Laibacher Zeituna. H R»V Montag am «K. Juni «8H« Amtlicher Theil. ^Ve. k. k. apostol. Majestät haben mit aller-höchster Entschließung vom 4. Juni d. I. allergnädigst zu gestatten geruht, daß der Ministerialrath und Sec-tionSleiter im Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Bauten, Franz Ritter v. Kalchberg, das ihm von Sr. Majestät dem Könige der Niederlande verliehene Ritterkreuz des königlich niederländischen Löwen-Ordens, und der Rath der General-Direction fi',r Communicalionen, Johann Necola, das ihm von Sr. königl. Hoheit dem Höchstseligeu Großherzoge von Baden verliehene Ritterkreuz des Zähringer Löwen-Ordens annehmen und tragen dürfen. Se. k. k. apostol. Majestät haben mit allerhöchster Entschließung vom 11. Juni d. I. den ersten Rath der e. k. Central-Seebehörde in Triest, Franz Wander Ritter v. Grünwald, nnter Bezeugung der allerhöchsten Zufriedenheit mit seinen vieljährigcn ersprießlichen, und treuen Diensten in den wohlverdienten Ruhestand zn verseyen gernht. Zugleich haben Se. k. k. apostol. Majestät den Nach der Central-Seebebörde, Alois Wittmann, zum ersten Rache, und den Ministerial-Secretar im Handelsministerium, Gispcrt Kapp, zum Rathe bei derselben Neichsbehörde zu ernennen geruht. Im Nachhange zu dem Erlasse vom 20. Mai 18!>2 (Wiener Zeitung vom 21. Mai 1«li2 Nr. 122) wird bekannt gemacht, daß an Münzscheinen am 19. Juni 1882...... 600.000 fl. am2ss. „ „ ...... «00.000 „ zusammen der Betrag von . 1,000.000 st- in dem Verbrennhause am Glacis vertilgt werden wird. Mit Hinznrechnnng der früheren Tilgungen an Münzscheinen von......3,000.000 fl. dann des bereits getilgten Staatspapiergeldes mit Zwangsconrs von . 26,000.000 „ beträgt die Gesammtsumme der bisherigen Tilgungen an Staatspapiergeld . 29,000.000 „ welche durch Verwendung eineS Theiles der Einzahlungen auf das Anleihen vom Jahre 1861 bewirkt worden sind. Vom k. k. Finanzministerium. Nichtamtlicher Theil. Herrn Bismark's Sendung. " Nicht leicht hat ein Ereignis; in der diplomatischen Welt den Zeitungen so viel Unternehmers Eichler, nämlich vom Geyrecker- bis zum Apfaltere« bachgraben, wird wohl auch fortgearbeitet, jedoch mit minderer Kraftanstrengung, weil die Vollendung dieser Strecke vor der Hand nicht so dringend erscheinen dürfte, und selbe nöthigenfalls schnell hergestellt werden könnte. Vom Apfaltersbach - StatiouSplahe und die ganze Samek'sche Strecke hindurch, dann abwärts über Payerbach anf den Theurer'schen uud Hablitschek'schen Strecken ist der Oberbau gänzlich hergestellt, jedoch nur eingeleisig und nicht zweigeleisig. Alis der Sa-mek'schen Strecke ruht die Oberbau-Arbeit gänzlich, an den Viaducten über den Apfaltersbachgraben, Hdllgraben und Küberbachgraben fehlen noch die Gesimse. Vollständig fertig ist jedoch die Thenrer'sche Baustrccke; auch dessen 2 Viaducte sind schon mit Gesimsen versehen und herrlich anzuschauen. Besonders imposant und eben so niedlich stellt sich der große Viaduct über den Schwarzan - Flnß mit seinen fünf großen und acht kleineren Bögen dar. Die ganze Landschaft gewinnt dadurch ein feenhaftes, zauberhaftes Ansehen. Auch auf der Hablitschek'schen, Samek'scheu und Eichler'schen Strecke wird der Hochbau eifrig betriebe», und dürfte derselbe in 2 — 3 Monaten vollendet seyn. Wien, 18. Juni. Die unterzeichnete Staats-prüfungs-Commission macht jene Herren Candidate,,, welche sich der Prüfung auS deu Fächern der allgemeinen Abtheilung noch im laufenden Prüfungsjahre unterziehen wollen, auf die Nothwendigkeit aufmerksam, ihre Melduugsgesuche längstens bis l. Juli d. I. einzubringen, damit die Vornahme der schriftlichen und mündlichen Prüfnngeu gehörig geordnet werden kaun. Den Herren Candidate», welche sich erst im Laufe deS Juli melden würden, kann nicht zugesichert werden, daß sie noch vor dem nächsten Prüfungsjahre zur Ablegung der Prüfungen gelangen können. Für die nächste schriftliche Prüfung ,st der 1. Juli d. I. bestimmt. Wieu, am 17. Juni 1852. Von der k. k. theor. Staatsprüfungscom- missiou m Wien. Dr. Ibs. v. Kudler, Prasc?. 3»tt Wien, 46. Juni. Die, wenn auch nicht zahlreichen Auswanderungen österreichischer Staatsangehörigen nach Amerika nehmen die Aufmerksamkeit der Regierung neuerdings in Anspruch, und es soll sich jetzt um Festsetzung einer Form handeln, wie sich gegen jene österreichischen Staatsangehörigen zu benehmen sey, welche sich zur Auffindung eines angeblich zeitlichen Erwerbes dahin begeben, jedoch nach einiger Zeit, wenn sie sich in ihren Hoffnungen getauscht sehen, oder ihr Fortkommen in diesem Lande nicht finden, wieder in ihre Heimat zurückkehren, und —- da sie häufig sehr verarmt sind — den Gemeinden zur Last fallen. Andererseits hat es sich auch ereignet, daß solche Leute Jahre lang in Amerika blieben, und erst, nachdem sie dort ihr Hab und Gut eingebüßt, nach Europa znrückkehrten; da aber in Oesterreich keine gesetzlichen Vorschriften bestehen, wel< che verbieten, solchen Individuen, wenn sie die nöthigen Mittel zur Reise besitzen, ihrer Militärpflicht Genüge geleistet haben, und sonst kein Anstand ob" waltet, Reisepässe für eine bestimmte Zeit nach Amerika zu ertheilen, um dort einen Erwerb zu suchen, so steht auch den Gemeinden nicht daS Recht zn, denselben in solchen Fällen Hindernisse in den Weg zu legeu, weil jede Gemeinde verpflichtet ist, die ihres Heimatsrechts nicht verlustig gewordenen Angehörigen im Falle ihrer Rückkehr wieder aufzunehmen. Jedoch kann es ihnen nicht verwehrt werden, jenen Individuen, die sich keiner speciellen Erwerbsgattung gewidmet haben, oder keine besondere Fachkenntnisse besitzen, und deren Erwerb nur auf Haudarbeit gegründet ist, auf die unausbleiblichen, drückeudeu Folgen aufmerksam zu machen, die auS dem Verluste ihres Heimatsrechtes durch etwaige Außerachtlassung der Paß- und Auswanderuugsvorschriften nothwendig erwachsen. Zum Einschreiten um die Auswauderungs-bewilligung können dieselben jedoch nicht verhalten werden, da Niemanden auferlegt werden kann, auf sein Heimatsrecht gegen seinen Willen zn verzichten. Haben sie sich jedoch hiezu bereit erklart, so ist ihnen zwar die Bewilligung zur Reise nach Amerika im Sinne der gesetzlichen Vorschriften zu ertheilen, sie sollen jedoch anch in diesem Falle auf die möglichen Folgen eines solchen Unternehmens aufmerksam gemacht werden. Bei Ertheilung der Auswanderlmgs-bewilligmig sind sie aber zugleich mit einem für eine angemessene Frist znr Hinreise lautenden Passe zn versehen. (Tr. Z.) Wien, l8. Juni. Einer a. H. Weisung zu Folge, sollen im ganzen österr. Kaiserreiche eigene Iunundations- oder Ueberschwemmuugsmappen aufgenommen werden. Der Hauptzweck derselben ist, einen Ueberblick jener Gegenden nnd Länderstriche zu erhalten, die bei hohem Wasserstande mehr oder weniger Ueberschwemmungen ausgesetzt sind. Die k. k. politischen Behörden wurdeu demgemäß aufgefordert, Uebersichten aller jener Städte, Flecken, Dörfer u. s- w. einzusenden, welche jährlich oder selten, sey es zur Gänze oder bloß zum Theile, vou deu angrän-zenden Gewässern überschwemmt zn werden pflegen. — Se. M. der Kaiser hat angeordnet, daß die für Errichtung des Hentzi-Denkmals in Ofen aufgelaufenen Gesammtkosten aus a. H. dessen Privatcassa bestritten werden. — Ans Wien schreibt man: Ein Bettler gehört hier bereits zu den Seltenheiten; an öffentlichen Orten wird man nie von denselben belästiget, und selbst jene, welche unbemerkt von Haus zu Haus zu schleichen pflegen, werden mit erfolgreicher Strenge überwacht. (Verdient in Laibach nachgeahmt zu werden. — Wie wir vernehmen, lesen wir in der „Fr. Post'Ztg." aus Wien. wird der Cultusminister Graf Tlmu an Se. Majestät den Kaiser einen Vortrag "chten, in welchem der Grundsatz des am 7. Mai 1848 erfiosseuen Decretes. welcher die Aufhebung des Jesuitenordens für die österreichischen Staaten princi-piel aufstellt, nicht mehr als allgemein giltig hingestellt seyn so«. Es ist bekannt, daß dieß De-cret nicht auf alle Kronlander, so insbesondere nicht auf die Lombardei und das venetiauische Königreich, seine Ausdehnnng erhalten hatte; in Zukunft wird eö sich aber die Regierung vorbehalten, von Fall zu Fall zu bestimmen, welche Iesuiten-Collegien wieder ansteben, und wo neue Collegien gegründet werden dürfen. — Aus Anlaß wiederholt vorgekommener Achsenbrüche auf deu Eisenbahnen hat das Ministerium des Handels eine vergleichende Probe hinsichtlich der Qualität vou iu- uud ausländischen Achsen veranlaßt. Es wurdeu die Achseu vou 4 inländischen und 2 ausländischen Eisenwerken (Belgien und England) beigezogcn, und es wurdeu drei Hauptprobe», die Fall- und Wurfprobe und die Hammerschlagprobe bei schon gebrochenen Achsen gemacht. Alle vorgenommeneu Versuche lieferten den Beweis, daß die inländischen Erzeugnisse besser als die ausländischen seyen. Bei der Fallprobe brach die Achse aus dem Eisenwerke zu Preoali in Käruten bei 31 Hojerschlägen noch nicht, während eine Achse aus Belgien scho» beim zweiten Schlage zerbrach. — Mehrere Gewerbsleute ersten Ranges beabsichtigen hier eine Vorschnßcasse für kleine Gewerbs--leute uach dem Muster jener des Prager Meister-Kollegiums zu errichten. Letzteres hat sich als eine höchst wirksame Einrichtung erprobt, nnd in dem ersten Jahre ihres Bestehens 1i!0!) Gewerbsleuten Vorschüsse von 60 bis 300 ss. gewährt, und so dem kleinen Ge-werbsstande eine Summe von circa 200.000 st. CM. zugewendet. — Die von den Zeitungen wiederholt gelnachte Mittheilung, daß Omer Pascha die Gattin seines Schwagers, des derzeit hier weilenden Hrn. Simonic, entführt habe, scheint sich nicht zu bestätigen. Dieser Tage kehrte eine jnnge Wienerin ans Bosnien zurück, welche längere Zeit in Diensten Omer Pascha's stand, und welche nähere Aufschlüsse in tiefer Angelegenheit zu gebeu in der Lage ist. Sie erzählt, daß eS im Hause des S'monic fortwährend viel Zank und Streit gab. Nach einer der heftigen Familienscenen flüchtete sich die geängstigte Frau mit ihrem Kinde nicht zu Omer Pascha, sondern zu dessen Gemalin, nnd erklärte, in das Haus des Simonie nicht mehr znrückkehren zu wollen. Auf vielfaches Bitten versprach Omer Pascha ihr und ihrem Kinde Schutz, falls der Vater das leytere nicht reclamiren würde. — Die Auswandernng der Christen aus Bosnien nach Oesterreich ist bereits Gegenstand einer diplomatischen Verhandluug zwischen Oesterreich und d«r «Pforte geworden. Wie man vernimmt, ist Oesterreich den Auswanderungsplänen der Bosnier durchaus nicht geneigt, nimmt aber daS Recht in Ansprnch, verfolgten Christen eine Freistätte zu gewähren, und wie wir vernehmen, hat die, österreichische Regierung bereits Schritte gethan, über den Sachverhalt genaueste Kenntniß zu erlangen. -- Eine Correspondenz der „Lpz. Ztg." berichtet auS Ofen über eine rührende, herzerhebende Scene, die sich während der Anwesenheit Sr. Majestät daselbst zugetragen. Wir theilen dieselbe nachfolgend mit: In der k. Burg zu Ofen erschienen einige hundert Bauern und wogten unter den Fenstern des Monarchen umher. Als Se. Majestät davou erfuhr, sendete er augenblicklich einen seiner Adjutanten an die Landleute, um zu erfahren, was sie wüuschten. „Wir haben keinen andern Wunsch", erwiederte ein alter Mann, „als unseru Kaiser zu sehen." Der Monarch verfügte sich sogleich zu diesen wackern Leuten, ließ ihnen jedoch vorher sagen, sie möchten sich so aufstellen, daß er mit jedem Einzelnen sprechen könne. Als aber Se. Majestät uncer sie trat, war von einer geordneten Aufstellung nicht weiter die Rede, alle drängten an deu Kaiser heran, sanken vor ihm auf die Knie, umklammerten ihn, küßteu seine Kleider und brachten iu ein nicht enden wollendes Freudengejauchze aus. Der Kaiser war davon so ergriffen, daß er sein Tuch uehmeu mußte, um sich die Augen zu trocknen. Nun brach der Jubel erst recht los. „Sterbeu wolleu wir für Se. Majestät! Sterben für unsern Kaiser! Gott erhalte Ihn!" so riefen sie begeistert ans. — Das Uebungslager zwischen Czegled und Ke-reßtur wird bis zum 20. nächsten Monates dauern. Die Truppen beziehen dann ihre früheren Stationen wieder. — Aus Stuben, 11, Juni, berichtet der „B. f. T. u. V.": Heute 3 Uhr Nachmittag ereig« uete sich eine halbe Stunde von hier ein Fall, der sämmtliche Gemüther in Traurigkeit versetzte, und die regste Theilnahme hervorrief. Ein gewisser Christian Werk, gebürtig aus der Pfarrgemeinde Bartholomäberg im Gerichtsbezirke Montafon, wanderte, sein Hirtenränzel anf dcm Nük-ken, nut seinem 9jährigen Söhnchen und eine Kuh vor sich hertreibend, über den sogenannten Fleren dem Thamberg zn. Er hatte dessen Höhe beinahe erstiegen, als plötzlich ein schieferartiger Felsblock in riesiger Größe ans seinem Bette rutschte und in vielerlei Stücke zertrümmerte, welche sämmtlich anf den armen, nnten am von beiden Tobelwänden eingezwängten Fußwege in todtenblasser Verzagtheit sich hin nnd her wendenden Mann mit voller Wucht losstürmten und ihn sammt der Kuh in die schwindelnde Tieft schleuderte, wo beide Theile gräßlich zugerichtet, ohne Lebenszeichen liegen blieben. Der Knabe, der seinen unglücklichen Vater begleitete , blieb mitten in dem daher tobenden Stein-gerölle wie durch eine nnsichtbare Hand geschützt ganz unbeschädigt, und eilte alsobalo bitterlich weinend uud schreiend mit der Trauerkunde dein hiesigen Orte zu. Unverzüglich sprang man an Ort und Stelle, und fand da den entseelten Körper mit dem Haupte unter einen gewaltigen Stein gepreßt. Man brachte ihn sodann Hieher, und am 1!l. d. wurde er im hiesigen Friedhofe beerdigt. - Die Lemberger Handelskammer hat den Recurs der Lemberger jüdischen Handelsleute an das Ministerium wegen der Ausschließung derselben von der Wchlfähigkeit zu Vrvsteh'.'rn des Handels-G"-MIUM5 dahin befürwortet, daß nebst den 2 christli^ chen auch ein Jude. und nebst den « christlichen auch '! jüdische Repräsentanten gewählt werden. Den israelitischen Kaufleuten ist zugleich das gleiche Wahlrecht wie deu christlichen zugestanden worden. - Das wallachische Finanzministerinm fordert alle diejenigen, welche diesem Departement zn dem gcschmäßigen Zinsfuß Geld geliehen haben, anf, ihre Capitalien mit Interessen, gegen Vorzeigung ihrer Papiere zurückzuuehmen, weil man das Geld nicht mehr bran ch t. Wer sein Geld nicht ab' holt, kann es zwar dort lassen, allein Zinsen werden von dem Tage des Erscheinens dieser Verordnung an nicht lnchr gezahlt. Deutschland. Verlin, 16. Juni. Das Znstandckommeu des Vundespreßgesenes ist nach Allein, was über die Sachlage bekannt geworden ist, für die nächste Zeit nicht zn erwarten. Die dießseitige Regiernng wird in Frankfurt sehr präcis für die Vorschläge ihres Preßfachmannes eintreten, und wird sich sehr schwerlich herbeilassen, dem österreichischen Bundespreßgesetz-Ent-wurft beizustimmen, da man dießseitig nur ungern zu eiuer abermaligen Abänderung der preußischen Preßgesetzgebuug schreiten, sich aber keiuesfalls eine solche von Vundeswegen octroyiren lassen würde. Indessen hält anch unsere Negierung eine Vereini« gnng der Einzelregiernngeu in Preßangelegenheiten für nothwendig. Es handelt sich znnächst darum, eine gewisse Allgemeinheit bei Bücherverboten u. dgl. herbeizuführen. Hur Ausführung cineS solchen Vorhabens ist es vornehmlich nothwendig, hiervon even« tuell iu Leipzig die Einrichtungen zu treffen, da von dort aus die Versendung des bei Weitem größten Theils der Bücher erfolgt; dort würde denn auch die Preßvereinsbehörde niederzusetzen seyn. Die vorher»^ schende Absicht ging anch dahin, den Buchhändlern in Vertretuug derselben bei Entscheidung über bas Verbot eines Buches die Mitsprache zu gestatten. Die Idee zu diesem Preßvereine ist vorhanden, Vorverhandlungen mit Sachsen haben bereitS Statt g^' funden, aber im Ganzen ist die Angelegenheit noch nicht recht reif. Ueber die Vertretung des Hrn. v. Bismark m Frankfurt ist, wie uns versichrrt wird, zur Zeit "och keine Disposition getroffen. Es würde indesi >u den Fall, daß BnndestagSferien nicht beliebt werden sollten, Herr von Canitz bis zur Rückkehr des He"» von Vismark mit der Wahrnehmung der Geschäft der Legation beanftragt werden. Es ist mdeß !^ wahrscheinlich, daß eine Unterbrechnng der regelmap gen Thätigkeit der Bundesversammlung noch ln dle< 391 sen Tagen beschlossen wird. Die laufenden Geschäfte der preußischen Bundestagsgesandtschaft winden dann durch die Kanzlei desselben füglich besorgt werden können. — Der König von Baiern hat die Beeidigung des .Heeres auf die Verfassung, sowie solche durch das Pnblicandnm vom li. März 1848 angeordnet wurde, außer Wirksamkeit gesetzt, und die Abnahme eines neuen Diensteides für die gesammte Armee verfügt. — Die Herzogin von Orleans begibt sich zur Herstellung ihrer leidenden Gesnndheit auf einige Zeit in ein Bad nach der Schweiz. S ch w e i ; Veru, 11- I""'- Die Eisenbahnfrage, die in der nächsten Bundesversammlung znr Berathung kommt, nimmt bereits die Aufmerksamkeit der einzelnen Cantone lebhaft in Anspruch. So hat der große Rath von Luzern Hrn. Ingenieur Sulzberger aus Franenfeld die Concession zur Erbauung einer Strecke in diesem Canton ertheilt; so Thnrgau für die Strecke von der Cantonsgränze bis an den Hafen von No-manshorn; so Waadt für die Strecke von Yverdun nach MorgeS; so wird auch der große, Nath von So-lothnrn, der gegenwärtig versammelt ist, und dem das Concessionsbegehren vom Negierungsrath vorgelegt wurde, dasselbe bewilligen. In St. Gallen sind für die Strecke Wyl-Norschach bis heute 2.7. Inni. Der „Orden" enthält noch einige Aufklärung über die neueste Fiuauzmasiregel, die Ablösung der englischen Schnld durch die Aufnahme eines Capitals znr Tilgnng derselben. In der Convention vom 28. März 1828 bekannte sich Spanien zu einer Schuld von 600.000 Pfd. St. gegen >> pCt. Zinsen, die in den ersten vier Jahren zn ll>! pCt-, und von da an zn 60 pCt. eingelöset werden sollten. Die jährliche Zinszahlung betrug, wie noch jetzt, A Millionen Renten. Jetzt denkt man daran, sich von der fremden S'chnld zu befreien. Der Credit Spaniens, der ohne künstliche Mittel sich verbessert, und ohne Anstrenguug sich erhält, bietet jetzt die günstige Gelegenheit dar. Der Staat wird dnrch die Substitution der Apercentigen Fonds etwa 800.000 N. gewinnen. Vo sni e n Aus Bosnien, Mitte Juni. Man sollte glauben, mit der Entfernnng Omcr Pascha's seyen alle Gemüther beruhigt. Nichts desto weniger lastet das alte fluchwürdige Elend über Bosnien, denn die alten, von Omer Pascha eingesetzten Befehlshaber hausen noch immer in deu Städten, haben die Pachtung aller Steucrn in Händen uud saugen das Mark ans den Knochen der Najah. Der Vecier Veljeddin Pascha gibt sich wohl alle Mühe, zn lindern uud zu helfen, wo eS ihm möglich ist, aber waS vermag ein Einziger gegen die gefräßige Neutegier von Hunderten? Doch, abgesehen von dem Allen, bluten die furchtbaren Wunden noch immer, welche Omer Pascha der Najah geschlagen. Die Wälder wimmeln von Wölfen, welche, in die Ebenen sich verlaufend, das Volk bedrohen, ohne daß man sich ihrer erwehren kann. Noch viel ärger aber sind jene menschlichen Unthiere, die man hier zu Lande Hajduken nennt und die auf die frechste Weise die Christendörfer berauben. In Banden von li—-10 erscheinen sie des Nachts vor den Häusern, hauen mit ihren Aerten die Hausthore entzwei, und plündern, stehlen und morden nach Herzenslust. Erst vor Kurzem brach eine solche Horde im Dorfe Gark in dem Derventer Nahie ein und erschlug einen Hausbesitzer. Auf eine wahrhaft thierische Weise benahmen sich diese Unmenschen und krönten ihre Schandthat dadurch, daß sie drei Schüsse in die Brust des unglücklichen Bauers abfeuerten. In christlichen Kleidern erscheinen diese Banditen, um den Verdacht von sich abzuwälzen, doch ist man nur zu gut unterrichtet, daß sie alle Türken sind. denn erst neulich fand mau den Leichnam des berüch-tigsten Raubmörders Muratovic, der von Christen, die sich ihres Hanfes nud ihrer Habe gewehrt hatten, getödtet war, auf offener Straße liegen. Das heurige Jahr dürfte sehr fruchtbar seyn. jedoch haben die Landleute, besonders in der Posavina, sehr wenig angeba-ut; wer kann, rüstet sich znr Auswanderung, und allgemein sind die Klagen über den unerträglichen Druck der Grundherren., (Tr. Ztg.) Neues uud Neuestes. Laiback, 21. Inni. Heute in der Früh um 2 Uhr '!8 Minuten war hier ein kleines Erdbeben; der Stoß kam nach einer Wahrnehmung von Südwest. Telegraphische Depesche des k. k. Herrn Ministerialcommissars beim Gouvernement in Temesvar, v. Griez, an Se. Ercellenz den Herrn Minister des Innern in Wien. Temesvar, 16. Juni. Die Pri»at-Audienzen be, Seiner k. k. apostol. Majestät dauerten gestern bis 2 Uhr. — Zur Hc>f-tafel hatten die Ehre beigezogen zn werden 27 hier anwesende Officiere, welche die Belagernng von Te-mesvar mitgemacht hatte». Seine k. k. apostolische Majestät tranken auf das Wohl der tapferen Vertheidiger und auf das Andenken der in treuer Pflichterfüllung Gefallenen, welcher Toast eine unbeschreibliche Rührung unter allen Anwesenden hervorbrachte. Abends wohnte der Monarch einer Festvorstellung im städtischen Theater bei. - Das eingetretene regnerische Wetter bestimmten Se. k. k. apost. Maj., die Weiterreise zu beschleunigen, weßhalb dieselbe, anstatt morgen, wie anfänglich beabsichtigt gewesen, schon heute Nachmittags um 4 Uhr erfolgte. Vormittags wurden noch mehrere Civil - Etablissements , das katholische Seminarium und die gr. n. u. Domkirche besichtigt, wo Se. k. k. apostol. Majestät festlich empfangen wurden. Zur Hoftafel waren abermals einige Vorstände von Civilcimtern und einige Adelspersonen berufen worden. Trotz dem, daß die Abreise des Monarchen unerwartet Statt fand, hatte sich bei derselben doch, anßer allen Behörden nnd dem Clerns, ein sehr großer Theil der Einwohnerschaft eingefnnden, und eS thaten sich neuerdings die lebhaftesten Loyalitatsänfienmgen kund. — Der Herr Civil- und Militärgouverneur Graf Coronini begleitet Se. k. k. apost. Maj. bis Arad. Telegraphische Depesche au Se. Ercellenz den Herrn Feldmarschall-Lieutenant v. Kempen in Wien. Ärad, 111. Juni, 8'/, Uhr Abends. Se. k. k. apostolische Majestät haben sich bestimmt gefunden, das hentige Nachtlager in der Fe« stnng Arad zu halten. Allerhöchstdieselben sind um halb 8 Uhr Abends im besten Wohlseyn und bei gün-7iger Witterung angelangt. Obwohl die Nachricht von dem früheren Eintreffen Sr. k. k. Majestät erst 2 Stunden vorher in Arad bekannt wurde, so hatte sich doch sowohl in NeuArad, als beim Eingänge in die Festung eine große Menschenmenge eingefundeu, welche Se. Majestät mit lautem Jubel begrüßte. DaS morgige Nachtlager werden Ee- Majestät in Alt-Arad zn nehmen geruhen, und übermorgen Aller-höchstihre Reise nach Großwardeiu fortsetzen. Telegraphische Depeschen. — Berlin, 17. Juni. Se. Majestät der König ist von Breslau wieder hier eingetroffen. In einem hier abgehaltenen Ministerralhe ward beschlossen, die Einführung der Gemcindeordnung vom Jahre 18N0 zu sistiren, und von den bezüglich der Neubildung der ersten Kammer beschlösse« geweseuen Octroyirun-geu wieder abzustehen. — Paris, 16. Juni. Ein Gesetzentwurf ist vorbereitet, wonach die Oessentlichkeit der Sitzungen der Departemental- und Gemcinderathe aufgehoben wird. Gestern verlangte der Staatsrath Aufschub, Sonnabend wird sein Entscheid in der Orleans'schen Cousiictangelegenheit erfolgen. — Der „Semaphore" von Marseille berichtet, daß drei englische Schiffe vor Ancona angekommen sind, um Hrn. Murray zu beschützen, welcher vom Tribunal der römischen Consulta zum Tode verurtheilt ist. — London, I.'l. Juni. Lord Malmesbonry erklärt auf Brougham's Anfrage im Oberhause, dasi die Negierung den Anslieferungsvertrag mit Frankreich, bezüglich gemeiner Verbrecher, fallen zu lassen gesonnen sey. Verleger: Ign. v. Kleiumayr uud Fedor Vamberg. AiHmH zur Iai!iac!)erSeitmm. Telestraphischer Eonrs«Vericht der Staatßpapiere vom 19. Juni l852. Staatsschuldverschrell'ungn, zu 5 pCt. (ln GM.) 9» 13/16 detio ' ,^l/i . « 8«N/l6 Dariche» mit Verlosung v. I. l8Z9, für 2KN «. 328 »burg, flu 100 Thaler Äanvo, 3it Bewilligung der k. k. Bezirtshaupt-mannschaft Marburg werden am 24. Iuni d. I, u. z zu Frauheim im sogenannten Btökl, fest an der Tlil'ster Commerzialstraße, nächst der Bahn-siaticn Klanichöfrld, um 8 Uhr früh, — und zu Olerpulsgau Nachmittags um 2 Uhr, im Hause des Eigenthümers feldst, 80« Eimer Eigenbau Weine von den besten Frauheimer und Süßender, ger Ocbirgen, aus den Jahrgängen l844, 18^« und 1848, im Wege der freien Licitation gegen gleich bare Bezahlung, theils mit, theils ohne Gebinden hintangegeben werden. Wozu Kaufslustige zur zahlreichen Erschein nung hicmir eingeladen werden. Dderpulsgau bei W. Feistritz am !. Juni 1852. Franz Schalk. Z?8,8. (2) Verkauf eines Heu-Vorraths. In dcr Nahe von Laibach sind von dem edel-sten Garten-Heu beiläufig 2 — 3«>«> «Nnlden, zn gewinnen. Wien, im Juni «8.5s. O. M. Perissutti, k. k. prw. Großhändler. In 3 aiba ch find Lose zu habm bei Hrn. Ioh. ^v. Wntscher, so wie in mehreren andern soliden Handlnngen^_________^ H. 8»0."' (2) ^ ^^ Eine schöne Wohnung, V« Stunde von der Stadt entfernt, bestehend aus 5 Zimmern, l Küchs/ 1 Speiskamlmr, l Corridor, l Keller, i Holzlcge, nöthigcnfalls auck 1 Stall für 2 Pferde, ist von Michaell d. I. zu vcrmiethen. Das Nähere ist zu erfragen m der Tuch- und Modewarenhandlung des Hlülly öe Hahn in Laibach. In der benannten Handlung wird auch ein Practikant aufgenommen. Z. 78». (3) ^ Ein Gut, d,s»„^ zu verkaufen. Kaustiebhabcr wollen sich an den Eigenthümer des Scklojsev Gradatz in Krain nächst der Post Möttlmg verlvenden, allwo sie dls Kaufbedingnlffe in Erfahrung bringen können. ^^^^ Z. 827. (l) Im Pfarramte Kofchana ist das Wohnhaus Nr. 3, welcheS I Ttock hoch und mit Ziegeln gedeckt ist, aus freier Hand zu verkaufen. Dasselbe könnte zur ebenen Erde für ein Magazin und im Z.Stocke für eine Wohnung mit