l Zum Mutzen nnÄ Vergnügen. Freytag, den 21. Iuny 1822. Das Dungharnsalz. (Aus dem Wanderer). ^as Dilligharnsalz ist ein neuer, wirksamer, kräfti^ 8^, wenig kostspieliger, leicht verführbarer, und »och leichter auszustreuender Dünger/ der zu Pulver verwandelt ist. Die Art, auf die es zubereitet wird, erhält ihm, °hne Verschlimmerung, alle thierische Bestandtheile, olleg Salz, allen Alkali, so in dem Nrin enlhalien sittd, ohne daß es etwas an innerem Gehalt verliert. Vermittelst der beweglichen Senkgruben können bie Materie» weder in Dünsten verstiegen,, noch sich mit Wasser »der fremden Körpern vermengen; sie sind mit-hin besscr geeignet, diesen vortrefflichen Dünger her-V°r;ul'ringen, als jene der gewöhnlichen Senkgruben, «der derCloaken und Canäle, wo.sie mit Wasser über« ^'vemmt werden, und durch die Gohrung ihre Salz-^eile uerlie'-en.. Dieser Dünger, dessen Hauptingredien^ kallartig ^, verbessert den Boden onf mehrere Jahre; man ^'eut ihn in minderem Quantum au« als jeden andern ^^„ln,en Dünger. Fünf Metzen reichen im ?lllgemeinon für ein Joch ^n r6<,o Quadrattlafter, auf künstliche Wieftu, „nd ""eh dem Winter, auf Früchte in trockenem Boden ^"- Auf starkem Boden musi man für die Wintetsaat ^sQuantum bis zu sieben und selbst acht Metzen ver-^ehre,,. Übrigens werden die Herren Landwirthe das ^'^hrzn Boden und sllr das demselben anvertraute Ge» ^'eide erforderliche Quaittuin Dünger zü beurcheilen wissen. ?In vielen Orten hat man auf künstlichen Wiesen mit besserm Erfolg das Dungharnsalz, als den Gyps verwendet. Freyherr v. Schak, Gutsbesitzer in der Brigit-tenau, hat bey den natürlichen Wiesen wahrgenom« men ^ daß das Dungharnsalz das Moos vertilgt, und dem Gras, welches schneller und in größerer Menge wächst, mehr Stärke gibt. Das Dungbarnsalz löst sich leicht im Wajser auf; seine Wirkung ist um desto schneller, jr früher es reg« net, nachdem es ans das Feld ausgestreut worden ist. Der Zeitpunct seiner Verwendung ist durch die Beschaffenheit des Bodens und durch die Gattung der Pflanzung angegeben. Auf den Feldern, wo das Wasc ser nicht stehen bleibt, ist es zuträglich, den Vünger mit d^r Wintersaat auszustreuen. Die Feuchtigkeit des Bodens und der in dieser, Jah^s^jt, gewöhnliche Regen beschleuniget seine A-Mösun-g, un'^daK Korn erhall mehr Kra^t, nm^er Streilge des WinMrs^u widerstehen. Im Allgemeinen streut man die Hälfte desDugg» harns<,lzeZ,5lm Soatjahre mir der Saatfrucht aus';U^ andere Hälfts wirv im> Frühjahre gesäet, und dann wird mit der Egge oder der Wanbtr gefahren. Die Erfahrung hat bewiese», daß -das 'aüf diele Arr' behandelte Gttrtide einen ireit beträchtlichern Ertrag abgeworfen hal, als jenes, welches keinen von diesem . Dünger erhalten hat. Wenn wahrend dem Winter Waffer auf dem Felde stehen bleibt, so ist es zuträglich, den Dünger erst nach di^srnl Zeitpuncte auszustreuen; ohne diese Vorsichr wKrdei, sich die Salztheile in einer zu häusigen Flüs, sigkeit auflösen, und ihre Wirkung würde, wo nicht ganzlich, doch beynahe nichtig seyn. Die Verwendung des Dungharnsalzes ist sehr vor« thcilhafrfür dieSommerfrüchte und Frühlingsgewächse, wenn man, um es auszustreuen, eine feuchte oder reg-nensche Witterung wählt. Unmittelbar vor einem Gewitterregen verwendet, war seine Wirkung beynahe augenbluklich. Die in Frankreich wahrend dem Laufe der Jahre i3ig, 1620 und 162» an Weitzen, Hafer, Gerste, Korn, Mais, Erdäpfel, weißen und rothen Rüben, Heidekorn, Hanf, Neben, Klee, L-uzern, Esparsette, natürlichen Wiesen, Baumgewachsen, Blumen und an Gemüsen gemachten häufigen Versuche wurden mildem glücklichsten Erfolge gekrönt. Der Weitzen wurde stärker, mehr in die Ähre ge, schössen und früher zeitig; das Weitztnrorn war größer und mehliger. Der Hafer und die Gerste gaben eine", doppelten Ertrag, und die Ko7Ner waren viel schwerer. Das Heidekorn gab einen dopp»tien bis dreyfachen Ertag. Die Erdäpfel gaben zwey Mahl mehr Knollen ; sie waren viel größer, sehr mehlig und von einem vovtreff« lichen Geschmack. Um diese Pflanz zu befeuchten, nimmt man eine Nuß groß Dungharnsalz, vermischt eS mit eben so viel Sand oler lockerer Erde, und streut es beym Eetzen um die Keime. Die Feldrüben haben durch die Kraft ihrer Vegetation den Verheerungen der Insecten, welche die ersten Blätter der Rüben während der Trockenheit abfressen, widerstanden. Ihre Entwickelung war merkwürdig; der Geschmack feiner und das Fleisch fester; die Blätter winden viel ticker. Die Runkelrüben wuchsen bis zu 2Ü Zoll im Um, fange; sie waren gesund, voll und zuckerreich. Man war genöthiget, wehr als die Hölfre davon auszurei-ßen, um den übrigen '^latz zu machen. Ti< Blatter erreichten eine außerordentliche Größe. Das Dungharnsalz wurde mit glücklichem Erfolg h,y allen Gartenpflanzen verwendet; oie Gemüse waren schöner, schmackhafter und von einer merkwürdigen Vegetation. D»e Art der Anwendung, die am besten gelang, war die der Auflösung im Waffer, i-n Mr« haltniß von fünfzehn Pfund fü'- einen Eimer. Eine einzige Begießung hatte damitEtacr, die andern Begier ßungen geschah?!! mit gcivohnlichem Wasser. Die Versuche an Rebstöcken ^'langen ebenfalls Während dieser orey Jahre wc-r dcr Erfolg aukgezeich' ner; die Vegetation war wirksamer und ^ieAciriguNÜ um 14 Tage früher. De« Geschmack der Trauben war angenehmer; die Trauben selbst mehr ausgefüllt, del Wein, der daraus gemacht wurde, um vieles besser als jener auS den benachbarten Weinbergen, welche teu» Dunghavnsalz erhalten hatten. Dieser Dünger ist D' den Rebstock um desto kostbarer, da man im Allgemel' nen wegen Verschlimmerung des Neines mehrereIahl't die Verwendung jedes Dungmittelb bey diesem Gewächs« befürchter. Er wurde auf oreyerley Arten verwendet: sowohl ausgestreut, ivie b«y den Feldfrüchlen, «li auch nach dem lebten Hauen um den Fuß des Etocies g^ legt, und da.-lN endlich im Wasser aufgelöbt, wie <' hier obei: gesagt wurle. Auf diese letzte Art that er dem Dünger war sowohl für die FrM' als fur 5ie Kraft der Vegeiauon äußerst nützlich. Man muß hier bemerken, daß die gewöhnlich^ Dünger auf den Feldern oler in den Garten, wo wa" sle auibreltel, viel Nnkraut erzeugen. Der neue D^>^ ger hat, diese Ilachtheile nicht. Er hat den Vottb<" auf dem nähmlichen Boden wenigstens während jwey Jahren zu wirken, so wie dieses durch die Erfahr^ gen aus den im I. i<^!l) gelnachtei» Versuchen be>vl^ sen lsi. Versuche, die ann« 1620 kein günstiges ResMl dargebothen, gaben »linc» 1U21, ohne einen neueNÄ^ satz von Dünger, eine beträchtliche Vegetation. In dem Departement der Eure und Loire, zeb« Meilen von Paris, verloren Landwirlhe eine g"p Anzahl von Schafen, weil sie dieselben auf gegYpStt" und ungegypsien Älee» und Luzernfeldern h^den ^e^ den lassen; c?a hixgegen zene Heerden bey dem nolM' chen Futter, auf Feldern, die Dungharnsalz echaltt»^ keine Verankcrnl'.g erlitten haden. Die der Ulnernehmung in Frankreich zugekoMlN neu Berichte auü ten Departemeltten bestätigen d zlöckllchz Wirkung/ die der »eue Dünger überall her' u°r^brachl, wo die Versuche mit Sorgfalt gemacht Ein gr>osier Theil der inOsterreichgemachten Ver-^uhi! bochen die giinstigsten Resultate dar. Ei«, leinnnißooNer 'Ägronoiu, Herr Hauptmann ^n Hönigchoff, machte davon mtt der größten Sorg-^!t Versuche in seiner Land » Oconomie auf der Herr» l^"ft Ko:cmgbrunn bey Baden. Er studierie genau lhre For^chritte unü )iesulcaie beym Anbau mehrerer Pfl^en, aläKlee, Hafer, Gerste, Hcibelorn, Feld, ruben >l. s. w. Der nahm^lche Gutsbesitzer u, der BriZittenau b-tt das Dungh^rnsalz mir gutemErfolg auf natürliche ^lesen , a^f Kornfelder und bey Erdäpfeln verwendet. Die General. Unternehmung that zur Zeit selbst, Uni d.n auf aufmerksam zu machen, Meldung von der ^erst;>, die sie auf dem Grunde ihrer Werkstalte bey Hernals säen ließ. Diese Gerste, welche nach einem ein-wahNgen Umackern und zu einer sehr trockenen Zeit ge-^«t wurde, legte sich nicht, obschon sie sehr schwer war. Sie gab ein schöneres Stroh als die benachbarten Gründe, und einen schwereren Kern, den die Bierbrauer vorzugsweise tauften. Herr Rosenthal machte mil vieler Sorgfalt Versuche auf verschiedene Pflanzen. Von 4 Metzen Saat, Hafer hat «r 53 Metzen gefechset. Der Oberste, Freyherr v. Lassaritsch zu Oitochaz, lvar äußerst zufrieden wir den Versuchen, die er aU?a gemacht hat. Andere Versuche hatten noch ferner mit gucem Erfolge Scatt; aber da die General - Uülernchmung "icht das Umständlichere darüber erfuhr, so taun sie ^selben hier nicht bezeichnen. Es ist zu hoffen, das, ^e diezes Frühiahc immer mehr und mehr s,cy mtvie! ^cigenden Versuche vollends bestätigen we,sen, dast ^r neue Dünger für jeden Anbau und für jede Gac^ ^"a. uon Psian^en geeignet ist, und daß dteVolU)ei^, ^« er gejährt, bald die Hindernisse, welche bergeb>a^le ^wohnh^l oder übel berechnetes ^«ner.sse seine» Vei» ^e»du»g noch in den Weglegen, überwinden we^en. Die Canzlcy der General - Unternehinung cer be-""yllHen Lergruben und ier plol^llchen Düngelderei. l"NK lst ^u HLien, i„ der Wollzeil i)lro. ^U5 uu 2te„ Stock. Ihre Werkssatte ist vor der Hernalscr. Zune, wo der Dünger ausgeliefert wird. Beytrag zur Geschichte des, ?uxu5. Folgende, aus lcn Rechnungen deZ Nenserey-Verwalters dcs Herzogs Johann Er!l,t vc>> Tapsen« Eiscnclch gezogene Angaben, vom Jahre »5c)i diZ i6o3, tonnen einen Begriff von den damahligen Preisen der Dinge geben. Ein Kleinodlein mit einem Eichhorn, so zu Be« reitungen auf der Mummerey (Mastenball) verspielt worden, 45 si. ,5 kr. Ein Kleinodlcin mit einem Hirsch, ebendaselbst verspielt, 54 N. 6 kr. Drey Paar seidene Etrumpfe, als; leibfarb, blau und weiß, das Paar 8 si. Eine Docke schwartn Nähzwirn 1 st. Für 52 Ellen blau und weißen Tasir, und y i<2 Loth goldene und silberne Tressen, so zu Turnierbin» den gebraucht winden, »7 si. 6 tr. Eine Elle leibfarbenoi, Taffet, 3o kr. Eine Elle schiUerfarbenen , 5« tr.; vom erster« i2 i.!2 Ellen, vom letztern 5o Ellcn , so zu Wien ge» kauft und auf dem fürstliche» Beylager zu Handquelen gebraucht worden. Eine Elle Eckamelott i^ tr., davon ,3 Ellen für meinen gnädigsten Fürsten und Herrn zU Hosen und WammZ. Ei', großer Spiegel, 1 fl. 2o kr. Ein P.,ar kurze seiden« blaue Strümpfe für die He»-zoa,M!i, 6 i.>2 fl. Z^volf Dutzend grüne seidene Knauf für die Herzoginn. » fl. Enbänder, Güriet und Schellen, zu Salzungen gekauft, » ß. 2 G>'. Ein Paar rothe Stiefeln, ebenfalls für Diktussen, den Narren, 511 Salzungen, 2 st. 14 Gl'. Ein Paar Strümpfe,, auch Diktussen,, dem Narren , 4 Gr. ...e... Leichtes Mittel, dcn dürr'sicn Boden, Hugendllck.-lich.zu einer fcttcn Wiese umznstaltcn. Man stöKt mit einem Stoßeisen, in geril,ger Entfernung von einander, Locher in dl« Erbe und fülttsol, ch« mit Mistjauche (Mistlakenwasser) voll an. Damit ist der Grund für° immer veibessert;, denn die Mistjauche trocknet in diesen Löchern fest und die Sonne kann dieselbe nicht aufziehen, wie es geschieht, wenn die Mist« jauche nur obenhin aufgegossen wird. IederNegen feuch, tet sie wieder^ auf, fpühlt sie aber nie aus den Löchern ganz heraus^ und so übergeht sich bald der, ganze Platz mil dem fettesten, Grase^ Kurze Notitzen. (Aus Warschau, vom ig. May). Vor einigen Monathen war ?in°Dieb,, welcher diö> Theater Garderobe bestohlen hatte, eingefangen. Nach Ausgestandener Strafe war er jetzt entlassen worden, «»ld sogleich kehrte «r zu seinem alten Gewerbe zurück. 30 »» Zu dem Ende fchüch er sich in den Aufbewahnmgtt'tt der Decorationen, und nahn, seine Wohnung zwisch") den Ruinen d?Z Waldes von Herrmannstadt und in der Grotte des Königs Lear. Von da aus besuchte " ge> wohnlich um Mittagszeit, wenn alle Arbeiter fort w^' ren, dieOarderobe und nahm, was ihm gefiel. Da-nU nicht zufrieden, schnitt er auch die Seile von den D^' carationen ab, was denn die Maschinen-Meister ba>b bsmerlten. BeymNachsltchen w.n'en sie nicht »uenig ^'^ staunt, aus einem leinwandenen Felsen eine lebend« Gestalt, blüs; und haqer, in dein langen Gewände el' nes römischen Priesters, hervortreten zusehen, das el sich so eben zugeeignet batte. Natürlich ist er wieo^ ins Gefängniß qebracht worden, und gibt rinen neü^ Beleg zu dem traurigen Erf^hrungssatze, daß, we»'i das Gefängniß nicht zur wahren Besserungs-Anst^lt u>N' gekormt, llnd dem Entl>isl>ncn nicht ein lleiner F^'" zu seiner Sudststenz, für den erstem Monath meinen'» / in die Hand mitgeben ,vi,d, diese Instiiute nichts a>' hohe Schulen der Demoralisation sind, und der Z^ras' liüg, der seine Zeit überstanden, und nun wieder l" die menschliche Gesellschaft zurrückkehrt, medrentheil" besonders wenn er ohne Verwandte, Bekannte linb Mll' tel ist,, von der Noth aus den Weg gedrängt wird, d^' über Betrug, Raub,. Brindstifrung und Mord, K'"" Galgen führt.. Darum ist der Wunsch verzeihlich, e"t' weder die Zuchthäuser in Pesserungsanst^tl'u uin^uf^' men, oder in die menschliche Gesellschaft solche well^ lose und gefährliche Subjecte nicht zurückkehren zu ^'' sen, sondern sie, nach Sibirien zu entfernen. R ä t h s e l. Es sieht im, Wald ein Schilderhaus, 'S guckt keine Wache je heraus, Auch tritt bey hcltenn Sonnenschein So leicht kcu, Wand'rer wohl hinein, Doch kommt ein arger Regenguß,^ TUnn sucht er's auf mit frohem Gruß. Nun saqt mir, wie, es heißen mag Das Schilderhaus mit grünen Dach? Auflösung d«r zweysylbigen Charade m N.co. ""' Taufschein., Gedruckt bey Ignaz Aloys Edlen v.Kleinmayr^