«Mbacher ^O eitung) Donnerstag den m. Neesmber 1^29. CeutschlanV. 3)ie preußische Etaatszeimng schreibt alls Hamburg vom 12. December: Seit Menschen-gedenken ist der Preis der Feuerung hier nicht so hoch gewesen, als jetzt; auch die Kartoffeln stehen sehr hock im Preise, indem der Sack nicht weniger alö 6« Schillinge gilt. —-- Es befinden sich dermalen hiergegen 600 arbeitlose Menschen, meistens Maurer und Zimmerlcute; größtentheils Nichtein-heimische. — Die Mannschaft eines auf der El-lle eingefrorenen englischen Dampfschiffes (l^cl^ LanliK) muß so lange, als selbiges in dieser Lage bleibt, von dem Comite in London unterhalten werdell. (B. v. T.) HlrankreiA Die französische Armee zählt 20,000 Officiere Und 200,00» Soldaten. Unter den Ersteren zählen Ho,ooa 16 bis 20 Jahre, 5ooo 25 bis 3c, Jahre, 35c>o Io bis 35 Jahre / 2400 über 35 Jahre. Unter den Soldaten befinden sich 104,^00 Familien-Sohne, die für eigene Rechnung dienen, 46,000 Stellvertreter und 48,000 Freiwillige, oder die „euerdingö Dienste nahmen. (Wdr.) Der Pariser Verein für die Beförderung des Elementarunterrichts hat vom Grafen Eapodistrias ein?n Brief erhalten, in welchem der Präsident die Hoffnung ausspricht, daß Griechenland in Kurzem wenigstens ^0 Schulen zählen werde, in deren jedes i5o big ^<, Kinder Unterricht erhalten sollen. Der Obrist Bory v. St. Vincent ist aus Mo« »«« auf der Fregatte Eybcle zu Marseille angekom. mcn,, nachdem er am Bord der Fregatte seine Qua-wntain? zu Toulon gehalten. Er hat im Lazartthe dreißig große Kisten mit Sammlungen mederZ^ legt, die vorzüglich die Mineralogie betreffen. Hr. Goirot von der Abtheilung der Architektur ist mit ihm zurückgekehrt. Am 14. December empfing der König in einer Privataudienz den Superior der Trafpisien, Hrn. Mariette. Am i3., nach dem Empfange im Schlosse, hatte der Kriegsminister, Hr. v. Bcurmonl, ciöe dreiviertelstündige Eonfcrenz mit dem Hrn. Dauphi« gehabt. Aus Nom wird gemeldet, daß die Heiligspfl< chung der verstorbenen Königinn Ciotilde von Sa^ dinien, Schwester des jetzsgen Königs von Frankreichs nächstens statt finden soll. Die Summe von 100,00» römischen Thalern zur Bestreitung der Kosten di«Z ser Feierlichkeit will der Turiner Hcf erlegen. (Allg. Z.) K p a n i e n. Madrid, 7. December. Die Infanten Ds« Earlos und Francisco sind mit ihren Gemahlinnen nach Aranjuez zum Empfang Ihrer sizilianische»! Majestäten abgereist, die morgen dort eintreffet werden. Am folgenden 'Tage soll die BclMählunA daselbst vor sich gehen. Am n. tvelden II. sizi^ lianischen Majestäten ihicn Einzug in Madriö holten, und zwei Stunden darauf wird IH,e'M«je-stät die Königinn Ehristina, mit aller, einer Königinn von Spanien gebührenden Pracht folgen. D«e Feste scheinen sehr glänzend zu werden. (Allg. Z.) OroWritanmen. Der Glsbe sagt, in der Havannah sei ma« besonders deshalb üdcr Barradas Capitulation er- 426 Mu5t gewesen, weil sein Gegner Zanta - Anna keme Artillerie gehabt. Indessen habe es den spa< ^Nischen Truppen so sehr an Lebensrnitteln gefehlt, >aß sie vier Tage ohne Nahrung gewesen. ' Dasselbe Journal wieocrycüt oas Gerücht, daß einige Kauftcute in der lZity der Pforte ein Darlehen zur Bezahlung der russischen (Zontribution angeboten hätten; lnd.'isen kenne man die Antwort Het Sultans noch nicht» Das (Zsurt-Journal meldet: „Der Herzog von Wellington, dessen Gesundheit vor einigen Wochen einen bedeutenden Anstoß erlitten hatte, ist wieder vollkommen hergestellt; nur beklagt sich der Herzog über emen Anfall von Taubheit, der ihm bei seinen Berührungen mit dem Hofe sehr beschwerlich sällt. In den Privat^irkeln muß Se. Herrlichkeit sich einer akustischen Röhre bedienen." Nach Briesen aus St. Miguel vom 29. Nov. lvar das englische Schiff Bntomart mit dem englischen Eonful, Hrn. Neaoe daselbst angekommen. Zu St. Miguel war die Sage verbreitet, daß die (Konstitutionellen von Terceira dle Ankunft von sechs brasilischen Fregatten zu ihrer Hülfe erwarteten, mit denen sie alsdann eine Landung auf St. Mi-' Aucl beabsichtigten. Man yaue zu London Nachrichten aus Brasilien bis zum 4. Oct., nach welchen die neue Kai. serin» noch nicht angekommen war. (üllg. Z.) W 0 l e n. Von der polnischen Gränze, 12. De-cemder. Dle leeren Briefe aus Warschau melden »ie Antunst des lÄroßsursten Konstantin und dessen iurchlauchtigster Gemaylinn. (Zs hieß Se. kaiserl. Hsheit werde sich nächstens nach Pctcröourg oege« hen, um Sr. Majestät dem Kalser eineit besuch zu machen. — Der persische Prmz (ähosrew Mirza ist auf seiner Ruckreise von Petersburg durch Moskau gekommen, wo er eulige Tage verweilte, uno sich sehr gut zu unteryalten schien, da chm zu(ä^)ren mehrere ^jeste oeranlialtet wurden, bn welchen er sich sehr zuoorcsm.nen'o gegen d»e Damen bezeigte. Man erzäytte, er yabe ,ogar nach onentallscher Weise um oie Hano drelec Fräuleins zu glelchec Zeit angehalcen, dlö er a!s selne ^öinayllnnen nach Persien zu, suyren geoachie. Nachoem man ihm jedoch erläutert yaue, oa^j öle (Hrsüllung dieses Wunsches mit den Hmen oer Ouropäer nicht ver-eliloar sei, ließ er si.y wegen selneä Mißgriffs ent« schuldigen. Ec »nachte in Moskau, vicle f^nf ^27 andere Pascha's, Tiflis verlassen. Unter ihnen sind besonders der Dcfterdar und Hagki. Pascha kluge und erfahrene Männer, Ersterer ist sogar mit 5er europäischen Bildung vertraut. Während ihres beinahe viermonatlichen Aufenthalts in Tiftis haben diese türkischen Offiziere Gefallen an manchen europäischen Gewohnheiten gefunden. Der kaiserliche Hof hat auf Veranlassung des AblebenS des Prinzen Georg Paul Alexander von Holstein-Oldenburg, Neffen Sr.Majesiät des Kaisers, auf vier Wochen die Trauer angelegt. Am 3. December wurde in der neuen Admira» lität zu Petersburg der Kiel zu einem Linienschiff („Smolensk") von 74 Kanonen gelegt, und in den Werften von Ochta zu einem Linienschiffe („Bere* sum") von 74 und zu einer Fregatte („Bistroi") von 44 Kanonen. Öffentliche Blätter sprechen davon/ daß der russische Hof in denersienMonaten des Jahres iLZ» ,inen Besuch mehrerer Gltcder des anverwandten fönigl. preußischen Hauses erwarte, mit welchen er im Frühjahr eine Reise nach Moskau anzutreten gesonnen sn. (Mg. Z.) Gsmanmschrs NeiO. K s n siantlnopel, dcn 27. Nov. Nachdem zie Nachricht von der craclatmäß^cn UcbcrZabe der^ H e j l ung Viu r g e w 0 an d i e üi us«en in A d r i a n 0 « ^°-l angelangt war, ist letztere Acadt am 20. Nc-»ember von den russischen Truppen, in deren Be« fitze sie drei Monate lang geblieben war, geräumt worden ; nur die Kranken der russischen Armee sind, nntcr den im Tractate vom 14. September d. I. festgesetzten Bedingungen in Adrianopel zurückgelassen worden. (Zilüge Tage vor der Räumung Adrianopels hat daselbst in der Nähe des alten großhcrrlichen Palastes (Esti-Scrai) unter persönlicher Ailführung des Feldmarschalis Grafen von Diebitsch-Sadalkansky ein militärisches Ma« növer Statt gefunden, bei welchem ib,ooo Mann Infanterie, und ^000 Mann Kavallerie, nebst 24 Geschütze,!, verschiedene Evolutionen ausführten. Vor seinem Ausmarsche aus A dria nopel hatte Graf Di cb i tfch die zweckmäßigsten Anstalten für "e Erhaltung der öffentlichen Ruhe und Sicherheit Lttvonen und die griechischen Bewohner, deren nn'hrere^enemachten, dieNuhe störe »wollen durch den doMgen Erzbi^ ,^ns bmnen dre^agen die Waffen niederz^ un ,lebcrtretnn2sf.lle wmdcn sie mit der Tcicö-Mfe >?edroh5. Die russischen Truppen haben den Marsch nach Karnabat, und den an der Küste des schwarzen Meeres gelegnen Plätzen angetreten; das russische Hauptquartier sollte vor der Hand in Burgas '(also nicht, wie es früher hieß, in Sclimno) aufgeschlagen werden. Anderer Seits haben die türtischen regulären Truppen, unter Anführung A lisch - Pascha's, sich nach Adrianopel in Bewegung gesetzt, um diese Stadt in Besitz zu neh« men. Da mittlerweile auch das bei Sofia aufgestellte Corps des Generals Geismar nach der Donau aufgebrochen ist, so ist die große Straße «on Konfianlinopel nach Belgrad nunmehr von der Anwesenheit fremder Truppcn frei; das bisher zwischen Philippopel und Sofia gelagerte Armee« Corps des Pascha von Scutari, hat Befehl erhalten, unverzüglich den Rückmarsch nach Albanien anzutreten. C'ine wichtige Veränderung, von der man sich für die dauerhafte Wiederherstellung der Ruhe in dem Theile von Älcin - Asien, der kürzlich der Schauplatz mehrerer Unordnungen gewesen ist, viel verspricht, ist die Wiedereinsetzung des Hauptes der sonst so mächtigen Familie der Kara ° Osm a n -oglu in d?n größten Theil ihrer vormaligen Besitzungen. Ku tschu t - Mchmcd - Aga - Kara.-Osmanoglu (dieß ist der Name des gegenwärli« gen Hauptes jener Familie), hat sich bereits naä) Magnesia begeben, wo seine Gegenwart um ss nützlicker scyn wird, als die Gebirgsbewohner dei Districts von Aidin, deren Bewegungen, unge« achtet der seither erfolgten Wicderbesetzung von Güsclhissar dennoch nicht gedämpft sind, neuerlich nicht nur Magnesia, sondern auch die Umgegend von Smyrna bedrohten, und Kaßab« ohne Widerstand, in Besitz genommen haben. Die Wiedereinsetzung der ehemals so mächtigen größeren Familien, unter deren Schutze bedeutende Di-siricle von Klein-Asien sich eines ungemeinen Wohlstandes zu erfreuen hatten, wird nicht nur von den Moslimen, sondern auch von den christlichen Bewohnern dieser Länder sehr gewünscht; die Pfortä hofft in der Erfüllung dieses Wunsches das Mittel gefunden zu haben, den dort ausgebrochenen, durch willkührliche Bedrückungen verschiedener ihrer Bo« fehlshader veranlaßten Unruhen, ohne Anwendung gewaltsamer Maßregeln, ein Ziel zu sehen. In derHauptstadt herrscht fortwährend die groß« te Ruhe. Ungeachtet der durch Wiedereröffnung der SchMhrt nach dem schwarzen Mcere Hinsicht ^,23 llch der Mittheilung der Pest, die lclder neuerdings in Odessa ausgebrochen ist, entstandenen Gefahr, hat sich bisher der Gesundheitszustand sowohl in der Hauptstadt, als in deren Umgebungen valltommcn gut erhalten. Am 23. d. M> feierte der königlich, französische Botschafter, Graf Gu il emi n ot, das bisher ver« fchobne Fest,des Namenstages seines Monarchen in seinem Hotel durch eine sehr glänzende Abendunterhaltung, Ball und Souper, zu welchem nicht nur das diplomatische (Zorps, und die vornehmsten fränkischen Bewohner dieser, Hauptstadt, sondern auch die crstcn Personen des ottomannischcn Ministeriums -Und Hofstaates geladen waren. Die englische Fregatte Blonde (an deren Bord bekanntlich dc? großbntcmmsche Botschafter, Hr. Gordon, sein Fest am 4. November gegeben hatte), welche am ic.. d. M. von hier nach dem fwwarzen Meere unter Segel gegangen war ist heu« te vcn ihrerFahrt, auf der sie mehrere türkische und russische Häfen besuchte, wieder in den Bosphorus eingelaufen. Gleichfalls heute ist der seit mehreren Wochen «us Adrianopel hier erwartete kaiserlich - russische Bevollmächtigte, Graf Alexis Orloff, in Begleitung des zum russischen Geschäftsträger allhicr be-siimmten Staatsraths, Hrn. von Butenieff, an Bord des ihm nach Rodosto entgegengeschickt ^ ten türkischen Dampfschiffes hiev eingetroffen, und hat sich unmittelbar nach dem in Bujukdere gc< legenen russischen Gesandtschaft^ Hotel begeben. Nachrichten aus Alexandria vom 23. Oct. zufolge, hatte die Ucberschwemmung des Nils, da fie die gewöhnliche Höhe weit überstieg, großes Unheil in Aegypten angerichtet. Ganze Dörfer sind zerstört, und ein großer Theil ihrer Bewohner in >en Fluchen begraben worden. Der dadurch ange^ richtete Schaden wird auf 16 bis 17 Millionen tür. kischer Piaster angeschlagen. Der größte Theil der Aussaat dieser Jahreszeit ist zu Grunde gerichtet. Zn dem Districts von Fayjnac sollen 5o,0oo Ar-debä Getreide, theils weggeschwemmt, theils ganz ^, verdorben worden seyn. Das Ufer des Kanals ^ Mahmudie ist durchbrochen, und dadurch der WegvonAlexandria nach Rosette ganz überschwemmt. — Der Vice-König befand sich zu Ende Octobers in Alexandria; sein Sohn Ibrahim-Pascha, dem er einen Theil der Regierungs- Gcschäfte übertragen hat, in ,D > e »veisie Fra u." Nevatteur: Fr, Vav. Meinrich. Verleger: Dgnaj M GMer v. Rleinmavr,