-g -T 4 I -M I MiTTTiiTTTTTTTiTTTTTTTTTTTTTMTTTTTTTTTiTTTTTTTTTTTTTTTTTT^ öer Katholische Missions-Zeitschrift. « « Gerausgegeden von der Gesellschaft der „Söhne des hist. Gerzens 3e$u“. « « Erscheint monatlich. — Preis jährlich mit Dostversenönng ff K = 3 Mk. = 4 Frcs. Kr. 7. Juli 1904. TU. Auhrg. Inhalt: Die Jubelfeier der Zlnkeffeckteir Empfängnis Auch eine Antwort......................... Line neue Wisliausstalion unter den Dfchur Jas nette Arveitsfeld der Söhne des HP. Kerzeus Jesu......................... per Mil................................. Am Kerzen Afrikas....................... HefchiLlichkeit der Schilluk auf dem Nile per WisstotWeruf........................ Ans dem Wissionsleken: Szenen der Sklaverei unter den Strängt. — Feuersbrunst in einem Siegerdorfe. — „Das Arabische ist eine reiche Sprache!" — Ein Schüler Salomons. — Das siebente Gebot in Afrika. — Der schwarze König Sami von Onieia. — Der Messuak. Mohammedanische Legende . . Seite 193 194 196 197 202 205 209 210 Seite 213 Verschiedenes: Aus unserem Missionshause. — Abreise in die Mission. — Vom atlantischen Ozean bis zum Tschad-See. — Die Sonnenblume gegen das Maläriafieber. — Totengebräuche bei den Wapangwa. — Die Geschenke bei den Warundi. — Das gute Beispiel, eine stille Predigt. — Millionär und Missionär. — Henry Stanley. — In einem nubischen Dorfe. — Unsere Bitten 218 Hebelserhbrnngen und Empfehlungen . . 224 Abbildungen: Maria Immaculata. — Missionsstation Lül. — In Ägypten. Die Pyramide. — Stilbanint bei Assuan. — Sieger mit Haarschmuck. — Sieger von einem Leoparden angegriffen. — Siegerin Stiehl bereitend. — Kairo vom Nil aus gesehen. — Ein Grab int Friedhof von Assuan. Missionshaus müb land bei Mixen (Cirol). Wriefkasten 6er Weöclktion. P. £. in $. Brief erhalten. Bücher gefunden. Ist Wolf Autor oder Besitzer gewesen? Verlottertes ist zu haben, auch Gebrechliches. Etwas samt Bücher wird diese Woche noch geschickt. Katze ist der andere. Erwarte das versprochene Ausführliche. — P. ft. in E. Tausend Dank für Photografien. Sensibeles Papier folgt. Herzliche Grüße an alle dort. — J. £. in $. U. Brief nicht erhalten? Bitte um baldige Antwort. — Jtn mehrere. Wir sind gerne bereit, auf Wunsch Erlagscheine zur Abonnementserneuerung oder zu milden Gaben im „Sterne" beizulegen oder sonst per Post zuzusenden. — jflhi unsere Treu wie und ill Obi täter. Einen großen Dienst würden uns jene erweisen, die uns ein Haus in der Nähe einer Stadt, die Gymnasium hat, anzeigen wollten, das zur Aufnahme junger Leute brauchbar ist; entweder würde dieses Haus gemietet, oder bei sehr günstigen Zahlungsbedingungen angekauft werden. PF- Zur Beachtung, 1. Jene unserer Abonnenten, welche den Abonnementsbetrag noch nicht bezahlt haben, bitten wir inständigst, dies recht bald zu tun. Wir werden jenen recht dankbar sein, welche bei ihrer Abonnementserneuerung uns einen neuen Abonnenten zusenden, den sie für die heilige Sache der Missionen Afrikas gewonnen haben. 2. Wer 21 Kronen einsendet, kann als Taufpate eines Wegerkindes fungieren und ihm den Wimen, den er miss, beilegen. 3. Memittelte bitten wir sehr, die MesAipendien nach Kräften hoch zu bemessen, weil ste dann eine wesentliche Kilfe für das Misstonswerk find. Korrespondenz 6er Gnpedition. Eingegangene Geldsendungen. jptir das Missionsbaus; (In Kronen.) K. Aichberger in P. 3.— * Karl Hackl in Karl. 30.— * Dr. H. Senner 2.— * Ehrw. Tertiarschwestern in Aschach 18.— * R. Kahala 2.— * Hochw. Peter Wieser Koop. 7. — * F. Dipplinger 1.— * Magdalena Harman in Weizenk. 37.— * S. Putz 1.— * I. Muckenhuber in Holz. 7.— * A. Steinniger 1.— * M. Aloisia in Unternbruck 2.— * Hochw. L. Schnietzer Koop. 1,— * Th. Schätzt 1.— * L. Muttersgleich 1. — * I. Friedl in Wörist 1.—- * Direktor der Haushaltungsschule in Mistelbach 7.— * M. v. Wahrer 2. — * I. Wörister 1.— * F. Spießer in Griesk. 27.— * V. Lorenz 1.— * M. Haböck in Obers. 20.— * M. Haslinger in Kronl. 20.— * I. Zauner in Pötting 1.— * K. Seltner 1.— * M. Andorfer 1.— * P. Steinbacher 1.— * Weis 4.— * M. Hochmeier 2.— * I. Lehn er 1.— * I. Maier 7.— * M. Scheuermann in Baden 47.— * St. Unterguggen-berger v. Guggenberg in Luggau 100.— * Red. „Der Tirol. Stimmen" 50.— * M. Gritsch 2.— * Durch Hochw. Pfr. Eger in Kals 10.— * Ungen. aus Briren 5.— * Aigner A. 5.85 * Msg. Zipper in Eurasburg 46.80 * Pfr. Oberhofer in Prettau (Vom 26. Mai bis zum 26. Juni 1904.) 25.— * Durch Koop. Lobis in Deutschenoven 20.— * Prof. Jochum 10.— * Prof. Ammann 7.— * Laumann in Borghorst 5.86 * Pfr. Peterlin in Rudolfswert 5.— * V. Kauczor 12.— * Pfr. Bickel in Hörbranz 5.30 * Pfr. in Oberm. B. 3.—. Ferner sandten ein : Hochw. Pfr. von Sarns, Nikolas. Maria. 3 Bände. * * * Tür bl. Hiessen; Pfr. Montag 10.04 * Rup. Nigisch in Weistrach 6.— * I. Steinberger 5.— * Mairl, St. Sigm. 60.— * Anna Winkler 1.— * A. Rühl 6.— * I. Steiner 6.— * I. B. Stefaner 7.— * Pfrmt. Weikertschlag 30.— * Capl. Mohn, Preußen 18.72 * Pfr. Bullinger 59.— — Rutil, Gailtal 2.— * Anna Nipp 3.— * B. Horwath, Wien 1.— * I. St. aus S. T. 5.—. Jürs gebrochene herz des Reidenmissionärs: Dr. Kapferer, Innsbruck 20.— * Ungenannt aus Lienz 10.—. Allen unseren Wohltätern sagen wir ein herzliches „Vergelts Gott" und bitten um weitere Unterstützung dieses Missionshauses. Wr. 7. Juli 1904. VII. Iahrg. Die Jubelfeier brr Unbefleckten Gmpfsngnis. Ä^kie bekannt rüstet sich die ganze katholische Welt j)en 8. Dezember dieses Jahres, den Gedächtnistag der Verkündigung des Dogmas, daß Maria unbefleckt empfangen wurde, auf möglichst feierliche Weise zu begehen. Diese Feier jedoch beschränkt sich nicht aus diesen Tag allein, denn öffentliche Kundgebungen der Liebe zur unbefleckten Empfängnis haben bereits in vielfacher Weise schon im Laufe dieses Jubeljahres stattgefunden. Eigene Schriften wurden zu diesem Zwecke verbreitet, Prozessionen gehalten, Pilgerzüge zu den Heiligtümern Mariens haben stattgefunden, Marianische Kongresse wurden gehalten, um die bereits auflodernden Flammen der Liebe zu Maria zu mehren und zu kräftigen. Besonders denkwürdig werden für Österreich bleiben der Marianische Kongreß in St. Pölten und die große Huldigungsfeier, welche mit 19. Juni zu Ehren der unbefleckt empfangenen Gottes Mutter Maria an der historisch denkwürdigen Stätte an der Mariensäule Am Hof in Wien stattgefunden. Dieser Platz einer der schönsten der Kaiserstadt Wien sah eine Feier von hinreißender Schönheit und Bedeutung. Das christliche Wien mit dem Erzhanse an der Spitze weihte sich aufs Nene der Unbeflecktempfangenen, der Patronin des Kaiserhauses, deren Bild auf den Bannern der Regimenter steht. An dreißig Tausende umstanden die Mariensäule am Hof; die Herrscherfamilie, die Minister und Hofwürdenträger, die Bischöfe und Äbte, die Bürgermeister und der Magistrat der Reichshanpt-stadt, die theologische Fakultät, die buntbemützten Scharen der Studenten, und Tausende von Handwerkern, Kaufleuten und Arbeitern, Bürgern und Bürgerinnen — unter Hunderten von Fahnen hatten sie sich als Vertreter der katholischen Hauptstadt versammelt, um das Kaiserhaus, das Vaterland, die Stadt und ihr Volk der Königin der Königinnen wieder anzugeloben, so wie damals in der Schwedengefahr Kaiser Ferdinand es am selben Platze getan hatte. Es war ein Anblick von unbeschreiblicher Anziehungskraft, wie ununterbrochen die Züge aus den verschiedenen Bezirken, musterhaft geordnet, in den Platz einströmten, mit Blunienkränzen auf Bannern und Standarten, und Chöre singend, die der Wind schon von der Ferne melodisch einhertrug. Es lag jene gewisse Spannung der Begeisterung in der Menge, die immer in einem guten, starken und rechtschaffenen Volke wach wird, wenn ihrer Tausende ohne Unterschied des Standes unter einer erhabenen, schon von den Vätern geheiligten Idee sich vereinigen. Brausend wie ein Schlachtgebet stiegen die Gesänge zum Himmel, welche eine bosnische Militärkapelle begleitete, als wollte sie inmitten dieser mächtigen Szenerie an die historische Aufgabe des katholischen Österreich jenseits der Save erinnern. Als die herrliche Weihe vorüber war, wurde die Feier mit De Teum geschlossen, dem das Kaiserlied folgte und so wurde der Festkalender Wiens mit einem Tage inniger, herzerfreuender Andacht vermehrt. Nicht minder schön gestaltete sich der Marianische Kongreß in St. Pölten, der am Sonntag, den 29. und Montag, den 30. Mai unter zahlreicher Beteiligung der Bevölkerung Niederösterreichs, des Provinzadels, sowie des hohen und niederen Klerus stattfand, der Bischof von St. Pölten, Dr. Johannes Rößler, begrüßte die Teilnehmer des Kongresses mit einer herzlichen Ansprache. Dr. R. Hornich sprach als erster Redner über die Verehrung der allerseligsten Jungfrau Maria. Als zweiter Redner bestieg P. Leo König S. J. die Rednerbühne. In einer begeisternden Ansprache stellte er uns Maria als die Stütze und Schutzfrau Österreichs vor. — Reichlicher Beifall lohnte die trefflichen Ausführungen der beiden Redner. Die Versammlung wurde mit einer Predigt und dem Marianischen Segen von Monsignore Dobner v. Dobenau geschlossen. Der zweite Tag, vornehmlich nur für die Sektionsberatungen bestimmt, wurde mit der Bischofsmesse in der Domkirchc eingeleitet. Der berühmte Kanzelredner P. Georg Freund C. SS. R. hielt vor derselben eine tief zu Herzen gehende Predigt. In der Beratungen dieses Tages sprach Dr. Macho über die Marienverehrung in der Familie. Kanonikus Schöpf-leuthner empfiehlt in seiner Rede die Pflege des religiösen Lebens in der katholischen Familie und beantragt die Weihe der Kinder des katholischen Österreichs an die Gottesmutter. P. Rektor Weimann C. SS. R. beantragt, daß diese Weihe in feierliche Weise geschehe. Es wurde ferner auch noch gesprochen über „Marien-verehrung im Volke" und über den Segen und die Gnaden, welche die Wallfahrten mit sich bringen. Nach einigen Schlußworten des Präsidenten Grafen Trautt-mansdorff wurde der Kongreß geschlossen. Gewiß werden den Teilnehmern des Kongresses die be-geistcrndenRedenundAnsprachen noch lange in Erinnerung bleiben und für manchen ein Ansporn sein, in der Liebe und Verehrung zur unbefleckt Empfangenen zuzunehmen. Möge die Liebe der unbefleckt empfangenen Gottesmutter immer mehr in unseren Herzen wachsen, damit wir uns des Schutzes dieser mächtigen Königin teilhaftig machen und ^ auch wir werden erfahren, daß Maria jenes Weib ist, welche der Schlange den Kopf zertreten hat. Auch eine ie du weißt, ist diese Zeitschrift, „Stern der Neger", von der Missions-Gesellschaft „ Söhne des hlst. Herzens Jesu" herausgegeben. Als ich dir das letztemal die Frage beantwortete, was ein Heidenapostel sei, kam mir der Gedanke, einmal auch darüber einiges zu sagen, wer denn eigentlich die Herausgeber des „Stern" seien. Also, was ist ein „Sohn des hlst. Herzens Jesu?" Nun ja, ein Missionär ist er halt vor allem, und was ein Missionär ist, weißt du von letzthin; fürs zweite ist er dann ein Ordensmann, ein Mann, der sich durch die hl. Gelübde rückhaltlos dem Dienste Gottes zum Heile der Neger geweiht hat. Doch dies sind auch andere Missionsgesellschaften, die einen ganz anderen Namen führen; der Ehrenname „Sohn des hlst. Herzens Jesu" muß doch auch etwas zu bedeuten haben; so ist es denn auch wirklich. Vor einiger Zeit kam mir ein Notizbüchlein aus früherer Zeit in die Hand, in welchem ich einige Zeilen geschrieben fand, die so recht die Eigenschaften aufzeigen, die einen „Sohn des hlst. Herzens Jesu" zieren, oder deutlicher ausgedrückt, zieren sollen; dort heißt es wörtlich so: Ein „Sohn des hlst. Herzens Jesu" ist: Ein Mann, der nur eine Idee hat: , „Christus und sein Herz." Ein Mann, der nur eine Freude hat: „Dieses Herz lieben und unsterbliche Seelen ihm erwerben zu dürfen." Ein Mann, der nur ein Leid hat: „Daß soviele dieses Herz nicht kennen." Ein Mann, der nur eine Befürchtung hat: „Für dieses Gottesherz, wenn er auch alles geopfert hat bis zum letzten Tropfen Blutes, immer noch zu wenig getan zu haben." Ein Mann, der vor allem eine Tugend hat: „Aus Liebe leiden — Und schweigen." Und was bedeutet dies alles? Vor allen ist er ein Mann, ein nüchterner Mann, nicht Gefühlsmensch, nicht Phantast. Er Antwort. weiß, was er will: Seine Kräfte, sein Leben in den Dienst der Seelen stellen; er weiß, was das heißt: nichts anderes als leiden, entbehren und opfern. Er weiß, was er in allem tun wird: mit Hilfe der göttlichen Gnade ausharren bis er als Vollendung des Opfers den letzten Hauch ausgeatmet hat. So ist ein wahrer Mann, und das muß ein Sohn des hlst. Herzens Jesu sein, sonst ist er nichts! Und die Eigenschaften dieses Mannes? Wie viel hört man nicht immer von Idee und Ideal sprechen: Es heißt man solle immer nur nach Idealen sich richten, dem Idealen soll .man nachstreben. Gewiß ist da auch sehr viel Wahres daran. Insofern nämlich das Ideale soviel ist als Edles, Hohes, eines echten Christen Würdiges, insofern es der Gegensatz ist zum maßlosen Streben nach irdischen Dingen, nach dem Materiellen, insofern es die Verachtung ausdrücken soll gegen die niedrigen Leidenschaften und gegen die sinnlichen Güter und das Herz auf die höheren, die ewigen Güter hinweist, ja wenn Ideal soviel ist, dann ist es sogar unsere Pflicht, nach Jdaelen zu streben, dann ist das Christentum selbst nichts anderes als Idealismus und Christus das höchste Ideal, dem wir nachstreben sollen. Und dieser Christus mit seinem aus Liebe gebrochenen Herzen, der das Ideal für die Heiligen war, der es für alle Menschen sein soll, dieser Christus ist so recht das Ideal, das leuchtende Vorbild eines „Sohnes des hlst. Herzens Jesu." Seinen Blick beständig auf dieses Ideal gerichtet, bildet er sein eigenes Herz nach dem Vaterherzen Jesu — ist er doch dessen Sohn —, betrachtet in beständiger Erwägung dessen Tugenden und sucht sie nachzuahmen soweit es seine armen Kräfte ermöglichen, um so ein treuer Sohn des hlst. Herzens, ein wahrer Missionär nach dem Herzen Gottes zu werden. Wenn man so recht tief in diesen Gedanken einbringt, so recht das Herz eines solchen Nachfolgers des göttlichen Ideales durchblickt und sein ganzes Sinnen und Trachten, sein Wirken und Seite 196 Stern der Neger Nr. 7 Arbeiten betrachtet, so sieht man mit großer Klarheit, wie die andern besonderen Eigenschaften, die oben angeführt sind, aus dieser hingebenden Nachfolge wie aus ihrer natürlichen Quelle heraus-sließen. Die einzige Freude dieses Nachfolgers, sein heißestes Verlangen ist es, nur immer mehr und mehr dieses liebewerte Gottesherz wiederzulieben; ruft es ihm doch beständig vom Tabernakel aus zu: «Quis non amantem redamet — wer liebte nicht den Liebenden?" Und je mehr ex das Herz Jesu geliebt sieht, je mehr liebende Seelen er ihm zuführen kann, desto seliger ist er. „Dein Herz, o Jesus, gib mir und Seelen," das ist sein stetig Flehen, mit diesen Worten verläßt er alles und zieht unter die Heidenvölker, um dort die Werbetrommel zu schlagen für den göttlichen König, um alle unter dem Banner des Kreuzes Christi zu sammeln, um alle einzuführen in das Vaterherz Jesu Christi. Doch ach, was muß er sehen! Millionen und Millionen leben dahin, nennen sich vielleicht sogar Christen, das liebende Herz Jesu aber kennen sie nicht! Vom Weltlärm umtost hören sie die Stimme des guten Hirten nicht, sie finden keine Zeit, einmal ordentlich darüber nachzudenken, warum denn eigentlich das Herz Jesu geöffnet sei; sie wissen es nicht, daß es der Heiland nur deshalb öffnen ließ, um sie selbst in dasselbe aufzunehmen und ihnen da die Tiefen seiner ewigen Liebe und Barmherzigkeit zu zeigen, um ihr kaltes Herz an diesem Feuerofen göttlicher Liebe zu erwärmen. Und dieser trostlose Anblick, sehen zu müssen, wie das gute Vaterherz so wenig gekannt ist, dieser Anblick ist das größte Leid, der bitterste Schmerz für einen treuen „Sohn des hlst. Herzens." Und so opfert er sich hin für dieses geopferte Herz Jesu, um doch recht viele Seelen für das-■ selbe zu gewinnen; er liebt, er opfert, er leidet. Sein Blut, sein Leben ist er bereit zu opfern, wenn es nur der Herr so will, ja er bittet sogar um diese hohe Gnade. Er leidet aus Liebe, er leidet verborgen; niemand braucht es zu wissen, sein Heiland weiß es schon. Es ist ihm Trost, Balsam ist es für sein wundes Herz und Labung für seinen brennenden Seelendurst: mit dem leidenden Heilande aus Liebe leiden — und schweigen! * * * Das ist das Bild, wie ich mir einen wahren „Sohn des hlst. Herzens Jesu" vorstelle. O, möchten all' die Beneidenswerten, die das Herz Jesu in seiner Liebe aufgenommen hat zu seinen Auserwählten, zu seinen „Söhnen", möchten sie alle in hl. Eifer darnach streben, dieses ideale Bild recht in sich zu verwirklichen, ja zu übertreffen; denn es ist ja nur ein mattes Bild von der Wirklichkeit; möchten sie wahre Apostel werden, Apostel Jesu Christi. Das gute Herz Jesu aber wollen wir — auch ihr alle, die ihr diese Zeilen lest — recht inständig anflehen, daß es noch viele und viele an sich ziehe sowohl zu seinem allgemeinen Dienste als insbesondere zur echten Nachfolge als „Sohn des hlft. Herzens Jesu" — als Missionär in Zentralafrika ! (Sine neue Wifftonsffation unter den Dschnr. Mm Briefe des hochwst. Bischofs Msgr. Laver E Geyer, den wir im Juni-Hefte veröffentlichten, war auf eine andere Missionsstation hingedeutet, die er im Gebiete des Bahr-el Ghnzal beim Flusse Tondsch zu gründen beabsichtete. Mit dem Beistände und der Hilfe Gottes ist auch diese Gründung jetzt zur Ausführung gelangt. Wir können jetzt noch keine Einzelheiten darüber angeben und begnügen uns deshalb die wenigen Nachrichten, die bisher angelangt sind, an dieser Stelle zu veröffentlichen. Nachdem der hochwst. Apostol. Vikar von Ka- Nr. 7 Stern der Neger Seite 197 yango, wo er die neue Station unter den Golo eingeweiht hatte, nach Wau zurückgekehrt war, reiste er nach Süd-West um das Land dort auszuforschen. Zwanzig Meilen von Wau entfernt, mitten im Stamme der Dschur, ist das große Dorf Mbili, das dem Häuptling Dud unterworfen ist. Mbili wurde für die neue Station auserkoren: es ist ungefähr ein halbe Stunde vom Flusse Tondsch entfernt. Nachdem der hochwst. Msgr. Geyer am 3. April mit hochheiligen Ostertage zum erstenmale auf diesem abgelegenen Flecken der Erde im Herzen des schwarzen Kon- tinents die heilige Messe gelesen hatte, weihte er die neue Missionsstation ein und stellte sie unter den Schutz des hl. Petrus Claver, des Patrons der afrikanischen Missionen. Zwei Patres und ein Bruder bilden das Missionspersonal der Station; es wird nun mit Eifer an der Errichtung der Hütten, welche als Wohnung der Missionäre dienen sollen, gearbeitet. Das hlst. Herz Jesu möge seinen Segen diesem neuen Zweige der wiedererstehenden afrikanischen Kirche zuteil werden lassen. Das neue Arbeitsfeld öer Höhne des hlst. Herzens Aefu. Bericht des hochwst. Bischofs Monsignor Sr. Xaver Geyer, Apostolischen Vikars, an den hochwst. General-Superior. Chartum, 20. Mai 1904. Hochwürdigster P. General! einer Abwesenheit von mehreren Monaten bin ich wieder nach Chartum zurückgekehrt. Ich weiß, daß die Ein-issYs’eViS zelheiten unserer Reisen Ihnen bereits weitläufig von den Patres, welche sich in den neugegründeten Stationen befinden, beschrieben wurden. Um nicht zu wiederholen, was Sie bereits wissen, werde ich mich beschränken, Ihnen einen Bericht über die Gegend des Bahr-el-Ghazal, nach meiner eigenen Erfahrung mitzuteilen, damit Sie sich einen vollständigeren Begriff vom neuen Arbeitsfelde machen können, das die göttliche Vorsehung unserer Arbeit erschlossen hat. Das Gebiet des Bahr-el-Ghazal gehörte früher der alten ägyptischen Regierung des Sudan; damals war es in drei Provinzen geteilt; es bildete ans lange Zeit das Lieblingsfeld der Sklavenjäger für Sklavenraub. Im Jahre 1883 und 1884 zerstörte dort der mahdische Aufstand die ägyptische Herrschaft; die Vernichtung der Bevölkerung, die von den Sklavenhändlern angefangen worden war, wurde ärger als je fortgesetzt. Während der mahdistischen Herrschaft war das Land von jedem Verkehr mit Ägypten und Europa getrennt, bis im Jahre 1898 dort die französische Expedition des Marchand erschien. Infolge des englischfranzösischen Vertrages vom 21. März 1899 wurde das Gebiet des Bahr-el-Ghazal dem englisch-ägyptischen Sudan zugeteilt und 1901 nahm die Regierung wirklich davon Besitz und erklärte es als Provinz. Diese wird jetzt im Süden und Westen von der Wasserscheide des Kongo und Nil begrenzt, im Norden von den Flüssen Bahr-el-Arab und Bahr-el-Ghazal bis zum No-See, im Osten vom Fluße des Bahr-el-Gebel. Was man bis jetzt von diesem Lande erfahren konnte, zeigt, daß nach dem Jahre 1884 dort große Veränderungen vor sich gegangen sind; Straßen und Dörfer sind verschwunden, ganze Stämme wurden vernichtet oder wanderten in andere Gegenden. Deshalb ist der jetzige Zustand ganz verschieden von dem, welchen wir in den Werken der Reisenden Schwcinfurth, Junker u. s. w. beschrieben finden. * * * Die Provinz des Bahr-el-Ghazal wird von einem Mudir oder Gouverneur verwaltet, der vom Generalgouverneur des Sudan in Chartum abhängig ist. Hauptsitz der Regierung ist Wau, am linken Ufer dcs Flusses Dschur, am 70° 21' nördlicher Breite und am 28° 3' östlicher Länge. Wie im übrigen Sudan, so ist auch am Bahr-el-Ghazal eine Militärregierung; dem englischen Gouverneur, der eine sehr liebenswürdige Persönlichkeit ist, stehen drei andere englische Offiziere als Inspektoren der übrigen Teile der Provinz zur Seite. In einigen Orten, wie Meshra-el-Rek, Shambe Rumbek, Tondsch, Schak-Schak, Dem Ziber, Tel-gona, gibt es Vertretungen der Regierung mit einem englischen Offizier, einigen Neger-Soldaten und wenigen Hütten. Die Verwaltung dieses ausgedehnten Gebietes ist noch nicht vollständig eingerichtet. Die entfernten Stämme kamen bis jetzt noch wenig mit der Regierung in Berührung, und einige nahe, wie die Dinka, fürchten noch immer und ziehen sich deshalb aus Furcht, beraubt zu werden, wie dies zur Zeit der Sklavenjäger und der alten ägyptischen Regierung der Fall war, in entfernte Orte zurück. Das Vertrauen aus die neue Regierung nimmt immer mehr zu, und es wird nicht lange dauern, daß sich die Eingeborenen vom großen Unterschiede zwischen der alten und neuen Regierung über-zerigen werden. Die Regierung tut alles, um die alten Vorurteile der Eingeborenen zu beseitigen und diese Völker zu zivilisieren, indem sie Straßen anlegt, Künste und Gewerbe erlernen läßt, u. s. to. Auch hier zeigen die Engländer, daß sie den Ruf besitzen, am besten überall Kultur und Zivilisation einzuführen. * * * Was den Erdboden und die Vegetation der Gegenden betrifft, die wir besucht haben, so muß man die nieder gelegenen von den höher gelegenen unterscheiden. Die nieder gelegenen und sumpfigen Gegenden, die von den Flüssen und in der Regenzeit von anderen Bächen überschwemmt werden sind mit Gras, Schilfrohr und Gesträuchen bedeckt; das steinige und eisenhaltige Gebiet, welches den Übergang von Sumpf zu den höher gelegenen Landstrichen bildet, ist mit mehr oder weniger dichten Wäldern bedeckt. Die Wälder, welche wir im Westen, Süden und Osten von Wau durchgingen, haben etwas eigentümliches in ihrer Art an sich. Sie bestehen nämlich nicht aus einer einzigen Art von Bäumen, wie unsere Tannen-und Fichtenwälder, sondern von einer Anzahl von verschiedenen Bäumen, Gesträuchen, die einen verschieden von den anderen, alle Größen sind hier vertreten, mit Blättern aller erdenklichen Formen, die mit dem hellsten und dunkelsten Grün gefärbt sind. In einem Walde längs des Flusses Lolt-schol konnten wir in einer sehr kurzen Strecke gegen 36 verschiedene Arten von Bäumen zählen, von denen 12 genießbare Früchte trugen, die jedoch nicht alle unserem Geschmacke behagten. Es ist unmöglich auch nur eine annähernde Idee vom Reichtum der Verschiedenheit dieser Wälder zu geben, mit ihrem ewigen Grün, mit einer Mannigfaltigkeit von Pflanzen, verschieden in der Form, im Stamme, in den Ästen, in der Rinde und in den Blättern. Stellen Sie sich einen Wald vor, wo an der Seite riesenhafter Eichen Feigenbäume wachsen, wo zwischen hohen Apfel- und Birnbäumen die Orangen blühen, wo im Schatten ungeheuerer Kastanienbänine die Pfirsiche vor den glühenden Sonnenstrahlen Schutz suchen: hier mächtige Bäume, deren Äste viel dicker sind, als die der gewöhnlichen Baumstämme, mit sehr breiten Kronen, die sich inmitten kleiner, zierlicher Gesträucher erheben, so daß sie einem botanischen Garten oder einem künstlichen Parke in Europa Ehre machen würden: dort Dom- und Deleb-Palmen von mehr als 20 Meter Höhe; an anderen Orten Euphorbien von mehr als 12 Meter Höhe; und alle diese Verschiedenheit von Pflanzen umwunden von einem dichten Geflechte von Lianen die bis zu den höchsten Gipfeln sich emporwinden. Dies wäre nur eine annähernde Beschreibung der Wälder des Bahr-el-Ghazal. Wie verschieden die Arten und Formen der Bäume sind, ebenso verschieden ist auch ihr Holz; vom weichen und leichtesten bis zum Ebenholz, das schwer und hart wie Stein ist, vom blutroten bis zum hellgelben, vom kohlschwarzen bis säst zum weißen, vom dunkelgrauen bis zum lichtgrünen. * * * Dem Reichtum der Wälder entspricht der des Tierreiches. Die Elephanten durchlaufen in großen Truppen das Land. Ihre breiten und tiefen Fuß-stapsen, denen man überall begegnet, zeigen an, daß ihre Zahl übergroß ist. Ost begegnet man Nashornen, Giraffen, Büffeln, Wildschweinen, wilden Katzen und Hunden, der Löwe durchschreitet ruhig die Wälder und läßt von seinem Brüllen die Täler widerhallen. Affen jeder Gattung und Größe, vom kräftigen Schimpansen bis zur kleinen Gattung, welche die Araber mussnaz oder Halbmensch nennen, springen beständig auf den mächtigen Ästen der Bäume herum und füllen die Luft mit ihrem'nie endenden Geschrei an. Die Mannigfaltigkeit der Vogelwelt ist erstaunenswert. Vom Strauß bis zum kleinen Kolibri, vom Papagei bis zum Spatzen; man sieht hier purpur- sund, währenddem in den Ebenen, die den Überschwemmungen der Flüsse ausgesetzt sind, leicht das Malaria-Fieber vorkommt. Die gefährlichste Zeit ist die Regenzeit, welche im allgemeinen von April bis September dauert, die jedoch in manchen Jahren verschieden ist; dieses Jahr begann dieselbe schon mit dem März. Die Eingeborenen wohnen nie am Ufer der Flüsse, sondern wenigstens eine Meile vom Ufer entfernt. Hiemit weichen sie den Angriffen der Insekten aus, die in den missionsstation Eul. rote, smaragdgrüne, ja alle Farben des Regenbogens sind hier vertreten. In den Flüssen finden wir Nilpferde, Krokodile und Fische. Schlangen aller Art kriechen auf dem trockenen Boden, und in den Gewässern der Sümpfe. Groß ist die Zahl der Bienen und deshalb gibt cs Wachs und Honig int Überflüsse. * * * Jetzt kommen wir zum Klima. Das Klima am Bahr-el-Ghazal ist verschieden. An den erhöhten und trockenen Orten ist es ziemlich ge- Sümpfen entstehen, und das Malaria-Fieber fortpflanzen. Außerdem trinken sie nie das Wasser aus dem Flusse, sondern aus dem Brunnen, in dem sich die gefährlichen Insekten nicht aufhalten können, wenn das Wasser beständig gebraucht wird. * * -i- Eine Schwierigkeit am Bahr-el-Ghazal ist die Gepäckbeförderung. Vom August bis zum November kann man dem Fluß Dschur bis Wau und noch weiter hinauf benutzen; die Zukunft wird uns lehren bis wie weil man in den genannten Monaten ans den Nebenflüssen des Bahr-el-Ghazal gelangen könne. Während den anderen Monaten Jahres muß der Transport zu Lande gemacht werden; dieser ist aber in der Regenzeit sehr schwer oder oft unmöglich. Der gerade Weg zwischen Meshra-el-Rek und Wau kann von Mitte Juni bis November geradezu als abgeschlossen betrachtet werden; die einzelnen können zwar reisen, aber mit großer Schwierigkeit, indem sie weite Umwege machen und Sümpfe stunden- ja tagelang durchwaten. Das einfachste Transportmittel sind die Träger, diese aber sind in Meshra-el-Rek nicht zu haben, denn der Stamm der Dinka, der dort wohnt, weigert sich ganz entschieden als Träger zu dienen. Die Golo, Dschnr, Bongo und Njam-Njam verrichten leichter dieses Geschäft: das gewöhnliche Gewicht beträgt 25 kg. Die Regierung ist eben daran, mit Ochsen für den Transport die Probe zu machen, wir wollen das Ergebnis derselben abwarten. Elephanten hiezu abzurichten, steht noch die Schwierigkeit von großen Geldauslagen gegenüber. Andere Lasttiere gibt es hierzulande nicht und müssen deswegen eingeführt werden. Nun hat die Erfahrung gezeigt, daß von den eingeführten Tieren, Kameele und Pferde, in der Regenzeit sterben und auch die Esel halten es auf die Dauer nicht aus. Die Maultiere widerstehen noch am längsten, obgleich auch von diesen mehrere sterben. Die Ursache dieser Verluste sind die Insekten, giftige Kräuter und schlechte Wege. * * * Die Bevölkerung wurde von den Sklavenhändlern großenteils vernichtet und ist im allgemeinen sehr spärlich; man reist manchmal einen ganzen Tag lang ohne einer lebenden Seele zu begegnen, und auch dort, wo Leute sind, ist die Bevölkerung sehr gering. Dörfer, die einen solchen Namen verdienen, nämlich Hänsergruppen fanden wir an keinem Orte. In dieser Hinsicht unterscheidet sich das Gebiet des Bahr-el-Ghazal von dem der Schil-luk, wo die Bevölkerung viel dichter ist, und wo ich auch in der Gegend von Songa, von einem einzigen Punkte aus mehr als 30 Dörfer, von denen jedes 20—50, ja 100 Hütten hatte, zählen konnte. Am Bahr-el-Ghazal hingegen gibt es keine Dörfer in diesem Sinne, sondern jede Familie wohnt für sich in einer, zwei oder drei Hütten, und die Häuptlinge haben deren bis zwölf, je nach der Anzahl der Frauen. Mitten in den Wäldern gibt es offene Plätze von größerer oder kleinerer Ausdehnung, wo die Bäume umgehauen sind. An diesen Orten findet man zerstreut zehn, zwanzig, dreißig Hütten, eine von der anderen ungefähr 100 Meter entfernt. Jede Häusergrnppe hat einen Scheich oder Häuptling. Man sagte uns, daß man bei den Njam-Njam große Dörfer antrifft. Wir wollen hoffen, daß unter der neuen Regierung die Bevölkerung zunimmt. Die zwei vorwiegenden Völker sind die Dinka und die Njam-Njam. Die anderen kleineren Stämme, obgleich sie eine eigene Sprache haben, sind gewöhnt, anderen zu dienen und von ihnen abhängig zu sein. ^ ^ Was die Religion dieser Völker am Bahr-el-Ghazal betrifft, sind sie alle Heiden, mit Ausnahme eines kleinen Teiles gegen Nordwesten, wo es Mohammedaner gibt. Während der langen Berührung mit den mohammedanischen Kaufleuten und Sklavenhändlern haben auch diese heidnischen Völker eine geringe Erkenntnis der arabischen Sprache und der mohammedanischen Anschauungen erhalten. Echte, fanatische Mohammedaner im Innern dieser Gegenden gibt es nicht. * * * Dieser allgemeinen Beschreibung der Gegenden am Bahr-el-Ghazal füge ich einige Einzelheiten über die beiden Volksstämme der Golo und Dschur bei, unter denen die Kongregation der Söhne des heiligsten Herzens Jesu gegenwärtig arbeitet. Die Golo waren früher ein zahlreiches Volk und sie wohnten auf der östlichen Wasserscheide zwischen Kongo und Nil in der Gegend von Dem Bekir und Dem Idris. Wegen des beständigen Sklavenraubes durch die arabischen Sklavenhändler von Norden und jener der Njam-Njam von Süden verminderte sich sehr, ihre Zahl. Ein großer Teil des Stammes wurde den Sultanen der Njam-Njam, Zamui und Njambara unterworfen. Der große Häuptling der Golo, Kajango, hat seine Dynastie und seine Geschichte. Sein Vater Nr. 7 Stern der Neger Seite 201 war Häuptling der Golo in Dem Bekir, kämpfte mit Gessi Pascha gegen die arabischen Sklavenjäger und wurde von den Leuten des Kaara-mallah, eines inahdisten Emir ant Bahr-el-Ghazal getötet. Der Sohn setzte den Widerstand gegen die Mahdisten fort und zu gleicher Zeit gegen die Einfälle der Njam-Njam, welche vorn Süden kamen, bis endlich alle seine Verteidigungsmittel erschöpft waren; er zog sich dann mit seinen Leuten nach Damuri, westlich vom heutigen Kajango zurück. Dort trafen ihn die Franzosen sind verständig, offen, tätig und bereit, etwas zu erlernen. Die Männer lieben Kleider aus Leinwand, die Weiber hingegen begnügen sich mit Blättert: der Bäume. Ihre Hütten sind gut gebaut und zwischen dem Dach und der Mauer mit einer Lüftungsvorrichtung versehen, nach innen und außen sind sie reinlich gehalten. Sie bebauen die Erde und pflanzen Durrah, Dochen, Telebun, Lnbia, Sesamkraut, Zwiebel, Erdäpfel it. s. to. Sie halten viele Hühner und einige Ziegen und Schafe aber kein anderes Haus- der Expedition des Marchand. Nach der Ankunft der Engländer zeigte er sich der neuen Regierung gegenüber ebenso trat, als es sein Vater in bezug auf die alte war. Da die Insekten in Damuri seine ganze Ernte zerstört hatten, begab er sich auf den heutigen Posten, der von ihm den Namen Kajango erhielt. Der Sultan oder Großhäuptling Kajango nimmt jetzt unter allen Häuptlingen des Bahr-el-Ghazal, die von der englischen Regierung als solche anerkannt sind, den ersten Platz ein. Die Golo sind von mittlerer Größe, stark gebaut und von dunkel kupferroter Farbe. Sie tier, weil es von einer giftigen Fliege getötet wird. Sie spinnen die wildgewachsene Banmwolle und sind gute Weber und Schneider. Sie besitzen eine gewisse Anzahl von Gewehren nach altem Systeme verfertigt und machen auf geschickte Weise, Jagd mit Pfeilen und Bogen, mit Netzen und auch mit Fallen. Bei den Reichen und Häuptlingen ist Vielweiberei gebräuchlich. Durch die Berührung mit den Arabern lernten sie von ihnen etwas von der arabischen Sprache und nahmen auch teilweise die Art und Weise, sich zu bekleiden an. Jedoch scheint es mir, daß keiner von ihnen wahrer Mohammedaner ist. Seite 202 Stern der Neger. Der Stamm der Dschur bewohnt das bewaldete, steinige und eisenhältige Gebiet, das sich in einem Halbkreise zwischen den Flüssen Sampo und Tondsch von Nordwest nach Südost von Wau ausdehnt. Die ersten Tributpflichtigen, 'ihre Nachbarn, die Dinka, sind jetzt der neuen Regierung treu. Im äußeren sind sie von den Golo verschieden und den Dinka mehr ähnlich; sie sind am besten gebaut von allen, die ich bis jetzt gesehen, nur daß die Haut vielleicht weniger schwarz ist. Alle sind von hoher Gestalt, die gewöhnliche Größe ist 1'75 m. In Bezug auf die Gebräuche sind sie mehr zivilisiert und friedliebender als die Dinka, und hegen leicht von den anderen Verdacht. Sie sagen, daß sie zur Familie der Schilluk gehören und in der Tat hat ihre Sprache manche Ähnlichkeit mit der der Schilluk, welche wie sie sagen von Süden aus in ihr Land gekommen sind, das sie gegenwärtig bewohnen. Sie sind sehr geschickt in Bearbeitung des Eisens, das sie aus dem Boden, der reich an diesem Metalle ist, gewinnen und schmelzen es dann in kleinen Hoch-Öfen, die 4 Fuß hoch sind; sie machen daraus Armbänder, Lanzen und Ackergerätschaften, mit denen sie alle umliegenden Volkstämme ver- Nr. 7 sehen. Sie pflanzen die Durrah; sie jagen den Löwen, den Leopard und das Flußpferd. Die Männer lieben Kleider aus Leinwand; die Weiber tragen Ziegenfelle und schmücken sich mit vielen Armbändern und Perlen. Sie sind sehr arbeitjam und leicht zugänglich und bei Reichen und Häuptlingen herrscht Vielweiberei. Diese beiden Volkstämme haben ihre gute Seite. Die Golo sind mehr zivilisiert, aber ein wenig auf arabische Weise, mehr zugänglich jedoch zum Europäer; die Dschur sind weniger zivilisiert, aber einfacher. Jetzt bleibt nur übrig, daß Gott die Missionäre gesund und stark erhalte und aus die Fürsprache ihrer mächtigen Schutzpatrone die beiden jüngsteröffneten Missionsstntionen zum Wachstum der hl. katholischen Kirche in jenen entfernten Ländern segne, in die zum erstenmale die fromme Botschaft der Erlösung gedrungen ist. Ich empfehle mich sehr Ihren Gebeten und zeichne mich mit tiefster und kindlicher Verehrung. Euer Hochwürden demütigster Diener t Fr. Tav. Geyer Apost. Vikar. er Kil. Sein Lauf. — Seine Überschwemmungen. — Dämme. — Seine Wasser-Becken. Seine ( von diesem merkwürdigen und so berühmten Flusse, vom Nil. ns Meshra-el-Rek, sendet uns vom 3. Februar der hochw. P. Anton Vignato, der an der Expedition des Monsignore Geyer Anteil nimmt, folgende geographische, geschichtliche Nachrichten von dem großen afrikanischen Flusse, die er auf dem Schiffe, das seine Wellen durchschnitt, niedergeschrieben hat. Wir haben Unter- und Ober-Ägypten durchreist und sind wohlbehalten in den Sudan eingetreten. Das ganze Leben, das wir auf diesen: langen Marsche beobachtet haben, hängt größtenteils ab Alles, was ich von diesem ungeheuern Strom habe Wunderliches erzählen hören, scheint mir jetzt in der Tat sich so zu verhalten. Sein Lauf und seine Quellen waren der Gegenstand des Studiums so vieler alten und neuen Gelehrten. Jetzt begreife ich es wohl, wie man überhaupt so viele Fabeln, und zwar so ausgedehnte, sich über diesen wunderbaren Fluß erzählen konnte, der die Herzen der Bewohner seiner Ufer dergestalt einnahm und fesselte, daß sie glaubten sie seien in den Olymp unter die Götter versetzt. Derjenige, der das erstemal den Nil in Unterägypten in der Gegend von Kairo so gut in seinem Nr. 7 Stern der Neger Seite 203 tiefen Bette kanalisiert sieht, wird überrascht fein, wenn er bemerkt, daß ein so berühmter und viel besprochener Flnß am Ende seines Lanses nicht mit jener majestätischen Breite sich darbietet, wie es bei anderen derartig mächtigen Wassern der Fall ist, and) wenn sie weniger bekannt sind. Aber, wer ihn etwa eine halbe Tagreise oberhalb Char-tnm betrachtet, kann seine gewaltige Ansdehnnng erblicken, die an manchen Stellen einem Meere zu gleichen scheint. Woher kommt diese Ver- Nil entlang, sondern auch bis dorthin, wohin der in der Bewässerungskunst erfahrene Araber die Kanäle jenes segenspendenden Wassers zu leiten versteht, nämlich bis zu dem Fuße der Berge erstreckt, die in mehr oder weniger paralleler Richtung den Lauf des Nils begleiten. In der gegenwärtigen Jahreszeit sieht man jene Ebenen wimmeln von Rindvieh, Büffeln, Schafen u. s. to., welche an den Beinen, Hörnern oder Ohren zusammengebunden sind und tote sie Schritt für schiedenheit? Warum ist er breiter gegen seinen Ursprung, als gegen seine Mündung hin? Die Erklärung giebt offenbar jene ungeheuere Anzahl von künstlichen Kanälen, die in ganz Ägypten fortwährend das Wasser des Flusses aussaugen, um damit die weitausgedehnten Landstriche zu bewässern, die ohne Nilwasser nichts anderes sein würden als eine verödete Wüste. In der Tat, das ganze Land von Kairo bis nach Chereh, ein Weg von ungefähr zwölf Stunden in der Luftlinie, ist in der jetzigen Jahreszeit mit dem üppigsten Grün bedeckt, das sich nicht nur den Usern des Schritt die Grasflächen abweiden, die ihnen der karge Araber überläßt. In diesen Gegenden mäht man das Gras nicht ab, um es dann als Heu für die trockene Jahreszeit aufzubewahren, sondern die Tiere fressen das Gras Tag für Tag auf derselben Weide und zwar so viel, als ihnen der Strick, der an einem in den Boden geschlagenen Pflock befestigt ist, gestattet. In Oberägyten wird gegenwärtig der Nil durch riesenhafte Wasserbecken, wie es das von Assuan ist nack) ganz neuer Art erbaut und sein guter Erfolg wird bald bewirken, daß auch andere dieser Art errichtet werden. Bereits im Altertum erkannte man die Notwendigkeit, den freien Lauf des Nil einzuzwängen, um mit seinen Wassermassen das Land bewässern zu können. Deshalb stellte man große Binnenseen her, die als Wasserbehälter dienen sollten. Vor hundert Jahren begann man damit, Seitenkanäle anzulegen, welche beim Steigen des Nils dessen Wasser aufnehmen und es weiter leiten bis zu jenen Landstrichen, die wegen ihrer allzuweiten Entfernung vom Flusse selbst nicht überschwemmt werden konnten. Aber man kämm zur Einsicht, daß auch das unnütz sei, und man machte andere Mittel ausfindig. Napoleon I. hatte bereits den großen Plan gehabt, in den entsprechenden Zeiten (nämlich beim Steigen des Nils) alle seine Arme, mit denen er sich in's Meer ergießt, zu hemmen. Dieser Plan war nicht fruchtlos. Denn zu den Zeiten des Mohammed Aly wurde unter der Leitung von französischen Ingenieuren ein großer Damm im Norden von Kairo errichtet, gerade dort, wo sich die erste Teilung des Nil in die beiden Hauptarme von Rosette und Damiette befindet. Dieser Damm aus Ziegelsteinen zählt gut 132 Schleichen. Während des Sommers schließt man diese mit eisernen Verschlüssen 15 Fuß oberhalb des Wassers, das deshalb höher steigt und sich in die verschiedenen Kanäle oberhalb Kairo ergießt. 250 Meilen von Kairo, bei Assiut, wurde jetzt ein Damm von ähnlicher Art errichtet. Dieser soll bewirken, daß das Nilwasser steige und das übrige Wasser in den Josefskanal fließe. Diesen kann man die Vorsehung der ganzen Provinz von Fayun nennen, denn durch ihn ist diese Gegend einer der fruchtbarsten Landstriche Ägyptens. Der große Damn: von Assuan ist ein Bauwerk, das erhaben ist, über jeden Vergleich mit den vor- I hergehenden. (S. Bild Seite 203) Er hat aber auch einen viel weittragenderen Zweck. Er ist bestimmt, den Nil zu heben und ein ungeheures Wasserbecken auszufüllen, das man im Süden des Dammes von einer Breite von 15—20 Meilen zwischen zwei rauhen Gesteinsketten erbaut hat. Die ganze Länge dieses Dammes beträgt 2750 Fuß, d. i. mehr als eine halbe Meile.und hat 111 Schleusen von 15 Fuß Breite. Die Säulen und die Bogen erheben sich auf einem gemauerten Untergrund von 87 Fuß in der Breite und 10 in der Dicke. Das Wasserbecken von Assuan entsprach in dem ersten Jahre seines Bestehens der allgemeinen Erwartung. Im Oktober teilweise vollendet, wurde es sogleich geschlossen und gegen das Ende vom Monat Januar war es übermäßig voll. Die 1000 Kubikmeter Wasser wurden int Mai und Juni verbraucht, denn in diesen Monaten ist dort der Nil am tiefsten. Diese Wassermenge ermöglichte es dem Ministerium der öffentlichen Arbeiten, einen Flächenraum von 17.000 Ar Land zu bewässern, das in den verflossenen Jahren nur bei hohem Wasserstande bewässert wurde. Gegenwärtig sind wir jedoch nur am Anfange; das Wasserbecken wird viel mehr Wasser liefern können. Es scheint sogar geplant zu sein, demselben eilte größere Ausdehnung zu geben, ja es zu verdoppeln-Der Plan wurde noch nicht gutgeheißen, weil ein solches Wasserbecken die berühmten Ruinen der Insel Phylä, welche uns noch von den Zeiten der Ptolemäer sprechen, vollständig überfluten; diese sind zwar jetzt schon zum Teil unter Wasser, ragen jedoch noch so weit hervor, daß sie mit einer Nilbarke besucht werden können. Es besteht also ein Kampf zwischen zeitlichem Vorteil und Wissenschaft. Wir werden nun sehen, was von beiden den Sieg davon tragen wird. Nr. 7 Stern der Neger Seite 205 Am Kerzen Mikas. I. 3u lOslu. — Ankunft der Träger. — Lin guter Korporal. — Zwei andere wichtige Persönlichkeiten, — Auf de ui Wege nach Süden. — Lin Häuptling der Dschur. — Bei den Bongo. — Zartes Gewissen eines Häuptlings. — Hütten und Kleiber der Bongo. — Der Kappa. — Mitten unter Bienen. Ws handelte sich darum, ein für die frohe Bot-^ schaft des Evangeliums empfängliches Volk zu suchen. Das Unternehmen war ziemlich wichtig und wer sich am lctztverflossenen 17. Februar in unsere entlegene Niederlassung von Wau begeben hätte, würde eine ganz ungewöhnliche Bewegung, ja ich möchte sagen, große Freude wahrgenommen haben, so wie einer, der nach langem Warten endlich die Morgenröte wahrnimmt. Unser hochwst. Bischof, Bruder Johann und ich waren schon 6 Uhr morgens zu Abreise bereit. Unser Auge war gegen Wau gerichtet, woher wir die Reittiere und Träger erwarteten, denn in diesen entlegenen Winkeln Afrikas werden meistens für den Transport Träger benützt, da die Lasttiere hier zulande bis jetzt schlechte Dienste leisteten. Um 6V4 Uhr er-schienenzwölf Schwarze, welche unser Gepäck tragen sollten; sie waren von einem Korporal und zwei Führern begleitet. Diese sind wohl würdig hier vorgestellt zu werden. Der Ombascha (Korporal) Adam hatte in seinem Dienstbuche alle Streifzüge der Derwische in Darfur verzeichnet; er nahm an der Schlacht bei Omdurman unter den Soldaten des Abdullahi teil, wie auch an der letzten Schlacht des Khalifen von Omdebrika. Er wurde dort gefangen genommen und ging ohne viele Skrupel in das englisch-sudanesische Heer über; er erwarb sich bald den Grad eines Korporals unter Sparkes Pascha am Bahr et Gazal, den er nach seiner ganzen Länge und Breite durchfuhr und ist auch fast allen Häuptlingen und Unterhäuptlingen jener Gegend bekannt. Hoch von Gestalt, schwarz wie Pech, trägt er sein Gewehr auf der Schulter, das er nur int äußersten Falle gebraucht. Indessen verschafft er sich bald durch gute bald durch schlimme Manieren die Achtung aller. Jetzt gehört er einer Ortspolizei an. Die zweitwichtigste Persönlichkeit unserer Begleitung warAlmas. Es war das ein kleiner Kerl von kupferbrauner Farbe und mit einer so zerlumpten Jacke, daß man nicht Neger mit RaarscbmucR. wußte, bei welchem Loche er hineinschlüpfte, Hosen trug er wie die Araber, ein Remington-Gewehr auf der Schulter; er brüstete sich unser Führer zu sein und alle Länder zu kennen, und natürlich auch jene, welche er nie gesehen. Eine gute Eigenschaft hatte er jedoch, nämlich immer fröhlich zu sein und auch die anderen zur Heiterkeit zu bringen, vorausgesetzt, wenn sie nicht an seinen geographischen Kenntnissen zweifelten; in diesem Punkte kannte er keinen Scherz. Der dritte Begleiter war Tollman, ein Bruder des Sultans der Golo, Limbo. Tollman hatte einen ruhigen Charakter, der mit allen gut auskam. Er war mit einer langen Galabia, (arabischem Kleide) bekleidet; wenn er jedoch auf der Reise die Kleidung wechseln wollte, steckte er diese Galabia in die Hosen und war so aus europäische Art gekleidet. Auf dem Kopfe hatte er gewöhnlich das rote Birret oder Tarbusch, der jedoch mit einem kleinen Korbe mehr Ähnlichkeit hatte; er trug immer einen Sonnenschirm bei sich, den er jedoch zur Vorsicht oder aus Schlauheit niemals öffnete. Wollte ich die zwölf Träger noch vorstellen, so würde ich niemals fertig werden, alle waren schöne Gestalten, einige Njam-Njam, klein aber kräftig gebaut, einige Golo, Dschur u. s. w. Einer jedoch gefiel mir mehr als alle anderen. Er hatte einen alten Tarbusch auf dem Kopfe, auf den ein kleiner Strohhut mit einer Feder genaht war. Der Dr. Broyd, der gekommen war, um unsere Träger zu ordnen, warf ohne Barmherzigkeit das Hütlein herunter und legte anstatt dessen auf den Kops des guten Mannes einen Sack mit Reisegepäck. Während der Reise hing er sein Hütlein an den Sack, bis er sich desselben entledigen konnte. Um 73U Uhr waren alle Vorbereitungen getroffen; jeder der Träger hatte sein Gepäck erhalten und hinter ihnen kamen wir nach. Der Gouverneur Bulnois Bey begleitete den hochwst. Monsignor bis außerhalb des Dorfes. Die englischen Beamten wünschten uns glückliche Reise und fort gings. Wir verließen das Ufer des Dschur und reisten gegen Westen ein ziemlich langes Stück auf der Straße von Schal Schal und Dem-Zibr, welche fünf Meilen lang fahrbar ist, wir aber blieben nur zwei Meilen auf derselben und lenkten unsere Schritte direkt nach Süden; wir erreichten so die Straße, welche zum alten Wau führt, und durchkreuzten eine ziemlich ebene, mit Wald bewachsene Gegend, wie überhaupt die ganze Umgebung von Wau ist, auch sahen wir große Teile bereits ausgerodet und mit Durra bebaut. Das waren die Felder der Einwohner von Wau, welch letztere in der trockenen Jahreszeit als Träger dienen, währenddem sie in der Regenzeit auf ihre Felder zurückkehren. Um 9 Uhr 40 Minuten kommen wir zu den Hütten von Ater, eines Häuptlings der Dschur. Unsere Leute machten Halt, um ihren Durst zu löschen; im Schatten eines Baumes treffen wir einen schlecht bekleideten Alten, der uns sagt, daß er der Vater der Häuptlings sei. Dieser war im nahen Walde und säumte nicht zu kommen. Dieser Häuptling ist ein lebhafter junger Mann, vollkommen schwarz, er ist ganz bekleidet und trägt ein blaues Stück Leinwand an seinem Gürtel befestigt. Das ist die gewöhnliche Art und Weise, wie man sich am Bahr-el-Ghazal bekleidet. Wenn die Leute hier keine Hosen haben können, suchen sie wenigstens einen solchen ähnlichen Fetzen, um sich zu bekleiden. Bei Ater bleiben wir einige Minuten, dann setzen wir unseren Weg durch einen schönen Wald fort, ersteigen hieraus einen steinigen Hügel zwar mit Bäumen besetzt, aber ohne einen Tropfen Wasser; auf der anderen Seite steigen wir wieder hinab und setzten den Weg durch einen halbschattigen Wald fort, bis wir um 12 Uhr bei Katongo ankommen. Katongo ist ein mächtiger Häuptling der Bongo, und wenn man dieses Volk nach ihm beurteilen müßte, so sind die Bongo wirklich sehr gute Leute. Er ist schön und dick und kohlschwarz, er ist mit einer langen Galabia bekleidet und trägt einen breiten Tarbusch. Er empfing uns mit einer Miene, die mehr Unzufriedenheit zeigte; er vermischte die Komplimente gegen uns mit Vorwürfen gegen Ater, gegen den Gouverneur, den Ombascha, Almas u. s. to., weil sie ihn nicht schon am Vorabend über unsere Ankunft benachrichtigt hatten. Uns brachte er Hühner, unseren Leuten Essen in Überfluß, aber.........wenn er es vorher gewußt hätte, würde er eine große Menge Bier bereitet haben, an dem sie sich zweimal hätten betrinken können; so konnte er, wie er sagte, ihnen nur wenig zum essen und noch weniger zum trinken anbieten. Nr. 7 Stern der Neger Seite 207 Monsignor konnte sagen und ihn mit Geschenken überhäufen, um ihm verstehen zu geben, daß er Brote und weiße Durrah, Sesamkrant, Bohnen Kürbisse, Tabak u. s. w. anbauen. Die Dörfer Neger von einem Leoparden angegriffen. zufrieden sei, aber Katongo wollte es nicht zugeben. Der Stamm der Bongo ist bekannt als Ackerbauer; sie haben viele Felder, aus denen sie die bestehen aus runden Hütten. Mitten in denselben ist eine Art Bühne ausgerichtet, auf welche die Frauen ihre Kleidung und andere Sachen legen; auf der einen Seite ist der Herd, der durch eine Seit 208 Stern der Neger Nr. 7 Decke getrennt ist, damit die Leute von außen die Weiber nicht sehen noch auch das, was sie kochen und so die Speisen vor dem bösen Blicke sicher seien. Katongo hatte außer seinen Hütten einen großen Speicher, wo er die Durrah aufbewahrte, welche ihm seine Leute schicken, um sie an die Regierung zu verkaufen; außer dieser Vorratskammer gibt cs noch zwei große Speicher, auf denen die trockene Durrah aufbewahrt wird. Diese Speicher sind mit einem guten Dache bedeckt. Bevor jenes Getreide dort aufgespeichert wird, wird es auf anderen großen, offenen Tennen ausgebreitet, die in diesem Lande sehr vorteilhaft sind, da man hier keine Diebe kennt. Diese Tennen dienen auch zum Aufbewahren anderer Nahrungsmittel. Kleine Hütten, die auf einem oder mehreren Pfählen ruhen, dienen als Hühnersteig. Die Männer lieben es, sich zu bekleiden, die Weiber umhüllen sich mit einer Art Mantel aus Leinwand, sie lieben die Perlen und besonders den Kagga. Was ist denn das für ein Vieh? Der Kagga ist für die kleinen Kinder ein kleiner Strohhalm, und so, wie sie an Alter zunehmen, wächst auch dieser an Stärke, bis er endlich für die alten die Dicke eines Stöpsels erreicht hat. Und wohin meinst du, lieber Leser, gibt man dieses Gehängsel? — Einfach auf die Unterlippe. Wenn es irgend jemand auf der Welt gibt, der zweifelt, daß Geschmacksachen wirklich Geschmacksachen sind, der komme und^sehe, ob es noch eine Weise gibt, sein Gesicht noch mehr zu verzerren. Die Weiber der Bongo lieben es auch, Arme und Gelenke mit dicken Armbändern aus Kupfer, Eisen und Messing auf ihre Weise zu schmücken, wodurch sie zeigen wollen, daß sie große Muskelkraft besitzen. Das ist das Land und die Leute, bei denen wir uns aufhalten. Im allgemeinen beginnt unsere Reise ziemlich glücklich, und das Geschwätze jenes guten Mannes, des Katango und jener Leute, der Besuch der Hütten und des Brunnens machten, daß der Tag ziemlich friedlich verstrich. Wie jedoch alle Rosen ihre Dornen haben, so konnten sie auch hier nicht fehlen, und diesesmal waren die Dornen Bienen. Man konnte keinen Behälter voll Wasser bei sich behalten, ohne daß derselbe in einem Augenblicke von diesen emsigen aber schrecklichen Insekten be- deckt war; und weil wir mehrere Gefäße und Kürbisschalen voll Wasser hatten, so war unser Lager bald in eine Art Bienenstock verwandelt keiner wurde gestochen, wer aber trinken wollte, mußte alle Vorsicht gebrauchen, um die guten Bienen nicht zu stören. Diese Gegend, wo ausgedehnte Wälder und viele Wiesen sind, verwandelt sich in gewissen Jahreszeiten in wahre Gärten und deshalb gibt es hier zahllose Bienen, die in der Regenzeit überall Wasser finden, in der trockenen aber nur im eineinzigen kleinen Brunnen des Dorfes, der an der Oberfläche zwar breit ist, aber in einer Tiefe von drei oder vier Metern nicht breiter ist als ein kleiner Kessel. Hier finden sie zwar immer Wasser, aber für einen so gewaltigen Schwarm von Bienen ist jene Oberfläche viel zu enge und deshalb fallen sie über ein wenig Wasser, das sie finden, her, um die günstige Gelegenheit zu benützen. II. Unter den Balanda. — verschiedene Weisen um das Wild zu fangen. — Im Lande der (Soso. — Was die Morakka ist. — Unser Einzug in Abu-Sakka. — Afrikanische Bequemlichkeit zu unserer Verfügung. — Lin Frühstück für unsere Träger. — Musterbrunnen. — Die Lmdoko. — Empfang. — Militärische Musterung. — Tanz zu unserer Ehre. Am nächstfolgenden Morgen waren wir frühzeitig wieder auf dem Wege. Die Gegend war immer bewaldet. Um 8 Uhr kommen wir zu dem kleinen Dorfe Ba-kili (Balanda). Auf einer Seite ist es von einem Zaun umgeben, an dem sich einheimische Fisolen emporwinden. Die Balanda sind klein, stark gebaut und von brauner Hautfarbe. An dem Zaun hing ein großes Netz, das sie vor uns sofort aufmachten : es war aus Schnüren mit breiten Maschen ungefähr 15 Meter lang und 1V3 Meter hoch. Sie sagten uns, daß sie dasselbe im Walde zwischen den Gesträuchen aufspannen, und die Jäger mit Lanzen bewaffnet schlagen auf den Boden und auf den Bäumen int Wald und jagen auf diese Weise die Gazellen, Antilopen u. s. w. in das Netz. Wenn das Wild in das Netz gerät, sucht es vergebens sich daraus zu befreien, denn die Jäger kommen bald und versetzen ihm den Todesstoß mit der Lanze. Ein anderes Mittel, das Tier zn jagen, sind die Fallen, die auf den Wegen aufgestellt sind. Diese haben ungefähr dieselbe Form, wie bei uns und bestehen aus einem Balken, der auf einigen Pfählen aufgerichtet ist: die Tiere, welche diesen Weg einschlagen, gelangen in die Schlinge, der Balken fällt auf sie und enden so zerquetscht oder erwarten unter Schmerzen die Lanzen der Jäger, die sie durchbohren werden. inem Briefe des hochw. P. A. Maggio F. S. C. vom 15. Mai d. Js. entnehmen wir über das Leben der Schilluk-Neger, besonders über das der Schiffer folgendes: Vor allem ist zu erwähnen, daß die Bäume in der Umgebung von Lul, obwohl von beträchtlicher Dicke, niemals gerade sind, und es wäre ein wahrer Zufall, einen Baumstamm oder Ast zu finden, der auch nur einen Meter lang vollkommen gerade ist. Das Holz ist aber hierzulande unbedingt notwendig zur Herstellung von größeren Nilbarken, ja man kann sogar sagen, das einzige Material, das man hiezu hat, wenn man jedoch den Abobo-Baum, dessen Rinde und Mark korkartig ist, ausnimmt ; diesen benutzen die Neger hier, um kleine Nachen zu machen. Wenn nun das Holz derartig ist, so ist es klar, daß es äußerst schwer, ja unmöglich ist, Bretter zum Schiffbau herzustellen; deshalb wurden die Eingeborenen, wenn sie den Nil befahren oder sich dem Fischerhand-wcrk hingeben wollten, von der Notwendigkeit gezwungen, Baumstämme von bedeutender Dicke, wenngleich von geringer Länge, zu diesem Zwecke auszuhöhlen. Dieses verständige Volk versteht es jedoch sehr gut, Stamm mit Stamm zu vereinigen und so eine Barke von der Länge von 5—6 Metern und der Breite von Istz Metern herzustellen. Hieraus ist leicht begreiflich, mit welcher Vorsicht derjenige, welcher den mächtigen Nilstrom zu befahren wagt, auf Herstellung des Die Hütten der Balanda waren mit ziemlich mageren. Feldern umgeben; in einer schlecht be-, deckten Hütte nahmen wir den Feuerherd eines Schmiedes wahr, umsonst suchten wir den Besitzer der Werkstatt und man sagte uns, daß er fortgegangen sei. Einige Minuten von hier entfernt, waren einige sehr gut erhaltene Hütten mit einem Zaune umgeben. Das waren die Hütten des Malunga, eines kleinen Häuptlings der Golo. (Fortsetzung folgt.) WuK auf dem Wile. Gleichgewichtes sehen muß. Und doch rudert der Schilluck mit einer fast unglaublichen Schnelligkeit, und es kam auch vor, daß ein Neger an der Spitze des Schiffes stand und zu gleicher Zeit seine lange Angel auswarf, um Fische zu fangen. Eines Tages wollte ich selbst auf eine kleine Barke steigen, währenddem mir ein kleiner Neger im Alter von acht Jahren als Ruderer diente. Es ist selbstverständlich, daß ich nicht wollte, daß der Knabe seine Barke in die Tiefe führe, da ich überzeugt war, daß mich beim Umkippen des Schiffes ein Krokodil auffressen würde. Wir schifften längs des Flusses; ich blieb vollkommen unbeweglich, und ich weiß nicht, warum ich mich auf die rechte Seite neigte. Auf ein Haar wäre das Schiff umgekippt und die große Geschicklichkeit des jungen Ruderers, der mich bat, mich ja nicht zu rühren, hielt die Barke mit seinem Ruder in absolutem Gleichgewicht. Und doch fürchten die Neger nichts und durchkreuzen den Fluß in vollem Lause. Sie haben sogar den Mut, vom Nil selbst ans das Wild zu jagen. Auf bent rechten Ufer, uns gegenüber, sind die Antilopen und Gazellen sehr zahlreich, die vom Durst getrieben zum Fluß kommen, um denselben zu stillen, weil es in dieser Jahreszeit im Innern keinen Tropfen Wasser gibt. So kommt cs manchmal vor, daß eine unglückliche Antilope von den Schilluk-Fischern, die den größten Teil des Tages sich am Nil aufhalten, gesehen wird. Was tun sie dann? Ihre ersten Bemühungen gehen dahin, das Tier in das Wasser zu jagen, um sich dann desselben mit Hilfe ihrer Barken zu bemächtigen. Am letztverslossenen Sonntage ging ich mit dem Br. Steinegger längs des Flusses und wir konnten gerade sehen, wie man auf das Wild Jagd machte. Eine Barke hat die Aufgabe, das Tier immer mitten im Flusse zu halten, während eine zweite auf und ab fährt und dabei sich bemüht, dem Tiere nahe zu kommen, um ihm tüchtige Hiebe auf den Kopf zu versetzen. Diese Jagd kann man sehr gut mit dem Ballspiele vergleichen, das die Engländer zu Pferd spielen. Es war wirklich sehr schön anzusehen, mit welcher Schnelligkeit die kleine Barke bald nach der einen, bald nach der anderen Seite gedreht wurde, aber noch schöner den Schilluk zu sehen, der mit seiner Barke hin und her fuhr und dem Tiere Schläge zu versetzen suchte. Wenn dieses den Jäger in der Nähe sah, tauchte es unter das Wasser und täuschte so oftmals denselben. Die Jagd dauerte ungefähr eine Viertelstunde I lang, bis endlich das Tier ermüdet und mehr noch von den Schlägen betäubt, eine Beute der tüchtigen Ruderer und Schiffer wurde, die aber, weil sich ein starker Wind erhoben hatte und der Fluß ziemlich hohe Wellen schlug, nicht wagten ans Ufer zu kommen, sondern sich auf eine Insel mitten im Flusse flüchteten, wo sie die Stücke unter sich verteilten, nachdem sie jedoch dem Tiere gut die Haut abgezogen hatten. Das Geweih wurde für uns vorbehalten, denn sie wissen wohl, daß sie, so oft sie solche zu uns bringen, eine gute Belohnung erhalten, da diese Geweihe einen nicht geringen Wert besitzen. Man darf jedoch nicht glauben, daß nur die Fischer so ausgezeichnet gut jagen und den Fluß befahren können; denn fast alle sind in dieser Kunst sehr bewandert. Ich weiß nicht, ob dies daher kommt, weil sie tiem' Jugend auf dazu gezwungen werden; geht nämlich das Getreide aus so verlegen sie sich auf das Fischerhandwerk. Ich habe schon mehrmals die Leute ein und desselben Distriktes und zwar Groß und Klein gesehen, die sich alle einige Tage lang mit diesen Barken auf das Fischen verlegen und man konnte diesen Fischfang in gewisser Weise mit dem des hl. Petrus vergleichen, als er auf dem See von Tiberias auf das Wort des Herrn das Netz auswarf, da in diesem Flusse sehr viele Fische sind. Man muß jedoch eine gewisse Kenntnis der Orte haben, wo sich sich sammeln, denn manchmal hatte ich das Unglück: per totam noctem laborans nihil cepi, und mußte oft unverrichteter Dinge mit dem bloßen Wunsche heimkehren. Dev Msfionsberuf. Line kleine Velvschlung. eder, der da verläßt Vater oder Mutter oder -*l Bruder oder Schwester um meines Namens ^ willen, wird den hundertfachen Lohn erhalten und das ewige Leben besitzen." Läßt sich dieser Ausspruch des göttlichen Heilandes auf jeden religiösen Orden anwenden, so ist es doch ganz besonders der Missionsberuf, der den begründetsten Anspruch auf diese trostreichen Verheißungen geltend machen kann. Eben dieses Wort ist es, das in den Herzen so vieler den begeisterten Widerhall gesunden, das wie mit magnetischen Ketten die Aufmerksamkeit so vieler Jünglinge gefesselt sie hingezogen hat mit unwiderstehlicher Gewalt nach jene fernen Erdteile, das entwaffnet die Einwendungen der teuren Angehörigen und geringachten ließ die sich darbietenden Schwierigkeiten. Glücklich, wer unter Christi Fahne sich gestellt als eifriger Arbeiter am §eite der Seelen, glücklicher, wer zudem schon die Erstlingsjahre seines Lebens Gott im hl. Ordensstande zum Opfer gebracht, überglücklich, wer zu diesen beiden Bürden die des Missionsberufes auf sich genommen. Die Erhabenheit dieses Berufes ist unendlich. Ist jeder Priester ein Nachfolger der Apostel, so gilt dies wiederum in noch höherem Grade dem Missionär. Wie ein hl. Petrus und Paulus, ein hl. Barnabas und wie sie alle heißen in jener Zeit, ein hl. Franziskus Laverius und Petrus Claver in späterer Zeit hinausgezogen in das weite Arbeitsfeld der Welt, so zieht noch heutzutage der Missionär voll heiligen Eifers hinaus in die dunklen Landstriche der Erde, so pflanzt er noch heute das Zeichen der Erlösung auf mitten unter einer Welt von Heiden und Ungläubigen. Was anders ist er als auch bewußt, daher die schönen beruhigenden Gefühle, die sein junges Herz bewegen, sein ganzes Tun durchwehen. „Wer sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, der ist's, der mich liebt und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage." Er hat bereits damit angefangen, sein Tun und . Lassen in das hlst. Herz seines Erlösers gelegt, jede Sorge ist daher von ihm gewichen. Weder Glück noch Unglück kann ihn aus den Grenzen Negerin INevI vereitenü. ein Apostel, ein Apostel wie Jesu Jünger sie gewesen. Die Erwägung, daß wiederum der Missionär es ist, der von der Glorie seiner erhabenen Vorbilder, des göttlichen Heilandes selbst als des ersten Missionärs und seiner Apostel den größten Anteil hat, mag dazu beitragen, sich annähernd einen Begriff von der Hoheit des Missionsberufes zu machen. Daraus läßt sich auch leicht ermessen, welch ein Glück es ist, zu dieser Würde berufen zu sein, auserwählt zu sein aus so vielen Tausend und Millionen. Dessen ist sich der angehende Missionär der Gelassenheit bringen; süß wird ihm der Gehorsam, süß die Ertragung jeder Widerwärtigkeit, ist ja doch Gottes Wille auch sein Wille; sein Leben hat er als Lösegeld für die Befreiung der armen Heiden eingesetzt, und dieses Bewußtsein ist es, das ihn stets aufrecht erhält, alle Hindernisse überwinden hilft. Dies, was der Missionsberuf für seine angehenden Mitglieder mit sich bringt. Es ist eine Zeit des innern Lebens, eine Zeit, die ihm sozusagen nur die Süßigkeit des erwählten Berufes verkosten läßt, die Zeit der Entbehrungen beginnt erst mit feiner öffentlichen Missionstätigkeit. Nicht nur, daß er entblößt ist selbst von den notwendigsten Mitteln, auch die Ungunst der obwaltenden Verhältnisse legen ihm oft fast unübersteigbare Hindernisse in den Weg. Aber mit einer Anstrengung, wie sie nur hervorgehen kann aus einer glühenden Begeisterung für diese hl. Sache, aus einem von Seeleneifer flammenden Herzen, überwindet er alle diese Schwierigkeiten oft mit dem Opfer seiner Gesundheit, ja seines eigenen Lebens. Glaubt er endlich das neue Erdreich ertragsfähig, hat er unter tausend bittern Schweißtropfen das erste Samenkorn des Glaubens in dasselbe gesenkt, so muß er es oft schon wieder im Keime erstickt sehen, vernichtet sehen durch die fanatische Wut der verstockten Gegner, rechnen sich diese zur unzivilisierten Welt der Heiden oder zu der höheren Bildungsstufe des Europäers, welch letztere traurige Erfahrung leider nur zu oft gemacht werden muß. Wie schmerzlich muß es das liebevolle Herz des Missionärs berühren, wenn er diese armen Menschen betrachtet in ihrer mitunter grenzenlosen Sittenverderbnis, ihrem manchmal langjährigen Widerstreben gegen alles Christliche, wenn er sie, erfüllt von tiefem Hasse, dahinsterben, die Anstrengungen der Hölle über die Gnade triumphieren sehen muß. — Die langwierigen Arbeiten, die überwundenen Schwierigkeiten sind verloren, mit einem Schlage sieht er sich wieder am Anfang seiner Arbeit, die er schon vollendet glaubte. Und er muß standhalten, von neuem beginnen, vielleicht mit der Voraussicht auf denselben Erfolg. Jeder andere würde dieser Lebensweise „Lebewohl" sagen, aber der Missionär weiß, daß es so kommen mußte, gilt ja das Wort seines göttlichen Heilandes an die Apostel auch ihm: „In meinem Namen werdet ihr viel zu leiden haben. Seht, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe." Doch mitten in einer Welt von Sorgen, einem Übermaße von Haß und Verachtung leuchtet ihm wieder ein neuer Hoffnungsstern auf: „Auch ein Apostel der Indier und Japaner (St. Franz datier), ein Apostel der armen Negerskaven (St. Petrus Claver) hatte mit diesen und noch größeren Schwierigkeiten zu kämpfen; sie gingen durch eiserne Beharrlichkeit als Sieger hervor, warum sollte ich mit Gottes Gnade nicht ausharren können?" Neu bestärkt legt er Hand ans Werk und umso größer ist der Sieg, je größer die Schwierigkeiten gewesen. Mit unendlicher Freude wird sein Herz erfüllt bei der Betrachtung feiner' endlich gewonnenen Schäflein, dem Segen seiner Bemühung. Schon dieser Trost ist ihm eine kleine Entlohnung der Entbehrungen, aber den großen Tag der Belohnung bringt erst sein seliger Hingang zu seinem Erlöser. Mit welchem Jubel mögen ihm da die Seelen, denen seine Hand im Bade der Wiedergeburt die Pforten des Paradieses geöffnet, entgegenkommen und ihn zu seinem Throne geleiten! ihre Glorie wird die feinige. Welch eine Schönheit am Tage des Gerichtes, wenn der Missionär erscheint, umgeben von der Schar der von ihm geretteten Seelen, die ihm unaufhörlich ihre Dankeslieder entgegen« fingen, wenn er unter dem Zeichen der Erlösung, das er an so vielen Orten aufgepflanzt, an der Seite des „ersten Missionärs" seinen Einzug hält zu der ewigen Vergeltung seiner kurzen Mühen und Leiden, die er um seines Namens willen gelitten. „Gewiß", wirst du dir lieber Leser, denken, „ein erhabener Berns, wenn nur auch ich mich ihm widmen könnte, aber ich bin leider schon an die Welt gebunden." Nicht so! auch du kannst ein Missionär werden, wenn auch unter etwas andern Umständen Wie viele Seelen kannst bit retten durch Gebet und werktätige Unterstützung der hl. Missioussache, durch Beihilfe zur Heranbildung von seeleneifrigen Missionären, an deren Verdiensten du Anteil haben 1 wirst. So wird auch dir am Tage der Vergeltung eine Schar von dir geretteten Seelen entgegenjubeln und ein Vermittler beim Throne des Allmächtigen sein können. I. G. Aus bm Szenen der Sklaverei unter den Erangi. •Die Arangi-Neger gehören zu den wildesten Fetisch-Anbetern. Unter diesen ist die Sklaverei noch sehr an der Tagesordnung. Die Behandlung der Sklaven ist bei diesem Stamme noch härter als bei den angrenzenden Stämmen. Der Besitzer kann mit seinem Sklaven nach seinem Belieben verfahren, ja auch töten. Die gebräuchlichste Art und Weise, sich eines Sklaven auf die leichteste Weise zu entledigen, ist, denselben lebendig zu verbrennen. Wenn ein Herr seinen Sklaven verbrennen lassen will ohne zu irgend einem Gerichte die Zuflucht zu nehmen, spricht er einfach selbst das Urteil aus, gegen das es keine Appellation gibt. Nur die Flucht könnte einen Verurteilten retten. Aber in den meisten Fällen ist diese unmöglich, weil der arme Sklave, nachdem das Urteil gesprochen ist, sofort an einen Pfahl gebunden wird, daß er sich kaum bewegen kann. Nachdem dies geschehen, wird der Ort der Vollstreckung des Urteiles gewählt. Gewöhnlich wird ein Baum außerhalb des Dorfes bestimmt, unter dem ein Scheiterhaufen errichtet wird. Das ganze Dorf ist bereit, Brennholz im Überflüsse zu suchen. Endlich kommt der verhängnisvolle Tag. Bei Sonnenuntergang wird die große Trommel geschlagen, welche das arme Opfer mit Schrecken erfüllt. Unter Gesängen wird der arme Verurteilte vor Angst mehr tob als lebendig zum Orte der Hinrichtung geführt. Er wird seiner Fesseln entledigt, man reißt ihm die Kleider vom Leibe, wird dann auf den Scheiterhaufem gestellt und an den Baum gebunden. Alles dies geschieht gegen Abend. Indessen wird es vollständig Nacht. Schwarze Finsternis bedeckt den Urwald. Die Gesänge und das Geheul der Umstehenden wird immer wilder. Der Zauberer naht sich mit einer brennenden Fackel in der Hand dem Scheiterhaufen und steckt die dürren Äste in Brand. Das auflodernde Feuer erhellt plötzlich das Dunkel der Nacht, die vom Winde bewegten Flammen erheben sich, und erreichen schon die zitternden Glieder des unglücklichen Sklaven. Noch einige Minuten und, sieh da, alles steht in Flammen. Das arme Opfer bricht in ein Geschrei aus, das bis in das Mark der Gebeine dringt. In seiner Verzweiflung Mssionsleben. macht er den letzten Versuch, die Fesseln zu brechen, um den verheerenden Flammen zu entrinnen. Alles umsonst. Das Feuer hat zwar die Fesseln verbrannt, aber ihm auch die Kraft genommen, sich noch auf den Beinen zu halten, um entfliehen zu können. Vom dichten Rauche betäubt, und halb erstickt, fällt er endlich vom Baume wie eine tote Masse unter die auflodernden Flammen, nachdem er einen letzten Schrei ausgestoßen, der so schauerlich und angstvoll klingt, daß er das Herz eines wilden Tigers erweichen würde. Aber die Herzen jenes verstockten Volkes werden nicht gerührt. Das verzweifelte Klagegeschrei des unglücklichen Opfers wird durch Gesänge und das Geschrei jener blutdürstenden Menge übertönt. Nachdem endlich fast das ganze Feuer erloschen, wird vom Häuptlinge das Zeichen zum Rückzüge gegeben, und alle gehorchen. Ein totenähnliches Stillschweigen folgt dem schauerlichen und betäubenden Schauspiele. Welche Bemühungen muß es nicht den Missionär kosten, um solche wilde Sitten zu ändern! * * * Jeuer$brun$t in einem Siegerdorfe. den Ruf: „Es brennt! Es brennt!" läuft auch in Europa alles, was Beine hat, zu der wenn auch undeutlich bezeichneten Stelle. Ein Durcheinander, wie es nicht bunter beim Turmbau zu Babel sein konnte, verhindert oft jedweden wirksamen Rettungsversuch. Wenn dies in einem so zivilisierten Lande geschieht, was kann man von Afrika erwarten? Ich werde Ihnen hievon ein Beispiel erzählen, das ich nicht nur mit eigenen Augen gesehen, sondern an dem ich auch einen nicht geringen Anteil genommen! Es war am 25. März. Abgesehen davon, daß es hier im Assuan vielleicht noch nie geregnet hat, seit es existiert, hatten wir auch in diesen Tagen 38—40° Wärme im Schatten, da stellen Sie sich einmal vor, wie trocken alles gewesen sein muß! Die elenden Hütten, mit in der Sonne getrockneten Ziegeln erbaut und mit Kuhmist beworfen, sind mit Baumzweigen und Stroh bedeckt. Wären sie für ein Martinusfeuer hergerichtet, wahrlich, praktischer könnten sie nicht sein. Ich war am Nachmittage mit meinen schwarzen Zöglingen ausgerückt und weil ich zwei neue darunter hatte, wollte ich ihnen Assuan und seine Umgebung zeigen. Etwas Zucker in der einen, mein Brevier in der andern Hand, lief ich vor ihnen her und gab den Preis demjenigen, der mich zuerst einholte. Plötzlich blieb ich stehen: was seh' ich dort? Dichter Qualm und kurz darauf eine wohl 8—10 Meter hohe Flamme stieg gen Himmel empor. Schon hörte ich von allen Hügeln und von allen Seiten Schreckensund Hilferufe und obwohl ich kaum hoffen durfte, auch nützlich zu sein, lief ich dennoch zur verhängnisvollen Stelle. Atem Kännchen mit Weihwasser, falls sich mir eine günstige Gelegenheit zur Verwendung desselben bieten würde, hatte ich in der Tasche. Da einige meiner Buben noch kurze Beine hatten, kam ich erst nach ungefähr einer halben Stunde an: Immer höher stiegen die Flammen und immer greller wurde das Angstgeschrei der Bedrohten. Jetzt stand ich in der Nähe; hätte gerne gleich zugegriffen, doch mußte ich erst meine Rekruten in Sicherheit bringen, d. h. sie etwas seitwärts führen und ihnen strengstens verbieten, ohne meine Erlaubnis sich von der Stelle zu entfernen. Dann mußte ich auch noch spekulieren, wie ich diesen so mißtrauischen und abergläubischen Schwarzen beibringen konnte, daß ich es gut mit ihnen meine und gewillt sei, ihnen zu helfen. Das gelang mir bald. Besonders die Männer, deren mehrere mich schon kannten, schenkten mir ziemlich Vertrauen. Und, da ich sah, daß gar keine Leitung vorhanden, daß alle durcheinander liefen, alle schrien und kommandierten und keiner herzhaft Zugriff, daß viele den glühenden Wüstensand, keiner aber Wasser in das Feuer schüttete, sprang ich kühn auf einen Balken und rief den Männern zu: „Fort mit den Kindern hier! Schickt die Weiber zum Brunnen Wasser holen und inzwischen decken sie die benachbarten Hütten ab! Tragt alles Holz und Stroh weg; reißt die brennenden Hütten nieder und wenn die Frauen mit Wasser kommen, begießt die rauchenden Trümmer, damit sie nicht wieder auflodern!" Mein Rat schien ihnen zu gefallen; Alles wurde aufs Haar ausgeführt und schon glaubte ich das verherende Element besiegt zu haben, als sich mir ein unverhofftes Hindernis entgegenstellte: Zwei, drei alte Weiber, denen die Dummheit nicht nur aus beiden Augen, sondern aus ihrem ganzen Benehmen hervorleuchtete, fingen an. zu schreien und zu klagen, daß man ihre Wohnungen zerstören wolle. „Im Gegenteil," versetzte ich, „wir wollen nichts zerstören, sondern retten, was noch zu retten ist und besonders die umliegenden Häuser, die doch sonst auch alle niederbrennen werden!" Umsonst! Sie warfen mit Steinen nach den Männern, die beschäftigt waren das Feuer zu löschen: sie machten dabei einen solchen Höllenlärm, daß keiner mehr den andern verstand. Wer einmal zwölf Waschweiber im Streite miteinander gesehen hat, kann sich eine schwache Vorstellung von dem machen, was sich hier zutrug. Mit den Müttern waren natürlich auch die Kinder wieder gekommen und die letzten Dinge wurden schlimmer als die ersten. Ich konnte nichts mehr machen, das Feuer verzehrte eine Hütte nach der andern. Immer gewaltiger wurden die Flammen und immer herzzerreißender die Stimme der Verzweifelten! Mit meinem Fläschchen in der Hand lief ich von einer Stelle zur andern um, wenn nicht den Körper, wenigstens die Seele eines halbverbrannten Kindes zu retten. Einmal hatte ich mich so weit vorgewagt, daß mein linker Ärmel Feuer fing; der Rauch hatte mich so betäubt, daß ich kaum mehr den Ausweg fand. Oh! wäre ich in diesem Augenblicke gestorben! Ich wäre gewiß, mein Leben für meine mir so teuern Schwarzen geopfert zu haben! Trotz des Widerstandes der Frauen, hatten einige Männer doch mutig fortgefahren, meinen Plan auszuführen und so gelang es ihnen nach etwa 2 Stunden, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Gott sei Dank! sagte ich zu mir selbst, als ich mich von der Unglücksstätte entfernte, daß ich auch heute etwas zum Wohle meiner lieben Schwarzen tun konnte. Mit Gottes Gnade und dem Beistände Mariens werden sich mir wohl noch recht viele andere, bessere Gelegenheiten dazu bieten! st. B. Zorn st. 8. L. * * * „Das Arabische ist eine reiche Sprache!" HUor nicht sehr langer Zeit ging ein ägyptischer Beamter, der wegen seiner vielen grausamen Handlungen berüchtigt war, eines Abends zu dem Getreidemagazine der Regierung und da er dort zwei Bauern schlafend fand, fragte er sie, wer sie wären und was sie hier zu tun hätten. Der eine antwortete, er hätte 130 Ardebb Korn aus einem Dorfe des Bezirks gebracht. Der andere, er hätte 60 Ardebb von dem zur Stadt gehörigen Lande gebracht. — „Schurke!" sagte der Beamte zu letzterem. „Dieser Mann bringt 130 Ardebb von dem Felde eines kleinen Dorfes, und du nur 60 von dem Felde der Stadt?" „Aber", entgegnete der angeschriene, „dieser Bauer kommt nur einmal in der Woche mit Korn, während ich jeden Tag komme." — Der Schluß Nr. 7 Seite 215 Stem der Neger wäre leicht zu ziehen gewesen: auch ohne viel Arithmetik studiert zu haben, hätte jener leicht begreifen können, daß 7X60 mehr als 130 ausmacht. Doch, hört, was er tat: „Schweige!" schrie er ihn an und, ohne ihn einer weiteren Antwort zu würdigen, befahl er einem am Magazin angestellten Diener, jenen armen Bauern an den Ast eines nahestehenden Baumes zu hängen. Dem Befehle ward gehorcht und der Beamte kehrte heim. Am nächsten Morgen ging er wieder zu dem Magazin und sah einen Mann, der eine große Ein Schüler Salomons. W^in armer Mann kam eines Tages zu seinem Häuptling und sagte: „Herr, heute kam eine Frau zu mir und sagte: «Nimm diesen Kurs (Edelstein) und behalte ihn für eine Zeitlang in deinem Besitze und leihe mir 500 Piaster darauf!» und ich nahm den Kurs und gab ihr 500 Piaster darauf und sie ging fort und als sie davon gegangen war, ging auch ich: doch sagte ich zu mir selbst: «Ich will doch den Kurs ansehen», und, als ich ihn angesehen Quantität Getreide brachte. Er fragte, wer er sei i hatte, nahm ich wahr, daß es nicht Gold, noch etwas Kairo vom Nil aus gesehen. und wieviel er bringe. Da antwortete der Diener, welcher am Vorabende Henkersdienste geleistet hatte, „Mein Herr! Das ist der Mann, den ich gestern Abend auf eitern Befehl — — gefangen habe! Er hat heute 160 Ardebb gebracht!"--------„Was?" rief der Beamte, „ist er denn von den Toten auferstanden?" — „Nein Herr, ich hieng ihn so, daß seine Füße den Boden berührten und, als ihr fort wäret, band ich ihn los. Ihr hattet mir ja nicht befohlen ihn zu töten?" — — „Hm!" murmelte jener, „also hängen und töten sind zwei?" „Das Arabische ist wirklich eine reiche Sprache!" Besseres, sondern gelbes Messing war; und ich schlug mir in mein Angesicht und sagte: „Ich will zu meinem Häuptlinge gehen und ihm meine Geschichte erzählen: vielleicht wird er der Sache nachspüren und sie aufhellen: und so bin ich zu dir gekommen, wohl wissend, daß niemand mir in dieser Sache helfen kann als du!" „Höre, Mann," entgegnete jener, „was ich dir sage: „Nimm alles, was in deinem Laden ist, heraus und laß nichts darin und schließe ihn auf, und morgen früh gehe hin und, wenn du den Laden geöffnet hast, schreie laut: «Ach mein Eigentum!» Und nimm zwei Erdklösse in die Hand und schlage dich damit und schreie: «Ach das Eigentum anderer! Ach das Eigentum anderer!» und wenn jemand dich frägt, was das zu bedeuten habe, antworte: «Das Eigentum anderer ist verloren: Ein Pfand, das ich hatte, das einer Frau gehörte, ist verloren; wenn es mein Eigen wäre, würde ich nicht darüber klagen!» — — und das wird die Sache ans Licht bringen!" Der Mann versprach zu tun, wie von ihm verlangt wurde. Er entfernte alles aus seinem Laden und am nächsten Morgen ging er hin und öffnete ihn und fing an zu schreien: «Ach mein Eigentum!» und er nahm zwei Erdklösse, schlug sich damit und, hin und her laufend, schrie er: «Ach das Eigentum anderer! Ein Pfand, das ich hatte, das einer Frau gehörte, ist verloren. Wenn es mein Eigentum wäre, würde ich nicht darüber klagen!» Die Frau, welche den Kurs zum Pfande gegeben hatte, hörte davon und bemerkte, daß es derselbe Mann war, den sie angeführt hatte und sie sagte zu sich selbst: «Gehe hin und bringe eine Klage gegen ihn ein!» — Sie begab sich zu seinem Laden, auf einem Esel reitend, um sich Ansehen zu verschaffen, und sagte zu ihm: „Manu, gib mir mein Eigentum, das in deinen Händen ist!" (Da sie meinte, der Kurs sei wirklich gestohlen worden und nun vor aller Nachforschung und Untersuchung sicher, wollte sie nun herzhaft darauf loslügen, daß es ein echter gewesen sei.) — Er antwortete: «Er ist verloren!» „Deine Zunge soll dir ausgeschnitten werden," rief sie; „hast du mein Eigentum verloren? Bei Allah, ich werde zum Häuptlinge gehen und es ihm klagen!" „Geh!" sagte er, und sie ging hin und klagte ihn an. Der Häuptling ließ den Mann holen und, als er gekommen war, sagte er zu dessen Anklägerin: „Was war es, das du ihm übergeben hattest?" „Ein Kurs," antwortete sie, „von rotem venetia-nischem Golde!" „Weib, ich habe einen Kurs hier, ich will ihn dir zeigen; ob es vielleicht der deinige ist?" „Zeige ihn mir, Herr, denn ich werde meinen Kurs kennen!" (Sie konnte nicht ahnen, daß ihr wirklicher Kurs schon hierhin gekommen sei.) Der Häuptling band nun ein Tuch auf, nahm den Kurs, den sie zum Pfande gegeben hatte, heraus und sagte: „Sie her!" Sic schaute, erkannte ihren Kurs und ließ den Kopf sinken. „Erhebe dein Haupt!" sprach nun ihr Richter in scharfem Tone und sagte: „wo sind die 500 Piaster, die der Mann dir gegeben?" „Herr, sie sind in meinem Hause." Der Scharfrichter wurde mit ihr nach ihrem Hause geschickt, aber ohne sein Schwert. Dort angelangt, holte die Frau den Beutel mit Geld und, vor dem Scharfrichter hergehend, brachte sie ihn zum Häuptlinge. Dieser stattete das Geld seinem Eigentümer zurück und gab sodann Befehl, der Frau den Kopf abzuhauen. * * * Das siebente 6ebot in Mika. xH^ine heitere Geschichte will ich Ihnen erzählen um damit noch einmal mehr zu beweisen, wie guter Humor einen oft über manches hinwegführt. Daß die Neger von Profession Spitzbuben sind, brauch ich hier nicht mehr zu beweisen; es ist somit eine, der hauptsächlichsten Aufgaben der Obrigkeit, sie zu überwache!: und die Ertappten zu bestrafen. Die gewöhnlichsten Strafen sind Stockschläge und Peitschenhiebe. Wird jemand angetroffen, dessen Wage oder Gewichte um 2 Gramm trügen, so gibt man ihm 3 Dutzend Peitschenhiebe. Verkauft jemand eine Ware zu teuer, so wird er nicht selten lederweich geprügelt. Es kommen nicht selten Fälle vor, die an Grausamkeit grenzen: Eines Tages fand ein mit der Kontrolle beauftragter Beamter einen Fellah, dessen Brot, das er zum Verkaufe feil bot, nicht das bestimmte Gewicht hatte. Er stellte ihn zu Rede und, ohne eine Antwort abzuwarten, ließ er ihm durch einen dritten die Nase von einer Seite bis zur andern durchboren, zog eine Schnur hindurch und hing eines der Brote daran. Daß diese Operation dem armen Menschen große Schmerzen verursachte, glaube ich kaum erwähnen zu dürfen; doch genügte dies dem Henker noch nicht! Er hieß ihn auf den Vorsprung eines Fensters heben, ihn, mit dem Gesichte (und folglich mit der Nase und dem Brote daran) gegen die Straße gewendet, an das Gitter desselben binden. Zwei bis drei Stunden blieb das arme Opfer so dem Gaffen der Vorübergehenden und herbeiströmenden Menge ausgesetzt. Dann ließ man ihn gehen, nachdem man ihm noch zuvor das Brot weggenommen hatte. Ein andersmal begegnete ebenderselbe einem alten Manne, der einige mit Wassermelonen beladene Esel trieb und fragte, auf einen der größten Früchte zeigend, nach dem Preise. Der Alte legte seinen Zeigefinger und Daumen an sein Ohrläppchen und sagte: „Schneid' ab, Herr!" Man glaubte, der Alte habe die Frage nicht verstanden und wiederholte sie. „Schneid' ab, Herr!" war wiederum dieselbe Antwort. Ganz ärgerlich, doch nicht ohne ein gewisses Lächeln, rief nun der Beamte: „Da fange mir doch einer einen Frosch! Kerl, bist du verrückt oder taub?" „Weder das eine noch das andere", war der ruhige Bescheid, „ich weiß, daß sie Spaß daran finden, dem Nächsten die Ohren abzuschneiden und auch schon eine gewisse Übung darin erworben haben. Hätte ich gesagt „3 Piaster", so hätten sie befohlen, mir die Ohren abzuschneiden; hätte ich gesagt „2 Piaster ist der Preis", so wäre es mir ebenso gegangen und nicht besser, wenn ich gesagt hätte „nur eine Halbe" kostet sie. Um also schneller davon zu kommen, schneide sie mir nur gleich ab und laß mich ziehen!" Dieser gute Humor rettete ihn. Man ließ ihm seine Melonen und auch seine Ohren! — — Heutzutage, wo die Kultur doch auch in Afrika schon ziemlich vorgerückt ist und auch die Engländer eine gewisse Ordnung geschafft haben, kommen diese Fälle wenigstens nicht mehr so häufig vor. Eines möchte ich zum Schluffe noch erwähnen: „Aus dem Gesagten kann man auch er- ------------- sehen, daß das Gebot: „Du sollst nicht stehlen", nicht betrügen usw. auch im Naturgesetz enthalten, folglich allen bekannt und von allen wenigstens theoretisch anerkannt ist." Der König Sami von Onieia. Dieser tüchtige afrikanische König, in dessen Herzen die Wahrheiten der katholischen Religion tiefe Wurzeln gefaßt, verharrt zum großen Vorteile seines Volkes, das er regiert, unerschütterlich in seinen Grundsätzen. Der Tag der unbefleckten Empfängnis war ein wahrer Festtag in Onieia. Der König hatte wie immer den Hauptanteil daran. Die bescheidene Kapelle der Mission war mit Fahnen, Blumen auf das schönste geschmückt. Die kleinen Neger sangen eine schöne Messe und andere Lieder, €in «rav im JriodhoT von Jf$$uan. die sie gut vorbereitet, zu Ehren der unbefleckten Gottesmutter. Der Pater hielt eine Ansprache. 266 kleine Köpfe bewegten sich vor ihm. Unter so vielen Kindern war jedoch keines, das nur ein Wort sprach oder die anderen störte: ein trostreicher Anblick für den Missionär. Alle diese Kinder wurden nach der feierlichen heiligen Messe um 25 Töpfe, die mit Brei gefüllt waren, versammelt, und zum größten Staunen gab es diesmal keine Streitigkeiten, noch wurden Faustschläge ausgewechselt; ein wahres Wunder bei einem solchen Festschmause. --------Dtt KÜMg SllMi war immer in der ersten Reihe. Er hatte die Predigt sehr gut angehört und er machte deshalb dem Dolmetsch, der beim Übersetzen derselben an mehreren Stellen den Sinn unrichtig wiedergegeben hatte, Vorwürfe. Nach dem Essen versammelte Sami alle Kinder in seiner Wohnung. Dort hielt er eine kleine Predigt über die Kostbarkeit der Seele und über die Notwendigkeit, die Seelen zu retten u. zw. dadurch, daß sie das heidnische Leben aufgeben. Dann zahlte er Palmwein für die Patres, die Schwestern und die größeren Knaben, indem ein mehr als 266 stimmiger feierlicher Chor in den englischen Hymnus zu save the king (Gott seiner Ehre einstimmte: God erhalte den König.). Der Messuak. — Mshammeäaimcde Eegenae. bekanntlich ist der Neger voll non abergläubischen Gebräuchen und hängt daran so stark, daß es langes Zureden und handgreiflicher Beweise bedarf, um ihn davon abzubringen. Was bei dem Neger schwer ist, scheint für den Mohamedaner geradezu ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Es bedarf daher ein halbes Wunder, um diese letzteren sowohl von ihrem Fanatismus abzubringen als auch und noch vielmehr zu unserem heiligen Glauben zu bekehren. Eines dieser abergläubischen Dinge ist der Messuak. Es ist dies ein kleines Holzstäbchen, das von den frommen Mohamedaneru gebraucht wird; hierüber gibt es unter dem Volke eine sonderbare Überlieferung. Der Auszug hievon ist folgender: Ein solcher Messuak darf auf Befehl des Propheten nicht länger als eine Spanne und drei Zoll lang sein, sonst fährt der Teufel in denselben hinein. Eines solchen Stäbchens bediente sich Mohamed, um sich die Zähne zn reinigen, und die Mufti (mohammedanische Priester) sagen, daß es, wenn es zu diesem Zwecke gebraucht wird, die Kraft hat, zweiundsiebzig Krankheiten zu vertreiben, das Zahnfleisch zu stärken, die Sehkraft zu erhöhen, die Lungen von der Auszehrung zu bewahren, alle Herzkrankheiten zu heilen, vor dem Bisse der Schlangen zu bewahren u. s. w. u. s. w. Die frommen Muselmänner halten sich also immer mit solchen Stäbchen versorgt, damit nicht auch ihnen das zustoße, was den ersten Nachfolgern Mohameds widerfahren ist, die im Kriege mit einem feindlichen Stamme nur deshalb (wie sie sagen) besiegt wurden, weil sie solche Messuake nicht bei sich trugen. Selbst der erste Kalif, der nach einer Schlacht von den Mufti befragt wurde, warum er dieselbe verloren, obwohl Mohamed ausdrücklich verheißen habe, daß alle seine Nachfolger immer siegreich sein würden, antwortete denselben, daß die Niederlage nur dem Umstande zugeschrieben werden müsse, daß er keinen Messuak bei sich getragen habe. Man darf deshalb nicht Wunder nehmen, wenn alle mohamedanischen Soldaten und Krieger sich seit jener Zeit her immer ein so wunderbares Stäbchen verschafften. Im Jahre 34 der Hedschra führten die Mohamedaner einen Krieg. Eines Tages standen sie angesichts des feindlichen Heeres; sie fingen an mit ihren Stäbchen die Zähne zu reinigen. Als dies die Feinde wahrnahmen, glaubten sie es mit Menschenfressern zu tun zu haben, welche sich vorher die Zähne schärften, um dann den Feind anzugreifen. Dieser wurde von solchem Schrecken ergriffen, daß er sofort die Flucht ergriff und die Muselmänner vollständig Sieger und Herren des Schlachtfeldes blieben. Von jenem Tage an trägt jeder gläubige Mohammedaner seinen Messuak bei sich. Verschiedenes. Aus unserem missionsbause. Am 29. Juni wurden die hochw. PP. Johann Kollnig und Peter Paul Kostner im hohen Dome zu Brixen zu Priester geweiht. Der erste feiert am 18. Juli in feiner Heimat Nikolsdorf feine Primiz; der zweite wird am 5. Juli zum erstenmale zum Altare treten, um das erste hl. Meßopfer Gott dem Herrn dazubringen. — Am Feste der Apostelfürsten Petrus und Paulus, der für alle ein Tag der Freuden war, wurden wiederum zwei junge Streiter Christi unter die unbesiegbare Fahne des hlst. Herzens Jesu eingereiht, die dann hineilen werden, um den Ärmsten der Armen, den Negern Zentralafrikas, das Licht des hl. Evangeliums zu bringen. Abreise in die Mission. Am 12. Mai schifften sich in Triest zwei Schwestern, Schw. Rosina Pighi von Parona aus der Diözese Verona und Schw. Praxede Zonin von Gambellara aus der Diözese Vicenza, nach Ägypten ein. Dieselben sind glücklich in Kairo angelangt. Uom atlantischen Ozean bis zum Tschad See. Seit langer Zeit war, wenn man den verschiedenen Berichten der Eingeborenen, die längs des Flusses BennueH wohnen, glauben wollte, der Zweifel entstanden, daß man direkt auf dem Wasser vom atlantischen Ozean zum Tschadsee gelangen kann. Eine französische Expedition hat vor Kurzem die Wahrheit dieser Tatsache bestätigt. Nr. 7 Stern der Sieger Seite 219 f Die Forscher bestiegen ein Schiff am Niger und fuhren dann am Bennueh, einem Nebenflüsse desselben, bis Garua. Von dort aus setzten sie auf einer Barke den Weg zu Wasser in den unerforschten Gegenden von Majo Kebbi, von Tuburi und von Lopone fort, bis sie endlich zum Tschad-See gelangten. Diese Verbindung zu Wasser des Meeres mit dem großen afrikanischen See hat nur einen Fehler, und zwar diesen, daß sie im Jahre nur während der Dauer von vier Monaten, b. i. während der Regenzeit benützt werden kann. In dieser Zeit füllt der reichliche Regen alle Flußbecken, welche sich zwischen dem Bennueh und dem Tschadsee befinden, aus, und macht sie so schiffbar. In den anderen acht Monaten ist das Wasser zu spärlich, so daß eine Überfahrt mit der Barke unmöglich ist. Wie dem auch immer sei, ist diese Entdeckung für den Handel mit Tschad von äußerster Wichtigkeit. Man hat berechnet, daß eine Tonne Ware, die von Frankreich bis zum Tschad mit den bis jetzt gebrauchten Mitteln geliefert wird, für den Transport allein auf zweitausend Franken (Kronen) kommt, jetzt aber wird dieser Transport, wenn die Verbindung mit Schiff hergestellt sein wird, nur fünfhundert Franken (Kronen) kosten. Es ist klar, daß dies einen großen Schritt zur Kultur und zu großem Gewinn bedeutet. Die Sonnenblume gegen das malariafieber. Im Jahre 1886 konnte Herr Goult während seines Aufenthaltes in der Delagoa-Bap die Wirksamkeit der Sonnenblume gegen das Malariafieber bestätigen. Er pflanzte eine doppelte Reihe solcher Blumen um seine Wohnung und er samt seiner ganzen Familie entfloh so den Angriffen dieses afrikanischen Übels. Der Anbau der Sonnenblume hat sich in allen Gegenden von Süd- und Nord-Amerika, die von diesem Übel heimgesucht werden, als sehr nützlich bewährt. Die Gegend des Missisipi war einst, so erzählt ein Reisender, vom gelben Fieber sehr heimgesucht und deshalb von diesem Standpunkte aus betrachtet, einer der ungesundesten Landstriche. Die Leute hatten dort jeden zweiten Tag Fieber zu ertragen und sättigten sich sozusagen mit Chinin. Die Bewohner dieser Gegenden waren bekannt wegen ihren bleichen und eingefallenen Gesichtern. Die Ursache dieser Fieber liegt in diesem: Zu gewissen Zeiten im Jahre tritt nämlich der Missisippi aus und setzt an die Ufer eine schwarze Erde ab, die voll mit Miasmen gefüllt ist. In dieser Zeit wurden alle vom Fieber befallen und dann war cs sehr schwer sich davon zu befreien. Hierauf wurde im Namen des Gesetzes der Anbau der Sonnenblume befohlen und in der Tat begann, das Fieber nach und nach zu verschwinden. Heutzutage besteht in diesen Gegenden nur mehr das Andenken an diese Krankheit. Zur selben Zeit wurden dort große Fabriken gebaut um die Pflanzenfasern dieser Blume zu benützen, und daraus ein ziemlich gutes Papier zu erzeugen. (Missions d’ Afrique des Peres Blancs, N. 164.) * * * 1 Totengebräuche bei den Wapangwa. (Von P. I. H. in Kigonsera.) ^Mie Wapangwa wohnen, mit den Wangoni und Matengo vielfach vermischt, östlich von Npassa. Vieles haben sie auch in ihren Gebräuchen gemein, so die Bestattung der Toten. Das Begräbnis eines Mannes, bei dem ich fast alles mit eigenen Augen gesehen habe, will ich in folgendem zu beschreiben versuchen. Kaum war der Mann gestorben, so wurde er mit einer Matte zugedeckt und seine Weiber fingen ein Totengeheul an, das bis zum Begräbnis fortgesetzt wurde. Einige machten sich auf, um die weiter entfernt wohnenden Verwandten zusammenzurufen. Auch wurde das Grab bereitet, was Sache der Schwiegersöhne ist. Zuerst wird ein Loch gegraben, das ohen ungefähr einen Durchmesser von 80 Zentimeter hat und sich nach unten erweitert; die Tiefe wird etwa rSO Meter. Dann wird in dieser Vertiefung auf einer Seite eine Nische gegraben, was ohne besondere Mühe geschehen kann, da der Boden aus rotem Lehm besteht. Der das Grab macht, versucht dann, ob die Nische groß genug sei, legt sich selber hinein, wobei er die Beine einzieht, genau wie der Tote hineingelegt werden soll. Zur trockenen Zeit dauert die ganze Arbeit etwa 6—10 Stunden. Ünterdessen wird der Tote in der Hütte öfter gewaschen, da er zu riechen beginnt. Ist das Grab fertig, so gehen die Schwiegersöhne in die Hütte, binden den Toten in eine Matte und befestigen die Last an einer Stange. An beiden Enden faßt einer an und im Sturmschritt geht es dem Grabe zu. Da die Leiche schon riecht, spucken die Uinstehenden zum Zeichen des Ekels öfters aus. Nun folgt noch die Totenschau von den Umstehenden. „Wirklich, die Haut hat sich von den Beinen abgelöst und der Kopf sitzt ganz kurz auf dem Nacken." „Pamba" (Blitz) sagen mehrere, ein Zeichen, daß der Tote im Leben von seinen Feinden beschimpft worden ist, „das müßte gerächt werden. Nun aber ist nichts zu machen, also weiter." Ein Schwieger- Seite 220 Stem der Neger Nr. 7 söhn steigt in has Grab und empfängt die Ziegenfelle, die der Tote im Leben getragen hat, ebenso das Stirnteil einer Ziege, die kurz vorher bei der Hütte geschlachtet worden ist, dieses ist geschehen, weil der Verstorbene keinen leiblichen Bruder hat und nun sein Eigentum an Fremde übergeht. Der im Grabe stehende Schwiegersohn empfängt nun die Leiche selbst und legt sie in die Nische hinein. Er legt auch dürres Gras auf sie, damit keine Erde mit ihr in Berührung komme. Hierauf schließt er die Nische mit kurzen Stäben, die Obenstehenden werfen Erde hinein, die der Untenstehende einstampft. Ist die ganze Öffnung gefüllt, so werden die Eßgeschirre des Verstorbenen mit etwas Pombe (Negerbier) eingesetzt und wieder Erde darauf geschüttet. Unterdessen kommen die Weiber unter Totengesang heran; ein Weib tritt herzu und läßt sich von einem gewissen Zaubertrank in die Hand gießen, der aus dem Safte gewisser Bäume besteht. Nun wird ein Kind nach dem andern auf das Grab gestellt und ihm ein wenig von dem Trank in die Hand geschüttet, den es trinken muß. Der Trank soll verhindern, daß die Kinder nachher von dem Verstorbenen träumen oder erschreckt werden. Dann treten sämtliche Weiber des Verstorbenen herzu, legen sich auf den Boden und kehren unter Heulen und Schreien die Erde zusammen und bringen sie auf den Grabhügel. Schließlich werden noch die Geschirre und Körbe, die beim Grabmachen gebraucht wurden, zerbrochen, auf das Grab gelegt und mit Erde zugedeckt. Die Leute kehren heim und halten ein Mahl, wobei die vorher geschlachtete Ziege gegessen wird. Einige Tage nachher gibt es noch Pombegelage, wobei die Weiber zuvor wieder ihr Geheul anstimmen. Später wird das Grab noch mit einer Barasa überdacht, die Regen und Sonnenschein abhalten soll. * * * Die Geschenke bei den Warunöi. Europa ist jetzt die Zeit der Geschenke und G'Sä wird daher wohl erfreulich sein, zu erfahren, wie die Neger sich beschenken. Die Neger tauschen im allgemeinen viele Geschenke aus und so treffen wir diese Sitte auch bei den Warundi in Inner-Afrika. Ein Geschenk ist bei ihnen ein Zeichen von Liebe, von Hochachtung, Unterwerfung oder Höflichkeit. Sobald keine Geschenke mehr ausgetauscht werden, gilt es als Ausdruck der Feindschaft und des Hasses. Wer ein Geschenk verweigert, begeht hiedurch eine e schwere Beleidigung. In Urundi besucht man niemals einen Freund mit leeren Händen. Doch sind diese Geschenke nur in Ausnahmsfällen ganz selbstlos und ohne Hintergedanken; gewöhnlich heißt es, schenken, um beschenkt zu werden, die Untertanen bringen oft ihren Häuptlingen'Geschenke, um ein günstiges Urteil zu erhalten oder ein Stück Land zu bekommen oder auch ihren Häuptling günstig zu stimmen. Ein Häuptling wird nie einen Europäer besuchen, ohne ihm ein Geschenk mitzubringen, z. B. Ochsen, Ziegen, Bier, Bananen usw. Der Europäer muß aber auch seinerseits sich nach dieser alten Sitte richten und von Zeit zu Zeit Geschenke austeilen. Wenn ein Geschenk dargereicht wird, so gilt es, eine ganze Reihe von sonderbaren Zeremonien zu beobachten. Zuerst legt man sein Geschenk vor die Füße des Freundes oder des Herrn, den man beschenken will. Einer der Träger oder der Geber selbst muß dann vor den Augen des Beschenkten die Gaben erproben und versuchen. So muß er z. B. aus jedem Kruge etwas Bier trinken; in jeden Honigtopf steckt er ein Stäbchen und leckt es ehrfurchtsvoll ab. Dies alles muß geschehen, damit bewiesen werden kann, daß die Geschenke weder vergiftet noch verzaubert sind. Dann setzt sich der Geber nieder und hält eine Ansprache. Er redet den Beschenkten in der Hauptsache folgendermaßen an: „Ich bringe dir hier ein Geschenk, denn ich liebe dich von Herzen, ich will dein Freund sein und bleiben und stets mit dir im Frieden leben. Liebe mich aber auch, freue dich über mich und gib mir wieder ein schönes Geschenk dafür zurück." Es ist gar nicht unhöflich, sondern von ganz gutem Tone, ein Gegengeschenk zu erbitten und sogar ein recht großes. Derjenige, welcher das Geschenk erhält, muß dann auch seinerseits eine Ansprache halten und erklären, daß er zufrieden sei und sich recht freue; er muß dann ebenfalls ein Gegengeschenk entweder versprechen oder besser gleich geben. Der Geber erhebt sich dann mit Ungestüm: er eilt, einen Graßbüschel auszureißen und schreit mit gellender Stimme: „Ich hab's, ich hab's", tanzt und springt wie ein Besessener. Hat er genug getobt, dann legt er den Grasbüschel vor die Füße des Beschenkten und klatscht in die Hände. Schließlich verlangt die Sitte noch, daß man vom Geschenke etwas zurückgibt, z. B. einen auf drei Bierkrüge oder Honigtöpfe. Wir sehen, auch den Afrikanern fehlt es nicht an Lebensart. * * * Das gute Beispiel, eine stille Predigt. „Wenn ihr in euerem Ordensgewand in frommer Sammlung und Eingezogenheit durch die Straßen wandelt, so haltet ihr den Weltleuten eine eindringliche Predigt, ohne auch nur ein einziges Mal den Mund zum Reden aufzutun," sagte einst der hl. Franziskus von Assisi zu seinen Söhnen, den minderen Brüdern. Wie oft hat sich das schon bewährt! Welche auffallende Wirkungen und glänzende Erfolge hat die stille Predigt des Ordenskleides, des christlichen Wandels und heldenmütiger Aufopferung schon gehabt, obgleich der weitaus größte Teil dieser Wirkung sich nicht kontrollieren läßt. Das stille, geräuschlose Wirken einer katholischen Krankenschwester ist eine eindringliche Predigt für Ungläubige und Andersgläubige, ist oft die einzige Predigt, die diesen mit Vorurteilen, „höherer Einsicht" gepanzerten Leuten noch etwas anhaben kann. Die in moderner Weltanschauung verbohrten Gegner der Kirche haben vor den harmlosen Ordensfrauen einen Respekt, einen Schrecken, wie vor gewappneten Kriegsleuten. „Propaganda" werfen sie den Krankenschwestern vor, ohne zu bedenken, daß gutes Beispiel und echte Christentugend Propaganda machen muß und in der Tat eine unwiderstehliche Propaganda ausübt. Jüngst ging die Nachricht durch die Blätter, der Burenoberst Schiel, von Geburt Protestant, sei in seiner letzten Krankheit katholisch geworden. Die Schuld an diesem niederschlagenden Ereignis wurde von protestantischen Blättern den katholischen Krankenschwestern aufgebürdet, die den wackeren Bureukrieger in seiner letzten Krankheit im Bade Reichenhall gepflegt haben. Was ist nun Wahres an der Sache? Wie mit völliger Sicherheit festgestellt wurde, hat Oberst Schiel im Krankenhause zu Reichenhall während seiner Todeskrankheit, ohne im Geringsten von den ihn pflegenden Krankenschwestern beeinflußt zu sein, zu wiederholten Malen Bei vollstem Bewußtsein und aus innerster Überzeugung den Willen kundgegeben, katholisch zu werden und katholisch zu sterben. Er war fest entschlossen, sobald er einigermaßen hergestellt wäre, beim Stadtpfarrer von Reichenhall katholischen Religionsunterricht zu nehmen. Leider kam er nicht dazu, da ihn am 1. August der Tod ereilte. Dieser Entschluß war kein plötzlicher, noch konnte er auf etwaigen Einflüsterungen und Zusprüchen der Krankenschwestern beruhen. Als Ursache seines Vorhabens gab Oberst Schiel selber an: er habe vor Jahren in Afrika Gelegenheit gehabt, das aufopfernde, selbstlose Wirken der Weißen Väter und anderer katholischen Missionäre zu bewundern, und dies habe in ihm die Absicht wachgerufen, zum katholischen Glauben überzutreten. Es war also nicht etwa die Propaganda von Proselytenmachern, sondern die Macht des guten Beispiels, was Oberst Schiel „nach Rom zog". „Wie kam Oberst Schiel dazu, katholisch werden zu wollen?" fragt ein bayerisches, katholisches Blatt. „Ganz aus eigenem Antriebe. Er lernte die Segnungen der katholischen Religion kennen in dem kulturellen Wirken der Weißen Väter, die er sehr rühmte, und in deren Orden er auch nach seiner Wiedergenesung eintreten wollte; besonders, sagte er auch, sei er von kath. Schwestern viel besser gepflegt worden, habe bei diesen viel größeren Opfersinn gefunden, als bei anderen Krankenpflegerinnen. Er hatte, wie er öfters sagte, immer eine besondere Vorliebe zum Ave Maria. Wie schön schreibt er in seinem Werke („23 Jahre Sturm und Sonnenschein in Südafrika", S. 208 f.) von dem Schutz der Kinder durch ihren Engel. Schiel kannte die katholische Religion aus eigener Anschauung und Erfahrung. Er zweifelte jahrelang schon an seiner Religion, wie er sagte, und hatte große Zuneigung zur katholischen Religion." Millionär und Missionär. (Ein kleiner Unterschied!) Ein nettes Geschichtchen wird, dem „Fränk. Kour." zufolge, gegenwärtig in Augsburg erzählt. Ein Mädchen aus guter Familie hatte schon seit einiger Zeit ein Verhältnis mit einem Offizier, doch war wegen des geringen Vermögens vorerst an eine Heirat nicht zu denken. In letzter Zeit schien sich die Liebesglut des Vaterlandsverteidigers überhaupt abzukühlen. Auf einmal bekam er ein Telegramm von seiner Braut zugesandt, welches lautete: „Onkel Millionär in Ostindien gestorben." Das wirkte; sich in Gala werfen und zu seiner Braut fahren, war für den liebenden Krieger das Werk eines Augenblicks. Bald jedoch klärte sich die Sache auf, und der Bräutigam erfuhr zu seinem Schrecken, daß nicht ein Onkel Millionär, sondern ein Missionär in Ostindien gestorben sei. Benry Stanley ist am IO. Mai gestorben. Mit Stanley ist einer der energischsten und erfolgreichsten Afrikaforscher dahingegangen. Henry Morton Stanley, eigentlich James Rowland, war am 28. Januar 1841 bei Denbigh als Sohn des Farmers John Rowland geboren, wurde im Armenhause bis zu seinem 13. Lebensjahre erzogen, ging dann als Schiffsjunge nach Neuorleans, wo ihn ein Kaufmann namens Stanley zu sich nahm, ihn in den Handelsgeschäften unterrichten ließ und schließlich adoptierte. Später diente er als Freiwilliger in der Armee der Nordstaaten. Nach dem Friedensschluß bereiste Stanley als Zeitungskorrespondent die Türkei und Kleinasien und nahm 1867 als Berichterstatter für die Zeitung „Newyork Herald" am Feldzuge der Engländer gegen Theodor von Abessinien teil. 1869 gab ihm der Eigentümer jenes Blattes, Gordon Bennet jim., den Auftrag, den verschollenen Livingstone in Afrika aufzusuchen; zuvor sollte er der Einweihung des Suezkauales beiwohnen, Ägypten bereisen, dann Konstantinopel, die Krim, das Kaspische Meer, Bagdad, Persien und Indien besuchen. Im Januar 1871 kam Stanley in Sansibar an. Nach längerem Aufenthalte an der Küste trat er mit einer großen Eskorte von Eingeborenen die Reise nach dem Innern an, erreichte auf unbetreteuer Route unter außerordentlichen Schwierigkeiten am 3. November Ujyji am Tanganikasee und fand hier Livingstone, der kurz zuvor aus Manjema eingetroffen war. Im Dezember trat er mit Livingstone eine Reise um das nördliche Ende des Tanganika an. Am 18. Februar erreichten die Reisenden Un-janjembo, wo Livingstone blieb, um Mittel zur Fortsetzung seiner Forschungen zu erwarten, während Stanley zurückkehrte. Im Mai 1872 erreichte er wieder die Küste. Außer seinen eigenen Beobachtungen brachte er überaus wertvolle Berichte Living-stones über das von letzterem erforschte See- und Flußsystem im Südwesten und Westen des Tanganikas. 1873—1874 wohnte Stanley dem britischen Feldzuge gegen den König der Aschanti, Koffi Kalkalli, bei. Im Jahre 1874 vereinigten sich die Eigentümer des „Newyork Herald" und des Londoner „Daily Telegraph", um auf gemeinschaftliche Kosten Stanley eine neue Afrikareise machen zu lassen. Im November verließ er mit 300 Soldaten und Trägern Bagamoyo und erreichte Februar 1875 den Ukerewesee. Im Jahre 1876 zog er nach der Residenz des Königs Mtesa von Uganda am Nordufer des Sees, der ihm 2000 Speerträger für eine Reise durch das feindliche Land Unjoro zum Albcrtsee, dem anderen großen Quellsec des Nils, zur Verfügung stellte. Stanley erreichte am 11. Januar einen mächtigen See, den er für eine große Bucht am südlichen Albertsee hielt und Beatricebai nannte; nach späteren Aufnahmen durch den ägyptischen Oberst Mason-Bei und durch seine eigene Reise 1889 ist jedoch festgestellt worden, daß Stanley nicht den Albertsee (Mwertan), sondern den Albert-Eduard-See fand. Stanley konnte ihn wegen Ungehorsams der Begleitung nicht befahren und kehrte nach Uganda zurück. Von hier wandte er sich südwärts nach dem Lande Karagwe am Westufer des Ukerewe und versuchte vergebens zum Albertsee vorzudringen. Dagegen erforschte er den Fluß Kagera (auch Alexandranie genannt). Dann wandte sich Stanley zum Tanganikasee, den er ebenfalls (Juni und Juli 1876) vollständig umfuhr, und dessen Karte er verbesserte. Auf seiner weiteren, westwärts gerichteten Reise gelangte Stanley zunächst nach Njangwe in Manjema, brachte hier seine sehr zusammengeschmolzene Begleitung wieder auf 210 Mann, schiffte sich dann am 5. November 1876 auf dem Lulaba ein und gelangte nach einer gefahrvollen Stromfahrt, zahlreiche Katarakte und Schnellen überwindend und unter aufreibenden Kämpfen mit den Eingeborenen, am 8. August 1877 im Boma am unteren Kongo an, so die Identität des Lualaba mit dem Kongo feststellend. Dadurch wurden über 5000 Kilometer Wasserstraßen, schiffbar bis in das Innerste von Afrika, dem Verkehre erschlossen, welche nur durch einige größere Strecken von Katarakten und Stromschnellen unterbrochen werden. Vom König Leopold II. von Belgien wurde Stanley mit der Leitung einer neuen Expedition betraut. Am 3. Dezember 1881 hatte die Expedition mit dem ersten Dampfer den Stanley-Pool erreicht, nachdem längs des unteren Kongo seit 1879 ein Transportweg mühselig angelegt und umfangreiche Strecken des Landes angekauft worden waren. Stanley gründete dann an der Mündung des Kwa (Kastei) die Station Kwamouth, fuhr den Kwa aufwärts und entdeckte einen ungefähr 2000 Quadratkilometer großen See, dem er den Namen Leopold II. gab. Seit November 1882, während des Jahres 1883 und der ersten Hälfte von 1884 wieder am Kongo tätig, errichtete er Stationen im Tale des Kuoli, erwarb neue Landstrecken und begründete Niederlassungen bis zu den Stanleyfällen. Im August 1884 nach Europa zurückgekehrt, nahm er als technischer Kommissär des amerikanischen Bevollmächtigten an der in Berlin tagenden Westafrikanischen Konferenz teil. Ende 1886 übernahm Stanley die Organisation einer auf Kosten der ägyptischen Regierung und einiger englischer Kaufleute auszurüstenden Expedition, angeblich zum Entsätze Emin Paschas. Im Jahre 1887 verließ Stanley England, warb in Sansibar Eingeborene für die Expedition an und traf am 18. März am Kongo ein. Seine Begleitung bestand aus 9 Europäern, 620 Sansibarleuten und 407 Trägern aus Manjema, welche ihm der arabische Sklaven- und Elfenbeinhändler Tippo Tip stellte. Am 30. April dampfte die Expedition von Stanley-Pool stromaufwärts ab nach Banalja am Aruwimi, wo Major Bartelott mit 257 Mann zurückgelassen, aber bei einem Aufruhre seiner Leute im Jahre 1888 ermordet wurde. Stanley marschierte am 28. Juni 1887 von Banalja ab mit 383 Mann. Er folgte dem Laufe des Uruwimi direkt nach Osten. Ein ungeheurer Urwald nahm ihn auf. Nach 160 Tagen hatte er ihn am 3. Dezember durchschritten, nachdem in Jbwiri das Fort Bodo angelegt und mit 173 Mann besetzt worden war. Am 13. Dezember stand Stanley auf den Höhen von Kavalli am Ufer des Albertsee. Da er keine Nachricht von Emin Pascha vorfand, kehrte er vorläufig nach Fort Bodo zurück, wo er bis zum 2. April 1888 blieb. Endlich traf er am 29. April 1888 mit Emin Pascha bei Kavalli zusammen, nachdem er unzählige Beschwerden und Kämpfe mit den Eingeborenen bestanden. Seine Mittel waren erschöpft. Um sie zu ergänzen und Emin wirklich Hilfe leisten zu können, beschloß er, die -Nachhut unter Major Bartelott gufzusuchen und heranzuholen. In 82 Tagen marschierte er von Kavalli nach Banalja, wo er am 17. August 1888 nur 71 Mann vorfand. Sofort am Ende des Monats machte er sich wieder auf durch den schrecklichen Urwald und traf am 18. Januar 1889 am Albertsee ein. Stanley setzte sich am 8. Mai 1889 mit der 1450 Mann starken Karawane in Marsch zuerst nach Süden, um den Schneeberg Runsorö, nach dem Albert-Eduard-See durch Karagwe und Unjamwesi und traf am 5. Dezember 1889, von Major Wißmann empfangen, in Bagamojo ein. Nach einer australischen Reise ließ er sich 1892 in England naturalisieren und wurde 1895 ins Unterhaus gewählt. — Die geographischen Resultate seiner Reise sichern ihm einen Rang unter den Afrikaforschern. Es ist ein reichbewegtes, für die Wissenschaft wertvolles Leben, das mit Stanleys Tod seinen Abschluß gefunden hat. in einem nudiscden Dorfe. pH ft sind sie in Kreisform angelegt. Alle Hütten ohne Ausnahme sind oben flach und von den ärmsten abgesehen, haben sie eine so starke Decke, daß man oben spazieren gehen kann. Manche sind auch mit einer Kuppel geschmückt. Fünf Familien haben nicht selten in drei bis vier Räumen Platz; sie leben nämlich, nach Art der Patriarchen, alle zusammen: Urahne, Großmutter, Mutter und Kind und alle, die ihnen verwandt oder befreundet find. Interessant ist es zu sehen, wenn sie, vor irgend einem Feste ihre Küchengerätschaften putzen. Ich habe dies Vergnügen neulich noch gehabt: Nicht den Mädchen, sondern den kräftigen Buben scheint dieses Geschäft obzuliegen. Was sie dafür leisten, könnte ich einstweilen noch nicht sagen. Eins muß man diesen braven Jungen lassen: sie entledigen sich ihres Amtes so freudig, so schlau und so schneidig, dabei noch so bequem und so tadellos, daß selbst eine tüchtige europäische Magd sich ein Beispiel daran nehmen könnte. Schauen wir nur zu, wie sie z. B. einen Kessel oder eine Pfanne reinigen: Der betreffende läuft damit zum Nil, füllt sie. mit feinem Sand und etwas Wasser und kehrt so zurück. An die Mauer seiner Hütte gestützt, oder auch einen Strauch in den Händen haltend, steigt er mit bloßen Füßen hinein (Schuhe, Strümpfe usw. kennen sie ja nicht) und das Spiel beginnt. Nach rechts und links und vorwärts und kehrt dreht er sich auf den Füßen in dem zu putzenden Gefäß herum, dann und wann den ihm entwischenden Sand von neuem unter die Füße schiebend. Dabei pfeift und singt und trillert er nach Herzenslust. Schnell, wie der Wind, find seine Bewegungen und ich versichere Sie, wenn er des Pfeifens und Singens und Trillerns müde ist, ist auch das Gefäß spiegelblank (wenn dies überhaupt möglich war). Messer, Gabel und Löffel scheinen ihnen unbekannt, und wenn auch dies nicht, wenigstens überflüssige Plackereien zu sein. Sind ihre Kleidungsstücke schmutzig, so haben sie wieder eine sehr praktische und einfache Weife, sie zu waschen: Sie gehen einmal mittags zum Nil, ziehen sich aus und waschen dieselbe. Der feine Sand muß die Seife, die Soda etc. ersetzen. Sind sie, oder glauben sie fertig zu sein, so kommen sie aus dem Wasser, legen die Wäsche auf den heißen Wüstensand und wieder zurückkehrend, um nun auch sich selbst einmal gründlich zu waschen, überlassen sie der heißen Mittagssonne, das Werk zu vollenden. Wirklich, in 10—15 Minuten ist schon alles trocken. Sind sie nun des Plätscherns im Wasser müde, so kommen sie heraus, schütteln sich kräftig, ziehen sich wieder an und kehren, von Kopf bis zum Fuß gewaschen, wieder heim. Ist das nicht ein billiges Vergnügen? Unsere Bitten. Manche unserer Freunde und Wohltäter sind vielleicht im Besitze von ausführlichen Lebensbeschreibungen von Heiligen, die sie vielleicht leicht entbehren könnten; uns würden solche und ähnliche Bücher große Dienste leisten. Auch erneuern wir unsere Bitten um ein Rauchfaß; auch fehlen unserem Missionshause noch manche Paramente für den Gottesdienst, wie Meßgewänder für Festtage, Airchenwäsche, besonders Alben, Lhorröcks, ferner ein schwarzes Pluviale (Vespermantel). 5chou im Vorhinein sagen wir unsern edlen Wohltätern von ganzen Herzen ein „Verqelt's Gott!" (NB. Gebetserhörungen und Empfehlungen, bei welchen nicht der volle Name wird, werden nicht veröffentlicht. — Die '%■ M. Böhmen. — Innigsten Dank dem hlst. Herzen Jesu für baldige schnelle Hilfe in mehreren Krankheitsfällen Dann bitte ich Sie, meiner im hl. Meßopfer zu gedenken, um Erhaltung des Augenlichtes und um Ablegung mehrerer Gewohnheitsfehler. A. W. in B. — Bittet die auffallende Erhörung in einem Anliegen zu veröffentlichen. Ersucht auch ferner am Herz-Jesu-Altar seiner eingedenk zu sein, um Genesung von einem drei Jahre langen, hartnäckigen Magenleiden, dem sich auch ein Lungenleiden beigesellte, zu erlangen. R. G. i n W. — Sagt innigsten Dank dem hlst. Herzen Jesu und Mariä, sowie dem hl. Antonius für ein wiedergefundenes Geld. Bittet auch ums Gebet, um Erhörung in mehreren zeitlichen und geistlichen Anliegen. Aus U. in Sch. schreibt man uns: Gott sei Dank, der Bruder ist gesund geworden, ich meine auf euer Gebet. — Wir bitten inständig auch für die Schwester zu beten, die recht elend ist, Krämpfe hat, u. s. w. Wir wollen die Erhörung wieder veröffentlichen. I. L. Westfalen. — Dank dem göttl. Herzen Jesu für unerwartete schnelle Heilung. Bitte auch weiter ums Gebet um besondere Gnaden zu erlangen und um Bewahrung vor einem gewissen Übel. * I. P. in St. N. — Da wir schon öfters durch ihr Gebet Erhörung fanden, empfehlen wir eine schwierige Prozeßangelegenheit, andere Familien-An-gelegenheiten, schwierige Unternehmungen, noch mehrere andere Anliegen, zwei kranke, leidende Priester, eine Gemütskranke, ihrem Gebete. M. G. Tirol. — Bitte den hlst. Herzen Jesu, Maria und Josef einen unglücklichen Bruder, der seinem leiblichen und geistigen Untergang entgegengeht, anzuempfehlen. Auch Erlangung einer guten Stellung, und für zwei Brüder wird ersucht zu beten. und Wohnort der Redaktion angegeben Abkürzung wird durch die Redaktion besorgt.) P. P. K. i n M ü h l a n d bittet ums Gebet um Erlangung der Gesundheit einer schwerkranken Schwester und um Erhörung in einem schweren Anliegen, wo nur das hlgst. Herz Jesu helfen kann. Eine Abonnentin des „Stern" aus V. bittet recht dringend, dem hlst. Herzen Jesu zwei wichtige Anliegen anzuempfehlen. Die Erhörung wird veröffentlicht. F. S. in N.-Ö. — Bitte für mich am Herz Jesu-Altare zu beten, daß mir das göttl. Herz Jesu eine besondere Gnade gewähre. Eine trostlose Mutter aus B. V. empfiehlt zwei große schwere Anliegen und eine Wohnungsangelegenheit unserem Gebete. E. G. P. — Ersuche um Einschließung ins Gebet zum hlst. Herzen Jesu und Maria und JuliusThad-däus in verschiedenen großen Anliegen, für böswillige Feinde und Bekehrung eines Sünders. Ungenannt bittet um eine Andacht zum hlst. Herzen Jesu nach Meinung. St. B. in Oberkärten bittet ums Gebet zum hlst. Herzen Jesu, zur lb. Mutter Gottes, zum hl. Antonius und zum hl. Josef für einen studierenden Sohn um günstigen Jahreserfolg. G. H. aus P. bittet um Gebet in einem großen Anliegen. D. F. aus G. bittet um Einschluß ins Gebet. L. R. aus A. bittet inständig ums Gebet der Söhne des hlst. Herzeen Jesu in einem schweren Anliegen zum hlst. Herzen Jesu, Maria und Josef und zum hl. Antonius fest überzeugt, daß ihr Gebet auch diesmal helfen wird. Drei Personen aus Weizenk. bitten ums Gebet für ihre kranken Kinder am Herz Jesu- und Marien-altare. M. S. aus L. bittet ums Gebet zum göttlichen Herzen, ferner um Erlangung des Gehöres und einer besseren Gesundheit. Für die Schriftleitung: Anton ». Work. — Druck von A. Weger's fb. Hosbuchdruckerei, Brixeu.