Laitmcher Nr. 138. Pränumerationsprei«: Im Comptoir ganzj. fl. 11, halbj. fl. 5.5s>. ffttr die Zustellunn in« Hans h»lbj.5»lr. Mit bei Post ganzj.fi. 15, halbi.fi. 7.5U. Dienstag, l 8. Juni insert« »««gebühr bi« 10 Zellen: imaleolr., 2m. 80 lr., 3m. 1 fi.; frilst pr. Zcile ini. alcapitcl erledigte Stelle des (.nomü-c>,u5 ^,'u>lc>^ dem cmcritirtcn Vicccrzpricstcr, Chreudom-hcrrn nnd Pfarrer zn Lutuvdol Anton Kaliman allcrgnädigst zn verleihen geruht. Der Minister und Leiter des Ministeriums für Handel nnd Vollswirthschaft hat den Ingcnicnrassistcn-ten erster Classe des Ministeriums des Innern Karl Kit at er zum Ingenieur zweiter Classe m der technischen Section der Centralseebehörde ernannt. Die k. t. Landcsrcgiernng für Kram hat die dem landcsfiirsll'ichcn Patronate unterstehende Pfarre Möschnach im Dccanatc und politischen Bezirke Radmannödorf dem Pfarrcooperator in heil. Kreuz bci Thurn Johann Sajo-viz verliehen. _____________ Mchtamtlicher Theil. Zur Verjllin>igung. Laibach, 18. Juni. Wir haben die Reden der Abgeordneten Dr. Tom an und Svctec ihrem vollen Wortlantc nach nnscrcn Lesern vorlegen zn sollen geglaubt, weil wir die Nothwendigkeit -fühlten, den Standpunkt der dem gegenwär- tigen Ministerinn: widerstrebenden Elemente klar zn machen und weil wir zudem überzeugt siud, daß die Neugestaltung Oesterreichs durch einen freien Anstausch der entgegengesetzten Meinungen nur gefördert werden kann. Ans dem Widerstreite der Meinungen erblüht die Wahrheit! Aber eben darum ist es anch unsere Pflicht, die Waffen dcö Geistes zu brauchen nnd uuscre Gcgucr mit offenem Visir zn bekämpfen. Wir müssen anerkennen, daß nns diese Aufgabe dnrch das loyale Verhalten nnscrer Abgeordneten bei der Abstimmnng über die Adresse sehr erleichtert wird. Unsere Abgeordneten haben dnrch ihre Abstimmnng den ersten thatsächlichen Beweis für die Aufrichtigkeit ihrer Vcrsichcrnngen gegeben, die Cinhcit nnd Machtstellung des Reiches fördern zn wollen. In ihren Reden ist nicht so sehr eine principielle Gegnerschaft den, Ausgleiche gegenüber ausgesprochen, als eine durch extreme Angriffe eines oder des anderen Residcnzjonrnalcs, für welche die Regierung doch offenbar nicht verantwortlich gemacht werden kann, hervorgerufene Besorgnis; für den Schutz der Nationaleigenthümlichteit und die dadurch allerdings bedingte innere Cinhcit des Staates. Am schärfsten finden wir diese Anschannngcn in der Rede des Abgeordneten Svctec ausgesprochen, nnd wir müssen dabei besonders die Rnhe und Mäßigung anerkennen , mit welcher dieselben geltend gemacht werden. Wir dürfen wohl erwarten, daß ein solcher Gegner das Recht der freien Discussion auch für uus gelten lassen und uuö gestatten werde, seinen Anschauungen mit allem Freimnthc und aller Unbefangenheit entgegenzutreten. Wenn es uns anch nicht gelingen sollte, alle vorgefaßten Mcinuugcn uud Besorgnisse vollständig zu zerstreuen , wenn wir es ferner im vorhinein für unmöglich erkennen, die Hirngcfpinnstc nationaler Ultras, welche sich eben so schnell erneuern, als Spinngewebe, zu zerstören, so dürfte misclc ruhige und lcidcnschastlosc Erörterung doch mindestens den Erfolg hadcu, unfcrc Haltnng gegenüber der i»!>i' cxlü'lll in!«' nationalen Partei ins Klare zn stellen. Wir Alle sind gewiß cinig in dem Ziele: Cin mächtiges Oesterreich mit Schonung uud freier Gestalt tung jedcr berechtigten Volkscigcnthümlichtcit. Cs handelt sich nnr darnm, diese beiden Gesichtspunkte zn vereinigen. Das Wort, durch welches dies am dancrhaf-testen bewirkt werden kann, heißt: A u tono m i c. Jahrhunderte hindurch haben die verschiedenen öster- reichischen Nationen friedlich nnter dem Scepter des Hauses Habsburg gelebt, ohuc in ihrer Entwicklnng sich gehemmt zn fühlen. Unsere heimische Litcratnr hat nntcr dem „allen System" während der dreißiger Jahre, als anderwärts die durch dic Iulircvolution hcrvorge-rufcuc Gährnng alles sociale Leben absorbirtc, sich hoffnungsvoll entwickelt, nnd der Fortschritt in der Kenntniß und Ausbildnng der Sprache während dieses Zcitranmcs ist nicht zn verkennen. Das Jahr 1848 und die uach vielcu Stürmen eingetretene constitntioncllc Gcstaltnng des Reiches haben auch die letzten Hindernisse der freien Cntfaltnng der Nationalitäten beseitigt, Keine engherzige Ccnsnr nntcrdrückt das freie Wort mehr, im Gegentheile sind die Nationalitäten durch das große Wort der Gleichberechtigung in ihrem Bestände für alle Zeit sichergestellt. Die Forderung des „Neben einander", welche Herr Suctec erhebt, ist also erfüllt, wenn nnter derselben nicht eine den Staatszwcck gefährdende Machtbcstrc bnug verstanden werden soll. Dr. To man hat allerdings das Wort „Moskau" dcsavonirt, nnd wir setzcn volles Vertrauen in die Aufrichtigkeit sciucs Ausspruchcs, aber wir müssen bei diesem Wörtchcn doch einige Zeit verweilen, um seine Bcdcntnng zn erörtern. „Moskan" ist die Conseqncnz jeder nationalen Agitation, welche, anf Mißtraucu gegen eine wohlwol^ lcnde Regierung gestützt, statt mit dem Gegebenen nnd dessen Weiterentwicklung sich zu begnügen, nebelhafte Zielc anstrebt, nnd die Gemüther fanatisirt, statt eine Annäherung uud cin freundschaftliches Znsammcn-wirkcn der österreichischen Nationen vorzubereiten. Die große Lehre, die aus dem Wörtchcn „Moskau" gezogen werden muß, ist die Gefährlichkeit einer fortgesetzten, auf nutlarc Stammcssympathicu ohne geschichtliche Grundlage bcgrüudctcn uatioualcn Agitation. Wenn alle Parteigenossen Dr. Toman's so entschieden wie er dic panslauistischcn Tendenzen nnd Um triebe der Moskancr Redner dcsavonircn, und wcnn die sloucnischc Presse, statt dcn Kampf gegen das dnrch den nngariscben AnSglcich inangnrirtc neue Regime fortzu-führcu, sich rückhaltlos demselben anschließen nnd anf der gcwouucueu ncncn Grundlage ihr uatioualcs Glnubcus-bckcuutuiß formulircn wollte, dann könnten wir mit Recht sagen: Eine nene Aera ist für Oesterreich angebrochen. Dnrch die wiederholte feierliche Zusichcrung der Landcsautonomie ist aber znglcich die Forderung dcr /ellissl'loll. Ein Voltsfcst in Kiirntcu. Alljährlich am Pfingstmontag wird zn Fcistriz im Gailthalc cin Volksfest gefeiert, das diesen Namen im Wahrsten Sinne des Wortes verdient nnd alljährlich cin hübsches Hänfchcn Zuschcr aus dcr Umgebung nnd dem Nachbarlandc Kram in dem freundlichen Dorf versammelt. Mir war schon so viel von diesem Feste, seiner Originalität, von dcr schönen Gailthalcr Landschaft, noch mehr von dcn hübschen Gailthalcrinncn nnd ihrer reizenden Tracht erzählt worden, daß ich nicht mehr nmhin konnte, mich von all' dcn Herrlichkeiten an Ort nnd Stelle zn übcr-zcngcn. Also" hinüber zn dcn „Stammesbrüdern im Gailthalc!" das war unser Pfingstlosungswort. In wnndervarcr Reinheit war dcr Pfingstmontag aufgegangen, die Morgenfrifche rcctc Kälte war nus Garantie, das; wir uns eines andancrnd schönen Wetters, mindestens dcn Tag über, erfreuen werden. Bald fuhren wir die steile „Wnrzcn" hinan, nnd als das Roß znm ersten male stand, dachte ich dcs treffenden Vergleiches, dcn Freiherr v. Vcnst in einer scincr jüngsten Parlamentsrcdcn gcbrancht hatte, nm dic Nothwendigkeit zcitwciscr Rnhcpnnktc im staatlichen Fortschritt zu begründen. Wir dnrftcn, cin leichtes Fnhrwcrk, zwar keinen Stein nnterlegcn, mnßtcn abcr dcnnuch öfter rastend stille stehen. So halten wir, als eben die Sonne cmftorgclonl' mcn war, dic Höhe der „Wnrzcn" uud somit die krcw nisch-kärntncr Grenze erreicht. Ein einfacher Markstein bezeichnet sie an dcr Stelle, wo dcr Blick noch hinabrcicht bis zur Sohle dcr Wnrmcr Save, während sich jenseits dic kahlen Kuppen dcs Dobrac crhcbcn. Zu seinem Fuße liegt Fcistriz im Oailthalc. Dieses Doppelbild regt immer zn Vergleichen an; baß sie bei mir zu Gunsten Krams ausfielen, wird man mir ohne Cidschwnr glanbcn: immer wicdcr znrück nach den im Morgcnlicht rosig schiunncrndcn Dolomitricscn dcr julischcu Alpen wandte sich mein Angc, nach den Höhen dcs ^l'», v,i l>, pi-l/lmk, der i»Inü!^>, die sich ganz e'igcn schön contrastircnd vom Tiefblan dcs Himmels, vom Ticfgrün dcr nadclwaldigcn Vorbcrgc abhüben. Allgemach verschwand dics Bild nnd wcitcr uud wcitcr entrollte sich die liebliche Kärutucr Landschaft. Hell im Frühlicht, hie uud da mit rauchenden Nebeln riugcnd, durchschimmert das Silberband dcr Dräu dic üppigen Frnchtgcfildc, dic dnnkcln Thalgchölzc nnd blan schillernd dnrch dic düsteigrüncn Föhrcnnfer schlingt in wcißcm Kulksand sich das Gcbirgswasscr dcr Gail; cine fruchtbare Cbcnc, von waldigen Hügeln nnd baumumsänmtcn Ortschaften dnrchbrochen, dehnt sich das Land gegen Villach !iiu, riugs in wcitcrcr Fcruc von mächtigcn Bergen umschlossen, die milder, sanfter, nnbestimmter sich färben und gleichsam ucrdnftcn, bishin an dic änßcrsten Grenzen des Horizonts. Ich gestehe, daß diese bciden Bilder den Wanderer leichtlich znm Schwanken zn bringen vermöchten, ob er dein dnnteln cchohillcrnden Rufe dcs Berg-licscn folgen solle, dcr ihn mit fast dämonischer Gewalt hinabzicht ins trainischc Waldland, oder ob er sich hin-abwintcn lassc von frcnndlichcn, zutraulichen Gnomen in die wirthlichen Gefilde Kärntcns? Mit rapidcr Steilheit fällt die Straße gcgcn Ric-gcrsdorf in Kärntcn ab, derart, daß eine hübsche Dosis Selbstüberwindung dazu gehört, im Wagen sitzen zu bleiben. Ich zog cs anch vor, zn gehcn. Wer sollte sich dcn köstlichen Naturgcnnh vergällen lassen durch das martcrschüttcrudc Wagengcrumpcl? Von Ricgcrsdorf hcr winkt ja das gcmülhlichc LamprechtshanS, dort wird cin zweites Frühstück für die Mühen dcr holprigen Bergfahrt entschädigen! So war cs anch. Passagiere, Kutscher nnd Roß stärkten sich weidlich und traten dann um so vergnügter die Weiterfahrt ins Gailthal an; dcr Weg führt bei Pcckan und Arnoldstcin vorüber, welch' letzterer Name unwillkürlich an die Schweiz erinnert. Die kärntnischcn Slaven nennen den Ort „i»m! K!,,,>5!!-»l»." Anf einem senkrecht sich erhebenden Felsen steht mitten in der Ort' schaft das chcmaligc Bcncdictincrklostcr, in dcr Vorzeit wahrscheinlich cinc Vestc gegen die Reformation, jetzt der Amtssitz der vom Staate vcrwaltctcu Rcligionsfonds-Doinänc, des Bezirks- und Stcncramtcs, bevölkert von Beamten nnd Bcamtcnfamilicn. Das Gailthal scheint dicht bevölkert zn sein; Ort> schaft an Ortschaft winkt rechts nnd links dcr prächtigen Straße dem Tonristcn, dcr sich dadnrch sehr anacnchm berührt fühlt. Hübsche Alleen nnd Ufcrschntzanlagen deuten anf cin geordnetes, gutes Comuinnalwcsen, von dem wir Kraincr in dcn ländlichen Bczirkcn noch wcnig wisscn. Links von dcr Straße erblicken wir, bei Hohen-thnrm emporragend ans einer lieblichen Hngcllandschaft, eincn viclslöckigcn Schrottthurm; das Bild läßt dcr Laudschaft recht hübsch. Ich dachte dabei dcr „vcrgan-gcncn Tagc" dcr Kärntncr Cisenindustric, ich dachte des Sinkens dcr unseren, an den Vcrkanf dcr Staatsbahncn, dic neue Trace Laibach-Villach, an dcn lctztcn Kricg nnd die ncue Handclsacra mit Italien. Ich dachte nnd dachte, sann und sann, nnscr Roß war träge geworden und zog hübsch langsam. Vorwärts Schwager! — das Pferd, wahrscheinlich cin Kavallerist, setzte sich in eincn zicmlich nngraziöscn Galopp, was aber dennoch zur Folge hatte, daß wir - - ziemlich müdc gerüttelt — etwas früher als präliminirt, circa 9 Uhr in Fcistriz ankamen. Schon außer dcm Dorfe, klangen uns dic ländlichen Ländlcrweifcn, ausgeführt von ciucr „Präger" Blcchharmonie, aus dem ersten Wirthshausc cutgcgcn. Als wir cinfuhrcn, stand vor dcm Letzteren der behäbige Wirth, vielleicht Kellner, ganz nach Kraincrweisc angethan mit hohen Knicsticfcln, Lcdcr-Unanssprcchlichcn, ciner großblnmigcn Scidcnweste, weißen Hemdärmeln nnd dcr obligaten sonntäglichen Zipfelmütze. DcrKirchtagsqualm, 912 Geltung der Landessprache in Schnlc nnd Amt, insoweit es sich nm Landcsvcrhältnissc und nicht um Rcichözwcckc handelt, erfüllt. Eiuc Aulouomic lnit Unterdrückung der Landes' spräche wäre cin )louscus. Auf diesem Vodcu kennen wir keinen Unterschied zwischen uuscrem uud dem GlaubeuSbcleuutuissc unserer bisherigen Gegner. Reichen wir nns also die Hände und arbeiten wir gemeinschaftlich an dem Wohlc unserer engeren Heimat, und wir werden dann nicht mehr der Welt das abstoßende Schauspiel eines dnrch häuslichen Zwiespalt beunruhigten Bandes darbieten. Aber wir haben noch einen Stein deö Anstoßes wegznränmcn, nnd cö verlohnt sich dies wohl der Mühc, denn das Schibolct aller oppositionellen Bestrebungen gegen dic Regierung conccutrirtc sich ja bisher in dem Wörtchcn „Dualismus." Wir anerkennen die Be-sorgthcit für die Einheit des Reiches, seine Macht uud Größe, die aus den Reden der Herren Abgeordneten Dr. Tom an nnd Svctcc hervorleuchtet, als cin Symptom gut österreichischer Gesinnung. Abcr sind denn nicht alle von dicscn Rednern gegen die ncnc Staats-form vorgebrachten Bedenken eben nur auf bloße Möglichkeiten' nnd Eventualitäten gestützt? Die ungarischen Gesetze vom Jahre 18>48 find allerdings wieder hergestellt, allein ist denn nicht ihrc Revision im Sinne der Einheit und Machtstellung des Reiches vorbehalten, find nicht die gemcin s.amen Angelegenheiten in den wichtigsten Pnnlten der Finanzen, des iiriegcs nnd des Auswärtigen dnrch das Ausgleichs-Elaborat bereits gesichert? Der ungarische Reichstag kann möglicherweise unloyal handeln nnd das einheitliche Auftrctcu der Regierung in auswärtigen Angelegenheiten zn hemmen suchen, abcr warum diese Möglichkeit hervorsnchcn nnd dadnrch dem Zustandekommen des Ausgleiches, der nnr auf gegenseitigem Vertrauen bernhcn kann, entgegenarbeiten? Läßt sich nicht anch aus der Entwicklung des Na-tionalitätsprincifts cin gefahrdrohendes Moment für den Ttaatsorganismnö dcduciren, welches abcr nn» scrc Gegner gewiß nicht acccptircn werden? Läßt sich nicht auch ans demselben der Zerfall des Reiches, die Lähmung seiner Macht uuwidcrlcglich herleiten? Wir brauchen nnr das Wörtchcn „Moskan" zu nennen. . . . Bewegen wir uns also nicht in Extremen. Gehen wir ohne Sondcrgcdankcn, mit dem aufrichtigen Wnnschc dcr Versöhnung nnd dcr Erhaltnng des uns allen theueren Oesterreich an das Werk, nnd es wird, cS muß gc-lingcn! Herr Svctcc hat mit vielem Geschick argument tirt: wo keine Ancrlcnnnng der Nationalität, dort gcbc es auch kcinc Freiheit in staatlicher Beziehung. Wir können die Argumentation noch viel wirksamer machen, wenn wir beide Principien acceptircn und dann sagen:! Wer nicht frei ist, kann anch nicht national sein. Dcr Rcichsrath hat das Princip dcS Fortschrittes anf allen staatlichen Gebieten zn seinem Programme erhoben, und dic Rcgicrnng Sr. Majestät hat es in! vollen: Umfange acccptirt. Warum schlichen die slovc-nischcn Abgeordneten sich nicht rückhaltlos diesem Prin- cipe an, in welchem sie die sicherste Stütze für ihrc nationalen Bestrebungen finden müssen? Dürfen wir dnrch die Abstimmung in dcr Adrcß-debattc diese Frage als beantwortet anschcn, so werden wir wohl fernerhin nicht mehr in dcr slovcuischcu Presse dem Gegenüberstellen dcr Nationalität nnd dcs „deutschen" Liberalismus als unversöhnlicher Gegensätze begegnen, wir werden Diejenigen, welche Freiheit nnd Nationalität anfrichtig wollen, sich auf immer von Denjenigen trennen fchcn, wclchc nnter dem Deckmantel dcr Nationalität einen erbitterten Kampf gegen alle berechtigten Frcihcitsbcstrcbuugcu führen und für welche daher auf dem constitulioncllen Boden lein Platz ist. Wenn endlich der radicalc Theil der natioualcu Presse ciuc Agitation gegen die Abgeordneten Krams beginnt, weil sie für die Adresse gestimmt haben, wcnn ihncn mit Mißtrancnsvotcn ihrer Wühler gedroht wird, so können wir gewiß mit dcr Zustimmung ocö intelli-gcntcstcn nnd stimmfähigsten Theiles dcr Vcvöllcruug crllärcu, daß wir dic Haudluugswcise nnscrcr Abgcoro-nctcn als cinc wahrhaft loyale und unscrcn Interessen vollkommen cntsprcchcndc anschcn nnd nnr wünschcn, Einsicht und Verständniß für die wahren Bedürfnisse dcr Monarchic mögc auch fcrucrhiu ihr parlamentarisches Verhalten leiten! Moskau und die C)ccho-Slavcn. Laibach. 18. Iuui. Dic gcsammtc österreichische, nicht bloö die deutsche, sondern anch dic slavische, insbesondere die polnische, sowie die ausländische Presse habcn sich in gleichvcrdam-mcndcr Wcisc über die slavische Pilgerfahrt nach M^lan, über ihre Tendenz und ihren Charakter bereits ausgesprochen. Nnn begegnen wir nntcr der Uebcrschrist: „Moskau" einem eingehenden Artikel in der „Bohemia," den wir nnseren Lesern um so weniger vorenthalten zn dürfen glauben, als dcr in Frage stehende Gegenstand der Discnssion nach allcn Seiten hin in erschöpfender Wcisc behandelt wird. „Dic slavische Pilgerfahrt nach Moskau" — schreibt die „Bohemia" — geht zu Eudc. Ucbcr die Ten den; uud den Charakter dicscr Pilgerfahrt herrscht angcublicklich weder Streit noch Zweifel mehr. Dieselbe war ausschließlich cinc politische Demonstration. Moskan hat bereits einmal in diesem Jahrhundert cinc wichtige Rolle in der politischen Welt gespielt. Es ward znm vcrhäugnißvollcn Wcndepnnktc in dcr Sieges-lansbahn dcs großen Eorseu. Wer weiß, ob es nicht anch diesmal wieder bestimmt ist, cincn Wendepunkt abzugeben — cincn wichtigen Wendepunkt für die ganze czcchischc Nation, die mit dcr Reisc ihrer politischen Führer nach jener altslavischen „Muttcrstadt" möglicherweise in eine ncuc, für sic geradezu verhäng n i ß-uollc Bahn gedrängt wird. Manisestirt sich doch schon jetzt cinc Wendung, die Beachtuug Verdicut. Man blicke nur 3 Jahre ;nrück! Im Königreiche Polcn flammte damals dcr helle Auf-staud gcgcn dic ruffische Rcgieruug. Wie vor einem Mcnschenaltcr, so slaudcn anch diesmal wieder die Sympathien zum größtcu Theile auf Scitc dcr Polcn. So ziemlich die gesammtc czcchifchc Journalistik nahm offcn Partei für dicsclbc gcgcn das Moskowitcrthum. Sie entsprach damit vollkommen dcn Gcfühlcn, welche die czcchischc Nation damals fast durchgängig beseelten. Nur cinc kleine Fraction, Palacky an dcr Spitze, trennte sich in dieser Beziehung von den übrigen Nationsgcnosscn; Palacky, indem er den polnischen Aufstand gcradczn verdammte, - Ricgcr, Branncr und die Anderen, indem sie es vermieden, Partei für die Polcn zu nehmen. Es kam darüber bekanntlich bis znm offenen Brnchc. Wie ganz anders jetzt! Wic klingt die Tischrede, wclchc Dr. Ricgcr bei dem Slavcnbankcttc zn Moskan am 2. d. gehalten! Noch greller zeigt sich dic Wandlung bei den Ucbrigcn. Ricger hatte doch schon im Jahre 1864 den Polcu uicht mehr vollständig Recht gegeben; die Inng< czcchen abcr waren damals entschieden auf poluischcr Scitc gcslandcu. Hcute nun habcn sic gänzlich „Kchrtnm" gemacht, uud dic gcsammlc czcchischc Ionrualistik bläst jctzt ciustiuunig das Loblied dcs Moskowitcrthnms. BloS Palacky ist sich gleich gcblicbcn; schon in: Jahre 1804 erklärte cr offen, daß er alles Heil für die Slavcnwelt in Rnßland allein erblicke. Ihm muß man das Zu-gcslündniß machen, daß cr die Dinge von langer Hand hcr in Aussicht nimmt. Bci dcn Auocrcn ist dagegen dic Schwenkung cinc bedeutende; der Groll in Folge gescheiterter Hcrrschgclüstc ließ sie die Anteccdcnticn ver« gcsfeu und trieb sie in dieselbe Richtnng, in welcher Palacky das Hcil dcs Slaucnthums erblickte. Wcun nnn dic Nation ihrcn Führcrn in dicscr Richtung folgt — wclchcs Resultat, welcher Vorthcil soll oder wird für sie daraus crsprießcn? Wir haben aus Ricgcr's Muuoe zu wirdcrholteu malcn im Laudtagc die Wortc gehört, man dürfe keiuc Gefühlopolitik treiben; uno anch bci feiner jüngsten Rcisc nach Paris hat cr den Häuptern dcr polnischcn Emigration gcgcnübcr bc° kanutlich dicsclbc Acußcrung gcthan uud erklärt, ciuc gc-sundc Politik müsse den Thatsachen Rcchnuug trageu! — Wir acccptircn vollkommcu dicscu Staudpuukt uud eben von ihm aus stellen wir die Frage: welcher Vortheil kann unter dcn gegebenen thatsächlichen Verhältnissen dcr czcchischcn Nation daraus erwachsen, daß sie sich mit ihren Sympathien an Rußland klammert und ihrc Blicke nach St. Peters bnrg nnd Moskan richtet? — Die czcchischc Nation lebt in Böhmen nnd Mähren, welche Länder erblich dcr Dynastie Habsburg augchüren. Palacky war es ja, der das Wort sprach, im Interesse der Slaven müßte, wcnn cs noch kein Oesterreich gäbe, ciu solches geschaffen wcrdcu. Nach ihres cigcucu Führers Wortcu cou- ' ecntrirt sich also das Intcrcssc dcr Czcchoslaucn ganz speciell anf Oesterreich; hier und nirgends anders liegt ihr Schwerpunkt. Ncnu dcm abcr so ist, was soll dann die mit so viel Ostentation in Sccnc gesetzte Coquctterie mit Rußland? was dic slavische Zulunfts-Födcration, wic sic bci dcn Banketten zu St. Petersburg und Moskau mit so großer Vorliebe ausgemalt wurde? Wcnn man dic Thatsache dcr Eristcn; Ocstcrrcichs und dcr untrennbaren Vcrbindnng Böhmens nnd Mährens mit der habsbnrgischen Monarchie im Augc behält, dann darf man fragen, uelchcs politische Interesse cö denn gcbcu könne, wofür eine österreichische Nation die Lösuug odcr dcr uus aus dem Flur cntgcgcnqnoll, war so wenig! einladend, daß wir nus gcuö'thigt sahcn, dic Mienen, der freundlichen Erwartuugcn zu tänfchcn, mit dcncn der ländliche Hotclicr uns nnd unser Gefährte bc-, trachtete, dcs Winkes gewärtig, uns zu begrüßen nnd unser Pfcrd abznzäumcn uud auszuspannen. Wir fuhren alfo weiter, höher oben im Dorfe winkte uns alsbald ein geräumiges EinkehrhauS „zum Raudolf", dem wir ohne wcitcrcs Bcdcnkcn zulcnktcu. Auch das dritte Frühstück mundete köstlich, noch besser die Eigarrc. dic ich darnach anstccktc. Jctzt war ich mit Gott nnd dcr Welt, mit Fcistri; und scincn Nir-tdcn zufricdcu und sah nur das Dorf mit jcncr ticfin-ncren Gcmüthsruhc an, dic sich immcr uach dem Gc-nuß ciucs bcfricdigcudcn dritten Frühstücks einzustellen pflegt. Feistriz ist cin behäbiges Dorf von circa 200 Gcbändcn, worunter mindcstcns 100 Wohnhäufcr, am Fuß dcs felsigen Dobrac' in ciuem üppigen, ganz anschn> lich breiten Thalbodcn gelegen. Die nördlichen Berg« wände sind bis nahezu an dic Knppcn abwechselnd mit saftig grünen Bcrgwicscn, bewaldet; die Gehänge dcS Dobrac nur an dcn nntcrcn Particn, welch' letztere sich malerisch gcgcn dic ödcn Höhen abmarken. Die Gail, cin frisches, munteres, vielleicht zu lebhaftes Gc< birgswasscr, durchrauscht das schöue Thal. Auf ciucm mehr als swlcu gestrüppigcn Hügel steht die Ortskirchc. Wic in strain, scheinen cs auch hicr unsere „Stammcs-brüdcr" zn licbcn, ihrc Gottcshänscr auf dcn Bergen aufzubauen, wo fie fich Gott näher, allen irdischen Gc> danken, aller Sorge um das Dasein cutrückt und enthoben denken. Gcgcn dicsc Kirche zn couccntrirtc sich jetzt das festliche Trcibcn. Von dcn verschiedenen Dörfern herein kamen dic Bursche singend nnd johlend heran, an z dcr D'tc cinc rauschcudc Blasmusik, auch von Stammes, brüdcrn crccutirt, — von Söhnen dcr Wcnzclstronc, So ging's zum GotteShausc hinauf, wo schon cinc, ansehnliche Mcnge Volkes um dic zahlreichen Vcr^ lanfsbudcn versammelt war. Da gab cs das obligate Lebzclt, Rosenkränze, Heiligenbilder, Scapulicrc neben Kirschen, Schnaps, Wcin nud ländlichen Schinuck- und Toilcttegcgcnftändcn, dann Nägel, Rechen, Schaufeln, Sensen, Sicheln u. s. w. -^- Woran ich dabei dachte? An dcn heiligen Zorn Christi, als cr sprach: der Tcmpcl ist kcin Kanf-, er ist ein Gottcshans!-------- Einzeln nnd in Grnppcn sah man Bursche nnd Männer, Mädchen nnd Weiber auf dcn zahllosen kleinen Steigen im Weg nach dcr Kirchc begriffen. Die Tracht dcr lctztcru ist so seltener, ja für uus ganz origiucller Art, daß ich sie gcwisscuhaft bcschrcibcu zu müsscn glaube. Hat ja doch cin Hochzcitszug aus dein Gailthalc ans dcr ethnographischen Ausstclluug in Äloskau paradirt! Dabei wird wohl das Beste an dcr Sache, Fleisch und Blut dcr Gailthnlcr Race, gefehlt habcn, doch wir habcn Gruud, damit znfricden zn fcin, wcnn fich unsere „Stammesbrüder" im Norden, mit Wachsabdrückcn ihrcr „Slammcsbrüdcr" im Süden begnügen. Die Geilthalcrinuen — höher pocht jctzt das Herz meiner Reisegefährten — sind in dcr Regel hohe, volle, schöne und kräftige Gestalten, die hie nnd da etwas über die Grenzen dcs Weiblichen hinansgchen; die Gc-sichtsbildung zcigt meist cin hübsches Oval mit Farben wic Milch nnd Alnt und Perlenschnuren von Zähnen, um die sie cin Juwelier beucidcu köuutc, dic Haarc siud größtenthcils kastanicnbrann, doch sicht man anch reizende Blondinen. Um die halbe Stiruc fast ist cin rothes, mit schwarzem Sammt gerändertes Stirnband gezogen, und das gauze hübsche Köpfchen wird von cincr Hanbc umrahmt, dic vorne in einer mchr als handbreiten Faltcnkraufc, die sich fächerförmig anfrcchtstchcnd entfaltet, anslünft, sich lose nnd glatt über das Hiutcr-hanpt lcgt, aus dcr rückwärts dic mit schwarzen laugen Bändern dnrchflochtcncn Zöpfe rcich nud üppig hervor quellen. Deu Hals umschließt einc ähnliche Kranse, dic nach dcr Mitte des Rückens zu breiter wird nnd sich stramm an den Körper anschließt. Deu Busen verhüllt ein dreieckiq zusammengefaltetes, mittels einer Äroche an den Halskragcn befestigtes, hcllblninigcs Seidcutuch, das mit beiden Endcu lose um dic ^üflcu gcbuudeu ist. Dicsc umschließt auch dcr reich in Farben nnd Gold uud Silber gestickte Lcdergürtcl und fällt herab über dcn nnr bis zu den Knien reichenden. cng uud regelmäßig gefalteten, meist einfarbigen Rock, den die Schürzc züchtig zu zwei Dritteln unispannt; der gut geformte Fuß tritt im weißem, mnsterhast netten Strumpfe äußerst vortheilhaft hervor, dic niederen Schnallen oder hohen Vnndfchuhc siud in dcr Regel änßcrst zierlich, ja fast kokett. Die Tracht dcr Männer nnd dcr Bursche ist gauz die dcr Umgebung Laibach's. Ihrc Gestalten sind durchwegs stämmig nud regelmäßig; uicht seltcn bcgcgnct man cincr Schlankheit und Kraftsüllc, dic besonders dcm Städter Bewunderung cinzuflösscu vermag. Vou solchen Gestalten war jctzt dcr Kirchenhügel, belebt, buut durchciuander schwirrten die Grnppcn, die Burschen jauchzten und jubellcn nnd dic Spicllcnte bliesen lnstigc Weisen. Untcn im Dorfe trachtcu die Pöller. Ich dclcctirtc mich au dcm Anblick. Ein Ballet im Gailthaler Stil müßte iutcrcssaut scin. Bald nach 11 Uhr war der Gottesdienst vollendet. Ich habe während desselben mit Vergnügen bemerkt, daß dic Kcnntniß dcs Lcscns hicr sehr allgcmcin ucr-breitet ist uud daß durchwegs sloucnischc Gebetbücher benützt wcrdeu. Lustig, Schlag auf Schlag, folgtcu jctzt dic Pöllcrschüssc, daö Volk strömte wieder zu Thale, dic Bursche mit wcingcfüllten Maßflaschcn, mit Sing nnd Sang und klingendem Spicl. Um 1 Uhr sollte das eigentliche Fest, das sogenannte „Kufcustcchcn" bcgiuncn. Wir verfügten uns etwas zuvor schon auf den Fest-platz, wo sich das Volk zahlreich versammelt hatte. Auf dcu Söllern dcr nächstcn Baucruhöfc halten dic Damen uud einige Herren Platz genommen. Das waren die Tribüucu. Die Mehrzahl dcr Männer faßtc nntcn an der Straße Posto. Hicr war aus einem etwas größeren Platze cin beiläufig llafterhoher Holzpfahl errichtet, auf 'Sl3 die Befriedigung in St. Petersburg suchen kaun juud' suchcu darf? ^ Oder zieht mau ucben dcu Thatsachen dcr Gegcu-' wart auch solche, welche möglicherweise iu Zukunft cr ^ stehen köuutcu, in Betracht? Erwägt man vielleicht dic ^ Eventualität, daß heute oder morgen die orientalische! Frage zum vollen Durchbruch gelangen dürfte und mit ihr auch an dein thatsächlichen Bestände Oesterreichs manches geändert werden könnte? — Gesetzt, daß dem so wäre, was erwartet man? Hofft man, daß bei dcr Theilung um des Türken Kleider Rußland nnd Oesterreich friedlich fich dahin vereinbaren, daß letzteres einen namhaften Gebietszuwachs an seiner südöstlichen Grenze erlangen dürfte, daß damit das Gewicht des slavischen Elements in Oesterreich ein größeres, numerisch gcradczn das dommircudc werden müßte? Abgesehen von dcr geringen Wahrscheinlichkeit, daß Nnßland wünschen dürfte, einen mächtigen Slaven» staat zum Nachbar zu habcu, würdeu für den Fall, daß dcm doch so wäre, die übrigen Mächte einer so mächtigen Gcbictsvcrgrößcruug Oesterreichs kaum ruhig zusehen wollen. Würden nicht eifersüchtige Nachbarn daranf dringen, daß dcr Gebietszuwachs im Südostcn durch ciuc Gcbietsabtretuug am anderen Ende ausgeglichen werde? Würde die Frage der „Compensation" nicht sofort anf< tauchen? nnd könnte nicht „Böhmen" leicht über Nacht zu eiucm zwciteu Luxemburg werden? Was für ein Gewinn in einen: solchen Falle für die czechischc Nation heraussehen folltc, das will uns nicht ciulcuchtcu. Noch ciue audcre Eucutnalilät ist denkbar — die Eventualität, daß die Katastrophe im benachbarten Osma-ncnrcichc anch die österreichische Monarchie erfassen nnd in ihren Gruudlagcu erschüttern könnte. Wir für uu-seru Thcil lcben in dcr Hoffnung, daß dieser traurige Fall nicht eintreten werde, aber angenommen, wenn anch nicht zugegeben, daß derselbe eintreten könnte und würde — was dann? — gesetzt, es würde aus dcr allgemeinen Zerrüttung eine Gestaltung dcr Dinge hervorgehen, die den in Petersburg nud Moskau zu Tage getretenen Ansichten am nächsten entspräche nnd die ezcchischc Nation käme in eine nähere politische Verbindung mit dem Cza-rcnreichc. Glanbt wirklich Jemand, daß aus einem solchen Znstandc dic Verwirklichung der Träume der czcchi-schen^Nation hervorgehen könnte? Man sehe doch einmal nach Rußland, wie es dort mit den verschiedenen Nationalitäten steht! Polens gar nicht zn gcocnkcn, dessen Nationalität mit allen Mitteln der Gewalt gebrochen uud erstickt werden soll, werden auch alle übrigen Voltsstämmc in dcm großen Ezarcn-rcichc von dem herrschenden Stamme allmälig anfgcfogcn. Es ist dies ein ganz natürlicher Proceß. — Wären erst einmal die 4—5 Millionen Ezcchoslavcn in den „Ocean" des Nnssenthuniö acworfen, winde» sic bald verschwunden und vergessen sciu, wie es mit so vielen anderen Volkostämmen bereits geschehen ist. Ob dies die Zuknuft ist, welche die czcchischc Nation hofft und wünfcht, bezweifeln wir." — Am Schlnssc dieser Erwägungen constatirt nun die „Voh.", daß dcr Moslowitismus, dcm die czcchischc Nation gegenwärtig zngeführt werden soll, nntcr allen Umständen eine nicht zu rechtfertigende Richtung sei. „Entweder ist er gegenstandslos nnd sonach überflüssig, — oder er verfolgt eine tiefere, politische Tendenz, nnd dann schlägt er schließlich unr zum Schaden dcr Nation selber aus, die sich ihm iu die Arme warf. Man täusche sich uicht! Kcinc Politik ist so egoistisch, als die dcS Ezarcnhufcs." „Nehmen wir aber an, daß dcr ganze Anlanf, dcr jetzt genommen wurde, eben nur Anlauf bleibt, uud daß die moskovitischc Bewegung, wie so manche andere rcsnltatlos im Sande verrinnt - -dann hat die czcchischc Nation ebenfalls keine Ursache, denen, welche diese Bewegung angcrcgt hatten, Dank zu wisscu; es ist daun cbcu uichtö erzielt wordcu, als eine nn nöthige Schärfung dcr Gegensätze, eine Abschwäch nng des Gefühls dcr Zusammengehörigkeit nnd das dcmüthigcn dc Gefühl der Enttäusch u ug." - — Oesterreich. Wien, 15. Juni. Dic „Wr. Ztg." meldet: Sc. kaiscrl. Hoheit dcr durchlauchtigste Herr Feldmarschall Erzherzog Albrecht haben aus Aulaß des Ablcbcus Höchstdcsscu Tochter, dcr Frau Erzhcrzogiu Mathilde, dcm Kricgslninistcrinm eine 5pcrc. Met.'Obligation im Ncnnwcrthc von 1000 fl. (5. M. mit Eonpons vom I. November l867 znr Errichtung ciuer Militärstiftung uuter dem Namen „Erzherzogin Mathilde» Stiftung" mit dcr Bcstimmnng übergeben, daß die entfallenden Iahrcsiutcrcsscu alljährlich am 0. Juni, als dcm Sterbetage der genannten Frau unter 5 Manu der k. k. Sauitätstruppe zu gleichen Thcilcu vertheilt wcrdcu sollcu, wobei jcucÄiaunschaftvorziigswcisezubcrücksichtigcu ist, welche bei der am 1. d. M. stattgefundcncn Ucber-tragung Ihrer k. k. Hoheit von Wien nach Hctzendorf mitgewirkt hat. Pest, 15. Juni. Die Mitglieder dcS Dcal-Elnbs hatten heute von 1 l. bis halb l Uhr cine Eon-fcrcnz, in welcher dcr Ministerpräsident anzeigte, daß dcr Landtag in 8 bis 10 Tagen vertagt wird. Bis dahin werden drei anf die stattgehabte Krönnng und zwar ans die Inarticulirung dcs Kröunngsactcs nnd die Vcr> wcndung dcs Krünnngsgcschcukcs bezügliche Gesetzentwürfe, dcm Landtage vorgelegt werden. Eine Motion der L in-kcn bezüglich dcr Versorgung dcr gewesenen Honvcds gab zn einer Besprechung dieser Angelegenheit Anlaß. Der Ministerpräsident sagte, die Regierung sei nicht in der Lage in dieser Sachc etwas zu thnu; das Vorgehcu der Majestäten zcigc jedoch dcn Weg an, wie dicsc Frage gelöst werden kann. Er sci bereit, zur Unterstützung der Honvcds 1000 fl, zu geben. Sofort zeichneten die Minister jcder 500 fl. und nllc anwesenden Mitglieder verschiedene Betrage. Binnen einigen Minntcn waren mehrere tausend Gulden gezeichnet, die auch gleich bar dem Finanzminister ülicrgclicn wurden. Somssich legte einen Gesctzvorschlag bezüglich dcr Ausdehnung dcs Wahlrechtes anf die In dcn vor, es wurde jedoch dagegen eingewendet, cs sei beschlossen, die Iudcufragc uur in Verbindung mit einem Ineolatsgesctzc zu erledigen, wozu jetzt nicht mehr Zeit sei. Dies werde im Herbst geschehen. — Vom k. k. politischen Bezirksamt iu Görz erhält dic „Tr. Ztg." folgende Zuschrift: An die geehrte Redaction dcr „Tricster Zeitung" in Trieft. Nachdem die im Blatte vom 13. d. M. Nr. 134 enthaltene Corresponded datirt Görz 13. Juni bei Besprechung der Vorfallcnhcitcn am Abcud dcs II. d. M. nächst dcm Bahnhöfe auS Anlaß dcr Ankuuft weiblicher Sträflinge iu Begleitung vou köuigl. italicuifchcu Earabinicri dcn wahrcu Sachucrhalt gänzlich cutstellt, so wird die geehrte Redaction anf Grund dcs § 19 P. G. um die Vcr-öffcntlichnng vorstehender Berichtigung ihrem vollen In« halte nach ersucht. Aus dcu vorgenommenen amtlichen Erhebungen geht hervor, daß nntcr dcn Dcmoustrautcn vom 11., gcgcu welche das gesetzliche Strafverfahren ciugclcitct wurde, kein einziger Schüler weder dcs t. k. Gymnasiums noch dcr l. k. Obcrrcalschulc sich befindet; daß beim Erscheinen dcr bewaffneten Macht Niemaud der Anwesenden, also anch lein Schüler, sich mit Prügeln bewaffnete; daß gegen dieselbe anch kein Widerstand geleistet wnrdc, somit die Nothwendigkeit dcr Herbei-zichung cincö weitcrn militärischen Succurscs nicht eintreten konnte nnd wirklich nicht eintrat. Endlich bcrnht die angeführte Zahl der an das Landcsgcricht Eingelieferten nm so mehr anf einer ganz willkürlichen Com» bination dcs Eorrcspondcntcn, als am 12. d. noch Niemand der Gcrichtsbchördc übergeben war. Görz am 14ten Juni 18«7. Dcr k. k< Statth. Rath, Bczirksamtslciter: G. Kübeck. Ausland. London, 15. Juni. In dcr gestrigen Sitznng dcs Unterhauses erklärte Lord Stanley anf eine Interpellation Labonchcrs den Verlauf dcr Eonferenz in London, wie er ans dcm Blaubuchc bereits bekannt ist, nnd fügte hinzn, daß ohne die Zusage dcr> Garautie von Seite Englands dcr Krieg nnvcrmcidlich war. Gegenwärtig sci kein Grund zur Äcsorgniß eines Krieges vorhanden, nnd wofern alle Mächte dcu Vertrag nnfrechthaltcn, sei dcr Ansbruch eines künftigen französisch-dentschcn Krieges unwahrscheinlich. St. Petersburg, 14. Juni. Dcr G roßf ü r st Constant in empfing in Kronstadt eine Glückwuusch-depntation der daselbst wohnenden Amerikaner nnd Engländer, ebenso auch eine Slauendcputation. Der Groß« fürst fprach seine Znfricdcnhcit mit dcm Empfange ans, welchen das rnssifchc Volk dcn Slaven bereitet, und sagte, er theile die Gefühle seines kaiserlichen Bruders. — 15. Juni, Die Kaiserin, d»c Großfürsten Ser-gius uud Paul und die Großfürstin Marie reisen am l li. b. M. nach Livadia in der Krim ab und nehmen die Route über Warschau, Czcrnowitz, Novosiclo, Taraöpol, Odessa nud Ialta. Mssesneuigkeiten. — (Aus Wien.) Am Mittwoch fmdet die feierliche Eidesleistung des V>!rgcrmeisters statt. — Einem soeben oerosfentlichlen Verichie dcs Stadtphysicats zufolge haben im Jahre 18K6 die Selbstmorde in Wien um 14 gegen das Vorjahr abgenommen. Zweifellose Selbstmorde fanden 95 statt, bei 69 Männern und 2tt Weibern, davon mellwür» digcrweise die meisten (l6) in der schönsten Jahreszeit, im Monate Mai, die wenigsten (3) im Scvtcmder. Gestorben smb im Ganzen 25.520 Personen, woron allein 3000 an oer Cholera. Unter den Verstorbenen waren 52 pCt. münnl. welchem alsbald eine kleine Kufe, aus hartem Holz. nut vielen Ncifen fest beschlagen, derart befestigt wurde, daß sie uicl,t ohne größcrc Kraftanstrcugung hätte verrückt werden können. Dicsc war eigentlich dcr Siegerpreis, um welchcu zu ringen sich die schönsten nnd kräftigsten Bursche auf starken, schweren Pferden, nnd wahrhaft stolz und hoch zu Noß, versammelt hatten. Sie waren in bloßen Hemdärmeln nnd bunten Zipfelmützen, saßen fest ohne Sattel nnd Bügel; jeder hatte einen schweren, obcnzn massiger geformten Eifcnschlägcl in dcr stechten, den er schon znvor prüfend fchwang. Die Mähnen dcr Pferde waren mit Blumen nnd Bändern dnrchflochtcn Jetzt, während die Prciskämpfcr ihre Nofsc lnmmclu und üben,' bctrachteu wir uus dcu Festplatz. Wir bcmcrlen keinerlei Decoration, aber die Menge dcr heiteren Zu. schauer riugsum, dcr hübschcu, zutraulichen Zuschauerm-ncn ans dcm Volle, das bunte, lebhafte Durcheinander, die malerische Fcsttagstracht, die allgemein vergnügte Stimmnng, die Klänge dcr heimatlichen Sprache, im Hintergründe die schöne üppige Laudschaft mit dcm frcuud-licheu Dörfchcu, — oieS alles schien mir das einfache aber ritterliche Fest mehr zn heben, als cs aller Tand uud alles Oeküustcl von Decoration vermocht hätte. Das ländliche Tnrnicr beginnt. Vorüber au dem Pfahl sprengen im schärfsten Galopp die Prciswcrbcr nnd Rühren mit dcn schwcrcn eisernen Schlägeln die wnchtig' stcn Streiche nach dcr zähc allcr Kraft widerstehenden Knfc. Wcsscn Hieb sie zerschlägt, daß dic Steifen sich lösen, dcm gebührt dcr Vorrang, cr hat die größteil Chan-ccn znm S,cgc. Ueber ein Dutzend Reiter bethciligt sich an dcm Kampfe nnd sie treiben mit Znruf uud hieb dic Pferde zum strcugs'leu Galopp. Hie und da weicht cincs auS nnd dcr Schlägel dcs Reiters durchschneidet ziellos die Lust; die Mcugc lacht, uud das Pferd verspürt dcn grimmen Zorn dcs Verspotteten. Noch ^ einmal wagt cr dcu Ritt, dann tritt cr ab, nnd vcrlicrt sich. Dcr schöne Bursche anf dcr prächtigen Fuchöstutc b°rt hat schon wiederholt dic wuchtigsten Schläge geführt uud ein Paar Danbcu eingeschlagen, aber die Reifen fallen noch nicht; jetzt führt ein Anderer — cr reitet eine Schimmclstntc — einen Mcistcrhicb, die ersten Reifen fallen, und wie scharf hinterdrein der ganze Troß heransprengt und mit der Wnth nud dein Zorne dcs Besiegten auf die Kufe loshaut: da zcrfallcu die Dauben, uud mit einem lnstigcn Marsch stimmt die anwesende Musik in dcn allgemeinen Inbcl ein. Ictzt werden d.n Reitern die losgelösten Reisen hoch cntgcgcugehaltcu, dcr Sieger hat deu Vorritt, und indem er Relf anf Reif mit dem Schlägel in dcr crhobcncu Haud auffängt, läßt cr sie stolz herab auf seinc Schulter fallcu. Auch dariu ist er also Sieger, doch mnß cr noch eine Probe bcstchcu. Eiu Blumenkranz wird hoch empor gehalten, cr reitet dcm Zug voran nnd soll ihn durchstechen. Anch daö gelingt, cr hat ihn galoppircnd auf dcu markigcn Arm gefaßt uud steigt jetzt als Sieger, bejubelt nnd beglückwünscht von der Mcngc, schweißtriefend vom Pferde, während seine Kameraden, zornig ihre Rosse peitschend, dcu Kampfplatz verlassen. Jetzt geht'S in dichtgedrängtem Zngc, dcr Sieger mit dcm Kranzc voran, mit Sicg uud Sang und schmetterndem Geblase zum Tauzbodcu, dcr vor ciucm der nach-sten Bancruhänscr errichtet ist. Auf einer Tribnnc nch< mcu die füuf Spicllcutc Platz, die Burfchcu sammeln sich in Gruppen und es beginnt das Singen dcr hcimi» sehen Weisen, wie wir sie anch in Krain hören: cs sind slavische Vierzeiler, mit dein obligaten melancholisch-eintönigen Jodler am schlnssc. Das mag so eine halbe Stunde gewahrt habcu, währcud welcher wir Armen in dcr drückendsten Sonnen» Hitze anf dcn Beginn dcs Tanzes harrten. Endlich cr-schallen Polkatönc. Alle Burschen weichen znrück bis anf dcn Sicgcr, dicfcr bleibt nnd sieht stumm riugsnm die wogende Mcngc dcr ungeduldig harrenden Mädchen an. Ictzt tritt cincs auf ihn zu, ciuc zarte nnd doch üppige Gestalt im reizendsten Kuospcnaltcr, crröthend fordert sie den Sieger zum ersten Tanze auf, nnd ihrem Beispiele folgen die übrigen Mädchcu, bereu jede ihren Vicbstcu zum Täuzer wählt. Wic frei, wic offeu gibt sich hier das Gcstäudniß der Licbc tnnd, wic stolz, wie selbslbcwllßt blickt da dcr Bursche seinem Mädchen in's 'Auge, wic süß verschämt schlägt sie dcu Blick vor ihm ukdcr. Aber ihr Muth wächst, je läugcr dcr Tan; währt, sic dreht sich dreist und stink im Kreise, dem wildcu Flug dcs Kleides mit der linken Hand wehrend. Die Tour dauert eine gntc Viertelstunde, während wclchcr dic Paare nicht wechseln. Dcr zweite Tanz, ein „Stcirischcr" wird mit bcsoudcrcr Vorliebe ausgeführt, in ganz kurzen Zwischenpausen wird getanzt, daun iu einem Nasltcmpo läßig vorwärts schlendernd, wieder ein Vierzeiliger gesungen. Dicht um dcn Tanzboden gedrängt standen die Zuschauer. Fürwahr, ich halte die drückenden Mittags« strahlen verschmerzt, als ich dcm Tan;c zusah; die natürliche Grazie dcr Bewegung fand ich noch nirgends so bcwnndcrnswcrth als bei dcu Gailthalcr Tänzerinnen. Oringt man dies nnd die koketten kurzen Röckchcu, die schönen Gestalten, die hübschen Gcsichtchcn alle in Anschlag, so können mir's meine Lescr glaubcu, wcuu ich das muntere Getümmel anf dcm Feistritzer Tanzboden einem Ballet mit dcr kostbarsten Ausstattung, mit Nymphe» uud Guomcn, mit Sirenen nnd Dämonen, mit klassischer Musik nnd Stnwcr'schcn Fcncrwcrk vorziehe. Uns allen, besonders dcn eifrigen Verehrern dcs schönen Geschlechtes, bleibt das originelle, ritterliche Fest unvergeßlich. Wir fuhren fchou bald nach A Uhr Nachmittags ab. Auf dem Rückwege hielten wir in Aruoldstcin an nnd bestiegen das hohe Klostcrschlob, vou den, aus mau einc herrliche Aussicht gcuicßt. Diese Aussicht und die hübsche Führcrin, dcr köstliche Marwciu bei einem uuscrcr Lands-lcntc, cm rasch abgcschloßeucr Pfcrdchandel, — das alleS waren ganz augcuchmc Reise-IntermezzoS. Beim Einbruch der Dämmrrnng hatten wir Krain uud bald darauf auch das gemüthliche Wnrzner PosthauS erreicht, wo aus- und umgespannt wurde. 914 und 48 pCt. weibl. Geschlechtes. — Bezüglich des Naub-moldcs ist noch zu erwähnen, daß die geraubt geglaubten Wechsel sowie einiges Geld sich noch in der Wohnung wieder vorgefunden haben. — In der Frage der Ei'richlung ncuer Friedhöfe ist das fürsterzbischöfliche Consistorium der Ansicht, daß die dastehenden Fricdhöfe noch fi!r lungere Zcil au^-leichcn und will ferner auch ven Pfarreien ihr Anrecht auf die Vcerdigungsloslcn gewahrt wissen. Nach genauen Erhebungen hat nun der Ncferent der Friedhofscommilsion nachgewiesen, daß selbst bei den möglichen Erweiterungen die gesammten Friedhöfe Wiens im günstigsten Falle nur noch für 4 Jahre Namn für eigene Gräber gewähren. Tie Fried« Hofscommission bcschlcch daher, zu beantragen, daß die Eom-mune auf ihrem Nrchte, Fricdhöfe zu errichten, wie jede andere Gemeinde verharre und um die Zusammensetzung einer Commission aus Mitgliedern der Statlhallerci, des Consistoriums und des Gcmcinderalhes ersuche, damit eine Vereinbarung bezüglich der Errichtung eines neuen Friedhofes sobald als möglich erzielt werde. — (P r of ess or Pit ha) schilderte bei einem Vortrage in der Gesellschaft der Aerzte in Wien die Theilnahme für die unMclliche Prinzessin Mathilde in den weitesten Kreisen. Nicht nur die erzhirzoglichc Familie, sondern auch er wurde mit Briefen Rathschlägen und Heilmitteln aus ollrn Theilen der Monarchie, aus Preußen, ja selbst aus Paris förmlich überfluthet. Alle Schichten der Gesellschaft, Adelige und Bürgerliche machten Vorschläge, theilten Gehmnnültel mit :c., und daß es wahre Theilnahme und nicht Eigcnnük'igkeit war, hievon zeugeu die vielen anonymen Briefe. — (Die polnischen Abgeordneten) Fürst Czartorysli und Graf Potocly, die zu Mitglieder des Herrenhauses ernannt wurden, werden ihre Sil;e nicht im Abgeord- ' neten«, sondern im Herrenhause einnehmen. — (Oesterreich isches Consulat.) In Breslau ist ein neues österreichisches Consulat errichtet und der Com-missionsralh Tr. Cohn zum Consul ernannt worden. Tie preußische Staatsregicrung hat hiezu das Erqualur erthält. Interessant ist es noch zu erwähnen, daß in Schlesien, resp. Breslau, erst jetzt, 1'/, Iahlhundnt nach der Bcschcrgrci-sung seitens Preußens, ^um erslen mal wieder cin österreichisches Amt errichtet worden ist. Locales. — (Con curse.) Vei dem Landcsgcrichlc in Klagen-fürt ist die Stelle eines Oberlandesgerichtörathes mit dem Gehalte von jährlichen 2025 si. zu besetzen. Bewerbungen darum sind bis 15. Juli einzureichen. — Bei dem neu errichteten Bezirlsa/richte in Tscherncmbl ist eine Actuaröstclle mit dem Gehalte von jährlichen 400 eventuell 500 fl. zu besehen. Gesuche sind binnen 14 Tagen einzureichen. — (Cur liste des Curort es Topliz in Unter train) vom 1. bis 14. Juni d. I.! Die Herren : Franz Pirz, Ncalitätenbesitze., von Zirlendors: Simon Ma-gavic aus Croaticn; Baron v. Rechbach, l. i. Hauvtmann, von Laibach: V. Zotler, Rcalilätenbrsitzer, von Gurlfeld: Vnlor Vezdil, l. k. Cadetfeldwebel, von Laibach: Johann Kraölouz, Pfarrer, von Hönigstciu! Michael Penic, Gast-yebcr, von Rcichcnbcrg: I. Rittet v. Fichtenau, k. l. Pofl-und Bürgermeister, von Rudolfswcitb-. Thomas Tamacer, Handelsmann, von Laibach: Dalo Car und Dalo Makar, Weingärten, und Nealilälenbcsitzer, aus Croalien: Andrea? Leustil, k. l. Postconducteur, von Laibach: Franz Fitz, Süd-früchtenhündlcr, mit Tochter, von Graz. Die Frauen: Maria Lakner, Südsrüchtenhündlersgatlin, von Gollschce: M. Ma-litsch mit Herrn Sohn und Stubenmädchen von Laibach. Zusammen 46. — Außerdem noch 80 Landleute. — (Die Gijrzcr Sch ü tz e n gesclls ch a ft) ve» anstaltete zu Pfingsten cin Frcischichcn, welches am 9. Juni begann und am 11. d. Nachmittags endete. Dasselbe war recht animiri: außer 13 Görzcr Schützen haben sich zehn Herren aus Trieft, 3 aus Laib ach und 2 Ofsicicrc des in Görz garnisonircndcn l. k. 20. Iägerbataillons daran bctheiligt. Geschossen wurde, namentlich von den auswältigen Herren Schützen, ganz vorzüglich: es fielen unter 2020 Schüssen 11 Centrums und 84 Vierer. Das erste Best (6 t. k. Ducaten mit Fassung) gewann Herr Ios. MaUilich aus Trieft, das zweite (4 k. t. Ducatcn mit Fassung) Herr Josef Klietsch aus Görz, das dritte (3 l. l. Ducaten mit Fassung) Herr August Rritz aus Trieft, das vierte (2 l. l. Ducaten mit Fassung) Herr Georg Krieger aus Laibach, das fünfte für die meisten Kreise in 30 Schüssen (1 k. l. Ducaten) Herr Josef Zenari au? Tricst. Das Ehrendes! (1 k. t. Ducaten mit Fassung) wurde mit ganz gleichen Schüssen vom Herrn August Reitz aus Trieft und Herrn Josef Pelikan aus l'o'rz gewonnen, und da wegen Abreise des einen Herrn Schützen das Rittern unmöglich war, durch's Looö getheilt. — (In Bad Krapina) waren nach der uns zugesendeten Cmlisle vom 3. bis 8. d. 95, im Ganzen scit Beginn der Saison 498 Personen angekommen. Eingesendet. Wessen Schuld ist es denn, daß am Sonntage in dem Garten der Herren Koslei das Bier pr. Krügel mit 6 lr. ausgeschaut! wurde? Wir erwarteten, selbe-Z für 7 kr. zu detommen, und wir freuten uns, doch endlich ein billigeres gutes Bier zu trinken, — doch wurden Icider unsere gerechten Hoffnungen wieder getäuscht. Wie wir wissen, wird das jetzige Bier mit 5 fl. pr. Eimer ausgebotcu, zu 8 kr. aber kommt selbes, da man doch mindestens 110 Krügel daraus schäntt, aus 8 fl. 80 kr., drr Gewinu von 3 fl. 80 tr. pr. Eimer ist deun doch zu stark, zumal da man selbst zu diesem enormen Preise mit dem Mähe übel daran sein tann, wenn weder die Gläser gleich groß sind, noch selbe voll gegeben werden. Unseres Wissens ist das Kriigcl gar kein authentiscb-cimentirtes Maß, oder hat vülllicht unsere städtische Marttpolizei obiges Maß aulhenlisirt? Den Herren Unternehmern muß es doch gewiß daran liegen, daß die Bewohner Laibach« das gute Bier in noch größeren Quantitäten trinken und der so schön uno günstig gclegene Platz in lebhaften Aufschwung komme! — Wir bitten um Abhilfe. Mehrere Aicr freunde. Der zweite Gcsellfchajtszug des Josef Neumcyir geht am 29. Juni unter den im Programme ausgesprochenen Bedingungen von Wien ab, und ist nur noch die Combination hinzugekommen, daß auch Reisende blos sür die Hin« und Rctourfahrt, ohne jede andere Verpflichtung der U,,ter» nchmung, angenommen werden, und zwar für 70 st. ö. A. N. die Fah,t mit der ll., und für 46 si. mit der lll. Classe Vormerkungen überhaupt werden angenommen: Wien, Stadt, Herrcngasje Nr. 0, bei I. Neumeycr, Gründer der Gesellschaftsreise. Neueste Post. Eine Wiener Orig.Corr. dcr „Tr. Ztg." sagt über dic angeblich vom Frcihcrru v. Bcu st den Polen gemachten Concessionen: Was die Polen vor allem anstreben, nämlich eine gesonderte staatsrechtliche Stellnng in den nicht znr ungarischen Krone gehörigen König-reichen nnd Ländern, haben sie nicht erlangt nnd nach den bestehenden, also für unsern Ministerpräsidenten maßgebenden Pcrfassuugsverhältuisscn anch nicht crlaw gen können. Die Ernennung eines polnischen Huf-tanzlcrs, oder auch nnr eines Ministers für dic galizi-scheu Angelegenheiten, cin oberster Gerichtshof in ^cm-bcrg n. dgl., ist ihnen nicht, wic die galizische Tagcö-prcsse meldet, zugestanden worden, sondern wurde, wic mir von authcutisclier Seite versichert wird, abgclchut. Selbstverständlich culfällt damit anch die Nachricht von dcr Berufung Potocki'ö als Munster für Galizicu, und Zicmiallowsti'S als dcsscu Uutcrstaatssccrctär, wenngleich die ürucuuuug eines Polen als Mitglied des Miuistcrrathcö, also ohne nationalen Charakter, dem Ministerpräsidenten allerdings willkommcu sciu dürfte. Telegramme. (TriMal-Telegramm dcr „Laibacher Zeitung.") Wien, »7. Iuui, Abends. Ihre Maje« stäten sind gestern nach Ischl abssereiöt. — Im Absseordueteuhause theilt Giökra mit, daß Se. Majestät der Kaiser Freitag in Qfeu die Adresse des Hauses entgegengenommen habe. Dr. Ntiihlfeld beantragt die neuerliche Ver« Handlung des Neligionöedictes. Das KriegS-minisierium übersendet den Ontwurf des Wehr« gesetzes und IVehraufglbotes zur verfassungs« mäßigen Behandlung. Beust legt Entwürfe über 'Abänderung dcs Grundgesetzes der sleickS» Vertretung, Abänderung dcs s lll, cin Vti« nisterverantwortlichfeitogesetz und über Delegationen vor, erklärt die Vefestigung IViens als küuftige gemeinsame Angelegenheit und theilt mit, der Kaiser habe die (Klnstellung sämmtlicher Vefestigungsarbeiten befohlen. Debatte über die Behandlung umfangreicher Gesetze. Berlin, 15. Iuui. Der König uud Graf Bismarck sind tt Uhr Abends in Potsdam ciugctroffcu. Potsdam, 16. Imii. Dcr Czar ist mit einem Cjtrazugc heute Vormittags um 10 Uhr hier ciugctroffcu uud wurdc durch die hohen Herrschaften begrüßt. Mittags wohnte er dem Gottesdienste in der griechischen Cavcllc bei nnd besuchte hierauf dic Mitglieder dcr königl. Familie. Nachmittags 5) Uhr ist Familientafcl uud Abends Thee iu Vabclsbcrg. Nonstantinopel, 15. Iuui. (Direct.) Officicll: Omer Pascha schlug, die Iusurgcntcn bei Aiafotia Pe-schcro und Afedichristo^ Dic Insurgenten hatten 50() Kampfunfähige, darnn'lcr 200 Todte; die Kaiserlichen hatten 20 Todte uud W Verwundete. Nach Candien sind als Verstärkung 10.000 Manu und zwei Pauzer-frcgattcn abgegangen. Der Gouverneur dcr Douauvro« viu; vcruichtetc zwei am Balkan festgesetzte Vrigautcu-bauden, welche au Türkcu- verschiedene Grcnclthatcn vcr> übten. Athen, 12. Juni. Nachrichten von Hcratlion vom ll. d. M. zufolge ist die Expedition Omer Paschas ge« gen Sphakia uud Apokoroua uutcr großcu Vcrlustcu gescheitert. Die Verbindung Omer Paschas mit Mchemcd Pascha wnrdc vereitelt. Htehciued, zweimal gcschlagcu, war gczwuugcu, sich iu ciucm vcrschauztcu Vager einzuschließen. — Dcr Dampfer „Esiuhi", welcher Jagd auf deu „Arkadiou" gemacht hat, ist mit großen Havarien, Todtcu uud Vcrwuudetcu nach Candien znrückgclchrt. 9telv-Aork, 4. Juni. Dcr Dampfer „Afrika" nahm 116.500 Dollars mit. — Chili nnd Pern lehnten die Vermittlnng dcr Vereinigten Staaten ab, wenn dic Vollmachten dcs Schiedsrichters nicht bcdcutcud bc« schränkt wcrdcu. Telegraphische Wechselcourse vom 17. Juni. 5perc. Metalliqiu'S 60.70. — 5prrc. MctalliqueS mit Mai- und November-Zinsen 62,50. - 5perc.Natloi,aI Anlehnn70.80. -.Vaut-acticn 726. — Crcditacticn 189,90. — 1860cr staclisanlehm 89. — Silber 122.25, — London 124 hli. — K. l, Dnccttc,, 5'.91. Angekommene Fremde. Am I«. Juni. Htadt Wie». Die Herren: Heuchelin, von Llidwlgsbnrg. — Willine, Gl,schtif!sl^itcr, von Lichtendach. — Killian, Hnndclsm,, von Untcldcntschan. — Koch. Handelsm., von Trieft. Knmp, Handel^in , von Schwarzcnbach. — Sartori, Ncalittitenbes., von Steinlirlick. 2tcrllwart>,'. Hcrr OreHnil, Coinmii!. Mohren. Frl. Walter, Modistin, von Trieft 2chwarzer Bär. Dic Herren: Schich, Bäctcr. — Cuctan, Väckc>, von Gottschce. — Haidvo^l, Zlickerbäcter, von Altarad. — Starz, Bäcker, von Groszlaschiy. — Micla, 26)losscr, von Voöic, «^Mg^'^^^'^'.ü SW. schwach Rcgeii^ ^"1 17. 2 „ N. 325,7ü -j-10,i SW.schwach Ncssen i <>/" 10„ Ab. 826 a« 1-7.., W.scbwach ;.Hälfte bew.""^« Naßkalter regnerischer Tag. In den Alpen reichliche Schnceflllle. VtT-anlwortlicker Nodacteur: Iana, v. Kleinmnnr Dörftnbencht. TUien, 15. Juni. Äei stillem Berlchr behanvtclen sich allc Es,.(.'lcl!conrsc nnd lhcilwcisc anch ;ur höhcren Notiz, indeß Devisen nnd Valuten billiger abgegeben 'vnrdcni Geld abondant. -veffentliche Tchuld. ^. dcs Staates (für 100 fl) Geld Waare In «. W. zn 5pCt. fnr 100 sl, 56.1N 5l.20 In üstcn. Währnng sienerftci 61.10 6l.25 ^, Steneraiil. in ö. W. v. I. 1864 zu bvüt. rilclzahlbar . i^.60 ft8.^0 Silber-Anlehrn von 1»64 . . 77.50 78.-Silberanl. 1865 (ssrcs.) vilckzahlb, in 37 Jahr. ;n 5 pCt. 100 fl. 51 50 f<2. - Nat.-Alll.mit Iän.-Eonp. zn5"/„ ?0.<;0 70.70 „ „ „ Apr.-Eoup. .. 5 „ 70.75 70.^0 Metalliqneö . . . . „5 „ 00.60 <:0.^0 drtto niit Mai-Conp. „ 5 „ ,i2.40 <;:i.50 detto....." 4,>„ 5!<25 5.'l.50 Mit Verlos. v.J.: »39 . - - 14ö.s>0 146/)<> 1854 ... ^-"' "0.50 " !' "" I860 zu 500 fl. 88.W 8<>..' „ „ „,. 1864 „100 „ ?^ ^,50 Como'Rcntensch. zu 42 Iv. »U8t. 17 ^' i7./.i ». der Kronländer (fiir 100 fi.) Or.-Cntl.-Oblig. Nicderöstcneich . . Ul 5°/„ 87.- 87.50 Oberüstrrreich . „ 5 „ 90.- 91.— Geld Waare Salzburg . . . . zu 5"/« 86.— 87.— Böhmen .... „5 „ 89.50 90.- Mähren .... „5 „ "8.50 89,50 Schlesien .... „5 ,. 88.50 89.- Elnennarl . . . „ 5 „ 89.- 9l». - Ungarn.....„ 5 „ 71.50 ?:!.- Tcinesec-Vanat . . „ 5 „ 70.25 70.75 Eronticu und Slavonien „ 5 „ 76.— 76.50 Gallien.....,5 „ 69.25 70.- Siebenbürgen ... „ 5 „ 67.- - 67.50 Bittomna .... „ 5 „ 37.- 67.25 ling. m. d. V.-C. 1867 „ 5 „ 67.50 67.75 Tem.B.m.d.P.-C. 1867„ 5 „ 67.- 67.25 Acticn (Pr. StUck). Nationalbauk (ohne Dividende) 726.— 728,— K.Ferb.-Norob.zn 1000fl. E.M. 1727.- 173",- Krcdit-Ansialt m 200 sl. ö. W, 186.10 1«6,30 N, ü, Escom.'.Gos. ,,'500sl, 0,W. 62-i.— 626.— S..E.-G,zn200fl.CM,o.500Fr. 2<<4.— 2tt-l,20 Kais. Eris. Bahn ;n 20<) fl. EM. 14^,.. . 142.50 Süd.-nordd,Vrr.-B.200„ „ 1>>ü.?5 12?.-. Süd.St.:,l.-ven.n.z.-i.E.200fl. ^.5>o ^02-- Gal.Karl-Lud-V. z,20l»fl.CM. 289.50 24"' Geld Waare Vähm. Westbahn zu 200 fl. . 151.-- 151.50 Oeft.Don.DamPssch.-Ges.^ 480.- 451.— Oesterreich. Lloyo iu Trieft ^ I 188.— 19«'.— Wic!!.DamPfm.-Attg.500fl.ö.W. 430.— 435.— Peslcr KettcnbrilÄc .... 30.— 370.— Anglo-Austria-Van! z» 200 st. 102.— 102.50 Lcmbcrger Eernowiycr A<.'tieu . 180.— 180.50 Pfandbriefe (slir 100 si.) National- 1 10jäl,rigr v. I. baut auf > 1857 zu . 5"/„ 105.— —.— (5. M. ^ vcrloöbarc 5 „ 95.25 95.50 Nationalb, aufij. W vcrloSb. 5 „ 9<,.60 90.80 Uug. Vod.-^red.-Anst. zu 5>/, „ 87.— 87.50 Allg. oft. Voocu-Eredlt-'.'lustall vcrloöbar zu 5"/« in Silbe,- l04.— 105, - Domainen-, 5pnc. in Silber . 112.— 112 25 Lose (pr. Stilcl.) Crcd -A.f.H,n.G.;.100fl. 8.W. 129.- 129.25 Don.-Dmpssch.-G.z.100sl.CM «9..- 89.50 Sladtgem. Osetl ,. 40 „ ö. W. 26.— 26.50 Esierhazy „ 40 „ CM. - .— -.— Salm „ 40 „ „ . 30.50 3150 Pallffy „ 40 „ ,. . 24.50 25.50 Gelb Waar? Clary zn 40 fl. 2M. 25.50 2!;.50 St. GcnoiS „ 40 „ „ . 22.50 23 50 Wiudifchgrätz „ 20 „ „ . 17.- I".— Waldstciu „ 20 „ ^ . 2l.— 22.— Kcglcvich „ 10 „ „ . 12.- 12.50 Rudolf-Stiftung 10 „ „ . 12.— 12.50 Wechsel. (3 Monate.) Augsburg fllr 100 fl slldd. W. 104.- 105.85 Frankfurt a.M 100 sl. dctto 104.25 104.50 Hamburg, fiir I0»> Mark Vaulo 92,— 92.25 l,'ondou für 10 Pf. Sterling . 125,— 125.40 Paris fiir 100 Frauks . . . 49.^5 49.75 Eours der Geldsorten Geld Waare K. Miiuz'Ducatcu 5 st. 90 lr. 5 ft. 9' lr. Navllleonöo'or . . 9 „ 97 „ 9 ,< 97j „ Rllff. Imperialt« . 10 „ 23 „ 10 „ 24 „ Vrreinethalcr . . 1 „ 84 „ 1 „ «4z „ Silber . . 122 „ 25 „ 1^i2 „ 5>0 „ Kraiüische Grundcutlnstunstö' Obligatloucli. Pn-vatnotnung: 87 Geld, 89 Vanre,