Nr. 186. Dienstag, 17. August 1886. 105. Jahrgang. Mbacher Zeitung. «an,lÄhr,g st-15, halblähri« ss. 7.50, 3m «omp<°il- ll°inc ?>'' b'e ^ufieN.m« i„« Ha»« ga..Mi>n N, i, - Infertlonsyebiir: stttr bi« ,„ < ^.,,,en 2f.,l,, «röf„re vr. .^c,l^ «s«.: b<>> ^st,..-» wi.b. »holunncn pr. ^e.lc » sr. Die „paibachcr Leitung" «scheint «a«lich mit «uOnahmc bei Sonn und ffeierta«. Die «d««nlftl»»lon befindet fich Vahnhofftraße ,5. die «ed«t!o» W!en»l»rah« ,ö, — NnftanNerte Vrief« werbe» ,'ichl annenommen ,,nb Manuscript« nichl zusscknefttllt. Unülicher Eheil. Allee's/' "'^ ^ Apostolische Majestät habe» mit Dra^»' U'tterzcichllctcm Diplmue dem Major des Na,?K?!Ments Graf von Neipperg Nr. 12 Ferdi-'Edspv '! ^" Adelstand mit dem Ehrenworte qnäk.sl ""° b"" Predicate «Ravelsberg. aller-^""t"gst zu verleihen geruht. Alleres/' ""^ l. Apostolische Majestät haben mit ^ll?"7 Entschließlmg vom 4. August d. I. dem ^7"""sm>,trolor Philipp Ei chin a er anlässlich stand :,'^'^n Versetzuug in den bleibenden Ruhc-sehr?rl ' ^'"'k"nulNss seiner vieljährigen treuen und tniserli^ '^«^"' Dienstleistung taxfrei den Titel eines "yrn Nathes allerguädigst zu verleihen geruht. Alleres/' ""b k. Apostolische Majestät habeu mit vom 5. August d. I. dem Ichan, r der kärntnerischen Sparrasse in Klageufurt lährine, . ^ ^"chs in Anerkennung seiner viel-diknstf',, ""°"'lsN>chm Wirksamkeit das' goldene Ver-gMlht. '"^ ^"' '^"^' allcrgnädigst zn verleihen Nichtamtlicher i^heil. Cholcra-Illsttliction. ll. sich h':'s^'ls den vorstehenden Bemerkungen ergeben kn"mf„,^ ? Grundsätze, nach welchen bei der Ve-kehr.il, '^ " ^^era vorangehen ist. sowie die Vor-EiiM' ' welche zu treffen sind. um einerseits die vttbreif,.. "Ü b^ Cholerakeimes und dessen Weiter->»,d ,.n ^ b»rch den Verkehr möglichst zu hindern die aü si "s.^'^ !""' eingeschleppten Infectiousstoffe "'lzichen ? Vedinguugeu zu seiner Entwicklung zu ">»ss sch "l > denselben nnwirlsam zn nmchcu. Es ^'Ne Ess.is ^!^ hervorgehoben werden, dass der giin-vun h ' ^ "llcr Prophylaktischen Maßregeln wesentlich ^Völker», ^" ""b verständigen Mitwirknng der 'st dass >3 "bhängt, weshalb derselben nahezulegen ^'"n er ?^'"^ ^1 "'^ die Seiucu am besten sorgt, ^rzle in '/'^ Unterstützuug der Behörden uud der ^ lyrem Vcmühel, zur Abwehr der Seuche das Allgemeinwohl fördert nnd den getroffenen Anordnungen auch im eigenen Hanse Folge leistet. 10.) Absperruugs- nnd Contumazmaßregelu habe» sich, so oft uud wo immer sie versucht werden sind, zn Lande als wirknngslos erwiesen. Schon die internationale Sauitätsconferenz in Constautiuopcl im Jahre 18l)l) hat sich dahin ausgesprochen, dass Sauitätseor-done, in der Mitte einer dichten und zahlreichen Bevölkerung angewendet, von nnsicherem. selbst schädlichem Erfolge sind. nnd dir iuteruatioualcn Sanitätsconfe-renzen im Jahre 1874 zn Wieu nnd im Jahre 1885 zu Noiu haben Landquarautäueu und Sanitätscordone geradezu, als nutzlose Absperrmaßregeln bezcichuet. So weitgehende Schutzvorkehruugcu dürfen aber auch aus dem Grunde weder dem Auslande gegenüber noch gegen choleraversenchte Gegenden des Inlandes in Anwendung kommen, weil so weitgehende Vcrkchrs-bcschränknngen die wirtschaftlichen nnd Erwerbsvcrhält-niffe eines großen Bevölkcrungskreises in empfindlichster Weife schädigen, Arbeitslosigkeit uud in ihrer Folge Dürftigkeit uud Verkümmerung der Existenzbedingungen in Volksschichten, deren Widerstandsfähigkeit gegen Er-kranknngcn ohnehin eine geringe ist. gerade zn einer Zeit hervorrnfen, zu welcher die Volksgesuudhrit so bedenklich bedroht ist. I I.) Die zulässige», Abwehrmaßregeln, welche gegen die Einschleppung der Cholera zu treffen siud, lassen sich übrigcus uicht in eiucm allgemein anwendbaren Schema nach Art eines Receptes vorschreiben, weil Maßregeln, die erfolgreich sein sollen, sich nach den Besonderheiten richten müssen, welche die verschiedenen Orte nnd Gegenden, gegen welche sie gerichtet werden, in epidcmieologischer Beziehung darbieten, dabei auch die sauitärcn Verhältnisse, Eiurichtuugen und Vorlch-ruugcn in Bedacht zn nehmen sind, welche in den Orten und Ländern bestehen, gegen welche Abwehr maßregeln nöthig sind, und in jenen Orten uud Ländern, welche geschlitzt werden sollen. 12.) Die znr Verhinderung der Einschleppnng der Cholera aus dem Auslande anzuordnenden Schutzmaßregeln bestehen in der Ucberwachnug des Verkehres an den Eiubruchstatioueu der Eisenbahnen, der Straßen, der Binnenschiffahrt, eventuell auch in der Ueberwachuug uud sogar Absperrung der Uebcrgaugs- uud Schleichwege iu Gebirgsgegenden. Wenn auch bei dcu gegcu-würtigeu, sehr complicierten Vcrkehrsverhältnissen eine vollständige Ueberwachung kanm erreichbar ist, die anzuordnenden Maßregeln keinen absoluten Erfolg garantieren, so wäre es doch ein Fehlgriff, deshalbe jede Vorkehrung au den Reichsgrenzen fallen zu lasfen und fich der Hoffuuug hinzugeben, dass durch die im In-laude getroffeneu Maßuahmen ein für sich allein ausreichender Schutz gegen die Entwicklung und Weiterverbreitung der Cholera erzielbar sei. Gelingt es auch uicht, alle Ursache», welche die Einschleppung der Seuche bewirken können, zu beseitigen, so ist doch schon Wesentliches erreicht, wenn die häufigsten und bedenklichsten Veranlassungen der Einschleppung des An-steckuugöstoffes gleich an der Reichsgrenze abgewendet werden. 13.) Zu dem Ende sind an den Eisenbahnstationen den Auslandsstaaten gegenüber, von woher die Invasionsgefahr besteht, Aerzte mit der Aufgabe zu betrauen, die Reisenden und deren Effecten einer sam-tärcu Revision zu unterziehen und die Meldungen des Eisenbahn-Begleitullgspersonales über die während der Fahrt gemachten Wahrnehmungen über das Befinden der Reisenden entgegenzuuchmen. Personen, welche cholerakrauk oder verdächtig erscheinen, sind von der Weiterreise auszuschließen, während der Fahrt erkrankte Personen sind nach Befund unter die Obsorge der nächst erreichbaren Gemeinde, welche telegraphisch von dem Aulaugcu eines solchen Kranken in Kenntnis zu scheu ist, zu stellen. Die Weiterbeförderung derartig Ertränkter bis zu einer entlegeneren Absteige station darf nur in dem Falle zugelaffen werden, wenn der Arzt mit Rücksicht auf den Zustand des Erkrankten sie für zulässig erkcuut. zugleich aber auch die Gewähr gegeben ist, dass die Ueberstellung des Erkrankten unter Wahrnehmung aller hiebei nöthigen Vorsichten erfolgen kaun und eine weitere Gefährdung der sanitären Interessen nicht zu besorgcu ist. Während der Fahrt ist ein solcher Kranker zu isolieren, den im Coup/ befindlichen Mitreisenden sind andere Plätze anzuweisen. Der betreffende Wagen ist außer Dienst zu stellen, vorschriftsmäßig zu desinficieren, zu reinigen und mehrere Tage ausgiebig zu lüften, bevor er wieder in Gebrauch genommen wird. 14.) Die sanitäre Revision der Effecten ist bei der zollamtlichen Behandlung in der Richtung vorzu-uehmeu, dass im Falle, als sich Wäsche, Kleider oder andere Gegenstände vorfinden, die nach der Art ihrer Feuilleton. Eine schöne Fran. 6lebse^^ wnuderbar zu Mitlag gegessen. Die Net vn,, " b""t aus Gurkfeld verschrieben, das wiltzfra /.. ""^ Zartheit wie der Kuss eines Pen-lchiinen M-^ " ^"^ "sici wie die Wangen eines ^"ehmstp 5^'6 »nd der Champagner anf das an» Men b..,?1 )"' N'" wer die erste Blüte des Iung- "llke,, f"'7 bereits abgestreift uud sich mit dem Ge-"Mitr>, ». n?'^ ""k "l" 'üblich durch das Lebeu zu "ach ein'.,,. ,.',^'dig vertraut gemacht hat. weiß fich und su r. wstl,chr„ Diuer wirklich wohl zu fühlen. ""e»n kill,... «n. " '" du'srm Auqcublicke. da ich iu !?r ein , ' Wmkel des Parkes im Grase liege, vor ^ttac si,s"""^ kleiues Tischcheu mit Kaffee uud ^achsene/ m L ""^ '"' Muudc eiuc «gut aus- ^ Atmest 3 h'"' ""d Wschleukere, selbst mit Nenrjyt. '"t dem König Kalakaua uicht zu tauscheu ^''"c'is?N der Champaguer war zu g»t! Der !!^ '" "^' "^ ,b" Duft meiner Cigarre wiegt ('^^l'qe ^ ^"",ue. ^) befinde n.ich in jenem ,^"nftaqun-H sn !' "'lchen man de,l Anfang des 2.^ rnlf^^Ä". «onuen diirste. Zwei Schritte ^ amM «^ ,^!'^"'.""" Ä"umeu eine Hänge- ^ des Schw s^"^ ^"" "cat die Herrin des Parkes 3'^t m 'd kVlä.^". ^m'l'laneu Augeu blickeu ^ ^ binte m "!.' ^^ Baumes, der seiue Aeste 2^W sich.,^.d>e schwer Flechte rothbrauueu ^'lcheu d,,' /,^ ; das Nebliche Gesicht ist bleich, und weiße Zähne hervor. Aus dem Spihenüberwurf, welcher ihreu Leib ziert, blickt das seidene, rosafarbcuc Uutertlcid hervor, uud die kleinen gelben Stiefelchen zeigen eine Spur ciues zartcu hellblauen Scidenstrumpfes. Ich hasse diese Frau! Ich besitze übrigens emeu gauzeu Schwärm vou Da»ueu im Vuudc, welche diese Frau uicht wcuigcr hassen als ich. Allerdings biu ich iu diesem rcizeudeu Flor der eiuzigc Mauu, deuu ich habe mich bisher vergebens auch nur um ciuen einzigen mäunlicheu Verbüudctcu umgeschaut, aber das thut weiter nichts zur Sache; uuser Hass ist groß genug, um die Verchruug des ganzen Männcrgeschlcchtes zu paralysieren. Es war im Äallsaal, wo ich sie z'lcrst erblickte. Sie sah reizend ans! Da ich eben frei war. beschloss ich, mich iu sie zu verliebe,,, und lieh mich ihr z>l diesem Behufe vorstellen. Sie war so lieb mit mir; sie blickte mir tief in die Augeu uud sagte mir die augeuehmsteu Dinge von der Welt. Als ich entlassen wurde, klopfte ich mir unter dem Frack auf die Brust und gestand mir mit einigem Erröthen, dajs ich noch immer das alte nnwidcrstehliche Kerlchen sei. welches alle Frauen ails den ersten Blick gefangennimmt. Allerdings wurde meiue Eifersucht sehr bald rege, dein, ich bemerkte mindestens acht Herreu, welche sich ebenfalls vcrborgeu auf die Brust tlovfteu uud wie ich die Schmeichelei vou dem sich zuflüsterten. Sie dachten ebeufalls die Erol'eruug der schönen Frau gemacht zu habeu uud wullteu vor Stolz einander uicht mehr kcuueu. Es wird fich ja zeigen, mit welchem von uns ! Ausgezeichneten sie es mit ihrer Liebeuswürdigkeit ernst gemeiut hat. dachte ich. Dak wird sie beim Tauze ücrratheu. Mit welchem sie am meisten tanzt, der hat ihre Eroberung gemacht. Also frisch voran! Darf ich, Gnädigste, nm die nächste Tour bitten? — Unmöglich ! Sie kommen zu spät. — Also dann vielleicht den uächsteu Sechsschritt? — Mir außerordentlich leid, er ist bereits versprochen. — Gnädige haben vielleicht noch eine Quadrille frei? — Eine Quadrille? —Wo den« ten Sie hin! Ich bin bereits für zwei Quadrillen des nächsten Balles engagiert. — Was konnte ich beginnen? Es wurde mir um meine Unwiderstehlichkeit ganz außerordentlich bange, und ich verkroch mich still m einen Winkel, von wo ich dem Tanze der schönen Fran zusah. Sie tanzte graziös wie eine Elfe und verrieth keine Spur vou Müdigkeit, trotzdem sie sich währcud der gauzeu Nacht keiuc Ruhe günneu konnte. Meiue siegreiche» Partner, welche ausgezeichnet wnrden, aber ebenfalls keinen Tanz erhalten hatten, barsten vor Zorn, aber ich lächelte ihnen verächtlich zu: Ich zürne dieser Frau nicht, welche mit der Hälfte der anwesenden Jugend freundlich couversiert, aber uicht tauzt, mit der audereu Hälfte tanzt, jedoch nicht conversiert. Ich zürne ihr nicht, aber ich hasse sie. Eine Frau, welche die gauze Nacht hiudurch tauzt! Wie mag es in ihrer Häuslichkeit ausscheu, wie müssen ihre Kinder erzogen sein? Und da soll der Mensch Lust zum Heiraten bekommen! Ich bedauere nur den armen Gatten, der das mit ansehen muss. Ha, wcuu Gott mir das Glück gegebeu hätt.', ihr Gatte zu seiu, ich wollte sie schon zur Raison bringen. Ich gieng traurig von dem Balle heim; mir wurde wieder eiumal eine Illusion zerstört, ganz gründ» lich zerstört. Diese modernen Frauen! Weun eine noch hässlich ist, geht es au. Sie wird nicht zum MlttrI' punkte der Gesellschaft erhoben, es wird ihr mchl numer fort geschmeichelt, uud da findet sie noch einen Äugen- tZllibllchcr Zeitung i»lr. I8i> 1536 17. August IM- Beschmutzung Träger des Anstcckuugsstoffes sein können, dieselben einer Desinfection und Reinigung unterzogen, im FaNe sie wertlos sind, verbrannt werden. 15.) Nach gleichen Grundsätzen hat die Ueber-wachling des Verkehres an der Reichsgrenze ans Binnensee- lind Fl.ssschiffen zu geschehen. 16.) Tritt die Cholera im benachbarten Allslande in der Grenze näher gelegenen Orten ans, so sind die den Verkehr vermittelnden Straßen und Landwege zu überwachen und nach Beschaffenheit der gegebenen Localverhältnisse von der politischen Aezirtsbchörde die geeigneten Schutzmaßregeln iu Antrag zu bringen. 17.) Da nicht jeder choleravcrdächtige Fall schon bei der ärztlichen Revision an der Grenze erkannt werden kann, so nnlss dem Gesundheitszustände der ans Choleragcgenden eintreffenden Personen auch noch in ihrem jeweiligen Aufenthaltsorte eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Es sind daher Gastwirte, Herbergsväter lind überhallpt Persouen, welche Unterkunftsorte für Fremde halten, zn verpflichten, über das Eintreffen solcher Fremder und deren Gesundheitszustand bei der Ortspolizeibehörde Anzeige zu erstatten und vorkommende verdächtige Erkrankungsfälle sofort zur Kenntnis der Behörde zu bringen. Letztere hat Vorsorge zu treffen, dass die Untcrkuuftsorte für Fremde einer besonderen sanitären Beaufsichtigung unterzogen, in Erkrankuugsfälleu dem Erkrankten die nöthige Unterkunft. Behandlung und Pflege gesichert, zugleich aber auch alles eingeleitet werde, was zur Tilgung des Anstecknngsstoffes und znr Verhinderung seiner weiteren Verschleppnng je nach Umständen erforderlich ist. 18.) Die vorbeugenden Maßregeln, welche gegen die Invasion nnd Weiterverbreitung im Inlande zn ergreifen sind, gehören zum großen Theile nicht nur der Seuchenpolizei an, sondern bilden die wesentlichste Aufgabe der öffentlichen Gesundheitspflege überhallpt, deren Anforderungen schon in gewöhnlichen Zeiten, wenn keine Epidemie in Sicht ist, genügt werden sollte, denen aber nmso energischer und vollständiger entsprochen werden muss, wenn eine Gefahr droht. Es kommt alles daranf an, den Anfängen zu widerstehen, zu verhüten, dass der Cholerakeim einen günstigen Nährboden finde, auf dem er sich üppig entwickeln uud vermehren kann. 19.) Es ist daher mit allem Nachdrucke dahin zu wirken, dass bereits vor dem Auftreten der Seuche die Reinigung des Bodens, der Häuser, der Gossen :c. vollzogen sei, damit beim Auftreten der ersten Cholerafälle, die stets eingeschleppt sind, dem Cholerakeime die günstigsten Bedingungen zur epidemischen Ausschreitung entzogen seien. 20.) Aus diesen Gründen ist auf die Reinigung der Straßen, Plätze und Gebäude von faulenden und fäulnisfähigen Substanzen, auf eine zweckmäßige Beseitigung der Abfälle der Hanshaltungen und gewerblichen Anlagen, insbesondere der Schlächtereien, zu dringen. Kann die Ableitung der Abfallwäfser nicht in genügender Art geschehen, so muss durch Herstellung einer ergiebigen Spüluug mit Wasser in den gereinigten Abzugscanälen nachgeholfen werden. Die Anlage von Vcrsickerungsgrub?« für Schmutzwässer bei oder in der Nähe von Wohnungen ist strengstens zu verbieten. 21.) Abtritts- (Senk-) Gruben sind, so lauge die Cholera noch nicht ansgebrochen ist, häufiger zu entleeren; dabei ist dahin zu wirkeu, dass fehlerhaft augelegte oder durchlässig befundene ordnungsmäßig hergestellt werdeu. Nach dem Ausbruche der Epidemie ist die Räumuug auf das Nothwendigste zu beschränken, jedoch das Ueberlanfeu des Iuhaltes derselbe» zu vermeiden. Muss eine Rämuuug stattfinden, so ist der vorher zu dcsinficiereude Inhalt der Grubeu iu be^ trächtlicher Entfernung von Wohuqebaudeu uud insbesondere von Bruuueu, Wasserbehälter« (Vruuustubeu), Wasferleituugeu auf Felder zu verbriugeu uud daselbst zu verscharren. Unter keinen Umständen ist zu duldeu, dass Fäsaluillsseu ill Bäche, Teiche oder auf Dnng-stä'tteu geschafft werdeu. Dem öffentliche!» Verkehre zugängliche Aborte uud Bedürfuisaustalteu, dereu Be-uütziiug durch Cholerakrcmke oder mit Choleradiarrhöe behaftete Persoueu zu besorgeu steht, sind eiuer regelmäßigen Dcsinfection zu unterziehen. 22.) Eine besondere Sorqfalt ist der Beschaffung von reinem Trink- und Vrauchwafser znzuweudcu. Aus dem Uutergrunde eiues Choleva-Ortes geschöpftes Wasser ist, wo Wasserleituugeu zugebote stehen, nicht zu be-uützeu. Jedenfalls sind in der N chbarschaft von Abor« ten, Senk- und Iauchegrubeu befindliche Bruunen, sowie die in Häusern, iu welche» Cholerafälle vorkommen, sofort zu schließeu. Iu der Umgcbuug vuu Wassereut-nahmstcllen ist jede Veruureiuiguug, uamcutlich durch die Abfälle des menschlichen Hallshaltes, uud iusbeson-dere das Wascheu der Wäsche und Hausgeräthe zur Zeit des Herrschens der Cholera zu verbiete». Zwingt die Wasserarmut eines Ortes zur Beuützuug von bedenklichem Brunnenwasser, so soll dieselbe erst nach dem Kochen und Wiedererkalten des Wassers eintreten. 23.) Nicht minder bedarf die Reinigung uud Reinhaltung vou Haus uud Hof, vou Wohuuugen und gewerblichen Localitäten einer Beaufsichtigung. Misthanfen lind Duugstätteu siud derart zu halten, dass die Ver-nnreinigllng des Bodens und insbesondere der Brnnnen verhütet wird. 24.) Eiuer eingehenden Controle bedürfen die sanitären Verhältnisse der Herbergen, Logierhäxser und der Wohuuugen der ärmeren Volksclassen. Die größte Aufmerksamkeit ist jenen Häusern uud Ortstheilen zu« zuwenden, welche bei vorausgegangenen Cholera-Epidemien von der Cholera besonders stark und häusig heimgesucht wordeu siu>>. Wohmmge», dcreu Beuützuug ciue ernste Gefahr für die Gesundheit mit sich briugt uud deren Mäugel nicht behebbar sind. müsse» geschlossen werden, uud ist für die entsprechende Unterbringung der Delogierten zu sorgen. Soweit dies polizeilich ^geschehen kann, ist auch die Ueberfüllung der Wohuräume nicht zn dnlden. 25.) Die sanitätspolizeiliche Ueberwachnng des Nahrimgsmittelverkehres ist strengstens zu handhaben, dabei nicht nnr auf die Beschaffenheit der Ware, sondern auch des Verkaufslocales zu achten, anf die sorgfältigste Reinhaltung in demselben zu dringen, die unmittelbare Communication mit Wohmmgslocalitate» uud die Vorräthighaltung vou Victualieu iu letztereu uicht zu dulden. Wenn Erkrankuugsfälle au Cholera vorkommen, ist darauf zu driugeu, dass der Verkäufer mit der Krankenstube durchaus keiueu Verkehr Pflege; sollte derselbe uicht hintanzuhalten sein, ist das Ve» kausslocale zu schließeu. Die Ausstellung der VictuaM an und vor der Eingangsthüre uud deu Feustern dtt Vnkaufslocales ist uicht'zu dulden, weun die OenM artikel uicht durch einen sicheren Glasverschluss M Staub und Venmrcimgllng geschützt sind. 2li.) Alle Massenansammlungen sollen iu ChnW" zeiten vermieden, jene Localitäten, in welche» cin l>^ sonderes Zusammenströmen voll Menschen statlsmdN' der besonderen sauitätspolizeilicheuUeberwachulig >»>t^ stellt werden. Die gegenüber den großen Verkehrs anstalten — Eiseiibahne». Dampfschisfstatioiien ^ ^ forderlichen gesiludheilspolizeilichc» Vorkehr»»«.?» '" internen Verkehre werden durch besoudere VersiigmW zu treffeu sein. 27.) Inbetreff der Ueberwachung des OesnndtM zustaudes der Persoueu, welche alls von der 6W^ befallenen oder vou ihr »umittclbar bedrohte» Oea/»l>e znreisen, haben dieselben Anordnungen Amm'ildnna i finden, welche im Vorhergehenden gegen »»tcr ähnl^ , Verhältnissen alls dem Ä»sla»de eintreffende Mis"'" vorgezeichnet sind. 28.) Sobald die Gefahr der Einschleppung ^ Cholera in eines der im Reichsrathe vertretenen WM reiche uud Läudcr sich drohender gestaltet, hat die p^ litische Landesbehörde dies mittelst' einer Kmidmach^ im Landesgcsetzblatte und in der amtlichen ^an^. zeitnng z» verlautbaren und miltclst dieser K»»dmach>^ zugleich den Gemeindebehörden jene Maßnahmen /^ kanntzugeben, welche sie nach den bestehende» O^v. und Verordnungen und insbesondere nach den i» b>e! Instrnction vorgezeichncten Aestimmnngen sofort ^ zuführen verpflichtet sind. Insbesondere sind die V. meinden zu verpflichten, dass sie vor allem uiomW^ in allen, jedenfalls aber in stärker bewohnten un a bereu Hä»sern, in Gasthöfen, Herbergen, Asyle» n- !> ^ eine genaue sanitäre Inspection pflegen, auf du " , verzügliche Beseitigung vorgefundener Missstä'ndc lst c, dringen uud innerhalb eines 14 Tage nicht übersah tenden Termines eine Nachinspcction zn halten, n>n Gewissheit zu erlangen, dass die Missstände beho^ worden sind. ., 2!),) Außerdem ist es von besonderer Wichts dass schon beini Herannahen der Epidemie Absondert locale für Kranke, die in ihren Wohnungen die »iiW Pflege nicht finden oder ,uit Nncksicht auf die übrW Wohnuugsgenossen unter denselben nicht belasse» we^ dürfen, sowie Untcrkuuftslocale für Gesnnde für/. Fall nöthiger Delogierungen, welche unter voller »v/ rung der humanitären Rücksichten vorzimehmen !^ beschafft und mit allem Nöthigen versehe» werden-der Ausmittlung derartiger Localitäten ist darans i sehen, dass sie eine möglichst freie, gesunde Lage h" ^ uud dem größeren Verkehre entrückt, abrr anch ' , mit Rl'lcksicht auf den Krankentransport allz» em^, sind. Wohnparteien dürfen sich i» demselbe» uicl^ ^ finden. Ill dem Nothspitale oder desse» »»'"lttelva^ Nähe luiisseu die uöthigen Einrichtnngcn und ^^' zilr Desiufectiou der Kranken (Badewannen), der Kle uud Effecteu. sowie der Wäsche und der Entlce""!^ vorhanden sein. Die Beseitigung der E»tlccr»ngen .^ uichtdcsiuficiertcu Zustande in mit Woh»gcbä'ndeN blick für ihren Gatten, ihre Kinder und ihre Häuslichkeit. Aber eine schöne Frau, dazu reich und voll Ansprüche ! Den Luxus einer solcheu Frail sollte sich uur ein Prinz von Geblüt erlauben dürfe». Da ist z. B. meine Frau (d. h. sie ist nicht meine Frau, denn ich habe überhaupt leine; ich meine die schöne Fran). Um 7 Uhr morgens kehrte sie vom Balle heim uud um 10 Uhr war sie bereits auf der Eisbahu und schoss anf der glatten Fläche fo enragiert dahin, als ob sie die ganze Nacht eigens hiezu Kräfte gesammelt hätte. Ringsumher war noch kein Mensch zu gewahren, alle Gäste des verflossenen Balles lagen im ersten Schlummer , nnd sie gibt sich bereits mit ganzer Seele dem Eissport hin. Glückliche Frau, die das aushält, armer Manu, der du einstweilen die Iuugen daheim füttern »lufst! (Ja fo! Er ist ei» reicher Mann und kann sich hiezu eine Gouvernante halten.) Ich attachierte mich der schönen Fra». trotzdem ich sie hasste, uud begann ihr, so was man sagt, den Hof zu machen. Nach zehn Minuten war ich überzeugt, dass sie mich außer» ordentlich interessant finde, so liebenswürdig war sie mit mir, und nach einer halben Stnnde hasste ich sie doppelt, denn es war ein ganzer Schwärm von jungeu Herren angekommen, mit welchen sie so freundlich that wie mit mir, so dass ich sofort verdrängt war und mich nach dem Hintergrunde concentriercn musste. Es geschieht mir schon recht! Was, zum Kuckuck, brauche ,ch mich mit meinen hansbackenm Ideen an eine schöne und moderne Frau heranzudrängen? Hat mich jemaud dazu aufgefordert? Ich gieng gekränkt heim, und als ich nachmittags meine gewöhnliche Promenade mache, wer begegnet mir da anf' einem feurigen Pferde einherjagend? Die schöne Frau! Und als ich am Abend im Theater saß, wer blickte dort alls einer Loge im ersten Rang hernieder? Die schöne Frau! Nun war das Maß voll. Bei Nacht tanzt sie, vormittags läuft sie Schlittschuhe, nachmit-wgs reitet sie spazieren und abeuds sitzt sie im Theater. Für eine solche Frau möchte ich mich schönstens bedankt haben. O du meiue gute, gottselige Großmutter, als du mit deinem Spinnrocken hinter den Vutzeuscheibeu saßest, dazu noch die Erdäpfel schältest, von dem Silberzwanziger, welcher dir als Küchengeld zugewiesen war, ein Vermögen erspartest und deiu weißes Brant-kleid am Tage deiner guldeneil Hochzeit noch stolzierend trugst, hättest du je gedacht, dass einmal solche Frauen existieren uud deiucm armeu Eiltet Herzweh bereiten werden? O, wenn du das gewusst hättest, ich weiß, du hättest mir eine Maulschelle gegrbeu, wie damals, als ich mit der Kaffee-Untertasse einen braunen Ring anf das weiße Tifchtuch malte. Ich sehe übrigens nicht ein, weshalb ich mich kränke, weil diese schöne Fra» reitet und tanzt uud die Fütteruug ihrer Jungen ihrem Manne oder ihrer Gou-veruaute überlässt. Liebe ich sie denn? Keine Idee! Ich habe bereits gesagt, ich hasse sie, ich hasse diese Sportsdamen wie meine Manichäcr, und das will viel bc-sageu. Leider ist sie herzlos gemig, mir meinen Hass nicht zu lasseu. Als ich in ihr Haus kam, fasste mich eine dämonische Freude. Ich hatte mir ihr Heimwescn ungefähr folgendermaßen vorgestellt: Im Vorzimmer steht ei» Clavier, worauf sich das Bett der K'öchiu befindet, welche sich cbc» von zwei Knaben des Papa Kuhu den Hof machen lässt. A»f dem Tische des Speisezimmers halten die Hühuer Cercle, uud im Schlafzimmer find drei Raugeu uuter caunibalischem Geschrei damit beschäftigt, eine übertragenc Engländerin weidlich durchzuprügeln, während zwei andere die nothwendigen Purzel- bällme dazu fchlagcn. Im Salon veranstaltet d^H^ den Kutschern und Bedienten einen ästhetischen ^,, die Hansfrau dieses idyllische» Heims aber reitet eine Remonte zu. ^ So stellte ich mir die Geschichte eigcntllH ^, und ich trat hohnlächelnd in die Gemächer, lvo lau ^ Stille nnd die ausgesnchteste Eleganz herrschte- <^> Stückchen verrieth den guten Geschmack uud das 9 ^, Auge eiucr gediegene» Hausfra». Mir blieb '"H^ ^ dercs übrig, als den Profesforen des Candidate" ^..^ nämlich: hem. hem! zu sagcu uud zu warte», "^s de»» uicht irgeudwo deuuoch ei» Stückchen ll" .^M Wirtschaft zeigen würde. Im herrlich ri»ge"^^„, Salon stieß ich anf zwei gesunde pausbackige »t. ^. «Was wollt ihr denn hier. Iunqcns?» fragte l' ^,t" Nichtig! Iu der Küche staud die schöne 3""'^^' ei»e weiße Schiirze »>» und commandierte die «^ ^>j eifrig, als ob sie ein englisches Reitpferd wäre- ^> sich der Knckuct anskcum'U. Bei Tag s"ht „' „ si>' Frau reiten nnd eislanfen, bei Nacht si^, " st "^ lallen, und wenn man in ihr Haus kommt, MN ^l' glänzt alles vor Nciillichkeit uud Eleganz, ^^chl richtet ihre giltcrzua.e»e» Jungen selbst ""d ""„ s» in der Küche den Kochtopf. Empfange» w»ro Xnilmcher Zcitun« Nr. 186 1537 17. August I««6. Verbindung stehende Aborte, die auch von Gesunden wutzt werden, ist nicht zn dnldcn. '^) Für den genügenden Vorrath an Desinfec-nonsmittelu nnd in größeren Städten für die Errich-""g dou öffelltlichell Desinfcctiunsanstaltcn ist sofort ^orge zn tragen. Es cuipfiehlt sich. Mittellosen die "esmfectwnsmittel mit entsprechender Anleitung über oerm Verwendung nach Bedarf unentgeltlich zu über- O l '^'^ ^^ufs unlsichtiger Durchführung aller vor-Menden und noch weiter nothwendigen localen Vor-M)rungen mnss in jeder Geuicindc aus deu hiezu be-,o»oers geeigneten Ortsbewohnern und den im Orte ""'NMgen znr Verfügung stehenden Aerzten und Tech-Mtt'ri! eine Sanität^comulisstou gebildet werden, welche M Überwachung, Anordnung und Dnrchführnng der ""yigen Maßregeln ei.nächtigt ist. Der Vorstand dieser "mmlsston ist der Gemeindevorsteher oder sein Stellvertreter. In größeren Orten wird die Ortscommission m ^cctlonen zn theilen sein, welchen die Besorgung ^Nmmter Arten der zn treffenden Vorkehrungen zn-zuweisen ist. Die politischen Behörden haben den ge-nanen Vollzng aller aus Anlass der Epidemie erlassenen "oNchr,ften nnd insbesondere die sanitätspolizeiliche /^."^"'keit der Gemeinden genaucstens zu überwachen Md dafür zn sorgen, dafs die von den Sanitätscom-Melonen für nothwendig befnndenen Maßnahinen. in. MM, ste sich innerhalb des Rahinens der bestehenden ^Me nnd dieser Instruction bewegen, bei den Or memden die entsprechende Bcrückfichtignng finden. Ins-sondere haben die l. f. Bezirksärzte die'Verpflichtung. ' ^n Gemeinden Nachschan zn pflegen, die Controle all ^ A"sfilhr,lng der angeordneten Maßregeln ,nit '"'"Ernste zn üben und bei vorgefundenen Gebrechen '"weder selbst sofort die Abhilfe anzuordnen, oder, «o zwar befonders in Fällen der Renitenz, die An-^'ge an die Vezirkshanptmannschaft zn erstatten. Politische Uebersicht. (E iuberufuug desReichsrathes.) Wiener ^lat cru wird ausLemberg mitgetheilt, dass dcrKanzlei^ an?-ü! ^^ Abgeordnetenhansrs dell gegenwärtig in der ^l,M)cn Hauptstadt weilenden Abgeordnetenhaus-^rastdentcn Dr. Smolka verständigt habe. dass der " lcysrath wahrscheinlich für den 21. September ein-"Ulfen werden wird. (V (Gegen den politischen Eheconscns.) vi^ . letzten Gemcindcrathssitzung in Klagenfurt be- u)iete Dr. von Hiblcr über das Anfuchen der Gebilde M^s bei Aleiburg, ihrer Petition an den "rmilmschr,, Landtag nm Wicdereinführnng des poli- >u)cn Eheconfenses' beizntreten. Sein Antrag, der "rmclnde Moos mitzutheilen, die Stadt Klageufurl n.^ ^ '" bcr Lage. sich dieser Petition anzuschließen, ""'we angcllvmmen. (Die Gedenkfeier in Bn da pest.) Wie aus ""°"pest gemeldet wird, trifft Se. Majestät der Kaiser Ni^^enkfeicr der vor zweihundert Jahren erfolgten Acoererobernng Ofens ans der Hand der Türken am c>'^'. "»gust in der nngarifchen Hauptstadt ei». Die stn^k ^' ^" welcher zahlreiche Einladungen ergangen stalt ^^ ^" """" ^^ patriotifchcn Feste ge- (Zur Lage in Ungarn.) Die Nachrichten ans Ungarn bestätigen den vollen Umschwung, welcher infolge des Allerhöchsten Handschreibens in der Stimmung der Bevölkerung eingetreten ist. Die Comitatsver-sammlnngen stellen alle Petitionen an den Reichstag ein, nnd die Bemühungen der äußersten Linken, die Armee-frage künstlich wachzuhalten, scheitern an dem gesunden Sinne der Bevölkerung, welche von weiteren Kundgebungen nichts wissen will. Die künstlichen Versuche der extremen Organe, den Eindruck des Allerhöchsten Handschreibens abzuschwächen, bleiben ohne Erfolg nnd führen bloß zu einer vollständigen Isolierung der Ultras. s O c st c r r e l ch i f ch - i't a l i e n i s ch e Grenz-regnlierun g.) Wie die «Patria del Friuli» nachträglich meldet, ist der Zusammentritt der znr Vcrificie-rnng der Grenzen zwifchcn Oesterreich und Italien eingesetzten Commission wegen der Eholcra vertagt worden. (Serbien will Frieden.) In letzter Zeit sind sehr alarmierende Gerüchte über angebliche serbische Kriegsvorbercitnngen, Einberusnng von Reserven :c. nach Sofia gelangt, so dass man in Bulgarieu sich be-droht fühlte nnd bereits zu Gegenmaßregelu greifen zu follen glaubte. Die türkische Regierung, hievun in Kenntnis gesetzt, hat die serbische Regierung in frennd-schaftlichster Weise nm Ansklärung des Sachverhalts ersucht, und es wurden auch seitens anderer Mächte in Belgrad ähnliche Informationen eingezogen. Wie der Pol. Corr. aus Belgrad aus verläss.ichcr Quelle telegraphisch gemeldet wird, lautet die diesfalls ertheilte serbische Antwort sehr befriedigend, indem die seibische Regierung auf das bestimmteste erklärt, dass Serbien viel zn sehr mit der Ordnnng seiner inneren Angelegenheiten beschäftigt ist, um irgendwie an Kriegsabcntencr zn denken. (Das Vagabnndenthnm in Prcnße n.) Iu Preußen fängt man an, der Landplage des Vaga-bnndenthums in einer ncnartigen Weise eutgegenzntre-ten. Es wird das Almos'engc ben verboten und bestraft. Einige Landräthc in Schlesien haben mit dieser Maßregel befriedigende Erfolge erzielt, und dieselbe findet nnn in anderen Provinzen Nachahmung. So hat der Landrath des Kreises Uelzen, Herr von Tzschoppe, für den Umfang dieses Kreises unter Zustimmung des Kreisausschusses nnd nach Anhörung des Kreistages folgende Verordnnng erlassen: 8 1. Die Verabreichung von Gaben irgendwelcher Art an bet-teludc Wanderslente ist bei 'Geldstrafe bis zn nenn Mark verboten. H 2. Die Gewährung von Nahrungsmitteln nnd Kleidungsstücken znr Nescitignug eines augenscheinlichen Nothstandes bleibt straflos, wenn die Möglichkeit, dass der Empfänger jene Gaben in Geld oder Brcmlwein umsetzen kann, ausgeschlossen erscheint. H Z. Diese Polizeiverordnung tritt mit dem I. Oktober 1«86 in Kraft. (Zur Affaire Entting.) Das Washingtoner Cabinet berieth am II. August über die Culting-An-gclegenheit. Der letzte von amerikanischer Seite geschehene Schritt soll der gewesen sein. von der mexi. kauischen Regierung eine vollständige Abschrift der in Paso del Norte geführten Processvrrhandlungcn zu fordern. Im amerikanischen Kriegsdepartement herrscht einer telegraphischen Mittheilung znfolge ungewöhuliche Thätigkeit. Tagesneuigleiten. Se. Majestät der Kaiser haben, wie die «Brüuner Zeitung» meldet, den Abbrändlern in der Gemeinde Lang-Pirnil) eine Unterstützung von 4M fl. und der Gemeinde Dittrrsdorf zur Anschaffnng der Schulein-richtungsstückc den Betrag von 1(X) fl. zu spenden gernht. — (Neue Hofburg in Ofen.) Als ein Unterpfand der herzlichsten Beziehungen zwischen dem Monarchen und Ungarn wird die vorgestern erfolgte Veröffentlichung der Dctailpläne über einen großartigen Umbau der Ofencr königlichen Hofburg angesehen. Nach den von Sr. Majestät gebilligten Plänen wird der Bau einen Zeitraum von zehn Jahren erfordern und sieben Millionen beanspruchen, Der Ausbau wird derart geplant, dass das gegenwärtige alte Schloss, welches aus einem Haupttraet mit zwei Flügeln besteht, zu einem großartigen geschlossene,, Carre erweitert wird, dessen Hauptfront der Christinenstadt zugekehrt ist. Ueberdies wird das an das alte Schloss sich anlehnende Zeughaus demoliert und an seine Stelle ein monumentales Gardeupalais mit Haupt-wache errichtet werden. Dies wird mit dem alten Schloss durch eine imposante Colonnade vereinigt werden. Durch diese Bauten wird der Fcstungsberg eine neue Gestalt erhalten. An der Stelle der jetzigen Zufahrtstraße wird eine Reihe von Serpentinen angelegt werden, welche durch terrassenförmige Partanlagen führen sollen. Sollten auch diese Baulichkeiten nicht genügen, so würde der Raum zwischen dem alten Schlosse und dem neuen Gardenpalais ausgebaut werden. Die Arbeiten werden vom Architekten Ibl demnächst in Angriff genommen. — (Eine Fußpartie von Nussee nach Trieft.) Wie aus Aussce geschrieben wird, unternimmt demnächst Herr Baron Felix von Pretis, der Sohn des Tricstcr Statthalters, in Gesellschaft des kürzlich mit dem theresianischen Kaiserpreise ausgezeichneten jungen Grafen Victor vou A items eine Fußpartie von Aussee nach Trieft, Die Wanderung geht über Ischl, Salzburg, Ncichenhall nach Innsbruck, von da durch das Puster-und Drauthal nach Tarvis und von hier über ben Prebil nach Gürz und Trieft. Die beiden Herren beabsichtigen, die Tour in zwei bis drei Wochen durchzuführen. — (Nicht ganz correct) Unter dem Vermischten einer Berliner Zeitung fand sich jüngst folgende Berichtigung: «Unsere Notiz, dass eine Küchin zu Potsdam infolge unglücklicher Liebe sich den Kopf eingerannt habe, war nicht ganz correct. Der Ort der Begebenheit war nicht Potsdam, sondern Königsberg; es war leine Köchin, sondern ein Soldat; die Veranlassung bestand nicht in Mlglücklichcr Liebe, sondern in einem Dolisium kl! —Donnerwetter, jetzt hätte ich beinahe den uu"zen Cognac umgeschüttet. der 5^ ^"ädige Frau! — Was beliebt? tönt es ans ^ Hangematte zn mir. — Sie sind eine schöne Fran. ^ M?"? 5"l2 Compliment. — Die Welt hat nnrecht. an.'i« '^ ^ Es heißt, dass Sie nur für das Ver Um? ^"' bass Sie fich nur um Ihre Reitpferde, und "ö und um die Oper kümmern. — Nuu. diMp 'o/ "" ^""' "ud dabei find sie die liebenswür-Null '"""sfran, die trencste Gattin und die beste es X ^ Wnssten Sie das nicht? — O. ich wnsstc alle 3. ^ ""'b' bass alle Tngend. alle Schönheit, weift i. c ""b alle Treue in Ihnen vereint ist; ich lichs', A2 Sle die liebenswürdigste, schönste und freund-trotzden, """ ^ Vklt sind' — aber ich Haffe Sie (Nachdruck verboten) Das Opfer der Nebe. Roman vou Max von Weißenthurn. M. ssortjchunn.) als er wir "^ ^"^ l"mn diesen Blick anfgefangen. die Ann? /"'?. schmerzlichen Aufschrei zurückwich und bliche Vision ^ba!"^'" ^"^' als müsse er eine " si^'2.n^"^'"^'^ W'd er reqnngslos, doch als liches We ". '""l hi„anslchnte. sah er lein mensch- ^Ulig'?/»,,.^ "^ "ur vor? Werde ich denn wahn-«mrmelte er halblaut vor sich hin, während er in das Innere des Gemaches zurücktrat. «Es kann ja natürlich nnr ein Gebilde meiner überreizten Phan taste gewesen sein. Ich habe ihu ja mit meinen eigenen Augen todt vor mir gesehen, aber — dieses Gesicht — dieses Gesicht---------» Er sank in einen Sessel und bedeckte das Antlitz mit beiden Händen. Nach nnd nach gewann jedoch die körperliche Er> schöpfnng die Oberhand in ihm; seine Angel, schlosseu sich, er schlief ein. Der Tag begann zu grauen, die Souue gieng anf. und noch immer verharrte Hugo in dumpfer, traumlofcr Betäubung. Als er eudlich die Allgen aufschlug, sah er Oswald, einen Brief in den Händen haltend, mrt bekümmerter Miene an seiner Seite stehen. «Hugo. wie ist dir?» fragte der Freund, sich zu ihm niederbeugend. St. John griff nach dem Schreiben, welches der andere in der Hand hielt «Ist es für mich?» fragte er langsam, als ob es ihn Mühe koste, anch nur diese wenigen Worte hervorzustoßen. «Ja. aber Hngo. lieber, alter Frcnnd. w.c soll ich es dir mittheilen?» «Mir was mittheilen? Beatrice--------» Mit heiserer Stimme stieß Hugo die Worte hervor, während er aufsprang. .Das Billet, gib es mir!» Mit zitternden Händen riss er das Convert ab und starrte dann auf das Blatt, ohne lesen zu können, was darin stand. «Lies es mir vor!» bat er mit unsicherer Stimme, Oswald das Schreiben reichend, und dieser willfahrte dem Wunsche, obschon auch seine Augen sich mit Thräuen füllten, als er die wenigen Zeilen las, die Beatrice auf das Papier geworfen, ehe sie die Freunde verließ, denen sie vertraute und die sie liebte, um allein hinauszugehen in die weite Welt. «Ich gehe fort, Hugo, weil ich dich liebe und weil es für uns beide das Beste ist. Vielleicht ist der Himmel barmherzig nnd führt nns eines Tages unter glücklicheren Verhältnifsen wieder zusammen. Wenn du mich aber vergessen nnd mir all das Elend verzeihen kannst, welches ich über dich gebracht, dann thue es. Suche nicht nach mir; es wäre vergeblich. Ich vermag es nicht, Schmach über dein Leben zu bringen. Schmerzt dich meine Handlungsweise, Geliebter, so sei dessen eingedenk, dass nur Liebe zu dir sie veranlasste. Der Himmel hüte und beschütze dich jetzt und immerdar!» Eine momentane Pause entstand, dann griff Hugo mit sicberglühenden Händen nach dem Blatte. «Ich verstehe es nicht!» stammelte er. «Beatrice gieng diese Nacht fort und allein!» entgegnete Oswald. Wie geistesabwesend starrte Hugo den Sprecher an. «Mein?» flüsterte er dann. «Allein? Ich sah diese Nacht —» Seme Stimme erstarb in einem gebrochenen Aufschrei, die nächtliche Vision trat wieder vor seiu Auge hin, nnd der Gedanke, dass er recht gesehen, erschütterte ihn vollends. ! Wie eine Stütze suchend, breitete er die Arme Lailiachcr Zcllmin Nr. 18i) 1538 17. Allssllst I8«<'. der Frage, ob jemanden die Schuld mangelhafter Beaufsichtigung der Kranken trifft, der Staatsanwaltschaft angezeigt. — (Ein mysteriöses Verbrechen) Wie ans Budapest telegraphiert wird, ist die russische Baronin Olga van der Hosen, eine ebenso schöne als leichtfertige Dame, dort unter Umständen gestorben, welche die Annahme eines Verbrechens als vollständig gerechtfertigt erscheinen lassen. Eine Hebamme wnrde bereits verhaftet, auch ein Arzt erscheint compromittiert. Das russische Consulat in Budapest hat bei der Polizei interveniert. Die Affaire erregt ungehenercs Auffehen. — (Unerschrocke n.) «Meine kleine Else ist doch zn furchtsam, ich kann sie gar nicht bewege», ins Wasser zu gehen.» — «Meine Natalie aber kennt keine Furcht. Wo die tiefsten Stellen find, da gerade wirft sie den Hund ins Wasser.» Local- und Prouinzial-Nachrichteil. — (Das Geburtsfest Sr. Majestät des Kaisers.) Das hohe Geburtsfest Sr. Majestät des Kaisers wird morgen in festlichster Weise begangen werden. Heute abends, als am Vorabende, findet eine musikalische Retraite, ausgeführt von der Musikkapelle des 17. Infanterieregiments, statt. Die Regimentsmusik wird die Straßen der Stadt durchziehen und auf dem Auers-pergplatze zwei Piecen vortragen. Morgen 5 Uhr früh signalisiert eine Batterie des hiesigen Artillericregiments mit 21 Kanonenschüssen vom Schloss berge den Beginn des Festtages, und die Tagwache wird von der Musikkapelle des 97. Infanterieregiments executiert werden, welche den gleichen Weg durch die Straßen der Stadt nehmen wird wie die Retraite, jedoch ohne Aufenthalt auf dem Auerspergplatze. Um 8 Uhr rücken sämmtliche Truppen und Militäranstalten on paraao zur hl. Fcldmesse aus, welche auf der Wiese westlich vom Coliseum cclebriert wird. Die Truppen werden die Hauptmomente der hl. Messe mit Generaldechargen markieren, welche von der auf dem Schlofsberge aufgestellten Batterie des Artillerieregiments mit Kanonenschüssen salutiert werden wird. Nach beendigtem Gottesdienste findet die Defilierung der Truppen statt. Bei regnerischer Witterung unterbleibt die Feldmesse, und rückt ein Bataillon mit Fahne nnd Musik vor die Domtirche, welches durch Generaldechargen die Hanpt-momente des Hochamtes markiert. Sämmtliche Herren Officiere nehmen am Hochamte theil. Nachmittags 1 Uhr findet in den oberen Localitäten des Casino ein Offi-cicrsbankett statt, und wird der beim Bankette anf Seine Majestät den Kaiser ausgebrachte Toast von der auf dem Schlofsberge aufgestellten Batterie mit Kanonenschüssen salutiert werden. — In der Domkirche wird morgen um 10 Uhr vormittags der hochwikdigstc Herr Fürstbischof Dr. Miffia unter Assistenz des Domcapitcls ein feierliches Hochamt celebrieren, zu welchem die k. k. Civilbehörden, der Landesausfchuss, die Handels- und Gewcrbekammer, der Gemeinderath und der Stadtmagistrat geladen sind. — Bereits vorgestern haben anlässlich des Allerhöchsten Geburtsfestes patriotische Feste stattgefunden. Der hiesige k. k. priv. Landesschießstand veranstaltete ein Festschießen, welches unter großer Theilnahme vor sich gicng. Der Schiehstand war festlich beflaggt, und concer-tierte die Militärkapelle. Bei dein Festschießen waren die alls, schwankte hin und her. und ehe Oswald ihm beispringen konnte, war er schwer nnd bewnsstlos zur Erde gestürzt. __________ Die Nose von Erindale. Flammend gieng die Sonne hinter den westlich vom Dorfe Erindale gelegenen Hügeln zur Neige und streifte mit ihrem letzten Scheine die blllmenübersäten Wiesen. Das hübsche, aus rothen Ziegelsteinen erbaute Schulhaus stand auf einer Anhöhe, um dasselbe gruppierte sich die Ortschaft mit der Kirche und den von behäbigem Bauernstande zeugenden Häusern. Gienq man weiter auf der Fahrstraße, so gelangte mau an das breite Thor des zum Schlosse gehörenden Parkes. Es wurde dasselbe vou dem Gutsherrn und seiner Gemahlin, dem Freiherrn Fredcrik Oliphaut und Lady Frances sowie von deren einzigen Tochter Madeleine bewohnt, welch letztere weit und breit im Umkreise der Liebling aller war. Madeleine Olivhant hatte noch keine einzige Sorge im Leben kennen gelernt, verstand es aber trotzdem, aus vollem Herzen quellende helfende und tröstende Theilnahme für andere an den Tag zu legen. Im ganzen genommen, gab es freilich in ganz Eriudal nicht viel ernste Sorge. Die Dorfbewohner waren zum großen Theile wohlhabend und jene. welchen cs welliger glänzend ergieng als der Mehrzahl, erhielten reichliche Unterstützung von der Herrschaft, die fast das ganze Jahr auf ihrem Landsitze zubrachte, welcher ihnen das schönste Fleckchen Erde im ganzen Reiche bauchte. lssortschuna folgt.) Laibacher Nohrschützen fast vollzählig vertrete», die Beste waren schön und wertvoll. Das Festschießen beehrten mit ihrer Anwesenheit Herr GM. Groll er Edler von Mil den see, Oberst Hei row sky und Bürgermeister Grasselli. — Das allgemeine krainische Militär-Vete-rancneorps vereinte das zehnjährige Fest der Weihe seiner Veremsfahne mit der Feier des Gebnrtsfestes des Allerhöchsten Vercinsproteetors. Um 4 Uhr nachmittags zogen die Veteranen on parado mit klingendein Spiele nach Waitsch in die Restauration des Herrn Locnikar. Der Eingang zum Garten sowie dieser selbst war mit Fahnen in den österreichischen und deu Landesfarben beflaggt fowie mit Lampions verziert. Es war ein wahres Volts fest. an welchem wohl mehr als 1000 Menschen theil-nahmen. Pöllerschüsse knallten, ein hübsches Feuerwerk wnrde abgebrannt, und der Garten war recht hübsch illuminiert. Den Höhepnnkt der Freude aber erreichte das patriotische Fest, als der CorMommandant Herr Georg Mihalie das Wort ergriff, nm der Liebe nnd Treue zu der erlauchten Dynastie Ausdmck zu geben. Die Volkshymne wnrde uuter begeisterten Zurufen stehend angehört, und als die Klänge des Radetzlymarsches erschollen, da wollte der Jubel kein Ende nehme». In musterhafter Ordnung endete das schöne patriotische Fest gegen 10 Uhr nachts. — (Hymen.) Gestern vormittags halb 12 Uhr fand in der festlich geschmückten Franeiscanerkirche die Trauung des Fräuleins Marie Seemann, Tochter des hiesigen Handelsmannes und Hausbesitzers Herrn Ignaz Seemann, mit Herrn Anton Trudcn, Großhändler in Trieft, statt. Den Trauungsaet vollzog der hochwürdige Herr Pfarrer p. Calistus Medie. — (Großer Brand.) Aus Klagen fnrt schreibt man uns: Das Dorf Kötschach im Gailthale ist Samstag van einem schweren Unglücke heimgesucht worden. Eine um '/4 2 Uhr nachmittags im Wirtschaftsgebäude des Gasthofes «zur Post» ausgebrochene Feucrs-brunst verbreitete sich infolge eingetretenen heftigen Windes fo rasch, dass in wenigen Stunden der gegen Laas liegende Theil der Ortschaft ein Flammenmeer war. Die von alle» Nachbarorten hcrbeigecilten Feuerwehren konnten sich fast nur auf Bergung des Viehes und der Einrich-tungsgegeustände fowie auf die Loealisiernng des Brandes beschränken, welche denn auch insoweit gelang, als ein Weiterverbreiten desselben nach dem unteren Theile des Dorfes durch angestrengteste Vertheidigung der Kirche, des Scrvitenklosters und des Schulgebäudes verhindert wnrde. Dem Brande sielen 22 Wohnhäuser nnd 1« Wirtschaftsgebäude zum Opfer. Die Versicherungen sind wie gewöhnlich zn niedrig nnd der Schade umso größer, da die Feldfrüchte größtentheils schon eingebracht waren. Die Bewohner befanden sich meistens auf Arbeit anf Feldern und Wiesen, lind haben insbesondere viele Dienstboten von ihren Haüseligkeiien wenig oder nichis gerettet. Ueber die Entstehnngsursache verlautet nichts Bestimmtes, doch mag die Annahme, dass eine Unvorsichtigkeit unterlaufen ist, ihre Berechtigung haben. Zu bemerken wäre auch noch, dafs 200 Mann Aachregulierungsarbeiter sonne die 65 Sträflinge vom Laibacher Strafhanse, welche seit Monaten bei Kötschach zu Nachbauten verwendet werden, in das Rettnngswerk thatkräftig eingriffen. — (Tambur a-Co neert.) Der akademische Verein «Hrvatska Lira», der in den jüngsten Tagen in Veldcs, Krainbnrg und Nischoflack eoncertierte, veranstaltet hente abends nochmals ein Tambura-Coneert im Garten der hiesigen Citalniea-Restauration, worauf wir alle Freunde dieser eigenartigen Musik aufmerkfam machen. — (Militärisches.) Ans Pettan wird nns berichtet: Am 13. d.M. fand auf dem Artillerie-Schießplatze nächst Pettau ein sogenanntes Comparativ-Schießen statt, und zwar iu dieser Weise hier zum erstenmale. Dasselbe wurde um 8 Uhr früh durch eine Kriegsbatterie eröffnet, und griffen dann die fuccessive aus den nahen Ortfchaften herangezogenen Infanterie - Abtheilnngen des 47. und 78. Infanterie-Regimentes, dann das 7. Feldjäger-Vataillo» ein, und endete diese Uebung gegen Mittag mit einem allgemeinen Sturm auf den — in gedeckten Stellungen — markierten Feind. Es wurden hiebei gegen 70000 scharfe Gewehrpatronen und über 200 scharfe Artilleriegeschosse abgefeuert. Dieser interessanten Uebung wohnten Se. k. k. Hoheit Erzherzog Leopold Salvator, Se. Excellenz FZM. Baron Kühn, Se. Excellenz FML. Keil Ritter v. Wagner, GM. v. Vallentsits, Pollini, v. Groller, Graf Wallis, Prinz von Thnrn und Taxis sowie äußerst zahlreiche Herren Stabs- und Obcrofficiere aller Truppengattungen bei. Unter Vorantritt der Musik des 47. Infanterie-Regiments marschierten alle Fußtruftpen unmittelbar nach Beendigung der Uebung nach Marburg. — (Ein Mondregenbogen), wie er am lOten August in St. Leouhard ob Himmelberg beobachtet worden, wurde Samstag abends gegen 10'^ Uhr auch in Klagenfnrt gesehen. Er streckte sein siebenfarbiges Band vom Kreuzberg über die Stadt. Ei„ z^iter, jedoch sehr verschwommener, zeigte sich etwas höher. Die Erscheimma dauerte nahezu eine halbe Stunde. — (Blühendes Apfelbänmchen.) Wie aus Graz berichtet wird, steht im Obstgarten des Herrn ^uses Resch e.n Apfelbäumchen, dessen Slmnm eine» Um fang von 32 cm hat. Dasselbe ist reichlich mit FriMn behmigen nnd trägt außerdem seit acht Tagen viele schöne Blüten. ^ Neueste Post. Original-Telegramme der Laib. Zeil >lng. Tricsl, 1«. Anqnst. Voll gestern bis heute mittags sind hier M Persollen an der Cholera erkrallt und >j gestorben. Weiter sind an neuen Fällen wr-qelommen in Rienmnje 8. in Socevga 1, in Isola 6 und in Kumen 2. Agram, Ili. August. Dem ueliesten amtlichen Choleraberichte zufolge sind gestern in Pootilovac. Trsat Ieleilje nnd Grolmik je ein Cholerafall vora.etoininsN. In Ielenje erkrankte Cholera-Arzt Stern. München, Ui. August. Die feierliche UeberfühnMg des Herzens des verstorbenen Königs »ach Alt Oetting hat programmäßia, stattgefunden. Dresden, 10, August. Der König »nt. Prinz Gcmg emftfiengen nachmittags den österreichisch - »nqanschrn Gesandten, welcher ein Schreiben des Kaisers Franz Josef überreichte, i>, welchem für den Erzherzog Otto um die Hand der Prinzessin Marie Iosepha angehalten wird. Briisscl, 16. August. Die Ordnung blieb während der ganzen Nacht überall ungestört. London, 1<). Angust. In der Nacht von Samslag anf den Somltcui erneuerten sich die Unruhen in ^ fast. Die bewaffneten Protestanten nnd Katholiken feuerten vier Stunden gegen einander; auf beiden S6" ten gab es mehrere Todte und Verwundete. Erst ts anlvalls Sul'stitut und Geulille, L!vl)dveam!er,'s. Famlie, 6'"!' Hladik, Forstmeister, s. Familie, ?lini>d. — Aeeurti. P"' vaüer, s. Familie, Fiume. — Cerin, Professor. Würz. Hotel Europa. 0. Ängcli. Overlicutenaut, Wien. ^ Uulerlilch"' Privatier, s. Frau. Graz. — itolleuig. Kfm., Monfalcone. /" Koulmna, Privatier, s. Familie, Trieft. — Nacie, HolzlMdl", Fiiime, Hotel Baicrischer Hof. Nozina, Notariats-Vandidat, NudoN« werl. — Dr. Sommer, Privatier, sammt Familie, Stei». " Alilencie, Postmeister, und Nvn.il, Besitzer, Illyr.-Feislriz. ^ Nenwirt, Peilie, Hanslil, Hanvtleiile, Pola. «asthof Siidlmhnhof. Gscheidt, »leiserer, Budapest. - Bus"', Privatier, Lcnne. Masthof Kaiser von Oesterreich. Inglie. Schulleiter, sammt Frau, Idria. - Zvnfretta, Kaminfeger, sammt Familie, Trieft-Rasthof Sternwarte. P»c, Besitzer, Zol. Turcich, Vest!)"' smnmt Familie, Trieft. Mctcurolossischc BcobnW^Ml ll^Nlmch^^ V Ü.M,,. 7"«'2» ,tt l; W. schwacss gelter „^ 16.2 . N. 735,9« 28,6 NO. schwach halb heiter <),"" 9 . M. 7Ü5.«? l?,0 W. schwach heiter Morgens 1)eiter. tagsüber thcilweise leichte VeluM»"«' Mondhof. Das Tagesmittel der Wärme 1«.l«, um 1,0° ""' dem Nurmale. Verantwortlicher Redacteur: I. Naglii. Schwarzscidenc ssaillo franfake, Surah, 82tin merveillsux, 8atin l.uxoi', Atlasse, Dnmastr, tlipsc und Tassclc fi. 1,10 pr. Mtcr di« sl, «,K5 sin c.1, !i!l> v^jchlclciicu Qualilätc») vcllcndel in cin»c>"^ Mol>c» ,mb E ü'lctcn zollfrci !„« Ha»« d.i« Ecidci'sabrll - ^cV^ Ml<„,,. ,,/" ^'"atslosc 250 ft, !8!l - 1^ 75 »"!<.>, 5„" <>/""^ 500 ,. ,41 7N!4x- !«,^, '"""°s° . . ,00 „ n,!^50ia»75 0f°s,en^>^°U«„«. stem's..! . ,2, - ,^>2o """ N^'^ ' ' - '°« 55,08 7° ^ P>n>'I,i,,,. H ,"""' ^ '"'" ' l«0'«5l0,U5«0 ^ , " ^°.....iut>7oioe — " Veld Ware L,°/n Tcmes« Van«! . . . . >05l0i05^ N"/« minarisHc......io.',20i«5^o Nnderr Vffrnil. Nnlehen. Tonal,.z>!css..l'olc b°/^ ic>0 fl. . 1I!»"?5 ,«0'25 d!o. Vlxicihc »87«, fieucrlrci . ><>« ^s> IN« 75 «üichvi, d, Etadlgemcindc Wic» N'5 5>«n>« — iNillchrn t. Ctablgemcilide Nie« ,r u>,b Wc»-»!»l, d ou fl,) Votci,cr, al>g. vslcir, <>/,'^Go>d. l20 ,28'5>« dlo. i» 5><» „ „ 4>/2 "/n 10I'4«!«l'8N dlo, !!! 5>l ,Uj. 5>>/,"/n loi 25 — - O, s!,-»!,,;, il^lül v«l. s»«/„ . , iou'!«)l«l ><> dll'. ,. <>/,"/<> ' INI 80 10^20 d!r, „ !"/„ . , !<8 !»0 Ü!» 20 ll!!,i, as,,,, Brlc»l'nd!t-»lct!cl!gcs. !!, Pl>k i,, ^. ,«,O v!,'!l, 5>/,«/n —'— —' — Prioritiit0'Ol»lig»ttionen ,s>!, N»>, si,,, VMalelh wcsll'.ih» ,, «imiisiftn —>_____>— ,>»a!!^ Il',ls'V>chü.....9ß^o «,7'U« !'/,"/<> , 101 — 101^0 ccs!l,r. ^l',t»,!,1ll',,I>n , . . 105 »01W 10 «eld wn» Slaatsbahn I, Emission . . l02 — —'— Vll^bahn k »"/„..... ,f,i —,«i uft ^ 5V«..... l3Z5 — Unss,'°aliz. Vahn..... 101 ko ioi 75 Diverse Lose (per Sti!«l), Crc^illosc loo si...... l?!«'501«<» — Elaiy-^osr onau!>0 PalsiyLose Nolyc» i!»c»!,, ilst, Gej,,', ,««! 14 «o 1510 Mudolj-^osc 1U fi..... z« — zo bo Ealxx^'olo 4N — «4 5°Ocslcrt, Banl i!0U sl, , i,l75N8 — Banlvcllin. Wicncs, 100 sl. . lo.<,'. Bt>>cr,°^„s!,,!I>lft,W<,Il.S.4<»"/„ zz,^_ «ÄU 5«, <»!>, «l<2 80!!»» ,0 «irctilbanl, «Ug ling. «ousl. .^^12,^2^75 T^^il.ndanl. M!,,. !llw sl, , ,uh 75 ,>»^ z.5. .. vsl, ^uuj!. 0>.5l<"/, «, «1? «021? ?l< O«,ln,. U»g. Bllul . . , . 8ßg,_tt7,.^ Ull>l!l!l'.1!,! ,!!« ,l..... 7, ,0 7z,^ il'e»ltl)il>l'>«lla 140 fl. , 155 5u 1 l,<-, 50 Geld Ware Actien von Transport» Unternehmungen. (per Stiis), Nlvrechl-Bahn lun fl, Silber . —'— — — Älfölb ^lli!N.»Uabn ^00 sl. Silb, lüü'lv!N«'5l> >Aii!siss^Trpl, «tisciil,. lino fl, vl,----------------- Böhm, Neidbahn ,5« sl . ——____ ,. wcstbahn ^U0 fl, , . . —------------ Nuschtiühvaber oo sl. . 1U2—Il»4.. Donau ' Dampffchlfsahlt« > Ges. Ocslcrr, 50U ft. »«'—840 — «tlllabcth-V^hi! 2U« fl. , Nl,b,.T,l.IU.lt. !«78^!<)U fl.S. z,!i0!ifl,S, 1U0 5u i<»i'— Vali^Knr^^udwig-iU.zlUUil. CM, —>— — — Gi,,, ilöilache! — Nal»!'/i!t'crss<ö!!ciil'ahn IUO sl. . —-— —-— «aschaii Odrll'.l. ö, —-— —-— bahN'Gottlljchau ^»" !>> 0. W, ««350,^-.. l!>oyd, os!, ui'g,. Tl!csli> !>- Silb, 178 25173 50 blo. (I!l,4l) ü0« ,!, »^ilbtr . I70-—^l70 üu Piass Diif» !t, — Sludcuburgci «t,Ic>i>,'. ^^0 si, .-.- —... klaalec!^!:u>!^!> ^>>u U, ö. W. . zz? 5o!lli!8'— «eld A»«« Silbbohn »00 fl, Silber . . 1l5«0Nb b0 SUd.Vlvsbb .!i, . — - — — Una,°ai,l!,. iiiscnb, z»)0 fl, Silber i?» «5 17» 7b ling, Noidostbahn «»0 fl. Silber,?? — 17? 50 Un8,WeNb,(l»aab.Graz)»«0fl.S.l7S ll5 l?e 75 Inbuftrie.Netien (per Stuck). Egybi nnb KlNbbera, Eisen» und Slahl-.'ind, ix Wien lU0 fl, . -.-— ^.^. Hiftnbahnw-^cibg. I, 8u sl.40«/» —— —.-__ ««ilvcmiihl". Papiers, u. «.'O. 6»-— « — Kloulan-Gesellich., öftcrr.-alvine i!8 — 2S'»b Proa« ,»Gel. !iU» !l. ls,^—l«i>— 2al— Waffens..«»., Oeft. >n w. »UU ?» Pelevsburg .......^^ ^.^ Valuten. Ducaten........ 59, 5^ ^NlKlancs^Slilcle..... » sl»» <«» Silbci......... —>— —-— Deutlchc Ncichilbaillnolen , , 6l'?0 6i 75