Narodna in univerzitetna knjižnica v Ljubljani 35 i ^ am»; i i i g 11; I IIP ^Hö * II Ii Ii Felsenschloss Luog i| fl II 11 ma ii| | m m | d 0 Erasmus Lueger. ¡1 i III »i ¿1 w, W ii 1—— § I || @ | Zweite umgearbeitete Auflage. f^y p I J| IN Ig ^ftt II 1| 1tf . HI J H ADELSBERG. | W Druck und Verlag der Buchdruckern Seliäber. w -Ii M k ^ M I Felsenschloss Lueg o und Zweite umgearbeitete Auflage. ADELSBERG. Druck und Verlag der Buchdruckerei Schaber. 35468 Vorwort. K OeschlckfR Mächten Ist kein ew'gor Bund zu Hechten, Denn das Unglück schreitet schnell. F. v. Schiller. Romanze, Wo der Lueger in Gefahren Trotzend stand vor grauen Jahren, Wo der Lueger grässlich starb; Der der eig'nen Faust vertrauend, Kühn auf seine Stärke bauend, In der Thiirme Schutt verdarb, Lueger, der die schönsten Gaben, Die den Erdenpilger laben, In der weiten Brust verband, Den des Schicksals dunkle Wogen 15is zum Abgrund fortgezogen, Wo er sein Verderben fand. Welie, wen das Wohlgefallen Blinden Selbstbewustseins fasst, Schwindelnd eilt er zu dem Abgrund Und erliegt der eig'nen Last. Rauh und diister wie die Wüsten, Die den Knaben kalt begrtissten, War sein kühner lleldengruss. Liebe die mit sanftem Weben Würzt das trübe Erdenleben, Die Barbaren fühlen heisst, Die den Leu im wilden Grimme Zähmt mit sanfter süsser Stimme Hat ihm nie die Brust entzückt; Unter aufgethilrmten Leichen In des Krieges blut'gen Reichen War ihm wohl, war er vergnügt. Durch der Feinde Schaar erbittert. Bahnend sich den blut'gen Pfad, llat der Kühne nie gezittert, Fallen musBte, wer genah't. Der Erinn'rung süsse Schmerzen Prellten ab von seinem Herzen, Wie der Pfeil vom Panzer prellt; Seines Lebens schönste Stunden Waren freudenlos verschwunden, Wüst und leer wahr ihm die Welt. Denn durch Ränke und Kabalen War der grosse Mann gefallen, Dem an Stärke er verwandt, Der zu Neustadt auf der Brücke Mit erhob'nem lleldenblieke Kämpfend wie einst Boeles stand. Als ihm kam die Schreekenskunde, Auf er furchtbar dräuend sprang, Und der weingefilllte Becher Splitternd seiner Hand entsank. Mit der Hand zum Herzen fahrend, Mit dem Blick zum Himmel starrend Stand er da, ein Jammerbild; Keine Thränen, — keine Zähren, — Keine Klage war zu hören, Nur im Innern tobt es wild. Und die tiefgerührten Gäste, Die versammelt bei dem Feste Huldigten dem Becherklang, Sahen auf den Tiefbetriibten, Den sie ehrten, den sie liebten, Der vor Schmerz die Hände rang. Und des Festes Lieder schweigen, Und im Saale wird es still, Und der Gäste Mienen Zeigen, Dass der Freund auch ihnen fiel. Plötzlich aus der Zecher Kunde Rief mit frevelhaftem Munde Pappenheim diess harte Wort: „Seine weltgepries'nen Thaten Was sind sie, als leere Schatten? Nur der Zufall half ihm fort. Uns're Nachwelt wird es lesen, Dass er tollkühn nur gewesen, Tollkühn bis auf das Schaffot. Wohlverdient sind diese Strafen, Die ihn, den Rebellen trafen, Wohlverdient der schnöde Tod." — Wie der wutherfiillte Tiger, Mit Gebrüll' vom Lager springt, Wenn vom starken Bogen zischend, Ihm der Pfeil zum Herzen dringt. Also sprang die Stirne faltend, Seine Fauwtc krampfhaft ballend, Lueger auf von Wutli empört. Seine Heldenwangen glühten, Seine Augen Blitze sprühten. Aus der Scheide flog das Schwert: „Bei den ewig finstren Mächten, Die dort drüben waltend rechten, Widerrufe Bösewicht! Will der Wurm auf Löwen greinen? Bube willst du es verneinen? ,Nein, ich widerrufe nicht! — Und den ehrnen Degen schwingend Pappenheim auf Luegern dringt Und vom eignen bluten triefend Er erstarrt zu Boden sinkt. Und er Höh der kühne lütter; Donnerruf im Sturmgewitter Folgt dem Blitze schneller nicht, Als auf wildbeschäumten Bossen, Rache dräuend unverdrossen Ihm das zürnende Gericht. Rastlos folgt es seinen Spuren, Bis in diese wüsten Fluren, Wo die Poik vorüber saust, Wo in des Gebirges Spalten, Stolze Thiirme sich gestalten, Wo der Mörder trotzend haust. „Du entgehst nicht uns'ren Klingen, Sühne Pappenheimers Blut." „„Luegern wohllt ihr dräu'n ihr Memmen?"-„So verdirb' dich Ilungers-Wuth!" Und ein Heer entschlossner Krieger, Schliesst den blutgeiarbten Tiger In den festen Mauern ein; Doch er blickt mit muthigem Sinnen, Von der Burg erhab'nen Zinnen, Auf die Lanzen, die ihm dräun, Hoch von seinem Felsen oben Hört er's drunten zürnend toben, Und er ruft hinab und spricht: „Während eure Schwerter klingen Wollen wir dem Baclnis singen: Denn ein Lueger zittert nicht." Und es tönt vom frohen Mahle Schmetternd der Trommetenklang, Und im hochgewölbten Saale Widerhallt der Schwelger Sang. So enteilen viele Stunden, Tage, Monde sind verschwunden, Doch die Sichern zechen fort; — Und schon wirds im Haine stiller, Und die Tage werden kühler, Und das zarte Veilchen dorr't. Grimmig schüttelt seine Locken, Borras, und Ströme stocken, Und die Flur glänzt weissuuihiillt: „Länger kannst du nicht mehr dauern, Wenn in deines Belsens Mauern Kalk dir nicht den Hunger stillt." Horch! — da tönt es aus der II alle: „Kommt, besteigt die steile Bahn, Kommt hinauf zum süssen Mahle, Gastlich will ich euch umfah'n. Doch der Weg zu meinem Schlosse, Durch die hangender Kolosse, Ist euch wohl zu schriff zu steil; Drum will ich auf ehrnen Stricken Euch das Mahl hinunter schicken, Trinkt und zecht auf Lueger» Heil!" Und den Saft der süssen Beere, Und die gold'ue Frucht der Aehre, Und der Pflaumen weiches Flies» Kirsch' und Erdbeer, Frühlingsgaben, Schickt er ihnen, sich zu laben, Und die Traube zart und süss. „Wartet Luegern nur dort drüben, Harret nur, wenn's euch gelallt; Hier im Kreise meiner Lieben, Trotz ich einer halben Welt." Und sie staunen und sie zagen, Wollen weiter nichts mehr wa^en: „Das ist schwarze Zauberei! Sind verloren unsre Mühen, Wohl so lasset heim uns ziehen, Und der Lueger werde frei, Mit der Hölle finstren Mächten Kann der schwache Mensch nicht rechten, Was verweilt ihr länger hier? Wo die blanken Schwerter klingen, Dort sind Lorbeern zu erzwingen, Nicht in Zauberers Revier. Sollten wir auch hier verderben, Unser Feind hält ewig Stand." Sieh da ruft der Rothe selber, Welchen Luegers Hohn gesandt: „fcli will euer heiss Verlangen Stillen und den Löwen fangen, Der dort drüben trotzend wohnt; Könnt ihr wohl Verdienste ehren?* „„Ja wir können, lass nur hören, Unser Wort du wirst belohnt."" Eitel wohl war euer Streben Ihn zu fangen, denn sein Leben Steht allein in meiner Hand. Monde, Jahre könnt ihr harren Und nach Monden, und nach Jahren, Hält Erasmus Lueger Stand. Denn von diesem Öden Schlosse Führt ein Pfad viel Meilen weit, Mitten durch des Berges Gründe, Durch die stumme Dunkelheit. Da eröffnet sichs den Blicken Und mit wachsenden» Entzücken Staun't man oh der reichen Flur; Wie Arkadiens Gefilde, Ewig jung und ewig milde Ist die blühende Natur. Wälder grünen, Veilchen blühen Und des Obstbaums Früchte glühen, Schätze liegen aufgehäuft; Seht ihr hier an diesen Bäumen, Kaum die jungen Bllithen keimen? — Dort sind Früchte schon gereift. Und das Schönste dieser Ilaine, Alles was die Fluren ziert, Wird beim hellen Fackelscheine Nach der Veste hingeführt. Und die Fülle eures Strebens Ihn zu fangen, ist vergebens; Doch ich reiche euch die Hand. Müde bin ich, ihm zu dienen, Stürzen will ich ihn, den Kühnen, Stürzen von der Felsenwand. Seilt ihr durch des Fensters Hitzen, Matt und immer matter blitzen Einer Lampe düstren Schein? Unter seinem Felsenbogen, Den Natur so kühn gezogen Steht ein stilles Kämmerlein. liier nach Tagelangem Schwelgen Lueger auf das Lager sinkt, Wenn aus Ostens Fernen dämmernd Ihm der Abend freundlich winkt. „Wenn dort von dem hohen Söller, Leuchtend hell und immer heller Eine Flamme feurig loh't, Stürzet jenen Thurm in Trümmer, Und sein ängstliches Gewimmer Künde seinen Jammertod." Unterdessen unbekümmert, Ruhet, wo das Lämpchen» schimmert, Lueger in den Schlaf gehüllt; Und da stellt vor seine Seele Sich, wie ein Phantom der Hölle Eines Traumes Schreckensbild. Denn er stand auf morschen Leichen, Athmend bange Moderluft, In des Todes stillen Reichen In der dumpfen Todtengruft. Dumpf und still ist's — Dämmerungen Halten seinen Blick umschlungen, Fernher tönts wie Grabgesang; Und vor seiner Seele gleiten Bilder der vergang'nen Zeiten, Und ihm wird so weh' — so bang, Süsse Wonnelaute schlagen, Wie aus fernen Jünglingstagen Sanft und lieblich an sein Ohr: — Und — verhüllt im Leichenkleide Steigt aus morschen Grabgebäude Sein geliebter Freund*) empor; Und mit wehmuthsvollein Blicke Reicht er ihm die dürre Hand, Schliesst ihn in die kalten Arme, Deutet aufwärts und — verschwand. — Horch! — da tönt die zwölfte Stunde, Wie aus einem Feuerschlunde Schallt es fürchterlich empor, Gräber kreisen, Särge spalten Und phantastische Gestalten Stimmen an den Geisterchor: „Wehe, — zittre, wimm're, weine! — Wehe — wehe — komm, erscheine *) Andreas Bauinklrcher. Vor dem strengen Richterstuhl! Abgerollt sind deine Tage, Horch, schon steigt, schon fallt die Wage, Sieh schon dampft der Schwefelpfühl.u Und auf purpurschwarzen Schwingen, Steigt es grinsend aus dem Grund, Will den Zagenden umschlingen, Ziehen in den Schreckenschlund. Da erwacht der Träumer wieder, Zittern fühlt er seine Glieder, Stürmend sein beklomm'nes Herz. Gleich der Hydra gift'gen Bissen Tobt « V - • » , , , V l . •/ . »•» «>•» «•>*. *•*•<«<* «tu« ■ ' ' V .................................I II 11 II II 1111 l'l 111111 III 1111.......II......... ; II : ..............................................'1.1,1V Ef-i- .¿I'': . Ï» ■ r :., i. ... ■ ■ ■