Nr. 290. Dienstag, 19. December 1899. Iahigang 118. Mbacher Zeitung. P»»n»«tsat«on»pre<»: Mt Postviiienduna, ganzjlbrig fl. l», yaMhria sl. ? 5«. Im «omploli: »«nzladrig ,l. ll, halber«« fl. ü»0. Yüi dle gufttllun« in« Hau» aanzjähri« fl. l. — Insertion»««»: Füi Neln« Inseial, bl« zu 4 Ztiltn « k., «lbhere p«l Ze Seine l. und k. Apostolische Majestät geruhten allergnädigst zu verleihen: das Commandeurlreuz des Leopold'Ordens taxfrei: dem Feldmarschall-Lieutenant Alois Grafen Paar, Nneral-Eavallerie-Inspector; das Ritterkreuz des Leopold-Ordens taxfrei: den Feldniarschall-Lieutenanten: Gustav Ritter Plentzner von Scharneck, zugetheilt dem 3. Corpscommando; Karl Freiherrn vonMertenS, Commandanten der 5. Infanterie-Truppendivision; Christian Ritter von Kerczel. zugetheilt dem 12. Corpscommando, und Karl Horsetzly Cdlen von Hornthal, zugetheilt dem 13. Corpscommando. Seine l. und k. Apostolifche Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 13. December d. I. dem Seclionschef im Ackerbauministerium Ernst Oser ^tfrei den Orden der eisernen Krone zweiter Classe allergniidigst zu verleihen geruht. Sline l. und l. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 12. December d. I. dem Notar und Präsidenten der Notariatslammer für Deutsch-Tirol und Vorarlberg in Innsbruck Dr. Alois Knoll das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens «Ungnädigst zu verleihen geruht. Nach dem Amtsblatte zur «Wiener Zeitung» vom 16. und ". December 1899 (Nr. ii«? und 288) wurde die Weiter« Verbreitung folgender Presserzeugnifse verboten: Nr. 94 «Freie Stimmen». Nr. 23 «Vö8lnllc kraisll/ek pisämö3ll» vom 10.December 1899. »Freiheit» vom 9. December 1889. Nr. 9« «Norbböhmische Vollszeitung» vom 9. December Heft 1 der im Drucke und Verlage von Mch. Hermann ^«trich in Dresden erschienenen Druchchrift: «Johann Orth, der lühne Seefahrer» oder: «Die Geheimnisse an Vord der »«antu Margarethe. Großer Nottsloman aus der Neuzeit von vermann Feiler, Cavilan z. S.» Nr. 174 und 175 «Universal» (Vukarest).____________ Nr. 164 «Vita» vom 6. December 1899. Nr. 33? «Xuryer I.wow»lll» vom b. December 1899. «Modernes Christenthum von K. Hechler, Verlag von Robert Vaum, Leipzig 1899.» Nr. 23 «KlLäenzkö ro2lileäy» vom 9. December 1899. Nr. 26 «8vot»ocl»» (Nmerila) vom 23. November 1899. Nr. 25 «c^ky üölnik» vom 8. December 1899. Nr. 55 «Deutsche« Voltsthum» vom 6. December 1699, Nr. 10 (» und l>) «^merillün» (Chicago) vom 9. und 13. November 1899. Nr. 96 «Leitmeriher Wochenblatt» vom 9. December 1899. Nr. 49 «Deutsche «ollswehr» vom 9. December 1899. Nr. 9? «NIluzy 2 Nank» vom 9. December 1699. Nichtamtlicher Theil. Bulgarisches Sobranje. In den letzten Sitzungen verhandelte das Sobranje über einen vom Ackerbauminister Nacovii eingebrachten Gesetzentwurf, betreffend die Errichtung von landwirtschaftlichen Musterwirtschaften in jedem der 22 Kreise des Lande«, unter Auflassung der bisher bestandenen landwirtschaftlichen Schulen. Der leitende Gedanke des Ministers ist offenbar, die Unterweisung der landwirtschaftlichen Bevölkerung auf durchaus > praktischem Wege zu bewirken, wobei die Regierung im Auge hat, fremde Arbeits- als Lehr» oder Musterkräfte in Verwendung zu ziehen. Die principielle Annahme des Entwurfes begegnete bei der allgemein anerkannten Nothwendigkeit, etwas für die Hebung der Landwirtschaft zu thun, keinem erheblichen Widerstände. Weiters gelangte eine Gesetzesvorlage in erster Lesung zur Annahme, welche die Verzehrungs- und Mautsteuern, die bisher von den Gemeinden eingehoben wurden und wegen ihrer Höhe sehr drückend auf Handel und Markt wirkten, mit 1. Jänner 1900 a. St. aufhebt. Ueber die Art, wie die Gemeinden dafür entschädigt werden sollen, werden die betreffenden Com-Missionen Vorschläge zu erstatten haben. Endlich verhandelte das Sobranje auch über einen Gesetzentwurf für die Einrichtung der Militärgerichte, welcher die Umwandlung der Regimentsgerichte in Garnisonsgerichte, die Reducierung der Garnisons-gerichte von 6 auf 3 und die Verbesserung der Be-stnnmungen über Untersuchungsrichter und Vertheidiger bei Militärgerichten zum Gedanken hat. Deputierter Belinow (Karawelowist) beantragte hiebei die Zulassung von Advocaten, welche Reserve-Officiere sind, als Vertheidiger bei den Kriegsgerichten. Kriegsminister Oberst Paprikow billigte im Principe diesen Antrag, worauf die Vorlage in erster Lesung angenommen wurde. Ebenso nahm die Kammer einen Entwurf zur Anullierung des geltenden Beamtengesetzes in drei Lesungen an. Diese Aufhebung bringt unter anderem mit sich, dass ein Staatsbeamter im Falle der Auflassung des bekleideten Postens sofort und ohne Entschädigung aus dem Dienste entlassen werden kann. Politische Uebersicht. 8 »lbach, 1«. Decnnber. Das Abgeordnetenhaus erhob in seiner am 16. d. M. stattgefundenen Sitzung das Gesetz, betreffend die Bezüge der Staatsdiener, in dritter Lesung zum Beschlusse, nachdem in der zweiten Lesung einige Miuoritätsanträge angenommen worden. Der Bericht des Budgetaueschusses über die Anträge, betreffend die Aufhebung der Nerarialftrahen-und Ueberfahrtmauten wurde in allen drei Lesungen unverändert zum Beschlusse erhoben. Nach weiterer Annahme einiger Gesetzentwürfe begann die Debatte über den Dringlichleitsantrag des Untersuchungsausschusses, betreffend die Excesse in Mühren und in Graslitz, dahingehend, die Regierung aufzufordern, allen Verurtheilten Amnestie zu gewähren. Während der Debatte kam es zu einem heftigen Wortwechsel zwischen dem Iungczechen Dvotal und dem Deutschen Kindermann. Letzterer rief Dootal, der seine Rede in böhmischer Sprache begann, oaö Wort «Unverschämtheit» zu und erklärte später diesen Zuruf damit, dass die Deutschen nur unter der Bedingung für den Dringlich« leitsantrag stimmen, wenn leine Debatte stattfinde, während die Rede Dvoraks als Obstructionsreoe erscheine. Trotz Versöhnungsversuches beharrte Dvorak auf der Einberufung eines Missbilligungsausschusses, was der Präsident zusagte. — Nächste Sitzung Mittwoch. Wie die «Neue freie Presse, berichtet, hat die Regierung drei Gesetzentwürfe, welche die Regelung der Sprachenfrage zum Gegenstande haben, vor« Feuilleton. Von Brindisi nach Messina. Neise - Erinnerungen von «. Peruiel. (Fortsetzung.) Da in der Kirche gerade Gottesdienst abgehalten Wurde, so erschien dieselbe ziemlich gefüllt. Dazu trug «rellich der Umstand bei. dass es Sonntag war und dass in Süditalien die Städte unverhältnismäsiig Weniger Kirchen aufweisen als in Mittel- und Ober-«allen, wo jede Gasse gleich über mehrere Gotteshäuser ^ersügt. die nur zur Zeit der Messe offen stehen. so< dann aber geschlossen werden. — Eine andere alte Kirche 'st dem heil. Donunik geweiht. ^ Am Ende der Altstadt befindet sich das Stadtthor ^ona lii I.60C0, durch welches man in die Neustadt und zu der in die '1'oir» di I^ouos, d. i. den südlichen ^heil von Apulien, sührenden Straße gelangt. Nach oem warn xrlmäi) hin liegt ein mächtiges mittelalter, uches Castell mit Nußenmauern, Wehrgängen, runden Und viereckigen Thürmen, das südlich und östlich vom "teere bespült wird Es bildet einen Bestandtheil der A>n Ferdinand von Aragonien (1458 bis 1494) und Mllpp von Spanien (1554 bis 1598) erbauten Be-sestigungen. ^, Der künstliche Canal, durch welchen dio»»v ronäu, doch zeichnen sich auch unter diesen die Köpfe dcr Persephone und der Aphrodite aus dem Ende des fünften Iahrhundertes und ein Herakles aus dem vierten Jahrhunderte durch grohe Schönheit au«. lHvnsttzm»« jolP.) Laibacher Zeitung Nr. 290. 2314 19. December 1899. bereitet, nämlich ein Sprachengesetz für Böhmen, ein solches für Mähren und einen das ganze Reich umfassenden Entwurf. Der Sprachengesetz-Entwurf über den Gebrauch der Sprachen bei den landesfürstlichen Behörden in Böhmen enthält die innere czechische Amtssprache für die rein czechischen Bezirke. Zugleich enthält der Entwurf auch Bestimmungen, in welchen Ungelegenheiten des dienstlichen Vcrlehres die Behörden sich der deutschen Sprache zu bedienen haben. Wie das «Neue Wiener Tagblatt» meldet, umfasst der Entwurf zur Regelung der Sprachenfrage in Böhmen und Mähren beinahe den gauzen Complex der Sprachenfrage und stellt grundlegende Bestimmungen für den Sprachengebrauch in allen Zweigen der Verwaltung auf. Im Entwürfe sind einige der im Pfingst-programm aufgestellten Punkte derart verwendet worden, dass die Regierung erwartet, dass das Gesetz seitens der deutschen Abgeordneten Billigung finden könne. In einer Mittheilung, die die «Pol. Corr.» von einem über Orientangelegenheiten unterrichteten Gewährsmanne erhält, wird versichert, dass an der Haltung des St. Petersburger Cabinetes gegenüber der Ertheilung derAagdadbahn-Concessionanein deutsches Unternehmen nicht die kleinste Abweichung von der Linie vollständiger Reserve wahrzunehmen sei. Dies habe sich auch im Verlaufe der jungn stattgehabten Audienz des russischen Botschafters, Herrn Sinowiew, beim Sultan bekundet, bei welcher auch dieser Gegen« stand gestreift wurde. Die hierauf bezüglichen knappen Bemerkungen hätten bloß die wirtschaftliche Bedeutung der Angelegenheit betroffen, und der Botschafter habe seinerseits lein Wort in dem Sinne fallen lassen, als ob Russland von dieser Sache näher berührt würde und Anlass hätte, zu ihr Stellung zu nehmen. — Aus Constantinopel meldet man, dass der Prä-sident der deutschen Bank, v. Siemens, behufs Regelung der Einzelheiten der erfolgten Concessions-ertheilung für das Bagdadbahnproject daselbst eingetroffen ist. In türkischen Kreisen knüpfe man zugleich an seine Anwesenheit die, wie es scheint, nicht unbegründete Hoffnung, es werde durch Vermittlung der durch die Deutsche Bank repräsentierten Bankengruppe denn doch die Erreichung jenes dringend benöthigten Vor« schusses herbeigeführt werden, über welchen, wie bereits gemeldet, mit der Banque Ottomane bisher ohne Erfolg unterhandelt wurde. Tagesneuigleiten. — (Ein verunglückter Hochzeitszug.) In der Nähe der slavonischen Gemeinde Ilok sind zwölf Personen, die sich auf mehreren Schlitten nach Vranil begeben wollten, sammt den Fuhrwerken in die Donau gestürzt und darin ertrunken. Der Vraniler Bauernbmsche Stefan Manojlovit feierte am 10. d. in Ilot seine Hochzeit mit Marie Stanovit. Als er nach der Trauung, von Verwandten und Gästen auf vier Schlitten begleitet, die junge Irau heimführte, nahm der Hochzeitszug am Donaufer seinen Weg nach Vranil. Die Kutscher, welche die Schlitten lenkten, befanden sich in stark angeheitertem Zustande und ließen die Pferde in rasendem Galopp dahinstürmen. Plötzlich stieß der erste und bald darauf auch der zweite Schlitten an einen Kieselhaufen, und sämmliche Fuhrwerke stürzten sammt den Passagieren in den Fluss. Es verunglückten dabei der Bräutigam, der Bruder desselben, die Braut, zwei Brautführer mit ihren Brautjungfern, endlich die beiden Kutscher. Drei Verwandte wollten den Verunglückten zu Hilfe eilen, doch sahen sie selbst nicht das steile Ufer, welches vom Schnee bedeckt war und so fanden auch sie ihren Tod in den Wellen. — (Merkwürdiger Gemsfang.) Dass ein Gemsjäger den gesuchten Bock mit der Hand fängt, macht vielleicht Ben Akibas weltberühmten Ausspruch zuschanden. Diesertage aber passierte der Fall thatsächlich im Tamchcimer Thal (Tirol), drei Kilometer von der baierischen Grenze. Der 7bjährige Jäger Anton Lechlelthner des Prinz - Regenten Luitpold von Baiern begab sich in der oberen Stuibenalpe auf die Gemsjagd, und es gelang ihm auch, sich mit guter Deckung an ein Rudel Krickel-wild anzupürschen. Zwei zusammen spielende Böcke fesselten besonders seine Aufmerksamkeit, bis er auf einmal eine Erschütterung der Steinplatte spürte, hinter der er kauernd Deckung gesucht hatte. Beim Aufblicken gewahrte er, dass ein guter Vock auf die Platte gesprungen war; ein Griff, ein Ruck, und der Vock lag zu Füßen Lcchleithners, der ihn unter Aufwendung aller seiner Körperkräfte schließlich fesseln und nach Schattwald hinuntertragen konnte. — (Ein Flug durch die Lüfte.) Aus Mailand wird geschrieben: «Ein ganz ungewöhnlicher Fall, den man nicht für möglich halten würde, wenn er nicht wirklich wahr wäre, hat sich diesertage in Quarna Sotto, einer kleinen Ortschaft bei Laveno im Toce-Thale, ereignet. Die Bäuerin Theresa Falciola gieng mit ihren beiden Töchtern auf den Berg, um, wie man es in dieser Gegend zu thun pflegt, mittelst eines Drahtes einige Holzbündcl zu Thal zu schaffen. Der vom Berge ausgehende Metalldraht befindet sich in einer Höhe von 800 Meter über einer tiefen Thalschlucht und endigt auf einem Hügel. Als die Falciola sich anschickte, das Holz hinunterzuschaffen, packte der Haken plötzlich ihren Trauring, klammerte sich daran fest und führte die laut aufschreiende Frau in sausendem Fluge über Berg und Schlucht und Abgrund zu Thal. Die beiden Mädchen, die der Scene, welche sich blitzschnell abgespielt hatte, beiwohnten, liefen jammernd und weinend den Berg hinunter zum anderen Ende des Drahtes auf den Hügel, wo sie die Mutter zerschmettert vorzufinden fürchteten. Aber zur Ueberraschung und Freude aller fand man die Bäuerin gesund und munter. Sie hatte die unfreiwillige Luftreise beendigt, ohne Zchaden zu nehmen, und der Anprall bei der Ankunft wurde durch das Holzbündel, das mitgeflogen war, so geschwächt, dass die Falciola mit heiler Haut davonkam.» — (Ein furchtbares Drama) hat sich in dem Pariser Vororte Levallois-Perret abgespielt und dessen Bewohner in die größte Aufregung versetzt. Es handelt sich da um eine entsetzliche, feige Rache eines Hintergangenen Ehemannes, eines Musikers Namens Emanuel Frejand. Dessen junge und hübsche Frau hatte während einer Tourne'e mit einer wandernden Schau-spielertruppe ein Verhältnis mit einem der Mitglieder, Adrien Vouchary, angeknüpft und war schließlich mit diesem wegen der fortwährenden Eifersuchtsscenen und Vrutalitüten ihres Gatten durchgegangen. Frejand machte sich sofort an ihre Verfolgung und entdeckte sie mit ihrem Liebhaber in einer kleinen Villa in Levallois-Perret einquartiert. Er bezog neben dieser eine kleine Wohnung, um die Gelegenheit zu einer blutigen Rache abzuwarten. Der Anblick des Liebesglückes des Paares brachte ihn in eine derartige Wuth, dass er auf einen ganz teuflischen Rachegedanlen verfiel. Er befaß zwei wilde dänische Doggen, die nur auf ihn als ihren Gebieter hörten. Diese ließ er drei Tage lang hungern und führte sie zu einer Stunde, da die Liebenden einen Spaziergang zu machen pflegten, mit sich auf den Marktplatz. Er brauchte in der That nicht lange zu warten. Bald kamen Bou- chary und feine Geliebte die Straße herunter. Der Auftritt, der sich nun abspielte, spottet jeder Beschreibung. Ohne ein Wort zu sagen, wies der Hintergangene Ehemann auf den Räuber seiner Ehre, dann ließ er die Doggen los. Mit einem wüthenden Satz sprangen die ausgehungerten Thiere auf den unseligen Äouchary, warfen ihn zu Boden und zerfleischten ihm das Gesicht. In wenigen Augenblicken waren ihm Nase, Wangen und Ohren weggerissen. Frejand sah diesem barbarischen Schauspiele, an einen Baum gelehnt, höhnisch lächelnd zu, während die junge Frau mit einem schrillen Schrei in Ohnmacht gesunken war. Endlich eilten Leute hinzu, die die wüthenden Bestien todtschlagen mussten, da sie nicht von ihrer Beute lassen wollten. Bouchary wurde noch schwach athmend in das Hospital gebracht, wo er bald darauf sein Leben unter den gräßlichsten Schmerzen aushauchte. Frejand, den die Bevölkerung lynchen wollte, wurde verhaftet. — (Kein Mann der Feder.) So gut der Bure die Büchse führen kann, so schlecht versteht er mit der Feder umzugehen. Wenn der Durchschnittsbure gezwungen ist, seinen Namen unter irgend ein Schriftstück zu setzen, bereitet er sich dazu vor, wie zu einem höchst wichtigen Acte. Im Hause herrscht eine seltsam schwüle Luft, die Kinder werben von der geängstigten Mutter zur Ruhe gewiesen, und der Vater bläst ungeheure Rauchwolken aus der Pfeife und schaut bekümmerten Antlitzes dem sich auflösenden Dampfe nach. Die Ecke eines Tisches wird vorsichtig abgewischt, die Familienbibel darauf gelegt, und der Paftierbogen, der die Unterschrift erfordert, feierlich ausgebreitet. Alles drängt sich um den Tisch und harrt erwartungsvoll der kommenden Dinge. «Still,» bedeutet die Mutter den Kindern, «Vater muss seinen Namen schreiben.» Vater ergreift dann muthig die Feder, die Aermel hat er zu diesem Zwecke aufgestreift, und mit langsamen, ängstlichen Bewegungen gleitet die Feder über das Papier. In ungefähr vier Minuten ist die Aufgabe vollbracht, aufathmend betrachtet er das Kunstwerk, und zufrieden erhebt er sich. — (Von Lord Methuen), dessen Division am Moooer-Flusse so schwere Verluste erlitten hat, wirb folgendes Geschichtchen erzählt: Vor einigen Jahren, als er noch Gardeofficier war, fftielte er fchon in den höheren Gesellschaftskreifen von London eine bemerkenswerte Nolle, auch galt er für einen der ersten Boxer. Eines Tages hatte Methuen Gelegenheit, seine Kunst zur Vertheidigung einer Dame zu erproben, die mit dem Kutscher eines Mietwagens wegen seiner übermäßig hohen Forderung in Streit gerathen war. Methuen, der eben vorübergieng, ergriff Partei für die Dame. Da rief der Kutscher vom Vock herab: «Sie würden es nicht wagen, mit mir in solchem Tone zu sprechen, wenn ich auf dem Trottoir Ihnen gegenliberstände.» «Nun, so kommen Sie herab,» versetzte Paul Methuen. Der Cabby ließ sich's nicht zweimal sagen und nahm die Herausforderung an. Aber schon nach dem zweiten Gange hatte er genug und bedauerte, die Dame überhalten zu haben. — (Elektrische Bahn nach den Pyramiden.) Der modernen Industrie ist wirklich nichts heilig; nicht genug, d«ss die elektrischen Wagen der belgisch'beutschen Gesellschaft die Straßen von Kairo durchführen, erstreckt sich neuerdings ihre Route sogar bis zum Fuße der Pyramiden von Gizeh. Die betreffende Linie geht von dem westlichen Endpunkte der Brücke Kair-el-Nil aus drei Kilometer fast bis Gizeh, am Flusse entlang und schließlich etwa 12 Kilometer nach Westen bis zu den Pyramiden gleichen Namens. Die Vahn hat nur ein Geleise und durch Pfeiler aestüljte Dopveldrähte Minökinöchen. Roman von El. Nast. (47. Fortsetzung.) Und sie stieß einen schweren Seufzer aus, presste das Mädchen fest an die Brust und ließ ihren Thränen freien Lauf, und auch Inna weinte. Endlich hatte Aglaja Nitolajewna sich soweit ge> fasst, dass sie wieder sprechen konnte. «Wenn du wenigstens auf dem Schlosse bliebest!» sagte sie bekümmert. «Wenn man dich nicht in ein Institut stecken wollte! Aber wer kann wissen, was dir noch alles bevorsteht, mein Herzchen? Doch nein,» setzte sie energisch hinzu, «das werde ich zu verhindern wissen, dass man dich hinausschickt, damit du m deinen armen Kopf, den Väterchen schon so unnatürlich gemartert hat, noch mehr überflüssiges Zeug hineinpropfestl Du mufst ja ganz von Verstand kommen durch das ewige Lesen und Schreiben! Nein, nein, das darf nicht geschehen, und wer solche Geschichten mit dir vorhat, bekommt es mit mir zu thun!» So redete sie noch halbstundenlang fort, aber nach und nach beruhigte sie sich doch, und auch ihre Thränen flössen stiller und spärlicher. Endlich ergriff sie Innas Hand und zog das junge Mädchen von der Ofenbank empor. «Komm!» sagte sie gepresst. «Ich selbst will dich nach dem Schlosse begleiten und sehen, wie du dort wohnen wirst, mein Herzblatt l» Langsam, ohne ein Wort zu sprechen, durch, schritten sie Garten und Hof und stiegen die Treppe empor, die nach den Gemächern der Gräsin führte. Oben angekommen, blieb die Kartschenko Plötzlich stehen, legte beide Hände um Innas blondes Köpfchen und sah sie wehmüthig an. «Mein einziges Glück! Mein alles!» flüsterte sie bewegt. «Jetzt, jetzt bist du noch mein, nach wenigen Minuten steige ich allein die Treppe hinab! Ich habe dich dann verloren — für immer!» Und sie küsste Inna zärtlich und lange. Dann aber pochte sie resolut an die Thür und trat rasch über die Schwelle. Sie hatte sich fest vorgenommen, der Gräsin Vorwürfe zu machen, allein Martha Petrowna hatte trotz aller Leutseligkeit eine so eigene vornehme Art, mit ihren Untergebenen zu verkehren, dass die Kartschento bei ihrem Anblicke nichts über die Lippen brachte als: «Hier bringe ich Inna — ich werde sie sehr vermissen!» — und dann um die Erlaubnis bat, das Zimmer sehen zu dürfen, welches ihr Liebling von jetzt ab bewohnen sollte. «Dein Wunsch soll dir erfüllt werden.» sagte Martha Petrowna freundlich und durchschritt, ihren Arm um Innas Schultern legend, während Aglaja Nilolajewna trübselig hinterdrein schlich, ein paar Gemächer. «Hier ist unseres Herzblattes Salon,» erklärte sie, eine Thür öffnend, «und dahinter liegt ihr Schlaf« stübchen.» Aglaja Nikolajewna besah und befühlte alles, die geschnitzten Schränke, die Polstersachen und das mit einem blauseidenen Baldachin versehene Bett; dann küsste sie der Gräsin die Hand, umarmte Inna noch ein letztesmal und eilte hierauf, nur mühsam ein Aufschluchzen unterdrückend, hinaus. Marty, der in Gedanken versunken vor einer kostbaren Palme stand, war ganz erschrocken, als er plötzlich zwei Arme seine Schultern umklammern fühlte. «Eh, was gibt's denn?» rief er und wandte sich hastig um. «Wie, du bist's?» setzte er gleich daraus erstaunt hinzu, als er seine Frau vor sich sah. «3"' warum siehst du denn so verstört aus? Ist 3""" etwa ein Unglück zugestoßen?» «Du fragst noch?» klagte Aglaja Nikolajewna und sah ihn vorwurfsvoll an. «Ich komme soeben uoM Schloss, wohin ich Inna gebracht habe. Sie wird dort wie eine Prinzessin wohnen, denn die Herrin hat >Yt zwei prächtige Zimmer herrichten lassen, aber wenn ste bei uns auch nur auf buntgewürfelten, groben Lemen-lissen, anstatt auf seidenen lag, so wird sie doch me-mand mehr so lieben wie ich!» «Ol Wer weih!» erwiderte Kartschenko und dach« an Gregor Gregorowisch, von dem Inna gesagt hatte, dass sie die Sterne vom Himmel herabholen würde, wenn er es je von ihr verlangen sollte. .Vielleicht findet sich im Schlosse doch jemand, der sie so liebt, ja, dem sie noch weit mehr ins Herz hineinwach« als dir!» (Yottsttzung folgt.) Vaibacher Zeitung Nr. 290.___________________________________2315_____________________________________ December 1«W — (Ein Paradies fllr Hunde.) Polnische Blätter berichten, dass die Gemeindeverwaltung einer ga-lizischen Stadt, welche einen herumirrenden Hund ans-gegriffen hat, dem sich später meldenden Eigenthümer folgende Rechnung präsentierte: Rechnung sür die Verpflegung eines Hundes in der Zeit vom 12. bis 30. November 1899. das ist durch 19 Tage: Früh Kaffee, täglich mittags Suppe und Braten, abends Braten, außerdem täglich Zucker. Wurst und Schweizerläse. Ferner für die Wartung des Hundes und sür die Abnützung zweier Nehhiiute, auf welchen der Hund geschlafen. Zufammen 15 st. Die Gemeindeverwaltung der Stadt t. Local- Mld Prouinzial-Nachrichten. — (Verforgungsgenüsse mit Rücksicht auf den Finanzwachdienst.) Das l. l. Finanz-Ministerium hat anlässlich einer gestellten Anfrage in Erläuterung der diesbezüglichen Bestimmungen eröffnet, dass im Falle des Uebertriltes voll Militärpersonen in den Eivilstaatsdienst. auch wenn dieser Uebertritt nicht unmittelbar, jedoch noch während der nichtactioen Reserve oder nicht activen Landwehr erfolgt, die von den genannten Personen vor dem Eintritte zum Militär in der Ananzwache zugebrachte Dienstzeit bei Bemessung der nach den Civilpensions-, beziehungsweise Provisions-Vor-lchriften zukommenden Versorgungsgenüsse dann anrechenbar ist, wenn sich an die in Rede stehende Finanzwach-dienstzeit die active Militärdienstzeit unmittelbar, d- h. ohne eine inzwischen liegende Unterbrechung, an-ichließt. Unter diesen Voraussetzungen ist die dem Mi» litärdienste vorangehende Finanzwachdienslzeit auch bei der Bewilligung der dauernden Aufnahme in die Finanzwache, dann bei Feststellung des Anfalles der Finanz-Wach-Dienstzulagen in Anschlag zu bringen. —o. — (Thierärztliche Wandervorträge.) 3ür das heurige Jahr wurden im politischen Bezirke Adelsberg die von der l. l. Landesregierung eingeführten thierärztlichen Wandervorträge vom l. l. Bezirtslhierarztc Gas pari in Britof, Smerje, Lozice, Dorn und Sanct Michael abgehalten. Als Vortrags-Themata wurden gewählt: Die schädliche Wirkung des verdorbenen Futters auf die Gesundheit der Thiere, die Entstehung von verschiedenen Krankheiten infolge Genusses solchen Futters und die zu beobachtenden Vorsichten zur Abwendung der Erkrankung sowie die Behandlung der erkrankten Thiere; die Wirkung des Glauber- und Bittersalzes als Ver-dauung förderndes und abführendes" Mittel, die Stall-hygiene, Stallbauten und deren Einrichtung mit besonderer Rücksicht auf die Schweinstallungen, die Schweinepest und deren Verbreitung, Krantheilserscheinungen und Tilgungsmahregeln. Zum Schlüsse wurde die acute Trommelsucht der Wiederkäuer und die operative Ent-sernung von Gasen mittelst Pansenstich, sowie die Entfernung der im Schlunde stecken gebliebenen fremden Körper besprochen, und wurden insbesondere die operativen Demonstrationen des Pansenstiches mit dem Trokar und die Einführung der Schlimdrühre in den Pansen beifälligst aufgenommen. Zu diesen Vortrage,,, an welchen in Britof, in Dorn und St. Michael auch die Herren Geistlichen und Lehrer, in Lozice der Herr Lehrer und die Vertreter der landwirtschaftlichen Filiale von St. Veit theilnahmen, erschienen zahlreiche Zuhörer, und zwar in Britof «0, in Smerje 60, in Lozice 90, in Dorn 40 und in Et. Michael über 100. Dieselben folgten den populären Belehrungen mit großer Aufmerksamkeit und dankten viel-Mia für dieselben. ^«- — (Von den k. l. Staatsbahnen.) Mit 13. d. M. wurden für gedeckte und Langholzwagen die normalen Lieferfristen wieder eingeführt. Für offene Güter-wagen bleiben gekürzte Ladefristen noch bis auf weiteres in Kraft. — (Section «Krain» des deutschen und österreichischen Alpenvereines.) Am I6.0.M. veranstaltete die Section «Krain» des deutschen und österreichischen Alpenvereines in der Glashalle des Casinos Hren zweiten Vortragsabend, zu dem sich eine zahlreiche Zuhörerschaft eingefunden hatte. Zur Vorführung gelangten «rohe Schattenbilder aus der Triglavgruppe, erläutert durch einen zugehörigen, vom Sectionsmitglicde Herrn schart» Tschech trefflich vorgetragenen Text. Den Zielen ^s Vereines entsprechend, war in den 46 vorgeführten Mildern hauptsächlich das Hochgebirge vertreten, und unser Mster heimatlicher Berg Triglav dürste noch niemals lm Bilde eine so würdige und vollständige Darstellung gefunden haben. Zur Einleitung wurden Ansichten dieses Berges aus dem Wocheiner - Thale, von der Vaumbach-HÜtte. aus dem Vratathale, von der Roica in den Ka-lawanlen und von der nahen Spitze des Tosc, letzteres "n Meisterwerk alpiner Photographie des Sections-lnitgliede« I. Stransly, welcher alle Glasbilder angefertigt hatte, vorgeführt. Dann folgten nach einem geographischen Ueberblick über die Triglavgruppe Bilder des Hauptweges von Mojstrana durch das Kotlhal aus d« Triglavspitze. Ausgezeichnete Aufnahmen der Umgebung des Deschmann-Hauses vermittelten einen lebendigen Eindruck über die Lage und Bedeutung der ältesten Vereins-hüttc, und prächtige Bilder von der Eröffnung des Hauses im Jahre 1887 nebst dem Bilde des damaligen Sec-tionsvorstandes Karl Deschmann weckten schöne Erinnerungen an den Beginn des alpinen Lebens und Interesses in Laibach. Auch die weitere Besteigung bis zur Spitze kam in gelungenen Bildern zur Vorführung, worauf die Geschichte der Triglavbesteigungen und der Verkehrs-enlwickelung im Triglavgebiele vorgetragen wurde. Schließlich folgte ein mit Bildern reichlich erläuterter Ueberblick über die übrigen Triglavanstiege, des Vrataweges (Bild eines Fclsenbandes) und Vratathales, des Weges von Veldes über die Potluka - Hochfläche, der Wege von der Wochein mit zahlreichen Aufnahmen aus dem Sieben-seen-Thale und endlich des Abstieges ins Thal der Trenta. Den Schluss bildeten zwei Bilder des Ueberganges nach Kronau, als der kürzesten Verbindung mit dem Trenta-thale, eine stimmungsvolle Ansicht deS Hüttcnbauvlahes der Section am Verschetzsattel und der Thalschluss des Pischenzathales. Die Bilder sind als erster Beitrag der Section «Krain» zu einer im Alpenverein errichteten, allen Sectionen zur Verfügung stehenden Sammelstelle bestimmt und werden ihren Zweck, die Aufmerksamkeit weitester Kreise auf unfere heimifchen Alpen zu lenken, ausgezeichnet erfüllen können. Die Bilderdarstellung in so großen, vom Fußboden bis zur Decke reichenden Bildern eignet sich, wie man sich beim letzten Vortragsabend überzeugen konnte, wie lein anderes Anschauungsmittel dazu, größeren Zuhörerkreisen einen lebendigen Eindruck von Landschaften an der Hand entsprechender Schilderungen zu vermitteln. Dass dies rücksichtlich der Triglavgruppe in so gelungener Weise geschah, war, wie der Sectionsobmann am Schlüsse des Vortrages dankend hervorhob, ein Verdienst der Sectionsgenossen I. St ran sly (Bilderherstellung), Richard Tfchech (Vortrag) und Professor Albin Velar, in dessen bewährten Händen die ganze Vorbereitung des Vortrages und die Bedienung deS Apparates lag. — (Ein gediegenes, dabei billiges Weihnachtsgeschenk für die Jugend) sind die Bilderbogen für Schule und Haus (herausgegeben von der Gesellschaft für vervielfältigende Kunst in Wien), von denen kürzlich die dritte Serie (Preis 1 fl. 50 kr.) erschienen ist. Diese «Bilderbogen» enthalten anregende und unterhaltende Darstellungen aus der biblischen und vaterländischen Geschichte, der Geographie, dem Leben des Voltes, Sagen und Legenden, Märchen u. s. w. und können allen fürsorglichen Eltern wärmsten« empfohlen werden. — (Generalversammlungen.) Der Verein «Dol<3ni»lco povnko drugtvo» in Rudolfswert hielt am 16. d. M. unter zahlreicher Betheiligung seine diesjährige Generalversammlung ab. In den Ausschuss wurden die Herren Medved (Obmann), Iupantii, Hlaonil, Rems, Skale, Kozina, Dr. Sterle, Poula, Dr. Volcii, Slalicly und Vojska gewählt. — Am 30. d. M. um 8 Uhr abends findet im Gasthause Tutet die Generalversammlung des «1)oloni«ki 8okol» mit der üblichen Tagesordnung statt. Sollte dieselbe nicht beschlussfähig fein, fo wird die zweite Generalverfammlung unmittelbar darauf um halb 9 Uhr abgehalten werden. —0— — (Die Gewerbegenossenschaft in Nudolfswert) hält am 24. b. M. um halb 9 Uhr abends in den Gasthauslocalitäten des Herrn Kopat eine Verfammlung mit nachstehender Tagesordnung ab: 1.) Vorschläge, betreffend die Einzahlung von Vereins-gebüren. 2.) Berathung über die zu gründende Krankcncasse für Meister, beziehungsweise gewerbliche Gehilfen. 3.) Vorfchläge, betreffend die Aufnahme von Gehilfen und Lehrlingen. 4.) Vertheilung der Genossenschaftsstatuten unter die Mitglieder. 5.) Verfchiedene Anträge. —0— — (Ehrist baumfeie r.) Heute abends um 6 Uhr wird in der Tonhalle für die den Kindergarten des deutschen Schulvereines besuchenden Kinder eine Christbaumfeier abgehalten werden. Einlasslarten hiezu sind in der Musikalienhandlung Otto Fischer kostenlos erhältlich. — (Schwurgcrichts-Verhandlung.) Am 15. d. M. fand unter dem Vorsitze des Herrn Landes-gerichtsrathcs Guido Schneditz die Verhandlung gegen den 20 Jahre alten Grundbesitzerssohn Franz Aublc in Dobeno, Gerichtsbezirk Vischoslack. wegen Todtschlages statt. Als Ankläger fungierte Herr Staatsanwalt-Substitut Albert Ritter von Üuschan. Subic hatte, wie seinerzeit gemeldet, am 19. v. M. dem Burschen Seljat nach vorangegangenem Wortwechsel einen Messerstich ins Herz verseht, so dass derselbe nach wenigen Minuten starb Subic wurde zu vier Jahren schweren Kerlers mit einem Fasttage allmonatlich und Einzelhaft am 19. November jeden Strafjahres verurtheilt. — Mit diefer Verhandlung wurde die Schwurgerichtssession geschlossen. —I. — (Diebstahl.) Am 16.d.M.nachmittags schlich sich der in Odessa gebürtige Oskar Pozarevac, gewesener Ladenverkäufer, in den Pfarrhof zu St. Marein unter Laibach ein und entwendete dem Hern» Dechanten Andreas Drobnit in dessen Abwesenheit eine goldene Uhr sammt llette im Werte von etwa 7tt sl Der Herr Dechant ver. misste alsbald die gestohlenen Wertfachen und sandte seinen Knecht auf die Suche nach dem muthmaßlichen Thäter aus. Derselbe traf den Dieb in einem Gasthause in La-niöte und verständigte den Gendarmerieposten in Olo-feljca von dem verübten Diebstahle. Pozarevac wurde fodann verhaftet und dem l. l. Landesgericht in Laibach eingeliefert. Er gab zu feiner Rechtfertigung an, den Diebstahl aus Noth verübt zu haben. —I. — (Weindieb stahl.) Dem Vefiher Josef Aljas in Schalowitz, Gemeinde St. Peter, Bezirk Rudolf«, wert, wurden aus dem versperrten Weingartenhause 1? Eimer Wein gestohlen. An den Thüren und Fenstern waren leine Spuren eines gewaltsamen Einbruches bemerkbar. —0»- — (AuS Vtschoflack) berichtet man uns: Am 10. b. M. abends gab es im Gasthaufe de« Kosinc in Safnih, Gerichtsbezirk Nischoflack, eine zahlreiche, bereits stark angeheiterte Gesellschaft. Zwischen dem etwa 29jährigen verheirateten Leopold Rajgelj und dessen 35jährigem, ebenfalls verheiratetem Schwager Anton «vtupnikar entstand ein heftiger Wortwechsel, da sich beide gegenseitig ihre Armut vorwarfen. Gegen 10 Uhr verließ «Vtupnilar das Gasthaus, um sich nach Hause zu begeben. Ihm folgte Rajgelj mit seinen Kameraden tkuralt und Vernil. Im Garten des <3tupnilar angelangt, ergriff Bernil ein Holzscheit und scheuderte es gegen den Stup-nilar, Kuralt aber schlug letzteren, ebenfalls mit einem Holzscheit, auf den Kopf. Atupnilar sprang inS HauS, ergriff eine Axt und lehrte in den Garten zurück, woselbst er seinen Schwager Rajgelj antraf und demselben mit der scharfen Axtseite einen wuchtigen Hieb auf den Kopf versetzte. Rajgelj ist lebensgefährlich verletzt und musste ins Landesspital nach Laibach überführt werben. <ötup-nikar flüchtete sich vor der Gendarmeriepatrouille, stellte sich aber dann selbst dem Gerichte. —»— — (Fort P r e d i l.) AuS TarviS wird geschrieben: Die neuen Festungsbauten am Predil und an der Flitscher Klause sind nun fertiggestellt, und da« neue Fort am Predil wurde auch schon bezogen. Da« neue Vollwert führt den Namen «Fort Predil», und die alte Festung wurde zur Devastation erniedrigt. Der Neubau an der Flitscher Klause, gegenüber dem schon bestehenden Fort, wurde «Fort Hermann» getauft. An Hermann, der, ein zweiter LeonidaS, mit seinen 200 Kampsgenossen am 18. Mai 1805 den Heldentod fürs Vaterland starb, erinnert jetzt am Predil, dem eigentlichen Schauplätze der That, nur noch die von Kaiser Ferdinand gewidmete Marmorpyramide mit dem sterbenden Lüwen, einer getreuen Nachbildung de« Löwen von Luzern. Leider scheinen nun die einzelnen Marmorblöcke au« den Fugen gehen zu wollen und haben sich schon, wohl infolge deS Druckes des dahinter lagernden Erdreiche«, um mehrere Centimeter verschoben. Eine gründliche Reparatur wäre angezeigt, sonst kommt Held Hermann noch um da« einzige Zeichen, das an seinen Opfertod erinnert. — (Die Basilica zu St.Iust inTrieft.) In der letzten Sitzung des Triefter StadtratheS verlas der Podest eine Zuschrift deS Dlocesanbischofs, mit welcher der Eommune al« PatronatSherrln der Kathedral-lirche zu St. Just mitgetheilt wird. dass die Kirche mit Rücksicht auf ihren ehrwürdigen Ursprung durch päpstliche« Vreve zum Range einer Üu.»llic«t minors nach den in Rom bestehenden Kirchen desselben Grabes erhoben worden ist. — (Ein St oiler.) In Fiume ist vor einigen Tagen ein 92jährtger Greis, Matthäu« Ehiaberizza, ge-storben. Um nach seinem Wunsche auch im Tode bequem gebettet zu sein, hatte sich Chiaberizza schon vor Jahren einen geräumigen Sarg herstellen lassen, den er beftündig unter seinem Bette verwahrt hielt. Da« Tobtengehäuse ist jetzt seiner Bestimmung zugeführt worden. — (Selbstmord.) Aus Ngram wird berichtet: Der einstige Cafstler und Zuckerbäcker 5 rezma hat sich mit einem Revolverschuss gelobtet; er war der Vater de« früh verstorbenen ausgezeichneten Violinvirtuosen Franz Krezma, mit dem er weite Reisen durch Deutschland, Frankreich und Italien unternommen hatte. Missliche Familien, und materielle Verhältnisse sollen die Ursache des Selbstmordes sein. — (Wa idmännifches.) Im Jahre 1898 gelangte in den Landern Cislelth«niens mit Ausnahme von Dal-matien, woselbst die Jagd frei ist und der Wilbabschus« nicht ermittelt werden kann, folgendes Wild zum Abschüsse: 14.385 Stück Nothwild, davon in Steiermarl 3997, in Böhmen 256b. in Nieder-Oesterreich 2448, in Ober« Oesterreich 1266, in den übrigen Ländern unter 1000, in Kram 18, im Küstenlande 0; 2448 Stück Dammwild, davon in Böhmen 1696, 90.600 Rehe (in Krain 2800), Gemsen 8965, die meisten in Tirol, Steiermarl und Salzburg (in Krain 313); 2481 Stück Schwarzwild; 1,412.300 Hasen, davon in Krain 9900; 'Kaninchen 120.640, 607 Murmelthiere, 6563 Stück Auerwild (in Kraln 164), 13.000 Stück Virlwild (in Krain 37), 11.319 Stück Haselwild (in Krain 1093), 1934 Schneehühner (in Krain 35). 3468 Steinhühner (in Krain 76). 204.000 Fasanen (in Krain 33), 1.181.400 Feldhühner (in Kram 2660). 59.800 Wachteln (in Krain 2030). 16.900 Waldschnepfen (in »raw 590). 11.100 Moo«-schnepsen lin »roin "' 0). 21»4Wilogänss, «3.009 Mld« Laibacher Zeitung Nr. 290. 2316 19/December 1899. enten (in Krain 1527). 29 Bären, davon in Galizien 16, in .der Bukowina 9, in Krain 3 und in Tirol 1, 45^ Wölfe — 20 in Galizien, 2b in der Bukowina, 39zLuchse — 30 in Galizien, 9 in der Bukowina, 29.700 Füchse (in Krain 880), 15.515 Marder (in Krain 263), 28.700 Iltisse (in Krain 74), 1240 Fisch-ottern (in Krain 45), 10.035 Wildkatzen (in Krain 23), 3821 Dachse (in Krain 192), 280 Adler (in Kram 2), 1097 Uhu (in Krain 61), 105.600 Habichte, Fallen und Sperber (in Krain 1490), 67,586 Eulen, davon in Krain 286. — o. -- (Spende für die Armen.) Frau Maria Perdan hat anlässlich des Ablebens ihres Gatten, des Handelskammer-Präsidenten Johann Perdan, für die städtischen Armen den Betrag von 100 st. gespendet. — (Christbaumfeier derüaibacherfrei-willigen Feuerwehr.) Für die am 26. d. M. um 6 Uhr abends im großen Saale des «Nc»tni äom, stattfindende Ehristbaumfeier mit darauffolgender Haus-unterhaltung gibt sich bereits reges Interesse kund. Für den musikalischen Theil des Programmes hat das Commando des hiesigen Infanterie-Regiments mit Rücksicht auf den humanen Zweck des Vereines die Mitwirkung der Kapelle unentgeltlich zugefagt. Für die Tombola, die sich an die Christbaumfeier anschließen wird, sind von zahlreichen hiesigen Firmen und Privatpersonen viele praktische und prächtige Spenden eingelaufen; andere wurden noch in Aussicht gestellt. Da das Reinerträgnis der Christbaumfeier der Vereinskranlencasse zugeführt werden soll, dürfte jeder Mitbürger, der den edlen Zweck des Vereines zu würdigen versteht, sein Scherflein zu dieser Christbaumfeier gerne beisteuern. — (Der Gesangverein «Ljubljana») hielt vorgestern im «Narodni D»m» seine diesjährige sehr zahlreich besuchte Generalversammlung ab. Der Verein zählt dermalen 60 ausübende und 104 unterstützende Mitglieder, fünf Gründer und ein Ehrenmitglied. Zum Chormeister wurde Herr Vedral, Lehrer der «Glasbena Matica», gewählt. Zum Obmann des Vereines wurde einstimmig Herr Anton Gutnil, zum Obmann-Stellvertreter Herr Franz Orehel gewählt. Dem Ausfchusse gehören an die Herren: Albert und Franz Feldstein, Johann Suber, Philipp Kranjc, Radivoj Korene und Franz Krvaric. Frau Milica Hribar, Gemahlin des Herrn Bürgermeisters Hribar, wurde in Anerkennung ihrer Verdienste um den Verein zum Ehrenmitgliede gewählt. Für die kommende Saison veranstaltet der Gesangverein «Ljubljana» u. a. einen Ehrenabend für das neugewählte Ehrenmitglied Frau Hribar und eine Maskerade. An dem Pfingstausfluge der hiesigen slovenischen Vereine nach Agram wird sich der Verein «Ljubljana» corporativ betheiligen. — (Eine neue meteorologische Beobacht ungsstation.) Die k. l. Centralanstalt für Meteorologie und Erdmagnetismus in Wien hat in RadmannSdorf eine neue meteorologische Ne-obachtungsstation zweiter Ordnung errichtet, deren Leitung dem k. l. Cvidcnzhaltungsgeometer I. Classe Herrn Heinrich Hohn übertragen wurde. — (Für Jäger.) Man schreibt uns aus Treffen: Sonntag den 17. d. M. kam eine Schar Wildgänse, im Fluge ein offenes Dreieck bildend, aus nordöstlicher Richtung gezogen und ließ sich unweit der Ortschaft Treffen neben dem Temenitzbache nieder. Obwohl die Vögel sehr scheu sind, gelang es dennoch zwei Jägern, sich denselben unbemerkt zu nähern und einige Schüsse abzugeben. Eine der Gänse wurde erlegt, die übrigen aber flogen in südlicher Richtung davon. — Nach Aussage mancher Jäger soll dieser Zug gegen Süden einen strengen und langen Winter bedeuten. 8. — (Selbstmord.) In der Nacht vom 17. auf 18. b. M. erhängte sich in seinem Hause in Brunndorf der 45 Jahre alte Witwer Josef Pah or an einem Hosenriemen, den er an einer im Hause behufs Trocknung der Wäsche angebrachten Stange befestigt hatte. Pahor, ein dem Trunle ergebener Mann, war Sonntag abends in trunkenem Zustande nach Hause gekommen. Sein elf Jahre alter Sohn hatte vor dem Vater, der ihn oft misshandelte, Furcht und gieng, wie schon öfters, zu einem Nachbar schlafen. In der Früh nach Hause gekommen, gewahrte er seinen Vater, kaum 4 cm vom Boden entfernt, bereits starr an der Stange hängen. Der Selbstmörder wurde von den herbeigerufenen Nachbarn zwar rasch abgeschnitten, aber alle Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. —t. Theater, Kunst und Literatur. — (Deutsche Bühne.) Mit einer sehr würdigen Aufführung, die zu den besten Darbietungen aus dem classischen Repertoire gehörte, erfreute gestern die Schauspielerin Fräulein Hermine Kadli zu ihrem Benefiz die Freunde edlerer Kunst. Fräulein Kadli, welche mit sympathischem, warmem Beifall empfangen und durch Ueberreichuug eincs schönen Lorbeerlranzes geehrt wurde, spielte die Gräfin Orfina mit großem Erfolg Wie Blitz und Donner grollten die zündende Mimik und die Macht der dröhnenden Rede durcheinander. Den grübelnden Auseinandersetzungen fehlte vielleicht die Echärse des Gedankens, doch waren auch sie frei von Eintönigkeit. Von starler Wirkung war die Veranschaulichung der Furienphantasie. Die verdienstvolle Leistung wurde durch großen, wiederholten Beifall gelohnt. Fräulein Kleiber war eine treffliche Emilia. Es gelang ihr vorzüglich, all den Empfindungen, die zwischen der Furchtsamkeit und Entfchlossenheit hin- und herpulsicren und Emilias Schicksal bestimmen, einen ebenso leidenschaftlichen wie natürlichen Ausdruck zu geben. Die Claudia spielte Fräulein Ramberg mit guter Charakteristik, den Mari-nelli gab Herr Geyer ohne jegliche Uebertreibung mit geistvoller Schärfe, den Odoardo Herr Werner mit der richtigen Mischung von aufbrausendem, solda» tischem Naturell und herzensadeligem Patricierthum. Den launischen Prinzen spielte Herr Rollet mit Feuer und recht gewinnend, aber freilich noch nicht recht fertig. Mit dem Appio fand sich Herr Hubel gut ab. Herr Seller als Maler, Herr Leichter als Bandit, Herr Bafs als Pirro, Herr Wilhelmi als Rota und Herr Löfcher als Battista boten brave Darbietungen. Bei einigen Darstellern müssen wir die falsche Betonung, insbesondere das Hervorheben des stummen «E» im Infinitiv und den Nachdruck auf Vorwörtern bemängeln. Das Haus war leider sehr schwach besucht. Wenn sich auch die bedauerliche Theilnahmslosigkeit bei sehr guten Darbietungen nicht rechtfertigen lässt, so kann doch nicht verschwiegen werden, dass der Spielplan in der gegenwärtigen, der Weihnachtswoche nahestehenden Zeit, in welcher es erfahrungsgemäß besonderer Anstrengungen bedarf, um die Theaterlust zu wecken, nicht genügend Rechnung trägt. Es folgen die Prosawerle in zu rafcher Folge einander, wodurch eine gewisse Eintönigkeit des Repertoires eintritt. Eine zugkräftige Operettennovität würde da sehr auffrischend wirken. ^. — (Aus der deutschen Theaterlanzlei.) Ueber den übermorgen zur ersten Aufführung gelangenden Schwank «Platz den Frauen!» von Valabregue und Hennequin, welcher in Paris jetzt in ununterbrochener Reihenfolge über 400 Aufführungen erlebte, schreibt das «Petit Journal»: «lluo« uux fommn»»ist eine ziemlich gesalzene Satire auf die moderne Frauenemancipation, ein curioses mixtum compositum; in den beiden ersten Acten erhebt sich das Stück bedeutend über das Niveau eines Schwankes, und auch der letzte Act darf theilweise auf die Bezeichnung «Lustspiel' Anspruch erheben. Der dritte Act, welcher uns eine förmliche Gerichtsverhandlung vorführt, ist aber im Tone der übermüthigsten Posse gehalten, und gerade dieser Aufzug war es, welcher unbändigste Heiterkeit erweckte und einen Lacherfolg hatte, wie wir seit langer Zeit leinen miterlebten. Das Publicum jubelte vor Vergnügen, und es hat nicht wenig gefehlt, dass nicht die ganze Schlusssccne (1k capo verlangt worden wäre. — Der tolle Schwank wurde von den meisten Bühnen Oesterreichs und Deutschlands zur Aufführung erworben. An der deutschen Bühne in Laibach gelangt das lustige Werk überhaupt zur ersten Aufführung in deutscher Sprache. — («Dom in »vot») Das Schlussheft dieser Halbmonatsschrift enthält Gedichte von A. Zdinöan und Silvin Sardenlo, erzählende Beiträge von Fr. S. Finzgar («Aufwärts»), von Fr. Vrhovski («Rose und Dornen»), ferner die populärwissenschaftlichen Artikel «P. Luis Coloma» von Dr. Fr. Lampe, «Cilli und Umgebung» von Andreas Felonja, «Sociale Unterhaltungen» von Dr. Ivan E. Krel, «Aesthetische Skizzen» von f Dr. Ianko Pajk, «Eros und Neikos» von Dr. Fr. Lampe und endlich einem Bericht über die lleinrufsische Literatur von Podravski. — Das Heft enthält außerdem fechs Illustrationen. — (In der Opira-Comique in Paris) hat vor kurzem einc Reprise der Oper «Proserpine» von Saint-Saöns stattgefunden. Vor zwölf Jahren ist dieses Werk, dessen Gedicht Louis Gallct nach Auguste Vacquerie bearbeitet hat, zum erstenmale aufgeführt worden. Trotz der Ovationen, die man damals Saint-Saiws bereitete, ist die Oper nur zehnmal gegeben worden. Nun hat der Musiker die letzten zwei Acte umgearbeitet, ein Ballett eingesägt und neue Iwischenactmusil geschrieben. Deutsche Leitmotive und italienische Arien bilden ein aus zurückgelegten Stoffen zusammengefügtes elegantes Kleid. Saint-Satzns wurde auch diesmal durch Beifall ausgezeichnet. Alle in dieser Rubrik besprochenen literarischen Erscheinungen sind durch die Buchhandlung Jg. v. Klein» mayr H Fed. Namberg in Laibach zu beziehen. Neueste Nachrichten. Parlamentarisches. (Original-Telegramm.) Wien, 18. December. Der Nusgleichsausschuss hat seine Sitzung mittags auf zwei Stunden unterbrochen. Nach Wiederaufnahme derselben schte Kulp seine Rede bis '/.8 Uhr abends fort. Sodann wurde die Gitzung geschlossen. Zur Lage. lOriginal'Itltgiamme.i Wien, 18. December. Das «Fremdenblatt» schreibt: Gegenüber den veischichenen umlaufenden Gerüchten wird in unterrichteten parlamentarischen Kreisen behauptet, die Situation sei noch unentschieden. Gestern habe kein Ministerrath stattgefunden. Wien, 18. December. Vei den heutigen allgemeinen Audienzen wurden unter anderen Dr. Ritter von Bilinsli, Ritter von Iedrzejowicz, Baron Dipauli und der Vicepriisident des Abgeordnetenhauses Lupul von Seiner Majestät dem Kalfer empfangen. Der Krieg in Südafrika. lOriglmll'lelegramme.) London, 16. December. Einem Hofberichte zufolge ist die für morgen bestimmte Abreise der Königin nach Windsor verschoben worden. Der Orund dieser Verschiebung sei der, dass die Königin bei der gegenwärtigen Lage in Südafrika nicht fern von London sein will. London, 18. December. Wie die Morgenblätter aus Prätoria vom 13. d. M. melden, haben sich 4400 Caplä'nder den Buren angeschlossen. — Die «Times» melden aus Modder-River vom 15. d. M.: Eine heute früh ausgeführte Recognoscierung hat ergeben, dass die Buren fünf Meilen östlich von Modder-River drei Lager besitzen. Ihre Streillräfte sollen etwa 20.000 Mann stark sein. London, 18. December. Das Kriegsamt meldet: Da der Feldzug in Natal nach Ansicht der Regierung die Anwesenheit und vollständige Aufmerksamkeit des Generals Vuller erfordert, ist beschlossen worden, den Feldmarschall Lord Roberts, der zum Obercommandanten der englischen Strcitkräfte in Afrika ernannt wurde, dorthin zu senden. London, 18. December. Das Kricgsamt gibt bekannt, dass Marjchall Lord Roberts zum Obercommandanten der englischen Streitlrästc in Afrika und Lord Kitchener zum Generalstabschef ernannt wurde. London, 18. December. «Daily Mail» meldet aus Sidney: Das neue australische Contingent, das von der Regierung acceptiert worden sei, zähle 1509 Mann. Nach einer Zusammenstellung in den Blättern betragen die englischen Verluste seit Beginn des Feldzuges 7630 Mann an Officieren, Unteroff>cieren,Mami-schuften, an Verwundeten, Todten und Gefangenen zusammengenommen. London, 18. December. Von deu Bataillonen in den verschiedenen Landestheilen erboten sich Freiwillige für den Dienst in Südaftila. Madrid, 18. December. Ein Theil der Garnison von Gibraltar geht am 24. d. M. nach Transvaal ab. Petersburg, 18. December. Die für Transvaal bestimmte Aluliulanz des Rothen Kreuzes ist aus Odessa nach Port-Said abgereist. Wien, 18. December. (Orig.-Tel.) Der anlasslich des Namensfestes des russischen Kaisers stattgefundenen Hoftafel wohnten bei. Erzherzog Otto, der russische Botschafter Graf Kapnist mit dem Botschaftsverfonale, sämmtliche Minister, der Vorsitzende im Ministerrathe Graf Clary und die obersten Hofchargm. Während deS Diners brachte der Kaiser einen Toast auf Kaiser Nikolaus aus. Verlin, 18. December. (Orig.-Tel.) Das Wolsf'sche Bureau meldet aus Apia vom 1. d. M.: Dreizehn der einflussreichstcn Häuptlinge sprachen dem deutschen Vertreter den Dank ihrer Anhänger für die Lösung der Samoa-Frage durch die drei Vertragsmächte aus und verbürgten sich feierlich für die friedliche Haltung ihrer Districte. Madrid, 18. December. (Orig.-Tel.) Die parlamentarische Situation hat sich verschlimmert, nachdem ein Einvernehmen zwischen der Regierung und der Opposition behufs Erledigung des Budgets vor dem 31. December fast unmöglich geworden ist. Caracas, 18. December. Maracaibo ist im Ve-sitze der Regierungsgewalt. Petersburg, 18. December. (Orig.-Tel.) In einem «Drei Grafen» betitelten Artllel beleuchtet der «Sanct Petersburger Herold» die Politik der Minister des Aeuhern Goluchowsli, Büww und Murawiew im Wechselverhältnis zu einander und stellt darin parallellaufende Linien fest. Graf Goluchowsli, anfangs nicht ohne Misstrauen aufgenommen, lockerte nicht, fondern vertiefte das Bündnis des Hauses Habsburg und ererwarb sich großes Vertrauen durch die Entente mlt Russland, die als ein Stück des großen Friedensprogrammes gleichsam zu den Vorbedingungen des Haager Ereignisses gehört. Bülow, in allem erfolgreich, wirkte in elnem Zeitpunkte staunenswerter Kraftentwictelung mit Zurücllehr deutscher Politik zu den glücklichsten Traditlonen der Epoche der vollkommenen Intimität Russlands und Deutschlands. Dem Grafen Murannelv fällt das hervorragende Verdienst um die Gestaltung der innigen Beziehungen zwischen den drei Kaiserreichen zu. Der Artikel schließt mit dem Wunsche des langandauernden Fortbestandes des europäischen Areo-pagb: Murawiew, Buww und Goluchowsti. Laibacher Zeitung Nr. 390___________________________________2317___________________^________________,9 December ,899 Angekommene Fremde. Hotel (5lef«ml. Am 16. Dec cm der, Ricger, Director, Neumarltl. — Hasel, l. u, l. Mnrinc.IlMni.-ur. P°la. — Schauta, Forstmeister. Hammerstiel. — Valuschml, Pollak, Privat, Trieft. — Kohn, Spitz, Wlllbmann. Neumann, Nflte., Wien. — Samel, ttsm., ylgram. Am 17. December. Dr. Ve^l, s. Gemahlin, Sittich. — Dr. Znidaric. IM,r,-sseistril). - Iatsch, Marine-Kapellmeister, Pola. — von Ianuschowsly, Opernsängrrin. Graz. — Porzetto, Äp^thrlcr. Trirst. — Gcrstrr, Gombrich, Samef. Kflte., Wien. — Simoi'ich, jtsm., Fiume. — Kiwesdy, Kfm., Gr.'Kamzsa. Verstorbene. Am 17. December, Sophie Millavc, Schneidermeisters, tochler, 9'/, M., Alter Markt 13, Laryngosparagmus. Nm 18. December. Gertraud Legat, Dienstmagd, 53 I., Polanastraße 18, Tuberculose. Meteorologische Beobachtungen in Laibach. Sechöhe 306 2 m. Mittl. Luftdruck 736 0 mm. I« ilU.N. 7400 1-1 "NO. schwach bewöltt ^ » Ab. 742 3 07 windstill dewiillt '9, l iU.Mg. j 744 0> 0 3, W. schwach j bewüttt j04 Das Tagesmittel der gestrigen Temperatur 0 6«, Normale: -19°. Verantwortliche! Redacteur: Anton Funtel. Fandestkeater in Faivach. 47. Vorstellung. Ungerade. Mittwoch den 20. December Novität! zum zweitenmale wü'dl>rholt: Novität! Flitterwochen Schwan! in vier Acten von Arthur Pserhofer. Ktahlwolle z»m Reinige» von Parlet'Vodcn, erhältlich bei Nrkder Vberl, Laibach, Franciscanergasse. Nach auswärts mit Nach. nahmc. M7) 11—9 jwagen-flnctnr ¦¦¦» **>*%% 0 - des Apothekers J^t^v ^r Piccoli in Laibach /®%jšM& %' Hoflieferanten ,^^^^^^r ^Y$?$^^r *"*& Aerzten \. \$Vfc ^^žfllž^ erprobt, wird sie von ^^ js, ^ragSHRHr denselben als mapenstür- ^ °e^ ^h^, ^KSJr kende«,E88lu8t erregendes, ^ "^ "%,. & Vfirdannng und Leibe&öffnnng •)^Äv ^? * *\ tfftHenides Mittel empfohlen. ^ Lailmcher deutscher Turnverein. Gut Heil! Samstag, den 23. December 1899, abends 9 Uh, in der Gafinc» Klashalle Meilmackts-Ikneipe mit Ehristbaum und gegenseitiger Hescherung. Jeter Theilnehmer soll rin Geschenk im Mindestwcrte von 1 X wohlverwahrt mildringen. (4922) ii—1 Per Aneipwart. Franz Wilhelms abführender Thee (4707) von 26—2 FRANZ WILHELM Apotheker in Neunkirchen (Niederösterreich) ist durch alle Apotheken zum Preise von 1 fl. öst. Währ. per Paket zu beziehen. Course an der Wiener Korse u«m 18 December 1899. «»«d«. °n>^ «»m.«»«. Zil'lll»'ünlt!ieu. l°'„ Viülx-üliche «eilte ln Noten O'cz, «a, Novsmber . . , 9» ?U »9- in ^,,,,!, »,rz, ^'driiar.AllNllsl »»« 7« «8 9< ..Silber verz. Ia>,„'r ^„!l S8 4!) 9» «l, „ ,, „ Upr!l-Ol!l»l>,r 9l»«U ös öo »«54si <"/, Vtaal»,iile »,',n st, lS?'i>(. ,«« H< «"«O,»! .V^, „ «aiize 50(1 st »36 l!» <8? »k> >^«»>-i !>«/„ „ ssimsttl lNN ft, lbk ?b 1t>7' ?b l!«^,s 3laat«lost . . l st ,>»l>< «<«?k t>'° .. , . k>u ft l»!» e>« »l»a'i« i>/, D»>», Plaxbbr. k l»u st. »4« ?ü ,4, ?i> ^° u Olslerr Voldrentt, steunfin llli Sb ll6 No ö°H d!i> !»!'„!»' i« Kron,l,n»ödr,, Ill-us,!rsi <>>l ^m. 9» 8U 99 — blu, d«o orr Ultimo . . »ß— S» «l> »'>'/.. «Nssr I!wss«til>»»Mtnt, »ür xl> K,,,. für zoo st. ,, 4"/ ,l»50 U« - >'"^ I°Ies.««hn «n G«lber >t,>u Et,>,, ,<»« st „,„ zl/,/ ,« zo »« »? «"t.°,„bal,i, 4»/„ !n «l,n«nw. '"'rrf. «"<,, lbtl,h«hn 4°/, <. Kronen»-ft"«?!«,. 40« ». «x« Kl. f. """ Kr. ,t°«..... 9? - «'?'> 6» et«l»t«s«ul»»erf«rei»u». «" abgeftlmp.»llenb..»ct»e». 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Vl,n!,u.«e8, L°le b'/» . . . .^w^lzn^ bto, '«»leilie l»7« . . l0« «1 l07 ö<> «nlehen der Kladi ««rz . . -'^ -^' Nn!>'I>l'n d, klndisssmeiüds Wirn l0« 10 l^3'w N!,l>>hsn b Ktablülülkiilde Wic» (Kilber oder Gold) . , , . l«z< - l»!»- Prämien «ül d, Otat,t»m.W— s,8 »ö »eld «»re Vsandbrits« (für 10c fl.). Vobcr, llllg,«fl. lnbOI verl.4«/, 9« — 97-. btl>. Pr«M,.LchlbU, »«/„, l, , «p»«»Nt. 1. 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Donau Dampfich, »00fl llVl. <«'. i«« — il>u!l,»n Kreuz, U„u Gel, v , ofl. 9 g<, lph Lole >« s>.....»7— ^8 — 3<>!m !!l>!e 4l» fl lM . . ««» l!7^„ t> Uobencredilanstult, i, >,» ,» ?l^ dlo bto ll »m. l»9 . . iz" A_I L«id«cher «,s«......»^ ^„ ^.. Devisen. llmsterdam.......lOV i^ !> »u ls„l'cke Plitz«......>»«>b »9 t», tl V,ter«l,ul«......_ « _ Dalulen. Duraten........ 5?» 5-74 «> ssrnnl» ktlitle..... 9 «l 9'« lfi,!!ck» üü'ic'^hllnlnoten . . »9'0b »9 i«. I'«!!»»nch' Hwnlnoten ... 44 «> «4l,»i VaFier.Uiubel . . . ^ . . <»?„»j,z>?^» *o„ K...„.?S:a^frZ"S^......— III „ S*m fkJ^f^y*^ III ^Ät f»v^^^ (Safe-D.po.it.) W») Los-Versicherung. Lalbnch, SplHtlgaHw«._______ »>rzl»iii»i nn Bar-Flili... i- b.^. »____. -^ -^ - . . Razpis zdravniške službe Pri okrajni bolniški blagajni za Ijub-^jansko okolico v Št.Vidu nad Ljubljano. 2a lo službo je odmerjena plaèa 1600 kr°ö na leto. Dolièni zdravnik bi inoral Orna ordinirati eno uro na dan sarno Za u