Nr. 200. Pränumeialionsprei«: Im üoinptoir ganzj. fi. ll, hall',, ft. L,5U. Für ble Zuslckuüi, in» Haus halbj. 5l> lr, Mi! der Post ganzi. ft. 15, h»lb>. sl. ?.«<), Freit.ig, 1. September Inselli°n»gebühr bi« 10Zellen: l»«I «olr., xm.»olr., »m. > ft.! souftpl.Zeile im.« lr., «m.«ll.. »m. 10 ll. >>.. s. w. Insertieusftempcl itbceui. »0 kr. ^871. Aiutlicher Theil. 3>e. l. und k. Apostolische Majestät haben mit der Allerhöchsten Entschließung ddo. Tchönbrunn am 22.V.M. den Scriptor an der k. l. Hofbibliothcl und außerordentlichen Professor an der l, t. Kriegsschule Joseph Weil zum ordentlichen Profcssir an dieser MilitärbildungS-anstalt mit der Einreihn^ in die sechste Diälenklasse allcrgnädigst zu ernennen ßcruht. Der Minister dcS Innern hat den Polizel'Actuar Johann Budin zum Polizeicommissär in Trieft ernannt. Der Minister für CultuS und Unterricht hat den Professoren Simon Koä an der l. k. Oberrealschule zn Parcova, Fran; Erjavec an der kön. Oberrcalschule zu Agram, dann dein Supplciitcn Jakob Filippi Lehrstellen an der k. k. Odcrrealschulc in Görz und dem Supplcntcn Joseph Schenk ci»c solche am dortigen StaalSgymnasium verliehen. Mhtamtlicher Theil. Zur Situlllilln. Unsere bisherigen Bereitungen über die Wahl-vewegung und die politische Situation — so äußert sich die „Wr. Abdpsl." uom Dienstag — haben zahlreiche Anfechtungen uü!) mitunter heftigen, ja gchässigen Widerspruch erfahre:,. Wir velwcisen beispielsweise uuf die in melir als erregtem Tone gehaltenen Auflassungen der „N. Fr. Pr." iU'er die finanzielle Seite des Ausgleiches, welches Blatt trotz unserer bündigsten Erklärung. daß> die Regierung dem Ncichsrathe leinen, die Lä'ndcr noch mehr belastenden Ausgleich vorlegen werde, an seiner Behauptung einer den dculsch-österrcichischcn Kronländern drohenden Mehrbelastung »eslhielt, weil — ein ^echisches Glatt eine so!chc Eventualität angedeutet hab^n soll. Von einem solchen publicistischcn Standpunkte auS müßte man bei den täglich auflauchcndcn. oft abentcuel-lichen Gerüchten und Combinationen schließlich noch zu, der Annahme gelangen, duß alle derartigen Meldungen, mithin auch jene der „N. Fr. Pr.," als authentisch zu betrachten sind. W^r werden aber auf eine folchc Kamvfwcise, die in dcm Spiele mit bunten Combinationen ihre Waffen sucht, nicht eingehen; wir werden fortfahren mit Ruhe und Mäßigung, fachlich und objectiv die Lage, wie sie uns erscheint, zu besprechen, falsche Annahmen oder ab< sichtliche Entstellungen aufklärend zu berichtigen, den VcrsöhnungSgcdlinleu, dcr immer zahlreichere Anhänger auch unter den Deutschen Oesterreichs gewinnt, zu vertreten, — im Uebrigen aber nicht von dcr Hoffnung ablassen, daß die Zeit wieder kommen werde, wo die gc-sammtc österreichische Presse sich nnr einer solchen Redeweise bedienen wird, wie sie dcr Publicists eines Cultur-staates entspricht. Man hat uns auch zum Vorwnrf gemacht, nlS hatten wir es mit unseren jüngsten Vemerlnngcn über bie Wahlbcwegung darauf abgesehen gehabt, eine Spal» lung in dcr dcutschcu Partei hci vorzurufen. Wir sind uns dessen nicht bewußt. Wir haben nur auf die That' fache himMicscn. daß die ganze Wahlbcwcgung in eine "uhtung geleitet zu werden scheint, welche schließlich ,u s/an^ ^"ocrem. als zur Fortsetzung dcS starren Widcr- "ocs zum System der Unucrsiihnlichkeit führen kann, ^ ' ^7" ,l'"scr Bedauern darüber angesprochen, daß ,"„ ^7"'Wd«nte, namentlich in den Wiener Wahl- ü d'^ m7'^"'" °dcr nur vereinzelten Ausdruck D"se Thalsache beklagen wir auch hcule r de?^ , ^" '"" d'e Versöhnung anstreben, wcnn f ...^" H '''U">'g des inneren Friedens mit aufr.ch- ^si^si^ lis.j^„ >. <- ^llchelnuug gegenüber incht nncm-W^e^ d uU' Element, fruchtbare Negation g drängi'we"""'"" "' "'" " Wenn aber schon die deutsche oder sogenannte Ver< assungspar.e,, w.e cS beschlösse, zu sei.7 u. ohne den Versohnungsgedank^n zur Wahlurne ckrcitcu soll '7"" dcr starte Widerstand gegen n Ausgle.ch zw.schcn den v,terreichisch^ Böllern fort' gesetzt werden soll, dann scheint uns der in d r bishcri-8m Wahlbcwcgung eingeschlagene Vorgang dcmu'folgc «ach all den gemachten Erfahrungen, unter' der Leitung von bisher wenig bekannten Männern, wie jüngst ein ungarisches Matt bemerkt?, mit großem Aufwand von Worten u>,d Bildern einfach die bisherigen Vertreter wieder sollen entsendet werden, nur nach einer Richtung hin gefählich zu sein. und zwar für jene Partei selbst, die mit der Wiederwahl ihrer früheren Vertrauensmänner sich mit den von denselben begangenen politischen Fehlern solidarisch erklärt. Es bleibt uns aber die Hoffnung, und an dieser wollen wir festhalten, daß auch diese Männer, wcnn sie mit den Vertretern der übrigen Völker Oesterreichs die Arena ihrer künftigen parlamentarischen Thätigkeit betreten und wcnn sie von der Nichtigkeit jener Bemerkungen sich überzeugt haben werden, die wir jüngst über die ! Stellung der Deutschen, über die freiheitlichen Rechte, über die Verthcilung der finanziellen basten an dieser Stelle zu machen Gelegenheit hatten, daß sie dann wenigstens dcn Standpunkt jcncr starren nnd schroffen Nk' gation und Unvcrsöhnlichkcit, wie er aus den verschiedenen Wahlmanifcstcn spricht, verlassen und sich der Erkenntniß nicht verschließen wcrden. daß die heute unter dcm Terrorism«« einer jugendlich rührigen Fraction, unter dcm Einflüsse eines lünstlich genährten nnd großgezogenen Pessimismus, unter dem Hochdrücke einer systematisch betriebenen Gcspcusterseherc'i erhaltenen Wahl- ^ mandate sic nicht so weit binden können, um ihre ganze politische Action nach dcn bombastischen Phrasen der Wahlmanifcstc zn gestalten. Sie werden vielmehr dann mit uns erkennen, daß der Ausaleich, auf dcsseu Anbahnung und Vorbereitung die Thätigkeit dcr Regierung ftit Monaten gerichtet war und der diesmal auch den .Nauptaegensland und dcn Brennpunkt dcr parlamentarischen Thätigkeit bilden wird, das neutrale Terrain sci. auf dem sich alle Parteien ohne Rücksicht auf ihre politischen Sonderziele finden und ver< ständigen können. ^ Sie werden aber auch trlennen, daß in einem Staate wie Oesterreich, dcr von so vielen Völkcrslammcn mit verschiedenen Eigenthümlichkeiten, Traditionen und NcchlSanspiüchcn bewohnt ist, politische Macht und Ein-fluß nicht die Prärogative eines einzelnen Stammes, sondern nur Gegenstand eines zwischen Allen verein. garten Compromisscs sein müsse, wenn Zufriedenheit und Wohlfahrt diese Völker zu dauerndem Bande vcr- , einen soll. Die Elchuiffc in Nom werden von einem römischen Correspondent!« der ..Tr. Z." in folgender würdigen Weise besprochen: Die hirsige ^ocalprcssc läßt eS sich angelegen sein. die dieser Tage statlgesundenen Ereignisse arg zu übertreiben, und die verschiedenen Blätter finden, wie immer, je nach il)rcr Richtnna. daS Recht vollständig auf Seiten der Partei, deren Interessen sie vertreten, und daS Unrecht vollständig auf Seiten der Gegner. — Diejenigen, welche dcn cincn als die Provocirenden erscheinen, sind nach den anderen im Gegentheile die Provocirten, nnd einer wälzt die Verantwortung für das Vorgefallene auf dcn anderen. Die Wahrheil ist, daß die gläubigen Katho» liten das Recht hatten, sich nach Belieben in ihre Kir> chcn zu begeben, um zu beten, sei es einzeln, sei eS in gangen Schaaren. Die Ausübung dieses Rechtes kann man sicher leine Demonstration nennen. Die liberalen Parteien hatlcn somit ohne Ausnahme die Verpflichtung, die Ausübung dieses Rechtes und mit ihm die Kundgebung dcr religiösen Gesinnungen eines Theiles der römischen Bevölkerung zu achten. Sie mußten bereifen, daß Rom mcht ohne Gefahren die Hauptstadt von Italien bleiben lain,, wenn man der Religion nnd deren Ausübung, soweit die Gcsctze dcS Staates dabei nicht verletzt werden, nichl dcn frciestcn Spielraum gewährt. Statt dieser so einfachen und vernünftigen Anschauung begegnet man hier vielmehr den gröbsten Irrthümern in dcr Beurtheilung dcr Politischen Vcihältnissc. Man will nicht einsehen, daß die Schwierigkeiten dcr römischen Frage ebensowenig durch den Einmarsch dcr italienischen Truppen in Rom, als durch die Verlegung der Hauptstadt hiehcr gelost wurden, und daß nur die ebenso feste als weise Hallung der italienischen Regierung und der wahre, besonnene ^iberaliSmus dcr Ocnöllcrung die noch voihandcncn Schwierigkeiten ebnen und weitere Berwick' lnngen verhindern tann. Kommt es zwischen Liberalen und Clcricalen zu einem Conflicte, so müssen letztere, da sie bei weitem in dcr Minorität sind. selbstverständlich allemal dcn Kürzeren ziehen. Allein sie wissen auch stet« von der ihnen bereiteten Niederlage zu Profiliren — denn eben weil sie der schwächere Theil sind, finden ihre Klagen und Beschwerden, die man hier meistentheilS nur belächelt, im Auslande Gehör und Theilnahme selbst bei den liberalsten Regierungen, denn leine auswärtige 3te» gierung kann es geschehen lassen, daß die italienische Regierung ihre Stellung mißbraucht. Entstehen daraus auch nicht sofort eigentliche und ernstliche diplomatische Verwicklungen, so fehlt eS doch nie bei dergleichen An« lassen an Bemerkungen, Rcclamationen und Verlegenheiten für den Minister der auswärtigen Angelegenheiten. Während somit die Presse die letzten Ereignisse theils mit schlecht verhehlter Freude bespricht, theils eine Menge Einzelheiten schildert, die nicht einmal auf Wahrheit be< ruhen, sondern lediglich erfunden sind, befindet sich der Minister dcs Aeußern in nicht geringer Besorgniß, d« dem Vernehmen nach die bei dem heil. Stuhle accredi-tirten fremden Gesandten einen Collectiv-Protest gegen die von den Liberalen gegen die Katholiken ausgeübten Gewaltthätigkeiten erlassen wollen. Selbstverständlich würde ein solcher Protest wenig Rücksicht auf etwaige mildernde Umstände nehmen, noch sich überhaupt auf eine gerechte Beurtheilung des Vorgefallenen einlasson. sondern nur ein Ausdruck der feindseligen Gesinnung derjenigen sein, welche als Vertreter der auswärtigen Mächte bei dem heil. Stuhle fungiren, während, was sehr schwer inS Gewicht fällt. daS bei der italienischen Regierung beglaubigte diplomatische Corps augenblicklich nicht hier anwesend ist, da sich die Herren Gesandten größlenlheilS auf Urlaub und die Geschäftsträger fast fümmtlich in Florenz befinden. Die Berichte. Reklamationen und Proteste des französischen Gesandten Grafen d'Harcourt könnten demnach gar nicht mit dcn Berichten anderer Gesandten verglichen und durch dieselben rectificirt werden. Hatte man sich alle diese Umstände und die Ve-denlen, die heute verlaulbarcn, wo es zu sput ist. gestern und vorgestern ins Gedächtniß gerufen, so würben sich die wahren Liberalen von den kirchlichen Feierlich» leiten fern gehalten und durch ihre Nichtintervention bei denselben aufs Neue bestätigt haben, daß die Religion und deien Ausübung hier nickt gefährdet ist. Statt dessen zog man es vor, in der Aufregung und der Leidenschaft zu bandeln und den Gegnern Anlaß zu allerlei begrünbeten Beschwerden zu geben. Volles Lob ver« dient die von Seilen der italienischen Regierung an den Tag gelegte energische Haltung. Die Polizeibehörde hat nicht nur die inhaftirtcn Individuen nicht in Freiheit gesetzt, sondern wird sie wahrscheinlich den Gerichten überliefern. Politische Uebersicht. Laibach, 31. August. Wie die ..Wr. Abendpost" vernimmt, werden bel den bevorstehenden Landlagewahlen im Großgrundbesitze daS Allerhöchste Stimmrccht Sr. Majestät des Kaiser« nachstehende hiczu bevollmächtigte Herren ausüben. Se. Excellenz Graf Hugo Abenöperg-Traun in Nicder-Oester-reich, Graf Julius Fallenhayn in Obe^'Oesterreich, Se. Excellenz Graf Wladimir Mitlrowsly in Mähren. — Als Vollmachtträger der wahlberechtigten Mitglieder der kaiserlichen Mitglieder bezeichnet man: in Nieder« Oesterreich Ihre Excellenzen Graf Karl Grünne, Graf Otto Fünflirchen und Landgraf Johann von Fürsten-bcrg. dann die Herren Graf Franz Fallenhayn, Graf Ferdinand Nurmbrand. Freiherr Karl v. Sutlner. in Mähren Ihre Excellenzen Graf Ferdinand Trauttmans« dorff und Gras Moriz Braida. ferner die Herren Mark-graf Alphons v. Pallaoicini und Graf AlphonS MenSoorff. Die Gazcta Narooowa" war von einem formlichen Schrecken über die in Zukunft entfallenden Staats, garanticn für Eisenbahnen befallen worden, scheint sich jedoch bereis einigermaßen erholt zu haben. Wie telegraphisch signalisirl wird. meldet daS genannte Glall nunmehr: „Oie cztchifchen Vertrauensmänner sind von ihren früherci, Finanzforderungen zurückgetreten und nahmen die Quotcnbemessung auf statistischer Grundlagt a,,." — Das Organ dcS Declarantenclubs. der „Polrot " erklärt gegenüber den Mittheilungen der ..Gazeta Nar'o« bowa" bezüglich des finanziellen Ausgleiches, die Selbst-Verwaltung hätte leinen Sinn ohne die Finanzquote Der böhmische Ausgleich werde den übrigen Ländern bezüglich ihres Percenlualbeilrages zu den gemeinsamen Angelegenheiten rnchts vorschreiben; daS werde die «uf-gäbe chrer Vertrauensmänner sein wie sie die eigenen ^o"fnissc gegenüber dcn Reichsbedürfnissen regeln. Der böhmische Ausgleich werde ferner nichl dagegen se<", "ß V2N seinen glänzenden Finanzeraebnissm Mrl.ch °u" 1462 cin gewisser Theil der Erhaltung deö Ganzen gewidmet werde, damit dic Selbstverwaltung auch anderer, ärmerer Ländcr möglich würde; a^icr schlichlich müsse Böhmen wissen, wie viel diese Quote aufs Haar betrage, um über den Ucbcrschuß seiner Arbeit und seines Verdienstes verfügen zu tonnen." Aus Prag wird der „Tagespresse" gemeldet, daß daselbst in dei< letzten Tagen Berathungen deutscher Parte imänner statt-gefunden haben, die zunächst den bevorstehenden Nachwahlen in den Landtag galten. Anwesend waren: Schnuytal, Banhanö, Pickert, Wolfrum, Klier. Forster, Wiener, Tedesco u. A. herbst war nicht erschienen, hatte aber ein langes Erposs eingesendet, in welchem er sich über die gegenwärtige politische Laqe auS-spricht und den Bcschlüfftn der Conferenz im Voraus seine Zustimmung ertheilt. Was den projectirten deutsch-böhmischen Parteitag betrifft, lam man üderein, denselben erst dann einzuberufen, bis die Vtiplilationen des Ausgleiches mit den Wortführern der böhmischen Opposition bekannt sein werden. Im Ucbrigen erklärte die Versammlung ihren Beitritt zum Parteiprogramm von St. Pulten. Von der gröhlen politischen Vedeutung sind dic Nachrichten über daS Ergebniß der Conferenzen in Gaste in. Danach ist in dem Wildbade cine Art Fricdcnsliga gegen jeden künftigen Sturer des europäischen Friedens zu Stande gekommen, eine Liga. der vorläufig schon nicht nur Oesterreich und Deutschland, sondern auch Italien angehören. Der «Daily Telegraph" schuht gewiß nder das Ziel hinaus, wenn er iu semcr letzten Nummer von einem neuen „Offensiv-und Defensiv «Bündnisse" spricht, welches Italien mit Deutschland und folglich auch mit dem jetzt Hand in Hand mit letzterem gehenden Oesterreich abgeschlossen, aber der Keim für cine Coalition ist gewiß geboten. DaS bestätigen fast alle Nachrichten. Nach Beschluß des engeren Ausschusses findet am 4. und 5. October in Darmstadt der fünfte deutsche Protestantentag statt. Auf der Tagesordnung befindet sich die Slcllung des deutschen PiotcstantcnvcreineS gegenüber dem Vorgehen Roms (Referent Blunlfchli) und sodann die Stellung des Proreslantenoereincs gegenüber den clericalen Bestrebungen innerhalb der protestantischen Kirche (Referent Baumgarteti). W>e man aus Berlin mittheilt, wird dem in den nächsten Tagen zusammentretenden Randlage ein Gcsetz-. Entwurf bezüglich der Realunion der Herzoglhümcr Cobura und Gotha vorgelegt werden. Die etwas ostentatlv verbreitete Nachricht, daß die deutschen Eisenbahn verwaltn« gen in ihrer überwiegenden Mehrheit sich bereit erklärt halten, den Mitgliedern dc« deutschen Reichstages freie Fahrt auf dm Strecken zwischen ihrem Wohnsitz und der Reichs' Hauptstadt zu gewähren, wird von der „Nat.-Zeitung" dementirt. DaS Blatt schreibt: „Allerdings sind in neuerer Zeit solche Antrage an die Eisenbahn-Verwaltungen herangetreten; aber es haben dieselben nirgends A'itlang gefunden, da es weder die Sache der Eisenbahn-GeseUschaftcn ist, den Fehler der Diätenlosigkeit der Reichstagsmitgliedcr zu corrigiren, noch in der Beschäftigung des Reichstags mit Eisenbahn-Angelegenheiten für diese irgend eine Veranlassung zu einer derartigen Bewilligung gefunden werden tonnte. Uebrigens bcmcrtcn wir, daß die Anregung dieser Frage felbst in den Kreisen der Reichstags»Mitglieder Mißbilligung gefunden hat. Die Berliner officiöse Presse wendet den parla° mentarischcn Vorgängen in Frankreich sichtlich eine erhöhte Aufmerksamkeit zu. Insbesondere ist sie auf das Schicksal des Rivet'schen Vorschlages sehr gespannt, da von demselben die Frage abhängt, ob sich die Venv^l- > tung des Herrn Thiers, »nt.r dessen Äuspicicn l^lannt-lich der Frankfurter Frieden abgeschlossen ist, befestigen oder ob die monarchische Rechte endlich den Muth uud die Kraft zum Sturze des greisen Staatsmannes finden wird. Die deutsche Regierung wünscht off nbar die Befestigung der Stellung des H-rrn Thiers, da sein Rücktritt die Verhältnisse kl Frankreich fast sicher unentwirrbaren Conflicten zutreiben und die Ausführung des Frankfurter Friedensoertrages weit hmllu?s,1jicbcn wird. AuS diesen Gründ,» ist man in Berlin anci, für die Erhaltung der Republik, da die Errichtung dcr Monarchic Den Bürgerkrieg in Frankreich unzweifelhaft entfesseln würde. So viel scheint fest zu stehen, t^ß man nicht geneigt ist. der französischen Republik in Bezug auf die Ausführung des Friedensu^rtragcS, nainelUlich was die NäumungsfraLc anbelangt, irgend welch«: Can-cession zu machen, so lange nicht dem Partcitteibcn in Versailles ein Ende gemacht ist, jedenfalls nicht eher. als bis die Frage wegen Verlängerung der Thiers'schen Vollmachten eulschicdm ist. Die „Nationalzeitung' erfährt als zuverlässig, daß der bisherige deutsche Geschäftsträger in Paris, Graf Wal^elsee, abberufen und durch Harry von Arn im als Gesandten in außerordcutlichcr M ssion erseht werden wird. Die „Nationalzeitung" sieht in dem Umstände, daß die deutsche Regierung jetzt einen, mit den militärischen Verhältnissen Frankreichs vcrliau« ten Beobachter entbehren zu können glaubt und den Augenblick für geeignet hält, einen Diplomaten uon <^ach in Paris seine Thätigkeit beginnen zu lassm. dic ^ius> sicht auf die Herstellung mehr gesicherter Verhalln ssc in erfreulicher Welse näher gerückt. In Frankreich ist die Vage sehr ernst. Es wird öffentlich über den bevorstehenden Slurz Thiers' oebal-tirt und eine ganze Ncilic von Pariser und auöwärligcn Blättern berichten, daß die Rechte seil dem luftigen Streit über die Nationalgardcn-Frage täglich Versammlungen hielt, in welchen sic sich mit dem Suchen nach einem Ersatzmann für Thiers beschäftigte. Mac Mahon, G>6oy, der Duc d'Aumalc und Ehanzy wiesen nüch.in-ander alle diesbezüglichen Ancrdietungcn zurück, mir Changarnier. an den man einen Moment lang dachle, fchicn große Lust zu haben, sich an die Spitze des Staates zu stellen, und wollte sich Chancy als Stellvertreter auS-bedingcn. Schließlich sah die Rechte selbst das Wahnsinnige ihres Beginnens ein und gab d-c Sache auf, sttht jedoch Thiers eben so schroff gegenüber, wie je. Vor der Hand handelt eS sich darum, ob die Nationalversammlung in der nächsten Sitzung trotz des Wider» standcs der Rechten das nun Dusaurc beantrage Vertrauensvotum für Thiers annehmen wird. Ohne erneute heftige Kämpfe wird cs nicht abgehen. Thiers ist mit dem Commissionsantia^c nicht zufrieden u-'d fordert ausdrücklich das Vertrauensvotum. Die Blätter tadeln fast einstimmig den Dufaure'schcn Antrag als unzeit-aemäß, weil er wieder die Leidenschaften errege. Die Linke will nun alsbald nach der Annahme des Rivet-schen Antrages — denn derselbe schließlich doch erfolgen wird. ist wohl zweifellos, man hat eben nur die Wahl zwischen Herrn Thiers und einer Fortdauer der Occupation des Landes — den Antrag auf Auflösung der Versammlung einbringen. Der Termin, welchen die rumänische Regierung dem Consortium Strousberg gesetzt hatte, um einen Arbiter zu ernennen, welcher im Verein mit dem Arbiter der rumänischen Regierung, Herrn VcrncScu. schiedsgerichtlich die Annullirung der Concession aus< sprechen sollle, ist vorüber, ohne daß das Consortium 'der an dasselbe crgangenen Aufforderung Folge geleistet > hätte. Nach dem von der Kammer decretirten Modus hätte nunmehr die Regierung auch den zweiten Schiedsrichter zu ernennen; aber sie scheint damit zu zögern, weil schon Herr Verncscu, obgleich einer der Haufttnrheber der berüchtigten Kam.ucrbeschlüsse, erklärt haben soll. daß ein derartiges Schiedsgericht zur Annullirung der Con-cession nicht competent sei, Verncscu ist Dvo.at, und eS mögen ihm denn doch einige Bedenken aufgestiegen sein. Wenn sich die Sache in der That so verhält, so sind die Kammerbeschlüsse bereits ud Ädguräutn geführt und es bleibt nichts weiter übrig, als sie zurückzunehmen. Der Correspondent der „Presse," hört auch bereits daß der Fürst Carol die Kammern auf den 15. 27. September nochmals zu einer außerordentlichen Zession einberufen werde, in welcher sie die Beschlüsse zurückzunehmen hätte oder der Auflösung gewärtig sein müssen. Wie man sagt, hat der rumänische Agent, Herr Carp, den Auftrag, dem Fürsten Bismarck in Gastein diesbezügliche Vorschläge zu machen. Ismael Pascha verlangte in Scutari von allen Verdächtigen die Ablieferung der Waffen; im Gebirge sollen die Malessy'r ebenfalls entwaffnet werden. In ganz Albanien herrscht jetzt vollständige Ruhe. Podgo-ritza ist staik besetzt. Eine aus mehreren römischen Notablen bestehenden Deputation verfügt sich zum Ministcrpräsiden' ten, um ihm das Bedauern aller Bürger Roms übcr die in den lctzten Tagen vorgefallenen Unruhen aufdrücken und der Regierung ihre moralische und matcrulle Unterstützung anzutragen. Der Conseilspiäsident versichert: dankend, die Regierung werdc den Gesetzen strenge Achtung verschaffen, und fügte hinzu, man müsse diese Unruhen verhindern, welche augenscheinlich uon dcn Fein« den des Bandes gesucht weiden. Weltausstellung 1873. Wir Ocstcrreicher, die wir in dcn mächtigen Räumen des Oonsoi'vatftiiw 603 lrrt« nt motion in Paris oder in den schönen Nu8l/6 <1u 1' iiiäu^l'il! in Blüssel die trefflichen Sammlungen uoi< Zeichnungeu, Modelle»', Instrumenten, Maschium und Werkzeugen, die reich-Halligen Collection«:!, von Mustern wlchiiM Ruhstoffe uud neuer Halb- und Ganzfabrikale bewundernd gesehen, dachten wohl insgesammt mit Bedauern des MangelS eines derartigen VolksbildungS-Institutes in Wien. -^ Und doch sehen Touristen beim Durchschreiten jener Räume gewöhnlich nur einen Theil dieser Anstalten. I" den Abend- und Sonntagstundm sammeln sich die Oc-werdctreidcnden, die Arbeiter, die Wisscnsdurslia/n aus allen Ständen, um die Männer zu hören, die Zi"°e der Wissenschaft, es als eine Ehrensache betrachtend, an jenen Institntel, zu lehren. In rcich ausacstaltclcu Büchersälen drängen sich die lernbegierigen, mit Eifer werden die mit dem richtigsten Vcr>liwdlnsse gesammelten ZeichnungS' und anderen Vorlagen benutzt. Wer von uns hätte bei Besichtigung all' dieser reichen Sammlungen und Behelfe für den Anschauungsunterricht nicht dcn lebhaften Wunsch getheilt, dieselben nach Wien übertragen zu tonnen? — ViclcS ist in der Donaustadt geschehen. DaS Bangewcrbe entfaltet sich in einer die regste Aufmerksamkeit des fernsten Auslandes erweckenden Weise. Ocffcnllichc Anlagen entstehen, wetteifernd in Geschmack und Zierlichkeit; für daS Schulwesen wurden bereits große Opfer gebracht uud noch größere in Aussicht gestellt; für den kleinen O«werbsmaun jedoch, für den Arbeiter, Beide von dem Dränge beseelt, ihre Kenntnisse zu erweitern und die engen, ihrer Fortbildung bisher vorgezeichneten Schranken zu überschreiten, geschah Neber den Mand. Von Heinrich v. Mttrow. (Nachtrag.) Im Jahre 1866 wurde der Mond in seiner Reihen, folge als IahreSregcnt pcoclamirt. Wir hatten von ihm als eiujährigen Souvcrain einen dreizchnmaligen System-wechscl, einen dreizehumaligen Rückgang von Lichtfreund-lichteit zum Obscurautiömus. ui'ter jedesmaliger Aukün. digung des Gegentheils. Talleyrand, der eS in seinem lanaen politischen Lebcn mit genauer Noth auf 14 Eid-lnüchc gebracht lias, war gegen ihn ein scrupulöser Philister, ein rMn6o atomism-, dock ist von einer In« couscauenz, in welcher sich System findet, wenig zu be-waen. da Täuschungen unmöglich sind. Man glaubt lhm weder sein 0 noch sein I). Zweimal im halben Jahre ließ er sein leuchtendes ^achtvlatt von ewiq wechselndem Formate mit dem s !1""?^ einer Vechnstcrulig erscheinen, und zwar zu °3"' Z"°"' daß es unmöglich mar. über seine poli tischen ^ympa hm, m's Klare zu kommen. Zuerst trauerte er im März, man weitz mcht. ob es Coquetterie mit der Revolution oder m,t der Reaction war — oder ob er im Vorgefühle späterer trauriger Ereignisse jenes Ilihl'cs dcn Schleier über sem Antlitz rollte; dann trauerte er im September 18b6 — nachdem er bei Lissa geglänzt und wenn auch nicht als Vollmond die herrliche Seeschlacht beleuchtet, oder besser gesagt: dcn Einen heimgeleuchtet, für die Andern eine Illumination vcran. stallet hatte. Grund zur Trauer hatte er im September 1866. Uebrigens wird er im Genusse der Hoheit, welche er dem unabändeilichen astronomischen Erbfolgcgesctz ver» dankt, derselbe bleiben, der er im Privatleben war, und seine officiellcn Publicistcn. die Poeten, werden ihn in gereimten lyrischen Veitariilcln uud Sonett.Telegrammen verherrlichen und sein Hofacsinde, die Verliebten des Vobcs lein Ende finden. Er wird seine cour ä'amour um sich versammeln, deren glänzender Mittelpunkt e, war. als selbe nur aus Einem Menschenpaare beftano. und bleiben wird, wie viel tausendmal er auch seine achl-und^wanzigtägiue Novarafahrt um die Erdkugel noch zu rücklegen möge. All diese Herrlichkeit wäre ihm aber auch ohne seine Thronbesteigung ungeschmälert geblieben, und wir haben es hier nicht mit dem Monde der liebenden ;u thun, um dessen slillbcgiückendeS nächtliches Walten ein politisches Tageblatt sich nicht kümmert, sondern um den Mond in seiner speciellen Regenleneigenschaft. In seiner Eigenschaft, saaen wir — und doch wäre alllS Schwanken, alle Inronscquenz so einfach und liebenswürdig erklärt, wenn wir sagen könnten: in ihrer, der griechischen Selene, der römischen Luna! Aber die methtrunkene Phantasie unserer Vorfahren tonnte sich nicht vorstellen, daß ein Weib die Nächte über den germanischen Wäldern aushalte — und wir ließen den Mond fort und fort einen Mann sein — als fürchteten wir, daß cine Luna einmal den modernen Endymion, den deutschen Michel, wachlüssen tonnte. Dies ist aber ein Unabänderliches, und das Schwanken allein wäre es nicht, was uns sein Geschlecht bezweifeln ließe. Dergleichen kommt ja auch an uns Herren der Schöpfung und au den Schöpfungen unserer Herren vor. Und wenn in unserem Glückwunsch a" den Iahresregenten die Flccken und Schalten RauM gefunden, so ist eS billig, auch auf die Vichtstclleu i" zeigen. Mit einem reicheren Schatze von Erfahrungen be-,'leigt er seinen himmlischen Thron, als jemals ein ste'b' licher Souverän seinen irdischen bestieg. Hat er die G^ schichte der Menschheit anch nur aus ihrcu Nächte" gelernt, so bot der matt von ihm e,hellte Höisaal nicht weniger des Lehrreichen als ihre Tage, So viel dc« Zegcnsvollen. Edlen und Erhabenen, und so viel des Fluchwürdigen, Niedrigen und Gemeinen die Sonne"-flamme beschien, so viel hat auch der Mondenstrahl beglänzt. Er floß hernieder auf den Felsen von Vethlch"" und mengte sich mit den Bränden der Hirten und de"l dichte des Könige leitenden Sternes — er glänzte '" den Thränen Maria's um den für die Vehre der L^e Gekreuzigten — und blinkte sechzehn Jahrhunderte sp^ ter auf den Schwertern der Mörder der BartholomauS' nacht. Und die Lehre, welche der bleiche Hö'" d" Weltgeschichte in seine silberne Schrcibtafcl zeichnen tonnir, lautet: Es ist nichts so göttlich, daß es nicht in d" 14st3 verhältnißmäßig noch wenig — sehr wenig. Was kleinere Städte, wie z. B. Stuttgart, durch daS Musterlager der dortigen Cenlralstelle für Gewerbe und Handel; — Carlsruhe durch seine Landesgewerbehalle; — Nürnberg durch sein Gewerbe Museum u. a. m. in mustcrgiltigcr Weise hergestellt, was England selbst iu kleinsten Städten in seinen ..Athenäen" entstehen sah, — sollte das nicht auch in Wien, der aufstrebenden „Weltstadt," wie sic sich so gerne bezeichnen hört. ermöglicht werden? — Dcr bereits mehrseitig, und namentlich in dcr Handelskammer, dann der provisorischen Commission zur Teilung dcr Gcwerbcschulm in Wien auSgesftlochcnc Wunsch nach Gründung solcher Anstalten soll nunmehr seiner Erfüllung näher gerückt werden. Die Weltausstellung, berufen, auf so manchen Gebieten des geistige» und socialen Lebens Reformen anzu' bahnen, wird auch die Pflanzstätte eines Institutes sein, welches, die AuS< und Fmtbiloung der Kleingewerbe und Arbeiteltrcise dcziucck^id, unmittelbar nach dem Schlüsse dcr Weltausstellung iu Mitte dcr gcwerbsteißigen Bezirle Neubau, Schotteüfeld, Mariahilf, Gumpcndvlf, Fünf-haus, SechshcuS und Nu^olfe'heim in's Leben gerufen und dc.i Namen ..Athenäum" führen soll. Die zahlreichen Sammlungen von Rohstoffen aller Art, Muster, Modelle, Zeichnungen, Bücher u. s. w., welche bei Welt' nusstellungen in Hülle herbeiströmen und, den in London und Paris qemacktcn Erfahrungen zufolge, von dein AuS-stcllcr ^lrückgclass^n, an Den übergingen, dcr sich eben Mist uin sie beworben, sie werden im I>ihre 1873 dem lieuen Fortbildungsinstitute zu Gute kommen. — Auf Anschauung gegründeter Unterricht, ununterbrochen sich ergänzende und erneuernde Mustersammlungen, daran sich knüpfende Vo träge u. f. w. werden das heimische Klein' gewerbe in stetiger Kenntniß dcr neuesten Leistungen und Fortschritte des AnSlandes erl,altcn und in unserer Mitte bisher nicht bestehende Bildungsquellen erschließen. — Freiherr v. Schwarz legte bereits den Grundstein für die Bibliothek deS lüufugcu ..Athenäums", indem er eine von ihm seit dem Iahic 1845) gefammcltc. daS qesammtc Gebiet der AusstcllungSlilcralur umfassende Collection von 5)00 Vändcn, in ihrer Art vielleicht ein Unicum, welche inzwischen in den AuichcllunaSbnreauj.- als ftilfs-nnltcl sür dic Arbcitcn bcuützt werden soll, nach' dcm Schlüsse der AuSstcllm.g dem Athenäum als Geschenk bestimmte. Dcm ächteren sollcn in gleicher Wcise auch die Druckschristcn zugeführt werden, wclchc jctzl schon bei der Leitung dcr Au^slcllnnss i„ nicht unerheblicher Mcngc aus dcm In- und A^islandc cinlaufcn. Die Ausstellung wird voi'üuei^ehcn. Ihre nachhaltigen Wirkungen werden thcilwcise erst spät. so manche auch in äußerlich nicht a/eif» und nachweisbarer Wcise zu Tage trete». Allcn sichtbar, für Viele segensreich wirtsam soll aber die Erinnerung an sie fortleben — im „Athenäum". Mgesnemgkeitm. Die Excesse bei Nrünn. BrUnn. 28. August. Der 27. v. M. war bestimmt, neuerdings die bösen Früchte der nationalen Hetzereien zu zeigen. Dcr Sängerbund von Karlhaus und Königöfclo feierte das Fest der Fahnenenthüllung. Die Mitglieder dieses Vereins sind durchgehends Deutsche, die Angehörigen von Vrünner Familien, die im Summer in diesen beiden Orten wohnen. Schon am Tage vor der Festlichkeit ging den Behörden die Nachricht zu, daß ein Zusammenstoß zwischen den Stauen und Deutschen zu befürchten fei, und wurde deshalb auch das Militär consignirt. Am selben Tage fand auch bei Tischnowitz bei Nrünn ein Tabor ftalt und die Besucher desselben zogen gemeinschaftlich mit den Sängern und Turnern nach Karlhaus, da der Weg der Tabo-riten Über diesen Ort führte. Nicht die geringste Spur von Gehässigkeit zeigte sich und wurde von beiden Parteien, von Sokolisten sowohl wie Turnern, herzlich mit „Nazdar" und „Gut .sxil," gegrüßt. Vormitiags fand auf dem Platze in Königsfeld die feierliche Enthüllung statt und später am Abend war Liedertafel im Garleu des Herrn Schultz, das eigeutliche Fcst wurdc aber im Gasthofc des Herrn Lemil Asso gegeben. Mittlerweile, um sl Uhr Abends, hatte sich in Kuchta'S Gasthaus, an der Straße zwischen Brunn und Karthaus gelegen, eine große Menge von slavischen Bauern . versammelt, die durch reichlich genossenen Branntwein erhitzt, beschlossen, die Teutschen iu ihrer Freude und Feierlichkeit zu stören. Auch der Wirth selbst soll reichlich Branntwein gespendet haben, um die Bauern in der Ausführung ihres Vorhabens zu bestärken. Zwei Bauern begaben sich zum Festlocale und verlangten Eintritt, und als ihnen dieses verweigert wurde, begannen sie die Festfahnen herabzureißen, sie mit Fußen zu treten und schimpften dabei auf die anwesenden Deutschen. Natürlich verhinderten die Gäste solche» Unfug und setzten die beiden Bauern an die Luft. Dieselben holten sich auS Kuchta's Gasthaus die bereite Verstärkung und bald wurde der Garten mit Steinen beworfeu. Doch gelang es, die Excedenlen von hier zu vertreiben; es war aber nur eine kleine Pause. Von den benachbarten Ortschaften kamen immer mehr Bauern und mm wurde die Straße nach Brunn von den Tumultuanten abgesperrt; jeder Deutsche, der auf dieser Straße ging, wurde insullirt und auf die verkehrenden Tramway-Waggons, die mit Festgästen gestillt waren, begann ein förmliches Bombardement mit Steinen, die oft mehrere Pfund wogen. Die Waggons wurden endlich gestürmt und die Passagiere mit Knütteln geschlagen. Die Turner sctzten sich kräftig zur Wehre und ebenso die Mitglieder des Arbeitervereins. Es entstand eine allgemeine Prügelei, bei der es zu vielen Verwundungen kam. Ein Turner und ebenso ein Bauer wurden schwer verwundet; einer Dame flog ein schwerer Stein ins Gesicht und ver» lctztc sie bedeutend, gleichfalls wurde ein junger Mann durch einen Slcimuurf auf die Brust im Waggon ohn, mächlig. Angst und Schrecken. Wehcrufc erfüllten die Straßen und die armen Frauen und Kinder konnten sich nirgends vor dem Angriffe dcr erregten Menge schützen, die leine Rlicksicht auf Alter und Geschlecht nahm und Jeden, der ein deutsches Wort fallen ließ, mißhandelte. Die Gäste in Königöfcld mußten sich vertheidigen, bis ihnen Hilfe kam. Das Militär rückte in Sturmschritt an, 40 Mann besetzten den Gasthof, um ihn gegen den anstürmenden Pöbel zu schützen und die Straße' nach Brunn ward so besetzt, daß auf beiden Seilen von zehn zu zehn Schritten ein Doppelposten aufgestellt war, damit die Fest-lheilnehmer ungefährdet nach Hause kommen konnten. Die Gendarmerie nahm viele Verhaftungen vor und auch der Wirth Kuchia befindet sich wegen Aufreizung zu diesen Excessen in strafgerichtlichcr Untersuchung. Um 9 Uhr war dlc Ruhe wieder hergestellt und nur einzelne Gruppen schwärmten herum. Die heimkehrenden Taboriten, welche mit den Turnern zusammentrafen, begrüßten dieselben wieder herzlich und äußerten viele davon ihre Entrüstung über das Vorgefallene. („Oesterr. Journal.") — Ueber die Feier des Geburtsfestes Sr. Majestät des Kaisers in Co n st a n ti no pe l lassen wir nachträglich noch folgenden Bericht von dort folgen: An, 18 d. um 10 Uhr V. M. fand in der Kirche St. Maria ein ftilrlichcs Hochamt statt, dem sämmtliche Beamte der l. und l. Votschaft, den Botschaflsrath Ritter v. Mayr an der Spitze, des l. und l. Consulate« und der übrigen abhängigen Aemter, sowie zahlreiche Angehörige der Colonie beiwohnten. Der Botschafter deS Papstes, Mon. signor Franchi, pontificirte, und der päpstliche Delegat Monsignor Pluym, sowie Erzbischof Hafsun waren ebenfalls unter den Andächtigen. Nach beendeter Kirchenfeierlichteit versammelte sich die Colonie im großen Botschaftssaale, und der Vorstand der österreichisch-ungarischen Gemeinde überreichte dem Notschaftsrathe Ritter v. Mayr eine Adiesie an Se. Majestät mit einer Ansprache, welchc dcr Not' schaftörath mit einer Rede erwiederte, die mit Lebehochs für Se. Majestät und das Kaiserhaus aufgenommen wurde. Ferner empfing der Votschaflsralh die Glückwünsche der Herren Hassun und Pluym, des Abgeordneten deö Sultans, sowie der Hohe» Pforte. Dcr Großoezier Aali Pafcha ließ den Bolschaftsrath ersuchen, Sr. Majestät den Ausdruck seiner Ehrfurcht zu vermitteln. Graf Limburg-Styrum brachte persönlich die Wünsche des Kaisers von Deutschland zum Ausdrucke; der russische Geschäftsträger, durch Geschäfte verhindert, ließ selbe telegraphisch, der königlich belgische Gesandte im schriftlichen Wege der k. und k. Botschaft zukommen. Seiner Majestät Kriegsdampfer „Fiume" gab während des Tages die Üblichen Salutschüsse ab, welche vom türkischen Hafenschiffe erwiedert wurden. — Der König und die Königin von Sachsen treten demnächst eine Reise nach dem Rhein an, um der ^verwitweten Königin von Preußen in Schloß StolzcnfelS, wo diese eintreffen wird, einen Besuch abzustatten. — Der Kaiser und die Kaiserin von Brasilien begaben sich von Dresden zum Besuche an den herzoglichen Hof zu Coburg. — (Marimilian-Denkmal in Triest.) DaS Comitö für die Errichtung des Maximilian-Denkmals ent-fchied sich für den nach den Rathschlägen des Wiener akademischen Rathes abgeänderten Entwurf des Bildhauers Schilling in Dresden. — (Der vierte österreichische Lehrertag) wurde Dienstag vom Statthalter Freiherrn v. Eybesfcld eröffnet, der die Versammlung der lebhaften Theilnahme dcr Regierung versicherte. Am Vorabende der Versammlung wurde die Reihenfolge der Themen, die zur Verhandlung gelangen sollen, festgestellt, bei diesem Anlaß bedauerte ein Lehrer aus Oberösterreich, baß die Frage der Erlheilung des Religionsunterrichtes von Seile der Lehrer auf die Tagesordnung gesetzt wurde. (Oho! Oho! Große Aufregung. Von anderer Seile Beifallsrufe.) Er stellt den Autrag, daß dieses Thema von der Tagesordnung abgesetzt werde, da sonst die Bevölkerung, ohnehin aufgeregt, noch mehr aufgeregt würde. (Beifall und Ohoruse!) Dieser Antrag wurdc jedoch lebhaft bekämpft und schließlich abgelehnt, worauf ein Theil der Anwesenden die Versammlung verließ. Es gelangen demnach zur Verhandlung: Erster Tag: Pädagogisch-Didaktisches, und zwar zunächst: Wie ist der Religionsunterricht vom pädagogisch-didalllfchen Standpunkte auS zu ertheilen? wer soll ihn erlheilen? Am zweiten Tage soll die Slellung der Lehrer, am dritten die Schulgesetze besprochen werden. Ein in den Blättern verbreitetes Telegramm, wornach die Regierung eine Besprechung religiöser Fragen verboten hätte, beruht also auf Unwahrheit. — (Der Maure rst r ile) ist nun nach sechs« wöchentlicher Dauer beendet. Die am 27. August staltgefundene, von etwa 4000 Maurern befuchle Generalver' fammlung hat einstimmig beschlossen, den Strike für been' digt zu erklären und Tags darauf die Arbeit wieder aufzunehmen, weil angeblich „bis auf geringe Ausnahmen alle Meister ihre Forderungen bewilligt hallen." Hand und dem Herzen der Schlechten einem Teusels-zwccke diene. Er ist still und hoch über die Schlachtfelder gczo» 8en, auf welchen die am heißen Sonnentage niedergemähte Mcnschensaat ruhte. Er konnte vergleichen und zählen — zählen, wie viel solche Saaten umgebrochen wurden, damit ein Bolt der höchsten Güter der Mensch. pe>t thetthaft werde oder bleibe, und wie viele, damit ^lner ein Land besitze — so klein, daß ein Tropfen aus ^" Tonnen vergossenen Blutes hinreichen würde, seine ^cii^n auf der Karte zu coloriren. In dcr nächtlichen an a,« »! " ^ Dinge wohl ruhiger, sah er sie anders den -. ^ Veldcn des Tages — vor Allem die sicqcn-mopylä "dcr ^ "°U gelernt haben, daß ans Ein TlM. und der Ländcrg?? /""^" Schlachtlagc des Ehrgeizes Zeitvertreib^scsnc^?'s.!'^ ^ Imperator zu pikantem aus Furcht, von den 3'.'^^"U'"'dctc; "" Sardanapal Palais, sich selbst und ^ " U^"" zu werden, sein eines schöneren Loiea < ^'""se auch seinen, gewiß Zeuge, als die Nuss n ikr ."!^" H°"m verbrannte; stände eines ähnlich E^r""1' Moskau zum Gegen, unzahligen «uderen von ^'7''^'""chlcn; ^"«' "°" führten nächtlichen Spmaf7s'""'" ""> ältern auf-sich irgend eine Moral abst^''', ?"' d"m lcdem deren Hunderte anführen doch ^ ^' . W>r konnten liche Besorgniß zurück. ' E^ aM ^'.° "'" "^'7 höchst schätzbarer und "ützlicher^Men^ ^ '"" ^. ^ storische Knochensammler nemien/a^X^' '"""- /'"! sich dem dankbaren Geschäfte, «^ jeüe k^./'^^ zu rcgislrircn, welche dcm Unglücklichen entgehen, dcr nur mit den großen Gruppen und dcm Geiste dcr Gc^ schichte sich zu befassen in dcr Vage war. Nun ist man sicher, von Solchen auf die beschämendste Wcise über. fühtt zu werden, daß bei dicfcr oder jcner nächtlichen Begebenheit der Mond gar nicht am Himmel gestanden. So viel aber läßt sich behaupten, daß, wenn er bci seinen historischen Studien sich eine Einseitigkeit, eine Bevorzugung des stärkeren Geschlechtes zu Schulden toil'tncn licß, diese wahrlich nicht dem schwächeren zugerechnet werden darf, denn tmscs hat ihm mindestens so schönen nnd reichen Stoff geboten, als jenes. Selbst dic starken des zarten Geschlechtes, selbst Jene. die dcm glühenden Gestirn des Ta«cs verwandter waren, als dcm milden dcr Nacht, wählten oft die Zeit. wo das letztere über ihncn wandelte, für die Thaten, die ihren Namen auf dcm Strom der >^it zn uns getragen. Alle Gründe sprechen dafür, daß noch nicht dcr Tag angebrochen war, als Judith dem babylonischen Gencra-lissimns, nachdem sie das größte Opfer gebracht, dessen dcr weibliche Patriotismus fähig ist, den Kopf amputirlc. Und sicher war es Nacht, als die entschlossene Graut deS HunncnkönigS — Gott bewahre Jeden im neuen Jahre vor eincm solchen Liebchen — die Welt von dcr Geißel OelteS befreite. Und Nacht, als Clclia mit den übrigen, der Discretion des Königs Porsenna anvcr. trauten römischen Pensionat-Fräulein über die Tiber schwamm, und als Hero die ^ampe anzündete, um dem Vorschwimmer ^ord Byron's das Ziel seiner Wasser-turnübung zu bezeichnen. lForlsstzmia folgt,) Locales. — (Der krainische l. t. Landesschulralh) beschloß, wie Wiener Blättern lclegraphirt wird. in außerordentlicher Sitzung, die Anfrage des Ministeriums betreffs der Unterrichtssprache in dcni Gymnasium und der Realschule von Laibach mit dem Antrage auf Einführung utra» quislischen Unterrichtes zu bcanlworten. Herr Dr. Costa erklärte zu Protokoll, daß der Landtag hierüber in letzter In» stanz zu entscheiden habe. — (Soiree.) Die Negimcnlsmusit FZM. Härtung Nr. 47 gibt heule Abends 8 Uhr im Casinogarlcn eine Officicrssoiröe. — (Aus dem Amts blatte.) Die Lehrerstelle an der Volksschule zu St. Michael bei 3ludolfswerlh mit slo-venischer Unterrichtssprache ist zu besetzen, Gesuche l'iö 15tcn d. M. an den Bczirtsschulrath zu Rudolfswerlh. — Das Postamt Bitinja ist mit heutigem Tage aufgehoben Der Bestellungsbezirl desselben wurde dem Postamtc zu Illyrisch« Feistriz zugewiesen. . ^ , . -- (gur Predilbah „,) Der Herr Handelsnu-nister Dr. Schaeffle erwiderte, einer Triester Nachricht der „Pr." zufolge, auf eine erneuerte Eingabe betreffs der Prcoilbcch!,, cs sei die feste Rcgierungsabsicht, dic Verbindung der Rudolfsbahn mit dem Meer und besonders mit Triest in möglichst kürzester Frist sicherzustellen, wobei den Bedürfnissen Triests, insbesondere wegen wohlfeilster und kürzester direct« Verbindung mit der Ostschwel! und init Siiddculschland die wohlwollendste Aufmerlsamleit zu-gewendet und dem ausgesprochenen Wunsche alle Rücksicht getragn werden wird. Verleitende Gesichtspunkt für die emerzempe Entscheldnng werde für das Handelsministerium dle Fortsetzung der Nudolfsbahn bis Trieft bilden . n^ ^ " ^" "2 " " 3.« zUge.) A,« 7 September geht v°" Ae" em Vergnügungszug nach Salzburg-Ncichrnha" und München zur Schlußvorstellung der berUhm"., "" 1464 alle 10 Jahre stattfindenden Oberammergauer Passions« spiele, sowie nach der Schweiz zur weltberühmten Nlgidahn. Der letztere Z»g wird auch den Rheinfall bei Schafshauseu. Zürich und Luzeru berühren. Der Fahrpreis ist auf 50 pCt. ermäßigt, und kann jeder Theilnehmer beliebig einzeln innerhalb 14 Tagen auch mit Unterbrechung die Rückfahrt antreten. Theilnehmer aus den Slldbahn-Slationen Brück, Leoben, Graz, Cilli. Marburg, Laibach, Agram genießen für die Fahrt nach Wien und zurllck eben» falls die Begünstigung des Halden Fahrpreises, wenn sie sich mit einer Theilnehmerkarte von dem Spedilionsbureau der k. t. priu. Iranz.Iosephsdahn, Wien, Stadt, Bäckerstraße Nr. ?, ausweisen. Es ist leicht erklärlich, daß die Theilnahme eine außerordentliche zu werden verspricht. Ausfuhr-liche Programme sind hier am Stationsplatze und auch durch die Erpedition unseres Blattes gratis zu bekommen. — (Omnibus , Dienst zwischen Villach und Tarvis.) Nach Vereinbarung mit der t. t. priv. Kronprinz Rudolfs'Bahn wird vom 1. September 1871 ab Herr Karl Brandt, k. f. Postmeister, bis auf Weiteres einen Omnibus-Dienst zwischen Villach und Tarois eröffnen: Die Fahrordnung der Omnibus'Wagen ist folgende: Abfahrt vom Bahnhofe Villach um 12 Uhr Mittags. Ankunft in Tarvis um 5 llhr Nachmittags. Abfahrt vom Bahnhofe Tarvis 1 Uhr Nachmittags. Ankunft in Villach 6 Uhr Abends. Separanvagen verkehren zu jeder Tageszeit nach Ankunft der Züge der t. t. priv. Kronprinz Rudolf-Bahn mit verkürzter Fahrzeit. Die Fahrpreise belaufen sich: Vom Bahnhof in Billach zum Bahnhöfe in Tarvis oder umqekehrt: für einen bequemen vicrsitzigen Wagen sammt Trinkgeld und Maulh österr. Wahr. ft. 8; für einen Platz im Omnibuswagcn i). W. fl. 1. Kinder von 2 bis 12 Jahren bezahlen den halben Fahrpreis, Kinder unter zwei Jahren auf dem Echoßc gehalten sind frei. Neisegepäck-Freigewicht pr. ganzes Villct 20 Zoll Pfunde, für jedes Pfund Uebergewicht 1 Kreuzer per Pfund inclusive Auf-sichlsgebühr. Für Gepäck-Uedergewicht wild als mindeste Gebühr 10 kr. erhoben. Anmerkung: Die Aufnahme Reisender 1., 2. und 3. Wagentlasse der t. t. priv. Kri,»' Prinz Rudolfs Bahn erfolgt bis zu einer Anzahl von 50 Perfonen unbedingt; wenn felbe mit Fahr-^illetö für dm Omnlbuswageu der Strecke Villach'Tarvis oder umgekehrt, welche an ten Personen Cassen in den Hauptstationen der k. k. priv. Kronprinz Rudolfs'Äahn: Roltenmann, St. Michael, Knittclfeld, Zellweg, Iudenburg, Friesach, Treibach, Hüttenberg, Launsdorf, St. Veit-Bahnhof und Stadt und Feldküchen bei Zug 2; — Laibach, Lack, Krainburg, Radmannödorf-Lees, Nßling, und Tarvis bei Zug 153 gelöst werden tonnen, versehen sind, Passagiere der 4len Wagentlasse bei den Zügen 2 und 153, sowie Passagiere jeder Wagenklasse bei allen anderen Zügen der k. l. priv. Kronprinz Rudolfs-Bahn werden erst in Villach refp. Tarvis bedingungsweise nach Maßgabe der vorhandenen Plätze auf' genommen. Die Aufzahlung für einen Separalwagen auf die gelüste Omnibus»Fahrtalte erfolgt bei Beistellung des Wagens in Vlllach oder Tarvis. — (Zollvorschriften für Sendungen nach und durch Italien.) In Gemäßheit des zwischen Oesterreich und Italien unterm 23. April 1867 abgeschlossenen Handelöuenrageö sind hinsichtlich der für Stationen der italienischen Eisenbahnen und für Tirol bestimmten Sendungen betreffs der Ein- und resp. Durchfuhr der Güter nach und durch Italien besondere Zollvorschriften erlassen, deren genaue Beobachtung den Eisenbahnen zur Pflicht gemacht wurde. Dieselben lauten: „Stationen, in denen sich k. k. Zollämter befinden, dürfen Güter nach Italien oder im italienischen Transit nach Tirol nur dann aufnehmen, wenn die letzteren schon vor der Aufgabe der Zollamlshandlung unterzogen und mit den diessälligen Zoüdocumenlen verschen worden sind. — In Stationen dagegen, wo sich ein k. k. Zollamt nicht befindet, können zwar Sendungen nach Italien und darüber hinaus nach Tirol, ohne vorher zollamtlich behandelt zu sein, aufgenommen werden, es muß jedoch zu denselben die vollständig ausgefüllte Zollerklärung für das italienische Zollamt in doppelter Ausfertigung, dann eine Zolldeclaration für die Ausfuhr aus dem österreichischen Gebiete oder an deren Stelle ein gestempeltes Duplicat des Frachtbriefes beigebracht werden. — Für die uach Tirol bestimmten Güter ist außer der Zollerklärung für das ^ italienische Zollamt auch noch eine gleichfalls in ^upio ausgefertigte Waarenerklärung für das österreichische Zollamt, wozu die Vlanquette bei jedem k. l. Zollamte für 2 '/^ fr. ö. W. per Bogen zu haben sind, beizubringen. (LiterarischeS.) Das Neue Vlatt 187l. Di? soeben emgelloffeuc Nr. 35 enthält: „Auf KrilgSdauer." Vou Oskar Horn. — „Auf, nach iüesina.." Von Friedrich Armann „Im Salon der Gräfin Merlin." Von Karcüiue Vauer. — „Dni Mlcr." — „Silber-Hochzeit." Von C Spiclmami. — „Bausteine zur modernen Naturwisseuschaft." Von Theodor Schwarze. „Fllr Hau« und Held." „Allerlei:" Opfer des Krieges. Vrand des Schiffes „Dolores Ugarte." — „Correspaudenz." — An Illustrationen folgende: Opfer des Krieges. Gemsen, Ferdinand Helmholtz. (fillstcselldet. 411ell kranken Kralt unü 6e8Ullüdeit obne Neüiein uull obue kosten, kevalezciöre Du Ü2rr? von Kanaan. Die delicate Heüuahnlüg l.uv,-,!!!»^!'!!-«? 6» lllin'v beseiligt alle Kraull>etten, die der Medici» widerstehe!!: liiimlich May!'»-,' Nerven-, Brust-, Bungen-, ^clicr-, Drüsen-, Schleimhaut-, Aihml-, Älaseu- und Nierenleiden, Tiltinculofe, Diarrycicn, Sckwmdsocht, Asthma, Husten. Uiilicrdaulichleit, Verstopfn»«., Fieber. Spindel, Alutanssieigru, Ohrcudranseu, llebelleil und «Hrlncchen selbst in der Schwangerschaft, Diabetes, Melancholie, Mma^luna,, Rheumatismus, Gicht, Alcichsncht. — Auszug an« 72.0 '<> Ecr< tisicateu ilber Genesungen, dic aller Medicin getrotzt: Ccrtificat Nr. 68471. Priliietto (bei Muudoui), den 26. October 1 !>/,'. Mein Herr! Ich kann Sie versichern, daß seit ich Ulin der U'Mldcruollen Ii0VHle8«ii!rc< liters ! nicht mehr, noch die Last nimm- 84 Jahre. Mcwe Vciiic sind wiedcr schlaitt gciliurdeii,- »lein (I,sichi ist so gut, daß ich lciusr Brille bedarf; mein Magen ist sunl. als wäre ich 30 Jahre alt. Ku>z, ich sllhle mich uerjlNigt; ich predige, ich höre Acichtc, ich besuche Kranke, ich mache ;i(',ül!,',> la»c,c steifen zu Fuß, ich suhle meinen Verstand llar inid mein Gedächtniß erfrischt. Ich nsuche sie, diese Ertliinmg zn veröffentlichen, wo und wie Sie rs wünschen. Ihr ganz crgcliciier Ml,,- Peter Castclli. liaeQ.-^ä-i'neol. und Pfarrer zn Prunclw, kreis Muudoui. Nahrhafter als Fleisch, erspart die l5 P,>md f! 1.50. 1 Pfnnd sl 2.50. 2 Pfund fl. 4,50. 5 Pfnnd sl 10, 12 Pfund fl. 20. 24 Pfund st. 3<"!ol,,!,:2 Tassen fl. 1.50. 24 Tassen fl, 2 50, 4« Tassen fl. 4 5«', in Pulver silr 12" Tassen sl. 10, für 288 Tassen ft. 20, slir 57« Tassen fl. 36. Z» beziehen dnich Barry du Barry « Comp. in V?i«u, ^HiI2«oIieH»«o !lr. «,in I»»ibH<:l» Ed M aHr. in Marburg F. Kollelnig. ,n Klagensurt P. Btrnbachcr. iu Grnz Gebrüder Ot'err a nzmayr, in Innsbruck Dicchtl H ssraril. iu Vin; Haselmnycr, in Pest Türiit, in Prag I. Fltrst, iu Brilun F. <5dcr, s^wie iu allen Städten bei gmeu Apolhrkeru »ud Spcccrrihcindlcrii-, auch verseudet da» Wicuer Hu,,? uach allen Gegenden geczrn Püst>nuvelsn»g oder Nachnahme, Ncucjlt Post. Paris. 30. August. Der Kampf in der heuligen Sitzung der Nationalversammlung wird stattfinden zwischen dcm Antrage GuffctS, unterstützt von der Rechten, und dem Antrag Choiseuls, welcher von der Regierung acccptirt wurde und von dcr gemäßigten und llldlcalcn Llntcn und dcm linken Centrum unterstützt wird. Thiers wird der Sitzung beiwohnen. Dcr Antrag ÄuffctS gcht dahin, Thicis die Präsidentschaft der Re« pulilll unter dcn Äcdingungen. wie sie in der Constilu« lion vom Jahre 1848 enthalten sind, zu übertragen. Der Antrag Choisculs laulet folgendermaßen: In Anbetracht der Nothwendigkeit, der Negierung von Frank, reich eine dcn Umständen augemessene Stabilität zu ucischaffcri und die öffentlichen Gewaltcn durch cinen neuen Beweis des Vertrauens kräftig zu einigen, welcher dem Chef der exccutiven Gemalt für die hervorragenden Dienste gegeben wird, welchc derselbe dem Lande erwiesen hat und noch erweisen kann, — dccretirt die Nationalversammlung :________^ Art. l. Thiers wird mit dem Tilcl „Prösid.'i,! der Republik" forlfahrcn. die Funttioncn des Mfa c^r c^cu-tioen Gewalt auszuüben, sowie diese ilM dulch das Decret vom 17. Februar 187l zugewiesen wnid»'. Alt. 2. Die TlzierS üliertragenen Gewalten habcn dieselbe Dauer als jene der Nalionaloeisammlung. Art. 3. Der Präsident der Ncpulilil ist velantwolt-lich; alle seine Acte müssen von einem Minister contra« signirt sein; er wird von der Nationalversammlung an« gehört werden, wenn er dies für nothwendig erachten wird. Die Minister sind gleichfalls verantwortlich und haben von allen ihren Acten der Nationalversammlung Rechenschaft zu geben. Versailles, 31. August. Nationalversammlung. Vitet zeigt an, die Commission nahm das Amcndement Dufaure's an. Minister Dufaure eillärt die Regierung«' zustimmung zu diesem amendirten Antrage. Die Generaldebatte wurde geschlossen. Mehrere Amendements und Gegcnentwürfe werden zurückgezogen. Ein Amcn» dement gegen die Erklärung der Assemble als Constituante wird verworfen. Gambetta bekämpft den Passus, welcher die conslituirende Nationalversammlung procla» mirt. Dieser Passus wird mit 433 St. gegen 227 angenommen. Telegraphischer TUecliselcour« oom 31. August. 5pecc. MetalliqueS 60.10 - 5perc, MetalliqueS mit Mai' und November-Zinsen 60.10. — 5pcrc. Nalioual-Anlehm 70 20. — 1860er Staats-Aulchei, 102,30. - «aul-Actim 775. - (lrcdil' Actien 296.50. — London 120.30. - Silber 11tt tt'>. — «, l Milnz-Ducaten 5.«!< — Napoleond'or 9.62'/,. Handel und "Volkswirlhschaj'tliches. ^tudolfswertli, 29,Angnst, Dic Durchschnitt«-.Prcise stcN' ten sich auf dem heutigen Martie, wir folgt: ft. tr. ^ !^'__^. Weizen per Meheü 5 10 ' Butter pr. Psund . — <5 Korn ,. 3 80 Eier Pr. Slilck . . !li Oerst? ,. 3 «0 Milch Pr Maß . -10 Hafer ,. l 70 Niildfleilch pr, Psd, - ! ii4 Hallifrncht ,. 4 20 Kalbfleisch „ — ! 2« Heiden „ 3 60 Schmeinesteisch „ — ! -" Hirse „ 4 -! Schöpscustelsch ,. — ! 1» Kltturuh ,. 4 20 Hähndel pr. stilct —^30 Erdäpfel „ 2 - ^ Taudcu „ - ! 22 linsen „ — ^ —! Heu pr Teutncr . — ! "" Erbsru „ ^, — Stroh „ » — ^ Fisolen „ — — i Holz, liartc«, pr. Klfl, 6 ^ 50 Nilldöschmalz pr. Pfd, — ! 42 — weiches, ,. — ! "" Schwelurschmalz „ 48 Wein. rother, pr. Eimer ^> ^vecl. frisch, — — — weißer „ 8, -^ Speck, geräuchert Pfd. — 40 ! Angekommene Fremde. Am 30 August «?«^s««l. Vöter, Agent, MUncken. - Priester, Oradisla. ^ Hriedlander, jlfm, Wien. — v, Podhajsly, Trieft - Fajenc, Stein. — Oullud, Besitzer. St Georgen, — V.N'te», Postmeister, Zirtlach. — Cebin, i!chltr, itramburc,. — Hernch, Trieft — Mawsig, Trieft. - Kusckcr, l. t. Bez.-Nichtcr. — Shiner, Üfm., Wien. - Mathaischeg, Private, Littai. .«itn««t HVl«»,,. Hank, iifm,, Wien.— Zitnil, Beamte, Pla« niua. — Pf>ffel, Gutsbesitzer, Oallenfels. — Donati, Private, Ungarn. — Viritli, Pola, — Majer, ssabrilant, München. F>«>>,'«,,. !l!icb, Productelihändlcr, Höslach. — Lchöu, Groß" Händler, Wien. — Plumpen, Großhändler, Wien. 6ll Mg. '74^^^^.^^^^idM" Ncdcl ! ^ 31, 2 .. N. 742,74 4-2l.z l W. schwach , hciter ' 0.o<) 10,. Ab. ! 742.^ j-16.0 ^ windstiN > hciter ! Dichter Morgeuncbrl. Herrlicher, wolkenloser Vormittag. Gegen Abcud dllnu bcwüllt. Wetterleuchten in Nordwcst DaS Tagcsmittel dcr Warme ->- 14'!)°, um 2 4" unter dem Normale. Verantwortlicher Nsdllrlcnr: Iqna, u. K I r i n m a v r. Vorlcnvmchl^ ^fie» 30 August. Die Bürse war animirt. Die Coulisse sah sich "' ^r Äloglichlc,!. G^ld zu erträglichen Acdinamla.cn zu bcschanV,,. und folaie will,« der l.errsckendcll Tcndcu,, wclchc eiucr c^ünstigcu Enlwlctlung zngewmdct «st. Aber anch da« Nulagc suchcudc Capital schein! siä, d n Marltc wieder reick isnr -, ^. m) ?>.. ^„ o, sich mcht nur die z.,m Spicl verwendbaren, sondern auch dic hanptsächlich auf das Erträgm,, gewiesenen Sortcu uon Effcclcn. Da dicsc T n^ ., den aa üm M^ ..s ich u°n Ein;clnhciten wcuiq vcrichtcu. Specielle Erwähnung vcrvient, daß d,e beiden Gattuugcu dcr Reute, dann vou ^ose uuaarische Prämicu. ,,. , ^> s «. dolNluncndc ls. °s;t s a, Credit ach d.e Acticn er austro-cgyp ischcn Baut und dcr Verlchrsbaut, uou Elscnbahnactic.l nntcr audere.l auch dio laua veruachM^ 'c nd^ Vca^n^^^^^^^^^ "°" ^U. AUaemeine «taatHickuld. Fllr 100 si. Geld ?Y«»r, Einheitliche Staatsschuld zu 5 p4 50 95,- " " i860 zu 500 st. . .101.50 10170 „ „ 1800 zu 100 fl. . . litt - N6.25 « „ 1864 zu 100 si. . 140 25 140.50 Gwats-Domüueu-Psalidbriese zu 120 si. ^ ^ ^'"^ Ungarn . - . . „ 5> .. ^'0- 80 50 t>. Andere öffentliche Anisen Holiaungillirungslose zu 5, pEl. ^6 25 fts öy Il.ia. Elsriibatiilaulehen zu 120 st. l! W. Sill,er 5"/« pr. SlOct 1I^).10 1,0.30 n„- ^»amienaulehell zu 100 fi. » W l?5N.CinM.)vr.StUck 101.25 1015<. Wiencr Eommunalaulehen, rilcl- Gcld Waarc l zahlbar 5pEt. fllr 100 fl. . . 87.30 87.50 > «. Actien von Bankinstit»»teu. <5«ld Wnllrs Allglo-üsterr. Vanl.....959 — 259.25 Blluluereiu.......224,50 225.50 , Ooden-Crcditanstalt ....—.— —.--i EreditanNalt f, Handel u. Gew . 292 80 293 — Credilallstalt, allgcm. uugar. . 1 '.5 75 1 l6 25 Eöcomptc-Gesellschaft, n. ö. . . 938. 942,- ! Franco-ijsterr. Banl .... 123.10 123.30 Gemralbaiil.......—.— —.— HandclSbanl.......154,^ 154 50 Nationalbant.......772.-773- Unionbanl.......269.- 269.25 Vereuisbanl.......N550 115.75 Vertehrsbant.......184.— 164.5C >L. Actien von Transporru»ternei». mullgen. <^eld Maare Älfüld-Fiumailer Vahn . . 181.— 162.— «>'hm Wrstbahn.....25'4— 25">— Carl-Ludwig-Vabn.....255.50 L-'d - Donau Dampffchlfif. Gelellfch. . 592.— 593. -Elllal^rth-Weslbahu.... 234.75 235.— Elisabelh-Westbuhn (Linz-Vud- weiscr Strecke).....204.— 205, - Fecdinauds-^iordbllhu . . . 2142 2145,— Mn«n«»l»»bu . . 100 10 100 30 Gclo Waare Siebenb. Vahn in Silber vcrz. . 90.50 91.^ Staat«b, G. 3"/« 5 5>00Fr. „!, Vm. 1^0 5l) 141 ^ Slldb.G, 3°/. ^ 500 ssrc, pr. Stllck 109,- 109.25 Sildb.-G.i. 200 fl.z.5"/<. filr 100 N. 89.90 90.10 Slidb.-VonÄ 6"/. (1870—74) » 500 Frca pr. Elilck , . 240 — 241-^ Ung. Oftbahn fllr 100 sl. . . 87.— 87 25 »«. Privatlose (per Stück.) Kreditanstalt f. Handel u. Gew. Waare Augsburg sllr 100 sl sUbd. W. 101 15 102.35 Hraulwrt a,M. 100 fl. dctto 102 30 102,40 Hamburg. fUr 100 Marl «lluco 89- 8^20 'oudon. für 10 Pfund Sterling 120.Ü0 >20 40 3ari«, für 100 Franc« . . . 47 90 47.^ Tours oer Oeldsovten «. Miiu,-Duc°iei . 5 ft. 79 lr. 5 si. M lr. iiapoleou«d'or . . 9 „ 63 ,, 9 „ ^3^ „ Preuß. Casseuscheiiie, I .. ^0> « I .«^ " l^llver 119 « 75 „ 120 « " " jOraiuische Oruildentlastuugs - Obligationen, P"-> °°tu°tirml«l-. -.- «eld. - W»a". ^^