Degotardische Laibacher Zeitung, Sonnabend den i. Febr. 1800. ^lr. i O. Sr. Maj. Verordnung für Westgalizien; Denkmünze in Wien. — Kriegstheater in Schwaben; Antwort des Franz. Kommandirenden an den Erzh.Karl K. H. Etwas für Aerzte. — Naturerscheinung. — Veränderungen m der Schweiz. — Immer wenig neues aus Frankreich. -- Englische Seemacht. Chronodistichon. TVta reVerte qVies, fat fang VInts arVa blberVnt |4 TV DeVs hanC terraM paCe beare VeLIs! |^ Deutsch Gjchre Ruhe kehre zurücke, genug sind die Fluren mit Vlute getränkt worden. Beglücke o Gott! unsere Erde mit Frieden.' ^nländische Begebenheiten. Wien. Se. Maj. haben dci dem kandesqubernio in West-GaUzien die Errichtung eines achtcn Departements zu bewilligen, und die achte Gubernialrathsstcll'ä dcm GubernicU-sekrctär, Franz Edleu v. Koflern, zu verleihen, zum Mlbernialsekretar den Conzipisten , Anton Iof. Frey-dorfer, und zum Konzipistcn, dcn Kreisamts - Protvkolliste» > Franz Schmidt, zu bcfördern; auch haben Se. Maj. die durch Uebersetzung des Vialer Kreishauptmanns, v. Krcuz-berg , nach Vohnien , erledigte Kreishauptmannsstelle, dem Guber-nial-Sekrrtar des Präger K. Guber-nii, Ritter v. Mohrenback, zu verleihen , endlich den von dcm Iose-fower Krcishauptmann, Franz Saver Nuuschncr v. Rnmberg, und dem ^iubcrnialrach, Joseph Alois v. Pstichtentreu, angcsuchte» Dirnst-tausch, zu genehmigen, und demnach ersteren zum Gubernium in Krakau, letzteren aber als' Kreishauptmann «ach Ioscosw zu übersetzen geruhet. In Wien ist eine Denkmünze auf das Jahr »799. geschlagen worden. Sie hat auf dcm Avers die Bildnisse der belden Kaiser und die Untorfckrlft: t'llmciscn II. komnn. l^2ulo I. kmken. ;mpel3wrNnl8. ^Franz II. dem römischen , und Paul l. dcm ruüisckctt Kaiser.) Z!uf dem Revers (W)t Die 3a&r«a«6f CIoI jCCXCiX. uni> bte3nsi«ft: Europa in ipem erecta, Galiis Italiae doroinatu fordter dcpulsis, coustaiiüam coiicordiamque Principum, ans, sceptris, leg/bus cultum , auo toiitatem , obsequiam redditu-ras., harnanum tandem genus Pace beatura.?. ^acfiöcm bic &aU !icr von der Herrschaft Italiens durch Tapferkeit uud^Glück vertric-worden, lebt Europa der Hoffnung, daß die Sündhaftigkeit und Einigkeit der Fürsten, dm Altären, den Sceptern , den Gesetzen Verehrung, Ansehen und Gehorsam wieder g ben.', ^nd das menscl)llche;Gescl)lccht endlich mit Friede beglücken werden.) Ausländische Begebenheiten. Deutschland. In einer Verordnung, welche die Französischen Consul» wegen dcrUe-berfälle und Beschwerden der Stadt Wcnlar unterm 7. d. erlassen^aben, ist vorzüglich enthalten, daß, wetM sich era/be, daß die der Stadt Medlar traklatenmaßzg zugesicherten Rechte vcrlcyl worden^ dcr Kounnandant der 26. Division dcn Offizier der Expedizion soll arrctiren, seine Papiere versiegeln, und ihm verhören lassen. Der Bürger Bacher, der bisher als Geschäftsträger in Frankfurt und Hanau sich aufgehalten hat, ist vo« dcm Consulat nach PariK berufen lvyrden. Der bekannte Gnnral Etkenmayer widerlegt die von einem Pariscr^our-NÄlstm gcg.bene Nachr.cht von der Versicherung Vonapartcs, daß dlS nellcn D.pattemente näckstenS 0cr Republik nnverlcibt werden wurden. Er sagt, das Beehren diescrVer^ Mn^äre'zwar stdr gereckt,dle Ume M^e hatten ibm abcr noch mcyt erlaubt, es anzubringen. 5>er Churfürst von Gachst« hat ^kG^^nndaufdcnenc-fcrntesten Ort.n liefen KoUcrten em. Re gemeinnÜoliche Nachricht von Segttlns neuer Methode, die Heute in wenig Tagen zu gerbcn, ist um so merkwürdiger, als er in Gegenwart der Kolmmssarieu mtt hundert und zehn Hautetr die Versuche angestellt hatte , welche von Ochsen , Kalbern, Kühen, Pferden, Schaafen und Ziegen genommen wurden. Diese Methode besteht, wie die' andern, in Hem Auswachsen, Enthaaren, Aufschwellen, und dem eigentlichen Gerben; allein die Abänderungen, mit denen alles dieß geschieht, beschleunigen diese Arbetten so schr, das einige Tage dazu hinreichen, was sonst Jahre erforderte. Urankfurt, den '5- Iäner. Nach Mainz darf nichts mehr passtrt werden, als die Posten. —In nnse-Nr Gegend wimmelt es von Kaistrl.^ < mamzischen Truppen, und von Lan^-milizen. — Es heißt, der Landgraf von Hessen - Darmstadt werde seine Truppen gegen englische Subsidien wieder zu den Neichstruppen stossen lassen. — In der Pfalz diesseits des Rheins wird stark ansgehoben. D r e ß d e n , bets i O. Jan. In Sachsen übersteigt die Kälte des fetzigen Winters die des vorigen um mehrere Gradc. Am> 27. nnd 23. Dcz. zähttc man zn Frcyberg 17 Grade , am ^0. hier 29 und einen' hal-bcn^ (Aufwelchcr Gattung von Thermometer ?) Man zog, mehrere Wachen ein, und lößte die nothwendigen Posten öfters, ab. Die Chur-fürstin und die Prinzessinnen vertheilten sFisz schuhe unter die Soldaten. Der Churfürst gab vor einigen Tagen einen rührenden Beweis vonMen-schenliebe. Er traf ,auf der Jagd einen Vanern an, welcher auf seinem Schlitten erstarrt war. Er stieg sogleich aus dem Wagen, und traf die schleuigsten Anstalten, den Erstarrten wieder ins Leben zu brin-' gen, welches auch gelang. l München, den 18. Jan. Se. ^ churfärstl. Durchlaucht haben durch ! eine weise Verordnung das sogenann-! te Hausiren anf dem Lande mit Kanf-mannswaaren, das bisher vorzüglich durch Juden Zgeschah, verboten. Unterm ZO. Dez. ist in den chur-mainzischenLändcru eine neue Kriegssteuer verordnet worden, zu welcher » alle und jede Personen, Korpora )l. -5 owohl geistliche als weltliche beytra- en müssen; cs sollen von i c>ao fi. ahrlichen Einkünften 4, von 2000 l. 8, und vo» d^n Einkünften über QOO Gllld. 12 Prozent entrichtet oerden. Ulm, den 12. Jan. Am 5. d. tnd die folgenden Tage ist das Ganz- )urger Magazin größtentheils nach Viberach nnd Kannstatt transportirt worden. Wie es heißt, dürfte nach- tens der 'Oberstlieutenant Wim- ner selbst hierher kommen. Man agt, daß die hiesige Festung künftig irößtentheils mit schwäbischen Krcis- cuppen besetzt werden soll. VisEn- e d. M. dürften sckou mehrereAbthci- Mgen von dcm nun zu errichtenden hwädischeu Krciskorps hier cintrcft n. Die Waffenstillstands - u«d j vriedensgerüchtc sangen an zu vcr- l Kimmen; dagegen spricht man bereits on neuen Kricgsplanen czuf den Ochsten Fcldzug. )bcrrhein, vom 21. Dez. Vekannt- zchj erließ dcr Erzh. Karl vor einiger >eit einSckreibcn an dcn Comman- anten dcr franz. Nhein-Armee, wo-: in er sich darüber beschwerte, daß bc- vasfnete deutsche Landlcute, die sich schon zu Gefaigenen ergeben hatten, von franz. Soldaten wären gemordet ^ordcn, mit dcm Beifügen, daß, oenn dieß künftig wieder gesckähe, ben so viele franz. Gefangene, als cutsche Milizen, die so nmS Leben lebracht wurde«, ersckosscn werden oltten. Auf dieses (Zchrelbcn des Erzherzogs sieht man null zsolgende Intwort: 'chrelben deS^Divlswns-Generals/ Var^s"ay b'Hilliers,'provisorischen Commaudanten en Chef des linken Flügels dcr Rh^in.Arm?e, an den Eczh.Karl; aus dcmHauptqnaniee zuNeustads,vom29.ssrim. (li D.) Hr. General! In diesem Augcn-blik erhalte ich das Schrelbcn, womit Sie mich unterm 2. Nov. 1799. beehrt haben. Ick kann nicht glauben, daß franz. Soldaten mit kaltem Blute Feinde massacrirt haben, die um Gnade und Schonung flehten, und die Ve-^ richte, die man deßhalb?an Sie ab.-e-stattct hatte,sind falsch.Ganz entgegengesetzte Sachen können nicht mitem-der verewigt soin. Me sah j man Feigheit lnit d?m Muthe, nie Schänd-i lichkcit mit Edelsinn gepaart; un5 ! die franz. Soldaten haben in dcm lan-i gen und blutigen Kriege, dcr Europa verheert, umcr zu vielen Umständen bewiesen, daß sic dieVravonr, welche zu siegen wciß, mit dcr Mensch-lickkcit vereinigen, welche dcrlVe-sicgten schont, als daß sie in Verdacht dcr Attcnatc stehen könnten, deren man si? in Ihrcn Augen beschuldigt. Ucbrigens bin ich versichert, daß der Gcn.ral en Chef Lecourbe, mcin Vorgänger, schon d,e gemcs-stnstcn und offenkundigsten Befehle ertheit hatte, die deutschen Milizen, die man zu Gefangnen mack?n wür«-de, völlig so, wie die kais. Soldaten zu behandeln. Ich hab.' diese Befehle bci dcr Division beobachten las-stn, wclcke ich die Ehre hatte, zu kommandiren, und die Haufen von bewaffneten Landleuten, welche von dieser Dtvision öfter im Odenwalde zu Gefangene« gemacht worden, sind auffallende Beweise davon. Seyn Sie also versichert, General, daß derjenige Theil der Rhein-Armee, der ieyt unter meinen Befehlen st^ht — weit mehr von dem Völkrecht durchdrungen , als von dem Völkerrecht machten Nepressalien-T'0jungen betrossen — ausGerechtigrncjundMen-schcnliebe, und nicht aus Furcht, diejenigen Deutschen Milizen respec-tiren wlrd, die durch das Schicksal des Kriegs, in die Hände dcrsewcn fallen werden. Empfangen Sle, General, die Versicherung meiner vollkommenen Hochachtung.,, (Unterz.) Baraguayd'Hilliers. Bei Höchst, Königstcin:c. sammeln ilch gedrängte Massen, (laut Berichten aus Frankfurt am Main vom 9. d. M.) östreichischer Trup-Penkorps. Beyde genannte Orte sind seit dem 6. d. von Szeklcrhufarcn oe-seyt. Offenbach u. Oberrod haben scit ^''M 7. d. mainz. Garnison. Das wanz Hauptq. sollte in dcn folgenden Tagcn in Offenbach eintreffen. Uc-beroirß werden die vereinten Land-Wilizkorps in fortgesetzter Thätigkeit erhalten. N06) am 8- d. schrieb man aus Aschaffcnburg, mit fortgesetzter ^uflnrrksamkcit sey mau in dasigrn legenden beschäftigt , alle junge waffenfähige Mannschaft, vom 13, bis zum 40. Jahre, zur Landmiliz zu ziehen. Ausser dieser Milizabtheillmg b^'bt noch dcr Landsturm zurück, Welche,- aus den verheurathcten Un-«rtha^m besteht, und die Reserve "lu^l soll. Mit Inbegriff der psalzischen und würzburgischen Land- miliz^n werden diese Corps auf 25,000 Mann stark geschätzt. Berlin, vom 5. Jan. ÄufV?r-fügung des Ober-Collegii Mcdici ist der Professor Rclche aus Erlangen hier eingetroffen. Er wird seine lll-Nt,cn und äußern Mittel zur Wiederherstellung der mit bösartigen Fiebern behafteten Patienten untcr einer dazu ernannten Commission anwenden. Die Kommissarien, welche die Kranken aus dcr hiesigen Cha-rite wählen, die Protokolle führen, und rcferiren, sind die bcrüymten praktischen Aerzte Selle, Fritze, Richter und Formen. Der Professor Nelche hat sich durch glückliche Ku-rcn, wovon in dcn neuern Stuten dcs Reicbs-Anzeigers die Rede gewesen ist, sehr merkwürdig gemacht, u. man ist hier auf die Wirkung seiner , anzustellenden Versuche äußerst aufmerksam Der hiesige Apotheker Matthieu hat sich durch ein besonderes Mittel zur glücklichen Abtr.ibung des Bandwurms verdient gemacht. DerKönig hat ihm den'Karakter eines Hofraths, und einePension von 2OO Rtblrn. ertheilt. DasObercollegi- ! um Mcdicum hat deßhalb eine Nach- i richt drucken lassen. l Italien. ! Aosta, den 1. Jan. Am 6te,< Dez. hatten wir hier eine merkwürdige Erscheinung. Früh um io Uhr sao man 2 Nebensonnen, die eben so groß als die wahre, nur etwas blässer waren. Eine derselben hatte ^ überdieß einen langen weisstn SHwsiff, ewsm Schwerdte ähnlich. N.ich einer Stnnde formirtcn alle z Sonnen eincts halbzirke!, wobcy die wssbre Sonne in der Mitte st'.'nd. Dieser Halbzirkel verwandelte sick» bald in m^rere andere, und znlezt sahe man b derftlben, einen über dcm andcru. Llnch di.se verschwanden wilder ^ aber,die 2 Nebensonnen blieben. Abends um 4 Uhr vor Untergang der wahren Sonne verlor sich zucrse die nach Westen stehende Nebensonne, dann dic gegen Osten. Im Jahr 1674 bemerkte Heve-lius zu Marienburg in Preussen cinc ähnlrche Erscheimlng; auf dtcsc erfolgte eine so grosse Kalte, daß der ganze Meerbusen von Danzig zugc-sror. Florenz , den ti. Jan.. Mit größtem Vergnügen hat man hier die sichere Nachricht erhalten, daß alle von den inFranzosenGnoßherzogthum Toskcma ausgehobene Geisel Kraft einer zwischen Oestreich und Frankreich getroffenen Uebcrcinkunft in Freyheit gesetzt werden. S ch w e i tz. Ver«, den 8. Jan. Bekanntlich ist in nnserm grossem Rath der Vorschlag gethan worden, eine aus beyden Rätheu auszuwählende Kommission niederzusetzen, wie das Vaterland gerettet werden könnte. Dieser Vorschlag gieng durch. Die ernannten Mitglieder sind, aus dem kleinen Rath: Bay aus Vern,Genn-hard von Sursee, Mittelholyer von, Appenzell, Reding von Schwyz, ' und Vadonr ausd?mFrrybllrgischcn.. Ans dcm grossen Rath: Ander-wcrG von Münstcrlingcn, 5?och von Thun, Zlmmcrmann von Vrugg , Kühn vo« Bern, und Gmiir von Schäins. —^ Gestern wnrd^n die bisherigen Di-rcktores La Harpe, Sekretan, mid Obcrlin von ücr Komniiffion abgc-sest; heute sollen an dcrn Stelle 5 andere ernennt werdcn. Man sielet noch andern grossin Vcrändcrungew entgegen, welche dic niidergescyts' Kommisswn,' K rast ihrer erhaltenen' Vollmachten , vornehmem wird.. Der Himmm?c gcbe n"r, daß sie auch zur Wohlfahrt unsers armen. Vaterlandes, das jcltt von so man-nlqfaltigcm Elend umgeben ist, aus--schlagen mögen. ! Frankrei ch. l ' Paris, den 8. Jan. Der hiesige in ganz Europas bekannte A-stronome La Lande hat öffentlich angekündigt, daß das 19. Iahrhu«: vcrt Anno 1801. anfange. Die Gründe hiczu will er nächstens der Welt in einem ganzen Buch unwidersprechlich vor AugM ^ legen. Am 6. dieß' wollte Riouffe ei«' Mitglied des Tribunals auf dem Nednerstuhl den Großkonsul Vuona-parte loben^ Zur Ordnung!, rief man von mehreren Seiten.. Ich lasse mirs nicht verbieten, deu gröstenHelden zu loben, erwiederte dieser. Zur Ordung! zur Otd,-nung: schrie man von allen Seiten; denn du brauchst das nicht zu beweisen Aber ich lasse mich nicht unterbrechen! Jetzt schrie man so lang zur Ordnung! bis er d?n Ncdnerstuhl verließ. Im Rath der Tribunen sii3en seit ein paar Tngen starke Aeusserungen für den Frieden vor , als z. B. da) Volk ist der unnlwen Deklamationen seiner Regenten müde, es will eine starke und gerechte Regierung, welche ihm Frieden verschaft. Ferner: Was helfen "lle Debatten des Tribunats unsern ausgehungerten und nacktenSoldten, unsern abgezehrten Renttcrn, unsern vninirten Hcm-öelsleuten? Friede, Friede, ist un-5cr erstes Bedürfniß! Seitdem für «ufere neuen Regenten in aller Eile so viele Habits gemacht werden müssen, sind unsere Schncid?r rechte Despoten. Man bittet, man suppli-zirt bei ihnen, als ob sie Minister ^ären. Auch die Hutmacher haben Wit den neuen Regenten Hüten viel zu thun. Sie sagcn: daß sie nie theils so dicke, theils so kleine Köpfe ange-troffcn haben. Die Examen berühren sich. Einige Journale behaupten, Vounaparte wcrde, wenn es zu ei-« M ncuen Feldzng kommen sollte, sich bei der Rheinarmee aufhalten, öie Armee selbst anführen, und die von ihm gethanen Vorschläge zum Fricden öffentlich bekannt machen, Vor Zoo Jahren empörten sich bie nämlichen Provinzen von Feank- ! ^"ich, wo jetzt die Chouans den Mei- ^ 'ter spielen, gegen die königl. Gewalt, "no gegen die katholische Kirche, "nter der Fahne deS Protestantismus ^ bildeten sie, ^«geführt von dem PrinZ l zen von Cvllde, von Coligny, und ! v'eleu andern berühmten Vefchlsha- hcrn, eine Art von Republik, dere« Hauptstadt Rochelle war. In ünftrn Tagen empörten sich die Einwohner dern ämlichen Provinzen gegen die republikanische Regierungs form , für welche sie einst kämpften? und vertheidigen dagegen die katholische Religion, die sie vormals verlassen wollten. Von ,^2O D?portirten, welche die Cxdircktorcn Reubel, Lanvcillere, Merlin, und Barras in das ungesun-' de, mörderische Guyana gcschlckt haben, lebten am verflossenen 20. Sept. nur noch 74-; die Exdirektoren aber bcsindeu sich noch sämmtlich sehr wohl. Der Exdirekror Varthelemy ist hier angekommen. — Der Großkvn-sul Buonaparte hat folgende Proklamation an die gegen die Chouans bestimmte Armee am 3. d. erlassen: Soldaten! die Regierung hat die verirrten Einwohner der westlichen Departements aufzuklären gesucht. Man hat sie angehört, und ihre billige Vesckwerdengehoben. Allegut-dcnkendcn derselben haben die Waffen niedergelegt. Nur Räuber, E-migranten, englische Besoldete sind noch übrig. Franzosen, die von England besoldet werden!! Das müssen Leute ohne Beruf; ohne Herz, ohne Ebrc sein. Marschin gegen sic; ihr werdet keine grosse Tapferkeit nöthig haben. Ihr seid mehr als 60,000. brave stark. Möge ick bald erfahren, daß die Chefs der Rebellen gelebt haben? Mögen die Generäle euch ein Vc'.spiel von Thätigkeit geben. Nur H dnrch Strapazen erlangt man Rlch:n. L Könnte man dicstn in beq'Nln-nKa- ! fernen, in Hanptquanierlmgcn in e grossen Städten erlangen, wcr wür- s de da nicht Ruhm besitzen? Soldaten von allem Rang , der Dank der Nation cr^ar^et euch. ttm dessen würdig zu scyn , mü^te ihr dem Unwetter der Iahrszeit, dem Eis, d'm Schnee, den Nachtfrösten tro-y?u, die Feinde bei Tages Aubruch angreiffen, und diese Elenden, die Schande ides französischen Namens , vertilgen. Macht z einen kurzen nnd guten Feldzug. Seyd gegen die Räuber unerbittlich; aber haltet Mannszucht. Großbritannien. London, vom 2 2. Dez. Eine Vergleichung der brittischen Seemacht in verschiedenen Perioden eines Jahrhunderts mit der gegenwärtigen, bürste der beste Barometer seyn, um den Reichthum der Nation , und die Thätigkeit des jetzigen Ministeriums zu; beurtheilen. Die brittische Seemacht bestand im März 1693 aus 50 Linienschiffen, ,o Fregatten, 17 Feuerschiffen, 4 Hospitalschiffen; bemannt mit »2655 M. In dem nämlichen Jahr nach dem Siege bey la'Hogue, aus kg Linienschiffen, 31 Fregatten, nebst verschiedenen Feuer- und Hos- pitalsciusfen: blM mitZ8849Malroscn. Denjiz.I'!-nn 1748 aus 2<) Luücuschiffen, ,.^3 Fregatten; bcmannt mit 60654 Ml?^ troscn. Den 1. Iäner »"82 aus 112 Linienschiffe«, 104 Fregatten, 1 82 Schaluppen , Vambardicr-Gal-lioten und kleinen Fahrzcugcn; bemannt mit 11 <3,QOo Matrosen. Den 15 Dezember 1799 aus 230 Linienschiffen, 19c» Fregatten, Z27 klei>< ncn Fahrzeugen, Cuttern; Wacht- ^und Hospitalschissen; bemannt mit 160,000 Matrostn. Bemerkt man noch hiebey, daß dle Erbauung eines Kriegsschiffs von loo Kanonen 383,20 st., eines von 8Q Kanonen 450,^00 st., eines von 74Kanonen 382,QOO st., eines von 60 Kanonen 315,020 st., und einerFregatte im Durschnittei 48,50^ st., ohne die Ausrüstung, welche wenigstens noch halb so viel kostet -^ und daß jeder Matrose zährlich 360 st. zu unterhalten kostet; so muß man über die Hilfsquellen dieses Staats erstaunen.