Nr. 5. Pränumelationsplcis: I,„ Comptoir gnxzi. fl. II, haldj. f>. 5.5,0. ssür die ^ustcllüüq i»t« Ha»i« halbi.5«lr. Mit dtrPost ganzj. >l. !5,, h.,!l>j. si. ?..>-.». Molltag, 8. Immer Insertionssscbllhr bi» 10 Zeilen: imaK.akr., !im. «<»lr., ^»i. i fl.; sonst pr. Zcilc i»>. n lr., !im.«lv., 3»!. w lr. ii. s. w. änscvtioni'stcmftcl jcbc«»!. ^!» ll. 1866. Ämllichm Th^il. aVe. l. l. Apostolische Majestät habe» mit Allerhöchster Entschließung von, .',. Iäuuer d. I. dem n»it der einstweiligen Veitmig der OberstaatSauwallschaft bei dem steiermürtische» Oberlandcögcrichte betraule» Staats-anwalte Florian Gabriel den Nana. und Eharakter eiues Oberlandesgcrichlsiathes allerguädigst zu verleihe», geruh». Se. k. l. Apostolische Majestät haben mit Aller-höchster Entschlicßn»g vom :>. Männer d. I. de>» Mi-n>Uer>altonzipistcn des Slaatsministeriums Kml H c l) ß den Tllcl »nd ^ca»g ci»cs Ftalthaltereiselretärs 'laxsrci allergnädigst zu verleihen geruht. DaS Finauzministcrium hat die bei den ihr unter-stehenden Staatshanptlasscu erledigen Kontrolslellen dem L>qn,dalor dieser Kassen Franz Imclsli nnd dem Kontrolor der Laudcshnnpllassc in Ofen Johann P o m Pein verliehe». KuudmnchttUft. . Gemäß Art. I. des Gesetzes vom 2.".. März ltt05> ^l. G. Bl. 2!) wnrde die Summe von 4,()7?.0M fl. ^vl.gat.oncn des Silbcranlehcns vom Jahre 1^04 im ^ause des Jahres 1.^0') vollständig znrückgczogcn. O>e bctrcsfciidcn Staatsschnldverschreibnugen wur-ocu aus den lkreditsbüchern gelöscht und durchgcschlaacu, und werden der Verstampfuua ^»geführt. Wien, am 4. Jänner I8li6. Von, k. t. Finanzministcrinm. Die vorgenannten Staatsschnldverschrcibungcn sind zur Wicdcrausgadc unbrauchbar gemacht worden Wien, dcn 4. Iäiuicr 1800. Die Kommission zur Kontrole der Staatsschuld. Ilnfruf an inc Ämohucr Uraill^ zu mildcn Soilrngrii für llnuu' ^rzirko Uutcr-^rninö. ^ ^^ Wohlthätigkeit des Landes, welche im vorigen ...«>,- c!! drängten Bewohnern von Inucrkrain so ng cb.ac Anöhilfc leistete, wird heute mit dem warmen Vc i^ in "'"^Leiden einflößt, zu Gunsten einiger ^i^.^ uutcriraul angerufen, deren Bewohner dem drückendsten Nothstände angesetzt sind. ialir »> ^ ^5 ^"^' uu Allgclueinc» ein Miß. U ^ "" cs dürfte fast iu allcu Theilen des Landes K.'.k l ""6 l'iö zur nächsten Ernte sich schwere ^moyruugeu aufzulegen haben. Nirgends wirkte aber N..s s?""'! ^" Witterung, zu der sich anch andere s" './."" Hagclschlägc und FcucrSbrünstc gesellten, Si "^'!!°^' "lö in den Bezirken Treffen, ff. / "" ^eiseubern, wo iu vieleu Ort chaf. N w u n, , 7"' ^"^" ^^ßeruteu herabgekounuenen -öewohlmn Nahrungsmangel und die furchtbare Be-orangmß e,ucr yungcrsnoth bevorsteht. Auch in Theilen der Bezirke Rudolfs werth nisse ob ""^ ^""^ltraß wallen ähnliche Verhält- saat ^x" ""llcuhaft gefallene Schnee hatte die Winter. l,a .' '.^" ^"'^ fnih eingetretene Fröste gelitten m^^^^'""beils erstickt, die Saatfelder mnßtcu vX.s 5 ""b "ut Sommcrfrncht bestellt werden. Diese ^',",/'e beispiellose Dmrc, welche im vergangenen ^n?'^^^ so daß an Gctrcidesrnchtcn nicht M ..« ^ c °"uc cingcfcchst wurde. - Die Hcncrntc '! ans demselben Grunde gänzlich mißrathcn, so daß lu.k 5 "" Vichfuttcr zahlreiches Vieh verlauft we oen mußte, leider aber wcgcu gäuzlichcm »clabtom-"cn mir genüge Preise fand. La.'>. '""''^ zurückgebliebene Vieh, womit der bes /""""9clt in den meisten Orlcn jeder anSgic-Dull -^lung, und bereits wird das Stroh von den verfNttc"t ^"' ^"'^ "'^ ^"' ^lndccknng der Harpfcn sckl.,,5^ "'^ ^ "'^ diese Nahrnng dlirch Bcimi. d?r i « « ? ^''^"lz verbessert, aber da die Menschen «la - ^i'.n' ^" ^"'U^ der einfachsten ?iahrnngsmit!cl, ms. dulden, Kartoffeln, zumeist ohne Aciaebnua vou ^-alz, augewiescu sind, sind die Mittel znn. Ankaufe vou Viehsalz nicht mehr erschwinglich, und es steht der Um« fall von zahlreichem Horuuich nnd mit ihm der Verlust der für den Vandmmm wcrthuollsten Arbeilöhilfe in tranrigcr AnSsicht. Anch die Weingärten haben in Folge der Senge ^Sonnenregen) nnd der stattgehabten Hagclschlägc nur sehr geringen, meist aber gar kciucn Crtrag abgeworfcu. Wären »ichl die Hcrbslsrüchtc thcilwcise gcraihcn, so bc^ sälldc man sich bereits zcht, wo der Winlcr ersl ange sangen hat, einer Hungerönotli gcgcniibcr, So aber ernährt sich die Bevölkerung noch-küui' mcrlich n>it Kartosfeln, Rüben und ilrant, dock gibt es bcreils zahlreiche Bewohner, die ihren geringen Verrath lranrig überblicken, lueil er in wenigen Wochen, ja in wenigen Tagen aufgezehrt sein wird. Der Nahrungsmangel und der Genuß schlechter Nahrung wird anch das vntstchm und Umsichgreifen von Krankheiten ^>r unausbleiblichen Folge haben. Der geserligle Statlhaller hat sich bei seiner kürz-lichen ^»spcllicmörcisc nach Nnlerlrai», wo er die am härtesten bedrängten Gegenden liesnchte, vou dem hier geschilderte» Nothstände nnd von der Dringlichkeit einer Hilfe persönlich ülicrzcugt. <^s muß, da die Selbsthilfe dnrch Arbeit oder Lo» kalnnlerstütznng nur eine geringe ist, den Aermstr,: durch Verabreichung vou ^ebcuSmitteln geholfen, für die Erhaltung des Viehes dnrch Zuwcudnna von Viehsalz, nm das schlechte ssntter zu uerdesscr», nnd eventuell zur Bestellung der Frühjahraussaat durch Bcigcbuug des Samenkornes, insoweit es nicht vorhanden ist, und zwar bis zum Eintriltc der bessern Jahreszeit gesorgt werden. Das Landcspräsidium unterläßt zwar uicht, dcu Zu« staud der außerordentlichen Bedrängnis;, in rcm sich ein uicht unbeträchtlicher LandcSthcil befindet, der eben tagenden Landcsucrlrctlmg zur Kenntniß nud Würdigung der NolhstaudöocrlMnissc im Zwecke einer zu gcwäh» rcndeu ergiebigen Ulttcrstützullg aus dem LcmdcSfoude zu briugcn. ! Das Llludcsprä'sidium glaubt sich aber auch au den oft bewährte», Wohllhäligleilsstim der Bewohner des Landes mit der Ailtc weildeu zn sollen, die Nothlagc ihrer Mitdrüder mit irgend einer Aeihilsc in Geld oder Naturalien zu mildern. Milde Gaben töuuei, in Laibach bei dem k. k. Landcspräsidimn, dem Stadlmagislratc und den Redaktionen der „Laibachcr Zeitung" und der „Novice," am Lande bei dcu k. k. Bezirksämter», und bei den Pfarr-ümtcru erlegt werden. Zur gcwisseuhaftcll Verlhcilung werden au Ort und Stelle Nothstandskommissioucu mit Bcizichnng der sachkuudigcu Pfarrgcistlichkcit, der Gcmciudcuorsländc uud unbefangener Verlraucusmänucr aufgestellt. Die ciugchendcu Gaben und die Ergebnisse der Vcrthcilung werden seinerzeit veröffentlicht werden. Vom t. k. Landcspräsidium. Laibach, am 5. Jänner 1800. Sr. l. k. Apostolischen Majestät wirklicher geheimer Rath und Statthalter in Kraiu: Cduard Knhcrr u. ünch ni. ^». Dll^ MjMko der 3iegicrm^ uilt) tlcr Mllw' Hestcrreichz. Die „Reform" spricht sich über die Aufgabe der Regierung wie der Völker Oesterreichs in nachstehender Weise anS: „Daß cS rasch ^ und energisch vorwärts gehen mnß, wenn Oesterreich nicht rapid dem Untergänge verfallen soll, das crkcnucn alle Völker, alle Parteien. Anch daS Ziel ist klar. (5s ist die Befriedigung der gerechten ncUioüalcu uud slants, rechtliche», Ansprüche aller Völker, es ist die ans dieser Befriedigung hervorgehende, nur durch sie mögliche Eini' gung dieser Volker zu einem gemeinschaftlichen politischen Leben und Streben, zu einer großen, welthistorischen, cmflnßrcichcn Gcsauunlmacht, zu ci»cm Völlcrrcich. Nnr über den Weg zu diesen, hohen Zicl sind die Meinungen getheilt nnd zum Theil im lcidcuschaftlicheu Kampfe, der aber glücklicherweise m>r ein theoretischer Wortkampf ist und bleiben wird. Die Erkenntniß des praktischen Bedürfnisses wird siegen. Wer die Freiheit will, für den kauu cS kcincu besseren Weg gebe», als die von, Kaiser eröffnete freie Bahn zur frcicu Vereinigung. Wer diese freie Bahn nicht betreten und auf derselben nicht fortschreiten will, mm der mag einstweilen grollend uud krittelnd stehe», bleiben, er mag den vorwärts Schrei' tcnocu sogar Steine in dcu Weg wcrfen; sic werden darüber hinwegsetzen uud das Ziel erreichen, u>:d die Zurückgebliebenen werden schließlich abgeholt nnd eben > mitgenommcu werden. Alle Achtnng vor der Bedcntung und Kraft eines jeden der österreichischen Völker, aber keines derselben wird im Staude sein, die freie Eini« gung der übrigen aufznhaltcu oder gar zu vereiteln. Und wenn irgend eines dieser Völker wirklich die Kraft nnd den Wille» dazu hätte, so würde es durch die An< wendling dieser zerstörende!, Kraft, dnrch die Ansübung ! dicscs bösen Willens eben daS Reich uud damit sich selber verderben. Am allerwenigsten aber wird das Werk der freien Völlerciüiglmg dnrch jene deutsche Partei verhindert werden lö»nen, deic» Rcchiskontlnnität dahin anSarlct, daß sie i», Widerspruch mit der deutschen Bit« dung und Rechtlichkeit dcu anderen Völker» permanent nnrcchl thun, sie wenigstens parlamentarisch vergcwal« tigcn will, jener doktrinären Partei, welche sich in eitler Konsequcuzmachcrci selber a<1 nwunlnm führt, indem sie das, was ihr schon einmal eklatant mißlnngcn ist, »och einmal versuche» uud mit oralorischcm Palhos iu lnüu'lwüi fortsetze», will, um obermals nnd immer den Beweis der Unmöglichkeit zn liefern nnd schließlich um uichts anderes möglich uud wirklich zu mache», als den Zerfall Oesterreichs. Diese Parlci verschließt die Auge» vor der gauz cxcptioucllcn Eigenthümlichkeit und vor der a»S dieser Eigculhümlichtcit hcrvorgehcudcu, zwar überaus schwie» rigcu, aber ebcuso großartige» uud herrlichen Aufgabe Oesterreichs. Sie macht mißverstaudcuc Worte zu Schrcckbilocru für Dicjcuigcu, welche ihr blindliugs nach« bctcu, sie nennt das vom Kaiser untcruo::'.mcue Wert ciu chaotisches und zum Ehaos führcudeS, sie spottet über dcu Pluralismus, Föderalismus uud Dualismus und sieht die Aufgabe uud das Heil Oesterreichs nur in den, parlamentarischen Zentralismus der Februar-vcrfasslmg. Wir »vollen nun dieser Partei eine lieson« dcrc Freude machen uud ihr folgenden Satz zur belie-bigcn Verhöhnung preisgeben: „Die Aufgabe Ocster« rcichs besteht nicht iu dem Pluralismus und Föderalismus, uicht iu dem Dualismus uud Zentralismus jc für sich allciu, sondern jeder dieser Begriffe und allc zusammen müsscu praktisch rcalisirt werden, wenn Oesterreich dauernd, sicher und frei toustituirt werden soll." Der Pluralismus ist gegeben durch das Natur-nnd Staatsrccht iu der historischen Selbstständigleit der Völker Oesterreichs; der FödcraliömnS ist geschaf« sen, weil diese Völker seit Jahrhunderten zu einem gemeinschaftlichen politischen Leben vereinigt sind; aus dieser Föderativ», haben sich zwei große Völlcrgruppcu historisch entwickelt, welche den Dnaliömus darstellen; dieser Pluralismus, Föderalismus uud Dualismus braucht aber uolhweudigcrwcisc auch einen Zcutraliö« ums, nämlich eine gcmcinsamc Zeutralgcwalt und ZeU' traluertrctung, weil ohne solche die Erreichung dcS ge» mcmsameu Zweckes „»möglich wäre, weil soust selbst die bisherige pragmatische Sanltiou mit ihrem Grundsatz der unzertrennlichen Einheit der Monarchie zu einer bloßen Fiktion würde. Wir stelle», heute diese Aufgabe ganz kurz und ohne „Phrase" uur als Thesis auf, wer» den diese aber in den folgende», Blättern entwickeln, begründen uud vertheidigen. Wenn diese große Aufgabe glücklich gelöst wird, dau» wird die Geschichte uicht blos daS alte österreichische Glück, sondern den erleuchteten Willcu und die schöpferische Thatkraft der Regierung uud der Völker Oesterreichs preisen." Oesterreich. Wie,,, 3. Jänner. DaS „Vtrld." schreibt: ES ist gesteru wieder»», die Nachricht verbreitet worden, daß Oesterreich dafür gewo»»e» werden follc, dem Papst seinen „Rückhalt" zu cntzichcu nnd dic Bemühungen Frankreichs, ihu zn Konzessionen au die italicuische Rc-volutiou zu bewege»,, zu unterstütze»,. Wir habcu gestern schou unsere» Zweifel darüber ausgedrückt, daß Oesterreich sich dazu herbeilasse uud uiiscre Ueberzeugung, daß der Versuch anch kcincufalls gelingen würde, wen», die Konzessionen gegen das Gewisse» des Papstes uud das Wohl der Kirche sei», sollten. Dieselbe Ueberzeugung hat übrigens dic kaiserliche Regierung bisher wiederholt ausgcsprochm uud darum auch es to»scq»c»t verweigert, ibre» gutcu Name», zur Bcdräugnug des h, Stuhles mid zur Festigung der italienischen Revolution hcrzu-lcihcu. Rom selbst gibt sciue Sache uud sciu Nccht nicht verloren. Man schreibt in dieser Beziehnng der „Gen. Eorr." von dort unterm 2!X Dezember: Ist auch uicht zu leugue», daß die Lage des heilige», Stuhles eine in jeder Beziehung schwierige sei, macht fich dic 30 Geldlwth auch mit jedem Tagc fühlbarer, sicht man dcm Ablauf dcr durch die Scfttcindcr-Konvention gc« gönntcn Frist nicht ohne Bangen cntqcczcn, so fehlt doch vicl, daß dic Besorgnis; um die Zukunft jenen Grad erreicht hätte, in dessen Schilderung sich die Gegner der weltlichen Herrschaft des Papstes so wohl gefallen. Und in der That, die Lagc der ganzen aftcnniuischcu Hald-inscl ist nicht dazn angethan, um gerade dcu heiligen Stuhl mit llllßcrordcutlichcn Befürchtungen zn erfüllen. Das Königreich Italien ist anf einem Vnltan gegründet uud der fcrue Schall schwacher Detonationen mahnt von Zeit zu Zeit warnend an die gefährliche ^agc dicfes Königreiches. Eben in diesem Augenblicke stehen wir einer Kuudgcbung des Florentiner Pa>laments gegenüber, die uus mit dem Gedanken der Vergänglichkeit aller künstlich zusammcngcschwcistcn Staatsgebildc ucr-tränt erhält. Wenn aber der Boden nm uns ius Schwaukcn gcräth nnd wir allein noch festen Fuß zu fassen vermögen, habcn mir da ein Recht, au uuscrcu Zuständen zu verzweifeln, uud kaun man Jemand die Bcfngniß zucrtcuucn, dem Papstthnm vorzeitig das licPiil'^t in plic!« zn fingen? — 4. Jänner. Die Bestinnnnng des deutsch'ostcr« reichischcn Mimzuertragcs, uach wclchcr die österrcichischc Regierung vom 1. Jänner d. I. nicht mehr berechtigt sein soll, Dukaten zu prägen, gibt der „Weser.Ztg." . und nach ihr anderen Blättern Gelegenheit zu der Bemerkung, daß der lcvantinischc Handel, für den Dnka-ten bekanntlich ein sehr gewohntes nnd verbreitetes Werth« zeichen waren, sich genöthigt schcn werde, künftig an Stelle derselben den NavoleonSd'or alö Handclsmünzc zn vcnützcn. Wir bcmertcu hiezu, das; eiuc Vcrständi-gung mit den Münzvcrcins Iccgicrungcn, der znfolgc Ocstcrrcich das stecht der Dnkatcnprägnng noch anf fünf Jahre zngcslandcn werden würde, in sicherer Aussicht steht. (Abdpst.) Pest, 2. Jänner. In Pest redet man heule fast ^ ausschließlich nur uon der Neujahrs.Gratulation bei Deat. (IS waren schließlich nur wenige Worte, welche der ge< feierte Patriot anf die Ansprache Szcnliuanyi'S, als Sprecher der anwesenden Unlerhans-Mitgliedcr, erwiederte, aber sie sind bcdcntnngsvoll genug, um alleu Denen, die cö eben wissen wollen, den Ernst der ^agc vor Augen zu bringen. Nach dcm, was wir gestern nnd hcntc erfahren, sind die gewichtigen Worte Deals liier auf einen fruchtbaren Boden gefallen; anf der einen Seite werden damit bei uus wohl eine ganze Ncihc kindischer Illusionen zerstört, anf der anderen Seite aber mnfz man auch aller Orten, in Ungarn und weit über seine Grenzen hinaus, erkennen, daß die große Partei, deren Führer Dcak ist, nicht allein den Ansglcich will, sondern demselben auch Opfer zn dringen bereit ist. „Die Zukunft wird uon uns Opfer fordern, die ge. dracht "werden müsscu!" Diese Worte sind so klar, daß sie in keiner Weise mißdcntct werden können, wenn man die Art der Opfer ins Angc faßt, die gebracht werden müssen und die Dcak anch bringen will. Der Ostcr, Artikel gibt darüber einen bedeutsamen Fingerzeig, nicht i minder aber anch die kaiserliche Thronrede. Daß man hier nicht mil vorgefaßten Meinungen an die Arbeit gehen will, dies erkennt man sofort aus den Worten Deals. Hier hat man, wir müssen dies auf das entschiedenste wiederholen, oicsc offene, ehrliche Sprache fchr gut anfgcnomincn nnd wird sich der Reflex derselben recht bald sowohl in der Haltnng der Presse wie des Reichstages erkennen lassen. — 4. Jänner. „Magyar Vilag" schreibt: Die 1861er Adresse habe den früheren Verhältnissen entspro- chen, jetzt seien die Verhältnisse geändert und es dürfe die 18l)1cr Adresse nicht mehr als Ultimatum betrachtet werden. Nach der Thronrede sci es Pflicht der Nation, den Boden der Aktion zn bctrclcn. Dcr Wiener Kor-respondent des „Vilag" spricht dcr gemeinschaftlichen konstitntioncllcn Behandlung dcr gemeinsamen Angele-» gcnhcitcn entschieden das Wort. „Naplo" bezeichnet das jetzige Bndgcl als Forlschritt im Vergleich mit den früheren nnd lmncrlt Jenen gegenüber, welche daranS die Ucbclftüssigkcil des Parlamentarismus folgern, daß eine verfassungsmäßige Regierung cin noch besseres Budget zu Stande gebracht halte. — Nach einer neuen auf Auordmmg dcr ungarischen Statthaltcrci erschienenen Statistik hat Ungarn gegenwärtig 2:;.749 Großgrundbq'itzcr, 2,013.584 Klein, grnndbcfitzcr, 13,627.152 Joch Ackergiund, 4,577.0!)0 Joch Wiesen, 3,717.13'.) Joch Hulwciden, <.),320.385 Joch Waldungen, 574.464 Joch Weingärten, 3M.577 Joch Rohrsümpfc und 2,61l).2?7 Joch nnbcnntzbarcn Boden, das Joch zu 1600 Quadratklaftcr gcrcchutt, mit ciuem Gcfammtcinkommen von 101,77!».85i6 fi. Agram, 3. Jänner. Der im Jahre 1861 wegen einer im damaligen Vandtagc zn Agram gemachten Aeußerung, die Hcrrn v. Schmerling nicht gefiel, uach Kla« gcnfnr.t intcrnirte Graf Georg Icllaeic ist in die dnrch diese Maßregel verlorene Würde cincs „Vizc-Wojwoocn" wieder rcstitmrt worden, nnd schreibt man in Kroatien diesem erfreulichen Gcschehnissl' cinc große Vcdcnlang hinsichtlich einer Ncubcsctzuug dcr Hoflanzlci ocs orci< einigen Königreiches zu. — Bekanntlich gehört Daliuatieu zu dcn Lau-dcrn der Monarchic, in wclchcn die öffentliche Sicherheit nicht jenen ansgicbigcn Schutz wie audcrwärls genießt. Die Nachbarschaft dcr türkifchcn nud serbischen Provinzen, wie nicht minder die eigenen sozialen nnd gco-graphischen Verhältnisse dcS Bandes begünstigen in manchen Bezirken die Fortcristcuz eines Räubcrbandeuwcsens, welches in den Angcn dcr nntcrcn Klassen dcr Bevölkerung mitnntcr noch immer im Glänze dcS alten Hci-duckenthums crschciut und darum für den Arm der Gerechtigkeit nur fchwcr erreichbar wird. Dcr gegenwärtige dalmatinische Landtag ist durch cinc'Regierung«, vorläge anfgcfordcrt wordcu, die geeigneten Maßnahmen znm Schutze der ösfenllichcn Sicherheit zu bc'.athcu uud dcr Exekutive in Vorschlag zu bringen. Wie wir nun vernehmen, soll der Landtag die Absicht habcn, sollende Maßregeln dcr Regierung vorzuschlagen: Strenge Ueber-wachung dcr Vcrordnungcn bezüglich des Wasfentragcnö; ^ Entmafsnnna. allcr verdächtigen Pcrsmicn; Einführnng i von Geschwornen-Gerichten uud strengeren Slraffätzcu für Raub, Mord, Brandlegung u. dgl.; dic Vandcs-vcrwcisnng dcr Angehörigen dcr Verbrecher, endlich die Errichtuug von zrommunalgardcu. Fiume, 31. Dezember. Nachdem daö Mandat einiger Mitglieder dcr hiesigen Handelskammer erloschen war, wurden 15) Ncnwahlcn vorgenommen. Am 2!). d. lonstilnirtc sich die Kammer nnd wurde das schon seit mehreren Jahren bestehende Präsidium mittelst AMa-»nation wiedergewählt, und zwar als Präsident Herr Iginiuö Ritter u. Scarpa nud als Vizepräsident Herr ^ Casimir Kosnlich. — In der glcichcu Sitznug dcr Han. dclstammcr wurde dcr Beschluß gefaßt, daö Handels, ministcrinm zu ersuchen, in St. Peter, welches als Ausbruchstation für Finnic große Wichtigkeit hat, eine Staatslclcgraphcnstation zn errichten, oder wenn das aus ökonomischen Rücksichten nicht möglich wäre, jene von Adelsbcrg nach St. Peter zu vcrlcgcu. Uusland. Verlin, 3. Iäuucr. Die „Prov.-Korr." schreibt: Ueber die Eröffnung der öandtagssitznng find noch keine Bcstiinmuügcu getroffen; doch fei anznnchmcn, daß der König dieselbe nicht persönlich eröffnen wcrdc. Dcr Gc-sctzcntwnrf wcgcn Ansdchnnng r'cs Geschäftsbetriebs dcr preußischen Bank, dessen lctztlichc Zurückwcisnug die gc-sammle Haudclöwclt dcfrcmdctc, dürfte mit einigen fach' liche Bedenken bcscitisscnden Veränderungen den Kammern wieder vorgelegt werden. Das genannte Blatt meldet: Dic prcnßifchc Besatzung in Schleswig wird anf Antrag des Gouverneurs bchnfs ciucr Erleichterung für das Hcrzogthnm nm sechs Bataillons vermindert. — Die preußische Regierung hegt die Zuversicht, daß Hannover der Ausführung des Handelsvertrags mit Italicn dancrnde Hindernisse nicht entgegenstellen werde. — In den Vczichuugcu PrcußcuS zu dcu frcmdcu Mächten nnd in dcrcu Stellung zur Sache dcr Elbc-Hcrzog-thümcr ist nicht das Mindeste eingetreten, waS geeignet wärc, die preußische Regierung in ihren Ziclpnnllcll oder ihrer bisherigen Handlnngswcisc schwankend zu machen. — Dcr hcntigc „Staatsanzcigcr" enthält in seinem nichtamtlichen Theile einen Artikel über Amerika, welcher die Botschaft des Präsidenten dcr Vereinigten Staaten als eminent konservativ charaktcrisirt, dic stcligcn freund-schaftlichcn Beziehungen zur Union lonstatirt nnd sagt: Dic Enropa nicht zusagcndcu Ilistilutioncn habcil in Amerika cinc oft bezweifelte Kraft bewährt; uuaeachtet ! der Störung dcr Arbeit, dcr Untcrbrcchnng des Handels ^ nnd cincs beispiellosen Kostcnanfmandcs hat die Regie-rung der Uuiou, wclchc in 4 Jahren 2^ Millionen Soldaten ins Feld stellte, die Kraft gefühlt, in clwa cben so viel Monaten das Heer bis anf cin Fünftel zu cntlafscn. Es hat in rcgicrnngsfrcnndlichcn, irrthümlich ' für Stimmen dcr Rcgicrnng gcltcndcn Blätter» nicht an voreiligen, nngcrcchtcn Beurtheilungen dcr Präsidenten« ! botschaft gefehlt. — 4. Jänner. Die heutigen „Spcner'sche Ztg." meldet: Die Liquidationskommission dcS Bnndcs znr Feststellung dcr Eulschädignng sür die Exctntionskostcn Hannovers und Sachsens hat ihre Aufgabe bccndct. ! Dic Kominissic,!, bewilligte ans politischen Rücksichten ^anch die Mchrkostcnsordcrnng SachscnS uon 60.000 Thalern für die Umwcgc fcincr Trnppcn anf dcm Rückmärsche. Paris. Ueber die Andienz, in wclchcr Fürst Met-tcrnich dcm Kaiser dcr Franzosen den Stcphansorden für den kaiserlichen Prinzen von Frankreich überreichte, wird nns von einem unserer Wiener Korrespondenten mitgetheilt, daß diese Andicuz eine sehr feierliche war, ganz in gleicher Weisc wie dic Antriltöandicnz cincs Gesandten ersten Ranges. Somit begab sich der Fürst in feierlicher Auffahrt an den Hof, wo ihn dcr Obcrst-hofmeistcr, umgeben von den Kämmerern, an dcr Treppe empfing, nnd ihn in den Thronfaal geleitete. Hier befand sich bereits dcr Kaiser, nmgcbcn von allen ersten Würdenträgern in großer Uniform. Napolcou III. ging dcm österreichischen Botschafter einige Schritte entgegen nnd crwidcrlc auf dcsscn Anrede, die ebenso bcdcntnngö-voll ist wie die darauf ertheilte Antwort, außcr den telegraphisch bereits gcmcldctcn Worten, daß er nicht ermangeln wcrdc, Sr. Majestät dem Kaiscr Franz Joseph in einem besonderen Schreiben seinen Dank ab-zustattcn. Vou anrcrcr Seite wird uus als zuverlässig mitgetheilt, daß die Worte, wclchc dcr Kaiser dcr Franzosen bei dcr Ucbcrrcichung des Stcphansordcns für den kaiserlichen Prinzen zum Fnrstcn Mcttcrnich gcspro< Die Nonne und der Kanarienvogel. (Aus dem Slovenischcn des Franz Prc^'rn). («SM»!» Vaud V, Scite 13). Die Nonne: Dcr fröhliche Lenz lachl wiedrr nns an, Willst, Vögclcin licb! du ihn schauen? i.'nctt dich in die grilnendeu Wälder die Vahn? Nicht wehr' ich dir, auf sei dcr Käsig gethan; Flieg hw, dir cin Nrstchcu zn bancn, Verlasse des 5tlostcrs Grilftc Und alhinc dcr Freiheit Liiftr. Der Kanarienvogel: Wohl flatlcrt' ich froh auü dcr Zcllc hcrauö, Anf dcr Heimat seligen Flurm, Wo dic Ahnen noch bmUcn ihr lustige HanS, Wo ewiger Frilhliug, lein Stimncögrln'anü', Kein Vlitz zieht dic leuchtenden Spnnn Wo tl'iu 3tclf, lein Schnee, tnn Hagcl auch sällt Und Schlingen llicmaud dein Vogel stellt. Mich rvMlct in cn'rcn Wäldern dcr Than, Dcr Frllhling nicht lange inich N'iegct, Die Sommcr sind stiirinisch, die Winter so ranh, Und die Eulen so tückisch, die Füchse so schlau, Sie morden, was kriecht uud was flieget. Und in heimlich mordende Schlingen Will die Jugend die Arglose» zwingen. Im Bauer geboren, in dcr Zelle genährt, Gewöhnt au dcr Einsamkeit Frieden, Nur Dich zn lieben, o Mädchen! gelehrt, Von trincm Hauch deö Geschickes vcrschrt, Gelost von dir, leb' ich zufrieden! Wir Mint' ich das Altes erlragcn, !M> in diese Stürme mich wagen? Die Nonne i Wohl singsl dn so wahr, mciu Vögclciil, Bleib d'rnm bei mir in der Zelle, Dir dienen, dir vorsingen will ich allein, Du schmett'rc znrilct mir cin Liebchen, so fcin, Acwahr' mir dcn Frieden der Scck. Im Stttbchcn bleiben wir gcrne, Nicht lockt uns die Wclt in die Ferne! Das Feuerwasser. Märchen roü Llldwig Vowitsch. i!cbte vor grauen Zeiten im Herzen von Polen cin reicher, reicher Edelmann, Radofsly geheißen, dcr verstand, waö die Günstlinge dcö Glückes so selten verstehen, von seinem Eigen einen fllrtrcsslichcn Gebrauch zu machen. Er schuf nm sich Freude und Vchagen nud gewann und bewahrte dadurch selbst cin heiterstes Vcwnßtscin, rine fröhlichste Slimmnng. Sein mcuschenfrenndlichcs Wirtcu beschränkte sich aber nicht anf bliudcö Almoscnspcnden, im Gegentheile snchtc er durch Anspornung ;nr Thätiglcit uud Eröffnung von Erwcrliöcmrllcll dns Ucbcl dcr Armnlh gründlich zn heuen. Er wcndctc sein Angcnincrl anf Schnlen nnd Hcranbil^ dung Verwahrloster Kinder. Radosdlys Acsitzungen nulerschiedc» sich wunderbar auffallend von dcncn dcr benachbarten Edellentc. Ordnnng, Reinlichkeit, Wohlstand spiegelten sich im tleiusteil Baucrngchüftc; singend zogen dcm erstanulm Wanderer, dcr bis nnn mir ucrtümmcrtc, schweigsame Gestallen geschaut, die Sass.-n Radossly's vorüber. Darob war dcr Teufel im tiefsten Innern verdrossen. Den Verlust des einzelnen Edelmannes wiiroe cr wohl leicht verschmerzt haben, aber von wcgcn der uiclcn anderen Seelen, dic ihm durch vrö Edelnicnmcö fürsorgendeS, gottcöfnrchligcs Gcbahrcn abhanden gingen, n,ar er ärgerlich. DaS Oberhaupt der Unterwelt sann daher fort und fort, hin und her auf Rache und Verderben. Gerne hätte cr dcu verhaßten Raduföly durch irgend cin Fclsstücl zerschmettert, oder ihn au einem heimlichen Dolchstoß verblnlctt lassen. Dagegen strittcn jedoch dic Grundgesetze scincö Reiches, dcun die Hölle hat anch ihre Scchnugcu, nnd zwar Scchnngcu strcngster, verbind cud stcr Art. Es mnßtc ans anderen Wcgcn filr-gcgangen werden. Was aber war nicht schon Alles versucht wordcu? Satanas hatte seine giftigsten Schlangen in Gestalt reizender Iungfrancn nach dcm Starostcnsitz entsandt. Wie empfänglich aber auch Radofsty silr weibliche Schöne sich enmcs, in dcn Pfnhl des Verderbens lies; er sich nicht verlocken. Satanas halle eine« nngchcncrcn Goldschacht aufgeschlossen, meinend, dnrch die Ueber" w'.icht des Reichthums dcn Fcmd endlich zn Grnndc zu richten. Die crhöhtc Macht wurde jedoch in Radoföly'S ^and Qncsic zÜ noch größerem Sc^cn. Wüthcnd schleuderte dcr Höllcnlönig scil't Krone an cinc schwarze Felswand, daß cö wcttcrlenchtetc; er ucl' mochte leinen Ralh zu finden. Da geschah cö, daß Radofsly's einzig Töchtcrlein, die silß^ Mcncdora, Plötzlich siarb. Dcr Schmerz dcö Grnudhcrru war ci" greuzcnloser. 3t chcn, noch weit schmeichelhafter und entgegenkommender lantcn, als der „Monitcnr" sic wiedergegeben, und daß das amtliche Alatt dieselben abgeschwächt hat. (Dcb.) ^ Ä)tadrid, 4. Jänner. Zwei in Aranjncz und ^cana cantonnircndc Kauallcricrcgiincntcr haben sich am Morgen des 5 d. M. erhoben, die Anführer und die Mehrzahl der Offiziere haben an der Bewegung nicht ^hcil genommen. Der Marincministcr, General Zabala, begab sich sofort mit einer starken Abtheilung znr Verfolgung der Insurgenten, an deren Spitze General Prim steht. Die Insurgenten zogen sich in Unordnung zurück, um, wie es scheint, die Acrgc von Cucnca zu gewinnen. Man legt dicker Bewegung, welche weder ein Echo noch Theilnahme in dcr Vcuöltcrnng findet, tcinc Wichtig« kcit bei. In Madrid nnd den Provinzen herrscht voll. kommene Ruhe. Dem „N. Frdbl." wird aus Vera-Oruz 30tcn ^tovcmbcr geschrieben: Die österreichische Legion hat im Laufe des Mounts November zahlreiche Kämpfe bestanden, die von namhaften Erfolgen begleitet waren. Bereits am '.». sah sich Juan Franziöto Vutas, Ehcf der Enatccomacos.Indiancr, gezwungen, um einen vicr-wochcntl.chen Waffenstillstand zu bitten, dcr ihm vom taijcrllchcn Militär-Kommandanten in Tcsnitlan, Oberst. Ucutcnant Zach, auch gewährt wurde. In dieser Zeit machte slch Inan Franziölo anheischig, auch die auderu India-ncl,tammc zur Unterwerfung zu briugcu. Dcr in die> cm ^crrttornlm den Oberbefehl führcudc rcpnbliianischc ^cucial ^. Ortega, nicht zu vcrwcchsclu mit dem mu< thlgcn Bcrlhcidigcr Pucbla'ö, Gonzales Ortega, dcr .? ^^"''""Ut Zach für die in fo kurzer M ^csnltate zum Obersten befördert, ^caior ^ ch uuowöli cvh.clt das Offiziell, cuzoeö Gua-d onpc.Erdens. Unter dcn in dicscr Epoche erlittenen^ ^cnn>tcn iu dcr österreichischen Legion bedauert mau' ocu Tod dcö Kadetten Maltas, eines nahen Anuerwaud^ tcn Omcr Paschas. sQ'vmttlplift.) Iu Ale^andrettc ist die Cholera' meder erschienen. Der Gouverneur vou Amasia Zia ^Y, wurde wcgcn Ulttcrschlcifs suöpcudirt. Ans Dschch.' Mst'n.?^^^"'" ll""ldct, daß die Eholera d^ ua. i ./!«^"'l"""l) verschwunden ist. Die Kom-st?» ., s. ^"l"' Ä'fs°n hat ihre Operationen cinge-Nc t, uachdcm die ucuu Personen, welche dieselbe bil. s"' ""!'"N lläglichcu Zustande von liassala znrückgc. m,d Hr. dc Alauran, ital. Marinelicutc- "' ' .^'"°'^ vertrautester Freund, dcn Strapazen cr- >,"',"',„ ^"nc Genossen wurden durch die FürsorgV ^o ^izelomgö von Egyptcu uou Suatim nach Dschcd« °m) zuruclgcbrachl. Der Naib vou Attilo, dcr dem ist s^l' ^lchcddah uud dem Großschcrif untergeben lwt ^l - <^' ^ Acwohucr vo» Adulif hergcfalleu uud < meMicu geplündert uud masfatrirt. Gleichzeitig D',. l" ^"""^ die Bcvölleruug vou Keren uicdcr. nack, i ^'""^^' "°" Dschcddah bereitet eine Expedition 1 M"l Gcgcudcu vor, um die UcbcltlMr zu züchli. gen. — Der cgypt. Dampfer „Nigd" ist im rothen Mccrc an Klippen gescheitert, die ungefähr 3 Stuudcu von Suakim licgcu. (N Passagiere wurden durch einen andern cgyfttischen Dampfer gerettet, die übrigen gingen fammt Schiff uud Laduug zu Grunde. — AuS ^ Odcfsa, 23. Dezember, wird dein „Lev. Herald" gcmcl«! dct, daß Nnßlano große Anstrenguugeu auf militärischem Gebiete mache. Die Armee im Kaukasus werde neu organisirt und im Frühjahre 1^0,000 M. Infanterie uud 2500 (?) M. Kavallerie zählen. In drei Monaten werde Rußland W0,0()0 M. nnter den Waffen haben. Nach dcn letzten Berichten aus Zentralasicu yabc sich dcr Emir von Bokhara, Mnzzaffcr Khan, jetzt ganz auf die Seite der Russen geschlagen uud vcrspro-chcu, sich in die Augclegeuhcitcn von Kotau nicht mehr einzumischen. Hagesnemgkeiten. Se. Majestät der Kaiser habe» laut allerhöchster Entschlicsnmg vom 20. Dezember u. I. die von dem ober-österreichischen Landtage in der 9. Sitzung vom 7. Dezember v. I. beschlossene, Allcrhöchstdcnselben vorgelegte aller-uittcrtha'nigstc Adresse allcrgna'digst entgegenzunehmen geruht. — Se. Majestät der Kaiser Ferdinand habendem^ Vereine zum Wohle hilfsbedürftiger Kinder in Prag zum! heil. Christabend eine Unterstützung von 300 Gulden zu spenden geruht. > — Das königliche Reskrivt, als Antwort auf die' Adresse des siebenbürgischcn Landtages, ist, wie „Korunt" berichtet, als ein Neujahrsgcschent des Fürsten herabgelangt ^ und wird dasselbe sicherem Vernehmen nach in dcr nächsten, ^andtagsschmrg ftublizirt werden. — Ueber seinen Inhalt erfahren wir, das; es die Wahlen zur Beschickung des un-garifchen Landtages anordnet, die Regalisten in der Zahl von 16, wie im Jahre 1848 einberuft, zugleich jedoch den sicbenbürgischcn Landtag fortbestehen läßt. — Dem Feldmarschall Freiherr» v. Hch gingen, wie ein Berliner Blatt meldet, zu feinem vor einigen Tagen gefeierten 00jährigen Dienstjubilaum auch aus Berlin von hohen Personen Glückwünsche zu. — Der ch'fettivsland dcr Armee besteht gegenwärtig in 17.43Ü Offizieren, 5>16.«18 Mann vom Feldwebel abwärts. Unter Lederen sind 54.7 70 des Schreibens kundig. Desertionen haben im abgelaufenen Jahre zugenommen uud sind im Monat Dezember 1805 allein 131U Gemeine de-lcrtirt. Assentirt wurden im Jahre 1805 81.002 Mann, dis zur Einberufung beurlaubt wurden Chargen, welche seit dem Jahre 1858, und Gemeine, die seit 1859 und 1800 dienen. — Die Trichinen-Krankheit ist nun auch an der unmittelbaren Grenze Böhmens ausgebrochen. Bereits hat diese in den letzten Tagen des vorigen Monats unter den Bewohnern der sächsischen Grenzorte Ecitcndorf, Weigs-dorf, Kömg4lM!,, Türchau und Tornbcmmer^durs in Folge deo Genusses vc-n rohem Schweinfleisch, beziehungsweise von rohen Würsten, eine bedrohliche Ausbreitung gewonnen. Im Orte Weigsdorf, der theils zn Böhmen, theils zu Sachsen gehört, ist auch ein österreichischer Insasse von dieser Krankheit ergriffen worden. Von Seite der böhmischen Statthab terei wnrden sogleich die nöthigen Verfügungen getroffen, um diefe Kalamität auf das geringste Mas; zurückzuführen. — Herr Blondin, dcr sich gegenwärtig in Prag pro-dnzirl, brachte dadurch eine Abwechslung in seine Vorstellungen, das; er statt eines Mannes diesmal seine eigene 11jährige Tochter auf dem Rücken über das Seil trug. Nach glücklich zurückgelegtem Wege wurde er mit rauschendem Beifall belohnt. — Das kroatische Nationaltheatcr in Agram hat das Drama: „Zwei Brüder, oder die Slaven in der Türtei" angenommen. Der Verfasser desselben ist dcr als Dichter und Schriftsteller rühmlichst bekannte Agramer Obergespan Ivan v. Kutuljcvic. — Am 2. Jänner Früh starb in Graz Gräfin Went-helm, eine Tochter des Marschalls Graf Radckly. — Das Freitisch-Institut für unbemittelte Studircnde lder Universität Graz ist bereits ins Leben getreten. Seit dem Weihnachtstage erhalten zwanzig Studenten aller Fakultäten, die meisten Söhne armer Landlente, ihr einfaches, aber genügendes Mittagsmahl. Cin paar hundert Gulden haben die zu diesem Zwecke veranstalteten Vorträge abge-! worsen, dreihundert Gulden hat dcr stciermärtischc Landtag bewilligt, von dem kärntnerischen Landtag, von der steier« märtischen und lrainischen Spartasse stehen Unterstützungen in Aussicht. — Der Tenorist Wachtel ist an der Berliner Hosopcr für das Winterhalbjahr mit einem seine jetzige Gage vo» 10.000 Thlr. noch übersteigenden Betrage cngagirt worden. fokales. Se. kaiserliche Hoheit Herr Erzherzog Crnst, Kom-mandircnder des dritten Armeekorps, ist von Wien nach Laibach zurückgelehrt. — Dem Vernehmen nach soll sich bereits ein Komitee zur Veranstaltung eines Balles zum Aesteu des hiesigen Kinderspitales gebildet haben. Diese durch dcu Wohl-thätigkcitssmn der Bewohner LaibachZ ins Leben gerufene, für das Wohl besonders der ärmeren Volkstlasse so wichtige Anstalt bedarf noch bedeutender Zuflüsse. Man rechnet daher auf eine namhafte Betheiligung unseres tanzlustigen Publikums. — Bei der gestrigen Neuwahl dcr Direktion , der bürgert. Schießstätte wurden Herr Heinrich Studlar ^zum Tircttor, die Herren Leopold Bürger, Josef Lut-! m a n, Camillo Baumgartnc r und Philipp Schreye r ^zu Ausschüssen, die Herren Josef Kordin und Albert Sajiz zu Ncchnungsreviocntcn gewählt. — Die Neuwahl der Rohrschützenvorstchun g ergab Herrn Dr. Emil Mter v. Stockt als ObersclMcnmeistcr, Herrn Krieger ^als Unterschützenmeistcr, endlich Herrn Emerich Mayer und Herrn Eduard Prücker als Adjuillten. — Die gestern Mittags im Theater stattgehabte Produltion dcr im kommenden Karneval zur Ansführung gelangenden Ballmusitstücke durch die beiden Musikkapellen des ^Infanterieregiments Freiherr v. Gcrstner und des achten , Artillericregiments war zahlreich besucht. Das Publikum hatte Gelegenheit, über den Werth der aufgeführten Piccen ein kritisches Urtheil zu sällcn, und es wurde den von der 'Baron Gerstncr'schcn Kapelle vorgetragenen Musikstücken, wie es scheint, die Palme zuerkannt, obwohl auch die Artil-lcriemusik ihre Aufgabe in vollkommen anerkcnnenöwerthcr ! Weise löste, wobei man die verschiedene Besetzung des Orchesters und den Umstand berücksichtigen muh, das; die Ar-tillerickapcllc erst seit dem Herbste durch die Bemühungen ihres gegenwärtigen Kapellmeisters ein Streichorchester erhielt. — ((5 oncer t.) Das am verflossenen Freitage gegebene Concert der Philharmonischen Gesellschaft blieb ^ weder in Bezug aus die Wahl der Muntstücke noch in 3tüH< ficht dcr Aufführung dcrfclbcn hinter seinen Vorgängern zu-> rück. Begonnen wurde mit Weber's herrlicher „Oberon-Ouvertüre", die vom Orchester vortrefflich exekutirt und auch von den Zuhörern mit Beifall aufgencmmcu wurde. — Das nun folgende „^.-moii-Co n c crt" für das Pianoforte mit Orchestcrbegleitung von Nob. Schumann gab , unserm talentvollen Pianisten, Vereinslehrer I. Zöhrer „Fürst der Hülle!" rirf cm llcincr, verschmitzter Tcnscl, die NMlMdc^'ohc sich vom schwarzen Blisftlwamsc schiltleüld: „Hab' 0" cul Tränklein gebraut! für lluscrmicn ist'ö freilich acmz lMinloö, abn dm Erwiwünnern da dwwi dilrslc eö nicht so ssa»; nnucrfä»c,lich smi.- süszrö Fenrrwassn'." „Wahrlich," sp^ch Eatcmaö, „„icht ü^l, ,„M ^i »yriiia, nbcr — siir dir Mainöbnit —" „Mil Vcrgnüst, Majestät, ich — ich — wolltt- eS mit dem "adossky ucrsnchcn, ist in mrlcnichülischcr Lilnation, virllcicht wßt cr sich hnbci, zn nippen, dami —" „Bin's zufricocn, vcrsnch Dcin Glück, wähl' Dir rinc bclic-"Nc Maske." riiw ^^"^'^ "üb dcr tlriuc Tcufcl klomm an di.> Erdflächc ^^ ^', !"^'^' l'^) in die Gewandung ciucö Studiosus und klopfte, Säl s '^" '"'^ ^'"' ^"'"""ss" >m Ränzel, an Nadoföty'S «Vm mi arincr Candidat der Gelahrsamlcit," hub er an, ,.lMc ^atcr «„d Mutter, Oukel nnd Äasc verloren, nc»„e "nill., als wc>8 ich hier am ^'cibc trage, mcin; appellire an dero Mtt-und wcitgcrühmtc Generosität, werdet mir wohl einen lleinm ^md'tz, em bescheidene Ilachllager nud etwelche Pfennige zur Wetterre.se nicht versagen." „Bieudct Euch an meinen Diener, der „mg besorgen, was "0"MN," bedeutete finster vor sich hinbrütend Nadofsky. t'ge Mls^^'^'^^ '"a^ s") dsm Geheiß nnd bekam eine prilch-lMuiesm "' ^"'^ "" Rundliches Gemach zur Nachtruhe anseid lei^en^ "'"'" Zudringlichkeit, gestrenger Herr, aber Ihr s° l,eae i^ '^ "" "'^' Mitgefühl für ».ich an den Tag gelegt, ! 1 >i '") a.ich wininste Thnlnahme für Luch. Muß »uaS Schreck- liches sein, daS einzige liebe Kiud zu verlieren, deute daran, wie mich das Verscheiden von Vater und Mutter erschüttert l Wäre zn Grnndc gegangen, wenn nicht ein aller Laienbruder mir ein Träntlcin eingegeben nnd sofort cö zu bereiten mich gelehrt hätte, Wollt uersncheu, gestrenger Herr, ein paar Tröpsleiu schou sind vo» magischer Wirlnng. Danlgesiihl cmö Anlas; des l»iv erwie: sencn Wohiiuolleuö treibt mich zu dein Anbol. Wollt versuchen, gestrenger Herr!" Nach längerem Widerstreben willigte Nadofsly ein. Der erste Schluck wollte ihm nicht munden, doch fühlte er sich versucht, einen zweiten zu thun. Mit dcr Befriedigung steigerte sich die Begierde. Mcncdora'ö letzte Worte, ihre bräntlichc deiche, ihr Sarg schwanden anö seiner Eriniurnug. Eine rigcuthilmlich wilde 5,'ust bemächtigte sich des Zechcrö. Das Fläschchcu des Gastes war leer. „Hat uichtö zu bedeuten," versicherte dieser, „weiß mir ja leicht die Hohlnng da wieder lmözusüllcn. Das Rezept ist ganz cmsach uud die Aerci-tuug dcö Wouucwasscrö ein itiuderspicl!" „Freund , ich will Euch königlich lohn.» , entdeckt mir das Gcheimniß." „Mit Frcndcn, gilt cö doch beiden zu bannen, Freuden zn schaffen, will Ench morgen selbst an oic Hand gehen, gestrenger Herr!" Und Rados^ly erlernte die Knust des Gebräu's uud erprobte sciuc Schöpfung au sich, Allee, woran er biö nun begeistert gehangen, dällchte ihm schal. Nicht lilnimcrtcu ihn Schule und Krankenhaus, nicht dab ^ Wohl uud Wehe seiner Unterbauen, uicht sein eigcuer Haushalt, sein cigcucr Herd. Dc» Pokal voll Fcncrwasscr iu dcr Haud saß er ain gewaltigen Cichentische, ein ^?pfcr dcs Siumpfsiuuö uud der Erbärmlichkeit. Der Goldschacht versiegte; sein großes Erbe verödete znr Wüste. Die baren Schätze schmolzen. Mit dem Herrn zugleich verwilderten anch seine Diener. Bereits schien die Noth au daö Schloß dcö Starosleu zil Pochen. „Ha!" rief cr aus, biu ich nicht Besitzer ciurö nuschcitz-barcil Geheimnisses, Eigner eines magijchen Rezeptes? Will eme Einnahmsamlic schaffen ans ineinem Wissen, ^ockt dcrZailber-trank mich so unwiderstehlich, wird und mnß er auch die Ändern locken. Will rrzengeu, um das Erzeugte fi!r hohen Gewinn zu verwerthen. In meiiuin Gan bin ich der Herr. und ich will Gebrauch machen von meinem Herreurechte; gilt cö doch unr zu beglücken — o du herrliches Feucrwasscr." Nadofsty'ö Unterthanen widerstanden in der That dem verführerischen Tränke eben so wenig, als ihr Gebieter nnd Herr. Sie trngen ihre letzten Pfennige inö Schloß des Starostcu und grämten sich weuig, daß dcr Wcbstnhk moderte uud dcr verwahrloste Acker mehr Disteln, als Kornähren zeugte. Dcn Fnßstapfcu dcr Armuth schlichen Laster und Verbrechen nach. Dcn benachbarten Edelleuten gcsicl aber Radofsky'S seltsame EiuuahmsPiellc außerordentlich. Auch behagte Hochslihucu selbst der Trank. Sic kauften f»r hoheu Preis die Mittheilung deS Rezeptes und richteten ihre eigenen Zanbertüchcn cm. Am meisten jubelte dcr Fürst dcr Hülle. „Kleiner Teufel," ricf cr, „ich bi» mit dir über die Maße« zufrieden. Hast mir uicht allein dcu Radofsty gebracht, sondern anch nll' sciuc Unterthanen, nnd wenn cS gut geht, so gehört mir in Vcildc — „Mindestens die Hälfte von Pole»," lichcrlc dcr kleine Teufel. 32 Gelegenheit, uns in die innersten Tiefen seiner ausgezeichneten inusitalischen Bildung blicken zu lassen: die Gediegen-heit und Eleganz seines Spieles im ersten Scche mit der großartigen Schluhcadenz, die Anmuth im Scherze, die (5nt-faltung einer die technischen Schwierigkeiten nn't Leichtigkeit bezwingenden Bravour ließen Herrn Zöhvers Vorlrag des Schumcmn'schcn Concertes als meisterhast erscheiuen und trn-gen ihm die ausrichtigste Anerkennung der Zuhörer ein, die um so verdienter war, da die Schwierigkeiten, welche die Schu-mann'sche Komposition insbesondere im Zusammenspiel mit dem Orchester im dritten Satze darbietet, in der That für manche» Klavierspieler und manches Orchester als unüber-steiglich bezeichnet werden müssen. — Nach der angestrengten Aufmerksamkeit, welche die eben besprochene Klauierpiecc durch mehr als zwanzig Minuten in Anspruch nahm, war es für Frl. Cö lest ine Püchlcr eine schwierige Ausgabe, die Zuhörerschaft durch den Vortrag der Arie aus „Fidelio" zu fesseln; die Schönheit des Gesangstückes an sich, die vortrefflichen Stimmmittel und der äußerst gelungene, Vortrag der Sängerin verfehlten jedoch nicht, auch dieser^ Nummer Erfolg zu sichern. — Die nach dem Gölhc'scheu Texte von Mendelssohn als Tonballadc in Mnsil gesellte „erste Walpurgisnacht" gab uns in dieser Saison zum ersten Male Gelegenheit, den trefflichen Dam euch or der Gesellschaft, der diesmal dnrch viele neugewonnene Kra'sle eine in jeder Beziehung angenehme Verstärkung erhielt, zu bewundern und uns des Anblickes dieses schönen Kranzes der lieblichsten Erscheinungen zu erfreue». Wenn schon alle mitwirkenden Damen durch die liebenswürdige Vereitwilligkeit ihrer Mitwirkung sich die Gesellschaft zum Danke verpflichteten, so gebührt derselbe doch diesmal in hervorragender Weise Frau Luise P rücker, welche uns, wie immer, durch ihren prächtigen, sonoren Alt und die ihr eigenthümliche seelenuollc Vortragsweise cntzüclte. Auch die Herren, welche Solopartien übernommen halten (Moravce, Schischlcr, Dr. Keesbacher, Dr. Theodor Nndesch) halfen zur würdige» Aufführung der großen Komposition, deren ausführlichere Besprechung uns der hier zu Gebote flehende Raum nicht gestattet, aus welcher wir jedoch ganz vorzüglich den meisterhaft gearbeiteten Chor „Kommt mit Zacken und mit Gabeln" mit feiner charakteristischen Instrumentalbegleitung hervorheben. Sowohl der Damen-, als anäi der Männcrchor waren vorzüglich studirt, und das Gleiche gilt vom Orchester, ein Verdienst des artistischen Direltors Ned» vcd, der, an diesem iionzertabcndc wohl außergewöhnlich angestrengt, am Schlüsse stürmisch gerufen, aber, wie wir hören, durch ein plötzliches Unwohlsein gehindert war, sich für die ihm so laut kundgegebenen Sympathie», zn bedanken. Der Nrdoutcnsaal war diesmal buchstäblich überfüllt. Die von uns Seitens mehrerer Mitglieder, welche nur mit Mühc uoch einen unbequemen Stehplatz sich erringen tonnten, vernommenen Klagen legen jedoch die Frage nahe, ob der Saal nur von Mitgliedern gefüllt wurde-, die Beantwortung dieser Frage müssen wir natürlich Ieucn überlassen, die sich, ohne Mitglieder oder Gäste zu sein, das Vergnügen des Zuhöreus zu verschaffen wußten. Es mag dies ein Wink für die Direktion sein, dem Gebrauche anderer Vereine cnsprechcnd, für jede Gesellschastsprodiiltion eine Auzahl Ordner zu bestellen, deren Aufgabe es »nter anderem auch wäre, den für die große Zahl der Mitglieder ohnedies karg bemessenen Zuhörerraum ihnen unverkürzt zu re-servire». — (Theater.) Am vergangenen Samstag ging „Die Gezeichnete," ein Original-Schauspiel von C. I. Folncs, zum Vortheile des Fräulein Alerandrine Calliano über die Vühnc. Das Hans war gedrängt voll. Dieser Umstand ist um so schmeichelhafter für die Venefiziantin, als sich wohl tein Theaterfreund von dem Gehalt des Stückes selbst irgend etwas versprechen konnte; die Wahl desselben scheint eben etwas aus das Feiertags-Publilum berechnet gewesen zu sein. Wir haben eine so gute Meinung von dem feinen Geschmacke des Frl. Calliano, daß wir dies zuversichtlich voraussetzen können. Der so zahlreiche Besuch galt also einzig und allein dem Liebling unseres Publikums — Frl. Alexandrine, das auf die herzlichste Weise von demselben empfangen und durch zweimaligen Hervorrus (nach der zweiten Abtheilung) freundlichst für die wirklich sehr gute Leistuug (Thcrese) belohnt!, wurde. Herr Hartig (Aarou Ungern) zeichnete sich durch ein fein nuancirtes Spiel aus: ganz lieb war Frl. Klobu-schitziy (Christine). Herrn Vlumlachner (Karelin) sagte seine Partie offenbar nicht zu. Die übrigen Darsteller hatten zu unbedeutende Nolle», um näher 1. Dezember in der Behandlung !N',0 Kranle, 1^' Männer und 227 Weiber. Aus der Sitzung des Gemeinderathes vom .5. Jänner. Nach Vorlesung des Protokolles der letzten Sitzung, welches genehmigt wird, stellt der Vorsitzende Bürgermeister aus Grundlage eines in der Magistralssitzung vom !'»(>. Dezember v. I. einhellig gefaßten Beschlusses den Anlrag, daß dem Herrn Doktor der Medizin Franz Schisser in An-erteunung seiner Verdienste das Bürgerrecht der Stadt Laibach taxfrei verliehen werde, welcher Antrag mit Ctimmcnemhelligkeit angenommen wird. Herr GR. V. E. Supan stellt eine Anfrage in Betreff der Errichtnng des Waisenhauses, wobei er den Wunsch ausspricht, daß diese Angelegenheit mit Energie gefördert werden möge. Der Herr Bürgermeister verspricht, dieselbe nicht ans dem Auge zu verlieren und stellt insbesondere in Aussicht, daß der Neferent in der Waisenhaussache nach Aeendignng der Landtagsscssion die nöthige Zeit finden werde, seine Aufgabe zu lösen. Herr GN. Mallitsch im Namen der Aauscttion re-scrirt über die Sichcrstellung der Bauholzlieserung für das Jahr 1500 und beantragt das Offert der Herren Stefan und Karl Tauzher mit 5 pEt. Nachlaß zur Annahme, welcher Antrag ohne Debatte zum Beschluß erhoben wird. Ueber Anlrag des Herrn G3t. Stcdry im Namen der Äauseklion werden folgende Vcrdienstucrtiägc für vollführte Bauhcrstellungcn liquid erkannt nnd zur Auszahlung angewiesen, und zwar: dem Franz Pcterza für die Herstellung des Kanals in der Nosengasse der Gcsammttostcn-betrag von 1^30 fl. 87 kr., demselben für die Pflasterung in der Petcrsvorsladt der Betrag von 1,;^5 fl. und dem Jakob Supaneic für Kanalbauten daselbst 147 fl. 47 kr. Weiters werden die Kosten der Schotterlicfcnmg mit 50 fl., dann die Kosten für die Nenoviruugcn im Nathhaufe und zwar an Manrcrarbeit mit 30 fl., an Austrcicherarbeit mit 4 fl. 80 kr. und an Malerarbeit über Abzug der Kantion im Ganzen mit 80 fl. für liquid crtaiuit. Herr GN. Bürger, im Namen der Aauseltion, be« antragt mit Rücksicht auf die vielen, dem städtischen Bau-Inspizienten obliegenden Liquidirungsarbeiten und die zahl-^ reichen, im Jahre 1800 in Ausführung zu briugcuden Bauprojette die Beibehaltung des bisherigen technischen Diur-nisten, welcher Antrag von den Herren GNN. Stedry und Mallitsch unterstützt und auch angenommen wird. Herr GN. Dr. Potlutar, im Namen der Schulseltion stellt den Antrag auf Verleihung einer Personalzulage von 50 fl. für den Unterlehrcr an der städtischen Knaben-Hanptschule zu St. Jakob und auf Bewilligung einer Nemu-ncration an jeden Lehrer dieser Hauptschule für die Ertheilung des Unterrichts an die Lehrlinge mit je 50 sl., zusammen mit 200 fl., welcher Antrag vom Herrn GN. Dr. Orel uuterslützt und sofort zum Beschlusse erHoden wird. Derselbe rescrirt serner über die Verleihung der Inva« lidenstiftungcn, von welchen derzeit sechs Plätze erlediget und sonach zu verleihen sind. Ueber den von der Echulsettion gestellten Verlcihungsantrag erhebt sick nur bezüglich eines Kompetenten eine Debatte, an der sich die Herren GNN. Dr. Miltcis, Dr. Orel nnd Holzer betheiligen, indem mit Hinblick ans die Stistung^urkimüe der Zweifel erhoben wird, ob jener Kompetent, welcher aus dem Militär nach mehr als zehnjähriger Dienstzeit nicht als Invalide entlasse» wurde, zum Stislungsgenusse berufen sei, wenn er gleich derzeit gänzlich arbeitsunfähig und einer Unterstützung fehr bedürftig ist. Die Majorität des Gemeindcrathes spricht sich für die Kompetcnzfähigkeit aus und es werden die erledigten Stif-tungsftlätze sohin dem Andreas Ostank aus Grobsche, Johann Omann von Wald, Stefan Mikusch aus Sadlog, Johann Wilmann aus Moistrana und Jakob Icreb ans Aulouca (Bezirk Stein) nach dem Seklionsantragc verliehen. Herr Vizebürgermeisler Dr. Suppan, im Namen der Sektion für Pcrsonalangclegenhciten, beantragt die Anf» nähme des Franz Tertnit als Kanzlciprattitantcn, welcher Antrag angenommen wird. Ein Gesuch des provisorisch angestellten zweiten Fmcrwächters um definitive Anstellung wird, als verfrüht, abgelehnt. Hierauf folgt eine geheime Sitzung. Neueste Nachrichten und Telegramme. Qriginal - Telegramme. Wie», 8. Iällucr. L?in kaiserliches «Handschreiben amnestirt die unbefugt aus dem lombardisch«venezianischen Königreiche Ausgewanderten. Die Herzogin Sofie in Vaiern ist bedenklich erkrankt. Vay 0 n n e. General ^rinl marschirt auf Taraneon. Aviln ist in der (fmpörung begriffen, Madrid in» Velagernngszustande. Pest, 5. Jänner. Iosrpl) Knnszt, Erzliischof uon Kalocsa, ist henlc Morgens, von, Schlage gerührt, im 7l>. Iahrc gestorben. Die Leiche wird morgen nach Kalocsa ndcrfilhrt. Dcr Dank dcö Hoftanzlcrö anf die Nclijahrögrawlatiml dcö Pester Magistrats wurde in dcr heutigen Sitzung dcösclbcn feierlich zu Protokoll gc-iwmmcn. Dcr „Pester ^loyd schreibt: An dcm Tage, an welchem das allerhöchste Neslript an den Sieden« bürgcr Landtag in Klanscndnrg znr Plidlitalion tommt, dilrfte gleichzeitig a»ch dcm nngarischcn Vandlage cine hierauf bezügliche königliche Botschaft mitgetheilt werden, weshalb die Publikation des k. NcslriptcS an den sieben« bnrgischcn Vandtag uorlänfig nntcrbliel'cn sein dürfte. Schleswig, 5>. Jänner. Die Nachricht von einer in Schleswig vorzunehmenden AnShclinng ist dnrchans nnrichtig. Cs wnrdc leine derartige Vcrfngnng erlassen. Madrid, 4. Jänner (Abends). Die Insnrgenten sind im vollen Rnckzngc. General Zabala war ihnen anf eine Stnndc Entfernung nachgerückt; allein sie nber»« schritten den Flnß nnd brachen die Brücke von Fnenli-dncnaö ali, um die Verfolgung aufznhaltcn. Ihr Feld-gcschrci ist: Es lebe Espartcro nnd Prim. Madrid ist rnhig; die Nachrichten ans den Provinzen lanten eben« falls dcrnhigcnd. -)tew-A»rk, 27. Dezember. General Grant soll sich demnächst nach dcm Nio grande begeben. Zweifel» hafte Gerüchte melden die Vcrzichllcistnng Inarcz' ans die Präsidentschaft. Geschäfts-Zeitung, 5Uevlosullss. Vei drr 432. Verlosung dcr alte» Staats-schlild ist die Sericunmnicr 04 gezogen wordcu. Dnse Scric enthält Vaulo-Obligationcn >m nrspriinglichcu Ziusenfnße von 5 P6t,. von Nr. 55.575 bis inll. 50.300 im Gcsammtlavilals-betrage von 1,000.92? fl. — Vci der 23. Vcrlusnng des Lottoanlehcns vom Jahre 1854 sind nachslchendc Scrim gezogen worden : 139, 220, 394, 452, 782, 1539. 15)5,1, 1570, 1072 . 1L83. 2114.2192, 2158.2098, >>8^.28W, ^)0Ü, 3M2 , 3.790 sl, zllgenom: liien hat. Dcr voNstäudigc Jahresabschluß wirb in cinlgen Tagen dic vcrschicdcncn Positionen des Stallls dcullichcr darlesse». itaibach, 5. Jänner. Auf dem heutigen Marlte siub erschienen: 3 Wagen mit Hcn und Stroh (Hcn 30 Ztr., Stroh 12 Z!r. nnd 10 Wagc» mit Holz. Dnrchschnitts-Preise. ' Mlt.^ Maz...> Mlt.. Mgz.- si.! lr. si. lr. ^ ft. ll. st.! lr. Weizen pr. Melden------4 4 Butter pr. Pfund - 48 —!— Kor» „ -------2 75 Eier pr, Stlkt — 2------- Ocrslc ,. — — 2 20 Milch pr. Maß __i() — Hafcr ,. — — 175 Niudsteischpr, Pfd. -<<; — — Halbftucht „ ------2 89 Kalbfleisch „ _,8—^ — Hcidcu „ ------2 34 Schweinefleisch „ -.!i,; — — Hirsc „ ------2 37 ^ Schöpsenfleisch ., -.-------— Kulnrich „ — — 2 55 Hähndcl pr. Stiicl —30 — — Erdäpfel „ 140------ Tauben .. ^12-!— Linsen „ 5---------- Heu pr. Hentuer 150 - ^-> ssrbscn „ 4 50— Slroh ,. 139». _ Fisolen „ 480-— Holz,hart.,pr,Klft. -!— 85l> RiudSschmal; Pfd, -53—!—' —weiches, ,. _!.. ghy Schweineschmalz „ —'40 —^— Wein, rother, pr. Specl. frisch, „—.20—,- Eimer - - 13 — — geräuchert „ — 40 —j—^ — weißer „ — — 14' — Theater. Heute Montag den 8. Iilnner: Zinn siebenten Male: Die schönelt Weiber von Geovstie». Komische Oper i» 3 Anfzllgc» von Iacq'leS Offenbach. 3Noleorolo^scho3zeo^chllmg6,l m Lailiach. ff !«.ß-^ Z8 ^ ! ?^n 0 U. Mg. 329,07 ! — I.« O. sehr schw. ttüb^ !---------- 5. 2 „ N. 328.L8 ! - 0.» N. sehr schw. trübe ' 0 ..« 10 „ Ab. ! 329.N« ! -^tt.L ^O. sehr schw. trllbe 0U. Mg. 328.nl!— In >O. schwach trlibe 0. 2 „ N. 329.02 -^ l.3 l O. schwach bewüllt 0.«. 10 „ Ab. 329.44 - 2.» ! O. still sternenhell l 0 U. Mg. 328.98 ! - 2.5. O. schwach trlllie ^ .^ " A l N^' ^ " l.i ^ O. schwach ! trübe 0.00 10 „ Ab. 320.85 ^ — 2.8 , O. schwach trilbc ! In dcr Nacht vom 5. auf den 0. Schneesall aus den Bergen der Umgebung. Knin, Großgallenberg. Iantschbcrg u. s. w. Dcu 0. Vorniltlag gelichtet. Nachmittags vülligc Anßheiterulig. Schönes Abcudroth. Den 0, Nachmittags sioq ein Schwärm Dohlen mil grobem ^'ärm iibcr der Blad». Dieser Strichvogel, dce anf dcn Tl)!lrnl!>n Vaibachö nistcl, pstegt sonst rrst Ende Ml-»er oder Ansang ssebrnar seinen Einzug zu halten. Den 7. Lust sehr trocken, Baromelcr im Fallen. Aclantworllicher Rednltrm: Iguaz »>. Kleinmayr.