Mo. XIV. Wöchentlicher Auszug Zeitungen. Laybach den 2^n April 1783. BuUus , sagst du, schämt s,ch nicht? Sich doch an sein roch Gesicht — Freund du irrst, das ist der Wein, Der sich schämt in ihm zu seyn. Rom den igten März. A^er Herr Bemslavsky Primice-^^ rius und Domherr von Po-l^sko, logirt in einem Hause auf dem spanischen Plah Er hatte schon das zweytemal Audienz bey Sr.Hei-ligkeit, und besucht öfters das heilige Kollegium. Neapel den uten März. Anmerkung der Oertcr, von denen wir wissen, welche den zten Febr. dem Erdbeben in jenseitigen Kalab-rien unterworfen waren. ') Der kömgl. Platz von Meßina. 2) Die Stadt Rcggio, samt ihren Territorio ist völlig zu Grunde gegangen, ^j) Galosno, samt den Kapuzinerkloster ist völlig zu Grunde gegangen. 4.. Laurcana desgleichen/ atlwo sehr vie^ le getödtet worden, s) Eben dieses Unglück ist widerfahren Pigno. 6) Ferolito. 7) Perghizzano. 8) Sti-ritanoje. 9) Cannidoli. 12) Serra-ta. n)Fnmcisca. i2)Porrelio, samt den Minoriten- und Paulincrkloster. 1^) Carida. 14) St. Pietro. ls) iDirame. i6)Garapoli. 17) Mileto. i8)Rosarno. 19) Gioia. 20) Sa-kano, mit der prachtigen Kirche des ! Dominikanerkloster,allwo ungemeine iSchähe vergraben sind/welche dahin von von vielen Regenten sind verschicket! worden. 21) St. Onofrio. 22) la Roccella. 23) St. Elia, mitdenl Kloster der Franziskaner/ allwo sehr viele von diesen Religiösen getödtet worden. 24) Lauriana, mit demDo-minikanerkiojler, doch ohne Tödtung einiger Religiösen. 25) Caraide/ mit dcm Franziskanerkloster, ohne Töd-tung eines Religiösen. 26) Carafa/ 27) St. Calogero. 28) Bagnara. 29)Scilla. 32) Palmi. 3i)Nedici-! no. 32) Sinopoli. 33) Broi. 34) Oppido. 35) St. Christina. ^6)al--le umliegende Häuser beySt. Christina. 37) ^t. Stephan. 38)Serra. 39) Sciila. 4^) Sirizzano. 41) Ca-solletto. 42) Monteleone. 43) Ter-ranuova. Was aber Meßina anbelangt, sind allda zuGrunde gegangen, die Hauptkirchen, fast alleHauser auf den neuen Platz, und auf den Platz der Juden;' die Hauser und Magazine auf dem Feld, viele andere Fabri-cken, das Spital, das Erzbischöflichc Haus samt den Seminario, die Kirche von Kollegio, das Kloster dclla Mercede, das Kloster St. Nico'o, das Kloster di Montesanto, das Klo-iter St. Antonio samt ein Theil der Kirche, das Kloster de Padri Crocife n, e Scopoli, das Dominikanerkloster samt der Kirche, der Pallast des Herzog von Belviro, samt noch einigen andern Pallästen und^Hausern. Von dem Ort Scilla ist noch zu merken, daß der Graf Sinopoli sich auf ein Schif geflüchtet/ allein bey dcm zweyten Erdbeben hat er dennoch Schifbruch gelitten, und ist samt den Schifleuten, und seincrFrau und Kin-deyn zu Grunde gegangen/ allwo auch ^viele Felsen ins Meer eingefallen sind. Zu S''n;zano/ ist der Baron davon unter seinem eigenen Pallast und der qanzen Hofstadt untergraben. Zu Casoleto sind unter den eingefallenen Pallast halb lebendig geblieben, der Fürst, die Fürstin, der Bater, die Mutte.', der erstgeoohrne Sohn, mit 4 andern Söhnen, und allenHausge-nossenen, als man das Heulen dieser Herren gehört, so hat man s hr viele Soldaten und Handwerker dahin ge<-schikt, um wenn es möglich wäre, diesen Leuten Beystand zu leisten. Zu i Terranuova ist samt andernEinwoh-incrn getödtet die Fürstin di Gerace !samt ihrer ganzen Hofstadt, als eben ldieseFürstin sich aus denPallast flüchten wollte, ist der Pallast zusammge^ fallen. Es ist auch Tod geblieben ein königl. Minister. Bonden den 2ten März. l Unsere Besitzung zu Quebeck wird künftig aus 8Oc>c>, und zu Hallifax aus 2sc»o Mann bestehen. Ein unternehmender begüterter Mann hat den EnlMuß gefasset, die Einwohner unsrer Stadt mit Brod zu versorgen, das ein Achttheil weniger kosten soll, als es die Becker verkaufen. Er hat zu dem Ende 32 Oe-fen errichtet, und mehrere Mühlen in Pacht genommen. — Wie glücklich waren wir demnach nicht auch, wenn wir in unserer Stadt ei» so ähnliches Beyspiel erblicken möchten, aber so lange man sich, auf die von dcm Staube schon halb aufgekehrte Brod-satzung, verläßt, und nicht öfters eine Nachsicht geschieht/ ob das Brod ihr Ge- Gewicht und (^esthmack habe oder nicht, da heißt es wohl Zute Nacht Brodsatzung. N>icn den 9tcn März. Der marokanische Gesandte hatte am loten dies einen sehr starken Anfall von Kolik, daß man seinen Tod befürchtete/ und worüber seine Leute in die äußerste Bestürzung gcriethen. Der kaiserl. erste Leibarzt, Baron v. Störk, vcrordnete ihm eine Clystir, es kostete aber viele Mühe und Zeit, den Kranken dazu zu bereden , weil ihm diese Art von hinten zu kuriren, Zanz unbekannt war. Indessen ist er nun darüber bekehrt, indem es so gute Wirkung hatte, daß er sich nach 3 Stunden wieder hergestellt befand. Der marokkanis. Abgesandte erhält voll Sr. Maj. dem Kaiser ein paar kostbare Flinten, welche mit allerley Edelgesteinen eingelegt sind zum Geschenk. Man schätzt iyrm Wcrth auf i6Oov Gulden Kaiser-! gcld. Ausser dem auch eine wunderschöne Schlaguhr welche viele Jahr ihrer Seltenheit halber im Kunstka-binet gestanden hat. Ein gewisser Beamter stellte neu-, lich seine zwey noch unversorgten, Söhne dem Kaiser vor, und bat, sie bey einem Departement anzustellen; allein, da sie auf das beste nach dcr Mode geputzt waren, und unter andern 2 Uhren anhangen satten, so gab der Monarch, nachdem er sie eine ^'ltlang betrachtet hatte, dcm Vater zur Antwort, er möchte sie lieber bey emem Uhrmacher anzubringen suchen.' '!1 Mit dem Krieg und Frieden wissen ' wir noch nicht recht woran wir sind. Manche Handwcrkslcute arbeiten noch Tag und Nacht unermüdet und wie man wissen will, soll in wenig Tagen wiederum ein Theil unserer müßigen jungen Mannschaft ausgehoben werden. Das Kaffeepachtungsgeschaft soll dennoch zu Staude kommen, auch ! soll auf alle ausländische Weine ein ! starker Auffthlag gelegt werden, da w!r in unsern Landern so gute Wcine haben, die an Güte, Feuer un) gesunden Eigcnsihaften alle fremde Weine übertreffen. Seit gestern haben wir einen ss ! tiefen Schnee bekommen, welcher ^ die Herren Marokkaner ungem.ein inkommodirt, und sie insgesammt nöthigt, zu Hause zu bleiben". , Anekdote. Als der Gesande vcr/ > gangenen Freytag bey Hofe nebst ei- l niaen Staatsrächen speißte; so wui> de ihm Wein zu trinken angeboten. "Erweigerre sich dessen. Man sagte > ihm , d'-H wcil es Freytag wäre, die Gesellschaft eigentlich Fastenspci-se zu essen verbunden wäre; sie hät< ten sich abcr dichcnsiren lassen und er ! sollte voll seinem Geistlichen cin glci-,!chcs vornehmen laNn. Allein, der !!Hr. Gesandte sagte: Ihre Geistliche hatten keine solche Macht und könnten in dicsem Stücke in nichts dispcn-siren. Er unterließ demnächst das , Wemtrinkei^. ^ Aus Ro^n wird folgendes berichtet. .Ein in der Nacht vom 14. Febr. gefallener heftiger Plahregcn, der län->ger als 24 Stunden anhielt, und dcr , zugleich bey einem warmen Winde Schnee/ der siromweise sich aus den Thälern ergoß, haben die Gewässer des Tibers so sehr angeschwellet, daß er am ?6ten aus den Ufern trat, die niedrigen Gegenden der Stadt Rom überschwem-te und großen Schaden anrichtete. Noch weit beträchtlicher waren die Folgen dieser Ueberschwemmung auf dem Lande, wo die uferlosen Gewässer dieBauernhütten niederrissen, Bäume entwurzelten, und viel Vieh und Menschen ertränkten. Am i? hielten Se. Pabstl. Heiligkeit das geheime Konsistorium. Es wurden darum mehrere ledige Bisthümer besetzt, und dem Erzbi-schofe von Neapel Monsignor Cape-co Zurlo, mit den gewöhnlichen Feyerlichkciten die Kardinalswürde ertheilt. Haag, vom 28. Febr. ! > Morgen geht eine Kommißion des Iustitzhofes von Holland von hier nach der Insel Ter Schclling, um einen daselbst vorgefallenen unangenehmen Vorgang zu untersuchen. Einige Soldaten vom Regiment Sachsen-Gotha haben ein an der Insel gestrandetes Schiff, welches sie beschützen sollen, geplündert, und (wie die Leidner Zeitung sagt) die Einwohner, welche den Gestrandeten zu Hilfe kommen wollen, weggejagt. Diese Begebenheit dürfte der Militärgerichtsbarkeit, auf deren Einschränkung man seit der Begebenheit des Fähnrich Witte so sehr drin-' get, emen neuen Stoß geben. Man sagt, die in Verhaft zu nehmende Soldaten würden hieher geführt und auf Befehl des Iustitzhofes in das bürgerliche Kriminal - Gefängniß gc-setzt werden. Es heißt aber der Prinz Statthalter habe diesen Soldaten bereits vor ihrer Berhaftnchmnng den Abschied geschickt, um die Rechte des hohen Knegsraths zu erhalten. Der Bösewicht Brakcl, der eigentlich den jungen Fähnrich von Witte verführthat, hat sich so gut zu vertheidigen gewußt, daß er wohl mit dem Lcbcn davon kommen wird. Todtenverzeichniß. Nro. 94. auf der St. Petersvorstadt, den 24. März, dem Hrn. Anton Schwärzet, bürgert. Bildhauer, seine Frau alt s 8 Jahr. Nro. 43. nächst St. Peter, den 24. dem Franz Maremka, s. S. alt 8 M. Nro. 58. nächst denen Kapuzinern, den 27. Jakob N. alt 50 Jahr. Nro. 21. nächst den Discalc. dcn 28. Mathias Lukam, ein Amtssoldat, alt 72 Jahr. Nro. 146. auf der Vorst. den 28. dem Valentin Natus, s. S. alt 3 I. Nro. 1^4. auf der Vorst. den 32. dem Anton Banuta, s. S. alt 3 I. Das Brodgcwicht bleibt wie im verflossenen 1782. Jahr. Gedruckt in der Kleimnayrischen Buchdruckerey, log. im Iaglitschen Haufe Nro. 91. in der St. Petersvorstadt.