Stoßt an! Turnerschaft lebe! Hurrah hoch! Die Philister sind uns gewogen meist, sie ahnen im Turner, was Freiheit heißt. Frisch, froh und frei, stets deutsch und treu. 2. Stoßt an! Schwarz-Rot-Gold lebe! Hurrah hoch! Der die Sterne lenket am Himmelszelt, der ist's, der unsre Fahne hält. Frisch usw. 3. Stoßt an! Vaterland lebe! Hurrah hoch! Seid der Väter heiligem Brauche treu, doch denkt der Nachwelt auch dabei. Frisch usw. 4. Stoßt an! Männerkraft lebe! Hurrah hoch! Wer nicht singen, trinken und lieben kann, den sieht der Turner voll Mitleid an. Frisch usw. 5. Stoßt an! Frauenlieb' lebe! Hurrah hoch! Wer des Weibes weiblichen Sinn nicht ehrt, der hält auch Freiheit und Freund nicht wert! Frisch usw. 6. Stoßt an! Freies Wort lebe! Hurrah hoch! Wer die Wahrheit kennt und saget sie nicht, der bleibt fürwahr ein erbärmlicher Wicht! Frisch usw. 7. Stoßt an! Turnerwohl lebe! Hurrah hoch! Bis die Welt vergeht am jüngsten Tag seid treu, ihr Turner, und singet uns nach. Frisch usw. 112. 1. Turnerbrllder, setzt euch nieder, nehmt das volle Glas zur Hand, laßt uns 'mal ein Liedchen 96 singen von dem schönen Tnrnerstand. Jeder mack're Turnersmann stimme mit das Liedchen an s: frisch, fromm, froh, frei von der Turnerei. :j 2. Wenn der Turner morgens wach wird, streckt er feine Glieder ans, springt sodann mit einem Satze aus dem warmen Nest heraus. Brennet sich die Pfeife an, stimmt das heit're Liedchen an s: frisch usw.fl N Hat der Turner sich ums Dasein nun den ganzen Tag geplagt, wird am Abend gar so gerne Turnerfreuden nachgejagt. Jeder gern die Glaser schwingt, treu dem Liedchen, das da singt s: frisch usw:j 4. Kommt dem Turner, wie so häufig, ein hold' Mägdlein in den Weg, da wird ihm der Mund ge¬ läufig und so manch Gefühle reg'. Denn der Turner kennt nicht Zwang, auf ihn wirkt des Liedes Klang f: frisch usw. :j 5. Barren, Reck, Bock, Seil und Hanteln sind des Turners Element, darum strebe jeder Turner, daß er sich dies ungewohnt; denn das Turnen Kräfte bringt, doppelt gern dann jeder singt s: frisch usw. :j 6. Frisch am Körper, fromm im Herzen, froh im Geists, frei in Tat, sind des Turners schönstes Eigen, das er treu zu pflegen hat. Darurn sei dies hochgeehrt, damit stets das Liedchen währt f: frisch usw. :j 113. 1. Turner heran, stimmet eins an, heiterer Licderklang schall' unsere Bahn entlang! Grillen heraus, laßt sie zuhaus; wer sich zu uns gesellt, blick' froh in die Welt. (t. Chor:) Frisch beim Tur neu, frisch beim Tanz, (2. Chor:) Turnerei soll leben! (1. Chor:) frei von falschem Schmuck und Glanz; (2. Chor:) Vater Jahn soll leben! (1. Chor:) fromm in trauter Mädchen Kreis, (2. Chor:) Vaterlandsoll 97 leben! (1. Chor:) das ist echte Turnerweis'! (2. Chor:) Freiheit lebe hoch! — Gut Heil! Gut Heil! Gut Heil! 2. Turner heran, stimmet eins an! O, herrlich, zu wandern durch Wald und durch Flur. Geistesfrciheit, Körperkraft, hehres Ziel der Turncrschnft: das Herz zu ersreucn uur nm frischen Borne der Natur! Schneller Fuß, hoherSinn unferHochgewinn. Springt,schwingt, trinkt und singt, daß ihr den Preis erringt. Immer nur frisch gewagt, kühner und unverzagt! „Frisch, fromm, froh und frei", stets unfer Wahlspruch sei; bleibt ihm stets getreu: Frisch und froh, fromm und frei! Liederbuch des Bundes der Deutschen in Böhmen. 114. 1. Turner heraus! Laßt es schallen von Haus zu Haus! Wenn der Lerche Silberschlag grüßt des Maien jungen Tag, dann heraus und fragt nicht viel, srsich mit Lied und Lautenspicl! Turner heraus! 2. Turuer heraus.! Laßt cs schallen von Haus zu Haus! Ruf' um Hilf' die Poesei gegen Zopf, Philisterei; dann heraus bei Tag und Nacht, bis sic wieder freigcmacht! Turner heraus! 3. Turner heraus! Laßt es schallen von Haus zu Haus! Wenn cs gilt fürs Vaterland, treu die Waffe dann zur Hand und heraus mit mut'gcm Sang, wär' es auch zum letzten Gang! Turner heraus! Nach einem alten Studentenliede. 115. Weise von August Püringer. 1. Turner sind wir, frisch und frei und auch froh nnd fromm dabei. Schaukeln uns auf kühnem Reck, springen über'n Barren weg, schwingen uns an Ring und Seil. Gut Heil! 7 98 2. Turner sind wir usw. Wo ein grünes Reisig winkt nnd der Wein im Becher blinkt, ist kein Weg für uns zu steil. Gut Heil! 3. Turner sind nur usw. Stehen fest in Reih und Glied, halten hoch das deutsche Lied, daß ihm werde stets zuteil: Gut Heil! 4. Turner sind wir usw. Ha'n das Herz am rechten Fleck, reden von der Leber weg, grobem Klotz ein grober Keil. Gut Heil! 5. Turner sind wir usw. Gut und Blut und Herz und Hand für das deutsche Vaterland, das uns nie und nimmer feil. Gut Heil! 6. Turner sind wir usw. Fürchten nicht den schwarzen Schrein, legt man uns zuletzt hinein, töne Hammer noch und Beil: Gut Heil! Dem Laibacher deutschen Turnvereine gewidmet von Eduard Samhaber, 1888. 116. 1. Turnersmann auf seiner Reis', juphcidi, jup- hcida, ganz famos zu leben weiß, juphcidi, heida; immer fort durch dick und dünn schlendert er durchs Dasein hin. Jupheidi, heidi, heida, jupheidi, jnp- heida, jupheidi, heidi, heida, jupheidi, heida. 2. Hat der Turner auch kein Geld, juphcidi, jupheidn, ist er drum nicht schlecht bestellt, jupheidi, heida; manches feiste Pfüsfelein ladet ihm zum Früh¬ stück ein. Jupheidi usw. 3. Kehr'n wir in ein Wirtshaus ein, jupheidi, juphcida, trinken wir stets Bier statt Wein, jupheidi, heida; deutsche Mädchen sind uns hold, denn wir tragen Schwarz-Rot-Gold! Jupheidi usw. 99 4. Bayrisch Bier und Leberwurst, jupheidi, jup- heida, und ein Kind mit runder Brust, jupheidi, heida; und ein Glas Krambambuli, Donnerwetter Paraplui! Jupheidi usw. . , — . , „ . > Nach einem Studentenliede. 117. Weise: Wohlauf noch getrunken. 1. Wohlauf denn, ihr Turner, die Becher zur Hand, die feurigen Blicke zum Lichte gewandt! st Es muß uicht der Turner der Starke allein, er muß auch der Schönheit und Liebe sich weih'n. :j Juvivallera, juvivallera usw. 2. Die Allmacht der Stärke befestigt und hält, die Allmacht der Liebe beseligt die Welt, st die Männer beschützen den Herd und das Haus, die Frauen, sie schmücken mit Blumen sie aus. :j 3. Ein Heilo der Mutter, die einst uns gebar! Sie reichte die Quelle des Lebens uns dar, st sie zeigte.dem Knaben zum Spiele den Lauf und zog ihn zum Turner und Manne herauf. :j 4. Der Maid, die der Turner zur Braut sich erkor, ihr donn're ein Heilo zum Himmel empor! st Er reichte die Myrten der Liebe ihr dar, sie drückt ihrem Liebsten den Eichkranz ins Haar. :j 5. Zum dritten der Gattin des Turners ein Hoch! die nicht ihre Knaben zu Knechteu erzog, st die freudig den Gatten, getreu bis zum Tod, durchs Leben be¬ gleitet in Glück und in Not. :j 7» 100 6. Wohlauf denn, ihr Turner, die Becher zur Hand, die feurigen Blicke znm Lichte gesandt, s: Es steige zum Himmel im jubelnden Chor ein donnern¬ des Heilo den Franeu! empor. :j Richard Glaß. IV. Studentenlieder. 1. [: Gaudeamus igitur, juvenes dum sumus;:] post jucundam juventutem, post molestam senec- tutem [: nos habebit humus!:] 2. Ubi sunt, qui ante nos in mundo fuere ? Vadite ad superos, transite ad inferos, ubi jam fuere. 3. Vita nostra brevis est, brevi finietur; venit mors velociter, rapit nos atrociter, nemini parcetur. 4. Vivat academia, vivant professores, vivat membrum quodlibet, vivant membra quaelibet, semper sint in flore! 5. Vivant omnes virgines, faciles, formosae, vivant et mulieres, tenerae, amabiles, bonae labo- riosae! 6. Vivat ars gymnastica, nunquam desenescat, vivat et gymnasticus chorus academicus, in aeter- num crescat. 7. Vivat et respublica et qui illam regit, vivat nostra civitas, Maecenatum curitas, quae nos hic protegit! 8. Pereat tristitia, pereant osores, pereat dia- bolus, quivis antiburschius, atque irrisores! 118. 1. Alt Heidelberg, du feine, du Stadt an Ehren reich, am Neckar und am Rheine f: kein' and're kommt dir gleich. :j 2. Stadt fröhlicher Gesellen, an Weisheit schwer und Wein, klar zieh'n des Stromes Wellen, f: Blau äugleiu blitzen drein. :j 3. Und kommt aus lindem Süden der Frühling übers Land, so webt er dir aus Blllteu f:ein schim mernd Brautgewand. :f 4. Auch mir stehst du geschrieben ins Herz gleich einer Braut, es kliugt wie junges Lieben f: dein Name mir so traut. :j 5. Uud stechen mich die Dornen, und wird mir's drauß' zu kahl, geb' ich dem Roß die Spornen f: und reit' ins Neckartal. :j I. B. Scheffel. 119. Weise von W. Stade. 1. Auf den Bergen die Burgen, im Tale die Saale, die Mädchen im Städtchen, einst alles wie heut'. Ihr werten Gefährten, wo seid ihr zur Zeit mir, ihr Lieben, geblieben? Ach, alle zerstreut! 2. Die einen, sie weinen, die andern, sie wandern, die dritten noch mitten im Wechsel der Zeit; auch viele am Ziele, zu den Toten entboten, verdorben, gestorben in Lust und in Leid. 104 8. Ich alleine, der eine, schau' wieder hernieder zur Saale im Tale, doch traurig und stumm. Eine Linde im Winde, die wiegt sich und biegt sich, rauscht schaurig und traurig; ich weiß wohl, warum. Dreves, 1842. IW. Weise von A. Methfessel; auch: Es ritten drei Reiter. 1. Bemooster Bursche zieh' ich aus, ade! Behüt' dich Gott, Philisterhaus, ade! Zur alten Heimat geh' ich ein, mich selber nun Philister sein. Ade, ade, ade! Ach, scheiden und meiden tut weh! 2. Fahrt wohl, ihr Straßen, grad' und krumm! Ich zieh' nicht mehr in euch herum, dnrchtön' euch nicht mehr mit Gesang, mit Lärm nicht mehr und Sporenklang! Ade usw. 3. Was wollt ihr Kneipen all' von mir? Mein Bleiben ist nicht mehr allhier; winkt nicht mit eurem langen Arm, macht mir mein durstig Herz nicht warm! Ade usw. 4. Ei, grüß' euch Gott, Kollegin! Wie steht ihr in Parade da, ihr dumpfen Säle, groß und klein; jetzt kriegt ihr mich nicht mehr hinein! Ade usw. 5. Auch du von deinem Giebeldach siehst mir umsonst, o Karzer, nach! Für schlechte Herberg' Tag und Nacht sei dir ein Pereat gebracht! Ade usw. 6. Da komm' ich, ach! an Liebchens Haus: O .Kind, schau' noch einmal heraus, heraus mit deinen Anglein klar, mit deinem dunkeln Lockenhaar! Ade usw. 7. Im nächsten Dorfe kehret ein, trinkt noch mit mir von einem Wein! Nun denn, ihr Brüder, sei's, wcil's muß, das letzte Glas, der letzte Kuß! Ade usw. G. Schwab. 105 121. Weise von W. Sommer. 1. Der Saug ist verschollen, der Wein ist ver¬ raucht, stumm irr' ich und träumend umher; st es taumeln die Bänme, vom Sturme umhaucht, es tau¬ meln die Wellen ins Meer. :f 2. Die Wolken, sie tanzen, manch'Sternlein fällt, hat tief in den Wolken gezecht; f: ich steh' wie ein Fels, ivie die Angel der Welt, wie ein Kaiser in Freiheit und Recht. :f I. Und die Straßen durchirr' ich, die Plätze so schnell, ich klopfe von Hause zu Haus. st Bin ein fahrender Schiller, ein wüster Gesell', wer schützt mich vor Wetter und Graus? :f 4. Ein Mägdelein winkt mir vom hohen Altan, hell flattert im Winde ihr Haar, st Ich schlag in die Saiten und schwing' mich hinan, wie licht ist ihr Äug' und wie klar!:f 5. Und sie küßt mich und drückt mich und lachet so hell; nie hab' ich die Dirne geschaut, f; Bin ein fahrender Schüler, ein wüster Gesell', was,lacht sie und küßt mich so traut?! :f 122. 1. Ein treues Herz voll Licbeslust, an Liedern reich und Sangeslust, wie schlägt's so heiß unter dünnem Flaus. f: Sing, Sang, Kling, Klang, es zog ein Bursch' hinaus, hinaus. 2. Und ivo ein Herz voll Liebe heiß, er es so gleich zu finden weiß; sein Herz ist groß, ein weites Haus, st Sing usw. :f 106 3. Und kommt der letzte Augenblick, ich hab' ge¬ liebt, das war mein Glück, nun ist es ans mit Sans und Braus, st Sing usw. st Altes Albcnlied aus Prag. 123. 1. Nach Süden nun sich lenken die Vöglein all¬ zumal; viel Wand'rer lustig schwenken die Hüt' im Morgcnstrahl. Da sind die Herrn Studenten, zum Tor hinaus es geht; auf ihren Instrumenten sie blasen zuni Valet, zum Valet: „Ade in die Läng' und Breite, o Prag, wir zieh'u in die Weite! bubst bonum pucem qui secket po8t kornucem!" 2. Nachts wir durchs Städtlein schweifen, die Fenster schimmern weit, am Fenster dreh'n und schleifen viel schön geputzte Leut'. Wir blasen vor den Türen und haben Durst genung, das kommt vom Musizieren; Herr Wirt, einen frischen Trunk, einen Trunk! Und stehe, üb'r ein kleines mit einer Kanne Weines, venit ex suu ctomo beutug lile bomo. 3. Nnn weht schon durch die Wälder der kalte Boreas; wir streichen durch die Felder, von Schnee und Regen naß; der Mantel fliegt im Winde, zer¬ rissen sind die Schuh', da blasen wir geschwinde und singen noch dazu, noch dazu: Lsutus ille bomo qui 8eciet in suu clomo, et 8ecket po8t kornucem et bubet bonsm pucem! I.». Eichcndorsf. 124. Bekannte Weise. t. O alte Burschenherrlichkeit, wohin bist du verschwunden? Nie kehrst du wieder, gold'ne Zeit, so froh, so ungebunden. Vergebens spähe ich umher, ich finde deine Spur nicht mehr. O serum, serum, serum! 0 quue mulutio rerum! 107 2. De» Burschenhut bedeckt der Staub, es sank der Flaus in Trümmer, der Schläger ward des Rostes Raub, erblichen ist sein Schiminer, verklungen der Kommersgesang, verhallt Rapier- und Sporen¬ klang. O serum! 3. Wo sind sie, die vom breiten Stein nicht wankten und nicht wichen, die ohne Moos bei Scherz und Wein den Herrn der Erde glichen? Sie zogen mit gesenktem Blick in das Philistcrland zurück. O serum! 4. Da schreibt mit finsterm Amtsgesicht der eine Relationen, der andre seufzt beim Unterricht, und der macht Rezensionen, der schilt die sünd'ge Seele aus, und der flickt ihr verfallenes Haus. O serum! 5. Allein das echte Burschenherz kann nimmer¬ mehr erkalten, im Ernste wird, wie hier im Scherz, der rechte Sinn stets walten; die alte Schale nur ist fern, geblieben ist uns doch der Kern, und den laßt fest uns halten! O serum! 6. Drum, Freunde, reichet euch die Hand, damit es sich erneue der alten Freundschaft heil'ges Band, das alte Band der Treue. Klingt an und hebt die Gläser hoch, die alten Burschen leben mich, noch lebt die alte Treue! O serum! Dr. Eugen Höfling, Sanitätsrat, f 21. Juli 1880. 125. O Lob. Auch: Wohlauf, die Luft. 1. O wonnevolle Jugendzeit mit Freuden ohne Ende, mit Minncfahrten weit und breit, wo sich die Schönste fände; ich grüße dich, du junges Blut, bin jedem hübschen Weibe gut, f: und doch ist nichts uequaliL der kiliu kospitulis. :> 108 2. Ich kam als krasser Fuchs hieher und spähte in den Gassen, wo mir ein Bett und Zimmer wär', den langen Leib zu fassen. Fand Sofa nicht, noch Stiefelknecht, und doch mar mir die Bude recht, st denn keine ist sequalis nsw. :j 3. Sie ist ein gar zu herzig Kind mit chren blonden Zöpfen, die Füßchen laufen wie der Wind im Schuh mit Quast' und Knöpfen; die Schürze bauscht sich auf der Brust, allwo ich schau, ist eitel Lust, stund keine ist uequnlis usm. :j 4. Jur Haus herrscht sie als guter Geist und zsigt's an jedem Ersten: Der einz'ge Schüler war vereist, die Kasse mir am leersten. Da würd' ihr Wort mir Schutz und Schild und stimmte den Phi¬ lister mild, st drum ist auch nichts aequalis usw. :j 5. Mer Mieter hat sic: der Jurist besucht nur feine Kreise, der Mediziner ist kein Christ, der Theo- log zu weise, — doch mir, mir, dem Philologus, gab sie in Züchten einen Kuß, stund keine ist uequalis usw. :j 6. Du rheinisch Mädchen, müßt' ich doch, was Gott mit uns beschlossen! Ich schanz' mir in den Kopf ein Loch und ochse unverdrossen; und wirst du mir auch nie beschert, zeitlebens bleibst du hoch geehrt, st weil keine dir uequslis, dir kiliu tiospitalis. :j 126. 1. Schwört'» bei dieser blanken Wehre, schwört's, ihr Brüder, allzumal, fleckenrein sei unsre Ehre, wie ein Schild von lichtem Stahl. Was mir schwören, sei gehalten treulich bis zur letzten Ruh: Hört's,ihrJnugen, hört's, ihr Alten, Gott im Himmel, hvr's auch du! 2. Freiheit, dust'ge Himmelsblume, Morgen¬ stern nach langer Nacht, treu vor deinem Heiligtums 109 steh'n mir alle auf der Wacht. Was erstritten unsre Ahnen, halten mir in starker Hut, Freiheit schreibt auf eure Fahnen, für die Freiheit unser Blut! 3. Deutsches Land, du Land der Ehre, stolze Brant mit freier Stirn, deinen Fuß benetzen Meere, deinen Scheitel krönt der Firn. Laß um deine Huld uns werben, schirmen dich mit starker Hand, dein im Leben, dein im Sterben, ruhmgekröntes Vaterland! 4. Schwenkt der Schläger blanke Klingen, hebt die Becher, stoßet an! Unser Streben, unser Ringen, aller Welt sei's kund getan: Laßt das Burschen¬ banner wallen, haltet's hoch in starker Hand, brau¬ send laßt den Ruf erschallen: „Freiheit, Ehre, Vaterland!" R. Baumbach. 127. Weise von H. Wettach, Laibach. 1. Sei gegrüßt, du meerentstieg'nes grünes Land im Flutenbraus. Sei gegrüßt, du traut verschwieg'nes Heim der Treu, des Frohsinns Haus: Wo beim frohen Becherschwingen frei ertönt der Zecher Wort, wo die Lieder nie verklingen und der Frühling nie verdorrt. 2. Wen zu dir des Lebens Wogen trugen an den grünen Strand, nimmer ist er fortgezogen, hat getrost sein Schiff verbrannt. Hat zu Brüdern sie erkoren, deren Hand ihm frei sich bot, jubelnd Treu um Treu geschworen, deutschen Sinn's in Lust und Not. 3. Ob um uns Ulit mildem Schlagen auch die Brandung schäumend grollt, lassen wir im Sturme ragen unser Banner schwarz - rot - gold! — Auf, ihr Alten, auf, ihr Jungen, hebt zu Ruf und Schwur die Hand. Schallend, schallend sei's gesungen: Heil dem deutschen Vaterland! — Wethelied der Tafelrunde „Grüne Insel" in Laibach. Dr. A. Wallner, 1898. 110 128. Weise von Heinrich Christian Schnorr. 1. Vom hoh'n Olymp herab ward uns die Freude, ward uus der Jugeudtraum beschert; drum, traute Brüder, trotzt dem blassen Neide, der unsre Jugendfreude stört, s: feierlich schalle der Jubelgesang schwärmender Brüder beim Becherklang. :j 2. Versenkt,ins Meer der jugendlichen Wonne, genießt der Freuden hohe Zahl, bis einst am Abend uns die liebe Sonne nicht mehr entzückt mit ihrem Strahl, s: Feierlich schalle usw. :j 3. So lang' es Gott gefällt, ihr lieben Brüder, woll'n wir uns dieses Lebens freu'», und wenn der¬ einst der Vorhang fällt hernieder, vergnügt uns zu den Vätern reih'», s: Feierlich schalle UM. :j 4. Herr Bruder, trink' aufs Wohlsein deiner Schönen, die deiner Jugend Traum belebt! Laß ihr zum Preis ein flottes Hoch ertönen, das ihr durch jede Nerve bebt! j: Feierlich schalle usw. :j 5. Ist einer unsrer Brüder einst geschieden, vom blassen Tod gefordert ab, dann meinen wir und wünschen Ruh' und Frieden in unsres Freundes stilles Grab! Wir weinen und wünschen Ruh' hinab in unsers Freundes stilles Grab. :j Karl Georg Neumann, 1790. 129. 1. Was klinget und singet die Straß' herauf? Ihr Jungfrau», machet die Fenster auf! Es ziehet der Bursch in die Weite, sie geben ihm das Geleite. 2. Wohl jauchzen die andern und schwingen die Hüt', viel Bänder darauf und viel edle Blüt'; doch dem Burschen gefällt nicht die Sitte, geht still und bleich in der Mitte. 111 3. Wohl klinge» die Kannen, wohl funkelt der Wein: Trink' aus und trink' wieder, lieb' Bruder wein! Mit dem Abschiedsweine nur fliehet, der da innen mir brennet und glühet! 4. Und draußen nm allerletzten Hans, da gucket ein Mägdlein zum Fenster heraus, sie macht' ihre Tranen verdecken mit Gelbveiglein und Rasenstücken. 5. Und dranßen am allerletzten Haus, da schlagt der Bursche die Augen auf und schlägt sie nieder mit Schmerze und leget die Hand aufs Herze. 6. Herr Bruder! und hast du noch keinen Strauß, dort winken und wanken viel Blumen heraus. Wahl auf, du Schönste van allen, laß ein Straußlcin her- nnterfallen! 7. Ihr Brüder, was sollte das Straußlcin mir, ich hab' ja kein liebes Liebchen wie ihr! An der Sonne würd' es vergehen, der Wind, der würd' es verwehen. 8. Und weiter, ja weiter mit Sang und mit Klang! Und das Mädchen lauschet und horchet noch lang'! O weh! er ziehet, der Knabe, den ich still gelicbet habe. 9. Da steh' ich, ach! mit der Liebe mein, mit Rosen und Gelbveigclein; dem ich alles gäbt! so gerne, der ist nnn in der Ferne. Ludwig uhinnd. 13tt. Thüringische Volksweise. 1. Wir hatten gebauct ein stattliches Hans j: und drin auf Gott vertrauet trotz Wetter, Sturm und Gratis. :j lebten so traulich, so einig, so frei, .-den Schlechten ward cs graulich, wir hielten 's gar zu treu. 112 3. Sic lugten, sic suchten nach Trug und Vcrrnt, st vcrläumdcten, verfluchten die junge grüne Sunt. :j 4. Was Gott in uns legte, die Welt hat's ver- acht't, st die Einigkeit erregte bei Guten selbst Ver¬ dacht. :j 5. Man schalt es Verbrechen, man täuschte sich sehr; st die Form kann man zerbrechen, die Liebe nimmermehr. :j 6. Die Form ist zerbrochen, von außen herein, st doch was man drin gerochen, ist eitel Dunst und Schein. :j 7. Das Band ist zerschnitten, war schwarz, rot und gold, stund Gott hat es gelitten, wer weiß, waS er gewollt? :j 8. Das Haus mag zerfallen, — was hat's denn für Not? st Der Geist lebt in uns all^n, und unsere Burg ist Gott. :j A. Binzer. i:n. Weise von Richard Müller; auch von V. E. Becker. 1. Wohlauf, die Luft geht frisch und rein, wer lange sitzt, muß rosten; den allersonuigsten Sonnen¬ schein läßt uns der Himmel kosten. Jetzt reicht mir Stab und Ordenskleid der fahrenden Scholaren, ich will zu guter Sommerszeit ins Land der Franken fahren! Valeri, valera, valeri, valera, ins Land der Franken fahren. 2. Der Wald steht grün, die Jagd geht gut, schwer ist das Korn geraten; sie können auf des Maines Flut die Schiffe kaum verladen. Bald hebt sich auch das Herbsten an, die Kelter harrt des Weines; der Winzer Schutzherr Kilian beschert uns etwas Feines. Valeri usw. 8. Wallfahrer ziehen durch das Tal mit fliegen¬ den Standarten, hell grüßt ihr doppelter Choral den 113 weiten Gottesgarten. Wie gerne wär' ich mitgewallt, ihr Pfarr' wollt mich nicht haben! So muß ich seit¬ wärts durch den Wald als räudig Schüflein traben. Valeri usw. 4. Zum heil'gcn Veit von Staffelstein komm' ich emporgestiegen und seh' die Lande um den Main zu meinen Füßen liegen. Von Bamberg bis zum Grab¬ feldgau umrahmen Berg und Hügel die breite, ström durchglänzte Au, — ich wollt', mir wüchsen Flügel. Valeri usw. 5. Einsiedelmanu ist nicht zuhaus, dieweil es Zeit zu mähen; ich seh' ihn an der Halde drauß' bei einer Schnitt'rin stehen. Verfahr'ucr Schüler Stoßgebet heißt: Herr, gib uns zu triuken! Doch wer bei schöner Schnitt'rin steht, dem mag man lange winken. Valeri usw. 6. Einsiedel, das war mißgetan, daß du dich hubst von hinnen! Es liegt, ich seh's dem Keller an, ein guter Jahrgang drinnen. Hoiho! Die Pforten brech' ich ein und trinke, was ich finde ... Du heil'- ger Veit von Staffclstein, verzeih mir Durst und Sünde! Valeri usw. Viktor ». s-h-ffev 8 v. Scherzlieder. 8* was Martin Lutber spricht: wer nicht liebt wein, Weib, Gesang, Karl Muchler, 1797. 132. Singmeise ist frcigegebcn. Allah ist groß, Allah ist groß, f:Und Mohamed, und Mohamed — das ist sem Prophet! s Allah ist groß! — Allah ist groß! (Wird stehend gesungen. Erste Zeile: Handflächen gen Himmel ; zweite Zeile: Freiübungen; dritte Zeile: Handflächen gen Himmel. Nach jeder Strophe kann der Vorsänger auch einen salbungsvollen Bittspruch einschalten. 133. Weise von Teichgrüber; auch: Die Hussiten vor Naumburg. 1. Als dir Römer frech geworden, zogen sie nach Deutschlands Norden; vorne mit Trompetenschall zog der Gen'ralfeldmarschnll Herr Ouintilius Varus. 2. In dem Teutoburger Walde, Huh! wie pfiff der Wind so kalte! Raben flogen durch die'Luft, und es mar ein Moderduft, wie von Blut und Leichen. 3. Plötzlich aus des Waldes Duster brachen krampfhaft die Cherusker. Wüt Gott für Fürst und Vaterland stürmten sie, von Wut entbrannt, gegen die Legionen. 4. Weh! das war ein großes Morden, sie er¬ schlugen die Cohorten, nur die röm'sche Reiterei rettete sich in das Frei', denn sie war zu Pferde. 5. O Quintili, armer Feldherr! Dachtest du, daß so die Welt wär'? Er geriet in einen Sumpf, verlor zwei Stiefel und einen Strumpf und blieb elend stecken. 118 6. Da sprach cr voll Ärgeruusfcn zu Herrn Centurio Titiusscn: „Kam'rade zeuch dein Schwert hervor, und von hinten mich durchbohr', weil doch alles futsch ist." 7. In dem^armen röm'schcn Heere diente auch als Volontäre Scaevola, ein Rechtskandidat, den man schnöd' gefangen hat, wie die andern alle. 8. Diesen! ist es schlecht ergangen, denn, eh' man ihn aufgehangen, stach man ihn durch Zung' und Herz, nagelt' ihn dann hinterwärts auf sein Lorpus juris. 9. Als das Morden war zu Ende, rieb Fürst Hermann sich die Hände, und, uni sich des Sieg's zu freu'u, lud er die Cherusker ein zu 'uem großen Frühstück. 10. Hei! da gab's westfäl'sche Schinken, Bier, so viel sie wollten trinken. Selbst im Zechen blieb er Held: doch auch seine Frau Thusueld' trank als wie ein Hausknecht. 11. Nur in Rom mar man nicht heiter, sondern kaufte Trrmerkleider. Grade, als beim Mittagsmahl Augustus saß im Kaisersaal, kam die Trauer¬ botschaft. 12. Erst blieb ihm vor jähem Schrecken ein Stück Pfau im Halse stecken, daun geriet er außer sich und schrie: Vare, schäme dich, recläe leZioneg! 18. Sein deutscher Sklave, „Schmidt" geheißen, dacht': Mich soll das Mäuslc beißen, wenn er sie je wieder kriegt, denn wer einmal tot daliegt, wird nicht mehr lebendig. 14. Wem ist dieses Lied gelungen? Ein Študente hat's gesungen. In Westfalen trank er viel, drum aus Nationalgefühl hat er's angefcrtigt. I. B. v. Scheffel. 119 134. Weise von Steph. Gruwe. 1. Das war der Zwerg Perkeo im Heidelberger Schloß, an Wüchse klein und winzig, an Durste riesengroß. Man schalt ihn einen Narren, erdachte: „Liebe Leut', wär t ihr wie ich doch alle feuchtfröhlich und gescheit!" 2. Und als das Faß, das große, mit Wein be¬ stellet war, da ward sein künft'ger Standpunkt dem Zwergen völlig klar. „Fahr wohl," sprach er, „o Welt, du Katzenjnmmcrtal, was sie auf dir hantieren, ist Wurst mir und egal!" ll. „Nm lederne Ideen rauft man manch heißen Kampf, es ist im Grund' doch alles nur Nebel, Rauch und Dampf! Die Wahrheit liegt im Weine, beim Weinschlurf sonder End' erklär' ich alter Narre fortan mich permanent." 4. Perkeo stieg zum Keller; er kam nicht mehr hersiir und sog bei fünfzehn Jahre nm rhein'sche» Malvasier. War's drunten auch stichdunkel, ihm strahlte inn'res Licht, und wankten anch"die Beine, er trank und murrte nicht. 5. Als er zum Faß gestiegen, stand's wohlgefiillt und schwer, doch als er kam zu sterben, klang's ans- gesaugt und leer. Da sprach er fromm: „Nun preiset, ihr Leut', des Herren Macht, die in mir schwachem Knirpse so Starkes hat vollbracht!" 6. „Wie cs dem kleinen David gegn Goliath einst gelang, also ich arm Gezwcrge den Riesen Durst bezwang. Nun singt ein cle prokunclis, daß das Gewölk' erdröhnt, das Faß steht auf der Neige, ich falle sieggekrönt." 120 7. Perkeo ward begraben. — Ilm seine Keller¬ gruft beim leeren Riesenfasse weht heut noch feuchte Luft; und wer als frommer Pilger frühmorgens ihr genaht: Weh ihm! Als Weinvertilger durchtobt er nachts die Stadt! I. B. °. Scheffel. 135. Volksweise (im Wechselciesang). 1. Die Binschgauer wollten wallfahrten geh'n; sie täten gerne singen rind kunnten's nit gar schön. Zschahi! zschahe! zschaho! Die Binzger feind schon do. Jetzt schau' fein, daß ein jeder sei Ranzelle hoat, sei Ranzelle hoat! 2. Die Binschgauer zogen weit vom Heimat¬ land; sie schallten viele Stadtel und winden rings bekannt. Zschahi! nsw. 3. Die Binschgauer hatten lange Freud' und Not, bis hoch des Domes Zinne erglänzt im Abend¬ rot. Zschahi! nsw. 4. Die Binschgauer gangen um den Dom herum, die Foahnestang' ist brache, jetzt gangen s' mit dem Trum. Zschahi! usw. 5. Die Binschgauer gangen in den Dom hinein, die Heil'gen toaten schloafe, sie kunnten's nit der schrei'n. Zschahi! nsw. Tiroler Volkslied. 136. Bekannte Weise. 1. Die Leinweber haben eine saubere Zunft, harnin ditscharum! Bum! bum! Mittfasten halten sie Zusammenkunft, Harum ditscharum! Aschengraue — dunkelblaue — mir ein Viertel — dir ein Viertel — sein oder grob — Geld gibts doch — aschen¬ graue, dunkelblaue usw. 121 2. Die Leinweber schlachten alle Jahr zwei Schwein, das eine ist gestohlen, das andre ist nicht sein, usw. 3. Die Leinweber nehmen keinen Lehrjungen an, der nicht sechs Wochen lang hungern kann, usw. 4. Die Leinweber haben auch ein Schifflein klein, da fahren sie die Mücken und Flöhe drein, usw. 5. Die Leinweber machen eine zarte Musik, als führen zwanzig Müllerwagen iiber die Brück', usw. t37. Bekannte Weise. 1. Ein Hering liebt' eine Auster im kühlen Meeresgrund; es war sein Dichten und Trachten ein Kuß von ihrem Mund. 2. Die Auster, die war spröde, sie blieb in ihrem Haus; ob der Hering sang und seufzte, sie schaute nicht heraus. 3. Nur eines Tags erschloß sich ihr duftig Schalenpaar, sie wollt' im Meeresspiegel beschau'n ihr Antlitz klar. 4. Der Hering' kam geschwommen, steckt seinen Kopf hinein und dacht', an einen, Kusse in Ehren sich zu freu'n. 5. O Harung, armer Harung, wie schwer bist du blamiert! Sie schloß in Wut die Schalen, da war er guillotiniert. ti. Jetzt schwamm sein toter Leichnam wehmütig im grünen Meer und dacht': In meinem Leben lieb' ich keine Auster mehr. I. V. v. Scheffel. 122 138. V. E. Becker. 1. Der Römeradler hielt den Rhein in seinen starken Fängen, und Kaiser Probus baute Wein an allen Bergeshängen. Es streckten nach dem Schwerte die Hand die Deutschen aus und brummten in die Bärte! Naus! naus! naus! naus! naus! naus! 2. Da sprach mit List die weise Frau beim Fest der Sonnenwenden. Geduld! Laßt erst den Reben- bau das Römervolk vollenden. Füllt süßer Most die Schläuche nut gärendem Gebraus, dann, Kinder, werft die Gäuche naus, usw. 3. Des weisen Weibes Runenreim behagte baß den Leuten; sie tranken ans und gingen heim zn ihren Bärenhäuten. Es schlief jedweder Brave den Sonnenwendrausch aus und lallte noch im Schlafe: Naus! usw. 4. Sie dämpften ihren Heldenzorn, sie jagten, tranken, träumten, bis daß in Schlauch und Wisent¬ horn des Weines Wellen schäumten. Das Horn ging um im Kreise beim nächsten Jnlfestschmaus zur wilden Schlachtenweise: Naus, usw. 6. Die Deutschen schau am andern Tag das Rachewerk begannen. Was ihren Schwertern nicht erlag, im Eilmarsch zog von dannen. Herrn Casus und Herrn Titus erfaßte kalter Graus beim Dröhnen des Barditus: Naus! usw. 6. Boni Feinde lernst du jeder Zeit auch noch in unfern Tagen, doch macht der Feind bei dir sich breit, dann fasse ihn nm Kragen; dann wahre dir dein Hausrecht und wirf ihn aus dein Haus selbst oder mittelst Hausknecht naus, usw. Rudolf Baumbach. 123 139. Eigene Melodie. 1. Auf Schlesiens Bergen, da wächst ein Wein, der braucht nicht Hitze nicht Sonnenschein; ob's Jahr ist schlecht, ob's Jahr ist gut, da trinkt man fröhlich der Traube Blut. 2. Da lag ich einmal norm vollen Faß: „Ein andrer soll mir trinken das!" so rief ich, „nnd sollt's der Teufel sein, ich trink' ihn nieder mit solchem Wein!" 3. Und wie noch daS letzte Wort verhallt, des Satans Tritt durch den Keller schallt. ,,„He, Freund, gewinn ich, so bist du mein! Ich gehe"", so ruft er, „„die Wette ein!"" 4. Da wurde manch' Krüglcin leer gemacht; wir tranken beinah' die halbe Nacht. Da lallte der Teufel: ,,„He, Kamerad, beim Fegfeuer! jetzt hab' ich's satt!"" 6. „„Ich trank vor hundert Jahren in Prag mit den Studenten dort Nacht und Tag; doch mehr zu trinken solch' säuern Wein, müßt ich ein geborner Schlesier sein!"" 149. Volksweise lM7. t. Ein lust'ger Musikante marschierte einst am Nil, v tempora, o mores! Da kroch aus dem Wasser ein großer Krokodil, o temporn, o mores! der wollt' ihn gar verschlucken, wer weiß, wie das ge¬ schah? Juchhcirassasasa, o tempo-tsmporn! Gelobet seist du jederzeit, Frau Mnsika. 124 2. Da nahm der Musikante seine alte Geig'n, o tempors, o moros! und tat nut seinem Bogen fein darüberstreich'n, o tempors, o morose ucks^ro, ckolce, prosto, wer weiß, wie das geschah ? Juchhei- rassasasa usw. 3. Und wie der Musikante den ersten Strich getan, o tsmpor«, o moros! da fing der Krokodile zu tanzen an, o tempora, o moros: Menuet, Galopp und Walzer, wer weiß, wie das geschah? Juchhei- rassasasa usw. 4. Er tanzte wohl im Sande im Kreise herum, o tempors, o moros! und tanzte sieben alte Py¬ ramiden um, o tompors, o moros! denn die sind lange wacklig, wer weiß, wie das geschah? Juchhei- rassasasa usw. 5. Und als die Pyramiden das Teufelsvieh er¬ schlagen, o tomporu, o moros! da ging er in ein Wirtshaus und sorgt' für seinen Mag'n, o tempora, o moros! Tokaierwein, Burgunderwein, wer weiß, wiS das geschah? Juchheirassasasa usw. 6. Eine Musikantenkehle, die' ist als wie ein Loch, o tempora, o moros! Und hat er noch nicht aufgehört, so trinkt er heute noch, o tomporu, o moros! und wir, wir trinken mit ihm, wer weiß, wie das geschah? Juchheirassasasa usw. Emanuel Geibel, 1840. 141. 1. Einst schrieb Paulus den Ephesern: „Trinkt nicht aus so kleinen Gläsern, sintemal und alldieweil dieses ist dem Herrn ein Grnu'l!" - Hört, o hört! Hört, o hört, was der fromme Paulus lehrt! 2. Den Galatern tat er schreiben: „Laßt das Wassertrinkcn bleiben, weil das Wasser heilig ist, denn es tauft damit der Christ!" — Hört usw. 125 3. „Wein", so schrieb er an die Römer, „Wein schmeckt euch viel angenehmer, und das Wasser, wie man weiß, schmeckt nach nichts, — Gott tat's mit Fleiß!" — Hört usm. 4. „Wein," so schrieb er an den Titus, „liegt im .Kultus auch und Ritus; drum, was Vorschrift und Gebrauch, das, mein Sohu, befolgeauch!" —Hört usw. 5. „Wein," schrieb er geu Thessalonich, „ziehe ich selbst vor dem Honig; Wein stärkt mir den Glaubens¬ mut, was der Honig nimmer tut." — Hört usw. 6. „Auch," schrieb er au die Kolosser, „löscht die Leber nichts famoser; drum mit milder Christenhand löscht mit Wein des Nächsten Braud!" —Hört usm. 7. „Ach," schrieb er an den Philemon, „Durst, das ist ein böser Dämon! Durst zu haben uud nicht Wein, das ist wahre Hölleupein!" — Hört usm. 8. „Doch," schrieb er an die Philippcr, „seid nur nicht so bloße Nipper! In dem Wein ist Wahrheit, und — kommt der Wahrheit auf den Grund!" - Hört usw. 142. Bekannte Weise. . 1. Ein Vater mit seinem Sohne guug, radibum, radibum, radibum! Ein'n Spitzbuben man an den Galgen hung, radibum, radibum, radibum! Da hackten ihm die Raben in das Angesicht, radibum, radibum, radibum! Hinauf kam er wohl, aber 'runter kuunt' er nicht, radibum, radibum, radibum! s: Und selbst im Land Tirol. :s 2. Der Vater zu dem Sohne spricht: Wünsch' dich auf keinen Galgen nicht, da hacken dir die Raben in das Angesicht; hinauf kommst du wohl, aber 'runter kannst du nicht. Radibum usw. 126 3. Und als ein Jahr verflossen kaum, der Vater hing an des Galgens Banin, da hackten ihm die Rahen in das Angesicht! hinauf kam er wohl, aber 'runter kunnt' er nicht. Radibum usw. 4. Und wiederum ein Jahr verging, auch der Sohn nun an dem Galgen hing, da hackten ihm die Raben usw. 5. Und die Moral von der Geschieht': Wünsch' dich auf keinen Galgen nicht, da hacken dir die Rahen in das Angesicht; hinauf kommst du wohl, aber 'runter kannst du nicht. Radibum usw. 143. Werse: Es hatten drei Gesellen. 1. Es rauscht in den Schachtelhalmen, verdächtig leuchtet das Meer, da schwimmt mit Tränen im Auge ein Ichthyosaurus daher. 2. Ihn jammert der Zeiten Verderbnis, denn ein sehr bedenklicher Ton war neuerlich eingerissen in der Lias-Formation. 3. Der Plesiosaurus, der alte, er jubelt in Saus und Braus, der Pterodaktylus selber flog jüngst be¬ trunken nachhaus. 4. Der Jguanodon, der Lümmel, wird frecher zu jeglicher Frist, schon hat er am Hellen Tage die Jchthyosaura geküßt. 5. Mir ahnt eine Weltkatastrophe, so kann es ja langer nicht geh'n! Was soll aus dem Lias noch werden, wenn solche Dinge gescheh'n? 6. So klagte der Ichthyosaurus, da ward es ihm kreidig zumut, sein letzter Seufzer verhallte im Qualmen und Zischen der Flut. 127 7. Es starb zu derselben Stunde die ganze Saurierei; — sie kamen zu tief in die Kreide, da war es natürlich vorbei. 8. Und der uns hat gesungen dies petrefaktische Lied, der fand's als fossiles Albumblatt auf einem Koprolith. I. V. v. Schcfsci 144. Weise: Als Noah aus dem Kasten war. 1. Es war einmal ein Kandidat, der ganz ent¬ setzlich saufen tat; die Kehle hing ihm in den Bauch wie ein Hamburger Spritzenschlauch; das ganze Kon¬ sistorium, ja selbst den Bischof soff er um. 2. Als Missionär in Hindostau, da pflanzt' er Malz und Hopfen an; die Rede floß ihm lieblich süß von Herrn Gambrin' und Cerevis, vergaß darob in Seligkeit Examina und Christenheit. 145. Volksweise. 1. Es waren 'mal drei Gesellen, die täten sich was erzählen; sie hielten unter sich wohl einen weisen Rat, wer unter ihnen wohl das schönste Mädchen hat. 2. Da war auch einer d'runter, und nichts ver¬ schweigen kunnt' er: dem Hütt' auf diese Nacht sein Liebchen zugesagt, daß er bei ihr sollt'sein in stiller, trauter Nacht. 3. Das Mädchen stand am Pförtchen und hörte jedes Wörtchen. Du lieber guter Gott, verleih' mir Mut und Kraft, daß dieser Bösewicht an mir kein'n Anteil hat. 4. Des Morgens um halb viere klopft er an ihre Türe; er klopft ganz leise an mit seinem Siegelring: Schläfst oder wachest dn, herzallerliebstes Kind? 128 6. Mag schlafen oder wachen, ich tn' dir nicht anfmachen; geh' du nnr immer hin, wo du gewesen hast, und binde deinen Gaul an einen dürren Äst. 6. Wo soll ich denn hinreitcn? Es schlafen alle Leuten, es schlafen alle, Leut', Vieh, Menschen, Weib und Kind, es regnet und es schneit und weht ein kühler Wind. 7. Das tut mich gar nicht rühren, daß dir das tut passieren; denn wer ein Mädel hat und sagt es jedermann, der klopft denn auch, wie du, sehr oft vergebens an. 8. Da sprachen die Herr'n Hausknechte: Dem Kerl geschieht gnn.t rechte; Hütt' er geschwiegen still und 's Maul gehalten fein, so wär' er heute Nacht beim schönsten Mägdelein. iF. Weise von Abt oder nach: Wenn ich dich bei mir betrachten tu'. 1. Hildebrand und sein Sohn Hadubrand ritten selbander in Wut entbrannt gegen die Seestadt Venedig. 2. Hildebrand und sein Sohn Hadubrand, keiner die Seestadt Venedig fand; da schimpften sie beide unflätig. 3. Hildebrand und sein Sohn Hadubrand ritten bis da, wo ein Wirtshaus stand, Wirtshaus mit kühlen Bieren. 4. Hildebrand und sein Sohn Hadubrand soffen sich beid' einen großen Brand; heim krochen sic auf allen vieren. z. zz. °. sch-M. 12!» iFr. 1. Im Rufsenland, im Rufsenland, es grenzt ans Ungeheure, im Russenland, im Rufsenland, da trinkt man Schwefelsäure. Wir haben keinen Russenleib und trinken Bier zum Zeitvertreib und singen froh zu jeder Zeit: Hoch leb', du edle Feuchtigkeit! 2. Giraffe du, Giraffe du, ivas nützt dir dein Gefalle? Giraffe du, Giraffe du, trinkst du aus trüber Quelle. Den trüben Quell nicht lieben wir, wir trinken alle Sorten Bier und singen froh usw. 3. O Eskimo, o Eskimo, im Kajak, deinem Kahne, o Eskimo, o Eskimo, labst dich am Seehundstrane! Den Eskimo bewundern wir und trinken statt des Tranes Bier und singen froh usw. 4. Ja jedermann, ja jedermann hat darin seine Weise; ein jeder nährt sich, wie er kann, durch Trank und auch durch Speise. Und Turnersleute, so wie wir, die nähren sich von gutem Bier und singen froh usw. 148. 1. Im schwarzen Walfisch zu Askalon da kneipt' ein Mann drei Tag', bis daß er steif, wie ein Besen¬ stiel am Marmortische lag. 2. Im schwarzen Walfisch zu Askalon da sprach der Wirt: Haltan! Der trinkt von meinem Baktrer- Schnaps mehr, als er zahlen kann. 3. Im schwarzen Walfisch zu Askalon da bracht' der Kellner Schar in Keilschrift auf sechs Ziegel¬ stein' dem Gast die Rechnung dar. o IM 4. Fm schwarten Walfisch zn Askalon da sprach der Gast: O weh! Mein bares Geld ging alles drauf im Lamm zu Ninive! 5. Im schwarzen Walfisch zu Askalau da schlug die Uhr halb vier, da warf der Hausknecht aus Nubierland den Fremden vor die Tür. 6. Im schwarzen Walfisch zu Askalon wird kein Prophet geehrt, und wer vergnügt dort leben will, zahlt bar, was er verzehrt. z. B. ». Zchesscl. 14'». Weise: Crainbmnbuli, das ist der Titel. 1. Wenn wir gewippt und voltigieret, wenn uns das Turnen müd' gemacht, wird in die Kneipe froh marschieret, dort wird geulkt und viel gelacht. Gesiegelt wird zwar auch sehr viel, doch jederzeit mit Dlnst und Ziel, beim Li-La-Lampenschein, beim Lampenschein. 2. Silentium! die Kneip' ist offen, nanu ver¬ geßt die Satzung nicht! Wer jetzt bei einem Rülps betroffen, wer irgendwelches Fremdwort spricht, auch wer da flucht und „Herr" tit'liert, der schnell von uns verdonnert wird zum Kri-Kra-Kreuzerlein, zum Kreuzcrlein. 3. Weh' dem, der sich zu zahlen sträubet; der Kneiphader , er schreitet schnell und trinkt, daß nichts im Glase bleibet, den Bierstoff weg ihm auf der Stell'. Drum lieber zahlt das Kreuzerleiu, als büßet soviel Bierstoff ein, 's Schi-Scha-Schade drum, 's Schade drum! 4. Und ist ein Gast in unsrer Mitte, was uns stets viel Vergnügen macht, wird ihm nach echter Turnersitte als Willkomm' ein „Gut Heil!" gebracht, das heißt, wenn er sich nobel zeigt und uns in Barem überreicht drei Zi-Za Zehnerlein, drei Zeh¬ nerlein. 5. Wer nur zwei Zehnerlein läßt springen, dem wird ein „Tätretü!" gebracht, und sollst: ein „Wacker!" wir ausbringen, wird gar nicht erst viel Sums ge¬ macht; es trägt ja nur ein Zehnerlein, wer wird sich da erst heiser schreist:, das fi-fa-fehlte noch, das fehlte noch. 6. Ach, wenn doch immer recht viel Gäste bei uns erschienen, — wär' das > schön! Und für den Säckel wär's das beste, der würde stets in Blüte steh'». Drum ladet nur viel Gäste ein, von- wcgen recht viel Zehnerlei» und Gi-Ga-Gulden auch, und Gulden auch. 15<>. Weise von C. Appel. 1. Wer reitst mit zwanzig Knappen ein zu Heidel¬ berg im Hirschen? Das ist der Herr von Roden¬ stein, auf Rheinwein will er pürschen. 2. Hollaheh! Den Hahn ins Faß! Schenkt ein! Ich fürcht', die Kehlen rosten; mir wöllstmein Jahr lang lnstig sein, und sollt's ein Dorf auch kosten! 8. Ein Dorf, was ist's? Nur Mist und Rauch; ich hab' ja ihrer dreie: Gersprenz und Pfaffenbeer- furt auch und Reichelsheim, das treue. 4. Drommeten klangen mit Schalmeisti und Pauken um die Wette; zwölf Monden saß der Rodenstein beini fürstlichen Bankette. 5. Und als er sich nach Jahr und Tag die Rechnung hergewunken, da fprach er: Blitz und Donnerschlag! Jetzt ist Gersprenz vertrunken! Ger¬ sprenz ist hin, Gersprenz ist fort! Gersprenz, der fromme, der züchtige Ort, Gersprenz ist veritrunken! 6. Hollaheh! Doch wie man's treibt, so geht's! Was liegt an dem Verlurste? Mau spricht vom vielen Trinken stets, doch nie vom vielen Durste! Gersprenz ist hin! usw. I. V. «. Scheffer 151. Weise von E. Guth. 1. Und wieder saß beim Weine im Waldhorn ob der Bruck' der Herr vom Rodenstcine mit schwerem Schluck und Gluch 2. Der Wirt sprach tief in Trauer: Daß Gott sich mein erbarm'! Der sitzt wie eine Mauer und trinkt mich nächstens arm! tz. Wie soll das all' noch enden - Kein'n Pfennig gibt er her. . . Ich glaub', ich laß' ihn pfänden, sonst weicht er mir nicht mehr! 4. Der Frohnvogt samt dem Büttel kam hand¬ fest an im Horn: Heraus den Sammetkittel, die Stiefel und die Spor'n! 5. Heraus des Mantels Zierde, Handschuh' und Zobelhut! Verfallen diesem Wirte ist all' Eu'r Hab und Gut! ö. Da lacht der Rodensteiner: Nur zu, wie wird mir wohl! 's trinkt leichter sich und feiner im Unterkamisol! 7. Und bis ihr mir die Kehlen könnt pfänden aus dem Hals, werd' ich noch manchen quälen, der Wein schenkt in Knrpfalz! I. V. v. Scheffci. VI. Trinklieder. Krinkyornlied. Weise: Grad' aus dem Wirtshaus. 1. Füllt mir das Trinkhorn, reicht es herum, Trinken macht weise, Fasten macht dumm. 2. Was ist das Atmen? Ein Trinken von Luft. Was ist das Riechen? Ein Trinken von Duft. 3. Was ist ein Kuß als ein doppelter Trank! Trinken macht selch, Fasten macht krank. 4. Was ist Sehen? Ein Trinken des Scheins — klincst's auch verschieden, bleibt es doch eins! 5. Füllt mir das Trinkhorn, reicht es herum, Trinken macht weise, Fasten macht dumm. Badenstedt. 152. Weise von .ttarl Gottlieb Reißger. 1. Als Noah aus dem Kasten war, da trat zu ihm der Herre dar: der roch des Noüh Opfer fein und sprach: Ich will dir gnädig sein, und weil du ein so frommes Haus, so bitt' dir selbst die Gnaden aus. 2. Fromm Noah sprach: Ach, lieber Herr, das Wasser schmeckt mir gar nicht mehr, dieweil darin ersäufet sind all' sündhaft Vieh und Menschenkind. Drum macht' ich armer alter Mann ein anderweit Getränke ha'n! 3. Da griff der Herr ins Paradies und gab ihm einen Weinstock süß und sprach: Den sollst du pflegen sehr! Und gab ihm guten Rat und Lehr' und wies ihm alles so und so; der Noah ward vhn' Maßen froh. 4. Und rief zusammen Weib und Kind, dazu sein ganzes Hausgesiud', pflanzt' Weinberg'-rings um sich herum — der Noah mar fürwahr nicht dumm! baut' Keller dann und preßt' den Wein und füllt' ihn gar in Fässer ein. 5. Der Noah war ein frommer Mann, stach ein Faß nach dem andern an und trank es aus zu Gottes Ehr': das macht' ihm eben kein Beschwer, Er trank, nachdem die Süudflut mar, dreihundert noch und fünfzig Jahr. t>. Ein kluger Mann hieraus erficht, daß Weins Genuß ihm schadet nicht, und item, daß ein guter Christ in Wein niemalen Wasser gießt, dieweil darin ersäufet sind all' sündhaft Vieh und Menschenkind. August Kopisch, 1824. 136 1. Auf Deutschlands hohen Schulen da trinken des Gerstemveins Alldeutschlands Völkerschaften ein Glas und immer noch eins. Das ist altdeutsche Sitte! In seiner „Germania" hat's Taeitus schon berichtet; hort zu, wie das geschah: 2. An einen: Sommerabcnd, im Schatten des heil'gen Hains, da lagen auf Bärenhäuten zu beiden Seiten des Rheins verschiedene alte Germanen, als plötzlich mit höflichem Gruß ein Römer kam: Meine Herren, mein Nam' ist Taeitus. 3. Von Ihres Volkes Sitten schreib' ich eine Biographie, drum möcht' ich Sie fein bitten, erläutern Sie mir die! Da schwiegen die alten Germanen und reichten ihm einen Krug, d'raus trank der edle Römer, sprach bald: Jetzt hab' ich genug! 4. Da lachten die alten Germanen zu beiden Seiten des Rheins und ließen ihn spinnen und trinken ein Glas und immer noch eins. Und als er am andern Morgen sich seinen Kater besah, da schrieb er voll Wut und Rache in seine „Germania": 5. st Es wohnen die alten Deutschen zu beiden Seiten des Rheins, sie liegen auf Bärenhäuten und trinken immer noch eins. :f A. «mutz. W. Rner. 154. Weise von Christian Lüvin Sander, 1776. 1. Bekränzt mit Laub den lieben, vollen Becher stund trink! ihn fröhlich leer!:s In ganz Europia, ihr Herren Zecher, st ist solch ein Wein nicht mehr! :f l37 2. Er kommt nicht her aus Ungarn, noch aus Polen, st noch wo man franzmänn'sch spricht;:) da mag Lü. Veit, der Ritter, Wein sich holen, s:wir holen ihn da nicht.:) 3. Ihn bringt das Vaterland aus seiner Fülle; s: wie wär' er sonst so gut?:) Wie mär' er sonst so edel, mär' so stille s: und doch voll Krast und Mut? :) 4. Er wächst nicht überall im Deutschen Reiche, stund viele Berge, hört!:) sind, wie die weiland Kreter, faule Bäuche stund nicht der Stelle wert.:) 5. Thüringens Berge, zum Exempel, bringen, st Gewächs, sieht ans wie Wein,:) ist's aber nicht, man kann dabei nicht singen, st dabei nicht fröhlich sein.:) 6. In: Erzgebirge dürft ihr auch nicht suchen, st wenn Wein ihr finden wollt;:) das bringt nur Silbererz und Koboldkuchen st und etwas Lausegold.:) 7. Der Blocksberg ist der lange Herr Philister, st er macht nur Wind, wie der;:) drum tanzen auch der Kuckuck und sein Küster st ans ihm die Kreuz und Quer.:) 8. Am Rhein, am Rhein, da wachsen unsre Reben, s: gesegnet sei der Rhein!:) Da wachsen sie am Ufer hin und geben st uns diesen Labewein.:) !t. So trinkt ihn denn und laßt uns alle Wege st uns frcu'n und fröhlich sein;:) und wüßten wir, wo jemand traurig läge, st wir gäben ihm den Wein.:) Matth. Claudius, 1775. 155. 1. (^3, ^3, geschmauset, laßt uns nicht rappel- köpfisch sein! Wer nicht mit hauset, der bleib' daheim! Uckite, bibite, collegMlsZ! pv8t multu seeculu po- culu nulla! IM 2. Der Herr Professor liest heut kein Kollegium, drum ist es besser, man trinkt eins 'nun. killte usw. 3. Trinkt nach Gefallen, bis ihr die Finger dar¬ nach leckt; dann hat's uns allen recht wohl gefchmeckt. Kälte usw. 4. Auf, auf, ihr Brüder! erhebt den Bacchus auf den Thron und setzt euch nieder, — wir trinken schon, Kälte nsw. 5. So lebt man immer, so lang' der junge Lenz uns blinkt und Iugendschimmer die Wangen schminkt. Kälte nsw. 6. Knaster, den gelben, hat uns Apoll da präpa¬ riert und uns denselben rekommandiert, Kälte usip. 7. Hat dann ein jeder sein Pfeifchen Knaster angebrannt, so nehm' er wieder sein Glas zur Hand. Kälte usw. 8. So lebt man lustig, weil es noch flotter Bursche heißt, bis daß man rüstig uä pstres reist. Kälte ufm. 9. Bis daß mein Hieber vom Korpus juris wird besiegt, so lang, ihr Brüder, leb' ich vergnügt. Kälte usw. tO. Denkt oft, ihr Brüder, an unsre Fugend- sröhlichkcit, sie kehrt nicht wieder, die gold'ne Zeit! Killte usw. Aus nindlebeus SludentcnUedeen, 1781. 17>, l. Bin ein fahrender Gesell, kenne keine Sorgen. Labt mich heut der Felseuguell, tut es Rheinwein morgen. Bin ein Ritter Lobesan, reit auf Schusters Rappen, führ den lockren Zeisighahn und den Spruch im Wappen: Lustig Blut und leichter Sinn, hin ist hin, hin ist hin. Amen. E 2. Zieh ich in ein Städtchen ein, spür ich's im Gehirne, wo inan trifft den besten Wein und die schönste Dirnen Spielmanie lächelt wohlgemut, streicht die Fiedel schneller, und ich werf, ihm in den Hut meinen letzten Hellen Lustig Blut und leichter Sinn, hin ist hin, hin ist hin. Amen. Meister Wirt, darfst heut nicht ruh'n, schlag' heraus den Zapfen! Back Frau Wirtin mir ein Huhn und zum Nachtisch Krapfen! Was ich heut nicht zahlen kann, zahlen will ich's künftig, darum fchreib's mit Kreide au, Wirt, und denk vernünftig: Lustig Blut und leichter Sinn, hin ist hin, hin ist hin. Amen. 4. Wein' dir nicht die Äuglein trüb, Mägdelein, vor Trauer! Fahrender Gesellen Lieb' ist von kurzer Dauer: Fahrender Gesellen. Lieb' endet vor den Toren. Wein' dir nicht die Äuglein trüb, hast nicht viel verloren. Lustig Blut und leichter Sinn, hin ist hin, hin ist hin. Amen. 5. Kommt ein Stern mit einem Schwanz, will die Welt zertrümmern, leiert euren Rosenkranz,„mich soll's wenig kümmern. Wird dem Weltenbrand zum Raub Berg und Wald und Haide, wird das Wirtshaus auch zu Staub, schwarzes Brett und Kreide. Lustig Blut und leichter Sinn, hin ist hin, hin ist hin. Amen. N. Baumbach. 157. l. Das Jahr ist gut, Braunbier ist geraten, drum wünsch' ich mir nichts als dreitausend Dukaten, damit ich kann schütten Braunbier in mein Loch; und je mehr ich davon trinke, desto besser schmeckt's noch. 140 2. Seh' ich ein Braunbier, o welch ein Ver¬ gnügen! Da kn' ich vor Freuden Vie Mütze abziegen, betracht' das Gewächse, v große Allmacht, das auS einem Tranrigen einen Lustigen macht. 3. Wenn einer vor Schulden nicht kann bleiben znhansc, so geht er ins Wirtshaus und setzt sich zum Schmause, er setzt sich zum Braunen und tnt, was er kann, und wer ihn da fordert, der kommt übel an. 4. Unser Herrgott muß endlich wohl selber drüber lachen, ums die Menschen für närrische Sachen tnn machen, planieren, plattieren, plattieren, planieren, und am Ende, da tnn sie noch gar appellieren. 5. Bei der ersten Halben, da ist's mäuschen¬ stille, weil keiner mit einer was anfangen wille; die zweite ist kritisch, die dritte muß ziegeu, bei der vierten gibt's Schläge, daß die Haar' davon fliegen. vie der Zapfen vom Fasse springt, so springt der Deckel vom Herzen, und was sich drinnen bewegt, das klingt in lustigen Liedern und Scherzen; s:es sind dem freie» Wort geweiht die Ritter von der Gemütlichkeit. :j tz. Wenn einem trocken die Kehle ward und er durstig lechzt nach dem Nassen, so ist es dieser Ritter Art, daß sie ihn nicht sterben lassen; f: es sind dem Wohle der Menschen geweiht die Ritter von der Gemütlichkeit. :j 158 4. Und wenn sich etliche Toren gar in traurigen Irrtum beknnuteu zu jener beklagenswerten Schar der Sekte der Flagellanten — j: denen setzen zurecht den Kopf bei Zeit die Ritter von der Gemütlichkeit. :j 5. Drum lebe hoch das freie Wort, das frisch von den Lippen rinne! Drum lebe, wenn nicht die Kehle verdorrt und wer nicht verachtet die Minne! j: Trum leben, erhaben ob Raum und Zeit, die Ritter von der Gemütlichkeit! :j Adolf .„rummo-her. 1, Was fang' ich armer Teufel au, die Gelder sind verzehret, mein Hab und Gut ist all' vertan, der Beutel ausgeleeret. Und daraus folgt der harte Schluß, daß ich aus — wandern muß. O jerum, jerum, jerum! 0 quss mutatio rerum! 2. Und Wäsche hab' ich auch nicht mehr, als nur ein einzig Hemde, das tut mir in der Seele weh und däucht mir gar zu fremde. Ein'u alten Gottfried hab' ich noch, der hat am Arm ein großes "Loch. O jerum usw. 8. Nach Hause darf ich auch nicht mehr, da hat man mich vergessen, seitdem ich Doktor worden bin im Saufen und im Fressen, gespielt, getanzt und kommerziert und die Gesundheit ruiniert. O jerum usw. 4. In meiner Stub' ist alles leer, da ist nichts mehr zu finden, als nur ein altes Mordgewehr, das will ich um mich binden und gegen die Franzosen zieh'n, vielleicht wird da mein Glück mir blüh'n. O jerum usw. 154 5. Am besten ist's, ich werd' Soldat und ziehe fort zu Felde; da finden keine Sorgen statt und mnngelt's nicht an Gelde. In einer Schlacht, da soll es sein, ivo ich will ruhig schlafen ein. O jerum usw. 177. Weise von V. E. Becker. 1. Was die Welt morgen bringt, ob sie mir Sorgen bringt, Leid oder Freud'? Komme, was kommen mag, Sonnenschein, Wetterschlag: s: morgen ist anch ein Tag, heute ist heut'! st 2. Wenns dem Geschick gefällt, sind mir in alle Welt morgen zerstreut! Drum laßt uns lustig sein! Wirt, roll' das Faß herein: s: Mädel, schenk' ein, schenk ein! Heute ist heut'! st ll. Ob ihren Rosenmnnd morgen schon Hildegund andern beut - - darnach ich nimmer frag', das schafft mir keine Plag', s: wenn sie mich heut' nur mag — heute ist heut'Ist 4. Brüder, stoßt an und singt! Morgen vielleicht erklingt Sterbegeläut'! Wer weih, ob nicht die Welt morgen in Schutt zerfallt! s: Wenn sie nur heut' noch hält! Heute ist heut'Ist Rudolf Baumbach. 178. 1. Wem bring' ich wohl das erste Glas! Wer lehrt mich das? Das erste Glas dem großen Geist, der Trost im Wein nns finden heißt, der unsre Welt so schön gemacht, s: ihm sei das erste Glas gebracht! st >55 2. Wem dring' ich wohl das zweite Glas? Wer lehrt mich das? Tas zweite Glas dem Vaterland, wo meiner Kindheit Wiege stand, wo Muttersorgeri mich bemacht, st ihm sei das zweite Glas gebracht!:) 8. Wem bring' ich wohl das dritte Glas? Wer lehrt mich das? Das dritte Glas dem treuen Weib, das eigen mir mit Seel' und Leib, in dessen Blick mir Liebe lacht, st ihm sei das dritte Glas gebracht!:) 4. Wem bring' ich wohl das letzte Glas? Wer lehrt mich das? Das letzte Glas dem guten Recht, das stets verdammt, was falsch und schlecht, und alles Gute hält macht, st ihm sei das letzte Glas gebracht! :) l79. Weise von G. Hoffmann, nnch voll K. Bindee. 1. Wenn ich einmal der Herrgott mär', mein erstes wäre das: ich nähme meine Allmacht her und schüf' ein großes Faß, ein Faß, so groß als wie die Welt, ein Meer goss' ich hinein st von einem bis znm andern Belt vom allerbesten Wein.:)., 2. Wenn ich einmal der Herrgott mär', mein zweites wäre das: ich nähme meine Allmacht her und schuf' eiu großes Glas, eiu Glas, so hoch bis an den Mond und wie die Erde rund, st auf daß cs sich des Trinkens lohnt', leert ich's bis auf den Grund.:) 3. Und hätt' ich dann gar manches Jahr, das Glas rein ausgeleert, so würde wohl der Wein zu mr, ich hätte mehr begehrt. Dann würf' ich auf die Knie mich und fing' laut an zu schrei'n: st Laß mich, o Gott, ich bitte dich, noch einmal Herrgott sein!:) E. Amthor, 1841. 156 180. Zchlußlied. Weise: So leb' denn wohl, du stilles Haus. 1. Bald mahnt die Glocke uns zum Schluß, drum singt ein Lied als Abschiedsgruß, und eh' ihr müde geht nach Haus', trinkt noch den letzten Tropfen aus. 2. Geleert ist nun so mancher Krug, und auch geulkt ward heul' genug; bekam auch mancher eins darauf, es nimmt's doch keiner übel auf. 3. Stieg euch zu Kopf ein hitzig Wort, so werft den Arger über Bord, denkt, 's war so übel nicht gemeint, und bleibt stets freundschaftlich vereint! vil. Grußlieder. KreUK'itslied. Weise von EnqelSbevg. 1. Hinaus, mein Herz, in freie Luft, die Waffe klirrt, die Trommel ruft - die Toten sind erstanden. Der Tag der Freiheit naht heran, er ist's, denn blutig bricht er an, er flammt von Land zu Landen. 2. Heraus du freies deutsches Wort, du mächt'ger Nibelungenhort, heraus du rost'ge Schneide! Dein Rost wird weichen im Gefecht, heraus du nicin le¬ bendig Recht - du meine Augenweide! !!. Und ob auch los die Hölle sei, wir leben frei, wir sterben frei, wir siegen oder fallen. Steig auf, du Führer unsrer Schar, steig auf, du freier deutscher Aar, du herrlichster von allen! Dr. Mnchanck, is«. Mahfsprüchc'. S ü d m a r k i s ch e r (k r a i n. - k ü st c n l ä n d i s ch e r) Sängerbund (gegründet 1897). Vom Fels -um Meer kling deutsches Lied und Wort! Der Treue Hort des Volkes Wehr vom Fels zum Meer! I. Bmdcr, Laibach ; Tonsatz I. Fre»cr, Prag. Wahl'fprüchr der Wnndesvercine. Abbazia. (Gesangsverein Quarnero.) 1890. Wo des Meeres blaue Welle spielend rauscht am Lorbcerstrand, grüß ich dich aus voller Seele deutsches Lied und deutsches Land! B. Aßling. (Deutscher Gesangsverein Stahl und Eisen.) 1896. Hat uns des Tages Last bemüht, quillt ueu die Kraft im deutschen Lied. B. Domschale. (Gesangsverein Andreas Hofer.) 1897. Stark nnd treu, im Worte echt, iu Taten frei: sei unser Recht. O. Görz. (Deutscher Gefangsverein.) 1898. Über die Alpmand hinweg hinab zum wogenden Meer brause du deutscher Sang mächtig und hehr! 160 Gottschee. (Sängerruude des Turnvereines.) 1897. Wo Mut und Kruft noch frisch erholten, wird deutsches Wort und Herz auch nie erkalten. Prof. C. Winter. Jdria. (Viergesang.) .Glück auf! 1897. Laibach. (Mannerchor der Philharmonischen Gesellschaft.) 1848. Treu das Gemüt, frei unser Lied! Laibach. (Säugerruude des Laibachcr deutschen Turnvereines.) 1886. Freies Wort gibt frommen Rat, frohes Lied weckt frische Tat! B. Laibach. (A r b e itcr § e s a n g s v e r e in „Vorwärts".) .1900. Vorwärts in Lied und Wort sei allzeit unser treuer Hort! Neumarktl. (Liedertafel.) 1846. Wo man singt, da laß dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder. . S. Pola. (Deutsche Sängerrunde.) 1898. Hin übers weite rauschende Meer troh Sturm und brausender Wogen Drang ertöne hoch und hehr du wackrer deutscher Sang! B. Triest.(DeutscherMän nergesangsverein.)1886. Sei unser Freund, sei unser Hort du deutsches Lied, du deutsches Wort. S. 161 Weißenfels. (Deutsche Sängerrunde.) 1897. Vom weißen Fels erkling wie Stahl das deutsche Lied ins grüne Tal. E. Sängl'rgrütze. Grüß Gott (Bhüt Gott)! mit Hellem Klang! Heil! deutschem Wort und Sang! Griiß Gott (Bhüt Gott)! mein Herz, mein Bruderherz, grüß Gott (Bhüt Gott)! viel tausendmal! Koschat. Ans den Jahrbüchern des Laivacher deutschen Turnvereines. 1863, 11. Oktober: Gründung des Laibncher Turn¬ vereines. 1865, 80. Juki: Fahnenweihe. 1868, 20. Mai: Ausflug nach Mannsburg (Jeschza, sloven. Überfall). 1869, 16. Mai: 1. südösterr. Gautag in Marburg. 28. Mai: Ausflug auf den Jantschberg (blutiger Überfall seitens sloven. Bauern). 1870, 19. Jänner: 8. Jahres-Hauptversammlung; Übergabe der neuen (zweiten) Fahne. 1871, 29. bis 81. Juni: l. deutsch österreich. Kreis- turnfest in Brünn. 1878, 8. Oktober: Den Verein tritt dem Kreise XV (Deutsch Österreich) der deutschen Turner- j'chaft bei. 187li, 1-6., 17. April: (1.) Gauturufest in Triest. 1878, 11. August: Jnhnfeier im Kvslergarten. 1882, 27., 28. Juni: Gauturnfest in Graz, Sieger I. Pock (h). 188!!, 6. Juli: Aufzug der Turner vor dem Kaiser Franz Josef. 2l. November: 20jnhriges Gründungsfest. 1884, 7., 8. September: (-!.) Ganturnfest in Villach. 28. Dezember: Gründungskommers der a.-t.; Ferialverbindung „Carniola". 1885, 17. Jänner: 19. Jahres-Hauptversammlung; der Verein heißt von nun an „Laibacher deutscher Turnverein", 163 1886, 20., 21. Juni: Turnfahrt nach Neumarktl (slovenischer Überfall auf der Rückfahrt). 4. Juli: Fahnenfest (Fraueuspende: Fahnen band in Schwarz Rot-Gold). 1886, 10. April: Geburtstag von Anastasius Grün; Rosegger Vorlesung. 11. April: Erstes Auftreten der Sttngerrundc. 3. Juni: Enthüllung des Anastasius Grün- Denksteins. 17., 18. Juli: (4.) Gauturnfcst in Graz. 1887, >3. August: Kreisturnfest in Krems. 1888, 12. Februar: Gantag in Graz; Eintreten für den Ersten Wiener Turnverein. 4. November: Feier des 26 jährigen Bestandes. 1889, 10. Februar: Gautag in Graz; die Wiener Fehde. 4. August: Gründungsfest des Tarviser Turn¬ vereines. 1890, 11. Februar: Gautag in Graz; die Wiener Fehde. 26., 26. Mai: Turnfahrt nach Gottschee (Fah¬ nenweihe des Gottscheer Turnvereines). 7., 8. Sept.: (6.) Gauturnfcst in "Klagenfurt. 1891, 6. April: Feier des fünfjährigen Bestandes der Sängerrunde (deutsche Frauen spenden eine Standarte). 4. Oktober: Körnerfcier. 1893, 12. Februar: Der südösterrcich. Gautag zum erstenmal in Laibach abgchalten. >2., 13. August: (6.) Gauturnfest in Knittel selb, Sieger I. Reitz. 1895, 14. April: Erdbeben in der Nacht vom Oster¬ sonntag. 1896, 2. Mai: Feier des zehnjährigen Bestandes der Sängerrunde. 164 1896, 28. Juni: (7.) Gauturnfest in St. Veit a. d. Glan. 1897, 2. Mai: Gründende Versammlung des süd- märkischen (krainisch-küstenlnnd.) Sänger¬ bundes im Kasino zu Laibach. 21. Juni: Turner und Säugerfahrt nach Raun. 15. Juli: Erdbeben beschädigt die Turnhalle. 30., 31. Oktober: Gründungsfest des südmär¬ kischen (krainisch küstenländ.) Sänger¬ bundes. 1898, 20. Februar: Sloveuischer Pöbelsturm auf das deutsche Kasino. 6. März: Gantag in Graz; Beseitigung der Grazer Turnfehde. 10., I I. April: Sängcrfahrt nach Pola. 29. Juni: (8.) Gauturnfest in Marburg; erster Sieger Alois Strimiher. 10. September: Kaiseriu Elisabeth f; daher unterbleibt die Feier des 35jährigen Bestandes. 1899, 1. Juli: Der Stadtmagistrat untersagt die Hissung der schwarz-rot goldenen Fahne in: Kasiuogarten. 1900, 18. Jänner: Das Reichsgericht erkennt dem Vereine das Recht zu, das Drcifarb (Schwarz Rot-Gold) als Vereinsfarbe in Fahnen und Abzeichen zu führen. 27. April: Gründung der Turnriege in Abbazia. 3., 4. Juli: Säugerfahrt nach Abbazia. 2. September: Sedanfeier. 7. bis 9. September: Ostmärtisches Gautnrnfcst in Wiener Neustadt. 8. Dezember: Sängerfahrt nach Jdria (auf dem Heimwege gewalttätiger Überfall seitens slovenischcr Pöbelhaufen). 165 1901, 20. April: Fleier des fünfzehnjährigen Bestandes der Sängerrunde. 12. Mai; Erstes Schauturnen der Frauen- und Mädcheurnege. 26., 27. Mai: Südmärkischcs Sängerbundesfest in Triest. 29. Juni: (9.) Gauturnfest in Marburg, Sieger: V. Cerer, L. Petz und A. Achtschin. 1902, 19. bis 22. Juli: Kreisturnfest, Alexander Kretschmer Sieger im Ringkampfe. 26. bis 28. Juli: Deutsches Säugerbundesfest in Graz. 12. Oktober: Jahn Gedächtnisfeier. 1908, 6., 7. Juni: Feier des vierzigjährigen Bestandes (Gewaltsame Beseitigung der schwarz-rot- goldenen Flagge durch den Bürgermeister). 27. bis29.Juni:(10.) Gnuturnfest inJudenburg; Beteiligung der Frauen und Mädchen riege; erster Sieger Alexander Kretschmer. 16. bis 18. Juli: (10.) deutsches Turnfest in Nürnberg, Alexander Kretschmer unter 208 der 83. Sieger. Gedenktage für deutsche Kumer. 1758, S, August: Joh. Chr. Fricdr. GutsMuths, Ver fasser des ersten deutschen Turnunter¬ richtsbuches, geb. zu Quedlinburg. 1763, 8. Jänner: Gerhard Ulrich Anton Vieth, der Turntheoretiker, geb. zu Hooksiel bei Jever. 1776, 15. November: Pchr Henrik Ling, Begründer der sog. schwedischen Gymnastik, geb. in Ljunga in Smalnnd. 1778, 11. August: Friedrich Ludwig Jahn, geb. zu Lanz bei Lenzen in der Priegnitz. 1785, 27. September Karl Friedrich Friesen, Lühomer Jager, Jahns Berater, geb. zu Magde bürg. 1787, 28. August: Dr. thcol. Christian Wilhelm Har¬ nisch, Jahns Mitarbeiter, geb. zu Wils- nack. 1792, 27. September: Ernst Wilhelm Beruh. Eiselen, Jahns treuester Mitarbeiter, Mitheraus¬ geber der „Deutschen Turnkunst" von 1816, geb. zu Berlin. 1796, 30. November: Dr. Christian Eduard Leopold Dürre, „ein Adjutant Vater Jahns", geb. zu Berlin. 1797, 15. August: Pros. Dr. Hans Ferd. Maßmanu, seit 1841 in Berlin, wirkt für deutsches Turnen und deutschen Sang, geb. zu Berlin. 1809, 9. September: Wilh. Lübeck, Eiselens Schüler, geb. zu Berlin. 167 1810, 3. Februar: Adolf Spieß, der Begründer des deutschen Schulturnens, der Schöpfer des Mädcheuturucns, geb. zu Lauterbach in Hessen. 1811, 19. Juni: Eröffnung des Turnplatzes in der Hasenheide bei Berlin durch Jahn. 1814, 15. Marz: Fr. Friesen meuchlings erschossen im Ardennerwalde bei la Lobbe. 1836, 12. Jänner: G. U. A. Vieth f- zu Dessau als Schulrat. 1839, 3. Mai: P. H.Ling 1'zu AnunluudiuSchwede». 21. Mai: Joh. Ehr. Fr. GutsMuths s- zu Ibenhain bei Schnepfental (Gotha). 1842, 6. Juni: Durch eine Knbinettsordre Friedrich Wilhelms IV. von Preußen wird das Turnen als notwendiger und »»entbehr licher Bestandteil der männlichen Er ziehung förmlich anerkannt und in den Kreis der VvlkSerziehungSmittel auf¬ genommen. (Ende der sog. Turnsperrc in Preußen.) 1846, 22. August: E. W. B. Eiselen ß im Seebade Misdrop. 1852, 15. Oktober: Jahn 1' zu Freiburg a. d. Unstrut. 1858, 9. Mai: Adolf Spieß s- zu Darmstadt. 1860, 15. Jänuer: „Ruf zur Sammlung" von Th. Georgii-Eßlingen und E. Kallenberg- Stuttgart. 16. bis 19. Juni: das I. deutsche Turn- und Jugendfest in Kobnrg. 1861, 10. bis 12. August: Das II. deutsche Turnfest in Berlin. (50jähr. Jubelfest des volks¬ tümlichen deutschen Turnens, Grund¬ steinlegung zum Jahn-Denkmal in der Hasenheide bei Berlin.) 168 1862, 1. Juli: Die erste Statistik der deutschen Turn¬ vereine durch G. Hirth. 1868, 2. bis 4. August: Das III. deutsche Turnfest in Leipzig. (Gründung derJahn-Stiftung aus Anregung von Dr. Goetz.) 1864, 15. August: Dr. theol. Christian Wilhelm Harnisch -f zu Berlin. 1868, 20., 21. Juli: Der 4. deutsche Turntag in Weimar. (Annahme des Grundgesetzes der deutschen Turnerschaft.) 1872, 8. bis 6. August: Das IV. deutsche Turnfest in Bonn. 11. August: Enthüllung des Jahn Denkmals von Erdmann Encke in der Hasenhcide bei Berlin. 1874, 3. August: Prof. Dr. H. F. Maßmann ck zu Muskau. 1875, 25., 26. Juli: Der 6. deutsche Turntag in Dresden. 1878, 11. August: Feier des 100 jähr. Geburtstages Jahns an allen größeren Turnstätten. 1879, 4. März: Wilhelm Lübeck ck bei Eberswalde auf der Eisenbahnfahrt nach Berlin. 23. Mürz: Dr. Ehr. Ed. L. Dürre f zu Wein¬ heim. 27., 28. Juli: Der 7. deutsche Turntag in Berlin. 1880, 24. bis 28. Juli: Das V. deutsche Turnfest in Frankfurt a. M. 1883, 24., 25. Juli: Der 8. deutsche Turntag in Eisenach. 1885, 19. bis 21. Juli: Das VI. deutsche Turnfest in Dresden. 27. September: Feier des 100 jähr. Geburts tages Fr. Friesens. 169 1886: Wiener Turnfehde; der I. Wiener Turnverein stellt sich auf rein völkisch deutsche Grund luge. 1887, 19., 20. Juli: Der 9. deutsche Tnrntag in Koburg. 1889, 27. bis 29. Juli: Das VII. deutsche Turnfest in München. Begründung des „Neusigl" Verbandes zur Reinigung des XV. Turn kreises. 18. Oktober: Begründung des deutschen Turnen bnndes in Wien (Kreis und Kießling). 1891, 19. bis 22. Juli: Der 10. deutsche Turntag in Hannover. 1894, 10. Juni: Weihe der Erinnernngsturnhalle in Freiburg. 2l. bis 25. Juli: Das VIII. deutsche Turnsest in Breslau. 1895, 22., 28. Juli: Der ll. deutsche Turntag in Eßlingen. (Enthüllung des Th. Georgii Denkmals.) 1897, 10. Oktober: Verband der deutschvölkischen Turnvereine des XV. Turnkreises. (Früher Neusigl-Verband.) (Es wird beschlossen, den Verein nach den Grundsätzen Jahns einznrichten.) 1898, 28. bis 27. Juli: Das IX. deutsche Turnfest in Hamburg. 31. Juli: Fürst Otto v. Bismarck st. 1901, 26. Mai: Der Kreisturntag des XV. Turn¬ kreises Deutschösterreich in Wien beschließt die Satzung daß von nun an nur Deutsche (Arier) Mitglieder der Kreis vereine sein können. 1903, 16. bis 18. Juli: Das X. deutsche Turnfest in Nürnberg. 170 1904, 4., 6. April: Der 13. deutsche Turntag in Berlin beschließt mit Mehrheit die Auß nähme der, durch das neue Grundgesetz des XV. Turnkreises ausgeschlossenen hebräischen Turnvereine, als Kreis XVb. Infolgedessen tritt der XV. Turnkreis aus der Turnerschast aus. Inhalts-Verzeichnis. Satzungen für die Turnerkneipe .. 1 Turner-Salamander. 8 Alls den Jahrbüchern des Laibacher deutschen Turnvereines 139 Gedenktage für deutsche Turner.141 I. Vaterlandslieder.13 II. Volkslieder.49 III. Turnerlieder.85 IV. t^tudentenlieder.101 V. Scherzlieder.115 VI. Trinklieder.133 VII. Grußlieder und Ivahlsprüche.157 Allah ist groß, Allah ist groß . .. 117 Alles schweige! Jeder neige ..15 Als die Römer frech geworden.117 Als Noah aus dem Aasten war.135 Alt Heidelberg, du feine.103 Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum . . 51 An den Rhein, an den Rhein, zio-h nicht an den Rhein . . 52 An der Saale Hellem Strande.52 Ännchen von Tharau ist, die mir gefällt.53 Auf den Bergen die Burgen.103 Auf Deutschlands hohen Schulen, da trinken des Gerstenweins 136 Auf, ihr Brüder, laßt uns wallen . .15 Auf, ihr Turner, laßt uns wallen.87 Aus Schlesiens Bergen.123 Bin ein fahrender Gesell.138 Brause, du Freiheitssang, brause wie Wogendrang ... 16 (^a, geschmauset, laßt uns nicht rappelköpfisch sein . . 137 Da streiten sich die Leut' herum.54 Das Jahr ist gut, Braunbier ist geraten.139 Das Lieben bringt groß' Freud .54 Das schwarzbraune Bier, das trink ich so gerne .... 140 DaS Volk steht auf, der Sturm bricht los. 17 Das war der Herr von Rodenstein.141 Das war der Zwerg Perkeo im Heidelberger Schloß . . . 119 Der Gott, der Eisen wachsen liest. 18 Der Mai ist gekommen .55 Der Papst lebt herrlich in der Welt.141 Der Römeradler hielt den Rhein in seinen starken Fängen . 122 Der Sang ist verschollen, der Wein ist verraucht .... 105 Deutsch zu denken, deutsch zu handeln.87 Deutsche Worte hör' ich wieder .19 Deutschland, Deutschland über alles.20 Diandle, geh' her zum Zaun .56 Diandle tief d'runt im Tal.56 Die Alten hielten frohen Sang .142 Die bange Nacht ist nun herum.56 Die Binschgauer wollten wallfahrten geh'n .120 Die Leinweber haben eine saubere Zunft.120 Dir möcht' ich diese Lieder weihen . 14 Drauß' ist alles so prächtig, und cs ist mir so wohl ... 57 Durch die Lüfte rauscht eiu Mahnen .20 Ein Hering liebt eine Auster im kühlen Meeresgrund . . 121 Ein Heller und ein Batzen war'n allzwci beide mein . . . 143 Ein lust'ger Musikante marschierte am Nil .123 Ein Ruf ist erklungen durch Berg und durch Tal .... 88 Ein treyes Herz voll Liebeslust .105 Ein Vater mit seinem Sohne gung.125 Einst schrieb Paulus den Ephesern.124 Es braust ein Ruf wie Donnerhall.21 ES ist bestimmt in Gottes Rat. 58 Es liegt eine Krone im tiefen Rhein .66 Es rauscht in den Schachtelhalmen .126 Es regt sich was im Odenwald .144 Es war einmal ein Kandidat.127 Es dren 'mal drei Gesellen .127 Es i^ollten viel treue Gesellen sich kaufen ein Vaterland . 22 Es zogen drei Burschen wohl über den Rhein.58 Freies Wort.86 Freiheit, die ich meine .22 Frisch auf, zum fröhlichen Jagen.23 Seite Frisch, ganze Kompanie, mit lautem Sing und Sang . . 89 Füllt mir das Trinkhorn, reich', es herum.134 Gestern auf die Nacht.-">9 Oauäeamus iZitur.102 Gott erhalte, Gott beschütze unsern Kaiser, unser Land . . 24 Grad' aus dem Wirtshaus nun komm' ich heraus .... 143 Hast du dem Lied der alten Eichen.25 Hei! in Blumen steh'n die Trieften. . 90 Heil dir im Siegcrkranz.25 Heraus, heraus die Klingen. 26 Heute scheid' ich, heute wandr' ich.59 Hier sind wir versammelt zu löblichem Tun.145 Hildebrand und sein Sohn Hadubrand.128 Hinaus in die Ferne mit lautem Hörnerklang.27 Hoch vom Dachstein an .60 Horch, Sturmesflügel rauschen, die deutschen Eichen lauschen 27 Hört ihr nicht den Ruf erklingen.90 Hurrah, du stolzes, schönes Weib, hurrah, Germania . . 28 Ich bin ein freier Mann und singe.60 Ich bin jüngst vcrwich'n hin zan Pfarra g'schlich'n ... 63 Ich hab' mich ergeben mit Herz und mit Hand.29 Ich hatt' einen Kameraden, einen bessern find'st du nit 61 Ich kenn' ein'n Hellen Edelstein.. 30 Ich schieß' den Hirsch im wilden Forst.62 Ich weiß nicht, was soll es bedeuten .. 62 Ich zog zur Hellen Stadt hinaus.63 Im Dorfe Lanz bet Lenzen, dort auf der Priegnitz Plan 92 Im Krug zum grünen Kranze. 64 Im kühlen Keller sitz' ich hier.146 Jur Russenland, im Rusfenland, es grenzt ans Ungeheure 129 Im schwarzen Walfisch zu Askalon. 129 In einem kühlen Grunde, da geht ein Mühleilrad . . 64 In festlicher Julnachtstunde, wann stirbt das alte Jahr . . 31 In lustiger Trinkkemenaten.147 Kein Tröpflein mehr im Becher .65 Keinen Tropfen im Becher mehr.146 Kneipwirt! noch ein Bier herauf.148 Kommt, Brüder, trinket froh mit mir .149 König Wilhelm saß ganz heiter ..31 Laßt, Brüder, uns trachten nach echt deutschem Sinn . . 93 Laßt tönen laut den frohen Sang .94 Mei Diandle is sauber, das iS just ka Schänd.68 Seite Mei Muada sagat'S gern, i sollt' a Geistla wem .... 67 Mein Lieb ist eine Alpnerin . .. 66 Michel, wach auf .. 33 Mus; i denn, muß i denn zum Stüdtele 'naus.69 Nach Süden nun sich lenken die Vöglein allzumal .... 106 Nun leb' wohl, du kleine Gasse . 70 O alte Burschenherrliästeit, wohin bist du verschwunden . . 106 O Deutschland, hoch m Ehren.33 O Tannenbaum, o Tannenbaum, wie treu sind deine Blätter 70 D Tannen bäum, o Tannenbnum ! wir grüßen dich mit Freuden 34 Sag' mir das Wort, dem so gern ich hab' gelauscht ... 73 Sah ein .ßnab' ein Röslein steh'n . 73 Sei gegrüßt, du meerentstieg'nes Land.109 Schier dreißig Jahre bist du alt. 74 Schwört's bei dieser blanken Wehre.108 Sie sollen ihn nicht haben, den freien deutschen Rhein . . 35 Sind wir nicht zur Herrlichkeit geboren .149 Sind wir vereint zur guten Stunde. 35 So leb' denn wohl, du stilles Haus. 74 So pünktlich zur Sekunde trifft keine Uhr wohl ein . . . 150 So reichen wir uns heut' aufs neue.37 So viel Stern' am Himmel stehen.77 Steh' ich in finst'rer Mitternacht so einsam auf der stillen Wacht 75 Still ruht der See. 78 Trinke nie ein Glas zu wenig.152 Turnerbrüder seht euch nieder, nehmt das volle Glas zur Hand 95 Turner heran, stimmet eins an.96 Turner heraus! Laßt es schallen von Haus zu Haus ... 97 Turner sind wir, frisch und frei.97 Und wenn uns nichts mehr übrig blieb . 39 Und wieder saß beim Weine im Waldhorn .132 Seite Valaß'u, valaß'n, valaß'n bin i.76 Vater, ich rufe dich . . . . . . .40 Wachet auf, es droht der Feind.41 Wan i mei Diandle halsn tua.78 Warum bist du denn so traurig . ..78 Was die Welt morgen bringt, ob sie mir Sorgen bringt . 154 Was fang ich armer Teufel an, die Gelder sind verzehret . 153 Was glänzt dort vom Walde im Sonnenschein.42 Was hab' ich denn meinem Feinsliebchen getan .... 79 Was ist des Deutschen Vaterland .43 Was klinget und finget die Straf;' heraus.110 Wem bring' ich wohl das erste Glas . . ..154 Wem Gott will rechte Glinst erweisen.79 Wenn alle untreu werden, so bleiben wir doch treu ... 44 Wenn die Schwalben heimwärts zich'n .80 Wchnn ich einmal dc^ Herrgott wär'.155 (Wenn iin PurM^Mchru-blinkt der wilde Wein.80 WeM°^E gewipptund voltigieret .130 Wer gleichet uns Turnern, uns frohen .91 Wer hat dich, du schöner Wald, aufgebnut so hoch da droben 81 Wer reit't mit zwanzig Knappen ein .138 Wir hatten gcbauet ein stattliches Haus . ..111 "Wohlauf dmln, ihr Turner, die Becher zur Hand ... 99 Wohlauf, die Luft geht frisch und rein.112 Wohlauf noch getrunken den funkelnden Wein . . . . 82 Wo kommst dll her in dem roten Kleid .45 Wo Mut und Kraft in deutschen Seelen flammen ... 46 Zu Lauterbach hab' i mein'n Strmmp vcrlor'n.82 Zu Mantua in Banden.47 Zwn schneeweiße Täuberl sand übawärts g'flog'n .... 83 Zivoa Sternerl am Himmel, die leuchten mitsamm' ... 83 Zwischen Frankreich und dem Böhmerwald.48 IN UIMIMW MIMIN 412 441 ISS1SS33S