LaMchtrWMtung. Nr. 44. Pr«l!llmlrat!on»pre<« : Im Vomptoll ganzi. s! 11, haibj. ft. 5.««. ssUr die.»llhi bl« ia Stilen: im>,i «0 lr., üm. 8uli., 3»>. 1 st.; sonst Pi.Zeile im. 8 lr., »m. Ulr., 3m. iu lr. u. s. w. Insertlonsstciüpel lede?m. 3u ll. 18V7. Amtlicher Theil. Jaut aus Mcutonc eingelangten Telegramms sind Sc. kaiserliche Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog Stephan alldort am 19. d. M. Nachmittags ?! Uhr nach längerem beiden verschieden. Auf Allerhöchste Anordnung wird für weiland Se. kaiserliche Hoheit den dnrchlauchtigstcu Erzherzog Stephan die ^Hoftrauer heute, den 21. Februar, au-gezogen und durch sechzehn Tage mit folgender Ab-wcchsluug: nämlich währcud der erslcn acht Tage, d. i. bis einschließlich 28. Februar die tiefe nnd während der lehtcu acht Tage, d. i. vom 1. bis einschließlich 8. März die mindere Trauer getragen. Der Minister für Haudel und Voltswirthschaft hat dcu Miuistcrialconcipisten Otto H ü li n e r zum Sccrctär im Status dcr Posidirection ernauut. Die königl. ungarische Hoftanzlci hat den Supplcu« ten am Uutcrgymnasium zu Felcgyhaza Emcrich Fckctc zum wirtlichen Gyinnasiallchrcr daselbst ernannt. Nichtamtlicher Theil. Laibach, 22. Februar. Die Journale beeilen sich, den Wendigen Jubel zu schildern, mit dem das königl. Rescript in Ungarn anf« gcnoiumcu wurde; allerorts wird die Slimmuug als eine freudig erregte, gehobene bezeichnet. Im Nach« stehenden geben wir ein Bild dcr Stimmnug in der ungarischen Hauptstadt nach Wiener Blättern: Das k. Rescript, das Montag am 18. d. M. im ungarischen Landtage verlesen wurde, marfirt einen ewig dculwürdigen Abschnitt in dcr Geschichte Ungarns uud Oesterreichs. Die ungarische ^andcövcrtrcluug hat in ihren Annalen wichtige uud in die Geschicke des Maudes tief eingreifende Sitzungen anfzuweiscu, aber wichtigere Tage, als es der heutige gewesen, dürfte selbst die au Wcchfelsälleu so reiche Geschichte Uugarns wohl nur sehr wenige zu vermerken gehabt haben. Schon au dcr äußeren Physiognomie der Stadt ist cs sofort wahrzunehmen, daß Pest ein Freudenfest feiert. In den Gassen wogt ciuc schanlustigc, sichtbar erregte Menge auf uud ab, au allen Ecken uud Enden werden Nationalfahncn aufgepflanzt. Die Biographien dcr Minister wcrdcu vor auf- uud abcileudcn Eommissärcu in Tausenden von Exemplaren verknust uud au manchen Orten laut verlesen. Auch eine Dcnlmüuzc wird allent-halben zum Verlauf ansgcboten, die auf einer Seite die Namen dcr Miuistcr, auf dcr andern das lorbccrum-wundcnc Porträt Sr. Majestät aufweist. Iu deu Buch-haudlungslädeu nnd hiuter dcu Schaufcustcrn dcr Bilder» Händler prangen dic Porträts dcr Minister. Die Sitzung des Unterhauses war für 11 Uhr angesagt, nbcr schou um 10 Uhr wogte, wic dcr Correspondent dcr „Pr." berichtet, eine unabsehbare Mcuschcnmcngc vor den Thorcn dcs ^audtagsgcbändcs. Der in ciucm einfachen Comfortable anlangende Dcak wird mit cinem Sturm vou Eljcus bcgrüßt. Mit lauten Eljcns wird auch Graf Inlins Andrafsy bcgrüßt. Dic übrigen Mi-nistcr crhaltcn jeder einzeln dcu Tribut dcr auf dic Gasse zuriickgcdräugtcu Volksguust. Dic Dcftutirtcn waren fast vollzählig versammelt, und standen in großen Gruppen, überall in die cifrigstc nnd lauteste Conversation vertieft. Deak wird von zahl' reichen Dcpntirtcu umringt. Icdcr bcciltc sich, ihm die Hand zu rcichcu. An cincr audcrcu Stelle ist Graf Julius Äudrafsy dcr Mittelpunkt ciucs Kreises, um der großcu Zahl seincr Freuudc zu daulcn. Deu Wortlaut dcs königlichen Rescripts habcu wir bereits mitgetheilt. Daö erste Eljcu ertönte au dcr Stelle, wo das königliche Rescript crllärt, die Ordnnug der Wchrucrfassiing nur unter der gesetzlichen Mitwirkung dcr uugarischeu Vandcsvertrclcr fcststcllcu zu wolleu. Viel iuteusiocr uoch war der Alisdruck des Beifalls bei dem Passns, dcr bcsagtc, durch dic lctztc Adrcsfc habcu die Bcdcukeu der Krouc sufort fchwiudcn müssen. Ein Sturm dcs ApPlauscs durchzittcrte das Haus, als dcr Schrift, führcr bei dcr Stelle anlangte, w"o dcr Kaiser deu Grafen Julius Andrassy mit dcr Bildnug eines „unabhängigen verantwortlichen ungarischen Ministeriums" betraute. Dcr Beifall legte sich erst, als dcr uunmchrigc Minister. Präsident sich erhob und nach allen Scitcu sich vernein gcud, in merklicher Aufregung dankte. Auch am Schlüsse dcs Rescripts erdröhnte lauter Beifall; mchrcrc dcr Dc-putirlcn schwenkten mit dc» Hüteu llnd crsl nach einigen Minuten legte sich die allgcmcinc Bcwcgung. Mit zitlcrudcr Stimme, uud ganz blaß vor inu» rcr Erregung, stcllt dcr greise Präsident hicranf den Antrag, das .^ans möge seinen Dank für dieses geschichtlich wichtige uud dcukwürdigc Rescript in ciucr Nläuzcndcu Dcputatiou au die Stufcn dcs Thrones lcgcu. Der Autrag dcö Präsidcutcu bcgcguct im Ecutrum lauter Zustimmung. Unter anßerordcntlichcr Bewegung crlM sich hicranf Ministerpräsident Graf Inlius Audrassy, um fol» gendc Worte an das Haus zu richtcu: „Geehrtes Haus! Das außerordentliche Vertrauen, mit dem mich So. Majestät soeben ausgezeichnet, gcbilhrt nicht n>ir, sondern der ganzen Nation. Ich hätte cs gewünscht, und meiucr Ueberzeugung uach würde hierin ein Wunsch der aanzen Nation erfüllt worden sein, das; diese schwere, meine Kräfte weitaus überragende Aufgabe jenem Manne anvertraut worden wäre, dessen Überall bewunderte Vcishcit ihn hirzu am mcistcu befähigt und deu auch der Wille Er. Majestät hiezu ansertoreu. (Das Haus bricht in minutenlangen Äeifal! ans: das ganze Centrum erhebt sich, Teal verneigt sich dankend.) Ader Se. Majestät würdigte» die Motive, die der chrenwerlhe Vertreter der innern Stadt Pest bei der Ablehnung des feiner allein würdigen Postens vorgebracht, und ich, in huldigender Demuth vor dem Willen Sr. Majestät und in unbegrenzter Liebe fürs Vaterland, mußte die tiefgefühlte Ueberzeugung meiner Schwäche unterdrücken und meine Dienste König und Vaterland weihe». Ich werde Sr. Majestät das Ministerium so schnell als möglich zur Bestätigung unlerbreiteu und empfehle dasselbe schon jetzt der Unterstützung des geehrten Hanfes." sLebbajler Beifall.) Iu dic Deputation wurden gewählt: Georg Almasy, Ladislaus Bezcrcdy, Moriz Kourad, Ladislaus Csaky, Paul Danicl, Emauucl Gozsdn, Slcfan HuSzar, Ivacskovits, Emcrich uud Sigmuud Ivanka," Ioscf Inst, Paul Kaluoky, Ladislaus Kovacs, Vcla Orczy, Armiu Podmaniczky, Ioscf Prnckbergcr, ^ndwig Sala« mou, Eincrich Szabo, Hciurich Stcfauidcsz, Inlius Szapary, Bernhard Ullmanu. Ladiölauö Tisza, Nil. hclnl Toth, Emil Trauschenfcls, Paul Trisunacz, Nicolans Ujfalnssi), Ludwig Bay, Victor Zichy, Eduard Zscdcuyi, und als Führcr dcr Deputation Präsident Vzcntivanyj. Auch ini Obcrhausc war die Aufnahme dcS NcscriptcS ciue freudige. Vou dcn 700 Mitglieder,» der Magnaten-tafcl waren 15,0 anwesend. Die Erucnnuug des ungarischcu Ministcriums wurde iu dcn Städten festlich bcgnngcn. Feierliche TcdeumS, Festbankette, Illnntiuatioucn faudcn statt. Auch iu Filllue war dcr Enthusiasmus groß; cs gab ciuen Fcstzng uud eine Illumination. Ein wcitcrer Bericht nus Pcst meldet: Ucbcrall waren nnr freudig erregte Mcnschengruftpcn zu erblicken, wclchc utit glühcudcn' Eifcr die Bcdcntnng des uugarischcu Miuisteriums, so wie die Fcicr dcs heutigen Tages besprachen. In dcr Wnitzncrgasse hatte ciu Kaufuiauu dic glückliche Idcc, dic Photographien dcr neuen Minister auszustellen, wodurch scin Locale iu fortwährenden Belagerungszustand versetzt wurde. Seit frühem Morgcu sind mchrcrc Hundert nrbcitcudc Häudc mit dcr Aufstellung vou Masten beschäftigt, wclchc, so 'sl'llissellill. Dic Injcl Candia. Aus cincm Büchlcin ..die Insel Kreta, Nciscerin-uernugcu von G. Perrot," emcm frühcrcil Äiitglicd dcr französischen Schule iu Athen, theilt Fcrd. ^othcißcu iu dcr „Franks. Ztg." das Folgende mit: ' Das mittelländische Mccr liiufluthct in seinem Becken zwei große Inseln, wclchc die natürlichen Haltpnnktc auf dem Wcgc vom Morgenland zu dcn wcstüchcn Vändcrn siud. Sicilicn und Krcta schcincil von dcr Natur 'u Bcrlnittlcrinncn zwischen dcu verschiedenen Küstenländern bestimmt zu sein, dic ciue im wcstlichcu, die andere im östlichcu Theil des Mittelmccrcs. Eaudia hat diese Auf. gabc nicinals erfüllt, weil die innere Äodcugcstaltuua slch dcrfclbcil widersetzte. Die Iuscl ist kein zusammen-gehörendes Ganze, das sich zu gemeinsamer'Thätigkeit vereinigen konntc. Eine hohe Bcrgkcttc, dcr altbcrülimtc Ida, nnd die bis zu 8000 Fuß aufsteigenden Gebirge von Sfthlltia trcuucu das Laud in mchrcrc völlig geschiedene Theile. Iu ihrer schroffe», Unzugäuglichkcit bildcu dicse Höhcn fast unüberwindliche Hiudcruifsc für lebcndiacn Bcrkchr uud rcgclmäßigc Verbindung. Dic ganze Bc< vülkcrung beläuft sich anf nicht mehr als ctwä 100.000 Seelcu, worunter ciu Viertel Türken, wclchc meistens in deu Städten an dcr Küste wohnen. Unter diesen ist Cauca mit 18.000 Einwohnern, dauu Eandia uud Nhe< timo auzuführcu, obwohl dcrcn Lcbcu ciu stctcs Sicch-thum ist. Kräftiger als die ans Türlcn, Kretern uud Egyptcru gcinischtc Bevölkernug der Städte siud die Stämme in deu Berge», — ciu wahrhast schöues Geschlecht, mit laugen, meist bloudcn Locken, ausdauernd und gcgcn nllc Mühcu gestählt. Abcr sie siud selbst wicdcr gctrcnnt und cinaudcr oft abgeucigt Dic Gc-birgc von Sphatia scudeu ihrc Ausläufer nach allcu Sci> tcu' hiuaus bis au dic Küstcn. Dic schiualcu Ebcucu, dic sich dort crstrcckcu, si'ld öd nud stciuig; ciue tropische Sonne glüht oft auf ihnen, während in dcn Gc-dirgen auf dcr Höhc dic Kältc oft bis zu cuipfindlichcr Stärke anwächst" Kcin Lalld dcr Erdc ist wohl so rcich au Engpässcn uud Schluchten. 9tissc, wclchc stürzende Gicßbächc sich allmälig gcbohrt habcn, bildcll dic ciuzi^ gen Pfade auf dcncn dic Eingcborcncn zur Höhe gelangen töuncn Solchcr Art find bcsoudcrs die Schluchtcu, dic nach Sphalia hinaufführcu. In dcm Thal von Asphito waildcrt luau über ciuc gutc Stunde laug wie zw.,chcu ;wei hohc.l ^üulcru fort, dergestalt nähern ,lch dlc bcl-dcu Thnlwändc ciuauder, mau kauu nc ost m.t dcu aus-gestrccktcu Aruicu zu bcidc.l Sciteu bcruhrcn, und wcnn sie etwas wcitcr zurückwcichcu, ,o osfncu pc nch doch höchstcns bis zu ciuer Breite vou ^0 Fuß. Die gauzc Schlucht ist feucht, ci,l üpplgcr Pflauzcnwuchö bcdcckt den Bodcn und dic Abhänge, wilde Feigenbäume wöl-bcu fich über dein Spalt uud sperren dcn wcnigcn Stral> lcu dcr Souuc dcu Wcg. Wcuu abcr im Frühling dic Bächc schwcllcu uud zu rcißeudcu Strömcu wcrdcn, dann füllen sie iu ihrcm schäumcndcn Lauf dic gauzc Schlucht ans, uud wchc dem uubcfouncnen Waudcrcr, dcn sic dann crcilcu. Dann ist „das Thor geschlossen", wic das Volt sagt, dann hört die Verbindung für einige Zeit ganz auf und man wartet geduldig, bis die Wasser sich ucr-lanfcn habcu. Nach allcu Scilcn hm abschüssig, ist Sphatia ciuc natürliche, fast uuciunchmbarc Fcstnng, wclchc vou jchcr dcn Griechen als Zuflucht uud Schutzwchr gcgcn ihrc Feinde dicntc. Allcin cs ist ein unfruchtbares Pla^ teau, das nur wenig erzeugt; cinzcluc Dörfer liegen da selbst, doch ihrc Vcvölkcrung zicht im Wiuter fast ganz hcrab an die wärmeren Küsten. So schwer darum die Erstürmung von Sphakia ist, so nothwendig wird ihr Fall durch ciuc dauernde strcugc Einschlicßnng herbeigeführt, da dcr Maugcl an allcm Nöthigcn iu dcr fchlimmeu Jahreszeit bald jeden Widerstand unmöglich macht. So sagt wenigstens dcr Verfasser der obcn erwähnten Schrift, dcr dcshall, auch für dcn Monat Iäuncr das Endc dcr landiotifchcn Erhebung Voraussicht. Ist Sphakia arm, so sind die Küstcn nicht reich. Sic tragen schon thcilwcisc ciucn afrikanischen gleichförmigen Eharaltcr. Wohl aber öffnen sic sich in ciuc Menge dcr trefflichsten Häfeu uud Schlupfwinlcl, und so crllärt cs sich, warum dic Krctcr vou jchcr sich lieber dcin trügerischen beweglichen Element anvcrtrancn mochten, als ihrcm Boden durch mühsamen Anbau cincn loh-ncudcn Gcwinn abzuriugcu. Ihr Nuf war vou altcn Zcitcn hcr nichts weniger als schon. Dic Griechen hatten iu Bezug auf dic Wahrheit ciu weites Gewissen; ihrc Götter und Hcldcn lügcn mit höchst liebenswürdiger Naivetät uud rühmen sich dieser Kuust. Allciu selbst ihnen gingen dic Krctcr zn wcit, uud „Krctcr" und „Vügncr" wurden bci ihncu gleichbedeutende Worte. Ob sich diese Eigenschaft bci dcu hcutigcu Krctcru gcbcfscrt hat — vielleicht durch dcu moralischen Einfluß dcr Tür-lcu? - wciß ich nicht. Dcr ctwas boshafte Vcrfasscr dcr Nciscskiz.cn bchanptct, in dcn letzten Aufstäudcn hättcn sich Krctcr uud Türkcn ganze Tage lang furchtbar beschossen. obwohl sic völlig außer Schußweite von cinaudcr gestanden hätten. Möglich, daß gerade deshalb bcldcn « Partcicu'dicsc Ausdaucr um so löblicher crschicn uud mso-fcru ihrc dainaligcu bcgcistcrtcu Echlachtbcrichtc rcchtfcrtlgtc. Ooch ucbel, ihrcm Aoschcu vor dcr Wahrheit rlihiu-tcu die griechischen ^andslrute au dcn Kretern auch uoch 284 wie die ganze Stadt, schon bis zur Abendstunde mit Fahnen, Wappen u. dgl. festlich ^schmückt waren. Ob< gleich erst in den Nachmittagsstnndcn die Äc'achricht sich verbreitete, daß mit dcr Abends uui ? Uhr crfolgcudcu Illumination des RathhauseS das Zeichen ^ur allgc» meinen Äclcnchtuug gegeben werde, hatte Niemand bis dahin gewartet, und lange vor 7 Uhr schon erglänzten die meisten Hänser, selbst in den entlegensten Oasscn der Vorstädte, in dem Feuerscheine unzähliger Flammen. Von 7 Uhr ab wurden in lnrzcn Intervallen Böller-schlisse vernommen, nnd immer größer wnrdc das Gc-woge in den Straßen. Ein Gang durch die lHtadt ließ erkennen, daß jeder, selbst der ärmste Bewohner Pcsts mit dem größten Eifer bemüht war, den Man; der freiwilligen Beleuchtung nach Möglichkeit zu erhöhen. In keinem Fenster fehlten die Lichter nnd an vielen Orten war trotz der kurzen Zeit zur Vorbereitung ciuc ebenso sinnreiche als imposante Illumination improvisirt. Auf der breiten Treppe des Nix scums war iu einer an zwei Klafter hohen Flammenschrist das Wort ,Mui»/wriuin" zu lcscn; das Nationaltheatcr, das Sparcasscgcbäude, die Universität, das Seminar, das Rathhans, der Pri-vorszly'schc Kiosk, dcr Akadcmicvalast und noch viele andere öffentliche lind Privatgebäudc warm besonders brillant beleuchtet. Gcgcu 8 Uhr veranstaltete die Reichs« tagsjugcnd einen Fackelzug, der sich gleich einer Feuer» schlänge durch die wogende Menge iu der Hcrrcngassc, Thcaterplatz, Dorothea- nnd Badgasse wand, wo vor dcr Wohnnng des Ministerpräsidenten, Grafen Inlius Anorassy, Halt gemacht uud deniselbeu ein Eljen aus nichr als zchntanscnd Kehlen dargebracht wlirde. Die Ovationen wnrdcn aber erst dann an, lebhaftesten, als dcr Herr Graf sich am Fenster zeigte und schließlich sich vor das Hanslhor begab und dort mit frcnndlichen Worleu die Ansprache eines akademischen Bürgers erwiderte. Zum Schlnß dcr Fackelscrcnadc wurde das „Szozat" gesuugcu, und uutcr tanscndstinimigcn Eljcu« rufen empfahl sich die Ingcnd von dcm Ministerpräsi» deuten, welcher, als der Faekelzng anlangte, eine größere Gesellschaft bei fich hatte, in dcr sich auch die Minister Lonyay nnd Wcukhcim befanden. Erst gegen 11 Uhr, als die Sichler zn erlöschen begannen, ließ das Gcwoge in den Straßen nach nnd hatte ein Festabend seinen Abschluß gefnnden, dcr vermöge seiner Veranlassung in den Annalen unserer vaterländischen Geschichte unvergeßlich bleiben wird. Oesterreich. Wien, 20. Februar. Die .Mr. Abdpst." schreibt: Die in der jüngsten Zeit in einigen Kronländcrn ein« geführten G crichtscinrich tun g cn haben in den Bcamtcnkreisen Besorgnisse hervorgerufen. welche anch in dcil öffentlichen Blättern ihren Ausdruck fanden. Wir alanbcn diese Besorgnisse theils als verfrüht, theils als unbegründet bezeichnen zn können. Die erwähnten Einrichtungen find nur provisorische V c r f ü g u u < gen, welche unerläßlich gcwordcn find, um von dcm Augenblicke an, wo die bisherigen gcmischteu Bezirks» ämtcr ihre Thätigkeit einstellen, bis zur Einführung einer definitiven Gerichtsorganisation für den geregelten Gang der Rechtspflege eine entsprechende Vorsorge zu treffen. Bei diesen — wir betonen es — nur provisori« sehen Vcrfüguugen war die Regierung verpflichtet, sich streng iuncrhalb jencr Tangente zu halten, welche von dcr für die gemischten Bezirksämter in dem allerhöchst sanctionirtcn Finanzgcsctzc licmcsscncn Gesammtdotation nach verläßlichen Erhebungen auf die Justiz entfallen ist. So sehr auch die Regierung von der Ucbcrzengnng durchdrungen ist, daß die Vage dcr Iustizbeamtcu einer Verbcssc»' rung driugcud bedürfe, so sind doch provisorische Ein richtungcn nicht dcr geeignete Anlaß, eine solche Vcrbcsfcruug anzustreben; diese Frage muß jcuem Momente vorbchal« ten bleiben, wenn auf verfassungsmäßigem Wege auf Gruud der neuen Gesetze ein nener Ocrichtsorgauismus ins ^cbcn tritt, uud wir glaubcu dann, bei den nns bekannten huldvollen Intentionen allerhöchsten Orts auf eiuc günstige Vösuug um so zuversichtlicher hoffen zu können, als fich anch in den Vcrtrctungslörpcrn eine Geneigtheit dazn wiederholt kundgegeben hat. Aber anch als nicht begründet müssen wir die geäußerte Bcsorgniß dcr Beamten erklären. Die Rcgicruug hat bis jetzt stets au dem vou dcr Gerechtigkeit und der Humanität gcbo» tencn Grundsätze festgehalten.- daß ein definitiv aligestell-ter Beamter, wenn er bei einer Acudcruug im Orga« nismus im activen Dienste verbleibt, an den bis dahin genossenen, nicht oncroscn Bezügen keine Einbuße erleiden soll, uud dieser Grundsatz wnrdc selbst ans jene Ansprüche ausgedehnt, welche dem Beamten bei seiner Anstclluug in cincr Dicnstkategoric rücksichtlich der Vor-rücknug iu die höheren Gchaltsslnfcn eröffnet worden sind. Die mit Rücksicht anf das Fiuanzgcsctz nothwendig gewordene Abnindung der Gehalte von 5)00, (iO0 nnd 700 fl. trifft dahcr nnr diejenige»,, welche in dcm — wie wir hofftn kurzen ^ Provisorium zu dcr Gehalts« ! stufe vou 5)00 fl. gelangen, und sind vou dieser Abrun-duug die Adjutcn pr. 315) si. jedenfalls ausgcfchlosscn. Trieft, 20. Februar. Nach dem glücklichen Ej-pcri-mentc mit dcm bugger „Primo," welcher als das erste ^ österreichische Schiff durch dcu Süßwasscrcanal in Snez ^ fnhr, ist, wie die „Tricstcr Zcitnng" schreibt, wohl nicht ^ zu zweifeln, daß auch dcr dem hiesigcu ÄÄlüIlillunto ^teciuc« gehörige bugger-Schranbcndauipfcr „Nilo," dcr nach einer ungemeiu stürmischen Ucbcrfahrt ain (!tcn ' Februar wohlbehalten im Hasen von Alexandrien ein« lief, ebenfalls nun das rotl)c Nicer auf demselben Wege erreichen wird. Es wäre dies fount das erste Dampfschiff, welches die oft in Zweifel gezogene Durchfahrt ' vollbringen würde. Beide Schiffe, sowohl dcr bugger '„Primo," sowie der Vngger - Dampfer „Mo" find auf der Schiffswcrftc des Etablissements in S. Roceo ! bci Mnggia ganz aus österreichischem Material gebaut worden. — Dcr wohlbekannte Romanschriftsteller Charles Lever ist zum britischen Eonsnl in Trieft ernannt worden; bisher bekleidete er das gleiche Amt in Spczzia. ! Trieut, 19. Februar. Die „G. di Trcuto" cut» hält eine vom Ili. d. Ät. datirlc Kundmachllng dcö Statthalters, wodurch der Stadtmagistrat vou Rovcrcto vom 25. d. Äi. an bis auf weitere Vcrfügnng feiner Functioueu als politische Behörde enthoben wird und dieselben dcu betreffenden k. k. Ortsbchördcn, d.h. dem politischen Bczirlsamtc nnd dem Polizciconlmisfariale übertragen werden. Unslaud. Florenz, 19. Februar. Die „Nazione" erklärt, baß ein königliches Dccrct das Inslcbcntrctcu dcr 4pcrc. Bodcnciukommcnstcncr bis zum 15). April vertagen werde. Das Parlament werde darüber entscheiden, ob diese Steuer anfrcchtcrhaltcn odcr abgeschafft werden soll. H«'iuistcr die Richtuug auf den Socialismus, ihren Haß gegen das Eigcnthuin — wenigstens anderer. Da die Griechen freilich selbst mnuchmal dcu brcitcu Pfad des Lasters wandelten, so ist es schwer zn entscheiden, wie weit diese Vchanptungeu vcrlcnmdcrisch sind. Immerhin ist eö sicher, daß die alten Kreter sich dem Secranb wid' meten uud die Meere unsicher machten. Zu Hause iu so viele Staaten zerfallen, als sie Städte zählten, und mit so vielen Gegnern vcrfchdct, als sie Nachbarn hatten, gcricthcn sie bald unter fremde Obcrhcrrlichkeit. Ihre jungen Mäuncr traten als Söldner in Dienste fremder Tyrannen und krctischc Bogenschützen waren überall zn finden, wo cS etwas von Freiheit nud Sclbstständigkcit zu zerstören gab. Kein Wunder, daß dcr Sprachgebrauch sich äudcrtc und das Wort „Kreter" bald uur uoch „Renommist" nnd „Glückssoldat" bezeichnete. Erst die Römer machtcu dicscm Zuslaud für ciuigc Zeit cin Ende. Die Kreter richteten nnn ihre vielseitigen Talente auf den Handel und waren darin glücklich, beider fiel die Insel frühe im Mittclaltcr in die Hände dcr Araber; neue Vcrhccruugcn und langwierige Kämpfe verödeten sie und legten ihre Städte in Ruiucn. Auch die griechische und später die venezianische Herrschaft trugcu uicht dazu bei, das ^and zu heben, und so fiel cS im Jahre 1KK9 unter die Herrschaft des Halbmonds, unter dcr es noch seufzt. Denn ciuc einsichtige Politik hat die Insel im Jahre 1830, den Bcstimmnngcn dcr londoner Confe-renz gemäß, dcr hohen Pforte zurückgegeben. Es ist wahr, die Kreter haben einen zweideutigen Ruf hiutcrlafscn, aber was sie gefehlt, das haben ihre Enkel, die Eandioten, schwer gcbüßt. Ihr jetziger Aufstand ist nicht dcr erste, seitdem sie dein Großtürken zurückgegeben worden sind. Schon im Jahre 185k erhoben sie sich, über den Druck ihrer Herren verzweifelt, ^ und der Snltan mußte damals ihren Forderungen uach-' geben. Daß die Besserung dcr Verhältnisse indessen nnr , turzc Zeit währte, bcwcist dcr Umstand, daß die Tür» ^keu im Jahre 1803 einen Zug gegen die „Ärigantcn" in Sphakia untcrnchmcn mußtcu. Wir wußtcn abcr wohl, , daß bci halbcivilisirtcn Völkern die Begrifft von Anf-ständifchcn und Räubern sehr leicht in einander übergehen. In dcr Nähe von Eandia liegt die kleine Fclfcn-inscl Grabnsa, welche während deS großen Aufstandcs ! iu den zwanziger Jahren von cincr türkischen Besatzung bewacht wurde. Dcr späterhin bctannt gcwordcnc Gene-^ral Kalcrgis unternahm cs mit ciucr hauduoll ^cutc, ,dic Iuscl durch einen Handstreich in seine Macht zu bringen. Sein Versuch gelang, und bald wnrdc die Iu-!scl die Zuflucht mehrerer Tausende, welche vor dcr gränzen-^ losen Barbarei dcr Feinde flüchteten. Sich zn vcrthcidi-Igcn, befestigte man daö kleine, trefflich gelegene Eiland und richtete sich hänslich darauf cin. Bald bargen die ^Buchtcu dcssclbcu schucllscgcndc Kaper, welche die türki» zschcn schifft bcunrnhigtcn nnd manche reiche Ventc l heimbrachten. Das ging, fo lange cs ging. Doch in ^dcm Jahre 1828 hörte man auf einmal von verschiedenen Seiten her iu England, Frankreich und Italicu ^ Acschwcrdeu dcr Rhedcr, daß ihre Schiffe auf dcr Fahrt uach Kleiuasicu spurlos verschwänden, und bald wurde das Räthsel gelöst. Eiuc englische Flotte legte sich vor die Iuscl Grnbusa, — ciuc Schar trotzig blickender Gesellen entschlüpfte auf kleinen Booten über das Meer und verschwand in den Schluchten vou Eaudia,' währcud die übrigen sich deu Eugläudcrn nntcrwarscn nnd nns chrcu Magazinen eine Menge prächtiger Waaren allcr Art, Tücher, Waffen, Pariser ^uxiissachcn hervorbrach, ten, die sie in allcr Freundschaft ihren Vnndcsgenosfeu und Vertheidigern abgenommen hatten. DcpretiS hat beschlossen, sich mit dcr Einführung von Vcrbcfscrnngcn bci dcr Steuer anf bewegliches Eigenthum zn beschäftigen und die Unzukömmlichkeiten zu beseitigen, welche sie belästigend machten. Ein Ruudschreiben Ricasoli's au die Präfccten sagt: Die letzte Kammer hat nicht dargethan, alle nothwendigen Elemente zn be» sitzen, nm ihre Aufgabe zu erfüllen. Das Minislcrinm, nntcr dcr Eingebnng dcr großen Staatsnothwcndigkcitcn nnd treu ciuer ruhmvollen Tradition, welche daran erinnert, daß iil demselben Proclamationsacte die italienische Einheit mit dem Versprechen dcr Freiheit dcr Kirche vereinigt waren, hatte cincn Gesetzentwurf zur Lösung dicscr zwischen dcr bürgerlichen und religiösen Gesell« schnft bestehenden Frage eingebracht. Das Ruudschrcibcn erinnert an die Veranlassung der letzten parlamentarischen nnd miuistcricllcu Krise. Die wahre Ursache der Auf-lösuug dcr Kammer war die Absicht, eine fcstc und com« pactc nationale Majorität zu bilden, welche dcr Regic-rung Kraft verleihen würde. Italien ist der uufrucht-barcu Discusfioncn, dcr Schwäche dcr Regierung und des ewigen Personen^ nnd ProgrammwcchsclS müde. Die nnanfhorlichcn Ministcrwcchscl sind dcr Hauptgrund dcr Unordnungen in dcr Vcrwaltung; für daS kann nnr cin ncnes Parlament Abhilfe fchaffen. Das gegenwärtige Ministerinn! glaubt nichtsdcstowcnigcr seine Ideen offenbaren zu soll.-u. Bezüglich dcr Finanzen ylanbt cs, daß eine Vermehrung dcr Einnahmen durch Sparsamkeit und Rcorganisirung dcr Steuern erstrebt werden soll. DaS MinPcrinm wird unverzüglich die Budgctanswcisc zur Discussion vorlcgcn. Eines dcr wesentlichsten Uebel rührt von dcr Verschiedenheit des volkswirtschaftlichen Zustandes hcr, in welchem sich die italienischen Provinzen besonders wegen Erwerbsmangcls befinden. Der Gesetzentwurf über die Freiheit dcr Kirche hat Zweifel erweckt, welche mau zerstören mnß. Wenn eine Discussiou hierüber stattfinden follte, so könnte das Ministerium viele Aufklärungen geben nnd viclc Befürchtungen beruhigen. Italien hat das ruhmreiche Geschick, zu scheu, daß die allein zu lösen erübrigende politische Frage mit der großen socialen Frage der Beziehungen zwischen Kirche uud ^taat iuuig verknüpft fei. Die Regicrnng erwartet die Lösnng dieses Problems dnrch eine ucne ausgedehnte Anwendung dcr Principien dcr Freiheit. Die Mittel dieser Anwendung wcrdcn in der Verfassung eines neuen Gc-sctzcutwurscs, welcher dcm Urtheile der öffentlichen Meinung Rechnung trägt, bcstchcn können. Dic Frage der Freiheit dcr Kirche ist mit jener der Kirchcngütcr vcr< buudcu. Nichts ist dcil Absichten des Ministeriums fcrucr, als dcr Gcdautc, die Bischöfe zu unumschränkten Hcrrcn der Kirchcngütcr zn machen, die religiösen Institutionen jcdcr Garantie für ihre Stabilität zu cut-blößcu uud dcu niederen Elerns dcr Gewalt des hohen Elcrus zu übcrlicfcrn. Italicu bcdarf ciucr starken Regierung ; es will die Entwicklung des öffentlichen Wohl' standcö nnd keine abenteuerliche Politik. Das Parla-mcnt mnß demnach ans Renten gebildet fein, welche diesen Verhältnissen entsprechen können. Gc»,f, 15). Februar. Kürzlich starb hier dcr cinst viel genannte badischc Haufttmann G. Möller, welcher in den vierziger Jahren dcm Ministerium Thiers die Plane der Fcstuug Rastatt ausgeliefert, laudcsflüchtig und iu ooiiwlluwiuiil vcrurthcilt wurde, später aber den» noch von dcr badischcu Regierung seiner elenden Lage wegen eine Pension erhielt. Er lebte in sehr kümmerlichen Verhältnissen, und ich sah hänfig den gichtbrüchigen Greis in ärmlicher Kleidung, mit dem rothen Bande dcr Ehrcnlcgion l!) geschmückt, dnrch die Straßen schleichen, um dann halbe Tage lang in irgend einem Ease mit dci' lecture deutscher Zeitungen zuzubriugcu. — Dcr deutsche Hilfsverein in Genf versandte hcntc seinen dritten Jahres-bericht. Der Verein zählt jctzt 102 Mitglieder; seine Einnahmen bclicfcn sich anf 3070 Frcs., wovon Mtt als Beitrag des Ecntralvcrcins, welcher bekanntlich von verschiedenen deutschen Regierungen namhafte Untcrslü^ zuugcn erhalten hat. Die Ansgabcn vertheilen sich anf Unterstützungen an Durchreisende, Reiscbillctc, Pensionen, Svitalkostcn, Kostgelder für verwahrloste Kinder n. f. w< Es wurden die Hilfsbedürftigen ocs ganzen dentschcn Vaterlandes ohne 'Unterschied dcr Religion mit gleicher 5/iebc bedacht. Die politischen Ereiguissc des vergangenen Jahres nahmen die besondere Thätigkeit des VcrcinS i» doppelter Weise in Ansprnch. Da während des Kriegs dic Geschäfte in Dcutfchland stillstanden, suchten Lentc verschiedener Elasscn in dcr Schweiz Beschäftigung. D" nicht alle Hoffnungen in Erfüllung gingen, mehrte fic>) die Zahl der Uutcrstützuugsgcsuchc in beträchtlicher Weise-Als das Hilfscomitö in Würzburg, dcr Main- und Taubcrgcgcud einen Anfruf an die Dcntschcn in d" Schweiz erließ, um dcm Mangel an rohem Eis rasn) zu steuern, saudtc das Gcufcr Hilfscomitl>, dem BcisP'c des Baslcr, Bcrncr uud Züricher Vereins folgend, sofol cincn Wagcn Gletschereis von 100 Ccntncrn nach Milte»' bcrg. Dcr Verein beabsichtigt zu Anfang März, dc» Beispiele des deutschen Vereins iu Paris uud "»dc" Städte dcö Auslandes folgend, cin Ballfcst abzuhaM' zmn Besten dcr Hilfscassc. Man hofft auf ^ahlre««' Thcilnahnic dcr an dcn Ufern des Genfer ^cc's !'" aufhaltenden Dcntschcn. Warschau, 13. Februar. Iu sehr bestim»^ Wcisc wird versichert, daß binnen kurzem ciu Utas Z crwartcu steht, durch wclchcu Polen auch seine BezelN)" uuug als „Köuigreich Polen" v crlicrcn soll. Das i"- 285 mgreich soll in zwei Gcucral'GubcrniumS getheilt lvcr-dcu, dcrcu Grenze die Weichsel bilden wird. Die Hauptstadt des diesseitigen Gcucral'Gouvcruciucuts wird War-schau, des Ocncral-Gouvcruciucuts jenseits der Weichsel Lubliu sein. AlS Gcilcral'Gouvcrucur von Warschau wird Trcpoff genannt. General Graf Berg, dessen Statthaltcrpostcn aufHort, soll als Fcldmarschall den Obcrvcfchl ülicr sämmtliche sowohl im Königreiche Polen, als mich in Lithancn nnd Wollhynien stehende Trnppcn haben nnd zu diesem Bchnf seinen Sitz in ^ cincm Orte nehmen, der mehr im Mittelpunkte liegt;, man nennt als solchen Ort ÄrzcSc oder Wilna. — Daß binnen lurzcm anch daö Instizwcscn Polens nach russischem Muster rcorganisirt werden soll, geht auS dcnl Uulstaudc hervor, daß der GchaltSctat der Justiz-licamtcn des Königreiches Polen nnr bis zu Ichauili bestätigt worden ist. In administrativen Angelegenheiten ist zwar nicht bclannt gemacht, das; die russische Sprache als Verkehrssprache der Behörden mit dem Pnblicnm gelte; die Gouvcrncnrc scheinen aber in die-, scm Sinnc instruirt zu sein; denn ans polnisch geschrie-bcne Eingaben geben sic entweder leine Antwort, oder sie erklären es oft persönlich, immcr aber mündlich der bctheiligtcn Person, daß ihr Anliegen nicht erledigt wer^ den könne, weil es in einer unverständlichen Sprache vorgetragen sei. _________________________________ Haffesneuistkeitm. — (Deut m u'u z e n.) Es siud in Pest zu Ehren des 18. Februar Denlmnnzen geschlagen worden, die eine sill So. Mvijeslüt, dic zweite zu Ehren Franz Teals, dessen woblgctrcffeneH Prosit sie zeigt: dieselbe hat zur Alis« jchrist: „Dl'M Weisen des Vaterlandes der Tank der Nation," und in Rundschrift gleichfalls „Es lebe die Verfassung, es lebe das Vaterland, es lebe der ssönia,." Die Denkmünzen fanden am 19. einen reißenden Absaft. — (H isto ritc r u) winkt cm hübsche? Honoiar. Ein melischcr Rusje, der General Gras A r alts che j eff, gestorben 1833, hat nämlich bei der kaiserlichen Äant ein Capital von 50.000 Nabeln dcponirt, welche« bis zum Iabre 1925, gerade 100 Jahre nach dem Tode des Kaisers Alexander !,, mit Ziuscszinseu anwachsen und dann dnu« jcnigen zufallen soll, der zur angegebenen Zeit die vollslän« digslc und beste Geschichte des genannten Souveräns ge» schrieben hat. Di: kaiserlich russische Akademie wird über die Prri?wüldigleit der Werte entscheiden: der Prcis selbst wird alsdann 1,920.000 Nubcl betragen. D»ch soll ein Theil der Summe sür die Uebersehung des preisgekrönten Werles in alle Sprachen und Veröffentlichung de^VIbeu in allen Journalen Europa's verwendet werden. Locales. — (Sparc asse.) Unsere vorgestrige Notiz, betref» ftnd die von der lrainischen Sparcasse für wohlthätige und humane Zwecke gewidmeten Betrüge ergiinzcn wir berichtigend dahin, dah sür die Armen der Stadt Laidach 1000 fl., sür das hiesige Cioilspital !j00 fl., für arme Schüler des hie« sigen Gymnasiums und der Realschule in Üaibach je 200 fl., für lrainische Hörer der juridischen Facultät au der Universität zu Giaz 150 fl., sür das hiesige Theater 300 fl., für die Gemeinden Maihen und Stovic in Untcrtrain 1000 fl.^ endlich für den hiesigen 5!la»lrmmlerslülnlugS< und Versor-gu»gsoeri!i>i die Intercffen uoii dcm Vetragc von 500 fl. in ^bligalio>ie», dic als Sliftungscapital zu betrachten sind gewidmet wurden. — (Herrn Karina, erö Landschast „ll 0 ccko cli fl. ?(j ^. ^^„. Gymnasium angefangen durch 0 Jahre aller Etudicnabthci« lungen. 2.Auö der Ios.Globocnil'schen Slislung der zweite Plal< mit jährlichen 54 fl. 83 lr.: 3. aus dtlselbeu Stiftung der vierte Platz mit Mlichen 50 fl., beide Stipendien von der 3. Hauplschülclasse angefangen bis zur Vollendung der Gymnasialstubien. 4. Aus der Friedrich Slerpin'schen Stis. tung der zweite Plaj» mit jilbllichen 52 fl. 50 lr. von der 2. Gymnasialclasse an durch stchs Jahre. G,suche si„b liis ünde März einzureiche«. — (Theater.) Gestern hörten wir nach längerer Unterbrechung wieder einmal den „Freischütz," der nicht nur hier, sondern mit Recht überall zu de« Lieblingöoprrn del PublicumS zahlt, welches sich in drsscu Motive so recht hinein» gelebt hat. Das gestern schr zahlreich erschienene Publicum hatte die Neprisc der!)ver auch aufs beifalligste aufgeilommen und leine Gelegenheit versäumt, den guten Eindruck, den die wohlthuenden M>'ge dcr Wlbcr'schcu Musik auf jedcu Zuhörer üben muhten, in einem den Vortragenden gespcn. dcteu Beifallsjubel zum Ausdrucke zu bringen, in welchen s'ch die Frl. Vlum und Uctz, sowie die Herren Ander und Melluö gleichmäßig theilen dürfen. Wir hoffen, eine baldige Wiedetholuug der Oper gewartigen zu können. Einladung zur zmeilen Henerüsuersammsmlss dot' ^riulller und 2s!n,sta« de>» 2ll. Februar l8«;7, Nachmittags 4 Uhr. in den ApartcmentS Ihrer Excellenz der Fran Stelluer-trctcrin der obersten Schutzsrau, Sofie Frciiu o. Bach. 1. Jahresbericht deij Berwalliiü^lalhl,-»». 2. Iahrcörcchünnss und Voranschlag. 3. Neuwahl des ÄerwaltiiiiaöratheS. 4. Wahl der Schuhsmuen. Bom Verwaltuugs rathe deö Elisabeth. Kiu d crsPitalS. __________Dr. (5-. H». (fosta, Obmann.___________ Neueste Post. Graf Audrassy, der ungarische Ministcrpräsi« dcnt, hat vorgestern Mittags den Eid der Treue in die Hände Sr. Majestät niedergelegt. Von uugarischcr Scitc befanden sich bei dieser Feierlichkeit der Vieclauzlcr Herr v. Karolyi und Hofrath AartoS an der Scitc des Monarchen. In den Ministerien des Handels nnd dcr Finanzen sind Commissionen niedergesetzt worden, nm die Angelegenheiten auszuscheiden, welche künftighin in baS Nessort der betreffenden ungarischen Minister go hören werden. Nächsten Sonntag wird das norddeutsche Par-lament in Berlin vom König Wilhelm in Person eröffnet werden. Man darf dcr Eröffnnngörcdc mit einiger Spannung entgegensehen. Die Nachrichten des „Eouricr dcs EtatS Unis" anS Mexico gehen bis zum" 17. Jänner. Am 14. versammelte sich cine Art von Innta im Schloß. Der Kaiser führte nach der „Ere noiwellc" in dieser Ver« sammlnng nicht den Borsitz, nm auf die Abstimmung gar keinen Einfluß zn üben. Sic bestand alls 3<^ Per« soncn, wornnter Marschall Vazainc. Die Hanptfragc, nm welche es sich handelte, war die, ob die gegen-wärtigc Ncgiernng übcr die hinreichenden Mittel verfüge, nm Herr dcr Sitnation zu bleiben. Dcr Kriegs« nnd Finan^ministcr bejahten, jeder für sein Nlssort, dicfc Fragc, nnd die Versammlung beschloß mit cincc Majorität von 25 Stimmen, daß an dem gegenwärtigen Stand dcr Dinge nichts zn ändern wäre. Zug >cn Landtagen. Graz, 20. Februar. Die Wahlen für den Ncichs-rath werden anf cinc der nächstm Tagesordnnngen gc^ sctzt. Abg. Pfeiffer beantragt eine Adresse an Sc. Via« jcstät mit dcr Äittc, daß die im Zuge stehende Nckrn-tirung nlit Umgehung dcr ncncn Hecrcscrgänznngsvcr-ordnnng nach dem früheren Gesetze vorgenommen werde. — Nächste Sitznng Freitag. Tagesordnung: Wahl des Landcsansschnsscs. Innsbruck, 20. Februar. 23 Abgeordnete dcr Ncchtcn stellen den Antrag: Sc. Majestät zn bitten, dic Durchführung dcr Vcrordnnng vom 28. December 1866 bis uach crfolgtcr verfassnngSmäßigcr Vehandlnng dcr^ fclbcn zn sistircn. Dcr Antrag wird eii^cm Eomit6 übergeben. Vriinn, 20. Febrnar. Dr. Prazak beantragt, daß die im tz 54 dcr Landtagswahlordnung ansgcspro^ chcnc Begünstigung fnr Aenderungen dcr Bestimmungen derselben auch auf die jetzige ^andtagsperiode ansgcdchnt wcrdc. ^_____________________________ Telegramme. Pest, 20. Fcbrnar. s^citha.) In gnt unterrichte» tcn Kreise,! versichert man, daß Se. Majestät definitiv Freitag den 22. Februar hier ankommen wcrdc. Berlin, 20. Februar. Graf Bismarck ist scit den letzten Tagen unwohl nnd hütet daö Zimmer. In Folge Ucbcrhänfnng dcr ^taatsgcschäftc hat sich dessen rhcu< matisch.nervöses beiden wieder eingestellt. — Die „ttrcnz. zcitunq" bemerkt anläßlich cincs anscheinend mspirirtcn Wiener Artikels dcr „Angsbnrgcr Allgemeinen Zeitung," ^ dcr betont, Oesterreich habe leinen Anlaß zwischen ^ Dcntschlands Organisation zn treten, abc^ dte Pflege acmci namcr Interessen sei Oesterreichs nnd Deutschlands ?""'t.solche Gedankcn hegt, sind wir stets bereit, das Verhältniß des norddeutschen Bnndcs zn dem Kaiserstaate möglichst eng z" gestalten. — Die Provinzial.Eorrc,pondcnz" schreibt: Das Wahl« crgcbniß"für dai! uorddcntschc Parlament übertraf die Hoffnungen dcr Regierung. Die Regierung wird in ^ den alten Provinzen cinc Majorität von beinahe Mi Dritteln dcr Stimmen haben. Prinz Friedrich Karl nahm die Wahl an. Die Wahl Rothschild's gebe Zeugniß von dcr entgegenkommenden Haltnng dcr Bevölkerung Frankflirts. Dcr König versprach dcr Frankfurter Dcpl». tation eine nochmalige Prüfung dcr bezüglichen Vcr-hältnissc; Frankfurt follc nicht mehr auferlegt bleiben, als cs ohne Schädigung dcS bürgerlichen Wohles tragen lönuc. Karlsruhe, 20. Februar. Dic „Karlsruher Ztg." befürwortet den Abschluß cincr den nationalen Bcdürf« nisscn und Ansprüchen genügenden Verbindung zwischen dem norddeutschen Bunde, und deu süddeutschen Staaten. Das genannte Blatt meldet ferner, daß die Ratification der auf der Stuttgarter Coufercnz getroffenen Vereinbarungen binnen kurzem bevorstehen dürfte. Bern, 2l. Februar. (Tr, Ztg.) Dcr BnudeSrath schrieb dic Subscription auf das Äulchcu von sechs Millionen ans. Paris, 20. Februar. (Pr.) Kaiser Napoleon zeich, uctc 10.000 Fraucs für dcn Arbcitcrlicsnch dcr Ansstel» lung; dic Kaiserin 5000 Francs. Der englische Eom-missär kündigt das Eintreffen von 50.000 Arbeitern au, von denen jeder 10 Schillinge Diäten erhält. Marseille, 20. Februar. (Tr. Ztg.) Nachrichten aus Athen vom 14. d. sagcu, dcr Dampfer Pcmhcllcnion wnrdc nuf dcr cilftcu Reife uach Kreta von einer türki« scheu Fregatte verfolgt nnd flüchtete uach Cerigo. Die türkische Fregatte droht, ihn in Grund zu bohreu, wenn er uach Syra zurückkehrt. Dcr griechische König eutseu-detc die Kricgsbriga, Salaminn, den Pauhcllcuiou zu bcglcitcu uud Gewalt mit Gewalt zu vertreiben. Diese Auordnuug dcs Königs wnrdc den fremden Gesandten in Athen mitgetheilt. (Nachrichten vom 16. Abends sa-gen, daß dcr Panhcllenion durch List von Ccrigo uach Caudia entkommen ist.) London, 20. Februar. Das erste Kranlheits-bulletin vom 19. Abends besagt, daß die Priuzessi n von Wales an einem acutcn Rheumatismus leide; die Schmerzen und das Fieber haben ctwaS nachgelassen, dcr Schlaf ist ruhiger. — Das Meeting der Li« beraten ist auf den nächsten Dienstag verschoben worden. — In ganz Irland herrscht Ruhe. London, 20. Fcbraar. Die Priuzessin von Wales ist hcutc von ciucr Prinzessin glück, lich cutbuudcu worden. Daö Befiuden beider ist vortrefflich. — DcrTcl cgra p h nachValcncia ist scit zehn Uhr Vormittags abermals gestört. St. Petersburg, 20. Febr. Krankheiten mit Cha. raktcr von hitzigem Ficbcr nehmen hier übcrhand; Cho-lerafällc sind eingetreten, ebenso wie dcr Uebergaug von hitzigen Krankheiten in Eholcra. Dic Administration dcr ^?tadt trifft cutsvrcchcndc Vorsichtsmaßregeln. Nelv.Aur?, i9. sscbruar. (Tr. Ztg.)'Man ver-sichert, Juarez marschirc gcgcu Mexico. Der Kaiser wird die Hauptstadt mit drcißigtauscud Mauu verthc,'. digeu. Telegraphische Wechselcourse von, 21. Februar. bperc. Ä'cctall>c»ifg 61.90. — f.perc. MctaNiques mit Mai- und November-Zinsen lA.70.— bperc.NatioualAnlrhsu 71,90. --«ank» aclien 7C1. — Hreditaclien 1W. — 18l>0cr Stcmt Wagen mit Holz. DurchschnittS-Preisl. ___________ __ V!lt.° Vigz7. sl.! lr. fl. lr. ! fi. lr. fi.^ll'. Wlizlu pr. Mctzen 6 70 7 4« ' Butter pr. Pfund - 40 —>—. Kor» „ 4 20 1 »>3 Eier pr, TNtcl —l 2------- Gn'sle « 3 50 4 - ^ Milch pr. Mall — 10 !— Hascr « 2— 2 2 Rindfleisch pr, Pfd. ->,8—'— Haldsruchl „ —^ >'» ^2 Kalbfleisch „ _ 22 — — Hsidsi, „ 3 30 3 46 Schweinefleisch,, . ip __ __ Hirse „ 2 00 3 20 Schöpsenfleisch „ —20------- Knlnrut. « —!— 4-- Hähndcl pr. Stüct — 40 —— Erdäpfel ., 2 30—— Taubeu „ -15__«__ Lins^u „ 5> 80 — — Hcu pr. Zeutuer 1 20 - !— (5rdsen „ - Holz,hart..prKlft.------750 Rindöschmal; Pfd. — 45------- - weiche», „ -------5 50 Schweineschmalz „ — 40------- Wein, rother, pr. ! ! Speck, frisch, „—32—-, Eimer -.z- 14 — — c,nä»chcrt „ —'40 - — — weißer „-------15 — 3l»gekommene Fremde. Am 20. Fcblliar. ^ Trabi wi<-,«. Die Herren: Palm, von Prag. — Fortuna. Kcnifm,. und Schauer, Hausircr, vou Gottschee, — Urbaucit, «on Tlmrn — Dr. Stergcr, uou Krainburg. — Frau Raiz, vc»i Klagenfurt. sslrpliaut. Die Herren: Merli, Haüdelssm,, von Trieft. — Scuta. Hlidsi>ll liettcr ^ 0,,o , 10« Ab. I 331.88 -> 3« ! windstill grüßth. bew. MoraenV Frost. Vormittag Aufheiterunc,. Soumger ^ag. »tuhige VÜft. Gegcu Abend zunehmende BeuMlimg. ! veraulwortlichcr Redacteur: I^ua, v- «leiumayr.