» O»O>»t>» AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA AAAAAAA AAAAAgAAg^g.** <.<<< <** fJULf fJt.tJIJLf 44213 Preis 1 Krone ALBERT SAMASSA GEB. 11. FEBRUAR 1833 ALOIS KRASCHOWITZ GEB. 11. JUNI 1839 Die beiden Grlindungsmitglieder, die durch alle flinfzig Jahre ununterbrochen dem Vereine angehdrt haben Gedenkschrift aus AnlaB der Feier des fiinfzigjahrigen Bestandes des Laibacher deutschen Turnvereines. Herausgegeben vom Turnrate. Laibach 1913. Im Selbstverlage des Laibacher deutschen Turnvereines. 44213 Druck von Ig. v. Kleinmayr & Fed. Bamberg in Laibach. VORWORT. Der Laibacher Deutsche Turnverein hat nun das ftinfte Jahrzehnt seines Bestandes durchlebt. — Vor 25 Jahren hat der Turnrat zum erstenmal einen grofieren Rechenschaftsbericht ver- offentlicht, der das erste Vierteljahrhundert umfafite; dann folgten solche Berichte 1893, 1898 und 1903. Es sind also zehn Jahre seit der Veroffentlichung des letzten Berichtes verflossen. Dies legt dem Turnrate die Pflicht auf, iiber die letzten zehn Jahre zu berichten; er glaubt sich aber den Dank aller Vereinsgenossen wie aller seiner Freunde zu verdienen, wenn er aufier den Be- gebenheiten, die der Verein wahrend dieser zehn Jahre erlebte, auch ein tibersichtliches Bild der Gesamtgeschichte des Vereines wahrend der fiinfzig Jahre aufrollt: den alteren Mitgliedern zur Auffrischung der Erinnerung an manches Selbsterlebte, den jtin- geren zur Ermunterung ftir die Zukunft. — Die Blatter unserer Vereinsgeschichte werden sie lehren, was selbstlose Hingabe an unsere Volkssache selbst unter den schwierigsten Verhaltnissen erzielt; sie lehren aber auch, daB jeder nur so lange gilt, als er sich zu behaupten weifi. So moge sich die Jungmannschaft an den Vorbildern friiherer Zeiten begeistern und mit stolzem Mute sich sagen: Wir wollen unsere Alten noch ubertreffen! — Und die Alten werden ihren Segen dazu geben. Gut H ei 1 ! Laibach, im Wonnemond 1913. Der Turnrat. 1* Vom Turnrate beauftragt, am Schlusse des fiinfzigsten Vereinsjahres den Bericht iiber die Tatigkeit des Vereines wahrend der letzten zehn Jahre zu entwcrfen, ver- meinte ich, sei es zvreckmiiBig, zugleich ein Bild seiner Geschichte wahrend der ganzen funfzig Jahre zu entwerfen, soweit dies mit dem vorhandenen Quellenstoff mbglich sein kbnne. Ich habe daher begreiflicherweise so manches aus den Berichten der Jahre 1888, 1893, 1898 und 1903 ubernommen, die ja selbst meiner Hand ent- stammen, und gegebenen Ortes eingefiigt. — Am vollstandigsten gelingt dies natiirlich bei den Ubersichtstafeln im Anhange, die dem Leser ohne viele Muhe erinbglichen, sich selbst ein Bild zu machen vom Werden und Wachsen, Bliihen und Verbliihen, neuem Knospen und Treiben des Vereines, wie es sich ja immer mit der Folgerichtig- keit eines Naturgesetzes ablost. Diese Ubersichten werden ihm aber auch ermoglichen, so manche Schlusse zu ziehen, ohne daB sie ihm erst der Geschichtschreiber aufzufuhren braucht, weil sie sozusagen das feste Geriiste abgeben fiir das, was die Geschichts- blatter erzahlen. Mbchten die Friichte dieser meiner Arbeit, die etwas umfangreich ausgefallen ist, denen, die sie freundlich aufnehmen, auch einigen GenuB bereiten; das wkre mein schbnster Lohn. — Zum fiinftenmal bin ich mit dieser Aufgabe betraut worden und diesmal wohl das letztemal. So schlieBe ich denn mit demselben Wunsche, mit dem ich meinen Bericht vor zehn Jahren geschlossen habe, es moge meine Arbeit in spa- teren Tagen fiir manche auch eine freundliche Erinnerung an den Verfasser bedeuten. Laibach, im Wonnemond 1913. Dr. Josef Julius Binder Sprechwartstellvertreter. EINLE1TUNG. Die Seele des Deutschtums spricht: Ich bin die nationale Willenskraft, welche unausgesetzt kampfen mufi gegen die Schwache, Lauheit und Tragheit der ungeheuren Menge unter den Deutschen, die immer und immer wieder vergessen, was sie sich und ihrem Volke schuldig sind. Allein ich mufi siegen. Und darum werde ich die Not und die Gefahr herbeirufen, damit sie die schlafenden Herzen wieder in Erregung bringen! Karl Proll im Marchen „Die einsame Lampe". Ein halbes Jahrhundert tatigen Lebens hat der Laibacher (Deutsche) Turnverein hinter sich. Seine Geschichte unterscheidet sich wohl von der der meisten Turnvereine, weil sie zugleich ein Bruchstiick oder, besser gesagt, ein Ausschnitt aus der Geschichte des Krainer Deutschtums ist, wie sich diese in den letzten zwei Menschenaltern abgespielt hat: Die Leidensgeschichte eines Kamp- fes um das ein Jahrtausend alte Erbrecht auf den Boden des Landes, aber auch eine Geschichte des Ringens um die Erhaltung der alten bsterreichischen Oberlieferung, die Lander und Volker durch das Band der deutschen Staatssprache nicht nur zusammenhielt, son- dern auch deren kulturellen Fortschritt begriindete und pflegte. Es ist die Geschichte des Ringens mit gewissen, den Reichsverband lockernden Tendenzen, jeweilig um so harter, so oft diese selbst von oben her als rettende Staatsweisheit betrachtet wurden. Der Verein pflegte naturgemaB in erster Linie das deutsche Turnwesen im Geiste Jahns, der es im Sinne der Bewahrung wehr- hafter, gesunder Volkskraft auch fiir die Ervvachsenen gedacht hatte, suchte aber zugleich auf dem Wege der Geselligkeit auch die Nicht- turner um seine Fahne zu sammeln und fiir die Ideale Jahns zu gewinnen. Es gab zwar einen Geselligkeitsverein, den Kasino- verein, der aber noch zu „exklusiv“ schien, indem dort die Uber- lieferungen des „Adels-Kasino“, als das es eigentlich in den Vier- zigerjahren bei der Griindung gedacht war, lange noch vor- herrschten, selbst nachdem schon langst nicht mehr die Adels- gesellschaft iiberwog. So sorgte der Turnverein fiir den geselligen ®> 5 © ZusammenschluB der biirgerlichen Kreise im breitesten Sinne des Wortes. Kneipen, Kranzchen, Vorlesungen, Vereinsausfliige sollten dazu dienen, alle Kreise der Biirgerschaft zu gewinnen. Mit dem Vblkerfruhling in Osterreich geboren, stand der Verein auf der Seite derjenigen, die die eben gevvonnene Verfassung gegen ihre Gegner, Klerus unči Feudaladel, verteidigten. So wurde er selbst als Vertreter dieser Ideen betrachtet und bekam, obwohl er seine Sonntagsaus- fliige in jenen Jahren mit einer heil. Messe einleitete, wiederholt diese Gegnerschaft zu fiihlen. In Krain war namlich der Klerus seit Beginn des 19. Jahrhun- derts — lange bevor der deutsche Michel aus seinem Allervveltstraum erwacht war — der Trager des slowenisch-nationalen Gedankens, der beharrlich an der Slowenisierung des Landes arbeitete, besonders seit er in dem „Vater der Nation“ Dr. Bleiweis einen volkstiimlichen Schriftsteller gefunden hatte und so leichter die Bauern gegen die Turner mobilisieren konnte. Dem tast gleichzeitig mit dem Turnver- ein gegriindeten „Sokol“ ging es manchmal auch nicht besser. Als aber die Dezemberverfassung (1861) die Neuschopfung Osterreichs vollendete und die Maigesetze (1868) das Werk kronten, da kannte der HaB keine Grenzen. Der blutige Tag von Jeschza (20. Mai 1868) und die „Schlacht vom Jantschberge" (23. Mai 1869) trau- rigen Angedenkens, sind die Denkmaler des nach solcher Schiir- arbeit ausbrechenden Nationalhasses, der von nun an den Geg- nern der Verfassung als wirksamste Waffe diente. Das Ministe- rium Hohenwart lieB den Verein bald verspiiren, was zu gewar- tigen ware, wenn die Feinde der Verfassung siegten. — Hohen- wart ging und man atmete wieder auf, bis endlich 1879 die ver- fehlte Politik der Deutschliberalen das Ministerium Taaffe ans Ruder brachte, das zwar auBerlich die Verfassung schonte, aber innerlich auf dem Wege der Verwaltung die Lander auf Kosten des Reiches sattigte oder besser zu sattigen sich redlich Muhe gab; dazu gehorte auch die Befriedigung der slavvischen Sonderwiinsche, die mit groBen Kosten ins Werk gesetzt wurde. Dies bekam man in Krain zuerst zu fiihlen. Hierher stellte Taaffe den Uberlaufer aus dem deutschliberalen Lager, den Hofrat A. Winkler als Landesprasidenten an die Spitze der Verwaltung mit der Aufgabe, eine „liberale“ slowenische Partei, die „aktions- fahig“ ware, zu organisieren. Er verstand diese Aufgabe so gut, daB ihm bald das neue Geschbpf liber den Kopf zu wachsen ® 6 -© beganh. Nun hatte der Verein auch die Regierung zu seinem Feinde Allein da scharie er neuerdings das deutsche Biirgertum um seine Fahne und, indem er seinen Namen durch den Zusatz „deutscher“ (Laibacher Deutscher Turnverein) anderte und das deutsche Drei- farb Schwarzrotgold als Vereinsfarbe aufnahm, legte er sein Glau- bensbekenntnis auch der Regierung gegeniiber ab. Die grbBte Tat jener Zeit war aber die Schopfung des Anastasius-Griin-Denkmals (1886), das, so schbn gedacht, Veranlassung zu heftigen, tagelang wahrenden Massenunruhen wurde, die, wenn auch kiinstlich her- vorgerufen und kiinstlich genahrt, doch der Regierung die Augen hatten bffnen sollen. DaB Baron Winkler den Verein durch klein- liche Schikanen behelligte, daB leitende Personlichkeiten im Vereine Gegenstand behordlicher Verfolgung wurden, ist noch den meisten in Erinnerung. Sie sollten dazu beitragen, die deutsch - vblkische Strbmung abzuleiten, was Baron Winkler um so eher zu erreichen hoffte, als er im Lager der Altliberalen doch noch einige fand, die glauben mochten, daB durch Zuriickstellung des Nationalen bei den Deutschen auch seitens der Slawen das Gleiche zu gewartigen oder zu erzwingen sei. Wie sehr hatte man sich getauscht! Die „Jungen“ im Vereine sollten leider nur zu sehr Recht behalten. Der Verein war nun darauf bedacht, uberall im Lande die deutsch-volkische Kleinarbeit zu fordern, wie er dies auch heute noch tut. Zunachst war es der Deutsche Schulverein, der in jenen Tagen (1880) gegriin- det worden, dessen er sich annahm; dazu kam spater der wirtschaft- liche Schutzverein der Siidmark (1890). Die Griindung von Orts- gruppen dieser Vereine war zumeist von seiner Beteiligung begleitet. Wiederholt erschien er in Sagor, in WeiBenfels, in ABling, Dom- schale, vollends in Gottschee. Selbst in das Kiistenland trug er den vblkischen Gedanken und fand als Vorkampfer des deutschen Ge- dankens begeisterte Aufnahme. Allein auch auf diesen Wegen folgten ihm seine Gegner und verstanden es durch Aufreizungen mannig- facher Art die friedlicheren Landleute zu Angriffen, Uberfallen, zur Bedrohung an Leib und Leben zu veranlassen, wenn deutsche Turner auf ihren Ausfliigen die deutschen Briider im Lande aufsuchten. Innerhalb der Stadt aber stand der Verein in treuer Waffengenossen- schaft mit der 1884 gegrundeten akademisch-technischen Ferial- verbindung (heute. Landsmannschaft) ,,Carniola“ und im freund- schaftlichen Verkehr mit den iibrigen deutschen nichtpolitischen @ 7 ® Vereinen der Stadt. Die Familienabende, die Jahrvvendfeier, die Jul- feier, sie alle gaben Veranlassung, die deutsche Gesellschaft, zu- meist der biirgerlichen Kreise, zu vereinigen und die Feier volkischer Erinnerungstage erhielt das volkische BewuBtsein wach. Gleichzeitig aber ging trotz alledem auch die turnerische Arbeit vorwarts und die Beteiligung an den Gau- und Kreisturn- festen, die so manchen Siegeskranz dem Vereine brachte, beweis.t, daB der Verein seine Hauptaufgabe auch zum Gegenstande seiner Hauptsorge machte. Mittlerweile sah sich Baron Winkler machtlos dem Ubermut seiner slawischen Freunde preisgegeben. Auch Taaftes Politik des „Fortwurschtelns“ nahm nach 14jahriger Tatigkeit ein Ende. Nun sollten die entfesselten Fluten eingedammt werden. Das Erdbeben des Jahres 1895, ohnehin unheilvoll genug, brachte aber in seinem Ge- folge einen Biirgermeister an die Spitze, der dem neuen Landesprasi- denten Baron Hein in schlauer Weise zu guter Letzt auch die Polizeimacht zu entwinden vermochte. Die „Deutsche Parteileitung fiir Krain“ (spater der ,, Deutsche Volksrat fiir Krain“), die mit der Wandlung an der Wiener Zentralstelle als neue Organisation der deutschen und fortschrittlichen Biirgerschaft ins Leben trat, zeigte, daB die Irrungen der altliberalen Ara iiberwunden waren. Sie nahm es auf sich, schiitzend einzugreifen, wo sich der slawische Machthunger in seiner Unersattlichkeit an deutschem Gute be- friedigen wollte. Allein der Biirgermeister Hribar war schlauer und verstand seine Vertrauensstellung beim Landesprasidenten, wie in Wien trefflich auszuniitzen. Jahrzehntelang hatte bis dahin der Verein seine schwarzrotgoldenen Banner gelegentlich der Sommer- feste flattern lassen, unbehelligt vom Publikum wie von der Be- hbrde. Nun bot dem Biirgermeister die Beflaggung des Gartens (1903) anlaBlich der 40jahrigen Jubelfeier die geeignete Ver¬ anlassung, sich durch die bestellten larmenden StraBenkund- gebungen bevvegen zu lassen, die Beseitigung der Flaggen behord- lich zu verfiigen, und von da an verstand er es jahrelang durch ent- sprechende Schikanen dem Turnvereine es iiberhaupt unmbglich zu machen, ein Sommerfest zu veranstalten. Es wiirde zu weit fiihren, das ganze Spiel zu entrollen, das er spielte; es war ja nur die Vor- iibung zu dem StraBenaufstande in den Septembertagen 1908. Der Verein hat aber durchgehalten, weil trotz der Einschiichterung, die © 8 ® die Angriffe (die Gegner scheuten sich nicht, den Verein gar als „un- patriotisch" zu verdachtigen) bezweckten, das deutsche Biirgertum fester dastand als je. Selbst bis in die neueste Zeit hinein muB der Laibacher deutsche Turnverein fiihlen, auf was fiir einem Boden er lebt. Dies zeigt das Verbot, das auf einmal im J ahre 1910 von der obersten Schulbehbrde ausging,wonach es denVolks- und Mittelschiilern nicht mehr gestattet sein solle, bei einem Turnvereine Turnunterricht zu nehmen. Dieser Schlag traf unseren Verein besonders hart, weil er seine aufbliihen- den Schulerriegen dem Turnlehrer des Laibacher Schulkuratoriums F. Zirnstein, der auch Turnlehrer des Turnvereines ist, in einen besonderen Privatturnkurs iibergeben muBte. Was war aber die Ver- anlassung zu diesem Verbote? Es ist zu grotesk, als daB es ver- schwiegen bleiben solite. Seit namlich die slowenische Volkspartei, die (christlichsoziale), die klerikale Partei in Krain aufgesaugt hatte, ging sie daran, die Liberalen auf ihrem eigenen Boden zu bekampfen und so rief sie auch Turnvereine ins Leben, die sich im Gegensatze zu den Sokolen (Falken) Orle (Adler) nannten. Die Liberalen began- nen nun einen Wettlauf gegen die Čuki (Eulen), wie sie die Gegner schimpften, und mobilisierten die Schuljugend bis zu den kleinsten Knirpsen herab; man steckte sie in die Sokoltracht und begann damit eine eigenartige Werbearbeit. Die Christlichsozialen blieben nicht zuriick und machten es gleichfalls so. Die Folge davon waren bald ZusammenstbBe der beiden Turnvereine auf dem flachen Lande, die erhebliche Verletzungen auf beiden Seiten zur Folge hatten. Statt nun zu veranlassen, daB die Schiller nicht in Trachten ge- steckt wiirden oder daB wenigstens den Vereinen, die die Jugend miB- brauchen, die Aufnahme von Turnschiilern untersagt worden ware, — erging das Verbot, das nun mit den schuldigen slowenischen Turnvereinen auch den ganz unschuldigen deutschen Turnverein traf. Eines kann man dieser Methode nicht absprechen, —sie ist bequem. Man schert alles iiber einen Kamm, ohne Unterscheidungen zu machen; letzteres wiirde namlich etwas Muhe kosten und am Ende die Gefahr nicht bannen, „wegen einseitiger Behandlung" von den slowenischen Parteien angeklafft zu werden. Diese Geschichte ist iibrigens nebenbei sehr belehrend fiir die slo- wenische Auffassung vom Turnen als Mittel nationaler Schulung. Mochten doch unsere Volksgenossen in den deutschen Ge- meinden davon lernen: wie niitzlich ware es fiir uns ® 9 ® Deutsche, auch den jiingsten Nachwuchs auf dem Lande volkisch vertraut zu machen. Freilich kostet das Opfer Geld und Zeit, die von den Parteien getragen werden miiBten, wie es hierzulande die politischen Parteien der Slawen mit freudigem Opfermute tun. Wir mochten viel schonere Friichte erzielen, wenn der deutsche Turngedanke reichlicher als bisher in die landlichen deutschen Gaue verpflanzt worden ware. Der Verein hat unter diesen Umstanden begreiflicherweise zwar manchen Ausfall an Mitgliedern erlitten, ihn aber nicht wett- gemacht, weil der Turnrat es absichtlich vermied, in den Tagen, wo so viele Opfer gebracht wurden, mit Werbungen zu kommen. Der vblkische Gedanke hat aber trotzdem so viel vverbende Kraft bewahrt, daB der Verein in die zweite Jahrhunderthalfte mit einer noch immer stattlichen Mitgliederzahl eintritt und gewiB begleitet ihn dabei aller Wunsch, daB er auch weiterhin das deutsche Biirgertum um seine Fahne sammle, auf daB er ein Hort sei des deutschen guten Rechtes, getreu seiner Losung: „Allezeit aufrecht!" Erst wer alle diese Umstande kennt, wird so manches ver- stehen, was in den nachfolgenden Blattern seltsam erscheinen mag, wie es in den Jahrbuchem von Turnvereinen sonst nicht zu finden sein diirfte. I. Geschichte der Griindung, Leitung und der Satzungen des Vereines. ■ chon in den funfziger Jahren des jiingstverflossenen Jahr- hunderts hat man auf dem Turnplatze des hiesigen Gym- nasiums, das damals in dem Lyzealgebaude untergebracht war, welches 1902 abgetragen worden ist, turnerische Leibes- iibungen gepflegt. Allein erst im Juni 1863 entschlossen sich einige junge Manner, mit Bewilligung der Direktion, auf dem erwahnten Turnplatze einen regelmaBigen Turnbetrieb einzurichten. Im Monate Juli, wo die Teilnehmerzahl auf 35 gestiegen war, beschloB man, nach dem Vorbilde der Grazer und Wiener Turner einen Verein zu bilden. Tin AusschuB, bestehend aus den Herren Dr. F o pl, Dr. /. Munda, H. Bettelheim, A. Samassa und K. Laiblin, von denen der vorletzte heute noch dem Vereine angehort, machte die vorberei- tenden Arbeiten, berief am 24. Juli eine Versammlung, die auch noch die Herren Dr. Fr. Keesbacher, /. Ledenig, Z.urhalek, von Pre- merstein und Drachsler in den AusschuB sandte, der das Grund- gesetz der Landesregierung zur Genehmigung unterbreitete, die am 25. September herablangte. Die ersten Satzungen waren in beiden Landessprachen ab- gefaBt, weil man vermeinte, auf dem Gebiete des Fortschrittes die Nationen zu gemeinsamer Arbeit zu vereinigen. Allein trotzdem waren damals schon slowenische Mitbiirger um die Schbpfung einer telovadna družba (spater južni sokol) bemiiht, die es auch nach etlichen Anlaufen zur Griindung des „Sokol“ brachten. Am 11. Oktober fand die griindende Versammlung statt und damit trat der „L a i b a c h e r T u r n v e r e i n“ ins Leben. Es hat also der Verein im Jahre 1913 das 50. Jahr seines Bestandes hinter sich gebracht. Die L e i t u n-g des Vereines lag von Anfang an in den Han- den eines von der Hauptversammlung alljahrlich gewahlten Turn- oooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo Iizzzzzz2zzzzekxsxsxxxsxs| 'S) 11 -2) rates, der erst aus neun und seit 1870 aus elf Mitgliedern be- steht. Es war dem Vereine nicht wenig fbrderlich, daB nur selten ein rascher Wechsel in den einzelnen Wartschaften eintrat, besonders aber, daB das Amt des Obmannes, des Sprechwarts und oft auch des Sprechwartstellvertreters zumeist langere Zeit denselben Handen anvertraut geblieben ist. So fiihrten das erste Amt wahrend der fiinf- zig Jahre nacheinander nur funt Manner: Emil R. v.Stdckl, Ottomar Bamberg, Max Krenner, Karl Rating und zuletzt Handelsschul- direktor Artur Mahr, der nun schon seit dreiBig Jahren dieses Amt bekleidet. Sein aufopferndes Wirken im Dienste der offentlichen Wohl- tatigkeit wahrend der Erdbebenzeit ist im Jahre 1895 von aller- hbchster Stelle durch die Verleihung des goldenen Verdienstkreuzes mit der Krone ausgezeichnet worden. Der Verein aber dankte ihm fiir seine langjahrige Tatigkeit durch die Ernennung zum Ehren- mitgliede (1908). Auch die Mehrzahl der iibrigen Mitglieder des Turnrates in seiner gegenwartigen Zusammensetzung gehbrt dem Vereine schon seit Jahren an. 1 Wahrend der abgelaufenen 50 Jahre erfuhren die Grund- gesetze f ti n f m a 1 Anderungen, von denen die wesentlichste die vom Jahre 1885 ist, wonach der Verein von da an „L a i b a c h e r Deutscher Tur n verein" heiBt; die im Jahre 1898 geplante weitere Anderung der Satzungen, welche den geanderten Verhalt- nissen der jiingsten Zeit entsprechen solite, konnte nicht sofort durchgefiihrt werden, da erst die behordliche Genehmigung erlangt werden muBte. Diese konnte aber wieder erst auf Grund einer reichs- gerichtlichen Entscheidung vom 18. Janner 1900 erreicht werden, wodurch satzungsgemaB dem Vereine das Redit zugestanden ist, das Dreifarb Schwarz-Rot-Gold als Vereinsfarbe zu fiihren, die sich in Fahnen, Abzeichen und Bandern zeigen kann. Am 31. Marž, Z. 1288, erfolgte die Genehmigung der Satzungen durch das k. k. Landesprasidium. Die iibrigen Anderungen betreffen hauptsachlich die Aufnahme, die nur deutschen Ariern gewahrt werden kann, dann die Verwal- tung, wonach an Stelle eines zvveiten Kneipwartes ein Sangwart tritt, dem ein von der Sangerrunde gevvahlter AusschuB zur Seite steht. Die gegenwartige Tracht — Jacke und Beinkleider aus grau- braunem Štolfe, Giirtel aus griinem Glanzleder, breitrandiger grauer 1 Siehe die (Jbersichtstafel VI im Anhange. -2) 12 'S) Hut (friiher runder Steirerhut) mit Schildhahnfeder — ist seit 1890 im Gebrauche und zur Erleichterung der Ausriistung des einzelnen ein eigener Bekleidungsfonds geschaffen worden. Das Vereins- abzeichen (ein Silberschildchen mit dem Turnerkreuz im griinen Felde) wird seit 1885 an einem schwarz-rot-goldenen Bandchen getragen, die Tumratsmitglieder tragen es an dem schwarz-rot- goldenen Brustbande. II. Mitgliederstand — Vermogensverhaltnisse — Fahrnisse — Turnplatzc. Der St and des Vereines begann mit 75 Vereinsangehbrigen und zahlt heute 406 Mitglieder, von denen aber im letzten Jahre nur 367 Steuer leisteten. Der Riickgang in der Mitgliederzahl (von 585 auf 406) begann nach dem Jahre 1908, wo die panslavvistischen Gewalttatigkeiten in den Septembertagen sich fiihlbar machten. Manche sind aus Laibach verzogen, manche aus Bedenklichkeit ferngeblieben. Das Verhaltnis der ausiibenden zu den bloB unter- stiitzenden Mitgliedern hat sich seit 20 Jahren ziemlich bestandig gehalten, da etwa ein Fiinftel von dem Rechte, an den Turnubungen teilzunehmen, Gebrauch macht. Was aber als ein bedeutsames Zeichen der Zeit aufgefaBt werden muB, das ist die Erscheinung, daB wahrend der letzten funf Jahre die Zahl der vveiblichen Mit¬ glieder des Vereines auf 56 gestiegen ist, was nicht zum wenigsten dem Umstande der Einfiihrung des Frauen- und Madchenturnens zuzuschreiben sein wird. Ungemein lehrreich ist die vergleichende Berufsstatistik. Wahrend in den ersten Jahren die Zahl der Kaufleute noch mehr als die Halfte der Vereinsgenossen ausmacht (64,4 v. H.), nimmt sie von Jahrzehnt zu Jahrzehnt ab und ist heute auf 20 v. H. gesunken. Nichts ist bezeichnender fur die Verschiebung der wirt- schaftlichen Gesellschaftsordnung zu Ungunsten des deutschen Elementes. Die Zahl der Vertreter der akademischen und Lehrberufe @ 13 @ hat dafiir auffallend zugenommen und ist stufenweise von 13,6 v. H. auf 32,3 v. H. gestiegen. Die Zahl der Handvverker, Hand- und Fabriksarbeiter ist bis zum Beginne des 20. Jahrhunderts gestiegen und bis heute wieder etwas gefallen. Dies wird erklarlich dadurch, daB so mancher deutsche Arbeiter im Banne der Sozialdemokratie steht, so daB gerade einzelne reichsdeutsche Arbeiter so verbohrt und volksblode sind, daB sie lieber den slowenischen Arbeiterzirkel auf- suchen, als den einzigen wirklich alle Stande umfassenden deutschen Turnverein. Erfreulich wirkt das Anwachsen der Zahl der weiblichen Mitglieder bis auf 12 v. H. Alle diese Zahlen sprechen wahrhaftig ganze Bande. Die Bevvegung imBesitzstandederVereinsmittel veranschaulicht die Ubersichtstafel (VIII) im Anhange. Wie man sieht, ist von dem Jahre 1876 bis 1904 eine fortschreitende Vermeh- rung des Vermogens zu bemerken. 1 Nur im Jahre 1893 erscheint ein kleiner Abfall, der sich jedoch daraus erklart, daB der Verein zur Ausriistung seines 30. Griindungsfestes 1000 K dem Vereinsver- mogen entnahm; trotzdem betragt aber die damalige Verminderung dank der auBerordentlichen Einnahmen nur 375 K 44 h. Der Ver- mdgensstand wies 1903 15.853 K 45 h (darunter 4131 K 4 h Fahr- nisse) auf. Vom Jahre 1904 an ist aber leider eine allmahliche Ver- ringerung des Vermogens zu bemerken, die Ende 1912 schon die Summe von 3414 K betragt, u. zw. 15.853 K : 12.439 K, wobei aber die Fahrnisse in ihrem Werte auf 6000 K angesetzt erscheinen. Der Abfall von etwa 150 Mitgliedern, der sich im Laufe der letzten zehn Jahre vollzog, erklart diese Erscheinung. Doch haben mehrere Mit¬ glieder durch Selbstbesteuerung wie durch Spenden den Ausfall am Vermbgen zu verringern gesucht. Dank allen denen, welche bis- her selbstlos ihre Opfer bringen, Dank allen denen, die durch Spen¬ den undWidmungen den Verein geehrt und sein Gut vermehrt haben, besonders den wackeren deutschen Frauen und Madchen. Heil! Dankbar sei endlich auch aller derer Erwahnung getan, welche wahrend der 50 Jahre des Bestandes in letztwilligen Verfiigungen den Verein bedacht haben: E. Ritter v. Stockl, K. Galle, Laiblin, Vater und Sohn, V. Krisper, A. Mallitsch, F. Ehrjeld, Th. Elze, J. Redange, F. Mohr. Ehre ihrem Andenken! 1 Im Jahre 1874 verringern sich zwar die Ausgaben, weil mit dem Aufgeben des Turn- unterrichtes an verschiedenen Lehranstalten die Anstellung eines Turnlehrers entfiel, allein es ver- ringerten sich auch die Einnahmen, da die Mitgliederzahl herabsank. 'S) 14 'S) DIE TURNHALLE IM HOFE DER K. K. STAATS-OBERREALSCHULE Die Verwaltung des Vermbgens fiihrte in den ersten Jahren /<. Baumgartner, dann A. Cantoni (Vater) 1867 bis 1889, nach dessen Ableben ununterbrochen bis zu seiner Erkrankung im Jahre 1904 A. Dzimski, der bei der Vielseitigkeit der Gebarung tatsachlich als Geschaftsfiihrer mit solcher Umsicht seines Amtes waltete, daB Jahr fiir Jahr die Hauptversammlung des Vereines seinen Bericht mit ungeteilter Anerkennung begriiBte und gern bekannte, daB der Verein ihm dauernd Dank schulde. Er wurde, wie sein Vorganger Cantoni, durch die Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet. Ihm folgte (i.Eger bis 1907 und von da an bis heute verwaltet Herr Hecking als erster Sackelwart das Vereinsvermbgen. Bei den gesteigerten An- forderungen, die der Turn- und besonders der Turnspielbetrieb an den Verein stellt, ebenso bei der allgemeinen Preiserhbhung, vollends endlich bei dem durch verschiedene Umstande bedingten Sinken der Mitgliederzahl hat es auch weiterhin eine Verminderung zu gewar- tigen, wenn nicht rechtzeitig anderweitig eingegriffen wird. Der Vorrat an F a h r n i s s e n , Turn- und Spielgeraten hat sich im Laufe der J ahre bedeutend vergrbBert und findet sich in der Turnhalle und ihren Nebenraumen untergebracht. So sind unter anderem die Fechtgerate in dem Archivzimmer der Turnhalle ver- wahrt, wo auch der gesamte Schriftensatz des Vereines, den jiingst erst wieder der Sprechwartstellvertreter neu geordnet hat, in den groBen Wandschranken ruht. Die vielen bffentlichen Veranstal- tungen haben im Laufe der Jahre einen groBen Vorrat von Fahnen, Flaggen, Wappenschildern und sonstige Ausschmiickungsgegen- stande sich ansammeln lassen, die teils im Ankleideraum der Turn¬ halle, teils im Kellerraum des Realschulgebaudes lagern, wahrend der Notenschatz im Blauen Zimmer des Kasinovereines, die Biicherei und Tafelaufsatze im Jahnzimmer in eigenen Kasten eingeschlossen sind. Der Turnbetrieb, der vor 40 Jahren im Lagerhause von Recher (spater Monturslager), Hilschergasse Nr. 3, seinen Anfang genom- men hat, verfiigt schon seit 1876, also seit 37 Jahren, iiber eine Heim- statte in der prachtigen T u r n h a 11 e im Hofraume der Realschule, deren Mitbeniitzung die Direktion der Krainischen Sparkasse mit Zu- stimmung der Realschulleitung unentgeltlich gewahrt. Vom Jahre 1885 bis 1896 beniitzte sie an den Wochentagen, abwechselnd mit dem Deutschen Turnverein, auch der slowenischeTurnverein „Sokol“. Nachdem dieser in sein eigenes Heim im slowenischen Vereinshause ® 15 © iibersiedelt ist, steht die Turnhalle in allen schulfreien Abend- stunden und an Sonn- und Feiertagen in den Nachmittagsstunden unserem Vereine zur Verfiigung. Seit 1892 ist auch ein Teil des Hofraumes fiir den Turnbetrieb im Sommer zugewiesen und durch Einrichtung der Oasbeleuchtung auch in den Abendstunden beniitz- bar gemacht worden. Das Erdbeben das Jahres 1895 hat der Halle zwar bedeutende Schaden zugefiigt, aber das gab der Direktion der Krainischen Sparkasse den geeigneten AnlaB, bei der Wiederherstellung auch andere langst empfundene Mangel ganzlich zu beseitigen. So wur- den an beiden Stirnseiten groBe Fliigelbauten angefiigt, welche be- queme Ankleide- und notwendige Nebenraume in sich bergen. Der nbrdliche Fliigel ist der Volksschule und der Realschule, der siidliche dem Vereine zugevviesen, der seine Raume aber auch der im Jahre 1904 gegriindeten deutschen Lehrerinnenbildungsanstalt und dem im Jahre 1904 neugegriindeten deutschen Staatsgymnasium zurVer- fugung stellen muBte. Im Innern erhielt die Turnhalle einen neuen Deckenverputz und, — was hbchst wichtig,— einen sorgfaltig auf ein Betonlager gebetteten staubfreien FuBboden; aus der Nische ward die friihere Buhne beseitigt und das Klettergerust hinein verlegt, vvodurch der Ubungsraum in der Halle sich bedeutend vergroBert hat. In allen Raumen wurde auch die notwendige Gas- und Wasser- leitung eingefiihrt. Mit Beginn des Jahres 1900 hat die Krai- nische Sparkasse auch die Deckung der Beleuchtungskosten auf sich genommen, was fiir den Verein eine ganz bedeutende Erleichterung ausmacht. Freilich kostete die Einrichtung der neuen Ankleide- und Nebenraume auch demVereine einige Opfer, was in der groBen Ausgabspost des Jahres 1896 (Anhang, Tafel VIII) sichtbar wird. Der Verein stellte ganz neue Ankleidekasten und in der Turnhalle fiir seine Štabe, Hanteln und Keulen zweckmaBig ersonnene Wand- regale auf; endlich erwies sich auch die Anschaffung neuer T u r n - g e r a t e notwendig, deren Kosten jedoch zum Teile auch von der Realschulverwaltung getragen werden, insoweit eben die Gerate gemeinsam auch von den Realschiilern mitbeniitzt werden. Eine besondere Vermehrung und dabei durchgreifende Erneuerung des Geratbestandes erfolgte im Laufe des Vereinsjahres 1903, wobei hauptsachlich die Riicksicht auf die Feier des 40jahrigen Bestandes mitgewirkt hat. ® 16 © Die Wiederbelebung der Fechtriege machte endlich auch nicht nur eine Vervollstandigung des vorhandenen, sondem auch die volle Neubeschaffung notwendiger Ausriistungsgegenstande fiir den Fechtunterricht notwendig. Spenden und Widmungen einzelner Vereinsgenossen haben den Verein ebenfalls hinsichtlich der Gerate in seinem Besitzstande bereichert Der Verein hat aber im Laufe der letzten fiinf Jahre auch den Strbmungen der neueren Zeit dadurch Rechnung zu tragen gesucht, daB er ein erhbhtes Augenmerk den volkstiimlichen Obun- g e n und den Turnspielen zuwandte. Um aber diesen Auf- gaben vollkommen gerecht zu werden, miiBte der Verein liber grbBere Mittel verfiigen. Trotzdem ging er daran, einen Sommertumplatz — eine Wiese nachst dem Forstgarten an der TriesterstraBe — zu mieten, welche jedoch erst einer systematischen Entwasserungs- anlage bedurfte, um vollstandig den Anforderungen zu entsprechen. Dank dem Zusammenwirken des damaligen Turn wartes F. Melsetz und des Mitgliedes F. Adenau (gegenwartig in Wien) kam auch das Werk zustande und es entfaltete sich in den Jahren 1900 bis 1902 ein frohliches turnerisches Leben auf dem genannten Platze. — Auch das FuBballspiel ward in den Spielplan aufgenommen und die FuB- ballriege, geleitet von F. Adenau, V. Cerer und A. Achtschin konnte sich sogar mit fremden Mannschaften im Kampfe messen. Die Griindung des Laibacher Sportvereines lieB es aber dem Turnrate bald als iiberiliissig erscheinen, das FuBballspiel in dem bisherigen AusmaBe zu pflegen. Man beschrankte sich all- mahlich auf die bloBe Pflege von volkstiimlichen Ubungen. SchlieB- lich aber standen die Erhaltungskosten des Sommerturnplatzes nicht mehr im Verhaltnisse zu den kleinen Erfolgen und der Turn- rat muBte 1903 daran gehen, unter den gegebenen Umstanden auf die Fortfiihrung des Sommerturnplatzes zu verzichten und fiir volkstiimliche Ubungs- und Tumspiele die Vereinsgenossen auf den geraumigen Realschulhof zu vervveisen. Im Jahre 1909 gelang es endlich seitens des, mittlerweile mit dem Sportverein verschmolzenen, Laibacher Bicycle - Klubs auf seinem Sportfelde hinter Bežigrad einen entsprechend groBen Wiesenstreifen gegen Miete zu er- halten, was dem Vereine neue Kosten auferlegte, die zum Teile durch eine hochherzige Spende der Krainischen Sparkasse gedeckt worden sind; dafiir stellt der Verein diesen Raum auch dem deut- @ 17 ■© 2 schen Gymnasium und der deutschen Privat-Lehrerinnenbildungs anstalt zur Verfiigung. Der Platz reicht aber nur fur J u g e n d - s p i e 1 e aus, fur den FuBball ist er zu wenig geraumig. III. Turnbetrieb: a) Schulerturnen, b) Vereinsturnen — Riegenordnung — Wetturnen — Unfallversicherung — Tanzunterricht. Die Hauptaufgabe des Vereines ward gleich nach der Griindung kraftig angepackt. Man mietete am 1. Oktober 1863 das Lagerhaus im Recherschen Gebaude (Hilschergasse 3) und einen groBen Lagerplatz in der Nahe des Marienbades am Briihl, wo sich bald ein reges turnerisches Leben entfaltete. Im August 1864 kam der Antrag des Dr.F.Keesbacher (f), eine „T u r n s c h u 1 e“ zu errichten, zur Durchfuhrung. Knaben und Madchen, bald darauf auch L e h r 1 i n g e (deren allein iiber 100), wurden zur Ausbildung ubernommen. Ebenso tibernahm der Verein den Tumunterricht an den Privat-Lehranstalten W a 1 d h e r r , P e t r i t s c h , spater auch H u t h und R e h n. Als 1867 ein MinisterialerlaB die Landesbehorden auf etwaige Einfiihrung des obligaten Turnunterrichtes aufmerksam machte, stellte sich der Ver¬ ein fur diesen Unterricht an Lehrerbildungsanstalten, Volks- und Mittelschulen zur Verfiigung, und das Jahr darauf ubernahm er schon den Unterricht an der k. k. Lehrerbildungsanstalt, am Gym- nasium und an der Realschule. Das Ministerium Hohenwart entzog ihm 1871 diesen Unterricht, den er wieder erhielt, bis der Turn- unterricht an Lehrerbildungsanstalten obligat und eine eigene Lehr- kraft dafiir bestimmt wurde. Nach und nach verlor der Verein die Privatanstalten und mit der Ausgestaltung der Realschule auch diese, wahrend das Gymnasium und die Privatanstalten mit dem staatlichen Turnlehrer der Lehrerbildungsanstalt J. Schmidt per- sonlich die Vertrage abschlossen. Mit dem Jahre 1878 hbrte also das Schulturnen des Vereines vollstandig auf. Wahrend dieser Jahre 1864 bis 1878 wirkten als Turnlehrer zuerst der vielseitige E. v. Bockelberg 1 (Leutnant i. R.), dann O. Le- feber aus Berlin bis 1866, worauf die Vorturner K- Laiblin und i Geb, zu Hannover 1839 scheidet er als Premierlieutenant 1864 aus dem Dienst, wirkt in Laibach 1864, iibersiedelt 1865 nach Pest, in die Heimat seiner Frau, begriindet das „magyarische Schul- und Vereinsturnwesen“, schafft eine magyarische Turnsprache und ist auf diesem Gebiete als Mitglied des Landesunterrichtsrates bis zu seinem Tode 1891 tatig. — Kulturdiinger. Q) 18 Jacki Unterricht erteilten, 1867 kam Karl v. RJiein, worauf wieder Turnwart Laiblin mit den Vorturnern F. Mraulak und E. Kokoschi- neg unterrichtete, bis V. Schajer eintraf, der 1869 bis 1873 tatig war. Da sich sein Nachfolger K- Guilielmo als unfahig zeigte, setzte man mit Vorturnern den Unterricht tort, bis der Turnlehrer der k. k. Leh- rerbildungsanstalt J. Schmidt kam, mit dem dann, wie erwahnt, die Privatanstalten personlich die Vertrage abschlossen. Von 1878 an horte das Schulturnen auf, wenn auch 1881 eine Zbglingsriege ins Leben gerufen wurde, die zumeist aus Lehrlingen bestand und seit 1889 ausschlieBlich auf Lehrlinge beschrankt ist. Dieselbe wurde von Turnwarten und Turnlehrern, aber zumeist von einzelnen Vorturnern geleitet: J. Stranskj, Dr. Binder, V. Cerer, A. Achtschin, W. Moller (die zwei letzteren waren selbst aus dieser Riege hervorgegangen), K-Binder, W. Fischinger, Th.Wag- ner, zuletzt M. Berdnik abwechselnd mit ]. Klauer. Im Jahre 1900 hat der Verein auf Wunsch vieler Eltern es auf sich genommen, in sogenannten J ugendriegen, gegenwartig Schiilerrie- g e n, den Kindern deutscher Eltern vielfach unentgeltlich regel- maBigen Turnunterricht zu erteilen. Den Unterricht in diesen Riegen besorgten anfangs die beiden Turnwarte, dann abwechselnd die Vorturner, darunter in den letzten Jahren besonders die Herren A. Achtschin, W. Fischinger und Th. Wagner. Mit besonderer Riicksicht auf diese Schiller war der Verein bestrebt, eine tur- nerische Lehrkraft zu bestellen; dies konnte endlich im Jahre 1904 bewerkstelligt werden. Von da an wirkten als Turnlehrer: A. Kretschmer (1904 bis 1906), W. Eichler, der im Jahre 1908 sich der staatlichen Turnlehrerpriifung mit schonem Erfolge unterzog (1907 bis 1908), H. Weisser (1. September bis 20. September 1908 1 ), K. Drumm (1908 bis 1909) und in den letzten vier Jahren F. Zirn- stein, der auch die Staatsprufung fiir das Tumen an Mittelschulen mit glanzendem Erfolge abgelegt hat. Als das beriichtigte Turnverbot erschien, wonach es Volks- und Mittelschulern (in Krain!) verwehrt sein soli, bei Vereinen Turn¬ unterricht zu genieBen, muBte der Verein seine Zoglinge, deren Zahl mittlerweile auf 120 gestiegen war, die in zwei Knaben-, einer Jiinglings- und drei Madchenriegen turnten, dem Privatkurse des Turnlehrers iiberantworten, der aber die Turnhalle des Vereines mitbeniitzt. Die schbnen Erfolge seines Unterrichtes erweisen sich 1 Unter dem Eindrucke der Septemberunruhen zog er es vor, den Posten aufzugeben. @19 '2> 2* bei den alljahrlich im Friihling stattfindenden Schiiler-Schauturnen in der Tonhalle, die von Jahr zu Jahr hohere Vollendung zeigen. Das Vereinsturnen der Erwachsenen ging auch in den ersten Jahren seinen lebenskraftigen Gang. Durchschnittlich fanden sich 25 Turner an den drei wochent- lichen Ubungsstunden ein; auf dem Sommertumplatze am Briihl 1864 die doppelte AnzahL Ein glanzendes Schauturnen am Briihl im August 1869 zeugte von der regen turnerischen Arbeit. In dieser Zeit leiteten die Ubungen die Turnwarte und Vorturner Lalblln d. A., H. Bettelheim, J. Dornik und die Turnlehrer Lefeber und R/iein. Allein mit der Unterbrechung des Schulturnens 1871 erlahmte auch diese Vereinstatigkeit. Das Ministerium Hohenwart machte sich in seinen Wirkungen fiihlbar; die sich steigemden Gehassigkeiten der slowenischen Mitbiirger schreckten vor Mitwirkung ab. Erst im September 1875, als der k. k. Turnlehrer J. Schmidt dem Vereine seine Kraft zur Verfiigung stellte, erwachte die Turn- tatigkeit aufs neue, wenn es auch Muhe kostete, die Mitglieder wieder zu sammeln. Bis zum Oktober des Jahres 1886 blieb Turnlehrer /. Schmidt Turnlehrer des Vereines und war auch im Tumrate tatig. Wahrend seiner elfjahrigen Lehrtatigkeit hat er einige tiichtige Vorturner herangebildet, und mancher Preis ist von Laibacher Tumern auf auswartigen Wetturnplatzen gewonnen worden. Es stellte sich bald die Notwendigkeit heraus, die Turnwarte durch ernannte Vorturner unterstiitzen zu lassen; als solche waren von da an tatig: P. Klein- dienst (ernannt 10. Oktober 1875), F. Krainer (vom 1. Janner 1877), J. Pock (vom 4. April 1877), tl. Schubert und K. Achtschin (vom September 1880), J. Mater (vom 16. Mai 1881). Nach dem Abgange Schmidts iibernahm J. Pock als Turnwart und Vor¬ turner zugleich den Unterricht, den er mit Gewissenhaftigkeit leitete, dabei immer eifrig bemiiht um seine eigene theoretische Vervoll- kommnung. Leider entriB ihn schon nach kurzer Zeit eifriger Tatig- keit der Tod dem Vereine. Bis wenige Tage vor seinem Hin- scheiden am 16. Marž 1887 hielt ihn, trotzdem eine tiickische Krankheit bereits an seinem Leben zehrte, das turnerische Pflicht- gefuhl aufrecht, ein riihmenswertes Vorbild allen Turngenossen. Ehre seinem Andenken! Sein Nachfolger, Volksschullehrer W. Gettwert, kurze Zeit darauf zum Vorturner ernannt, iibernahm dann mit Beginn des 20 ® Jahres 1888 die schwierige Aufgabe, als Turnwart auch den Turnunterricht zu leiten. Mit Arbeitslust und Schaffensfreude machte er sich daran. Noch in demselben Jahre legte der Verein wieder offentliche Proben seiner Tiichtigkeit ab, so beim Schau- turnen zu Pfingsten in Gottschee, wie in einigen Auffiihrungen an Familienabenden. Auch an dem Bezirksturnen hat sich der Ver¬ ein (er gehbrte damals dem X. Bezirke des siidbsterreichischen Turngaues an) mit seinen Vorturnern und Musterriegen in den letzten Jahren eifrig beteiligt. Oettwert selbst wuchs mit seiner Aufgabe; wie sehr, das legte er an den Tag durch die glanzend bestandene Staatspriifung fur das Lehramt an Mittelschulen, der er sich im Jahre 1890 unterzog. Auf seine Anregung ward die Vorturnerschaft gegriindet als einheitlicher Kbrper mit eigenen, vom Turnrate 1880 geneh- migten Satzungen. Im Jahre 1890 iibersiedelte Gettwert nach Sankt Martin in Karnten, von wo er bald nach Graz berufen wurde, wo er heute noch als Lehrer an der evangelischen Volksschule wirkt. Dann iibernahm Turnwart F. Meisetz die schwierige Aufgabe, sein Werk fortzusetzen, an dem er nun bis 1907 ununterbrochen tatig war; doppelt schwierig, wenn man bedenkt, daB er als Turnlehrer mit der Heranbildung jungerer Turner und mit der Ausbildung der Vorturner betraut war; Aufgaben, denen er seine freien Stunden vvidmete, die ihm sein biirgerlicher Beruf (als Goldschmied) iibrig lieB. Es ist sein Verdienst, wenn die Musterriegen, die der Verein zum Wettbewerbe mit anderen Vereinen hinausgeschickt hat, immer als die e r s t e n genannt und geriihmt vvurden. Er selbst unterzog sich mit Erfolg der Gauvorturnerpriifung und fiihrte auch andere soweit, so daB damals vier Vorturner J. Reitz, L. Olhofer, j. Pehani und /. Rdger in die Gauvorturnerschaft aufgenommen wurden. So lag die Leitung des ganzen Turnbetriebes von 1893 bis 1906 in seiner Hand. Als er sein Amt aus Gesundheitsriicksichten niederlegte, erweckte dies allgemeines Bedauern, denn man wuBte nicht nur zu gut seine Fahigkeiten zu schatzen, sondern auch die herzliche Opferwilligkeit, mit der er gem bereit war, zur Forde- rung der Turnsache helfend einzugreifen. Immerhin blieb er noch Mitglied der Vorturnerschaft und als solcher ein treuer Berater und Helfer, solange es ihm seine immer mehr abnehmenden Krafte gestatteten, bis ihn endlich der Tod uns entriB. Ihm folgten im Amte zunachst V. Cerer, dann durch vier J ahre M. Berdnik und zuletzt ® 21 ® E. Polile, wahrenči als Stellvertreter A. Achtschin, Eh. Vdagner (bis 1910), F. Thomann und Th. Nowotny bis heute nacheinander tatig waren. Die Ubungsstunden sind fiir die einzelnen Riegen ver- schieden verteilt: Die Vorturnerriege iibt fallweise an Don- nerstagen abends von 8 bis 10 Uhr und ausnahmsvveise an den Sonn- und Feiertagen in den Nachmittagsstunden. In den Jahren 1895 bis 1899 wurde sie auch in besonderen Vortragsstunden in die wichtigsten Zweige turnerischen Wissens, Kbrperbau, Theorie und Geschichte, durch Dr. Binder eingefiihrt. Die Ubungen der beiden Stammriegen (I und II) finden an drei Abenden in der Woche statt: Dienstag, Donnerstag und Samstag, und zwar von halb 9 bis 10 Uhr; in der Fiihrung wechseln die Vorturner ab; die Platzleitung fiihrten Turnwart F. Meisetz und sein Stellvertreter ].Reitz (seit 1899 V.Cerer), die Vorturner A.Patz (bis 1900), A.Strimitzer (bis 1898), A. Achtschin und L.Binder (bis 1898) und in den letzten Jahren der Reihe nach R.Petz, A.Adit- schin, A. Kretschmer, Th. Wagner, M. Berdnik und E. Pohle. Die Alt-Herrenriegen, die in den ersten Jahren nur kurze Zeit bestanden, seit 1884 aber sich dauernd erhalten haben, turnten anfangs Mittwoch und Freitag, spater Dienstag undSamstag, die erste von 6 bis halb 8 Uhr unter der Leitung von /. Ph. Uhl (von 1885 bis 1904), von da an unter den jeweiligen Turnlehrern; die zweite von halb 8 Uhr bis 9 Uhr abends, anfangs unter Lehrer J. Benda, dann unter der Leitung von Dr. Pastem (von 1901 bis 1908) und Dr. J. J. Binder (von 1884 bis heute). Die Fechtriege, seit 1896 wieder neu belebt, iibte seit dieser Zeit unter der Fiihrung der Flerren Dr. H. Elogler und Dr. F. Eger, und zwar Montag, Mittwoch und Freitag abends von halb 7 bis 8 Uhr. Seit 1912 muBten diese Ubungen aufgelassen werden, da mittlerweile die Turnhalle nicht nur von den Zbglingen der deutschen Lehrerinnenbildungsanstalt, sondern auch von den Schulem des Deutschen Gymnasiums bentitzt wird, so daB keine Stunde mehr fiir die Fechtriege frei bleibt. Fine Zeitlang beniitzte sie das Ankleidezimmer im Nordtrakte der Turnhalle. Die Frauen - und Madchenriege, die im Oktober 1898 ins Leben gerufen worden ist, turnte anfangs unter der Lei¬ tung der Vorturner J. Roger und F. Meisetz, dann hatten V. Cerer abwechselnd mit Dr. Binder die Leitung, bis sie die Vereinsturn- ® 22 ® lehrer ubernahmen; selbe liegt seit drei Jahren in den Handen des Turnlehrers F. Zirnstein, der sich um die Ausbildung dieser Rie- gen sehr verdient gemacht hat. Im Laufe der letzten Jahre hat sich die Beteiligung so gesteigert, daB nun auBer der Frauenriege noch zwei Madchenriegen turnem Die Zoglingsriege zahlt in den letzten Jahren durch- schnittlich 16 Mitglieder. Die Zbglinge iiben an Sonntagen nach- mittags von 2 bis 4 oder 5 bis 7 und an Donnerstagen abends von 8 bis 9 Uhr. Die Gesamtzahl der ausiibenden Turner und Turnerinnen be- trug in dem letzten Jahre etwa 120, noch immer eine — zur Gesamt¬ zahl der Vereinsmitglieder, die fast das Vierfache davon betragt, — bescheidene Anzahl. Die Riege in A b b a z i a turnt an Dienstagen und Freitagen abends in der Turnhalle der dortigen deutschen Volksschule. Die Ubung leitete anfangs als Vorturner Kaufmanu L. Heinl. Einige Zeit erlahmte wieder die turnerische Tatigkeit, bis sie sich wieder 1910 belebte und unter dem Vorturner Willinger und heute unter dem Vorturner O. Miiller eine rege Tatigkeit entfaltet. Die iibrigen auswartigen Riegen G or z (Vorturner Erntner), J o s e f s t a 1 (Vorturner Reitz) und G6rtschach-Zwi- schenwassern (Vorturner Bruckmann und Hurth) haben nach kurzem Bestande schon vor zehn Jahren den Betrieb ein- gestellt. In G 6 r z hat sich mittlerweile ein Turnverein gebildet, der unter der Leitung unseres ehemaligen Vereinsvorturners J. Fieitz in der schbnen Turnhalle der deutschen Schulvereinsschule turnt. Die Friichte der turnerischen Arbeit komraen wohl in erster Linie dem Kbrper der Turnenden zugute, allein die Tiichtigkeit der- selben offenbart sich erst im Wettbewerbe mit den iibrigen Turnem des Bezirkes, des Gaues, des Kreises und der gesamten 1 urnerschaft, auch zu Ehren des Vereines. Wie aus den Jahrbiichern zu entnehmen ist, hat der Verein zu allen diesen Veranstaltungen Abordnungen, Mitiibende, Musterriegen und Wetturner entsendet. Nichts bezeugt mehr die ordentliche schulgerechte Gesamtausbil- dung als der Umstand, daB, wie schon erwahnt, besonders in den letzten zvvanzig Jahren die Musterriegen des Vereines bei solchen Festen immer die hbchste oder nahezu die hbchstmbgliche Bewer- tung erzielten; aber auch im Wettbewerbe mit den Gaugenossen hat der Verein Erfolge zu verzeichnen. Bei dem Gauturnfeste in ® 23 'S) Knittelfeld 1893 eroffnet J. Reitz den Reigen der Sieger, 1898 wird in Marburg Vorturner Strimitzer erster Sieger, j. Reitz der 13., A. Zettler der 16. unter 39 Wetturnern. Von da an ging kein Gautumen oder Bezirksturnen voriiber, an welchem nicht der Lai- bacher deutsche Turnverein einen Sieger im Wettbewerbe sein nannte, so beim Gauturnfeste in Marburg, wo sich Val. Cer er und 7?. Petz in der ersten Abteilung, A. Achtschin und j. Jak- litsch in der zweiten Abteilung Siegerkranze holten. Bei den Gauturnfeste n sind Sieger: 1901 in Judenburg: Kretschmer (1.), R. Petz (5.); 1904 in Villach: Kretschmer (1.), H. Schwings- h.ak.1, A. Achtschin, F. Thoman; 1906 in Pettau: Wolf und Th. Wag- ner, M.Berdnik, H.Schnell; 1907 in Wolfsberg: F. Thornann, Berd- nik, Steib, Ausch, Henig; 1910 in Cilli: F. Zirnstein (17.), Unter- stufe: /. Klauer (10.); 1912 in Marburg: J. Klauer (3). Beim IX. Kreisturnfeste in Linz (1902) erreichte A. Kretschmer ehren- volle Anerkennung im Sechskampfe und den ersten Preis im Ring- kampfe. Beim XII. Kreisturnfeste inTroppau (1911): /. Klauer (26.). Die Beteiligung an den deutschen Turn testen hat dem Vereine bis 1903 keine Eichenkranze gebracht, weil der Verein erst in den letzten zwanzig Jahren angefangen hat, sich auch auf diesen heiBen Kampfboden zu wagen und die ersten Versuche immer unter dem Mangel an Erfahrung leiden; auch reichen die dafiir verftigbaren Mittel nicht aus, um einer grbBeren Zahl die Beteiligung zu er- moglichen. Erst im Jahre 1903, also im 40. Jahre seines Bestan- des, ist es dem Vereine gegbnnt gewesen, sich nicht nur mit einer stattlichen Fahnenabordnung ausiibender Turner an einem groBen deutschen Turnfeste zu beteiligen, sondern auch einen Eichenkranz als Siegespreis heimzubringen. Diese Ehre hat dem Vereine der Vorturner A. Kretschmer errungen, der bei dem X. deutschen Turn¬ feste in Niirnberg am 20. Juli 1903 mit 54 Punkten den Siegerkranz als 33. unter 208 Siegern davontrug. Da nun mit dem Jahre 1904 der XV. Turnkreis Deutschosterreich aus der deutschen Turnerschaft austrat, weil es diese den deutsch-osterreichischen Turnvereinen ver- wehrte, Nicht-Ariern die Aufnahme zu verweigern, so unterblieb von da an die Beschickung der deutschen Turnfeste und man beschrankte sich auf die Beteiligung an den deutsch-osterreichischen Kreisturnfesten. So erlangten unsere Wetturner beim Kreisturnfeste in Troppau J. Klauer, wie oben angefiihrt, den 26. Platz als Sieger und erhielten F. Zirnstein und Th. Nowotny belobende Anerkennung. ®> 24 ® Aber auch an dem volkstiimlichen Turnen der Bergturn- feste auf der Villacher Alpe, die seit 1905 in Schwung kamen, und auf dem Schbckl errangen unsere Wetturner manchen Sieg: Kretschmer, Schwingshakl, Fritz Meisetz, Zirnstein, welch letzterer schon drei Kranze von diesen Wettkampfen heimgebracht hat. So kbnnen wir, wenn wir die turnerische Tatigkeit der letzten fiinfzehn Jahre iiberblicken, einen langsamen, aber unleugbaren Fortschritt in der turnerischen Ausbildung beobachten; dies zeigt sich wie bisher auch in der regen Beteiligung an allen Bezirksturn- und Bezirksvorturnerstunden, Vereinswetturnen' und Schauiibun- gen bei den Familienabenden. Der warmste Dank gebiihrt dafiir in erster Linie den Turnlehrern, Turnwarten und deren Stellver- tretern sowie der Vorturnerschaft, die turneriche Zucht und vblkisches BewuBtsein unter den Turngenossen aufrecht zu erhalten berufen ist. Freilich entspricht, wie schon vviederholt geklagt worden, dieser Vertiefung der Turnsache keineswegs deren geringe Ausbreitung. Die Griinde dieser Erscheinung sind immer dieselben: Wechsel in der Mitgliedschaft durch Ubersiedlungen und Einberufungen zum Heere. Nicht geleugnet darf werden, daB die Ausiibung einzelner Sportgattungen: Wintersporte, Bergsport, Netzball- und FuBball- spiel, teilvveise auch Radfahrsport, manchen abhalt, auch noch seine Kraft dem Turnen zu widmen, obwohl gerade die rationelle Pflege des Sportes unter allen Umstanden die Pflege des Turnens mitver- langt. Leider wird dies oft von den meisten Sportjungern iibersehen. Andere Hindernisse sind ferner Beeinflussungen, ja Verbote, denen Jiinglinge, die im Dienste nicht deutscher oder undeutscher Burger stehen, wohl oder ubel folgen miissen, und endlich die vielseitige Inanspruchnahme, welcher jeder Deutsche um seiner Volkssache willen sich nicht entziehen kann noch darf. Um endlich seinen Mitgliedern auch Gelegenheit zu bieten, sich im Tanze auszubilden, traf der Turnrat im Jahre 1899 die Einrichtung, daB die Vorturner /. Riiger, Dr. V. Pauliischek, F. Meisetz, V. Cerer und A. Achtschin es iibernahmen, in der Zeit vom 1. Dezember bis 1. Marž allwbchentlich zwei Obungs- stunden zu halten, ftir welche in den ersten drei Jahren die Turn- halle selbst und von 1902 bis 1908 die Raumlichkeiten der alten SchieBstatte seitenš der Krainischen Sparkasse zur Verfiigung i Siehe Anhang Tafel IX. ® 25 ® gestellt wurden. In den letzten fiinf Jahren stellt der Kasinoverein den Balkonsaal und den kleinen Saal zur Verfiigung, wofiir der Direktion der warmste Dank gebiihrt. Die Leitung des Unterrichtes und der Ubungen war anfangs den bewahrten Handen des Vor- turners /. Roger anvertraut, dem dann im Laufe der nachsten Jahre die Vorturner V. Cerer, M. Berdnik, dann die Herren F. Pokiser und M. Lipp und zuletzt die Herren Ing. P. Uhl und A. Hohn folgten, die mit hochst dankenswerten Erfolgen die Leitung fiihren. Die Beteiligung an diesen Ubungsstunden war bisher stets so rege (Mittwoch 20 Paare und Sonntag bis zu 36 Paare), daB die Kosten durch die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern gedeckt werden konnten. Mit besonderem Danke sei hier auch des Frauenaus- schusses gedacht, der sich gern in den Dienst der Sache stellte und die Aufsicht fiihrte. Unfallversicherung. Wenn auch die Zahl der Un- falle auf dem Turnplatze eine verhaltnismaBig geringe ist, so war doch die Vereinsleitung seit Einfiihrung der Unfallversicherung dar- auf bedacht, die ausiibenden Turner an dieser Wohltat teilnehmen zu lassen. Seit dem siidosterreichischen Gautage vom Jahre 1902 sind nun durch eine fur den Verein bescheidene Erhohung der Gausteuer samtliche Vereinsmitglieder gegen Unfallschaden, welche sie sich bei Ausiibung des Turnbetriebes auf dem Turnplatze zuziehen, ver- sichert, was sich in einzelnen Fallen bereits als eine sehr wohltatige Einrichtung an einigen unserer Vereinsgenossen erprobt hat. Seit 1909 sind die Vorturner auch auf Haftpflicht versichert. IV. Geselliges Leben ■— Kneipe — Julfeier. Der gesellige Verkehr bringt die Turner naher in dem ver- traulichen Kreise, wo in Scherz und Ernst, in Lied und Wort die deutsche Gemiitlichkeit ihr Heim aufgeschlagen, in der Kneipe. Als Heim des Vereines und der Kneipe gilt das Vereinszimmer des Turnvereines, das sogenannte Jahnzimmer, das jedoch bei der Neuherstellung des Kasinovereinsgebaudes in das friihere Klubzimmer, das entsprechend vergrbBert und in altdeutschem Stile bemalt wurde, verlegt worden ist. Seine Wande zieren nicht nur erhebende Spriiche, sondern auch zahlreiche Bilder, Erinnerungen aus der Geschichte des Vereines. In den ersten Jahren vereinten ®> 26 @ sich die Rohrschutzengesellschaft und die Sanger der Philharmo- nischen Gesellschaft zu gemutlichem Tun mit dem Turnverein. Von 1868 an hielt dieser allein noch daran fest; K. Laiblin (|), K. TUL (f) und j. Schulz waren die Trager dieser Aufgabe. Seit 1871 hbrten die Kneipen ganz auf, bis sie 1875 durch Turnlehrer J. Schmidt und Sprechwart K. Riiting neu belebt, von da an durch zvvanzig Jahre bis 1896 jeden Samstag in der Winterzeit statt- fanden. Ihre Satzungen sind in der „Kneipbibel“ niedergelegt, die 1876 in erster und 1904 schon in vierter Auflage erschienen sind. Die Vereinskneipen leitete in den Jahren 1889 bis 1900 mit Umsicht und Ausdauer A. Dzimski, dem J. Somnitz zur Seite stand. Im Jahre 1901/1902 leitete sie Ing. K- Lachnik (f), nach ihm, im Jahre 1903, J.Vetter (gegenvvartig in Pola), die alle es sich be- sonders angelegen sein lieBen, die Kneipabende entsprechend auszugestalten. WissenschafIliche, gemeinverstandliche Vortrage wechseln namlich mit Vortragen von ernsten und heiteren Dich- tungen. Verdient haben sich darum gemacht in den ersten Jahr- zehnten Dr. Reesbacher (f), Dr. Schaffer (f); seit 1885 werden wiederholt als Vortragende mit Dank begriiBt Dr. A. Hauffen (ge genwartig Universitatsprofessor in Prag), Prof. A. Belar, Dr. Fr. Riedl, Prof. Dr. J. j. Binder, Dr. A. Wallner, Prof. B. Rnapitsch, Dr. M. Mandl (f) und Lehrer Fr. Hurth; durch musikalische Vortrage erfreuten die Kneipe die Herren J. Seidl, Dr. Fr. Riedl, R. Burger, /. Ohm R. v. januschowsky, Dr. Fr. Zangger (derzeit in Cilli), Frau S.Ranth und Fraulein M. Ranih auf dem Fliigel, A. Ohm-]anuschowsky auf der Geige, wahrend H. Kastner ab und zu durch Taschenspielerkiinste die Kneipgenossen unterhielt. Der Wort- und Tondichter A. Piiringer zahlte in den Jahren 1902/1903 ebenfalls zu den mitvvirkenden Kiinstlern. In dauernder Erinnerung werden auch bleiben die Liedervortrage des Prof. R. Schrautzer und des Opernsangers F. Hagenauer. Da das Heim des Vereines, das Jahnzimmer, zu eng geworden war fiir die vielen Mitglieder, so bildeten sich Kneipverbindungen („Eiserne Tafelrunde“ und „Eiche“), wovon die eine im Siiden, die andere im Norden der Stadt ihr Zelt aufschlug, deren Mit¬ glieder aber bei den allmonatlich stattfindenden Vereinskneipen, die eine Zeitlang in der Glashalle des Kasinos abgehalten wurden, ■©27 sich einfanden. Allein diese Sonderverbande hielten sich nicht gar lange und gingen allmahlich ein. Aus der letzteren Verbindung gestaltete sich heraus der deutsche Radfahrerverein „EdelweiB“, der seine Vereinsabende im Klubzimmer des Kasinovereines ab- halt, aber auch an den gemiitlichen Zusammenkiinften der Turner teilnimmt. Die letzte Kneipverbindung dieser Art war die Verbin¬ dung „H e i d e 1 b e r g“, die in den drei Jahren ihres Bestandes (1905 bis 1908) viel zur Pflege der Geselligkeit im engeren Kreise beitrug. Allein sie ging auseinander, als ihre fiihrenden Persbn- lichkeiten die Stadt verlieBen. Die Kneipe als solche hat in den letzten zehn Jahren ihre Anziehungskraft eingebiiBt, so daB abwechselnd Spielabende, auch Kegelabende mit Kneipabenden abwechselten. Nur ausnahmsweise, wenn besondere Vortrage angekiindigt wurden oder bei festlichen Veranlassungen belebten sie sich so, daB der Raum zu eng wurde und sie in die Olashalle verlegt werden muBten. Der Besuch des deutschen Schauspiels, dann der Konzerte, die vielen bffentlichen Vorlesungen bieten eben mehr. Auch die Wiederbelebung der „Schlaraffia“ stbrte, da sie Kiinstler und Publikum an sich zog. Hie und da verbanden sich Turnverein und Laibacher Bicycleklub zu Kneipveranstaltungen, die aber mehr den Charakter von Familien- abenden annahmen. — In den letzten Jahren hat Kneipwart A. Hohn eine Neubelebung der alten Einrichtung in Angriff ge- nommen. Eine Kneipveranstaltung hat sich aber im Laufe der Jahre be- sonders herausgebildet, das ist die Begehung der J u 1 - f e i e r , die seit 30 Jahren zu den geheiligten Gebrauchen des Ver- eines gehbrt und in der Olashalle abgehalten wird. Wahrend die Kneipe die sinn- und sangfrohen Turngenossen im Winterhalbjahr, vom Oktober bis Mai, vereinigte, fanden sich dieselben wieder im Sommer zum Kegelscheiben zusammen, und zwar bis 1896 in der Gastwirtschaft Perles, von da an auf der unterirdischen, schbn ausgestatteten Kegelbahn im Kasinovereine. Seit sich jedoch eigene Spielverbande oder Keglergruppen bildeten, wurde die Beteiligung an dem Vereins-Kegelscheiben schwacher, so daB der Turnrat es ftir angezeigt fand, vom Jahre 1900 an das- selbe aufzugeben. @ 28 © v. Offentliche Veranstaltungen. Wie schon erwahnt, haben dieoffentlichenVeranstal- t u n g e n bald nach der Griindung des Vereines ihren Anfang ge- nommen. Ein eigenes „Vergnugungskomitee“, dem Turnrate verant- wortlich, ward damit betraut. Zu diesen gehbrten zuerst die Turnerballe (jahrlich einer), die sich anfangs groBer Beliebtheit erfreuten und bei denen viel Glanz entfaltet wurde, ob sie nun in den Kasinoraumen oder in der „alten SchieBstatte" am FuBe des SchloBberges abgehalten wur- den. Der letzterwahnte Saal wurde auch von anderen Vereine gerne gemietet, weil er trotz mancher Unbequemlichkeiten doch wieder den Vorzug einer gewissen Gemiitlichkeit hatte. Nach und nach horten die Balle auf und erst Anfangs der Achtzigerjahre fangen sie bescheiden an, als T u r n e r k r a n z c h e n (zuerst im groBen Speisesaale des Hotels Stadt Wien, dann in der Glashalle des Kasinos, hierauf in der SchieBstatte) vviederzukehren, bis sie in dieser Form von 1883 an jedes Jahr am 1. Februar stattfanden. Auch diese haben sich allmahlich iiberlebt, weil andere Vereine das Publikum zu sehr in Anspruch nahmen, die Ertragnisse deckten nicht mehr die Kosten und nun traten an ihre Stelle die sogenannten SchluBkranzchen, anfangs in der „alten SchieBstatte", 1 spater in einemTeile der oberenKasinoraume,die bis heute gepflegt werden, aber ohne an einen festen Tag innerhalb der Faschingszeit gebun- den zu sein. Auch Maskenabende sind mit Erfolg versucht worden. Sommerfeste veranstaltete der Verein auch in den ersten Jahrzehnten seines Bestandes; das erste fand statt 1877. Der Sprechwart Ritter v. Sibckl widmete ihnen besondere Sorgfalt und sie versammelten daher immer eine groBe Zahl von Besuchern in dem hiibschen Garten der Gastwirtschaft am „griinen Berg“ an der Unterkrainer StraBe, welche Wirtschaft, solange sie in deut- schen Handen war, durch zwei Jahrzehnte, bis Ende der Achtziger¬ jahre, als der beliebteste Ausflugsort der deutschen Gesellschaft in Laibach gelten konnte. Diese Sommerfeste wurden namentlich durch die Kneipwarte /. Diirr (f) und Ad. Eberl immer prunkvoller aus- gestaltet, besonders wenn sie in den Koslergarten oder in den Kasino- garten verlegt waren. Allein auch da trat wieder nach einiger Zeit die 1 Die SchieBstatte ging vor einigen Jahren in die Hande des slovenischen christlich- sozialen Volksvereines tiber, der sie in ein »Volksheim" (Ljudski dom) umgestaltete. 'S) 29 'S) Erscheinung ein, daB die Ertragnisse nicht mehr die Kosten deckten und so horten Ende der Siebziger jahre die Sommerfeste auf,wofiir die Philharm. Gesellschaft mit ihren Sommerliedertafeln eintrat. Im Ver- eine bildeten sich aber nun die „T u r n e r a b e n d e“ heraus. Man spielte Theater (Turnerlist, Der blaue Frack und seine Folgen, Arria und Messalina, Die BaBgeige u. a. m.), fiihrte heitere Szenen auf, was wieder recht anziehend wirkte. Die Mitglieder O. Veit, /. K. v. Ohm-J anuschowsky, O. Kii.nl (f), Palfinger, Jaffe, V. Kanih wett- eiferten als Mimen; das war in der Zeit zwischen 1879 und 1886. Aus diesen Turnerabenden entwickelten sich nach einiger Unter- brechung zwanglose gesellige Unterhaltungen und aus diesen end- lich die Familienabende. Die geselligen Unterhaltungen, die unter dem Namen F a - m i 1 i e n a b e n d e die Vereinsmitglieder und ihre Angehbrigen und Freunde zu versammeln bestimmt sind, haben in dem Jahre 1885 auf Anregung des Sprechwartstellvertreters Dr. /. /. Binder ihren Anfang genommen und sich durch nahezu zwanzig Jahre hindurch in allen deutschen Kreisen einer soleh en Beliebtheit er- freut, daB sie anfangs in Zwischenraumen von acht bis zwolf Wochen immer eine stattliche Beteiligung erfuhren. Im Herbste und im Winter fanden sie in der Glashalle des Kasinos statt, die zu- meist schbn ausgeschmuckt ward, und im Sommer im Kasinogarten, wo sie als „Sommerfest“ fast jedes Jahr die deutsche Gesellschaft versammelten. Auch der Garten war meist mit Fahnen, Wappen und Lampions geschmiickt, so daB er immer einen festlichen An- blick bot. Vortrage ernster und heiterer Art wechselten mit Lieder- vortragen, mit turnerischen Schautibungen und Musikvortragen ab; meist schloB sich ein zwangloses Kranzchen an. Das ist bis heute dieselbe Ordnung wie vor 30 Jahren. Um die Vortrage haben sich viele Mitglieder verdient gemacht; in den Neunzigerjahren Prof. K- Schrautzer, Dr. Lukan, J. Moro, Dr. K. Oalle, K- Laiblin Vater (J), A. Damaska, J. Sikoschegg, J. Peters, G. Nebenfiihrer, in der letzteren Zeit auch die Herren H. E. Lang, Ing. Hille; die Damen Frau F. Petz, Frau Tutta, Fraulein L. Somnitz. Die turnerischen Vorfiihrungen leiteten die Turnwarte und die Vorturnerschaft; darum machten sich verdient die Mitglieder F.Mei- setz (f), V. Cerer, M. Berdnik, E. Pohle und die Turnlehrer, beson- ders A. Kretschmer und F. Zirnstein. ® 30 ® Die Liedervortrage brachte die Sangerrunde, deren Geschichte unten erzahlt werden soli, unter der Leitung des Sangwartes V. Rant/i, der bis zum Vorjahre die Sangerschar fiihrte. Die Musikvortrage wurden meist von der Musikkapelle der eben garnisonierenden Regiments- oder von der trefflichen Bicycleklub- Kapelle, die auch unter der Leitung des Herrn Ranih. stand, be- sorgt. Letztere ist mittlerweile eingegangen, dafiir aber eine andere Liebhaberkapelle, das „Laibacher deutsche Salon - Orchester“ ent standen, das, unter der Leitung des Herrn J. KJ.au.er und Dr. A. Schweiger stehend, sich in den letzten Jahren redlich um die deutsche Geselligkeit im Vereine und auch auBerhalb desselben bemiiht hat. Vor fiinfzehn Jahren konnte man schreiben: „Der Anteil der deutschen Biirgerschaft an den Familienabenden hat sich so ge- steigert, daB die Raume der Glashalle schon zu eng werden und eine VergroBerung derselben sich als ein immer dringenderes Be- diirfnis herausstellt.“ Diesem Bediirfnisse ist aber zum Schaden der Gesellschaft bis heute nicht Rechnung getragen worden. So kam es, daB der Verein sich genbtigt sah, grbBere Veranstaltungen in die oberen Kasinoraume zu verlegen, was bei allem Entgegenkommen der Direktion doch die Kosten bedeutend erhbht. Die kleineren Familienabende litten immer mehr unter der Beschranktheit der Halle, die den Aufenthalt daselbst manchem unleidlich machte. Schauspielhaus und Konzertsaal haben auch viele abgezogen, so daB der Besuch der Familienabende mehreremal weit hinter den Erwartungen zuriickblieb. Am meisten haben aber an diesem Riick- gange die „Garnisonsabende“ mitgewirkt, die mehreremal im Jahre in den oberen Kasinoraumen stattfanden und der Burger - schaft eine unentgeltliche Zerstreuung boten, die, freilich nur auf Unterhaltung berechnet, ihre deutschen Gaste dem deutschvblkischen Einfiusse der Familienabende entzogen. So kam es, daB der Turnrat die Zahl der Familienabende immer mehr einschrankte, tast nur mehr auf zwei: die Jahrwendfeier am 31. Dezember und das Som- merfest im Kasinogarten. Diese Erscheinung ist unstreitig bedauer- lich und es ist vorlaufig nicht abzusehen, wann auch hier wieder ein Wandel eintreten wird. Wie schon erwahnt, hatte bei den Familienabenden den Lbwen- anteil an Leistung die Sangerrunde. Die Entstehung der San¬ gerrunde geht zuriick auf die Achtzigerjahre. Bei den friiher er- wahnten Turnerabenden tat immer ein Viergesang wirksam mit, an ® 31 @ dem sich die Sanger H. Palfinger, J. Pock (f), J. Dornik, ]. Ohm v. Janu.se/iowsky, V. Rant h, dann O.Nebenfiihrer, K.Wannisch, A.Pri- boschitz, A. Damasko (f) J. Sikoschegg beteiligten. GroBere Gesamt- auffuhrungen wurden Bediirfnis, besonders seit der Einftihrung der Familienabende. EinzelneVereinsmitglieder verbanden sich mit dem Mannerchor der Philharmonischen Gesellschaft und brachten es 1885 unter der Leitung des Musikdirektors J. Zbhrer zu einer ge- lungenen Auffiihrung. Die zweite (Silvester 1885) ware beinahe miBlungen, da der Dirigent die Sanger im Stiche lieB, so daB in letzter Minute der Turnwart J. Pock (f) einspringen muBte. Dies fiihrte auf den Gedanken, eine eigene Sangerrunde zu schaffen, die unter der Leitung eines besonderen Sangwartes stand. Die vblkische Bewegung der Zeit verlangte iiberdies auch ihren Ausdruck im deutschen Liede in des Wortes hehrster Bedeutung, wie es die Philharmonische Gesellschaft aus besonderen Rucksichten nicht bieten mochte. Die Sanger fanden sich zusammen und nachdem E. Kalin, der bei der Griindung mit Rat und Tat beigestanden, Laibach verlassen hatte, 1 iibemahm V. Ranih auch die Aufgabe, die Sangerrunde zu leiten. Am 11. April 1886 trat die Sanger¬ runde zum erstenmal auf und errang einen glanzenden Erfolg. Die Sanger waren von der heiligsten Begeisterung getragen. Von da an stand die Sangerrunde im Dienste der v 6 1 k i s c h e n Sache bis heute. Der Sangwart Ranth (das Amt eines Sangwartes ward 1886 geschaffen) vervollkommnete seine musikalisch - theoretische Ausbildung durch mehrjahriges Studium bei dem Tondichter Elze (t) 1886, wodurch er sich auch fiir grbBere Aufgaben befahigte. Die letzte Satzungsanderung stellte dem Sangwart einen San- gerausschuB zur Seite, dem nacheinander angehorten die Sanger J. Vetter, F. Goritschnigg, J. Eberle, H. Nagy, A. Stolba, E. Lang, F. Poje, J. Schuster, V. Krisper, J. jasbetz, Dr. A. Fiegl, Ing. O hi, K- Ranth und A. Hohn. Die Direktion des Kasinos verdiente sich den besonderen Dank, daB sie von Anfang an bis heute der Sangerrunde ein Zimmer (das Blaue Zimmer) zu den Proben zur Verfiigung stellt. So hatte die Sangerrunde ein Heim. Ein Fliigel wurde beschafft und nach und nach ein reicher Notenvorrat in zwei eigenen Notenschranken dort untergebracht. So erbliihte die Sangerrunde und im Jahre 1888, als 1 Er tibersiedelte nach Graz, wo er heute als chem.-techn. Leiter der Bier- und Branntwein- fabrik Reininghaus tatig ist. @ 32 @ der Generalsekretar der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, L.Zellner (f), als k. k. Musikinspektor die Sangerrunde besuchte und den Wunsch aussprach, daB die Sangerrunde sich der Phil- harmonischen Gesellschaft zur Verfiigung stelle, da ward um der deutschen Kunst willen auch diese Zusage gegeben, so daB von da an die Sangerrunde auch bei den Auffiihrungen der Philharmo- nischen Gesellschaft mit kunstfroher Begeisterung mitvvirkte. Die Sangerrunde stellte sich aber auch bereitwillig in den Dienst der Schutzvereine. Das Gesamtwirken der Sangerrunde wiir- digten auch die deutschen Frauen durch die kostbare Spende einer prachtigen Standarte, die ihr beim fiinfjahrigen Bestandesfeste iiber- geben wurde, wobei die Fahnenmutter Frau Prof. A. Gratzj dieser Betatigung anerkennend gedachte: „Fiinf Jahre lang hat die Sanger¬ runde trotz sturmharter Tage die wahre biirgerliche Geselligkeit, deutschen Frohsinn pflegen helfen. Moge sie auch fernerhin ihrer Oberlieferung getreu im Dienste der deutschen Volkssache von Er- folg zu Erfolg schreiten.“ Diesem Segenswunsche ist die Sanger¬ runde treu geblieben durch alle 27 Jahre bis zum heutigen Tage. Moge es auch fernerhin so riihmend von ihr heiBen! Seit fiinfundzwanzig Jahren besteht auch eine Singschule, aus der schon tiichtige Mitglieder hervorgegangen sind, die auch an schwierigere Aufgaben herantreten konnen. Einen besonders schonen Erfolg erzielte die Sangerrunde, zum erstenmal mit einer selbstandigen Musikauffiihrung auftretend, an- laBlich der Feier des zehnjahrigen Bestandes in der Tonhalle der Philh. Gesellschaft am 2. Mai 1896. Das zweitemal trat die Sanger¬ runde selbstandig auf am 20. April 1901 bei der Festfeier des fiinf- zehnjahrigen Bestandes, die ebenfalls in der Tonhalle stattfand und bei der sich 80 Sanger und 40 Sangerinnen mit groBem Erfolge be- teiligten. Noch glanzender waren die Kraftleistungen bei der Feier des zvvanzigjahrigen Bestandes am 18. Marž 1906 und des fiinf- undzwanzigjahrigen Bestandes am 4. April 1911, an denen sich gegen 200 Sanger und Sangerinnen beteiligten. Ein silbemer Lorbeerkranz, gespendet von den deutschen Frauen und Madchen, war der Lohn. — Die Sangerrunde wirkt aber, wie schon erwahnt, auch seit fiinfundzwanzig Jahren an den Auffiihrungen groBerer Tonschopfungen in der Philharmonischen Gesellschaft mit — (Beethovenfeier 1889, Paradies und Peri 1890, Antigone 1891, Schopfung 1892, Paulus 1893, Messias 1894, Elias 1895, @ 33 ® 3 Elisabeth 1897, Jahreszeiten 1898, Brahms Deutsches Requiem 1900, Erlkbnigs Tochter 1901, Der Rose Pilgerfahrt 1901, Cheru- binis Requiem [Trauerfeier nach dem verstorbenen Regierungsrate Dr. Keesbacher] und Beethovens IX. Symphonie zum Jubilaum des zweihundertjahrigen Bestandes der Philharmonischen Gesell- schaft 1902, Mendelssohns Walpurgisnacht, Heubergers Rhap- sodie, Bachs Kantate, Vokalchbre von Gallus und Palastrina 1904, Schillerfeier 1905, A. Griinfeier 1906, Mozarts Messe in C-Moll 1907, Gradeners Spielmann 1908, Haydns Schopfung 1909, Wolf, der Feuerreiter 1910, Schubert, Miriams Siegesgesang 1912), — was immer befriedigende Anerkennung fand. AuBerdem stellte sie sich auch wiederholt der Evangelischen Gemeinde zur Verherr- lichung des Gottesdienstes zur Verfiigung, wirkte ferner an den festlichen Unternehmungen anderer deutscher Vereine mit, wie sie sich iiberhaupt gem in den Dienst der vblkischen Veranstaltungen stellt. DaB Standchen und Grablieder ofter ihre Sanger in den Dienst der Briiderlichkeit riefen, ist manniglich bekannt, wenn auch in der neueren Zeit die Standchen aus der Mode gekommen sind und Grabgesange nur in Ausnahmsfallen vernommen vverden. Im Jahre 1899 ward der Versuch gemacht, durch Heranziehung von deutschen Frauen und Madchen auch einen g e m i s c h t e n C h o r zustande zu bringen. Der Versuch bevvahrte sich anfangs, dank der unermiidlichen Tatigkeit des Frauenausschusses, recht gut. Allein da es alljahrlich nur zweimal Gelegenheit gab (beim Som- merfeste und bei der Jahrwendfeier), gemischte Chore aufzufiihren, so schwachte sich die Anteilnahme derart, daB der Verein nur fall- weise die Auffiihrung gemischter Chore in sein Bereich zieht, wie dies bei den groBen Festauffuhrungen der Fali war. Wie erwahnt, verdankt ferner derSiidmarkische (krainisch- kiistenlandische) Sangerbund sein Entstehen dem Zusammenwirken der Sangerrunde des Vereines und des Triester Mannergesangver- eines. Gegrundet 2. Mai 1897 steht der Bund heute noch unter der Leitung der Sangerrunde. Noch ist in aller Erinnerung der groB- artige Erfolg des Griindungsfestes am 31. Oktober 1897 in Laibach ebenso wie die Leistungen des Bundes bis zum heutigen Tage. Die Bundesabgeordneten haben daher auch auf dem letzten Sangertage in Laibach am 31. Oktober 1909 die Leitung zum sechstenmal der Sangerrunde anvertraut, indem sie an die Spitze Dr. /. /. Binder als Obmann, V. Ranih als Bundeschormeister, J. Roger als ZahL ® 34 meister, Prof. Dr. Bischof als Schriftfiihrer und Dr. K- Poje in die Bundesleitung wahlten, wahrend Herr H. Wettach als Obmannstell- vertreter zugleich auch den Mannerchor der Philharmonischen Gesellschaft verfritt. Alle diese oben angefuhrten Leistungen, auch die Vorbereitun- gen auf die Sangerfahrten (siehe u. S. 37), verlangen zahlreiche Ubungsstunden, deren Leitung der Sangwart V. Ranth selbstlos in unermudlicher Weise besorgte. DerVerein hat daher wiederholt Veranlassung genommen, ihm den Dank durch besondere Ehrungen auszusprechen und ihn im Jahre 1908 mit der Ehrenmitgliedschaft auszuzeichnen. Es wurde daher schwer bedauert, als er am Ende des Jahres 1912 erklarte, keine Wiederwahl mehr anzunehmen. Er empfahl als seinen Nachfolger J. Klauer, der nun die Sanger- runde leitet. Die Begleitung auf dem Fliigel in den Proben wie bei den Auffiihrungen fiihrte zuerst Th. Luka, dann durch vier- zehn Jahre in selbstloser, pflichtgetreuer Weise Herr Fr. Stark mit feinem Verstandnisse. Leider sah sich dieser im Jahre 1902 aus ver- schiedenen persbnlichen Riicksichten, nicht am vvenigsten aus Riick- sicht auf seine Gesundheit, bewogen, seine weitere Mitwirkung zu versagen. Dafiir sprang Herr Dr. H. Janesch in begeisterter Hin- gabe ein; nach ihm teilten sich bfter die Herren A. Piiringer und Dr. 'Zangger in die Aufgabe, endlich Musiklehrer A. Kren und Frau- lein A. Panholzer, wahrend in den letzten Jahren ausschlieBlich die wackere Gemahlin des Sangwartes, Frau Sabine Kanth, dann dessen Schwester Fraulein M. Ranth, besonders bei den Proben der gemischten Chbre, sich ebenso selbstlos zur Verfiigung stellten. Auch Herr K- Burger hat sich in den Neunzigerjahren wie- derholt durch seine ktinstlerische Begabung als Klavierspieler wie als Tondichter in dem Dienste der Sangerrunde den Dank des Ver- eines erworben. Endlich sei auch A. Gnesdas gedacht, der sich durch sein Geigenspiel um den Verein etlichemal verdient gemacht hat. Die Sangerrunde zahlt nun etwas iiber 40 Mitglieder, und es gewahrt die Ubersichtstafel einen bequemen Einblick in die Ver- haltnisse derselben und ihre Tatigkeit. Die Singschule hat in den achtzehn Jahren ihres Bestandes 81 Sanger herangebildet, die frei- lich nur zum kleineren Teile in Laibach verblieben sind. Im Laufe der Jahre 1886 bis 1912 sind 298 eingetreten und 250 aus- getreten! Der Wechsel machte sich im Bestande der Sangerrunde ebenso fiihlbar wie im Stande der Turnriegen; nichtsdestoweniger ® 35 ® 3* hat sie sich, wie wir gesehen, auf der Hohe ihrer Leistungsfahigkeit erhalten und war in den 27 Jahren ihres Bestandes an 171 Ver- anstaltungen 1 beteiligt. Im ganzen wurden 362 Chore gesungen (310 Mannerchore, 52 gemischte Chore). Das Volkslied ist mit 69, das volkstiimliche Lied mit 78, das leichte Kunstlied mit 136 und der Konzertgesang mit 52 Stiicken vertreten. Mitgliederzahl Ubungsstunden Familienabende und sonstige bffentliche Veranstaltungen 1 Chore (54 40 51 42 6 7 11 3S 15 5 41 38 92 6 75 44 47 ■12 64 ' ' 67 9 62 10 31 8 <0 9 i; 10 49 61 51 60 51 7 19 43 21 1 21 3 8 56 472 3 20 38 22 6 82 60 44 5 51 52 51 58 52 59 42 9 60 65 602 64 35 7 70 5 31 47 18 6 87 53 49 56 48 32 55 70 57 52 12 52 4 55 69 44 50 57 7 7 5453 38 827479 6 44 45 VI. Vereinsausfluge — Turnfahrten — Sangerfahrten. Die Vereinsausfluge sind heute zumeist auch ersetzt durch Turnfahrten und Sangerfahrten, an denen sich die Sangerrunde beteiligt. Eigentliche Vereinsausfluge, wie sie in den ersten Jahren des Vereinsbestandes (erste Ausfahrt 7. Mai 1864) meist mit fliegender Fahne und Begleitung der Militarmusik unternommen wurden, nahmen dank der blutigen Storungen, die ihnen durch die verhetzten slawischen Landleute bereitet wurden, Anfang der Sieb- zigerjahre ein Ende. Die blutigen Uberfalle von Jeschza und am Jantschberge (1868 und 1869) sind bezeichnend fur die Leidens- geschichte des Vereines. Doch schon 1873 wurden die Ausfliige vvieder aufgenommen, aber ihre'Ziele beschrankten sich auf den Besuch deutscher Sprachinseln, wo sich die Uberreste der einstigen deutschen Bevolkerung trotz der seit einem Jahrhundert syste- matisch betriebenen Slawisierung deutsch erhalten haben. So nach Politsch (1871), WeiBenfels (1877 und 1884), Neumarktl (1879 und 1885), Sagor (1876 und 1887), Gottschee (1888, 1893, 1894, 1895, 1899 und 1900), von denen die nach Cilli und Gottschee die erhebendsten Eindrucke hinterlieBen; ferner nach Tarvis (1889), auf den Kahlkogel (1891), nach WeiBenfels vvieder 1894 und 1898 und nach Domschale, wo die Tirolersiedlung begriiBt wurde (1898 und 1905). 1 Standchen und Grabgesange sind nicht miteingerechnet. * Das Richard-Wagner-Konzert nahm viele Proben in Anspruch. 'S) 36 'S) Turnfahrten dagegen wurden meist nach auswarts liber die Landesgrenzen hinaus unternommen, wobei sich die Teilnehmer auch turnerisch zu betatigen hatten. GroBere Turnfahrten fiihrten nach Triest (1864), Tiiffer (1867), Briinn (1871), Cilli (1872), Trifail (1880), Graz (1882), Pettau (1883), Cilli (1886), Graz (Gauturnfest 1886), Marburg (1888), Villach (1889), Klagenfurt (Gauturnfest 1890), Tarvis-Pontafel (1892), Knittelfeld (Gauturn¬ fest 1893), Lichtenwald (1893 und 1895), Villach (1894), St. Veit an der Glan (Gauturnfest 1896), Rann (1897), Marburg (Gau¬ turnfest 1898), Wiener-Neustadt (1900), Marburg (1901) zum Gauturnfest, Abbazia (1902), Gottschee (1902), Auftreten der Frauen- und Madchenriege, Marburg (1902) zum Griindungsfeste des Vereines, Linz (1902) zum Kreisturnfeste, Judenburg zum Gauturnfeste (1903), Niimberg (1903) zum X. deutschen Turn- feste, Pettau (1903) zur BegriiBung des dortigen Turnvereines an- laBlich der Feier seines vierzigjahrigen Bestandes, zum Gauturn¬ feste in Villach (1904), zum Kreisturnfeste in Bbhm. Leipa (1905), zu den Gauturnfesten in Pettau (1906), Wolfsberg (1907), Cilli (1910)’und Marburg (1912), zum Kreisturnfeste nach Troppau (1911). Dazu kommen'die Besuche der Turnvereine in Rann und Ferlach (1909). Wie aus diesen Angaben zu erkennen, hat der Ver- ein besonders in den letzten Jahren eine auBerordentliche Tatigkeit nach auBen hin entfaltet, um Anregungen zu geben, meist aber, um Anregungen zu empfangen, welche ihre guten Friichte fiir die Zu- kunft zu tragen haben. Nach auBen hin betatigte sich der Verein auch durch die Sangerrunde in Sangerfahrten, die sie innerhalb wie auBer- halb der Landesgrenzen zu den deutschen Sangerbrtidern unter- nahm; sie trat auf in WeiBenfels 1894 und 1898, Gottschee 1894 und 1895, Domschale 1897 und 1905, Rann 1897, Pola 1898, Gbrz 1898 und 1899, Graz 1899 (beim steiermarkischen Sangerbundes- feste), Abbazia 1900, Idria 1900, Triest 1901 (beim II. stidmarki- schen Sangerbundesfeste), Graz 1902 (beim VI. deutschen Sanger- bundesfeste), Villach 1903 (beim VIL karntischen Sangerbundes¬ feste), WeiBenfels 1903 (beim Fahnenweihfeste der dortigen Sanger¬ runde), Pola 1904 (Bundessangerfahrt), St. Veit a. d. G. 1906 (beim karntischen Sangerbundesfeste), Neumarktl 1908 (zur 60jahrigen Jubelfeier der Neumarktler Liedertafel), Marburg 1908 (beim X. steiermarkischen Sangerbundesfeste). Abordnungen sandte sie ® 37 @ nach Graz 1896, Marburg 1896, Klagenfurt 1898, Wolfsberg 1900 (zum karntnischen Sangerbundesfeste), Cilli 1911 (zur Jubelfeier des Cillier Mannergesangvereines), Triest 1911 (zur Jubelfeier des deutschen Mannergesangvereines), zu den deutschen Sangerbundes- festen in Stuttgart 1896 (V.), Breslau 1907 (VIII.) und in Niirn- berg 1912 (IX.). Alluberall erfreute sich der Turnverein seitens der Bevolkerung der herzlichsten Aufnahme, und zahlreiche Fahnenbander sind Zeugen und dauernde Zeichen liebevoller briiderlicher Gesinnung. Die Fahrten nach Cilli, Gottschee, Marburg, Judenburg und Niirn- berg gehbren zu den gelungensten und diirften deren Eindrticke sich noch lange im Gedachtnisse der Teilnehmer bewahren. VII. Stellung des Vereines nach aufien. — Zur Zeitgeschichte. — VerhUltnis zur Biirger- schaft. — Beziehungen zu andern Vereinen: a) innerhalb, b) auGerhalb der Turnerschaft. Der Laibacher (Deutsche) Turnverein beschrankt sich jedoch nicht immer auf die bloBe Wirksamkeit nach innen. Was der Verein zur Linderung der Not verungliickter Mitbiirger ohne Unterschied des Standes und der Sprache getan, was die Gesamtheit wie die einzelnen zum Schutze und zur Forderung des Volkstums geleistet, soli hier nicht weiter erwahnt werden, das eine ist allgemein mensch- liche, das andere nationale Pflicht; aber es ging auch kein Ereignis vaterlandischer Geschichte voriiber, das nicht seihe Spuren in der Geschichte des Vereines zuriicklieB. Gleich in den ersten Jahren nach der Griindung, im Jahre 1866, da stellte sich der Verein zur Verfugung des Frauenvereines zur Pflege verwundeter Krieger, welche vom Kriegsschauplatze hier am Bahnhofe anlangten, gelabt, iibertragen und gepflegt werden muBten. Es war eine schwere Aufgabe, der sich alle unterzogen mit dem freudigen BevvuBtsein, ihre Pflicht zu tun. Ein kaiserliches Handschreiben vom 10. Dezember 1866 sprach laut Zuschrift Sr. kais. Hoheit des Herrn Erzherzogs Albrecht dem Vereine die Aller- hbchste Zufriedenheit aus, eine Urkunde, auf welche der Verein mit Genugtuung blicken kann. In den Kriegsjahren 1878/1879 erbot sich abermals der Verein zur freiwilligen Hilfeleistung und wieder- holte dies spater, als die Gesellschaft vom Roten Kreuze diesbeziig- ® 38 ® lich Anfrage stellte. Da nun die Neugestaltung des Hilfsdienstes seitens der Gesellschaft die Mitvvirkung Freiwilliger fast iiberflussig machte, trat der Verein derselben wenigstens als Mitglied bei. Aber auch an den Ereignissen im kaiserlichen Hause nahm er vvarmen Anteil. Die funfundzvvanzigjahrige Regierungsfeier des Kaisers Franzjosef,die Vermahlung des Kronprinzen Rudolf und die silberne Hochzeit des Kaiserpaares, endlich die Anwesen- heit des Kaisers im Lande selbst (1883) gaben dem Vereine er- freuliche Veranlassung zur Teilnahme an diesen bewegenden Er¬ eignissen. Namentlich ist es das letzterwahnte, dessen der Verein mit stolzester Befriedigung gedenkt, wo er (am 13. Juli) in der Starke von 80 Mann in Turnertracht vertreten war, die, das schwarz-rot-goldene Bandchen iiber dem Vereinsabzeichen, an Sei- ner Majestat vorbeizogen und mit sturmischem Gut Heil! ihre Huldigung darbrachten. Im Jahre 1885 veranstaltete er jenes denkwiirdige Fest anlaBlich der 550jahrigen Vereinigung Krains mit dem bsterreichischen Hause, das zugleich mit einer Huldigung des vaterlandischen Dichters schloB, der diese geschichtliche Tat- sache zuerst dichterisch (im „Pfaff vom Kahlenberg") verewigt hatte. — AnlaBlich des erschiitternden Hinganges des Kronprinzen Rudolf 1889 sprach eine Abordnung beim Landesprasidenten Baron Winkler vor, mit dem Ersuchen, den Ausdruck tiefster Teil¬ nahme an Allerhbchster Stelle zu iibermitteln. In gleicher Weise sprach der Verein seine Teilnahme anlaBlich der tiefbetriibenden Kunde vom Tode der Kaiserin Elisabeth aus (1898). AnlaBlich des 50jahrigen (1898) und anlaBlich des OOjahrigen Regierungsjubi- laums (1908) iiberbrachte eine Abordnung die Gliickwunsche des Vereines dem Vertreter des Kaisers. — Aber auch die groBen Erin- nerungstage des deutschen Volkes im Deutschen Reiche feierte der Verein mit, so die 25. Wiederkehr des Sedantages, den 80. Geburts- tag des Reichskanzlers und ehrte dessen Andenken nach seinem Ableben in einer Trauerfeier (1897). Auch die beiden Kriegsjahre, in denen das Burenvolk ruhmlich um seine Unabhangigkeit rang, gingen nicht spurlos an dem Verein voriiber. Ebenso nahm der Verein Anteil an den stadtgeschicht- 1 i c h e n Ereignissen. Zur Zeit des Erdbebens (1895) hat der Ver¬ ein seitens der Turnerschaft auf dem Wege der Sammlung 3982 Gulden (7964 K) ..fiir notleidende deutsche Burger erhalten. Er feierte ferner mit das Fest des 200jahrigen Bestandes der Philharmo- ® 39 ® hischen Gesellschaft (16. bis 19. Mai 1902) und bekundete seine Teilnahme durch eine begluckwunschende Abordnung und durch die Mitwirkung der Sangerrunde. Mit der Errichtung des Anastasius-Griin-Denk- m als 1886 anlaBlich des 80. Geburtstages des heimatlichen Dich- ters hat er endlich nur eine Ehrenschuld von Stadt und Land ab- tragen helfen, wenn er auch argen Lohn dafiir geerntet. Der ungiinstigen Witterungsverhaltnisse wegen war der Bau erst Mitte Mai in Angriff genommen worden, so daB also die Aus- fiihrung des urspriinglichen Beschlusses nicht moglich war, sondern erst am 3. Juni 1886 die feierliche Enthiillung stattfinden komite. Das Denkmal hatte die Bestimmung, in das Eigentum der Stadtgemeinde Laibach iiberzugehen. Da der Gemeinderat jedoch das diesbeziigliche Anerbieten rundweg zuriickwies, so muBte es Eigentum des Vereines bleiben, der auch dementsprechende Verein- barungen mit der Deutschen Ritter-Ordenskommende getroffen hat. Das Verhaltnis zur Biirgerschaft war namentlich in den ersten Jahren des Vereines ein besonders freundliches und herzliches. Freilich haben die Gehassigkeiten, die vor dreiBig Jah¬ ren anfingen in ihrer rohesten Gestalt sich zu auBern, allmahlich die Beziehungen verringert, und tatsachlich sind es nur die deut¬ schen Mitbiirger in Stadt und Land, seitens deren sich der Verein, dafiir aber auch des innigeren Anteils erfreut. Von den Gehassigkeiten seitens slavvischer Mitbiirger, die be¬ sonders in den ersten Jahren seines Bestandes selbst zu Angriffen auf einzelne Mitglieder fiihrten, sei ganz abgesehen; angedeutet mag nur werden, daB der Verein mehrmals auch in die Lage kam, sich mit der gegnerischen Presse gerichtlich auseinanderzusetzen; schlimmer ist es, daB er sich als Gesamtheit wiederholt nur mit Auf- gebot behordlicher Unterstiitzung gegen Ausschreitungen zu schiitzen vermochte und daB bei dem so schon gemeinten Anastasius-Griin- Feste am 6. Juni 1886, ebenso anlaBlich der vierzigjahrigen Bestan- desfeier 6. und 7. Juni 1903 die Roheiten der LandstraBe gar auf die StraBen und Platze der Stadt verpflanzt wurden. — Die deutsche Biirgerschaft hat sich von den wirtschaftlichen Nachteilen des Erd- bebens, das in der Osternacht des Jahres 1895 die Stadt teilweise in Triimmer gelegt hat, ziemlich erholt, wie denn auch auBerlich die Spuren jenes Ereignisses durch erhohte Bautatigkeit fast zum Ver- schwinden gebracht sind; allein schlimmer als das Erdbeben spielte @ 40 ® die panslawistischeStromung in derStadt unserem deutschen Biirger- tum mit, die mit den Brutalitaten der Septembertage des Jahres 1908 in offenen Aufstand ausbrach und im geschaftlichen Boykott seine Fortsetzung fand. Diese Gevvalttatigkeiten waren begleitet auch von offenen und versteckten Drangsalierungen, die der Verein iiber ein J ahrzehnt seitens der Gemeinde unter dem damaligen Biirgermeister Hribar und seinen Werkzeugen zu erdulden hatte. Vor fiinfundvierzig Jahren hat, gelegentlich einer Hauptver- sammlung, der Vertreter der Stadtgemeinde den Verein eine Zierde der Stadt genannt, und trotz aller Gegnerschaft darf derselbe auch heute auf diese Ehrung Anspruch erheben, weil er nichts getan, was nicht dieser Uberlieferung entsprochen hatte. — Kami er den Gegner auch nicht zur Liebe zwingen, so glaubt er wenigstens das Recht auf Achtung sich erworben zu haben. Erfreut sich jedoch nur der Verein der werktatigen Unter- stiitzung seiner deutschen Volksgenossen und ihrer Mitwirkung (die noch immer einer Steigerung fahig ist), dann wird er auch schlimmere Zeiten iiberdauern kbnnen und „a 11 e z e i t auf - r e c h t“ das Banner des deutschen Volkstumes hoch halten, bis end- lich einmal wieder friedlichere Sterne leuchten. Der Verein gehbrt seit Mai 1868, also seit 45 Jahren, dem Siid- osterreichischen Gauverband und damit seit 1875 dem XV. Turn- kreise (Deutsch - Osterreich) der „Deutschen Turner- s c h a f t“ an. Innerhalb des Gaues ist er seit mehreren Jahren mit den Vereinen in Gottschee, Gorz, Triest und Cilli zum VIII. Bezirke vereinigt, den Turnwart F. Meisetz als Bezirksturnvvart und nach ihm A. Kretschmer (Laibach), Turnlehrer Porsche (Cilli), M. Berd- nik (Laibach), Holzl (Cilli) leiteten. Erst in der jiingsten Zeit er- folgte wieder eine neue Einteilung der Arbeitsbezirke, wonach die krainisch-kiistenlandischen Turnvereine mit den karntnischen Turn- vereinen in ein Arbeitsgebiet zusammengelegt worden sind. Seit der Verein „Eintracht“ (Triest) aus dem Sudosterreichi- schen Gauverband scheiden muBte, da er sich nicht entschlieBen konnte, seine Satzungen zu andern, ruhten die Bemtihungen unseres Vereines nicht, die volkisch gesinnten Kreise in Triest zur Schaffung eines neuen Turnvereines zu veranlassen, der endlich im Jahre 1902 als ,,Deutscher Turnverein T r i e s t“ ins Leben getreten ist. Ebenso ® 41 ® entstand auf Anregung unseres Vereines die Turnriege in A b - b a z i a, die sich tapfer hali, wahrend die anderen Riegen- griindungen in G6rtschach-Zwischenwassern und J o s e f s t a 1 nach kurzem Bestande eingingen, da die meisten Mitglieder derselben die Statte ihres Wirkens wechselten. Die Turn¬ riege in G o r z unter dem ehemaligen Laibacher Vorturner /. Reitz entwickelte sich zu einem eigenen Vereine. Die Turnriege in N e u - marki 1, die im Jahre 1902 ins Leben gerufen worden ist, hat nach einigem Schwanken sich dem „Deutschen Turner- b un d e“ angeschlossen. Die verschiedenen Versuche, die Anhanger der Turnsache in A B1 i n g (Oberkrain) zu vereinigen, waren ohne Erfolg, bis endlich 1904 an die Schaffung eines deutschen Turn- vereines geschritten wurde, der sich bis jetzt lebensfahig erwiesen hat. Die deutschvblkische Uberzeugung unseres Vereines hat der Verein bei allen turnerischen Tagungen vertreten. Seine Stellung bringt es dazu mit sich, daB er trotz aller Schwierigkeit und mancher Selbstiiberwindung im Verbande der „Deutschen Tumerschaft“ aus- geharrt hat, bis den vblkischen Grundsatzen erst im Gaue und zu- letzt im Kreise zum Siege verholfen sein wiirde. DieBemuhungen sind nach und nach mit Erfolg gekrbnt worden, und so stellte sich der siid- osterreichische Turngau endlich im Jahre 1897 mit der Annahme der neuen, in ihren ersten Grundsatzen von Dr. /. /. Binder aus- gearbeiteten Satzungen auf den Standpunkt der strammen volks- reinen Vereine. Um demselben Grundgedanken der Jahnschen Auf fassung vom Turnwesen Geltung zu verschaffen, hatte sich inner- halb des Kreises „ein Verband deutschvblkischer Turnvereine“ ge- bildet, welchem auch unser Verein angehbrte und der bald liber hundert Vereine umfaBte. Es ist dieser Verband eine weitere Aus- gestaltung jenes Verbandes, dessen Griindung unser Vertreter beim deutschen Turntag in Munchen Dr. J. /. Binder in der Versamm- lung der ,,Deutschvolklichen“ bei Neusiegl angeregt hat und welcher vom Salzburger Turnvereine bis kurz vor dessen Austritt aus der Deutschen Turnerschaft geleitet worden war. Dieser Verband, seit 1896 unter der Leitung des Ostmarkturngaues stehend, hat es end¬ lich dahin gebracht, daB auch der XV. Turnkreis, Deutsch-Oster- reich, auf dem Kreistage in Wien am 26. Mai 1901 jene wichtige Bestimmung in seine Satzungen aufnahm, wonach nur solche Ver¬ eine dem Kreise angehoren kbnnen, die satzungsgemaB nur Deutsche (Arier) als Mitglieder aufnehmen. Die Fehde, die sich @ 42 @ darauf hin zwischen dem Geschaftsfiihrer der Deutschen Turner- schaft Dr. Odtz und dem XV. Turnkreis entsponnen hat, fiihrte, wie es vor zehn Jahten vorausgesagt worden, zum Austritte des XV. Turnkreises „Deutsch-Osterreich“ aus der Deutschen Turner- schaft, die am 26. September 1904 auf einem auBerordentlichen Kreistage in Wien, dem auch die Vertreter unseres Vereines Doktor Binder und A. Dzimski beiwohnten, fast einstimmig beschlossen worden ist. Der zweite deutschvolkische Turnverband, der als »Deutscher Turnerbund" von denjenigen ins Leben gerufen war, die die Unmbglichkeit zu fiihlen glaubten, den Grundsatz vbi- kischer Reinheit innerhalb des Verbandes der „Deutschen Turner- schaft“ durchzusetzen, hat auch im Gebiete der reichsdeutschen Kreise seine Gaue. DaB es zwischen den Angehbrigen der beiden Verbiinde „Turnerschaft“ und „Turnerbund“ wiederholt zu uner- quicklichen Auseinandersetzungen, ja Befehdungen gekommen ist, laBt sich bei der deutschen Eigenart begreifen. Unser Verein hat nun dabei durch seine Vertreter grundsatzlich jede einseitige Partei- nahme vermieden und steht auch heute auf dem Standpunkte, daB sich der XV. Turnkreis und der „Deutsche Turnerbund“ eher nahem als voneinander entfernen sollen: Ein Gedanke, der nun auch von biindlerischer Seite aufgenommen und im Jahre 1912 zu einem ver- tragsmaBig geordneten Verhaltnisse des Nebeneinanderlebens ge- ftihrt hat, das von nun an fiir den XV. Turnkreis wie fiir den Turnerbund und dem mittlerweile entstandenen ,Schbnererverband‘ gelten soli. In besonders freundschaftlichen Beziehungen steht der Verein zunachst zu den Turnvereinen in Gottschee, Tarvis, Villach, Gbrz, dem Deutschen Turnverein Triest in Triest, zu den deutschen Turn¬ vereinen in Marburg, Pettau, Cilli und Rann. Die Gautage brachten uns ofter auch den Vereinen in Graz naher, so dem Deutschen Turn- vereine beider Hochschulen und dem Vereine Grazer Turnerschaft, dem Allgemeinen deutschen Turnvereine und dem Deutschen Mannerturnvereine in Graz. Die Beziehungen zu dem, nun dem ,,Deutschen Turnerbunde“ angehbrigen, I. Wiener Turnverein sind trotzdem nicht gelockert, wenn sich auch seltener Gelegenheit findet, sie aufzufrischen; das gleiche gilt auch vom Turnvereine „Eintracht“ in Triest. Durch die Sarigerrunde ist der Verein seit der Griindung des Siidmarkischen (krainisch-kiistenlandischen) Sangerbundes nun auch ■© 43 ■© in Beziehungen getreten zu allen Bundesvereinen; besonders eng sind dieselben mit den Vereinen: Triester Mannergesangverein, deutscher Gesangverein „Quarnero“ in Abbazia, „ Andreas Hofer“ in Domschale, „Stahl und Eisen“ in ABling, „Neumarktler Lieder- tafel“ und den Gesangvereinen in WeiBenfels, Pola und Gbrz. Am nachsten steht natiirlich die Sangerrunde wohl der Philharmoni- schen Gesellschaft in Laibach, welche dem Verein als Mitglied bei- getreten ist (21. Mai 1901), wahrend dafiir dieser unterstiitzendes Mitglied der Philharmon. Gesellschaft gevvorden ist (13. Juni 1901). Von allen anderen nichtpolitischen Vereinen ist der Turn- verein in erster Linie eng befreundet mit der akademisch-techni- schen Landsmannschaft (friiher Ferialverbindung) „C a r n i o 1 a“, dann mit dem Laibacher Bicycleklub und mit dem Laibacher Radfahrerverein „E d e 1 w e i B“, dem Laibacher Sportverein, der sich im Jahre 1910 mit dem Bicycleklub vereinigt hat, dem deutschvblkischen Arbeitervereine „T r u t z b u r g“ und der Orts- gruppe des Vereines „Anker“. Alte freundschaftliche Oberlieferungen pflegte endlich der Turn- verein zu dem aus seiner Mitte einst hervorgegangenen Vereine der Freiwilligen F e u e r w e h r , deren brave Scharen eine ehren • volle Geschichte hinter sich haben; vor dreizehn Jahren ist aber dieser Verein trotz der Bemiihungen seiner Griinder und einiger umsichtiger Mitglieder doch der Slowenisierung verfallen und da- mit haben auch die langjahrigen Beziehungen aufgehort. Dankbar sei endlich auch des Kasinovereines an dieser Stelle gedacht, der dem Verein immer in der freundlichsten Weise entgegenkommt, und vollends der Krainischen Sparkasse, deren wohltatiges Wirken schon wiederholt gewiirdigt worden ist und die anlaBIich des 40jahrigen Bestandes den Verein zur Forde- rung des Turnbetriebes mit einer auBerordentlich namhaften Spende bedacht hat. Die Beziehungen zum slowenischen Turnvereine „Sokol“, durch die Beniitzung der gemeinsamen Turnhalle hbchstens auf einen geschaftlichen Verkehr beschrankt, haben mit dem Aufhoren jener Beniitzung auch aufgehort. Mit Bedauern muBte der Verein aber bei der Begehung der Feier seines vierzigjahrigen Bestandes die Erfahrung machen, daB sich leitende Personlichkeiten des Vereines dazu hergaben, ihm in der ohnehin bescheidenen Betatigung seines Volkstumes Hindernisse zu bereiten. ® 4i & Der Laibacher Deutsche Turnverein ist seit 1888 Mitglied der Gesellschaft vom „Roten Kreuze“, bezw. des Patriotischen Hilfs- vereines fiir Krain, Mitglied des Deutschen und Osterreichischen Alpenvereines Sektion Krain (seit 1896), Jahresmitglied des Richard Wagner-Vereines (seit 1885), des (deutschen) Theatervereines in Laibach (seit 1892). Er gehort ferner noch an deni Allgemeinen deutschen Sprachvereine (seit 1887), den deutschen Schutz- und Hilfsvereinen, und zwar als Oriindungsmitglied der Manner-Orts- gruppe Laibach (seit 1880), der Frauen-Ortsgruppe Laibach des Deutschen Schulvereines (seit 1885) und der Ortsgruppe Neumarktl (seit 1885), der Bundesgruppe Laibach des B6hmerwaldbundes (seit 1886), der Ortsgruppe des Vereines „Sudmark“ (seit 1892) und dem Alldeutschen Verbande (seit 1895). VIII. Kuckblick und Ausschau. Vor funfzehn Jahren hieB es: „Seit dem unvergeBlich schonen Peste des dreiBigjahrigen Bestandes unseres Vereines am 11. und 12. November des Jahres 1893, das wie ein zweiter Markstein in der Geschichte des Vereines dasteht, hat der Verein, wie man sieht, an Ausdehnung und Kraft zugenommen und eine Reihe von Leistun- gen hervorgebracht, die, wie schon in den Berichten der friiheren Jahrzehnte betont, nur bei dem „erhbhten Pflichtgefiihl" moglich waren, das den einzelnen und die Gesamtheit der Mitglieder beseeltdie Zeiten sind nicht danach angetan, dasselbe erlahmen zu lassen und noch weniger ist dies zu besorgen, je mehr es sich nahrt aus der Quelle des unerschiitterlichen Glaubens an unser deutsches Volkstum. Die ehrenvollen Uberlieferungen legen den Genossen desto zwingendere Pflichten auf, und so wird denn der Verein tapfer und treu seiner Losung: „Alle Stund auf- r e c h t!“ das nachste Jahrzehnt vollenden, ehrhaft und wehrhaft, zu Schutz und Trutz fiir deutsche Ehre und fiir deutsches Recht.“ So lautet es in dem Berichte, den der Verein anlaBlich der VolL endung seines 35. Vereinsjahres hinausgab. Was damals gegolten, gilt fiir heute, und zwar noch in erhohtem MaBe. Das Bild der Ver- einsgeschichte zeigt gerade im Verlaufe der letzten funfzehn Jahre manche Wandlungen; es geht unverkennbar ein neuer Zug durch die Zeit und die Gesellschaft, und wer offene Augen hat, der wird ® 45 @> es auch an der Geschichte des Vereines wahrend der letzten Jahre beobachten kbnnen. Noch halt sich der Verein auf der eingenom- menen Hbhe, noch lebt in den Herzen der Mitglieder der liebevolle Anteil an dem Geschicke des Vereines, wie sich dies gerade an der Beschickung der Hauptversammlungen offenbart, die meist eine Teilnehmerzahl aufweisen, welche das vorgeschriebene Funftel der Gesamtmitgliederschaft immer iibersteigt. Allein die Zahl der Mitglieder hat abgenommen, weil man ohne Werbearbeit nur der werbenden Kraft des vblkischen Gedankens allein es iiber- lieB, ftir den Verein opferfreudige Genossen zu gewinnen. Ist es auch erfreulich, daB dieser Gedanke noch immer so viel Werbekraft ausiibt, um die Zahl wenigstens auf ihrer gegenwartigen Flbhe zu erhalten, so darf dieWerbearbeit nicht aussetzen, weil schon die Mit- gliedschaft eine erziehende Wirkung ausiibt, deren das Deutschtum in Stadt und Land bedarf, wenn es sich erhalten soli. Was der Ver¬ ein leisten kanu, hat er wiederholt selbst in den schwersten Zeiten bewiesen. Welch ein Kapital von Opfermut und Arbeitsfreude dabei eingesetzt wurde, versteht nur derjenige zu ermessen, der das Ver- einsleben mit allen seinen Lasten kennt. Es ist eben nicht „Vereins- maierei“, sondern emste vblkische Arbeit, welche vom einzelnen wie von der Gesamtheit verlangt wird. Neue Mittel und neue Wege wird die neue Zeit verlangen. Wohl dem Vereine, wenn er dann gut beraten ist. Nur echte volkstreue Gesinnung, betatigt in selbstloser Hingabe und — Geduld mag zu hohem Ziele zu fiihren. Was schon vor zehn Jahren gesagt worden ist, das mbge heute wiederholt werden. Es ist der ernste Mahnruf an die deutsche J u n g - biirgerschaft der Stadt: „Ihren Handen wird das Banner des Vereines anvertraut sein, mbge sie es fiihren und schwingen in Sieg und Ehren, bis sie es unentweiht und lorbeerbekranzt den kommen- den Geschlechtern wird iibergeben kbnnen.“ Das walte Gott! Anhang I. Aus den Jahrbiichern des Vereines. (1903-1913.) Die Erinnerungen aus den Jahren 1863 bis 1903 sind in den Gedenkschriften der Jahre 1888, 1893, 1898 und 1903 enthalten. Geden ktage. 1904J 23. Janner. Einundvierzigste Jahreshauptversammlung. Herr Dr. Adolf Schaffer wird unter herzlichem Beifall zum Ehrenmitgliede ernannt. — Dem Vorturner der Alt-Herren-Riege Herrn Lehrer J. Ph. Uhl wird ein Ehrengeschenk gewidmet. 7. Februar. Gauturntag in Bruck a. d. Mur. Franz Meisetz und Gustav Eger vertreten den Verein. 3. und 4. April. Bezirksvorturnerstunde in Triest; der Verein ist durch sechs Vorturner vertreten. 8. Mai. Aufierordentlicher Gauturntag in Graz in Angelegenheit der Los- losung des XV. Turnkreises von der »Deutschen Turnerschaft". Der Verein ist vertreten durch die Turnrate A. Dzimski, Fr. Meisetz, Josef Roger. 3. und 4. April. Aufierordentlicher Kreisturntag in Wien. Der Verein stimmt durch seine Vertreter Dr. J. J. Binder und A. Dzimski fiir den Austritt aus der »Deutschen Turnerschaft“. 22. und 23. Mai. Die Sangerrunde beteiligt sich mit 28 Sangern unter Fiihrung des Sprechwartstellvertreters Dr. J. J. Binder und des Sang- wartes Viktor Ranth am Siidmarkischen Sangerbundesfeste in Pola. 2. Juli. Das geplante Sommerfest wird abgesagt, weil die Behorden auf Vorstellung des Burgermeisters Hribar die Verwendung von schwarz- rotgoldenen Farben bei der Beflaggung des Gartens nicht gestatten und die Mitwirkung der Regimentskapelle deshalb versagt wurde. 10. Juli. Gauturnfest in Villach. Der Verein beteiligt sich mit 24 Turnem unter Fiihrung des Sprechwartstellvertreters Dr. J. J. Binder. Von den sieben Wetturnern gehen Kretschmer, Schvvingshakl, Achtschin und ■ In diesem Jahre betrauerte der Verein den Hingang von vier Mitgliedern: Ernst Jeuniker, Josef Matzek, Anton Haas und Dr. Julius v. Koblitz. @ 47 ® Thomann als Sieger hervor. Die Laibacher Turner werden besonders herzlich begriifit. — An demselben Tage Ausflug der Sangerrunde nach Josefstal unter der Leitung des Sangwartes V. Ranth. 4. September. Turnfahrt nach Obermbsel bei Gottschee mit sieben Turnem. Fiihrung Turnwart Fr. Meisetz. — An demselben Tage Beteiligung an der Jahnfeier des im Juni neugegriindeten deutschen Turn- vereines in Afiling unter Fiihrung des Vorturners Wilhelm Fischinger. 26. September. AuSerordentlicher Kreisturntag in Wien. Die Vertreter Dr. J. J. Binder und A. Dzimski stimmen im Sinne der Oster- tagung ftir die Loslbsung des XV. Turnkreises Deutschosterreich aus der »Deutschen Turnerschaft“. 19. Oktober. Dem Einspruche gegen das gelegentlich des vorjahrigen Griindungsfestes erlassene Fahnenverbot der Gemeindebehorde wird mit Erlafi vom 6. Juli, Z. 3435, stattgegeben und das von der Landesregierung bestatigte Verbot als ungesetzlich aufgehoben. 1. Dezember. Der neuernannte Turnlehrer A. Kretschmer, der mit Unter- stiitzung des Vereines an der Turnlehrerbildungsanstalt in Dresden unter Direktor Bier ausgebildet worden war, tritt seinen Dienst an. Anmerkung: Am 1. Februar fand das Vereinskranzchen, am 13. Februar das Schlub- kranzchen der Tanzschule des Vereines in den Kasinosalen, am 6. November ein Familienabend in dgr Glashalle, am 29. Dezember abends die Julfeier und am 31. Dezember die Jahrvvendfeier in den Kasinosalen statt. — In diesem Jahre turnten drei Generationen einer Familie gleichzeitig auf dem Turnboden: Herr Albert Samassa, sein Sohn Max und sein Enkel Hans. 1905. 1 14. Janner. Die zweiundvierzigste Jahreshauptversammlung. Die Tages- ordnung kann nicht vollstandig erledigt werden. Daher 28. Janner aufierordentliche Hauptversammlung zur Neuwahl des Turnrates. 11. und 12. Februar. Gauturntag in Cilli. Der Verein ist durch vier Mit- glieder vertreten. Turnlehrer Kretschmer wird Bezirksturnwart. 29. Februar. Bezirksvorturnerstunde in Laibach. 14. Mai. Schiller-Schauturnen des Vereines in der Tonhalle der Phil- harmonischen Gesellschaft. 15. Mai. Die Sangerrunde beteiligt sich an der Schillerfeier der Phil- harmonischen Gesellschaft. — Jubelfeier des Deutschen Schulvereines unter Beteiligung der Sangerrunde. 1. Juni. Fahnenweihe des Manner-Gesangvereines »Andreas Hofer“ in Domschale. Die Sangerrunde unter Fiihrung des Sangwartes Ranih nimmt daran teil. In den Vormittagsstunden wird die Fahne nach 1 In diesem Jahre hielt der Tod wieder grausame Ernte. Der Verein betrauerte den Verlust von neun Mitgliedern: Dr. Adolf Schaffer, Max Eberle, Dr.Finz, Emil Miihleisen, Dr. Anton Pfefferer, Otto Fischer, Rudolf Rotter, Ingenieur Anton Schnuab und das Griindungsmitglied Karl Leskowitz. -2) 48 einem Weihe- und Segensspruch des Bundesobmannes und Sprech- wartstellvertreters Dr. Binder entrollt. — Nachmittags erscheinen viele deutsche Gaste aus Laibach, um der Festauffuhrung, die in einer eigens fiir diesen Zweck in einem Garten errichteten Festhalle stattfindet, beizuwohnen. — Nicht lange nach dem Ein- treffen der Laibacher beginnt ein griindlich vorbereiteter Uberfall, der mit einem furchterlichen Geheul des zumeist durch Wein und Schnaps angefeuerten Pobels, hinter dem jedoch die slowenischen Radelsfiihrer aus Laibach und Stein stehen, eingeleitet wird und in einem Steinhagel, abwechselnd mit Revolverschiissen, ausgeht, der das Leben und die Gesundheit der Festteilnehmer so bedroht, dafi die Gendarmerie zum Schutze herbeieilen mufi, die nun die Lai¬ bacher deutschen Gaste, darunter auch die Abordnung unseres Ver- eines, zum Bahnhof geleitet, wo sie unter dem Gejohle der miihsam zuriickgehaltenen Pobelmasse den Zug besteigen, der sie abends nach Laibach zuriickbringt. 3. Juni. Vereins-Schauturnen in der Tonhalle. 11. und 12. Juni. Bezirksturnen in Gottschee anlafilich der 20 jahrigen Bestandfeier des dortigen deutschen Turnvereines. Der Verein ent- sendet eine Abordnung von 20 Turnem unter Fiihrung des Sprechwart- stellvertreters Dr. Binder, der den Verein in einer die Zeitverhalt- nisse wiirdigenden Rede begliickwunscht. Beim Wetturnen gehen drei Wetturner unseres Vereines als Sieger hervor. 20. Juni. Beteiligung an der Feier des 20jahrigen Bestandes des Laibacher Bicycle-Clubs; der Verein, vertreten durch den zweiten Turnwart Valti Cerer, widmet einen silbernen Bannernagel dem befreundeten Vereine. 8. Juli. „Rosenfest“ der Siidmark-Frauenortsgruppe im Kasinogarten. Der Verein beteiligt sich daran durch die Mitvvirkung der Sangerrunde unter Leitung des Sangwartes Ranth und durch die Schauturn- iibungen der Vorturnerschaft unter Leitung des Turnwartes Meisetz. 21. und 24. Juli. Kreisturnfest in Bohmisch-Leipa. Der Verein entsendet acht Turner unter Fiihrung des Turnwartes Meisetz und des Turn- lehrers Kretschmer. Bei dem Wetturnen gehen zwei unserer Vereins- genossen als Sieger hervor, Kretschmer und E. Schwingshakl. 10. September. Beteiligung am Schockel-Bergturnfest. Zwei unserer Vereinsgenossen gewinnen Siegeskranze, Kretschmer, Sclrwingshakl. 5. November. Beteiligung an der Grundung des deutschen Turnvereines in Rann. Anmerkung: Am 4. Marž fand das Turnerkranzchen auf der alten Schiefistatte, am 1. April ein Familienabend in der Glashalle statt. Am 18. November gab es einen Baumbach- Abend. Am 24. Dezember die erhebende Julfeier in der Glashalle. Am 31. Dezember die Jahrwend- feier in den Kasinosalen. *©) 49 4 1906.1 27. Janner. Dreiundvierzigste Jahreshauptversammlung. Der ehemalige langjahrige Sackelwart Herr Alois Dzimski wird zum Ehrenmitgliede ernannt. 2. Februar. Bezirksvorturnerstunde in Laibach. Daran sind zehn Lai- bacher beteiligt neben Turnem aus Cilli, Gottschee und Triest. 18. Marž. Festaufliihrung anlafilich der Feier des 20jahrigen Bestandes der Sangerrunde; beteiligt sind 154 Sanger und Sangerinnen. Es werden durchwegs Chore aus den Musikdramen Richard Wagners aufgefiihrt. Die Frauenortsgruppe des Deutschen Schulvereines widmet ein schones Fahnenband fiir die Standarte. Bei dem Fest- mahle wird dem Sangwart Ranth und Dr. Fritz Zangger, der sich auch um die gelungene Auffiihrung mitverdient gemacht hat, der besondere Dank des Vereines ausgesprochen und werden ihnen Ehrengaben gewidmet. 7. April. Die Sangerrunde beteiligt sich an der Anastasius-Griin-Feier in der Tonhalle. 11. April. Der 100. Geburtstag Anastasius Griins; der Verein legt einen Kranz am Denkmal nieder. 15. April. Bezirksvorturnerstunde in Triest. Der Verein ist durch eine Riege vertreten. 6. Mai. Kinderschauturnen in der Tonhalle. 26. Mai. Vereinsschauturnen in der Tonhalle. Im Anschlusse daran Abschiedsabend fiir den Turnlehrer A. Kretschmer, der zum LWiener Turnverein berufen wird. 12. und 13. Mai. Wohltatigkeitsfest des krainischen Lehrervereines. Der Verein beteiligt sich daran auch durch Mitwirkung der Turner und Sanger. 4. Juni. Beteiligung am Karntner Sangerbundesfeste in St. Veit. Der Verein sendet 15 Sanger unter Fiihrung des Sprechwartstellvertreters Dr. Binder und des Sangwartes V. Ranth. 29. Juni. Griindungsfeier der Schulvereinsortsgruppe in Weifienfels. Be¬ teiligung der Sangerrunde unter Fiihrung des Sangwartes V. Ranth. 15. und 16. Juli. Gauturnfest in Pettau. Der Verein entsendet 31 Turner unter Fiihrung des Sprechwartstellvertreters Dr. Binder, der Turnrats- mitglieder Bersin, Cerer, Dr. Fr. Janeschitz, Meisetz und Wagner. Alle vier Wetturner des Vereines, Walsa, Wagner, Berdnik, Schnell, gehen beim Preiswetturnen als Sieger hervor. i In diesem Jahre erlitt der Verein durch den Tod grofie und schwere Verluste. Er verlor neun Mitglieder: Das Ehrenmitglied Dr. Josef Sappan, die Griindungsmitglieder Josef Luckmann und Karl Luckmann, welchen dreien der Verein das Ehrengeleite gab, ferner Ignaz Hauser, August Novak (Eisnern), Theodor Nowotny, Baron Wilhelm Rechbach, Franz Schmidt und Josef Wrefinigg. & 50 12. August. Feier der Schulvereinsortsgruppe in Obermosel (Gottschee). Der Verein begriiBt sie durch das Turnratsmitglied Dr. Janeschitz. 26. August. Griindungsfeier der deutschen Feuervvehr in Pbllandl (Gottschee). Der Verein begliickwunscht sie durch das Turnrats¬ mitglied Fr. Meisetz. Anmerkung: Am 7. Februar Familienabend in der Glashalle (Humorist Keller aus Wien>. Am 3. Marž SchluBkranzchen in der alten Schiefistatte. — Das Sommerfest wird durch Biirger- meister Hribar vereitelt, der die Mitwirkung der Militfirkapelle verhindert. — Am 20. Oktober Familienabend in der Glashalle. Ani 21. Dezember die Julfeier abends und am 31. Dezember Jahrwendfeier. 1907. 1 26. Janner. Vierundvierzigste Jahreshauptversammlung. Turnwart Meisetz, das langjahrige Turnratsmitglied, nimmt Abschied von seinem Amte mit Riicksicht auf seine angegriffene Gesundheit. 10. Februar. Gauturntag in Leoben. Der Verein ist vertreten durch Dr. Binder, Eichler (Turnlehrer), Meisetz und Gruber. 24. Marž. Bezirksvorturnerstunde in Laibach. 18. April. Die Sangerrunde wirkt am Brahmskonzerte der Philharmoni- schen Gesellschaft mit. 12. Juni. Der Verein beteiligt sich mit einer Turnerriege bei dem Sommer- feste in Gorz zu Gunsten des dortigen Deutschen Schulvereines. 16. Juni. Turnfahrt nach Ferlach im Rosentale unter Fiihrung des Turn- wartes V. Cerer und des Turnlehrers Eichler. 29. und 30. Juni. Gauturnfest in Wolfsberg. Der Verein beteiligt sich mit 19 Turnem unter Fiihrung des Sprechwartstellvertreters Dr. Binder. — Beim Gauwetturnen gewinnt Frank Thoniann einen Kranz, Max Berdnik belobende Anerkennung. 6. Juli. Der Verein beteiligt sich mit einem Schauturnen am Sommer- feste der Sudmark-Frauenortsgruppe. („Ein Fest im Prater“.) 28. und 29. Juli. Deutsches Sangerbundesfest in Breslau. Die Sanger¬ runde ist vertreten durch den Sprechwartstellvertreter Dr. Binder und Sangwart Ranth. 25. August. Schauturnen in Gottschee. Der Verein ist vertreten durch die Turnratsmitglieder A. Achtschin und Th. Wagner. 24. November. Die Turnratsmitglieder M. Berdnik und Th. Wagner werden nach abgelegter Priifung in Graz zu Gauvorturnern ernannt. 8. Dezember. Bezirksturnfag. 15. Dezember. Beethovenfeier der Philharmonischen Gesellschaft unter Beteiligung der Sangerrunde. 1 Der Verein betrauert in diesem Jahre den Hingang der Fran Antonie Gratzy Edle von Wardengg, der Fahnenpatin der Sangerrunde (f 1. Dezember in Wien); dann der Mitglieder: August Drelse, Karl Laiblin d. J., J. J. Wagner, Josef Lehner. V 51 'S) 4* 19. Dezember. Das Anastasius-Griin-Denkmal wird nach einer griind- lichen Ausgestaltung (Herstellung der Lisenen aus wetterbestandigem Kunststein) wieder freigelegt. Anmerkung: Am 16. Februar SchluBkranzchen der Tanzschule. Am 27. Dezember die Julfeier, am 31. Dezember die Jahrwendfeier. 1908. 1 15. Janner. Fiinfundvierzigste Jahreshauptversammlung. Die Turnratsmit- glieder Sprechwart Arthur Mahr und Sangwart V. Ranih wer,den in Anerkennung ihrer 25 jahrigen Tatigkeit als Turnratsmitglieder zu Ehrenmitgliedern des Vereines ernannt. 26. Janner. Bezirksvorturnerstunde in Afiling. Vier Vorturner unter Ftihrung des Turnwartes Af. Berdnik werden vom Vereine entsendet. 16. Februar. Gauturntag in Graz. 10. Mai. Wetturnen der Stammriegen und der Zoglingsriegen des Vereines. 17. Mai. Schauturnen in der Tonhalle. — Nach dessen Beendigung Nach- feier. 7. und 8. Juni. Sangerfest in Marburg. Der Verein ist durch eine Fahnen- abordnung von 15 Sangern unter Ftihrung des Sprechwartstellver- treters Dr. Binder und des Sangwartes K Ranth vertreten. 28. Juni. Der Verein wirkt am „Erntefest“ der Siidmark-Frauenortsgruppe im Kasinogarten mit durch Vorfiihrung eines Erntereigens und einer „Holzknechtriege“. 28. und 29. Juni. Kreisturnfest in Graz. Die Musterriege, die der Verein entsendet hat, turnt am hochgestellten Barren und erhalt die hochste erreichbare Anerkennung. — Turnlehrer Zirnstein und Th. Nowotny zeichnen sich beim Wetturnen aus. 29. Juni. Das Laibacher Schulkuratorium iibernimmt die Beistellung der Turnlehrer fiir die Schiilerriegen des Vereines. 15. August. Bergturnfest auf der Villacher Alpe. Der Verein ist durch zwei Wetturner beteiligt. Friedr. Meisetz erhalt den 15.. Fr. Zirnstein den 17. Preis. — Feier des 60jahrigen Bestandes der Neumarktler Liedertafel. Der Verein beteiligt sich durch 16 Sanger der Sanger- runde unter Ftihrung des Sprechwartstellvertreters Dr. Binder und des Sangwartes Ranth. Die Auffuhrung der Chore tadellos, der Empfang herzlich, das Scheiden schwer. 18. bis 21. September. Panslavfstische Strafienunruhen und Gewalttatig- keiten in Laibach. — Dem Vereine gehen zahlreiche Bekundungen volkischer Teilnahme von allen Seiten zu. 1 In diesem Jahre verlor der Verein durch den Tod die Mitglieder: Vinzenz Krisper (Gnindungsmitglied), Peter Lassnik, Lambert Friedrich, Landes-Veterinarreferent J. Wagner und A. Damasko (Graz), den einstigen Vorturner des Vereines. -2) 52 'S) 23. September. Von diesem Tage an bleibt der Turnunterricht durch 14 Tage unterbrochen, weil der Ankleideraum der Turnhalle zur Bequartierung eines Teiles der in Laibach zusammengezogenen Gendarmerie verwendet werden mufi. 29. November. Kaiser-Jubilaums-Festabend in den oberen Raumen des Kasino unter besonderer Mitwirkung der Frau Lina Kreuter-Galle. 20. Dezember. Die k. k. Landesregierung iibermittelt den Dank Sr. Ma- jestat des Kaisers an den Verein fiir dessen vaterlandische Huldigung. Anmerkung: Am 19. Dezember Julkneipe, beziehungsweise Julfeier. Am 23. Dezember Julfeier der Jugendabteilungen in der Glashalle. Am 31. Dezember die Jahrwendfeier in den Kasinosalen. 1909. 1 28. Janner. Sechsundvierzigste Jahreshauptversammlung. 14. Februar. Gauturntag in Marburg. Der Verein ist vertreten durch Turn- lehrer J. Drumm, Turnwart M. Berdnik und Vorturner Fr. Zirn- stein. Eingehende Beratung tiber die Forderung des Betriebes der Jugendspiele innerhalb des Turnbetriebes. 1. April. Oberreichung der Ehrenurkunde an die Turnratsmitglieder A. Mahr und V. Ranth. 23. Mai. Schauturnen und Wetturnen des Vereines. Feier des 25jahrigen Bestandes der Grazer Turnerschaft. Der Verein ist vertreten durch den Vorturner Fr. Zirnstein. 20. Juni. Karntnerisches Bezirksturnen in Ferlach. Der Verein ist durch 19 Turner unter Fiihrung des Turnwartes /14. Berdnik vertreten. 1. Juli. Die Sangerrunde gibt wieder ihre Sommerliedertafel im Kasino- garten. 4. Juli. Bezirksturnfest in Rann. Der Verein ist vertreten durch 25 Turner unter Fiihrung des Turnwartes M. Berdnik. — An demselben Tage Sangerfest in Cilli. Der Verein ist vertreten durch eine Abordnung unter Fiihrung des Sangwartes V. Ranth. 31. Oktober. Der Stidmarkische (krainisch-kiistenlandische) Sangerbund (unter der Leitung der Sangerrunde des Vereines) hait sein satzungs- gemafies Bundesfest, das wegen der Unruhen im Vorjahre auf ein Jahr verschoben worden war, mit grofiem Erfolge ab. — Das Festkonzert in der Tonhalle bot eine glanzende Aufftihrung. Nach dem gemein- samen Mahle tagt der Sangertag unter dem Vorsitze des Sprech- wartstellvertreters Dr. Binder; die Bundesleitung wird abermals der Sangerrunde iibertragen. — Abends Festkommers in den oberen 1 Der Verein betrauerte in diesem Jahre den Verlust mehrerer trener Mitglieder, die ihm durch den Tod entrissen wurden: 7?. v. Knobloch, k. u. k. Oberst a. D., Direktor Kisling, Viktor Stacher, A. Sdiwingshakl und Frau E. Kom. -2) 53 Kasinosalen. — Der Sangerbund erhalt als Spende eine neue prach- tige Standarte, gewidmet von deutschen Sangesbriidern aus dem Deutschen Reiche auf Anregung des Obmannes des steiermarkischen Sangerbundes Herrn Viktor Ritter von Schmeidel, der die Spende vor der Festauffiihrung iiberreicht. Die deutschen Frauen von Laibach spenden ein schones Bannerband. 10. November. Der Verein begeht in der festlich geschmiickten Glashalle des Kasino eine volkstiimliche Schillerfeier zur 150. Wiederkehr von Schillers Geburtstag. Festspruch gehalten von Dr. Siegfried Ritter von Schoeppl. 22. Dezember. Dem Obmann des steirischen Sangerbundes Viktor Ritter von Schmeidel in Graz wird durch Dr. Binder eine Ehrengabe des Siidmarkischen Sangerbundes als Zeichen des Dankes fur oft bewahrte Freundschaft iiberreicht. Anmerkung: Am 6. Marž Schluftkriinzchen in den oberen Kasinoraumen. Am 1. Juli Sommerliedertafel. Ani 23. Dezember Julfeier. Am 31. Dezember die Jahrwendfeier in den oberen Kasinosalen. 1910. 1 17. Janner. Der Verein gibt dem verstorbenen Ehrenmitgliede, dem lang- jahrigen Sackehvarte des Vereines Alois Dzimski das letzte Geleite. 18. Janner. Siebenundvierzigste Jahreshauptversammlung. 13. Februar. Gauturntag in Wolfsberg. Die Turnratsmitglieder M. Berdnik und Fr. Zirnstein vertreten den Verein. 3. April. Bezirksvorturnerstunde in Triest. Der Verein entsendet den Turn- lehrer Drumm und die Vorturner Fr. Zirnstein und M. Berdnik. 5. Mai. Schauturnen des Vereines in der Tonhalle. 8. Mai. Schiilerwetturnen des Vereines. Nachmittags Kinderbelustigung bei der neuen Schieflstatte. 24. Mai. Wiederbegriindung der Turnriege in Abbazia. 12. Juni. Gauturnfest in Cilli. Der Verein entsendet 20 Turner unter Fiihrung des Sprechwartstellvertreters Dr. Binder und der Turnrate M. Berdnik und Fr. Zirnstein. Beim Wetturnen erringen drei Lai- bacher Turner, Zirnstein, Klauer und No-wotny, einen Siegeskranz. 17. Juni. DerTurnrat spricht sich auf Antrag des Schriftfiihrers Dr. Plautz gegen die Beteiligung von Turnem an sogenannten internationalen Fufiballwettspielen in Laibach aus, u. zw. sobald slowenische na- tionale Klubs daran beteiligt erscheinen. 2. Juli. Oberosterreichisches Gauturnfest in Steier. Der Verein ist ver¬ treten durch den Turnlehrer Fr. Zirnstein. 1 In diesem Jahre entrifi der Tod mehrere langjahrige, bewahrte Mitglieder: Das Ehren- mitglied A. Dzimski, den einstigen Kneipwart Konrad Lachnik, den wackeren Mitbiirger Heinrich Korn und den Mitbegriinder und langjahrigen Hauptmannstellvertreter der freiwilligen Feuer- wehr Franz Schantel. & 54 & 14. und 15. August. Das Karntner Sangerbundesfest in Wolfsberg. Die Sangerrunde ist beteiligt durch eine Abordnung unter Fiihrung des Sprechwartstellvertreters Dr. Binder und des Sangwartes V. Ranih. 16. September. Den Volks- und Mittelschiilern in Krain wird verboten, bei einem Turnvereine als Schiller oder Zoglinge Turnunterricht zu nehmen. Turnlehrer Zirnstein iibernimmt die Schiilerriegen in seinen „ Privat-Turnkurs“. 18. September. Wiederbelebung des Frauenturnens im Vereine. 1. Oktober. Erbffnung der Turnhalle in Gbrz. Der Verein ist vertreten durch eine Riege unter Fiihrung von M. Berdnik. Anmerkung: Am 26. Februar Schluflkranzchen. Am 18. Juni Sommerfest im Kasinogarten. Am 23. Dezember Julfeier. Am 31. Dezember Jahrwendfeier. 1911.1 14. Janner. Achtundvierzigste Jahreshauptversammlung. Herr Ingenieur Simon Rieger, Bergdirektor in Ferlach, wird unter lautem Beifalle ob seiner grofien Verdienste um die deutsche Sache, besonders um die deutsche Turnsache zum Ehrenmitglied ernannt. 8. April. Die Sangerrunde feiert ihren 25jahrigen Bestand mit einem glanzenden Richard-Wagner-Konzert in der Tonhalle, das einen herrlichen Erfolg aufweist. Beteiligt sind an 200 Sanger und San- gerinnen. Besonderen Eindruck macht die Auffilhrung der „Gralsfeier“ aus Parzival. Der Auffuhrung folgt ein zwangloser Sangerabend im kleinen Saale des Kasinovereines, wo der Sangwart V. Ranih und Musiklehrer Kern sowie der Sprechwartstellvertreter Dr. Binder, der Begriinder der Sangerrunde, durch besondere Ehrenwidmungen aus- gezeichnet werden. Die Standarte erhalt einen silbernen Lorbeerkranz. 23. April. Der deutsche Mannergesangverein in Triest feiert seinen 25jahrigen Bestand. Der Verein ist durch den Sangwart V. Ranth vertreten. 27. April. Der neue Sommerturnplatz, vom Laibacher Šport- und Bicycle- Club in entgegenkommender Weise dem Vereine gegen billigen Mietvertrag zur Verfiigung gestellt, wird erbffnet. 28. Mai. Turnlehrer Zirnstein veranstaltet mit den Zoglingen seines Turnkurses ein gelungenes Schauturnen in der Tonhalle. — Hierauf Schiilerausflug zur neuen SchieBstatte. 7. Juni. Schutzvereinsfest in Weifienfels unter Mitwirkung der dortigen Sangerrunde (Chormeister Krauland) und des Mannergesangvereines 1 hi diesem Jahre verlor der Verein durch den Tod drei Mitglieder, darunter den einstigen ersten Turnwart des Vereines Herrn Karl Laiblin (Vater), allen unvergefilich auch durch seine Leistungen als humorvoller Vortragskiinstler, dann Karl Schober und Frau Hedmig Weift. ca 55 Tarvis (Chormeister Eisenhut). Der Verein entsendet eine Abordnung mit dem Sprechwartstellvertreter Dr. Binder und Sangwart V. Ranth. 1. Juli. Schutzvereinsfest im Kasinogarten. Der Verein bietet Lieder- vortrage und ein Schauturnen. Das Reinertragnis fliefit den Frauen- ortsgruppen der beiden Schutzvereine zu. 22. bis 24. August. XI. Kreisturnfest in Troppau. Der Verein ist vertreten durch den Turnlehrer Fr. Zirnstein, Vorturner Jos. Klauer und L. Markelj. Jos. Klauer wird beim Wetturnen unter 207 Bewerbern der 25. in der Reihe von 125 Siegern. Der Verein erhalt ein Fahnenband. 7. Dezember. Turnfahrt nach Ferlach zur Ehrung des Ehrenmitgliedes Simon Rieger gelegentlich der Julfeier des dortigen deutschen Turnvereines. Eine Abordnung von 20 Turnem unter Ftihrung des Schriftwartes Fr. Siegfried Ritter v. Schoeppl und des Turnlehrers Fr. Zirnstein iiberbringt die Ehrenurkunde (auf einer Silberplatte gestochen) und beteiligt sich hierauf an dem Schauturnen des dor¬ tigen Vereines. Anmerkung: Am 25. Februar das SchiuBkranzchen. Am 1. Juli Sommerfest im Kasino¬ garten. Ani 21. Dezember die Julfeier in der Glashalle und am 31. Dezember die Jahrwendfeier in den oberen Kasinosalen. 1912.1 24. Janner. Neunundvierzigste Jahreshauptversammlung. 11. Februar. Gauturntag in Knittelfeld. Der Verein ist vertreten durch den Turnwart Ernst Pohle und Turnlehrer Fr. Zirnstein. 28. April. Bezirksvorturnerstunde in Laibach. Beteiligung von zehn Turnem. 10. Mai. Gauvorturnerstunde in Marburg. Der Verein ist vertreten durch E. Pohle und Fr. Zirnstein. 18. und 19. Mai. Feier des 50jahrigen Bestandes des KJagenfurter Turn¬ vereines. Der Laibacher Deutsche Turnverein ist vertreten durch die Turnratsmitglieder E. Pohle und Fr. Zirnstein. 9. Juni. Die Vorturner Jos. Klauer und Th. Nowotny legen die Gau- vortumerpriifung mit Erfolg ab. 22. Juni. Vereinsturnlehrer Fr. Zirnstein erwirbt in Graz die Staats-Lehr- befahigung fiir den Turnunterricht an Mittelschulen. 23. Juni. Vereinswetturnen. Sieger: Th. Nowotny, Leitl, Wilsch, Zehrer. 26. Juni. Bezirksvorturnerstunde in Gottschee. Der Verein entsendet die Vorturner Turnlehrer Fr. Zirnstein und Jos. Klauer. 28. und 29. Juni. Gautumfest in Marburg. Der Verein ist vertreten durch zwolf Turner unter Ftihrung des Turnwartes E. Pohle und des Turn- 1 Der Verein betrauerte in diesem Jahre den Hingang des frtiheren langjahrigen verdienst- vollen Turnvvartes Franz Meisetz und der Mitglieder Karl Paičhel d. J., Franz Unger, Professor Dr. K. Schorn (Marburg), Ingenieur Georg Krenn, Dr. F. Vok, Stephan Hitzl, Eduard Huber. 'S) 56 & lehrers Fr. Zirnstein. Der Verein erhalt beim Wetturnen der Gau- vereine den ersten Preis. Von den sechs Wetturnern des Vereines gehen auf der Oberstufe Jos. Klauer als dritter Sieger, Fr. Zirnstein mit belobender Anerkennung, auf der Unterstufe Th. No r wotny als zehnter Sieger hervor. 3. Juli. Der Rosegger-Baustein des Vereines ist voli eingezahlt. 6. Juli. Sommerfest zu Gunsten der beiden Schutzvereins-Frauenorts- gruppen. 15. Juli. Bergturnfest auf der Villacher Alpe. Fr. Zirnstein 18. Sieger. 1. September. Bergturnfest auf dem Schbckl. Fr. Zirnstein 39. Sieger. Anmerkung: Am 20. Februar Schluflkranzchen (Maskenkranzchen) in der Glashalle. Am 6. Juli das Sommerfest im Kasinogarten. Am 14. Dezember die Julfeier. Am 31. Dezember die Jahrwendfeier in den oberen Kasinosalen. Anhang II. I. Griindungsmitglieder, die noch gegenwartig dem Vereine angehdren. (Die mit * Bezeichneten getiiiren dem Vereine seit der Grundung ohne Unterbrechung an.) Herr Baumgartner Johann „ Dornik Josef „ Karinger Karl „ *Kraschowitz Alois Herr Mayer Emerich „ *Milhleisen Artur „ *Samassa Albert d. A. II. Ehrenmitglieder. 1. Dr. Emil Ritter v. Stockl, k. k. Regierungsrat, f 1885, ernannt in der Hauptversammlung am 22. Janner 1883. 2. Alois Cantoni, Hausbesitzer, f 1894, ernannt in der Hauptversammlung am 17. November 1883. 3. Karl Rtlting, Buchdruckereileiter, ernannt in der Hauptversammlung am 17. November 1883. 4. Dr. J. J. Binder, k. k. Realschulprofessor, ernannt in der Hauptversammlung am 9. Janner 1892. 5. Albert Samassa d. A., k. u. k. Hof-Glockengiefier, ernannt in der Hauptversammlung am 11. Janner 189G. 6. Josef Luckmann, Bankier, Prasident des Krainischen Sparkasse- vereines, f 1905, ernannt in der Hauptversammlung am 13. Janner 1900. 7. Dr. Josef Suppan, Amtsdirektor der Krainischen Sparkasse, f 1902, ernannt in der Hauptversammlung am 13. Janner 1900. 8. Dr. Adolf Schaffer, Landesausschufibeisitzer, f 1905, ernannt in der Hauptversammlung am 23. Janner 1904. 9. Alois Dzimski, Adjunkt der Krainischen Sparkasse, f 1910, ernannt in der Hauptversammlung am 27/Janner 1906. 10. Arthur Mahr, Handelsschuldirektor, 11. Viktor Ranth, Kaufmann, beide ernannt in der Hauptversammlung am 15. Janner 1908. 12. Ing. Simon Rieger, Bergdirektor in Ferlach, ernannt in der Hauptversammlung am 14. Janner 1911. 59 III. Zusammensetzung des Turnrates in den Jahren 1863 und 1913. 1863. Sprechwart: Dr. Emil Ritter v. Stockl (f), Direktor der Landes-Wohltatigkeits- anstalten. Sprechwart-Stellvertreter: Wilhelm Ritter v. Fritsdi (f), k. k. Bergkommissar. Turnwart: Hermann Bettelheim, Ingenieur (zugleich Vorturner). Turnwart-Stellvertreter: Karl Laiblin (f), Handelsbuchhalter (zugleich Vorturner). Sackelwart: Gustav Stedry, Handelsmann. Sackelwart-Stellvertreter: Camillo Baumgartner, Handelsgesellschafter. Schriftwart: Julius Ledenig (j), k. k. Landesgerichts-Auskultant. Schriftwart-Stellvertreter: Dr. Adolf Schaffer (f), Advokaturs-Konzipient. Zeugwart: Albert Samassa, Glockengiefier. 1913. Sprechwart: Arthur Mahr, Direktor der Handelslehranstalt, Besitzer des goldenen Verdienstkreuzes mit der Krone. Sprechwart-Stellvertreter: Dr. Josef Julius Binder, k. k. Realschulprofessor. Erster Turnwart: Ernst Pohle, Maschinenmeister. Zweiter Turnwart: Theodor Nowotny, Zuckerbacker. Erster Sackelwart: Hans Hecking, Adjunkt der Krainischen Sparkasse. Zweiter Sdckehvart: Hugo Langer, Buchhandler. Erster Schriftwart: Dr. Wlad. Winter, k. k. Gymnasialprofessor. Zweiter Schriftwart: Ing. Walter Ahlfeld, k. k. Baupraktikant. Sangwart: Josef Klauer, Musiklehrer. Kneipwart: Anton Holm, Bahnbeamter. Zeugwart: Franz Zirnstein, staatlich gepriifter Turnlehrer. IV. Vorturnerschaft in den Jahren 1863 bis 1913. a) Vorturner: 1 2 Raimund Kleindienst vom 10. Oktober 1875 bis 1. Janner 1876, Franz Krainer vom 1. Janner 1876 bis April 1877, Josef Pock (J), Geschaftsfiihrer, vom 4. April 1877 bis Marž 1887, Hugo Sdlubert vom 1. September 1880 bis Dezember 1882, Karl Achtsdiin, Sparkassebeamter, vom 1. September 1880 bis 2. September 1886, Josef Maier vom 16. Mai 1881 bis 18. Jani 1882, *J. Ph. UhlJ Volksschullehrer, vom 5. November 1886, * Franz Meisetz (f), Goldschmiedmeister, vom 13. November 1883 bis Februar 1912. 1 Die im Druck Hervorgehobenen sind heute noch Mitglieder der Vorturnerschaft. — Die mit * Bezeichneten sind zugleich Angehorige der Gauvorturnerschaft. 2 Leiter der «Alt-Herren-Riege» I. 'S) 60 Dr. J. J. Binder,' k. k. Professor, vom 22. Marž 1889, Anton Patz, Bankbeamter, vom 26. Oktober 1890 bis 31. Dezember 1900, Anton Ječminek, Kaufmanu, vom 19. Dezember 1891, * Josef Reitz, Fabriksbeamter, vom 18. Juni 1889 bis August 1904, Hermann Nidierl v. Ragenfeld vom 22. Oktober 1890 bis Dezember 1894, * Josef Roger, Beamter der Krainischen Sparkasse, vom 15. Janner 1892, * Josef Pehani, Beamter, vom 15. Janner 1892 bis 22. Mai 1903, Josef Midielitsch, Kaufmann, vom 20. Janner 1892 bis 28. Mai 1902, Lambert Olhofer, Buchhalter, vom 15*. Marž 1893 bis Dezember 1898, Theodor Korn, Werkmeister, vom 24. Februar 1894, ^Valentin Cerer, Schriftsetzer, vom 16. Dezember 1894, Josef Paulitsdiek, Korrektor, vom 16. Dezember 1894 bis Oktober 1903, '‘■Anton Achtschin, Schlosser, vom 25. September 1896, Ludmig Binder, Uhrmacher, vom September 1896 bis Februar 1898, Wilhelm Fisdiinger, Assistent fiir Zeichnen an der k. k. Oberrealschule, vom 17. Oktober 1898 bis September 1904, * Alois Strimitzer, Bautechniker, vom 5. November 1896 bis August 1898, * Rudolf Petz, Bautechniker, vom 8. Marž 1899, *Alexander Kretschmer, Maschinenschlosser, vom 5. August 1901 bis 1906, Anton Ozlon, Uhrmacher, vom 27. Janner 1903 bis September 1903, * Max Berdnik, Fabriksbeamter, vom 3. Mai 1906, Anton Steib, Maschinenmeister, vom 3. Mai 1906 bis 1907, Hans Reiter, Schriftsetzer, vom 1. Oktober 1907 bis 1909, Theodor Wagner, Handelsbeamter, vom 26. Oktober 1907 bis 1911, Rudolf Rothaug, k. k. Professor, vom Janner 1907 bis 1908, * Franz Zirnstein, staatlich gepriifter Turnlehrer, vom 28. Mai 1908, Julius J. Driimm, Turnlehrer, vom 5. Janner 1909 bis 30. Mai 1909, Frank Thomann, Fabriksbeamter, vom 5. Janner 1909 bis 1912, * Ernst Polile vom 3. Janner 1911. *Theodor Nowotny, Zuckerbacker, vom 9. Mai 1912, * Josef Klauer, Musiklehrer, vom 9. Mai 1912. b) Anm3nner: Anton Briukmann, Anmann fiir die Riege Gortschach, vom 22. Janner 1900 bis 20. Juni 1900, Franz Hurth, Anmann fiir die Riege Gortschach, vom 20. Juni 1900 bis 1. Oktober 1901, Dr. Ferdinand Eger, Anmann der Fechtriege vom 15. Oktober 1896 bis 1900, Dr. Hans Hbgler, Anmann der Fechtriege vom 1. November 1896, Ferdinand Adenau, Anmann fiir Fufiballspiel, vom 13. Juni bis 1. Oktober 1901, Alfred Sdrmingshakl, Anmann fiir die Stammriege, vom 13. Mai 1903 bis 1912, Josef Willinger, Anmann fiir die Turnriege in Abbazia, vom 5. Juni 1910 bis September 1911, Julius Miiller, Anmann fiir die Turnriege in Abbazia, vom September 1912. F. Zehrer vom Juli 1912. 1 Leiter der «Alt-Herren-Riege» II. 'g) 61 V. Turnlehrer vvahrend der Jahre 1863 bis 1913. Hermann Bettelheim und Karl Laiblin als Turnwarte vom Oktober 1863 bis November 1864. Ernst v. Bockelberg (Leutnant im Ruhestande, Turnlehrer, -j- 1891 zu Pest) vom November 1864 bis Juli 1865. Hermann Bettelheim und Karl Laiblin als Turnwarte vom Juli 1865 bis November 1865. Gustav Lefeber (aus Berlin, gepriifter Turnlehrer) vom 1. November 1865 bis Mai 1866. Karl v. Rhein (aus Arnstadt in Thiiringen, Schriftsetzer) vom 20. September 1867 bis 13. Janner 1869. Valentin Schilfer (aus Frankenberg in Sachsen, gepriifter Turnlehrer) vom 3. November 1869 bis 24. Dezember 1873. Karl Guilielmo (aus Landshut in Bayern) vom 24. Dezember 1873 bis Marž 1874. Unterbrechung der turnerischen Tatigkeit vom Marž 1874 bis Sep¬ tember 1875. Julius Schmidt (k. k. Turnlehrer) vom September 1875 bis Oktober 1886. Josef Pock (Geschaftsfiihrer bei C. Tambornino) als Turnwart bis zu seinem am 15. Marž 1887 erfolgten Tode. Wilhelm Gettwert (Volksschullehrer) als Turnwart seit Janner 1888 bis 1890. Eranz Meisetz (Goldschmiedmeister) als Turnwart vom Janner 1891 bis Sep¬ tember 1904. Alexander Kretschmer (gepriifter Turnlehrer) von 1904 bis September 1906. Wilhelm Eichler (gepriifter Turnlehrer) vom September 1907 bis Juli 1908. Heinridi Weisser (gepriifter Turnlehrer) vom 1. September 1908 bis 20. Sep¬ tember 1908. Karl Drumm (gepriifter Turnlehrer) vom Oktober 1908 bis Juli 1909. Franz Zirnstein (gepriifter Turnlehrer) vom September 1910 bis jetzt. @ 62 ® VI. Mitgliederstand und Turnbetrieb von 1863 bis 1912 <§ (§ O’ <Š 4 Die Frauen- und Madchenriege begann ihre Tatigkeit erst im Oktober 1899. — 2 Bei der Griindung begann der Verein mit einer Mitgliederzahl von 75; die folgenden Angaben beziehen sich auf den Mitgliederstand am Schlusse der angefiihrten Jahre. — 3 Die Alte - Herrenriege bestand mit vielen Unterbrechungen bis 1864, dann 1875 und 1877; dieVersuche, sie wieder ins Leben zu rufen, waren vergeblich, bis es endlich im Jahre 1884 i gelang, sie auf die Dauer zu begriinden. — 4 5 Vom Jahre 1866 und 1867 fehlt jede amtliche Aufzeichnung liber den Turnbesuch der Vereinsmitglieder. — 5 Mit Abgang des Turnlehrers Schafer horte der schon friiher schwache Turnbesuch fast ganz auf und wurde nur unregelmafiig geiibt, daher fehien auch Aufzeichnungen dariiber. — 6 Das Zoglingsturnen fand von diesem Jahre an nur mehr einmal in der Woche statt. — 7 8 Das Zoglingsturnen kommt wieder in Aufnahme, nachdem die lobliche Sparkassedirektion im Einvernehmen mit dem Herrn Realschuldirektor Dr. R. Jimowi.cz, der dem Ansuchen des Vereines in freundlichster Weise entgegenkam, die Turnhalle in den Nachmittagsstunden der Sonn- und Feiertage zur Verfugung stellte. — 8 In diesem Jahre bestand auch eine Fechtriege, die an dieser Stelle in Einrechnung kam. — 9 Die Fechtriege hort wieder auf. — 10 Infolge des Erdbebens blieb die Turnhalle langere Zeit auBer Benutzung. — 11 * Die Fechtriege kommt wieder in Aufnahme. — 42 Der Riickgang erklart sich daraus, daB infolge des Erdbebens vom 15. Juli 1897 neuerliche Herstellungen in der Turnhalle notwendig wurden, welche zwei Monate Zeit in Anspruch nahmen. — 13 Die Turnhalle stand wegen den Einfiihrungsarbeiten fiir die elektrische Beleuchtung (spater wieder durch Gaslicht ersetzt), durch vier ! Wochen nicht zur Verfugung. — 14 Die starkere Besucherzahl erklart sich nicht zum mindesten daraus, daB in diesem Jahre das Fufiballspiel eingefiihrt i worden ist, das besonders die jiingere Turnerschaft mit grofiem Eifer betrieb. — 15 Die auffallende Steigerung der Besucherzahl hat ihren Grund in der । Einrichtung eines geregelten Privat-Unterrichtskurses fiir deutsche Schiller, der aber nur dieses Jahr bestand. — 16 Der Riickgang gegen das Vorjahr ' erklart sich daraus, daB mit Riicksicht auf die Schiilerriege die Turnstunden an den Donnerstagen ausfielen. - 17 Von 1909 an macht sich ein allmahliger I Riickgang in der Mitgliederzahl bemerkbar; es gehort dies zu den Nachwirkungen der panslavistischen Gewalttatigkeiten im Jahre 1908. Viele verzogen aus Laibach und Ersatz ward nicht gewonnen. Der Turnbetrieb der Stammriegen nimmt auch ab, dagegen steigerte sich der Besuch der Zoglings-, : Frauen- und Madchenriegen. — Von hier an werden nur die Mitglieder gezahlt, die ihre Steuer leisten. — 49 Der Aufschwung erklart sich durch die ■ Wiederbelebung der Frauenriege und den gesteigerten Zuspruch, den die Kinderriegen fanden, seit der Turnlehrer mit deren Fiihrung betraut worden. VII. Mitglieder des Turnrates in den Jahren 1863 bis 1913 <1 c 3 Legt seine Stelle am 2. August 1865 nieder. — 4 Legt seine Stelle am l.Mai 1868 nieder, wird fiir das Jahr 1869 wiedergewahlt und lehnt erst 1873 die Wiederwahl ab. — 5 Die durch die Ungunst der Umstande (Abgang des Turnlehrers, Teilnahmslosigkeit der Biirgerschaft) gelahmte Tatigkeit des Vereines belebt sich vvieder, als nach Ankunft des Turnlehrers Julius Schmidt aus Koslin an die Neugestaltung des Vereines gegangen wurde. Die Neuwahlen fanden erst im September 1875 statt. — 6 Legen ihre Stellen nieder am 4. Oktober des genannten Jahres. — 7 Mit Unterbrechung vom 29. Janner bis 7. Mai 1878. — 8 Legt seine Stelle nieder am 22. April des genannten Jahres. — 3 Meldet am 15. Mai die Niederlegung seiner Stelle und den Austritt aus dem Vereine an. In derselben Zeit legen auch die Herren Viktor Naglas, Fritz Schmidt und Franz Lang ihre Ehrenstelien nieder. In der auBerordentlichen Hauptversammlung am 2. Juli 1881 werden an deren Stelle gewahlt: als zweiter Sackelwart Adolf Zwatz, als zvveiter Schriftwart Oskar Kuni, als Kneipwarte Hans Palfinger und Viktor Ranth. — 13 Legt seine Selle nieder am 20. September des genannten Jahres. — 11 Legt seine Stelle am 23. Juni krankheitshalber nieder und tritt aus dem Vereine aus. Er starb am 4. Juli 1886. In der auBerordentlichen Hauptversammlung am 25. Juli wird Artur Mahr an seiner statt gewiihlt. — 13 Legt seine Stelle nieder am 29. Dezember des genannten Jahres und wird in der Hauptversammlung am 23. Janner 1884 wiedergewahlt. — 13 Legt seine Stelle nieder am 2. Juni des genannten Jahres. — 14 Legt seine Stelle nieder am 14. Juli des genannten Jahres. — » Seit der Satzungsanderung von 1902 gelten die unten stehenden Bezeichnungen des Amtsivaltes. — 16 Gestorben am 16. Marž des genannten Jahres. - 47 Legt seine Stelle nieder Ende Mai des genannten Jahres. — 18 Im Monate April des genannten Jahres vom Schlage geriihrt und seit dieser Zeit bettlagerig, daher aufierstande, die Geschafte weiter zu fiihren (f 1893). Herr Dzimski iibernimmt seine Geschafte. — 19 Legt im Monate November ebenfalls krankheitshalber seine Stelle nieder. — 20 Legt seine Stelle am 19. September des genannten Jahres nieder und verlSBt, ais Lehrer an die Volksschuie von St. Martin in Kiirnten berufen, unsere Stadt im Oktober des genannten Jahres. Fiir ihn iibernimmt Franz Meisetz die Leitung des Turnbetriebes. — 21 Beurlaubt vom 1. Mai des genannten Jahres an. — 33 Im Oktober zum Walfendienste einberufen. — 33 Ubersiedelte im August nach Graz. — 34 Im Oktober zum Waffen'dienste einberufen. — 33 Gestorben am 30. April 1894. — 30 Ubersiedelte im Marž nach Mediasch in Siebenbiirgen. — 37 Reitz Ubersiedelte nach Josefstal. — 38 Obersiedeite nach Cilli. — 39 Da Ingenieur Konrad Lachnik wegen Uberhaufung mit BerufsgeschSften eine Wiederwahl abiehnt, wurde der friihere Kneipwart Johann Somnitz ersucht, das Amt des Kneipwartes wieder zu ubernehmen ; Konrad Lachnik f 1910. — 39 Alois Dzimski lehnt mit Riicksicht auf seine angegriffene Gesundheit eine Wiederwahl ab (+ 1910). — 31 Obersetzt nach ProBnitz. — 33 Franz Meisetz lehnt eine Wiederwahl mit Rucksicht auf seine Geschafts- uberburdung ab (t 1912). — 33 Obersiedelt als Rechtsanwalt nach Windischfeistritz. — 34 Wird nach Graz versetzt. — 33 Lehnt eine Wiederwahl wegen beruflicher Verhinderungen ab. — 36 Geht nach Joachimstal zuriick. — 37 Lehnt ab aus Berufsrucksichten. — 38 Lehnt wegen Uberbiirdung mit anderen volkischen Pflichten die Wiederwahl ab. — 39 Legt wahrend des Jahres seine Stelle nieder und bleibt nur Riegenleiter. — 43 Lehnt eine Wiederwahl ab. — 44 Wird nach Krems a. d. D. versetzt. — 43 Lehnt eine Wiederwahl wegen Berufsarbeiten ab. — 43 Legt sein Amt vvahrend des Jahres aus grundsiitzlichen Erw3gungen nieder. VIII. Ein- und Ausgaben von 1863 bis 1912. ® 71 4 Die groflen Einnahmen und Ausgaben erklaren sich durch Einbeziehung samtlicher Spenden (darunter besonders der 4000 K-Spende der Krain. Sparkasse) anlaBlich der Jubelfeier. 5 Diese hohen Summen in Einnahmen und Ausgaben erklaren sich aus dem Umstande, dafi die Feier des 20jahrigen Bestandes der Sangerrunde stattfand, die Behebungen aus dem Vermogen verlangte, groBere Einnahmen aber auch dem entsprechende Ausgaben brachte. 6 Vom Jahre 1908 ist eine štete Verminderung des Vermogens zu bemerken. Dies erklart sich aus den erhohten Anforderungen, die an den Verein gestellt werden, deren Befriedigung mit den gewbhnlichen Einnahmen, die bei dem Sinken der Mitgliederzahl sich irnmer verringerten und trotz der Selbstbesteuerung einzelner Mitglieder, die ihren Mitglieds- beitrag freiwillig erhohten, nicht gedeckt werden konnte, so dali der Abgang aus dem Vereins- vermogen gedeckt werden muBte. 72 IX. Siegerliste der Wetturner des Laibacher Deutschen Turnvereines. (Die mit romischen Zahlen versehenen Wetturner sind als Sieger hervorgegangen; A = ehrenvolle Anerkennung, O-St = Oberstufe, U-St = Unterstufe.) & 73 'S) -2) 74 'S) ® 75 ® ®> 76 ® X. Veranstaltungen und Sammlungen des Vereines zu wohltatigen Zwecken. 1 1863, November. Eine Sammlung, veranstaltet zugunsten von verarmten Burgern. Ertrag.37 fl. — kr. 1864, Marž. Ertrag des von Turnem im Vereine mit Sangern und Schiitzen zum Besten der Gablenz-Stiftung veranstalteten Kranzchens (6. Marž genannten Jahres). Ertrag.126 fl. — kr. 1865, November. Eine Sammlung unter den Turnem zur Unterstiitzung ver- armter Burger. Ertrag.14 fl. — kr. 1866, Hilfeleistung und Kosten derselben bei der Beforderung der Vervvundeten bsterreichischer Krieger von den' Schlachtfeldern in Italien. 1870, August. Sammlung innerhalb der Turnerschaft fiir die verwundeten Krieger des deutschen Heeres im Deutsch-franzosischen Kriege 1870. Ergebnis abgesandt an den patriotischen Hilfsverein der alten Bundes- stadt Mainz .100 fl. — kr. 1876, 27. Mai. Offentliche Unterhaltung im Vereine mit der Philharmonischen Gesellschaft, veranstaltet zum Besten der durch die Uberschvvemmung des Laibacher Moores Geschadigten. Ertrag. 252 fl. 38 kr. 1876, 25. Juni. Ergebnis einer zugunsten der Gemeindeschule in Sagor anlafllich einer Turnfahrt veranstalteten Unterhaltung.40 fl. — kr. 1876, 15. August. Ertrag einer zugunsten der durch den Brand verungliickten Bewohner von Loitsch vom Vereine im Kasinogarten veranstalteten Abend- unterhaltung.641 fl. 48 kr. 1877, 3. Mai. Unterhaltung im Kasino, veranstaltet zugunsten der durch den Brand geschadigten Bewohner von Waitsch. Ertrag ... 73 fl. 40 kr. 1878, September. Kapselschiefien, veranstaltet zum Vorteile der hinter- bliebenen Familien der Reservisten der Okkupationsarmee in Bosnien und der Herzegowina.59 fl. — kr. 1879, September. Schauturnen, veranstaltet gemeinsam mit dem Cillier Turn- verein im Markte Tuffer. Das Ertragnis flofi zur Halfte der Feuervvehr in Tuffer, zur Halfte dem Schulpfennig zu. 1883, 20. Janner. Sammlung, veranstaltet anlafllich der Hauptversammlung zugunsten der durch die Uberschtvemmung in Tirol und Karaten Beschadigtcn. Ertrag.15 fl. — kr. 1887, 22. Februar. Veranstaltung eines Familienabendes in den Raumen der alten SchiefSstatte zugunsten der durch den Theaterbrand geschadigten Schauspieler. Ertrag. 269 fl. 11 kr. 1887, 2. Juli. Veranstaltung eines Sommerfestes im Kasinogarten zum Besten der durch den Hagelschlag Geschadigten von Innerkrain. Ertrag 46 fl. 80 kr. 1888, 14. Februar. Familienabend, veranstaltet zum Besten der durch die Blatternseuche dieses Jahres schwer betroffenen armeren Stadtbewohner. Reinertrag.100 fl. — kr. i Die Sammlungen und Veranstaltungen zum Besten unseres Volkstums oder zur Fiirderung der Turnsache werden, da sle im Bereiche der naturgemSBen Aufgaben des Vereines llegen, nicht besonders erwahnt. 0 77 0 1888, 25. November. Familienabend zugunsten des Vereines vom Roten Kreuze mit einem Ertrag von.10 fl. kr. 1889, 20. Februar. Fur die Abbrandler von Log in Gottschee . 5 fl. — kr. 1891, 19. September. Fur die durch tjberschwemmung in Oberkrain betroffenen Landleute.10 fl. — kr. 1895, Sammlung fur die durch das Erdbeben Geschadigten unter den deutschen Turnvereinen. 3982 fl. 52 kr. 1899, September. Fur die durch Erdbeben geschadigten Bewohner von Graslitz . ..28 fl. 70 kr. 1901, Janner. Eine Sammlung fur einen geschadigten deutschen Schau- spieler.64 K — h. 1903, 14. November. Sammlung fur die durch den Brand geschadigten Bewohner von Windischgraz in Steiermark und die durch das Hochwasser heim- gesuchten Karntner.100 K — h. XI. Besitzstand des Vereines a) Vermogen: (am 31.Dezember 1912). 1. ) Angelegter Barschatz. 5805 K 77 h 2. ) Wertpapiere. 696 » 50 » 3. ) Fahrnisse.5937 » 66 » Zusammen .... 12439 K 93 h b) (Jnbewegliches Eigentuni: Das Anastasius-Griin-Denkmal (an der Ecke der Herrengasse und des Valvasorplatzes [Deutschen Platzes]). Nach dem Entwurfe des Architekten Herrn Julius Schmidt (derzeit in Pest) ausgefuhrt von den Herren Baumeister G. Faleschini und Steinmetzmeister Peter Thomann, besteht das Denkmal in einer 6'5 m hohcn, 2'6 m breiten, mit Fliigelsaulen begrenzten Mauer, welche die aus Karstmarmor in edler Rcnaissance hergestellte machtige Tafel tragt; in diese sind das iiberlebensgroBe Rundbild des Kopfes des Dichters und der dasselbe umgebende Eichen- und Lorberkranz (beides modelliert von J. M. Konti, Schiller Kundmanns in Wien), und gegossen von der Erzgiefierei J. C. Hernick in Wien) eingelassen. Die Aufschrift lautet: «MDCCCLXXXVI Der Laibacher deutsche Turnverein | Dem Andenken an den deutschen Dichter.s Nun folgt unter dem Rundbild in Bronze- buchstaben: «Anastasius Griin | Ant. Alex. Graf v. Auersperg.® Dann in Stein gegraben: «Geb. hier im Hause der D. R. O. Kommende am 10. April 1806, gest, in Graz am 12. September 1876.» Ein stilvolles Eisengitter, 1'5 m hoch (hergestellt und gespendet von der Eisengiefierei G. Ttmnies in Laibach), schliefit den Unterbau des Denkmales gegen die Strafie ab. — Das Denkmal ist auf Kosten des Vereines im Frtihling 1893 sorgfaltig gereinigt. die umgebende Wandflache mit Olanstrich versehen worden. Die aufgesetzten stilisierten Schalen aus Ton sind nun auch ersetzt durch solche aus Istrianer Marmor, eine Spende des Herrn Peter Thomann (f). — Im Herbste 1907 sind die ge- mauerten Lisenen ersetzt worden durch solche aus Kunststein. ■@ 78 ® DAS A N ASTASI U S - G RU N - DEN KM AL IN LAIBACH c) Fahrnisse: 1. Ehrenschatz des Vereines. 1. ) Die alte Vereinsfahne, im Dienste 1863 bis 1869. 1 2. ) Die neue Vereinsfahne samt Tragriemen und schvvergestickter Scharpe fiir den Fahnenjunkcr, im Dienste seit 1869. 3. ) Standarte fiir die Sangerrunde samt Tragriemen, eine Spende deutscher Frauen und Madchen von Laibach 1891. 4. ) Fahnenbander (12 schwere, 20 leichte). 5. a) Standartenbander (3 schwere, 8 leichte), b) silb. Lorbeerkranz (1911). 6. ) Funt Gedenkmiinzen : a) steirisches Sangerbundesfest in Graz 1888, b) deutsches Sangerbundesfest in Wien 1890, c) deutsches Sangerbundesfest in Stuttgart 1896, d) deutsches Sangerbundesfest in Graz 1902, e) 200jahrige Jubelfeier der Philharmonischen Gesellschaft in Laibach 1902. 7. ) Trinkhorn mit Silberbeschlag, gespendet von Herrn H. Janesch d. A., Lederfabrikant, 1866. 8. ) Trinkhorn mit Silberbeschlag samt Deckel, gespendet von Frau Lina Kreuter-Galle 21. November 1885. 9. ) Tischaufsatz aus weifiem Tragant (dem Erzherzog-Johann-Denkmal in Graz nachgebildet), Geschenk der Herren R. Kirbisch (f) und A. Luckmann 1885. 10. ) Gipsbuste (Jahn) mit Standsaule aus gebrauntem Alabaster, gespendet 1886 vom Gastwirte Herrn R. Konig (j- in Salzburg 1912). 11. ) Ehrenhumpen aus Glas, gespendet von der Glasfabriksieitung in Sagor 1887. 12. ) Rundbild in Gips (Anastasius Griin), gespendet vom Bildhauer J. M. Konti in Wien. 13. ) Ehrenhumpen aus Zink, gespendet anlafilich der Feier des 25jahrigen Bestandes des Vereines von zehn Grundungsmitgliedern, welche durch 25 Jahre ununterbrochen dem Verein angehbren, und zwar den Herren A. Cantoni ff), Dr. Fr. Keesbacher (f), A. Kraschoivitz, J. V. Krisper (f), M. Kastner (f), K. Luck¬ mann (f), A. Miihleisen, F. Mahr (f), A. Samassa und Dr. A. Schaffer (f) 1888. 14. ) Miinchner Bierkrug zur Erinnerung an das VII. deutsche Turnfest in Miinchcn, gespendet von den Herren Dr. Binder und W. Gettuiert 1889. 15) Notenpult (reich geschnitzt), gespendet der Sangerrunde von einem Ungenannten 1889. 16. ) Stander (geschnitzt) zur Standarte, gespendet von den Frauen A. Gratzg Edie v. Wardengg und A. Knapitsch 1891. 17. ) Wanduhr, gespendet von Herrn G. Fischer 1891. 18. ) Vereinsstammbuch fiir Lichtbilder (4 Bande), drei Bande gespendet von Dr. Binder 1888 und 1891, davon ein Band fiir die Frauen- und Madchen- riegen, ein Band gespendet von V. Gerber 1892. 19. ) Ehrenhumpen aus Chinasilber, gespendet vom Turnverein in Mar- burg 1893. 1 Um die Aufbringung derMittel hiefiir hat sich besonders Herr A. Koceli verdient gemacht. ® 79 © 20. ) Willkommhumpen aus Glas, gespendet vom Turnverein in Klagen- furt 1893. 21. ) Acht Spruchtafeln aus Ahorn mit Spruchen in Brandstiftarbeit, gespendet von Frau A. Gratzy Edle u. Wardengg am 4. November 1893. 22. ) Umrahmungen und Kasten fur die Spruchtafeln (siehe 21), gespendet von Frau A. Gratzy Edle u. Wardengg 1896. 23. ) Ein reich in Holz geschnitztes grofies Wappenschild des Turn- vereines, gespendet von Frau A. Gratzg Edle v. Wardengg am 31. Dezember 1893. 24. ) Bildstbckel des Anastasius-Grun-Denkmales in Laibach, gespendet vom Laibacher Bicycleclub 1896. 25. ) Gipsbiiste K. H. Wolf, gespendet von Herrn Dr. Binder. 26. ) Zwei Sammelmappen fiir Ansichtskarten, gespendet von den Herren Dr. Binder und Philipp Zech 1897. 27. ) Eine holzerne Feldflasche (siebenburgische Tschudra), gespendet vom Fabriksdirektor Herrn Dietrich 1897. 28. ) Ein Tonbecher (siebenbiirgisch), gespendet vom Fabriksdirektor Herrn Dietrich 1897. 29. ) Lichtbild (91: 124 cm), Ansicht der Markuskirche, gespendet vom Munizipium von Venedig 1865. 30. ) Olgemalde im Rahmen 1 (Jahnbild), gemalt und gespendet von Herrn A. Eberl 1877. 31. ) Tondruckbild in Glas und Rahmen (Jahnbild). 32. ) Lichtbild in kostbar geschnitztem Rahmen (Gruppenbild der Laibacher Turnerschaft 1883). 33. ) Olgemalde im Rahmen 2 (Uhland, lebensgrofi), gemalt und gespendet anlafilich der Uhlandfeier von Herrn H. Wettach, akademischer Maler aus Wien, 1887. 34. ) Lichtbild (I. Pentathlon des Ersten Wiener Turnvereines), gespendet von der Kneipuerbindung ,,Friesen“ des Ersten Wiener Turnvereines 1887. 35. ) Stahlstich (Rich. Wagner), gespendet von Herrn V. Ranth. 36. ) Lichtbild der Vorturnerschaft, gespendet von dieser 1889. 37. ) Bildnis Jahns in Lichtdruck, samt Holzrahmen, gespendet von Herrn W. Gettiuert 1890 (in der Turnhalle). 38. ) Farbendruckbilder in Rahmen (,,Wacht an der Donau“) und ,,Wacht am Rhein"), gespendet von Herrn Dr. Binder 1890. 39. ) Lichtbild der Stadt Villach (Grofifolio) im Rahmen, gespendet vom Manner-Turnverein in Villach. 40. ) Lichtbild der Vorturnerschaft des Turnvereines ,,Eintracht“ in Triest. 41. ) Lichtbild der Kneipverbindung „Friesen“ (Geschenk derselben). 42. ) Lichtbild der Zbglingsriege (Geschenk des Dr. Binder 1891). 43. ) Olgemalde im Rahmen (Korner, Brustbild, lebensgrofi), gemalt und gespendet von Herrn H. Klein 1891. 44. ) Zeichnung (Bismarck), gezeichnet und gespendet von Herrn H. Klein 1891. 1 Der Rahmen gespendet vom Tischlermeister Herrn V. Hansel (f). 2 Der Rahmen gespendet vom Tischlermeister Herrn K. Binder (j). @ 80 ® 45) Zwei Lichtbildaufnahmen der Sangerrunde (durch Ankauf). 46. ) Lichtbild des Rathausplatzes von Marburg (Geschenk). 47. ) Lichtbild des Rathausplatzes von Knittelfeld (Spende des Dr. Binder}. 48. ) Lichtbild vom Schauturnen in Knittelfeld (Spende des Dr. Binder). 49. ) Lichtdruckbild des Pettauer Mannergesangvereines (Spende des- selben). 50. ) Lichtdruckbild, gespendet von den Marburger Sangern Koss und Weidacher. 51. ) Ehrenurkunde zum XXV. Griindungsfest, gewidmet vom Turnverein in Marburg. 52. ) Schulvereinsbild in geschnitztem Rahmen. 53. ) Olgemalde (Hans Sachs), gespendet vom Maler H. Klein 1895. 54. ) Lichtbild des Niederwald-Denkmales in schwerem Holzrahmen, ge¬ spendet von den Herren Dr. Binder und V. Ranth 1896. 55. ) Lichtbild, Die Gruppe der Sangerrunde des Laibacher deutschen Turnvereines, gespendet von Herrn V. Ranth 1896. 56. ) Lichtbild im Rahmen, die Musterriege am Reck beim Gauturnen in St. Veit an der Glan, gewidmet von der Vorturnerschaft des Vereines. 57. ) Lichtbild, Das Turnfest in St. Veit an der Glan, gespendet vom Turn¬ verein in St. Veit an der Glan 1896. 58. ) Tondruckbild (Jahn, Grofifolio) in schwerem Rahmen, 1 gespendet von Dr. Binder 1896. 59) Tondruckbild (Friesen, Grofifolio) in schwerem Rahmen, 1 gespendet von Dr. Binder 1896. 60. ) Ein Bildnis Schuberts im Rahmen, gespendet von Herrn V. Ranth 1897. 61. ) Mitgliedsurkunde des Laibacher Bicycleklubs. 62. ) Mitgliedsurkunde des Vereines „Siidmark“. 63. ) Mitgliedsurkunde der Philharmonischen Gesellschaft. 64. ) Lichtbild, Sangerfest Gorz 1899, gespendet von J. Stranskg und Dr. Binder. 65. ) Lichtbild, Sommerfest, Sanger und Sangerinnen 1899. 66. ) Lichtbild, Eskimogruppe (Spende des Herrn J. Roger). 67. ) Lichtbild, Landsknechte (Spende der Landsknechtgruppe von 1899). 68. ) Lichtbild, Erstes Schauturnen der Frauen- und Madchenriege (Spende derselben). 69. ) Lichtbild, Der auf der Fahrt nach Laibach verungluckte Sanger Herr Kastner aus Bayern, gespendet von dessen Eltern. 70. ) Lichtdruckbild aus dem Festzuge des Sangerfestes Graz (Spende der Herren Briider Kieinoschegg). 71. ) Andenken an die Ausstellung des Alldeutschen Verbandes. 72. ) Lichtdruckbild, Graz (Spende des Herrn Prof. K. Schrautzer). 73. ) Lichtdruckbild (Schonerer). 74. ) Zwei Lichtdruckbilder, AusschuC der Deutschen Turnerschaft. 75. ) Lichtbild aus dem Festzuge in Wiener-Neustadt. 76. ) Lichtbild, Freiubungen in Wiener-Neustadt. Im Ankleideraum im Siidtrakte der Turnhalle. © 81 ® 6 77. ) Lichtbild, Kasinogesellschaft in Idria (Spende derselben 1901). 78. ). Lichtbild, Sangerausflug nach Idria (Schachteinfahrt). 79. ) Lichtbild, Siidmarkišcher Sangerausflug nach Abbazia 1900 (Spende des deutschen Gesangvereines „Quarnero“ in Abbazia). 80. ) Lichtbild, Erstes Schauturnen der Frauen- und Miidchenriege Gottschee (Spende derselben). 81. ) Lichtbild, Eiserne Tafelrunde (Spende derselben). 82. ) Lichtbild, Volkstumliches Schauturnen auf dem Sommerturnplatz 1902 (Hindernislaufen der Zbglinge [Spende des Herrn Dr. u. Koblitz]). 83. ) Kupferstich, Schlacht im Teutoburger Walde, gespendet vom Klagen- furter Turnverein anlafilich des 40jahrigen Griindungsfestes 1903. 84. ) Lichtdruckbild, Judenburg (Spende des Judenburger Turnvereines der Frauen- und Madchenriege des Laibacher deutschen Turnvereines). 85. ) Lichtbild, Leobner Turnverein (Spende desselben). 86. ) Lichtbild, die Frauen- und Madchenriege sowie die Stammriege, beteiligt an den Štab- und Keuleniibungen beim 40jahrigen Stiftungsfest (her- gestellt und gespendet vom Mitgliede R. Andretto). 87. ) Lichtbild, der deutsche Turnverein in Pettau (Spende desselben). 88. ) Lichtbild, Aufnahme vom Festzuge in Judenburg (Spende des Herrn Telderer in Judenburg an die Frauenriege). 89. ) Eichenkranz aus getriebenem Blech (Spende des Herrn G. Stadler) 90. ) Salon-Pendeluhr (Spende des Herrn A. Gruber). 91. ) Silberner Kranz fur die Standarte der Sangerrunde anlafilich der 25. Jubelfeier (gespendet von den deutschen Frauen und Madchen) 1911. 92. ) Olgemalde, eingerahmt, Anastasius Griin in Lebensgrofie (Spende des k. k. Zeichenlehrers Fischinger der Sangerrunde 1909). 93. ) Lichtbild, Dr. Binder, in kunstlerisch geschnitztem Rahmen (Spende des A. Gruber 1910). 94. ) Ausschnittbildnisse der Tischrunde im Jahnzimmer, eingerahmt (Spende derselben 1911). 95. ) Turnerwappen in grofiem geschnitzten Rahmen uber der Eingangstiir zum Jahnzimmer. Geschenk von Fr. Zirnstein und Fr. Schmitt. 96. ) Drei Stahldruckbildnisse Kaiser Wilhelm II., Kaiser Franz Josef I. und Bismarck, in dreifachem modernen Rahmen (Spende des Herrn R. Drischet). 97. ) Zwei Aufruftafeln an die deutsche Jungend, eine an Madchen, eine an Knaben, eingerahmt (Spende des Dr. Binder). 98. ) Lichtbildvergrofierung des Heuernte-Reigens beim Sommerfeste 1910 (Geschenk vom Turnlehrer Fr. Zirnstein). 99. ) Lichtbildvergrofierung „Zigeunerinnentanz bei der Jahrwendfeier“ 1912 (Spende von Fr. Zirnstein). 100. ) Lichtbild die Frauen- und Madchenriegen des Vereines (Spende der¬ selben anlafilich der 50. Jubelfeier). 101. ) Sudmarkgriinderbrief ,,Jahnzimmertarock 1909“ in reichgeschnitztem Rahmen (Spende der Beteiligten) 102. ) Sudmarktarockgriinderbrief 1908 (Spende der Beteiligten). 103. ) Zwei Siidmarktarockgrunderbriefe 1912 (Spende der Beteiligten). ®> 82 ® 2. Turn- und Spielgerate. a) Eigentum des Vereines: 1. ) 1 tragbares Spannreck samt Zu- gehor. 2. ) 1 festes Reck (vor der Turnhalle, eiserne Trager). 3. ) 2 eiserne Barren. 4. ) 2 Pferde mit Pauschen. 5. ) 1 Bock. 6. ) 1 Sprungtisch mit Lederiiberzug. 7. ) 2 Eisenringe mit Lederiiberzug. 8. ) 1 Schwebereck. 9. ) 2 Schwebebalken. 10. ) 4 Sprungleinen. 11. ) 4 eiserne Sprungstabe (Mannes- mannrohr). 12. ) 50 Keulen fur das Mannerturnen (Geschenk von Dr. Binder), 24 davon in Abbazia. Keulen fur das Frauenturnen. 13. ) 24 Keulen, schwarz poliert, fur das Kunstschvvingen, bezw. Rei- gen, zum Eigenpreis von Herrn k. Zirnstein, Drechslermeister. 14. ) 96 kleine Hanteln. 15. ) 34 Eisenstabe fiir das Manner¬ turnen, schwarz emailliert. 16. ) 48 Eisenstabe, leichtere, f. Schiller. 17. ) 50 Holzstabe fur Frauen- und Madchenturnen. 18. ) 73 grofiere Hantel fur das Manner¬ turnen (gebogener Handgriff). 19. ) 16 Eisenstabe zu 1'2 m Lange. 20. ) 24 vernickelte Messingrohrstabe. 21. ) 11 schwere Hantel zum Stemmen (je 1 Stiick zu 50, 37’5, 24, 22 und 16 kg, je zwei Stiick zu 25, 10 und 8 kg). 22. ) 1 25 kg-Gewicht. 23. ) 3 Steine zum Stofien, je 15 kg. 24. ) 1 Eisenwiirfel zum Stofien, 15 kg. 25 ) 5 Kugeln zum Schocken zu je 5 kg, 3 sind von Eisen, 2 aus Blei (Geschenk des Herrn F. Adenau und Herrn M. Samdssa). 26.) 2 Kugeln zum Stofien, je 10 kg. 27. ) 2 Schleuderballe. 28. ) 2 Vollballe. 29. ) 2 Korbballnetze und 1 Korbball dazu. 30. ) 1 Faustball. 31. ) 1 Ringermatte, 5 m lang und 5 m breit, samt Aufzugvorrichtung. 32. ) 1 Reckhandstandgestell. 33. ) 1 Pauschengestell. 34. ) 3 Paar Stiitzeln (Geschenk von Herrn Zirnstein). 35. ) 2 Handstandbarren (einer gespen- det von Herrn Ing. Schivingen- schuss). 36. ) 2 Stabhochsprungstander, ver- schiebbar, fur den Sommer- turnplatz. 37. ) 1 Paar Sprungstander fiir Hoch- und Weitbochsprung verwend- bar, nach der neuen Wertung ohne Brett (vom Turnlehrer Fr. Zirnstein). 38. ) 2 Weithochsprungvorrichtungen alter Wertung (z. Anschrauben). 39. ) 2 Tiefsprunggestelle (Eisenkon- struktion). 40. ) 41 Schwingrohre. 41. ) 15 Handballe. 42. ) 4 Tamburine. 43. ) 8 Kastagnetten. 44) 8 Langstabe (fiir Gesellschafts- iibungen). 45. ) 1 Seil. 46. ) 1 Drahtseil. 47. ) 3 Leitern zum Gruppenbau. 48. ) 5 Stiihle zum Gruppenbau. 49. ) 2 Gere. 50. ) 2 Speere mit Schlaufe. 51. ) 1 Wippe. 52. ) 1 breites Sprungbrett. 53. ) 1 Diskus. 54. ) 6 Fahnen zum Schwingen. 55. ) 12 Balltrommeln. 56. ) 24 kleine Handreifen. ® 83 ® 57. ) 12 grofie Scharpen, 3 rote, 3 schwarze, 3 gelbe. 58. ) 1 Trommel mit Schlagel undTrag- riemen fur Turnermarsche (der- zeit leihweise beim Laibacher deutschen Salonorchester). 59. ) 2 Plumpsacke. 60. ) 8 Unterlagsplatten. b) Gemeinschaftlich mit der k. k. Oberrealsdiule: 1. ) 4 Ledermatratzen. 2. ) 1 eisernes Sprunggestell. 3. ) 1 holzernes Sprunggestell. 4. ) 2 Laufbretter fiir obige Gestelle. 5. ) 4 kleine Sprungbretter. 6. ) 1 breites Sprungbrett. 7. ) 4 Sprungstander. 8)2 verstellbare Schiebleitern. 9. ) 1 Klettergeriist (bestehend aus: 14 Kletterstangen und 2 senk- recht stehenden Leitern). 10. ) 4 Ringe mit Lederiiberzug. 11. ) 1 Klettertau. 12. ) 1 Rundlauf. 13. ) 1 Schwebereck. 14. ) 3 Recke, verschiebbar. 3. 1. ) 2 Rapiere. 2. ) 9 Sabelklingen mit Korb. 3. ) 7 Sabelklingen ohne Korb. 4. ) 16 Handschuhe. Fechtgerate. 5. ) 10 Gesichtsmasken mit Wulst. 6. ) 2 Gesichtsmasken ohne Wulst. 7. ) 8 Brustschiitzer. 8. ) 9 Armschienen. 4. Einrichtungsstiicke. In der Turnhalle und im Ankleideraum: a) 1.) 6 Fachkasten mit 79 Abteilungen. 2 )2 grofie Kleiderschranke. 3. ) 2 Legekasten. 4. ) 2 freistehende Kleiderrechen. 5. ) 1 langer, 1 kleiner Tisch. 6. ) 12 Sessel. 7. ) 7 Vorhange samt Stangen. 8. ) 1 Wachsleinwand-Vorhang. 9. ) 2 Regenschirmstander. 10. ) 1 Rahmen mit Gerateordnung. 11. ) 1 Schliisseltafel. 12 ) 3 Merktafeln. 13. ) 2 Wandspiegel. 14. ) 1 Apothekenkasten. 15. ) 24 Handtiicher. 16. ) 2 Haarkamme. 17. ) 1 Kopfbiirste. b) Im Jahnzimmer: 1. ) 1 Biicherkasten mit Glastiiren. 2. ) 4 kleine Kasten fiir verschiedene W ertgegenstande. 18. ) 1 Kleiderbiirste, 2 Schuhbiirsten. 19. ) 1 Gestell fiir die schweren Han- teln. 20. ) 1 Wandschrank fiir die Keulen. 21. ) 1 VVandschrank fiir die Štabe und kleinen Hanteln. 22 ) 1 Scheibenstand fiir Pistolen- schiefien. 23. ) 2 Zeitungshalter. 24. ) 2 Steinkohlenbehalter. 25. ) 2 Spuckknopfe aus Holz. 26. ) 2 Seifenbehalter. 27. ) 3 hblzerne Schuhstreifer. 28. ) 2 Kokos-Tiirvorleger. 29. ) 5 Stiefelzieher. 30. ) 1 Holzklotzlmatte. 31. ) 1 eiserner Schuhstreifer. 3. ) 2 Paar schwere Pliischvorhange. 4. ) 1 Zeitungshalter. 5. ) 2 Zeitungsmappen. •©> 84 ® 5. Kneipfahrnisse fur Zwecke der Kneipe und offentlicher Veranstaltungen. 1. ) Konzertflugel (Bosendorfer), angekauft 1892. 2. ) Kneipbibeln (380 Stiick). 1 3. ) Vortragsbiicher (9 Bande, 32 Hefte). 4. ) Notenvorrat 2 der Sangerrunde: Einzellieder fiir den Viergesang ; Mannerchbre: 122 Quartette, 4 Bande Regensburger Liederkranz (3 fur Quar- tettstimmen samt Partitur), Karntnerlieder (Koschatalbum, 1 Band; Partituren und zvveifache Quartettstimmen) , 40 Liederhefte des steiermarkischen Sanger- bundes, 40 Hefte kleiner Lieder von F. Zimmer, 543 Partituren ohne Stimmen, Partituren (26 Bande). — Chorlieder: 248 Partituren und je 50 bis 90 Stimmen. Gemischte Chbre: 17 mit 100 bis 120 Stimmen. — Instrumentalbegleitung: Notenmaterial fur 61 Chbre. 5. )Ausschmuckungsgegenstande: 11 Flaggen samt Stbcken, 50 Fahnen, 43 Wappenschilder. 6. ) Gerate und Einrichtungsstiicke : 1 poliertes Notenpult, 1 Kneip- kasten, 1 Briefkasten, gewidmet von den Turnem Briider Tschinhet, Marž 1876, 6 Bbcke fiir die Buhne samt 18 dazugehbrigen Pfosten, 1 Rednerbiihne, 2 Auf- stiegtreppen, 1 Tischglocke in schbner Ausfiihrung, gewidmet vorn Turner Herrn K. Schuiab 1885, 1 grofie Schalenglocke, gespendet von A. Samassa 1890, 1 grofier Notenschrank und 1 kleiner Notenkasten, beide gespendet von Dr. Binder und untergebracht im ,,Blauen Zimmer 11 . 7. ) 1 Sangerbiihne. 6. Bucherei. 3 Untergebracht zum grbfieren Teile im groCen Biicherschranke im Jahn- zimmer, zum kleineren Teile im Turnratszimmer der Turnhalle. Abteilung A. Turnerische Zeitschriften und Festschriften: 60 Bande. Abteilung B. Turnerische Werke: 107 Bande. Abteilung C. Verschiedene Werke wissenschaftlichen und unterhaltenden Inhaltes: 168 Bande. — Jahresberichte und andere Mitteilungen verschiedener Vereine. Samtliche Fahrnisse sind seit 17. Marž 1902 gegen Brandschaden versichert. Vereinsdiener: Anton Bitenz von 1875 bis 1895, dann folgen sich Josef Papesch, Heinrich Jentschitsch, Johann Kikel (f) 1912, August Verdier. 1 Dieselben sind auch bei anderen Turnvereinen eingefiihrt, welche sie aus dem Verlage des Turnvereines beziehen. 2 Die Verwaltung fiihrte Turner Georg Hentsdiel seit 1888; nach seinem Abgange 1899 iiber- nahmen sie die Turner Josef Pehani und Josef Leeb, nachher Max Andretto und Josef Eberle, und zuletzt Anton Hohn, der sie heute noch fiihrt. 3 Die Verwaltung fiihrte Turner Oskar Geifiler seit der Griindung 1887. Nachdem derselbe von Laibach 1888 geschieden war (f 1896 in Stuttgart), iibernahm Turner Ph. Zech (dz. in Graz) die Verwaltung, hierauf Friedrich Stark. Von 1892 an fiihrten sie die Turner Ernst Matthes (dz. in Graz) und Valentin Cerer, von 1895 bis 1898 Vorturner /Irzto/i Patz (dz. in Cilli) und seit 1898 wieder Vorturner Valentin Cerer, der sie auch heute noch inne hat. 'S) 85 'S) 44213 kciibacksr vsutlcksr ^urnversiii. kciibcick, im Jun! 1913. nack der auk der liebenleite abgedruckten ?elt- ordnung abkalten, und beetirt iick kiemit, rur Eeilnakme an dielem ?elte die geriemende Ein¬ ladung 2U macken. Oer linibncker Oeutlcke Turnverein rsird die Oer ^eitciuzsckuh des liaibacker veutlcken Eurnvereines. A kCiCK A --S5 V kimkrigMrigen keitandes 8 cnn 21. und 22. 3uni 1913 !ss»ss»ss»ss»ss»ss»ss»ss»sr»sr»sr»ss»ss»sr»ss»sr»ss»ss»sr»ss»ss»sr»sr»ss»sr«i sss»sr»sr»sr»ss»sr»sr«ss«Ks»SV»ss»ss»ss»sr»ss»sr»ss»E ÜU5kütirsn6s : Oie Zcingerrunde des Vereines (vcimen- und lllnnnerckor). Zcingnart 6err ^okek lilciusr. lllulikrknpelle des k. u. kr. 2nkcinteriereginients Albert l. König der kelgier lir. 27. weiter des Orcksiters: k. u. k. kegimentskcipellmeilter 6err 6lnt. k. v. Icinetti. liciibcicker Oeutlckes Zalonorckelier. keiter 6err ^lokei tilciuer. Oie lllääcken- loioie 5lcnnni- un6 2ugen6riegen. weiter der turnerikctien Vorkülirungen: ^umtocirt 6err Ernit Pökle Lumlekrer 6err ?ran2 lirnltein. r^r !8 ssr» sr»sr»sr»sr «sr» sr» sr» sr» sr» sr» sr» sr» sr» sr» sr» sr» E kaibacksr Veutlcksr Hurnvsrsin. keier 6ss Mlikiglcitirigsli Keltcin6e5 cim 21. uncl 22. Juni 1913. keitorclnung. v v Zcini5tcig 6en 21. Auni 1913: oben6s y Utir: kegrühungscibeliä in 6er riontialle. »L8 Zomitcig 6en 22. 3uni 1913: vormittogs c> lllir: ttouptprobe im Kotter ?rcinr ^loiepti- Zubilciumstkeater. klickt allgemein rugänglick; mittags 1 Utir: gsmeiltlcimer Mtttclgstisck im Oeutictmn lialino (Siaskalle un6 Sorten); nactimittags b Utir: ?6ltciukkllkrung im tiaiier kroni ^oksplr-2ubiloumstkeoter; abends Ukr: ?LltabLn6 (Kommers) in 6er Kontrolle. Ld>5 . sr» sr» sr» ss» sr» sr» sr» sr» sr» ss» sr» is? 8Sr> U 1. kegrühungzabencl. yoy Vorträge 6er Zängerrunäe: tiari kärger: "Lurnermarlcb» (Seclicbt von Or. Er. Soltlcb). kclolk tiircbl: "Ein blankes V?ort» (Seclickt von Konrad Ettel). M. v. töeinrierl: "kuk der ^ackt», mit Orcketterbsglsitung (Sedicbt von Or. ^l. Kinder). tiarl t^ilbelm : "Oie ^ackt am libein", gemitckter Ekor mit Orckelterbegl. (Sedickt von Utax Zckneckenburger). »^ ^urnerisctie vorMkrungen: 1. keigen der Zöglinge (b. k. L.V.). 2. Iltuiterriege am keck (Srarer Turner). 3. Lumen am karren und Pkerd (Iltädckenriege b.O.L.V.). 4. lieulsnsctiMngen (kllg. Lurnvsre'm Srar). 3. beiter- uncl karrengruppen (b. O. L.V.). Vorträge äe§ ti. O. Zcilonorctielter;: 1. kucik: "Einzug ller Slaäiatoren», ktartcb. 2. ketras: -lltonänacbt aut cler kliter», Zairer. 3. Zuppe: "klotts kurtcbe», Ouvertüre. 4. li. Magner: "Erinnerung an Lanntiäulsr», ?antalie. 5. kotckna: "biebsstanr». b. liomräk: "Ernlt unrl Zckerr», Potpourri. 7. tiaiman: LV »>LK! »SS »LV »»SV »»LN »SS »L8 »SS »LS »>SÄ »>SS »LS 8 SKs^Kr^Lr^ss^Ks^ss—Lr^sr^s-r^sr^srs^ ss^Kr^srx!»V«!»r^Ns>»G 2. Semeinkamer Mittagstilcti. v o v vortrcige 6e§ li. v. Zcilonorckelterz: 1. kuppreckt: »Kus eigsner Xrcikt", MciM. 2. liokär: »piorrot unči pierrotts». 3. tioinrnk: a) VolksliLäckon. b) Märcken. 4. Oottnl: '>Iita»-V?nlror. 5. liomräk: lleue wiener Volksmulik. b. Zckluhinarsck. 3. keitauMtirung. o o v «t^urnbil6er aus Vergangsntieit un6 Ssgsnwcirt". ksltipiel, entkorken von Or. ^1. Z. kincjor. Vorträge 6er kegimentzkcipelle: 1. Joti. krakilN5: ükaäomiscke ?LltouvLrtüre. 2. tiolrlincinn : -iZtuäentenliLllLr», Potpourri. 3. 2oti. Ztrauh: »ZtuäöntLnluIt», ^alror. r^r A'»L8»>rS'»SS'>^»^'»>rV'^SS'»LV'»^N'>»LV'^LS'»LV'»»V^rS»^»>rS»SSF > sr» sr» sr» sr» sr» sr» sr» ss» sr» sr» sr» sr» sr» sr» sr» ss» sr» sr» sr» sr» ss» sr» sr» sr» sr» sr» sr» sr<-W sr» sr»sr» sr» sr» sr» ^» sr» sr» sr» sr» sr» sr» sr» sr» sr» sr»rs kektabenä. Z v v v Vorträgs äsr Zängerrunäe: ^ol. keiter: »krau ltactitigall» (ttus ÜS5 »linaben v^uncler- Korn»), gemilckter Okor. S. ^lenniann: »Imegelang» (Ssüickt von k. keinick), gsmitckter Okor. ti. kalite: »Zt. Mickel» (Sekickt von 0. tiernltock). kr. ktbt: »Ziegssgelang ker Oeutlcksn nack ker kermanns- tcklackt» (Sek. von k. Dakn), mit Orckelterdegleitung. »LV ^urneriscks vorMkrungsn: 1. keitergruppsn (Turnverein Villactr). 2. tisulsnreigen (Määctienrisgs k. v. L. v.). »ss Vorträgs äsr ksgimsntzkcipells: 1. ?r. Zckubsrt: Smn6-lltcirctre ctinrncteristiciue. 2. kstmr: .iSIkentnnr^ V^ciksr. 3. kotlini: Ouvertüre rur Oper ^iltrelm ^ell». 4. k. V?ugnsr: kmntalis aus 6sr Oper »Die Meilterlinger von Nürnberg». 5. 6. Srünkelä : lileine Zersnaüs. L>. Orelctisr: tiabarettliecler-potpourri. 7. liomräk: -lOie Träumerin,., Polka kran^aiks. A»^^ss>»^M»rV»LV»rs»LV»^»»LVi»rN»rV>»sV»LV»rN»rV»^»WF l sr» sr» sr» sr» SS» sr» sr» SS» sr» sr» SS» SS» sr» sr» sr» sr» SS» sr» SS» sr» sr» sr» sr»! !Kr»Ks»Ks»Kr»Ks»Ks»Ks»ss»Ks»Ks»Ks»ss»Ks»KS»KS»KS»Ks»Ks»KS»ss»KS»ss»Ks»Ks»KS»Ks»l 8 KS» ss» KS» KS» KS» KV KS» KS» KS» KS» KS» KS» KS» KS» KS» KS» KS» IS 8 »I r^r A»rs»rV'»S8»LN«.rs»LS*ss»rs»rN»rs»rN»rs»LN»LV«LV»rN»LNF Zonntag Kalle im in cler Luckkancllung ^Ig. v. lileinmagr L Vek. Lamberg, kongrshplatz. im ^ubilciumstkeater um bald b Ukr abencls. ticirtenvorvLrkciuk vormittags von 10 bis 12 Ukr an 6er ^ages- ^ubiläumstkeater lo»ie täglick aus Setälligkeit kür Zonntag vor- uncl nacbmittags lincl kür clie kremclen Salto clie Lelicktigung cler Ztaclt uncl ües Zcklohberges, locoie kleine Uusklüge in clie näckkte Umgebung unter orts¬ kundiger kükrung vorgekeben. «W- Vn der klonlialle ilt nur kür kalte 8peilen und kür Se- tränke aller Urt Kelten; vorgelorgt. Marine spellen »erden in der Kalino-Saltcoirtlckakt bereltgekaltsn. clie Hortlaute der Selänge lind bei den Eürltebern rum prelle von 20 Kellern, die «keltlckrikt rur keier de; künkrigjäbrigen keltande;» an den liartenau;gadeltellen rum prelle von 1 Krone erbältlick. Anmerkungen. ver Eintritt rum Empkang;- und 8egrülzung;abend ilt okne Welt¬ karte nickt geltattet. keltkarten rum prelle von 1 li kür clie Perlon berecktigen rum kelucke aller Vsranltaltungen mit Uu;nabme der keltauklükrung im ^udiläumstbeater. kür die keltaulkükrung im 2udiläum;tbeatsr lind kolgsnde preile deltimmt: 8psrrlitz I. bi; IV. kecke k 3'—; V. bi; VIII. keibe k 2 70; IX. bi; XI. keibe k 2'30; XII. bi; XIII. keibe k 1 90; kogenbalkonlitz k 2'50; kalkonlitz I. keibe k 150, II. keibe k 1'30, III. keibe k 1' — ; lrogeneintritt k 3'—; Parterre-Eintritt k 1'—; Studenten- und Sarnilon;karten 70 b; Salerie 40 k. liakkaerökknung an üen keltabenüen in cler Tonballs um 8 Ukr, Druck von 3g. v. lileinmagr L keü. Lamberg in lraiback. 1798 13 FtsäisnWMMK 44213 m: m Laibacker veulscker Turnverein. s«s ottlaut ües Lieder am 21. unä 22. luni 1Y1Z. mies Utori gibt frommen I^at, Grobes Lieä Aeckt frische Lat. Teier äe§ fünfzigjährigen keslanäer äe§ ilereines. egrimuiWadenä. Samstag äen 2l. 3uni 1913, abenäs 9 Nkr, in äer rionkaUe. O O O Vorträge äer Sängerruncle: ^urnermarsch. Geöickt von Or. fr. Soltscl,, Lkor von Karl kürzer. Hei! in Mimen stehn äie Lriften, Krün äer Malä am Dergeshang, Lerchenjubel aus äen Lüsten Mischet sich in unsern Zang. Lasst im äumpken Haus äie anäern, Menn ans Fenster pocht äer Mai; Deutsche Lurner manäern, wanäern, Frisch unä fromm unä frob unä frei. Minkest uns ru guter Ztunäe Schenke blank am Ztrassenrain! Kasch äen Manäerstaub vom Munäe Spülen wir mit kichlem Mein. Menn äie Decher geb'» im kreise, Feble nie ein Lieä äabei! Löne, töne äeutsche Meise, Frisch unä fromm unä froh unä frei! Mit dem Zmnkelgold der lieben lüllt ctie Maser bis rum kand: Deutsches Aort soll ewig leben! hoch das grosse Vaterland! tut Kescheid und Milt von neuem: Koch die deutsche turnerei! Klüden soll sie und gedeiden irisch und kromm und trod und frei! 5t. Micbel. Gectichr von Ottolrsr Hernstock, 6kor von li»rl Lafrle. Zankt Michel, cler vor 6ottes Lkron Hält mit äen kngeln Mache, Du bist cler Deutschen Schutrpstron, kntscheiäe unsre Sache! Lu um clein Schwert, räum' aul ciein Hoss, Dnä reuch voran äem Heere! 6s gilt äie äeutsche 6kre! Sankt Michel, salva nos! Du rwangst äen stolren Satanas In Hetten einst unä Danclen,' Mach auch äer ?einäe Aut unä Hass, Du starker Helä, ruschanäen! Uns schreckt kein Zpeer und kein verdross, Nur vor den bösen Lagen*, Vie falsche Lreue tragen, Zankt Michel, salva nos! vu führst die Seelen himmelan, Vie rum vllvater wallen; 0, sei auch unser sseisgespan, Menn wir.am vlachfeld fallen! Lins, sterre, bitten wir dich bloss: Führ uns nicht eh' von hinnen, LH' wir den Sieg gewinnen! Zankt Michel, salva nos! ckarlieäer. 1. Welse von Albert Methsessel, 1818. 1. Stimmt an mit Hellem, hohem Klang, stimmt an das Lied der Lieder, s: des Vaterlandes Hochgesang! Das Waldtal hall' es wieder! :s 2. Der alten Barden Vaterland, dem Vaterland der Trene, s: dir, niemals ausgesung'nes Land, dir weih'n wir uns anfs neue. 3. Zur Ahnentugcnd wir uns weih'n, znm Schutze deiner Hutten, j: wir lieben deutsches Fröhlichsein und alte deutsche Sitten. :f 4. Die Barden sollen Lieb' und Wein, doch öfter Tugend Preisen, s: nnd sollen bied're Männer sein in Taten und in Weisen! :s 5. Ihr Kraftgesang soll himmelan mit Ungestüm sich reißen, s: nnd jeder echte deutsche Mann soll Freund und Brnder heißen! :j Maiq. Claudius, 177«. 2. Weise von Methsessel. 1. Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte! Drnm gab er Säbel, Schwert nnd Spieß dem Mann in seine Rechte. Drum gab er ihm den kühnen Mut, den Zorn der freien Rede, s: daß er bestände bis aufs Blut, bis in den Tod die Fehde. :j 2. So wollen wir, was Gott gewollt, mit rechter Treue halten und nimmer im Tyrannensold die Menschenschädel spalten; doch wer für Tand nnd Schande ficht, den hauen wir zu Scherben, s: der soll im deutschen Lande nicht mit deutschen Männern werben. 3. O Deutschland, heil'ges Vaterland, 0 deutsche Lieb' nnd Treue! Du hohes Land, du schönes Land, dir schwören wir anfs neue: Dem Buben nnd dem Knecht die Acht! der speise Kräh'n und Raben! s: So zieh'» wir aus zur Hermannsschlacht und wollen Rache haben! :s 4. Laßt brausen, was nur brausen kann, in Hellen, lichten Flammen! Ihr Deutschen alle, Mann für Munn, fürs Vaterland zusammen! Und hebt die Herzen himmelan und himmelan die Hände s: und rufet alle, Mann für Mann: -Die Knechtschaft hat ein Ende!« 5. Laßt klingen, was mir klingen kann, die Trommeln und die Flöten! Wir wollen heute, Maun für Maun, mit Blut das Eisen röten, mit Henker- und mit Knechteblut, o süßer Tag der Rache! s: Das klinget allen Deutschen gut, das ist die große Sache! :s 6. Laßt wehen, was nur Iveheu kann, Standarten weh'» nnd Fahnen! Wir wollen henk uns, Mann für Mann, zum H^deiitode mahnen! Auf, fliege, stolzes Siegspanier, ooran den kühnen Reihen! s: Wir siegen oder sterben hier den süßen Tod der Freien! tf Ernst Moritz Arndt, ,8IS. 3. Weise: Ich hab' mich ergeben. 1. Ein Rnf ist erklungen, durch Berg nnd durch Tal: s: Heraus, ihr deiktschen Jungen, zum grünen Waffensaal! :s 2. Erwacht sind die Geister ans schmählichem Tod, s: als uns der alte Meister den deutschen Gruß entbot, 3. Da brausteil die Flammen von tapferem Mut, s: da schlugen sie zusammen in einer Seele Glut, 4. Nnd ist auch versunken das flammende Wort, s: es glüht ein guter Funken noch in der Asche fort. 5. Uns flammt noch das Ange von männlicher Lust, s: uns glüht vom Freiheits- Hauche die freie, frohe Brust. 6. Nils soll nicht vergehen der Funken der Nacht, s: bis einst der Freiheit Wehen znr Flamme ihn entfacht. 7. Dann schweben uns wieder die Geister voran, f: der Feinde Bnrg bricht nieder, du alter Meister Jahn. :f 4. Weise von Otto Lachner. 1. Hast du dem Lied der alten Eichen, mein deutsches Volk, nicht oft gelauscht? Wenn ihre Krone sondergleichen die Zwiesprach' mit dem Himmel lauscht, dann beten sie wie alte Helden; Wir wollen stark und trotzig sein; s: Herr Gott, du Meister aller Welten, wir zittern nur vor dir allein. :f 2. Wie deine Eichen sollst du's halten, mein deutsches Volk, sei stark nnd fest, ob auch der Stürme Kampfgewalten nmbransen dich in Ost nnd West. Des Geiers Flug sollst dn verscheuchen, der deinen Herd umflattern will; s: du sollst dich nie vor Menschen beugen, vor deinem Gott nur beug' dich still! :s 3. O wollet immer treulich halten des Kanzlers schlichtes Heldenwort, der selber stand vor Sturmgewaltcu so fest wie deiner Eichen Hort! Ob donnernd gleich die Stürme toben, das deutsche Herz bleibt mntgcschwellt: s: Wir Deutschen fürchten Gott da droben, sonst aber nichts ans dieser Welt! :s Hermann Pilz, MM. 5. Weise von G. F. Hanitsch, 1818. 1. Sind wir vereint znr guten Stunde, ein starker deutscher Mänuerchor, dann dringt aus jedem frohen Munde die Seele zum Gebet hervor. Denn wir sind hier in ernsten Dingen, mit hehrem, heiligem Gefühl; s: drum muß die volle Brust erklingen ein volles, Helles Saitenspiel. :s 2. Wem soll der erste Dank erschallen? Dem Gott, der groß und wunderbar aus langer Schande Nacht nns allen in Flammen anfgegangen war; der unsrer Feinde Trutz zerblitzet', der unsre Kraft uns schon erneut s: und auf den Sternen waltend sitzet von Ewigkeit zu Ewigkeit. :s 3. Wem soll der zweite Wunsch ertönen? Des Vaterlandes Majestät! Ver¬ derben allen, die es höhnen, Glück dem, der mit ihm füllt und steht! Es geh', durch Tugenden bewundert, geliebt durch Redlichkeit und Recht, sstolz von Jahr¬ hundert zu Jahrhundert, an Kraft und Ehren nngeschwächt. :s 4. Das dritte-—deutscher Männer Weide, am hellsten soll's geklungen sein! Die Freiheit heißet deutsche Freude, die Freiheit führt den deutsche» Reih'n. Für sie zu leben und zu sterben, das flammt durch jede deutsche Brust; jfür sie um großen Tod zu werben ist deutsche Ehre, deutsche Lust. :j 5. Das vierte — hebt zur hehren Weihe die Hände und die Herzen hoch! — Es lebe alte deutsche Treue, es lebe deutscher Glaube hoch! Mit diesen wollen wir bestehen, sie sind des Bundes Schild und Hort; s: fürwahr, es muß die Welt vergehen, vergeht das feste Männcrwort! :j 6. Rückt dichter in der heil'gen Runde und klingt den letzten Jubelklang! Von Herz zu Herz, von Mund zu Munde erbrause freudig der Gesang: »Das Wort, das unser» Bund geschnrzet, das Heil, das nns kein Teufel raubt s: und kein Tyrannentrng nns kürzet, das sei gehalten und geglaubt!> :s Emst Moritz Arndt, un5. 6. Weise von I. PH. Rußland, auch von Johann Peiers. 1. Strömt herbei, ihr Völkerscharen, zu des deutschen Rheines Strand! Wollt ihr echte Lust erfahren, o so reichet mir die Hand! Nur am Rheine will ich leben, nur am Rhein geboren sein, s: wo die Berge tragen Reben und die Reben goldnen Wein. 2. Mögen tausend schöne Frauen locken auch mit aller Pracht, wo Italiens schöne Auen, wo in Düften schwelgt die Nacht. Nnr am Rheine will ich lieben, denn in jedes Anges Schein s: stehet feurig es geschrieben: Nnr am Rheine darfst du frei'n. :j 3. Mag der Franzmann eifrig loben seines Weines Allgewalt, mag er voll Begeist'rnng toben, wenn der Kork der Flaschen knallt. Nnr am Rheine will ich trinken einen echten deutschen Trank, s: und so lang' noch Becher Winken, tone lallt ihm Lob und Dank. :j 4. Hab' ich nun gelebt in Wonne und geliebt voll Seligkeit nnd getrunken manche Tonne, wandr' ich gern zur Ewigkeit. Nur am Rheine will ich sterben; grabt ani Rheine mir ein Grab, s: und des letzten Glases Scherben werft mir in die Gruft hinab!:j 7. Weise: Erhebt euch von der Erde. 1. Wenn alle untren werden, so bleiben wir doch treu, daß immer noch auf Erden für euch ein Fähnlein sei! s: Ihr Lehrer deutscher Jugend, ihr Bilder bess'rer Zeit, die uns zn Männertngend und Liebestod geweiht. :f 2. Wollt nimmer von uns weichen, uns immer nahe sein, tren wie die deutschen Eichen, wie Mond- und Sonnenschein! s: Einst wird es wieder Helle in aller Brüder Sinn, sie kehren zu der Quelle in Lieb' und Rene hin. :f 3. Es haben wohl gerungen die Helden dieser Frist, und nun der Sieg gelungen, übt Satan neue List, s: Doch, wie sich auch gestalte» im Leben mag die Zeit, du sollst uns nicht veralten, o Traum der Herrlichkeit! :f 4. Ihr Sterne seid uns Zeugen, die ruhig niederschan'n: Wenn alle Brüder schweigen und falschen Götzen tran'n, s: wir woll'n das Wort nicht brechen und Buben werden gleich, woll'n predigen und sprechen von: heil'gen dentschen Reich! :s Max v. SchciUendorf au F. L. Jahn, Juni 1814. 8. Weise von Henry Carey: 606 save tks Xinx. 1. Brause, dn Freiheitssang, brause wie Wogendrang ans Felsenbrnst! Feig' bebt der Knechte Schwarm, uns schlägt das Herz so warm, uns zuckt der Jüng¬ lingsarm voll Tatenlnst. 2. Gott Vater, dir zum Ruhm flammt Deutschlands Rittertum in uns aufs neu': Neu wird das alte Land, wachsend wie Feuersbrand, Gott, Freiheit, Vaterland, altdeutsche Tren! 3. Stolz, keusch und heilig sei, gläubig und deutsch und frei Hermanns Geschlecht! Zwingherrschaft, Zwingherrnwitz tilgt Gottes Racheblitz; euch sei der Herrschersitz, Freiheit und Recht! 4. Freiheit, in uns erwacht ist deine Geistermacht! Heil dieser Stund'! Glühend für Wissenschaft, blühend in Jngendkraft, sei Deutschlands Jüngerschaft ein Brüderbund. 5. Schalle, du Liederklang, schalle, du Hochgesang, ans deutscher Brust: Ein Herz, ein Leben ganz, steh'n wir wie Wall und Schanz', Bürger des Vaterlands, voll Tatenlust. Karl Folien