RAZPRAVE Dela 25 • 2006 • 173-192 FRIEDENSGEOGRAPHIE. KONZEPTION - PROJEKTE - PERSPEKTIVEN Franz Schaffer Geographisches Institut der Universität Augsburg, Universitätsstraße 10, 86135 Augsburg, Deutschland e-mail: franz.schaffer@gmx.de Izvirni znanstveni clanek COBISS 1.01 FRIEDENSGEOGRAPHIE. CONCEPTION - PROJECTS - PERSPECTIVES Abstract Friedensgeographie is not the pacifistic but ethical turn in geography. FG is a normative approach of integrating freedom, human rights and Maintenance of environmental standings. Geographic Peace Studies (GPS) will initial a new research program in Ethics of Geography. Geographic peace studies are contradicting "death of man" both in modern anthropology and reflexsive discourse of applied social geography. Integrative geographic peace studies are countering "death of space" and "lack of application" within theory of structuration and everday-regionalization in geography. Key words: peace-geographie, political geography, theoretical geography MIROVNA GEOGRAFIJA. ZASNOVA - PROJEKTI - PERSPEKTIVE Izvleček Prispevek prinaša razmišljanje o mestu in vlogi mirovne geografije znotraj geografske miselne sfere in tudi širše. Avtor le-to opredeljuje kot etični zasuk v geografiji in kot normativni poizkus povezovanja svobode, človekovih pravic in skrbi za varstvo okolja. Geografske mirovne študije oblikujejo nov raziskovalni program »Etika geografije«, obenem pa nasprotujejo »smrti človeka« tako v moderni antropologiji kot v refleksivnem diskurzu aplikativne socialne geografije. Združujoče geografske mirovne študije nasprotujejo »smrti prostora« in »pomanjkanju uporabnosti« znotraj teorije strukturacije in vsakdanje regionalizacije v geografiji. Ključne besede: mirovna geografija, politična geografija, teoretska geografija 1. KONZEPTION - ETHIK DER GEOGRAPHIE 1.1 Paradigmenwechsel in der Geopolitik Wichtige Anregungen zu einem Diskussionsvorschlag einer Konzeption der Friedensgeographie stammen aus dem persönlichen Gedankenaustausch des Autors mit der Palästinenserin und Augsburger Friedenspreisträgerin Frau Prof. Dr. Dr. h. c. Farhat Naser und Herrn Prof. Dr. Dr. h. c. Prof. h. c. mult. Heinrich Beck auf den jährlich stattfindenden Integrations- und Friedensforen an der Universität Augsburg. Die Anregung zur Abfassung des Essays verdankt der Autor der Diskussion mit Herrn Prof. Dr. Vladimir Klemencic über die Perspektiven der Angewandten Sozialgeographie in diesem Frühjahr in der Universität München. Zusätzliche Impulse für die Konzeption der Friedensgeographie resultieren aus dem mehrmaligen Besuch dreier Weg weisenden Ausstellungen in Augsburg und Dresden: Als Frieden möglich war (Hoffmann) das Kriegsende in Schwaben 1945 (Fassl) und Mythos Dresden (2006). Das einst weltberühmte Stadtbild von Dresden wurde am 13. 2. 1945, an einem Faschingsdienstag von britischen und amerikanische Bomberverbände zerstört. Die Vernichtung übertraf alles, was sonst deutsche Städte am Ende des 2. Weltkrieges innerhalb weniger Stunden erlebten. Die mit oberschlesischen Flüchtlingen überschwemmte Stadt hatte - aus Sicht der damaligen deutschen Behörden - fast 200.000 völlig wehrlose Opfer zu beklagen! Bereits ab 1939 begann das nationalsozialistische Deutschland die Vorbereitung auf diesen Luftkrieg mit dem Bau von Schutzkellern und Verdunkelung der Nachtbeleuchtung seiner Städte. Nach der Bombardierung von Rotterdam und Coventry im Mai und November 1940 wurden deutsche Städte ab 1942 regelmäßig das Ziel alliierter Luftangriffe. Als Rüstungsstadt erlebte Augsburg am Kriegsende zwanzig Luftangriffe. Die verheerenden Bombenabwürfe vom 25./26. Februar 1944 zerstörten weite Teile der Stadt und 80. 000 Menschen wurden über Nacht obdachlos. Das Inferno von Dresden und das atomare Trauma von Hiroshima sind nur zwei Momente des endlosen Schreckens des Zweiten Weltkrieges. Mit den unsäglichen Verbrechen des Holocausts hat dieser Krieg fast 60 Millionen Menschen das Leben gekostet! Die weltpolitischen Konsequenzen für De-eskalieren von Konflikten oder gar die Einhegung der kollektiven Gewalt wurden daraus aber nicht gezogen. Knapp zwei Jahrzehnte danach verschärften die damaligen Sieger ihre gegensätzlichen Machtinteressen systematisch mit dem Kalten Krieg. Die Umsetzung der atomaren Hochrüstung griff die Abschreckung der "Geopolitik von Hiroshima" in zynischer Weise wieder auf. Die gleichen deprimierenden Tendenzen sprach Michail Gorbatschow (2006, S. 43) im vergangenen Jahr in seiner Dankesrede nach der Verleihung des Augsburger Friedenspreises für die Situation von Terror und Kriegen in der Gegenwart an. Sinngemäß sagte er: "In einer globalen Welt stehen wir vor drei großen Herausforderungen: Gefährdung der Sicherheit, weltweite Bedrohung der ökologischenLebensgrundlagen und Verschärfung derArmut. Wirversuchen noch immer, diese Problemeso so zu lösen, wie wir sie schon vor 20 oder 30 Jahren vergeblich zu lösen versucht haben. Es gibt wieder irgend welche Doktrinen, es gibt wieder irgend welche präventiven Schläge, es geht auch wieder wieder um die Androhung von Atomwaffen. Wir befinden uns hier auf dem Weg zurück in die Vergangenheit. Auch Terrorismus und Extremismus hängen mit der Reaktion auf Armut und der Erniedrigung der Würde der Völker zusammen .Der Islam hat noch im Mittelalter vieles bestimmt und großen kulturellen Fortschritt hervorgebracht. Auch müssen wir verstehen, dass die islamische Welt das"ausgeschlossen Sein" aus dem historischen Prozess nicht akzeptieren kann!" Die Berücksichtigung neuer Forschungsergebnisse für die theoretische Fundierung der Geographischen Friedens- und Konfliktforschung verdanke ich der Teilnahme an der Diskussion zu aktuellen Fragestellungen der Volkswagenstiftung zu dieser Thematik. Im Juni 2006 konnten in Dresden drei Tage lang die Arbeiten von mehr als 150 Autorinnen und Autoren aus unterschiedlichen Disziplinen - auch mit Blick auf den bevorstehenden "Integrationsgipfel" in Deutschland - evaluiert werden. Im Mittelpunkt der Aussprache der internationalen Fachleuten standen zwei Themenkreise: "Das Fremde und das Eigene" und "Grenzen - Differenzen -Übergänge: Spannungsfelder Inter- und Transkultureller Kommunikation". Mehr als 10 Jahre engagierte sich die Volkswagen-Stiftung mit über 34 Millionen Euro Fördermitteln, um die aktuellsten Forschungsergebnisse zu diesen aktuellen Fragen zu erzielen. Einige davon möchte ich kurz anführen: Prozesse der interkulturellen Abgrenzung, Vermittlung und Identitätsbildung; Interkulturelle Kompetenz in Zeiten der Globalisierung; Gefahren des Ethnozentrismus und die Chancen des Humanismus; Kulturelle Pluralität und Recht; Terrorismus und Medien - eine verdeckte, unheilige Allianz; Pluralisierung von Geschichte und Medien in Ostasien; Semantische Grenzen, Metapher und Medien-Gebrauch im Russischen Internet; Globale Ikonen in der schulischen Sozialisation; Interkulturelles Lernen mit dem chinesischen "Gesicht"; Interkulturelle Bildung in Zeiten der Globalisierung; Ethik-Ethos-Ethnos: Probleme einer Interkulturellen Ethik; Rhetorik und Praxis des Interkulturellen Managements; Inklusion und Exklusion in der Weltgesellschaft; Tests und Identifikation als Faktoren der Exklusion; Cultural Turn und die Konstruktion nationaler Identität in China; Philosophische Anthropologie und Transkulturalität. Vor allem die Resultate im kulturphilosophischen Diskurs stützten die Argumente für einen Paradigmenwechsel in der Geopolitik durch Integration der Friedensgeographie (Craanen /Gunsenheimer 2006). 1.2 Frieden ist der Ernstfall "Nicht der Krieg ist der Ernstfall, in dem der Mann sich zu bewähren habe, wie meine Generation in der kaiserlichen Zeit auf den Schulbänken lernte, sondern der Frieden ist der Ernstfall, in dem wir alle uns zu bewähren haben. Hinter dem Frieden gibt es keine Existenz mehf' (Gustav W. Heinemann 1971, S.10 ) Unter dem unauslöschbaren Eindruck von Holocaust und Hiroschima legte der damalige Bundespräsident in seinen Grundsatzreden eine deutliche Spur des Friedens. Insbesondere rief er die Wissenschaft zu ihrer Verantwortung auf. An dieser Mahnung schieden sich die Geister, denn sie verlangte Klarheit und den Auszug aus dem Elfenbeinturm. Sein Votum richtete sich an alle Disziplinen, betraf jedoch die Militär-und Atomforschung sowie die "Sicherheitsberatef ganz unmittelbar. Ihre Lobby reagierte damals mit emotionaler Empörung. Hochrüstung an Atomwaffen war für sie Ausdruck einer minimalen Vorsorge gegen Bedrohung. Für die anderen aber trug sie des Kainsmal des globalen Genozids. Mit dem Wort vom "Frieden als Ernstfall" hatte Gustav Heinemann jedoch eine Tabuschwelle des Schweigens überschritten! Auch Geographen sind gefordert, die Anwendung ihrer Forschungsergebnisse mit zu bedenken und für den "Frieden als Ernstfall" die Verantwortung mit einem "höheren Pflichtenstatus" zu tragen. Bislang fehlt in Deutschland das deutliche Engagement der Geographen für die Friedens- und Konfliktforschung, die sich immerhin bereits vor 36 Jahren im Oktober 1970 konstituierte (Duchardt)! Die ersten Überlegungen zur Ethik der Raumplanung wurden erst zu Beginn der 90er Jahre von der Angewandten Sozialgeographie und später von der Akademie für Raumforschung und Landesplanung in die normative Diskussion der Raumplanung eingebracht (Lendi 1991/1994). 1.3 Inclusion-Exclusion-Theory Friedensgeography is based on systems-theory of socio-spatial mutuality. It is the continuated interplay of inclusion and exclusion in society and environmental responsibility of man. It is the 21th century Ethics in Geography in coming out of new empires in polities, economies and religion (Hard/Negri 2002; Ferguson 2004; Stichweh 2005; Bhabha 2006). At the very same time we witness severe emotional irritations as an evident paradoxon of inter-and transculturality in everyday communication. This socio-spatial paradoxon is the exciting reprocity of dialectics and dynamism both of globalization and localization in expressiveness of human lifeworlds which interfere between culture and environment. Friedensgeographie is maintaning and creating identity of culture. It is integrating human values. It represents a new normative approach in geography. Friedensgeographie also is acting reciprocally upon culture and environment as to modify the effect of each. Socio-spatial mutuality and empathy are perforating all functional systems both in life styles and in our life worlds. We identify or try to escape, we adapt or surrender to inclusion and exclusion within family and religious confessions, customs and culture, schools and jobs, labour and employment, health and diseases. The Auto-immune Deficiency Syndrome AIDS since 1981 for instants has killed 19 million people world-wide, most of them in Sub-Saharan Africa where in 2004 almost 6000 died every day from this disease. Death of young adults has left over 12 million orphans mostly being excluded from their families and medical care. More over we have to de-escalate conflicts between gender and generations, private and public domains as well in civil society as in political administration and government. We recognize boundaries, differencies an passages in social spaces and contested fields of Inter- and Transcultural Communication of migration, intgration and desintegration. Friedensgeographie applies non-violent communication of Friedensarbeit (peace work) and ecological bartering. It is the hermeneutic and human-ecological counter move to Kriegsgeographie (1903), once based on Friedrich Ratzels 19th-centmy-life worlds in order to "apply geography on history (1882). Socio-spatial dialectics of violating freedom, human rights and physical environments are interacting within a threefold manner of mutual dependence: instances where conflicts are constituted, instances where conflicts are constrained and instances where conflicts are mediated by social spaces, cultural landscapes and ecological environment (Knox /Schaffer 1997). 1.4 Human rights watch Large Muslime communities living and working in the West were included. Many young Muslim were encouraged to exalt their traditional values because of failure of western-style modernization. Seeking to destroy western "imperialism", both by attacking it in its heartland or driving it out of Islamic countries. Fighting terrorism is a central human rights cause. Acts of terrorism take an appealing toll nearly every day like in Iraq. Civilians are attacked and thousands are killed within a year. Other terror attacks claim the lives of civilians in Afghanistan, Britain, Egypt, India, Indonesia, Israel, Jordan, Nepal, Pakistan, Thailand, and the United Kingdom. On the other side the willingness to flout human rights to fight terrorism is not only illegal and wrong: it is counterproductive. 2005 increasing attention of the U.S.policy kept some terror suspects as "ghost detainees", indefintely and without charges at undisclosed locations outside of the United States. This practice harmed U.S. democratic credibility. Key U.S. allies as Britain and Canada also are seeking to undermine certain critical intenational rights protections. Members of the European Union continue to subordinate human rights in their relation with others whom they deemed useful in fighting terrorism or even persuing other goals. We need applied geographic peace studies, in order to learn how to de-escalate worldwide terrorism and wars with religious motives: 2001 terrororist attack on World Trade Center in New York; 1998 terrorist bombing in Omagh North Ireland; 2004 train bombing in Madrid; 2005 subway bombing in London; 1992 assassination of Boudiaf in Algiers; 2004 Beslan massacre; 1998 massacre by Taliban in Mazar-e-Sharif; 2002 Bali bombing; 1997 massacre Valley of the Kings; 2006 suicide bombing and return fight continuing in Palestine and Israel; 1998 Nairobi bombing; 1998 Dar- es-Salaam bombing. Radical movements developed throughout the Islamic word, exacerabiting many of these conflicts (Parker). Wars and conflicts with religious foundation are threatening many countries in Africa and Asia: since 1992 civil war against Islamic Salvation Front in Algeria; since 2002 civil war between Moslem North and Christian South in Sierra Leone; since 1999 civil war between Muslim and Christian areas in Cote Divory; conflict between Muslims and southern Christians in Chad; since 1989 civil war between National Islamic Front government and southern Christian rebels; 1988-94 war between Christian Armenians and Muslim Azeries in Nagorno Karabakh; since 1996 Taliban fundamentalist Sunni Muslims fight civil war against Shias and non Muslims in Afghanistan; since 1976 GAM separatists fighting for independent Islamic State in Malaysia; civil war against Islamic revolutionary forces in Afghanistan; since 1969 civil conflict between Catholic and Protestant Christians in Northern Ireland; war between Muslim minority and Orthodox Christian Serbs 1992-95; civil war between Albanian Muslims and Orthodox Christian Serbs 1997-99 (Parker). 1.5 When peace was feasible Publishing his 95 theses in Wittenberg on October 31, in 1517 by critizising the excesses of the Church - such as trading of indulgences - Martin Luther triggered off the Reformation. His warnings rapidly spread meeting with wide approval but also threaten to split the Church. What Luther 's Theses started 1517 was agreed upon in Augsburg in 1555. Germany celebrated the 450th anniversary of "Peace of Augsburg" in 2005. Why did so important events of the Reformation happen in Augsburg? Crucial decisions were made on Diets. Only a wealthy Free City as Augsburg could afford their costly implementation. Craft lourished and the Fugger and Welser merchant families reached even to the New World. Thats why the Emperors of thr Holy Roman Empire like Maxi-milian I and Charles V had Diets summoned at Augsburg, especially since there was always some opportunity of haggling over some loan on the side (Linder ). 1518 Luther is interrogated by Cardinal Cajetan, the Papal Legate, in the mansion of the Augsburg merchant Jakob Fugger. But Luther refuses to recant his criticisms and follows his conscience founded on the teaching of the Gospels. Because of heresy legal proceedings were taken against him. That is why he secretly leaves the city by night to Wittenberg and splitting of the Church is taking its course. On an Imperial Diet at Worms,1521, Martin Luther meanwile outlawed again refuses to recant his theses in the very presence of Emperor Charles V. The Saxon Elector has taken Luther as a safety precaution to Wartburg Castle, the place where the translates the New Testament. Spreading widely this translation contributes decisively to the development of standardised German language. To settle the confessional quarrel in his empire Charles V summons to Imperial Diet at Augsburg 1530. On this occasion "Confessio Augustana" mainly written by Philipp Melanchthon, summarising the doctrine of the Lutherans, is handed over to the Emperor. The Catholic representatives and Charles V refuse to acknowledge the paper.To strengthe their power and faith the Protestant rulers and different cities fond the Alliance of Schmalkalden, lead by the Elector of Saxonia an the Landgrave of Hesse. Some years later,1536, the Free City of Augsburg joins this alliance. The confessional latent hostilities become increasingly polarised because only 10 % of Augsburgs population being Catholic! Ten years later Charles V wages war upon this alliance and defeates its leader the Elector of Saxionia. On an ensuing Armoured Diet at Augsburg 1548. The Protestants nevertheless are granted the chalice for the laity and matrimony for the the priesthood; however the Protestant ministers are expelled from Augsburg. In order to ensure peace within the Empire, Frdinand I summons to another Diet at Augsburg in 1555. The participants agree upon a rather political compromise: the religion is his who has the religion, "cuius regio eius religio". This "Peace of Augsburg" reinforces the confessional dualism within the Empire, but also creates the longest period of peace in German history until thr beginning of the Thirty-Years'-War in 1618. The Peace of Westphalia brings this war to an end and restores complete "Parity of the confessions" in Augsburg. In commemoration of this event the "Augsburg High Festival of Peace" has been celebrated every year on August 8 since 1650 and ecumenically recently. Since 1985 Peace Award of Augsburg is granted every three years to a person dedicated to a peaceful coexis- tence of cultures and religions.On October 31, 1999, a significant step is taken to reunify the Church; in St. Anns Church in Augsburg, Lutheran and Catholic representatives from around the world solemnly place their signature on the Commom Statement confirming the Joint Declaration on the Augsburg Doctrine of Justification. On the occasion of the 450th anniversary of the "Peace of Augsburg" throughout 2005 many cultural events are taking place in Augsburg. An exhibition titeld "When peace was feasible" deals with the historic event presenting unique pieces of exhibits in the Maximilian Museum. Augsburg as the "City of Peace" wants to make evident, that the toleration of different creed is still highly topical in order to ensure a peaceful living together. 2. PROJEKTE: FRIEDENSSTADT AUGSBURG Mit der Bewerbung zur Kulturhauptstadt in Europa 2010 definierte Augsburg seine Rolle von Morgen. Die Stadt kann ihre Stellung aus der über 2000-jährigen Geschichte herleiten und mit einer Philosophie der Friedens-Identität neu begründen. Augsburger Bekenntnis und Augsburger Religionsfriede haben die Kultur Europas mit geprägt. Über eine halbe Milliarde evangelischer Christen beruft sich heute auf die "Confessio Augustana". Mitte des 16. Jahrhunderts brachte der "Augsburger Religionsfriede" erstmals mit einem Reichsgesetz die Anerkennung der Koexistenz zweier verschiedener Glaubensausrichtungen. Er regelte ihr friedliches Nebeneinander, allenthalben sichtbar an zusammengebauten Kirchen der unterschiedlichen Konfessionen in der Stadt. Die Geschichte der Stadt ist eine Geschichte der Zuwanderung. Zu allen Zeiten hielt Augsburg seine Tore offen für Menschen und Kulturen aus ganz Europa. Selbst in Zeiten der Besatzung gelang es - von den Römern bis hin zu den Amerikanern - mit Toleranz und Klugheit aus Fremden Nachbarn werden zu lassen. Mit dieser Integrationsfähigkeit begründete die Stadt Augsburg ihre kulturelle und wirtschaftliche Kraft. Die friedvolle Nachbarschaft war immer stärker als die Ausgrenzung. Seit der Frühen Neuzeit bleibt die Augsburger Parität zwischen den Religionen weltweit die anerkannt Leistung der Stadt. Dem sozialen Ausgleich und der verbrieften Bi-Konfessionalität von einst steht heute besonders dem Islam mit ca. 40.000 Muslimen im Großraum der Stadt kein entsprechendes Pendant gegenüber. Im Augsburg der Gegenwart mit seinen 258.000 Einwohnern in der Kernstadt und den insgesamt 500.000 Menschen in der Stadtregion ist der "Grundriss der Gesellschaft" nach Herkunft, Religion, Kultur und ca. 140 Ethnien besonders facettenreich geworden. 2.1 Desintegration Das Berliner Institut für Weltbevölkerung und globale Entwicklung veröffentlichte kürzlich seine aufschlussreiche Untersuchung zur demographischen Zukunftsfähigkeit aller Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland. Augsburg und der Landkreis erhalten bei Ausländerintegration, Familienfreundlichkeit und Flächennutzung schlechte Zensuren. Die Politik im Raum Augsburg hat darauf bisher nicht reagiert. Die Augsburger Bürger sollten das Ergebnis selbstbewußt als Frühwarnung verstehen und sich und ihre Politiker fragen: Warum nimmt die Zahl der Ghettos noch weiter zu? Warum fühlen sich in den Ausländervierteln viele Deutsche nicht mehr sicher und daheim? Warum verlässt die "Soziale Mitte" mehr und mehr die Stadt? Warum ist "Multi-Kulti" in manchen Stadtteilen zum Investitionsrisiko geworden? Mit welchen Maßnahmen können und sollen Politik und Zivilgesellschaft dagegen initiativ werden? Über 1.000 deutschsprachige Augsburger wurden zu ihrem bürgerschaftlichen Engagement und den Erwartungen an unsere Stadt befragt. Daraus resultierte als Hauptergebnis: In Augsburg ist die "Moderne Mitte" stark unterrepräsentiert. Für diese wichtigen Steuerzahler der neuen bürgerlichen Schicht hat die Stadt deutlich an Attraktivität verloren. Für die "Moderne Mitte", die sich in den aufstrebenden Großstädten Deutschlands etabliert, fehlt es in Augsburg offensichtlich an ausreichenden Angeboten gewünschter Nachbarschaften, in denen diese Schichten gerne leben wollen. Im deutlichen Unterschied dazu weist Augsburg im Vergleich gegenüber anderen deutschen Großstädten stark ausgeprägte Anteile der Ober- und Bildungsschichten sowie Traditionelle Arbeitermilieus auf. Zu diesen Arbeitnehmern gehören eher ältere Jahrgänge mit sicherem Arbeitsplatz und gutem Auskommen im Alter. Einen sehr hohen Anteil stellen die Facharbeiter. Sie sind in Augsburg eineinhalb häufiger als in vergleichbaren Städten vertreten. Die Intellektuellen aller Altersgruppen sind ebenso überrepräsentiert: von den Schülern, Studenten bis zu den "Jüngeren Alten". Ihre Einstellungen spiegeln eine Mischung von neuen Gemeinschaftswerten wider. Dazu gehören Selbstentfaltung in Beruf und Freizeit, soziale Gerechtigkeit, ökologische Orientierung, verantwortungsvoller Umgang mit sich und der Umwelt, Weltoffenheit und Toleranz. Zu den Schichten, die in Augsburg tendenziell abnehmen, gehören die "Sozialen Aufsteigef'. Zu ihnen zählen Singles, reiche jüngere Erben, jüngere Paare, aber auch Familien mittlerer Altersgruppen. Man kann sie dem Status orientierten Milieu zuordnen. Sie zählen zu jenen, die auf wirtschaftliche Dynamik setzen. Ihre Bildungsabschlüsse gehören zum mittleren Bereich. Mit Fortbildung und Ehrgeiz orientieren sie sich am persönlichen, finanziellen und sozialen Aufstieg. Maßstab des individuellen Erfolgs ist das Erreichen eines gehobenen Lebensund Wohnstandards mit Prestige. Diese Schichten sind im Vergleich zu anderen Großstädten in Augsburg stark unterrepräsentiert! In ähnlicher Weise fehlt etwa ein Viertel des "Modernen Bürgerlichen Milieus". Es sind Ehepaare und nicht eheliche Lebensgemeinschaften, meist mit mehreren Kindern. 2.2 Sozialraum Die Milieu-Studie erfasst aber nur zwei Drittel der Stadtgesellschaft, nämlich die 180.000 deutschsprachigen Augsburger. In Augsburg werden bis zur nächsten Stadtratswahl etwa 95.000 zugewanderte fremdsprachige Neubürger zu Hause sein. Dies sind vornehmlich Ausländer, eingebürgerte Ausländer und deutsche Spätaussiedler aus Russland und Osteuropa. Die meisten von ihnen sprechen die deutsche Sprache (noch) nicht. Der alltägliche Dialog mit den Deutschen, eine Grundvoraussetzung für die Integration, findet deshalb nicht statt! Ein Blick auf die Verteilung der ausländischen Kinder und Jugendlichen macht deutlich, daß die soziale Balance zwischen und innerhalb vieler Stadtviertel verloren gehen kann. Heute haben in 9 Stadtteilen schon mehr als 60 % der Jugendlichen und Kinder Eltern, die (noch) keine Deutschen sind. Sie leben in den dicht besiedelten Wohnbezirken der Jakober Vorstadt, Am Schäfflerbach, beiderseits der Wertach und insbesondere in Oberhausen. In den kommenden 10 Jahren werden aufgrund des Bevölkerungsrückgangs bei den Deutschen doppelt so viele Stadtbezirke existieren, in denen mehr als 60 % der jungen Generation (ehemalige) ausländische Eltern haben! Auch die Zahl der Stadtgebiete mit mehr als einem Viertel ausländischer Kinder wird sich fast verdoppeln. In diesen "Ghetto-Nachbarschaften" fühlt sich die "Moderne Mitte" nicht wohl. Sie wandert ab und zieht gar nicht mehr in die betreffenden Viertel. Zurück bleiben die älteren Deutschen im Alter von über 65 Jahren und noch deutlicher die über 75-Jährigen. Gleichzeitig wächst die Zahl der jüngeren Arbeitslosen. In manchen Stadtteilen gehört jeder Siebte im Lehrlings- und Erwerbsalter zu den Beschäftigungslosen! Geht die Entwicklung weiter, so gehört in Augsburg mehr als jeder dritte Bezirk zum möglichen "Ghetto-Typ". Bis vor wenigen Jahren war es nur jeder fünfte Bezirk. Nach 10 Jahren werden sich in fast zwei Drittel aller 42 Stadtbezirke sozial unerwünschte Tendenzen zeigen! In manchen Stadtteilen geraten bereits heute die ärmeren und älteren Deutschen nicht selten in eine zwiespältige Lage. Sie fühlen sich in ihrem Heimatviertel nicht mehr wohl. Das einst vertraute Wohnumfeld wird subjektiv zum Angstraum. Es wächst die Furcht, sich außerhalb der Wohnung nicht mehr sicher aufhalten zu können. Die Abneigung gegen "die vielen Ausländer" steigt. Besonders der Argwohn gegen islamische Nachbarn beginnt sich zu verfestigen. Die Parks und Grünanlagen in der Nähe werden tendenziell gemieden. Besonders die Älteren fühlen sich häufig von allen alleine gelassen: von der Familie, den eigenen Kindern, den zuständigen kommunalen und kirchlichen Stellen. Obendrein sind sie der Meinung, als Deutsche in ihrer eigenen Heimatstadt diskriminiert zu werden! Sie glauben, in keiner Weise mehr umsorgt zu sein: von den Politikern vergessen, in ihren sozialen Ansprüchen von der "Obrigkeit" vernachlässigt und verraten. Sie sitzen gleichsam in der "Vergreisungsfalle", mitten in der eigenen Heimat. Sie leben in völlig fremd gewordenen "Türkenhäusern" und "Ausländer-Strassen", wo angeblich viel zu viele Kinder herumtollen, wo fast alle die deutsche Sozialhilfe "kassieren", aber keiner mehr auf Deutsch mit ihnen reden will oder kann! Im "Jugendkulturellen Milieu" der Deutschen und Ausländer, der "Protest-Generation", erreichen viele keinen Schulabschluss. Sie wollen sich von niemandem etwas vorschreiben lassen. Sie wollen intensiv leben. "Fun and Action" prägen ihre Freizeit. Die Normen der Gesellschaft werden nicht selten mit aggressivem Graffito und Wandkritzeleien abgelehnt. Mit provozierenden Parolen besprayen sie ihre "Werbeflächen" an Häusern, Geschäften, öffentlichen Gebäuden, Parks, Spielplätzen und Grünanlagen! "Graffiti-Meinungsführer" rivalisieren um die besten Werbeplätze mit besonders frechen und "coolen Kritzeleien". Sie markieren damit die Reviere im "Sicherheitsraum" ihres Milieus. 2.3 Die "Gegengesellschaft" Manche deutsche "Protestwähler" nehmen diese Aktivitäten jedoch als "Bedrohungskulisse" wahr. Ihre Furcht vor Ausländern und "Islamisten" kennzeichnet ihre "Angsträume" mitten im eigenen Viertel. Entwickelt sich alles so weiter, wird sich die Stadt ganz ungewollt in "Ghetto- und Prosecco-Viertel" polarisieren, in "Wohngebiete der Armut" und jene der "Feinen Leute". Dazwischen differenziert sich eine "Gegengesellschaft". Die "Soziale Abwärtsspiralen" führen in Augsburg zum "tendenziellen Exodus" der "Modernen Mitte" und damit zur sozialen Segregation zwischen der Stadt und ihrem Umland. Die "soziale Balance" in der Stadt gerät in Gefahr. Gemeint ist zum Beispiel die jüngere Generation unter den Aussiedlern aus Russland und Osteuropa, Es sind die vielen Deutschen, die kaum Deutsch sprechen. Fast jeder siebte Augsburger (35.000) gehört zu den Spätaussiedlern und Osteuropäern. Wie soll man unseren Landsleuten aus Osteuropa die Integration erleichtern? In jeder zweiten städtischen (von 28) Kindertagesstätte überschreiten die Zahlen der Buben und Mädchen unserer osteuropäischen Mitbürger den Durchschnitt für Augsburg erheblich. Ganz auffallend im Nordwesten, aber noch deutlicher im Süden von Augsburg. Am spektakulärsten ist die Situation im UniversitätsViertel. In der Hermann Köhl - Straße und an der Josef Priller-Straße gehören zum Beispiel nur mehr 30 % der Kinder zu den deutsch sprechenden Deutschen. Ähnlich sind die Verhältnisse an der Josef Felder - und Ulrich Schiegg - Straße. 70 % haben Mutter und Vater, die in den zurückliegenden Jahren aus dem Ausland zugewandert sind. Fast jedes zweite Kind spricht (noch) nicht Deutsch. Die Eltern stammen aus Rußland und Osteuropa. 2.4 Islamophobie Mehr als 10.000 Augsburger haben kürzlich in einem Arbeiterviertel (Hochfeld) den Bau einer repräsentativen Freitagsmoschee für die gesamte Region mit einer Unterschriftenaktion abgelehnt. Alle Augsburger Parteien werden nach dem Scheitern des Türkisch-Islamischen Kulturzentrums der amtlichen Religionsbehörde der Türkei in Deutschland "DITIB" neue Denkanstöße in die angeschlagene interkulturelle Debatte einbringen müssen. Höchst aufschlussreich wäre eine repräsentative Milieu-Studie über jene Muslime, die mehrere Jahrzehnte in Augsburg leben. Wie wollen und sollen sie sich integrieren? Wie wollen sie ihre Zukunft mit den Deutschen gestalten? Welche vertrauensbildenden Maßnahmen bieten sie an? Wie lösen sie künftig mit ihren deutschen Nachbarn gemeinsame Probleme? Allein in Bayern leben 300.000 türkische Muslime, deren Eingliederungs-Chancen von den Parteien sehr kontrovers beurteilt werden. Folgerichtig muss die Gestaltung der Integration durch ein neues kommunales Management erst entwickelt werden. Diversitätspolitik für kulturelle Vielfalt kann langfristig nur dann Erfolg haben, wenn sie im Konsens mit allen wahlberechtigten Bürgern kontrolliert, evaluiert und durch stetige Lernbereitschaft angepasst und erneuert wird. Die politischen Repräsentanten sind in diesen öffentlichen Lernprozess ebenso zu "integrieren" wie diejenigen, die durch Diversitätspolitik integriert werden sollen. Überholte Vorstellungen von der Gastarbeiterbetreuung, die Rücksicht der großen Parteien auf "Wählerverstimmungen", die Verdrängung alltäglicher Eingliederungsfragen bestimmen die Praxis der Ausländerpolitik! Diese Haltung überwiegt trotz der neuen Gesetze für Zuwanderung und Integration auch in Augsburg. 2.5 Integrativer Stadtumbau Die Stadt Augsburg braucht ihren "Religionsfrieden" mit dem Islam. Das setzt eine neue Eingliederungs-Strategie voraus, die von den Rathaus-Parteien zu verantworten und von allen Wahlbürgern demokratisch zu entscheiden ist. Neben überzeugenden Bildungs-/Kulturprogrammen für 95.000 "Neu-Augsburger" soll nach unseren Vorstellungen in den ausgedehnten Kasernengebieten im Westen eine innovative Konversionspolitik praktiziert werden. Mehr als 200 ha, ein Gebiet so groß wie die Innenstadt von Augsburg, stehen hier für den Stadtumbau zur Verfügung. Der innere Frieden in unserer Stadt braucht ein städtebauliches Konzept, das vielen sozialen Facetten gerecht werden soll. Mit dem Ansatz des Nachbarschafts-Marketing auf ihren Konversionsgebieten kann die Stadt diesen Integrativen Stadtumbau zukunftsweisend umsetzen. Ähnlich wie mit der Augsburger Parität die Doppelung der Kirchen den sozialen Ausgleich im Stadtbild repräsentierte, werden die Konversions-Gebiete in den kommenden Jahrzehnten den Aufbruch der Friedensstadt in eine Europäische Zukunft symbolisieren. Auf den früheren Militär-Arealen der deutschen Wehrmacht, einem ehemaligen KZ-Außenlager von Dachau und der späteren US-Garnison lebten in den Nachkriegsjahren bis zu 30.000 Amerikaner mit ihren Familien. In den Nachbarschaften von Centerville, Cramerton, Flakkaserne, Fryar-Circle, Reese Barracks, Sheridan oder den Sullivan Heights können heute alle Bürger ihre Zukunft verwirklichen und sich persönlich mit ihrer Friedensstadt identifizieren. Die Aufbruchstimmung soll in den verschiedenen Konversions-Arealen mit jeweils eigenen Profilen zum Ausdruck kommen. 2.6 Integrations- und Friedensforum Diese öffentliche Veranstaltung findet seit 2001 jährlich an der Universität Augsburg am Institut für Geographie statt. Gründer und Leiter des Forums ist der Autor in seiner Eigenschaft als Deutsch-Türkischer Ombudsmann an der Universität Augsburg. Auf dem Forum werden aktuelle Probleme und Defizite der Eingliederung deutscher Aussiedler aus Russland, Osteuropa und Zentralasien sowie der zugewanderten Ausländer diskutiert. Einen Schwerpunkt bildet die Förderung der guten Nachbarschaft zwischen Deutschen und Türken in der Bundesrepublik. Zu Wort kommen die Betroffenen selbst. Sie führen den kritischen Dialog mit unabhängigen Fachleuten und engagierten Bürgern. Die Umsetzung einer neuen Integrationspolitik in Deutschland stand 2005 im Mittelpunkt. Im Jubiläumsjahr der "Pax Augustana" wurde die Bedeutung des Augsburger Religionsfriedens für die Integration der Muslime in Deutschland thematisiert: der christlich-islamische Dialog - die Angst vor dem Islam und dem Fremden - vertrauensbildende Maßnahmen im Sozialraum Moschee - die Umsetzung des neuen Zuwanderungsrechts - Garantie der Religionsfreiheit in Deutschland - islamischer Religionsunterricht an Moscheen und/oder an den deutschen Schulen - Ausbildung islamischer Religionslehrer und Imame an deutschen Universitäten. Im Jahr 2006 standen die umstrittenen "Moslemtests" bei der Einbürgerung der Muslime in Deutschland auf der Agenda. Die Herausforderung für die Friedensgeographie sind heute hoch brisant. Man denke an die leidvollen Erfahrung von Holocaust und Rassismus, den weltweiten Terror und die religiös motivierten Kriege, an Verletzungen der Menschenrechte und Xenophobie, an soziale und kulturelle Desintegration durch Flucht, Vertreibung und Migration. Umweltkrisen durch Entwaldung und, Bedrohung durch globale Erwärmung und Radioaktivität steigern die Naturrisiken. 2.7 Friedensaktivitäten heute Im Oktober 2001 gründete sich an der Universität Augsburg eine Fächer übergreifende "Initiative Friedens- und Konfliktforschung". Thematisch konzentriert sie sich auf zwei Schwerpunkte: "Migrationund Integration" durchgemeinsame Projektevon Sozialpsychologie, Pädagogik, Theologie und Geschichte; "Ressourcenmangel und globale Gerechtigkeit" durch Kooperationen zwischen Physik, Chemie, Informatik, Recht, Soziologie sowie der Sozial-und Wirtschaftsgeographie (Eckern/ Herwartz - Emden / Schultze). Zum 450. Jubiläum des Augsburger Religionsfriedens wurde der Augsburger Friedenspreis an den Herrn Präsidenten Michail Gorbatschow und den Leipziger Pfarrer Herrn Christian Führer verliehen. Es erfolgten zahlreiche weitere Initiativen: wie zum Beispiel die Gründung einer Interkulturelle Akademie, der Start des Integrations-Forums und der Ausbildung von Interkulturellen Beraterinnen und Beratern am Bayerischen Zentrum für Berufliche Fortbildung (bfz), die ständige Einrichtung eines Runden Tisches der Religionen und die Fortführung des Augsburger Friedensbüros (PAX 2006; Verlagsgruppe Weltbild 2006). 3. PERSPEKTIVEN: INTERNATIONALE GEOGRAPHISCHE FRIEDENSFORSCHUNG 3.1 Neue Fragestellungen Je nach Fragestellung der Friedensgeographie sind die unterschiedlichen Dimensionen von Natur- und Sozialräumen zu berücksichtigen: lokal - regional - global. Kulturelle Identität, mediale Interaktion und visionäre Leitbilder bilden wichtige Komponenten bei der Wahrnehmung von Raum, Zeit und Politik im Friedensprozess Der Sozial-räumlichen Dialektik (socio-spatial dialectics) kommt in der Friedensarbeit eine zentrale Stellung zu. Im Wechselspiel zwischen Konflikt- und Friedensräumen - zwischen Integration und Desintegration der Grundrechte, zwischen Inklusion und Exklusion von Menschen, zwischen legitimer und illegitimer Gewalt, zwischen Schutz und Verletzung der Verfassung - wird diese Interferenz immer wieder deutlich. Die Geographische Friedensforschung ist am Leitwert des Friedens orientiert. Ihr liegt jedoch keine politische Festlegung auf einen bestimmten Friedensbegriff zugrunde. Unter Frieden im konzeptionellen Sinne wird die Einhegung und Minderung von Gewaltanwendung gegenMenschenverstanden. Die Friedensgeographie kannmitverschiedenenForschungsfeldern der normativen, interdisziplinären und praxisorientierten Friedens- und Konfliktforschung zusammen geführt werden: friedenstheoretischen politikwissenschaftlichen, theologischethischen, sozialwissenschaftlichen, rechtlichen und naturwissenschaftlichen Aspekten. Die Friedensgeographie erforscht die Chancen und Grenzen der Realisierung des Friedens in all seinen geographischen und sozial- räumlichen Dimensionen. Die Friedensfähigkeit moderner Gesellschaften ist die entscheidende Motivation ihrer wissenschaftlichen Arbeit. Friedensprozesse gehören ebenso zu ihren Themen wie die kriegerischen Gewaltanwendungen. Im Zeitalter der Globalisierung und einer sich tendenziell entwickelnden Weltgesellschaft mit neuen Chancen aber auch Bedrohungen der Menschheit ist Friede zu einem zentralen Anliegen geworden. Die Reflexion über Vorstellung en einer gewaltfreien Moderne und die Entstehung eines neuen geographischen Weltbildes gehören zur theoretischen Grundlegung der Geographischen Friedensforschung. Vorläufer einer geographischen Friedensforschung lassen sich beispielsweise bei C. Shaw und H. McKay der Chicagoer Schule der Sozialökologie erkennen. Beide haben die Jugendkriminalität in US-amerikanischen Großstädte untersucht und Delinquenzgebiete (delinquency areas) abgegrenzt und mit Theorien der "Kulturellen Übertragung" und "Sozialen Desintegration" erklärt. Beide Autoren sind Vertreter der Kriminalgeographie, die bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstandenen ist (Meurer). Fragestellung der Friedensgeographie lassen sich aus den "critical politics" herleiten: z. B. Differenzierung einer neuen Weltordnung und veränderte Hegemonien, gewandelten Aufgabenfeldern der NATO, erweiterten Sicherheitskonzepten, Bekämpfung des Terrors und des politischen Islamismus, Globalisierung - Entwurzelung - Radikalisierung des Islam auf dem Weg nach Westen (Abou-Taam; Ferguson; Hardt/ Negri/Bigalke; Roy). Der Autor entwickelt seinen Ansatz aus der interkulturellen Hermeneutik, der Anthropologie des Ausdrucks und des Symbolischen Interaktionismus. Die Anwendung begründet sich aus der System-, Medien- und Handlungstheorie. Praktische Friedensgeographie wird als Angewandte Diskursforschung und Interaktive Sozialgeographie verstanden. Foren und Agenturen der gewaltfreien Kommunikation Friedensarbeit mit change agents bestimmen Projekt-Organisation und Management. 3.2 Definition Friedensgeographie ist der natur- und sozialräumliche Aspekt der Friedens- und Konfliktforschung. Sie erklärt, analysiert und gliedert die lokalen, regionalen und globalen Friedens- und Konflikträume. Im Mittelpunkt der Anwendung steht die Geographische Friedensarbeit. Sie ist die gewaltfreie Kommunikation zwischen und innerhalb des Staates, der Bevölkerung und der Zivilgesellschaft. Sie umfasst alle Bereiche des sozialen Lebens und der Natur auf den Gebieten der Humanökologie als "total human ecosystem" (Schmid). Hauptaufgaben des gewaltfreien Dialogs sind die Durchsetzung der weltweit gültigen Standards des Umweltschutzes, die demokratische Implementierung der Freiheits- und Menschenrechte auf allen Ebenen der Gesellschaft sowie die Respektierung der Minder- heitenrechte und des Völkerrechts. Die Akzeptanzbildung bei allen Beteiligten ist mit vielschichtigen Sensibilisierungs- und Lernprozessen verbunden. Die entsprechende Begleitforschung ist in GeoAnwenderZentren sowie in eigenen Integrations- und Friedensforen zu organisieren (Schaffer / Hilpert 2002). Friedensarbeit ist das wichtigste Instrument der angewandten Friedensforschung (Auhagen; Bald; Farhat Naser). Sie versteht sich als Positive Kommunikation zwischen den Völkern, zwischen Staat und Gesellschaft, zwischen Repräsentanten der Religionen, ihren Laien und Gläubigen, zwischen politischen Parteien und ihren Wählern, zwischen Regierungen und NGOs, zwischen Individuen, Milieu-Welten und allen Gruppen der Bevölkerung wie z.B. Generationen, Ethnien, Behinderte. Der gleiche Ansatz gilt für die Lösung von Konflikten zwischen Bürgern und Institutionen des Intermediären Bereichs der Zivilgesellschaft wie z.B. Kirchen, Konfessionen, Gewerkschaften oder Verbänden. Die "Agents of change" gewährleisten Management Consulting, Interkulturelles Konfliktmanagement, Multi-level-Profile mit eigenen Leitbildern, Medien- und Öffentlichkeitsarbeit ( Haeske; Kellner; Klappenbach; Rosenberg). Dafür sind geschulte Moderatoren bzw. Mediatoren auszubilden. Anerkannte Ombudsleute und Trainer für gewaltfreie Kommunikation, diversity manager und Interkulturelle Berater sind einzusetzen bzw. in den verschiedenen Krisenregionen zu konsultieren (Sikor 2006). Inzwischen existieren dafür zuverlässige Angaben über geeignete Persönlichkeiten zum Beispiel am Centre for Non-violent Communication in den USA ( Tel.: 001-818-957-9393 bzw. www.cnvc.org . Friedensgeographie markiert den Gegenentwurf zur Kriegsgeographie und akzentuiert den Paradigmenwechsel in der Geopolitik. 3.3 Dank an Vladimir Klemencic Geographen sind bislang auch international an der interdisziplinären Friedensforschung kaum beteiligt gewesen. Ausgehend von Friedrich Ratzels "Politischen Geographie oder die Geographie der Staaten, des Verkehrs und des Krieges" befassten sich prominente Geographen eher mit Fragen der Machtpolitik, Rassenlehre, Militärgeographie und Fragen der Kriegsführung wie zum Beispiel die Geographische Forschungsstaffel zur Zeit des Nationalsozialismus. In der Nachkriegszeit stehen sozialwissenschaftliche Probleme der Kriminalgeographie, der Konfliktforschung und insbesondere der Polischen Geographie im Vordergrund der Betrachtungen. Friedensgeographie als Pendant zur Krieg sgeographie ist so gut wie nicht behandelt worden. Die Anregung zu einem konzeptionellen Entwurf der Friedensgeographie stammt, wie eingangs erwähnt, von Herrn Kollegen Vladimir Klemencic. Er konnte bereits seit den 1970er Jahren moderne mit Abhandlungen über die Bedeutung von Grenzen und Ethnien für den Europäischen Einigungs- und Friedensprozess in die Diskussion einbringen (Gosar). Für diese Pionierleistungen in der Geographischen Friedensforschung dankt die Schwäbische Geographische Gesellschaft ihrem Mentor und Ehrenmitglied. In ihrem Auftrag darf der Autor Herrn Prof. Dr. Vladimir Klemencic zu seinem 80. Geburtstag am 10. Juli 2006 Gottes Segen, Gesundheit und alles Gute wünschen. "Ein Leben lang die Geographie lieben" - das Leitmotiv von Vladimir Klemenčič - soll uns allen ein Vorbild sein! Literatur Abou-Taam, Marwan; Bigalke, Ruth (Hrsg.), 2006: Die Reden des Osama bin Laden. Heinrich Hugendubel Verlag, Kreuzlingen/München 2006. Asam, Wolfgang; Matzeder, Karl, 1999: Integration Schwerbehinderter in den Arbeitsmarkt. 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CONCEPTION - PROJECTS - PERSPECTIVES Summary Friedensgeographie is concerned both with maintenance of democratically agreed ecological standings and implementation of freedom and human rights within a local, national and global scale of polities and environments. Geography of peacemaking, peacetime geopolitics and human rights watch are global counterparts to political geography of warfare and wartime geopolitics called Kriegsgeographie (Ratzel 1903). Spatial Dialectics both of escalation into conflicts and de-escalition into peacemaking process are constituating elements in the theoretical framework of geographical peace studies. It is a continuous two-way process, in which individuals and people, authorities and states may come into conflict with human rights and damage of the environment. This interdependency creates and modifies both social spaces and natural environments. People are conditioned in various ways by these social spaces and environments in which they live, work and communicate, set up their careers and creatively adjust common social and environmental changes (Schaffer 1996). Change agents are managing networks and practise non-violent communication within "Learning organizations" (Senge). Ombudsing, mediation and moderation are instruments to cope with exclusion from human rights in every respect caused by wars and crime, diseases und epidemics. Poverty and unemployment, racial, ethnic and religious discrimination, bias towards the elderly and handicapped persons have become an all-round routine in everyday life in western societies.These everyday problems are challenging new and exiting research in applied Friedensgeographie. Non-violent communication has to be practised to manage conflicts in different scales with Friedensarbeit and Ecological bartering. Mediating and networking are crucial methods as well in polities of empires or states as within dull everiday-dialogues, both in human and ecological spaces (Klappenbach; Rosenberg). Examples for Socio-spatial units for instants are families, groups, functional systems of everyday life like schools, hospitals, services of medical care, religious spaces, different life worlds, neighbourhoods, communities, municipalities, regions, nations, peoples, states, NGOs, civil society and raising up of global ommunities. Socio-ecological risk-areas may be radioactive fall-out areas from the Chernobyl accident; the Indian Ocean Tsunami Region; global warming zones more humid than before or drier than before; flood through rise in sealevel; areas of crisis of the environment, deforestation and rainforests under threat; ocean and river pollution like oil sticks and tar balls, natural hazard-events like danger of flooding , earthsquakes, vulcanism and tsunamis (Bormann). We need new types of geograpical societies and management-centers for instants like the GeoForschungs Zentrum Potsdam. Up to the very day German Geography does not have a study group similar to German historians who have started already 36 years ago creating a wide scope of research (Ziemann). Just recently German historians have made matter for discussion "worlds of maps" representing landscapes and political spaces (Dipper and Schneider)! The author finally drafts a conceptual and theoretical frame on applied and empirical research within future international geographical peace studies. He proposes a preliminary outline and definition of Friedensgeographie as a New Human Ecology in order to stimulate critical discussions within geography. Online-Version of Geographical Peace Studies documents the chapters of the essay on Friedensgeographie more thoroughly: Challenges in 21stCentury Human Ecology are interprated from global maps of World population at the millennium; wars and conflicts with religious motives; monitoring of human disasters caused by world-wide AIDS, tsunami risks and radioactive fallout from Chernobyl accident 1986; Global warming and the actual crisis of the environment ( Parker). The author interprates a series of actual geopolitical maps focussing especially the Middle East, Israel and Palestine since 1945, Islamic fundamentalists in the Middle East since 1979; the Invasion of Iraq 2003; Africa post independence wars and revolutions; Post-Indepenendence wars and revolutions in South and South East Asia since 1945; the Cold War: the age of bipolarity; the nuclear balance 1955-80; the Cuba missele crisis 1962; seperatism and nationalism in Western Europe since 1945; the expansion of European Union 19812005; the collaps o f Communism since 1989; the civil wars in the communist successor states: the Caucasus 1988-2005, the Yugoslav civil war 1991-95; the war in Kosovo: flight of Kosovan Alban refugees 1999; towns bombed by NATOforces; major massacres; sites of religous significance to Serbs; NATO zone of occupation with nationality of occupatin force; strongholds; NATO bombing raid (Parker). The online- documentation shortly reviews maps of the First World War 1914-1918, the USSR from Lenin to Stalin; European political problems 1919 -1939; the Great Depression 1929-1939; The Second World War in the West both in Asia and the Pacific; Severe crimes of holocaust and genocides in the 20th century, atomic bombing on Hiroshima, bombing of Coventry and Dresden; Post-war population movements and territorial change 1945-49; Berlin 1945-90; European military and economic trading blocs 1947-73; The Soviet Union and the world 1945-91; State tyrany under Stalin; the Cultural Revolution in China 1966-76; Japan and Kore a since 1945; the Korean War; Retreat from Empire and the post-colonial world in the 1990s; Latin America and political change since 1930 (Parker). The Author chooses by way of seven examples the cities of Augsburg and Ulm, the district of Bavarian Svabia and Federral Republik of Germany: 1. Naturalization of Islam and "Moslem Tests" in Germany (Schaffer / Aydin 2006) - 2. Balanced integration management of foreign migrants within the city of Ulm (Barfuß 2006) - 3. Desintegration and diversity management of Turkish moslems and German resettled persons from Russia and Eastern Europe in the city of Augsburg (Schaffer/Aydin 2006) - 4. Urban development of former German army barracks and a temporary Nazi concentration camp which were followed by Armican army barracks and extensive parade grounds for tanks that are transformed now into a science city with neighbour-hoods for all generations in Augsburg (Schaffer / Kellner 2006) - 5. Creating multi-level-profiles of images inside the "City of Peace" and as an unique model for marketing of Augsburg within "Greater Munih Metropolis" all over the globe (Schaffer / Kellner 2006) - 6. Urban and regional management of supporting and integrating unemployed disabled and handycapped persons into the labourmarkets of Augsburg and all over Bavarian Svabia ( Thieme 2006; Asam/Matzeder1999) - 7. Ecological regeneration of river control and riskmanagement in temporarily flooded areas by public involvement of interculturally self-organized groups thus improving both the quality of life in regularly endangered lower class neighbourhoods and the effectiveness of municipal precautions and responsibility in the city of Augsburg (Develiglu 2006).