LMachNMMtung. Nr. 23». Plänumelatlonspreis: Im Homptolr ganzj. ft. il, halbj. st. 5.50. FUr die Zustellung ine Hau« halb», l.u lr, Al!t der Poft Kanzj. si. ,s>, halbj. st. ?.s>o, Mittwoch, 18. October ^''^l^ °." "^ «^" ^ '.b>, l0 Zellen: ,m»l eo lr.. »m. ,u lr. u. l. w. Killer!,o»es,rmpel jedt«m. »Oll, 1871. Amtlicher Theil. Ve. l. und l. Apostolische Majestät geruhten mil «lllerljöchfler Entschließung vom li. October t>. I. allcr-s««i0lg,l zu ernennen: oen Cunlre.Aomlral Anton Freiherrn v. Petz zum ^tebczirls-Eommaudanlen in Trieft; oen Contlc.Mlnlrlll Alois Rlllcr v. Po tornY, unter Enryebung von dem Posten eines Eoulinandanle» °rr ^lnrlne.uluocmle uno Ausorucl der ullcrhöchflcn HUfrlroruhrlt nut seinen auf dlesem Posten gelrlflclen "lprlrßllchen Diensten, zum 6Scaolecom!»a»oanlen; » on, Eoutrc-Aomlrat uno blShcrlgc» Escudreeomman« oanlcn (Äcurg Mllloslch zum Slruvclllcler des EyesS der U)iarml>rcll0l,; den «l,»lcn,cylfsscapltän Joseph Aurnhammer von Aurnfteln zum Eummandanlen der :I>iali»c-Aladcmle; cnollch den bisherigen Secbezirls. Commandanten in Triest, «ln.enschlffscupltan Alfred Barry zum Eommandanlen des See-Arsenals zu Pola. Ferner gerufen Ge. l. und l. Apostolische Majcsläl m.t derselben Allerhöchflen Entschl^m,g ullcignad^l anzuordnen, daß dle «m.enschiffscaftllanc: Alcza»oer Ever an o. Eberhorst, Bor,la»o dcr zweite» Ge-fchüftsgruppe in der Marmesectlon, und Iofcpy Zaccaria, Commandant des Sec-Arsenalö in Pula, von ihren bisherigen Dlenslpoflcn zu entloben und im activen Seediensle zu verwenden stnd, so wie lchUeßllch zu genehmigen, daß der ^lnienschlfsscaplläll ^uovlf Ungewltlcr pcovlforisch mit der «cllung der zweiten GejchäflSgruppe ln der Marlncsection betraut werde. Verordnung deS Handelsministeriums im Oiu- verstaudnisse m»t dr,n Mlulsterlum des Innern vvm 7. Juli »»7» btlttsjtnd die Sicherheilsoorlehrungen gegen Dampfkessel' Ejploiione». ^chlusj.) 8 !'>. Jeder Dampfkessel muß mit dem Namen dlS ^trjtlllgelS und dem Jahre der Anfertigung bezeichnet l"ll uuo lS muß die für dcuseloen bewilligte höchste Wclive ^auipfspannung in Atmofphareu ooer in Psun» d) anzumcrlcn. Mal ^' ^^^ Oampillssel ist jahrlich mindestens ein einer?l!^ lu°«llchsu:r Brrmeldung von Velr,ebs>lürungell btnuk ^°" ^' unterziehen. Auch ist der Dampfkessel, til« v"fti"I,Hlet, bei jeder Auswechslung eines Ben-sen D^ ""^ ^"itilhebelS eine Revision zu veranlas» Prüf ^Visionen werden entweder von dcm amtlichen ni^""2«>comlNlssar oder bei jenen Dampflcssclbcnuvcrl!, llci,?.« ""^ °°'" ^^"e aulorisirten GejeUschasl zur !l)i>l , ^""^ ^" Dampftesselbelriebes als ordentliche lctw.? ^ angehören, dura) die Organe dieser Gesell. '"iu>l vmgcnommen. llck ',^^.^rgeb»iß der Revision ist auf der ursprüng. "^ """dnungen ist in jedem Falle unweigerlich Plim!?.!«" ^ Revision durch einen amtlich bestellten ''""^commlssav vorgellommen wurde, so stcht dem Ktsselbenützer, insoferne er sich durch die getroffenen Anordnungen beschwert findet, die Berufung an die poll« tische ^andesbchörde zu. Die>e Berufung hat nur infoferne eine ausschie« bende Wirkung, als nicht wegen emer zu befolgenden Gefahr die gänzliche Clnilellnng des ttesjelbetrlebes an-georonct wurde. Aortommende Berufungen sind von den Behörden schleunigst dcr Erledigung zuzusuhren. 8 !i. Bei der Aunleuung o«r Einmauerung eines stationären Damp>tejjcls, dann bei dcr Verwendung eines locomobile innerhalb bewohnter Orte so wie bn der Beisetzung eines ^ampjtchcls oder wesentlichenBcr-llnderungen an den dazu geuorlgcli Borrichlungen sind die Seuersicherhclls- uno Bauvorzchrlslen zu bcovachlen. tz 10. Zur Bedlcnnllg oder Uebcrwachuug eines Oampslcssels ourfcn nur verläßliche Perfonen vciwcndet wcrden, welche das 18. Lebensjahr zuruclgelegl haben uno durch em amtlich beglaubiglcs Zcugnly uachzuwel>cn vcrmögcn, daß sie d,e Befähigung zur Wartung elncö Dumpi.tefsclo erworveu habln. tz 11. Jedermann, dcm ugcno eine Gefahr in Benützung eines Oampilcsscls belanul wird, »st zur Anzeige dcr>elbcn bei den uinlllcheil Organen oerechUgi. Bcrpfllchlel zu einer solche» Anzeige smo alle jene Personen, welche bei dcr Bedienung oocr Benutzung eines DampflessclS verwendet werden, «m ^alic lhlc dcm Bcuutzcr oessclbcil oocr seinen Bestellten crstat-lclc Mlllhcllung noer die drohcuoc Gcjayr nlchl unverzüglich zur Hcr>lcllung cines gefahrlosen Zuilandcs srllhrcu foUic. Die aenanllten Pelsonen haften nach den bestehenden besetzen sür jeden aus der Unterlassung ihrer Anzeige entstehenden Schaden. Der amtliche Dampfkessel - PrnsungScommissär hat über jcdc solche Anzeige sofort cmc Unlerjuchlnig vorzunehmen und deren Resultat der politischen ^anoesoe» hörde so wie, wenn der Dampflcsjel unter Pnoatauf» ficht steht, auch gleichzeitig dem betreffenden vereine unlcr Bezeichnung oer zu treffend:» Burlehrungc» Mit» zulhcllen. Bcl bestehender Gefahr hat dcr auunchc Commissar sogleich die erforderllchen Anordnungen zu treffen. tz l^. Im Falle der Explosion eineS Dampslessels ist der Benutzer desselben velpftlchttt, hierüber unoel» zügllch die Anzeige an die nächste Hlcherhellsbehölbe zu machen, welche sogleich und ohne Rücksicht, ob dcr betreffende Kessel unter SlaalS- oder Privalaufsicht fleht, slelS den sur den betreffenden Bezttt von der Regierung vrsleUlen (amtlichen) Prufungscommissar behufs geinrln fchllflllchcn ^jolgehens bu der Unterfilchung von dein vorfalle in ztcnlllmß sctzl. Der Colllllilsjar hat bci be-dculcnderen Unglnclsfullel, oder nmm sich dcr ^jeroachl einer strafbaren Handlung ergibt, das Cmschreiten oer competent«» politischen ooer GrrlchlSbcyoldul zu vcra»-lassn,, tinslweilcn aber Allcs vulzullyre», was zur Sicherstellung deo Bcwcismulcrials »olhwendig ist. Bor belli Clnmfscn der Ulilll>uchlll>gö^ll!il>>fslun und ohne deren Zuilil» mlmg darf n» dcm Zllilandc und der ^!age dvo zlcffcls so wie an dc» durch o>c C^plosion derührleu Baulcn und ClnrichlUl'gcn lclue BnalldclUlig vorgenommen werden, es wäre oeun, onß sclbc znr Rcllung von Menschen aus cmer Gefahr lür Gesims heil ooer Vcben, zur Verhütung fcrncrcr Uilsällc oocr ^ffciihallung des Berlehrs aus einer Clscnbahn oder öffentlichen 'Vtlaßc unvermeidlich erjchcine. 8 1ü. Neberlrelungen dcr obigen Borschrislen wer» den, joserne nicht das allgemeine Vtrafgesctz Anwendung findet, nach Maßgadc der Mllilflerlalocrordllung vonl ^). September 1«i)? <^R. (^, B. Nr. l^tt) unl Geld« strafen bis zu hundert Gulden ö. W. oder Arrcfl bis zu vierzehn Tagen geahndet. Dicjc Beiordnung llill drei Monate »ach der Kllndmachlmg derselben i» Willsanileil. Schäffle m. i>. Der Justizminister hat de» Gerichtsadjunctcn des ^andesgerichles ,n «lagcnfurt Crnst Truck zum Raihs-secrelär daselbst ernannt. Der Iustizminister hat den BczirlSgerichlsadjuncten Joseph Hüttner von ^ultenberg »ach Oberburg ubcr. setzt und zu Bczirlsgerichtsadjuncten ernannt die ^lus« cullanlcn Franz « nlel für Windisch-Feistritz, ^leme.'S Moschö für Rann und Franz Piringer fur ^nl. lenbcrg. Mlndmachung des k. f. Vandespräsidenten in Krain vom > 7. Juli ,57, Z ^92l<, womit daS Verfahren über Einschreiten um die Beurlaubung aus Familiemücksichtcn geregelt wird. Sowohl von Seite des l. l. Ministeriums für Landcsvcrlheidigun^ als auch von Seite des l. und l Reichskricasministeriums ist die Wahrnehmuna gemacht worden, dah bei Einschreiten um die Beurlaubung aus Famllienrücksichlcn das verschiedenartigste Verfahren Platz greift, wodurch nicht selten die Austragung derselben zwecklos und zum Nachtheile dcr Parteien verzögert wird. — Zur Regrlung dieses Versahrcns findet die Mini' sterilllinslanz anzuordnen: Einschreiten um die Bcuilaul'ung auf eine kurze Zeit aus Familienrücksichten sind von Seile der Parteien unmittelbar bci jcncr Militärbehörde, Truppe oder HecrcSllllstalt clnzubringcn, bci welcher der Betreffende in activer Dienstleistung steht, und wirb die Art der glaubwürdigen 3iachwcis»l,a des Bestandes der dcm Ansuchen zu Grunde licgcndcn Verhältnisse dem Bittsteller überlassen. Die Entscheidung hierüber stcht dcr vorbezeichnetcn Militärbehörde, Truppe otcr Hecresanslalt zu. Wird hiilgcgcn dic dauelndc Beurlaubung angesprochen, so ift d^s Emschl'cilcn in dcr Weise zu iu-stiuircn, einzlidriligcn »»d.auszutragcr,, wie dies rück» sichllich dcr Einschreilen um die Mllilürcntlassung aus Familicnrücksichtcii durch die §8 161 und 104 dcr Instruction zur Ausführung dcr Wehrgesetze vorgeschrieben ist. DicS wird zufolge Erlasses deS k. l. Ministeriums für Landesverteidigung vom 12. Juli 1K71, Z. 831^11, hiemit zur allgemeinen Kenntniß gebracht. Der l. l. ^andcepräsidtnl: Karl v. Wurzbach m. z>. 3iichtail«tllcher Theil. Dic Landlagssesslon fand nun überall ihren Abschluß. Wir vermögen es ! kaum zu bedauern. Im Gegentheile! Aus den schweren , Wollen, zu wclchcn sich allmälig die politische Anno» ! sphüre unseres Vatcrlalidcs vcrdichtct hat, zuckle es bald da, bald dort im grellen, unheimlichen Ausleuchten. Die Dissonanz, welche aus den ^andstubcn der einzelnen Vänoer Oesterreichs aufzeterte, ließ dm Maogel einer ^ harmonischen Stimmung vicUricht sogar scharfer heivor- lrelen, als es den lhalsächlichc» Bclyalliiissc» entspricht. Eine hochgradige Vcrblllcsul'li bemächligle sich zusehends der deulschcn Rlprasnlalivc», eine Verbitterung und Eircglhcit, c>ic wir - oolullheiislos und unbe» fangen — zu begreife» und zu verstehen glauben. Nicht lnit wuchtigen Schläge» wnr das Eabinel der deutschen Bcrsassuugspartci feindlich gegenübc^elltten, sondern mit ! Gcsetzesoorlagcn, die dcm Köliigiciche Böhmen eine selbständigere Stellung, cinc erweiterte Auto« »omie i» de,» Rahme» dcr Belf.isfu»^, u»d den übrigen Bänder» Eisleilhanicns ei»c zeitgemäße Äiodification der Vandcs- und ^andcewahloldnnng wohlwollend in Auesicht stellen. Die sogenannte Vclfassungspailci nahm aber diese Entwürfe mil geschäiflem Argwohn und mißtrauischem ! Blicke auf, U',t> die übercifrlge Action dcr Presse in den »alionalen und r.clfossul,g«lrc»„dlichen ^gern trat dem AuSalcichSwellc und oc» RcgicruugSoorlaae» hemmend in den Weg. So hat sich dmn allmälig em erbitterter «rieaszusland herausgebildet, n»d diefer rief fofort im minlllcrielle» ^agcr d,c gleiche» Allarmrufc wach. Man stellte fich dcidclfe,ls auf dc» itriegsfuh, und wie die Honler'sche» Hcldc» vor der Schlacht es pflegte», so besorgte dcr beldcrsciligc publiclstischc Ehor das groblörl »igc Schimpft». Wechselseitig steigerte sich derail die politische «cldcnschafllihleit, und man mag es demgemäß wohl bedauern, aber mau darf cs begreife», daß auch die laudlägliche Tribune hcucr vom erregtesten Pathos widerhallte. Es ist dies freilich um so bedaneilicher als die Extravaganzen etlicher Heißsporne endlich den'Ruf und das Aiifehcn ihrcr Partei gerade im empfindlichste'' Punkte schädigten: in jener mit Recht immcrdal so j"'< hervorgehobenen Treue sür den Thron u„d da- ^""'" j des Reiches! Wir sind überzeugt, daß die DtHe« 1 jenen überheißen Eifer se'bst beklagen, da er «e "ol^ volsnn und zur unangenehmsten wen digte it des Ausgleiches zu gewinnen, als stets nur die eiacnc, ohnehin fchon gewonnene Partei, — Ist es doch cin zu sonderbares, ja widersinniges Unterfangen, sich den Kricg auf Leben und Tod zu erklären, wenn man drangchm will, endlich den — inockii, vivondi zu sin den! — Itldcm wir der hier eingeflochtenen Ansicht des „Wanderer" vollkommen zustimmen, schließen wir in der Hoffnung, daß in dcr Erwägung, als die Zeit jeden auch noch so großcn Schmerz lindert und mäßigt, auch die Saiten dcr Erregtheit der nationalen Parteien in den politisch getrennten Lagern im Verlaufe der Zeit herabgcstimmt und beide Lngcr einander näher gebracht werden; denn der Friede Oesterreichs, dcr nationale Ausgleich kann ja nur mit vereinten Kräften angestrebt und zur Wahrheit werden! Klimmen übrr das Ausglcichs-Elaboral. DaS ..Grazer V ollsblatt" schreibt: ..UnS scheint das wesentliche des Nationalitäten-Gesetzes zu sein, daß jeder Nationalität die Herrschaft über die an dcrc genommen ist. Wenn die Czechen einen Borsprung haben, so ist es nur im parlamentarischen Principe dcr Majorität begründet; aber dieses Princip ist in allen nalivlialcn Fragen durchwegs verleugnet und läßt die Czechcn zu keiner nationalen Vergewaltigung kummcn. Freilich hat auch dic deutsche Herrschaft auf» gehört und manche „deutsche" Stürmer sagen cs auch rund heraus: „Wir sind nicht zufrieden damit, daß wir nicht unterdrückt werden; wir wollen herrschen!" ^ Wir glauben, daß das Nalionalitätengesetz die Fähigkeit besitze, den Frieden unter denjenigen herzustellen, die ihn überhaupt ohne Uuterdrückungssucht wollen. Einer Corrcspondenz ans Graz entnehmen wir folgendes : „Ich schreibe unter dem Eindrucke dcr freudigen Ueberraschung, die hierin den p a tri ot i s ch en Kreisen durch die Vorschläge dcs böhmischen Landtages hervorgerufen worden ist. So haben wir den Föderalismus immer verstanden. So ihn eingeführt, oder vielmehr wiederhergestellt zu sehen gewünscht. Was man hier in patriotischen Kreisen noch fürchtete, war eine gänzlich separate Action Böhmens ohne Rücksicht auf dic an« deren Königreiche und Länder, nun sehen wir mit großer Genugthung, daß dicse Vesorgniß unbegründet war. Dic Böhmen haden in erster Reihe an das Gesammtreich gedacht, sic aeben die Mittel an, durch einen allgemeinen Ausgleich zur allgemeinen Befriedigung zu gelangen." Das „Ocsterr. Journal" schreibt: „Die kaiserliche Antwort auf die Adresse des böhmischen Landtages wird dcr nächste Schritt in der Ausaleichspolltil sein. Die Abwesenheit des Monarchen wird den Erlaß dcr Antwort nur um wenige Stunden verzögern, da auch für die weitere Durchführung des Ausgleiches das vollste Einvernehmen besteht. Auch für die Einberufung des Reichsraths ist bereits cin fester Termin in Aussicht genommen; dieselbe wird um dic Ende dcs MonatS erfolgen. Mit dem Einlrilt der Böbmen in den Reichsrath wird sich dann daS Ge-r«d«, als sei Böhmen aus den Rahmen der Verfassung herausgestellt, thatsächlich widerlegen." D^ "^ ovice" sagt über die Vorlagen des böhmi» Mnvandtag.es: „UnS sind die Forderungen des böhmischen Landtagcs das freundliche Morgenroth des Föderalismus, welchcn wir lange mit Sehnsucht erwartet haben, ul'd wenn wir auch nicht vergessen dürfen uns zu fragen, welcher Art die finanziellen Lasten für uns lünf. tig sein werden, so n»ss«n wir doch, daß tcinem fortan befohlen wird, sich mit gebundenen Händen der neuen Staatsordimna zu verlaufen. Wie wir aus sicherer Quelle vernehmen, wird der Kaiser die Vorschläge deS böhmischen Landtages accepliren und sie dcm Reichs-rathe zur Verhandlung übergeben, in welchen Abgeordnete aller Länder berufen und in dem zu diesem Zwecke auch die Czechen erscheinen werden, damit dort eine füberali» stische Verfassung für Oesterreich geschaffen wird. Dieser NeichSrath wird also, wenn alles glücklich erledigt wird, der letzte dieser Gestall sein und dann: kßymWeat in paos! —" „Slov. Narob" bezicht sich auf die Stelle der böhmischen Adresse, wo es heißt, daß allen Nationen des Reiches gleiche befriedigende Rechte gegeben werden sollen, und fagt dann: „Wenn dies nicht blos Wort blcibt, wenn wir Slovene« nicht als verlassener slavischer fetler Tropfen in der Suppe der deutsch.iistcrreichischen übrigen Länder bleiben, wenn wir nicht vereinzelt und vereinsamt genöthigt werden, den Kampf gegen die Deutschen ohne Verbündete und Stam» meSgenossen fortzuführen, dann, aber nur dann, sei von uns die neue Acra begrüßt, welche durch die begonnene Ausscheidung des böhmischen Königreiches bsginnen muh. Die Czechen haben auch den Dualismus und den finanziellen Ausgleich anerkannt, wodurch wir von unseren Brüdern, den Croaten isolirt sind. Eine vereinigte slo» venische Nation, welche frei von Fremdherrschaft, über ihre Mittel allein verfügt, ist nnsere Forderung. Und eine befriedigte slovcnische Nation wird für ein solches Oesterreich immer einstehen, welches ihr eine sclbslän« dige Existenz zusichert, sowie für den Monarchen, welcher eine derartige Selbständigkeit vollkommen sicher stellt." Die leitenden czechischen Glätter treten in den Kampf ein, welcher in Wien und Prag gegen den Ausgleichsentwurf des bähmifcheu Landtages erhoben wurde. Den Vorwurf, durch den geplanten Ausgleich werde das Oesterreich Daria Theresia's zertrümmert, läßt „Potrol" gclten, ja er erklärt diese Wirkung für einen Vorzug der Entwürfe; denn jeneö Oesterreich habe die Landesrechte zum Vortheile des Absolutismus ver-nichtet, alle selbstthätigen Kräfte im Interesse bureau-tratischer Maßregelung unterdrückt und alle nationale Eigenart zum Zwecke dcr Germanisation zu vernichten gesucht. Durch die Fundamentalartilel werde das Bessere restiluirt. Dcr Ausgleich bedeute auch nicht den Verfall der Freiheit. Zweimal seit dritthalbhundert Jahren sei die czechische Nation mit aller Kraft in die politische Arena Oesterreichs getreten; da« erste mal im Jahre 1848. als eS sich um Aufhebung der Robot und des UntcrthanenvcrbandeS handelte, das zweite mal jetzt; das erste mal sei die wirtliche Anerkennung der Freiheit des Einzelnen erreicht worden, da« zweite mal wolle man die Freiheit der historischen Gruppen erkämpfen. Es sei tcine Selbstüberhebung, wenn man behaupte, daß der böhmische Ausgleich, wcun er gelinge, seine Wirkungen weit über die Grenzen Oesterreichs ausüben werde; denn durch denselben werde der Kampf der Deutschen und Slaven innerhalb Oesterreichs verhindert, der sich, wenn einmal entbrannt, nach Osten und Westen fortpflanzen und zu einem Weltbrande anwachsen müßte." „Polrol" frägt weiter: ..Was wollen diese Verblen-delcn. Frechen, diese lecken Störefriede des ewigen Rechts und der Gerechtigkeit? Wollen sie, baß, nachdem gestern die Bitten der nationalen Opposition abgelehnt wurden, heule die Forderungen dcr staatsrechtlichen Opposition verworfen werden, morgen die Opposition der Arbeiter ihre furchtbare Faust erhebe und mit Gewalt sich nchmc, weil man friedlichen Verhandlungen den Handschuh vor die Füße wirft? Sollen wir diesen Her^ ren die Herrschaft überlassen, damit sie nach zwei bis drei Jahren die sociale Revolution entflammen?" „Po» krok" sieht bereits dic modernen Sklaven sich der Waffen bemächtigen. Der Brand des Hotel dc Ville in Paris, dcr Fenianismus iu England geben ihm den Grund — dcm leichtsinnigen Alitiochicn am Wicnftüßchen zuzurufen: ..Nimm dich in Acht! Spiele nicht mit dem Worte Bürgerkrieg. Millionen abgearbeiteter Männer deutscher und czechischer Nation fürchten ihn nicht angesichts der übermüthigen Oligarchie r»on ein paar Tau> send Vaumwollbaronen. Bereits pocht die „Intcrna« lionale" an die Schwesterstadt Pest. Möge Wien nicht selbst das Schreckbild an seine Pforten malen. Die Decentralisation wird den Andrang dcs Volkes nach Wien abhalten und auf die Verhältnisse der gegenwärtigen ..Hauptstadt" friedcnspendend wirken — wenn auch für den Moment der Großmachtsstolz Einzelner abge. kühlt wird. Die parlamentarischen Scandale, an die sich Wien in letzter Zeit zu gewöhnen beginnt, müssen den Parlamentarismus bei allen anständigen Leuten um den letzten Rest von Achtung bringen." — Die „Reform" urtheilt: „Das Gesetz verbiete eine Einmischung Ungarns in cisleithanische Angelegenheiten, so lange das Ausgleichsgesetz nicht angetastet wird; das czechische Elaborat aber vermeide sorgfältig AlleS, waS den ungarischen Ausgleich antasten könnte. Die einzige Veränderung, welche es hinsichtlich der Delegation in Vorschlag bringe, lollidire nicht mit dem Gesetze." — „Nar. Listy" (nachdem sie die Sünden, welche nach ihrer Meinung im nied. üsterr. Landtage begangen wurden, aufgezählt hat) erklärt sich die Erregung und den Aerger der Redner dadurch, daß die Regierung bis-her nichts unternommen habe, was gegen die Verfassung verstoße, und daß auch keine Aussicht vorhan- )en sei, sie werde je verfassungswidrig vorgehen. Von den jetzigen LandlagSmajoritäten müsse man es sich versehen, daß sie solche Delegationen in den Reichsrath wählen, die vermöge ihres unbezweifellen Rechtes die gegenwärtige Verfassung durch eine andere ersetzen werden. Der „Wanderer" sucht die Ursache, warum Ungarn den Bestrebungen der deutschen Partei nicht unbedingt huldigt, in dem Benehmen der deutschen Partei selbst: „Es haben sich eben gewisse deutsche Politiler und Publicisten seit dem Zustandekommen des ungarischen Ausgleichs zur Aufgabe gemacht, Ungarn ohne Unterlaß mit Schimpf und Hohn zu überschütten; es war im Wörterbuch kein Schimpfwort vorhanden, welches bei Besprechung der ungarischen Verhältnisse nicht in An» Wendung gebracht worden wäre. Man hat dem AuS-lande vorgespiegelt, Ungarn, welches doch riesige An< strengungen macht, um den Kulturstaaten würdig angereiht werden zu können, als Land der Barbaren hinzustellen, man hat kein Mittelchen unbenutzt gelassen, um den jungfräulichen ungarischen Credit zu schädigen, die Engherzigkeit und Böswilligkeit ging bei Beurtheilung der ungarischen Verhältnisse so wcu, daß, wenn irgend ein roher Stuhlrichtcr in traditioneller Hingebung zum I)oru8 sich zu einer Ungesetzlichkeit hinreißen ließ, gleich die ganze Bevölkerung Ungarns als Heloten der Stuhl' richter,als Gesindcl, das denStock brauche, hingestellt worden ist. Es gibt in Wien Politiler, welchen es bereits zum Spott geworden, Alles was ungarisch ist, in den Koth zu ziehen. Dadurch wurden die Gemüther in Ungarn systematisch verbittert und den Deutschösterreichern ent^ fremdet. Insolange das despotische Regiment in Un« gärn herrschend war, glaubte das Volk, daß eben »ur Bach uttd seine gewissenlosen Handlanger seine Feinde seien; nun kamen aber die Wortführer dcs deutschöster-reichischcn Volles und betundetcn, so lange cs möglich, ganz dieselbe Feindseligkeit. Was Wunder also, wenn man sich jetzt in Pest für die Sache der Deutschösterreichec nicht mit jener Lebhaftigkeit interessirt, wie man cs i" Wien wünschen mag. Eine stolze Nation, wie eS die Magyaren sind. vergißt eine solche Unbill nicht so leichl. Und eine Unbill war es, ein Volk, welches sich stets freute, wenn in Oesterreich dcr VerfassungSbau größere Dimensionen annahm, zu beschimpfen; eine Unbill war es, eine Nation, welche mit aller Macht dahin arbeitet, die Civilisation in alle Schichten zu verbreiten, als roh und barbarisch, wie dies gewisse Leute thaten, zu stigma-tisiren. Und war es, fragen wir, würdevoll gehandelt, nach einer solchen unausgesetzten Insultirung in Pcstzu antlchambriren, und war cs sohin nicht natürlich, daß Deal kalt bis ans Herz hinan war, als man eine vor-zeilige und vielleicht voreilige Intervention von ihm erbitten wollte??" Die „AugSuurgerAllgemeineZeituns" widmet dem Ausgleichselaborate schließlich folgende Worte: „DaS Ministerium Hohenwart wird nicht den Platz räumen, sondern sich in den Stand geseht sehen, einfach die böhmische Landtagsadresse als Gcund" läge für die Verhandlungen des Relchsralhs zu accepti' ren und noch vor dem Schluß des laufenden Monats die Einberufung dieses Neichsraths anzuordnen." Aus einem Leitartikel der „BreSl. Ztg." hebe« wir folgende Stellen hervor: „Mit dem Latein jener sogenannten verfassungsfreundlichen „Clique" scheint es wirklich zu Ende zu sein. Von der Verfassungspartei, wie sie jetzt leider noch existirt, ist absolut nichts z«r Rettung Oesterreichs zu erwarten. Hätte das Bürgen Ministerium seinerzeit den Muth gehabt, das P"' gramm der „Jungen" (directe Wahlen, gerechtes Na-tionalitätengesetz :c.) zu acceptiren, statt für sein materielles Wohl zu sorgen, Gcldbarone zu schaffen, die Presse i« chikaniren, die Arbeitervereine zu maßregeln, slaalsae-fährliche Umtriebe zu erfinden und unter sich selbst d e kleinsten Intriguen zu spinnen — so stände eS heute besser um das bedauernswerthe Reich. Die Deutsche" Oesterreichs sind recht eigentlich ohne Führer, ohne Fähre und ohne Au Sg le ich sprog ramm. Denn oll Staatengeschichte der neuesten Zeit hat eS mehr alS einmal gelehrt, daß die bloße Negative oder daS .,^"f mitspielen wollen" entweder nur der herrschenden Palt" zu Gute kommt, oder — was noch viel schlimmer >!' und wie es in Oesterreich zu werden droht ^ ^" Untergrabung alles staatlichen Bewußtsein«, zur A"> lösung aller Ordnung und Parlcidisciplin sühlt."^ Politische Uebersicht. Laibach, 10. October. In der Sitzung der Abgeordnetenkammer zu M il "^ chen (14. d.) beantwortete der C u lt usmin llir Lutz im Auftrage und Namens des GesammM"'"»" riltMS die Interpellation dcs Abgeordneten Herz "° ! die-Haltung der Regierung in der Kirchenfragc "' I"' ausführlicher und eingehender Rede. Er constanrt, eine nicht unwesentliche Uebereinstimmung zwischen Standpunkte der Interpellation und demjenigen Slaatsregierung vorhanden sei; er wahrt dem ^n das Recht, sein SlaatSlirchenrecht zu ändern, so^o , Kirche selbst die Grundlagen verrückt, auf de»en das herige Verhältniß zwischen Staat und Kirche lieru" und führt aus. daß der Lehrbegriff der katholifche« " ^ durch das UnfehlbarleitS-Dogma geändert wurde "" Concilsbeschlllsse staatsgefährlich sind. Der Minister il v « 1745 w 3 ^ ^°" Zeugnissen der Concilsväter selber an, ^«"3? dle Katholiken bisher nicht an die Unfehlbarkeit oes Papstes geglaubt haben. Die Staatsaefährlichleitder ^oncilsbeschlüssc betreffend, erinnert der Redner an daS gelben des Erzbischofs von München, worin derfelbe ganz offen sagt, daß von der Kirche so lange nichts zu lurchten se,, als der Staat vom göttlichen Gesetze nicht avsallt. woliei selbstverständlich die Kirche sich vorbehält, zu mtscheldcn, ob und wann der Staat voi, o.n göttlichen Gesetzen abgefallen sei. Der Minister legt fcrner ausführlich dar, daß das placet, über welches die Bischöfe sich hinwegsetzen, in jeder Äczichung in Kraft und zu Recht besteht, und bc. Weist endlich durch vielfache Citate, daß jedes Concordat nach den Gegriffen der Curie lediglich eine jeden Augenblick widerrufoare Bewilligung Roms sci. Nach dlcscm ^zpos« ocm mcl,r al? zweistündiger "auer gelangte der Minister zu der eigentlichen Bcant-lvsrlung der IntcrpcUationsfrage. Sie lautet: ^Vä 1. Die StaatSregierung ist gewillt, allen la-Mlischm Staatsangehörigen, geistlichen und welllichen Standes, welche die «ehre von der Unfehlbarkeit des -Papstes nicht anerkennen, den vollen, in den Gesetzen des Vandes begründeten Schutz gegen den Mißbrauch der 8ei,lllchen Gewalt zu gewähren und sie, so weit ihre Hll>lällt>igleit reicht, in ihren wohlerworbenen Rechten und Stellungen zu schützen. ^ä 2. u) Sie ist entschlossen, daS religiöse Erzie-hungsrrcht der Eltern gegenüber dem Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes anzuerkennen; 1>) wenn von den Anhängern der alten katholischen Lehre Gemeinden gebildet werden, so gedenkt die Slaatsrcgierung sie, wie den Einzelnen, fortwährend als katholisch anzuerkennen und folglich densellicn sowie ihren Geistlichen alle jene Rechte einzuräumen, welche sie gehabt haben würden, ?"'" b'° Glldung der Gemeinden vor dem 18. Juli 1870 vor stch ^gangen wäre. . . /. ?'. ^!' ""schlössen, jeden Eingriff in die Rechte des Staates mtt den verfassungsmäßigen Mitteln abzu. wehren, erklärt stc stch zugleich bereit, die Hand zu Gc-setzen zu bieten, durch welche die volle Unabhängigkeit sowohl des Staates, als auch der Kirche begründet lvlld, da auch nach ihrer Ansicht allein anf diesem Wege die Herstellung des religiösen Friedens und dessen Cr-haltung für dle Zukunft gesichert werden kann. Elne DiScuision hierüber fand nicht statt. Der König ließ sich am 13. d. vom Grafen Hegnenlierg über die von dem Gcsammtministerium erfolgende Beantwortung der Interpellation Herz' und Genossen bezüglich der kirchlichen Frage Vorlrag erstatten. „Vicn public" meldet auS Paris, daß der sinan zielle, sowie der das Zollwescn betreffende Theil del» Vertrages bereits von Giömarck und Pouycr Quertier unterzeichnet wurden und blos der auf das Holl-Wesen bezügliche Theil dem Reichstage vorgelegt werden Wnd. - DaS Blatt sagt ferner, die preußische Regierung verlange nicht mehr Garantien der Bankiers und ^tlärt sich hinlänglich garantirt, durch die Signatur des Präsidenten der Republik und des Fluanzministers. Die Mahlungen werden in barem Gelde oder in handclstän-b«ucil Wertpapieren, und zwar zu 80 Millionen alle 14 Tage voin l:>. Jänner dcS nächsten Jahres an geleistet. D>e Räumung der sechs Departements w>rd unverzüglich beginnen. Die OccupationSlruppen werden auf .'K1.000 Mann herabgesetzt. Die Convention berück» sichlet so viel wie möglich die Wünsche der National» Versammlung, und es tritt die Reciprocität für die Artikel und Rohstoffe ein. welche zum Verbrauch in Elsaß und Lothringen bestimmt sind. Die ganze Convention ist auf die Dauer von sechs Monaten abgeschlossen. — Die Sitzung der Perma ncn z comm iss i on Hal am 14. d. unter dem Vorsitze Bitcis stattgefunden; Thiers, Casimir P^ier, Lefranc wohnten derselben bei. Thiers kündigte an, daß der Zollvertrag definitiv abgeschlos-sen fei und nur noch die Ratification erübrige. Der Acrtrag bestehe aus drei Theile«: der Zoll-, der Finanz-und der Territorialconvention. - Der zollfreie Eingang elsässisch lothringischer Erzeugnisse nach Frank« selch wird auf ein Jahr beschränkt und die Gegenseitige ltlt festgesetzt. — Die Zahlung der vierten halben -UtllUardc beginnt im März kommenden Iahlcs. Die °on Bankhäusern garantirten Wechsel werden nach der ^°hl Frankreichs entweder in sechs Monaten bezahlt, °^r auch in einem kürzeren Termine eingelöst. Die "lnumung der sechs Departements wird binnen 14 Ta-ukn nach der Ratification des Vertrages vollzogen sein. Die Territorialconoention endlich besteht in der Zes^ N°n emiger Gcbielsparzellen an Frankreich. Das „Journal officiel" endlich veröffentlicht ein "ecret des Präsidenten der Republik, durch welches dem General-Gouverneur von Algerien ein Regie ^ungsrath zur Seile gestellt wird, in dem er den ^°r,ltz führen soll. Mitglieder dieses NcgierungsrathS ^»en sein: Der Generaldireclor der Civil, und Finanz-'U'«clcgcnheiten, der erste Präsident des Appellhofes, der "mcralprocuralor, der Commandant der Marine, der commandircudc General des Genies, der Gcneralinspec-lor der bürgerlichen Bauten, der Generalinspeclor der M"anzcn, der Rector der Akademie von Ugicr, ein pralecturrath ui.d ein Sekretär. Der Erzbischof von Algier soll Zutritt zu diesem Regierungsrath und seinen platz zur Rechtcn dcs Präsidenten haben. Die Befug« nifse dieses Regierungsrathes sind in den Decreten vom 10. December 18li0 und vom 30. April 1861 vorge-zeichnet. Alljährlich ernennen die Generalrathc von Algerien fünf Delegirte für jedes Departement, welche im Verein mit dem Regierungsrath zu Algier einen Ober-RegicrunMulh bilden. Dleser letztere tritt zu ordentlicher Zession nach der Session der Generalräthe zusammen; der General-Gouverneur kann ihn, wenn eS ihm gut dünkt, zu außerordentlicher Session einberufen. Das von mehreren belgischen Journalen gebrachte Gerücht, die Agenten des Exkaisers Napoleon hätten sich durch bedeutende Summen mehrerer Regimenter versichert, welche auf ein gegebenes Zeichen losbrechen und die Regierung in Versailles gefangen nehmen sollten, wird authentischen Berichten zufolge als muthwilligc Erfindung bezeichnet. In Rom gewinnt das Gerücht an Festigkeit: daß der König ernstlich für eine Aussöhnung mit dem Papste gestimmt sei. Am Hofe erwartet man das Ein» treffen eines hohen päpstlichen Würdenträgers zur Aus» einandcrfetzung mit dem Monarchen. Aus Kragujevacz wird gemeldet: Die Regierung legte der Stupschtina Gesetzentwürfe vor über Errichtung von Kreisspailasfen und erhebliche Verbesserung der Lage der Curalgcistlichteit. Der Finanzmini-ster leu,le Entwürfe vor über Aenderung des bestehenden Gcldsystcms und der Pelisionsoorschriften. Der Enl-wurf über die Geschworüengerichtc wurde mit einigen Modifikationen angenommen. Weltausstellung 1873. Von dem Zeitpunkte der in Bälde zu gewärtigen-dcn Rücklehr des durchlauchtigsten Herrn Präsidenten der kaiserlichen Commission angefangen, werden die Mit» ylicder derselben eingeladen werden, alle vierzehn Tage in den Abendstunden in den Localitätcn der General-direction zufammcnzutrcten. Zu diesen Versammlungen der kaiserlichen Commission werden auch die jeweilig in Wien anwesenden Mitglieder der in den Provinzen einzusetzenden Ausstellungscommissionen eingeladen werden. Oic Bildung dieser Provinzialcommissionen, welche nach der Organisation der Ausstellung berufen sind, die Theil» nähme der betreffenden Bänder für die Ausstellung zu erwecke!,, die Beschickung derselben zu leiten und dieselbe in ihren Kreisen fruchtbringend zu machen, wird noch vor Avlauf dieses Monates zum Abschlüsse kommen. Die regelmäßige Wirlsamlcit der aus den Mitgliedern der kaiserlichen Commission bei der Gmcraloircction. gc-bildctcn Abtheilungen wird diese Woche beginnen. Da die Zahl dieser Abtheilungen eine gröheie sein wird, so dürfte jeden Abend eine Sitzung einer oder mehrerer Ab» theilungen stattfinden. Außer den Mitgliedern der Letz» leren wird eS auch jedem anderen Mitgliedc der kaiserlichen Commission freistehen, den Seclionsberalhuln.en anzuwohnen. Je nach Erfordernih follcn den einzelnen Abtheilungen auch außerhalb der taifcrllchen Commission stehende Fachmänner als Experten und Bciräthc beige» zogen werden. Die in dem Gau'Departemcnt der Gcneraldirection angefertigten Pläne des AuSstcUlingSgebäudes werden demnächst öffentlich ausgestellt werden. Der Hof» und UniversilätS - Buchhändler Herr Wilhelm Riller von Vraumüller hat aus Anlaß seiner Ernennung zum Miglirdc der kaiserlichen Ausstellungs-commission der Gcneraldireclion eine große Anzahl von Werten seincS Verlages mit der Widmung übergeben, dah dieselben nach dem Schlüsse der Ausstellung an die Bibliothek des Athenäums, welches Institut bekanntlich ans der Ausstellung hervorgehen soll. und die Forlbil-dung dcs Kleingewerbes sowie der Arbeiter zum Zwecke hat. überzug-hcn hallen. Die Schenkung besteht aus 193 Werken in 2l lags, und cS wurde an diese reiche Spende von Seile des hochherzigen Gebers noch die Zusichcrung geknüpft, nach Erscheinen des in Druck befindlichen neuesten Ber-lags.Kataloges dieser Firma eine zweite Serie von erst kürzlich nschiencucn Werken hinzufügen zu wollen. Aus >cn Lan>laglll. (Bericht vom 14. o.) Trieft. Wahl der RcichsralhSmltglicder; Bcra< thuugcn über Errichtung einer juridischen Facultät und Antrag auf Aufhebung dcs Fcftu»gsruyonS. Görz. Wahl der NcichSralhsabgeordnclcn; Bcra> lhungen über ökonomische Angelegenheiten. Kärntcn. Berathungen über Schul-, Bandes-und Finanzsachcn. Slcicrmarl. Berathungen über Schul-, Armen-instituts-, FindelhauS- und Bausachcn, Wahl der Reichs-rathsmilgliedcr. Tirol. Verathungen über Petitionen nnd Schul-angclcgenhciten. Vorarlberg. Annahme dcS Adrcßentwurfcs an Se. Majestät. Böhmen. Berathungen über Finanz- und ^chul^ fachen, Vudgctrichtigstcllung. ^ . ,« . . Mähren. Berathungen über Schulsachen, Budget und Petitionen. . . Schlesien. Berathungen über Petitionen, Vornahme der ReichSralhswahlen. Galizien. Berathungen über Peü.'onen. Straßen» und Udministrations'AngelllMk'tet'. Dalmaticn. Wahl der Nci-l^i al^m^sstlieder -Berathung einer Ndresse an Se. Majestät; weitcrS über Gemeindesachcn. Hagesneuigkeiten. — (H ofnachrichten.) Se. Majestät der Kaiser stattete am 15. d. dem Prinzen Christian von Schleswig-Holstein im „Hotel Munsch" einen längeren Besuch ab. Im Laufe des Tages hatten sich auch der Kronprinz von Sachsen, Kronprinz und Prinzessin Friederile von Han-nover, sowie die Erzherzoge Karl Ferdinand und Wilhelm daselbst zum Besuche eingefunden. — Se. Majestät Kaiser Ferdinand wird am 21. d. von seinem Sommer-aufenlhalle in Prag eintreffen. — Der Kaiser und die Kaiserin von Brasilien sind am 15. d. von Ne» nedig nach Pabua abgereist. — Der König von Neapel und die Prinzessin Helene von Thurn und Taxi« sind am 12. d. in Ischl eingetroffen. — Prinz Karl Theodor, Herzog in Baiern, ist von Ischl nach MUnchen zurllck« gelehrt. — (Personalnachrichl.) Der zum türkischen Botschafter in Wien ernannte Khalil Scher if Pascha ist am 10. d. über Trieft nach seinem Bestimmungsorte abgereist. — (Auswanderungsangelegenheit.) In neuerer Zeit haben sich ha'usig Fälle ereignet, daß Unterthanen der österreichisch-ungarischen Monarchie in Folge verschiedener Vorspiegelungen von Agenten ihr Vaterland verließen und sich nach dem türkischen oder russischen Reiche begaben, um dort vermeintlich eine bessere Existenz zu finden. Gewohnlich treten diesc NliSwanderer nur mit geringen, oft auch ohne Geldmiletl die Neise an und lehren schließlich wieder in Elend und Jammer m ihre Heimat zurück, bei welcher Gelegenheit dieselben die Unterstützung des l. l. ConsulatS in Galacz in Anspruch nehmen, welches jedoch diesen Unterstützungsgesuchen zu entsprechen nicht in der Lage ist. Der t. ungarische Minister des Innern fordert daher die Iurisdiclioncn auf, sie mögen die nach dem Oriente Auswandernden die auf chrer dort wartenden Unannehmlichkeiten aufmerksam machen und denjenigen, welche die nöthigen Reisemittcl nicht ausweisen können, die zum Bezug der Pässe nach dem AMandc nöthigen Zeugnisse nicht ausfolgen. Gleichzeitig sollen die Auswanderer auch aufmerksam gemacht werden, daß sie im Falle der Noth aus leine Unterstützung von Seite der Consulate rechnen können. — (Der erste alttlltholischeGotteSdienst in Wien) wurde mit Zustimmung des Wiener Gemeinde-rathes, ungeachtet dcs von maßgebender Stelle erhobenen Protestes, am 15. d. vom sogenannten allkalholischen Priester ?. Anton in der Salvator-Capelle deS Wiener Nach» Hauses abgehallen. Die Function bestand in einer Predigt und Messe. — (Zur Trieft er Ausstellung.) Die Aus' stellung war am 11. d. von 800, am 12. d. von 500, am 13. d. von 500 Personen besucht. Herr Baron von Schwarz-Senborn, Generaldircclor der Wiener Weltausstel» lung, hat am 14. d. die Ausstellung und das Lloydarsenal besichtigt. — (DieMont-Cenis Vahn) Turin.Modane list am 16. d. definitiv eröffnet worden. — (Plötzlicher Tod.) Der schwedische Minister deS Acußern, Graf Wachtmeister, ist am 14. d. auf der Straße vom Schlage gerührt worden und sogleich ge-storden. ______________ Locales. (Aus dem Ve r ei n Slc b en.) Der Arbeiter-Bildungsverein in Laibach feiert Sonntag den 22. d. in den Localiläten „zur Sternwarte" am Iacobsplatz sein erstes Gründungsfest mit Festrede, Declamationen, Tombolaspiel uud Tanzlränzchen. ler Ertrag ist zur Hälfte flir Beschaffung von Lehrmitteln für den Verein, die andere Hälfte aber der hiesige» Arbeiter-Kranken- und Invaliden-lasse gewidmet. Der Herr t. l. Oberst des löblichen Ins.-Regimentes Graf Huyn N. 79 hat mit Rucksicht auf den wohlthätigen Zweck m freundlichster Weise die unentgeltliche Mitwirkung emes Theiles der Regimenlsmusik be< willigt. — (Eine Gcistergcschichle.) Ein trauriges Beispiel crassesten Aberglaubens wirb uns von durchaus qlaubwUrdiger Seite mitgetheilt: In den untern Volksschichten namentlich der St. Pelersvorstadt. unter den Dienstleuten, ja selbst den Schulkindern wird aufs elfngste die grause Mähr erzählt, wie seit einiger Zeit sowohl früh zeitig als auch i>, den Abendstunden ein Weib durch die Gassen wandere und allein gehende Kinder an sich locke und sie dann abseits zu fuhren versuche, um — ihnen den Hals umzudrehen. Letzthin Abends hätten zwei Knaben mit genauer Noth durch schleunigste Flucht ihr Leben retten können, doch seien ihre Gesichter ganz zerkratzt. Das fürchterlichste aber kommt erst: Als jenes furchtbare Weib vor etlichen Abenden in der Nähe dcs Bahnhofes auch ein arme« Opfer in den Händen gehabt, fei aus dessen Hilfegeschrei ein Nahnarbeiter herzu-geeilt und habe da« Ungeheuer packen wollen dies aber sci ihm unter den Händen in Luft zerflossen, es sei also ein übernatürliches Wesen, der Geist einer Verstorbenen. In Folge dicfer mit allen möglichen Einzelteilen eifrigst weiter erzählten und ^ leider geglaubten Schauermähr fürchten sich bereits die Kinder und jene. welche chnen 1746 gleich zu achten, m der Dämmerung auf dic Straße zu gchcn, damit sie dem Geiste nicht begegnen. Wir bitten die berufenen Kreise um Velchrnug und Aufklärung zur ^e« ruhigung der Kinder und Eltern. — Anlaß zu dies.'r Geister-geschichtc qab die Thatsache daß ein Bauer vor einigen Tagen sein Kind hier verloren und dessen Auffindung durch Trommclschlag eingeleitet hatte. — (Schadenfeuer.) In der Nacht vom 13. zum 14. d. ist in Nlchammer nächst Wocheiner . Feistritz durch Entzündung dcö in einer Schmiede liegenden Kuhlenstaubes ein Schadenfeuer ausgcbrochen, wodurch eine Schmiede, zwei Wohnhäuser und vier Wirtschaftsgebäude ein Raub der Flammen wurden. Das schnelle Zusammenwirken der zur Hilfeleistung herbcigeeilten Nachbarn hat das Wcilcr-greifen des Brandes verhindert. Un diese Noliz knüpfen wir die Anmerkung, daß zu Althammer am See bereits zu Römer Zeiten Eisen für die Miliz geschmiedet und dieses über Vaca und Canale auf Saumpferden nach Italien transportirt wurde. Jetzt liefert Althammer Metall-Vaurit in die preußischen Creolitfabriken, welche glänzendes Geschmeide für Damen und Kürasse für russische Leibgarden verfertigen. — (Literarisches.) Ueber das trainische V ? lls -fchulwcsen hat der Lehrer in Idria I. Lapajne eine sloveulsche Broschüre geschrieben, welche manches schätzbare statistische Material enthält; jedoch sind die Daten zn un« vollständig und noch zu wenig verarbeitet. Der Preis deS Büchleins, dessen Lecture wir jedem Schulfreunde empfehlen, ist 30 lr. — (Die Maul- und Klauenseuche) ist in den stciermärlischen Gemeinden Aden dorf (Bezirk Murau) und Zey ringgraben (Vezirl Oberzeyring)! ausgebrochen. Diese Anzeige wolle von Viehhändlern be< > achtet werden. — (Aus dem Amts blatte.) Am 7. November d. I. wird in» Rathssaale der hiesigen Landesregierung die öffentliche Slaatöforstprüfung für selbständige Forstwirthc in Verbindung mit dcr Prüfung für das Forstschutz' und technische Hilfspersonal für das lrainifche, tarnlnischc, steirische und lüstculäuDischc Vcrwaltungsgcbiet stattfinden. — Das Barch. Schuiutz'schc Handstipendium für Theologen ist im Aetrage von 42 fl. 41 lr. zu vergeben. Bewerbungen sind bis 20. k. Mls. an die steirische Statthalterei zu richten. — (Theaterbericht,) Die freundliche, romantische Oper „Martha" von Flotow wurde gcstcnl in höchst misrcundlichcr, j^ wildromantischer Weise zur Aufführung gebracht. Noch zwei derartige Opern-Vorstellungen und der Thcatcriassier dürfte seines Annes und fernerer Dienstleistung enthoben sein, denn — es würde wohl kein ünlröe mehr eiuzuhebcn sein! Herr Wanisch (Lionel) wäre bald Ursache gewesen, daß die gestrige Opernvorstellung total verunglückte, denn er war nicht nur heiser und intonirte fast durchaus um einen Achlelton tiefer, er war auch in Bewegungen und Anschlägen unsicher. Wie wir aus sicherer Quelle erfahren, ist Herr Wanisch noch Anfänger, auf dcn Brettern noch nicht heimisch, jedoch von dem bcstcn Willen für Fortschritt erfüllt. Wäre diese Voraussetzung unwahr, tal m ißerfolge der Oper die Krone aufgesetzt. Leider hatten wir auch viele „Girer" der Oboen und anderer Blasinstrumenlc zu verzeichnen, weshalb wir im Interesse des p, 1. Publicums schließlich die Erinnerung anknüpfen : nur gut eingeschulte Opern zur Aufführung bringen zu wollen, sonst erleidet in erster Linie das Pu-blicum Abbruch am gewohnten Vergnügen und in nächster Linie die Theaterkasse Abbruch an den ihr gewiß nothwendigen Einnahmen. Endlich geben wir dem Herrn Capell-meiste einen zarten Wink: er wolle während der Oper seine Augen nicht auf die Zuschauerräume, sondern mit vol-ler Sehkraft auf Sänger nnd Orchester richten! — (Schlußverhandlungen beim k. l. Landes«, er ich te Laibach.) Am 18. October. Martin Osredkar: Todtschlag; Franz Kankel und Eonsorlen: schwere körperliche Beschädigung; Mathias Devjak: Diebstahl. — Am 19. October. Johann Mazi: schwere körperliche Beschädigung; Georg Raunikar: schwere körperliche Beschädigung ; Ferdinand Braun: schwere körperliche Beschädigung; Andreas Kraöna: öffentliche Gewaltthätigkeit. — Am 20sten October. Mathias Mustar und Consorlen: schwere körperliche Beschädigung; Josef Anziö: fchwere körperliche Beschädigung ; Georg und Agnes Grampoußcnit: schwere körper-liche Beschädigung. Oin gesendet. Hllen Kranken kiaN uuä 6e8unl> üin'rv glltctlich wieder hergestellt und uiele Aerzte und Hospitäler die Wirkung derselben anerkannt, wird ^iieinaiid mehr die Kraft dieser kostlichen Heilnahrnng bc-zivciftln nnd führen wir folgende Kranlhcilcu an, dic sie ohne Anwendnng von Medicin und ohuc Kosten beseitigt: Magen, Nerum-, Vnist-, i'nngen-, Leber-, Drüse»-. Schleimhaut-, Athem-, Vlaseii- und ^ienuleide», Tnberculose, Schwindsucht. Asthma, Husten, Unucrdaulichleit, Verstopfung, Diarrhöen, Schlaflosisslnl, Schwäche, Hämoirhoiden, Wassersucht, Fieber, Schwindel, Älnt-anssteigm, Ohrcnbransm, Nebelleit nud Erbrechen scllist während der öchwangeischast, Diabetes Melancholie, Abmageruug, Rheumatismus. Gicht, Bleichsucht. - Auszug an« 72.000 ^erlifica-ten über Oenesungeu, dic aller Medicin widerstanden: Lertificat Vi r. 7 18 14. Crosue, Seine nnd Ois»'. Frankreich, 24, März 1868. Hcrr Richy, Steucreinuchmcr, lag an der Schwindsucht am dein Dtcrbebettc und halte brreüs dic lebten Satramenlc genommen, weil dic ersten Aerzte il,m nur noch wenige Tage ^ebcn ucrspvochcn. Ich ricth die Il^vüli^d!^», ,l>l l>üi-l) zu versuchen, n»d diese -hat dcn glücllichsln! Ersulg gehabt, sc> daß der Mann in wenigen Wochen seine Grschäfic nüedcr besorgen tonnte nnd sich uoülummcn hergestellt iühllc. Da ich scllist so viel Outet« von Ihrer I^iv«!o«<:i<:i^ genossen halic, so silgc ich gcruc diesem Zeug.' nisse meinen 3iamen bci. Schwester 8l. I.»mberl. 3lahrhaftcr als Fleisch, erspart die l^v!,!«,^^!-« bci Erwachsenen und Kindern 50 Mal ihren Preis in Arzneien. In Blechbüchsen von ; Pfund fl 1.50, 1 Pfund fl 2.50. 2 Pfund si. 4.50. 5 Pfnnd sl, 10, 12 Pfnnd fl. 20, 24 Pfund fl. 3l'. N^vui^ljciel« ^!wl!u!!'l,',o in Pnlvcr nud in Tabletten fltr 12 Tassen fl. 1.50, 24 Tassen fl, 2 50, 45 Tassen fl. 4,50, in Pnwcr fnr 120 Tassen fl. 10, für 28« Tassen fl. 20, filr 576 Tassen fl. 36. Hu beziehen durch Barry duBarry . October. Dk Throns wude um I'/, Uhr Nachmittags gcha!l::>. 31^'., Kaisi::, üc' gleitet van d:m Kruliprinzen, ocn Prinzen Ku:'l, Frtt° brich ttarl und Adalbert, au.dc »lit lebhaftcn, oom Präsidentet, Simso» ans^drachlen Hochrusci, lngrüßt. Die Thlonrede wurde liei dem Passus über die AuS-söhimng mit Oesterreich durch lebhaften Beifall unterbrochen. Nach Verlesung der Thronrede erklärte der Reichskanzler den Reichetag für eröffnet. Der Kaiser verließ unter enthusiastischen Hochs, die von dem bairi-schen Minister Pfetzschner ausgebracht wurden, die Versammlung. — Dtc RcichStagssitzulig wurde um halb drei Uhr im neuen Reichstagsgebäude eröffnet. Simson übernimmt den vorläufigen Vorsitz. (5s wcrden vier Regierungsvorlagen eingebracht: die Uebersicht dcr Ausgaben und Einnahmen dcS Nordbundes im Jahre 1870 mit einem Gesetzentwürfe betreffs Verwendung des Ueber schusses; dann Gesetzentwürfe betreffend dic Bildung eines NeichstricgSschatzcs, die Zurückzahlung der auf Grund des Gesetzes vom 21. Juli 1870 aufgenommenen Anleihe und die Controle deS Neichshaushaltcs pro 187l. Folgt die Vcrlofung in die Abtheilungen. Der Namensaufruf ergibt die Anwesenheit von 153 Mitglic« tern, mithin die Bcschlußunfähigleit. München, 10. October. Dcr Landtag wurde heute durch tmngl. Rescript vom 1l. October auf unbestimmte Dauer vertagt. Die Gesetzgebungsausschüsse beider Kammern haben ihre Arbeiten fortzusehen. lelestraphiscker WrchselconrH oom 17, October. 5fterc. MtalliqucS 5?.5>5, - 5per<:, MetalliqncS Nlil Mai-und November-Zinsen 57.55». .- 5>perc. Nnlionnl-Nnlehm ii?.65. - 18«0cr Staat«>-?l!lleheti s)?.25. — Ban?-Actirn 772. - - Credit-Act en 2«».«0. — Louduu 11^,^5. — Silber 117.tt5. -. K. l M»uj-Dncatcll 5.00, — Napoleoud'or 9.42. Das Postdampfsch!ff„Hammomll," Capitän Meyer, welche« am 27, September von Hamburg direct nach Nem-Vorl abgegangen, ist am 10. October lvohlbehallrn dort angetommcn. Daö Postdampfschiff „Hulsatia," Capita» Meier, ging am I I. October mit , ' Angekommene Fremde. Am 1l',. October, «l«sn»t. Monti, Trieft. — Palzar, Fabncant, Cormons. — Canwili, Trieft. — v. Kappee mit Familie.— Carol, Hrr nov^e. — lKubic, Pölland. — Merlin, Kansm., itlagrnfnrt. — Oalli,'/r, Cilli. — Mathe, Ngiam. — Tranb, Agram.'— Mazet, Mürzzuschlag. — Vogel, Steyer. — MM), Großhändler, tta nischa. iloprivnitar, Pfarrer, Sava. — Dcmöar, Sorica. 55«««lT AGl«»». Kump, Kanfm., Mannheim. — u. itrampl-fcld, Kanfm, Trieft. — Frciwirlli, itaufm,, Wien. — Bugric, .^llnfm., Lanalc. — Inst, .ttanfm., Berlin. — Prinz Gcorg von Lchönbnvg, Sckneeberg. — Mgelle, Kaufm., Trieft. -^ Anchmaun. Iabricant, Marbnrg. «««««»'«««»«»^r »»«»«'. Milltzer, Trojaile. Kleinlercher, Tirol. I»««»„'o«. Wcitz, Schuster, Drachenbnrg. Theater. Hrutr: stiirst Wilhelm und Wilhelm ssürft. oder: Zwei Tage lluö dem Ucbcn eines ssiirstcn. Lustspiel in 4 Acten von Dcilwarostrin. Hirieskusten der ^edalMil. Herrn V. l'. in ü.: In Ihrer Schlüßliemerliing : „daß die „kaibacher Hcitnug" uns e Hallnng weder provocirt noch verdient haben, sohin mit Ernst luruckuirise» müssen, 6 Ü. Mg. 742.Ä4 ^ 5s windstill trilbc i 17. 2 „ ?l. ! 742.«,» -j- 9,? windstill trllbe l 0.uu l0 „ Ab. ! 743.«« -j- ?.« windstill , lrllbe Dichte, geschlossene Bewölkung de» ganzen Tag anhaltend. Windstill. Das TagcSinittel dcr Wcirmc -j- 7 7", um V'U" unter dem iliormale. Verantwortlicher RedacteurV'Ignaz u. Klrinmav r. l^lHslpN^oslltzt '^ilen, 16, October. Die Haltung der Bürse war nncnlschledcn, chwantcnd, adwaneud. Anfangs schien man ciucr haussircndcn Tendenz genemt. dann schmiiäile sicl, in D>'l.^llVlzlU)l. den specifischen Zvccnlationskreisen die Stinlmuug ab. AndercrscttS aber bewahrten die emiueut a,s Anlagöpapiere geltenden Effecten eine deinertenswerthc sscstiale/l und wichen Devisen, Im Großen und Ganzen zeigt da« Eoursblatt von heute leine weitgehenden ^rclndclnngell gcgeuiiber den ^lotirnnaen vom Samstag. v u > u H. Alllgemline «taat>>schulv. , ^llr 100 ft. ,o 95^^ O'«r^0chcrle,ch . 5 93 __ st4 __ Gicbenbürgcn . . , " ^ ^' 74^ 74 .^ .""«erm«' . . , ^^ c>2,_- h.j __ c?. Andere öffcnniche An^hcn DonaurcgnlirungSlosc zu 5 p<5i. ^3 ^ ^4 ^ Una. Eisculiahnanlcheu zu 120 ft. ü. W. Silber 5"« Pr. StUcl 10? ?^ 103.25 Una Priimicnlllilchcn zu 100 fl. " ^l7''l, ^i'uahl.) pr. Etlick 96.50 W.?ü Wiener Eommunalanlehen, rllcl- Geld Waare! zahlbar 5 p ». «ystien von Bankinftitut^l». l «Ncld Waare, Nnglo-österr. Bc:nt.....245,50 346,- Banlverein.......211.— 212.- Voden-Lrcditllils'lltt .... 268.— 269.— Ercditanstalt f Handel u. Gew, . 28? — 2V7.20 lircditanstllll, al!gem. ungar. . 106 50 107 — Escompte-GeMchllst, n, ö. . . 940. 950.-Franco-öflerr. Vanl .... 115.50 116.10 Gencralbanl...... ^-^ ^>^ Haildelöbaul.......-'-^ ^-^ illlltionlllbaul.......765." 766 - Unionbanl.......253.- 253.50 Vercinsbanl.......101.— 102.— Vtrlehrsoanl.......175.-176.-- «. Actien von Transportunternel,: munaen. Geld Waare Alsülo-Fiumamr Bahn . . . 179.-- 179.50 Bühm. Westbahn.....—.— -^.— Cari-Ludwig-Vühn.....259.-259 50 Donau-Dampfschifff. Gefellsch. . 554.— 556. . Elisabeth-Wcstbcchu.....241.25 241.75 Elisabeth-Weftbühn (Linz - Nub- wciscr Strecke).....202.50 203.— Ferdinaud«>-Nor)t>»hn . . . 2086 2090.-W'.i>z5«chln,««ch?.Na:? , . 173. - 175. - l^ran-^l?v^.zy<,hn . . . 205- 205 50 ,'.'embtrn-«,ern.tIassyer.«<,hn . i?0.- 171,- M°yd, «fterr........ 371.-375.- ,Oefi?rr. Nordweslbahn . 217— 217.50 Nudolss-Vahn..... 155 5H 15.6.50 Slebciiollrgrr Bahn . . , 171.50 172 50 Staatöbahn....... 38s>,._ 386, ^lldbahn........ 193 N0 194 10 Süd-u°rdb, Verbind. Vahn , . 173 50 174,— TheißBahn...... 240,50 241.50 Ungarische Norbostoahn . . . 15?.- 158.- Ungarische Ostbahn .... 111.25 111.75 Tramway........ 217,— 217.50 »'. Pfandbrief, (filr 100 s!,) Mg. äst, Podm-Eredit-Vlnstalt O^ld Waare vcrlosbar zu 5 pLt. in Gilbet- 104 75 105 25 dto.iu33I.rllllz.,u5pLt.lnö.W. 86,- 86.50 Nat,c>nalb. zu 5 P.-Lreo.-N«ft.zu5'/.p2t. 87.- 88.- k». Prioritätsoblissatiollen. Geld Waare Zlis.-Westb, in S. verz. r',. 104,75 105.— Franz-Illsevha'Vihn .... 98.15 96.35 H.Larl-Ludw. B. l. G. °t!.z.'. Lm. 105.- 105 50 0lßm. N«rdWH5llhn. ... 9925 99.75 ^. . Gel>> Waare Vlebenb. «ahn in Silber verz. . 88.50 88.75 Staat«b.G.3°/„i>500Fr. ,.!.6m. 138.-- 139.-Sildb. <^ 3".. i. 500 Frc. pr. Slllll 10^ 75 109 - Slldb.-G.ü200fl.z. 5",.. fitr i00N 90 70 90,8<> Vijdb.-Vons «7. (18? " ^' " Preuß. Lassenscheint, 1 « ?6j , 1 „ >^ " Silber . ,17 « 75 ^ 118 « ' " »tralulsche Orundentlastungs - Obligationen, Pr,-vatu.tiruu