^ K4Z>. Samstag am 2. December 1848, Hertl'gthum Krain. Mas hohe k. k. Ministerium des öffentlichen Un^ terrichtcs hat mit Erlasse vom 10. d. M-, 3, 6762, dem Ncchnuxgsrathc dcr k. k. illyrischen Provinzial-Staatsbuchhaltung, Leopold Ledcnig, die Bewilligung ertheilt, in der Eigenschaft eines äußere deutlichen Docenten össeittliche Lchrvorträge über die Verrechnungbkunde an dem Lyceum zu Laibach gegen ein von seinen Zuhö'rnn sich bedingendes mäßiges Honorar hatten zu dürfen. Diejenigen, welche an diesen Vorlesungen Tkeil nehmen wollen, haben sich unmittelbar beim Herrn Docenten längstens bis ö Dec. d. I. zu melden, wo ihnen das Nähere über die Vorlesestunden und das dicßMige Locale bekannt gegeben werden wtrd Laib ach den 28. November 1848. Das Ministerium des Innern hat die landesfürstliche Psavre Haselbach dem Pfarrer und Dechant zu Dornegg. A n d rea s Svet I i n, vcrllchen. Ueber Gottlied Freimuth. Im Monate Juli d. I. erschien ln Nr. 172 im «Journal des östcrr. Lloyd- ein Artikel, betitelt: „Eine Stimme aus Kr a in« unter der Ehlffer G. F., welcher die Ehre des slovemschen Vereins zu vaibachaufdas Boshafteste angriff und auf das Schmäh. lichste verleumdete. Außerdem enthielt der Aussatz noch eine Menge anderer böswilliger Spötteleien, welche je.' doch eincr Beachtung nicht unterzogen wurden. —Dcr Verein glaubte diesem boshaften Angrisse auf seine Ehre imKlagwege begegnen zu müssen, reichte seine dieß- fällige Klage beim Triester k. k. Preßgerichte unter dem Datum 2. August d. I. «in, und sah sich genöthiget, da der Verfasser nicht genannt war, die Klage gegen dieRedaction des »östcrr. Lloyd« zu stylisiren. Das Triester k. k. Pre ßge rich t beschloß mit Erkenntniß 9. October eine Anfrage dicßsalls an das hiesige k. k. Prcßgericht stMe, erhielt er unter dem 21. October zur Antwort, daß man sämmtliche, die Anklage wider die Redaction des »Oestcr. Lloyd« wegen Preßübertrctung betreffenden Acten dem k. k. Prejwrichtc in Wien zur ferneren Amtshandlung unter Einem aus dem Grunde abgetreten habe, weil der von der Redaction des «Oesterr. Lloyd« nam. hatt gemachte Verfasser des beanstände. ten Zeitungsartikels nicht ausfindig zu machen ist, mithin, nach §. 20 des Prcßgcsctzes, dieilled action dießsalls verantwortlich bleibt, wel. che mittlerweile die Herausgabe ihres Blattes nach ) Wien verlegt hat. l Der Preßprozeß wird demnach, und zwar gsgcn ^ die Redaction des »Oestcrr. Lloyd" fortgesetzt, t damit einerseits die Ehre des Vcreiucs gewahrt, an- < dererseits aber die Redaction an ihre Pflicht gemahnt ^ werde, die eingesendeten Artikel einer genaueren Sicl> f tung zu unterziehen. > Vom slov. Vereine in Laibach am 28. Novem- < der l848. < Wien Se. k. k. apost, Majestät haben mit allerhöchster Entschließung vom 8. November l. I., den in letzte.- ' rer Zeit bei dem Minister»Präsidenten, Freiherr« v. , Wessend erg, in besonderer Verwendung gestände- ' nen Legations-Secretär, Georg v. Is ford ink, zum wirtlichen Legations.Rath zu ernennen geruhet. Se. k. k, Majestät haben mit Allerhöchster Ent> schließung vom l 8. October l. I. den bisherigen Ver. wcser des k. k. österreichischen Generalkonsulats in ^ Barcelona, Victor Gib ert, zum t. k. östcrreichi ^ General-Eonsul daselbst mit den von ihm seither ge , „offenen Bezügen allergnadigst zu ernennen geruhet. Se. k. k. Majestät haben an die Stelle des auf sein Ansuchen von dem österreichischen Consulals-Po-sten in Moskau enthobenen Jacob van derVliet, mit allerhöchster Entschließung vom 4. October l. I. zum österrcichischtn unbcsolbeten Konsul in Moskau mit dem Bezüge der tarissmäßigen Consular-Gebühren den dortigen Handelsmann und Fabrikbesitzer, Bernhard Vier Huf, allergnadigst zu ernennen geruhet. Se. k. k. Majestät haben mit allerhöchster Ent-schließung vom '^0. October den Provinzial-Kriegs» Zahlamts.Eonlrollor in Wien, Johann Kugel m ayer, zum Provinzial-Kriegs. Zahlmeister, und den controllirendcn Cassa-Ossizialen in Fünskirchen, I o> hann Hübsch, zum Provinzial. Kriegs Zahlamts.-Eontrollor in Wien gnädigst zu ernennen geruhet. Se. k. k. Majestät haben mit allerhöchster Ent-schließung vom 18. November den Kriegs« Eassier in Mailand, Anton Raser, zum Provinzia!. Kriegs-Zahlmeister in Lemberg gnadigst zu ernennen geruhet. Se. k. k. Majestät haben an den Freiherrn v. Wessenberg nachstehendes Handschreiben zu erlassen geruhet: «Lieber Freiherr v. Wcssenbcrg!" »^ch habe Ihrer mehrmals ausgesprochenen Bitte, sich von den Functionen eines Minister »Präsidenten, den eines Ministers der auswärtigen Angelegenheiten und des kaiserl. Hauses zurückziehen zu dürfen, die Gewährung nicht länger versagen tonnen. Bei ihrer Dienstes-M-derlcgung fühle Ich Mich ausgefordert, jür dasjenige insbesoudere, was Sie wahrend der letz« , ten gefahrvollen Zeit dem Staate und Mir geleistrt haben, Meinen großen Dank und den Wunsch zu erkennen zu geben, daß Ihre Gesundheit und die Um ^ stände gestatten mögen, Ihre seltenen Erfahrungen und Ihre gemeinnützigen Gesinnungen wiederholt zum ' Besten des Allgemeinen in Anspruch zu nehmen." ' Olmüh, am 2!. November 1848. Ferdinand. ' Kraus. > Wien, am 27. Die Basteien der Stadt sind , tüchtig besetzt. Gegen die radicale Wieden gähnen vier . Kanonen hinaus, gerade ober dem Kärnthnerthore. Beiderseits sind nach der Quere hohe Pallisaden mit Laufgräben errichtet, um sich grgen einen allsälligen llngriff leichter schützen zu können. Ober dcm Schot-ttnthore sieht an. Vor dem Stabsstockhause strecken ebenfalls vier Kanonen ihre Hälse gegen die Alservovstadt und Rossau hinaus. Hier scheint auch die Reserve an Pulvcr-wagen zu seyn. Auf der linken Seite des rothen Thurm, thorcs zeigen drei Kanonen der Leopoldstadt ihr grim« nügcs Gesicht. Auf der rechten Seite dagegen ist eine lange, nicht quer, sondern nach der Länge der Ba. stei lausende Pallisadenwand angebracht, hinter wel' cher mehrere Geschütze mit der Leopoldstadt und Ja. gerzeil zu coquettircn scheinen. Auch gegen die Landstraße zu hat man metallene Wächter der Ordnung aufgestellt, und in der Nähe des Eoburg'schen Pa> lais werden ebenfalls Pallisaden errichtet. V ö h m e n. Prag, 23. Nov. Fortwährend finden Trup. pen. Ab. und Zumälsche bei uns Statt. Heute kam wieder ein Bataillon des ungarischen Regimen-tes Großfürst Michael hier an, ein Bataillon war schon vor wenigen Tagen eingetroffen. U u g ar n. Die „Agramer Zeitung« vom 25. Nov. bringt folgende Nachrichten: Die Stadt Arad ist am 10. November Abends abermals (bereits zum fünften Mal) von 9 Uhr bis 2 Uhr nach Mitternacht und des andern Tags von IU bis 12 Uhr Mittags bombardirt worden. Auf dem Stephansplatz und den naher liegen» den Hauptmassen ist kaum mehr ein Haus, welches nicht beschädigt wäre. Viele Familien sind gänzlich ausgewandert. Die oberen Stockwerke der Häuser stehen fast alle leer. Lippa, ein großer Marktflecken im Torontaler Eomitat am Marosftuß, wurde am I I. Nov. von den Uhlanen und mehreren Tausenden der Krassocr aufständischen Walachcn mit zwölf Kanonen angc. griffen und nach einer scharfen Kanonade eingenommen. Das ungarische Infanterie-Regiment Miiriüssy ist, weil es aus Galizien descrtiren und zu dcn Ma. gyaren übergehen wollte, entwaffnet und unter star, ker Eavalleriebedeckung nach Brunn in die Gefangen« schast geführt worden. Mähre n. Das „Journal des östcrr, Lloyd« meldct aus Kremsier v. 25 Nov. Die aus heute anberaumte zweite Neichstagssitzung wurde auf Montag den 27. verschoben; Veränderungen in den Baulichkeiten geben den Anlaß hierzu. Die Abgeordneten treffen mm auch zahlreich cm, so daß bereits ungefähr 300 zugt' gen seyn dursten. Die Wahl des Abgeordneten S in o lka zum Präsidenten, wenn auch mit geringer Stimmen. Majorität, erregte hier ungcmcine Sensation, ja beic nahe Aufregung, denn selbst die Mitglieder der Linken hatten noch am 21. nicht die geringste Hoffnung, Smolka zum Präsidenten wieder zu bekommen, und es war kein Zweifel, daß Strobach gewählt werde; mittlerweile trafen in der Nacht mehrere Ab. geordnete aus Wien und Obcrösterrcich ein, welche den Auoschlag geglben haben dürften. Es geht den Herren Abgeordneten in Kremsier nichts ab, was zu ihrer Bequemlichkeit erforderlich wäre. Gast- und Kassehhäustr sind zu gewissen Stun» den von ihnen überfüllt; daß die Krcmsicrcr sich Al-les wohl doppelt zahlen lassen und überhaupt das Leben hicr kostspielig ist, müssen wir zu den gcwöhnli-chen Eonsequenzcn zählen, wenn in kleinen Städten Congrcssc oder Reichstage abgehalten werden. Krem' 748 sicr ist ein Städtchen, dessen Sehenswürdigkeiten dcr Ballast des Fürstcrzbischoss mit del» Ziergärten außerhalb der Stadt, »md der große, vielleicht dcn HosinWicn um das Doppelte übertreffende Hauptplatz bilde», Dcrfclbe ist von Arcaden, wie in manchen italienischen Städten, umgeben; dort promenirt die Bevölkerung, dort findet man Allrs, etwa wie am Mar-cusplatze unter den Procuration. Nur mit den Quartieren ist es schlecht bestellt, und es kam häufig vor, daß die Leute für ein etwas besseres Zimmer 40 fl. C. M. monatlich, für drei kleinere 80 fl. begehren; vielleicht denken die Kremsicrer, das Geld komme vom Volke, es möge wieber zum Volke zurückkehren. Die Abgeordneten, so wic auch die hier etwa 20 anwesende Journalisten werden mehrere Elubbs bilden. Das ist Alles, was hier in und «xlia murn« vorgeht. Obiges Journal vom 29. November meldet ans Krem sie r vom 28. November: Bei Abzahlung dcr in der gestrigen zweiten Sitzung anwesenden Deputaten ergab sich die Zahl von 296 Abgeordneten. Höllricgl stellte den Antrag: „Die hohe Reichs.-Versammlung wolle beschließen, die Protocols der Si-tznngen vom 28. bis 3l. October feycn nicht als Protocollc des Reichstages zuerklären, und daher nicht zu lesen, weil damals schon die Prorogation des Reichstages vom Kaiser ausgesprochen war, also sie aus einer Zcitperiode herrühren, wo legale Reichsverhand-lungcn nicht mehr vorgenommen werden können. (5s handle sich hier doch um Anerkennung eines Princi^ pes, nämlich, ob dcr Krone das Recht der Prorogation zustehe." Wir verweisen in Betreff dcr durch diesen Antrag hervorgerufenen Neben der Abgeordneten Rieger, Schuselka und Branner aufdicmehrc» ren Journalen beiliegenden Ncichstagsbcrichte und beschranken uns hier bloß auf die Bemcrknng, daß ander endlichen Abstimmung 277 Abgeordnete Theil nah men, von denen l N für, und 124 gegen Höllricgl's Antrag stimmten, wornach es denn entschicdrn blieb, daß die Protocol!? vom 28. bis zum 3l. October nicht verlesen wcrdcn sollen. Die Ministerbank war anfangs unbesetzt. Später erschienen die neu ernannten Minister, welche ihre Sitze auf ihrer Bank emnalimen. Ministcr-Prasident Fürst Schwarze n berg bestieg die Tribune, und verlas das ministerielle Programm (siehe weiter mi ten), welches bei den meisten Stellen, so wie am Ende, von anhaltendem Bcifalle begleitet war. — Im Lause dcr Sitzung interpellate Schuselka we-gen Aushebung bcr Militärdiktatur, des Gerichtes ans Tod und Leben zu Wien und des Todes Blnm's, Die Antwort wurde nach einer Berathung des Mi-nisterrathcs versprochen. Auch die „Gratzcr Ztg,« von, 29. Nov. enthalt folgenden Eorrefpondenz-Artikel aus Krem sicr vom 27. November: In dcr heutigen Neichstagssitzung wurden die Protocollc über die Neichstagssitzungen zn Wien am 2«., 29., 30. und 3l. October nach einer sehr stürmischen Debatte mit einer Majorität von ,43 gegen 124 Stimmen für ungiltig erklärt. Es wurde mit Namensaufruf abgestimmt. Das Programm des neuen Ministeriums, wel-ches der Minister-Präsidcnt Fürst Schwax zenbcrg in der heutige:, Ncichstagssitzuna, vovgctragcn h^t, wurde von der Neichsversammlnng mit dem groß-ten Beifalle aufgenommen. Der Abgeordnete, Priester F ü st e r, darf aus Befehl des Erzbischoses von Olmütz in keiner Kirche zu Kremsicr die Messe lesen, und dcr Abgeordnete Pil lersdorf hat aus Furcht vor einem zu erwartenden Mißtrauensvotum seiner Wähler, sein Mandat als Neichötagsabgcordnctcr dcr Haupt- und Residenzstadt Wien gestern zurückgelegt. Kremsicr, 24. November. Montag den 27. d. M, wird keine Sitzung Statt finden. Ursprünglich war die Sitzung nur bis zum 25. vertagt worden. In Folge einer Kundmachung des Präsidenten jedoch wurde si« bis zum 27. vertagt, angeblich weil die Herstellung deß Locales zur Abhaltung der Si-tzungen noch nicht Statt gesunden hat. (Wurdc bereits neulich angczcig. Olmütz, den 27. November 1848. Wir theilen Nachstehend aus Kremsicr das Programm des Ministeriums, welches in dcr heutigen Sitzung dcm Reichstage vorgelegt wurde hier mit: Meine Herren! Zu Folge dcr Berufung Sr. Majestät, ist dcr constituirende Reichstag zur Fortsetzung der Berathung über die Verfassung zusammengetreten. AIs das Vertrauen des Kaisers uns in den Rath der Krone berief, verkannten wir nicht die Schwierigkeit der Ausgabe, die Größe der Verantwortlichkeit gegenüber dem Throne, wie dem Volke. Wunden aus der Vergangenheit sind zu heilen, Verlegenheiten des Augenblicks zu beseitigen, eine neue Ordnung dcr Dinge in der nächsten Zukunft auszubauen. Das Bewußtseyn eines redlichen Strebens für das Wohl des Staates, dcö Volkes und sür dieFrei-heit, das Vertrauen auf Ihre Mitwirkung bei dem großen Werke, bestimmten uns, persönliche Nücksich. lcn dcr Liebe für das Vaterland zu opfern und dcm Nufc des Monarchen zu folgen. Wir übernehmen die Handhabung der Regie. rungsgcwalt ans dcn Händen Sr. Maj zugleich mit der Verantwortlichkeit, fest entschlossen, jeden unvcr-fafsungsmäßigen Einfluß fern zu halten, aber eben so wenig Eingriffe in die vollziehende Gewalt zu ge.-statten. Einig in dcn Grundsätzen, werden die Worte und Handlungen eines Icdcn von uns der Ausdruck der Politik des gclammtcn Ministeriums seyn. Wir wollen die constitutionclle Monarchie auf.-richtig und ohne Rückhalt. Wir wollen diese Staats, form, deren Wesen und gesichelten Bestand wir in dcr gemeinschaftlichcn Ausübung dcr gcschgcbendcn Gewalt durch dcn Monarchen und die Repräsentanten. Körper Oesterreichs erkennen, — wir wollen sie begründet auf der gleichen Bercchtignna. und unbc, hinderten Entwickelung aller Nationalitäten, so wie aus dcr Gleichheit aller Staatsbürger vor dcm Ge. setze, gewährleistet durch Ocssrntlichkeit in allen Zweige», des Staatslebcns; getragen von dcr freien Ge mcinde und dcr freien Gestaltung dcr Ländertheile in allcn inneren Angelegenheiten, umschlungen von dcm gemeinsamen Bande einer kräftigen Central. Gewalt. Wir hoffen, das Ergebniß Ihrer Berathungen über die Verfassung möglichst bald der Sanction Sr. Maj. des Kaisers unterlegen zu können. Das Ministerium wird die Verwaltung nacb dcn Bedürfnissen dcr Zeit umzuformen bemüht seyn und bis yiefür im Wege dcr Gesetzgebung bleibende Bestimmungen getroffen sind, die nöthigen Verordnungen erlassen. Ein zweifaches Ziel wird uns hiebci vorschweben: Ungeschmälerte Erhaltung der den Völkern Ocster-reichs zugesicherten Freiheit und Sichcrstellung dcr Bedin-gungcn, ohne welche die Freiheit nicht bestehen kann. Daß diese zur lebendigen Wahrheit, daß ihren Bedingungen Erfüllung werde, dahin gedenken wir mit Ernst und Nachdruck zu wirken. Das Ministerium will nicht hinter dcn Bcstre, bnngen nach freisinnigen und volksthümlichcn Einrichtungen zurückbleiben, es hält vielmehr für stinr Pflicht, sich an die Spitze dieser Bewegung zu stellen. Die Landbevölkernng, eben erst befreit von dcn Grundlasten, harrt mit Ungeduld der gesetzlichen Bestimmungen über Maßstab und Art der Entschädigung, so wie dcn von ihr zu tragenden, nach dcn Grundsätzen der Billigkeit zu bemcssenden Antheil. Die Grundlage des sreien Staates bildet die freie Gemeinde: d^.ß dieser durch ein freisinniges Ge. mcindegesetz, die selbstständige Bestimmung und Verwaltung innerhalb der durch die Rücksicht auf das Gcsammtwohl gezogenen Gränzen gesichert werde, ist dringendes Bedürfniß. Ais eine nothwendige und nnabweisliche Folge, ruug der Sclbstständikcit der Gemeinden ergibt sich die Vereinfachnng dcr Staatsverwaltung und eine dcn Bedürfnissen dcr Zcit entsprechende Regelung dcr Behörden. Ueber diese Gegenstände, so wie übcr Umgestaltung dcr Rechtspflege im constilutionellcn Geiste, Einrichtung landesfürstlicher Gerichte statt dcr Patrimo-nial.- und Eommunalgcrichte und durchgreifende Tren-nung der Verwaltung von dcr Justiz, werden Ihnen, Meine Herren/ die geeiginten Vorlagen gemacht werden. Eben so auch über Hintanthaltung des Mißbrauches dcr Presse durch Nepressivmaßregcln, übcr Regelung des Vereinsrechtes, auf einer mit dcn Staatszwccken verträglichen Grundlage, und übcr die Einrichtung der Nationalgarde. Denn eben weil das Ministerium die Sache der Freiheit zn dcr scinigcn macht, hält es die Wiederherstellung eines gesicherten Ncchtszustandes für eine heilige Pflicht. Das Ministerium verspricht sich das thätige und pflichtgctrcue Zusammenwirken aller Behörden. Die Ncgicrungsorgane im Miltclpuncte dcr Monarchie, so wie in den Provinzen, in der Ausübung ihrer amtlichen Obliegenheiten auf das Nachdrücklichste zu kräftigen, wird seine vorzügliche Sorge seyn. Bcklagcnswerthc Ereignisse haben Stattgefunden. Die Gewalt der Waffen mnßte zur Anwendung kom, mcn gegen eine Faction, welche die Haupt- und Re-sidenzstadt in einen Schauplatz clnarchischer Wirren verwandelt hatte. Tiefe Wunden sind geschlagen worden. Sie zu lindern und zu heilen, so weit es möglich, Wien, das Herz des Reiches, seinem srühe-ren Wohlstande zurückzugeben, und dafür zu sorgen, daß den, durch das Gebot der Nothwendigkeit her. bcigesührten Ausnahmszustandc, sobald rs die Verhältnisse gestatten, ein Ende gemacht werde, wird unser eifriges Bestreben seyn. In Italien hat unser glorreiches Heer über Treu-bruch und Verrath gesiegt und die alten Tugenden dcr österreichischen Armee, die brüderliche Eintracht aller Stamme, die todcsmuthigc Hingebung für Oesterreichs Ehre, Ruhm und Größe auf das Glän. zcndstc bewährt. Noch muß es dort gerüstet stehen, um die Integrität dcs Rciches zu wahren. In dcr organischen Verbindung mit dem con-slitutu'nellcn Oesterreich wird das lombardisch. ^nc. lianische Königreich nach Abschluß des Friedens die sicherste Bürgschaft finden für die Wahrung seiner Nationalität. Die verantwortlichen Räthe dcr Krone werden feststehen auf dein Boden der Verträge. Sie geben sich der Hoffnung hin, daß in nicht ferner Zukunft auch das italienische Volk die Wohlthaten eincr Ve» sassung genießen werde, welche die verschiedenen Stämme in voller Gleichberechtigung umschließen soll. Die Verletzung dieses crstcn Rechtes der Nationen entzündete den Bürgerkrieg in Ungarn. Gegen eine Partei, deren letztes Ziel der Umsturz u>id die Lossagung von Oesterreich ist, erhoben sich dort die in ihren unveräußerlichen Rechten gekränkten Völker. Nicht der Freiheit gilt der Krieg, sondern denjenigen, dic sie der Freiheit berauben wollen. Ausrechthaltung der Gesammtmonarchie, ein engerer Verband mit uns, Ancrkennnng nnd Gcwährlcistnng ihrer Nationalität, sind derGcgcnstand ihrer Bestrebungen. Das Ministerium wird sic unterstützen mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln. Mit Gewalt der Waffen wird, da leider alle Wege der Versöhnung fruchtlos eingeschlagen worden, die Schreckensherrschaft einer verbrecherischen Partei bekämpft und der innere Friede wicdcr hcrgrstcllt werden. Meine Herren, das große Werk, welches uns im Einverständnisse mit den Völkern obliegt, ist die Begründung eines neuen Vandcs, das alle Länder uud Stämme derMonarchic zu einem großen Staats» körpcr vereinigen soll. Dieser Standpunct zeigt zugleich dcn Wcg, wel. chen das Ministerium in der deutschen Frage versol, gen wird. Nicht in dem Zerreißen der Monarchie liegt die Größe, nicht in ihrcr Schwächung die Kräftigung Deutschlands. Oesterreichs Fortbcstand in staat. lichcr Einheit ist ein deutsches, wie ein enropäischcs Bedürfniß. Von dicser Ueberzeugung durchdrungen, sehen wir dcr natürlichen Entwickelung dcS noch nichr vollendeten Umgestaltungsprozcsses entgegen. Erst wenn das verjüngte Oesterreich und das verjüngte Deutschland zu neucn und festen Formen gelangt sind, wird es möglich seyn, ihre gcgcnscitigen Beziehungen staatlich zu bestimmen. Bis dahin wird Oesterreich fortfahren, seineBundcspstichtcn getreulich zu erfüllen. In allen äußeren Beziehungen des Reiches werden wir die Interessen und die Würde Oesterreichs zu 749 Wehren wissen und kclncrlci beirrcnocn Einstuß von Allß.'ü aus die U!>,ibl)ä,ia,ig? O.stilt ung uiiferer inne. ren Verhältnisse zulass.n. Dieß sl'tid die Hauptgrundzüge unserer Politik, Wir haben sic mit unuinwundener Offenheit darge. legt, weil ohne Wahrheit kein Vertrauen, und Vertrauen die erste Bedingung eines gedeihlichen Zusam. , menwirkrns zwiscben Regierung und liieichst.ig ist. l Lombard. Vl'ln'tilnnjchcs Köttijzrcich. ^ Das „Abdbl. zur Wien. Ztg.« v. 27. Nov. berichtet: ^ Seit mehre, en Taqen verbreitet die hiesige radicale ' Partei allerlei Gerüchte, nach welchen der Marschall ' Graf Nadctzky in Mailand plötzlich erkrankt scy. ^ Allein es ist kein wahres Wort daran. Die heutigen < Nachrichten aus Mailand vom 23. melden, daß sich < unser greise Marschall im besten Wohlscyn befinde. Es ^ herrscht in der ganzen Lombardei überall Ruhe, ob.- ' gleich die neuesten Nachrichten aus Nom bekannt wa- ^ ren. Bti Venedig hatte sich bis 23. ebenfalls nichts ' verändert. Der anarchische Zustand dauert in der ' Stadt fort und die Kriegspartci drohte trotzdem mit ^ einem neuen Ausfall, auf welchen die kaiscrl. Trup^ ' pen gefaßt waren. ' Heutige Nachrichten aus Mailand vom 23. mel- ' den noch: Der FeldmarschaU Graf Nadetzky hat ' für den in Wien ermordeten Kriegsminister Grafen La tour ein feierliches Todtenamt abhalten lassen, bei welchem er selbst mit allcn Generälen erschien und ' wobei gegen 18.000 Mann ausrückten. — Die vom Marschal! in der Lombardei ausgeschriebene Kriegs« steuer beträgt sür die Stadt Mailand 22, u»d für ' die übrigen lombardischen Städte: Brescia, (Zrcmoua, ^ Lodi u, s. w., l6,0l)0.000 Lire. Von Mailand sol- ' len schon 7 Millionen abgetragen seyn. Der Bürger-und Bauernstand wird wenig davon getroffen. Die Rcpartirung geschieht in dcn Etädtcn überall aus dit nock immer auf Kossuth's verbrecherische Umtriebe harrenden rebellischen Nobili, Die Massc dcs Volkes ^ wird daher wenig von diesen abzutragenden Eütschä diglings Smumcn empfinden. Dem „Iourn. dcs östcrr, Lloyd" vom 2U, Nov, schreibt man aus Mailand, 23. Nov.: Die bewaff-ncte Bande, welche seit einiger Zeit die Gegend von Palazzago heimsuchte, wurde vorgestern zersprengt. ^ Einige Individuen wurden gctödtct, andere zu Ge' ^ sangencn gemacht, ihre Schlupfwinkel zerstört, so wie ihre Munition und Lebensrnittel theils vcrnich ' let, theils weggrsührt, ihre sogenannten Kanonen, ^ mehrere Fahnen und endlich viele Waffen erbeutet, und die meisten der Aufrührer würdet, in die Hände der Justiz gefallen seyn, wenn sie nicht zeitlich von . Bergamo aus von der ihnen drohenden Gefahr in Kenntniß gesetzt worden wären. Man kann nur, sagt bei dieser Gelegenheit die „Gazetta di Milano«, der ' wir vorstehende Notiz entlehnen, die Verblendung derjenigen tadeln und verdammen, welche cincr Rotte ^ von Ueberläusern, Vagabunden und Straßenrändern ihre Sympathie zu erkennen geben. — Um dem u». seligen Treiben jener Bande, welche täglich srcchcr ! wurde, und die Sicherheit des Landes gefährdete, ein « Ende zu machen, ist es nöthig, dahin zu wirken, daß z das Gesiüdel sich nicht wieder sammeln könne. Der i Fcldmarschall Lieutenant Fürst Thurn und Taxis l fordert daher bie Behörden und die Bewohner von l Palazzago und der umliegenden Ortschaften, welche . von Seite der Bande so viele Bedrückungen lind Gc- » waltthätigkciten erlitten hatten, auf, die noch e!wa z versteckten Räuber anzugeben, zu arrretircn, die von den Flüchtigen zurückgelassenen Waffen und Muni , tion zu sammeln und dem k. k. Platz - Eommando , auszuliefern, und nach Möglichkeit dazu beizutragen, , daß die Bande, von deren Umtrieben sie nun befreit sind, sich nicht wieder zusammenrotte. Römische Staaten. , Nom, 16. Nov. Unter diesem Datum gibt die , «Allgemeine Zeitung" folgenden Korrespondenz. We. 5 richt: Rossi soll bereits am 14. Nov. gewarnt worden ? seyn, und in vielen Kreisen war die Anzeige von sei^ i "er aus gestern festgesetzten Ermordung verbreitet. Seine < Vorkehrungen znr Ausrechthaltung der Ordnung mö- l gcn alle Puncte bestrichen Yaben, nur den nicht, an l welchem ihn dcr ^odc^stoß ereilte! Dcr Aussage eines Augenzeugen entneume ich folgende Details über die grauenvolle That :AlS R o sfi im Thorweg dcs Stände-hausis angefahren kam, wurde er mit einem Stoxn von Pfeifen und Zischen empfangen. Er stieg aus und lächelte. Noch bevor er bei der Treppe angelangt war, erhielt er einen Stoß in die Seite, welcher ihn zu einer starken Wendung des Kopfes veranlaßte, wo» durch der Hals nicht bloß einblöÜt, sondern auch heftig angespannt wurde. In diesem Augenblick erhielt er den tödtlichcn Stich von kunstgcübtcr Hand. Er that, als wenn nichts geschehen sey, deckte die Wunde mit dem Taschentuch und sagte zu seinem Begleiter, dem Finanzsubstituten Nighetti: „Es ist nichts." Kaum aber hatte er noch einige Schritte gethan, als l der Engclsburg gefangen lst, werden wohl die nächsten Berichte feststellen. V r c u si e n. Berlin, 2l. Nov. Die Stadt bewahrt ihr äußerlich ruhiges Ansehen. Handel und Vcrkchr begin, nen wieder Vertrauen zu fassen. Die (5ursc steigen. Die Zufuhr ist belebt, und aus dcn Wochcnmärkten zeigt sich ein regeres Geschäft, als bislier. Auch die öffentlichen Vergnügungen fangen an, wilder größere Anziehungskraft zu üben. Theater und Concerte sül-lcn sich mit jcdcm Tage mehr, wozu die starke Mi litärbcsetzung das Ihrige beiträgt. s Dic polizcilicheil und militärischen Siclierheits» c maßlegcln mhmen ihren ungestörten Fortgang. Noch !- täglich kommen einzelne Haussuchungen, so wie Ver >' Haftungen coinpromittirter Pcrsonen vor Auch ein-d zelnc Elubbs, die sich in den letzten Tagen wieder ', zu versammeln suchten, sind aufgehoben und die be« i treffenden Locale geschlossen worden. Auf der Presse lastet sicl'tlich das drückende Gc.- - fühl des Belagcnmgszustandes. Die Zeitungen der c Stadt sind ineistcns dürr und beschranken sich aus die , Mittheilung thatsächlicher Tagcsneuigkeitcn. Die be.-t trachtenden Aufsätze oppositioneller Richtung halten sich vorsichtig ln den Gränzen dcs Unanstößigcn. Zwei » Blätter, die^Vossischc Zeitung" und die deutsche »Re^ - form- beginnen umzuschlagen, und durch eine loyalere ? Haltung sich dcr bis jetzt entschieden sieg!eichen Sache ' der Regierung zu nähern. Was die Regierung frrncr thun wcrdc, ist weder irgendwo klar ausgesprochen, noch läßt es sich mit >' einiger Zuverlässigkeit muthmasien. Alles sieht mit , Spannung auf dcn nächsten Montag, wo die Wie. > dcreröss»unss der Nationalversammlung in Brandenburg Statt finden soll. Kommt hier keine Vercinba- , rung zu Stande, so möchte mit Sicherheit die Oc» ^ troirung einer freisinnigen Verfassung zu erwarten seyn. Daß für einen solchen Fall eine Verfassung vor^ ^ bereitet wird, bestätigt sich durch mehrfache überm», i stimmende Nachrichten aus dem Ministerium. Die Re, gierung hofft noch mnner, daß in Brandenburg ge-' deihliche ^rrfassungöbcralhungen möglich seyn werden, - so wenig sie sich auch die Eventualitäten verbirgt, l welche einer solchen Hoffnung störend enta/gen tretcn - können. Zunächst ist es schr zweifelhaft, ob die ein-znbrrufcnden Stellvertreter erscheinen und die Vcr- > sammlung zu der bcschüißfähigcn Anzahl crhcbcn wcr-; den. Und ist wirklich Aussicht vorhanden, daß die - Versammlung beschlußfähig seyn werde, so steht schr , zu befürchten, daß die oppositionelle Fraction sich in l Masse nach Brandenburg begeben werde, um hier l als Majorität das Feld sür sich in Bcschlag zu nch, , men. Bcrcits sollen 50 Mitglieder dcr renitenten Frac^ , tion gestern erklärt haben, sie würden nach Brandenburg grhen. Mit dieser Fraction will aber die Regierung nicht serner verhandeln, nachdem dieselbe offenen Ausruhr gepredigt, Steucrvcrwcigcrung decre. tlrt und, wie die Basscrmann'schcn Angaben in der Frankfurter Versammlung bestätigen, offen dcn Plan ! ausgesprochen hat, dcn König allcr seiner Macht zu ' entkleiden. D e u t s ch l n n 5. Frankfurt, 22. Nov, Dcr Reichsverwescr hat folgende Ansprache an das deutsche Volk - erlassen: An das deutsche Volk! «Deutsche! In ernstcrStunde für unser Vaterland . spreche ich zu Euch; hört mcinc Worte mitVcrlraucn „; „Eine beklagcnswerthc Spaltung ist eingetreten zwischen dcr Krone und den Volksvertretern Preußens. In weilen Kreisen hat das deutsche Volk Partei go nommen in diesem Streite; es hat dieß gethan in ruhi. gcr und gesetzmäßiger Haltung. Aber auch die Stimme der Lcidenschast ertönt, und sie entzündet neue Lei. dcnschast Ein Theil der preußischen Volksvertreter hat beschlossen, daß die Erhebung der Steuern einzustellen scy. Die Bande des Staatslcbens sind da» ' durch gelockert, die l'ürgerli'cbc Gesellschaft ist tief erschüttert, Preußen und mit ihm ganz Deutschland ^ stehen auf dcr Sclnvcllc des Bürgerkrieges.« „Preußen! Die zu Frankfurt versammelten Ver, ' treter des deutschen Volkes haben in so vcrhängniß-' vollem Augenblicke daS ausgleichende Wort dcs Fric-dcns gesprochen. Die Reichsversammlung hat verlangt, daß Preußens König sich mit Männern umgebe, wclche das Vertrauen des Landes genießen. Sie hat die Euch gewährten und verheißenen Rechte und Frei.-hcitcn feierlich verbürgt; sie hat Euch gegen jeden Versuch einer Beeinträchtigung derselben ihren Schutz zugesagt. Sie hat aber zugleich dcn auf die Einstellung dcr Steuererhebung gerichteten Beschluß der prcu> ' ßischen Volksvertreter für nichtig crklatt." „Preußen! Die Reichoversammlung zu Frank, fürt vertritt die Gesammtheit der deutschen Nation, ihr Ausspruch ist oberstes Gesetz für Alle!« 75O .Deutsche! In voller Uebereinstimmung mit der Reichsversammlung werde ich Handel». Ich werde die Vollziehung jenes Beschlusses nicht dulden, welcher durch Einstellung der Steuererhebung in Preußen die Wohlfahrt von ganz Deutschland gefährdet. Ich werde aber auch die Bürgschaft der Rechte und Freiheiten des preußischen Volkes zur Gcllung bringen; sie sollen ihm unverkü'mmert bleiben, wie allen unseren deutschen Brüdern." „Ich rechne aus Euch, Preußen! Ihr werdet mir beistchen; Ihr werdet jede Ungesetzlichkeit, jede Gewaltthat meiden und Euch der Freiheit werth zeigen. Haltet den Frieden, ich werde ihn wahren.« .Deutsche! Aus Euch Alle rechne ich. Steht Ihr zu mir, wie ich zu Euch stehe! Das längst ersehnte Ziel, nach dem wir streben, ist näher gerückt, bald wird das Vcrsaffungswerk sür Deutschland vollendet, und unser schönes Vaterland wird in Einheit und Freiheit groß und mächtig seyn! Frankfurt a. M., 2!. November 1848. Der Neichsoerweser: Erzherzog Johann. Die Reichsminister: Schmerling. Peucker. Duckwitz. Beckerath. 3t. Mohl." Großbritannien und Irland. London, 20. November. Die Gemahlin Ludwig Philipps, welche mehrere Tage in Richmond gefährlich krank darniedcrl^q, ist jetzt beinahe genesen. Der Er - Monarch selbst genießt einer treff-lichen Gesundheit und schien durch das verdorbene Trinkwasscr in Elaremonl am wenigsten angegriffen. Die Wasserleitung und der Wasserbehälter in Elarc-mont werden jctzt beseitigt, und spater wird die Familie wieder dahin zurückziehen. Ucbrigcns zählt dieselbe mit Einschluß des Gefolges und der Dienerschaft nicht weniger als 38 Pesonen, welche in dem fashionablen Star and Garter Hotel zu Richmond 40 bis 50 Zimmer bewohnen — doch ein Beweis, daß di« Geldmittel des vertriebenen Königs nickt so beschränkt seyn können, als manche Blätter behauptet haben. A e g y p t e n. Eben eingehenden Nachrichten aus Alexandria vom 16. Nov. zusolge ist der Nachfolger M ehcmed Ali's, I brahi m Pascha, am 9. Nov. gestor-den. Dieser Todcssall dürfte für Aegypten von bedeu- tenden Folgen seyn, da England und Fiankreick we» gen sich kreuzenden HandelsIntelesscil die Nachfolge in Aegyptcn überwachen Der gesetzliche älteste Nachfolger aus dem Stamme Meliemed Ali's ist A b-bas »Pascha. Said Pascha leitet einstweilen die Geschäfte bis zum Eintlcfsm des legitimen Nachsol-gers, der sich in Mecca befindet, aber taglich erwar» tet wird. Einladung1« Die I*. T. Sehiiizenvereins-Mitglieder werden hieinit zu der alljährlichen Directionswahl, welche künftigen Sonntag, d. i. 3. Decemher I. J., JNachmitta«s 5 Uhr in der bürgerlichen SchiesssLälte Stattlinden wird, höflichst eingeladen. Von der Direction des hiirgerl. SchüUen-Vereins. Laihach am 29. November 1848. Die sür heute angekündigte Bencsice. Vorstellung von Frl. Große: »Großjährig« und »Nm«injavH <:«» /.lü^njuvn" wird aus Pietät sür den gestern Abends eingetretenen Todesfall des Theaterdirectors Ferdinand Funk auf übermorgen Montag verschoben. Verleger: Ign. Al. Kleinmayr. — Verantwortlicher 3ledt»cteur: Leopold Kordesch. Vl!tt,Iprv,sschrlld »u > i>^' On CM.) 79 l^ll Darlehei, M!t iLlll. v. I. '83^, sür 5c>a fl 67^ « dtlto oelto . lUIlj . ,5a ^ 2ll,j« »Li«n«r »ßtadt. Banco .Oblist. »u , ij« ,»c!«.. 5o detto dello « » « » äa Actit» der Vud,pnau > Dampfschlssfahrt iu5oa f!.(5. M......4»» ft. i» 'lio^'ant, — u. Hr. ^ Ferdinand 0. Illißstei», He>>schaf:s - Iichabcl'; beide von Trieft „ach Klasscnfiut. — Hi'. Johann Klli^»^. Negotiant; — Hr. Huedlich Jugate, Reiuier, — u Hi'. Ä Emanuel Prister, Handelsmann; alle 3 von Tiiest nach Agram. Den «9. Hr. Joseph Bcccaidi, Negoziant, nach ^ Trieft. — Hr. Fi'^nz Schnl^y, Pilvat, oon (^rah nach Trlest. - Hr. C^rl G>iensnsi, D>^r>cts^ Coin« >> llussarlat)«Beanue, — n Hr. l.'"!'",; Glaser, Hicllei- » Ellniehlüer; beide von Grah nach O^tcschee. Den 20. Hr. Anton Frttsch, Haildelsinann; — Hr. Sch'urch, t. k. Tcl.'grar>l>'!>» Inspectors-Adjunct, — u. Hr. Carl Wasser, Handelsmann; alle 5 von b Wie», nach Trieft. — Hr. Joseph Cr>,ft>an, Groß- c, handlungs, Agent, von Groß n^ch Trieft. » Verteichniß der hier Verstorbenen. - Den 23. November 18ton Petan, Haüöbesiße,, seuie Tochter Theresia, l alt 8'/2 Jahre, m der Stadt N>. 290, am Gcdaimr , brand. Den 24. Helena Schgaim'r, Magd, alt 22 Jahre, z im Civll'Spltal Nr. ,, ai, der ^uftiohrenschwiiidsnchr. z Den 25, Frau Anna Maria Jacob, pen! k. k, Nachrichler«-Wll>ve, alt 95 Jahre, in der Stadt Nr. 83, an Altersschwäche. — Johann Kooatsch, Taglöbner, alt 40 Jahre, m der Polaua.Vorlädt Nr. 3^, an der LllNftfnIäbmung. — Jacob E,genscher. Palental-Invalld, ^ alt 52 Jahre, in der Gradlscha-^olstadt Nr. 3^«, am blllllg.I.ros.n Tchlagflusss, und wliide gerichtlich deschluu- ^ Den 26. ^ein Anton VreSnik, Stiefelputzer, s»in Kl»d El,sabetha, all U Tage, in del Stadt Nr. 100, am Kinlibackenkrampf. . Drn 27. Dem Ho,. MathiaS Klcmenz, Ncali- ' tatenbe,>y^, sem K>nd t!ndw>g Auguft, alt 4 Monate, > '" °" ^olana-Voiftadt Nr. 32, an der Auszehi'ima,. ! — Dem A,.t°„ Kania, Auss,ger, sein Kind mann- ^ ^"' 7''chlechtcS, no.h^tanfl, >n der Tylnan.Vorstadt Nr. 55, todtg,bo>en. , - 3"^ '^' ^'"' ^ach.as Huschar, G.lre,dha«dler, se.n K.nd Franz.eca, °lt 5 Tagc, ,n der Grad.scha. Vorstadt Nr. 5 Gewicht ^p>.,ie Gattung der Feilschaft des Gebäckes. Galtung der Feilschaft der Fleischgattung A 5 2 ^ Rindfleisch ohne Zuwage 1 — — «8 Mundsemmel / ' ' ' " ^ .> '^! ^" ''"'"" "'" Feilschaft nach dem tarmäßigen '!>''' — 4 2 l. Preis, Gewicht, oder in einer schlechlern oder Ordi,, Semmel^ - - ' ^ ^ '/« ^-i^ andern Qualität, als durch die Taxe vorgeschrie. I . - ' 6 1 l bm ist, veikaufl, wird nach den bestellenden Ge- aus Mund-, — >3 2 3 W.i'en-Blot ^""'"^^'91 ^ ^7 — 6 ^ Hinsicht auch das kaufende Publikum aufgefordert ^ H - » aus ordin.'k __ 1^ 3 'i , wird, flir di>.' in dieser Tabelle enthallcnen Fcil' Semmelteig^ i 5 2 6 ! sch.uien auf keine Weife mehr, als die Satzung , !a. l^Wci-s ^ l l„ ^ ! aus>velset, j!.u be^hlln; jede Ueberhaltunc, und ^ Nocken - Vrot " ^'i - ' - . 1 " '! ! dem Magistrate zur änlichen Bestrafung anzu-«^iiil» gcilauüt ^ » » » l 39 — 6 leigtu. , Flecksieder'WHaren m!t Einschluß des Hinlerkl'pses, der Oberlüße, Nieren, und der uelschiedentn , bei der Ausschlonung sich ergebenden Abfälle, unterstehen keiner Satzung, und dürfen daher als Zu« .- gäbe dem Nmdflcische nicht zugewcu.cn werden. Kottar, Inst,tinsar>nel-, s^in W.ib Elisabecha, alt 7^ Jadre, in der Polana. Vo,ftart Nr. 5l, an der ^nn. genlahmung. ^_ Dem Jacob Gucschma, Taqlöhner, !<>n We,d Ursula, alt 4» Jahre, m der Stadt Ni'. 7Ü. an der ^nngeneütjündung — Gertraud Sellan, ?lblebers' witwc, alt Ü5 I^hre, am Moorgrnnde Nr. »8, an A>c,rssch,vache. — Getraut» Pot>tal Nr. ,, an der Rücken lnarkslahlllilna. Den 30. Hr. Anton Psenüer, Porträtmaler, all 38 Jahre, in der Capuziner. V^stadc Nr. l0, a» der Auszehrung. Im Monate November ItU3 siod 51 Personen gestorben. Z. 2231. Pfandamtliche Licitation. Donnerstag den 21. d. M. werden zu den gewöhnlichen Amtsstunden ln dem hierortigen Pfandamte die im Monate October 1N47 versetzten, und seither weder ausgelösten noch umgeschriebenen Pfänder an den Meistbietenden verkauft. Laibach am 1. December M8. Bei Buchyandlcr in Val0ach, sind nachstehende Schul - und Hilfs-bücher zu haben: Filippi. Neues, mttechaltendcs Italien. Lesebuch zum Schul' und Plivatgedrauch für ?lnfanger und Geübtere. Insbesondere auch für Diejenigen, welche ohne Hilfe cines Lehrers ihre Sprach« kenntnisse erweitern wollen. 2 Abtheilungen. Wien I84ij. Jede Abtheilung 48 kr. — Neu, italienische Schulgrammatik nach den in l>l- Ahn's französischer Grammatik befolgten Grundsätzen. Wien !l^7, fl. 1. 2U kr. — Dom. Ant. Ausführliche theoretisch-practische italienische Sprachlehre sür den öffentlichen und Privatunterricht. Dreizehnte, bedeutend ver« mehrte Original-Ausiaqe, mit sachgemäßer Hinweisung auf die analytischen Erklärungen der Formenlehre. Bearbeitet von Jot). Py. Zeh. Nürnberg 1847. st. 1. 3<> kr. Ponisio. Die italienische Sprache, nach einer ganz neuen, leichtfaßlichen, durch eigene, sechs-zehnjahrige Erfahrung erprobten Methode. 2« verbesserte und vermehrte Austage. Wien 1846. si. 2.