^N 4». »843. 33 a te rl and isch e s. Fortschritte der Boden-Cultur in Kram. ^ Von Pcler Leskovitz. c^Ver von der Boden^ CultUr, d,V vor une gefahr 30 Jahren in Krain bestand, einige Kenntniß hat, und >n der Lage ist, den damaligen Stand derselben mit dem gegenwärtigen zu vergleichen, U'ird bekennen müssen, daß seit der wichtigen Periode der Wiedervereinigung unseres Vaterlandes mit den übrigen Provinzen der Monarchie unter den milden Scepter Oesterreichs, die Cultur des Bodens unge« mein rasche Fortschritte gemacht habe. Ohne eben sagen zu wollen, daß unsere Vor« fahren in der Beurbarung der Gründe das Gehörige, was zeitgemäß geschehen konnte, nicht gethan hätten, so muß doch behauptet werden, daß in un» screr Zeit des Frierens für die Bodenkultur mehr geleistet wurde, als früher in viel längern Perloden. So wie jede Zeitperiodc ihre besondere Eigen« thümlichkeit, ihren Charakter hat, so zeichnet sich die gegenwärtige durch rascheres Fortschreiten aller Cul-tur, demnach auch jener der landwirthschaftüch.n und gewerblichen Industrie aus, begünstiget durch die Segnungen des Friedens. Nach üdcrstandencn harten Prüfungen einer unruhigen und drangvollen Zeit und daraus her-vorgegangenen Erfahrungen, sann man auf Förde« l'UNgsmiltel zum Bessern, welches im Frieden gedieh. — So lchrtcn die Mch . und Nothjahre von 1816—18!?, in welchen Mangel des Getreides eintrat, und die geringen Vorräthe davon in unerschwinglich hohen Preisen standen, viele Landwirthe, ihre sonst untragbaren, jedoch cullurfähigcu Gründe zu Getreidefeldern und Wiesen umzustalten, wodurch sie sich gegen die Katastrophe einer ähnlichen Noth sicher gestellt baben. Im Frieden bilden sich Vereine, welche durch Belehrung und Beispiel dem G.mcmwesen den Im.-puls geben und auf die Förrcrung dcS Zweckcs wohlthätig wirken. So constituirte sich nach der allerhöchsten Resolution vem 27. Sept. 1814 — >n dem folgenden Jahre 1815 — die dicsiiändige k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft , welche sogl.icl/in die Wirksemkeit trat, und hierauf duich - die von ^Er. Mojesiät weiland den Kaiser Franz sanctionirten Statuten ihre definitive Verfassung erhielt. Der inneiösterreichische Industrie- und Gewerbe. Verein, dessen Wirksamkeit sich vom Monate Juli 1837 datirt, übt durch die für Krain aufgestellte Delegation einen nicht unbedeutenden Einfluß auf die landwirthschaftliche Industrie aus. In dieser Zeit des FricdenS nahm die Ver-Mehrung der Bevölkerung merklich zu, welche ein mächtiger Hebel zur schnellern Urbarmachung öder Gründe und zu neuen Ansiedlungen wurde. (Fonsltzung iclgt.) .Menschliche Irrthümer. ^" Von einen, Dorfschnnde beleuchtet. Schon auS dem grauesten Alterthum herüber erschallt die stets gleichlautende Klage über völligcS Aufarten des Menschengeschlechtes, und es scheint, daß weder das Feuer von Sodom und Gomorrha, ncch das allgemeine Ucberfluthcn der bewohnten Erd» theile, eine Aenderung und wirkliche Besserung herbeigeführt haben, weil d,e Klagen, trotz der weisen Lehren und der Zuchtruthe Moses und vieler seiner der Menschheit unvergeßlichen Nachfolger, fortwäh' ren, ja ftlbst ungeachtet der göttlichen Lehren und Beispiele des auserwählten Sohnes Gottes und der Heiligkeit einer durch Ihn geläuterten Religion noch ,immer kein Ende erreicht haben. Dcch wie gesagt, es scheint nur; denn wenn wir uns bemühen, aus der Geschichte dcS Menschengeschlechtes von ihrem Urentstehen angefangen zu schöpfen, und ernstlich beabsichtigen, die von Menschen an ihren Mitdrüdern verübten Gewaltlha' ten und Ungerechtigkeiten, mit den glänzendsten Tugenden, in stetem Streite begriffen, mit kalter Vernunft zu prüfen, so muß uns für's erste das unuru» stößliche Gesetz der Natur, demnach' .Licht und Schatten stets im gleichen Verhältnisse stehen gehörig einleuchten, dann aber die tröstende, wahrhaft herzeihebende Ueberzeugung werden, daß auf ein von Irrglauben versinstertes Sclaventhum, wo der Mächtige sein Vorbild am Naubthier nehmend, allein dieses an Mordlust weit übertreffend, seine Mit-brüdcr zerfleischte, und in der Wuth ganze Völkerschaften auszurotten das Recht sich anmaßte, durch die heiligen Religionslehrcn und Beispiele des stött-llchcn EohneS cin.Licht aufdämmerte, daöimmcrhel' 170 ler strahlt und strahlen wird, jemehr es den würdi-gen Nachfolgern Christi gelingt, die Irrthümer auszurotten, dlö das Lebensglück des Menschen zersto^ ren, und diese Mir allen Herrlichkelren von Gort ausgeschmückte Welt zum Jammerthal umschaffen. Auf das Gesagre gestützr glaube lch, daß alles Uebel um und m den Menschen von Irrthümern herrühre, und indem ich diese meine durchdachte Und auf Erfahrungen gestützte Meinung der Oeffenc--lichkeit übergebe, wünsche lch mchrs sehnliche als eme gründliche Belehrung, wenn lch, «IS ein selbst von Irrthümern Befangener, lrren sollte. __ Unumstößlich wahr »stund blelbcThales Aus-spruch: «Slch selbst zu kennen sey das Schwerste!" — denn nur dann erst, wenn der Mensch sich selbst und seine Bestimmung erkannt hat, wird es lhm möglich, die geeigneren Mittel zur Erreichung des herrlichen Zweckes m Anwendung zu bringen, und das ersehnte Ziel menschlicher Glückseligkeit zu erreichen, wornach ohne Ausnahme alle Menschen streben, und ki.nes» wegs erfolglos streben würden, wenn sie nichr von Irrthümern auf Abwege geleitet werden mochten. Wie wenig wir uns lrotz der vorgeschrittenen Aufklärung diesem erwünschten Ziele genähert haben, beweist d«e fortwährend schwankende Eiziehungsme» chode der weiblichen Jugend, von deren naturgemäßer Ausbildung das '^»esserwerden künftiger Generationen bedingt wild. Allem wie kann, wie soll die herrliche Bedingung in Erfüllung gehen? wenn der eine Th/il, von zu sanften Gefühlen verleitet, das Weib zum Manne erziehen will, und auf diese Weise aus dem Geleise weiblicher Bestimmung in den Abgrund unzüdefriedigender Wünsche stößt und zum unglücklichen Zwitter bildet, während der andere Theü in stolzem Uedermuth daS Weib in die Küche verbannt und dabei, deS Geschlechtes hohe Bestim» mung außer Achr lassend, vergißt, daß chr, der einstigen Mutter, die heilige Pfilchr von Gott auferlegt ist, den werdenden Menschen zu empfangen, schon unter ihrem Herzen die Keime für alles Gute und Eole in die weichen Gebilde zu legen, durch die Muttermilch zu nähren, und durch ihre, nur dem Muccerherzen eigene Liebe und Sorgfalt für eine »vettere Ausbildung geschickt zu machen. Die Frage wie, — und auf welche Weise die weibliche Jugend auf der goldenen Mittelstraße ge-führr, gebildet werben solle, ist um so leichter und einfacher zu beantworten, well zur Erwerbung dieser, dem auSe, körnen Weide nöthigen Kenntnisse weder das Besuchen der schon bestehenden hohen Schulen, noch das Gründen einer neuen, mit gold-nen Lettern bezeichneten und in allen Zeitschriften prahlend angekündigten Erziehungs-Anstalt nöthig »vird. Der vom herrlichen Blau umwölbte Tempel der N.nur werde zum Lehrsaal erwählt; eingeführt von der im wahren sinne des Wortes liebenden Mutter möge das Mädchen sehen, wie sich in dcr ganzen Nacm- L.ebe und Sorgfalt ausspricht, die Blume schützend die jungen Kelme der Furchr bewacht und mir dem eigenen Leben nährt. Wie die Ameise sorgsam ihre Brüt zur Ausbildung an die warme Son< ne rrägr, und zurückfordert, UM schädliche Cmfiüsse cniferiit zu hatten; wie die Spinne lhre Jungen a'^f ?cm Rücken nagt, und, sie belehrend, zugleich bewacht; wie der Vogel mit freudigem Mühen sein Nest baut, die Eier unverdrossen bebrüret, die nackten Jungen wärmend schützt und von der zartesten Jugend angefangen, mtt dcr jeder Altersperiode angemessenen speise versieht, fortwährend liebreich erzieht, lehrend die bereits fiügig gewordenen Kmder umkreist, und unermüdet dahin wirkt, d»e Kräfte sei« ner Lieben zum selbständigen Ueben auszubilden. — Sehen mag das einst werdende We>b, wie das Thier, sobald es sich als Mutter fühlt, mit Vorsicht ein« hergeht und »m Gefühl dcr süßen Mutttrpfiicht Al< les meidet, woraus tln Nachthell dem ihrem Herzen theuren Pfande entstehen könnte; sehen mag die Jungfrau d,e vielfältigen Beweise mütterlicher Zärtlichkeit der verschiedenen Thiere, und daraus unterstützt, von ihrer des Namens Mutter würdigen Lch» rermn den Begriff von der dem Weibe gewordenen hohen Bestimmung ziehen, nicht minder im An» schauen der herrlichen Schöpfung den Schöpfer über Alles lieben lernen. Auf diese Welse in das Leben eingeführt wird sie durch die leeren Aeußerungen geckenhafter Männer, die einen durch dle Schnürdrust verkrüppelten Leib für schön, Romane, Witz und Zlerere, für classisch und Nichtsthun als herrlich erklären, wohl nur höchst unangenehm sich ergriffen fühlen, und diesen Thoren durch einen Mitleidigen Blick zu verstehen gt-ben, daß eS der gröbste Irrthum seyn könne, Hl» was schön, gut und herrlich zu nennen, was nach geregelten Begriffen der menschlichen Glückseligkeit ein Hinderniß m den Weg legen, dem verständigen Manne und.den Menschen überhaupt verabscheuungs« würdig erscheinen müsse. Mütter aus dieser Schule werden dann nicht leicht dls Arbeit zur Schande und Strafe herabwürdigen, und Vergehen der weiblichen Jugend durch'» Stricken, der Knaben aber durch den Zwang, sich an ein Buch setzen und lernen zu müssen, bestrafen, wohl aber lhren Klndern begreifiich machen, daß die Arbeit, als daS einzige Mittel zur Erhaltung der Gesundheit dienend, unsere irdische Glückseligkeit be» fördern, und daher niemals zur Strafe herabgewürdigt werden dürfe. __ Sobald diese Begriffe all, gemein werden, dürfte die vor einer Zeit in der all< gemeinen Zeitung aufgegebene Preisfrage: »warum die Jugend das in der Schule Erlernte nach vollen« detem Schulcurs so schnell vergißt,« sich zum Theil von selbst beantworten. Auch würde die zu vielen Irrthümern Veranlassung gebende, manches Herzeleid verursachende Classisication der zur Thätigkeit erschaffenen Menschen aller Stände, die dcn fleißigen Landmann dem Lastthiere ziemlich nahe stellt, nach und nach verschwinden, und Jedem, der seine Pflicht treu erfüllt, ohne Rücksicht auf Stand und Würdcn die gebührende Achtung gezollt werden. Dcr arme Arbeiter wird nur durch die irrige Vorstellung, die er sich von der Hoheit und deltt-Reichthum macht, unglücklich, weil er glaubt, das; der höher Gestellte weder zu arbeiten braucht, noch jemals eine nützliche Thätigkeit für das Allgemeine entwickelt, und das; der Reichthum bloß dazu gc-höre, m allen Genüssen dcs Lebens zu schwelgen. — Dieser Irrthum, woraus zugleich die ziemlich allge-m.'M »cldreic.ce Unzufriedenheit der Menschen quillt, ma'hc dcn aiincn Landmann und Taglöhiier zum 171 ärgsten Verschwender, weil st«, indem beiden die Arbeit zur Qual verleidet wird, nicht selten die wenigen, zum kümmerlichen Unterhalt der Ihrigen kaum hinreichenden, sauer erworbenen Groschen auf Ge» nüsse vergeuden, del welchcnsie sich in daS Wonnegefühl des glücklichen Reichen hinein träumen, um beim Erwachen noch elender zu seyn. So wie der Landmann die Ernte mit Sehnsucht herbeiwünscht, um ciwas verkaufen, für das eingelöste Geld sich beim Wem einen herrlichen Genuß verschaffen und daS schmerzliche Gefühl der Zurücksetzung ersäufen zu können, eben so arbeitet der Handwerker uncrmüder die ganze Woche hindurch zu gleichem Zweck, ver» geudet am Sonn-- und Feiertage Geld und Gesund« ye,t, m oer irrigen Meinung, einen Tag alS Herr verlebt zu haben. Aber auch der wohlhabendere Ge-wcrbs- und Landmann und die meisten Menschen der verschiedensten Stände bcfi«d«n sich von dem lei» der ziemlich allgemeinen Irrthum befangen, daß nur der Reiche glücklich und zufrieden seyn könne, was jedoch in den wenigsten Fällen, ja beinahe niemals sich bestätigt; denn täglich sehen wir die glück« lich Geglaubten «m Suchen des Glückes und der Zufriedenheit nach dem irrigsten der Mittel, dem We.nglase langen, oder andern betäubenden Genüssen sich in die Arme werfen, um daraus früher oder später als Betrogene zu erwachen, und durch ihren unsteten Blick und daS abgehärmte, von Krankheit entstellte Gesicht den untrüglichen Beweis zu liefern, daß sie, von dem giftigen Hauch des Wohl« lebens entkräftet, in das Sclavenjoch der Leidenschaften geriethen, und nichtS weniger alS glücklich und zufrieden sind. Doch alle diese uns täglich begegnenden, aus dem Schoß des vermeintlichen Glückes hervorgehenden Jammergestalten, ja selbst daS laute Geständ-niß von Tausenden der glücklich scheinenden Unglücklichen, „daß sie auf dem von ihnen eingeschlagenen Wege irdische Glückseligkeit vergebens ^u finden be« müht waren," vermochten nicht den leider sehr tief wurzelnden Irrthum zu Zerstreuen. — Wir sehen fortwährend neben dem wehmüthig nach Oben blik-kenden Dulder, der diese herrliche Welt voll göttli» cher Wunderfür ein Jammerthal ansieht, den Gott-verläugner ohne aller Stütze taumelnd einhergehen, und die Selbstmorde sich mehren. Größtentheils umsonst verhallt der jährlich im Lenz auS tausend Kehlen erschallende, von unzähligen Schönheiten der Natur unterstützte Aufruf zur Freude und zum Genuß des in Hast dahin eilenden Erdenlebens. Vergebens zeigt sich den Menschen das geschäftige Treiben aller lebenden Wesen, und ihr unermüdct freudiges Streben zur Eifüllung der aufhabenden Pflicht. Er, daS mit Vernunft begabte, von GottcS Güte auf die höchste Scufe deS irdischen LebenS gestellte Wesen bleibt dabei unge, rührt und von dem höchsten Irrwahne befangen, daß die Arbeit den Menschen schände und von dem liebenden Allvater ihm zur Strafe auferlegt wor« den sey. Unzählige Leiden sind die Folgen dieses von Generation auf Generation sich forterbenden Irrwahnes, der, einer Schmarozei'pfianze gleich, den Menschen als das herrlichste Gebilde immer enger umschlingt, und ihn mit Einziehung aller edlen Ge- fühle seiner Freiheit beraubt, ja sogar in vielen Fällen tief unter die verschiedenen Thieiclassen stellt, deren geregeltes Vergehen zur Erfüllung chl-er Bestimmung uns Achtung gebietet, nicht selten ein Staunen abnöthigt. Schischka im Mai 1842. ' I'adsr l6rrariu«. Gin gebrochenes Herz. (V t !s ch l u ß.) ö. Johanna Gray, die Gemahlinn Lord Guilfords, w.rd von chren Zeitgenossen alS die liebenswürdigste und geistreichste Dame geschildert; der Herrschsucht chres Schwiegervaters, des unter Edua/d VI. allmächtigen Herzogs von Northumberland, hatte sie EnglandS Krone zu danken,, mdem dies r den K mg, emen e.sr.gen Protestanten, dahin zu bewegn "ußte, daß er mit Uebergehung s,^. ^H/" Mar.a und El. abeth, die kaum siebzehn^ähr^e T,ch' ter des Herzogs «on Suffolk, Johanna G?a"fu semer Nachfolgerinn bestimmte; allem Maria/ welche durch chre Partei chre legitimen Rechte aellend zu machen wupte, hielt am 3- August 1553 ihren Einzug m London, und Johanna, ihr Gemahl und »hr Schwiegervater wurden m den Tower aesckickt Der Umstand, da^ .hr Vch.cksa entm Protestantismus getreu zu verharren. Als die Gray das Schreiben vollendet'hatte, ward ihr a-meldet, Lord Guilford wünsche, che cr sein /-»am'! zum Schaffot trage, bei ihr vorzusprechen Die Prmzess.nn erhob sich mit H.he.t und An« muth, sie fühlte, es gelte, der Welt zu zeigen, daß sie Nicht unwurd.g gewesen, neun Tage lang über Alb.on zu yerischen. „Ich will," sprach sie, „den Lord Guilford nicht mehr sprechen, aber ich werde zusehen, wenn mein Gemahl das Schaffet besteigt; geh' wein Freund» und sage ihm, cS sey meine thcueistc Hcffnung, ihn freudig stcrbcn zu sehen, da wir uns in Kurzcm wiederfinden werden." Und sie trat ans Fenster und neigte sich mit Heiterkeit hinab; Unsterblichkeit war's, was sie um- 172 wehte, und der Odem der Auferstehung, es schien, alS hätte die Welt keinen Anspruch mehr an sie. Unter den Anhängern Maria's, die sich mittlerweile zahlreich um das Schaffot versammelt hatten, ragte doch immer der Fremde im Purpurmantel hervor; noch war cr nicht aus seiner Stellung gewi- . chen, sein dunkles Auge heftete sich an Johanna's leuchtende Züge, und die ihn Umgebenden sahen mit Wohlgefallen die, seltene Lieblichkeit seiner Gestalt; dieser Unbekannte nun, zu dessen Füßen eine herrliche Dogge lag, war Niemand anderer als __ Amelot. Als das Gepränge des Todes einhcrzog, Tol' daten erschienen und der Nachlichter im dlutrochen Mantel das'Schaffot bestieg, schüttelte sich Amelot aus tiefer Erstarrung, sein Gehirn-begann ihn bis< in die innersten Fasern zu schmerzen, und die Gegenstände drehten sich vor seinen Augen >n Kreisen; es schien, als verzehre sich seine Seele in einem einzigen brennenden Gefühle, außer welchem ihm alles-unbemerkbar blieb, selbst sline Dogge, welche freundlich wedelnd zu ihm hinangesprungen war, stürzte, von seinem Fußtritte getroffen, heulend zurück. »Ich wen) Nicht," bemerkte er, „ob meines Vetters Urtheil über die frappante Aehnlichkeit der unvergleichlichen Johanna mit der Todten auf Gods-mothee-Castle gegründet ist, denn ich vermag mich nimmer der Züge jener Leiche zu erinnern; darauf aber will ich schwören, daß Johanna G:ay, jene stolze Sterbende, meine letzte Licbe seyn wird. 6. Lord Guilford'S Haupt war gefallen; der Henker zeigte es der Versammlung, während der bluci-tlge Rumpf >n einen Sarg gelegt und hinweggetragen wurde. Johanna harre dieser ganzen Scene beige, wohnt, ohne daß nur die mindeste Bewegung über ihre Züge geflohen wäre. Mit gleicher Fassung trat sie selbst den Weg zum Schaffote, an; nie mag der Ausdruck, ihrer jugendlichen feinger'ocheten Züge erhabener gewesen seyn, als wenige Augenblicke vor, ihrem Verblassen, und war die Schwäche, mit der sie es einstens geduldet hatte, daß man Englands Scepter in ihre Hände gab, ein Verbrechen, so sühnte sie es voll»-kommen durch die Seelengröße, mit der sie zum Tode ging. Auf dem Blutgerüste angelangt, betrachtete sie noch einmal mit freiem Blicke die Versammlung, dann bot sie ohne Zaudern ihren reizenden Nacken dem Henker dar. Selbst die treuesten Anhänger ihrer königlichen Gegnerinn vergossen Thränen über das Schicksal dieseS schönen cngelreinen Wesens; die Strenge Ma° ria's ward durch dieses allgemein schweigende Urlhell gerichtet. Allgemach hatten die Zuseher den Tower verlassen, nur Amelot lehnte noch immer am Fuße des Gerüstes, das bleiche Antl.h auf die Brust gesenkt; seine Dogge leckte die Blutstropfen, welche die Erde noch nicht cingesogcn hatte; bange Oede umlagerte das Schaffot. I.-ht erhob Amclot sein Angesicht, seine Brauen zoqen sich in ihre schonen Bogen zurüef, ^e.dlcr Stolz glättete wieder die Falten seiner Stirne^ ..^ „Die Hölle,« sprach er mit kalter Nuhe, „hat umsonst triumphirt; wohl ist die Blüthe meiner Iu^ gend dahin, unzugänglich für die Zukunft meine Seele jeder Neigung, aber verzweifeln werde ich nicht. Emen langen schweren Traum habe ich von mir abgeschüttelt, und," setzte er mit niedergeschla» glnen Augen hinzu, „ich hoffe von Gottes Barmherzigkeit, daß kein ähnlicher mehr folgen werde.« Die Geschichte hat Amelots Namen als den eines großen Staatsmannes bewahrt, sein Privatleben entbehrte jeden Reizes, und als cr in die Jahre der Männlichkeit getreten, waren seine sonst so süßen Züge bewegungslos geworden, und hatten den Charakter einer herben Strenge angenommen. Sollen wir noch hinzufügen, daß sein früher Tod einsam wie sein Leben war? — G. I. Ertl. Das österreichische Morgenblatt. Nctigirt von Johann N, Vogl. Unter der Fluth der Journale ist oaö österreichische Morgcnblatt eines der wenigen. die sich ein schönes Z,el vorgesteckt haben, und dasselbe nnt regem Eifer verfol« gen. Dieß wird auch allgemein anerkannt. Die meiste» in- und mehre ausländische Blätter haben dein österr. Morgeublatc«, unter den Journalen einen der ersten Plätze angewiesen. A!ö Belege dessen wollen wir das Urtheil eines der competentcstcn Nichter, der Wiener Zei> tung, un!crn Lesern im Auszüge mittheilen. „Unter den belletristischen Vereinen Wiens> heißt es in diesem Blatte, hat das österr. Morgenblalt in jüngster Zeit und unter Leitung des als, vaterländischen Dichter rühmlichst bekannten Herrn Ioh. N, Vogl einen so erfreulichen Aufschwung genominen, daß cS nur im Gefühle der Wahrheit und der Vor,icbe für das preiswüroige gesucht werden muß. wenn hier dem bisher so lobenswerthen Streben diese» Instituts eine kleine Besprechung seinen Leistungen zu Theil wird. Das Organ dieser Zeitschrift hat uns unter Nam-haftmachuüg vieler beliebter Schriftsteller des In- und Äuölandcä Ausgezeichnetes im Fache der Novelle, der Erzählung und deZ Genrebildes zu liefern versprochen, und es ward im strengsten Sinne Wort aehalien. ,>Nn» wird das Vorzüglichste, das das österr. Morgenblatt innerhalb des ersten Halbjahres der Redaction deg Herr,' Vogl aus diesem Zweige der Literatur brachte, namentlich angeführt. Eben so rühmlich wird der Gedichte, der Nl'ferat'e üi)er Theater. Musik und Literatur, des Feuilletons und der Kunstbeilaaen erwähnt, deren Conception und Ausführung nichts zu wünschen übria, lassen..... Zliin Beweise, wie sehr Herr Vo>,l bemüht ist, die Ge-dieaenheic und das Interesse seines Blattes zu steigern, wollen wir nur anführen, daß die Leser einen Vand gc» ftlliger Lieder, gedichtet vom Herrn Vogl und von den ersten W euer Compofiteurcn, wie Prencr. Hoven, Proch, Till, Hackl. Müllec u. a. in Musik gesetzt, als Prämie erhalten, von der zu crwalten steltt. daß sic nur Ausge» zeichnetes enthalten wird.....»Fassen wir nun," sagt die Wiener Zeitung am Schlüsse, »das einzelne Gute dieses Journals zu'ammen, so dürfte die Schlußfolge: Daß demnach über das österr. Morgenblatt ein neuer, seine höch stm o g li ch e V o lIe >> du n g v e r-sprechender Morgen angebrochen — keine leere Phrase seyn. und eS ble>bt nur zu wünschen, daß Wiens Mäceen und Klmstfrcuilde dem Wirken sc ner Ne> däction dauernde Zuneigung schenken wollen." Diesem edlei, Wunsche fügen wir nur bei. daß auch i» unserm Vaterlande dem österr. Morgeublatt« jene Auerkeliinü'g zu Theil werden möchte, deren sich die Werke seines oI3 Dich:er und Novellist gleich ausgezeichneten Redacteurs erfreuen. Verleger: Ignaz Awls Sdlcr v. Kleinmayr.