L a i b a ch e r W o ch c n b l a t t zum Nutzen und Vergnügen. Freytag de« I1. März. l 8 l Z. Spanisch Amerika- « Ihre eigenhändige Privat-Korrespondenz keine Spur eines Vorwurfts enthält? " ,,W.n' nicht diese Provinz im ruhigen Besitze ihrer Freyheit, als , K.-ast der Befehle Eu. Exz., Samano nahte, und sel-bigs znr Uebe^gab? aufforderte, und sie ausserdem mit allenSchrecknisscn eines grau-samenKri.'ges bedrohete? — Wer war denn der .angreifende Theil? Nach dieser Beleidigung und dieser verübten Gewaltsamkeit, einzig aus der Ursache, weil Eu. Exz., gleich wie jeder andre Spanier, sich im Besitz aller RechteFerdinands V!l, glaubt, die unschuldigen Völker Amerika's eben so unter dkFusse zutrettm, als ihreVorfahrcn thaten,da sie die rechtmässigenBesitzer dieser Gegenden ihres Eigenthums beraubten. Ist es nicht wahr oder sind Eu. Exz. vonSama-no nicht unterrichtet worden, daß Narino, President von Santa - Fe, ihn zu gütlichen Unterhandlungen einlud, so wie nachmahls auch Yen Unter-Befehlshaber, AsniV Ist es vielleicht ungegrundet, daß Samano mit wenig Worten antwortete, daß er den Krieg dem Frieden vorziehe, und daß Asni dem Ueberbringer der Friedens-Flagge nicht einmal anzuhören würdigte, sondern ihln im Gegentheil mit Hohn und Schmähungen überhäufte? (Die Fortsetzung folgt.) Unruhige Theater - Austritte. Im Theater zu Dublin ist in den letzten Tagen des verflossenen Jahres großer Tumult, viel U:..Ml und Verwüstung erfolgt, und zwar wegen eines - Hundes-Es ward nämlich in diesen Tagen das Nachspiel: Der Wald von Vondy genannt, aufgeführt. In demselben muß auch ein Hund mit erscheinen. Als dieser nicht erschien , verlangte das Parterre tobend das Erscheinen desselben. Der Tumult dauerte am Freytage den 2Z. Abends so lange fort, bis die Logen durch die Soldaten mit aufgepflanzten Bajonetts gereiniget waren. Viele Herren waren gezwungen, das Schauspielhaus zu verlassen, indem ihnen die Bajonette auf die Bmst gesetzt wurden. Am Sonnabend den 24. Abends war Herr Iones, (der Dicektor) damir beschäftigt, in dem Vorzimmer zu den Logen mehrere Personen arretircn zu küssen. Am Montage den 6. Abends beorderten einige Polizey-B.amtcn, auf Ansuchen des Unternehmers dieses Theaters, eine Kompagnie Soldaten nach dem Schau-spielhanse. Lord Whitworth, der Gme-ral - Gouverneur , gab hierauf dem Lo^d-Mayor und den SherM von Dublin zu verstehen, daß er ein solches Versähren auf höchste mißbillige. Se. Exzell. g-«g uoch weiter und befahl, daß kein Goloat iunerhalb der Mauern des Haufts zugelassen werden sollte, um gegen die Jutzö- ^'er zu agiren. Am Dienstag den 27. Abends, fand aber, wie man besorgte, ein beyspielloser Tumult im Schauspiel-Hause statt. Alle Kronleuchter, welche schon zum drittemnale aufs neue ersetzt worden waren, wurden in Stücken geschla, gen. Jedes Spiegelglas und Gitter in den Logen und Amphitheatern wurde zerbrochen , abgerissen und ins Parterre geworfen. Die Sitze wurden zerstört. Das Orchester wurde niedergerissen und alle Instrumente zerbrochen. Selbst die Bühne und Coulisscn waren in Gefahr, wurden ober durch den Lord -Major beschuht, und von dcn Zuschauern verschont. Die Wü-gcrung des Herrn Iones zu einer Abbitte war die Ursache dieses letzten Aufruhre im Crowfiect-Theater. Die Zuschauer forderten dieselbe und wolltcn'sich durch Anschlag von Entschuldiqungs - Zttteln nicht besänftig-n lassen, sondern bestanden auf persönlicher Abbitte. Dlescr Thcaterkrig hat mit der Resig-Mtion des Thater-Direktors und Eigenthümers , Herrn Iones, ohne Blutvergießen geendet, ein Krieg, den man 5 Tage lang gegen'Kronleuchter, Bänke und Dekorationen geführt hatte. Das ist königlich gehandelt: Durch die Anwesenheit so vieler kunstlieb nden Fürsten ist der Absatz aller Arten von Kunstwerken, besonders aber von Gemählden und Bildhauerarbeiten, außerordentlich groß. Es gibt außer den öffentlichen Kunsthändlern noch viele Zwischenhändler, die sehr gute Geschäfte ma-