Wf reinigte Lalbachcr Zeitung. ^ Gedrultl hei Ignaz Aloys Edlen v. Kleinmayr. Freitag den 12. September 1817. I N N l a N d. Wien. <»us Esserding ist die betrübte Nachricht hier eingegangen, daß der Fürst Starhem« berg (kaiserl. österreichischer Gesandte und bevoUmackügter Minister am sardinischen Höft) von dem Balkon seines Schlosses, auf 5em er sich unvvi sichtigerwcise, da eben das Geländer abgebrochen war, zu weit vorgewagt hatte, herabgestürzt isi, und sehr schwe» re Beschädigungen erlitten hat. (Allg. Z) 3lus Töplitz, in Böhmen, erpalten wir folgende Nachricht: Der 3n. August, als der Erinnerungstag der ew'g denkbaren Schlackt bci 5lulm, wo dcc beNige Verein für die Unabhängigkeit Tmopa's, wo dcr Much und die Kraft der veremten Heere die Fesseln fremder Tyrannen leybrach , erhielt durch eine im heurigen ^akre eben so sinnig als gemüthlich veranstaltete Gedachmißfeier, eine ganz besondere selilicke Weibe. Um das Andenken der in jenem beiligen Kampfe gefallenen preußischen Krieger auch 5nrch ein äusseres vaterländisches Denkmahl tu ebren, haben Se. Mal. ber König bow Preussen, mn allerhöchster Genehmigung Sr« Maj des Kallers von Oesterreich, in der Gegend von Arbesau, an der dresdner Straße, eine von gegossenem Erz mit Kunst und Geschmack verfertigte 28 Fuß bobe Stand» faule in Pyramidal - Form > auf deren Spi« tze dasEhrenzcichen des eisernenKreuzes prangt, aufsielleu lassen, welche ihre Besli,i mung in der einfachen und sinnvollen Innschrifz ansspeicht: „Dic gefallenen Helden ehret donkB bar König und Vaterland. Kulm am 3o, August 18 3 Sie ruhen in frieden!" Die Eröffnung und öffentl'che Darstellung dieses Ekrendenkmahls, so wie das damit verbundene, unter der Leitung des königl. preußischen Hrn Garde-Oberstlieutenants, Frciberrn v. Noedcr, Veranstalter« Trauerscst, war auf den heutigen Tag um die zehnte Morgenstunde festgesetzt Der in der Bades siadt Töplitz noch zur Zeit anwesende Adel, das k. k. Militär, uud die ausgezeichnetstell Einwobner eigens hiezu geladen, welche sich unter einem ausscrordentlichen Andrang der Einwobner benachbarter Ortschaften, denen das Andenken dieses Tages in jeder Beziehung heilig ist, in feierlicher Stinuaung vor dtv» bezeichneten Monumente versammelten, wo zugleich ein aus 20 Mann begehendes Dcta-chcmentder konigl. Garde von unzemcin schöner militärischer Haltung, in fronte aufgestellt war. Im Kreise dieser zahlreichem ehrwürdigen Versammlung trat nun instillcr Andacht, mit Ernst und Würde, derkönigl preußische Hof< »rediger Ehlert vor das geleierte Denkmahl hln, und Welt voU Salbung eine für diesen festlichen Anlaß verfertigte, aus der Geele aller Anwesenden gesprochene Nede, worauf sodann der doi)0erebrte kö'Ngl. preußische General der Infanterie, Graf Kielst 0. Nol-lendorf, dessen Andenken sick in seinem lahmen verewigt, für das allerhöchste Wohl Hr. Maj. des Kaisers von Oestcrc^ich, I^rer Majestäten des Kaisers oon Rußland und des Königs'von Preußen, dann des vielgeliebten Oberfeldherrn der drei vereinten Armeen ^ Fürsten Sckwarzcnberg Durchlaucht, em dreimahliges Lebe hoch! . August Vormittags gegen 1» Uhr einen großen »schall wie wenn -»!> .var bekanntlich Uläjt Ulclaüeihaft, und er selbst sprach ln seinen Memoiren sen» Urtheil dllrch das Ge« ständniß: ,,daß er n'chr gewußt, ob er sich ,,bei Prenzlau auf dem rechten vder linken ,..Nscr der U l er befunden, und ba er das Letz-„tere geglauof, zur ^^plulation des Hohen? ,,lodtschen Ko-ps gerathen." Es wurde daher von dem milnaciscben Ehrenreinlgun^s-tri'.Ninal das Betrag'n de^ Hrn v. Masscn» bach geprüft; aUcin die Unterwchu,'.q b'icb entweder unbjl ndigt, oder das Urtheil lrure de nlcvt vollzogen ^etzt soll nun, da He. v. Massendach um sein?,, ehrenvollen Akschlch gebnen , jene Untersuchung wieder aufgenom» mcn, U' orden se.)n. Na4> ^s^er andern wabrschcin« llclxca Erzählung shc^l'/?r. r. Massenboch vor Kurzem ^'!, sich m^brere wicktigH Ak'enstücsc aus der 'Hlg'yrc'tur des Geüe» rülst'vö aUe;>rt, die H .^assenda'- un^e< fugtcrwcisc an sich genommen kat; ein Verdrehen, worauf be< uns Todesstrafe siebt. Wslche von be« en Erzählungen Wabr^eit enthäli, wird die >jvlge leeren. (Aüq Z) ^eitKurzem beNtzt die Stadt Neun ied ei« ne fiiegende Brücke ü^er den Nbein , ur durch die Verbi-düng zwischen den b iden U'trx dieses Stromes sehr ig'abmr!. Et c!t>rf w sc«, irn Echrlstt! d, gsgen , diß die B ?e!',»>'r des ^vangH»sl)e" Gl ubens stb na^> selbem lahmen: „Lul^crischc« u>d „Lnt'era er<' l»ennen, und oecwciset sie ans de-> alleinigen p>rund be«l ckriillu-l'rn ^lau^c s, dte L^re khristi, da< Eoan^elinm. — Nach om'er osft« ««Uen Trslälu-l^ (fu t d?r k'^mb r v's kor-^^pondent hinzu) werben klmftlg die Ben -Dingen: 'j.rot stantund Lutdcr^'.er, lm pr u^ tzljchen wegsa .en. Watn izt es, dag kut er l^loft in ,ell>en Schn '.en mil den derben mer, stlnksnder Modensaek dazu, daß m; von einem Wundärzte, Nr. Cacpu'-, in Londo» . zum ersienmable ln Europa an cn-ew übenden ausaefübrt, ber da-n auch eine k'.fil,« Gcbrif« über den Ursprung dieser Methode und seine Opera» tion herausgad, wovon in der 1i,^liofk^li6 1 >'1. p!'>,n. p"5 ^5 zu le''en ist. Hr Dr. Reiner k'at diese Operafwns-Metbode «uf seinen llt?rariscl>en Neijen im Hause des Mr kaipue »n London kennen aellnit un^ auf elgene Weile «eiter ausgebildet und vervoUk»mmt.^ (N. Z) «m io. Sept werden die köniql«s',ch"Lrups p5N in ^antolmirungen ausrücken snicht als lein die Dresdner Garni'on, sondc«n alle, die im Lande sicb besinden), und dle NaZ ttoaalgarde veietzt dann 20 Tage lang (»ei» 'die Orbre lautet) die Stadt Dresden. 5^< R lUNruug ist in den letzten Tagcn dcs Iul us, als sie bctcits 8 Ta^c im Gange war, der Erudte wegen , bis nach Beendigung der-selben eingesteUt worden. (Atlg. Z.) Frankreich. Zur Feier des kudwigsfestes 5at der König am Vorabende desselben /; Personen (worunter der Marschall, Graf Perignon) das kommandeurkreutzdcs königl. und militari, fchen Et. Ludwigsordel.s verliehen. Di« Feyer dieses Tages begann schon am 24 Aug. Alle Theater gaben Freischauspiel; es wurden entsprechende Stücke gegeben. Das Wetter war aber abscheulich, und man fürchtete", daß die Volksbelustigungen am folgenden Tag gestört werden dürften. Die Marseiller Zeitung schreibt: ^Zuverlässige Briefe von den 0 üsten der Barbarei kündigen ew, für die Menschfteit sehr erfreuliches , Ereigniß an. seit einigen Iah« ren scholl unterwirft der Bey von Tunis die aus Aegypten oder andern von der Pest angesteckten Zandern kommenden Schiffe, ge« gen die Grundsätze seines Glaubens, der Quarantaine. Der Dcy von öllgier wird nu» aufdringende' Ansuchen des französischen Konsxls das nämliche tdun. Es ist für dre Menschheit;» nünscken, daß dieses Beispiel in den osmannischen Staaten Nachahmung linde; und warum sollten sich di- christlichen Pursten nicht vereinigen, um zum Heile unsers Welttbeils die Einführung der Quaran» «t^ne in allen zu^ordern, in denen dieSeui cks zu berrschen pflegt? Wenn ein Volk voa «inem andern die Entfernung eines gc 3br-lichen Feindes verlangen kann, so gibt es sicherlich keinen schrecklichern, als diese verheerende Krankheit die sich stets erneuert, um 5ie Gegenden, in welchen sie entsteht, zu entvölkern, nnb 5?e Mt jcbem NugenWcke ihre fürchtcriichtn Verwüstungen de>' übrigen Ländern milzutheilen droht.^ (Mg. Z.) Schweden. Mebrere Schiffe welche sich i« die neue Anordnung der ^egieruna, wegen verböthe« ner Eingangsarnkel, nicht gefügt basten, sind in die dortigen Hafen aufgebracht wo^ dcn. Dennoch g^dt ss in aUen Smdlen noch vcrbotnetie Waaren, n? Lrrcent theurer verkauft ^n al'en Wirtks« und ^ast^Huscrn wird jetz: statt des oerdoe lhencn Kaffed, braune Suppe ausgedothen, uidmit tö-sseln gegessen, weil nur das Tr«"» ken tcs Kaffeb vcrbotben ist. D'ese bctriege« riscke Umgehung des Gesetzes kann aber nur so lai>ae dauern, bis sie allgemein bekannt isl,» (Wdr.> Niederlande. Hr. Negna, lt de St. Jean d'Angely, den mehrere Blätter für wahnsinnig erklärt und un^er (uratel gesetzt haben, »st, nach dem Mercure d'Anvers, zwar ohne Pässe, ober mit vollem Verstände am 21. August von New-Zork zu Anlwcrptn ang?kowmen. Er bat Pässe nach Aachen erh«ltcn, no sich seine krank»'Gemahlinn befindet. Man glaubt er werde sich, zufolge des Pariser Tractats, mit semer Ham,l»e »n Preuße« niederlassen. (Wdr.) Alle ^ackrichten melden, daß cin« innige Vereinigung zwischen Thron und Altar bald hergestellt seyn wird. Dieser Vereinigung kan" sick in allen jenen Sraaten, wv Gewissensfreiheitberrsckt, nichts widersetzen, u„d sie ist zugleich eine der fläzigste n Stützen der öffentlichen Ruhe ^ '^llg. 3 ) Wechsel-Cours in Wien am 6 September 1^,7. konventionsmünze von Hundert 2n Zs^si. In der Expedition dieses Blattes am Platze Nro. 12 sind zu baden: AMunM, zur Behebung der Interessen bsn krainerisch-ständischen Do-nnstic^l^Capitalu'N.