(Poätnina pla&ina v gotovini.) Erscheint wöchentlich zweimal z Donnerstag and Sonntaq früh. «chrtstleitAny »?> N«n»altu»g: VtiimOT» »liea Jft ». lelepbta 91. — A» IR»d<,«»ae« wert** ta der •mMttnft qegev *eTf6»nnf ende «rhdhuro. — «tnjehu ?ku»»ern Dln —.(0 Nummer 90 DonnerStag den 9. November 1922 4. l47.i Jahrgang itationulr Unduldsamkeit. Die faschistische Rtvoluiion hat in Italien dem Nationalismus, der über den blutigiolen Wogen de« Weltkrieges als verhängnisvoller Geist schwebte, zum Siege verholst». Wie die Kriege der alten Zeit im Zeichen der Religion, dann dynastischer Interessen geführt wurden, so wurde das größte Vlmvergieße» der Geschichte durch die Ausnutzung und Pflege na-tioaaler Instinkte vorbereitn und durchgeführt. ohne daß durch den Sieg des einen Teiles der kämpfen-den Nationen der furch'bare Unfriede, der in den meisten Völkern Europas wie ein zerfetzendes Gift wütet, beseitigt worden wäre. Die spätere Erkenntnis, daß der Nationalismus nur Mittel zum Zwecke in der Erreichung anderer Ziele war, konnte nicht ver-hindern, daß auch nach dem Kriege daS Schau-gepränze, das Zieraten«»« und schließlich die Hohl-heit eatorieter Gefühle, die, weitab von ihrem edlen, reinen Ursprünge, der Liebe zur eigenen Mutier, zur eigenen Nation und zur eigenen Erde, trüb und verunreinigt dahinfließen, dazu benützt wurden, die Angehörigen anderer Völker zu bedrücken und sie mit gemeiner Gewalt, verlogener Niedertracht und brutalem Egoiimue um jene Güter zu bringen, deren Besitz auf der eigenen Seite alS der heiligste gepriesen wird. U« Mannhaftigkeit zu Schleicheret. Festhalten an der Muttersprache zu unerträglicher Provokation, treue Anhänglichkeit an die Kultur des eigenen Volkes zu einer Ar» Schande zu stempeln, dazu ge-nügt, daß diese Tugenden aus der Seite Anders-nationaler beobachtet werden. Ja, der Name Natio-nalift, den man selbst al« Kranz der Ehre trägt, wird, auf den anderssprachigen Gegner angewendet, zum Schimpsworte. Die Welt erlebt alle Tage soviel Auswirkungen dieser unbegreiflich widerspruchsvollen Mentalität, daß man an der Zurechnungsfähigkeit der Menschen, an Logik und Ehre verzweifeln könnte. In dieser Hinsicht haben die Angehörigen na-tionaler Minderheiten in den Ländern Mitteleuropas a» meisten zu leiden, alle, ohne Ausnahme. Man greift sich öfters fassungslos an den Kopf, wenn man die Blätter der verschiedenen Stationen verfolgt. An Vierzehn Hage im SchwaVenlande. «ou S. O. Stundenlang schon keucht der Schnellzug durch die endlosen Mai«f«lder EyrmienS ostwärts — vergeben», die Landschaft rührt sich nicht vom Fleck! Mais, nicht« al« Mai« l Wohl tauchen ab und >u in dem gelb-grünen Meer dunkle Waldinseln auf, au« denen ein spitzer Kirchturm emporragt, daS Wahrzeichen eine« Dorfe«, da» sonst durch daS breite Dach seiner Laub» bäume d«m emsig spähenden Blick de« Reisenden ver-borgen bleibt. Doch immer wieder versinkt alle» in Mai». Sachte und allmählich hebt flch vom nördlichen Blickkrei» eine Bodenwelle, ein sanfter Hügelzug ab, die Fruschka »ora. Endlich findet daS Auge eine» Ruhe-punkt, ein Ziel. I, Jndia verlassen wir die Hauptstreck- die weiter nach Beograd führt: nordwärt«, den >u«t»ulcr» jener Hügrlkette zu, geht die Reife weiter. Uuscre Mit» reisenden haben sich stark verändert, anheimelndes Schwäbeln läßt unsere Ohren gespana» lauschen und lenkt unsere Sinne von der Landschaft ab. Da auf einmal werden wir überrascht — e n iuuiull Ja diesem Flachland? Und rwa> »oT» Erstaunen — die Donau I Mächtig und gemi^Uch wälzt fich der schmu-tziggelb« Strom in seinem flachen Bette, ein Wald von Weidenbäume» schließt da« Bild am jenseitigen Ufer; linkerhand blickt da« Auge hinein in liebliche, «ielge» gliederte Weinberge, an deren Saum stch Siedlung an Siedlung reiht. Mit einem Schlage eine andere Welt. einer Stelle wird gegen Anderssprachige mit allen Mitteln gehetzt, keines ist zu niedrig, keines zu klein-lich. Die Luft, die die fremdsprachigen Staatsbürger atmen, wird ihnen mißgönnt, an der anderen Stelle, oft in der naivsten nächsten Aneinanderreihung wird in wildem Schmerze aufgeschrien, wenn in anderen Staaten das gleiche an eigenen abgetrennten Volksgenossen geübt wird. Wir erklären dies nicht mit dem kleinsten besonderen Bezüge auf dicS oder jenes Land, eS ist leider in allen ziemlich gleich. Wo die völkifchen Zusammenhänge nicht zutreffen sollten, blübt doch das GesühlSmäßiqe bestehen, die groteske Umkehrung deS Satzes: „WaS du nicht willst, da« dir geschehe, das tue auch einem anderen nicht l" in „Was du nicht willst, das dir geschehe, das tue deinem Nächsten mit Lust, mit List, Gewalt und Schadenfreude l" Unrecht und Recht werden unter derselben Parole geübt. Recht ist. was ich tue, da» gleiche wird zum Unrecht, wenn es ein anderer tut. Die Italiener haben vor dem Kriege der Welt mit Fansarentönen das Unrecht in die Ohren ge-blasen. daS an ihren Minoritäten im allen Ocster» reich verübt wurde. Sie wurden die Meisterschöpser der Jrredeota, de» nationalen Gedankens der Uner-lösten: Auch heute noch gründen sie Ansprüche aus jugoslawisches Gebiet aus die Tatsache, daß dort ein kleines Häuflein von Italienern neben der ge-schlössen?» landgescstenen slawischen Bevölkerung feinem Handel un» Wandel nachgeht. Sie habe» diesem tatsächlich bedeutende Rechte auf eigene Schulen und Kuliurinstitute in den späteren Ver-trägen herausgeschlagen. Sie sind national gesättigt, mit dem Faschistenumsturz hat ihr Nationalistenium den Eäsarenmantel umgehäng». ES würde dem Wesen des heutigen Nationalismus, der sich über die mitteleuropäischen „Siegerstaaten" ausbreitet, nicht entsprechen, wollte man von ihm Gerechtigkeit, Anerkennung der eigenen Grundsätze im Existenz-und BerteidiLungSkampse der nationalen Minder« heiten oder gar Großmut erwarten. Denn — und das ist daS Traurigste an der Sache — er operiert mit einem gewissen Scheinrecht und weift immer An Karlowitz, der Patriarchenstadt, vorbei, den vielbe-sungene« Festungtplatz von Peterwardein unterfahrend, fetzt un« die Bahn dann hinüber auf» andere Donau-user und »ach wenigen Minuten ist Neusatz erreicht. Wohl fast jeden Besucher der schwäbische» Sied-ltiagen führt der Weg zuerst nach dieser Stadt, dem Hauptorte der Batschka, der Wiege und dem Sitze de« Schwäbisch-deutschen Kulturbundes. Der erste Eindruck dieser über 30.000 Einwohner zählenden Stadt — rund ein viertel hieven bekennt sich zum deutschen Volke — wird wohl ntcht bei mir allein ein zwie-späliiger gewesen sein. Man freut fich der schönen, günstigen Lage, bestaunt da» rege Verkehr»- und Geschäft»! eben und sagt der! Stadt eine reiche Zukunft al» Handel»- und Umschlagplatz voraus, aber der landläufige Begriff einer „Hauptstadt* kommt nicht auf seine Rechnung. Man weiß nicht, wo Dorf, Markt oder Stadt aufhören oder beginnen. Alle» Leben spielt fich auf der, auch von einer Straßenbahn befahrenen, schließ-lich zum Hauptplatz« stch ausweitenden Straße ab; die meist einstöckigen Häuser — fast alle anderen Gassen kommen über ebenerdige Bauten kaum hinau» — find über und über beladen mit aufdringlichen Geschift»-tchilder» in allen hier gangbaren Sprachen (serbisch, deutsch, magyarisch) und Schriften (lateinisch, cyrillisch, hebräisch), der Gehsteig, eingesäumt von bunten Buden und Ständen mit allerhand ländlichen und gewerblichen Erzeugnissen. Abgeschlossen wird der Platz durch den schöne« serbischen BischofSp^Ft; unweit steht auch da» serbische Gymnasium, eine für die Entwicklung de» Eerbentum» im früheren Ungarn sehr wichtige Lehr- wieder daraus hin: die eueren machen es mit den unseren oder mit anderen auch so oder noch schlimmer oder sind noch kleinlicher. Za Italien hat der Nationalismus einer Re« gierung ein Ende bereitet, die das StaatSschiff tn den gewohnten Formen der anderen europäischen Regierungen lenkte. Mit Maschinengewehren, Karonen und Hunderttausenden von bewaffneten Freifchärlern fetzte sich die Maschine in Bewegung und der Nationalismus wurde auf den Schild ge-hoben. Daß er feine ersten Taten gegen Andersna-tiMiale, also gegen die Südtiroler und gegen die Slawen im Küstenlande, richtete, stand zu erwarten. Wie ein Ljubljanaer Blatt schreibt, fand vor einigen Tagen in Görz eine LandeSauS schußsitzung statt, auf der die Lösung der Sprachensrage in den öffent« lichen Aemiern auf der Tagesordnung stand. Der kurze Beschluß langer Debatten bestand darin, daß die slowenische Sprache in den öffentlichen Aemtern abzuschaffen sei. Die slowenischen Gemeinden werden noch drei Monate slowenisch mit dem LandeSauS-schösse korrespondieren dürfen, nach Ablauf dieser Frist wird man da» Italienische und Jialiernich verstehende Gemrindesekretäre einführen. Im Görzer Landtage waltet italienischer Geist, berichtet da« Ljub janaer Blatt, und sür die slowenische Sprache wird kein Platz im Hause sein. Ferner wollen die Faschisten die slawisch« Sprache aus den Triester Gerichten entfernen und der Triester Piccolo erklärt, cS fei höchste Zeit dazu, denn eS habe der natio-uale Gedanke gesiegt und eS müsse jede Spur einer fremden Sprache in Italien verschwinden. Wir haben diese Beispiele für national« Un» duldsamkeil angeführt, weil wir unS sehr, wohl in die Gefühle der nationalen Minderheit in der Giulia Venetia hineinleben können. Die Geschichte gerade jener Völker aber — daS sagen wir allen Minder-heiten zum Trost — die sich in der Jetztzeit nicht genvfl iun kö-men in der Bedrückung anderer sprachen und Stämme, hat gelehrt, daß diese mit Gewalt-Mitteln dieser Art nicht umzubringen sind. Freilich ist e» wahr, daß «an auS der Geschichte nicht? lernt. Die Gegenwart bezeugt uns, daß besonders und Pflanzstätte, bi« zum Umsturz eine Privatanstalt mtt OeffentltchkeitSrecht. erbaut und zur Gänze erhalten von opserfreudigen serbischen Volk»freunden. Ein Besuch bei der Hauptleitung de» Schwäbisch» deutschen Kulturbund«» überzeugt von der fegenSvollni, alle Gebiete umfassenden Kulturarbeit, die hier uner» müdltch und selbstlos zum Wohl« de» Volke» und Staate» geleistet wird. Ein Blick in da» große L^er bester deutscher Volksbücher, ein Gespräch mit dem landwirtschaftlichen Letter über den Kunstdünger versand und ander« bodenfördernd« Unternehmungen, ein« An-frage ein«» schwäbischen Bauern über di« deutschen Nebenklassen an der hiesige» Mittelschule und viele an» dere zufällige Erlebniffe gewähre» Änstcht tn rastlos«, tatvolle völkisch« Schutzarbeit. Beneidenswert jst Neusatz um sein Donaubad; «in« Viertelende von der Stadt «ntf«rnt dehnt flch «in« andere hölzern« Stadt v«n netten Bidehüiten am fetnsandtgen Strande entlang, vom jknsrttigen Donau-user grüßen Weinberge mit freundlichen Landhäuser» herüber, beherrschend legt fich die stolze ^este Peter-wardeln mit ihren klotzigen Quadern ur.o «leinmauern in da« Denauknte. DeS Abend» kreuzt «in Wasser flieger über dem freudigen Badevöltchen, da» jeden Sommer-nachmittag in hellen Scharen an den erquickenden Strom lockt. Der nächste Tag galt einem Auifluge aufS Lan», nach einem von Schwaben und Serben bc.vohnte« Dorfe, da» man in zwei Gchstunden auf dem gegen Hochflut errichteten Donaudamm, an einigen Pump-Häusern vorüber, erreicht. Da» Ried, d. i. jene» durch «rite 2 kill i er Zeitung kommet 90 Völker, die »«erlöst waren, mit raffiniertem Geschick Mittel finden, um ihrerseits radikal zu unterdrücken. Da» müßte heute vielen hinter die Ohren geschrieben werden, wenn es auch nichts nützt. Die WlKerlmndMrilung beim Außenministerium. D.iS Deutsche Volksblatt in Neusatz nimmt in einer seiner letzten Folgen zur Errichtung einer Völkerbundabteilung beim jugoslawischen Außenmini, stcrlum Stellung. Wir geben die bemerkenswerten Ausführungen, denen infolge deS gegenwärtigen Be-fucheS des Generalsekretärs deS Völkerbundes in Beograd erhöhtes Interesse zukommt, im nachsol-genden wieder. Das Deutsche Volksblatt schreibt: Der Völkerbund hat nun auch in unserem Außenministerium eine Heimstätte gesunden: es wurde «ine eigen- Abteilung geschaffen, die sich mit Äuge» legenheiten internationalen Charakters und z,var hauptsächlich mit Fragen deS Schutzes depr völkischen Minderheiten ' besassen wird. Unser Staat hat sich seine, zeit beim Abschuß der FriedenSverträge am längsten gesträubt, den internationalen Minderheiten« schütz an,uerlennen, utib unsere Vertreter bei der Tagung der Völkerbundliga in Prag haben gleich« wie die übrigen Mitglieder der kleinen Entente in wenig rühmlicher Weise gegen die von der Mehrheit gefaßten Beschlüsse Stellung genommen. Seither haben sich nun anscheinend auch in unseren amtlichen Kreisen die Anschauungen über die Verbindlichkeit der Völkcrbundentfchließungen gewandelt. Der Völ« kerbund Hot gewiß keinerlei militärische Druckmittel zur Verfügung, um seinen Forderungen und Ent« fcheidungen bei den Mitglicdstaaten Geltung zu ver« schaffen; aber sein moralische« Ansehen, da» er sich biLher in dec Völkergemeinschaft erworben hat, reicht hin. um seine Beschlüsse auch in jenen Ländern durchzuführen, wo die öffentliche Meinung die na-tionalen Miuderhetten entweder als nicht vorhanden oder alS Freiwild zu betrachten pflegt, an dem jeder beliebige seinen Zjhn wetzen kann. Es ist soweit gekommen, da« die amtliche» Delegationen der Mit-gliedstaaten e» als peinlich empfinden, wenn ihre nationalen Minderheiten von ibem Siechte Gebrauch machen und stch mit Beschwerden an das Völker« bundsekretariat wenden. DaS Schamgefühl ist wach« geworden, vor der internationalen Welt als Unter» drücke? der «leinen und Schwachen dazustehen, und das ist immerhin ein Foritchritt gegen den früheren Zustand, wo sich die Gewalttätigkeit im offenen Tageslichte ungescheut auswirken dürfte. Unser Außenminister Dr. Niniic hat bei der jüngsten Tagung des Völkerbundes mit einer gewissen Be-friedigung darauf hingewiesen, wie human und duld-sam die nationalen Minderhulen in Südslawien behandelt werden. Er wäre in die ärgst« Verlegenheit geraten, wenn eine Beschwerde der deutschen oder magyarischen Minderheit aus dem SHS Staat vor-gelegen wäre, worin beispielsweise bloß die eine den Schutzdamm der Bodenbebauung seither »eugcwon-»ene Land, bisher eine, weit über 1000 Joch große, »„bebaute, als Gcmeindeweide verwendete gtäche soll nun nach der Agrarreform, von deren Begünstigungen die Deutschen bekanntlich ausgeschlossen sind, an die serbische Bevölkerung verteilt werden. Unser Fußmarsch jagte un» genug der Eigentümlichkeiten deS Lande»: ein« armselige Ztgeuneransiedlung mit ihren offenen Feuerstellt» und winzigen, mit Schilf gedeckten Lehm-buve», die Menschen und Tieren gemeinschaftlich Obdach gewähren; al« geschichtliche Erinnerung verfallene R?mer-schon,en; ferner den Honig Peter (FranzJosef»).Kanal, der, kaum 20 Meter breit und arg von Schilf ver-wachse», nur kleinen Barken Schiffahrt gewährt. Trotz aller dieser Entwässerungsanlagen deckt noch weite Strecken ein wogende» Schitfmeer, von Wasservögeln belebt. Wir käme» schließlich vorbei auch an jene» Maitfeldern, die vor kurzem durch etliche räuberische Ueberfälle auf Wanderer Berühmtheit erlangt hatten. Mein Begleiter erzählte mir von der nächtlichen Treibjagd auf diese Bande. Die Ortschaften der Umgcgcad waren, mit allerhand Waffen beivehrt, einige hundert Mann stark ausgerückt, um die endlose» Fetder, herrliche Schlupf-Winkel, zu durchstreifen, leider ohne Erfolg. Endlich lernte ich auch die Batschka bet Sturm und strömendem Siegen kennen, dann kann man auch ob solch trostlose», «olkenvelhanzenen L«idschaft»bildeS die Schwermut und Versonnenheit der Landzleule Lenau» begreifen. (Fcrtsetzung folgt.) Tatsache angesührt gewesen wäre, daß die nationalen Minderheiten bei uns noch immer zum großen Teil vom Wahlrechte ausgeschlossen sind. So hat also die übertriebene Loyalität der nichtslawischen Mit-Kürzer den Außenminister Dr. Nincic vor einer schlimmen Bloßstellung bewahrt. Dr. Nincli hat wohl alle Ursache, diese« Ver-halten der nationalen Minderheiten in Südslawien anzuerkennen. Die Errichtung einer eigenen Völker-bundabteilung im Außenmintsterium ist allerdings bloß der erste Schritt dazu. E« müssen Taten folgen, wenn diese neue Einrichtung nicht ein Truggebilde werden soll, dazu berechnet, dem Auslande ein Blendwerk vorzugaukeln. Die nationalen Minder-heiten habe» natürlich nichts dagegen einzuwenden, wenn ihre Wünsche und Beschwerden, bevor sie an da« Völkerbnndsekretariat geleitet werden, zuerst in dec Völkerbundabteilung im Außenministerium ge-sichtet und geprüft werden sollen, aber sie müßten stch dagegen verwahren, daß ihre Denkschriften ent-weder in den Aktenschränken liegen bleiben oder in den Papierkorb geworfen werden. Die nationalen Minderheiten habe» übrigens, wenn eine solche Ten-denz vorherrschen sollte, noch immer die Möglichkeit, unmittelbar an den Völkerbund zu appellieren. Schlimme Erfahrungen mit der Völkerbundabteilung litten sicherlich den einen Erfolg, daß diese Instanz vo» den nationalen Minderheiten späterhin einfach übergangen würde, und Dr. Nincii würde ein zwenesmal bei einer internationalen Vülkerbundtagung vielleicht nicht mehr unwidersprochen bleiben, wenn er seine nationale« Minderheiten der Außenweit als Dekorationsstücke für den DemokratiSmu« und die Humanität des südslawischen Staates vorzuführen versuchen sollte. Die nationalen Minderheiten müssen auch Wert daraus legen, daß in der Völkerbundabteilung des Außenministerium« nicht solche Personen da« große oder entscheidend.' Wort führen, die zu jedem Früh-stück einen Deutschen oder Magyaren blau gesotten verzehren möchten. Die Forderung, daß in die Völ« kerbundabteiluvg auch Vertrauensmänner der natio-nalen Minderheiten aufgenommen werden sollen, ist sachlich sosehr begründet, daß sie als selbstverständlich gelten müßte, wenn wir nicht die Erfahrung gemacht hätten, daß bei uns die selbstoerständlichsten Dinge zu hochbedeutsamen Haupt« und StaatSaltioiien aus-gebauscht werden. Man kann begierig sein, was für eine Tätig» keit die Völkerbundabteilung im Außenministerium entfalten wird. An Arbeit und Material wird e« gewiß nicht fehlen. Schou die Regelung deS Wahl. rechtSverhältnisse« könnte ein ergiebige? Feld der Be'ätigung bieten. Nicht die Einrichtung der Völker-bundabteilung al« solche kann den nationalen Min« derheiten Vertrauen einflößen, sondern die praktische Arbeit, die dort geleistet werden wird. Wir werden hoffentlich bald 5te Erfolge wahrnehmen können. Pnlilischf Rundschau. Inland. Der griechische Außenminister in Beograd. Vor einigen Tagen sand in Beograd eine Be-sprechung zwischen dem Ministerpiästdenten Pasit, dem Außenminister Dr. Ninö.k. dem griechischen Außenminister PolitiS und dem griechischen Gesandten Diamandopulo« statt. Es wurde über die Ab-schlirßung eines Handelsvertrages und über die Ra-tifizierung deS schon vor dem Kriege geschlossenen Abkommens über den Hafen von Saloniki nerhan-delt, das einen regelmäßigen Verkehr v«n Serbien zum Meere ermöglichen soll. Auch bezüglich deS Ausgange« Bulgarien« zum Aegäischen Meere kam man zu einem sür diese« Land günstigen BeratungS« ergebni«. Der Rücktritt des Kriegsministers. Auf der Ministerratssitzung vom 3. November l. I. teilte Ministerpräsident Paä c mit, daß der Kriegsminister General Milrs Bas i seinen Rücktritt angcmel»et habe. General Vo»c führte in einem besonderen Schreiben die Gründe seiner Demission an, unter anderen die Tatsache, daß ihm der Mi-nisterrat die Kreditersordern'sse sür Ausrüstung und Verpflegung des HeereS nicht bewilligt habe. Zu seinem Nachfolger ist General Peter Pcs c, der bis» herige Ehef be« Generalstabes, auSersehen worden. Ausland. Mussolini für die Durchführung der Verträge. Im Beograder Außenministerium ist vor einig n Tagen eine Mailänder Meldung eingelaufen, der-zufolge der italienische Ministerpräsident Mussolini sobald wie möglich mit dem jugoslawischen Außen» minister Dr. Nincti eine Konferenz über da« poli« tische Verhältnis zwischen Italien und Jugoslawien abhalten wolle. Unserem Gesandten in Rom Dr. Antonj'vii gegenüber äußerte sich Mussolini, er werde die Verpflichtungen seiner Vorgänger und die internationalen Verträge, namentlich das Abkommen von Santa HRargherita zwischen Italien und Iugo-slawien, erfüllen. Er wünsche nicht, daß da« freundschaftliche Verhältnis zwischen Italien und Jugoslawien durch die politische Umwälzung in Italien geändert werde, sondern daß sich dieses freundschaftliche Verhältnis im Gegenteil noch ver» tiefe. Umsturz in Konstanttnopel Wie aus Konstantinop?! gemeldet wird, kam es dort zwischen türkischen Demonstranten und englischen Soldaten zu blutigen Lwischenfällev, wo» bei einige Türke» erschlagen wurden. In der. Stadt herrscht Anarchie und der Sultan soll glflohen sei». Der kemalistische Generalgouverneur Rifaat Pascha teilte den alliierten Kommissären mit, daß die Mi-nistcr de« Sultans abgetreten seien und daß die Angoraregierung die oberste Gewalt in die Hände genommen habe. Er fordere die Kommissäre und die alliierten Truppen auf, sofort Lonstantinopel zu ver-lassen, wo ihre Anwesenheit überflüssig sei. Kemal Pascha beabsichtige, Truppen Überzusetzen, welch« die Ordnung und Ruhe aufrechrerhalten werden. Die Angoraregierung erkenne zwar das Abkommen von Mudania an, verbitte sich aber jede Einmischung der Alliierte» in die inneren Verhältnisse der Türkei. Die Kriegsschiffe aller Nationen müssen um die DurchfahrtSb.willigung durch die Dardanellen er-suchen und der neuen Regierung den üblichen Ka nonenfalut darbringen. In Frankreich, England und Italien hat die neue Haltung Kemal Paschas un-geheuere Ueberraschung hervorgerufen. Wahlsieg der deutschen Minderheit in Lettland. Wie au« Riga gemeldet wird, sind von den hundert S tzen des lettischen Parlaments sechs den Deuischbalten zugefallen. Die Deutschen Lettlands haben alle Parleizwistigkeiten, die es natürlich auch unter ihnen gibt, beiseite gelassen und sind als eine einheitliche Minderheiltpartei in den Wahlkampf gezogen. Diese Geschlossenheit und Einheit hat auch auf lettische Kreise mächtig gewirkt. Und e« sind derart nicht nur die deutschen Wähler in überraschend hohem Prozentsatz dem Rufe zur Urne gesolgt, sondern auch aus lettischen Parteien und Kreisen sind den deutschen Kandidaten, al« den Vertretern der Arbeit und Ordnung, eine große Zahl von Stimmen zugeflossen. Wahlausfichten der Deutschen tn Kongrehpolen. Wie die Lodzer Presse berichtet, hofft die deutsche Minderheit im ehemals russischen Gebiete Polen«, bei den am 5. November stattfindenden Sejmwahlea sieben deutsche Adgeordneie und bei den am 12. No* vember stattfindenden SenatSwahlen eine» Senator durchzubringen. Wir werden nach Eintreffen der Wahlresultate die Gesamtzahl der deutschen Abgeord« neten in Polen mitteilen. Ans Skaöi uns land. Er fei endlich in der glücklichen Lage» triumphiert der Ljubljanaer Jutro in seiner Folge vom 5. November l. I., feinen Lesern al« befon» deren Sonntag«draten die Namen einiger Eillier Deutschen servieren zu können, die unserem politisch-wirtschaftlichen Vereine als Mitglieder beigetreten sind. Wir wissen nicht, wa« wir an dieser Aus» zählung mehr bewundern sollen, die Großzügigkeit de« politischen Denken« de« JutroberichterstatterS, die Zwerghaftigkeit der Mittel, die im Kampsegegen die politische Organisation der Deutschen zur An-Wendung gelingen, oder die Naivität, die i» früh-lichec UaterscheidungSlosigkeit die bürgerlichen Berufe und Religionen mit der politischen Organisation vermengt. Die deutsche« Bürger unserer Stadt haben nie versucht, ihre Nationalität zu verheimlichen. Es ist eilt« gegen tausend zu wetten, daß jeder slowe- Tretet alle dem Politisch-loirtslbaftlichen Verein der Deutschen bei! Nummer 90 (Uflec Aei tu a y Geile 3 nifche Mitbürger, der e« mit ihnen in geschäftlicher oder gesellschasilichn Hinsicht zu tun bekommt, sich keinen Augenblick einem Zweifel hingibt, daß sie Deutsche find und daß sie alS solche den vorge-schrieben?» Weg politischer Ehrenhaftigkeit zu gehen haben. Jeder Slowene, der aufrecht denkt und dem daS Festhalten an der eigenen Nation Respekt ab-nötig», hätte bei der ersten Nachricht von der Gründung des Polilisch-wktschaftlichen Vereines der Deutschen die Namen leicht aufzählen können, die ihm schließlich angehören mußlen, ohne erst das journalistische „Glück" deS Juiro abwarten zu müssen. Die Wirkung, die sich der Jutroberichterstatter von seiner „Entdeckung" verspricht, ist also sehr daneben gefallen, denn eS gibt nichts Natürlicheres, al« daß die Deutschen, die bisher ihrer politischen Rechte entraten mußten, sich bei deren W edervcr-leihung einer Organisation anschlössen. Ganz natür-lich einer eigenen Organisation. DaS Entgegenkommen, daS ihnen feit dem Umstürze in politischer und an-derer Beziehung von slowenischen Organisationen zuteil wurde, machte ihnen keine verlockend, groß-zügig und reinlich genug, sür eine von ihnen ihre Stimmen abzugeben. Von allen am wenigsten jene, deren Vcrsecheer der Ljubljanaer Jutro ist. Wenn wir diesem Blatte heute In aller Form unsere Erkenntlichkeit für die Anwendung solcher Praktiken auSsprechen, so mag e» sich vielleicht wundern. Und doch ist eS so. Wir sind ihm verbunden. Denn auf ein« fo eindringliche Weife Reklame für unseren Berein zu machen, wäre uns gar nicht möglich. Man lieft in eigenen Blättern ost über Dinge hin-weg, die erst dmch die Beleuchtung und die Entdeckertalente gegnerischer Blätter sest in die Ueber-legung eingepreßt werden. Der Ljubljanaer Jutro hat die selbstverständliche Tatsache festgenagelt, daß die Cillier Deutschen ihrer politischen Pflicht nach-kommen. Daß diese Feststellung im kleinlichen und gehässigen Tone jener Kawvseeweiie geschieht, die aus den Scharmützeln des Ljubljanaer BlatteS mit anderen slawischen Parteien, in der jüngsten Zeit auch mit dem älteren Flügel der eigenen Partei, zum Ueberdrusse bekannt tft, kann unS Deutsche nicht im geringsten wundern. Da man genötigt ist, in Ermanglung eines Schärferen uns nur damit zu bekämpfen, daß man den eigenen Lesern und un« die wichtige Mitteilung macht, wer alles in poli-tischer Hinsicht bei uns steht, können wir sehr zu-frieden sein. ES würde mangelnde Seelenkenntni« verraten, wollte man nicht annehmen, daß jede« anständigen Menschen in feinem Titfinneren der Mann imponiert, der nicht nur in seinem Privat-leben und in feinem Geschäft, fondern auch in politischer Beziehung Grundsätze und auf-rechte Mannhaftigkeit beweist, der nicht wie ein Rohr im Winde fchwankt, sondern daS, waS er ist, auch iu der Oeffeutlichkeit beweist. Wir sind Deutsche, haben da« nie verleugnet und brauchen unS dessen in keinem Augenblicke zu schämen. Die Gehässigkeit, welche die einzige Waffe ist, die man die ganze Zeit her und natürlich heute umfomehr gegen unS schwingt, sind wir gewohnt und sie läßt un« völlig kühl. Daß sie eine gegenteilige Wirkung zeitigen wird, al« der Ljubljanaer Jutroberichterstatter er-wartet, daS ist im Gegensatze zu früher, wo wir noch keine Organisation hatten, in der wir un« sammeln konnten, ein positiver Erfolg. Die Notiz im Ljubljanaer Jutro ist durch die Aufstellung der Beispiele eine wirksame Unterstützung unsere« Aufrufe« an unsere Leser: Tretet alle dem politisch, wirtschaftlichen Verein der Deutschen bei! Dem Ljubljanaer Jungdemokralenblatte aber sagen wir: Ein anderes Mal wieder, denn wir brauchen solche der vielen Vorreite vejen iliiJl^ uk und oMen Blindschüsse. Unsere Dankbarkeit wird nicht auS-bleiben. Dah das «ine Feftnummer war. findet auch der Sloven«ki Narod und meint, der Jutro habe am Sonntag alle Register aufgezogen: Terror, Einschüchterung, süße Worte und Versprechungen, Geschimpfe und Kleinlichkeit. Die Herren müßten endlich einmal lernen, daß diefe Methoden ganz ausgetreten sind und nicht mehr ziehen. Wozu eine solche Erbitterung, wenn die Gegner lo bedeutungs-loS und winzig feien. Wen man nicht zu fürchten habe, den lasse man in Ruhe. — ES ist ganz na-türlich, daß daS alles im Bezug aus den Streit der „Alten und Jungen* gesagt wird nnd nur eine kleine Probe der Liebenswürdigkeiten Ist, die sich die Herrfchaften alle Tage darbringen. Unsere Aus-safsung vom „SonntagSbraten" war ganz zutreffend. Daß die mehrfache Anrempelnng der Deutschen zur Tafelmnfik gehörte, wird nun jedermann einleuchten. Wie könnte man auf daS älteste und beq»«»ste Zug-stück verzichten, obschon es fo sehr, fehr abgeor-gelt ist ... ! Dle Jungdemokraten wollen die Kaufleute und Gewerbetreidenden ins Bockshorn jagen. So erzählt der SlovenSki Naro», der bekanntlich die Jntereffen der neuen »Jugoslawischen Bereinigung" im Ljubljanaer Ge-meindewahlkampfe vertritt und nun schon feit Wochen mit dem Jutro in der heftigsten Fehde liegt. ES sand nämlich am Dienütag eine BerirauenSmänner-Versammlung im Ljubljanaer Kasino statt, vor deren Besuch da« Jungdrmokratenblaii um GotteSwillen warnte, da man dort mit Demagogie urtd Hetze auch Kaufleute und Gewerbetreibende für die „Vereini-gung" keilen wolle. Sie fei nur für folH« Köpfe beabsichtigt, die nicht denken können. Die magyarische Sprache in der Tschechoslowakei. Die tschechoslowakische Regie-rung hat eine Verordnung «? lassen, derzufolge alle höheren SlaatSbeamlen die ungarische Sprache zu erlernen haben. Zu diesem Zwecke wurde eine be-sondere Zulage ausgesetzt. Die Slowenen in Deutschland. Einer Mitteilung der Schlesischen Zeitung zufolge leben im rheinisch westfälischen Jndustrierevier neben den vielen Taufenden von Polen als Kohlenarbeiter mehrere Tausend Südslawen, die zum Teile auch kleine Handwerker oder Gastwirte sind. Es sind zu-meist Slowenen aus Kram und Untersteiermark, die wegen der besseren Bezahlung und der höheren sozialen Fürsorge nach Deutschland kamen. Ihre völkische Eigenart haben sie sich bewahrt, wozu nicht wenig der Umstand beitrug, daß die Geistlichen sich be-mühten, ihre Heimatsprache zu erlernen, um besser mit ihnen verkehre» z» köiinen. Die rheinländifchen Slowenen haben 15 slowenische Vereine mit über 3000 Mitglieder«, die sich im Jänner dieses Jahres in Gladbcck zu einem »Verband der katholischen slowenischen Vereine im rheinisch:westfälischen Industriegebiet" zusammengeschlossen haben. Die reich?» deutschen katholischen Geistlichen kommen alfo der im Verhältnis zum deutschen 60-Millionenvolk« so ver-schwindend kleinen slawischen Minderheit soweit ent-gegen, daß sie sogar die Sprache der Polen und Slowenen erlernten. Wie weit ist man bei un« noch entfernt von einem derartig großherzigen Emg-gen-kommen gegen die bodenständigen deutschen Bürger! Die Minoritätenfrage und der Völ« kerdund Unter dieser Aufschrift bespricht der Ljubljanaer SlovenSki Rarod in seiner Folge vom 17. Lkober die Behandlung der Minderheitenfrage aus der letzten Bölkerbundtagung. Er nennt die Denkschrift der Deutschen in der Tschechoslowakei ein pangermanischeS Manöver, durch da« der Versuch gemacht wurde, die Ordnung in Mitteleuropa zu stören, indem eS sich auf die Frieden «Verträge und de» Völkerbund stützte, da die Nachfolgestaaten mit den FriedenSverlrägeu zusammen „einige" Punkte (den MinderheitSschutzvertreg) unterschrieben hätten, welche die nationalen Minderheiten berühren. ES habe sich in dem deutschböhmtschen Memorandum darum ge-handelt, darzutun, daß die Nachfolgestaaten die un-terfchriebenen Verpflichtung«», nicht erfüllten. Nun fei e« aber anders gekommen. Die Art, in der die Minderheitenfrage in G?nf verhandelt wurde, hab« gezeigt, daß die germanischen Manöver vollkommen mißglückt seien und daß die Frag« aus gegenseitiger rechtlicher Grundlage gelöst werden wird, und zwar so, daß weder die Souveränität der Staaten verletzt, noch die Lebensrechle der Minderheiten beschränkt werden sollen. — Wir sind mit diesem Ergebnisse der Genfer Tagung sehr zufrieden, wenn e« nämlich ehrlich zur Durchführung gelangt, und auch das Biermillionenvolk der Deutschen in Böhmen wird wohl kaum etwa« anderes zu erreichen getrachtet haben, al« eben die Achtung seiner Rechte. Soweit gehen wir mit dem zitierten Blatte ohneweiter« zu-sammen. Nur sind wir der Ansicht, daß über de« Jubel über das angeblich« Fehlschlagen der deutschen MinderheitSschutzforderungen und über der starken Betonung der Souveränität der Nichsolgestaaten das eine vergessen wurde: nämlich daß auch Italien «in Nachfolgestaat ist und daß dort ein großer Teil deS slowenischen Volkes um seine Rechte kämpft, Hundert-taufende von Slowenen aus eine« Gebiete leben, daS die flowenische Preffe als „Unerlöste Heimat" bezeichnet. Pettauer MLnnergesangoerein. Für die am 11. d. M. stattfindende Liedertafel herrscht bereit? lebhafte« Jntereffe. Außer den bereits ge-nannten Chören werden das ungemein zarte und duftige Lied von Abt .Mir träumte von einem KöiligSkindc', ferner die bekannten und ihre Wir-kuug nie verfehlenden Chöre «Nachtzaub«r* (Storch) und „Wie's daheim war" (Wohlgemut) und schließlich Julius Wengert'« hinreißender und jugendsprühender „Burfchenadfchied" gcsungrn. In dir Leitung der Chöre teilen sich die drei Chormeister der mitwir-kenden Vereine Dr. Eduard Buöar, Her«ann Frisch (Maribor) und Dr. Fritz Zanggcr^(Celje). Die Leitung der Musik liegt in den Händen de« Herrn Dr. Zangqer. Heute Konzert des gikaquartettes DaS mit größter Spannung erwartete Konzert de« Zik^quartette« findet heute, Mittwoch, um halb 9 Uhr abends im kleinen Saale de« Hotel Union statt. Die noch restlichen Karten find bei Frau Kodak, Alekfandrova ulica, erhältlich. Alles Nähere aus den Plakaten. Martinifest der freiwilligen Feuer-wehr in Gaderje. Sonntag, den 12. November, findet im Gasthaus« Pristovsek in Spodnja Hudinja ein von der freiwilligen Feuerwehr Gaberje verau. staltete« Martinifest statt. Da der Reingewinn zur H-rrichkung der Feuerwehrgerät? verwendet wird, wäre eS wünschenswert, daß sich ein möglichst zahl-reichcS Publikum eiofindet. Lichtverschwendung. DaS andere hiesige Blatt hat schon einige Male mit vollem Recht auf die Lichwerfchweuduieg hingewiesen, die durch da« Brennen der elektrischen Straßenlampen am hell» lichten Tage entsteht. Trotzdr» dieser Hinweis auch in einrr GcmeinderatSsitzuug Gegenstand der Ber« Handlung wurde, ist, wie wir nun schon öfter« be. merken »ußten, alle« hübsch beim alten geblieben. So konnten wir am Sonntag um 4 Uhr nach-mittags unter einrr feenhaften elektrisch«« Straßen-beleuchtung spateren gehen. Es würde uuserer An-ficht nach dafür stehen, einem Laternenanzünder Sonntagsschichten zu bezahlen, weil diese in keinem Verhältnis zum Schaden stünde«, den das Brennen so vieler starker Lampen dem Gcmeindefäckel zufügt. ES ließen sich ohne Mühe ganz nette Summen herausrechnen, wenn man den starken nutzlosen Stromverbrauch in einer durchschnittlichen Brenn» dauer von sonntäglich zwei Stunden und die Au-zahl der La«pen in Berücksichtigung zieht. Gemeindeerträgnisfe. Wie de« Ljub-ljanaer Jutro aus Maribor gemeldet wird, hat dort eine allgemeine WohnungSaufnohme unter Vermessung der Räume stattgefunden, u« eine neue WobnuogS-steuer einzuführen. Die Kosten hätten sich auf 30.000 Kronen belaufen. Die Kosten für die Ein-Hebung der Kopfsteuer in Gast- und Kaffeehäusern haben in Maribor 300.000 K beiragen, während der Ertrag biSher 100.000 K ausmacht. — Kommentar überflüssig. Der Himmel hat sich in der letzten Zeit noch einigemal« ausgetobt, a« kräftigst«» im Wolken» bruche von Samstag abend«, um »un einige Tage versöhut und strahlend auf da« durchschwemmte Land herabzulachen. Die Sann und ihre Zufiüsf« waren stark angeschwollen und haben beträchtlichen Schaden getan. Veränderung der Süddahnfahrord» nung. Vom 5. November an treten in der Süd-bahnfahrordnung folgende Veränderungen «in: Zug Nr. 42 (Ljubljana—Maribor) ob Ljubljana 5 Uhr 40 Min. entfällt; dafür verkehrt Zug Nr. 42 a ad Ljubljana 5 Uhr 24 Min., an Maribor 9 Uhr 33 Min. Auf der Lokalbahn Siover.Ska Bistriea-Station und Slovenvka Vlstrica Ort treten mehr» sache ZugSänderungen ein. Wie groß darf der übliche Rein-gewinn in einem Geschäfte fein? Auf diese Frage der hiesigen Gerlch:Sbehöroe gab die Abteilung für soziale Fürsorge Antwort und setzte sest. daß der übliche Reingewinn im soliden Handel und bei stabilen Preife» folgender ist: Seite 4 Cillier Zeitung Nummer W bei «n groS en detatl Mehl........3—5%. S— 8<>/#; Zucker........2-3%, 2- 4°/0; Fett........4- 6*/vt 6- 8%; «äffte........6-8%, 8-12%; ReiS........3—5%, 6-10%; Oel........4- 6%. 6—10%; Teigwaren ...... 4— 6%, 6—10%; Zichorie.......3- 4%, 8-10%; verschiedenen Likören . . 3—12%, 15—20%; Manusakturwaren . . . 6— 8%, 15—25%; Weißwaren u. UntersuUer 5— 7%, 10—15%; Galanteriewaren .... 8—16%, 25—30%; Leder........2- 4%, 6—10%; Schuhwerk......8—10%, 18—25%; fertigen Kleidern .... 8—10%, 18—25%. Wie schon erwähnt, gilt dies sür wirklich solide Geschäfte und es wurden in FriedenSzeiten die Zahlen wahrscheinlich nie überschritten. Nur aus« nahmSweise wären größere Prozente zuläfiig, z. B. bei Waren, die gern in kurzer Zeit verderben, zer-brechlich sind (leichte» und seines GlaS) oder die in Wirklichkeit Luxus bedeuten. ES ist sehr, ver-ständlich, daß beim Zurückgehen der Preise, waS gerade gegenwärtig zutrifft, der Reingewinn dieser Prozente nicht erreicht wird. Der hiesige Appro-vifionierungSauSschuß erachtete es am Platze, den üblichen Reingewinn zu erhöhen, u. zw. beim Verkauf von Mehl im Detail 3— 5# ; * ii w 3*'t » - 6—10#; „ „ „ Kaffee, ReiS, Oel, Teigwaren und Zichorie im Detail......8—12#. Wir veröffentlichen diese Daten, damit die Äoa-snmenten in der Lagt sind, sich das richtige Bild von den zuläffigen Preisen zu machen und die so-liden Kaufleute von den unsoliden zu unterscheiden. Bet der heutigen Konjunktur der falleaden Preise kann aber, wie schon oben betont, der übliche Rein-gewinn die angesührten Prozente nicht erreichen. Höher geht's nimmer! Wie die sloweni« sehen Blätter melden, kam dieser Tage der Mino» ritevpriester Baupotiö aus München in Ptuj au. Vaupotii wurde in München bei einer Operation ein Fuß amputiert, weshalb er sich zweier Krücken bedienen muß. Als er in Maribsr ankam, wollten ihm unsere Zollbeamten unter allen Umstände» die Krücken hoch verzollen. _i_ Holz-, Blech- and Metall-Bearbeitungs- Maschinen und Werkzeuge sowie Transmissionen, Motoren, Dreschmaschinen and Pflöge ständig auf Lager bei Karl Jetzbacher A.-G., Zagreb, Generalvertretung der Zimmermann-Werke in Chemnitz, A. B. C.-Motoren-Gesellscbaft in Wien-Guntraiusdorf, Arthur Häuser & Co., Schweissanlagen. Korrespondentin der slowenischen, gerbo-kroatischen und deutschen Sprache rollkommen mächtig, wird in grösseres Unternehmen in der Nähe von Ljubljana per sofort gesucht. Gefl. 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Celje, im November 1922. Robert SoviG, EßSON GummiaLsaiz erKaHeo JKr ScKuKwetlc dauerhofi m Erhältlich in allen besseren Ledergeschälten und en gros bei: BERSON-KaUCüK D. D., ZAGREB, Wilsonov trg 7. Seilbahnen, Förderbahnen und Wasserkraftanlagen projektiert und baut | Ingenieurbüro BUGHLEITNER & KRIEGER, Salzburg K W ERNST-THUN-STRASSE Nr. 11. wL Furnituren Werkzeuge, Uhren, nur en gros. Rudolf Pick, Zagreb, Jlica 47. Wassermühle za kaufen gesucht. Offerte zn richten an Peter Ulrich, Glogon, Banat SHS. Einige Waggon prima Bundstroh (Korn) habe billigst franko Waggon Cakovec abzugeben, auch Presstroh, Julio Hoffmann, Cakovec, Medjimarje (Jugoslavien). Telephon 31. Zwei fast neue Schreibtische ein Toilettetisch sowie eine Pendeluhr und ein geschliffener Spiegel sind wepen Abrei.-e zu verkaufen. Anzusagen bei H. Petek, T ischlerei im Hofe Gosposka ulica 9. Herrn Apotheker Gabriel Piccoli in Ljubljana. Dr. Kopriva, Sa-nitätsrat und Stadtphysikua in . 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