/ '^^8^^ ^^ Nr. 5. Piiinum«r»tion«pi«i«: 9m Lompto« ganzj. st. 1,. halbj. fi, 5 50. Für die Zustellung !n« Hau» halbj. 50 lr, Vtit ber Post ganzj, sl. 15, halbj. sl. 7-5». Samstag, 7. Jänner. I»l«rtlonegebür: Für Neine Inserate b<« zu 4 Zeilen »5» lr,, größerc per geil« « lr,: bei öfteren Wiederholungen per geile » lr. 1882. Amtlicher Theil. °.« 3'^ "'^ ^' Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 28. Dezember v. I. dem Sectionsrathe im Reichs-Finanzministerium Josef Schneider in Anerkennung seiner vorzüglichen Verwendung taxfrei den Orden der eisernen Krone dritter Klasse und den, Kassrdiencr erster Klasse bei dcr Reichs-centralkasse Michael Gielinger in Anerkennung seiner virljährigen treuen Dienstleistung dos silberne Verdienst, kreuz allergnädigst zu verleihen geruht. Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung von, 30. Dezember v. I. die Zöglinge der f. k. Theresianischen Akademie Anton Horoäth von Szent.György und Moriz Grafen Aossi-Fed rigolti zu k. k. Edelknaben allergnii-digst zu ernennen geruht. Nichtamtlicher Theil. Se. Majestät der Kaiser haben, wie die «Trop. Pauer Zeitung" meldet, der Gemeinde Neudorf in Schlesien zur VrstreMmg der Herstellungskosten des durch eine Feuersbrunst beschädigten SchnlhanseL 100 Gulden, ferner, wieder „Ofservalore Triestinu" meldet, fiir die öffentliche Wärmestube in Trieft 200 Gulden zu spenden geruht. __________ Namensverzeichnis jener Sternkreuz-Ordens-Damen. deren Ableben der Sternkreuz-Ordens-Kanzlei im Jahre l881 zur Kenntnis gebracht wurde. Maria Clementina, verwitwete Prinzessin von Sa-lerno, geb. kaiserliche Prinzessin und Erzherzogin von Oesterreich. _______ Eleonora Freiin v. Carnea-Steffaneo, geb. Pola. Julia Marquise Tua.li«', geb. Grinmni. Maria Varbolani, Gräfin du Montanto, geb. Tomasi. Maria Marquise v. Cazan und Canizar, geb. Gräfin Montiso und Bannos. Aloisia Freiin v. Chodliewicz, geb. Gräfin Rzewuska. Eleonora Garsia Nigio, Marquise v. Savuchelto. Marqaretha Musiel Freiin v. Verg, geb. de la Saul. Maria Gräfin Auersperg, geb. Gräfin Attems. Emma Gräfin Wickenburg, geb. Gräfin d'Orsay. Marie verwitwete Gräfin Pejacsevich v. Vuöcze, geb. Döry v. Iobahüza. Antonia Freiin v. Pnteani. geb. Gräfin Morzin. Francisca Gräfin Podstahl'y - Liechtenstein, geb. Gräfin Paar. Marie Gräfin Wenckheim, geb. Gräfin Zichy de Väsonikeö. Francisca Fürstin von und zu Liechtenstein, geb. Gräfin Kinsly. Marie Aurora Prinzessin v. Thurn und Taxis, geb. Reichsgräfin Batthyäny von Nemeth-Ujoar. Marie Reichsgräfin Desfours de Mont und Athienville. Antonia Freiin v. Voelderndorf, geb. Gräfin Rei-gersbera. Iosefine Fürstin zu Schwarzenberg, geb. Gräfin Wratislaw v. Mittrowih. Antonia Gräfin Esterhüzy, geb. Baronin Schröffl. Anna Marie Therese Eleonore Gräfin v. Harrach zu Rohrau, geb. Prinzessin v. Lobkowicz. Therese Gräfin v. Thun.Hohenstein, geb. Gräfin Guidi Marquise di Nagno. Amalia Gräfin Bonarelli, geb. Fogliani. Juliana Freiin v. Kollenbach, geb. Gräfin Keglevich. Indltha Marquise v. Mancinforte Sperelli, geb. MarcoUini. Wilhelmine Freiin v. Hellenbach, geb. Freiin Fal-kenstein. Anna Freiin v. Mesko. geb. Gräfin Drastovi«!. Maria Gräfin De la Tour en Voivre, geb. Freiin Picard du Gaillard Gräfin v. Heillimer. Maria Marquise von Theodoli. geb. Odescalchi. Johanna Freiin von Vulassovich, geb. Gräfin Mal» fatti von Buchelgrund. Anna Maria Magdalena Strozzi, geb. Altovitti-Sangaletti. Emanuella Marches« Eampuzano. geb. von Bro-chowska. Therese von Dugnani, geb. Viani. Caroline Gräfin v. Locatelli, geb. Erba Odescalchi. Martha Anna Marzolani, geb. Londini. Veronica Merini^Querini, geb. Zauli. Anna Gräfin Torello. geb. Contcssa Scotti. Eleonora Marquise v. Zcnetti, geb. Gonzaga. Alba Edle v. Aalbi, geb. Edle v. Corner. Lucrelia Theresia Marquise BaldeUi, geborne Cic-ciaporci. Maria Anna Chiocci. geb. Galantara. Francisca Fürstin Monteiodnni, geb. Guetara dei Duchi di Vovino. Paulina Varano.Camerino, geb. Dolfin. Maria Businello, geb. Minotto. Lucia Marchesa Gargallo, geb. Marchesa Grimaldi. Victoria Gräfin Guicciardi, geb, Gräfin Cassoli-Lorenzotti. Maria Angiola Honorati, geb. Gräfin Rangoni. Marchesa Francisca Vertura, geborne Sitla Mo-dignani. Agnes Filippi, geb. Gräfin Salasco. Eugenia Gräfin Codrouchi, geb. Gräsin Avoglio Trotli. Lucrelia Gräfin v. Nani, geb. Gräfin Tiepolo. Francieca Principesfa della Scaletta-Ruffo, geb. Eom-tessa Iacona e Bonano. Blanca Comtessa Ardizzoni-Calvi-Calceati, geb. Gräfin Settala. Theresia Principefsa belle Colle, geb. Sangro dei Duchi di Sangro. Julia Marchesa del Vasto, geb. Gaetani dei Duchi di Laurenzana. Paulina Gräfin Grimani, neb. Gräfin Mania. Iosefa Freiin Pergler von Perglas, geb. Gräfin Tauffkirchen. Caroline Reichsfreiin von Vrints zu Treuenfelb, geb. Freiin Osy zu Zegvart. Sofia Gräfin v. Magnis. geb. Gräfin Stadion. Marie Antonia Gräfin von Robilanl, geb. Gräfin Waldburg-Truchsess, Obcrsthosmeisterin weiland Ihrer Majestät der Königin von Sardinien. Maria Anna Gräfin v.Lodron-Laterano, geb. Gräfin Platz. Helene Fürstin von Vidoni-Soresina, geb. Gräfin Buturlin. Agnes Gräfin Berenyi, geb. Freiin v. Orczy. Noonne Prinzessin zu SayN'Witlgenstein, geb. Du-chefse Blacos d'Aulps. Zur Lage. Im Herrenhaufe des Reichsrathes haben am 4. d. M. keine Berathungen stattgefunden. Das Sub-comite der Unterrichtsrommission hat am 5. d. M. wieder getagt, um die Verhandlungen über den Gesetz, entwurf, betreffend die Regelung der Rechtsverhältnisse und die Studienordnung an der Plager Universität, fortzusehen, eventuell zu finalisieren. — Im Abgeordneten ha use steht die Aufnahme der Arbeiten von Seite einzelner Subcomiles in den erste» Tagen der nächsten Woche in Aussicht. Ziemll'eton. Das Brockhaus'sche ConversationS.Lexikon. Es ist ein bcmerke,iswerler Zug der menschlichen Entwicklung, dass die Theilung der Arbeit mehr und mehr fortschreitet, während doch zugleich jeder Einzelne seinen Horizont zn erweitern strebt und wirklich erweitert. Der Fabrikant, der Kaufmann cultiviert heute häufig nur einen oder einige der vielen Artikel, die fein Großvater führte: er geht aber nicht wie jener M Gänze in seinem Berufe auf, sondern nimmt regen Antheil an politischen und wirtschaftlichen Fragen, interessiert sich für Wissenschaft, Literatur und Kunst. Wer vermöchte jedoch alle die verschiedenen Zweige menschlicher Thätigkeit und menschlichen Wissens zu beherrschen? Unzählige Fragen tauchen fort und fort im täglichen Leben auf; in Zeitungen und Büchern, m der Gesellschaft, im Theater — überall findcn sich Dinge, die bei aufgeweckten Geistern Interesse erregen. Man kann nicht jedesmal einen Sachverständigen fra» gen, eine Bibliothek durchforschen oder auch nu» in einem umfangreichen Fachwerke nachschlagen, um Ant.-Wort zu finden. In neun Fällen von zehn würde das Suchen unterbleiben, böte nicht der große moderne Vermittler zwischen allen Wissenschaften, Künsten und praktischen Thätigkeiten, das Conversalions-Lexikon, so bequeme Auskunft. Wohl vermag es nicht die systematische Bildung zu ersetzen, aber wie groß gleichwohl !e,ne Bedeutung und sein Wert ist, erhellt schon da< laus, dass man nach dem Erscheinen des ersten Con< versatwns-Lexikonz in Frankreich ein ganzes Zeitalter das der Encyklopädisten «enannt hat. Es ist daher nicht uninteressant, einen Rückblick zu werfen auf die Entwicklung der Encyklopädien, da gerade das Er» scheinen einer neuen Ausgabe des ältesten und besten deutschen Conversations'Lexilons von Blockhaus den Nnlass hiezu gibt. Mit dem allmählichen immer riesigeren Wachsen der literarischen Production war man schon früh auf das Auskunftsmittel der „Auswahlen" und ..Kleinen Sammlungen" verfallen, welche eine Art literarischer Hausapotheke vorstellen sollten. Dieses Mittel erwies sich jedoch als unpraktisch, da es noch immer sehr kostspielig war und nur hodegetisch geschulten Gelehrten, welche unter der Fülle der vorhandenen Werke zu Wählen verstanden und wussten, wo die gesuchte Ant. wort zu finden war, praktischen Nutzen gewährte. Da begründeten Diderot und d'Alembert die erste große Encyklopädie, die eine welthistorische Bedeutung erlangte. Scherr sagt über die Encyklopädie: „Das epochemachende Unternehmen derselben hat eine eigene Geschichte, denn die Herausgabe dieses Muster-Con-versalionö-Lexikons war mit außerordentlichen Schwie« rigkeiten verbunden. Im Jahre 1751 erschien der erste Band nnd erst 1766 konnten die letzten zehn Bände erscheinen. Oft war die Ausgabe Wert, mitunter ganz und streng verboten, dann wieder stillschweigend geduldet, weil sich verschiedene Minister nnd einfluss-reiche Hofleute der Sache annahmen. Aber das feind' selige Entgegenstreben war heftig. Um dasselbe bei Hofe zu überwinden, mussten Männer und Minister wie Choiseul und Malesherbes dann und wann zu wunderlichen Mitteln greifen. So wenn sie es, als das Lexikon wieder einmal verboten war, zu veranstalten wussten, dass man den fünfzehnten Ludwig bci Tafel darauf brachte, nach der Verfertigunasart des Schießpulvers und die Pompadour nach der Verfer-tigungsart der Pomade zu fragen, worauf der betreffende Band der Encyklopädie herbeigeholt und die beiden Artikel daraus vorgelesen wurden. Beide waren höchlich erbaut über das lehrreiche Buch und das Weitererscheinen desselben wurde geduldet." Nachdem schon früher in Wörterbüchern, biographischen Sammelwerken u. dgl. Ansätze zur lexilogra-phischen Behandlung größerer Gebiete des menschlichen Wissens gemacht worden, lag nun zum erstenmale ein erfolgreicher Versuch vor, das gesummte menschliche Wissen zusammenzufassen und dieser Zusammenfassung neben ihrem ideellen Werte auch für weitere Kreise praktische Verwendbarkeit zu sichern. Aehnliche Unternehmen mehrten sich dann in rascher Folge. Da aber einer nicht mehr imstande war, das gesummte Detail auch nur Eines Wissensgebietes vollständig zu beHerr, schen, geschweige denn, dass man, wie seinerzeit Aristoteles, Plinius oder Albertus Magnus, daran denken durste, den Inbegriff menschlichen W'ssens darzustellen, suchte man mit vereinten Kräften das gesteckte Ziel zu erreichen. Bezüglich der Weltgeschichte wagten zwar einige Franzosen, Engländer und Deutsche noch eine umfassende Behandlung; nur wenigen gelang es aber, dem unermesslichen Gegenstände den Stempel ihres Geistes aufzudlücken. Dagegen vereinten sich nun Ge-lehrte zu gigantischen Unternehmungen wie die Heeren und Ucker'sche ..Staatengeschichte von Europa" oder die Ersch und Gruber'jche „Real-Encyllovädie", welche, großartig angelegt, noch heute nicht vollendet ist. Nun hatte schon im Jahre 1793 ein deutscher Doctor Namens Löbl den Plan gefaxt, das längst nicht mehr genügende Hübiler'sche Convetsations- und Zeilungs'Lexilon, welches hauptsächlich den politischen Laibacher Zeitung Nr. 5_________________________ 40_______________________________________________7. Jänner 1882. Ander? Zeiten, andere Lieder! Vor drei Tagen bewies die „Neue freie Presse" haarklein, dass der Einfluss der Völker Oesterreichs auf die Bestimmung ihrcr Schicksale bei den Parteien, welche das Ministerium unterstützen, nicht viel größer sei als bei jenen, welche ihr Opposition machen. Heute behauptet sie wieder mit der gleichen Entschiedenheit, „dass dem österreichischen Staate der Puls in Prag gefühlt werde und das Wohlbefinden der Monarchie im hohem Grade von der guten odcr üblen Laune des böhmischen Löwen abhänge." — Sollte in dem kurzen Zeitraume von drei Tagen die Situation in Oesterreich sich so gewaltig verändert haben, dass heute das Gegentheil von dem wahr wäre, was am 1. Jänner als unumstößliches Axiom hingestellt wurde? Oder sollte vielmehr bei der „Neuen freien Presse" noch immer der Grundsah gellen, dass die Rechte nicht zu wissen brauche, was die Linke thut, und umgelehrt ? In ihrer Neujahrs-Rückschau beleuchtet die „St. Petersburger Zeitung" auch die Zustände in Oesterreich am Schlüsse des Jahres 1881 und schreibt: „Nach außen hin wäre die Situation des Staates eine befriedigende, im Innern hätten wir eine Regierung, die nur arbeiten und versöhnen möchte, eine Regierung, die das vollste Vertrauen des gütigsten und für seine Völker besorgtesten Monarchen besitzt — aber die Parteien sind unduldsam und verblendet, sie sind in politischer Leidenschaftlichkeit oder in nationalen Schwärmereien verrannt und erschweren oder vereiteln ganz die besten Intentionen der Regierung wie der Krone. Das sind freilich Erscheinungen, die nicht ausschließlich in Oesterreich anzutreffen sind, aber traurig bleiben sie deshalb doch für jedes einzelne Land, das unter ihnen leidet. Trotzdem darf man behaupten, dass die allgemeine Situation des Kaiserstaates wenigstens leine schlimmere ist, als die irgend einer anderen Großmacht in Europa, vielmehr ließe sich manchem anderen Staate gegenüber das Gegentheil sagen." Einen recht drastischen Beleg dafür, wie die oppositionelle Presse Tagesgeschichte macht, wenn es sich um innere Angelegenheiten handelt, liefert wieder die „Deutsche Zeitung". Im Leitartikel, welcher eine Ansprache des Abg. Rieger an seine ihn anläss-lich des Neujahrsfestes beglückwünschenden Parteigenossen zum Gegenstande hat, heißt es nämlich: „Eine böse Ironie des Geschickes will es, dass an dem Tag?, an welchem Dr. Rieger den slavischen Znkunftsstaat Oesterreich feierlich proclamiert, die «Wiener Zeitung" die Ernennungen für die gewerbliche Centralcommission veröffentlicht. Und was liest man da! Mehr als zwei Drittheile de'r Ernannten sind Deutsche. Geschah das etwa aus geheimer Sympathie der Regierung für die Deutschen? Selbst Dr. Rieger wird diesen Verdacht abweisen. Man musste einfach aus der Noth eine Tugend machen." — In der Rubrik „Inland" reproduciert aber dieselbe „Deutsche Zeitung" eine „Stimme aus industriellen Kreisen", welche über die angeblich tendenziöse Zusammenstellung der gewerblichen Centralcommission, speciell über Nicht» berücksichtigung der Wiener Gewerbeschul-Commission und Bevorzugung der slavischen Stadt Wallachisch-Meseritsch, Klage führt und mit den Worten schließt: „Sollen von diesem Unterrichtsgebiete politische Meinungsverschiedenheiten ferngehalten werden, fo muss vor allem verlangt werden, dass die Negierung nicht selbst schon bei der Zusammensetzung der Centralcom-mission Parteirücksichlen walten lässt." — Wir glauben, dass die einfache Gegenüberstellung der beiden Citate genügen dürfte, um neuerdings den Geist zu kennzeichnen, welcher in den Spalten der oppositionellen Presse zu herrscheu Pflegt, wenn es sich um eine Kritik von Acten der gegenwärtigen Regierung handelt. Der „Prager Lloyd" discutiert die Natio-nalitätenfrage in Oesterreich in ihrer Rückwirkung auf die Staatsidee und fchreibt: „Unser an edlen, begabten Stämmen und Völkern so reiches, polyglottes Oesterreich ist vor allem berufen, die nationale mit der Staatsidee zu verfchmelzen und zu verföhnen und durch Zurückdämmung des Rassen-Egoismus, durch Vereinigung aller moralischen und materiellen Kräfte seiner einzelnen Völker, die durch Natur und Geschichte zu einem höheren Ganzen verbunden sind, ein Haus aufzuführen, unter defsen Dache alle Bewohner, wes' Stammes und Sprache sie auch sein mögen, sich behaglich und glücklich fühlen. Nicht der Deutsche, nicht der Czeche oder Pole also kann und darf in diesem Hause alleiu das Recht als Hausherr beanspruchen ; nicht die Verhetzung, die Leidenschaft und Herrschsucht dürfen darin das große Wort führen, sollen die Wünsche und Bedürfnisse aller Wohnparteien in gleicher Berechtigung ihre Befriedigung finden und dieselben sich so wohnlich als möglich einrichten. Dann wird auch der alte Ruf der I^olix ^untria sich erneuen im Glücke, im Wohle und im Frieden aller feiner Völker." Aehnlichen Gedanken gibt auch die Wiener „ Mor -genpost" Raum. Sie schreibt: „Hier, wo jeder, in welcher Zunge er auch rede, dem Staate den gleichen Tribut entrichten muss, darf es nicht superiore und inferiore Raffen gebcn, hier hat fich jeder Einzelne nur auf den Stundpunkt zu stellen, dass er Nngeböriger eines großen Staatswesens sei, dessen Interessen zu dienen ihm über alles gehen müsse. . . Die lebendigen Interessen der Völker sind von zwingenderer Macht als die Sonderziele der Führer der Parteien, die jeden Friedensschluss perhorrescieren, lediglich um ihren egoistischen Standpunkt aufrechterhalten zu können, fo lange es irgend möglich ist. Aber ewig lassen sich die Völker nicht täuschen; sie wollen in Ruhe und Frieden unter und mit einander leben, wollen von künstlich genährtem Antagonismus nichts wissen. Den Völkern als solchen fällt es gar nicht ein, sich um ihrer Sprache willen gegenseitig zu verfolgen und zu bekämpfen, sie sind im Gegentheile mehr als jeder andere Factor des staatlichen Lebens von der Liede zum Frieden und zur Mäßigung durchdrungen." Das„Triester Tagblatt" berührt in seinem Rückblicke auf das abgelaufene Jahr auch die Thätigkeit dcs Reichsrathes und bemerkt: „Gewiss wäre das Ergebnis der parlamentarischen Arbeiten des eben dahingeschwundenen Jahres der Förderung der Volksinteressen günstiger geweseil, würde nicht durch seitens der Opposition muthwillig heraufbeschworene Debatten die kostbare Zeit in unfruchtbaren Redekämpfen ver< zettelt worden sein, allein immerhin lann das Ergeb' nis der Bemühungen der Regierung und der dieselbe in ihren Bestrebungen unterstützenden Majorität des Abgeordnetenhauses als ein günstiges bezeichnet werden, denn auf allen Gebieten des Handels, der Industrie und der Gewerbe, der Landwirtschaft und des öffentlichen Verkehres ist eine fortschrittliche Bewegung wahr- zunehmen. Der lange Zeit dürr und todt dagcstandene Baum des öffentlichen Vollswohles hat den verjüngenden Lebenssaft wiedergefunden, es grünt und keimt und sprießet wieder allerwärls, und der Keim wird zur Blüte und die Blüte wird zur Frucht werden." Vom Ausland. « Die Verhandlungen des bairischen Land-H tages, dessen Sessionsdaucr verfasfunqsmäßig auf zwei Monate befchränkt ist und nach Ablauf dieser Frist nur durch ein königliches Decret verlängert werden kann, schleppen sich sehr langsam hin, und es wurde auch kürzlich in der Abgeordnetenkammer über diesen trägen Geschäftsgang Klage geführt. Die Land-tagskosten standen nämlich auf der Tagesordnung und wurden in dem Betrage von 320,000 Mark bewilligt, wobei Abg. Schels diese hohen Kosten, die Ausnutzung der Eisenbahn-Freikarten seitens der Abgeordneten sowie die lange Dauer der Budgetbcralhung tadelte. Abg. Freiherr v. Soden bemerkte, dass durch die An» nähme der Geschäftsordnung des Reichstages die Ver-Handlungen verkürzt werdeil könnten. Abg. Freiherr v. Stauffenberg erklärte, er halte drei Monate Berathung anstatt sechs für hinreichend; die Opposition gewinne dadurch, dass sie so breit werde, nicht an Tiefe. Die Unterhandlungen wegen Erneuerung des englifch-franzöfischen Handelsvertrages sind, wie die Londoner „Allgemeine Correspondent versichert, gescheitert. In der am Samstag in Paris abgehaltenen Sitzung der gemischten Commission gaben die französischen Vertreter die Zugeständnisse kund, welche sie in gewissen Gattungen von Äaumwoll- und Wollenstoffen zu machen willens feien. Da dieselben nicht das Minimum erreichten, welches die englischen Vertreter anzunehmen instruiert waren, kam die Sitzung zu einem plötzlichen Ende. Sir Charles Dilke und die übrigen englischen Commissure beschlossen, nach London zurückzukehren. Die „Agence Havas" dagegen dementiert den Abbruch der Verhandlungen. Die englischen Commissure reisten ihr zufolge nur nach England, nm Instructionen bezüglich der neuen Vorschläge Frankreichs zu holen. Auf eine dem englifchen Premier unlängst übermittelte Denkschrift schottischer Gulspächter zugunsten einer Reform der die Boden Pacht betreffenden Gesetze ist jetzt nachstehende Antwort erfolgt: „Ich bin von Mr. Gladstone beauftragt, Ihnen bekanntzugeben, dass er die Resolutionen, welche in einer jüngst in Aberdeen abgehaltenen Versammlung von Gutspächtern gefasst wurden, sowie auch die Denkschrift, welche diefelben begleitete, empfangen hat. Er kann Ihnen die Versicherung ertheilen, dass Ihrer Majestät Regierung die Wichtigkeit der Einführung weiser Reformen in den Vodengesetzen nicht verkennt'; allein der Zeitpunkt für die Erwägung folcher Reformen muss in hohem Grade von den Maßregeln abhängen, welche von dem Hause der Gemeinen für die wirksamere Erledigung seiner Geschäfte angenommen werden dürften. Ich zeichne Ihr gehorsamer Diener E. L. Hamilton." — Sir Henry Bulwer ist zum Gouverneur von Natal ernannt worden. Derselbe war früher während eines Zeitraumes von fünf Jahren Vicegouverneur der genannten Colonie. Anforderungen der damaligen Zeit gerecht zu werden sich bestrebte, eigentlich aber mcht viel mehr war als ein ausführlicheres Wörterbuch, durch ein wirkliches Conversations'Lexikon zu ersctzen. Er verband sich zu diesem Behufe mit dem Advocaten Franke uud gründete mit diefem eine Verlags-Buchhandluna,, als deren geschäftlicher Leiter zunächst ein gewisser Lcupold fungierte. Da das Unternehmen schlecht financier! war, schritt die Ausgabe des Lexikons nur mühselig vorwärts, und dem ersten, 1796 erschienenen Bande folgte der sechste erst im Jahre 18W, nachdem das Unternehmen mehrmals seinen Eigenthümer gewechselt hatte. Obgleich Löbl und Franke mit unendlicher Hingebung und großem Fleiße arbeiteten, sich für jeden Druckbogen nur vier Thaler Honorar berechneten und schließlich fogar einen Theil ihrer geringen Habe in das Unternehmen steckten, wollte dieses durchaus »licht vorwärts kommen uud gieng für zwei- bis dieitausend Thaler aus einer Hand in die andere über. Freilich entsprach das Lexikon in seiner damaligen Gestalt auch noch gar zu wenig seinem Titel und seinen Zwecken. Da wurde im Jahre 1808 der Amsterdamer Buchhändler F. A. Brockhaus auf das Unternehmen aufmerksam. Er sah bald, wo man den Hebel ansetzen müsse, um vorwärts zn kommen, kaufte das Werl auf und veranstaltete zunächst eine Neu« Ausgabe desselben, nachdem er sich für die nothwendig geworden?» Ergänzungen noch der Mitarbeiterschaft Frankes versichert hatte. Bei der zweiten Auflage, welche 1812 begonnen wurde, leitete Brockhaus die Redaction selbst; auch er befand sich damals nicht in der rosigsten finanziellen Lage, da der Verkauf seines Amsterdamer Geschäftes noch in Schwebe war und die Uebersiedlung nach Altenburg bei Leipzig seine Kräfte bedeutend in Anspruch „ahm. Dennoch wurde die Sache mit Energie angcpackt; schon 1812 erschien der erste Band der neuen Auflage; Mitarbeiter wurden in rascher Folge gewonnen, und so schnell errang daS neubegründete, nun wesentlich verbesserte Werk dir Gunst des Publicums, dass schon l814. als die zweite Auflage kaum biS zum vierten Bande vorgeschritten war, eine dritte veranstaltet werden musste. Selbe war dem Fürsten Mettern ich gewidmet. Noch liefen die zweite und die dritte Auflage des Lexikons nebeneinander her, als der Stuttgarter Buchhändler Macklot, offenbar verlockt durch den enormen Erfolg des Lexikons, sich in aller Gemüthsruhe darüber her machte, das begehrte Werk nachzudrucken. Er druckte sogar schneller als Blockhaus selbst, obgleich dieser, um den Anforderungen des Pnblicums zu genügen, damals vier bis fünf Druckereien gleichzeitig in An« spruch nahm. Macklot hatte zu feinem Nachdrucke die Bewilligung der würltembergifchen Regierung erlangt — ein Beweis, wie elend cs damals um den Schutz des literarischen Eigenthums gegen heute bestellt war. Trotz Nachdrucks und anderer Calamitäten schritt indes das Conve» sations'Lrxikon unaufhaltsam an Gediegenheit und Beliebtheit bei dem Publicum fort. Hatte die zweite Auflage 2000 Exemplare betragen, fo stieg die fünste schon auf Z2,000; den Abnehmern früherer Auslagen wurde das Neueste durch Supple« mentbände zugänglich gemacht; je größer die Auflage wurde, desto billiger stellte sich der Preis der einzelnen Exemplare. Schon 1817 hatte Blockhaus in Leipzig eine eigene Druckerei errichtet, die sich von Jahr zu Jahr vergrößerte; gleichen Schritt damit hielten die Fortschritte in redaktioneller Beziehung. Einer der bedeutendsten bestand darin, dass man die Artikel nicht mehr buchstabenweise den einzelnen Mitarbeitern zu« ' theilte, sondern jeden Wissenszweig von geeignete» Fachmännern bearbeiten lieh. Das ganze Lexikon gewann dadurch an Zuverlässigkeit und Vollständigkeit, z Selbst Goethe interessierte sich für das Werk lebhaft und kam (nach Biedermann) noch auf feinem Todlen-bette darauf zu fprechen, als er bemerkte, dass der siebente Band der sechsten Auflage, welche damals auf seinem Arbeitstische stand, abhanden gekommen war. Wir können hier die Schicksale des Lexikons nicht weiter verfolgen; bemerkt fei jedoch, dass dieses Werk, welches der Verleger nicht mit Unrecht ein National- ! werk nennt, von 1824 bis 1874 noch weitere sieben ' Auflagen erlebte und, fortwährend verbessert und vermehrt, in über 300,000 Exemplaren über alle deutschen Lande verbreitet wurde! Die gegenwärtig erscheinende dreizehnte Auflage ist von mehreren tiefgreifenden Umgestaltungen begleitet Die Ereignisse der Jahre 1874 bis 1881 wurden in Rück- ! sicht gezogen, zahlreiche Artikel zertheilt und in ihren ! Theilen ausführlicher behandelt, die bisher in einem ^ Bilderatlas separat gegebenen Illustrationen in das Wert selbst aufgenommen. Wer Gelegenheit hat, die Arockhaus'schen Karten und Illustrationen mit denen ähnlicher Werke zu vergleichen, wird bald finden, wie sehr erstere durch Gediegenheit und Schönheit über die andern hervorragen. Auch der Vurwurf, der dem Brockhaub'schen Lexikon in frühern Decennien. als Concurrenzwerke austauchten, gemacht wurde, dass es zu sehr die Biographie bevorzuge, kann gegenwärtig nicht mehr erhoben werden. Das Brockhaus'sche Lexikon dürfte sonach wohl die bisherige Priorität auf lexikalischem Gebiete behaupten. ^ Faibacher Zeitung Nr. 5 41 7. Jänner 1882. Der officielle Neujahrsempfang in Paris gieng ungefähr so vor sich, wie unter dem Kaiserreiche, nur war selbstverständlich die Auffahrt nicht mehr so prachtvoll, wie unter dem letztern. Zuerst, . gleich nach 10 Uhr, fanden sich im Elysöe der Vor-stand des Senates mit Leon Say an der Spitze und dann dcr Vorstand der Deputiertenkammer mit Vrisson em. Das Geleite der beiden Präsidenten bildeten Dragoner. Um 11 Uhr fuhr der Präsident der Republik nnt seiner „maison miliwiro 6t civile" zu den Prä-stdenten des Senates und der Deftutiertenkammer, um chren Besuch zu erwidern. Gambctta begleitete den Präsidenten Gre'oy. Um 11'/, Uhr traf das diplomatic Corps im Elysce ein, um den Präsidenten der Republik zu beglückwünschen. Derselbe hatte zu einer Seite die Minister mit Gambetta an ocr Spitze s^m)^5H""öbea>uten. Der Päpstliche Nuntius war als Wortführer des diplomatischen Corps einer der Ersten, die sich im Elysce einfanden. Die italienische ^oychast, die unbesetzt ist, war durch einen Geschäftsträger vertrete!,, während die übrigen Vorsteher der remden Botschaften, wie der englischen und spani-lHen.'lch m Person eingefunden hatten. Der Enwfana des diplomatischen Corps dauerte ungefähr zwanzia Minuten worauf der Empfang der amtlichen Welt Frankreichs — es war ungefähr 2 Uhr — seinen Ansang nahm. Zuerst wurden die verschiedenen Gerichtshofe empfangen, die mit Cuvallerie-Geleite vor dem ^ly ee angefahren kamen, wie es seit dem ersten Kaiserreiche Gebrauch ist. Dann kamen die übrigen Behörden und zuletzt die Officiere der Armee. Bei oiejrm Empfange befanden sich die Minister und Haus. beamten des Präsidenten ebenfalls zur Seite des Staats-obelhanples. Um 3 Uhr war die Ceremonie beendet. sichtige Reden wurden nicht gehalten. Aus Warschau schreibt man der „Pol. Corr." unlerm 1. d. M.: D,e entsetzliche Katastrophe in der heil. Kreuz.Kirche trat in der letzlen Woche vollständig in den Hinter-U'und gegenüber den beklagenswerten Straßenexcessen. Mit richtigem Iustinctc erkannte man die Größe und Tragweite der socialen Gefahr, von der die Stadt so Plötzlich bedroht wurde. Das Benehmen der christlichen Bevölkerung, der kalholischen Geistl'chke.t, der tacholi-schen Vereine und der gesammten hiesigen Presse so» wohl während der Excesse als nach 'Unterdrückung verüben war ein so mustergiltiges und zugleich ver-lmnstlges, dass es eine uneingeschränkte Anerkennung verdient. Man muss es mit angesehen haben, wie die Pfarrer aus allen Sprengeln im Kirchenornate — nachdem die Verlesung eines Hirtenbriefe« von den Kanzeln herab nichts gefruchtet hatte — mit eigener Lebensgefahr mitten unter die tobende und johlende Volksmasse drangen und die Menge zu beschwichtigen suchten oder die kalholischen Bruderschaften und barm-herzigen Schwestern den misshandelten und geplünderten Juden sofort hilfreich beisprangen., man muss auch die anfangs von der Censur unbehelligt geblie» denen leidenschaftlichen Artikel der zahlreichen Journale gelesen haben, um zu begreifen, dass das Volk durch seine Handlungsweise die Sühne für die von dem irregeleiteten Pöbel ausgegangenen Verbrechen anbahnen wollte. Wie es gekommen ist, dass Warschau in so unerwarteter Weise zur Stätte ruchlosen Elendes geworden, das wird noch lange ein unaufgeklärtes Mathsel bleiben. Es ist bekannt, dass von Seite der auch iu Warschau wenngleich nur spärlich vorhandenen mhlllstlschen Elemente wiederholte Versuche gemacht wurden, auch hier eine Judenverfolgung zu inscenieren. Diese Versuche scheiterten jedesmal. Am Vorabende der letzten Weihnachtsfeiertage schwirrten bereits Gerüchte durch die Luft, der Pöbel wolle sein Müthchen an den Juden kühlen. Der nächste Morgen brachte die furchtbare Katastrophe in der heil. Krcuz-Kirche. Niemand wagte es zu ent» scheiden, ob diese Katastrophe muthwillig hervorgerufen oder nur ausgebeutet wurde. Dass aber jedenfalls eine Illdenhche geplant war, beweist die verbürgte Thatsache, dass zu gleicher Zeit die Excesse in solchen Stadtlheilen ansbrachen, wo man unmöglich bereits von dem Unglücke in der Kirche Kenntnis besitzen konnte. An den Excessen betheiligten sich dreierlei Elemente. Vor allem die unbekannten Führer, die mehr auf Vernichtung, als auf Raub ausgiengen. welch letzteren lediglich die in die Agitation verflochtenen zahlreichen Diebe und sonstigen Verbrecher bezweckten. Ihnen schlössen sich einige hundert ausgewachsene Burschen an, die aus ihrer Feindschaft gegen die Juden uie ein Hehl machen. Die gesammte Intelligenz hält solidarisch zu einander ohne Unterschied der Confession, dagegen ist der Rassenhass in den unteren Schichten der Bevölkerung nicht nur nicht erloschen, sondern kann jeden Augenblick durch geschickte Faisenrs zu einem uffenen Kampfe angefacht werden. Gewöhnlich werden diese Elemente von den obersten Zehntausend in Schach gehalten. Diesmal aber wiegte sich alles in der Feier-tagsstille, und man ahnte nicht das Hereinbrechen des Unglücks. Nun herrscht wieder Ruhe in Warschau. Ar angerichtete Schaden beläuft sich auf etwa zwei Millionen Rubel. In Eghpten stehen Verwicklungen in Aussicht, welche, wie der Pariser Correspondent der «Times" erfährt, die französische und die englische Regierung bewogen haben, dem Khedive eine gemeinsame oder identische Note zu senden, welche ihm eröffnet, dass sie, im Falle die Ruhe in seinem Lande gestört oder seine eigene Auto« rität umgestoßen wird, bereit seien, ihm wirksame Unterstützung behufs Wiederherstellung der Ordnung und zum Schuhe seiner Autorität materielle Cooperation zu gewähren. Die beiden Mächte haben sich, wie der Correspondent hinzufügt, natürlich vorher über den M0(lu8 proceäknäi in einem solchen Falle und den beziehungsweise« Antheil einer jeden derselben geeinigt. Die Ursache der Besorgnisse > ,i die meuterische und drohende Haltung der egyptis^en Armee und ihrer Führer, welcher sich die Regierung dcs Khedive bereits beugt. Der Kriegsminister trifft nämlich An. stalten zur Bildung füuf neuer Regimenter egyptlscher Truppen, nicht weil diese Vermehrung nöthig ist, sondern weil sie von den Wortführern der Armee ver-langt wird. Ueber die Ziele der letzteren erhalten wir Aufschluss aus einer Unterredung, welche jüngst das englische Parlamentsmitglied Sir William Gregory mit den, mehrgenannten Obersten Arabi Bey, dem Führer der egyftlischen Nationalpartei, gehabt hat und die letzterer in einem Schreiben an die „Times" vervollständigt. Nach Arabi Bey hält die nationale Partei den heutigen Znstand der Dinge in Egyptcn nur für einen temporären und gesteht ein, dass sie die Hoffnung hege, Egypten allmählich aus diesem Zu-stände zu befreien. Endziel der Partei sei, eines Tages Egypten ganz in den Händen der Egypter zu sehen. Die nationale Partei habe ihre Interessen jetzl der Armee anvertraut, welche sie als die einzige Macht in Egyplen ansieht, die imstande und willens ist. Egyptens wachsende Freiheit zu beschützen. Sobald das Volt durch die Versammlung der Notablen seine Rechte gesichert, werde die Armee ihre politische Hal« tnng aufgeben, allein gegenwärtig müsse die Armee noch fernerhin der Pflicht obliegen als bewaffnete Hüterin des unbewaffneten Volles. Hagesneuigkeiten. — (Personalnachrichten,) Ihre Excellenzen der Herr königlich ungarische Ministerpräsident v, Tisza und die Herren Minister v. Trifort und v. Bkde-kouich sind von Budapest in Wien eingetroffen, — Die im Befinden Sr. Excellenz des erkrankten Landes» commandierenden von Böhmen, FZM. Baron Litzel-Höfen, gemeldete Besserung hält, Prager Meldungen zufolge, in erfreulicher Weise an. — (Zum Ningtheater«Brand.) Im Schütte des Theaters wurde vorgestern der große Luster, in Stücke zerbrochen, von denen viele zusammengeschmolzen waren, ausgegraben. Die Kupfer, und Silbermünzen dürften gröhtentheils geschmolzen sein und sich mit dem Schütte vermischt haben, wodurch es erklärlich wird, dass so wenige Münzen bei der Räumung gefunden Werden. Von den in den ersten Tagen auf der Brand« statte aufgefundenen Schmuckgegenständen, als: vollständig erhaltene Uhren, Ringe, Ketten und auch Kleidungsstücke, die im Polizei-Gcfangenhause in der Stcrngasse ausgestellt sind. ist bis jetzt ein großer Theil noch nicht agnosciert worden. — ( Fünf Menfchen verunglückt.) Dem „Prager Abendblatt" wird berichtet: „In den« der Firma „Held k Comp." in Mainz gehbrigen Kaolin-Schlemmwerle „Moguntia" l»ei Rothaujezd ereignete sich am letzten Tage des abgelaufenen Jahres ein schweres Unglück. Um die Mittagsstunde wurden nämlich im Materialabbaue infolge Absturzes eines mächtigen Erd, llumpens fünf Arbeiter verschüttet, von welchen vier bereits todt, der fünfte noch lebend mit schweren Con» tusionen hervorgezogen wurden. T>a3 Unglück soll dadurch entstanden sein. dass das durch den Frost geborstene Material stch von dem En reiche, mit welchem es zusammenhing, ablöste und vereint mit diesem nieder» gieng. Ein in der Nähe befindlicher Arbeiter hatte wohl auf die Gefahr durch Zurufen aufmerksam gemacht; eider kam jedoch der Warnunasruf zu spät." — (Aus der Gletscherspalte gerettet.) Am 9. September v. I. stürzte der italienische Berg-führer Elemente Callegari auS Caprile gelegentlich ciner mit einem Engländer ausgeführten Besteigung der Mar-molata in Südtirol unweit der Spitze in eine über 2(1 Meter tiefe Gletscherspalte, wurde aber nach sechsstündigem Verweilen in der eisigen Umarmung durch seinen zufällig auf dem Fedajapasse befindlichen öfter« reichischen College» Antonio Bernard aus Camftidello mit Hilfe zweier Genossen durch hinabgelassene Seile gerettet. Für diese wackere That und zur Aneiferung der Gebirgsbewohner, in ähnlichen Fällen rasch Hilfe zu leisten, hat der deutsche und österreichische Alpenverein, der seinen Sitz jetzt in Wien hat, den Lebens» rettern eine entsprechende Geldprämie zukommen lassen — (Neujahr in Paris.) ..Paris — schreibt ein dortiger Correspondent der ..Küln. Ztg." ^ 'st gerade nicht in guter Laune in dns neue Jahr eingetreten. Infolge des schonen Wetters hatte sich zwar auf allen Boulevards und Hauptstraßen eine zahllose Menge eingefunden, und es wurde auch ziemlich in den Bretterbuden und Läden gekauft, aber nirgends lam eine rechte Heiterkeit zum Durchbrüche, fogar im lateinischen Viertel nicht, wo es sonft gewöhnlich sehr toll zugeht. Als die zwölfte Stunde schlug, die dort sonft mit lautem Jubel begrüßt wurde, blieb alles kalt, und nur einige Trunkenbolde brachten dem Jahre 1882 ihr Hoch und umarmten, wie die alte französische Sitte es gestattet, die Vertreterinnen des schönen Geschlechtes, auf die sie zufällig stießen. Auf den excentrischen Boulevard», wo das Arbeitervolk sich einfand, waren alle Wirtshäuser überfüllt, um Mitternacht erllang allgemeiner Jubel, und man drückte sich die Hände und küsste sich, wie es vor 30 bis 40 Jahren Mode war, wenn man in ein anderes Jahr eintrat. Für die Republik ist der Neujahrtztag übrigens weit kostspieliger geworden. Unter dem Kaiserreiche war der Tribut, den man an diesem Tuge zu bezahlen hatte, noch zu ertragen. Die neuen Millionäre, Freiherren und Grafen aber. die sich natürlich als Gentilhommrs zeigen wollen, werfen an diesem Tage ihr Geld mit vollen Händen weg, geben den Bedienten 100 bis 20l) Francs und schenken den Frauen und jungen Mädchen der ihnen bekannten Familien Diamanten und andere kostbare Dinge, so dass die gewohnlichen Sterblichen, die früher die Bedienten mit 10 bis 20 Francs abspeisten und der Frauenwelt Bon-bonnieren im Werte von 50 bis 60 Francs zu Füßen legten, heute sich noch mehr anstrengen müssen." — (Eine Riesenglocke,) Zu Longborough in ^>er Grafschaft Leicester ist vor wenigen Tagen eine für die Kathedrale von St. Paul zu London bestimmte Bronzcglocke gegossen worden, welche nicht weniger als 17'/, Tonnen wiegt, also 5 Tonnen mehr wie beispielsweise der große Brummer von Notredame zu Paris. Ihre Hvhe beträgt 8 Fuß 10 Zoll und ihr Durchmesser ^ Fuß 6 Zoll, Sie ist die größte Glocke Englands und wohl eine der größten der Welt. Die Einwohner voi« England hosten, wie die „Times" schreiben, sie Oster, soni,tag dieses Jahres läuten zu hören. Locales. — (Die Christbaumfeier im Kaiserin-Elisabeth-Kinderspitale) wurde gestern nach, mittags halb 4 Uhr begangen, ukd war durch das Erscheinen des Herrn l, l. Landespriisidenten A. Winller sammt Gemahlin ausgezeichnet. Die hochverehrte Gemahlin des Herrn k. k Landetzpläsidenten, Frau Emilie Winkler, nahm in ihrer Eigenschaft als Stellvertreter,« der obersten Schuhsrau Ihrer l, und k. Apostolischen Mujestät unserer alleranädigsten Kaiserin und Königin die Verlheilung der Christbaumspenden an die dermal im Spitale befindlichen 18 armen kranken Kinder selbst vor. Der sehr hübsch geschmückte hellerleuchtete Baum war mit Gaben reich dotiert, die zu Füßen desselben und auf Seitentischen aufgerichtet waren, und es hatte Frau Emilie Winkler zu denselben einen ansehnlichen Beitrag an Wäsche und Spielzeug gütigst gespendet. Schuh» damen und andere Wohlthäterinnen und Wohlthäter dieses humanitären Institutes hatten, wie alljährlich. zurAusftat« tung des Weihnachtsbaumes beigesteuert, an welchem in recht sinniger Weise die von Frau Iacodine Kustner gespendeten zehn Stück Silbergulden (zur Nachschaffung von Wäsche) in Slernsorm angebracht waren. Dem alle Theilnehmer an diesem schönen Kinderfeste tief ergreifenden Acte der Netheiligung der den Baum theils rings umsihenden, theils von den WW. EE. barmherzigen Schwestern auf den Armen gehaltenen Kleinen wohnten der Verwaltungsrath des Kindrrspitaleö mit dem Obnuinn, Herrn RegierungSrathc Bürgermeister A, Lasch an. an der Spitze, die Schutzdamen und eine Anzahl von Gönnern und Freunden des Institutes bei. — Das A»f-putzen des Baumes hatten die Damen Frau S. Günz, ler und die Fräulein Raab v, Raabenau besorgt. — (Ernennung) Der Minister und Leiter des Justizministeriums hat den Grundbnchssuhrcr bei dem Kreisgerichte in Rudolsswert Johann Maintinger zum Landtasel» und Grundbuchsoorsteher bei dem Landesgerichte in Laibach ernannt. — (Vom Stabtmagistrate Laibuch) wurden in der Zeit vom I. Juli bis 31, Dezember 1881 50 Parteien wegen schnellen und unvorsichtigen Fahrens, dann Stehenlassen« der Pferde ohne Aufsicht, 10 Parteien wegen Ausfuhr des AbortbüngerS zu unerlaubter Zeit und Verunreinigung der Straßen. 7 Parteien wegen Uebn tretung der Fiakerordnung. 4 Parteien wegen hef, tigen und muthwilligen Schnalzens mit der Peitfche und 15 Parteien wegen Uebertretling der Strahenpolizei-vorschriften bestraft, — Durch Wachorgane wurden verhaftet 830 Iildivioucn,' davon wurden 367 den Gerichten eingeliefert, 210 nach Hause in Schul) geseht. 24? polizeilich abgestraft. — Außerdem wurden an die Strafgerichte 398 Anzeigen erstattet und 183 Parteien wegen verschiedenen den politischen Behörden zur Amtshandlung zugewiesenen Renten beamtshandelt. — Entlassene Sträflinge und Iwanglinge wurden 588 und DurchzugSschüblinge 982 amtlich entfertigt. — (Kranlenbewegung in den Landes-Wohlthätlgkeitsanstalteu im Jahre 1881.) Es standen in ärztlicher Behandlung und Verpflegung: fioibttstet äeUuttst 9lx. 5 42 7. ftämter 1882. im Krankenhause inclusive 1 Filiale 3684 Pfleglinge, im Irrenhause inclusive 1 Filiale 265. im Gebllrhause (206 Mütter und 177 Kinder) 383. im ganzen 4332 Pfleglinge. Abgefallen, respective ausgetreten und gestorben sind: im Krankenhause 3437 Pfleglinge, im Irrenhause 121. im Gebärhause 377. zusammen 3935 Pfleglinge. Verbleiben mit Ende Dezember 1881 397 Pfleglinge, und zwar: im Krankenhause 247, im Irren« hause 144 und im Gebärhause 6 Pfleglinge. — (Die Ehriftbaumfeier der Lehrjungen des katholischen G eselleno erein s) wurde gestern abends 6 Uhr in den Localitäten deS katholischen Gesellenvereins abgehalten. Es hatten sich viele hochwürdige geistliche Herren und Hunderte anderer Gäste, zumeist Mitglieder des katholischen Gesellenvereins und Angehörige der Lehrjungen, eingefunden, so dass das Vereinslocale bis nuf das letzte Plätzchen gefüllt war. 93 Lehrjungen umstanden den mit Gaben reich behängten Christbaum Die Feier eröffnete ein geistliches Weihnachtslied, welches an 30 Sänger (Lehrjungen) unter der Leitung ihres Gesangslehrers, des hochwürdigen Pater Angelicus Hribar, recht gelungen vortrugen, Der hochw. Herr Vereinspräses Gnjezda begrüsste die Gäste mit einer passenden Ansprache. Der hochwürdige Herr Stadtpfarrer Rozman hielt sodann an die Lehrjungen eine herzliche Ansprache „über die vier goldenen Nüsse für das Leben". Es folgten eine Reihe von Seite der Lehrjungen recht gut vorgetragenen slovenischen und deutschen Gedichten und Gesangspiöcen. Die Knaben declamierten durchwegs mit Verständnis und richtiger Betonung, und es machte sich dei denselben durchwegs ein artiges Genehmen, die Frucht der Erziehung im katholischen Gesellenvereine. bemerkbar. Von den vorgetragenen Liedern gefielen zumeist das «Lied vom Kuckuck" und das „Drescherlied". Sodann wurden die sämmtlichen Lehrjungen mit den von Gönnern gespendeten Gegenständen: Tüchern. Schleifen, Pulswärmern, sowie EsSwaren, Lebzelt u. s. w. betheilt. Per hochwürdige Herr Präses Gnjezda hat sich die Knaben sowie deren Eltern durch diese Weihnachtsfeier neuerdings zu größtem Danke verpflichtet. -X- — (Ium Neubaue) der dem Herrn Apotheker Mayer gehörigen Häuser auf dem Marienplatze und in der St. Petersstraße erfahren wir. dass der Herr Besitzer bezüglich des ins Auge gefassten Baues an die Stadtgemeinde mit einem neuerlichen Anbote herangetreten ist. Derselbe erklärt sich demgemäß bereit, den Raum jür den projectierten Quai um die Summe von 10,000 ft. gegen die frühere Summe von 35.000 fl. zu überlassen, jedoch nur unter der Voraussetzung, dass die Staotgemeinde ihm aus dem Prämienanlehen die Summe für die Baukosten seiner umzubauenden Häuser gegen Zinsen von 4 pCt., eventuell 4^/, pEt. und Amortisation des Kapitals darleihe. Dieses Anbot erscheint umso acceptabler, als ja das angesprochene Geld zu denselben Procenten verzinst wurde, als es gegenwärtig placiert ist, ja eventuell noch höher. Die Deckung liegt aber für die Stadtgemeinde iu den Objecten, welche nach dem vollführten Neubau sich ganz sicher mit 7 bis 8 pCt. verzinsen weiden. — Die Commune al3 solche hat aber ein doppeltes Interesse an einer günstigen Lösung dieser Naufrage, indem die Durchführung des Quais am linken Ufer des Laibachflusses von der Franz-Karl-Brücke abwärts, wie bereits neulich dar-gethan wurde, ein dringendes Bedürfnis für die Communication und daher von großem Nutzen für die Allgemeinheit und weiters der ganze Neubau, wie er beabsichtigt ist, zur Verschönerung der Stadt und speciell des Marieuplatzes nicht wenig be,tragen wird. — (Aus der philharmonischen Gesellschaft.) Am 5. d. M. hat in den Localitäten der Casino'Restauration ein Sängerabend, veranstaltet vom Männerchore der philharmonischen Gesellschaft unter Mitwirkung der Kapelle des k. k. Infanterieregiments Großfürst Michael von Russland. stattgefunden. Der Glassalon und die anstoßenden Räumlichkeiten waren von einem sehr zahlreichen gewählten Publicum beseht, und war die Stimmung eine fröhliche, der Beifall, der einzelnen Vorträgen gezollt wurde, ein lebhafter. Es war aber auch das Programm mit allem Chik dem Charakter dieses Sängerabends — des Remplayanten für die ausgefallene Sylvesterfeier — entsprechend zusammengestellt. Wahre Perlen des «Humors im Liede" wurden in der gewohnten meisterhaften Fassung seitens unseres tüchtigen Männerchores vorgeführt, und man war nach jeder Piöce im Zweifel, welchen der bereits zu Gehör gebrachten Nummern man den Vorzug geben solle. Das Programm lautete: 1.) Riccius: ..Die lust'gen Musikanten". Chor. 2.) Koschat: „DerverpanteKulu". Chor im Kärntner Volkston. 3) Koschat.- „Am Wörther See", Walzer mit theilweiser Benützung von Kärntner Volksliedern, für Chor und Pianofortebegleitung. 4) R. Weinwurm: ..Des Herzens heilige Trias", Baritonsolo mit Männerchor; Solo: Herr I. Kosler. 5) Koch: „Ungarische Loreley". Chor mit Pianofortebegleitung. 6) Griesbeck: „Die reisenden Musikanten", humoristisches Mannerterzett mit Pianofortebegleitung; die Herren Till. Razinger und Schäffer. 7)Storch: «Liebchen wach' auf!". Serenade für Männerstimmen. Soli und Chor mit Begleitung von Streichinstrumenten; Soli: die Herren Dr. Keesbacher. Schäffer. Kulp und Till. 8.) Koch: ..Der Handschuh", heiteres Oratorium für Soloquartett, Chor und Pianofortebegleitung; Soli: die Herren Gebaue r . Schäffer, Till und Laiblin. 9.) Laibacher Couplets, vorgetragen von Herrn Albert Schaff er. 10.) Koch: „Rrrrrraus", Schnellpolla; heiterer Männerchor mit Pianofortebeglei« tung. — Die Begleitung auf dem Piano besorgte Herr I. Iöhrer wie immer in virtuoser Weise, die insbeson-ders bei Kochs unverwüstlichem „Handschuh", in welchem die Mitwirkenden alle ihre beste Kraft einsehten, so wesentlich die Erzielung des Gesammteffectes fördert. Neben dem „Handschuh" fanden Koschats reizende Tonmalerei: „Am W ü r t h e r s e e". W e i n w u r m s: „Des Herzens heilige Trias" mit dem herrlichen Solo Koslers, Storchs „Liebchen wach' auf" — in wel. chem Director Kcesbachers fo sympathische Stimme zur vollen Geltung kam — das Costümstück: Die rei -senden Musikanten, worin sich die Herren Till, Razinger und Schäffer an Draslik und Humor in Ton und Vortrag übertrafen — und die „ Un -garischeLoreley" von Koch stürmischen Beifall, und wurden sämmtliche diese Piöcen, mit Ausnahme des ,Handschuh" wiederholt. Nicht enden wollte aber der Applaus, den Herr Albert Schäffer mit seinen „Laibacher Couplets" erzielte, welche locale Angelegenheiten behandelten und derm eine Strophe, das vielerprobte Talent des Directors der Gesellschaft, im Verfassen von Gelegenheitsgedichten nach Gebür poin» tierend, einen minutenlangen Beifall hervorrief. Die brave Musikkapelle des k, l. 26. Infanterieregiments alternierte mit den einzelnen GesangSpiöcen in Vorführung gewählter ernster und heiterer Weisen und besorgte zum Schlüsse die Tanzmusik, denn nach Geendigung des vorgelegten Programms flog die junge Welt zum Tanze, der bis in den Morgen währte. — („keväki veöor«.) Am 5. d. M. abends 8 Uhr veranstaltete der Männerchor der Titalnica in den Localitäten der Citalnica.Restcmration einen „Sän» gerabend" im engeren Kreise, der sich sehr animiert gestaltete. Vorerst ward die Wahl des Ausschusses vor. genommen; gewählt wurden die Herren Dr. Franjo Stör, Stegnar. Orel. Ata m car. Pucihar und Bariiö; sodann folgte die Wahl eines Comites für das zu veranstaltende Säugertlänzchen. Den Weilern Verlauf des Abends bildeten die Vortrage heiterer Ge> sänge und komischer Piöcen, unter denen das „Sänger» alphabet" von Nolli ganz besonderen Beifall fand. — (Landschaftliches Thcater.) Die oonners-tägige Aufführung des „Neuen Monte Christo" fand bei ziemlich gut besuchtem Hause beifällige Aufnahme, Besonderes Verdienst um den gelungenen Abend erwarben sich die Herren v. Balüjthy und Felix, die lebhaft applaudiert wurden. Die gestrige sloveuische Vorstellung,M OsoM" (nach Mosenthals „Sonnwenbhof") von Ogrinec war sehr gut besucht und hatte einen durchwegs recht günstigen Erfolg. Die Darsteller der Hauptrollen wurden bei offener Scene u»d nach den Aktschlüssen wiederholt und stürmisch gerufen. Besonders sprach die „Mo< nila" des Fräuleins G. Nigrin wegen der Innigkeit des Gefühles und der Entschiedenheit des Charakters an. was beides die Darstellerin vollendet zum Ausdrucke zu bringen verstand. Die Dame kann diese R^llc ent> schieden ihren besten Leistungen zuzählen. Auch war die Erscheinung im Sonntagsstaate: mit nationaler Haube, Mieder uud Gürtel eine süperbe. Recht brav waren ferner die ..Anna" des Frl. M. N igrin, die ..Mar« jeta" der Frau Gutnik. die .Micika" des Fräuleins Novak, der ..Matija" des Herrn Srsen. der „Valentin" des Herrn Danilo. der „«Zimenec" des Herrn Kajzelj. der „Üupnil" des Herrn Rus. Die ganze Vorstellung war eine gerundete. — (AuS den Nachbarländern.) In der Grazer Metallwarenfabrik, welche kürzlich in den Besitz der alpinen Montangesellschaft übergieng, fand eine Kesselexplosion statt. Der Heizer Watti wurde ge-tödtet. ein anderer Arbeiter verwundet. Ein im Holz-dache ausgebrochenes Feuer wurde bald gedämpft. Die Ursache der Explosion ist bisher unbekannt. Der Kessel wurde erst kürzlich geprüft. Einige Minuten vor der Explosion umstanden viele Arbeiter sich wärmend den Kessel. Das Unglück wäre zu dieser Zeit noch weit grö-her gewesen. Das Lloyd-Arsenal in Trieft war am 2. d. M. morgens 8 Uhr der Schauplatz einer schauerlichen Blut« that. Das „Triester Tagblatt" berichtet hierüber: „Der Eisengießermeister Johann Canavaccioli wurde, als er über einen der Höfe des Arsenales gieng. von zwei Arbeitern, den Eisengießern Karl Nedal und Alexander Wondra. überfallen und durch fünf Hackenhiebe am Kopfe schwer verwundet. Der Unglückliche wäre auch unfehlbar getödtet worden, wenn nicht sein Sohn Eduard und ein Arbeiter herbeigekommen wären, welche nach einem längeren Kampfe, wobei auch beide mehrfache Verletzungen davontrugen, die Angreifer entwaffneten und fo lange festhielten, bis eine Sicherheitswachpatrouille erschien, welche die beiden Thäter verhaftete. Was das Motiv der Unthat anbelangt, so soll es darin zu suchen sein. dass die beiden Uebelthäter vor einiger Zeit ge» legentlich einer Arbeiterreductiou im Lloyd'Arsenale über Antrag des Schwerverwundeten, in dessen Werkstätte sie gearbeitet hatten, entlassen worden waren." Neueste Post. Origillal'Telegramliie der „Laib. Zeitung." Linz, 6. Jänner. Erzherzogin Isabella wurde von einer Prinzessin entbunden. Bern, 6. Jänner. Der Bundesrath ersuchte den Slaatsralh zu Freiburg, einig? Niederlassungen geist« licher Orden aufzulösen. Washington, 6. Jänner. Eine Eilcularnote Blai-nes an die amerikanischen Republiken ladet dieselben zu einer Conferenz auf den 30. November 1882 nach Washigton ein, behufs Erzielung einer Verständigung gegen die Einmischuug und Beeinflussung der europäischen Mächte. ______ Lemberg, 5. Jänner. In Anwesenheit des Herrn Erzherzogs Friedrich, der gesummten Generalität, des Adels, der Militär- und Civilbehörden und unter großer Betheiligung aus Privatlreisen fand heute mit den üblichen militärischen Ehrenbezeigungen die Bestattung dcs Grafen St. Julien um 4 Uhr nachmittags statt. Lemberg, 5. Jänner. Die Polizei verhaftete zwei Individuen, welche seit einigen Tagen falsche FünfguldeN'Noten in Umlauf fetzten. In der Wohnung der beiden Verhafteten wurden zur Fälschung bcstillmlte Vorrichtungen saisiert. Berlin, 5. Jänner. Der „Reichsanzeiger" ver< öffcntlicht die Verordnung, betreffend dic Einberufung des Landtags auf den 14. Jänner. Eine aus dem Regiments-Commandeur, einem Rittmeister und einem Premier-Lieutenant bestehende Deputation des neu-märkifchen Dragonerregiments ist zur Meldung hier eingetroffen, nm sich demnächst nach Wien zu begeben und Sr. Majestät dem Kaiser Franz Josef für das dem Rrgimente verliehene Porträt weiland Sr. Majestät des Kaisers Maximilian von Mexiko zu danlf" Kandel und Wol'kswutschaMches. Die alten Zehner-Banknoten. Vom l, Jänner 1882 angefangen werden die einberufen»'« Banknoten zu 10 st. ö. W. mit dem Datum 15. Jänner 1863 von der üsterr.'ungar. Vanl nicht mehr in Zahlung angenommen. Von diesem Termine an werden dieselben nur mehr bei den Hauptanstalten der österr.-ungar. Äank in Wien und Vudllpcst zur Verwechslung angenommen; bei den Zweiganstal-teil der östcrr. »ungar. Aanl in Laibach. Klagensurt u. s. w-wcrdeil solche nur dann verwechselt, wenn cine Consignation beigebracht wird. Nach dem !j 1, Dezember 18 8? ist die österr.' ungar. Vanl nicht mrhr verpflichtet, die einberufenen Noten zU 10 fl. ö. W., einzulösen oder umwechseln. Äci dem Um> stände, als schon jetzt von allen Seiten vielfache Anfragen über die Giltigtcitödauer der einberufenen 10 Noten einlangen, sind wir veranlasst worden, obige Kundmachung der Vanl zu re» producicren. um daö Publicum vor Ucbcrvorlhcilun» zu schichen, da jeder Geschäftsmann anstandslos diese Noten bis 1887 vollwertig im Verkehr annehmen lann, weil er solche ohne Kosten umzuwechseln weift. Meteorologische Beobachtungen in Laibach. " "? M ZI - n B 7U7Mg. 737 19 > 34 NW7chwäch 'biwöllt^ ^ 5. 2 . N. 737 80 ^. b'li SO. schwach bewölkt ^.'" 9 „ Äb. 739 08 ^34 NW.schwach bewölkt ^a" 7U.Mg. 739 19 ^26 NO. chwach bewölkt 6. 2 „ N. 7.'i9 74 ^. 44 NW. schwach bewölkt 0 (X) 9 „ Ab. 740 88 ^. 2 2 O. schwach bewölkt Den 5. Morgenroth, trübe, regnerisch. Den 0. trübe, kein Sonnenblick. DaS Tagcsmittcl der Temperatur an beiden Tage« -i- 41' und -l> 3 1», beziehungsweise um «9« und 59« über dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: Ottomar Vamberg. Eingesendet. Wichtig für Magenleidende! Herrn Julius Schaumann. Apotheker in Stockerau. An mehrjährigen Maacnbeschwerden leidend, habe ich nach fruchtlosem Gebrauche verschiedener ärztlich vorgeschriebene« Mittel mit dem von Ihnen erfundenen „Manensalz" einen Ver« such gemacht und schon in kurzer Ait eine ausfallende Besserung wahrgenommen. Indem ich Ihnen für die im Interesse del leidenden Menschheit gemachte Erfindung meine volle Anerkennung aussprcchc. ersuche ich nm die sscsälligc Iusenduna voll noch zehn Schachteln. Achtungsvoll I. Weih. Obcrrcchnungsrath in Budapest. (Zu haben beim Erzeuger, landschaftlicher Apotheker in Stockerau, und m allen renommierten Apotheken Oesterreich-Ungarns Preis einer Schachtel 75 kr. Versandt von minde< stens zwei Schachteln gegen Nachnahme.) (5020) Das Möbel-Album, oin unontbohrlichos "NachschlagebHCh für Möbelkltuf#r allor Stämlo, cnthaltond 900 vortrofflicho Illustrationen nebst Proiscounint, ist gogon Postanwoisung von 2 ü. franco zu bozichon von J. G. & L. Frankl, Tischler u. Tapezierer, Wien, Leopoldstadt, Obere Donaiistrasse 9l> Daselbst reichste Auswahl toh soliden, billigen, ologatit«« (9) 12-2 Mübelu.