als Gxtra-Beilage zur Laibacher Zeitung. ^ A3« Donncrjlag am 2. November. KO48« G i n W o Vt zur Reform der Volksschulen in Krain. i^fyd voll V^traulicdk'il. Ihr Schwerern und ihr Brüder! Die Eintracht baut «in Haus, D<, Zwietracht reißt cs »ieler. ^Flir Lösung dieser Frage stellen wir für den Unter-ncht in Volksschulen das Princip der Culturgemäßheir auf, und stelleu es neben das der ^calioliaütätg^näß.-heit. Jenes steht zu diesen, im Verhältnisse der Uber-ordnung. Naciot>alltätc;eniäsi zu verfahren, ist die formale Forderung für jede Unrerrichtsanstalt, es ist das Ideal, dem anch nachzustreben ist. Aber dieses Princip allein sehr und bestimmt nicht Alles, »vorauf in der Volksbildung Rücksicht zu nehme» ist, indem es nur eine einseitige Norm aufstellt, »ach welcher so»-derglänbig die einzelnen Provinzen ohne Bci ücksichti-^ gung des Gesammtstaates beurtheilt werden. Die nähern Bestimmungen enthält das Princip der Culturgemäß-heit, d. h., der Gedanke, daß bei der Erziehung oder der Heranbildung auf die Orts- und Zeicverhälcnisse, unter welchen ein Mensch geboren wird und zu leben bestimmt ist, kurz auf die gesammte Cultnr der (he-genwart, besonders in dem Staate, dem der Einzelne angehört, im weiten und umfassenden Sinn des Wor-tes Rücksicht genommen werden must. Man hat di^'ß früher, und noch zehr wolle» es Einige übersehen. Darum seyen hier die wesentlichste» Gesichtspuncte wenigstens angedeutet. Das Princip der Clllturgemäßheit kann mit den, der Nationalitätgemäßheit jedenfalls in Collision oder Conflict gerathen. Für diesen Fall haben wir schon erklärt, das, jenes diesem Principe übergeordnet sey. Nationalicätwidrig zu verfahren, kann nicht gevechtfer-tiget werden, wohl aber erheischt es die Pflicht, sich den Forderungen der Verbildung, der Afcrrcultur ent-gegenzusctzen, um den Einzelnen zur Zeit- und Vei» yältnißgemäßhcit zurückzufühien. Gegen die einseitige, gegen die entartete Culcur must man bei den Zeit- und Staatsverbindli'chkcllsverhältnissen Hilfe suchen. In diesem Stücke huldigen wir dem Principe der Reformen! Es ist naturwidrig, Menschen zu Sclaven und Leibei.-genen zu machen, deßhalb darauf zu denken, diese Schande der Menschheit zu vertilgen. Üb es aber darum gerathen sey, die Sclaven überall plötzlich für ganz frei zu erklären, ist eine andere Frage, die gewiß kein Besonnener ohne Uberle. gung, ohne alle Einschränkung beantworten wird. Sich «ach der herrschenden Mode zu kleiden, gehört für die sogenannten Gebildeten zur Cultur, gleichviel, ob die Mode d,r K'örpevbeschasseuheit zuträglich ist oder nicht, und ob sie den Leib entstellt oder erhebt, ob sie den Forderungen der Nationalität entspricht oder nicht. Da? 'st auch eine Art körperlicher und geistiger Sclaverei für die Einzelnen, und dieß eine Pariser Modenscla-verei. Ob eS mm von diesen wohlgethan sey, der Mode plötzlich allen Gehorsam aufzurunden und die Kleidung nach eigenem Ermessen zu wählen, verdient doch gewiß einige Überlegung. Denn leicht könnte es seyn, daß ein solcher sich dadurch wegen des Urtheiles der Menge, also wegen der herrschenden Cultur, solche "«achtheile zuzöge, welche den Zwang, den die Herrschaft der Mode auflegt, weit übertreffen. Daß nur burch die Kenntniß der griechischen und lateinischen "pl'ache allgemeine Bildung gewonnen werden könne, '^ jwar oft behauptet, der Beweis dafür aber nie ßeliefert worden, vermuthlich deßwegen nicht, weil er »lch nicht liefern läßt. Ob eS aber dämm einen Fort- schritt in unserer Cultur begründen würde, wenn wir unsere Ingend, die für das höhere Leben gebildet werden soll, von diesen Unterrichtsgegenständen entbinden wollten, ist doch gewiß des Nachdenkens sehr würdig. Daß die Kenntniß der französischen Sprache und die Mundfertigkeit darin den Töchtern unserer höher gestellten Familien keinen großen Gewin» in Betreff der Geistesbildung bringe, ist allgemein anerkannt. Aber mit diesem Zugeständnisse hat man den Schluß/ daß der Unterricht ii> der französischen Sprache ans allen Mädchenschulen entfernt weiden müsse, noch nicht ge-billigt. Daß wir unsere Nationalsprache in die Volks-bildung aufnehmen, findet der Kramer und auch der Deutsche für nöthig, und billigt es mir Fieude; daß aber in den Volksschulen die krainische Sprache keine andere und am wlüngsteu die deutsche dulden düise und könne, und dieß wegen der Nationalität, — auf den Ge.-danken, auf einen solchen Schluß kann ein besonnener Kraincr selbst anf dem separatistischen Wege nicht tom, men; denn es wird ihm, wie jedem andern Nichtdo.-tns, jeden, Andern nur vernünftig Denkenden zu klar, oo» welchem hohen Werthe die meh'cren lebenden Sprachen im Munde eines Menschen sind. l^liot Im-8 <^>!!«», lol, lmmill«« vill«!«. Demnach gelte auch in der Constitution der bewährte Spruch: H>l>ll Durch diese Beispiele wollen wir nichts weiter verdentlichen, als dieses, daß auf die Bildung, die Sitten, Sprachen und Gebräuche, auf unsern Verkehr und unser Bündnis; mir den Nachbarländern auf das Verhältniß u »seres Staa-tes, auf den gegenwärtigen Bestand dcr V e r walt u n g osprache, auf die durch Jahrhunderte iu den Registraturen aufgehäuften Regiern ngs-und Ve rh a n d l u n g s acte n, die alle in dcr deut.-scheu Sprache aufbewahrt da liegen, auf das Be du > f.-n i ß und den Geist der Zeic, in den, wir leben, kurz auf die Cultur der Gegenwart und der Umgebung Rücksicht genommen werden müsse. In wie weit, läßt sich hier im Allgemeinen nicht festsetzen, Aber eine negative Bestimmung ergibt sich aus dcr Vergleichung des Princips der Culturgemäßheit mit den, der Natic^ nalitätgemäßheit. Was culturwidrig ist, ist verwerflich, wenn es auch bei nicht bcsonnener hinlänglicher Über. legung noch so sehr nationalitätgcmaß wäre; je mehr ^ das Nationalitätgemaße mit dem Culturgemäßen über-einstimmt, desto edler, vortrefflicher, vollkommener und entsprechender ist der Schritt zur nationalen Gestaltung des Jünglings znm Übertritte in das practische Leben von mannigfache» Ansprüchen. Und es folgen daraus die Aufforderungen : Bestrebe Dich, deine N a-tionalitat mit der Cultur in die Harmo.-nie zu sehen!! In wie fern Du nun überhaupt den^ Anforderungen des Princips der Culturgemäßheit Folge leisten willst oder Folge zu leisten für weise und klug erachrest, muß freilich Dein Nachkomme Deiner Beurtheilung, Deinem ethischen Sinne und dem Strebe» nach dem Wahren , nach dem, was eS ihm und der Zeit Noch thut, überlassen; aber wehe Dir bei einer Becinträchticmng der Kenntnisse jener Summe, die das practische Leben von Deinen Nachkommen unvermeidlich fordern wird. Welcher Fluch m ü ßte Dich zu r V e rant w o r-tung aus dem Grabe rufen?!?! ^_ Wer das Bedürfniß des practischen Lebens kennt, wie es ist, wi>d dem Satze bestimmen, daß die Volksbildung den Forderungen des practischrn Staatsbürgerlebens nachgebildet werden müsse, aber anch zugeben, daß das, was eine separatistische Nationalitat aufstelle und ver- I lange, am wenigsten zum unbedingten Woh!e der Nation ins Leben gerufen werden könne. __ Wir gebe» hier in der Beibehaltung der deutschen Sprache auch in dei, Volksschulen den Umfang der Kenntnißsumme, der Bildnng des Staatsbürgers keineswegs an, aber was nothwendig ist, mnß den, practischen Leben über» all zusagen, lind wo die Ansicht eines odcr mehrerer Einzelnen etwas beschränkend oder a n s s ch l i e-ßend setzt, was practisch nichr durchgefühlt werden kann, da ist die Ansicht falsch, oder sie maßt sich Bestimmungen und Absteckungen an, die nicht in ihr Gebier fallen. Wir beginnen unser Leben nichr mir Nichrs, nicht mit lediger Nationalität, nicht nur dem absoluten Anfange, sond^n wir setzen das der letzten Generation fort; unser Daseyn wird also zum Theil durch ererbte Institutionen, durch Sitten, Gebräuche lind Sprachen, »reiche allgemein ang e n o in -m e u worden, überhaupt durch das Vorhandene mir bestimmt. Entdecken wir nun einen Widerspruch zwischen dein, was da ist und besteht, und dem, wie eS jetzt Noch thut, so haben wir es znm Entsprechene der» zu ergänz» , immer aber nach einem erleuchteten Verstande und einer umsichcigen Prüfung aller vorliegeuden Verhältnisse; denn nicht Alles, was im Allgemeinen der Begriff der Nationalität für gut sin-der, pnsu auch für alle individuellen Verhältnisse des Staatsbürgers. Reißt» wir also nicht feste uud bequeme Gebäude zusammen, um da unseren Nachkom' men ein sie ei ne n g en d es, höchst beschrankendes Halls chen aufzubauen, und dieß nur aus einem unglückseligen Vo> urtheile. So offen und »„verhohlen spricht man mit Recht zu Männer», deneu man ei» »»befangenes, u n» selbstsüchtiges, reines, edles H e r z zutraut, und solche Manner sind auch ehrlich genua,, zu^ zugeben, daß sich nicht Alles, was der Begriff der Nationalität fordein kann, auch immer als das ab-solur Nothwendige für einzelne Nationen beurkunde. Daß es besser, entsprechender werde, darum leben wir. Daß sich Alles in einem Nu nicht umgestalten lasse, sehen wir ein; daher sagen wir uns den Spruch zur Richtschnur: l<^t mmlll« in ,'«;!)>,», «mit t'<;r!i i«; l!u«», l^llOij ulli'li <-ili'ilczuu n^ml ^onlji«!«!^ l'^Nlm. (Hedaufeu über die Frage: Wie können wir unserer Finanznoch mit Erfolg entgegen wirken, dem Geld- und Getreidewucher steuern, und unsere Arbeiter nützlich beschäftigen? /> Vcu, Joseph ^dall>er t lion Fuslhi u e. ^ (Schluß.) Werner sollten zur wirksamen Verhütung des Getreide-wuchers und deu daraus entspringenden üblen Folgen, der Hungersnoth, auf Kosten der Volksbank in, ganzen Staate Getreidemagazine errichtet werden, wo na-cürlich zur zweckmäßigsten Ausführung Preise für die besten Pläne auszuschreiben wären. Jeder, welcher Getreide hier einmagazim'rt, sollre gegen bloße Iperct Zinsen den halbe» We,th in Volks-banknote,» erhalten, damit er nicht genöthigt ist, zur Unzeit zu verkaufen. Dieses Procent gilr als Deckung der Bankregie für Ausgabe der Noten, so wie als Ma-gazinsgebühr und Assecuranz mit Inbegriff der Umschaufe-lungskosten. Die Magazins. Direction könnce ferner die Einkäufe z» geeigneten Zeiten machen, damit stets ein hinlänglicher Getreidevorrach vorhanden wäre, um selbst 3ft .eiuer mehrjährigen Mißernte, so «vie einer zu übermäßige», die Bauern meist nach der Ernte treffenden Her-abdrückung der Getreidepreise kräftig zuwiderstehen. Zur Zeit der Ernte sollte eine Commission den Preis bestim. men, zu wtlchem eine Quantität Getreide aller Art gekauft werden soll; man schlüge die Regiekosten, 3 pCt. Zinsen dazu und hierdurch wäre der Verkaufspreis für das Saatgctreide abermals bestimmt. Es steht natürlich dem Staate zu, für den Fall eines Mangels die Ausfuhr in das Ausland durch Zölle oder gar Ausfuhrverbote zu beschränken. Hierdurch wäre zu jeder Zeit eine genaue Übersicht der vorhandenen Getreidevorräthe mög-lich, da nicht leicht Jemand die angebotenen Vortheile von sich weisen und selbst sein Getreide zu Hause einma-gaziniren wird, außer in ganz kleinen Quantitäten. Was ferner die Organisation der Arbeit betrifft, haltc ich, zur Verhütung der Steigerung des Arbeitslohnes ins Übermäßige, folgende Maßregel für zureichet) : Da jeder Mensch, der sich nicht ausweis't, von eigenen Einkünften auch ohne Arbeit standesgemäß leben zu können, zur Arbeit verbunden ist, so sollte filr Albeits. losigkcit als Strafe die Verbindlichkeit dienen, baß der Al'beitsscheue für den Fall, als nicht Mangel an ange-botener oder vorhandener Arbeit erwiesen ist, für jeden müßigen Tag einer Woche, die darauffolgende Woche durch eben so lange Zeit um den bloß halben Lohn dem Staate zu arbeite» verpflichtet wäre. Der volle Lohn sollte von einer Commission aus achtbaren Bürgern jedes Ortes bestimmt werden, so wie Jeder, der Arbeit sucht, sich in eiuem hierzu in jtdcm Orte be« stimmten Amte melden müßte, wo auch die Arbeitsge. ber gehalten sind, sich um Arbeiter anzufragen. Gegen die etwaige Einwendung, daß bei höher gebildeten Arbeiterclassen hinsichtlich des Arbeitslohnes nicht leicht Bestimmungen zu treffen sind, diene bloß die Er-wiedl'l'iing, daß die Coucurrenz ausländischer Arbeiten deren Lohn in ein richtige«, Verhältniß bnngt. Das; es unter so günstigen Umständen, als Capitalien zu haben sind, nicht an hinreichender Beschäftigung aller Arbeiter. Classen fehlen dürfte, ist unschwer vor. auszusehen, daher auch nur wirklich Träge der obigen Müßiggangsstrafe verfallen werden. Daß dieß nicht etwa von Feldarbeiten allein, sondern überhaupt von allen Arte» Arbeitern, nämlich Handwerkern und Fabrikarbeitern gilt, versteht sich von selbst, ausgenommen von Arbeitern, welche zur Auf-findung voll Arbeit sich an einen andern Ort begeben müssen, wo aber ebenfalls überall bestimmt sey» müßte, wie viele Tage sich der Giselle ohne Arbeit daselbst aufzuhalten berechtigt sey. Da auf Realitäten von der Volksbank so wohl-feile Capitalien zu erhalten wären, würden Geldbesitzer, wollten sie höhere Zinsen veldieneu, genöthigt seyn, theilS verbcsscrungsfähige Realitäten anzukaufen, oder sich mit fachkundigen Männern zur Errichtung vou solchen Fabriken zu verbinden, welche die im Inlaude noch fehlenden Fabrikate liefern, oder vermöge anderar.-tiger günstiger Verhältnisse mit ihren Artikeln imAuS-lande in vorthcilhafte Concui-renz zu treten geeignet sind. — EH gibt sowohl von ersteren, als letzteren noch eine Menge, welche sehr große Anlagscapitalien erfvldern, wie zuin Beispiel die Maschinenfiachsspinne. rei, wo allein vielleicht 100 Millionen Gulden zu v»r. wenden sind, und mit Rücksicht der Urproduction und Maschmeuerzeugung viele Menschet» andauernde Be. schästiginig fänden. Ferucr inländische Zuckererzcugung Wie viele Capitalien tonnten bloß durch diese zwei Gegenstände jährlich dem Inlande erhalte» werden! Wie viel btträgt die jährliche Einfuhr von Flachsgarn und Zucker!! __ Diese Ausführung überlasse ich Fachkundigen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß durch zweckmä-snge Verwendung unserer gcsammten Arbeitskräfte eine solche Menge nützlicher Producte erzeugt werden könne, daß sie uns ein großes Uebergewicht der Ausfnhr zur Einfuhr verschaffen müssen, durch deren Ueberschuß w>r i>, die Lage geseht werden, z. B. jährlich zur Grün- dung von Coloni»» eine bedeutende Länderstrecke, z. B. i» Amerika, anzukaufen. Die Errichtung größerer industrieller Unterneh. mungen auf Actien würde bei so vielen flüssigen Capitalien in hohem Grade zunehmen. Bei vielem Verdienste wäre es uns ein leichtes Spiel, die Staatsauslagen zu bestreiten und diese würden unter solchen Verhältnissen nicht zunehmen. Im Gegentheile,wir wären im Stande, mittelst der Interessen dieses unverzinslichen Volksgel-des (Banknoten) bezüglich der Grundlasten uns frei-zukaufen , wodurch abermals der Staat m die Lage gesetzt wird, die Staatsschulden einzulösen: Vortheile, die in einer mäßige» Anzahl Jahren zu erzielen wären. Und so ist für die Zukunft uns so manche Erleichterung hierdurch vorbehalten; kurz, eS ist der Weg zum Volkswohlstand, und wodurch herbeigeführt? durch den geringen Umstand, daß wir den Mangel an Metallmünze, ohne an das Ausland Interessen dafür zu be^ zahlen, durch Anwendung unseres Volks-Credits,__was sage ich? —durch gedeckte Vermehrung des Geldes auszugleichen suchen. Und kann sich der Staat nicht bei Verminderung seiner Staatsschulden dergleichen Mit-tel in dieser Volksbank bedienen? z. B. auf eine Eisenbahn, die jährlich »0,000.000 st. reine Einkünfte gibt, das ist, wenn keine Interessen in Abzug kommeu, kann er l00 Millionen Gulden iu Volksbanknoten erhalten ; mit dem Ueberschusse ber Volkseinnahme über Regie, kosten kaun das Volk einen Theil der Staatsausgaben decken; es fällt um so viel weniger dem Unterthan zur Last. So wird auch zum Beispiel die Errichtung einer Achtung gebietenden Flotte und deren Erhaltung nicht mehr wie jetzt zu einer für unsere Nation unerschwinglichen Ausgabe gezählt werden können. Geldmänuer mögen die Herabdrückuug des Zins. flußes wohl für etwas Unangenehmes, für eine Ueber, füllunq des Geldmaikces yalcen, aber die wohlthätigen Folgen für den Gc>ammtstaat sind dessenungeachtet nicht wegzuläugnru. Sind anderwärts höhere Zinsen zu erhalten, so wird natürlich der Ueberflllß unseres Geldes zum Theil, anstatt unnütz in unsern Banken aufgespeichert als Caution zu liegen, nach fremde» Plätzen wandern, wo eben Gewinn zu erwarte» steht; anstatt z. B. daß jetzt viele Ausländer im Besitze unserer ziusentragendeu Actien und anderer Papiere sind. Es wird uns leicht, solche zum laufenden Course einzulösen und im Gegentheile uns ai: auswärtigen Unternehmungen zu betheiligen. So wenig, als ein Staatsbürger zu viel Geld besitzen kann, um so weniger kann von einem Staat gesagt werden, er habe zu viel Geld, denn was man nicht zum Betriebe der eigenen Wirthschaft verwen. den kann, sucht ein kluger Hausvater außer Hause nutz« bringend anzulegen, und eben so im Staate. Geld findet jedenfalls seine Ausglcichungswege und der Zinsfuß dürfte schwerlich unier 3"/, sich stellen, falls es dieß-falls der Staat oder die vorgeschlagene Volksbank nicht thäte. Denen jedoch, welche Vergnügen finden an dem Glänze und Klänge der MetaUmünze eine Augen- und Ohrenweide zu haben, und kein höheres Vergnügen sich zu verschaffen vermögen, wird todtes Metall stets in hinreichender Mengezu Gebote stehen. Endlich finde ich bloß die Bemerkung beizufügen, daß diese Volksbant» noten keinem Course unterliegen tonnen, da nie die ^Gefahr eintreten kann, daß ihre Deckung nicht zu» reicht, so wie auch ein plötzliches Begehren von geprägter Münze aus dem Grunde nicht Statt finden kann, weil deren Umwechselung zu keiner Bedingung gemacht wird; wohl aber, daß sie als gleich und voll in allen Staats-Cassen, sowie in, Prioatverkcyr des Inlandes anstatt Silbermünze angenommen werden müssen. Daß von Seite des Staates zur zweckmäßigen Benützung größerer und überhaupt vielfach vermehrter Capitalien die nöthige Intelligenz durch hinreichende Bildungs - Anstalten, besonders in industrieller Be« ziehllng, zu schassen sey, wird jedem Denkenden ein. leuchten; es werde daher für technische Lehranstalten hinreichend gesorgt. In ,eder Prooinzial-Hauptstadt sollte eine höhere und in jeder Stadt überhaupt eine Gewerbeschule errichtet werden. Zur möglichst reichhaltigen Ausstattung derselben an technischen Samm-lungen, hauptsächlich der Werkzeuge und Maschinen, sollten die nöthige» Capitalien vom Staate gegeben werden; diese müßten die reichsten Zinsen bringen. Zur Vorbereitung, um an Professoren, welche an« fangs allerdings nicht im Ueberfiusse vorhanden seyn werden, zu sparen, sollten in den 4 Classen der Normal-und Hauptschulen möglichst gute Zeichnenlchrer, so wie auch die übrigen mathematischen und physischen Wissen»-schaften eine gute Grundlage erhalten. Das Genie steckt nicht immer in den Reichgebor» nen; es muß daher gesorgt werden, daß den Unbemittelteren ebenfalls der Weg zu höheru Wissenschaften in ihrer nächsten Nähe zugängig gemacht weide. Eben so sollte auf den» Lande den Kindern schon frühzeitig mit der Erlernung des Lesens und Schreibens, neben der Nrll'gionslehre, hauptsächlich theoretischer und practischer Unterricht in der Laudwirthschaft ertheilt werden, wozu jeder Lehrer an einer landwirthschaftlichen Lehranstalt einen Cours mitzumacheil hätte. Unter solchen Bedingungen allein können Capitalien den Segen bringen, den wir zu erwarten berechtigt sind, sonst wird Niemand oder nur vcrhältnißmäßig Wenige so zweckmäßigen Ge-' brauch davonmachen, als es Noth thut, um für den Gesammcstaat den größten Grad von Wohlfahrt zu gründen, deren er unter so günstigen Umstände» fähig ist. Lesefrüchte. Der weise Seneca sagt irgendwo, daß der Mensch so lange ju:,g sey, als er die Vernunft nicht gebraucht.---------Ach, wie viele Mensche» kenne ich, die auf diese Art im Besitze einer ewigen Jugend sind, und sie ahnen es nicht einmal! Wenn du dich nie vevrechnet hast, so wirst du dich verrechnen, wenn du bei Erweisung von Gutthaten und Gefälligkeiten in allen Fälle» auf Dank zäh. len solltest. Siehe den Wanderer! Er hat sich satt getrunken an der labenden Quelle, und nun »vender er ihr den Rücken. Der traurigste Triumph in einer Gesellschaft ist der eines bissigen Satyrikers. Was er glänzend, treffend gesagt — er wird es leicht und bald vergessen, allein die Zuhörer, die sein Stachel verwundete, nie. Ein kluger Vogelfänger weiß sein Futter zu Rath« zu ziehen; er wird den Vögeln nie mehr Futter vor» werfen, als es gerade nöthig ist, um sie zu fangen. Wenn du etwas weißt, so leere im Reden deine Schaßkammer, dem Vogelsteller nachahmend, nie auf ein Mal au?. Iu den Conversationszirkeln kommen mir jene Menschen als die unausstehlichsten vor, die nicht Geist genug haben, um zu rede», aber auch nicht V ersta n d genug, uni zu schweigen. Bekümmere dich nichl zu viel um die Angelegen» heilen deiner Mitmenschen. Du gleichst so denjenigen, die bei einem Bienenstöcke stehen und die Bienen beobachten, dabei aber oft trotz ihrer Unbeweglichteit ge. stochen werden. Wir leben in einer Zeit, die so glatt ist, daß sie sogar die Falten aus den Kleidern verbannt; dafür aber nehme., die Falten des Charakters der jetzigen Menschheit täglich um desto mehr zu. Vor Zeiten wurden die Hochzeiten laut und lärmend gefeiert; dafür war die Ehe um so friedlicher und stiller; jetzt zieht man eS vor, sich iu aller Stille zu vermählen; der Lärm aber stellt sich nicht selten erst in der Ehe ein. Wenn die kurzsichtigen Mensche» nur in ihren Urtheilen nicht fast immer zu vorschnell wären! _-. Der geistreichste gebildetste Mann hat oft Augenblicke, wo er ein Esel ist, und hingegen der dümmste Dick-köpf wieder Momente des hellsten Verstandes. L. Hordtsch- Verleger: Issnaz Alois Kleinmayr. — Verantwortlicher Nedacteur: Leopold Kordesch