Wr.80. Samstag, 9. April 1887. Iftb. Jahrgang. ^Ml""c>o, Wr die ^»stcNi„>>, ,nö Haus ganzlähng fl. 1. — InsertionöNtbür: Mr ^ >c>ne Inserate dii« zu 4 Zeile» 2l> Ir., größere per Zeile »l lr,; bei östcrcn Wiederholungen Pr, Zeile 8 Ir. Die „i!aibachel Zeit»»«" erscheint täglich mit «uOn.ihme der Sonn» nnt> sseiertage. Die Vldminlstratlon befindet sich Bahnhosgasse 15, die Mednclion Wi^icrslraße lk. — Unsranlintt Vriese lvcvde» nicht nngenommen und Manuscript»! nicht zoriickgfftellt. ^^ Der h. Ostcrfeiertage wegen erscheint die nächste ^^tulllNlcr mn Dienstag den lii. April. Amtlicher Mil. <^s. Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Uerhöchstrr Entschließung vom 4. April d. I. den ^crlandesgerichtsrath in Krakau Johann Spla-all/ - ä"" Hofrathe des Obersten Gerichtshofes ""gnädigst zu ernennen geruht. Prazäk m. p. bcif ^" Minister nnd Leiter des Iustizministerinms ^ den Landesgerichtsrath Christian Colcue vom ^Merichte in Rovigno z»l,n Landesgerichte in Trieft zi'sfH - ""^ ^" Landesgerichtsräthcu ernannt: die Be-«"srichter Dr. Anton Tu Zar in Canale und Ambros fl^ll a r in Dignano für das Kreisgericht in Rovigno. nn"" die Bezirksrichter Franz Legat in Albona und "Mthüus Ternovec in Sessana für das Landrs-2I^n Trieft.________"^_________ Nichtamtlicher Mil. Es muss doch Frühling werden! lad l^ '^^ Woche» im christlichen Kirchenjahre kiae ^" ^'^ Selbstbetrachtung, zur Einkehr in unser lr ss"^'^ Zustände in Staat und Gesellschaft, um drr w ^"Wi8 zu gelangen, inwieferll Oesterreich auf oder ^" ^'^ Fortschrittes weiter schreitet, stagniert alia ^ '"' Rückgänge begriffen ist! Es können nur e^^lnste Andeutungen sein. die wir im Rahmen hz,. .Artikels zu bieten vermögen; aber sie dürften klchen zur Anregung weiteren Nachdenkens. , Hört man die Stimmen gewisser vaterländischer i„ "Mcheitsvessimisten. dann befindet sich unser Staat 1^ ^llagenswerten, bedenklichen Verhältnissen. An ^^sftropheteu hat es bei uns bekanntlich zu keiner Zeit gefehlt; aber diese Unglücksraben wnrden noch jedesmal znschanden. Friedrich II. von Preußen meinte, dass Oesterreich, so oft es dem Untergänge nahe ist, stets «ein Mirakel > bereit habe, durch das es gerettet werde. Andere nennen es das «sprichwörtliche Glück» Oesterreichs. Wir denken, dass es weder ein Wunder noch ein günstiger Zufall sei, dem unser Vaterland seine Rettung aus ernstlichen Gefahren zu danken habe. Die Sache hat einen weit tieferen, ernsteren Grund. Was ist's nun, das diesem vielbestürmten Reiche der Habsburger seine Festigkeit und Dauer verleiht? Vor allem ruht dieses Reich auf einer natürlichen Basis. Innerhalb seiner drei Natnr-Vesten: Tirol, Böhmen und Siebenbürgen, umfasst es ein geographisch wohlobgeschlosseues, durch die natürliche Configuration seines Bodens einheitliches Gebiet, das zudem von dem breiten Völkerbande des Donaustromes in seiner Längenausdehnnng durchschnitten und verbunden wird. Wie die meisten Gewässer des Reiches sich in diesem Strome sammeln nnd von diesem der Uebergang zu den Flnssadern anderer Stromgebiete ein leichter und ungehemmter ist: so zeigt auch die Entwickluug des Völkerlebens hier von Anbeginn geschichtlicher Erkenntnis das unverkennbare Bestreben nach möglichster Annäherung, Zusammenfassung und dauernder Verbindnng in staatlichem Gemeinwesen. Nicht Zufall, sondern nach natürlichen Gesetzen gewordene historische Thatsache ist die Schaffung unserer Monarchie und deren Erhaltnng kein «Mirakel», son-dern das fortgesetzte Walten dieser natürlichen und geschichtlichen Gesetze. Dazu gesellt sich einerseits die bewusste Erkenntnis, anderseits das instinctive Gefühl in den hier geeinigten verschiedenen Nationen und Stämmen, dass sie nur im friedlichen Verbände dieser Monarchie ihre nattonale Besonderheit erhalten und fortentwickeln können. Ein Zerfall dieses Reiches würde für die meisten dieser Volkselemente unvermeidlich den Verlust ihrer national-politischen Individualität bedeuten; müsste ein allmähliches Verschwinden und Absorbieren durch andere, numerisch stärkere Välkerschafteu nach sich ziehen. Die Liebe zum eigenen Volksthum sowie zum histo^ risch entwickelten Heimatlande ist aber bei unseren Nationalitäten derart mächtig ausgeprägt, dass man darin zugleich eine feste Stütze zur Erhaltung des Gesammtstaates, als der unerlässlichen Bedingung des national'individilellen Fortbestandes der einzelnen Volksstämme, erkennen muss. Endlich erblicken wir einen mächtigen Factor zur nnauflösslichcn Verbindnng unserer Monarchie trotz der Verschiedenartigteit und Mannigfaltigkeit ihrer Theile in der Erinnerung an die gemeinsam verlebten Schicksale, an die Jahrhunderte des geeinigten Beisammenlebens nnd des Zusammenwirkens in heiteren und trüben Tagen, und dann ist vor allem ein fester Kitt das lebendige Gefühl der Loyalität, der aufopfernden und hingebenden Treue für die gemeinsame Herrscherfamilie. In der erhabenen Dynastie erkennen nnd verehren alle die verschiedensprachigen Völker nnserer Monarchie das unzerreißbare Band, das hochgehaltene sichtbare Symbol ihrer engen Zusammengehörigkeit. So bilden Natnr und Geschichte. Interesse und gemeinsame Schicksale, dynastische Loyalität und unentwegte Staatstreue die sichere Grundlage, auf welcher das Reich der Habsburger sich im Laufe von sechs Jahrhunderten zur ehrfurchtgebictenden europäischen Großmacht aufgebaut hat. Diese festeu Stützen sind es, an denen bisher noch jeder Versuch einer Zertrümmerung des Reiches, mag er von äußeren oder inneren Feinden ausgegangen sein, schmählich gescheitert ist uud an denen auch in Zukunft jeder etwaige neue Versuch dieser Art Schiffbruch leiden wird. In dieser Znversicht werfen wir auf die Gegen« wart unsern Blick und finden, dass diese, ungeachtet mancher unerfreulichen Erscheinung, keineswegs besorgniserregend ist. Unsere politischen Verhältnisse nach außen hin flößen keinerlei Bedenken ein. Oesterreich-Ungarn ist ein Reich des Friedens, ein Reich der kulturellen Arbeit; von ihm aus ist keine Störnng des friedlichen Zustandes zu erwarten. Aber wir wollen den Frieden nicht als Gnadengabe vom Willen anderer abhängig machen; wir wollen den Frieden uns selber bewahren. Deshalb müssen wir auch zu Schutz und Trutz gerüstet sein. Unser Herr und Kaiser und dessen Regierung sind nur zögernd und behutsam zur Vermehrung der Wehrkraft geschritten, weil sie eben die Volkstraft schonen wollten; erst nach geraumer Zeit musste der letzte Schritt gethan werden, damit unsere Wehrfähigkeit zur vollsten Entwicklung gelange. Oester« reichs Völker und die überwiegende Mehrheit der Vertreter derselben im Reichsrathe haben diese Nothwen-digkeit erkannt und in patriotischer Weisheit das neue schwere Opfer dem Vaterlande dargebracht. Jeuilleton. Auferstanden. die »^erstanden! Von der Verghalde herab kündeten dez ^Venglocken die seligste Botschaft, die Botschaft in der?" Osterfestes hinaus in die Weite; hoch oben de^ f,- ^t schmetterte die Lerche es in jubelnden Lie-Erde ^ '"2 blaue Aethermeer und hinab anf die leih' ?" leder sprießende Halm, jede zarte Knospe, jedes ^lilnn, "^ ^ Predigte, wie die lauten, mahnenden Lerch» «,ber Glocken, wie die jauchzenden Sänge der ^ Auferstanden, auferstanden! heit A'ber Winter war vergangen; Frost und Dunkel-lunge n ^ Ende erreicht. Ein Sieger war der dem 3) ä hcrabgestiegcn auf die Erde, um die gleich "kl!c»n 9/^chen schlummernde Braut wachzuküssen zu >nci, ar.^. ' 5" neuem Lieben. Mit frohem Willlom-N!ess^ . bw vom Himmel Gesandten jcdrs athmende die lvav.^^k den Helden über Tod uud Finsternis ^em'ck? pulsierende Menschenbrust, das aufstrahlende Tage A ü^' das nach den wilden Stürmen düsterer "^stra,? ^lt heiß sehnte nach dem goldigen Son-U>ch ^' nach dein Blühen und Duften des Frühlings, b'e Klä„a> >. Engelsschwingen getragen, schwebten nun ?^lllnoA Osterglocken durch den linden, milden ^ Neu ' >""b wie Engelöstimmen bahnen sie sich ^" a„ch '" l.edes Halls, in jedes Ohr. nm eiuzudriu-^e>, s?.' sprach eine alte Frau aus der Gruppe der Stehengcbliebenen, indes sie, die Hand vorgestreckt, herantrat, «schaut man Euch auch einmal wieder?» — «Gott grüß, Mutter Bärbel,» tönte des Mädchens sanfte Stimme zurück, indes sie mit Herzlichkeit die Hand der Greisin in die ihrige nahm, «zur Kirche kaun ich nicht, aber in dem großeu Gotteshause, zu welchem die Feier der heiligen Ostern das ganze Wellall weiht, will ich auch nicht fehlen!» — «Prachtmädel!» sprach ein alter, gleichfalls her-angctretener Bauer. «Du sollst auch in der Kirche nicht fehlen. Wir alle werden unsere Lisi im Gebet nicht vergessen!» — «Vergelt's Euch Golt, Vater Perger, l Euch uud allen!» versetzte das Mädchen, indes ihr die hellen Thränen aus den Augen stürzten. Noch ein tlenherzia.es «Gott grüß!» hin und wieder, und ihre beiden Führer geleiteten das junge Mädchen in den kleinen Garten, über welchen jetzt der helle Frühlingssonnenschein Licht und Wärme aus« strahlte, um die sichtlich Kraftlose hier sorgsam auf Kissen zu betten. Mit einem oft ihre Lippen schmerzlich nmspielenden Zucken ließ sie alles mit sich geschehen. Jetzt aber sprach sie, ihre Arme um den Nacken der Matrone mit den weichen, edlen Zügen schlingend: «Mntter, nun geht aber auch zum Gotteshaus. Ich möchte Euch nicht davon zurückhalten, am Tische des Herrn zu erscheinen an diesem Tage. Geht und betet für Eure Lisi l» Die alte Frau wollte Einwendungen erheben, aber der weißhaarige Mann legte sich schnell ins Mittel. «Lisi wünscht es. Mutter,» sagte er, «wir würden sie bekümmern, wenn wir ihr nicht zu Willeu sein wollten. Zögern wir dann aber nicht. Da hebt eben — von neuem hallten die Silberglockenklänge vom gegenüber-liegenden Bergabhang herüber — das letzte Geläute an. Der Hansel mag bei der Lisi bleiben. Gott segne dich, mein Kind.» schloss er, seiner Bewegung kaum mächtig, das junge Mädchen mit uuendlicher Zartheit in seine Arme, «Gott segne dich virltausendmal!» Der starke Mann hätte kein Wort mehr hervorzubringen ver« möcht, nicht nm alle Schätze des Erdballs. Noch einen innigen Abschied der Mutter, dann giengen beide ins Hans. um gleich darauf dieselbe Straße, welche noch immer die zu der Ortsllrche gehörenden, entfernter Wohnenden dahergezogon kamen, zu verfolgen. Hanstl stand uutcr den schon die ersten Laibacher Zeitung Nr. 8l) 666 9. April 1887. ^ Im weiten Rl'iche der Habsburger erfreut sich heute jeder Th^il desselben seiner verfassungsmäßigen Freiheiten und Recht»', uud alle Völkerstämme nehmen ill gesetzlicher Wei> an der Gestaltung des öffentlichen Lebens ihren Antheil. Insbesondere in unserer österreichischen Reichshälfte ist es gelungen, die sangjährige politische Passivität eines bedeutsamen Bruchtheiles nnserer Bevölkerung zu beseitigen, so dass gegenwärtig die freiheitlichen Gewährungen Sr. Majestät erst zur vollen Wahrheit geworden sind. Die naturgemäße, historisch und gesetzlich berechtigte Autonomie der einzelnen Königreiche und Länder verbindet sich dabei in glücklicher Weise mit der nothwendigen Einheit nnseres Staatswesens. wie solche zum Wohle des Ganzen wie der Theile erforderlich ist. Trotz der schweren Zeiten, die in der materiellen Production über Europa hereingebrochen sind und von denen anch wir nicht verschollt bleiben konnten, befindet sich unser Haushalt im Zustande fortwährender Besserung, und ist die Regierung in der Lage, mit den ihr von der Legislative bewilligten Mitteln die materielle und geistige Cultur kräftig zu fördern und Oesterreichs ungestörte Entwicklung auf diesen Gebieten weiter zu führen. Uuser Volk steht ill Bezug auf seine Produc-tivität und Leistungsfähigkeit in allen Zweigen menschlicher Arbeit ehrenvoll da; seine Kraft ist ungebrochen, seine Zuversicht hoffnungsfroh. Wir haben deshalb wahrlich keine Ursache, an der Zukunft unseres Staates zu verzweifeln; im Gegen« theil! Unsere gesummten öffentlichen Verhältnisse zeugen von der ungeschwächten Tüchtigkeit unseres Volkes, das voll Muth nnd Ausdauer seine Lebensanfgabe zu erfüllen strebt. Was all socialen Misszuständen Krankhaftes sich zeigt, das wollen wir ernstlich, doch mit gesetzlichen und friedlichen Mitteln zu heilen suchen. Wir streben nach keiner gewaltsamen Umwälzung, nach keinem unsinnigen und verderblichen Umsturz, sondern nach einer natur- und vernuuftgemäßen Furtentwicklung nnserer materiellen, geistigen und sittlichen Zustände. Auf dieser Bahn sehen wir den Herrscher und dessen Regierung schreiten, und in dieser Richtung werden sie auch von der großen Mehrheit der Volksvertreter im Reichsrathe wie iu deu Landtagen wirksam nnterstützt. Darum hat in dem Volke das Vertranen wieder feste Wurzeln gefasst; darum blickt mau zwar mit Ernst, doch mit Zuversicht in die Zukunft und ist allerwärts entschlossen, die Nöthen und Schäden der Gegenwart dnrch Besonnenheit und Ueberlegung in Eintracht mit allen gleichberechtigten Staatsbürgern zu bewältigen, damit anf diesem Wege dem alten Oesterreich nach mancher trüben und schweren Heimsuchung wieder der Ostermorgen in heller Freude anbreche. Nur unverzagt! Es muss doch Frühling werden! Rilsslaud nud Bulgarien. Mit einigem Staunen haben wir die Nachricht gelesen, wonach die bnlgarischc Regentschaft den Ent-schluss gefasst haben soll, die Candidatur des Prinzen Alexander von Battenberg für den bulgarischen Fürstenthron definitiv aufzugeben und jeder Bewegung, welche auf die Rückberufung des Prinzeil abzielt, ent' schieden entgegenzutreten. Die Leser werden diese Nachricht wohl anch mit einiger Verwnnderung vernehmen. Wie, konnte man in Sofia wirklich daran denken, Nuss- land jemals wieder zu einer Billigung dieser Candidatur zu vermögeu? Konnte die Regentschaft, deren Mitglieder sich die ganze schwere Zeit ihrer Amtsführung hindurch als tüchtige und gewisfenhaftc Männer erprobt haben, wirklich sich der Täuschung hingeben, das Zarenreich werde des bisschens Bulgarien wegen die politischen Traditionen von Jahrhunderten und seine Aspirationen auf der Valkanhalbinsel aufgeben und sich dem Willen des bulgarischen Volkes anbequeme»? Das wäre wohl einer der verhängnisvollsten Irrthümer gewesen, und die Regentschaft darf sich dazn gratulieren, davon geheilt worden zu sein, ohne dass derselbe für das ihrer Negierung anvertraute Land irgendwelche größere Nach-theile iln Gefolge gehabt hätte. Prinz Alexander hat mit dem Tage die Partie verloren, da er — wie uns die Memoiren seines Hofpredigers belehrt haben — über Anrathen russischer Diplomaten von Nustschuk aus jenes verhängnisvolle Telegramm an den Zaren gerichtet, in welchem er, gewiss gegen seine bessere Ueberzeugung, den Fürstenthron von Russlands Gnaden bestiegen zu haben und seine Krone iu die Hände des Zaren zurückzulegen erklärte. Durch diese Intrigue hat er sich seines Rechtes auf die bulgarische Kroue selbst begeben, und man konnte es als gewiss hinnehmen, dass der Zar, der froh war, deu unbequemen Fürsten auf fo billige Weife los geworden zu sein, mm und nimmer in die Rückkehr des gezähmten Widerspenstigen einwilligen werde. Dass das bnlgarische Volk die Rückkehr jenes Fürsten wünscht, der es zu Sieg und Rnhni geführt, und dass es allen Versuchungen der mit großen Mitteln arbeitenden Agenten Rnsslands in der rühmlichsten Weise widerstanden, konnte das letztere in seinen Entschlüssen wohl nicht wankend machen. Die Politik des Zaren hat im eigenen Hause den Kampf mit ganz anderen Elementen uud mit noch widerstaudsfähigereu Geguern zu bestehen, ohne dass es ihren Vertretern jemals noch eingefallen wäre, die Partie aufzugeben; diese Politik steht mit dem Gros des Achtzig-Millionen-Volkes selbst im Gegensatze, ohne dass der Zar auch nur einen Augenblick noch an eine Umkehr gedacht hätte. Und da glauben die Bulgaren oder Prinz Alexander, ihn nnd seine Räthe von der einmal betretenen Bahn abzubringen, ihn zu einer Rückkehr zn einer Politik der Gerechtigkeit, in eine volksthümliche Richtung betreffs Bulgariens drängen zu köuuen? Ja, aber was soll aus Bulgarien werden? — fragen sich die Politikcr. Diese Frage ist anch heute noch von weiter tragender Bedeutung, als man gemeinhin annimmt, denn sie bildet den Angelpunkt eines großen Theiles der europäischeu Politik. Es ist ein entschiedener Irrthum anzunehmen, dass, weil iu diesem Momente in Bulgarien Ruhe herrscht, die bulgarische Frage etwa auch nnr das Geringste von ihrer Gefährlichkeit für den Frieden Europas eingebüßt habe. Die Ruhe, die heute in dicfem Gewitterwinkel herrscht, ist eine scheinbare, und sie hat in dem Momente aufgehört zn existieren, in welchem die russische Politik ihrer nicht mehr bedarf, in welchem sie aus ihrer bisherigen Reserve heraustrete» zu dürfen glaubt. Es fragt sich nur: wann dieser Moment eintreten werde? Nussland kann ruhig warteu, bis Bulgarien, das von russischen Agenten systematisch unterwühlt wird. klnn beigibt und sich dem Dictate Russlands bedingungslos unterwerfen zu wollen erklärt. Der Kampf, den 5M garien um seine Unabhängigkeit unternommen, ist "" viel zn ungleicher, als dass sein Ausgang anch »" irgendwie zweifelhaft sein könnte. Die Confödcration der Balkanvölker, deren ö"' standekommen ein Wiener Blatt jüngst gemeldet »M wäre vielleicht noch das einzige Mittel, welches ^> Gelüsten Russlands einigen Einhalt gebieten könB' sie allein vermöchte möglicherweise das Vordri«^' Russlands und seines Einflusses aufznhalten. Die M ist nicht neu, denn schon Kossnth hat sie angeregt »B sie als die Panacee für die Rettung der Balkan-Slaven aus der eisernen Umklammerung durch Russland h>'!' gestellt. Wird sie zustande kommen? Werden sich ^ ^ europäischen Mächte, deren jede im eigenen Hause nB als hinlänglich beschäftigt ist. dieser Angelegen^' widmeu können? Das sind ebensovicle Fragen "> eine vielleicht nahe Zukunft, deren Entscheidung "^' sich leider nur schwer im Zusammenhange mit dc»> grünen Tisch allein denken kann. Politische Uebersicht. (Verhandlungen der Quoten-DeP^ tationen.) Nach emer Budapester Zuschrift ^ «Pol. Corr.» wird das Subcomit^ der ungarisch^' Quoten-Deputation, welches mit dem Subcomiti d" österreichische» Quoten-Deputation in unmittelbare V^ Handlungen treten soll, nur weuige Tage in Wien v^ bleiben. Man hegt in ungarischen Kreisen die H^ nung, dass diese Verhandlungen zu einem Results führen werden. Sollte dies nicht der Fall sein, so ui"° die ungarische Quoteu-Deputatiou hicvou sofort d^ Abgeordnetenhause Mittheiluug machen, und es n"l ! Sache der Regierung sein, neue Vorschläge in d'E Frage zu unterbreiten. Als gewiss wird angenoMlN^ dass es gelingen werde, die Feststellung der Quote lM den gemeinsamen Vorschlägen beider Regierungen ^ bewirken, ohne an die Entscheidung der Krone app^ lieren zu müssen. (Staats finanzielles.) Die Verhandlung des österreichischen Finanzministers mit der Rochst, Gruppe wegen Deckung des Kreditbedarfes nnse" Reichshälfte sind als abgeschlossen zn betrachten, '">" dürfte die officielle Vereinbarung, wie wir erfah^ bereits heute erfolgen. Ans diesem Anlasse fand vol gestern im Palais Rothschild eine längere Confers statt, welcher Vertreter der Credit- uud der Vodeucred» Anstalt beiwohnten. Wie nicht anders zu erwarten lva'' ist die Emission von österreichischer Papierrente ' Aussicht genommen. .^ (Abschaffung der Strafhausarbe'^ Bei dem Leiter des Iustizministerimns, Dr. FreihA' von Prazäk, erschien kürzlich eine Deputation von l^ werbetreibenden aus Kindberg in Obersteier mit c>^ Petition, betreffend die Abschaffung der Strafhausalb^ Der Miuister versicherte, dass das Möglichste gesäM, werde, um die gewerbliche Coucurreuz in den Stm Häusern zu beseitigen. ^ (Neues Aerggese tz.) Der IuitiativantlM d" Abgeordneten Sueß und Genossen, betreffend die ^ äuderung der bestehenden beiMesetzlichen Vorsch"!^ über die Ersatzpflicht für Beschädigungen durch " Bergbau und Einführung der im preußischen ÄH gesetze in dieser Beziehung geltenden Vorschriften, bu" Knospen zeigenden Lindenbäumen und sah, die Hand über die Augen gelegt, den sich entfernenden Eltern nach, um sich dann, als sie seinen Blicken entschwunden waren, in den kleinen Garten zurück- und der Schwester zuzuwenden. «List, o, wie schön die Glocken länten! So sch n hab' ich sie noch nie gehört!» sprach er, an das junge Mädchen herantretend. Sie lächelte Md es war ein sonniges Lächeln, welches ihr Antlitz unnennbar noch verschönte. «Weshalb sollten denn auch heute die Glocken nicht so ganz anders klingen, als an anderen Sonntagen?» antwortete sie mit leiser, melodischer Stimme dem sie mit seinen großen Kinderaugen anblickenden Knaben. «Haben hente doch die Glocken der Welt eine Kuude zu bringen, wie keine sonst im ganzen Jahr, die selige Kuude, dass zum ueuen Leben auferstehen soll, was todt nud abgestorben war — auferstehen — auferstehen!» Sie hatte die letzten Worte gleich im Traume wiederholt, dass der Knabe kein weiteres Wort wagte, sondern sich still neben ihr niederkauerte, um mit aufhorchendem Ohr den Klängen von der Kirche herüber zn lauschen und mit leuchtenden Augen hinanszublicken in die wunderbare Landschaft des Höhenthaks, welches Bergrücken von beiden Seiten einschlössen, indes ein jetzt im Frühjahr infolge des massenhaft geschmolzenen Winterschnees sich brausend daherwälzender lind über Felsgeröll sich stürzender Bach durch diese farbenprächtige Scenerie sich schlangelte, deren Schönheit durch die zahlreichen, velstreut liegenden Gehöfte und Häuser noch erhöht ward. Es war ein köstlicher Fleck Erde, dieses weitgestreckte Bergthal, nnd gleich herrlich war es in der weiten Runde. Was gleicht denn an Zauber und Reizen unserer Alpenwelt? Das bleiche Mädchen lag reguugslos auf ihrem Lager, gleich dem Knaben den Blick ins Weite gerichtet. Gleich ihm schien sie dem Klang der Kirchenglocken zn lauscheu. Jetzt verhallten sie; eine ununterbrochene Feierstille legte sich über alles. Der Knabe wandte langsam den Kopf und richtete den Blick auf die Schwester. Sie sah es nicht. Die Glocken waren verhallt, aber in ihr tönten sie fort in Stimmen, die sie mit llnnennbarer Seligkeit und unsäglichem Schmerz zugleich erfüllten, iu Stimmen der Vergangenheit. Wie gemahnte sie dieser Ostertag au eiueu auderen, der dem hentigen so ganz und gar glich. Wie hellte hatte der Sonnenschein goldig und warm auf der Erde gelegen, wie hexte hatten die Lerchen in der Lust schmetternd ihre Weisen gejubelt; uud doch — eins war anders. Ein trenherzigcs Augenpaar, welches sich damals tief in das ihrige versenkt, es fehlte heute. Schon drei Jahre waren seitdem vergaugcu. drei Jahre, aber lebendig, als wäre es eine Stnnde zuvor gewesen, stand alles vor ihrem Geiste. Die Glocken hatten nach dem Gottesdienste ausgeläutet, da waren sie beide — er und sie — den Berghang hier neben dem Hause hinaufgestiegen, um hiuüberzuwandern, dorthin, wo es uu-eudlich schön war, wie er ihr gesagt hatte. Und es war unendlich schön gewesen, die Wanderung über die von der Natur und, wo diese dem Fuß den Halt versagte, von Menschenhand künstlich gebildeten Wege und Stege längs den Wasserfällen und über dieselben hinweg; eine Wanderung, die doch erst ihren Glanzpunkt erreichen sollte, als beide — sie hätte» endlos so nebeneinander weiter wander» möge» — dann das Ziel vor oder vielmehr unter sich liegen sahen, — das wunderbar schöne Alpeulhal. Die herrlicheu Höhenrücken, welche sie überschr^! uud die ciuen weiten Ausblick gewährten, die NW statisch schroffen Vcrghäuge, deren Anschauen die Se mit Andacht erfüllten, die riesige», schweigenden sch?^ zen Tannenwälder, die himmelanstrcbenden Felsn^ ' welche die Kleinheit des Menschen predigten, alles ^ ein Nichts im Vergleich zu diesem Anblick, der sich "^ noch zum höchsten Entzücken gesteigelt hatte, als ^ von schwindelnder Höhe herab in das gewaltige, ^ Thal, darinnen der brausende Wasserfall niederM^ hinabgesehen hatten. Schweigend hatten sie ha""^ Haud gestanden; dann aber hntte ihr Begleiter ihrer Seite gesprochen: «So wie je»e Wasser d>'s ^ birgsvaches, so wild ist das Sehnen uud S^' meiner Seele. Und wie sich diese Wasser erst mit ^ Fluten der Save einigen, nachdem sie ihre Bahn " ^ endet, so wird auch das Sehueu meines Hcrzens ^, gestillt sein, wenn ich erreicht haben werde, was «O,,^ ringen will, aus der Enge ill die Weite — ein ^ Mann sein zu können!» . ^l Ihr war es gewesen, als wenn ein Schw^c sie hatte erfassen wollen, und sie hatte sich voN . Brüstung, welche den Platz, anf dem sie st"'^,, schützend umgab, zurückziehen müssen, um des ^ psiudeus, als wollten die weißschäumendeu Fluten, ^ einer gewaltigen Riesenschlange gleich sich iibel ^ mächtigen Felsen niederstürzten, sie hinabziehen "'^l gransige Tiefe... Noch jetzt ergriff sie ein t"^ Schauder bei dem Gedanken daran, und sie schloß Augen. ^ Im selben Moment richtete der Knabe sich ^ leise, vorsichtig. Deutlich vernehmbar hallte ano^f, l Kirche herüber der Ostergesang: «Auferstanden ^" l ^aibachcr Zeitung Nr. 80 667 9. April l887. 'in ?s!?^^ ^" Gegenstand eingehender Berathungen ^ ,""erbaulniuisterium. welch letzteres eine entspre-^ . Gesetznovelle dem Abgcordnetenhause vorzulegen ^, /^ esterreichisch - rumänischer Handels -desk ^ Die Verhandlllngen über deil Abschluss ^Handelsvertrages M't Rilmänien haben eine Unter-Mung erlitten. Die rumänischen Vertreter erklärten, erb?! ^" neue Instructions von ihrer Regierung MW,, h^^^ ^ weitere Erklärungen, insbesondere "gen der Zölle anf Indnstrieproducte, hauptsächlich l ssrobe Fabrikate, abgeben. Die Delegierten reisten „ !< ^llegsbefürchtungen. welche vor kurzem Europa 'duckten, blickt man zurück wie auf Fieberphanta-^". deren man fast nnr mit Scham sich erinnert. "» „och hin »ich wieder sichtbare Wetterleuchten zwi- > Dl Drntschland und Fraukreich nimmt sich alls, wie .letzten Erscheinungen eines sich verziehenden Ge- mtas. Den Ringkampf zwischen Kalkov nnd Giers, sei, ? ^sulgen und Niederlagen so wechselreich zn l scheint, halten manche Schlaumeier für ein Pup' ^"'plel, der nur der Schaulust oder Klatschsucht Inter- "fblete. Der Kern der Frage, sagen sie, sei längst " Weden. Kurz, alle Welt möchte die höchsten Wetten gehen, dass der enropäische Friede in diesem Som- '^. erhalten bleiben wird. Man kümmert sich dabei ^"A, um die Thatsache, dass in militärischer Hinsicht ^ ^ltnation nicht geklärt erscheint, dass vielmehr die > Mrüstungen andauern uud in Dentschland sogar ' beu letzten Tagen erst Truppen nach der West- """ze vorgeschoben wurden. di? cl^^lgarien.) Aus Sofia wird gemeldet, dass ».-. .Mruug in ihrem Bemühen, der anssichtslosen ^Matwn zngnnsten der Rückbernfnng des Prinzen . S^nder von Vattelwerg entgegenzutreten, wesentlich - mdert wurde durch eine Meinungsäußerung des ^lnze,, seihst ^s Inhalts, dass das Interesse des d'Aschen Volkes es dringend erheische, jeden Ge "len an diese Wiederwahl aufzngeben. Pc. (Passgebür in Russland.) Wie ans St. H^.^irg geschrieben wird, hat der Finanzminister m./^gradski diesertage dem Reichsrathe ein Project l ""breitet, gemäß dessen die Stener auf die Alls-aus !^^ ^^ bedeutend erhöht werden soll, und zwar H.l ^l) Rubel für einen Auslandspass bis anf dni ein 3^' ^ ^"bel für jeden weiteren Monat bis auf H "Uhr und dann 1 Rubel für jeden Tag. Sicherm Nick! """ nach wird das Project vom Reichsrathe M angenommen werden. Huss, ' ^ irische Frage.) Nach einer Londoner t^'Mt der «Pol. Corr.» nimmt die irische Frage dor? "" Schärfe zn, und steht die englische Regiernng 3te», r Alternative: Auflösung des Parlamentes oder g °°"ltio"., Die Partei Gladstone ist entschlossen, im der i? .^""de eine lebhafte Agitation gegen die von ill ^ ^nmg projectierte irische Zwangsbill einzuleiten t»ez ^ Huffnllng, dadurch die Regiernng zur Auflösung z^ ^rlamentc's zu treiben, da Gladstone der Ueber-In Ü'^ ^^' ^l Neuwahlen die Majorität zn erhalten. ^^ That ist es wahrscheinlich, dass in diesem Falle die Sitze der liberalen Unionisten der Partei Gladstone znfallen würden. (Orientbahnen.) Wie türkische Blätter melden, dürfte im henrigen Sommer schwerlich noch mit dem Bau der anatolischen Bahnen begonnen werden, da die Pforte wegen der vielen Concnrrenten, die sich um die Concession zum Ban der erwähnten Bahnen bewerben nnd von denen einige oem türkischen Staatsschatze zugleich auch einen beträchtlichen Geldvorschuss gewähren wollen, sich noch immer nicht dafür entschieden hat, ob sie die Projecte dieser Concurrenten oder das des Herrn Presset annehmen soll. (Zur Lage in Spanien.) Nach verlässlichen Meldungen legt man in Madrid den in jüngster Zeit versuchten Petarden-Attentaten keinerlei ernste Be-dentung bei. Dieselben werden kleinlichen Rache^Acten gegen den Minister des Innern und den Stadtprä-fecten zugeschrieben, ohne dass hiebei eigentlich socia» listische oder anarchistische Motive mitspielen. Ebenso scheinen die Repnblikauer diesen Ausschreituugeu voll-tändig fernzustehen. Die Ruhe wurde übrigeus nirgends im Lande gestört. (Italien.) Nach Mittheilung der «Italic» wird die italienische Kammer Mitte April wieder zu-sammenbcrufen werden. Das neue Miuisterium hält fleißig Berathungen ab, nm bis zu diesem Zeitpunkte einige Gesetzeövorlagen vorzubereiten. Tagesnemgleiten. Ostern. Morgen ist de» große Tag, an dem seit Erfindung der Zeitungen das Osterfest von allen Seiten und nach allen Richtungen hin beleuchtet, in allen Tonarten angesungen wird. Da sprechen die Unfriedlichstcu vom Friedensglücke, auch wenn sie nicht an ein solches glauben, es nicht hoffen und auch nicht licbeu. Das ganze geschriebene, gesprochene und gedruckte Friedensgeklingel lässt sich leider in den Refrain eines bekannten Couplets zusammenfassen, der da lautet: «Schöne Worte, nichts als Worte!» Icue, die nicht au dem Strange der Friedens' glocken ziehen nnd doch auch etwas über Ostern sagen oder schreiben möchten, ergehen sich in Betrachtungen über den Ursprung des Festes und seines Namens nnd machen eiuen culturgeschichtlichen Ausflug in die Vorzeit, aus welcher sie mit der Kunde zurückkehre«, das entsprechende Fest schuu in der Steinzeit gefunden zu haben. Ich habe selbst schon solche Excurfioncn gemacht und leine sonderliche Befriedigung darin gefunden, dass auch die Heidenzeit ihr großes Frühlingsfest feierte. Das annähernde Zusammentreffen der Jahreszeit beweist noch lange nicht den gleichen Ursprung des vorchristlichen Festes mit der Osterfeier; wenn wir schon von Ostern sprechen wollen, so bleiben wir bei denen, die uns angehen, respectieren wir deren Frieden, so weit wir das zuwege bringen, und stören wir keinen in seiner Festfreude, auch wenn diese uns versagt sein sollte. Es mag wohl noch, zur Ehre der Menschheit sei es vorausgesetzt, poetisch veranlagte, gemuthreiche Seelen geben, die den Gruß der Osterglocken anf sich einwirken lassen wie Faust, und von ihrem Friedenszauber überwältigt ausrufen: O tönet fort, ihr silhen Hiimnelsliedcr! Die Thmnc quillt, die (irde hat mich wieder! ^'unoen!. Lisi lag mit angehaltenem Athem. Der bald t^ ^^cülte, nnd sie tränmte weiter. Sie sah einen, ^ond 6"'bkn anderen Tag vor sich, da war er wieder du„ ^"en gezogen und nicht wiedergekommen. Nur ^tl»d> ^^ ^"^ sie gehört, dass er sich eifrig dem jeiieii, ^ hingab, denn er hatte gelobt, als er nach ^rsim ^^ wieder fortgezogen war auf die Uni-die uj .^"ws zu ihr gekommen und hatte ihr Verdis '5v^ ^""l mit aller Sicherheit darauf rechne, er ei» ' ." sein Diplom zu erhalten, nnd dann würde ^ante ^^ .l""ge Frau heiraten, und der Onkel, die öl'khrn """ sie selbst würden nach der großen Stadt 'Um dort ein prächtiges Leben zu beginnen, ^lloffe. ^ch Nachricht wie ein Stich ins Herz dash «>'' uud als gar bald alle Zungen davon redeten, Nille h " ""d Vase nnn sicher, wie es beider Väter lvar eg " leher gewesen, ein Paar werden würden, da hatte a°, ^mählich mit ihr abwärts gegangen; keiner cher. 1N.5 'sl wie. Sie ward von Tag zu Tag schwä-'^>'che ^ -^Mnl weinte die Mutter, die nach dem Aus-"lkhl < ^ alten Heilkundigen im Dorfe ihr Kind nicht Eo? ä" behalten hoffen durfte. l'ch jy 5 war es nun Ostern geworden — Ostern, wo '^lillass "eoe der Lente erfüllen mnsste. Lisi lag "," drn n ' 'u ihrem Innern aber betete sie für ihn. 'hrcn lH,^ unausgesetzt denken mnsste, ob sie gleich ^den m« " ö" wehren versuchte, dass er glücklich , '"ohaii?^ .Es war so feierstill rings umher. Kein her ^ '^ ke,n Blatt bewegte sich. Jetzt - von fern ^ klein,,, Kapelle — erklangen wieder die Glocken. Lisi hörte es wie in einem Traume, und so anch war ihr Blick znm blanen Himmel emporgerichtet___ «Lisi, Lisi!» tönte da Plötzlich eine helle Stimme über ihr. Sie hatte nicht den elastischen Schritt vernommen, nicht die schlanke Gestalt gesehen, die den Berghang herangekommen war. Nun ein Sturmlauf, ein Spruug, ein Aufjauchzen, und neben ihr am Boden kniete der, welcher sie mit ihrem Namen angerufen hatte, nnd ein Paar treuherziger Augen blickte tief in die ihrigen wie damals an jenem Ostermorgen, als. wie eben jetzt, die Glocken von der nahen Kirche zum Ausläuten nach dem Gottesdienst anhoben. Das war aber auch der einzige Laut, der die Feierstille durchbrach. Was bedürfte es der Worte, wo die Augeu eine viel schönere, viel heiligere Sprache redeten? Vergessen, versunken vor ihr war alles bis auf das Eine: Er liebte sie treu uud einzig, sie, wie sie ihn liebte.... «Toni!» zitterte es jetzt wie ein Harfenton durch das weihevolle Sclnoeigen. «Lisi. meine Lisi, mein auf immerdar!» klang es wie ein Aufjauchzen von seinen Lippen zurück, uud ihre Lippen einten sich zum Nimmerwiederausciuandcrgcheu, deuu der Himmel war barmherzig, ein solches Glück nicht zu scheiden. «In allem Ringen warst du mein höchstes Streben, nnd nun halte ich dich, um dich nie mehr zu lassen!» Und wieder verhallten die Kirchenglocken, wieder versenkten sich wortlos zwei Augeupaare ineinander, aber heller uud triumphierender, als die Töne aller Sprachen, jauchzte und jubelte es in zwei Herzen, das Wort. das erlösende, seligste Wort, das Wort der heiligen Ost»rbolschast: «Auferstaudeu, auferstanden!» _____B. M-i. Aber gar zu zahlreich werden diese Seelen nicht sein, denn seit Generationen hat die Sorge nm das Alltägliche die Menschen so gepresst, dass Poesie und Empfindsamkeit fast nur mehr bei der zarten Jugend oder bei besonders Glücklichen zn finden sind. Weihnachten und Ostern sind nur mehr zwei etwas längere Zwischeuacte im Lebensdrama der Gesellschaft wie des Individuums, Stationen zum Ausruhen, zum Athemholeu. Die Osterpause benutzen wir, um unsere Gedanken im Feiertagsgewande spazieren zu führen; was wir auf dieser Promenade an Festerscheinungen treffen, kommt uns gerade recht, und was der Cultus, die Sage, das Märchen, der alte Brauch uns Oesterliches bieten, wird gerne und mit Dank angenommen; die tampffreie Zeit stimmt uns etwas weicher, und wir finden es für gut, dass uns aus Urväterzeit noch manch Ostergeschmeioe geblieben ist; wir holen es aus der Erinneruug hervor, schmücken das Fest damit uud freuen uns au dein Glänze desselben. Die Alten habeu es erzählt, dass am Ostermorgen die Sonne beim Aufgehen drei Freudensprünge macht-wir glauben nicht an diese Sprünge, sonst wäre an« Ostermorgen das Schlossberg-Plateau mit Neugierige» bedeckt; aber wir finden diesen Gedanken poetisch; wenn in der Osternacht von zahlreichen Höhen die Frcuden-fener aufflammen, haben wir unsere Lust daran; keiner denkt dabei an Holzverschwendnng und an mögliche Gefahren, uud wen« einmal eine Zeit käme ohne Oster« feuer, so würden auch die nüchternen Sftarmeister klagen, dass der Welt alle Poesie abhanden gekommen sei. Es gibt sogenannte besonnene Leute, die gerue alles hübsch ruhig abmachen und sich auch nicht laut freuen, denn das sei lindisch; das Osterfest bleibe auch ohue alle Acußerlichkeitcn uud Zuthaten das Osterfest. Letzteres zugegeben, aber warum soll denn gerade ein Fest schmucklos sein? Das Zimmer bleibe Zimmer, ob es mit Kalk getüncht oder mit Tapeten ausgeschlagen ist; warum ruft ihr daun den Zimmermaler und den Tapezierer zuHilfe? Ein Kleiduugsstück braucht nur aus gutem Stoffe zu seiu, um den Mrpcr genügend zu schützen. Warum zahlt ihr der Mode so willig de» Tribut? Was ihr den verschiedenen Erscheinnugen im Leben zugesteht, um sie zu heben nnd zum vollen Ausdrucke zu bringen, soll recht und uothwendig seiu, nnr das Fest bleibe kahl? Sonderbare Logik! Ostern bliebe» Ostern auch ohne die glänzenden Auferstehungs-Processioneu, das ist eine unbestrittene Sache. Wenn nnn einmal ein Papst käme, der diese öffentliche Feier abstellen wollte, oder wenn der Staat gegen dieselbe mit einem Verbote auftreten würde, gewiss hielten dies auch die «Besonnenen» für eine Rcducierung der Ostcrfeier und würden über eine solche raisonnieren, obgleich sie den festlichen Ausdruck jetzt für eine entbehrliche Aeußerlichkeit erklären. An dem, was man gewohnt ist, als zu Ostern gehörig zu betrachten, lässt man nicht gerne rütteln; auch jene, die mit der Kirche nicht in fortwährendem Contacte bleiben, wollen das Osterfest un-verkümmert genießen sammt allen rituellen und profane» Anhängseln. Rothe Eier müssen da sein; die Mehrzahl kümmert sich nicht um das Warum? aber man hat, seit man denkt, zu Ostern immer sein rothes Ei gehabt, und das will man nicht missen; hartgesottene Eier hat man das ganze Jahr über; aber jetzt zu Ostern müssen sie roth gefärbt sein. Es ist eigenthümlich, wie sonst ziemlich indifferente Naturen an dem Oesterlicheu festhalten. Personen, denen die Fastenzeit keinen Unterschied in der Ernährungsweise gebracht hat, verlangen am Charfreitage nach Backfischen, lassen sich Samstags nach der Auferstehungsfeier eiu Stück Fleisch schmeckeu, als hätten sie durch vierzig Tage wie — Vegetarianer gelebt. Ein Besuch der Kirchen offen« bart uns, dass noch sehr viele auf ihr geweihtes Oster« frühstück halten. Körbe aller Formen und Dimensionen, gefüllt mit Esswaren, harren der Weihe; während des Weihactes werden sie abgedeckt. Was bergen diese Körbe? Gewöhnliches Brot, gesottene Eier — weiß oder roth oder bunt; ein Stück Meerrettig, Kochsalz, Weinflaschen, Schinken. Ja, auch Schinken, obwohl namentlich ältere Personen bchanpten, das Schweinefleisch nehme keine Weihe an; erweisen lässt sich derlei nicht. Der Schinken hat sich so eingeschmuggelt, und man inacht ihn oster-frühstilckfähig, indem man ihn der Weihe exponiert uud gleichzeitig mit Geweihtem genießt. Dieses Frühstück muss aber von der Familie gemeinsam eingenommen werden, und es geht nicht an, dass sich etwa jeder seinen Theil nimmt und damit auf sein Zimmer geht. Ja, noch mehr; zu einem richtigen Osterfrühstücke gehört es sich auch. dass jeder jedem Tischgenossen ein Stückchen von seinen, Antheile offeriert; das ist mm, wird der Fortschrittsmeusch sagen, ein ganz überflüssiger Tausch, denn man bekommt ebensoviel zurück, als man gegeben hat. Lasse» Sie den Fortschrittler rede», der weiß es eben nicht, dass dieser Speiseutausch seinen gute» Grund hat und den namentlich in unserer Verkehrs- und ausflugsreiche» touristischen Zeit niemand uuterschätzen soll. Wenn Sie vielleicht auf irgend einer Partie den rechten Weg verlieren, dann suchen Sie nicht lange auf der Erde, an den Bänmm und nach den Himmelsgegenden herum, sondern denken Sie einfach nach, mit wen« Sie Ihr Osterfrühstück ge- Laibacher Zeitung Nr. 80______________^^^,__________ 668 ____________ 9. April 188^ theilt habe»; sobald Ihnen eine oder mehrere dieser Personen einfallen, finden Sie auch sofort den richtigen Pfad. Die Ostergebräuche beginnen filr den Laien mit der obligaten Grünspeise am Gründonnerstage und schließen mit dem Osterfrühstücke ab; als Supplement kommt dann noch am Ostermontage der Morgenspaziergang — die Erinnerung an den Weg nach Emaus. Früher hatten Ostern eine ganze Octave; lange Zeit hat sich noch der Osterdienstag als Halbfeiertag erhalten; jetzt ist auch der gefallen. Man schränkt sich ein, und wer weiß, wie lange noch der Ostermontag im Kalender roth erscheinen darf? Vielleicht fällt auch er den Forderuugen des «Nationalwohlstandes» znm Opfer. Genießen wir ihn, so lange er noch roth ist. « * * — (Von unserer Kriegsmarine) Wie schon gemeldet, findet am 14. d. M. um 2 Uhr nachmittags auf der Werfte des 8tHl)iIimonw tocinca ^l'i«8t.n!o zu S. Rocco bei Trieft in Anwesenheit von Mitgliedern des Kaiserhauses durch die Erzherzogin Maria The^ resia die feierliche Taufe uud Stapellasfung des Thurm» schiffes «Kronprinzessin Erzherzogin Stefanie» statt. Die Einweihung des Schiffes wird durch den Marine-Superior Mfgr. Georg Racic auf dem Verdecke des Schiffes vorgenommen werden. Auf dem Festplatze werden seitlich des Thurmschiffes ein Hofpavillou fiir die Mitglieder des Hofes uud beiderfeits desselben Estraden für die Gäste errichtet werden. Als Gäste hofft man einige Minister, die Mitglieder der beiderseitigen Reichsvertretungen, die Spitzen der Militär- und Civilbehörden, die Vertreter der Stadtgemeinde, der Handelskammer, der Gesellschaft des österreichisch-ungarischen Lloyd wie anderer Gesellschaften und Corporations begrüßen zu können. Die Mitglieder des Hofes werden auf der Jacht «Phantasie» vom Marine-Commandanten Freiherrn von Sterneck an Bord der Pacht begrüßt und im Galaboote zur Werfte geführt werden. — (Der Pianist Heinrich Trnka,) welcher bis zu seiner Erkrankung vor zwei Jahren in den Grazer musikalischen Kreisen eine hervorragende Rolle spielte uud sich in zahlreichen Concerten stets als ein tüchtiger Künstler bewährte, ist vorgestern mittags in Feldhof bei Graz seinem Leiden erlegen. — (Aus Venebig) schreibt man uns: Das «Hotel Nellevue» am Marcusftlatze ist im vorigen Jahre in das Eigenthum des langjährigen Besitzers des Hotels «Stadt München» in Florenz, Herrn Franz Tautscher, übergegangen, der zur erwachenden Saison alle Vorkeh« rungen getroffen hat, um das wegen seiner Lage schon bevorzugte Hotel seinen Gästen möglichst angenehm zu machen. Die Cholera ist in Venedig seit dem Sommer erloschen, und die Hoteliers von Venedig, die dadurch alle schweren Schaden gelitten, werden hoffentlich heuer gründlich entschädigt werben. — (Der Handkuss) ist eine uralte Sitte. «Die Schmeichler,» sagt schon Salomo, «werden nicht müde, ihren Gönnern die Hand zu küssen.» Wenn man in der Urzeit den Gestirnen seinen demüthigen Gruß bezeigen wollte, so geschah dies, indem man sich selber die Hand küsste. Bei der Anbetnng der Götter hielten die Indianer stets zugleich die Hand an den Mund. Wenn die wohlhabenden Griechen den Göttern kostbare Opfer darbrachten, so bestand das Surrogat derselben bei den Unbemittelten oder ganz Armen darin, dass sie den Götzen und sich selbst, nach oben gerichtet, die Hand küssten und dem Horizonte gleichsam Küsse zuwarfeu. Derselbe Gebrauch gieng auf die Römer über, bei denen das Handküssen der Statuen eine Art von Gesetz war. Als es einst von einem, der vor einer Bildsäule vorübergieng, versäumt wurde, verfolgte man ihn als Gottesleugner. In Rom war überhaupt das Handküssen sehr üblich, jedoch nur von Untergebenen gegen ihre Vorgesetzten. Einen sonderbaren Anblick muss es gegeben haben, als dem Cato bei der Niederlegung seines Oberbefehles alle Soldaten die Hand küssten. Die Kaiser sahen sehr darauf, dass ihnen die Großen die Hand küssten; es war dies ein Hauptact der Etikette. Die von niedrigem Range hatten nicht das Recht des unnlittelbaren Handkusses. Auf die Kuie gebückt, b> rührten sie mit der rechten Hand den Saum des kaiserlichen Kleides uud führte» dann die Hand an den Mund. Die übrige Umgebung des Herrfchers warf ihn,, wie den Göttern, von Ferne ihre Handküsse zu. — (DieLeicheKraszew ski's) ist vorgestern in Krakau augelangt uud wurde von der akademischen Jugend llud einer zahlreichen Menschenmenge erwartet. Die Pferde des Leichenwagens wurden ausgespannt uud derselbe von den Studenten bis zur Pijarrenkirche gezogen, wo die Leiche provisorisch beigeseht wurde. Das große uationale Leichenbegängnis findet am 18. April statt. — (Journalistisches aus Wien.) Die «Deutsche Zeitung» ist in den Besitz des Herausgebers Ludwig Komarzinsky übergegangen. Der bisherige Chefredacteur Dr. Friedjung scheidet ans, und soll damit eine Reorganisation des Nedactiouskörpers in An« griff genommen werden. — (Brände in Galizien.) Im Städtchen Kuty, im Kolomeaer Bezirk, brach Dienstag, wie aus Lemberg telegraphisch gemeldet wird, infolge Unvorsichtig-leit Feuer aus, wobei 120 Häuser verbrannte» und über tausend der ärmsten Einwohner, hauptsächlich Haudwerker, obdachlos wurden. — In der Bezirksstadt Sniatyn vernichtete vorgestern eine Feuersbrunst die Vorstadt und richtete beträchtlichen Schaden an. — (Vollzug der Todesstrafe mittelst Elektricität.) Nach einer Meldung von «The World» hat die von der Legislatur des Staates Newyork in der letzten Session niedergesetzte Special-Commission für die beste Art des Vollzuges der Todesstrafe nach eingehender Prüfnng befchlosfen, die Abschaffung des Henkens und den Vollzug der Todesstrafe mittelst Auweudnng einer überstarken elektrischen Batterie vorzuschlagen. Die Motivierung gipfelt in der Erwägung, dass die Methode völlig schmerzlos, mithin humaner, übrigens auch verlässlicher sei, weil der Tod augenblicklich eintrete; endlich sei die Procedur anch weniger abstoßend für die Zuschauer. — (Bergsturz.) Wie im Vorjahre, droht auch heuer deu Anrainern des Mönchsberges in Salzburg auf der Mülluer Seite die Gefahr eines Bergsturzes, Eine größere Partie soll in der Lostrcnnnng begriffen sein, und ist die betreffende Straßcnstrecke bereits auf unbestimmte Zeit für den Personen- und Wagenverkehr abgesperrt. — (Scherzfrage.) Welcher Unterfchied ist zwischen Duellanten und Kartenspielern? — Bei den Duellanten bluten diejenigen, welche Stiche bekommen, bei den Kartenspielern müssen diejenigen bluten, welche keine Stiche bekommen, Aphorismen. Schönheit. Herrscher ist das Herz — die Sinne Mögen nur als Knechte taugen: Manches Schöne dringt zum Herzen, Hält sich nicht erst an die Allgen. Zyahlverwandtschaft. Wenn so, wie im freien Weltall unter sich die Elements, Mau sich auch im Menschenleben die Verwandten wählen könnte, Möcht' ich wählen i h n zum Freund »nd, theures Mädchen, dich zur Schwester, Knüpfte dann als Freund und Bruder euren Herzensbnnd noch fester, Könnt' die Wonne mitgemeßen, die ein solch' uieledles Band schafft. Ach, wie süß, wie göttlich wäre eine solche Wahlverwandtschaft! Spinneweben. Das ganze Leben: Thlln und Lassen, Lieben und Hassen, Trachten und Streben; Hossen und Jag"», Wollen und Wagen, Schwärme:« und Schweben, Kommen und Scheiden, Suchen und Meide», Nehmen und G ben; Siegen und Fallen, Jauchzen und Lallen — Lauter Spinneweben. Mer Olemente. Vier Elemente, innig gesellt, Bilden ben wahren Mann von Welt: Eine goldene Brille, Eine silberne Feder, Ein eiserner Wille Und ein Herz von Leder. Local- und Provinzial-Nachrichten. Vom Deamtenuerein. Die diesjährige ordentliche Local» und Consortial« Versammlung der hierländigen Mitgliedergruppe des ersten allgemeinen Beamtenvereines der österreichisch-ungarischen Monarchie wurde am vergangenen Sonntag im Gartensalon der Schreiner'schen Bierhalle in Laibach unter zahl» reicher Betheiligung seitens der Mitglieder abgehalten. Der Locawersammlung, zu welcher sich 49 Mitglieder eingefunden hatten präsidierte der Obmann des Localausschusses, Herr k. k. Landcs-Schulinspcctor Jakob Smolej. Nach Constatierung der Beschlussfähigkeit und Bestellung des Bureau widmete derselbe einen warmen Nachruf dem um den Beamtenverein hochverdienten, am 9. November 1886 dahingeschiedenen Vereinspräsidenten Herrn Karl Friedrich Fellmann Ritler von Norwill, welcher sich nicht nur durch seiu vieljähriges Wirken an der Spitze des Vereines, sondern auch dadurch ein bleibendes Denkmal geschaffen, dass er den Beamtenvcrein zu seinem Erben eingesetzt hat. Die Versammlung ehrte sein Angedenken durch das Erheben von den Sitzen. Hierauf erstattete der Herr Vorsitzende einen gedrängten Bericht über die Thätigkeit des Beamtenvcreines im allgemeinen. Diesem Berichte entnehmen wir, dass der Beamtenverein im abgelaufenen Geschäftsjahre in seiner Versicheruugsabtheilung den höchsten Abschluss von neue« Versicherungen, welcher seit dem Bestehen des Vereines in einem Jahre erzielt wurde, verzeichnet. Dieser Abschlnss von neuen Versicherungen beträgt 5873 Verträge über 5 935 000 fl. Capital und 54 000 st. Jahres-rente. Mit Schlufs des Jahres 1886 weist die Ver-sichcruugsabthcilung 49 913 Versichcruugsverträge über 48880000 fl. Capital und 230 000 fl. Rente auS. Belangend die humanitäre Wirlfamleit des Beamten-Vereines bemerken wir, dass derselbe im verflossenen Jahre an Unterstützuugeu, Curstifteudien, Lehrmittel-Beiträgen :.,-, 19 250 sl. verliehen hat. Aus dem weiteren Berichte des Herrn Vorsitzende über die Chronik ^ hicrländigen Mitgliedergruftpe und die Thätigkeit ^ Localausschusses erwähnen wir unter den im Jahre 16° verstorbenen Mitgliedern namentlich des Herrn k. k, Fina»i directors Augnst Dimitz, ehemals unter der Obma^ schaft des Fürsten Lothar von Metternich Secretär ^ Localausschusses und einer von den Begründern °e letztern. Seinem warmen Eintreten für die InteM der Bcamtenfchaft, fowie dem unermüdlichen Eifer, lN> welchem er den Arbeiten oblag, verdankt vielfach^! Oeamtenvereins-Filiale Laibach ihre Prosperität. ^' schmerzliche Theilnahme an dem Verluste des verdiem" Mauues bekuudete die Versammlung durch das Erhedt von den Sitzen. An kranke nnd hilfsbedürftige Mitglieder und Standesgcnossen, ferner zur Uutcrstützung der sch" Pflichtigen Veamtenskinder wurden innerhalb der M> gliedergruppe iu zehu Fällen 330 fl. vertheilt. Aus dem von der Versammlung genehmigten Nechenschastsberiu) des Localausschusses geht hervor, dass die Filiale E>w 1886 413 Mitglieder zählte und dass der Stand ^ auf die hierläudige Mitglicdergruppe des Beamtenvereine entfallenden Versicherungsverträge 383 mit 412 316 >^ Capital betrng. Durch deu Eintritt des versicherten EreF nisses erloschen im selben Jahre zehn Verträge mit 99MI Capital. Einen wichtigen Gegenstand der Tagesordnung bis" Verfammlung bildete die vom Vcrwaltungsralhc in M angeregte Frage der Kriegsversicheruug beim ÄeamleN' vereine und nahm die Verhandlung eine geraume Z^ in Anspruch. Ob der Neuheit dieses Gegenstaudes, ^ meutlich im Hinblick auf das Landsturmgesetz, besaM man, diesen Programmpunkt in einer später abzuhal^ den außerordentlichen Plenarversammlung der Erledig»"" zuzuführen, . Unter den sonstigen Anträgen heben wir besonn hervor den Antrag auf Gründung eines Beamten-GonslN", Vereins in Laibach. Bei der vorgefchrittenen Zeit muss trotz der lebhaften Acclamation, mit welcher der Antl^ begrüßt wnrde, die Debatte hierüber in engen Orcn^ gehalten werden. Ein in der Versammlung gewiihl'^ filnfgliedriges Comitt, welches sich in der Folge dl>m Heranziehung neuer Mitglieder verstärken soll, wird dm? Gegeustand in weitere Berathung ziehen uud events behufs Gründung des Consumvereins die nöthigen Schl" unternehmen. Hierauf wurde die Ergäuzungswahl der im I"' 1687 austreteuden Mitglieder des Localausschnsses "^ genommen. Gewählt wurden die Herren: Gogol a I hann, k. k. Notar; Dr. Hudnik Mathias, AdvoccM° Concipient; Lukesch Wilhelm, k. k. Landeszahlan"^ Cassier; Svetek Anton, k. k. Nechnungsofficial; da" als Ersatzmänner die Herren: Dr. Ferjancic Andrea ^ k. k. Staatsanwalt'Substitut und Ncichsrathsabgeordnet^ Kreminger Franz, k. k. Realschulprofessor, uud Lii Johann, Südbahnbeamter. Dem Vorsitzenden, H^ Lanoesschulinspector Jakob Smolej, sowie den, Obman" Stellvertreter des Localausschusses, Herrn Professor a,^ Dr. Josef Nejedli, wurde für ihre im Interesse ^ Vereins bethätigte Aufopferung der Dauk votiert u» fohin die Localverfammlung geschlossen. , Hierauf wurde durch den Obmann des Consort Vorstandes, Herrn k. k. Steuer-Oberinfpector Johann Ve derber, die Confortialverfammlung eröffnet. An derselb betheiligtcn sich 43 Consorten, Der Herr Vorsitzende '^ in der erfreulichen Lage, wie in den früheren Jahre», ' auch im Jahre 1886 eiueu stetigen Fortschritt des SP^ und Vorschussconsortiums des Beamtenvereines in La'v^ zu constatieren und demgemäß zufriedenstellende R^" ,„ mitzutheilen. Im Laufe des Geschäftsjahres 1866 st',, ! 121 Vorfchussgesuche eingelaufen, von denen 96 auf" erledigt und 25 zumeist wegen ungenügeuder S^ stellung des Vorschusses zurückgewiesen wurden. H"^. n sigt, Darlehen aus dem allgemeinen Fond im ^ ^ des Vereines aufzunehmen. Der Stand diefer Darle^ reducierte sich übrigens mit Schluss 1886 auf 12^ ^ Eude 1885 zählte das Consortium 224 Mitglieder " 21338 fl. 33 kr. eingezahlten Antheilseinlagen. ^ Laufe des Jahres 1886 find hinzugewachsen 21 Mitgl^s, mit 2757 fl. 73 kr. Antheilseinlagen, znsammen ^. Mitglieder mit 24 096 fl. 7 kr. AntheilscinIageN- ^ gegen sind von diesen 11 Mitglieder mit 11?7 "^,< gefallen, daher verblieb mit Schlufs desselben 3^,, ein Stand von 234 Mitgliedern mit 22 919 st- ^ Antheilseinlagen. An Vorschüssen sind im Jahre l .. 14 938 st. gegeben, hingegen 13 409 fl. 92 lr. ^ gezahlt und abgerechnet worden. Die Ende 1^6 ^ Haslenden Vorschüsse bcliefen sich auf 27 824 st. ^„> Der Gewinn- und Verlustconto weist nach einen l"^ gewinn von 1536 fl. 10 kr., wovon nach Beschl"^ ^ Versammluug 1199 fl. 71 kr. als eiue 5,5proc, D'"'^ auf die Antheilseinlagen zu vertheile«, 14? si- ," ^! zur Dotierung des eigenen und 188 fl. 72 kr. st" ^,< dere Vereinszwecke zu verwenden sind. Die nichth"!!' ^, Pflichtigen Spareinlagen bezifferten sich Ende 1^ 1528 fl., der Nescruefond mit 1277 fl. 15 kr. ,„„s Unter den sonstigen Beschlusse» der Velsa"'"^! erwähnen wir, dass der Zinsfuß filr die ertheilte" , ^libacher Zeitung Nr. 80_______________ ,________669 9. ^M 1887. Me vom 1. Juli 1887 an mit ? M, für dieSpar-^-"lagcn mit 4,5 M festgesetzt wurde. Vei der zum Schlüsse der Versammlung vorgenom- e»en Erssäuziingswahl pro 1887 wurden gewählt: ^ 'n den Consortialvorstand als Mitglieder die Herren ^yer Alois, k. k. Nechnungsrath a. D.; Habit ^"lstad, Stationschef der Sndbahn; Pfeifer Josef, ^'dschaftlichcr Secretär; dann als Ersatzmänner die ^llen Zamida Mathias, Magistratsrath, und Wester ""gusli,,, l. k, Gymnasialprofessor; in den Aufsichtsrath l" Ersatzmänner, und zwar die Herren Liscc Iohalln, "peditor der Südbahn, und Smolej Jakob, k. t. Landes-^chl'linspecwr. ^ Dem Vorsitzenden, Herrn l. k. Steuer-Oberinspcctor ^lianll Verderber, wurde fnr seine aufopfernde Thä- ^keit als Obulann des Coufortial-Vorstandes der Dank "lert und sodann die Consortial-Versammlung geschlossen. ' "- (L 0 c«lbahn Laiba ch - Ste in.) Wir er- ^len folgende Mittheilung: Das hohe k. l. Handels-^'"sterium hat die Concessionäre Oskar Varon La-f,?l'ni und Alois Praschniler soeben dahin ver-^'"gt, dass das l. l. Neichs-Kriegsminislerinm durch ^ ^l Irachti.'n-Garantieuertrag nur für einen Theil der Mn der Schleftpbahn zur ärarischen Pulverfabrik in , kl« auflominen will, außerdem aber noch beantragt /» dass die Schleppbahn in die Hauptlinie einzubeziehen H^k. Dadurch tritt an die Interessenten die dringende "tweiidigteit heran, sich in ausgiebigerer Weise als sher durch Subscription«.'» zu betheiligen. Visher haben ^">hche Beträge schon gezeichnet: die Stadt Laibach, ^ ^rainische Sparcasseverein in Laibach, die Äürger-^'poratwu der Stadt Stein, Mühlcn-Indnstrieller Herr ^"er Viajdic. Gutsbesitzer Herr Alois Praschniler, utsbesitzcr Herr Johann Kecel, Frau Edle von ,«1 lie id, Strohhulfabriksfirma Ladstätter, Hallst!"""" und Gasthofbesitzer Herr Wenzel, Sttohhut-. Mlsfirma Ober walder. — Die Detail-Tracierung ^ brreits begonnen, und wird für die Save-Vrucke bei , ""lice ein Alternativftrcjcct verfasst fnr die Zusammen-vs,^^' ^^lkll auch jener Indnstricllen in Donizale, >» ^ ^'^ ^'^ '^^ "^ subscribiert haben, ab, ob schon ">^cm Sl)„,n,er ,nit dem Baue begonnen werden kann. ^ "" (E r n r n n unge n.) Der Präsident der t. k. H 'cU'zduettion für Krain hat deu Rechnungsassistentcn Nun '^" V "lv 0 da znm Rechnungsofficial und den Rech- ng?praktikanten Franz Kos zum Rechnungsassistcnten "llUllt, ^ ""- (Die Säuger fahrt nach Abbazia.) H„ .^^^ "us Finnic meldet, wurde das Präsidium des H lUcipillms beauftragt, deu am Ostersonntag mittelst ^paratMlzuges llin l) Ilhr früh in Finmc eintreffenden <^ »er Männergesangsvercin feierlichst zu begrüßen. Die ben ^" ^" österreichisch-ungarischen Lloyd in Trieft hat ^ , 'upscr «Stambul» nach Fiume beordert und dem ^Ua"^ ^^ ^'^ 6"l ^^'^^ zweitägigen Aufenthaltes im beli/t^ ^'^ Vcrfügllng gestellt. Vci der Serenade vor dies? . "plülzenpaare wird der Verein ein eigens für ^ewl ^^ ^^" F^allz Krämer gedichtetes und von '" in Musik gesetztes Poöm vortragen, sch^.^ (Trifailer Koh len werks - Ge sell-gcft U.) Die Trifailcr Kohlenwerks-Gesellschaft hielt vor-!hs ?f, "l'ter Vorsitz des VerwaltungsrathS-Präsidenten °rt>^.""u»d Edlen von Mojsisovics ihre vierte in H He Generalversammlung, welcher zwölf Actionäre ^>uyk "li"a. von 12 978 Actien mit 627 Stimmen static^ '!' ^" ^" ^^^ erstattete Geschäftsbericht con< dc>l,^ ^ut Vcfriediguna, dass trotz der noch immer an-^ ^'ne Vtinderfürdcrung um 48 6N3 t, zu welcher ^ ins s ^^^^ung beim Werke Carpano-Anes wegen ""ch ^ ^ ^cr Cholera-Qnarantäue uugünstigen Absatzes llo^^ncn sy,^ ^ Außerbetriebsetzung des ^ad/^^'^s '" Gottschee wesentlich beitrug.! ^it ß^"Men Steinkohlenbergwerke in Istrien ergaben ^i^ere,. ^ gegenüber dem Vorjahre gleichfalls eine ^ du,, ^"gung, und zwar um 3439 t. Dagegen weiseu ^ ^'nil>, !f Gesellschaft betriebeucn Industrien, und zwar Aasl - 'k i'l Trifail, die Glashütte Sag 0 r, ^e„i^°Wte Liboje und die Zinkhütte Sa gor > alif " Jahre 1885 eine namhafte Mehrprodnc- s^ sich b ^" Grund- und Waldbcsitz der Gesellschaft ächten ^? ^n Ankauf einer für Bergbauzwccke bean- lNache in Trifail um 22 d,l vergrößert. Schließ- lich theilt der Verwaltungsrath noch mit, dass er die seit dem Jahre 1881 im Portefeuille zurückbehaltenen 5000 Stück Prioritäten dritter Emission im Restbetrage von 4100 Stück zu 500 Francs zum Paricursc begeben habe. Der pro 1886 erzielte Reingewinn wird mit 379 195 st. ausgewiesen. Hicvon beantragt der Verwaltungsrath nach Ausscheidung der fünfprocentigen Capitalszinfen — das Actiencapital beträgt 4,9 Millionen Gulden, das ist 70,000 Actien zu 70 fl. — mit 245,000 fl. — 3 ", fl. per Actie, 10 000 fl. in den Reservefonds zu hinterlegen. 13 973 fl. als Tantcme zu verwenden, 70 000 fi., das ist 1 fl. pro Actie, als Superdivideude zu vertheilen und die restlichen 40 221 fl. auf neue Rechnung vorzutragen. Der Antrag wurde nach Absolvicrung des Verwaltuugs-rathes ohne Discussion angenommen, und gelangt der Dividenden-Coupon mit 4 fl. 50 lr. vom 1. Mai ab zur Einlösung. Die ausscheidenden Verwaltuugsräthe Dr. Edler von Mojsisovics und Dr. Emanuel Reif wurden, sowie die bisherigen Revisoren, wiedergewählt. — (Hinaus ins Freie!) Nach dem unwir' schen und schneereichen Wetter des März, welches jedem die Idee, ins Freie zu gehen, verleidete, dürften die Osterfeiertage von den Naturfreunden weidlich zu Partien ausgenützt werden. Denn lange sehnt sich schon jeder nach Bewegung im Freien, uud ist gleich der Wald noch kahl, die Tem-peratur etwas niedrig, so bieten die Hügel- und Berggelände doch auch jetzt ungemein anziehende Bilder. Der ganze Zauber des ersten Frühlingswaltens ist über Wald und Flur allsgebreitet; die Wiesen und Wintersaaten grünen bereits, die Lerchen trillern über den Aeckeru; der Sang der Amsel und der Schlag der Finken ist wieder erwacht. Im Walde selbst wandelt man angenehmer, als viele nach den starten Niederschlägen erwarten würden, denn der Wind trocknet das Erdreich mit erstaunlicher Schnelle. Zudem ist die Frühliugsflora schon ziemlich entwickelt, so dass eine Partie ills Freie sich bestens empfiehlt. — (Die Staubplage) hat sich heuer frühzeitig bei uns eingestellt. Kaum gestatteten die ersten wannen Strahlen der Irühliugssonne den Bewohnern der Stadt, die «vier Mauern» wieder zu verlassen, verleiden ihnen schon die «Annehmlichkeiten der schönen Jahreszeit», Wind uud Staub, den Aufeuthalt auf Straßen, Plätzen und Promenaden. Da es sich nun nicht blos um die Frühjahrs-Toiletten der Damen, sondern hauptsächlich um die Gesundheit aller, die uusere Gassen und Straßen benutzen müssel», handelt, wäre es gewiss angezeigt, heuer mit der Straßcnbespritzuug früher zu beginnen. — (Die Glasph 0 t 0 graphicu - Ausstellung) in der Schcllenburggassc bringt von heute au bis inclusive Montag den 11. April eine Serie ganz neuer, noch nicht ausgestellt gewesener Bilder zur Aufstelluug. Diese Serie kann wohl zur schönsten und interessantesten aller bis jetzt gesehenen gerechnet werden. Besonders prachtvoll und unübertroffen siud die Interieurs der t. Schlösser in Berlin uud Potsdam. Ebenso effectvoll sind die in diese Serie einbezogenen Interieurs des Kremls. Interessant und in-structiv sind die ganz neuen Aufnahmen von Pompeji, sehr wirksam das Panorama von Florenz, Genua lc. Nebst vielen anderen schönen Ansichten wollen wir noch der beiden Montblanc-Ansichten, einer idyllischen Waldpartie bei Bern, des Hafens von Hongkong uud des reizend schönen chinesischen Theegartens von Nikko erwähnen. Der Unternehmer rüstet sich bereits zur Abreise. — (Ein reiselustiger Kellnerbursche.) Der Kellner Eduard P 0 gacnik im Hotel «Stadt Wien» wurde Donnerstag nachmittags von seinen, Gcschäftsherrn um Cigarren in die Haupttabaktrafik gesendet, uud wurde ihm zu diesem Zwecke der Betrag von 25 fl. ein» gchändigt. Pogacnik aber fasste den Plan, mit dem Gelde eine Reife nach Venedig zu machen. Rasch halte er Wäsche und einen Handkoffer angeschafft und sich in mehreren Gasthäusern für die Reise gestärkt. Doch war die Polizei dem reiselustigen Kellnerburschcu bald auf der Spur und verhaftete ihn. Von dem ihm anvertrauten Gelde waren zehn Gulden bereits verbraucht worden. — (Blumen-Osterei.) Man formt aus feuchtem Moos ein Ei von beliebiger Größe, indem man das Moos recht fest zusammendrückt und die Ungleichheit in der Form mittelst Hcrumwickelns eines starken Fadens ebnet. An diesem Faden befestigt mau eine lange Band-schlingc, welche zum Aufhängen des Ostereies dient. Hierauf fchneidct man fich eine Menge kleiner Holz-stäbchcn, welche halb so lang wie die Form sein müssen und an einem Eudc zugespitzt sind. Am anderen Ende bindet man die frischen Blumen recht fest an, mufs jedoch deren Stiel verkürzen. Ganz besonders eignen sich ! Veilchen zum Osterei, auch Hyazinthen nehmen sich sehr schön aus; die Blüten der letzteren muss man jedoch auf Draht befestigen. Die vorgerichteten Stäbchen steckt man so dicht wie möglich in das Moosei, so tief, dafs von dem Holze nichts zn sehen ist. Ist das Ei fertig, so besprengt man es leicht mit Wasser. — (In Wippach) findet am Ostermontag in der dortigen Citalnica eine dramatifchc Vorstellung statt. Zur Aufführung gelangt «Run,», in iijeFuv» Iiöi». Der Vorstellung folgt eine gesellige Unterhaltung mit Gesang und Musik. — (Vom Wetter.) Die für die ersten Aftriltage wohl ein wenig allzu sommerliche Witterung scheint wieder iu das winterliche Extrem springen zu wollen. Der heu» tigc Tag lässt sich wieder trüb und grau an, und ein unliebsam scharfer Wind erweckt die lebhaftesten Besorgnisse all derjenigen, welche die Osterfeiertage zu einer Reise oder einem Ausflug benutzen wollen. Die Cafetiers und Wirte reiben sich darob die Hände — ein Beispiel, welchem man in Anbetracht der Kälte ohne Motiv der Freude folgen kann. — (Das Fensterputzen) vor den Feiertagen geschieht manchmal in ganz ungehöriger Weise, indem die Fenster nicht ausgehoben, sondern im Fensterrahmen gewaschen werden. Wir werden von einem «Schntzengel» ersucht, die Hausfrauen auf die Gefahr, welcher sie ihre Dienstleute dadurch aussetze», und auch darauf aufmerkfam zu machen, dass sie dafür zur Verantwortung gezogen werden können. — (Vieh markt.) Der gestrige monatliche Viehmarkt war schwach besucht, wozu wohl der Umstand bei» getragen haben dürfte, dass er auf den Charfreitag fiel. Es wurden nur 633 Stück Pferde, Ochfen, Kühe und Kälber anfgetricben, uud war der Handel ein sehr flauer. Die Fleischhauer hatten sich schon früher mit Prima-Mastochsen versehen. — (Ein jugendlicher Selbstmörder.) Wie aus Graz geschrieben wird, erhenkte sich dort ein 13jähriger Knabe in Abwesenheit seines Vaters, eines Zimmermaunes, im Wohnzimmer. Furcht vor häuslicher Züchtiguug wegen nachlässigen Schulbesuches wird als Ursache der That angegeben. — (Landsturm.) Die iu der vorgestrigen Nummer der «Laibacher Zeitung» gebrachte Notiz betreffs der Laibacher Landsturmmänner ist dahin richtigzustellen, dass die Zahl der für den Landsturm Couscribicrten nicht 1108, sondern 16 08 beträgt. Neueste Post. Original-Telegramme der «Laibacher Ztg.» Budapest, 8. April. Das Amtsblatt pnblicierl die Ernennung des Sectionsrathes Alexander Hollan zum Director der ungarischen Plistsparcasse. Berlin, 8.' April. Wie die «National-Zeitung» meldet, soll die Ernennung Giers' zum Vic«-kanzler für Ostern bevorstehen. Paris, 8. April. Die französische Regierul'g entsendete nach Port-au-Prince ein Schiff znm Schuhe der Europäer. Die Gefandtfchaft Haiti's in Paris erhielt lns znm 29. März reichende Nachrichten aus Port-au-Plince, wonach bei den Bewohnern von Haiti wegm des Zwischenfalles mit England eine lebhafte Bewegung herrsche; es sei jedoch unrichtig, dass dieselben mit dcr Massacrierung dcr Fremden drohen. Nom, 8. April. Die Amtszeitung pnbliciert ein königliches Dccret betreffs Erweiterung und Abgren» zung der Zollzone entlang der Landgrenze gegen Oeste» icich-Ungarn. Petersburg, 8. April. Fürst Lobanov ist heute nach Wien abgereist. Petersburg, 8. April. Infolge der steten Unruhen in Afghanistan, die sich leicht anch auf Mittelasien er« strecken könnten, werden die russischen Garnisonen längs der afghanischen Grenze verstärkt. Corrcsftoudcuz der Redaction. Herrn W. R. hier: Wir schäln das Gutr, auch wenn es sich nicht mit cmmi bciuhnilc» Emilen schmückt. Die ein-gcsaudk' Prubl- ist jcduch zu uudrdeutcnd, obwohl eine mu'rlcNl-ncni-wl'rte Anfängeraibeit. Das Manuscript steht zu Ihrrr Ver» Frau M. H. hier: Wir werden Ihrem Wunsche zn eui» spreche» lrachlrn. Der Autor lebt iu Wicu, Herr« D. F.: «Wcuu sie lächelt» ist für uus nicht verwendbar. Wir lounlcn uns übrigens nicht enthalten, au diesem Lächeln thcilzuuehme». Seien Sie uus nicht böse, aber ein Dichler sind Sie nicht! Herrn 3. G. in W.: Manuscript erhalten. Erscheint demnächst. Meteorologische Beobachtungen in ^aibach. ?Il Mq. 724.49 ?,U '^.schwach liewöltt ! « 2 » N. 724,53 12.4 O. »näfziq bewollt 0.00