Dienstag den 17. November 1835. I l l v r i e n. ^3eine k. k. ?^ajcstät haben mit allerhöchster Entschließung vom 4. September d. I. die Errich« tung eines österreichischen Konsulates in Stettin lü genehmigen, und diesen Posten dcm dort be» findlichen Handelsmann (Zarl Müller, mildem Rechte, die t-ariffmaßigcn (Zollsulargeduhrcn zu bc-slehen, allcrZiicidig!^ zu verleihe, geruhet. saidach, am 3i. October ,ü,^5. Klagcnfurt, am3. Nov.d.I. Heute fanddie fepcrliche Installation des kärntnerischen Stadt-und Landrcchts-Pläsidenten Herrn Andreas Ritter v. Buzzi Statt. Se. Excellenz, der Herr Aprclia. t'ionsgcrichts. Präsident und Landeshauptmann in Ka'rntcn, Joseph Freiherr von Stern eck, licll« lcn denselben dem versammelten Personale dcs k. f. Stidt- und Lane rechtes, des k. f. FiSk'alamteZ und ^en Hüf.und Gcricbtsadvokaten vor, und hielten e'We dieser Feierlichkeit angemessene geistreiche Re« de, die von dem Herrn Appellations. Rathe Leon. hard Scherautz, alö dishcrigen Präsidiums« Verweser, und dann dem Herrn Stadt« und Lanl. rrchcs« Präsidenten beantwortet wurde. Nachdem sich hierauf Se. Excellenz mit dem Herrn AppcNa. «ions. Rathe Schcrautz entfernt hatten, wurde dle Nathssitzung von dem neu installirten Herrn Landrechts- Präsidenten eröffnet. Brieflichen Nachrichten von Gmünd'.md n lcgnlrischen Tagen heftiger, und an heitern Tagen gellnderrver« de. — In Pakua sä)eint die Kranlheit clwas zuzu» nehmcli, inccni sicii korlsclbsi l'lbst den etlichen frü» her Ssl^anflcn,'och zwei neue dcr Cholera rerdcch» tige Krallfhcitsfälle ergeben haben.— In tcm Vi,-zcntilnschcn haben sich, außer zrrci in der Gemeinde GalUrra vcrgttcmmlnltt reltä^^igen KranlheilZ- 2^6 fällen, kein weiterer mehr ergeben. — Bedenklicher aber ist die Verbreitung der Chalerakrankheit im District von Chioggia und der Gemeinde Palestri» na, wo sie bisher alle Aufmerksamkeit der BeHürden in Anspruch genommen hat. Uebrigens herrscht in allen übrigen Gemeinden des venctianischen Ge-lmchcS 0er ungestörteste Gesundheitszustand. (Bath. v. T.) N e u t s ch I a n v. Stuttgart, 4. November. Wie wir aus guter Quelle vernehmen, hat die königliche Staatsregierung dem Ansuchen einer Gesellschaft hollän» bischer, belgischer und deutscher Bankiers um Verleihung einer Konzession für einen anzulegenden Verbindung ä canal zwischen dem Rhein And der Donau, von Kehl nach Ulm, nun. mehr entsprochen, so wie auch die grohherzoglich basische und die fürstlich Hohcnzollern- Sigmarin« gen'sche Regierung bereits die nöthigen iZonzcssio-nen ertheilt haben sollen. Nachrichten aus München zufolge ist die Ableise Sr. Majestät des Königs von Boiern nach Griechenland auf den ,6tcn November festgesetzt. In der Begleitung Sr. Majestät werden sich, dem Vernehmen nach, der General. Major und Flü» geladjutant Freiherr von Zweidrücken, der Hof» marschall Freiherr v. Gumppenberg, der Leibarzt, geheime Rath von Wenzel, Architekt Prof. Gatt« ner und Secretär Fahmbachcr befinden. Die Ein» schlffung wird lm Hafen van Brindisierfolgcn, von Mo aus bekanntlich auch Se. Majestät der König Olto im Jahre i932 die Fahrt nach Griechenland antrat. Die Rückkehr soll im März erfolgen.' (Oesi. Beob.) Großbritannien. Offiziellen Angaben zufolge zählte man auf Jamaica in diesem Jahre 926 Einwanderer, wor-unier 567 Deutsche uno 553 Engländer. Privat-briefen zu Folge war die Insel im Allgemeinen ru« hig, nur empfanden die Pflanzer zum Theil schwer die Saumseligkeit u, Zahlung der zuerkannten Ent-schä?igungs» Antheile. Die Illscln über den Wind wurden von dem letzten schrecklichen Orkan alle mehr oder minder heimgesucht; so Santa«(Zruz, wo un« ler Anderm die kurz vorher erbaute Wohnung des Gouverneurs zerstört wurde. Am meisten scheint Tril'.iva» verschont geblieben zu seyn. (Ullg. Z.) Frankreich. Taulsn, 26. Oct. Das van Algier kommen, de Dämpfbayt VHUtsur ist heule auf unserer Rhe« de vor Anker gegangen. ES meldet die Ankunft des General. Procurators, Hrn. Nealier Dumas, il» Algier. Der Vautour meldet auch, daß der Mar« schall. Gouverneur, auf die erhaltene Nachricht, daß Zusammenrottungen der Araber, in Folge der Ankunft eines Lieutenants des Abdcl-Kader, Stall gefunden hallen, insgeheim ein kleines Armeecorps organism h^be, und daß die dazu gehörigen Truppen am l6. Nachts aufgebrochen, unvermu-lhet übcr die Hadjuten hergefallen seyen, und sie zerstreut hätten. Die Araber haben bei diesem Anlaß viele Leute verloren, und wir machten überdieß 200 derselben gefangen. .(Allg. Z.) Der polnische Graf Ludwig Pac (sprich Patz), Senator Palatin undGeneral-Lieutenant, ist am 21. August d. I. zu Smyrna gestorben. Mil ihm erlosch die berühmte Familie Ider Pazzi, cineö ursprünglich florentinischen Geschlechts, welches vor vier Jahrhunderten aus Italien nach Pulen über» rvandcrte. Im Jahre 1780 geboren, diente er mit Auszeichnung seit »806 unter Napoleons Fahne in der polnischen Legion in den Feltzügen von Span«!! und Oesterreich, und erwarb sich das Ofsizier-Kreuz der Ehrenlegion. Im »ussischen Fel^zug.' »Ll2 be« fand er sich in Gcneralstabe Napoleons als Brigade« General, und rettete den Kaiscr und den Herzog von Istria bei Malo .Iaroölcwicz durch seine Tapferkeit aus den Händen der Kosaken. Durch seine ausgezeichneten Dienste in den Schlachten von Lühen, Dresden und Leipzig erwarb er sich das Sommandeur.Kreuz und den General'Lieutenantsgrad. In der Schlacht bei tZraonne commandirte cr die ganze Kavallerie der alten Garde, und entschied die Schlacht. Bei der Rückkehr der Bourbons aus französischem Dienste cnlla'en nahm er an dcr poln stben Resolution von ,83c, thätigen Antheil, schlug jedoch das Obercom. mando über die Armee aus, befehlige aber die Re« serve« Armee, an de»en Spitze er in der Schlacht dci Ostrolcnka zwei Wunden erhielt, deren Gefährlichkeit ihn nöthigte, dieses Kommando medcrzule. gen. Sr wanderte nach dem Siege der Russennach Frankreich aus, von wo er im vorigen Jahre eine Reise nach Italien, Griechenland und Asien unternahm. In Smyrna starb er in Folge einer Ge-därm. Entzündung, nur eine einzige Tochter hin« terlassend. (Nien. Z.) ! Das Journal des Dcbals schreibt über die kürzlich berichtete, von den Afghanen einem Corps der Seikhs beigebrachte Niederlage Folgen-5eZ: «Diese Nachricht erregt in Paris, wegen oe 3?7 Anwesenheit des Generals Allard, des Oberbe. fehlshabers der Armee Nundschit Singhs, in un» serer Mitte, lebhaftes Interesse. Man wird sich ober sehr wundern, wenn man erfährt, daß auf >cn General Illlard diese Nachricht den aNcrge. ringsten Eindruck gemacht hat, und daher ungläu» big darüber lächclie. Er glaubt nicht, daß die Scikhs in der Provinz, wohin man das Schlacht« feld verlegt, von den Afghanen geschlagen worden seyen; einmal, weil die Seikhs durck ihre gänzlich französische Organisation cine seit lange bewahrte Uebcrlegenhcil über die undisciplinirtcn Horden As» Zhanistanö an den Tag gelegt haben; dann, weil in der Provinz Pishauer, welche Nundschid Singh neuerlich erobert hat, eine Occupationöar« mee stehen geblieben isi, welche der ganzen Hec-resmachtvon Kabul Stand zuhalten vermöge. General Allard ist allerdings im gegenwärtigen Au-Ktnblicke zu fern von dem Schauplatze dieser Er« eignisse, um sichere Auöl'unft geben zu können ; das versichert er aber, daß der a Stunden Wegs durch «in Land zurückzulegen, das voll von Soldaten, durch Verhaue und Befestigungswcrke gedeckt, und durch cin muthiges Volk vertheidigt sky°" (Oestcrr» Beot.) Das Journal des Dcbats vom i. Nov. enthält einen Artikel über die Ncisc des Herzogs von Orlean'. lZs schweigt über dessen Theilnahme «n dem Zuge gegen Abkcl Kader, unH spricl,t bloß dsvcn, dah er, der erste französische Prinz seit mehr »ls sechzig Jahren, Corsica durch einei, Besuch erfreuen, und auch nach Algicr kommen werde, um die erstehende (Zolonie und französischen Truppen, nclche täglich kämpfen, zu ermuthigen. 5)?an hört je^t, daß Abdcl Kader, auf die Nachricht von der gegen ihn sich zusammen ziehenden Gefahr, die un« ter ihm stehenden Stämme und die Hadschuten, so wie verschiedene Stämme van jenseits des Atlasgc« dirgs versammelte, dah aber ein französisches (Zorps, das am i3. October, unter der Anführung des Mülschallö Llausil selbst, in aller Stille sich aus den Weg begeben, die Araber überlassen, und ih« nen bedeutenden Verlust beigebracht, namentlich auch die Kanonen, die sie bei Macm cem General Trezel genommen, wieder abgenommen habe. Man spricht von nicht weniger als 200 Gefangenen. (Wien. Z.) Spanien. , Madrid, 26. September. D',l Fcsirigc Hof« zekung enthält das wichtige Dccrcl, dessen beide ersie Paragraphen lauten: "Alle Edamer, die unvcrhcirathet oder Witwer ohne Kinder sind, im Alter von »N bis 40 Jahren, sind zum Waffendienst gerufen, und werten von diesem Augenblick an a!5 Soldaten betrachtet. Von der Gesammtmasse der Mannschaft, welche dieser Aufruf liefern wird, wer« den alsbald hunderttausend Mann organisirt und zum Dienst ausgerüstet.« Cin Korrespondent der Times-in Bayonne -will wissen, sehr viele Basken wünschten, der Kriegsdrangsale müde, und von der bekannten Aus-wandcrungslust dieses Volkes getrieben, sich nach Amerika überzusiedeln, aber sie würden von ocn französischen Seehäfen zurückgewiesen, so daß ih< nen fast nichts übrig bleibe, als unter die Fahnen des Prätendenten zurückzukehren. Die Zeitungen von Barcelona vom 26. Oct. melden, das) die oberste Junta von Katalonien sich (nach Mma's Ankunft) am 22. aufgelöst habe. Bei ihrer Auflösung hat sie cine Proclamation an die fechte auf 7a Todte und 100 Verwundete, den der 4a Verwundete an; letztere sind, wie man versichert, noch am Abende dieses Tages nach Bilbao zurückgekehrt." (Oest. B.) Dem P hare fvon Bayonne) zufolge ist Don Oarlas Willens, in den von feinen Truppen besetzten Provinzen alle jungen Leute und unvcrheirathc-ten Männer bis zufn Alter von 46 Jahren unter die Massen zu rufen; auch wird, der Versicherung ob« gedachten Journals zufolge, in den (^artistischen Gewehrfüblikcn uud Stückgicßereicn Tag und Nacht gearbeitet. Gme telegraphische Depesche von Baysnne P2M 3i. Oct. lneloet, daß das Dampfboot Rcyna Gobernadora am 2c). Oct. ein englisches Handels« schiff, das mit Kanonen, Flinten und Schießpul» ver für die Insurgenten beladen war, nach St. Sebastian gebracht habe. Don Carlos war ain 22. Oct. zu Foronda, und (Zordova zu Vittoria, den (Zarlisten gegenüber. 4000 Christinas sind zu Otaisa, bei (Zst.lla, eingerückt, in der Absicht, sich am folgende,» Tage dieser Stadt, die van Truvven entblößt ist, zu bemächtigen. Eine zweite Depesche von Bayonne vom 1. November meldet, daß ten Journalen von S.arragossa zufolge in Madrid ANes mit den Junten von Andalusien ausgeglichen schein?. Es eristirt nur noch die Junta von Malaga. Die portugiesische Division hat den Tagsbesvhl zum Aufbruch erhalten. Der Gcneralcapitän von Arragonien hat am 22. zu tZalandra mit /^ano Mann zwei (Zolonncn gebildet, «m die Faclionistcn zu bekämpfen. (Al!g. Z ) Der Moniteur vom ,. November, ent-' hält folgende Nachrichten aus Spanien: »Eine telegraphische Depesche aus Bayonn? vom 2tt. Oct. meldet, daß, nach den «Zarlistischen BuNclins, Vitlo« ?z^. das seil dem ly. belagert wird, am 22. abermals lebhaft angegriftcn tvoroen war. — Zuverlässigere Anzeigen melden, daß die (Zarlisiische Artillerie nur bis Mondragon gekommen, und am 2o. nach Onate zurückgekehrt ist, wohin sich Don.Carlos bei 6or< dova's 2lnkunft in Miranta zurückgezogen haben soll^ — Zwietracht herrscht fortwährend i» oer Nähe des Prätendenten, welcher dcn General Cquia vcr« Ul'gnadrt hat. Man sagt, dieser General habe eine energische Vorstellung an ihn gerichtet." — Der Gacctte dc France zufolge l:at die Ungnade des Ge» nerals Gguia nicht mehr Grund, als das unwahrscheinliche Gerücht von dein Abfälle des wacker» Itur.lde. — Der Indicalcur (de Bordeaux) mel» det: »Man schreibt aus Madrid vom 2l., daß, die Truppen unter cem Befehle des Odcrsien Vil. l^padicrna, die, zur tZolonne des Grafen de las Na« vas gehörten, nach Niedcrarragonicn aufgebrochen waren. — Eine 2ano Mann ftarkc Brigade, die in der Provinz Iacn organisirt wor^'n war, um zu dem Armeecorps bei Andujar zu stoßen, stand schon am 16. im Begriffe, nach Niederarragonict» abzugchen, die übrigen andaluüschen (^orps sollten densclden Weg einschlagen. Os scheint, dah General (Zspinosa, mit Beibehaltung des Generalca« pit^.ats von Andalusien, diese Division commands« wiid." (Oest. B.) D 0 r t u a a l. Man schreibt aus Oporto vom 2c). September: Cine fur die Geschichte des Alterthums höchst wich« tigc Entdeckung ist in unserer Landschaft gemacht worden. In dem Kloster Santa Maria de Me-rinhao, in oer Provinz Gntre Duery Minho, wur. dcn die neun Bücher Phonizischer Gcscbichten o?K Phils von Byblos, welche derselbe aus dem Pl)ö« n zischen des Sanchuniathon ins GrieäiisHe cibcrscyt hat, jcl^t vollständig aufgefunden, während bisher nur das erste Buch dieses Werkes in o^ü C'usebiuz s!i-.,t!^:!i-c,t!ci evÄNZolic«, und zwar sehr rcrdorbeli, bekannt war,. Herr Oberst Pcrciro, welchem wir diese Nachritt verdanken, wird den Druck des Werkes in Kurzem in Deutschland veranstalten lasscn. (W en. Z.) «Kriechenlanv. Die griechische Negierung hat in der zu Atsseh erscheinenden Minerva die Anzeige erlassen, datz Kraft eines VerlrageS mit Hrn, «Zocbranc, llm tie Mitte Septembers eine regelmäßige Verbindu^z durch Dampfschiffe zwischen dem Piraus, Neavcl> Marseille, Smyrna und Konstcnlinapel crössnec werden sollte. Die Fahrt zwischen dcm Piraus untz Marscillc wird künfi,g in 8 oder 9 Tc,gcn gemacht werden, die nach Oonstantinopcl in höchstens 3 ljtz Tagen. Der Contract ist auf 12 Jahre geschlossen: tocl) darfoie griechische Negierung, unbeschadet?c'l> stlben, auch (.5ontracte mic andern Personen wege«' der Dampfschissfahrteu nach denselben Häfen ringe» hen. Mg. Z.j Dieser Zeitung ist oie Beilage der eingegangenen Museums- Beiträge N?. 2Z arigeschlosftn. Neomeur: ^sr. Vilv, Ueinrich, Verleger: Dgnat M. EMer v. Klriumavr.