Laibacher,, Donnerstag den 13. November. IWie«. Den 1. d. M. verstarb M)ier der hochgebohrne Herr Rudolph Ioleph , des H. R. Reichs Fürst zu Colloredo, Graf zu Waldsee, Vice< Die Geistlichkeit regt sich auch und ^sagt, man müsse die Dlßidentcn demüthigen, deren Familien ?u groß in Staatsangelegenheiten werden und durch ihre seinen Wendungen Ein-siuß bekommen. Die Pohlen wollen auch eine Episode in den Tinckenkrieg einschalten, und sind nach ihrer Gewohnheit in verschiedene Partheim getheilt, davotl die Russische, die Türkische und die Preussische, die erheblichsten sind. Dcr Z.nk hat diese Republik seit ihrer Entstehung unglücklich gemacht. Die Uneinigkeit hat sie getheilt. — Nun sind sie wieder uneilng, wUden sil nicht getheilt werden? den Preussen liegt Danzig und Bosnamess iMlahe, und Krakau den Oesterreichern; für Rußland ist der König, und uM vielleicht einen Nachfolger bekommen . — So zanket meine Herren, bislhr alles ver.ankt habt, und dann M-ket wieder, warum ihr gezankt habt ^ro^.rschau, den 12. Okt. Aufun-serm Reichstag ist noch nichts entscheidendes vorgefallen. Von dem Interesse Rußlands und Preusftns Ut Rücksicht auf Pohlen giebt folgende Erklärung Licht -. Rußlands Plan .M gewesen sern, die Republik zu einer Off - und Devmsiv - Allianz mit M^ lond und Oestreich, namentlich geg^" die Psorte, durch den Verspruch ^ bewegen, ihr Veffarabien und/ nitl Ausnahm von CKotym, welches Qest-leich behalten sollte, alich die Mol-ball zu verschaffen, und sie gegen Preussens Absichten auf Danzig, Thorn u. Samogitien zu schützen. Preussen aber soll versprochen haben, yegen Abtretung dieser Provinz und jener 2. Städte der Republik jährlich für sOQOO Mann Subsidien zu iahten, und ihre Freyheit gegen einen Eingriff zu vertheidigen. — An unserer Grenze gegen Bessarabicn, bey Balta, haben sich Türken gezeigt, lwd geäussert, die Republik solle ih-^e beiderseitige Feinde hinausschaffen, sonst müßten sie solche bey ihr auf-z luch'N. Hierauf sind sie von dort in ^lußland eingefallen, und haben da-burch die Absicht Romanzows vereitelt, der eben auf erhaltenes Schreiben seiner Kaiserin , des Kaisers Willen zu befolgen, der alliirren Armee ln der Moldau beistehen wollte, weil sich gegen dieselbe bey Foksan eine! türkische Armee samlet. Lluch soll, Solnkow bey Chot im von Tartarnl angegriffen worden seyn, welche er "ber mit Verlust derselben von eini-ZtN iOO Mann abgetrieben habe. Drrch jcnen Einfall der Türken in -"«; land und durch ein von Bcndcr ^ch Qkzakow detaschirtes Korps wol-;w ^sie letzterer Festung Luft schassen. Deutschland. Es haben bereits vor einiger Zeit in Ost.und West-prcussen 6 Insantericregimenter und ^ von der Kavallerie Befehl echal-^n sich marschfertig zu halten. Die ^aqe gieng, dieses Heer sey an die Kranze von Pohlen bestimmt, um allenfalls die Erklärnng, die der König auf dem Reichstage thun würde, u unterstützen. Dr Prinz Heinrich Von Preussen hat eine Reise nach Paris unternommen. Die vielen zum Thcil beleidigenden Brochüren, welche über das Preussische Religionsedikt erschienen sind, haben den König bewogen dem Staats« rathe eine genauere Aufsicht über die Preßfreyheit anzubefehlen. Se. Maj. sagen, daß die Preßfreiheit in Preß« ftechheit ausarte und die Bücherzen-sur völlig eingeschlafen sey. Sie wollten Ihren Unterthanen gern alle erlaubte Freyheit gestatten ; aber sie müßten auf Ordnung in Ihren Staaten halten, und erwarteten daher Vorschlage diesen Zweck zu erreichen, indcssen soll wieder die Buchhändler und Drucker, welche mit den sogenannten Aufklarern (welche keine geringere Absicht, als den ganzs lichen Umstur: des Christenthums haben ) gemeinschaftlich/ Sache machen, der Fiskus exiitirt werden. — Der Generalfißkal hat brreits den erhaltenen Auftrag allen Buchhändlern und Buchdruckern bekannt gemacht. Als sich in Berlin die Sage verbreitete , daß der in K. K. Diensten stehende Major v. Stein, ein Bru-l der des als Preussischer Gesandter in Mayn; befindlichen Obersten v. Stein, in der Vcttraimschen Höhle von den Türken sey gefangen worden, ließ dcr König sogleich einen Befehl an seinen Minister^ in Konstantinope ausfertigen, daß er diesen Office loskaufen, oder auf anderen We gen w Fuyheit zu setzet suchen soll. Vermischte Nachrichten. Noch sieht man Ul Besorgniß, Preußen möchte einen Antheil an dem Nordkrieg? nehmen wollen. D?e Ruf-slsche Kayserinn soll sich aca'lWrt ha-ben keinen Frieden mit den Schweden eingehen, bis die alte Konstitution von Schweden wiederhergestellt wird. Die Danncn greifen um sich, England sieht noch ;u, aber muß! gewiß einen Entschluß fassen; Frankreich passet; Holland gährt noch; Spanien spricht mit Majestätischem, Tone in den Divan; V.-nedig zau-! dert; Neapel erhebt sein Haupt über^ Rom, und wartet ans die russische Flotte; Portugal ist in der Trauer— und bey dieser politischen Vorstellung kommt ein Bassa von Skutari, will dem Helden Laudon auf den Rücken fallen. — Das wird ein politischer Winter werden; hitzig wird es in Unterhandlungen zugehen bei uns — ! hinter dem Ofen. ' Feldlager bei Iabuka den 24. Oktober. Vorgestern hatten wir abermal einen sehr beschwerlichen Tag. Wir brachen sehr früh von Sakulo auf, und marschirten den noch zu Pantfchova zahlreich versammelten Feinden entgegen / nichts war gewis» ser, als daß wir uns würden schla« gen müssen. Es wurde in 3 Quar-rees marschirt; das Grenadiersquar-?ee und Kavanasch Kuirassiers war der Vortcab, und wr Anführer desselben war Gcneral Graf Bronne. Mitten ndteser gleichsam mit lebendig/n Wil-§n umgebenen Festung marschirten die Kanonen ?md Mliniu'ons?arrcn mit brennenden Lunden. Der erstern waren ! 38 , Und 12 darunter schössen 12 Pfund, Uns folgten noch 2 Qnar-rees, jedes beträchtlicher als das un> lere; dan mirttre wurde vom Feld-m rfthalllieutenant Graf Klairsait, und das leyte von FeldmarschM'eu' tenant Brcchainville a/füh t. Hätte uns nicht ein dcn ganzen Tag sor^ dauernder Reacn abszekühst, wir wa^ ren vor Begierde den Muselmännern endlich doch einmal unter die Augen zu netten — verbrannt. Aber diestr Regen und der lange Marsch meist über frischyepssügte F?lder hat uns vor die!'cm Uibel behütet. — D>'r Monarch war überall /,u Pftrde gegett" wartig; jedes Quarree glaubte voN ihm in Person angeführt m werden. Unbeschreiblich ist seine TlMgkeit, unglaublich seine Unempsindll ch" keit gegen jede Witterung. Um 4 Uhr nachm. trafen wir end'.ich in Iabnka ein. Nun war es schon zu spat, noch diesen Tag den Feind anzugreifen.