F. /./L. mineralogisch-botanische Kilstreise, von dem EMeWHerglou in Kram, zu dem Berg Glok- 'Wtz^Ur^m Tyrol, im Jahr 1779 und 8i. F rv 0 t e ^^^---Manderte und vermehrte Auflage mit 4- Kupfertafeln. Wien, im Verlage der Johann Paul Krauskschen Buchhandlung. 1784. V o r b e r i ch t. M ^or ungefähr zweeu Jahren kam diese Luftreise in dem ersten Theil der Schriften der berlinischen Gesellschaft naturforschender Freunde heraus, allein sie war wegen der häufigen Druckfehler die sich darin befanden ungemein verunstaltet, dich und dann eine zwo- te von mir unternommene Reise in eben das Land, Land, ist der ganze Bewegungsgrund warum man hier diese kleine Schrift aufs neue mit Veränderung und Vermehrung aufge¬ legt hat. So Cmpfindungsvoll , so angenehm, und schön, als es immer für einen Reisenden seyn mag, in einer kurzen Zett verschiedene Lander, Gebäude, selbst Abarten vom Mcnschengeschlechte u. s. w. zu sehen, so scheint mir doch dieses nur ein Schatten der Wollust zu seyn, gegen jene, die der empfindet, welcher die natürli¬ chen Seltenheiten kennet, saminelt, und in ein paar Ta¬ gen, ja oft auch nur in einem einzigen, durch verschie¬ dene Jahrszeiten (wenn ich mich dieses Ausdruckes be¬ dienen darf) wo ihm in einer solchen Strecke verschiedene Pflanzen, Insekten, und ganz andere Steine, und Ge¬ birge, als vorher, aufstoßen, durchwandern kann. Ein solcher Fall hat sich bcy dieser kleinen Reise zugetragen, als ich mich von dem Berge Terglon im Herzsgthume Kram über dem Hochhorn in Kärnten zu dem Bec g Rlokner in Tyrol begas. A ; Die 6 Die angranzenden Gebirge der Alpkette, worinn der erste Berg sitzt, sind die Äarnischen (Larnia) gegen Abend, welche das kegelförmige Thal von kle?, oder Flitsch, und Lrenda zum Thcil absendcrt; gegen Mt- ternacht die kärntnischen (Larintkis) gegen Morgen, und Mittag aber jene, welche die Ketten in Krain (6->r- nivliü) bilden. Alle diese Berge sammt dem Terglou, bestehen ans dem allgemeinen dichten Kalksteine, welcher von Farbe weißgrau ist; seine Theilc sind manchmal mehr, oder weniger unfühlbar, im Bruche doch immer mehr rauch, als glatt, die Kanten mittelmässig scharf, und auch jederzeit weisser, als auf seiner Oberssache. Ist er sehr dicht wie es sich manchmal erreicht, so gibt er am Stahl Feuer; man hat sich also auf dieses ungewisse Kcnzeichen nicht zu halten , welches die Mineralogen un- acht für ganz sicher immer angegeben haben. Die Spi- tzcn der Berge sind am stärksten verwittert, so, daß, wenn man auch von diesen Felsenstückcn etwas entzivcy schlagt, der Bruch niemals so weiß ist, als diejenigen, welche tiefer brechen. Der Verwitterung ist aber dieser Kalkstein sowohl auf den Anhöhen, als auch in der Tie¬ fe sehr ausgesetzt. Wenn ein solcher Stein anfangt zu verwittern, so wird seine Oberfläche immer mehr, oder weniger ungleich rauch, oder izrehlicht, und so wie er verwittert, zerfällt er in einen eisenschüßigen, unreinen halb Thon, oder Mergel, der bald mehr thon-bald mehr kalkartig ist; manchmal ist er auch ganz thonigt ; von Farbe dnnkelgelb, worum sich ein Glaskopf; oder- kleine glatte Stücke Eisenerz zeigen. Stürzt man große Stücke von einer Anhöhe, so geben sie bcy dem Ausfal¬ len einen etwas Schwefelgeruch. Dieser Kalkstein ist nicht sehr fest, hat auch weder eine große Schwere, noch Kälte, und er löset sich vollkommen in der Salpe¬ ter- tersaure auf, wo manchmal, wie eine kleine Wolke im Grunde der Auflösung bleibt, welche sich etwas Thon¬ oder auch kieselartiger Natur zeigt. Herr Sage *) und andere, sagen ausdrücklich, daß der Kalkstein immer et¬ was Thonerde bcy sich habe; folglich ist auch unser Stein zu dem wahren Kalk zu rechnen, indem der nicht ehe aus der Säure seine aufgelöste Erde fallen laßt, bis man nicht mit einem alkalischen Salze die Auflösung gesattiget hat. Wenn man den Stein zu Kalk brennt, so wird er sehr weiß, gut bindend, und gleichförmig, Laß mehrstemal bekömmt man eine Spur von Eisen da¬ rinn. Alle hohe Berge, und die ganze Julischo, und Rarnische AlpLetts besteht aus diesem weißgraucn Kalk¬ steine, der keine Spur von Versteinerung in sich ent¬ halt , wenn er ansehnliche Anhöhen bildet; nur am Fuße Les Hauptgebirges findet man solche; und hat dann Lronstedt ohne jedoch von andern Ländern Kcnnt- mß zu haben, die Wahrheit der Sache genau bemerket, wenn er zu Ende des 4ten §. sagt : Die Kalkerden „ müssen da gewesen seyn, ehe Thiere, und Gewächse » ihr Daseyn erreichten. " Finden sich einige, welche « aber in einem schon sehr gemischten Kalksteine brechen, so ist er jederzeit etwas dunckler, als der vorhergehende, wo sich die Vorgebirge anlegen. Es ist gewiß ein gros¬ ser Unterschied von diesem Kalksteine gegen jenen, der A 4 im Ltsmens äs mineralozis Oacimalligns par Nr, 8a^s k U-rris 1777 lseonäc Uäsiwn r. Inm. in 8ro. **) Lronstedt» Versuche einer Mineralogie; vermehrt von "Werner Leipzig 1780. 8 EWAx-A tm Aesel-oder glasartigen Gebirge bricht. *) Wie auch von jenem, der chizelne Berge in Kram, Hyftreich, und ander» Gegenden ausmacht. Dieser allgemeine Kalkstein bricht auch oft in grossen Schichten, wovon eine Lage oft zu mehreren Schuhen dick ist ; nur auf den höchsten Bergen kann man solche nicht in diesem Strichen gewahr werden. Das darinn enthaltene Eisenwescn ist nicht überall gleich, sondern nur in manchen Gegenden: durch die Verwitterung wird man aber solches oft von großer Herne mehr, oder weniger gewahr. Am Fuße solcher hohen Berge, wo sich wie kleine Flötzlager von den verwitterten Theilen bilden, findet man verschiedene * Schiefer, Horn, und Glasartige Steine, doch habe ich auch auf einer Höhe von 7200 Schuhen des Berges Terglou, gegen das karmische Gebirg zu, in den Stcin- rissen kleine Quarzkörner in einem Kalktrümmcrstcin, der durch eine eisenschüßige Kalkcrde mit kleinen Körnern von Glaskopf verbunden war, gefunden, wo sonst nicht die geringste Spur eines andern Gesteins vorhan¬ den war, als von allen Seiten, eben der angeführte Kalkstein. Ich gestehe wohl gern mit Herrn Bowles *) ei», daß man von den Kalksteinen gehörige Untcrfcheidungs- kennzcichen angeben soll, welche sich weiter, als auf die r Far- *) Die Unkenntniße der ursprüngliche Ralkkette, und dessen Stein woraus sie bestehen, mache daß die Oltramontani so unrichtige Begriffe in ihren mineralogischen Büchern aushecken. InrroäuÄion ä sllistoirs naturelle Lr ü la k-eoZrapbls pb^stgne cle sbsspagne par istoavlc« a karir 1776. Farbe, und Harte erstrecken sollten; dann gewiß ist es, außer dem reinen weissen Marmor, oder noch besser, der reinen Kreide, haben wir keine» reinen Kalkstein, obgleich, wenn wir ein Stück gemeinen Kalksteins durch die gehörigen Hülfsmittel versetzen, wir jederzeit bald mehr oder weniger Unterschied gegen die Kreide finden. Der oben angeführte Weißgrane Kalkstein ist indessen sehr verschieden von dem schwarzen Kalksteine, wovon Herr Gmelin *) glaubt, daß ganz Krain daraus be¬ stehe. Wer in Krain kommt, und noch nie ein so hohes Kalkgebirge gesehen hak, wie das unsrige ist, würde bcy vielen die höchsten Spitzen mit Schnee bedeckt glau¬ ben , so weiß sind sie an verschiedenen Gegenden. Ich weiß keinen einzigen Mineralogen anzuführcn, der unfern gemeinen Kalkstein richtig beschrieben habe. Gcopoli **) laßt ihn für den ganz weißen gelten, in¬ dem er auf der ersten Seite sagt: weißer dichter Kalk¬ stein aller Orken. Allein nichrs weniger, als dieses, Leun der schöne weiße Kalkstein von Istrien macht doch noch einen grossen Unterschied gegen den unsrigen, nicht allein iw der Farbe, sondern auch in der Strucktur aus. Eben sowenig kann inan auch aus den kurzen Beschrei¬ bungen anderer Schriftsteller was abnehmen; und findet man auch eine Bestimmung, die mit dem vorhabcnden Körper etwas übercinstimmct, so ist es doch oft noch A 5 lange Des Ritters Larl,von "-inne vollständiges Nia- tnrsilstem Les Mineralreich«, von J. L. Gme- lin, Nürnberg 1779- Scopoli Einleitung zur Renntniß der Fossilien. Riga 17^9. i O lange -er Stein nicht, den der Verfasser nennet u. s. w. wüllerius *) hat also sehr Einsichtsvoll gesuchet, die äußerlichen mit den innerlichen Kennzeichen in der Mineralogie zu verbinden, welches Herr Werner **) noch viel ausführlicher, aber auch ungemein weitschichti¬ ger, was das Acußcrliche anlangt zu erläutern gesucht. In diesem Gebirge von gleichförmigen Steinen, finden sich eine Menge Alpenpflanzen. Ich will hier von jenen nur Meldung thun, welche neu sind, und nicht in den Kraincrischen Floren ausgezeichnet sind, wie auch zum Theil beym Lmnauo nicht. Gegen Abend des Berges Terglou in das Trendathal zu, fand ich eine neue Art einer Gcabiofe, welche mit keiner einzigen im ganzen Linneischen Natursystem überein kömmt z sie ge¬ hört unter die erste Abtheilung, die Linne' macht, näm¬ lich unter jene, wovon die Blüthe in vier Theile ge- theilt ist. Der Standort dieser Pflanze ist nicht über Schuhe hoch über die Seefläche auf den Felsen. Geruch Hube ich keinen besondern daran wahrgcnommen; die ganze Höhe davon beträgt nicht über 8 Zoll, über¬ haupt mehr trocken, als saftig: die Wurzel ist rund, knotigt, und gehet senkrecht in die Erde hinciiM aus¬ wendig ist sie hellbraun, mit feinen Fasern versehen, in¬ wendig ist sie aber weisser, und holzig; aus dieser Wur¬ zel entstehen ein, zween, bis drcy gerade Stengel, wel¬ che rund, und gestreift sind: bey dec Entstehung sind sie ,4) - 6. ^Valierius. Da 8^ltemünbu« lVlinerLwAlci. blsImiL 1768. **) Von den ä-rßerlicken Rennxcichen dec Losti- llm, von A. G. Werner Leip5. 1774. ENZZM r r sie dünner, als gegen der Blume zu. Die Blatter stc- Heu gegen einander, und umfassen den Stengel; nie mehr, als 4 / höchstens 5 Paar habe ich an einer Pflan¬ ze gefunden, und jederzeit kreutzen sich ein Paar davon mit dem andern. Diejenigen, welche am nächsten bcy der Wurzel entspringen, haben etwas mehr, als die Hälfte der Lange von der ganzen Pflanze ; sie sitzen auf gebogeiten Stielen, welche gegen den Stengel eine Rinne bilden; zu Anfänge sind sie bis auf den Stengel zer¬ schlissen , höher hinauf aber zwo bis drey Linien breit tief gezahnt, wovon die Zähne sagenartig stehen. Durchaus gehet eine scharfe Rippe Lis zur Cndspitze, welche aber nur in den ersten Scitcnlappen merlRh ist; glatt ist die ganze Pflanze sammt den Blattern, welche oberhalb hcllgrünn, unten etwas weißer sind. Die zwei) folgende Blatter stellen nur eine bloße Rippe dar , welche mit drei) Paar eben so schmalen Lappen versehen sind: das dritte, und letzte Paar, welches jederzeit einen halben Zoll unter dem Kelch entspringet, ist ganz leinförmig ohne Lappen, und Zahne, steiget gerade den Stengel hinauf, wo sie manchmal über den Kelch bis zur Blüthe reichen. Die ganze Blume kommt der Siebenbürgischen Scabiose am ähnlichsten. Der Blumenkelch ist unbe¬ wehrt, wovon die Schuppen dachziegclartig eyrund ge¬ stumpft auf einander liegen. Die Blume ist etwas dun¬ kelweiß ins gclbröthliche fallend. Als ich diese Scabiose im Monate August ankraf, war ihre Blüthe schon mei¬ stens verwelkt, daß ich sic nicht mehr vollkommen sehen konnte, obgleich die schöne Rapondie noch ganz im Flor war. An der ganzen Pflanze habe ich keinen widerwär¬ tigen (Icschmack gefunden. Rach« Nachdem ich mich von dieser Pflanze weiter gegen den Lisberg des Terglou *) zu wandte, kämm mir eine Neue Art einer Flockenblume vor, ich hielt sie an¬ fänglich für die leinblatterichte des Linne'; allein ich fand sie, bey genauer Untersuchung doch verschieden. Die Wurzel ist schwarz, holzig, fortwährend, mit vie¬ len Zasern versehen, aus welcher ein einziger einen hal¬ ben, auch einen ganzen Schuh höher gekerbter, sehr rauher 'grad stehender Stamm entspringt, wo zu Ende auch nur eine Blume sitzt, wie bei) der vorhergehenden ohne alle Seikcnaste: die Blatter laufen wechsclwciß am Stamm hinauf, welchen sie zum Theil umfassen; sie sind gleich brech-, ausgenommen die Wurzclblatter, welche in der Mitte etwas breiter sind, ungemein wol- ligt, auf der Oberfläche grün, unten aber weiß, und daselbst auch mit viel mehrerer Wolle besetzt; ihre Lan-, ge bctrift manchmal zwo Drittel des Stamms. Die einzige Blume hat einen zuräckgekrümmten haarigen Blumenkelch, wovon die Schuppen am Rande sehr braun sind. Die Blumenkrone ist vollkommen blau, wie bey der vorigen. Die ganze Pflanze hat weder son¬ derlichen Geruch, noch Geschmack. Dec Standort ist eben so hoch, als wie bey der vorigen. Ein paar Stunden tiefer im Gebirge fand ich ei¬ nen kleinen blauen Lnrian neben dem purpurrorhcn stehen, *) dlgan sehe im ersten lllhcil dec Or^stograpbia c-n-nio- IlL!» 1778. die Gcbürgskarcc vom Lande, wo auch der Berg auf dem Ticelkupfcr vorgestcllr ist ; wie ancl) des kiorirmclcbirlcll mappr Osr- M0ÜT. -Z sichen, der einen halben Zoll nur an Höhe hatte. Es scheint eine Abartung des stammlosen zu seyn. Seine kleine Wurzel gehet gerade in die Erde hinein ohne Sei- tenfaßcm, aus welcher sechs bis acht kleine cyrunde un- bestieltc Blatter entstehen, welche ganz glatt sind, aus welchen dann eine einzige Blume hervorkommt, wovon der Kelch solang, als die Blätter, und in fünf Theile gecheckt ist. Die Blumenkrone ist noch einmal solang, von Farbe blau, in fünf eyrunde glatte Lappen gethcilk. Der Geruch dieses Enzian ist angenehm; der Geschmack der ganzen Pflanze aber ist etwas widerwärtig bitter. Als ich die vorstehende Anhöhe des Berges ge¬ gen Mittag bestieg, bekam ich in einer Strecke von drey Stunden Höhe, weil alsdann keine Erde mehr zwischen denen Steinen, folglich auch keine Pflanze mehr zusehen ist, noch vier folgende besondere Arten vorher zu Ge¬ sichte. Die erste, welche sich häufig, aber selten blü¬ hend fand, war ein Löwenzahn. Die ganze Höhe der Pflanze ist ein, und ein halber Zoll, wenn sie nicht zwischen zwo Steinen steckt , wo sie denn oft ihren klei¬ nen Stengel verlängert, und also bis drey Zoll lang wird, die Wurzel ist hart, und beständig, jederzeit ge¬ bogen, wo aus deren dickeren Theil viele lange weiße Fäßern gehen. Der Stengel, welcher daraus entspringt ist einen halben Zoll lang, welchen fünf, bis sechs Blätter wechselweise umfaßen, diese haben beynahc kei¬ ne Stiele, und die Lappen sind sehr gedrängt, und tief aufgeworfen. Die erstem sind fast ganz glatt, wo hingegen die letztem nur wie rauche Blatstiele unter der Blume sitzen, ohne die geringsten Geitenlappcn zu haben. Die Haare des Stengels sowohl als von den Blätter», und dem Kelch sind steif, und schwarzbraun. Die ein¬ zelne ^4 zelnc Blume beträgt an Grösse nicht über einen Zoll, sie ist ohne widerwärtigen Geruch; der Geschmack aber von der ganzen Pflege ist etwas bitterlich. Der Blumenkelch ist ganz rauch, und besteht aus lanzektenförmigen Schup¬ pen, welche Dachziegclartig gerade aufeinander liegen. Die Farbe davon ist braun. Die Blumenkrone ist Gold- färbe, wovon zu Ende die Blättchen fein gezahnt sind. Der Saamen davon ist weiss, und mit einer haarigen Krone besetzt. Diese Pflanze, wie die vorigen, blühen im August, und September. Wie ich zu der Mittlern Hohe der Eisberge kamni , fand ich folgende in der Blüthc, als erstens eine Scharte (Seri-iNul^) welche aber Linne' unter das Geschlecht des Krazkraut (Onicus) genommen hat, und sie sroergrrax- krant nennet: allein der einsichtsvolle und berühmte Pflanzenkenner Herr Iacquin hat sie ohnlangst ausführ¬ lich in dem fünften Theile seiner kllora aullriacN ro. beschrieben , und auf der 44°ten Tafel abgebildet. *) Diese Abbildung zeiget deutlich, daß die Pflanze sich in einein warmcrn, und fetten Erdreich, in Ansehung der Blätter sehr geändert hat, so wie man es am deutliche sten auf der aufgeführken Tafel bey dem einzeln Blakte sehen kann. Als ich sie vor 4 Jahren das erstemal auf der Anhöhe des Eisberges fand, so waren alle Blatter der Pflanze bald mehr, oder weniger gezahnt; und jene, welche noch nicht ausgewachsen waren, hakten die Zähne nicht *) s.ieguin, blorT Aullri-wL, flve plsMarum hcleÄ-num in ^.ulirnr ^eciiillucatu chonie crelcenrium, icones all vtt'um colorML thl. m. Vol, 5. i778> Vin. llobonse. nicht so deutlich^ und so vergingen sie auch jenen, wel¬ che aus dem Gebirge überpflanzt wurden; überhaupt be¬ kommen alle Alpenpflanzen, wenn sie in Garten übersetzt werden, viele Aenderungen an ihrem Wuchs, so, daß man oft glauben soll, sie machten ganz neue Arten aus. Lieb wäre es mir zu wissen gewesen, ob auch diese Pflan¬ ze sich in Oesterreich auch nur an einer gewissen Anhöhe halt, wie bcy uns. Ich habe sic nie viel unter tausend Klafter Seehöhe angetroffen, und jederzeit da, wo die Eiswasser hinkommen; denn sie lieht sehr die Feuchte. Die schönste, und zugleich die angenehmste ist ein Mansöhrleüi (bll/olmk), welches in der Blüthzeit ei¬ nen Geruch von sich zieht, der demjenigen ähnlich kömmt, den der gemeine Fluider (b^rinFg) von sich giebt, aber viel angenehmer; der Geschmack der Pflanze ist nicht widerwärtig. Die Wurzel ist beständig Pfeilähnlich, holzigt, mit etwas Zasern versehen; die Stengel, wel¬ che selten über einen Zoll an Höhe haben, sind mit uu- bestielten länglich eyförmigen haarigten Blättern be¬ setzt , welche wechselweise den Stengel hinauf laufen. Zu Ende des Stengels sind meistens zwo bis drey Blumen auf ganz kurzen Stielen. Der Kelch ist etwas wolligt, worauf eine schöne blaue Blüthe sitzt, welche, wie ein Präsentierteller gestaltet, und wovon die Krone in fünf Lappen getheilt ist. An einigen Orten habe ich auch Liefe Pflanze einblumig gefunden, welche Abänderung aber blos daher rührt, wenn die Pflanze mit der Wurzel zwischen Steinen stecket, wo sie gepreßt ist, und nicht Nahrung genug erhält. Mehr, als hundertmal habe ich dieses an der llrimnla carniolica ( strieguiu ?lora -mllriaca Nom. 5. s^enüice Nsb 4 ) und andern be¬ obachtet. Wo sich die vorhergehende Pflanze findet, dH k 6 ist auch folgende potenrille häufig, sic kommt der glän¬ zenden des Linne' am nächsten. Der genaue, und erfahrne Kräuterkenner, Herr Abt Wulfen hat letztere in dem oben angeführten Wercke sehr richtig beschrieben, und abgcbildet. Die Wurzel der nnsrigen ist schwarz holzigt, und gehet grade in die Erde mit wenig Seitcnfaßern. Der Stengel ist selten über ein, und einen halben Zoll hoch. Bey seinem Ursprung umfassen die Blatter denselben, welcher gebogen in die Höhe gehet, und so wie die Blat¬ ter ganz mit einem weissen Filz überdecket find, so auch der Stiel, und die Stengel, sie bestehen jederzeit aus drei) cyrundcn Blattlcin, welche zusammcngefalten, uny mit zween spizigcn Ansätzen versehen sind. Die einzelne Blume ist groß, und blaßrokher Farbe, wovon die Blat¬ ter herzförmig sind. Der Kelch ist rauch, und etwas dunkelroth gefärbt. Der Saame ist rund mit wenigen feinen Federn umgeben. Der Geruch ist etwas ange¬ nehm, der Geschmack aber undeutlich. Diese Pflanze sowohl, wie die vorhergehenden blühen im September. Ob ich nun ' gleich den Berg Terglou schon mehr, als einmal bcynahe ganz bestiegen habe, wie auch seine umliegende Gegend, so kann ich mich doch noch lange flicht schmeicheln, daß mir kaum mehr, als ein Drittel der dortigen seltenen Pflanzen zu Gesicht gekommen sey. Allein meine Geschäfte haben mir nie mehr, als eine sehr kurze Feit erlaubt mich da aufzuhalten. O, wie oft habe ich mich nicht ein Jahr lang, als Schäfer da zu seyn gewünschet, um Zeit zu haben, diese blumenreiche Gegend zu allen Zeiten durchgehen zu können, wie viel seltene Pflanzen würde ich nicht noch entdecken können, die die mir so rrie zu Gesicht kommen werden. Dieses ho¬ he , und mächtige Gebirge Hut eine Menge verschiedener Klimaks, wo denn auch so viele verschiedene Pflanzen ihren Wohnsitz finden: der Theil des Gebirges, der ge¬ gen die See halt. ist immer mit der heissen Sonne be¬ leuchtet; da hingegen die Mitternachtseite beynahe keine Sonne in den engen Thälern hat, worin die ewigen Eisberge entspringen, welche vielleicht so alt, als die Welt, oder wenigstens doch so alt, als die hohen Ber¬ ge sind, die nicht von einer Uiberschwemmung ihre Ent¬ stehung, wie andere gemischte Gebirge zu danken haben. Als ich meinen Weg weiter gegen Karnthen zu fortsetzte, fand ich noch einige Menge Alpenpflanzen, wel¬ che aber beynahe alle vom Herrn Gcopolr *) in der Flora des Landes beschrieben sind. Unter jenen, welche ihm aber nicht zu Gcsicht gekommen sind, ist der gera¬ pschte Lnzirn des Ritter L-lnne', welchen ich noch da¬ mals häufig in der Blüthe fand. Der Geruch von die¬ ser Pflanze ist beynahe kein, aber das Bittere dec Wurzel ist eben so stark, als bey dem rochen, und gelben. Die Ralksteine dauerten hier immer fort, bis ge¬ gen das enge Thal der Wurzen, wo ich dann verschie¬ dene unbedeutende Mor-morarren, und Lalkschlefer fand; die meisten der erster», bestanden aus Trümmern, wovon die Farbe gelbroth war. In -diesen Geschieben traf ich auch Leopoii l?lc>rr caruiolicL, sälrio räs c. 6^. Vitnlo- bouL !77r. B rs ' auch in einem eisenfchüßigcn Thone gefärbte ^omamen an, wie auch alicrley Jaspis, aber nur in unbeträchtlichen Stücken. Da ich hier wieder über den andern Theil der Alpkettc setzen mußte , kam ich abermal in den ein¬ förmigen RalLstein. Hier zwischen denen höchsten Kalkbcrgen, in den tiefen Schluchten fand ich ein paar kleine Berge, von zusammengesetzten Lelssieinen, die aus Quarz mit ein wenig eisenschüßtger Erde verbunden waren. Der Quarz bestehet meistens aus lauter runden Stücken, welche aus dem weissen ins gelbe fallen, wozwischen das .Bindungsmittel so wenig ist, daß man es kaum ohne einem gewafneken Auge sehen kann; manchmal ist cs auch ein wahrer Gcstellstein des Leonftädrs, nämlich blos Quarz und Glimmer; nahe an diesem Felssteine saß ein schwärzlichter fester Kalkstein, der von einem ungemein festen Korne war, nnd gewiß eine schone Politur an¬ nehmen muß; sein Bruch war schaalichk. Aller Orten fand ich hier eine kleine Abänderung des krainerischen AstraNx, den Herr Iacquin. in dein obenangeführten Werke beschrieben hat. Die Pflanze ist kaum zwey Zoll hoch, mit funflappigen Blättern, wel¬ che bis an den Stiel cingeschnitten sind: der Stingcl war selten zwcigicht, und jederzeit mehr hangend, als gradestehend. Noch eher, als ich über die letzten Berge in Karnthen kam, waren solche mir einem röthlichken, weißgefarbten Schiefer bedeckt, einige davon brausten bald mehr, bald weniger mit denen Sauren: die weissen Flecken, die darinnen stachen, brausten am wenigsten , als wenn jene erst kieselartig werden wollten: an vielen Orten sah ich hier guten Mergel, wie auch tiefer gegen die Fläche zu; ganz reinen blauen Thon, welcher mir ringe- rs ungemein geschickt zur Töpferarbeit schien, indem er mit feinem Glimmer gcmischct war. In der Flache fand ich nichts merkwürdiges mehr, was angeführct zu werden verdieneke, indem der Drau- rder Trapfluß aller Orken die Flache mit seinem viel¬ fältig gemischten Schober überdeckt hatte, worauf an vielen Orten schon die fruchtbarsten Felder stehen. Auch bey diesem Fluß habe ich eben das beobachtet, was ich vielfältig»!«! in Krain bemerkte , nämlich , daß der erwähnte Fluß vor Zeiten sein Bette viel höher ge¬ hübt, als dermalen. Ich begab mich also zu der Haupt- stabt des Landes, welche wir, so wie auch die Win¬ den , die einen Theil der Einwohner von Kärnthen aus- machen, Zelauj, oder Gelaux nennen, ohne Zweifel daher, weil die alte Stadt Gala, die aber einige für das alte Tiburnia halten, da gestanden ist. Die Deut¬ schen, welche alle slavische Rainen verstümmeln, oder ganz und gar- verändern, nennen sie Rkagenfurr, man srhe'Valvasor *) seine Beschreibung vom Lande, wie auch Herrn Bäschings Erdbeschreibung zu Anfang des siebenten Thcils **). Doch machen andere Einwürfe dagegen, und sagen Klagenfurt sey eine ganz neue Sradt, und habe den Namen von den kleinen Fluß Rlang, der da vorbeyläuft. In dem ganzen Orte war für mich nichts merkwürdiges, als der obenangeführte Br - ge- ') Valr-iloe NopoZrspIüa ^rcbi - Ducatu« OsrintblT, oder ausführliche Beschreibung aller Scadre u. s. w. mir Rupfern, Nürnberg fol. 1688. ") LsnArspbie umrorlcUe psr kckoust Lü.lchiu§ LtralH bur§ 177z. ro genaue Beobachter Herr Abt Wulfen. Dies war das erstemal, daß ich das Vergnügen hatte ihn persönlich kennen zu lernen. Ich bekam bey ihm die seltenen karnt- ncrischen Pflanzen zu sehen, dle er seit vielen Jahren gesammlet hatte, sie alle genau beschrieben, und die meisten nach der Natur abmahlcn ließ. Die mchresten befinden sich dermalen in der obenangcführten k'lora flriac-!, beschrieben, und abgebildct. Unter den übrigen, die er noch hatte, bekam ich aach eine zu sehen, die ein eigenes Geschlecht ausmacht, sie gehört unter die zwote Klasse des Natursystcms des Linne'. Ich zweifle nicht, daß derjenige, wer sie auch immer bekannt macht, ihr nicht solle den Nam wulfenia bcylegcn, indem ein so verdienter Mann, als der Erfinder ist, gewiß mehr verdient, als diese kleine Ehre. Dermalen ist es auch wirklich den so sehr um die Krauterkundc berühmten Hrn» Hofrath von Iacguin in dem 2tcn Theil der dgileell-m. «ialk. geschehen, wo die Pflanze genau abgebildct, und unter dem Nam Vv.Iienia Lminrbi-ic-l beschrieben *). Nun fangt auch eben erwähnter Abt sich auf das Steinreich zu verlegen, nur wünschte ich ihm mehr Gemächlichkeit, und eine gute Bibliothek dazu. Von dieser Hauptstadt wand ich mich gegen Ober- karnthen. Mein erstes war, zu dem beträchtlichen See zu kommen, den man den wcrcersce nennt, eine halbe Stunde von der angeführten Stadt liegt, und durch einen Kanal solcher das Wasser zieht. Er ist bey vier Stunden lang, und von einer halben bis einer gam zen *) ^acguin milccllanea aussrise. 1'. 4. cvllorak. VinäabonnT 17?1. EMAM- 2r zen breit. Dieser See ist auf beyden. Seiten mit klei¬ nen Bergen umgeben, welche «leistens aus einem schlech¬ ten Ofenstein, oder Laxum koriracum ^Vullcrll, und Gneis bestehen, (letztere Steinart hat einen sehr blen¬ denden Glimmer.) Die erster« Hügel nahe an der Stadt sind ein bloßer Schiefer, der meistens thonartig ist, und sehr verschiedene Farben hat; aus diesem Schiefer werden beynahe alle Häuser in der Stadt er¬ baut. Da ich nun die ganze Länge des Sees ausgieng, so habe ich auch oft beobachtet, wie die Hügel verschie¬ den abwcchseln, bald bestehen sie aus dem angeführten Ofcnstein, bald aus dem Schiefer, oder auch aus Ralkstcine, der sic durchschncidct. Dein letztem Stei¬ ne ist die Textur ziemlich fest, und von gleichen Korn, manchmal aber auch aus Trümmer» bestehend. Die Farbe davon ist hellgrau, zuweilen auch ins Schwarze fallend. Versteinerungen habe ich keine bemerkt; in¬ dessen kann es doch wohl da einige geben, wo ich nicht gewesen bin, denn in einer solchen niedrigen Lage sind sie in dergleichen Steinen nicht selten. Es ist hier un¬ möglich zu sagen, welches Gestein das Grundgebirge ausmacht, indem sie miteinander gleiches - Streichen irr den See halten. Mein fernerer Weg nach Villach ließ wenig anehr die Gebirgsart erkennen, indem alles mit der Dammcrde überdeckt ist, doch an solchen Orten, wo einige Felsen hcrvorschauten, war es der obenangcmhrre Gneis, welcher recht großschuppigten Glimmer hatte , Quarz war weniger, und dec Feldspat!) ist oft unmerk- lich. Zwischen dem See, und dem angeführten One, findet sich eine enge Schluchte, welche bis in den Trap- fluß aushält: durch diesen Hohlweg hat man oft vor- geschlagen, den Fluß mittels eines Grabens in den See zu führen, um alles schiffbar bis zur Hauptstadt B ? zu 2L EZKW-W zu machen. Mein nicht, daß eine solche Anführung des Flußes eine große Geldsumme ersoderce, sondern die Sache scheint mir ein für allemal sehr beschwerlich , und rinkhunlich, dann ganz ungezweifelt liegt der Fluß schon tiefer, als die Stadt, zu welcher er geführet werden soll, und welcher von Tag zu Tag noch niedriger wird, so, wie alle reissende Flüße in hohen, und gebirgigen Landern zu thun pflegen, wenn sie einen starken Fall Ha¬ den, wo nicht, so entstehet auch das Gegentheil. Wenn man gegen Villach (Balvasor, und Bü-- schings am angeführten Orte) kommt, so wird alles eben, und der Donau-oder Trapfluß macht die Granz- scheldung bcynahe vollkommen von dem Lialk-und Schie-- fcrgcbirge: alles, was links des Flusses liegt, nämlich gegen Morgen, ist meistens Talkartig, so wie auch ge¬ gen Mittag, und gehört zu den obenangeführten Ach¬ telten , welche nach dem mittägigen Tchrol, und weiter halten; hingegen was rechts, oder gegen Abend, und Mitternacht liegt, ist, wie gesagt , (Luarx, oder Rie- selschiefer; denn im strengen Verstände genommen ist kein Gebirge, welches nicht gemischt wäre. Dieser Schiefer, oder Gneis, wie ihn die Sachsen ohne Zwei¬ fel nennen würden, macht hier m Oberkarnthm das Hauptwesen der Gebirge aus. Er ist ein Stein, der aus folgenden Stücken besteht, nämlich aus Quarz, und Glimmer, zufälliger Welse verhärteten Thon, Ser¬ pentin , Steatit, Kalkspach , Asbeste, am fettesten Horn« stein, und Fcldspath. Der Quarz ist nicht jederzeit weiß, sondern er hat auch andere Farben, wie daun auch der Glimmer bald weiß, gelb, schwarz, und grün» ist. Dieser Schiefer besteht aus sehr unordentlichen Lagen, bald flach, rald g.bogen, und streicht nach allen Welt- gegen- 2Z gegenden: seine Festigkeit ist bald mehr, bald weniger, nachdem die Schichten mehr, oder weniger fremde Thei- le in sich haben. Er ist oft nicht mehr der Verwitte¬ rung ausgesetzt, als der festeste Granit, wovon er zu¬ weilen die Mutter ist. Diesen Schiefer nennt Herr Ardrnno *) Horn schiefer, welcher doch ganz was an¬ ders ist; besser wäre es gewesen, ihn Lelsschiefer zu nennen, oder Gesielllreinc, obgleich der letztere sich da-» durch unterscheidet, dass er nicht so schicferartig bricht, und sonst keine fremde Theile in sich hat; denn meistens besteht der Quarz in Gestcllstcin aus Stücken, wie im Granit, und Trümmerstein, wohingegen hier der Quarz aus Blattern besteht, wozwischen der Glimmer, und oft auch andere fremde Theile liegen. Auch Herr Ar- duino hat diesen Schiefer am häufigsten in den italieni¬ schen Gegenden gefunden, und daraus den Schluß ge¬ macht , er müsse das Grundgebirge aller übrigen aus- machcn. Allein alles Allgemeine muß in der Mneralo- gle als Schwachheit angesehen werden. Von letzt angeführten Orte wandte ich mich dann in das Lraptha! **) wo ich das Gebirge, woriunen B 4 sich *) RaooltL äi memario clnmico -minersloZiclis , metal- lurgiche, e Oi'ttroZraliche clel 8ign. ^rcluino c rol, die Tlbäler of¬ fen, und nicht so geschlossen, wie in Rrain vie¬ le sind, und ganxe Striche Landes einnehmcn / so sich die Bleygruben vom Lande befinden, links liegen ließ, und hatte zur rechten die Drau, oder wie man im Lande zu sagen pflegt, Trapfluß, von welchem dann das Thal den Namen hat. Auf der rechten Seite die¬ ses Flusses find die Gebirge vom Anfang bald itteftl-- bald kalkartig, so, wie man höher ins Land kömmt, und sie ganz von ersterer Gattung, wohingegen sie links «immer kalkartig bleiben, bis man nach paternion kommt, wo dann es zum Theil aus Fels - oder Luarxschiefer besteht. Zu Gcock'envoft, zwo Stunden vom letzten Orte, in einem Graben, befindet sich eine ziemlich rei¬ che (Luecksilbergrube, welche aber dermalen auf Befehl des Hofes geschlossen ist, und nicht darf ausgebeütet werden, und das aus der guten Ursache, daß man das wohl eingerichtete Werk von -Hpdria nicht in Verfall bringe, indem dieß allein reich genug ist, nicht allein die Monarchie, sondern auch den auswärtigen Handel zu versehe». Da ich nun nicht den eingetricbcnen Stol- > len habe befahren können, so kann ich auch nichts von dem Innern sagen, ob es ein Gang, oder was anders sey; in¬ dessen will ich doch die Lrxarten anführen, die da brechen. Dec Gangstem u. s. w. ist der Eiuar,schie¬ fer, dec oft mit einem Talk - und, Schneidestein ge¬ mischt ist. Das gemeinste Erz ist ein ungestillter der¬ ber Äinober, Linn-lbsrin .Iinorjllnu loliäus, welcher in einem milchweissen Quarze von mattem Bruche cingc- mischt ist. Meistens bricht dieses Erz in Schichten, wo zwischen ein weißgrauer Talk steckt, der die Gewinnug sehr so wird dann auch die Unterabtheilung dieser Lan¬ der in -Hauptthaler gctheilr. Das mehrere davon werde ich in meiner helvetischen Reift erörtern. z. Ls sehr erleichtert ; da der Zinober nur fleck - und strerfwcisc in dem Quarze einsitzt, so hat dieses Erz ein schönes Ansehen; und nähme Zinober so gut die Poli¬ tur , als der Quarz an, so würden sich die angenehnr- scen Sachen daraus verfertigen lassen. Die zwote Gattung von Erz, die ich da erhalten habe, ist ein ganz feiner kr^stallisirtgr Zinober, wel¬ che pyramidalförmig ist, und manchmal überdecken ihn auch von Zinober gefärbte sechsseitige Quarzkrystallen. Die Stusse, die ich besitze, ist ein Stück grauer Quarz mit der erwähnten Talkerdc gemischt, worum ungestal¬ tet: Zinober, und würflicher Kies sitzt: auf einem En¬ de dieses Steines sitzen aber die Zinober, und Quarz- krystallen. Die dritte Gattung ist loses Gnecksilber, wel¬ ches in lauter feinen Kugeln in dem grauen schicferichten Quarze einsihk. Der Quarz ist an manchen Stucken graublau gefärbt, von dem darinn befindlichen Zinober« In einem ansehnlichen Stück, welches ich erhielt, be¬ finden sich die Quarzlagen von ein bis zwo Linien dick, wo jederzeit die Talkcrde zwischen sitzt, welche oft ganz asbcstartig ist. So lange der Quarz taub ist , so lange sind die Quarzschichten' dünne, so bald er aber vom Halbmetalle geschwängert ist, so werden dieselben mächtiger und das so lange, als es Mineral enthält. Dieses sind bis diese Stunde die einzigen Erhärten, die mir von dieser Grube zu Händen bekommen habe. Von hier aus nahm ich meinen Weg nach Spital zu; in die¬ ser Strecke fand ich immer das nämliche Gestein, wie Lau» auch etwas Murkstein. Von Pflanzen sah ich B; gar 26 Zar nichts besonderes. An dem letzt angeführten Orte verließ ich das Trapthal, und wand mich in das Ratschtahl, den Licserflusi hinauf nach Gemünd'. Von hier ans gieng ich stats mit einem sanften Steigen in das hohe Gebirge. Die gemeinsten Steine waren der angeführte Schiefer, dann brauner, und röthlicher Porphir, weißlicher Granit, und fchuppichter Basalt, der hier niemals einen krystallisirten einschließt. Ver¬ schiedene Trümmersteine, schwarzstrahlichte -Hornblende in sehr grossen Felsen,'mit welchen man die Strasse aus¬ besserte, wie denn auch den Geisberger-und-würksiein. Die Gebirge waren hier noch ziemlich sanft, und meistens bewachsen bis zu ihre» höchsten Gipfel. Hier fand ich den österreichischen Salvey des Hrn. stacgum, in der flor» snüriacs im dritten Theil auf der I!2ten Tafel. Von Gemünd aus wand ich mich in das Gebirge zwischen Morgen, und Mitternacht, ,wo Gteyermark mit Larnrhen, und Salzburg angränzt. Das Ge¬ birge bleibt das nämliche, so wie auch das Thal noch eben den Namen führt. An ein paar Orten fand ich ein sehr grobes Gemisch , welches einen Granit un¬ eigentlich vorstellet, indem, ob zwar die nämlichen Be- siandtheils sich darinn befinden, es dennoch keinem wahren Granit ähnlich sieht. Der Stein besteht auS grossen Stücken, welche manchmal von einem Quadrat zoll bis auf ein, und mehrere Schuhe hgben. Die Quarz- stäcke machen das beträchtlichste aus, nebst blassen fleisch¬ farbigen Feldspach mit Glimmer, oft Asbest, und sehr ' weni- *) Mur sehe die Landkarten von Racnthen, von dem Jesuit Andrian, und andere, welche aber alle fehlerhaft sind. 27 wenigen in sechs Ecken krystattisirten Basalt. So nach- »heilig als immer die Vervielfältigung der Benennung in der Naturhistorie ist, so weist ich doch nicht, ob es nicht besser wäre, diesen Stein Granitstern, als Granit zu nennen; denn wer diesen Stein kennt, und den orientalischen Granit dagegen halt, must gestehen, daß diest ein l immelweiter Unterschied ist ; letzterer be¬ sieht aus einem Gemische von lauter kleinen Theilcn, wohingegen ersterer uuge.nsin grobe Stucke enthält , die, ob sie zwar eben die Theile besitzen, doch ein ganz anderes Gemische machen; wollte man aber dazwischen keilien Unterschied erlauben, so müßte der feine Sand¬ stein mit dem groben Quarztrümmerstein eine einzige Art ausmachen, denn die Bcstandtheile sind doch auch oft die nämlichen. Die erste Granitart, die Hr. Lbnrgenclner in seinen Gebirgarten aufgestellt, gehört zum Theil zu diesen oben angeführten Granitstein, oder groben Granit, welcher lange jene Politur nicht annimmt, die der fein, oder gleichförmige gemisste annimmt. In eben dem Gebirge findet man auch den Gneis, dec grau ist, wie denn auch einen solchen gefärbten LMstcin in Nestern, Schneidcstein, und Hornblende, ( om'nsns lstsrolus >ViilIer. ) ist auch nicht selten. In diesem Gebirge kam ich zu einem kleinen Orte, welcher Rremobrucken heißt, wo die Hochofen der gräflichen katranischcn Familie sind, welche in dieser Gegend, wie ich weiter erwähnen werde, einen starken Eisenbau führen *). Der Schmelzofen, den ich da fand, hatte r i Schu- Nuckt bald ist ein so kleineo Land in Europa wo soviel Bergbau getrieben worden, als in Läm- rS Schuhe an Höhe, seine obere, und untere Wette war ein, und ein halben, in der Mitte war die Weite ver- haltuißmaffg gegen das übrige. Was das Verhältniß des Einsatzes mit Erze, und Kohlen anlangt - ist nach gemeiner Art, nämlich nach Umstanden der vorfündigen Erzgattungen; was aber die Schmelzung selbst anlangt, ist zweycrley. Entweder wird auf Flössen, oder auf Mattel» geschmolzen. Erstere Art ist allgemein bekannt, aber letztere nicht so sehr; doch ich will von beyden Arten ein Wort erwähnen. Eine Flosse, oder grosse Eisen-- Larnihen. Von allen -Halb-und Gan?merallen findet inan Erze in diesem Lande, platina, und Jinn ausgenommen, obgleich man nur eigent¬ lich ans Bleyeisen, Galmeysilber und etwas Gold bauet, kssoch dermales befinden sich be^ ro ^Hohofen darinnen, wodurch das Essener? auf- gearbeitet wird. Alle Eisenwerke sind in?wccn Lheilc getheilk, als in Eisenwurzen und Waldeisenwerken, wovon ersiere den Vor¬ zug der Beständigkeit gegen letztere haben; das ist, wenn sa das Er? ?um Mangel käme, so bleibt das Schmel?en denen Oefen ?u -Hut- renbcrg, von der Mosin?, in der Heft, in der Leling, ?u Eberstcin, oder Gili- ?enstein, und Treibach, aber die Oefen mir Gemünd sind ?um Oheil ausgeschlossen. 2ll- le Hohöfcn haben nichts besonderes, als die von Treibach , wo ein größerer Ofen , als die übrigen, das ist höher, und weiter, wie ich ferners erwähnen werde, angebracht ist, Tisenmasse hat gemeiniglich vier bis fünf Centner an Schwere, und bis fünf Schuhe an Länge, ein, und einen halben breit. Nachdem der Ofen scharf gehet, nachdem wird auch oft auf Flossen gestochen. Diese Flossen werden bei) den meisten Werken geröstet, und wieder vollkommen geschmolzen oder in einem kleinern Feuer zerrönnet, welches man ftischarbcit nennt. Wenn eine solche Masse zum zweytenmal gut ge¬ schmolzen ist, so werden die Kohlen davon abgeraumk, und die Oberfläche mit Wasser abgekühlt, welche Ab¬ kühlung eine Rinde, oder eine dünne Eisenplatte macht; wenn diese weggenommen worden, so ist auf einigen Werken der Gebrauch, daß ein Arbeiter mit einer hölzernen Keule die Masse umrührk, wo hingegen ei» anderer in¬ dessen Kohlengestiebe cinwirft. Wie sich nun die Mass« abkühlt, so entstehen grosse Kugeln, welche nach und nach hcrausgeworfen werden, bis daß das ganze sich in dergleichen Kugeln verwandelt hat. Bey einem solchen Verfahren sollte man sich wohl nichts anders Vorsteven als daß es eine Vorbereitung zum Skahlmachen fen; allein nichts weniger, die mehresten machen aus solchen Kugeln ganz weiches Eisen, wenn sie solches vor einem geringen Gebläse geröstet haben , bcynahe so, wie zn Eisenärzt in Steyermgrk; man sehe in deni oben ange¬ führten Werke von Arduini), die von mir gegebene Ab¬ handlung vom Eisenerze, mit Kupfern, wo ein besonderer Rostherrd im Gebrauch, und auf der zwotcn Tafel vor- gcstellet ist. Nach der Röstung werden solche Kugeln in Stangen geschmidet, und noch durch ein paar Feuer ge, bracht, wo denn endlich Kaufmannsgut von Stahl, Und Eisen gemacht wird. Nun auch eiu Wort von der zworen Schmelzungsart. Um Um auf Blatteln, oder Platten zu schmelzen, wird bey einem Hohenofen beynahe eine eben so gxbiidete For¬ me vorgerichtet, wie zum Kupferschmelzen, wo man Leim bcym Stechen, sobald die Forme angelofen, das Aug wieder zumacht, die Oberfläche der glüenden -Masse mit Wasser besprenget, welche Abkühlung erstens eine Rinde von Sinder oder Schlaken bildet, die also gleich abgehoben, und die Masse wieder von neuen benetzt wird, worauf man mit Platten abheben, und Abkählen solange fortfahrt, bis inan mit dem'- Ganzen fertig wird. Diese dünnen Eisenplatten, oder wie man sie auch sonst in Körnchen zu nennen pflegt, Blatteln werden geröstet, eingerennk, und zu allerlei) Eisengattungcn ausgeschmiedet. Mansche bey ssarz Vosigen kleuiliurgigues Seite 61. bei) einem Stich erhält man 20 bis 2) Blatteln, welche zu¬ sammen fünf Centncr ausmachen. Was die fernere hiesige d4»nipu!arlon des Stahlmachens anlangk, hat vor einer Dahinkunft Hr. R. genau ausgezeichnet, und nun durch -Hrn. -Hermann in dem 2tcn Thcll der Schriften der berlinische» Gesellschaft nakurforfchender Freunde Seite Z4S. bekannt gemacht. Don diesem letzt angeführten Orte aus, begab ich mich in das hohe Gebirge zu denen Gruben, welche das Erz zu den angeführten Schmelzöfen Hergebenr Auf meinen! Wege fand ich nebst dem gewöhnliche» Guar;- schleser, den angeführten groben Granit, oder Granlt-- steür, wie auch Rall'sparh, und Gestellter», welcher ans Quarz, und Glimmer bestand, aber meistens mit grännen Asbest gemilcht. Nachdem ich de» L-leserfluß verlassen hatte, folgte ich dem Lcnx, oder'Lremsvach bis zu seinem Ende. Häufig fand ich an solche» den rauhe» Steinbrech des ".-inne'. Bevor ich den letzten Gipfel zr des Kremsgebirges bestieg, worum die Eisengruben sind, fand ich am Fusse des Altenberg gegen Morgen einen ganz kühlen Felsen dastehen, welchen ich von weiten blosses Eisenerz zu seyn vermuthete; allein als ich näher kam, so sah ich, daß es ein ungemein eisenhaltiger Fclseschiefec war. Der Schürfe, oder neu gebauten Gruben in ver¬ schiedenen Entfernungen des erwähnten Altenbergs sind fünf, welche aber alle wenig zu bedeuten haben. Der Haupterz, oder Altenberg hat seine Gruben-- gange an seiner Spitze. Das Gebirge ist Fclsschiefcr am Tage, und Lin Grunde, wohingegen die Erze in einem blaugrauen Ralksicin brechen, in zwecn oft unter¬ brochenen Gänge, wovon der eine solLpbi, der andere Lrnessl 'rVcnee§i!>i heißt. Das Streichen davon ist, von Morgen in Abend; beydc haben das Verflechten mit dem -Gebirge gemein, das ist in Mittag. Der erste Gang ist schon gegen Morgen sehr verhaut, wohingegen gegen Abend noch reiche Anbruche vorsindig sind. Die meistens kalkartigen Erze brechen hier meistens Absatzweise, daS ist in Mugel, oder Putzen. Wenn man durch was im¬ mer für einen Zufall den Gang verliehet, und man kommt auf einen Thon, oder Letten Kluft, so hat man wieder einen ordentlichen Wegweiser auf Erze wenn eine solche Kluft gleiches Streichen mir dem Gang halt, kommt sic aber widersinnig, so bleibt sic taub. Dermalen wer en die Gänge ani starkesten gegen Abend nach der Tiefe zu betreiben. Oie Gruben werden dermalen ziemlich regel¬ mässig gebaut; die cinbrechcnden Erze sind ungestalter Glaskopf, dlcomarices -uuorxneiz ?IavLlcens, manchmal finden sich auch von eben dem Erze welche, die mit Asbest umgeben sind ; am fettesten kommt aber das ?eri um rccractorlum, oder jenes, welches roh vom Magnet äuge- Z2 angezogen wird, vor; Gcher findet sich aber häufig ein, welcher, wie alle übrige Erze mit Kies gemischt ist. Die Erze von einer der oben angeführten fünf Gruben, nämlich von der Grünnleimergrube, welche gegen zwcy Stunden von Altenberg entfernet liegt, find meistens Geher, aber auch Glaskopf, und Magneterxe, welches schwarz, kleinspeifig, und schwer ist. Der Glaskopf, der in allen diesen Grüben bricht, verdient nicht eigentlich die¬ sen Nam, indem er nicht gestrahlt, wie er sonst zu seyn pflegt, sondern aus einem unsichtbaren Korne besteht, welches keine große Härte hat. Alle Erze bre¬ chen hier mehr Stock, als Gangweife; da der Berg¬ bau schon lange beym Altenberg währt, so sind die Kuppen solcher Berge schon ungemein ausgchöllt, und durchlöchert. Hinter öder über den Altenberg, wo nicht weit davon die Granzen zusamm kommen, streicht der Linelli-Menaeslar Gang mit dem Kalkstein aus, und ist hier ein ganz flachfallender Gang, welcher sehr ab- satzig ist. Die einbrechende Erze allhier sind mehr fest, und mit Kalkspath durchzogen; auch findet man oft den weissen Plinz, oder lbrrnin tsiawlum , hier. Am Tage hiwb ich hier an den senkrechten Wanden das Al- pensalx gefunden. In eben dem Striche vom Gebirge bauen auch die Salzburger auf Eisen; allein allen gehet eine der Hauprbedürfnisse zum Bergbau ab, nämlich das Holz, wovon die Gipfel der Berge kahl sind. Alle die¬ se Gruben sind jederzeit mit ein paar niedrigen Stuben versehen, welche zum Nachtlager der Knappen dienen, indem ihre Wohnungen in den Thaler u entfernet sind, und sic nur einmal in der Woche nach Hause kommen. Die Förderniß in den Gruben geschieht durch Tru- genlaufers, über Tag aber kommt solche sehr kostbar so ENZZM Z z so wie auch das Zimmerholz; doch hat die Grube zum Vorkheil der Bauenden meistens festes Gestein, wo kei¬ ne Zimmerung vonnöthcn ist. Die Erze werden hier im Winter, wenn der Schnee liegt, durch Schlitten, meistens aber durch den Sack¬ zug zu den Hütten geführt. Die Sackziegcr führten hier einen besonder» Gebrauch ein, um sich die Arbeit zu entschwcren. Die Fleischer oder Metzger, welche in Gemünde, und in den dortige» Gegenden wohnen, sind mit großen starken Hunden versehen; da ihnen solche im Winter mehr zur Last, als zum Nutzen sind, so entlehnen sie solche den ganzen Winker hindurch gegen zwcy Gulden Bestand an die erwähnten Sackziegers hin; von letztem dann werden sie abgerichkek, daß sie die leeren Sacke hinauf tragen bis zur Grube, nachdem nun solche mit Erze angefühlt worden, und der Sack¬ zieger damit hcrunterfahrt, so stellt sich der Hund auf den letzten Sack, und fahrt mit herunter, um wah¬ render Feit auszurasten. Sind nun einmal die Erze zu den Hütten gebracht, so werde» sie klein gcküttct, am Tag gerostet, und in Wasscrgruben gelofen, wo sie dann zu ei» und mehrere Jahre bleiben, um ihnen das fremde mineralische Wesen zu benehmen: allein durch dieses Verfahren kann doch noch nicht der Thon wegge- «ommcn werden, sondern solches muß erst durchs Waschen geschehen. Bey allen diesen Wässerungsbchält- nisscn, welche aus Mauerwerke bestehen, findet man häufig ein weißes GaH anliegen. Dieses Salz ist al¬ kalisch , und wird durch die Röstung erzeugt. Da eS nun häufig vorkömmt, so weis ich nicht, warum man «s nicht sammlet, oder das erste Wasser nicht auffangt, und einsiedet, oder austrocknet: allein mir scheint, da C lei- leider! noch wenig Chemie, und Untersuchungen in dem ganzen Lande vorgekehret worden, so glauben viele, die« ses Salz scy ein blos arsenikalischcs, welches zu allen untauglich ist. In diesem Gebirge fand ich eine Abart einer rarr- hen Rose, Kola villolä des Linne', Dec Gramm an dieser Rose ist hoch braungrünn, mit langen gelben Stacheln versehen. Die Blatter, welche jederzeit auS sieben langen ovalen Blättchen bestehen, die wenig filzigt, und scharf gezahnt sind, haben lange Blattstiele, welche 8 bis -o Linien lang sind, sie umfassen die Hälfte des Zweigs, woran sie sitzen. Da ich im Au¬ gust , und September diese Gegend bereiscte, fand ich auch die Blüthe schon vorüber. Die Früchte waren vollkommen zeitig, jederzeit zween beysamm, niemals drey, aber öfters eine. Da, wo sie ihren Sitz haben, sind sie mit einem einfachen, oder dreyblätterichten Blat¬ te besetzt. Die Stengel waren ganz rauch, so wie auch die grosse, hcllrothe, runde Frucht mit langen gelben Stacheln besetzt. Die langen Abschnitte, oder Kelche blätter sind ganz rauch, und eben solang, als die ganze Frucht. Ein jedes von den fünf Blättern hat einen ein¬ zigen langen Einschnitt auf der Seite, welches gleichsam ein Nebenblatt ausmacht. Ich hielt diese Rose anfänglich für die kosnn rubiZinoläm Kinne, ör .sacgm'ni , wel¬ che in dem obenangeführten Werke lab. 50. abgebildet ist: allein der Unterschied der Frucht, und Blätter ii allzugroß, um sie zu verkennen. Indessen ob ich sie gleich für nichts, als für eine Abart der rauchhättigen halte so scheint es mir immer der Mähe werth zu fcyn, da ; man eine Abbildung davon geben sollte, wie ich es im 25 kurzen von allen zu Anfang angeführten neuen Pflanzen in einem besondcrn Werke lhnn werde. Eine der merkwürdigsten Gegenden ist der Radel- tzrabcn, das Gebirge darin» hat sein Streichen gegen M-ttag. In diesem Graben befinden sich Stahlhammev der Gemünder Gewerke, welche nichts besonders haben, das angemerkt zu werden vcrdienete. Nebst diesen Stahl- Hammern ist auch eine G-simelchsitte da, um silberhal¬ tige Rupfer, und Bleyerxe aufzuschmelzcn, welche ei¬ nen großen Bauliebhaber, aber einem desto schlechteren Naturkcnner zu tz, hörten» Er, und viele andere haben schon hinlänglich erfahren, wie viel den seinen Einsich¬ ten zu verlieren war» In eben dem Grabe gegen Mitternacht zu, kn hem hohen Gebirge hat man in dem «Luarxsihiefer, wovon hier die Berge bestehen, einen sehr schmallen Gang voll einem geringen Gelbkupfererxe, das im Quarze steckt, und mit sehr gering silberhaltigen Bley gemischt, entdeckt, Der Bau auf diesen Gang befindet ssich auf einer solchen Anhöhe- wo die Felsenwande meisten- senkrecht halte», so, daß man nur mit vieler Mühe hin¬ kommen kann. Der oben angeführte Bauliebhaber hak stch eine Ersrdlle erdacht, welche nur mit Beschwerden, Und vielen Unkosten hat können zuwege gebracht werden; da ev nirgends einen Weg sich zur Hütte bahnen konnte, Ilm seine Erze dahin zu fördern, ließ er auf sehr hohen gemauerten Pfeilern eine fchnialle Rolle oder Rinne voik Brettern setzen, so, daß das ganze, wenn es eine andere Stellung harte, einer römischen Wasserleitung ziemlich ähnlich kamM< Der C » -.6 Der ganze Graben sowohl links als rechts, hat sehr steiles und hohes Gebirge, und an manchen Orten sehr stücklich, welches meistens aus dem angeführten Schiefer, groben Granit, oder Granitstein besteht; der Granit vom feiner» Korne, ist grau. Hier im Gebirge gegen Abend haben die Gmündner Gewerke auf einer geringen Anhöhe ihren Bruch zum (pfenstein; da schon von dem Stein grosse Stücke in das Thal gebracht waren,so bemerkte ich, daß es ein dunkelgrauer Serpentin wäre, welcher ungemein fest, und sehr mit Asbest ge¬ mischt , folglich einer der besten Steine zum Schmclzfcuec ist; manchmal ist dieser Stein auch nur steatit oder speksteinartig , und dem Lavctstei» etwas gleich kommend. Ich bestieg gleich den Berg, welcher zum Stcinbruch etwas steil ist, dieser hatte sein Streichen von Abend in Morgen mit einem Verflachen von 6« bis 70 Grad- Auf dieser kurzen Strecke hatte ich das Vergnügen viele von jenen Pflanzen in der Vlüthe zu finden, die der Wulfen in der österreichischen ?iora im Anhänge geliefert hatte. Die erste, die ich antraf , befindet sich auf der 4?. Tafel, und ist, wie alle in dem Werke, mit Farben ab- gcbildet. Es ist ein -Habichtkraut, welches der Verfasser ttieracium inr^baceum nennt; ich habe es ebenso klebend, als das kleberichte -Habichtkraut des Linne' gefunden; und hatte es eine Blumendolde , daß die Blume nicht allein sitzend wäre, so würde cs gewiß ebendasselbe seyn, da cs im übrigen damit übercinkömmt. Ferner fand ich vom -Hauslaub das kugelrragende Berg - und Spinnwebenartige -Hauslaub des Linne' , die auch alle in dem Werke Tafel 40 4' und 42. abgcbildet sind. Die Rrcuspflanre ( 8enecio ) von den Alpen hakte hier schon meistens ausgeblüht, welche auch in dein angc? führten Werke auf der 4 5 sten Tafel sich befindet. Ver¬ schieb 37 fthiedene Fettehene, 8e<1um, als die spanische (welche bey den vorigen vergestellt ) die dickblatterichte , und weisse des Linne', u. s. w. Die zwotehat Hr. in seinem Werke des Botanischen Gartens auf der 71 Seite deck zwcyken Bands beschrieben, und auf der r;; Platte vorgestcllt *). Der Stein beuch, den ich bcynahe zu Ende des Berges erreichte, machte meine ganze Aufmerksamkeit rege. Der Serpentin brach hier wie in einen ordentlichen Gange, er hielt eben das Streichen mit dem Gebirge, zwischen dem Felsschicfcr, und Granit. Die Mächtigkeit dieses Serpcrtinsteins war zu fünf, und mehr Lachter; seine Farbe war dunkelgrünn mit Hellen Flecken, und so manchmal umgekehrt, fest, und wie gesagt, mit Berg¬ flachs durchgesetzt. Es wurden davon sehr grosse Stücken gesprengt, welche man bis in das Thal stürzen konnte. Besteigt man den Bruch, ohne daß die Arbeiter davon benachrichtiget sind, so kann man wohl seine Gebeine zu einer Kraftsuppe zerstossen bekommen, wie mir, und denen Mitgefahrten aus Unwissenheit hatte geschehen können. Der Stein ist hier sehr klüftig, und, wo sich die Kulften befinden, ist auch Asbest anzutreffen, welcher eine schmuzige graue Farbe hat. An ein paar Orten fand ich den Serpentin dem Nierenstein ganz ähnlich. Die Asbcstarten, die ich da fand, waren sehr ver¬ schieden. Erstens Berglcder, ^luts monrsna, das weißbraun, und 'zicmli^ fest war. Zweytens ein viel C ; feine- 7) ^aeguin-bortns Loranicus Vinciobonenstz, kol.- msj. e f. coU. vol. i. ir. m. 1770. bl xcmpi. 77. SS «MWA-K- feinerer , welcher das Bergpapier der kithologen ist. Einige Stücke dieses Sterns lagen auf dem Serpentin ausgebreitet, wie die weißgrauen Rinden von einer jungen Birke, mit eben solchen kleinen langlichten Mackeln, -der Flecken versehen. Die dritte Abart ist ein grau» schmuziger Asbest, der aus lauscr biegsamen Fasern besteht, und ist was man sonst Bergflachs nennt. Diese Art ist die gemeinste, und wie oben gesagt, aller Orten im Stein, aber nur die Fasern sind nicht so beysamm, als wenn er in Kluften steckt. Die vierte Abart ist ein zeitiger Asbest , sehr hart und fest, die Fasern laufen in gerader Linie genau mit einander verbunden, doch so, daß man sie noch von einander theilen kann. Di>>lllcrins beschreibt ihn folgend t -^bellus clurior, Albris paralelüs, arAibu», cobwrennbu« , teparabilibus, tenaeibns. Die Farbe davon ist weißgrau, und bricht in grossen Stücken, welche meistens gebogen sind; man sebe des Hr. 8nullurs *) gemachte Versuche darüber Seite 86 bis 94. In eben den Kluften habe ich auch noch zwo folgende Arten gefunden, welche einen Uibergang zu den Basalten zeigten« Die erste Art ist ein grünnev, Mehr dunkel als Heller Asbest, der aus kr^stallisirten Läden besteht, welche sich auf allerlcy Art durchflechtcn, ohne eine recht bestimmte Figur zu haben; manchmal kann man ein verlängertes Viereck abnehmen; aber bey der folgenden ist dixses deutlicher. Diese so wenig, wie die folgende ha» clan, le» slpe» prcecäes clün Tlsai stic I,' bllloire naturelle clcs environs fle bensve, parili. k. fls Lsuflbre ^om. r. a l^eucbatel in 4lo c. f. 1779- WWA-D z- habe ich bekannt zu ftyn gefunden; es scheint also wcrth zuseyn, eine genaue Nachricht davon zugcben, wenn nicht vielleicht dieser Asbest von jemanden unter die Basalte gesetzt worden; ich nahm dort ein grosses Gtück einer Steinkluft heraus, wo auf einer Seile deut¬ lich zusehen ist, wie der Stein in seinem noch weichen Zustande einen Druck gelitten hat, indem die Krystallen in der Mitte gebrochen sind, und dennoch einen einzigen festen Körper ausmachen. Diese angeführte Art bricht, wie in runden Keilen, in den Serpcntinklusten mit gelben Glimmer umgeben. Die letzte oder sechste Art ist ein Asbest oder Amianc, der oft in mehr, als Schuhe lange kristallisieren Gäulen bricht, niemals einzeln' sondern in tausenden beysamm. Ich habe mir Stücke brechen lassen, die mehr, als einen Centner am Gewichte hatten. Das Aufsitzen in den Kluften dieses Asbestes ist nicht unmittelbar auf dcu Scrpentinstcin , sondern vermittelst eines weißglimmcrichten Schneidesteins. Sicht man diesen Stein von weiten an, so hat er viel ähnliches mit dein nadel - oder säulenförmigen Spicßglas ( die Farbe ausgenommen ) welches in Ungarn in einem durchsichtigen Spathe bricht. Die Säulen oder Krystallen unsers Steins sind oft regelmässig gebildet, am öftesten aber ist die Figur davon verdruckt, aber doch nicht ganz unkenntlich. Die regelmässige Figur davon ist ein ver¬ drucktes Viereck. Man sehe auf der i. Tafel bcy ibig. i. ein Stück von diesen Krystallen, wie sic zusamnr- hängen, vorgcstellt. Das hier vorgcstellte Stück ist ein sbgebrochnes eines grossem; bey a. sind die Krystallen abgebrochen, bey b. aber sind sie ganz, wie sie mit dem Schneidestein noch bedeckt sind. Zwischen dcu krystal- lisirten Säulen der Lange nach, befindet sich ein gelblichter feiner glimmerartiger Körper, ich habe bey ktK. 2. auf E 4 eebn 4« eben der Tafel ein Stück einer solchen krystallisirten Gaule vorgestellt, und zwar die größte, die mir bisher zu Gesicht gekommen; gemeiniglich haben sie nur den vierten, oder sechsten Theil an Breite. Wenn diese Krystatten in einer beträchtlichen Lauge fortsetzen, so nehmen sie oft nach einem Ende zu sehr an der Breite ab; auch selten sind sie ganz grade, sondern meistens etwas gebeugt. Nun muß ich Rechenschaft geben, warum ich diesen Stein zu den Asbesi, und nicht zu dem Gäulensteme, oder zu Basslmrteu rechne. Der Figur, uud dem Urthcile des Herrn Gerhard *), und anderer Mineralogen nach, müßte er freylich zu den Basalt gehören; allein der Entstehungsork muß einem schon zum Theil den Zweifel heben können , da er zwischen Serpentin, und andern Asbestarten bricht. Ich muß gestehen, daß ich selbst an¬ fänglich mehr geneigt war, ihn unter das Basaltgeschlecht zu echneu, als zu den Asbestarten; allein die Versuche im Feuer haben nur allen Zweifel benommen: daun in ei¬ nem Grade vom Feuer, wo ich den schwarzen, schuppichtcn und saulcformigen Basalt ohne Zusatz zu Glas schmolz, blieb mir dieser Stein beständig, wurde sehr fest, und ganz undurchsichtig , wo er vorher, ehe er ins Feuer kam, doch an den Kanten der Krystalle durchsichtig war; auch verlor er vollkommen seine Farbe. Als ich ihn in eben dem Feuer auch mit alkalischen Salzen versetzte, fand ich ihn zu einem schwarzen festen Glase ge¬ schmolzen. Die fernem Versuche, die ich durch den nassen und *) 2- A. Gerhard, Beiträge zur Chemie und Ge» schichte des Minerülreichs 8, 177;. ETRMs 4i und trocknen Weg machte, zeigten mir, daß in unserm Steine zur Grundlage eben die Erde sey, welche Herr Marggraf *) in dem Sächsischen Serpcntinsteine entdeckt hat, und daß also sehr klar ist, daß der obenangeführte krystallisirte Asbest nichts anders sey, als eine aufgelöste Serpeutincrdc, die denn so, wie die Kalkerde, durch Hülfe des Wassers in Spath anschicßt. Auch bei) Un¬ tersuchung des Serpentin selbsten, fand ich keinen merklichen Unterschied, ob er gleich so fest ist, daß man nicht leicht Gefässe daraus würde machen können, da hingegen dec Sächsische viel leichter sich arbeiten läßt: indessen stehe ich doch nicht in Zweifel, daß man nicht einmal auf einen kommen möchte, der weich genug wäre , um bearbeitet zu werden, wenn nur jemand da ist, der ihn zu unter¬ scheiden wüßte. Da mir nach dem ersten Abdrucke dieser Schrift das Werk des oben angeführten Hrn. 5missaiv erst zu Händen kämm, so ersah ich aus seinem ange¬ führten Versuche , daß meine wenigen mit den seinigen viel übereinstimmendes haben; und also der Asbest des Hrn. Marggraf mit dem grünncn, den ich hier anführte, viel übereinstimmendes habe, aber doch nicht zu den reinen Asbest - oder Amiantarten gehöre. In eben den Kluften fand ich sehr schönen, durch¬ sichtigen, milchfarbigen Gppsspach; nimmermehr hatte ich ibn dafür gehalten, sonder jederzeit für einen reinen Kalkspath, so sehr war sein äusserliches Ansehen dem letztem ähnlich; alles aber von diesem Spathe war nicht Gyps- spach , sondern cs fand sich auch ein wenig Flußspath c 5 da- *) 2l- S. Marggrafü chemische Schriften 8. 1767. 4Ä HZ-HZZAH- babey, welcher rine Seladongrünne Farbe hatte ; da ich letzteres erst erkannte, als ich schon aus dem Bruch entfernet war, konnte ich da nicht nachforschcn, vb es dessen so viel gäbe , daß man in der Probierkunst Gebrauch davon machen könnte. Nach den mineraliogrschen Grundsätzen sind diese zwcen Spa harten immer Kalk- spach, npr ist erstere Art mit der Vitriolsaure, und die zwote nach Scheel mit der eigenthümlichen Säure ge- sattiget , welche aber nach Pyl eine mit Kieselerde ge¬ mischte Salzsäure ist. Man sehe die chymisch-mineralogische Beobachtungen von Weigel 1779 8. mit Kupfern. Auch habe ich hier einen sehr schönen Speckstein gefunden: ec besteht aus gewölbten Stücken, seine Farbe ist das schönste Meergrün«, was man nur sehen kann: er bricht gemeiniglich mit dem vorletzten Steine. Ich glaube ihn Mit dem 8teatites xzrnculls impslpabliibu? mollir Lemipellneiäis , leu I^rstnes, coloie vi'eiclelcenke des wüllerius vergleiche» zu können, wenn es nicht ganz eben der Stein ist r ich fand auch hier in dem Serpentingang -en schönen grünnen gewundenen Glimmer, welches die hliea comorka, oder das 1°Acum oMcinsw des Lronstedt ist- Manchmal ist dieser Glimmer auch mit einem Gchncidestein gemischt, welches dann den Laper- stein der Steinbeschreiber macht, und man auch Topfstein nennet. Nicht weit von diesem Berge gegen Morgen fin¬ det man auf einer beträchtlichen Anhöhe einen schwarzen mit Glimmer gemischten Schiefer , worinucn Abdrücke von Larrenkrautern sich befinden. Die ich erhalten konnte, waren lauter solche, welche ich nicht in der Ge¬ gend wachsen gefunden. Einige Abdrücke zeigten ganz kleine Blatter, die kaum mehr, als eine Linie in der Lauge wa- ELZMs 4; Wart», wo hingegen andere beynahe einen Zoll hatten, zwo bis drey Linien an Breite, mit einer tiefen Abthek- lung in der Mitte. Diese letztem zeigen, daß der Rand der Blatter glatt war, aber alle vom Ende des Sten¬ gels weggebogcn. Ich habe noch nie ein vollkommenes Stücke erhalten können, um genau abzunehmen, ob es nicht noch für uns vielleicht eine ganz unbekannte Llrt ist, wenigstens das kleinblatterichte Farrenkraut macht mich es mnthmassen. Die Abdrücke der Stengel habe ich mehr, als einen halben Zoll breit gefunden. Bey den fernem Untersuchungen, die ich noch im Zlhal an stellte, fand ich einen aus Lagen begehenden wcißblaucn G-uar?, welchen ich noch niemals zu Ge¬ sicht bekommen habe: er ist halbdurchstchtig, im Bruch etwas rauch, und sh, wie er seme Lagen bildet, liegt dazwischen eine feine gelbe Erde. Ebendiesen Quarz fand ich auch uachgeheiids bcy Gmünd in dem Lieferfluß so, wie verschiedene gefärbte Hornblende. Geschlichen ist er für Ringblätler anzuwenden, worauf in erhabner Arbeit Infekten aufgesetzt werden können. Von dieser Gegend nahm ich meinen Weg in das obere Trapthal zu, nach dNählbrLck'eu. Die Gcbirgs- art blieb auf diesem Weg ebendieselbe: der Ort besteht aus einigen Hausern: noch vor drey Jahren stand cm« Messingfabrik, und Dratzug hier, welche man hat ein- gehen lassen, um einer andern anfzuhclfen, welche in Tyrol vor der Stadt Linz sich befindet, die doch lange zücht die Vortheile vom Wasser, Galmey, und Holz haben kann, als wenn sie zu Möhlbrücken stünde. Hier untersuchte ich ein wenig die Gegend, wie auch die Flüsse, »m zu erfahren, was sie für Steinäxten führten, und mir 44 KMZWM mir ein Licht zu geben, was ich besonders im Ge- birge zu suchen hätte. Ci» mineralogischer Freund hat¬ te mir vor einiger Zeit von einem besonder» Steine Erwähnung gethan, und nach seiner deutlichen Nachricht fand ich auch solchen hier im Fluße in sehr große« Stücken. Dec Stein ist ein ziemlich feinkörniger, weiß- grauer Quarz, welcher keine feste Textur hat, und ziem¬ lich gebrüchig ist: ich fand in seinem Bestände selten, oder keinen Feldfpath, sondern meistens Quarz und Glimmer, manchmal auch kleinschuppickten Basalt. Die Stücke, die ich da antraf, waren flach, gewölbt, länglicht, eine halbe Säule vorstellend; auf seiner Ober¬ fläche fand ich ihn jederzeit seicht gestreift, jedoch so¬ daß die Streifen schon in der Ferne merklich sind; wenn man den Stein mit etwas vergleichen will, welches ihm am ähnlichsten kommt, so ist es mit einer kanclirtcn Säule aus einer der 4. höher» Ordnungen; mansche auf der oben angeführten Tafel bey l'-'Z. z. wo ein Stück eines solchen Steins vorgestellt ist. wallcrrns hat einen solchen gestreiften Basalt in dem -ten Lheil bey der -4tcn Figur vorgestcllt, unser Körper mag zu seinem Äuarrmm frazile gehören. Anfänglich, als mir das erstemal dieser Stein zu Gesichte kam, hatte ich ei¬ nen großen Zweifel, ob diese Streifen, oder Furchen nicht von der Verwitterung herrührten; allein, nachdem ich größere Stücke sah, die ich zerschlagen konnte, und nur in die Länge fielen, so sah ich ebenfalls die Streife merklich, aber doch nun etwas weniger, als an jenen Stücken, welche schon eine Zeitlang der Luft aus¬ gesetzt waren; ich wünschte mir nichts mehr, als de» Entstehungöott zu finden, welches daun auch geschah, wie. EßZZIM 45 wie ich weiter unten Gelegenheit haben werde, solchen «nzuführen. Hier verließ ich den Draufluß, und Thal, und wand mich gegen Abend in das Möhlrhal, worin der Fluß fließt: ich nahm mir vor , solchen bis zu seiner Entstehung zu verfolgen, da er hier bey dem angeführ¬ ten Orte sein Ende hat, indem er sich in den Tcappfluß ergießt. Das Thal, wo ich mich itzt befand, war eins der angenehmsten, das ich noch in ganz Karnthen gese¬ hen habe. Grade, frcy, und weit offen, welches zu Ende bey Lüdenfeld gespitzt zugieng, ,o, daß es eine der schönsten, perspektivischen Gegenden machte: hier- nächst lag am Ende ein gespitzter Hügel, der das ganze schloß: hinter diesem kleinen Berge thürmtcn sich höhere hervor, welche meistens mit Schnee bedeckt sind. Die¬ ses Thal verfolgte ich einige Zeit auf der rechten Seite des Flußes bis nach deaplach, wo sich Stahlhammcr befanden, welche dem Grafen Stampfer gehören. Ich kann von der dortigen Arbeit nichts sagen, indem sie damals nicht im Gange waren, ohne Zweifel wegen ei¬ nes Feyertags, den die Arbeiter hatten, wie sie denn dergleichen besonders viele im Lande haben, welche ge¬ wiß nicht zum Nutzen des Znnhabcrs gereichen. Ohn- weit dieses letzt angeführten Orts fand ich große, milch¬ weiße GuarLelftn, worin großer schwarzer krpstallisir- rcr Basalt steckte. Die Krystallen schienen mir sechs- cckigt zu seyn, im übrigen habe ich auf dem ganzen zu- rnckgclegten Weg nichts, als Lelvsebiefer, Grsnitstein, und gemischte -Hsrnttemareen mik Tesarit gefunden. Rach Nach einigen Stunden zurückgelcgten Weges kam ich zu einem, vor Zeiten wegen des Bergbaues wichki, gen Orte, welcher Gbervelach heißt. Man sieht noch heut zu Tage, wie der Ort vor dem bewohnt gewesen seyn muß; hohe und stark gebaute Hauser, wo reiche Gewerke, und Beamte ihre Wohnungen hakten, welche aber dermalen mehr zu Behausung der Mause, und an/ dcrn Ungeziefers, als zur Wohnung der Menschen die.» nen. Trauriges Ansehen eines einmal gewesenen Reich- thums, der durch ein Religionsedikt vom Jahr 160« verschwand, wie Schnee in der Sonne. In diesem Or¬ te war zur selbigen Zeit eiu Obcrbergmeisteramk über alle Bergwerke von Kram, Steyermark, Oesterreich, Tyrol, und Karnthen; der ansehnlichste Bergbau von allen diesen Ländern war der reiche Zufluß des Gelds dieses Orts: die Landesfürsten hatten hier ihr« Schatz¬ kammer. Herzog Larl, und seine Vorfahren, wenn sic Geld benöthiget waren, schrieben nur grade an den dortigen Obcrbcrgrichtcr, der sie jederzeit befriedigte. In dem isten Jahrhunderte, wo die katholische Religion hier reformirt wurde, heiterten sich die gemeinschaftlichen Bemühungen der Menschen mehr zum Wöhlseyn des Staats, als zur Schwärmerey der Kirche, und Mön¬ che auf; Fleiß, und Kenntnisse nahmen den Platz deS Müssiggangs und einsamen Lebens ein; da es Nur we¬ nig Feldbau gab, so suchte man die Eingeweide der Fel¬ sen durch, und erbeutete Schatze; allein, wie gesagt/ das Wieneredikt zernichtete auf einmal alles, indem man nicht einsah, daß nur innerlicher Rcichthum wah¬ rer Reichthum scy *). Man ließ den Leuten nicht Feit , ein *) s^ent zu Tag ersieht man ein besseres nach den Grundsätzen des berühmten Arzt Omelns/ , wel-- EHWAN 47 -in anderes cinzusehen, ob es ächt oder macht sey ; son¬ dern die reichestcn Familien mußten davon gehen; ein jeder der nur eine gute Grube hatte, verstürbe, oder ersäufte sie; alle Grubenkarten wurden verlohren, oder vorsetzlich vernichtet, so, daß von der Zeit an der Berg¬ bau für die Nachkommenschaft verlohren war. Dieses sind die mündlichen und schriftlichen Nachrichten, die ich von dem Verfall des dortigen Bergbaues erfahren koma¬ te. Da sich auch noch ein altes Bergarchiv in dem Orte befindet, wie leicht wäre es nicht, daraus Stoff zu einer karntncrischen Bergwerksgeschichte zu erhalten; und würde sie nicht den» Landesfürften nutzen können ? gewiß in mehr, als einem Stücke. — Nichts ist im Orte mehr von Bergwcrksrudern da, als Gebäude und Mauern von Schmelzhütten, wo dermal die Dergwerks- kammer mit geringen Vortheil eine Schlackenkuthcrey angestellt hat, die wieder aufgeschmolzen, und auf edles Metall gcnutzet werden, nun aber auch schon wie¬ der eingegangen. Wie alt diese Schlacken sind, weis man nicht, denn die das Wasser nicht verschwemmet, sind schon mit Erde und kleinen Hausern überdeckt. Bon hier aus wand ich mich, nach einer Stunde jurückgelegten Weges, in das Gebirg. Hier kam ich nach Flamch, wo sich die Schmelchktten auf Rupfer befinden, welche ebenfalls dem Grafen Stampfer gehö¬ ren , um ihre Erze aus den dortigen Gegenden aufzuar- betten. In dieser ganzen Gegend fand ich noch immer den ches lle Nroli,e in seinem Lehrbegricf der Staats¬ ordnung , oder des phfsiob'ratischen Systems r>or- getragen hat. 48- den groben Granit, Lelsschlefer, und den oben ange¬ führten gestreiften Säulenqnarx, oder Gneis. Da ich ihn hier häufig von dem Fluße entfernet antraf, so merkte ich, daß fein Entstchungsork nicht weit seyn mußte, und als ich weiter nachspurrt, fand ich, daß er als Mugel in dem Vorgebirge stack. Auch war hier der Stein etwas weicher, als in den ersten gefundenen Stücken. Nachdem ich hier einen kleinen Oct mit Nam Fragant erreicht hatte, bestieg ich auch das Gcbirg, welches eben den Nam führt. Alles ist hier (Luarx- schicfer mit Horn, Stcattt, oder Speckstein gemischt, wie auch zu Feiten Granit. Viele lose Gteinstücke sind aller Orken hier in den Bachen mit Violenstein gemischt, oder besser zu sagen, mit Gtaubaftermooß, welcher ei¬ nen Violengcruch von sich gicbt. Linnens nennt ihn N)'ssns Hindus, und macht einen Unterschied zwischen dem goldgelben, den aber Herr Gledicsch nur für eine Spielart hält. Ich habe öfters Gelegenheit gehabt, beyde Arten zu untersuchen, und ich muß gestehen, daß ich keinen rechten Unterschied gefunden, ausgenommen, daß ersterer einen starken Geruch hat, letzterer aber keinen, oder doch nur wenig. Nach drey Stunden Wegs bin ich zu den Rupfer-- gruben des erwähnten Innhabcrs der Schmelzöfen ge¬ kommen ; sie sind in einem Schlefergebirge eingetriebcn, und enthalten einen ziemlich reichen Kupfcrgang, wel¬ cher von Stunde 6 in 18, oder von Morgen in Abend streicht, und sein Verflachen von 12 in 24, oder von Mittag in Mitternacht. In diesem bricht beinahe nichts anders, als ein gelbes Rnpfererz mit Quarz gemischt; manchmal ist es sehr reich an Gehalt. Die Mineralo¬ gen nennen es cuxrmn fliivum lofiäum; manchmal hat auch 49 auch dieses Kupfererz eure, weissen Gypsspath oder Mar- . ge rglas zur Mutter, oder es sitzt auf einen gltmmerichten Quarz. Die Zweite Erzarl ist ein Rupferocher, oder Ochers cnpri viriclis, weiche in einem kiefelichtcn Steine steckt, der eine graue Farbe hat; auch einen braunen Ocher fand ich hier, welcher ans Kupfer, und Eisen be¬ stand. Drittens ein gr-rukupfercrz , in weissen festen Quarz, der manchmal etwas krystallisirt ist. Ein eben solches Erz ist oft ganz vielfarbig in einem unreinen Quarz. Oie vierte Art ist ein gelbkärniges Rupfcrerx, welches mit grauen Kupfer gemischt ist, in einem weichen dunklen Quarz. Die fünfte Art ist das Sementkupfer, welches dermal erhalten wird. Man hat vor dec Grube ein solches kupferhaltiges Vitriolwasser in hölzernen Rinnen aufgefangen, mit altem Eisen belegt, um daS darinn enthaltene Kupfer durch solches nicdcrzuschlagen. Die letzte Art, die ich hier anzuführen habe, war mir die merkwürdigste, aber nicht die nützlichste für den Innhabcr: es ist ein sehr armes Rupfercrz, mit fremden Thcilen so gemischt , daß es weder bau- noch aufarbeitungswürdig ist. Der Stein davon ist rin bleyfarbiger fester Rieselfthiefer oft mit Speckstein gemischt, der vollkommen einem Sedimenksteine gleicht: tn diesem liegt ein gelbes Rupfererz in kleinen Thcilen zerstreut, mit einem schönen krystallisireen anziehenden Eisenerze ( kerrum rerrsctoriuin ci-MsUif.mm. ) Die Krystallen davon sind von der Größe des kleinsten Sandkorns bis zur Größe einer Erbse; die Figur aber ist eine doppelte Pyramide mit 8 Spiegelflächen ohne Prisma. Dieses Erz laßt in seinem Bruche jederzeit «ine von denen Pyramiden ganz frey hervorschauen, w» hingegen die andere so fest sitzt, daß es sehr schwer halt, die Krystallen vollkommen heraus zu bekommen. O I» so '-^8'W.A'Ak In allen diesen Erzen ist der Ries gemein, auch ' bricht er häufig allein , und wird bey der Schmelzung oft mit Nutzen angewandt, besonders wenn man alte haltige Schlacken vom neuen wieder aufschmelzt. Der Gruben¬ bau ist hier ordentlich soviel, als es auf einem solchen Gang thunlich ist. Eine der Hanptbeschwernisse die¬ ser Grube ist, daß sie aller Orlen häufig zudringende Wässer hat; um nun solche aus der Teufe zu gewaltigen läßt der izige Innhaber, Graf von Stampfer, welcher der erste Rath bey dem Bcrgwenksdepartcmcnt ist, eine zusammgesezte Maschine einführen, die in der Grube zu Ende eines zoo Lachter langen Stollen stechen wird. Die Maschine, so wie ich sie im Model gesehen habe, und nun dermal schon zu Stande gebracht seyn wird, ist ein Trieb-und Pumpwerk, wo also mit einem Waft ' ftrrade die Wässer und Erzen aus der Tiefe befördert werden. Die Einführung dieser Maschine geschiche von dem Innhaber selbst , der in allen Theilen der Berg¬ werkswissenschaft ungemein grosse Kenntnisse und Er¬ fahrungen besitzt. Hätten doch alle Vorsteher und Bcrgwerksinnhaber solche ausgcbreitete Kenntnisse wie dieser, wie groß würden die Vorchcile nicht für die Monarchie seyn; die doch in dem Bergbau einen Lheil ihrer Einkünfte zu suchen hat, so aber, leider l sind es oft Leute die nur wegen der.Besoldung sich' haben an- stellcn lassen , und nicht wegen der Fähigkeit die dem Dienste angemessen seyn sollte. DicKnappen arbeiten hierauf Schichte und Gedinge: da sie einen ganzen Tag brauchen, um vom Haufe dahin zu kommen , so wird ihnen auch dieser Tag vergütet, wie eine Schichte, welche hier aus io Stunden Arbeit besteht, und in 24 Stunden auf zweymal verrichtet wird. Die WNsMe- 5r Die Erze von dieser Grube werdenden Winter durch, wenn alles niit Schnee bedeckt ist, durch den Sackzug nach den Hütten befördert, wo sie dann gcküttet, geröstet, und weitet geschmolzen werden; bey der ganzen Manipu¬ lation ist nichts besonderes. Hat man einmal die Erze zu Kaufmannsgut gemacht, so wird cs seiner guten Eigenschaften und Geschmeidigkeit halber, für 5 2 Gulden äusser Lande gelassen; gicbt man aber solches dem Landesfürstcn zur Einlösung, wie es der Jnnhaber zu lhun pflegt , so empfangt man nur beynahe 40 Gulden für de» Centner. Der Anfang des hiesigen Grubenbaues war im Jahre 1690^ Don hieraus setzte ich meinen Weg über die Alpen fort, um zu andern Gruben zu kommen, welche in dem Berg ltnäna auf deutsch Edberg eingetrieben sind. Eine Strcck^von 5 Stunden , welche ich zurückgelegk habe, war mir in dieser-Feit sehr angenehm. Alle Berge, bis beynahe zu ihren Spizen, waren mit den fruchtbarsten Wiesen überdeckt. Ob es nun gleich schon mit der guten Jahrszeit zu Ende gieng, so fand ich doch noch Pflanzen, die mich ungemein erfreuten. Die erste war der Om-ubsluz pomilio des Linne', bey Wulfen aber mit mehreren Recht eine Silenc, und er gicbt ihr cben den Beynamen, den ihr Linne' gegeben hat. Er bildete sie auf der rten Tafel des angeführten Anhangs getreu ab. Die zwote, die mir auch sehr gefiel, war die areri- sche Alpenpflanze des Linne', welche auch der oben angeführte Krauterkenner mit einer Abart auf der 18 sten Tafel abgebildet; die mir vorkam , war mit weisser einzelnen Blükhe. Drittens einige Schlüsselblumen, als die mit langer Blüthe , die ganz blatterrichte, welche ich ein Jahr zuvor auf dem Berg 8eälu in Krain fand. D r Die 52 Die erste hat auch Wulfen in eben dein Werke auf der 46stcn Tafel geliefert. Unter vielen Grein brecbtcn, die ich da antraf, war mir die ai/oan des Herrn Bergrath ^nin liebzufinden, er hat sic auf der 4;8stcn Tafel abgebildet. O l wie viel würde ich nicht noch ge, fanden haben, wenn ich um ein Monath hatte früher in diese Blumenreiche Gegend kommen können l allein am öftesten kann der Mensch nicht, was er will, und so war auch der Fall bey mir. Die Steinart war hier aller Orten der oft ange, führte Fels-oder üUmrzschicfer, welcher bis zu denen Spitzen lauter Flöhe bildet. Dieser Schiefer löset sich an den meiste» Orten in blauen Thon auf, oder die Zwischenräume seiner Schieserlagen sind damit angefüllt; kleine LuMfelsim sind auch nicht selten, so wie man auch oft grosse G^pskeile antrift. Manchmal findet man hier den welken Glimmer, oder lAieea cni-^oplfii-n, der Mineralogen; er hat eine ganz braune Farbe, die manchmal mit der grauen abwechselt; sein Anbruch ist in den Quarzklüften zu ein', und mehr Zoll dick. Als ich nun ganz die Anhöhe erreicht hatte , kam ich zu jenen Gruben, welche man den Wafchgang nennt: alles ist hier innerhalb, wie äusser der Grube, der nämliche Schiefer, der schichtenwcise auseinander liegt; bald gcradstreichcnd,bald wellenförmig gebogen, so, daß man deutlich sehen kann, wie dieses Gcbirg einmal in einem weichen Zustande gewesen scyn mußte. Die hiesi, gen Gruben sind dermal kaiserlich, und werden seit jwcen Jahren noch ohne Nutzen gcbauct, indessen wird alles, wie es das Ansehen hat, genugsam ersetzen. Die Gruben haben vorher Gewerken zugchöret, welche aber aus Mangel der Kenntniß in Aufliegen gekommen. Der Der« hiesige Gang, welcher aber doch auch oft einem Flöz oder Neste ähnlich sieht, hat mit dem Gebirge sein Streichen von 12 bis 24 Stunden oder von Süden nach Norden, sein Verflachen ist manchmal mit 20 Grad sinkend gegen Abend, manchmal aber auch ganz schwebend ; allein da- alles hier ein blosser Krüppclbau noch ist, so ist alles verworren, daß man oft nicht weis woran man ist, besonders ein Fremder, indem man noch nicht lang mit Ernst zum Werke gricf. Der ganze Bau wird hier mit Mann betrie¬ ben , die eben ihre Tage und Stunden so, wie in den Fragandergcuben haben. Die Grollen oder besser zu sagen Löcher, die ich befuhr, sind so niedrig, daß man meistens nur auf allen vieren kriechen muß, und obgleich ich nur fünf Schuhe messe, so war mir -och die dortige Schmerkluft, Vie stets mit Eis ver¬ wachst so enge, daß ich cs nicht einmal wagen wollte sie zu befahren, um nicht stecken zu bleiben. DaS gan¬ ze Jahr hindurch wäcüst das Lis in diesen Gruben, welches man oft nur durchs Feuer abhalten kann: da- rum sind vor allen Mundlöchern immer die Hütten der Bergleute angebracht, worin sie kochen, damit die Hitze von solcher dahin benutzt wird. Ich habe in der Grube ein paar schöne Anbrüche gefunden, welche auf einige Feit eine gute Ausbeute versprechen: indessen mag man sich doch nicht sogar lang hier vieles zu versprechen ha¬ ben, da die Grube oder, der Gang sich an die Spitze des Berges befindet, und die Erze nicht in die Tiefe halten, wie es sich durch einen Untersuchungsbau, der von Morgen bis Abend getrieben worden, gezeigt hat. D ; Die 54 EZLZWÄ Die Erze, die man hier findet, find meistens.ein- förmig, gemeiniglich ist es ein Gemisch vom gelben Rupfererx mit Guar;, wobey sich etwan Gold befin¬ det , daß silberhaltig ist : zu Zeiten findet man auch rin ferium rerroste Art. Nun so viel von den Pflanzen dieses Landes. Unter den vielen, die ich vom Anfang bis itzt gefunden habe, ist mehr, als einmal die Frage aufgefallen, warum ich hier so viel verschiedene Pflanzen gegen Kram antraf, obgleich ich oft, und sehr oft die nämliche Höhe, und Tiefe hatte , wie dorten, und der Himmelsstrich eben- derselbe war? ich muß gestehen, daß ich hier dem Herrn Geder *) **) nicht habe beystimmen können wenn er sagt: „ Ge- *) villeiiius lnlloris mulcoruin ftonäon 1768. 4- o. ft **) Ocäer elemema bolünie» 8. 1768. 62 » 4'-? ,, Gewisse Grade der Atmosphäre bringe» immer eben /- die Pflanzen hervor u. s. w. „ Allein hier sah ich klar genug, daß dieses nur in solange seine Richtigkeit hat, in solange cs ebenderselbe Frucht Boden ist; denn wie ich durch vielfältiges Bergsteigen erfuhr, so ist der Kalkboden mehr geschickt für einige Pflanzen, als fetter, welcher aus glasartigen Steinen besteht, und so umgekehrt: indessen giebt cs doch eine Menge Pflanzen, welche auf dem einem Boden , wie auf dem andern fortkommen. Der Speick, oder cclcistbe Baldrian ist nur auf Schiefer, und Granite gern zu Hause, und zch nluß gestehen, daß ich ihn im Krain noch nie gefunden habe, obgleich ich auf dem Orte war, den Herr Scopoli in der krainerischen Flore angiebt, so habe ich auch nie den Violenmoos auf dem Kalk gesundem Bey denen Eisbergen horte der Schiefer auf, und dafür stellte sich grober Granit ein der mit einem feinkörnigen überdeckt wurde, er zerfiel meistens in grossen Plattem Hier fangen an einigen Orten schone Wasserfalle zu entstehen. Das Wasser stürzte sich bald von senkrechten Felsen, bald über andre solche abgclöste Stücken, welche dadurch die wunderlichsten Wasscr- sprudeln vorstellen; dieß alles aber ist jederzeit in einer Parke angenehmer anzuschen, als da, wo matt für Hunger, und Müdigkeit, wie ein verfolgter Hirsch, am heissen Gommertagen schmachten muß. Die Eisberge haben hier im Lande, so wie in einigen andern Landern, einen eigenen, aber zugleich be¬ sonder« Rainen. Der Karnthncr, und Salzburger nennt sic Rees; dcr Tirolor Lerner, oder Lirn; der Schweitzer hingegen G'lerschev; hier kam ich das erstemal auf die Karat- Kärnthnertschen; da cs ein paar Tage vorher geschneyel hatte / konnte ich nicht aonehmen, wo b^r Anfang war; denn ich mußte nun stets bis über die Knie im Schnee waden. Hier hätten die Schneereifen an den Füßen gute Dienste geleistet. Diese Reifen sind eigentlich so, wie man sie im Krain braucht, daß ist , wie Raqucten zum Fcderballschlagen gemacht, und ganz rund geformt, wie sie die Kanadier in Amerika brauchen. Hier über die Eisberge mußfe ich meinen Weg nehmen, um zu den Gruben zu kommen, die man Golvzech nennt. Dieser Eisberg, oder Kees scheint eine Fortsetzung von denjenigen zu seyn , den der Berg Sonnenblick umgiebt; wie gesagt, abnehmen konnte ich nichts, sondern ich wußte nur jenes, wovon mich mein Führer unterrichtete. Der Berg Hochborn, den ich zubesteigen halte, lag mir links gegen Abend, wohingegen der erwähnte Sonnenblick gegen Morgen rechts sich > zog , ;so, daß diese zw^y Berge , im Zusammenhänge einen hohlen Graben machen, der gegen Mittag hält, und dem ohngeachtet mit Eis bedeckt ist. In der ' mittler» Aushöhlung, oder Höhe dieses hohlen Grabens befindet sich die erwähnte Goldxeche, welche in den Hochhorn halt. Den Tag, als ich zur Grube gicng, war einige Stunden vorher eine Schucelahne, oder Schncerissen auf der Morgeuseite eingcgangcn; mir schien sic unbedeutend; allein mein Führer versicherte mich, sie wäre hinlänglich gewesen, uns in ewige Eiszapfen zu¬ verwandeln, oder doch wenigstens auf eine Feit; wie cs einem andächtigen römischen Flüchtling hier soll ergangen seyn, der 200 Jahre im Eise lag, und eben sogut ohne Wunderwerk aufbcwahrt blieb, als wie das Flügelwerk der Kanadier den ganzen Winter durch bleibt. Zn der Kw- 64 «MsRE-is Kirche zum heiligen Blut genannt, wo er noch dermalen liegt, hak man mir ein sehr wunderliches Margchm von diesem Flüchtlinge erzehlt, das recht die rohe Einfalt der dortigen ehrwürdigen Leute zu erkennen gab. Gewiß ist es, daß dergleichen Eismmnien in diesen Gegenden, besonders aber in Tyrol keine seltene Sache sind. Diese Gefahr, die wir einmal hatten, haben die armen Bergleute beynahe täglich das ganze Jahr hindurch; nur hey starkem Froste, und wenn der Schnee ganz ver¬ gangen , sind sic zum Thcil aus der Gefahr. Eine Menge Unglücksfalle wissen diese Elende zu erzehlen, was ihren Vorfahren begegnet, wozu i , und mehr Menschen auf einmal geblieben sind. Sie gehen nur einmal die Woche von der Grube nach Hause, manchmal bleibt cs ihnen unmöglich wegen der gewissen Gefahr, wo sie denn oft 14, und mehr Tage aushalten müssen, wenn ihnen die Lebensmittel nicht abgehen. Bevor sie von, oder zur Grube gehen, machen sie Lärmen z vor Zeiten haben sie auch Poller gelöst, um eine Erschütterung in der Luft zu machen, damit wenn eine Schneerisse zum losgehen ist, solche durch die Bewegung der Luft sich eh in die» Thaler stürzen möge. Allein diese Behandlung glückt nicht jederzeit, und die armen Leute werden doch manch¬ mal auf ihren Wegen davon ums Leben gebracht. Heut zu Tage bedienen sie sich ein wenig mehr dieses unzu¬ länglichen Mittels, sondern wenn sie über die Keese, oder durch die engen Tbäler gehen, wo sie verschüttet werden können, so geschieht cs in einer solchen Stille, als immer möglich, um die Luft nicht zu erschüttern, welche Schnee-und Eisrissen gehend machen kann. Man zeigte nur auf meinem Weg unter der Goldzechgrube ei¬ nen Ort der im Jahr 17zals noch die Ienerlsthe Familie aus Tyrol die Grube wie auch de» obenangc- sühr- 65 führten Waschgang km Besitz hatte, durch eine^Schnee- und Cislage ss verschüttet und verdrückt waren, daI man heut ;n Tage nach aller angewandten Mühe nicht das geringste mehr entdecken konnte, wo jemals diese Grube ihren Ei'ssahrtstollen gehabt haben mag; ob man gleich von Seiten der Bergwerkskammer nicht ernian- gelt, genaue Untersuchungen anzustellen, und zwar mit nicht geringer Gefahr zwischen dem Cis, welches der¬ mal die Gegend bedeckt, so hat man doch nichts anders gefunden, als ein Theil der Anfahrtsstube mit der Schmiede und etwas Eisen; da sie aber vertragen war, so konnte auch solches keine gewisse Anzeige geben. Allein da sich in diesen verlohrncn Stollen die beste Ausbeute sott erzeigt haben, so zweifle ich doch nicht, daß man nicht einmal, wenn der Bau im bessern Stande seyn wird, den verlohrncn Stollen mit einem Gesenke von der ober» Grube ausfindig machen würde, da es doch scheint daß eben der Gang dahin fallt; und so könnte auch jur Sicherheit der Arbeiter ein solches Gesenke in die Tiefe getrieben werden, mit eine n Ausftchrtstollen- burch den Eisberg bis Zu dem obenangeführten See, wo man denn in aller Sicherheit zu der Grube gelan¬ gen könnte, wenn auch alle Eisrissen des ganzen Ber¬ ges eingiengen» Nach einer kurze» Strecke von hier aus kam ich zu der angeführten Goldwche, ich sah die Gruben oder die Einfahrtshütken davon nicht eher, als bis ich davor kam, so niedrig war alles im Schnee und Eis versteckt» Nun ein Wort von diesem Gebäude > so wie es ber¬ itten übrigen Gruben ist« G Hat 66 Hat man einmal mit einem Stellen einen Haiti- zen oder edlen Gang erreicht, so wird ein niedriges Gebäude aus Holz und Steinen gerade davor geseßt Dieses wird in zwey auch drcy Lheile gctheilt, so, daß ein Tbeil die Küche ausmacht, welche jederzeit vor dem Mundloch des Stollens stehet, damit die Wärme das Ansehen des Eises hindere; dec zwotc Lheil macht ei, ne Stube aus, wo die Leute essen, und ihre Lebens, mittel aufheben. Ein -oder Arbeiter manchmal auch mehrere halten die Kost miteinander, wegen der.Kost, barkcit des Holzes, das so hoch hinauf zu bringen ist: ob sie nun gleich nicht alle miteinander eine gemein¬ schaftliche Kost halten, so kocht doch ein jeder sein Fleisch auf einmal in dem Kessel. Ein jeder der seine Flcischportion hineinwirst, hat es mit einem gezeichneten Holz gespießt, so daß er es nicht verwechseln kann. Die Suppe ist allgemein, worin sich eine Parthey um die andere ihre Speckknödel kochen kann. Uiber der Stube ist der Boden, und darüber ein sehr flaches Dach; die¬ ses besteht aus einem flachen Gerüste von sehr starken Balken, welche in die lebendigen Felsen eingehängt sind, und auf der vorder-! Mauer der Stube liegen, derge¬ stalt, daß die ganze Hütte nichts als eine gleichlaufende Fläche-mit dem Berge ausmacht, damit die Schnee-und Eisrisscn darüber gehen können. Hier unter diesem Dache haben die armen Leute ihren Ort zum Schlafen. Wie ruhig mögen wohl ihre Nachte seyn, wenn Schnee und Eis zu gehen anfängt , und sie nicht einen Augen¬ blick sicher sind, ob die ganze Hütte nicht mitgenommen wird 'i wollten sie sich in die Grube flüchten, so wäre es eben so gefährlich, damit es ihnen nicht so gieng wie oben erwähnt, und sie ihr Leben mit Hunger und Kälte beschliessen müßten. O elendes Leben! -ist es doch noch 67 noch möglich, daß sich Menschen in einem freyen Lande dazu finden können? A wm Noch und Bornrcheile ha¬ ben gemacht, daß bis diese Stunde sich noch immer Leute genug gesunden Hanen; ja oft der schönste junge Bursche bringt hier fieber sein Leben im Eiende zu, als daß er wohl genährt und gekleidet niit weniger Arbeit seinem Landesfürsten unter der Fahne dienete. Was ich hier von der Goldzeche gesagt habe, gielt-auch zum TM vom Waschgange; darin erst dieses Jahr hat ein solches Unglück die dortigen Arbeiter bc rosen. Gemeiniglich ist noch neben der Küche ein besonderer Platz für eine Schmiede angebracht, um der Arbeiter ihre Werkzeuge zu verbessern. Nun auch ein Wort vom Gange. Der Gang ist hier widersinnig gegen das Strei¬ chen deS Gebirges, er ist ein Mittaggang wohingegen das Gebirg von Westen nach Süden streicht, worin er gelagert ist, sein Verflachen aber ist von Osten nach Westen mit einem geringen, oder gar keinem Falle, wie jederzeit die stehenden Gange haben. Ob nun gleich dieser widersinnige Gang die ganze Ausbeute verschaff, so hat man doch auch einen Haupt-und rechkfallenden Gang, oder besser Kluft, der diesen durchkreuzt. Ich habe ih» an paar Orten aufgefahren, allein er war jederzeit beyuahe ganz taub und so unbedeutend, daß man mit solchen sich nie viel Hofnnng machen kann. Die Erze die hier im eigentlichen Gange brechen, sind: erstens ein gelben Rupfererx mit Quarz und manchmal Glimmer, welches nie ohne Gold und Silbergehalt ist. Dweytens gediegenes Gold, aurn-m n-ulvmn, in einem milchweißen Quarz, das man aber mit dem Auge darin nicht entdeckt, in so feinen Thülen, und so ge¬ nau ist es mit der Steinart gemischt; nur erst durchs E - Fein- 6 S EMZM Feinstossen und Waschen bekommt man was zu sehen. Der Centncr dieses Quarzes hak selten über ein Loch SN Gold. Drittens Liftncics mit Gold, pvrires aa- xum tiilpliurs minernlilärum meäisnre t'erio, Lronstedt. Dieser Kies brach zwischen den Erzen vor Zeiten häufi¬ ger ci?s itzt: er ist feinkörnig und dunkelgclb, und sttzt wie in Platten auf einem sehr eisenschüßigcn Quarze. Viertens Arsenikkies, -irkenicum imneralillltum Tron- ftedt, welcher oft mit Kupfererz gemischt ist, aber jeder- zeit etwas Gilbergehalr hat. Fünftens Blepglanx, 6alena cubicis M!,;oribu5 , welches jederzeit gnldifthes Silber enthalt; dieses Erz aber ist dort das seltenste. Man soll vor Zeiten viel mehr gediegenes Gold als heut zu Tage erbeutet haben. Unter den Erzen findet sich auch zufällig das ibn am ch-nolum, oder Lisenspach. Dieser Spath ist bald klein, bald großspcißig, weiß, oder gelb, und von einer nicht schr festen Teptur. Erst dieses Jahr ist eine seltene Krystallisation davon zum Vorschein gekommen, in der sogenannten Liegendkluft.- Es ist ein drcyeckigter aufeinander gehäufter Eisenspach von Farbe braun, dieser stellt etwas irreguläre Pyrami¬ den dar, wo eine solche kleine Pyramide aus vielfälti¬ gen blatrerichten Krystallcn, die an der freyhangen- den Spitze abwärts gebogen, und auf Quarzkkystallen gewachsen sind, so, daß manche dieser Eisenspathkry- siallen in die Substanz der vorigen eingewachsen find. Auf der -ten Tafel 2. befindet sich die Krystallisa¬ tion in natürlicher Größe vorgestellt. Von Anfang hielt ich die Krystallisation für ein bloßes Vierecke, das mir mit einem Winkel frey stünde; allein so sehr ver¬ schieden , als ich die Krystallcn antraf, so zeigten fie mir doch nie was anders, als ein mit einem Spitz um- bogencs Dreyccke. Was mir noch besonders an dieser Kry- EZIZ'A-A 6s Krystallisation schien, war, daß sie beynahe zu eben der Feit entstanden scyn muß, als die Quarzkrystallcn, woran sic sitzen, da, wie gesagt, manche in die Subq stanz des Quarzes einhalten; die regulären sechsflächi¬ gen Quarzkrystallcn sind von der Cifcnmatcrie gelb E färbt. Wenn man diese Krystallen in dem Gange fins det, so sind sie ganz mit einer gelben Guhr überzogen.,, und manchmal ganz frey ohne aufzusitzen, wie gegen¬ wärtiger dec hier vorgestcllt ist. Die Ciscnspathkrystal- lcn sind nur auf einer Seite vorsindig, und der Grund der Krystallengruppe, woraiss sie sitzen, besteht aus 4. Pyramiden, die alle eine schiefe Lage haben. Das Hangende, und liegende des Ganges ist Fclssllstefer und Granit, worin unter den Erzen klarer Luarx, (Ämarrmm H^-IÜNUIN, gefärbter, räucher, körniger, kn)- stallisirter, und fparharciger Eiusrrum lllllle des Laune befindlich. Diese letzte Art hielt ich anfänglich für Feld¬ spats», so ähnlich ist das Ansehen desselben; allein die Härte und sscin scharfer Bruch zeigten mir ein anders. Nie¬ mand Hat ausführlicher was davon gesagt, als Herr Gmelin im linneischcn Natursysteme auf der zagten Seite des ersten Theils seine Muthmassung aber, die er davon äußert,daß er mit dem blatterichtcn Quarz von Schemnix ei¬ nes sey, ist nicht richtig: ich will also hier die genauen Kenn¬ zeichen von bcyden hcrsctzejj, da ich beyde Arten auf ih¬ rem Entstchungsorte gehollt habe. Der Guar^spath bricht in ungleichen Stücken, und besteht aus aufeinandcr- zesetztcn Lagen, welche oft aus vielen kleinen Blattern bestehen ohne jemals eine gehörige Figur zu haben ; bricht ein solcher Stein schief durch diese Lagen durch, so sieht er ganz dem Feldspath ähnlich, die kleinen Blat¬ ter oder Schuppen liegen wie Dachziegel aufeinander, ohne Zwischenraum und Ordnung, aber sehr glanzend E ; und 70 M-DZNM Und beynahe so, wie der Schielerqüarz beschrieben ist; wird aber der Stein oder sein dichtblattcrichtes Gewebe die Qukcr gebrochen, so sicht er ganz dem fetten Quarze ähnlich, im Bruche ist er ungleich und scharf, und es halt schwer eine von den kleinen Blattern einzeln abzunehmen; ost 'ist in dem Zwischenräume der Lagen, 'wenn einige zugegen sind, ein braunes Farbenweftn eiu-- gemischt. Es giebt Stücke wo sich dieser in eine Kry- siallfigur überäi'tct. Selbe Durchsichtigkeit ist bald mehr bald weniger, aber doch meistens halb durchsichtig lab- öi-rpk-liium. Seine Farbe ist die milchweiße, oder et¬ was ins Schmutzahnliche fallend. Die Schwere ist dem körnigen festen Quarze gleich, und dieser Stein bricht mit den Erzen im Gange, wie der Kalk und Gypsspath zu thun pflegt. Was den ungarischen blattcrichten Quarz anbetrist, so bat solcher vermöge seiner lockern Textur Nicht die Halste von der Schwere des vorigen, und besteht aus schmutzigweissen, oft ins gelbe fallenden sehr zarten Blattern, die so viel Zwischenraum haben, daß oft ^einspeisiger Kies aller Orken dazwischen sitzt. Die Blat¬ ter in diesem Steine laufen meistens in eine dreyeckigte Pyramide zusamm, oder eine solche Pyramide, wenn sie allein, ist auch oft wieder ig drey Theile gcthcilt, die wieder so viel Pyramiden bilden. Die Höhe davon ist oft einen Zoll, und der Durchschnitt einen halben. Der Blatter sind io bis io, die sie bilden. Der Kern aus einem solchen blatterichien Quarze besteht manchmal aus den reinsten unbesticlten Quarzkrystallen, auch der Kern einer einzelnen Pyramide besteht oft aus solchenoder doch aus kleinem Quarze, die Durchsichtigkeit ist wie beym vorigen. Indessen hat doch dieser Quarz einige Abarr MNMÄ 7 v Abarten, als in Ansehung der Gestalt, Feine, Farbe, u» s. w. aber alles dieses ist zu wenig , als daß man nicht alle gleich für eben den Stein erkennen sollte. . - - . , Man sieht wohl aus dieser ganzen Beschreibung, wie sehr diese zwo Steinartcn verschieden sind, da der erste noch einmal so schwer ist; und fcrncrs girbt er nur eine schuppichte Textur zu erkennen, ohne daß er Zwi¬ schenräume hatte, wo hingegen beym letztem große Zwi¬ schenräume zu finden, und niemals einen Glan;, weder: ein spathiges Ansehen, noch viel weniger, daß sie im Bruche, wie der fette Quarz wären. Nun zu den übrigen Bergarten zu kommen , die km Gange stecken. Zu Zeiten bricht etwas grauer -Horn¬ stein ; seltner kommt Gxpg, und Ralksparh vor, ein paarmal hat man retraktorischcs Eisen gefunden. Ich erhielt damals aus solchen ein Stück Stein von einer halben Faust groß. Dieser Stein war ein zersetzter, und zum Theil krystallisirlcr Granit. Das Hauptwescn davon war Quarz, welcher an einer Seite in .ganz reinen und durchsichtigen sechsseitigen Krystallen Gestalt war, wo zwischen solche ein grüner ungeftalter Glimmer saß, nebst diesen dann krystallisirter, von Farbe schmutzwciffcr Feldspats), Die Krystallen vom letztem waren sehr irregulV, die größten zeigten eine konische Figur, wel¬ che am Prisma 5 bis 6 Flächen abnehmen liessen. Die Pyramide, welche konisch ist, hatte nur eigentlich vier Flächen. Oie kleinere Krystallen von diesem Feldspat!) waren nicht so gebildet ; dann an einigen konnte man «inen vierseitigen Würfel gewahr werden. Ich war eine lange Zeit in Zweifel, ob es Feldspath sey: allein die kleinen Versuche, die ich vor dem Löttrohre anstellte, E 4 lies- 72 liesse mir keinen Zweifel mehr übrig, unter allen Ver¬ suchen, die ich machte, befriedigten mich keine so , als jene, welche ich mit dem reinen Alkali nach der Methode des Herrn Lrell *) , aus Essig mit Kreide, und Glauberifchen Salze bereitet hatte. Dieses Alkali, wel¬ ches ein standhaftes Kügelchen auf der Kohl ohne zu, zerfließen machte, lösete den Feldspath gut auf. Mit diesem Alkali ist also die Beschwerlichkeit gehoben, die Hr. Bergmann angicbk bey der Abhandlung vom Ge* brauche des Löttrohrcs, daß es umsonst auf der Kohl angewendct wird. Allein die ganze Ursache liegt darinn, daß bey dem gemeinen Laugensalze noch immer von der Vitriolfaure mit eiugemischk ist. Eine Abbildung dieses versetzten Granit habe ich auf der 2. Tafel r. k'iZ. ge¬ geben, a ist der krystallisirte Feldspath, b ist der krystalli» strte Quarz, c der schuppichte Glimmer. Der Bau der Grube ist hier ziemlich ordentlich, und von Natur, wenn man nicht zu grosse Zechen aushaut, sehr sicher, welches aber bis itzt die Mächtigkeit des Ganges noch nicht ver¬ anlasset hat, Hier in dieser Grube hat man einen be¬ sonder» Vortheil erdacht, damit sich die Stollen nicht mit Eis anlegcn sollen, wenn einige Tage nicht darinn gearbeitet wird. Man hat nämlich hin und wieder Tbüren angebracht, welche man genau verschliessen kann, um die Grubenwässer darinn anzuschwellen,. daß die Stossen damit angefüflt bleiben. Die gewonnenen Erze werden alle durch den Sackzug bis zu dem Fleisbach be< fördert, wo ein Puchhaus stehet, worinnen sie verküttct, und *) Lrell, chemisches Journal l rLheil Lemgo »778. ^.rl. Xl pa». 94 — lvr. EMA-tzr 73 und gepucht, und von da nach Dölach zum Verschmelzen geführet werden. Von dieser Grube aus hatte ich noch eine halbe Stunde zu steigen, uni auf die Schneide, die unter dec höchsten Spitze des Aschhorn ist, zukommen, welches die Gränxe von Salzburg mit Lärnchcn macht , und eine schöne Aussicht über das Salzburgische giebt. Auf der Helfte meines Weges fand ich einen verlassenen Bau, der auf die nämliche Goldzeche hielt, man heißt ihn Ltlfrophoribau; schon vor einer Zeit hat man ihn ans politischen Absichten ganz ausgehauet, so weit und breit, als der Gang in die Höhe hielt, so, daß man zuletzt mit einem Schlage in die Keese , oder Salzburger Eisberge kam. Auf der obenangeführten Anhöhe fangen ungeheure grosse Eisberge an, welche bis in das Rauriser Thal halten, wo die Schmelzhütten der dortigen Goldgruben stehen, die man vollkommen ausnehmen kann. Da nun dieser Theil gegen Mitternacht liegt, so sind die Kees viel starker, als jene, die nach Karnthen halten; folglich möchten die Salzburger die besten Goldgange dahinter wissen, aber so bleibt es ihnen auf ewig ^unmöglich solche auszubcüten. Sehr gerne hatte ich die dortigen Goldgruben besucht, welche mir links gegen Morgen lagen, und ich ebenfalls sehen konnte; allein ich hatte keinen andern Weg vor mir, als über die Keese, welche' aller Orten mit Kluften, oder Spalten angefüllt waren ( denn ich stand schon vor einigen ) und ob ich gleich einige von diesen Todtengrüften sah, denen ich hakte Lurch viele Unwege ausweichen können, so waren mir Hoch viele hundert andere verborgen , wo mich sowohl, E ; als 74 als meinen Führer weder Stangen, noch Stricke hätten retten können. Wer den Gebrauch davon wissen will, der sehe bey Herrn Bourrcr *) und walcher nach, welche davon geschrieben habenbesonders letzterer wel¬ cher uns gute Abbildungen geliefert hat. » ... Die Klüfte in den Eisbergen haben niemals ei, neu graden Fortgang darin, sondern sie sind mästens wellenförmig, oder machen scharfe Ecken mit Absätzen. Ihre Entstehung geschieht iin Winter, wenn die größte Kalte herrscht, und sie nicht mit lockern Schnee bedeckt sind, mit ungeheuren Getose, nachdem sie sich mehr, oder weniger wett erstrecken. Dieser erste Spalt sieht zu Anfang einen haarrtzer gleich, kommt darauf bald ein warmes Wetter, daß er mit aufgcthauten Wasser wieder erfüllet wird, so friert er auch wohl in der ersten Nacht wieder zu , oder, wie mich einige versichert haben, daß sie auch aus dein Grunde wieder nach und nach zuwachsen , wo aber das nicht geschieht, so werden sie von Jahr zu Jahr weiter, daß man sie sodann oft nicht mehr übersetzen kann, sondern gezwungen ist sie unizu- gchcn. Hat Man das Unglück in eine solche Kluft zu¬ fallen, wenn sie nicht zu tief ist , so kann man des Winters eh, als im Sommer errettet werden, da im Sommer solche oft im Grunde nut Wasser angefüllt sind, also daß, wenn man sich im Hineinfallen nicht schon - . - . ' ' - . *) Knurret , D.elerchtion c!c; (glaciere? der Kies an¬ gezeigt, und bei) b die fremden Körper, die in denKry- stallen enthalten find; dieses sind lauter Hgarfäden, die aus dem Grunde des Krystalls in die Höhe gehen; die Farbe dieser Faden ist ins goldfarbige spielend. Von, Anfang, als ich diesen Streifen in dem Krystall sah, hielt ich sie nur für Risse oder Höhlungen; allein ich habe nach der Hand bcy einem Freunde ein derglei¬ chen Krystall von eben dem Orte gesehen, wo die Na¬ del» auch zum Theil aus dein Krystall heraussteckten, die ich also wegbrechen konnte. Ich kann mit kei¬ ner Gewißheit sagen, woraus sie bestehen, da ich noch keine Versuche damit habe anstelle» können, aber wen» ich nach mukhmaßlichcn Grundsätze«, schliesse«, darf, so könnte ich sagen, daß sie von den, aufsitzenden Kies ent- ETZSZM 79 entstanden sind, folglich eisenartig waren. Wie aber der Kies sülche Faden hcrgebcn kann, ist nicht wohl anders zu begreife», als. durch den Weg seiner bey sich habenden Bitriolsaure; folglich müssen die Fäden aus einem bloßen Haarvitriol bestehen: indessen könnten sie auch von einem Amiant entstanden seyn ; diejenige paa¬ re Faden, die ich nämlich aus dem Krystall heraus stecken sah, waren sehr zerbrechlich; ich besitze ebenfalls einen Krystall a'us den Gchemnizergruben aus Ungarn, wo aus dem Grunde solche Faden in die Höhe gehen, aber sie sind weder so fein, noch haben sie diese Farbe. Der Krystall sitzt ebenfalls auf einem- Gemische von Kws. Da, wo diese Krystallen gefunden werde», findet man auch den feinsten Asbest: von welchem man mit Gewißheit sagen kann, daß es keinen feiner» und biegsamern in dec Narur giebr, und ist jemals einer zum Spinnen tauglich, so ist es gewiß dieser. Der zwcytc Krystall, den ich hier erhielt, war mir auch merkwürdig genug, um ihn hier genau bekannt zu machen. Der Mann, der ihn hatte, achtete ihn für den schlechtesten, und gab ihm de» Namen Rees- zapfe». Der Krystall hatte sechs etwas ungleiche Fla¬ chen an seinem Prisma, die Pyramide war irregulär, und etwas.beschädiget. Die Flachen des Prisma waren von dreycrley Art. Zwo, die mit ihren ganzen Flachen auf der i. Tafel bey a k'iZ. 6. vorgcstellt sind, waren mit lauter Aushöhlungen in die Queer gestreift, eben so wie man die geflammten Glastafeln hat, und mach¬ ten also den Krystall nur ei» wenig durchsichtig. Die zwote Art der Flachen, wo eine bey b angczeigt ist, war rauch, glatt, oder matt, eben so wie die eingeschlis- fenm Stössel in den Flaschen um die Geister aufznbe- wah- 8c> wahren, diese Flache, die mik einer glatten abwechselte, erlaubte den Durchfall der Lichtstrahlen mehr, als er¬ ster». Dre dritte Art der Flachen war so rein und glatt als möglich, bey c ist eine dergleichen vorgestcllt. Diese Seite des Krystalls zeiget nun, wie rein er ist, so, daß ich einen kleinen zerschlug, um zu wissen, ob sie nicht inwendig hohl waren; allein zu meiner Ver¬ wunderung waren sie vollkommen dicht. Was mich hier¬ zu verleitete, war, daß allenthalben an dem Krystall PyraMidalcinbeigungen waren, welche den Mittelpunkt des Krystalls hielten. Bey ä sind ein paar solche vor- gcstcllt. Die sechs Flachen machen keine scharfe Win¬ kel, sondern ausgeschnittene, als wenn sie abgebrochen waren. Wenn man diesen sonderbaren Krystall betrach¬ tet, und seine Cinbuge ansicht, so sollte man geneigt seyn zu glauben, seine Hattwerdung geschehe von Aussen nach den Mittelpunkt, Den andern Lag wand ich mich zwischen Mittag gegen Abend zu den Berg Älcssner. Auf meinem Wege fand- ich einen schaalichtcn dunkelgrünen Serpentin, bey den letzten Dorf des Thals, das -Hciligblut ge¬ nannt wird, wovon ich schon oben erwähnte; nach zween Stunden von diesem Orte war ich ganz am En¬ de dieses Thals, und wunderte mich sehr, hier noch Wohnungen anzutreffen, da doch in dem ganzen Striche von Dölach aus, kein anderer Baum fortkommen kann, als einige Lerchen bäume, und daß noch die armen Leute hier etwas Getraidc erbauen können, wobey sie aber wenig Sicherheit haben, wegen des dortigen Möhlflusien, der hier ein bloßer Wildbach ist, wie auch das wenige Erdreich zu verlieren. Vor ungefähr zo Jahren hat die¬ ses Thal sehr gelitten durch einen Ausbruch des Was¬ sers ,scrs von dem Kees des Klokners, oder von dem dortigen Wildste, wovon ich tiefer ohnweit Dvlach die Uiber- bleibstl der Grundmauer von den Häußern noch gesehen habe, welche dieser Fluß weggeführet hatte. Am Ende dieses Thals ist der Ursprung des ev» Wähnten Flusses. Hier fand ich die untern Berge aus Serpentin und Fclsscbiefer, worin manchmal ein Krobcr Granit steckte, der aus weissen Quarz von glasigten Ansehen, ( oder was man sonst Luar-nm I^Iinum nennt ) weissen Feidspakh, und schwarzen gewundenen Glimmer bestand. Der Serpentin schien hier aller Orten das Grundgebirge auszumachcn. Ich stieg hier bis . unter die Eisberge des angeführten Berges, wo ein schöner, und mächtiger Wasserfall hcrvockam, und dann den Namen Möhl oder Möl bekommt. Man sehe die ;te Tafel, wo solcher unter den» Klokner vorgestellt ist. Der Berg, welcher einem gespitzten Klockenkhurme gleichet, mag wohl von dieser Aehnlichkeit den Namen erhalten haben. Er ist auf der Mittermchtseite mit ewigem Eise bedeckt, welches mit * bezeichnet ist. Ich habe noch niemals einen so hohen Berg so gespißt gesehen, als dieser ist, so wie er Vas Ansehen von Mitternacht, odeo von Käruthen, und dem Salzburgischen ans hat: auf seiner äußersten Spitze sieht er so aus, als wenn ein Knopf darauf gesetzt wäre , von welchen dann drey so¬ genannte Bergrücken, oder Rippen, wie.es die dortigen Einwohner nennen, herunterlaufen, die gleichsam ein Schnihwcrk vorstellen. Auf der grosse-» , und zuverlässigen Karte von Tyrol , welche zwcy Tyroler Bauern, intt Namen ^rter Anuich, und Georg Huber aufgenommeii haben, und vom Herrn Professor, Moinharc ausgeführt sind, siudet man, daß dieser Berg unter die höchsten gehöret, die im Laude sind, und äusser dem Berg Orteles, der gegen das Bnndncrland liegt, ist kein höherer in. Laude. Dieser Koloß macht eine!» mächtigen Drcyfnß aus, nämlich den Granzstein von drcyrn Landern , denn, ein Theil davon gehört zu Karnthen , ei» Theil zu Tyrcl, und eben soviel dem Blsthuine Salzburg; obgleich die Ver¬ fasser der Karte ihn mit dem größten Theil ins Galz- burgische gesetzt haben, und nicht zu Tyrol rechnen, so haben mich doch die mehrestcn umliegenden Einwohner versichert, daß die Münze» jederzeit bis zu seinen» Gipfel giengen. Noch weis kein Mensch, daß er jemals Ware be¬ stiegen worden, da er vollkommen mit Eis umrnngen ist. Einige haben Versuche gemacht, aber fruchtlos, jedoch soviel mir scheint, nicht aus Unüberwindlichkeit, sondern aus übler Anstalt. Hakte ich Zeit, so glaube ich, gut genommene Maaßregelu müßten einen wohl hinanfbringcn, um ihn abmcssen zu können, da er einige Rücken hat, die sich im Gommer vom Eis, und Schnee eatblössen. Der» ersten Tag müßte man mit Holz ver¬ sehen bis auf seine mittlere Höbe kommen, wo es Felsen giebt, unr Feuer darauf mache-, zu können, nämlich auf den, anstossenden Berge GäsnH. De» zwcyte-r Taa mußte man aberden Versuch machen, ihn in den höchste» Soni- 'ichrolonii--- b'ol.m-st. 22 V-nclobon« 1774. 83 Sommerlagen in einen Vormittag zu besteigen, daß man eben den Tag zu seinem Standorte wieder zurück- kämme, wo man übernachtet hatte; aber wohl sehr lasse -ich gewännet seyn- nicht ohne Schießgewehr zu gehen, weil man auf solchen Anhöhen oft mit einem sehr mächtigen Feinde zu kämpfen hak, nämlich mit den grossen Geyern, die auf einen Jagd machen - und mit ihren mächtigen Flügeln zu Boden, oder in die Abgrüftdc schlagen, wo man denn beym Fall ihnen zur Beute wird. Ob sie ei¬ nen für Gemse , oder für was anders ansehen >' weiS ich nicht, genug ist es, daß sie die Beherrscher solcher Anhöhen allein sind; wer immer kommt, und ihr Gebiete betritt, läuft bey ihnen Gefahr- wenn er sich nicht künstlicher Waffen bedient. Unter allen Raubvögel», ist der Lämmcrgeyer, Vuimr barbstuz des Linne' *), * welchen Herr Audra **), was den Kopf anlangt, gut «bgebildet hat, der gefährlichste» Da weder die Jahrszeik - Noch die gehörigen Mittel vorhanden waren, einen solchen Berg zu besteigen, so begnügte ich mich , wie gesagt, nur bis unter fein Eis zu kommen, welche Gegend die Lasieren genannt wird; da es nun noch nicht lange war, daß es geschneyet hatte, so sah ich aller Orten um mich Schnee fallen obgleich der Himmel klar war, und die Sonne sehr warn, schien: doch als ich mich besser umsah. so erblickte ich «in paar Bergspitzen mit einem Schneegestöber umgeben, andere, die aber weiter entfernt waren, schienen mir mir Wolken bedeckt» F *) O. lännsv; nattwX. llchm. ist eclii. N. **) Briefe aus der Schwei y 1776» IN 4to c- bbx 84 Ich sagte zu meinem Führer, daß dieses eine wunderliche Sache sey, da es auf einem Gipfel der Berge schneyeke, und auf dem andern nicht, und dem »hngeachkel der Himmel klar darüber istz allein er belehrte mich, daß dieses Schncyen nur durch de» Wind vvir den Keesen verursachet würde. Cine wunderliche Sache! der es nicht weis, würde sich solches gewiß nicht sobald einfallcn lassen, und der im Thale ist, kann cs doch nicht crrathen, öb cs oft einen ganzen halbe» Tag vom Himmel, oder von den Kcefen schneyct. Herr Lourrer in seiner Beschreibung, sagt: dieses Schncyen komme aus den Klüften der Eisberge, aber dich konnte ich nicht wahrnchmen. Abends, als die Sonne untcrgicng, war es Helle und als man schon im Thal keinen Stich mehr sah so war doch an der Spitze des Bergs eine Schneewolke noch eine Zeit so beleüchtet, daß man hatte glaube» sotten, es sey ci» Feuerspcyendcr Berg, der anfienge auszubrechen. Die schönsten Fcuerfarbcn, die man sich nur erdenken kann, konnte man in dieser Schnecwolkc sehen; aus diesem lange» Furückwerftm der Sonnen¬ strahlen beym Untergange schloß ich, daß die Höhe dieses Bergs über zwey Tausend Lachter haben müsset Aller Orten schaute hier unter dem Eise Serpentin oder Felsschiefer hervor: in einer Kluft dieses Stein/ an einer senkrechten Fclsenwand bey denk Wasserfall" fand ich einen weißgraucn Gchneidestein worin grosse Kicßwürfel fassen ; »rauche hatten eine" Zoll im Durchschnitte. In eben diesen; Steine fand ich auch sehr reinen würfliche.n REspach. Oft habe ich in dieser Gegend den Fel-,schiefer mit Granit, Speckstein und Ser- Serpentin abwechseür gesehen, so, daß man dem einem Steine, wie dem andern gleiches Altcrthum zumuthen kann, wie aber hier aller Orten der reine Ralkspach sitzt, scheint schwer zu erklären, da hier die Mutter dazu gänzlich fehlt, und weit, und breit kein Kalkstein zu sehen ist. Dieses Jahr hat man auch grosse Fels- stücke gefunden , worin ungemein viel krystallisirtes Eisen steckte, cs ist das kerrum retrücroriuin so, wir jenes, dessen ich oben von kll-szanc erwähnt habe. Bevor ich noch von diesem Gebirge abbrechc, must ich noch des oft erwähnten Sackckugcs gedenken, da ich hier auf eben der zten Tafel solchen deutlich vorstclle, ohne mich an die Regeln der Entfernung zu binden: er ist an dem Fusse des Berges Vo^rakopf vorgcstcllt, wo das Vorgebirge des Hochhorn anfängt. Wenn im Winter alles , sowohl auf den Gebirgen , als in den Thäleru mit Schnee bedeckt ist, werden die Erze zu den Hütten geführt, welche in den tiefsten Thalcrn liegen, mittelst des SackzugcS, und Schlitten. Ersterer wird folgendermassen ins Werk gesetzt. Ein Mann, den man Sackneher nennt, nimmt im Thale 12 bis 16 Sacke, wovon einer gegen drey Schuh an Länge, und ein im Durchschnitt hat, diese sind von starken Zwillig verfer¬ tiget , an einem Ende haben sie eine Handhabe, um sie mit an den folgenden anzuhangcn; ein jeder solcher Sack ist mit einer rauchen Schweinshaut auf einer Seite bedeckt, worauf der Gack auf dem Schnee rutscht, oder schleift. Diese Häute müssen von solchen Schweinen seyn, denen die Dorsten glatt anliegen, wie den Salz- burgifchen; eine solche Haut dauert drey Winter durch; ist diese Verrichtung getroffen , so gehet ec damit zur Grube, wo er denn jeden Sack mit Erz anfüllt, so, daß F Z ge- 8§ EMWM gemeiniglich in einen Sack ein Cenkner an der Schwere Hins eingehet, ausgenommen in dem ersten nicht, der kleiner, als die übrigen ist, und welchen man den Vorhand nennt worauf der Gackzieher selbst sitzt. Sind einmal alle die Gacke zusammgehangt; so muß man vorher, eh man zu fahren anfangt, sich einen Hohlweg verrichten, wcl- cher stets schlangenförmig gehen muß. Dieser wird mit einer-Hohlkraxe, (welche manche anstatt an der Schneide ausgehohlt gewölbt sind, und inan Schneekraze nennt, ) in dein Schnee gemacht , siehe r. Tafel lliz. 4. Ist solches einmal geschehen, so dauert er meisten den ganzen Winter, ausgenommen wenn er wieder durch den Wind mit Schnee verschüttet wird. Nun wird dec Sackzug oder besser die Sackkettc in den Weg eingcleikct , der Führer muß aber darinn sehr gcübet seyn, wenn er bey ganzen Gliedern bleiben will, und dann muß er auch eine gute Kenntniß vom Schnee haben, ob nothwendig fey, mehr, als eine Reiskcttc, und Hacken anzulegcn,. um die astzugrosse Geschwindigkeit zu hemmen. Was eine Kette scy, ist einem jeden bekannt, jedoch ein Rcüchackcn, oder wie man ihn hier nennt Spar, nicht. Es ist eine Art einer zweyspitzigcn Heugabel, wovon aber hier die Zahne, oder Spitzen stark, platt, und am Ende gebogen sind , und worgun ebenfalls ein kurzer Stiel sich be¬ findet , an welchem eine doppelte Kette hängt , womit man ihn um den Gack feste macht, wovon man auf dec rten Tafel bey 5. 6. die Abbildung findet. Einige haben an dem Reishacken die Armketten nicht an der Seite dec Hacken , sondern am Ende in einem Ringe angehangi. Bey allen diesen Vorkehrungen steht es hoch noch in der Gewalt des Führers, geschwinde, oder langsam zu fahren. Ein solcher Gackzieher muß eine Aanz knappe Kleidung auhaben , damit nichts von ihm we,K-- wegsteht, und «inen mit starken Eisen beschlagenen Stock, (den man hier Stachel nennt, und auf angeführte Tafel Key kitz. 7. vorgestellt ), mit welchem er folgenden Ge¬ brauch macht. Wenn er fahren will, so ziehet er erstens seinen Gackzug an, bis er anfängt, von sich selbst laufen, dann muß er mit vieler Behändigkeit auf den ersten Sprung sich auf den Norhund setzen , sobald er sitzt, mit eben der Behändigkeit die Füsse kreuzweise übereinander halten, wozwischen dann der angeführte Stock, oder Stachel kommt, von welchem jederzeit die Spitze in den Schnee eingesetzt ist. Da alle Berge in diesen Gegenden ungemein abhängig sind, so kann man sich auch leicht einbildcn, mit was für einer Geschwindig¬ keit ein solcher Mensch fahren muß; wäre es nicht auf dem gefrornen Wasser , so müßte er bald ein zweyker Elias werden, durch die grosse Reibung, die sein Fuhrwerk «ushalken muß. Endlich sieng ich meinen Rückweg nach dem Tssal an, da cs bcy dem angeführten Wasserfalle, worüber die Eisberge liegen, ein nnn plus ulrra ist. Nach einer halben Stunde zurückgelegten Weges hatte ich rechiS des Möhlflusses gegen Mittag abermal einen schönen Wasserfall , dec aus einer engen Schluchte kam, welcher- kleine Thal den Namen GäsnH führet, samnit einem Berge der daran stößt, wo vor Zeiten auch auf Kupfer und Gold gebaut wurde. Der Serpentin, und Hornfe-s hielt immer an , bis eine halbe Stunde vor Dölach. Eh dieser noch aufhörte, kam ich zu einen! der schönster Wasserfalle, den ich auf meinem ganzen Wege angckroffer man heißt ihn den Jungfernsprung, er hat wenigstens !-o Lachter an Höhe, und in dieser Strecke fallt er n -e dreymal, ein paar Lachter lang auf; er macht an einigen 8 4 Ow 88 WZZZZAn Orten solche Bogen, »der Satze, daß, wenn er noch so klein ist, niemals die Felsen berührt werden , und man trocken dahinter weggehen kann. Da nun hier die Felsenwande gerade stehen, so sieht man auch sehr deutlich, wie Serpentin hier unter dem Granit, und Felsschicfer wegstreicht, und noch stets ersterer mit Asbest gemischt ist. Eine halbe Stunde von diesem Wasserfast habe ich einen frischen Anbruch gefunden, von einem Steine, de« ich für Granit qnfah. Er brach in schönen Platten, welche ein, und zween Zoll Dicka hatten: man bearbeitete eben damals einige , für eine Kirche zu pflastern, er war an Farbe weißgrau, so, daß, wenn er ganz frisch gebrochen war, er etwas ins bläuliche fiel. Als ich ihn genauer betrachtete, fand ich, daß sein Geinische aus einem weissen Stein, den ich für Quarz hielt, und aus graublauen Glimmer bestand; bcy dieser Entwickelung hielt ich ihn für. einem Gestcllsteim da nirgends ein Feldspat!) eingemischt war: allein sobald ich mit dem Stahle, und säuern Geistern Versuche machte^ ihn auch ins Feuer brachte, so wurde ich bald ge¬ wahr , daß der ganze Stein nichts, als ein Gemische von unreinen Aalr', und Glimmer war. Vielleicht ist dieser Stein das 8-rxum coernlelbeuz des Laune', da er sagt: daß er leicht an der Luft verwittere. Von diesem Steinbruche setzte ich wieder über den Möhlfluß, um abermal nach Dölach zu kommen, wo cs mit mir den ersten Tag nicht zum Besten gieng, aber doch bald für mich sehr heilsam aussiel, da ich nicht am gesundesten meine Reise ankratt, und durch das kalte Getränke des EiSwassers mir eine Oristu verursachte, die mich ziemlich vollkommen wieder Hersteller. Ich nahm vom letzten Orte aus meinen Rückweg durch einen kleinen Thril von Tvrol über den Iftlberg. Auf dieser Strecke fand ich ' bald 'HZ-AZZK-ts 89 bald aus Granit , bald aus Guarzschiefer hie Berge bestehend, auch verschiedene Mmksteinartcn, und 8-ixnm Alpinum binnci, einige bestunden aus blossen Granaten, und Glimmer, andere aus eben diesem , und weissen körnigen Quarze, welcher letztere immer grosse Granaten «ingemischt hatte; dieser Stein brach manchmal in schönen Platten; ferner fand ich auch hier einen Stein, der in Platten brach, und aus lauter dünnen wellenförmigen Schichten bestand , wovon der Bestand Quarzweiffer Glimmer, und schwarzer feiner Schörl war. Zwischen den großen Schichten lagen Aolldicke, schwarze vielseitige Gchörlkrystallen, die ich zu Anfang für Granaten, und den Stein für einen Murkstein hielt. Serpentin fand ich noch aller Orken in dem Gebirge eingemtscht, das russische Glas war auch häufig, aber in feinen große» Stücken anzutreffen. Als ich gegen das pustercha! von Tyrol kam, fand ich in jenem Gebirge, welches gegen die NAfn- rüsche Mawep hielt, diesen Stein, den man Bateri- schen Granit nennt; der erste, den ich entdeckte, war auf dem.Zselberg gegen Mittag bey der M.chaelikirche: allein den Nam verdient er nicht, wenigstens jener, der mir zu Gesichte kam, bestand aus folgenden Stücken: das Hauptwesen war Granat, grüner Serpentin, oder Harker Steakik, grauweißer Glimmer, wenig Quarz, und noch weniger Kies. Wie man nun aus diesen sieht, so gehört er eh zu des XVallerlns 8axum molare granr- ticum. Die Farbe davon ist grünroth, und der Stein hat keine eigentliche Figur. Dieser Stein war mein schönster, den ich auf meiner ganzen Reise fand: und wußten die dortigen Einwohner mit dem Schleifen um- zugehen, so würde manche Familie ihr Brod dabey fin- F 5 den, 2 2 -H A-? den, da inan Dosen, und was man immer daraus n,zr chen könnte, gewiß eben und noch bessern Wert?), als die Achaten aus den: zweybrsickischen finden 'würden. Dieser Stein haEkx noch folgende Abarten. Erstens be¬ stunden manche Felsen aus durchsichtigen kleinen Grana¬ ten : grüner Feldspat?) und weisser Quarz bilden diesen Stein ganz allein. Zweytens habe ich Mügeln gefun¬ den^ die aus größer» Granaten bestunden, die mit fchwarzschuppichten Basalt, und mit grünen Serpentin- Adern durchsetzt waren, sehr selten befindet sich Quarz dabey. Die dritte Abänderung ist ein Gemisch von Gra¬ naten, schwarzen Schörl, oder Basalt, grünen Serpen¬ tin oder Steatit, weissen Quarz und Eisenkies. Alle diese Arten nehmen eine sehr schöne Politur an, wie ich nach der Hand durch Versuche erfahren habe, fs daß die Steinschleifer in Venedig dermal mir Begierde gegen Bezahlung der Unkosten Anfachung gemacht, aber wegen der Entlegenheit kann man ihnen nicht jederzeit willfahren. Wie gut würden hier Böhmische Steinschnei¬ der nicht ihre Rechnung finden, sich in der dortigen Ge¬ gend seßhaft zu machen, allein die mehresten die mit geschlichenen Steinen in unsere Gegenden kommen, sind liederliche Abentheuer, denen man das Herumirren ver¬ bieten sssll. Nachdem ich näher zu dem angeführten pustcrchal kam, traf ich übermal die Kette von Aalk- bcrgcn an, welche, vb sie gleich groß, und eine Folge von jener ist, die aus Bulgarien kömmt, so habe ich doch keine so hohen Berge gewahr werden können, als der obenerwähnte Glokner ist. Aus was für einem Ge¬ steine der Ortelcs besteht, weis ich nicht: vielleicht wer, den wir es einmal erfahren, wenn der Geschmack der natürlichen Geschichte der Erde mehr aus seinem engen Bezirke bey den Bergbedrenten sich ansbreiken wird, als L-r als dermal geschieht; und wer hat mehr Gelegenheit, und kann cs leichter thun, als solche? aber keine unge- reimte Geheimnisse und Verachtung muß entgegen fte- Heu, wenn nicht ein jeder so, wie der andere denkt und beobachtet, wie leider l oft in manchen Landern der Ge* brauch ist. Da nun hier das Kalk von dem Granitgeb.irge, wie durch den Trapfluß die Gränj« erhalt, so ist es schwer zu bestimmen, welches von diesem Gebirge unter das andere wegstreicht, oder ob sie beyde in ewige Tie¬ fe halten; aber wenn alle diese Untersuchungen, wie cs vielleicht seyn kann, auf ewig verborgen blieben, so zienge meine erste Vermuthung auf folgende Schlüffe hinaus: Erstens, daß das höhere Gebirg das älteste seyn könnte; zweytens, da solches aus viel festerem Be¬ stände gebildet ist, so könnte es auch ein höheres Alter- khum besitzen u. f. w., allein wenn man die Reine der einen Gebirgart gegen die andere betrachtet, so muß man wohl verleitet werden, den Gegensatz anzunehmen. Der Kalkstein auf höhcrn Anhöhen ist gleichförmig; der Fclsschiefer und Granit ist hingegen sehr gemischt: der Kalkstein ist von einem viel weichem Bestände, und nimmt von Tag zu Tag ansehnlich ab; wie ist es also möglich, daß die ersten Kalkgebirge, nämlich jene, die von gleichem Bestände, und ohne Versteinerungen sind, noch y bis io tausend, und mehrere Schube an Höhe haben können? Wie hoch muffen sie Key der ersten Ent¬ stehung nicht gewesen seyn? Alle Granitberge, die in ihrer Nahe lagen, müssen nur hüglichte Ebenen gewe¬ sen seyn, die dann erst durch das Einreissen der Wässer erhöht worden, da sich ihre Gipfel nicht so geschwind haben abwittern können, wie es der Kalkstein thut, und und da vhuehin die glasartigen Steine ni^ht die viele Fenevtheile in sich haben, wie der Kalk, so sind sie auch jederzeit mehr mit Eis bedeckt, die sie vor der Der- Witterung bewahren, und wenn man den Strich von Felsschiefer und Granit durchwandert, wie ich gethan habe, so muß wohl ein jeder cinfthen, daß dieß gan¬ zes Gebirg von einer weicher» Entstehung nach und nach erschaffen Word n, da alles so flözmaßig aussieht, und außer dem, daß der Stein gemischt ist, so machen auch wieder besondere Gemische ganze Lagen und Schich¬ ten aus, die miteinander abwechseln. Doch ich stehe hier von Muthmaffungen ab, wodurch man in der Welt keinen so wesentlichen Nutzen schaffen kann, nur den Bergbau zum Thcil ausgenommen *) denn in das In¬ nere *) Ein Freund von nur , und der Naturgeschichte hatte einen Bau in einem Schiefer, höher hinauf sah der einförmige Kalk hervor; da ich für sein Streichen in die ewige Teufe geneigt war, und ich höchstens 50 Lachter Abstand vom angege¬ benen Schlage vormuthcte, so liest der Innhaber, der Wahrheit xu Liebe, den Schlag betreiben; und man hatte kaum das Viertel ausgeschlagcn, so war man wieder rin reinen Kalkstein. — Um aber gewist zmseyn, ob cs kein Reil sey, so wurde der Schlag noch eine Zeit fortgctriebcn. -Herr h-mthn-e wird cs wohl nicht übclnehmen, wenn ein anderer die Unterlagen der Gebirge nicht jederzeit vom Granit hcrnimmt. Fernere Un¬ tersuchungen, und weniger Zuneigungen su einem Thcile 93 nere kann man doch nicht sehen; besser ist cs also, die^ jenige getreu aufzuzeichnen, was uns die Natur erlaubt, als von dem Unergründlichen zu urtheilen. Bey einer kleinen Stadt, mit Nam Lienz, ( Bü« sehnig von Tyco! in dem obeuangeführtcn Bande), wo das Iselrhal und Fluß mit dem Buster-odcr puster- thal, Theile mehr, als zu einem andctn kann vielleicht vnrch den Berg 8.Uev- bcy Gnef, den -Herr Lauilnrc durchgesucht hat , zu einer bessern Lr- kanntniß leiren, als bisher geschehen ist. Gb cs gleich übertrieben wäre, zu behaupten,vass die Gra¬ nit Rlörze, welche da ans dem Rast' liegen, dort entstanden seyn. Indessen habe ich doch ganze Hügels, und Berge auf dem Rast'stein siycn ge- funden. Gut wäre es gewesen, wenn Herr 8-mssure gesagt hätte , ob in dieser Gegend des Laleves sich Versteinerungen vorgefundcn haben? obgleich sie in andern Gegenden dieses Berges nicht selten sind. Indessen ist der Verfasser doch getreu, und führet die Sache so an, wie er sie findet , ob es sich gleich mit seinem gefassten System nicht reimt. Seit 414 führt er eine Beobachtung von Vüalmo von-ni an, wie ein hoher Berg ohnwcit Servo?. im Jahr 1751. cin- gegangen scy, wo man ihn durch das Anhalten des Einsturzes für einen feucrsseyenden Berg angesehen hatte; allein dec Rauch sey bloss ein Raststaub gewesen, und der cingcstürzte Grein habe nicht das geringste Merkmal von Verstei¬ nerung in sich gefasst. — thal, und Draufluß vereiniget, sand ich die zu Anfans erwähnte Meßingfabrfte. Ich bekam sie ganz in Gegen- tvarl des Herrn Direktor zu schm, der sonst ein geheim- rmHüller Mann seyn soll. Ich habe nichts merkwürdiges gefunden, das besonders angemcrkt zu werden verdiente^ Sie ist gut eingerichtet, und soviel mir geschienen hak, giebt sich der Direktor viel Mühe damit; mir schien er kehr unzufrieden, daß er den Galmey an einem Orte kaufen must, wo er ihm höher zu stehen kommt, als ev ihn anderwärts haben kann; seine Ursachen waren ge¬ gründet, wenn sie so sind, wie er sie angab. Von diesem Orte an folgte ich dem Drauflust zue Linken gegen Morgen bis Draaburg, auch sonst Gber- draaburg genannt, wo ich immer über den Fluß die LaiLLsree hatte, hingegen auf meiner Seite Lclnschie- fer: allein eh ich noch in das Ort kam, ficng auf ein§ mal der graue Kalkstein an, ohne alle Versteinerung. Hier nahm er eine Höhe von bcylaufig hundert Klafter ein, wobcy sich gleich wieder der Quarzschieftr cinstellke; nach einer Zeit hörte er wieder auf, so, daß dieser R-rlkderg wie angelehnt schien, oder wenn er aus dem Grunde des Schiesergebirges käme. Allein, als ich hier¬ über den Fluß setzte, und die Anhöhe des Geilberges erstiegen halte, konnte ich deutlich sehen, daß dieser Berg einstens zu jenen gehört habe, den ich bestieg, und daß ihn nur der Flust in der Folge der Zeit ge¬ trennt habe« Der Berg, den ich ganz übergieng, um in das Geilthal zu kommen, bestand aus Kalk, und einem solchen Schiefer, der von Farbe braunschwarz war; wo¬ hingegen der abhängige Lheil desselben gegen Mittag, den den blffetallsietn 8sxnm mewttissram des ^innc ent- hielt, zwischen dem schwarzen Schiefer fand ich hin und wieder etwas Braunstein, der von sehr weichem Bestän¬ de war. In dieser Gegend sind auch einige Eiscngru- ben, aber von schlechtem Werthe, so, daß heut zu Ta¬ ge nur eine noch gebaut wird, dagegen die übrigen schon eingegangen sind , mit einer Schmelzhütte, die zum Theil noch da steht. Das wenige Erz wird nach einem Markffecken, Nennten genannt, geführt, zu diesem Orte ich auf der andern Seite des Thals kam, und das dortige Lisenroerk besah; alles war hier neu er¬ richtet, und in einer ziemlich guten Verfassung, wenn nur auch Erz genug da wäre. Ich wand mich von hier gegen Morgen, und nachdem ich eine kleine Stun¬ de zurückgelegt hatte, kam ich zu einem Berg, der den Nam Sitmuv führt, worauf die Eisengruben des hiesi¬ gen Gewerks sich befinden. Neben diesem Berge hat rin venctianifchcr Holzwurm sich eingenistet, der durch Hilfe der Rissen, woran Schlitten mit Treträdern an¬ gebracht sind, das schönste Bauholz über die Berge in seinen Staat bringet. Der Schaden ist dermal schon beträchtlich, den er angcrichtet hat, und wird noch im¬ mer täglich für die Gegend größer werden, wenn man nicht bald Einhalt macht. Die Waldung wird hier von den steilsten Bergen kahl abgehaucn; sind sie einmal so ganz entblößt, so ist auch bald die wenige Erde, die sich darauf befindet, durch das Wasser entführt, wo auf ewige Zeiten dergleichen Plätze kahl bieiben. Der angeführte Gitmusberg, den ich zu bestes, gen hatte, war ganz kalkartig, und cs wahrete zwcy ganze Stunden, um zu der Grube zu kommen, welche sich beynahe an der Spitze befand, wie alle Erzgruben in 96 in ganz Karuthen. Die Grube gefiel mir von allen, die ich in Kärnthen noch gesehen hatte, am besten; sie ist gut gebaut, ob zwar nicht jederzeit nach aller Ord¬ nung, jedoch so, daß sie zeigte, daß die Vorsteher der Sache wohl kundig waren. Die Erze brechen hier in einem Gange, der sein Streichen von Morgen gegen Abend hakte, aber sein Verflachen besser stehend, selten nut einigen Graden fallend. Das Hangende und Lie¬ gende , wenn man doch eins annimmt, war Kalkstein und meistens Marmor, wovon ganze Wände so schön waren, als immer der wcisseste von Carrara; einige wa¬ ren aber gestreift wie Banderachat, von Farbe grau, bläulich, weiß, und manchmal etwas gelb. Wohl Scha¬ de ist es, daß man keinen Gebrauch davon macht; mir gefiel die Stcinart so wohl, daß ich einen halben Cenk- ner mikschleppte. Das Erz, das dahier bricht, ist un¬ gemein haltig, und hat von 60 bis 70 Pfunden im Centner, aber seine Mächtigkeit im Anbruche ist selten über eine Zoll, wo es aber mächtiger wird, da ist cs auch nicht so hallig. Alles Erz ist hier ein ungcstalter derber Glaskopf, amorchms, der im Bruche so aussicht, wie ein ausgcschmicdctcs Eisen, das kalk- brüchig ist. Ein Vergnügen ist cs zu sehen, wie die ausge-- haueuen, und vorher schon beständig offene Klüfte aller Orten in der Grube senkrecht da stehen, von welchen manche Wände so glatt sind, als wenn sie poliert wa¬ ren. So trocken, als immer eine Grube der Welt, ist auch diese; denn Wasser mochte vom Tage so viel zu¬ fallen , als immer wollte, so verschwand es doch augen¬ blicklich. Hier Hick fand ich eine» großen Unterschied von dem preise der Stuffen gegen andere Eisengruben des Lan¬ des , da man sie hier umsonst hatte, und die Stuffen- Händler, welche auch manchmal im schwarzen Rocke ste¬ cken, noch nicht bis hieher gedungen hatten. Gewiß eine große Derderbniß für die Ausbreitung der Naturhi¬ storie, wenn sowohl Gelehrte, wie Ungelehrte einen ordentlichen KraM daraus machen, und wenn die Leute sogar den Altar verlassen, um sich auf eine nicht jeder¬ zeit löbliche Art, mit Handel und Wandel der Scuffcn zu bereichern suchen. Drey Stunden von diesem Berge in dem Geilthale befinden sich einige kleine Gruben, die vom Thale an bis zur Spitze des hohen Berges Tanken auf Galmey bearbeitet werden; ich habe sie nicht befahren, weil sie von weniger Wichtigkeit waren; nur so viel scheint mir, wie sich es im Lande zeigt, daß sich dec Galmey und Las Eisen lieber im Kalkstein erzeugt, als in dem glas¬ artigen. Ich nahm also meinen Weg wieder in das tcrapthül; hier fand ich in demselben zu Anfang Schie¬ fer und Granit gegen Mitternacht, oder auf der linken Seite des Flußes, wo hingegen rechts Kalk war, in-- Lessen je tiefer ich kam, desto mehr entdeckte ich auch auf der Seite den Ralk, so, daß mau geneigt seyn kann, solchen als die Unterlage des Lclsgebirges an- zusehen. Ein paar Meilen von Dcaaburg bey dem Dorfe Dölach baut ein Gewerk eine Bleygrube mit VoMetl, die die Bergwcrkskammer verlassen hatte. Diese Grube befindet sich auf dem Berge Rolm, an welchem das Glatschachcrchal anstoßt, worin loses <0uecksilber in G Quar» -8 Quarz bricht, wovon aber der Bau ebenfalls eingestellt ist. Nach einigen Stunden kam ich zu dein vor Zeiten so berühmten Grcinfeldc, welches so viele berühmte Goldbergwerke hatte ; allein heut zu Tage sieht man nichts mehr, als die verlassene Hauser, wo vor Zeiten Bergwerks Direktorin, und reiche Gewerke gewohnt haben. In der ganzen Gegend wurde gebaut: der Berg Siflix soll noch dermalen etwas Gold an Ausbeute geben aber alle übrigen sind verschwunden ; ob man gleich von Seiten der Kammer itzt bcy Greifenberg die Gruben in der Drosnix, in dem Geilthal, die Gruben der Rederzech, und selbst bey Groftkirchheim, die Gruben der dortigen Gifliz *) wieder empor gehoben haben will so fürchte ich doch sehr, daß dieß wenige Gold, dessen Werth heut zu Tage durch das so häufig aus Amerika kommende, so sehr heruntergesetzt worden, die dabei) vorkommende Unkosten nicht ertrage» wird, da man itzt noch einmal soviel Geld gebraucht, die Arbeiter leben zu machen, als vor 15s Jahren. Nach einer kurzen Strecke kau, ich durch ein anderes Thal wieder nach dem obenangeführten Ork Möhlbrücke» wo ich dann meine Reise für dießmal im Felsschiefer' und Ralk endigte; mehr als Leid war es mir, nicht lan- *) Aus letzterem Grke har mau dieses Jahr einen ziemlich reichen arsenikalischcn Rupferkies erbaut, Welcher Gold, und Silber halt, und auf letztere edle Metalle benutzt werden kann; seine Farbe ist gelbroch , und hat zur Mutter einen eisen, schuftigen M.uarz, welcher auf dem grauen ge¬ meinen Fettschiefer aufsitzt. > EZZLMö 99 länger Zeit gehabt zu haben, um einen größern Theil vom Lande zu durchgehen, weil kein Land in der Monarchie mehr verdient, mineralogisch durchsucht zu werden, als das . ^orieum der Romer, oder das heutige Rärnchcn, wozu auch ein Theil von Gtcyermark, und Lrain gehörte; und dennoch ist nicht sobald von einem heut zu Tage weniger gesagt worden, als von zwcen erster», wo doch bcy ihrem Bergbaue schon sehr viele Familien reich, die aber durch den Adelstand, in den sid sich erheben liessen, wieder arm, und unthätig geworden sind. Selbst die Schriften eines kbmn?, und anderer alten Schriftsteller, ja sogar -Homer geben Zeugniß - und sind uns Bürge, daß diese Lander den ältesten Bergbau in der ganzen Welt treiben. Und dieß war der ganze Beweggrund, der mich zu einer zweien Reise in dieses Land bewog. Ich wählte mir zu meiner Absicht jenen Theil, der mir unbekannt war, und drr weder einem Naturküudiger, noch einem Bergmanns gleichgiltig feyn kann, nämlich das berühmte Bergwerk »mtenberZ, und seine Gegend; gewiß ist es, daß dec Hauptbergbau der alten, der den Römern, und andern Volkern Eisen, und Stahl lieferte, aus diesem erwähnten Bergwerke, so wie auch von Eisenarzt, und Vordernberg aus Oberstcyermark kam^ Vom letzten Bergwerke habe ich schon vor acht Jahren rine kurze Nachricht gegeben, welche in den obenange- führten kseoita äi Memoria des Herrn ^rcluiiw sich be¬ findet. Dieser kleine Aufsatz Hai wider alle meine Er¬ wartung diese gute Wirkung hcrvorgebrachk, daß man bald darauf eine berichtigte bergmännische Kindcrcy, welche Tausende gekostet hatte, und eine krcstiche Stütze der Tummheit, und Faulheit war, abschafte. Für dicßmal habe ich von diesem Bergwerke nichts anzuführen. Mein gegenwärtiges Augenmerk wird bloö das erwähnte G r Hut- roo Hutteuberg bckrcfen, von welchem kein neuer Schrift, sreller, so viel mir besannt ist, äusser Isars * **) ) und -Hermann ") was Pmelbek hak. Um nach Hutrenbergznkommen, nahm ich meinen Weg von der krainertschen Akpenkette über Klagenfurt nach Gr. "Veit, ( Valvasor , und Büsching a. a. o. ) In dieser Strecke fand ich nichts, als Kalksteine, dann auf dem flachen Lande Flußschoder; und als ich wieder über den Dragfluß das Vorgebirge, welches meistens aus Flötze bestehl, erreichte, so bestund solches aus Thon - und (Unarrschiefer, Gfenstein , -Hornblende Speckstein, oder Gtearit, Gneis, und Gestcllstcine, alles sehr gemischt, und abwechsiend. Die kleine Stadt Gl. Veit, ist ziemlich bevölkert, und dienet zu einer Eisenmedcrlage, oder Magazin, wohin die Werker ihr zum Theil roh - und geschlagenes Eisen, und Stahl absetzen, wovon ich weiter unten Erwähnung machen werde. Von diesem letzten Orte aus wand ich mich zwischen Mitternacht und Morgen nach -Huttcnberg zu , ich ließ zur Linken den sogenannten Geisbcrg, welcher eine halbe Stunde von Friesach liegt; in diesem Berge sind ebenfalls ziemlich ergebige Eisen- gru. *) Mair sehe im angeführten Werke, welches -Herr Gerhard übcrscrzt, und mir Anmerkungen be¬ gleitet har. **) -Hermanns, Reisen durch Gestereich, Steiermark, Rarnlhen , Rrain u. s. w. im Jahr 1780, in Briefen ires Bändchen Xpien 17! t. gruben, welche dem Bischof von Gurk, und noch einem andern Gewerke zugehören. Die Erze brechen hier auf Stock, im Schiefer; sind sehr thonartig, und zum Stahlmachen nicht sehr tauglich. Vor 700 Jahren zur Herzogin Hema Zeiten, ist hier ein beträchtliches Silberwerk im Umtriebe gewesen, noch dermalen sollen die Eiscnarze etwas silberhaltig seyn. Das Gcbirg allhier bis Huttenberg ist eben das nämliche, wie oben erwähnt, wozwischen sich der Granit, und Felsschiefec zeigt; aber auf dem Geisberge ist Kalk aufgesetzt, den ich nicht untersucht habe, ob er Versteinerungen ciuschlicssc, oder nicht: lcyd wäre» mir, dass ich nicht genug Zeit hatte, diese Gegend genau durchzusuchcn. Diese ganze Gebend sammt Huttenberg pflegt man hier die Haupteisenwurze zu nennen, weil hier der starkestc Bergbau vom Lande betrieben wird. Bevor ich zu letzt erwähntem Orte, welches Valvasor auf der ?8ten Tafel genau vorgestcllt hat, kam, mußte ich stets an dem, kleinen Wasser Kuncsch , und Görschitz , welches auch sonst das -Huttenberger Wasser genannt wird, halten, da es einen Thcil des dortigen Erzbcrgs an seinem Fuße begranzt. Eine halbe Stunde, eh ich zum Werke kam, machte dieser erwähnte Berg einen scharfen Rücken, und theilte das enge Thal, wie man von Sr. Veit kommt, in zwey Theile, wodann auch die Hauptstrasse gctheilt wird, wo man durch einen dieser Hohlwege rechts in die Läling, und links nach Hutten¬ berg kömmt. Das Gebirg iu dieser Gegend, wie auch das herausstreichende Erzberg besteht ans einem grau ins grünnfallenden Schiefer , der nicht sehr fest, und mild anzufüllen ist. Dieser besteht meistens aus Thon, Speckstein, und Hornblende; wenn man ihn anhauch:, G Z so so giebk er einen sehr starken, und widerwärtigen Geruch von stch. 8zuMii-s nimmt dieses, als ein Hauptkennzeichen des Hornschiefers an; allein cs ist doch noch ein Unter¬ schied zwischen seinen, und des Hornschicfcr der Schweden, und Deutschen, welche letztere Art nicht viel mehr Geruch von sich giebk, als viele andere Kiesel, nnd Tchonarten. Zwischen den oben erwähnten Schiefer brechen noch viele andere Gebtrgarten, als Felsschiefer, schwarzfadichte -Hornblende mit Quarz gemischt, welches ein wellen¬ förmiges Ansehen giebt, dann grauer Granit, und ein «ben so gefärbter Quarz in Felsenstückcn. Nachdem ich meinen Weg weiter fortsetzke, und von Morgenscitc in die kleine Bergstadt kam, lag mir der Erzberg mit einer Auslegung gegen Mitternacht. Wahre Urkunden von dem Alterthume des hiesigen Bergbaues hat man wenig, doch soviel als poch dermal möglich ist, zu ersehen, so muß schon über 2000 Jahre hier gcbauet werden. Auf diese alte Periode pocht dort der gemeine Haufen nicht wenig, befon- ders glcbt er vor, daß zur Lrenzignng Christi die Nägel aus dem hiesigen erreichten Eise» wären gemacht worden: Ließ kann freylich ein bloses Märchen seyn, aber möglich kann es doch auch seyn ; dann wenn nach eines Verfassers Angehen wahr ist, daß Deutsche, nämlich Schwaben, und Westphäler bey der Rreustgrmg sind gebraucht worden , so haben auch noch wohl von diesem Eifen Nagel nach Arabien gebracht werden können. Die ersten Frcyheiten, die dieses Bergwerk erhielt, sind mit mehrerer Sicherheit bewust: diese ertheilte der Bischof Bilgram zu Salzburg im Jahre iz8i, der die kandesherrlichkeiten, und Rechte im Lande ausübte, nach- WMMs roz nachgehends wurde auch das Bergwerk tm Jahre 1567. Lurch Herzog.Karl von Oesterreich mit einer Bergordnung belegt, so wie ich vor einigen Jahren aus dem Ober-- belach er Archive ersehen habe. Der hiesige Erxbcrg, so wie das ganze übrige Gebirge, was daran hangt, ist ein blosses Mittcls gebirg. Die Höhe des erster« mag nicht viel dem Erz- oder Crzberg zu Eisenärzt in Steycrmark nachgebcn, welcher 480 Lachter Seigerhöhe hat. Das Streichen Les -Huttenberger Gebirges ist von Morgen in Abend, so wie die Steinlagen, die cs bilden, das Verflachten aber ist in Mittag mit z; bis ;; Grade. Da -Hurreuberg dicht am Fusse des Crzberges erbauet ist, so hat man nur eine Stunde zu steigen, um zu den Gruben zukommcn, welche sich au den? obcrn Theile des Berges befinden. Die Figur von solchem ist einer dreyeckigten Pyramide sehr ähnlich, da er durch Einschnitte oder Schluchten von dem übrigen Gebirge abgesondert wird. Er wird von drei) Seiten von verschiedenen Gewerken einzeln, und durch Vereinigung (union ) gebaut: -Hnttonberg baut von der Mitternacht Seite; Löling, und Mosmz zwey von -Huttenberg aus, über den Crzberg liegende kleine Werker, welche von der Morgen - und Abendseite in eben, demselben bauen. Das Cinbrechen der Erze hat hier in Anbetref der Höhe viel ähnliches mit dem Cisenarzer, dann sowohl hier, als in Steyermark hat man noch je¬ derzeit von 150 Lachter Seigerhöhe taub gefunden, oder doch so wenig bedeutend, dass inan es nie für bauwürdig geachtet hat, obgleich mich einige Bergleute dort mit voller Hofnung versichern wollten, dass es nicht anders scyn könnte , als in der Tiefe müßten einmal G 4 edle- r<>4 edlere Metallen einbrechen. Die Stcinarten, die diesen Berg äußerlich bilden, sind folgende. Auf der Mittagscite ist der Haupttheil Schiefer, der leicht zerwittert, und besteht meistens aus Quarz, Glimmer mit Thon, Hornblende und Speckstein ge/ mischt, und Key der Verwitterung zeigt sich jederzeit ein Etsenocher. -Hornblende für sich allein ist seltner, aber der er> einbarre Gruben, Eine gemeine, oder Hauptgrube muß nach dem vor «„gezeigten Maaße durch den Bergrichker belehnt, und vermessen werden; hier wird von dem Vermeffungs/ punkte in das Gebirg eingearbeitek. Eine Schrcmgrube, oder auch Schargrube ist jene, die neben der Hauptgrube nach einer gleichen Stunde, und mit eben den Rechten, wie die Hauptgru¬ ben vermessen werden. In -Huttenberg hat man aber die Gewohnheit ein wesentlichen Unterschied von ersterer dadurch zu machen, daß die Einarbeitung ins Gebirg nicht vom Mundzimmer geschehen darf, sondern ist blos Mit Thür und Banden einzuhalten schuldig. Die dritte Gattung , oder vereinbarte Grube, die sich von den übrigen zwo Gattungen darin unterscheidet, daß selbe nicht nach der nämlichen Stunde mit der Haupt-oder Schermgrube aufgeschlagen werden, auch nicht unmittelbar von dem Bergrichtcr belehnt seyn darf, sondern genug ist, wenn ihm diesfalls die Anzeige ge¬ schieht. Was die Lrstrcckungsmaaß der Gruben in das weitere Feld betrift, so kann damals über die ver¬ liehenen 2os Lachter Langemaaß eine fernere Grubcn- maaß ins Gebirg nach dem deutlichen Inhalte dec Berg¬ ordnung verliehen werden, wenn das erstere Grnbenfeld und zwar von Tag hinein schon wirklich ist verhaut worden. Zu mehrerer Deutlichkeit sehe man die -te Ta¬ fel no fel riZ. 8. NW bey -l die -Haupt-oder Gemein -bey r, Lic Gckcem - und bey c die vereinbarten Gruben vor- gestellet sind. Außer diesen drei) erwähnten Grubengat¬ tungen findet man auch »och Zubaufördetniß-und Hof- tiungsschläge, dir wie in allen übrigen Bergwerken zur gemeinschaftlichen Steuerung der Wetter-und Wasser- noch, dann für die leichtere Crzfordcruug, und neuer Erze Aufsuchung betrieben werden, auch jedem Bcrg- tnanne so bekannt sind, daß es unnöthig wäre, hier weitläufiger zu seyn. Stollen, die decin.il mehr angelegt werden , ha¬ ben 6, und manchmal auch mehr Schuhe an Höhe- und ; bis 4 in der Weite. Gruben sind dermal in diesem Erzbcrge ringctriebcu hundert, und etwelche siebenzig, die theils auf Hofnung über etliche sechzig aber auf Erze anstehem Die Hofnungsschlage werden selten in dec Gemein - sondern meistens in den Scherm - oder verein¬ barten Grube» fortgetriebeu, wodurch die Inhaber da¬ von Gelegenheit haben ihr Grubenmaaß oft zuM Rach- thcil, und mit Einschränkung des Nachbars zn erwei¬ tern; dann ist einmal das Maaß in der Gemeiugrube der Länge nach beynahe ganz ausgefahren, so kann ein sol¬ cher auf eine neue Strecken vermuthen. Nun will ich die Erze, und dabcy brechende Verg¬ ärten beschreiben, die mir in dieser Grube vorgekom¬ men sind. Berg- Berg a r e e m KalkartiM LÄLnreg. ^.^alkstein (s^lcareus), oder Saugcrde mit ihrer cigenthümlichen Saure oder fixen Lust grau, aus fühlbaren Theilen bestehend, der eine gute Politur annimmt. , — grobkörniger, der manchmal Schiefer einschließt. , — schaalichter, in der Farbe weißgrau, der von keinem so festen Bestände, wie die erstere sind. 4 Spath, (8pmmn ealcorcum), oder reine gleichför¬ mige Kalkcrde mit Wasser übersättiget, weiß, un¬ gestaltet, von einem ziemlich festen Bestand, der einen körnigen matten Bruch hat. 5 Tropfstein f ZlalaÄices esleareue lpstolus), oder die fälschlich genannte Cisenblüthe; die Gestalt davon ist meistens korallartig. 6 — warzenförmiger ohne Krystallen» ? — rohr, oder churnförmiger. t — zum Tbeil krystallisirt, wovon die Krystallcn die Figur des Salpeters haben. S Ur y Tropfstein krystalllsirtsr s8p?num csteareum crpfl,!» lstäcum) zwölfseitig, nicht seht rein. is -- wovon die Pyramide drey, und das Prisma sechs Flachen haben, diese sind selten rein, und werden Roßzahne genannt. ,r —wovon die Lrchstallen eine etwas irreguläre Fi¬ gur haben. Die eigentliche Figur ist eine Drey» ecke, wovon der freye Spitz etwas hohl gebogen ist, wenn viel solche Krystallen sich auf einander Haufen, so haben sie mit den Blumenblättern ei, ner Blüthc viel Aehnlichkcit. Diese Krystallen sind bald weiß, bald graublau, sitzen am gewöhn¬ lichsten in den Schieferklüftcn, und sind nur halb durchsichtig. r; — die eine zollgroße dreyeckigte Ppramlve bilden, die Seitenflächen solchen Pyramiden sind wiederum ftaffelweise mit andern besetzt. Man sehe die -ke Tafel biF. wo eine solche in natürlicher Größe abgebiidet ist. Diese Krystallen sind ganz durch, sichtig, und von einem nicht gar festen Gewebe. I; — die verschobene Würfel bilden, und von einem sehr klaren Wasser sind, sie haben oft ein Zoll im Durchschnitte, und sitzen meistens auf einem schup, pichten Eisenerz auf. Ich besitze ein Stück, wovon die scharfen Kam ten der Würfel abgcschnittcn sind. Eine Abart von diesen Krystallen kömmt nicht selten in den Eru« EMM "L Gruben vor, die aus vollkommenen Würfeln be¬ stehen , ^vovon die Flächen nicht verschoben sind. r§ Tropfstein krfstallisirtert die Krystallen sind aus einem Punkt strahlicht um sich gebreit, und hangen sehr fest zusamm; die davon stehende fteye Pyramide hat eine sehr irreguläre Figur, welche einem ge- theliten Drcycckc am nächsten kömmt. t j — ggir; vurchsichrigcr, wovon die Krystallen ein irreguläres Vielecke bilde». Diese sitzen gemeinig¬ lich auf dem Glaökopfe auf. ,s — wovon die Krystallen auf einander gethürmk sind, und die Figur der -Heliciren haben, mit 8 undeutlichen Flächen ohne Pyramide. Sie sind ganz rauch, halb durchsichtig, und grauschmutzig. k7 — Mit jwce» sechsflächigen Pyramiden ohne Prisma oder tt/oäon länuei. Diese Krystallen sehen wie ganz verwittert aus, sind zum Lheil hohl, oder mit einem eben gebildeten Krystalle angefüllt: Farbe, und Durchsichtigkeit ist wie beym vorigen. Das Stücke, was ich besitze, hat Bcaunstcinocher eingeschlossen. G)'ps oder (Viblam), Säugerde mit der Mtriol- säure gcsättiget; dieser kömmt ungestaltet selten vor , und noch seltner Krystallen davon, ich habe wenigstens damals, als ich dort war, keine andere entdecken können, als Sclenircn und Würfel. H H4 '9 Grpn; Marienglau, dieses findet man bald weiß, bald von den Eisenochcr gefärbt, meistens von einer schmutzigen Farbe, das mit dem Erze ge¬ mischt ist. Einzelne große Stücke mag es wobl selten, oder gar nicht geben. 20 — krysiallrsirtcr, in Nadclformiger Gestalt, wovon die Nadeln 4 und mehr Flachen haben. Sie liegen auf einem Glaskopfe, und sind mit einer Chalcdonerde überzogen. 21 — Krystallen welche ordentliche kleine Vierecke bil¬ den, und ganz durchsichtig sind. Ich hab? diese für sich allein nicht gefunden, sondern zwischen andere sitzend. 22 Mergel (Nar°a) weiß, gelber findet sieh manchmal in den Kalkklnften, sein schmieriges Anfüllen zeigt, daß er viel Thon mit sich führe. Das, was ich hier von dem Kalksteine, und seinen Producktcn erwähnet habe, mag wohl nicht alles feyn, was hier in dieser Gruben vorkommt ; allein um eine vollkommene Sammlung von einem Werke zu machen, braucht es Jahre, die ich aber dort nicht zugebracht habe. Schwer- MMÄHö 115 S ch w e r sp a L h a r t e n, odet poiiäsros«. ^-chwerspath ( 8p»wm ponöernüim ) oder Schwer- spatherde mit dcr Ditriolsaure gesätriget , unge¬ staltet; dieser ist meistens hier von einer blendenden Weiße, ziemlich fest - und sehr selten blaktericht. -Man kann aus solchem eben einen so guten bo- kogncsischcn kliolxKoruL bcreiM, wie aus jenem vo>l BlcybcrA L — krystallistrter ( fpalum panäsrolum crvstaliilinurn seu ciiformL ) dieser ist ebenfalls weiß / halbdurch¬ sichtig; dir schuppenförmigcn Krystallcn, die sehr gedrängt beysamm sitzen, sind braun, und haben inzwischen sehr Helle Gypskrystallen sitzend. 2 — säulenförmig (lsistum jionäerolum columnzre). Die Gäulen Vieser Abart haben manchmal 4 bis 5 ungleiche Flachem Die Farbe davon ist schmutzig-- weiß< Ob ich gleich hier die Gchwerspakharkcn nach der Erfahrung eines Bergmannes, und andere in eine be¬ sondere Abtheilung gebracht habe, so bin ich derentwegen- noch nicht ganz überzeugt, daß dessen Erde nicht zu der Saugcrdc gehören solle. Sollte nicht ebenfalls bcy der Gchwcrerde sich ein etwas ähnlicher Umstand vorfinden können, wie bcy der Knochenerde, die von vielen ver- H 2 kannt rrS kannt worden^ doch die Zukunft, und der Fleiß großer Chymisten wir uns auch noch zu seiner Zeit diese etwas noch dunkle Materie in ein helleres Liecht stellen. Tl) Oll a rte n, ^.rZlllseeL. * ^bon (^-Zills) grau, roch, unrein, in der Grub» allgemein. O , — verhärteter, oder Schiefer, blau, wie auch grau, und auch von andern Farben. j — mit Ciftnerde gemischt ( Kölns ) oder Bolarerde, rothbraun, auS unfühlbarcn Theilcn bestehend. Man könnte manchen davon zum Anstrichen mit Oelfarbcu brauchen. 4 Hornfels glänzender (cornen, Nik-NL) braun, der oft in Kugeln vorkömnlt, und eine nicht gute Politur annimmt, wegen seinem vielfältigen Bruche. Auch fand ich hier des Ritter Borns sein grünes 8»xnm metsllrkerum der bey Schemnitz gemein ist. 5 -Hornblende ( dornens lpatokus ), grünnlicht , in schuppichtc Thcile brechend. 6 — schwarzgraue, manchmal ganz strahlicht, oder schuppicht. 7 Emer (Nicc-t) weißer uud gelber, kömmt nur in kleinen schuppichten Theilen vor, der unter de» Lettenarten meistens gemischt ist. - — gewundene, braune: diesen habe ich nur einmal aus dieser Grube zu Gesicht bekommen. Leon» sied! nennt ihn micca conkorta wartializ. 9 — braun, drüstufärmig, diesen habe ich zwischen einer fetten Schicferkluft gefunden. t" — krysfallisirrer, dessen kleine Scheiben aus sechs Kanten bestehen. Die Farbe, wie vvrgehendcr. Kömmt selten vor. Lhalcedon ( Lbalcellonms), diesen Stein setze ich hier nach gemachter Erfahrung unter die Thonarten. Der in die Hüttenbergcrgrubeu kömmt , oder die Chalce- Lonarten von dort besitzt, wird sich alsogleich durch ein Hauptkennzeichen des Thons überzeugen können, nam-» sich mit dem starken Ankleben an die Zunge. So kann man nach Lager viZestion mit der reinen Ditriolsäure «twas Alaun erhalten. Aller Orten in der Grube bricht er fchaalicht, solang er noch nicht in feinen verglasten Zustand übergangen ist; meistens ist auch noch der verglaste Theil mit den weichen blendenden weißen Schichten über¬ deckt. Ich habe Stücke in meiner Sammlung, die «in feder Steinkündiger, der von diesem nicht unter¬ richtet ist, für den köllnischen Peifcuthon ansehcn wür¬ de. Manchmal ist er so leicht, als wenn er ausgcbrennt wäre, in solchem Zustande kann man damit auch zur Roth schreiben. H ? Die ns EWZAA- Die Spuren, die man ost von dem Uibergangy des Kalks in Thon, und aus letztem in Kieselarten in der Natur findet, sind hier auch nicht unwahrscheinlich, und wenn ich die Gelegenheit gehabt hatte, durch einige Jahre in diesen Gruben zu beobachten, wie ich es tit andern gehabt habe, so zweiflcke gar nicht, daß ich meine Muthmassung auch mit Beyspielen hatte behaupten können« Zu Gchemnitz in Hungarn haben vor zween Iah« ren in dem Johanngangc büschelförmige Chalcedondrüßen gebrochen, die an manchem Ende so fein, als die fein« sie Haarseide waren. Man hat an solchen sehr oft be« merkt, wie ich selbst Beweise habe, daß sie an einem Ende kalkartig, und an dem an-ern schon ganz Horn- oder chalcedonartig waren, obgleich der Zwischenraum nur oft einen halben Zoll betrug, so blieb es doch dem bewaffneten Auge unmöglich die Gränzen des Mber- gangs zu bestimmen — und so habe ich auch Beyspiele des Uiberganges des Quarzes in Chalcedon , wo man ebenfalls die Gränzen des Uibergangs nicht ersehen kann. r r Glimer; weiße Erde, die manchmal auch mit Mine« ralthcilcn gemischt ist, und andere Körper damit überzieht; folglich als eine Lhalcedon - Guhr an¬ gesehen werden kann. Diese Erde befindet sich oft in den engen Klüften, und sitzt auch in den Chalcedon selbst auf. Diese Erde, wenn sie auch schon ein wenig verhärtet ist, läßt sich doch noch zwischen den Fingern zerreiben. r r — weißer in kuglichrer Form , wo auf der Ober¬ fläche oft die schönsten Dentriten vom Braunsteine auflie- «SS8N» «> aufliegen. Dieser weisse, und festerere, als vor, vergehender verwandelt sich meistens aus dem blätkerichten Gewebe in ein ganz festes, und so aus weisser Farbe i» eine blaue, und wird alS dann, wie er vorhin undurchsichtig war, durch* sichtig, der für anrigue Arbeit zu Ringen, und dergleichen, sehr tauglich ist, iz Gl-mer Sckarfmoose ähnlicher, (läclienoiäe;) seine Farbe ist wetstgrau, die Hauptgestalt wellenförmig, wo er auf der Oberfläche ganz feinkörnigt, oder siinkuglicht ist. Nichts ist ähnlicher der milichten Steinkrätze (lacken 1«Äeu; Oecicii), als dieser Chalcedon. Aller Orten ist er mit Dentrieen von Braunsteine geziert- Das Stück , was ich besitze, sitzt auf dem Glimmercrzc auf, r4 — sckaalickcer, von der Farbe strohgelb, mit feinen Dcirtriten, und schwarzen Flecken von Braunstein, besetzt. Dieser Chalcedon hat ein schmuziges An¬ sehen , ist oft wellenförmig auf Lisenspath auf¬ gesetzt, 15 — aus verschiedenen Schickten bestehend. Die erste Schicht dieses Steins , die auf dein Eisenglimmer Erze aufsitzt, ist weist, und undurchsichtig. Die zwote Schicht, die mit der ersten wellenförmig lauft, ist von eben der Dicke, nämlich i bis - Linien , und halbdurchsichtig, von Farbe weißgelb. Auf dieser Schicht liegen dann oft Dentriren von Braunstein, worüber endlich eine Schicht in Strahlen krystallistrten Kalkspathe aufgelegt ist. Manchmal ist auch eine warzenförmige H 4 Schicht »2v EMWr-r Schicht von Chalcedon am letzten wieder aufge¬ setzt. Ein solches Beyspick besitze ich auch aus der dortige» Gruben in meiner Sammlung. »s Gllmer blauer, ebenfalls in wellenförmiger Gestalt, manchmal auch Tropsteinartig, wie jener von ll- n-r in Hungam, ist halbdurchsichtig, sitzt meistens^ wieder vorhergehende, auf einem schwarzen Eisen¬ stein, der mit Braunstein gemischt ist. Dieser Lhalcedon ist ebenfalls sehr oft mit Dentrnen be- legt, aber sie sind wegen seiner Farbe nicht s» sichtbar, wie auf dem weißen, »7 — walzenförmiger, der ein« Schmutzfarbe hat. Das Stück, das ich besitze, überzieht ein Stück Eisen- spach. Die Lhalcedonwarzen sind ihn Kern blau, dann mit einer wcißgelben Rinde von eben der Gteinart überzogen; über letztem Uiberzug ist ein etwas würflichter, schwarzbrauner Kalkspath übersetzt. Die ersten Stücke, die ich erhielt, be¬ trogen mich eine Zeit lang, da ich den spathigten Uiberzug für Llinz oder wahren Ciscnspath hielt. So ähnlich war er dem letztem. t? braungelber, raubenförmigec, wovon die Kugeln, oder Warzen einen ganz schwarzen sehr glanzenden Uiberzug haben, der seinen Ursprung vom Etscnram hat, nichts sieht einem glanzenden Glaskopfe ähnlicher, als dieser Stein r wo der Uiberzug wegfallt, da ist er durchsichtig, meistens sitzt er auf dem Glimmererze, seinen Bruch weis ich nicht bester zu vergleichen, als einem alten Schmeer, der aus dem weißen ins Gelbe fallt; und der Um- Umkreis iin Bruch steht ganz Hornartlg aus: manchmal kömmt gleichster dem schwarzen ein eine halbe Linie dicker rocher Uiberzug vor. rxr Glimer hahnenkamformsger, der «ine blaue, Md schmuHiggclbe Farbe hak. Die kamförmige Figuren sind auf ihrer Oberfläche rauch, warzenförmig, jnnwendig aber alle hohl. Dieser Phalcedon sttzt auf einem schwarzen Glaskopfe auf, der hin Md wieder Eisenspathkrystallcn hat. 20 — kristallisiere,.-, wovon die Krystaklcn eine dreyeckigt« Pyramide darstellen. In meinen Mineralogischen Rapsodien im jweyten Bande von Schriften der Berlinischen Gesellschaft Naturforschcnder Freunde findet man eine Abbildung dapvn *), di« Farbe ist schmutzig, blaugelb. H 5 Bitter- *) Schriften der berlinischen Gesellschaft naturfor--- schcnder Freunde rrcr Band in 8. mir Rupfern ^781. i2L HWKKK-D Bittem'de in sich habende Stein¬ arten. Nagne ir Diese gehören Nlit noch mehrerem Rechte zu den Thonaxken, als der Gchwcrspakh zu der Säugerde, da der nmhabende Theil der eigentlichen Erde wenig be¬ deutend ist. ^^)pecksiein, ( 8tenrircr ), ungestalteter, oder in schieferarttger Gestalt brechend- Die Farbe davon tst dunkilgrünn, findet sich hin und wieder im Anbruch i so wie auch die umliegenden Gebirge damit angefüllet sind. 2 Talk, (R.i!eum), kömmt selten vor, und wenn diest geschieht, so ist er in kleinen unbeträchtlichen Schei¬ ben , die eine weißgrauc Farbe haben, und welche jederzeit in andere Vergärten eiusitzen, K i e s e l a r t e n. 8 i 1 j L 6 L e. ^elsb'icsel ( ketrofilex ), diese Gteinart komint manchmal in kleinen Knauern vor , von Farbe braun, schmutzgelb, etwas durchscheinend, dem Ansehen nach nicht von einem gar feinen Gewebe. Tlrmrx MZZKZM raz 2 Guar; ((Luar/nm), gemeiner, jederzeit undurchsichtig, weiß , und braun, kommt oft in großen Sksickeir vor, z — ungesrnlccr, durchsichtig ( 6.uzrrum ll)-slinum ), dieser kömmt selten, und nur in unbeträchtlichen Stricken vor. 4 — LrMalllsirtev, wovon die Krystallen aus einer bloßen sechsflächichen rauchen Pyramide bestehen; diese Krystallen haben die Farbe des unreinen Geesalzes; sie sitzen auf cinenr dunkelgelben fade- rEhten Glaskopf auf. ; — wovon die Krystallen ein Prisma , wie auch eine Pyramide haben, welche beyde mit 6 Flachen ver¬ sehen sind. Diese sind manchmal ganz durchsichtig, und liegen auf dem Winz oft ganz frcy. « der Kugeln bildet, die auf ihrer Oberfläche aus lauter ganz reinen dreyflächigen Krystallen bestehen. Diese Gattungen sitzen jederzeit in Len Erzhöhlcn mit Chalcedon gemischt, man nennt sic dort Igeliwetsen. 7 — woran die Krystallen alle aus einem Mittelpunkte laufen, und nichts, als die Pyramide frcy haben; die ihrer mehrere sich jusamm Haufen, sie sind auf der Oberfläche, wie mit einer Lhalceyonrinde überdeckt. Nebsi diesen angeführten Krystallarten giebt es noch sehr viele Abänderungen, die mir dort nicht zu Gesicht gekommen sind, und die ich in. einigen Sammlungen gesehen habe , als wo- 134 rHMZAHrk wovon die Flächen der Pyramiden mit regulären weissen Streifen eingeschnitten sind, u. s. w. Unter die Kieselarken kann man noch füglich die in der Grube» gemischten Steinäxten rechnen, als: z Granit ( Orsnite, ), grauer, der sich manchmal kn Fclscnstücken vorfindet; nebst dem Quarz, Glimmer, und Feldspath hat er manchmal auch Gehör! mit eingemischt. - Gneis (Oneilum ) grauer, weißltchter, wie auch oft ganz braun, dieser bricht, wie gewöhnlich in Platten, wo auf der Oberfläche ungemein viel weisser Glimmer liegt, nebst diesem brechen dann auch häufig die obenerwähnte Schicferarten: Ge- stellftsine, u. ft w. lc> Markstein ( kelurcu; ), das manchmal IN Mugelfl vorkömmt', und sehr oft mit Kies durchwebet ist. 11 Granaten ((-rrn-itus), manchmal kommen solche vor, die i r Flachen ganz dunkelbraun, und sehr wenig Durchsichtigkeit haben; krystallisirter Schörl kommt auch manchmal vor. Salz- MZ'WM »-L S a l Z a rt e m 3 L 1 i L ' ^irriol (Virnolum marrir) grünner, oder Eisen¬ vitriol, der manchmal gleich durch die Verwitterung gelb beschlagen wird. r — weisser, oder Haarvitriok, hat feine Entstehung von dem verwitterten Kiesen, und kömmt nur sehe selten, wie vorhergehender im altenManne vor. Hier will ich auch noch des Kieses gedenken, ob¬ gleich er mehr unter die Klasse der brennbaren Mineralien zu gehören scheint, als r Lies (kyrires ) gelber, aus Eisen, und Schwefel zusam'mgesetzt, wird sehr oft in den Schieferarten blattericht gefunden«. 4 — krystallisirtce, wovon sich die Krystallenwürfel dar, stellen, manchmal aber auch i r, und mehr Flache» bilden« Nebst diesen zum Thcil brenbaren Vergärten hat man auch schon etwas Steinkohle erweckt« I 126 '' -is E r z a rt e n. B r a u st e i n a r L e tk. N u n K L n 6 Ü Sc. ? ^^raunstcin, ( ^t->NF.inelia, ) pulverichter, ( ochrtj manILNLlia) ganz schwarzer , wovon große Stückt in der Tiefe ganz kompakt sind, es scheint - daß ec nur durch die Verwitterung in ein Pulver zersetzt wird. Dieser soll sehr selten seyn, doch als ich im Werke war, erhielt ich ein ziemlich grosses Stücke- r — schaalichter, dieser ist von Farbe dunkelbraun, aus feinen Blattern zusammgefttzt- so leicht- daß er auf dem Wasser schwimmet, doch wird er bald, nachdem die frrye Luft aus ihm gejagt worden, aufgclösct, und fallt zu Boden. Seine Leichtigkeit kömmt dem Pantofelholze gleich. Dieser Braun¬ stein findet sich in den obenerwähnten Elsen» drandklüften oder Marčen» g — kornichter, manchmal hat er eine glanzende Farbe, wie der krystallisirte, meistens stckl er in dem Ei- senbrande, wie auch in verhärteten G uh rem 4 — kugelförmiger, der auf schwarzen Spathkrystallen aufsitzt: wenn man die Abatt nicht genau unter¬ sucht, so wird er für Glaskopf erkennt. Das Stück, was ich besitze, ist eine Hand große Stufe auS Eisen und Braunstein bestehend, auf welchem der der schwarze kohlförmige Spath, und auf letzter,! der gebildete Braunstein sitzt. ; Braunstem fein bläccerickrer sehr biegsam, der oft grosse Stücke vom Glaskopf überzieht: seine Farbe ist bald weiß, bald etwas gelblicht, jederzeit aber ei¬ nen schönen Mctallglanze, der dem Silber am ähnlichsten kommt. 6 — rwpfsteiufornstger, wovon aber die kleinen Säulen nicht ausgchöhlt sind. Dieser Braunstein ist von Farbe dunkel aschengrau, und sitzt auf gemeinem Eisenerze auf. 7 — wassermoosartiger, ( blulcoieies) dieser Braunstein ist von Farbe blasgrau, und sitzt wellenförmig begranzt,auf einem schwarzen kugelfvrmigten Glas« köpfe auf. Manchmal ist er nur soviel aufge¬ worfen , wie ein Samet. Das Stück, was ich besitze, hat 6 Zoll im Durchschnitte, und da, wo es angebrochen, ist er schichtweise mit einem gelben eine halbe Linie dicken Glaskopfe durchzogen. Ilibcrhaupt ist dieser Braunstein etwas Spakhartig, dann, wenn er ins Feuer kömmt, so gehet er mir einem Gcpraßel aus einander. g _ krystallisirtcr in mcktallischcr Gestalt. Die Kry- stattcn bestehen aus ganz feine,, Faden, die strahlend aus einem Mittelpunkte entspringen. Dieser Braun¬ stein kömmt jenem ganz ähnlich, der in den Gruben der Ppreuäistlien Gebirge bricht, wovon uns I.apciroule eine ausführliche Beschreibung in des sto/ier stournnl cle I'bvllcgue 178c-. geliefert Kak. 9 »28 - Braunstem wovon die sehr glänzenden schwarzen Kry- stallen einen verschobenen Würfel vorstellcn, sic ha, ben oft die Größe von kleinen Reißkörner». Das Stück, was ich in meiner Sammlung besitze, ist im Grunde ein Gneis , worauf häufig erwähnte Krystalleu aufsitzen. rö — wovon die kleinen LrMatlcu säulenförmig, unh gestreift sind, hin und wieder auf braunen Ocher, die ost die Ckze überzeugt, zerstreut» rt Eisenocker, ( ockr-l ftl-ri), von braun, Und gelber Farbe, er ist aller Orten in den Gruben zu Hause, meistens befindet sich solcher in den Klüften des sogenannten Eisenbrandcs. Dieser Ciscnvchcr ist manchmal mehr, machmal weniger verhärtet. !: Eisenstein, gemeiner (Einers kerri vulgtriz ), Unge¬ staltet, von brauner und schwarzer Farbe, dec meistens ein Schiefer, oder thonartiges Gestein mit eingemischct hat, und von lockerem Bestände ist> r; — der mit schaalichlcn Llmlcedon gemischt ist, manch¬ mal ist dieses Erze sehr derb, und im Bruche eben so malt, als das vorhergehende. 14 — ganz derber in halben Kugel» brechend, wovon die gewölbte» Flächen rautenförmig krystallisirt sind; das Stücke, was ich dort erhielt, ist mit einer weißen körnigtcn Chglccdonerde über¬ zogen. -5 EUZM'r "s 15 Eisenstein mitChalcedon und Braunstein gemischt. Dieses Erz ist nicht sehr reich an Gehalt. 1 6 — ungestaltet und mit rautenförmigen Rrxstallen, die mit einer weiß - und blauen Chalcedonerde über, zogen sind. Dieses Erz bestehet meistens aus kleinen Stücken, die mit Kalkspach, und Chalcedon zusamm gebunden sind. 17 krystaklisirten, wovon die Krystallen Würfel bilden; diese Arten sind auch oft mit Kl-mZanelia gemischt. ,8 wo die Krystallen ordentlich rhomboidalisch ge¬ bildet sind; cs gicbt Krystallen, die einen Zoll im Durchschnitte haben. r- Glaskopf ( llosmatiken ), schwarzer, der keine feste Textur hat, er ist manchmal mit rechten dicken Strömen von einer dunkelbraunen kck-mZ-nestr überzogen ; man könnte ihn narbigten Glaskopf nennen, da er aussicht, wie die Oberfläche eines Gesichts, welches von den Backen verstellt worden. 50 — der eine ganz glatte, und glanzende Oberfläche hat, meistens ist dieses Erze mit ganz weißen dem Silber ähnlichen Dentrircn von Braunstein ge¬ ziert. — kuglichter, der ebenfalls mit Dentriten geziert ist, ;r — sirahlichter , der ganz derbund auf seiner Oberfläche blattericht ist, er ist-müt lauter kleinen Dupfen hellbrauner kck-mZ-mest» geziert. I ,z Gülskopf mit eingcbogener Oberfläche im Bruche wie Glas, und ungemein fest , mit einer Isabellen Farbe geziert. ,4 — wo zwischen den Fugen ein rokher Ocher mit Eisenarm sitzt; wenn man solchen in Stücken schlägt, brechen seine Strahlen in konische zwey Linien dicke Krystallen. r; —- thttrnförmiger, wo die Zacken, Und Nadeln verschiedene Größe, und Dicke haben; von diesen wie von den folgenden gicbt es ungemein viele Abänderungen. 26 — rothbrauner , der eben so gebildet ist, wie letzt erwähnter, manchmal ist die ganze Oberfläche mit einem sehr glänzenden blättecichtcn Braunsteine überzogen; wenn man die Zacken abbricht, so sicht man wie die Strahlen des Glaskopfes aus dem Mittelpunkte sich ausbr eitem ,7 — vorher, oder gelbbrauner feinstrahlichker G!as>- köpf, den bald Schwcrspath oder Eisenerz r bis 4 Linien dick überzieht, und selbst wieder bald von Chalcedon, bald von Spath oder Quarzkry- siallen bedeckt wird. Dieser Glaskopf bricht oft mit einer sehr besonder» Textur, so, daß sein sira- lichtes Wesen aus lauter ungemein feinen Faden besteht, wie der Haarasbest; wenn man ihn zers¬ chellt , wird er wie feine Wolle. Un- rzr Unter den hier brechenden Glaskopfarten giebt es rine Menge, die mit verschiedenen Farben geziert sind, was aber zur Abänderung der Arten nichts wesentliches beytragte Zu den Glasköpfen habe ich keine andere Erze gerechnet, als die ein merklich strahlichtes- oder fibröses Gewebe haben. r8 Liftnqlimmer ( k-rrüm midcarenm ) ; man nennt eZ auch Spiegelerzee Dieses ist schwarz, aus glan- zenden Theilen bestehend, und bricht in allen Gru, Len sehr häufig; manchmal sind Klüften davon mit schönen wellenförmigen weißblatten Chalcedon überzogen, worauf sich Dentrttcn befinden^ »9 - der auf der Dberflache wellenförmig, manchmal auch in viercckigten Krystallcn angcschossen ist. Indessen obgleich man nicht genau abnehmett kann, ob dieses Er; gemischt sey, so glaube ich doch, daß die viereckigten Krystallcn zum Eisenfpach gehören^ — der sehr mit dem Braunsteinocher gemischt ist; sei» Bruch ist von einem sehr weichen Bestände, und Meistens blattericht. Cs scheint hier in die¬ ser Grube, wo der Glimmer so gemein ist, mehr als überzeugend zu seyn, daß der Etscnglimmec nichts/ als ein mit vielen Eisen durchdrungener Glimmer sey, davon besitze ich überzeugende Bey- spiele I - rzr ZI Stahlerz, oder Pflinz (Lvrrllm lpÄtostim) fest, und ganz ungestaltet, wo man nichts als den schup- ptchten Glanz gewahr werden kann, ohne sagen zu können, was die Schuppen für eine Figur haben. Dieses Erz ist sehr gemein , und ist bald weiß, bald braun, selten oder gar nicht mit Braun¬ stein und Quarz gemischt. zr — ganz feinkörnig, mit weiß und grauen Braun« steine, Schwerspath, und quarzigken Theiicn ge¬ mischt, im Bruche matt; manchmal befinden sich auf der Oberfläche dieses Erzes kleine würflichke goldfarbige sehr glanzende Krystallen, die die Lichtstrahlen durchlassen, mtt Sauren nicht brau¬ sen, und mit dem Borax ein grünbraunes GlaS geben. Mir ist nie mehr, als ein einziges klei¬ nes Stückchen zu Händen kommen, womit ich nur wenige, und unzulängliche Versuche gemacht habe. Dieses Erz, wie auch das vorhergehende geben am Stahl heftig Feuer. Ost erhalt man solches Erz in Rirrcn, worin schöne Helle Krystallen ein- sitze». z; — auS kleinen weissen viereckigten Schuppen beste¬ hend, mit Braunsteine, und etwas Schwerspath gemischt- Dieses Erz bricht nicht nur allein weiß, sondern auch gelb, aber jederzeit ist es von einem weichen Bestände. ,4 — weiß, großschuppicht, mit Chalcedon und kkrn- Kinesi» gemischt. Dieses Erz ist meistens- mit Aus- rž) Aushöhlungen versehen, die mit einem kuglichten in Bruch gestreiften Chalcedon angefüllt sind. ,5 Stahlerx,schwarxe«,ganz kleinspeisiges, von dem die Figur der Schuppen wenig abnehmen lassen: es ist mit Braunstein beschlagen; manchmal hat es aber auf seiner Oberfläche ordentliche kleine Würfeln» ;6 — schwürxes, großschuppichtes, daß bloß mir Braunsteine gemischt ist. Dieses Erz bricht sehr häufig in großen MnZeln. ,7 — groß, und kleinspeifiges, das aus lauter Trum, mern besteht, und bloß durch eine Kitte von Lhal- cedonerde gebunden ist. Dieses Erz ist ganz schwarzbraun. ;8 — krystallisirecs, wovon nur in Höhlen und Kluft teil sich die Krystallen befinden, die «in verschöbe« ncs blättcrichtcö Vierecke verstellen, und von einer Linie bis zu einen Zoll im Durchschnitte haben; manchmal zeigen sie eine ganze Flache des Vierecks, manchmal sitzen sie aber auch so, daß nur ein Winkel frey stehet, und eine Pyra¬ mide darstcllt: dieses Erz habe ich immer schwarz- braun, und blaulicht gefunden, so wie Letztere Farbe unbeständig an allen Arten des Glaskopfcs sich einfindek. Wenn die Ecken der Pyramiden nur allein frei) stehen, so sind sie oft gebogen, und aus Blättern bestehend. Ich besitze ein sol¬ ches Stück, das mit einer eisenhaltigen vielfarbi¬ gen Chalccdonguhr überzogen ist; manchmal ist I ; auch ?34 auch der Utberzug von solchen Krystallen von war-^ zigter MsnZLi^siL, oder Braunstein, 4? Scahlerx, rhurnförmiges oder tropfsteinarkiges,wovon die Zupfen ganz mit klein würflichtcn , und rauecn- förmigen Krystallen besetzt sind. Der innere Be-; stand dieses gebildeten Erzes ist-Glaskopst 4v —- wovon die Krystallen einen ordentlichen lwLrftl bilden, die verschiedene Große haben, bald mehr, oder wenig blättericht sind. Dieses Erz ist v el seltener als vorhergehendes, doch sind auch die Würfel manchmal nur von einem der Vierecke sichtbar; der lockere Bestand, und die Farbe ist eben das nämliche; ohne Braunsteine ist keines von destm Erze. Der Eisengehalt der diesigen Etahlerze ist von ;o bis 75, der Eisenglimmer aber 20 bis 4s, und der gemeine Eisenstein bey-- »ahe ch eben dem Gehalt. Ich habe hier noch ein Eisenerz, das mir aber kn der Grube nicht zu Gesicht kam, auzumerken, vamlich: 4» Magnetisches Eisenerz (ferrum rstrzelonam) ohne bestimmter Figur, obgleich man mich versiche l hatte, es hatte sich einmal eins in Anbruch gil? äel (,'onre ^1ar(;o darb.uri äi LH)'-: inica-m kaciora 1780. in 410. rz6 des erwähnten Verfassers , wovon sich 2lrduini, wie cs scheint, mit mehrerem Rechte die Erfindung zueignend, überzeugt. Die ganze Erzeugniss vom Erze in einem Jahre habe ich nicht genau erfahren können; indessen, um doch vom Ganzen zu schliessen , will ich das Erzeugniss von einem Gewerke hersetzen, wie es sich im Jahre 1779. gewiesen hat. Aus den Gruben der von Kellersteinischcn Familie wurden 9?6r. Fudererze, das dem Mittel nach- gcnommen 46810. Eentncr macht, aufgebracht. Diese Erzeugniss wurde mit 52. Knappen bewerkstelliget, die dafür an Lohn sowohl mit Fassung der Lebensmitteln, als am baaren Gelbe ;o;r. fl. erhielten. Aus dieser Erzeug¬ niss kann man den Schluß machen, daß bey dem gan¬ zen Werke L-oling und bNosiu; mit eingerechnet, wo beyläufig z--o Mann angestcllt sind, sich die Erzeugniss eines ganzen Jahres auf 50000. Fudcrerze belaufe. Alle gewonnenen Erze werden hier von den Grüben durch ein besonderes Fuhrwerk zu den Schmöljhütten ge¬ bracht. Dieses ist eine Fusammsetzuiig von Schlitte», und Wagen. Das erste Hauptstück ist ein länglich gc, flochtener Korb, der 6 bis 8 Centner Erze hält; dieser ist auf zween vicrcckigten Bäumen befestiget, die auf einer Achse von zwey Radern mit einer einspännige» Deichsel versehen aufliegt. Die zwey erwähnten Bäume haben in ihrer Mitte, feder einen viereckigten eifenen Ring, und zu Ende noch rückwärts eine runde Oefnung. Nun um den Korb rückwärts schleifen zu machen , werden in die Ringe ein - und ein halbe Lachterlange Bäume , oder Schleifen gesteckt, und durch die Löcher ein großer eisener Nagel geschlagen, womit dann das ganze befestiget ist; sind EZZZZM rZ7 find nun einmal die Schleifen durch die Reibung ab¬ genutzt , so kann man sie augenblicklich wechseln. Dieses ist dann das schicklichste und gewöhnlichste Fuhrwerk, um Lasten Bergab zu führen; allein wenn man auch damit Berg auffahren soll, so sieht man, daß cs desto unge¬ schickter sey: zu diesem Ende hat man dann hier demselben auf eine sehr einfach und leichte Art abgeholfen: man hat noch jederzeit an die Wagenschlitten zween Rader mit einer dünnen eisernen Achse angebracht, welches man unken stellet, oder man leget, und befestiget daran, den rückwärtigen Theil des Wagens; jedem Ende, wo der Sperrnagcl der Achse ist, ist zu Ende eine kurze Kette mit einem krummen Hacken angebracht, welchem die Rader, oder bester die Achse untersetzt sind, so wird der Hacken der Kette tn die Gchleifbaume cingeschlagcn , wodurch dann das ganze befestiget wird, und augenblicklich wieder wegge- «ommen werden kann. Wegen mehrerer Dcütlichkeit habe ich eine Ab¬ bildung auf der rten Tafel gegeben. Man sehe g und io bey s ist der ciscne Ring, bey b aber der Nagel. Nun auch eine kleine Nachricht von dem Verfahren der Erze vor der Schmolzung, von dem erzeigten Eisen, Verschleiß, und von der Geschichte der Schmolzung. Die Erze werden mit dem Handfaußl klein gepocht, geröst und gewaschen , bald geschieht dieses bey dem Erzberg, oder davon entfernet, da die Schmölz¬ hütten und Hammerwerke wegen Holz und Wasser sehr zerstreut liegen A s Iu Zu dem ersten Jahrhunderte der Entstehung dieses Bergwerks wurde auf den» Gipfel der Erz - und andern Berge in Windöfen geschmolzen; nach der Hand wurden Dlaspälcke eingcführt, die mqn mit Füßen tratt; die Beweise davon sind die Schlack,»Haufen, und bey der Schmölzung benutzten Instrumente, die noch dermal auf den Anhöhen gefunden werden. Die damals davon er¬ zeigten Maßen, wurde» in Gacke» davon getragen. Mit dieser elenden Gchmölzungart wurde bis in das Jahr 674 nach der Christlichen Zeitrechnung fortgesetzt, wo. Hann das erste Schmölzwerk auf das Wasser gesetzt, daß noch dermal unter dem Namen Baurischhammer besteht. Von dieser Zeit an, hat man Data, wo man immer von Jahrhunderten zu Jahrhunderten bessere Schmölzungs- qrten erfand, als Stück, Wolfhütten, und endlich Hoch-- oderFlößöfenchie letztere aber haben auch dermal zu Lrcibach in Beiref des Geblases, und in Tchyermark zu Eisenärzt in Bekref der Bauart schon wieder Verbesserungen erhal¬ ten, Indessen kann man doch mit Gewißheit behaupten, daß in asten verfloßenen Jahrhunderten keine so starke Schritte in der Metallurgie dort gemacht worden, als in dem gegenwärtigen geschehen ist. Der Gchmolzungs- art habe ich oben in etwas erwähnt, daß sie nämlich aufFlof- si-n oder Blütteln geschehe z die letztere Methode ist in vielen Stücken viel vorzüglicher, besonders um Eisen zumachen, Run will ich des merkwürdigsten, und zugleich des neuesten -Floß-oder Hochofens gedenken, der sich in diesem Land« befindet, nämlich jenes, der zwey Stunden von der hiesigen Grube entfernt liegt, zu Trnbach. Er ist eine Erst..düng des Cigenthumers des -Herrn Baron von Eager , und man kann mit Gewißheit h-chauM?, daß in. ganz Europa kein sv großer -Fsvstvfen c uw. In sey p,tt weichem soviel in einem Iah o 'bmr'zen wir). Nss'st ENZZM- rž? Nebst diesen Floßofcn, den ich gleich unten ausführlich mit Zeichnung exläukern werde, befindet sich auch noch ist daS doppelte Geblase von einer Seite angebracht,, bey b sieht man das Profil der Schier, oder des Sch erloches, die auch die Sturze oder der Kranz des Ofens genannt wird, c stellt den vier «nd ein halben Lachter Höchen Schorstein vor. Di- l4<> Die ste ist der Durchschnitt des ganzen Ofens von den zwey Windseiten. Bey a ist der viereckichte Sumpf oder Schmölzherrde, bey b das vierfache Ge, blöse oder die zwo Windseiten, wovon die eine Form ein Zoll höher steht, als die andere: c ist der Gack oder Bauch des Ofens, der zirkelförmig ist: ä der Hals, der ebenfalls so, wie die Schier bey s viereckicht ist; f der Fang, der anfangs gerade, dann kegelförmig zugeht. Die 6te Figur ist der Durchschnitt der Schier, und Stich oder Ablaßscite. Bey s ist das Schirloch oder Sturze, bey k> der Ablaß, bey c das Geblase , 6 die Brücke zur Schier, worüber Kohl und Erz geführt wird. Nun ein Wort von dem Mechanischen des OfenS selbst. Seine ganze Höhe im Gemäuer den Grund mit einbegrifen, betragt^ Lachter Wiennermaaß; im Durch¬ schnitte des ganzen Gemäuers r Lachter 5 Schuhe. Das Fundament hat eine Lachter Höhe, und ; Lachter Dicke; der Ofen aber bis zum Füllsack ; Klafter 5 Schuh , oben und unten r, in der Mitte aber ; Schuhe, und etwas darüber an der Weite. Der Füllsack hat 4 Schuhe Höhe, oben ;, und unten 2 Schuhe Weite. Die Höhe des ganzen Schorn¬ steins betragt 4 Lachter , ; Schuhe an Höhe, beym Kranz zwey, und beym Fällsack 6 an Weite. Die Größe des Schorrsteins hat dem Ansehen nach etwas Unverhaltnißmassges; allein nach gemachter Erfahrung bey verschiedenen Laboratorien, die Ich gehabt habe, bin ich mehr, als überzeugt, daß ein hoher Ber«- haltniß- haltnißmassiger Fang ungemein die Heftigkeit des Zuges vermehre. Mein Univcrsalofen, der nach kramerkscher Art verfertiget ist, steht unter einen, engen, «der hohen Ge¬ wölbe , woran ein geräumigeres Horarorium hält. Wenn nun gefeuert wird, so ist mein Windzug, der un¬ ter der Erde geführt ist, von weniger Bedcutniß; sobald aber der Dunstkreis durch die Hitze unter dem Gewölbe verdinnt wird,daß ist wenn nach dem Reaumerischen Wärme¬ messer 40 Grade oder die Schwere Luftsäule nicht mehr auf das Flammenrohr drückt, wieder ungemein stark, so, daß ich ohne allem Zusatze in ofenen Feuer das Eisen in einer halben Stunde vollkommen in Fluß bringe. Es ist nun hier klar abzunehmen , daß eben ein so hoher Schorrstein oder Rauchfang eben diesen Stutzen stiften muß. Die äußere StrucktUr des ganzen Ofens ist von gemeinen Steinen; allein die Fütterung des eigentlichen Ofens ist mit einem guten Ofensteine (8»xum lorinicmw Innu-i ) bestellt. Sei» eigentlicher Bestand ist ein rokhec feuerfester Thon, mit wenig Glimmer, und Quarz, manchmal findet sich auch etwas Speckstein dabey. Nachdem ich nun den Ofen genau beschrieben , und die Zeichnungen so getreu, als cs der Gegenstand crfoderk hat, gegeben, so will ich doch auch noch etwas von dec dortigen Schmölzungsmethode erwähnen; obgleich Herr Hermann solche auch in seinen Bändchen anführt , s» Hofe ich doch, Kenner des Werkes werden meine Be¬ merkungen genauer berichtiget, und nicht überflüssig finden. Ich L4L Ich habe oben die Vorbereitung brr Erze schon beschrieben, woraus man sehen kann, daß nicht alle, sondern nur die Hclfke strengfiüßig sind; folglich wirddie Beschickung mit den Erzen selbst angestellt, selten mit Kalk. Die Röstung geschieht im offenen Felde mit Kohl, Und Braschen« In 24 Stunden werden y6 Kübel oder iyr Centner Erze verschmolzen, daß y6 Schafholzkohlcn bcnökhiget ist. Ein solches Schafkohl hat ; Schuh- 7 Zoll im schiefen Durchschnitte. In den 24 Stunden werden 16 . ja auch zuweilen bis ro Ablaße oder Abstiche gemacht. Hier wird meistens auf Blatteln geschmolzen. Wie die Vorrichtung zu machen ist, habe ich oben erwähnt. Wenn man die vsrgekehrtc Form , oder Gruben boll gelassen hat, Wirb das Aug gleich verstopft. Da nun Eisen, und Ginter - oder Schlacken mit Saamen heraus geflossen wird letzterer gleich abgeschaumt- und die Massa mit Wasser übergossen, wo dann mit einer eiscnen Stange, und Zange die Blaktel abgehoben werden; die gehörige Und beste Dicke davon ist ein halber Zoll. Drey einzige Eisenhütten erzeugen Blattet in Karnthcn, die übrigen alle Flößen. Der Vorthcil bey den Blatteln ist alleinig dieser, daß sie leichter gebratten, und zerrennt werden können , wohingegen die schweren Flößen erst zu Blaktest arten gemacht werden müssen, ivenn nian Eisen daraus, wie aus den Blatteln erzeigen will, da sie lange die Weiche nicht haben, also zum Stahlmachen tauglicher. Viele Werke wollen nur Flöße erzeigen, da det Fuhrlohn nur vom Stücke, und nicht vom Centn er be¬ jahst wird« Die Die jährliche Erzeugung bey dieftM Öfen ist von ;c> bis ^oooo Centnrr Roheisen - daß sowohlin Blattcln als Flößen erzeigt wird. Eine solche ungeheure Er¬ zeugung wird wohl schwerlich bey einem Hohoftn in Europa erzeigt werden. Nun sollte man sich wohl vow stellen, baß ein unterhältnißmässiger Kohlaufwand dabey vorkommen - müsse ; aller» man hat das Gegemh'eil erfahren, da der Aufwand gegen die übrigen Schmölz- Methoden um i/4 auf den Cenrncr geringer ist. Die Erzeugniß wird hier gleich bey den Hammern verarbeitet, oder nach St. Veit geliefert. Der Fuhrlohst einer Flößen ist -7 Kreutzer / für den Centncr Blatkeln aber wird 4 Kreutzer bezahlt- da der Fuhrmann für dach was bey den Blatteln verlohren gehen kann, haften muß- bey den Flößen aber nichts verliehren kann. Man macht hier bey diesem Werke kein anderes > als prescianeiscu, und.Zeiubriegl, aus welchem dann nach Begehren für Italien verschiedenes Stangeisen ge¬ arbeitet wird. Aller Stahl, der hier im Lande, als auch in Stepermark - und Arain verfertiget wird, ist natürlicher Stahl, dann ein gegoßener, noch sonst gekünstelter Stahl wird in den angeführten Ländern nicht verfertiget- kcrret 4), und andere machen Meldung von der Güte des Lcrret hkemoir- kur Dacier , oder Abhandlung vont Stahl, als eine Preisaufgabe an die Gesellschaft dsr Lünste ;u Gref im Iahte 1777. §44 ENZZM res Steyerischen, und Kärnthnerischen Stahls, allein nicht zum grossen Bortheil dieser Lander. Sie sagen , zu Anfang des itzigen Jahrhunderts wäre der Stahl von riesen Landern viel besser gewesen, als itzt, wo er doch durch die vorgesetzte Bcrgwerksdirektorien mehr in Auf¬ nahm hatte kommen sollen. Allein es scheint, daß man eben oft durch allgemeinen Befehl ein Werke wie das andere behandlen zu wollen, mehr Schaden, als gutes, anrichtet, wenn ein anderer Umstand von Erze, oder eingcmischten Vergärten vorkömmt, und die Herrn Be¬ fehlshaber solches nicht einsehen, oder verstehen, wie ich leider schon oft erfahren habe; und man kann mit Ge¬ wissheit behaupten, daß das Anstelle» der kostbaren über, flüssigen und oft ganz unthäkigen Kammcrbeamten, mehr geschadet als genutzt habe. Für dieses Geld wäre viel nützlicher ordentliche Bcrgschulen herzustcllen, damit ein jedes Gewerk seine Leute unentgeltlich unterrichten lassen könne. Von allen Stahlsorten ist bekannt, daß der Da-- mascenerstahl den Vorzug vor den übrigen in der Welk hat. Oft habe ich sehnliches Verlangen geäußert, daß man bei) den Hammerwerken sich doch einmal dahin lei- len ließe einen künstlichen Damascenerstahl zu verferti¬ gen ; allein man gab mir immer zur Antwort: wir wis¬ sen ihn nicht zu machen, obgleich der Prozeß davon schon von dem sehr verständigen Eisenmanipulant perret be¬ kannt gemacht worden; da nun diese Schrift noch wenig oder gar nicht bey uns bekannt ist, so hoffe ich dann nicht unrecht daran zu seyn, die Methode, wie solcher berei¬ tet wird, hieher zu setzen. Die Methode ihn zu berei¬ ten ist folgende: Ma» -45 Man schmiedet 8 Bleche vom Stahl, die i Schuh lang, * Zoll breit, und eine Linie dick sind; hierauf macht man ; Bleche vom weichen Eisen, und 4 andere vom spröden, von gleicher Dicke, Lange, und Breite, so wie die ersten; die in folgender Ordnung zusammge- Hunden werden: gleich anfangs legt man ein Blech vom weichen Eisen, darauf eines vom Stahl u. s. f. bis zuin siebenzehcnden Bleche, das wieder vom weichen Eisen. Nun ergreift man dieses Bandel, tragt es mit krummen Fan¬ gen zum Feuer, löthet es gut zusamm, ohne es unmäßig zu glücn, streckt es vicrcckigt, und über dieß ein wenig glatt; darauf laßt man es weiß glüen, setzt ein Ende in einen starken Schraubcstock, und ergreift das andere Ende mit starken Zangen, dreht es aufs starkeste nach Art einer Schraube, hierauf wird cs glatt gemacht, zu 8 bis 9 Linien breit, und zu ; bis 4 dick geschmiedet, und in zwey gleiche Thctlc geschnitten, die zum Um¬ schläge dienen. Dann schneidet man ein Blech von steu- ermarkischcn oder kärnknerischen Stahl, das zwey Linien dick ist, und mit dem Umschläge gleiche Lange und Brei¬ te hat: man muß aber solchen Stahl wohl aussuchen , der rein und gut sei). Dann setzt man dieses Stahlblech zwi- chen die beyden Umschläge, bringt cs so mit Zange» gefaßt zum Feuer, und streckt cs zu einer solchen Dicke, die dem daraus zu verfertigenden Instrumente gemäß ist. Wenn dieses dem Buchstaben nach befolget worden ist, sagt perrer, so wird man dasjenige haben, was man Zeug von Damascus nennt, davon das mittlere Stahlblech die Schneide des Instruments abgeben wird, die vermittelst einer guten Hartung, gleiche und ebene Härte erlangt. Da nun der Umschlag von jeder Seite aus 17. Blechen besticht, der zusamm z 4- ineinander ge¬ schlungene Bleche ausmacht, so werden diese eine be- K stau- 146 ständig ratternde Zähigkeit verschaffen, die fähig ist die größte Gewalt zn erleiden, ohne daß es zum Breche» kommt. Ich glaube, es ist keine Frage dabey, ob man durch eine solche etwas kostbare Bereitung des Stahls, nicht auch einen Vortheil ziehen konnte? Gewehre von aller¬ lei) Gattung, Wagenachse u. d. gl- würden gewiß einem jeden Willkomm seyn, wenn er wußte, daß dieser Stahl an doppelter Güte den natürlichen übertrcfe. — Nun ein Wort von der allgemeinen Ciscnerzeug- niß in dem Lande. Nach dem festgesetzten Statuten um das Jahr 1765. darf die Erzcugniß nicht über 5219. Meiler (den Meiler zu 10. Centner gerechnet) Flößen, und Blatteln, und 2142. Meiler, bey dem sogenann- cn deutschen Hammer 675. Meiler geschlagenes, oder so genanntes Breiteisen erzeugt werden. Dermal, als ich dieses schreibe, ist eine neue und sehr weise Verordnung vom Hofe ergangen, wo ein jeder nach Belieben so viel erzeugen kann als er will, wenn es nur sein Wohl¬ stand erlaubt, es können auch die Eisen in Stahlschlä¬ ge , und so umgekehrt, verwandelt werden. Das erzeug¬ te Gut, das aus den Erzen entsteht, und nach St. Veit geliefert wird, wo die Verlegstadt ist, kömmt zu stehen, nach öfters gemachter Fassion der Gewerken, der Mcilerfloßen, und Stuck zu ", das Blatteleise» zu 24, und das deutsche Hammcrcisen zu 46 Gulden; mithin die beylaufige Erzeugnißkosten belaufen sich auf 197496 Gulden. Da aber verschobene Bcrggaden von dem Crzberge entlegen sind, die mehrere Unkosten ertra¬ gen H-UWA4S i47 gen müssen, so könnte man für solche einen Zusatz pr. ;ooo Gulden rechnen, diese also dazu geschlagen, so wurden die ganzen Erzeugnißkösten, das ist von halb, und ganz rauhen Eisen mit Jnbegrif des Erz-Kohl- Arbeitslohnes, Maut, und Fuhrwesen 2024)6 Gulden ausmachcn. Die Gewerker erhalten aber für den Meiler Roh¬ eisen, als Stuck und Floß nach St. Veit gestellt-6, für die Blattetn 28, und für Graglach und Maschwerk mit Inbegrif des Gefases ri Gulden, was aber das ge¬ schlagene , oder Deutschhammerbreitcisen belangt, so wird solches gegen 50 Gulden der Meiler abgereicht. Der Uiberschuß vom Gelde, was den theueren Verkauf aus dem Verlage belangt, wird zur Unterhaltung der Beam¬ ten, die dabei) angestcllt sind, verwendet. In der kais. Magazin Verlagsordnung ist der Preis der Blattcln mit den Flößen gleich gesetzt, allein dieses hat niemals yerordnungsmäßig statt gehabt. Man muß alsogleich cinschen, daß dieser festgesetzte Preis, die einzige Ursache des Verfalls ist, des guten Stahl und Eisen dieses Jahr¬ hunderts, wie perret richtig anmerkt; wer wird nicht su¬ chen sein Gut so viel möglich unrein zu lassen, da er eben die Bezahlung dafür bekommt? — Nach Abzug aller Unkosten bleibt der Gewerkschaft am Uiberschuß oder Gewinn, dem Mittel nach gerechnet 24225. Da aber in derErzcugniß mehr, oder weniger kommen kann, ist es doch auch möglich, daß der Uiber¬ schuß auch auf zoovo Gulden steige. Die- r48 Dieses Werk, nämlich das Huttenberger, möchte wohl sobald nicht am Erze, wohl aber an Holz Mangel leiden, obgleich man die Gruben dermalen sehr stark be¬ legt hat, und die Erzeugnis steigt, wie man mich nach L§r Hand versichert hat. Die wenige Waldung, die sich auf dem Hzberge befindet, ist blos dem Grubenbau Vorbehalten. Nachdem ich nun eine kurze Nachricht von diesem so alten, und berühmten Bergwerke erhielt, nahm ich einen andern Weg zurück, um zu der Alpenkette wieder zu kommen. Ich wand mich gegen Morgen. In dieser Strecke traf ich eben das Gestein an, von welchem ich zu Anfang meiner Dahinreise Meldung khat: nebst solchen! entdeckte ich auch den Achrenstein. Dieser Stein war ein Gemisch vom glimmerichten Schiefer, und schwarzen Thon, dann einem grauen Kalksteine mit schwarzen Schiefersplitter gemischt, die wegen ihrer schwarzen Farbe dem letzt erwähnten Steine etwas ähnlich kämmen; einzelne grosse Cisengranatcn sind auch nicht selten in diesen Ge¬ genden, und man hat schon solche von einem, und mehr Zoll im Durchschnitte gefunden. Als ich den kleinen Ort Eberstern erreichte, kam ich auch wieder zu Kalkgebirg, Las Schloß von diesem Orte ist selbst auf einer Kalkfelsen ge¬ baut, der Stein,wenn er gerieben wird, giebt einen häßlichen Geruch von sich , wie der Saustcin. Hier kam ich zu Saualpe, die aus nichts, als aus Felsschiefers Gneis-und grauen Granit besteht, vorletztere Steinart ist sehr eisenschäßig. Mein fernerer Weg, den ich gegen Len Trapfluß zu nahm, um zur Stadt Välkenmarkt zu- gelangen, ließ mich nichts besonders bemerken, als daß Lie Kalk-mit den Schicfergebirgen stets abwechselten, wo- WWZZ<-D i49 wovon erstere ganz eine besondere weiße Auswitterung leiden, wo sie sonsten von Farbe grau, und ohne Ver« steinerungen sind. Als ich nun den Trapfluß übersetzte, kam ich auf eine grosse Ebene, die aus ölossen Schober bestand, und bis zur krainerischcn Alpenkette, welche die Gränjen »on Karnthen und Kram bestimmen, führte, wo ich dann meine Reise vollendete, mit der Hofnung wenn es meine Geschäften erlauben werden, die übrigen Theile von Karnthen zu durchsuchen, um einmal einen Versuch zu einer physikalischen Erdebeschreibung dieses Landes machen zu können, gleich der, die ich von dem Herzogthume Krain lieferte. , - - -: - - - Ui«.. - . O ! L