Illytischcs Blatt zum Nutzen und Vergnügen. Nr°. 13. ?F-reytag den 5. Mai 1820. Das Blümchen an Fa,:m> ^cki sah den Frühüna, Flur und Au Mit Gräsern überziehe, Und dann ein Blümchen himmelblau ' Au einer Quelle blühn. Durch meinen Schuhgeist hingeführt. Fand ich eö hier allein, Vä wird wohl mancher ungerührt VerbeyZegaugeil styu. D M Die weift Schöpfung Ueß es mir Von ferne her schon sehen, Das schöne Vlü:nchen sollte hier , Nicht- nngcpflückt ve^gchn. M Und weil ich wußte doß Dein Vlick MAn Blumen sich entzückt; ^ So hab' ich Dir Durch ein Geschick Dieß Blümchen abgepflückt. U » Nimm diesen Zögling der Natuv Vertraut aus meiner Hand, Der jüngst noch auf der stillen Flur GanZ unbemerkt stand. Nnd denke, wenn man mit der Zeit Dir schön're Blumen bncht, Nur einmal noch mit Zärtlichkeit —' Au dieß Vergißmeinnicht! Die Pulververschwörung lm Jahre 2so5. Eine,histor:sä)e Skizze. (Beschluß.) Die That rcdcte; dcr Verbrecher konnte nichts läugncn. Er wurde noch in der tiefen Nacht in den PaUast dcö 5lönigs geführt. Hier faßte er sich wieder, und sprach mit trotzigem T?n : -,.Ich weiß, daß mich der Trd zwey T'ge darauf an den Wunden. Di-< andern wurden geschlagen, zerstreut und größttnthcils auf der Flucht «ingcfangen; hierauf dem Kerker und bald der^inrichtung übergeben. Auch Weiber hstten an dem Verbrechen Theil, und wurden nach der <3^t> dtcknng :nS Gefängniß geschickt. Sebastian Münsters Schilderungen einiger eurs^ paischen Volter. (Auö der Leipziger Iugcndzcitung.) Dem Freunde der Geschichte sowohl, als dem Veob« achter deZ Menschengeschlechte kann es unmöglich gleiche gültig ftlM nk ein wghrl)eitlied4Nder und vernünftige Mann, wie Sebastian Münster, die enropmschen Nationen vor fast dreyhundert Jahren^) schilderte« Zw^r ist er nicht immer genugsam unterrichtet gewesen; er hat nicht alle?,cit die lautersten Quellen bcnnht;^icleö., was uns jetzt anziehen würde, hat er, als zu seiner Zeit zu bekannt, Übergängen; allein , wo er die Wahrheit wusste, hat er sie gewiß nicht bemäntelt. Daß er tref: ftnd schildert, ficht man aus seinen Darstellungen des Hauptcharattcvs^inzclncr Volker, der bei ^edem Volke nnmcr der nähmliche bleibt; nur daß er mit dem Fort-. Zange der Zeit mehr odec weniger Politur annim-mt. Er mahlt uns die Spanier träge, d.e Franzosen lebhaft die Engländer hochmüthig tc., und eI verhalt sich im Grunde noch alles so> Man lernt daher aus ihm, wi^ Viel oder wenig diefl-I cder jeneä Volk seit langer Zeit an Cultur gewonnen hübe, und wi-r glandcr! deßhalb den Lesern des Illyr. Blattes eine ai^cn hwc und belehrende Leotüre zu liefern, wenn wn ihnen einige Schild d^rungen aus dem Münst^ischcn Werlc zum Nesten ge< ben> An Münster's^var nachlässiger, ader dabey treu« hcrziger Schreibart ist nichlö verändert, jedoch hier und h^ der Rechtschreibung nachgeholfen worden. DR' Die Hibern!n d^r llnl'i'tt ^. . Schaftlcin (d. i. eine Lanze oder Sp'esi), in der rech. ieu viel Hakeupseile, die ^r hin v'w wieder untc? den. Gürtel oder m Hinen Köcher steckend hat. Jeder haH zwey Pferde, deren das eine ledig geht, aufdem >u^ dcrn sttzt er. Sie haben keine Trompeten, sondern langö Schnlmeyen, womit sie Lärmen ßfcifen. Im Reiten sind sie so behend,, daß sie einem Pfeil ausweichen. D^s Fußknechtc tragen Sturmhauben, Panzer und stahlene Kragen. Keiner denlet der Flucht; es muß ehe gewort^, neu oder manniglich gestorben seyn,. Die EnZlaAder und Schot rland«r. In England sind drey Sprachen. Eine ist die gt? meine, deren sich die Engländer und auch die höfiichstew Schottländer gebrauchen. Dic andere ist hibernisch, die gebraucht das gerneilte Bauernvolk m Schottland. DiL dritte ist in Walli«, und dic ist britanisch. Eö ist zwischen England und Schottland stcis Uneinigkeit gewesen, und man versteht sich auch keiner Concordien.- es werden denw diese zw^ey Länder durch ci'ne konigl^ Ehe vereinbaret. Das gemeine Volk ist grob und unerfahren; aber die Edeln sind chrrrbiethig und freundlich gegen Fremde. Sie pstegen die fremden Gaste zu grüßen mit entblöß teu Haupte und einem gebogenen Knie. Die Schott-länder sind m ihren Sitten den Irländ'crn gleich, vow dcnen sic auch entspLKngcn sind. Sie sind b-chend mit ihrer Vernunft und Verstand, rachselig und grimmig im Krieg, mögen wohl Hunger lowen , stnd hübsch vou Leid, aber achten keine Gi^,ierd. Sie swd von Natur neidisch und aussitzig, und v«achten alle andere Men^ schen. Auch in der größten Armuth rühmen sie fich, daß sie von königlichen Stamm entsprungen sind, DieweU Schottland an nninchen Otten ohn« Holz ist, gibt man den Bettlern KolMe-in (Steinkohlen) zum Almosen, (^onschung folgt.) Proservatw wid«e? Vich 'Krankheiten, Jeder Landwirch muß es anä cig«nerErfahrung bestatigenf daß d«s imIrül>isthre^fdie Huttveide Ms? getriebene Meh, wenn es nicht erkrankt, doch an Kraft ten sehr abnimmt. Dieses kämint daher,"weil dasVieh uon jung, und können ihrs Dunste nicht mehr ge-hörig leisten. Diesem kann leicht, und ohne Kosten, vorgec beuget werden: man nimmt Schmcer,- Salz, Knoblauch Vnd Offen-Nuß, von jedem gleichviel,, und zwar so^. daßl ein iedes Stuck Vich so viel bekommt, alö ein Ey groß ist. Diese vier Stücke stosse man zu einer -Salbe, nimmt da»on i,j2 Ey groß; sodann zieht man den Vieh di« Zunge auf die eine S?itc heraus, so ka>M man auf der andern, ohne (^' iff^i zu wer- den, ihnen die Zähne und Klchn^^— .^Ht gut auic reiben, stz,e diesc AilSdmrstnng deu 2.^-gen wiederstchen, selbst die unter der Haut sich anft^ndkn Wurme (Vc.^-/«) h,infcn sich nicht so fchr. Dieses Verfahren schiitz-t von den Würmeln (^eu«U,^) an der Lunge uao Leber. Leiden die Pferde an dcu Würmern (3ei-«keu), so werden selbe -mit den Mist vertrieben. Die eigene, und die Erfahrung derjenigen, die Kuf Anrathen diese Mittel gebrauchten, bewahrt die heilsame Wirkung dieser Ingredienzen, die selbst dem Steinsalze entschieden nachstehet. M ^ Sv eben bat die Presse verlassen,, und ist bey Umzeichnete,« in Commission zu haben : Srgmimd qois, Urecherrron Edelsiein, ein biographischer Versuch, von Prof. Nichter. (Zum Vortheile der Laidacher Armen-Anstalt.) ^ Dieft^ schon unter den 19. NvuemVer 18,9 in der Laibacher Zeitung versprochene Biographie des hechveMenten und attoerehrten Landsma-ms dürfte »m so millksmineuer seyn, als derselben noch das Bild-Ntß des unve-rgesilichen Freyherr« im Steindruck beygegeben werden kann, daä mehrsre wanne Verehrer des Scl^n auf ihre Unkosten besorgen ließen; so wie dann auch der Druck des Werkchens von einem edelsinni-s^n Menschenfreunde besirltten wurde, damit das Erträgl,iß der ganzen Ausiag? der hiesigen Armen-Anstalt «wglrchst rem zugeivendet werden könne. ^ Die E)7emp^e werden mit ode. ohne Bssdnisi oerkauft, und auf io Exemplare wird das eilfte ds-,em gegeben. Vom Blldnc.se siud für Äebhab«r auch Abdrücke in Folio . ffo^Mt iu haben. Mbach den ^. M^i 1L2». ^^ ' H W. Korn.