^N 3«. ^H,M< R84» 2^(^^^^^^^^l^^^^cH2. ^ ^^^M^^«il_^^^^^^^^^^^ Illter Spruch. >»VU^!idcZfmstl'r!iiß bei uns ist Soiniensiüsterniß Im Mond, wie bekannt, mein Sohn, erwäge dieß. Und Soniienfiüfttl'iliß bei uns im Mv»de dort Wird Erdensiüsterülü. erwäg' auch dieses Wort-Nicht (visier wird alle!» im Licht dem Andern steh'n; Was er den Aüdcril thut, das wird ihm selbst gescheh'n. Vaterländisches. Beiträge zur Geschichte des Marktes Reifniz. Dieser Markt ist unstreitig einer der schönsten im Lande. Viele Häuser sind artig und mit Geschmack gebaut. Alles zeigt von dem Wohlstande der Insassen; sic leben vom Ackerbau und vom Handel, ihr Boden trägt Sommcrfrüchte, das Winterge-U'eidc aber gedeiht weniger, denn der lästige Winter tritt früh ein, hört spät auf, und läßt auch so, nach lange die Spuren des Frostes hinter sich; doch aber ersetzt ihr Handel reichlich, was ihnen die örtliche Lage versagt; man behilft sich demnach hier, wie in dem benachbarten Gottschec, mit welchem dieser Erdstrich viele Achnlichkeit hat, durch den Anbau und die Pflege der Erdäpfel ^soiluuim Ul-ksi'osiim); nur daß dieser Erdstrich an Wasser keinen Abgang hat, wie Gotische?. Fast jedes Stündchen Weges kommt man zu einem Bache, der nach einem langen oder kürzern Lauf die Oberfläche der Erde durchschlängelt, sich in die Erde verkricht, oder einer Grotte zuläuft und verschwindet. So wie die NilitmxÄ, oder Neifniz, die dem Markte und dem Herrschaftsgebiete den Namen gibt, sich nicht weit von hier in die Erde verliert; so find die ihr benachbarten Bäche alle beschaffen; der Laser-Bach, die Nakitcnza, die Bistritza, die Aisch, die Globouza, die Schußnitza und andere dergleichen. Es lst also hier kein Abgang an Fischen, cb- schcn man außer den Forellen wcnig edlere fischet. Dieser Ort ist von Laibach 6, vcn Gottschce 2/ und vcn der Kreisstadt Neustadtl 4 bis 5 Meilen entfernt. Die Seitenstraßen nach all'diesen Städten sind im guten Stande, und besonders nach Laibach sehr bequem zum Fahren, welches eben den Handel nach all' diesen Städten erleichtert. Das Schloß und der Markt, von allen Seiten mit Gebirgen umgeben, liegen in einer angenehme«' Fläche, die durch den Berg Traunagora vom Gott-scheer Gebiet getrcnnt wird. Zwischen dcn Kalkhü» gcln in dieser Gegend findet man schonen schwartn Thon und Schiefer, wovon das bekannte Reifnizer Küchengeschin- bereitet wird, welches eben auch einen Handelszweig'an die Hand gibt, und womit weit und breit das Land, so wie Laibach selbst versehen wird. Dieses Geschirr hat die Farbe, wie die Passaucr Tiegc!, nur daß es keine glimmrigen Theile hat wie jene, doch findet man hier auch solchen Schiefer, der mit gelben Kiespunkten versehen ist. Aus den Jahrbüchern dieses Landes ist es bekannt, daß dieser Orr von dcn Einfällen der Türken ins Land, ehevoc als Karlstadt eine Gränzfe? snmg geaen die Türkei war, Vieles erlitten habe, nicht minder auch große Feuersbrünstc, besonders in den Jahren 4480, 1528, 2546, 1558, 1564 und 1783, diesem Orte öfters namhaften Schaden verursachten. Die verschiedenen Besitzer dieser Herrschaft hat man aus den ältesten Urkunden aufgefunden; diese waren: die Herren v. Laas, v. Auerspcrg, von Ortenburg, v. Seuncck, und die Grafen v. Cilly^ von welchen letztern sie an das ErzHaus Oesterreich gelangte; daher sie dann ein Pfandschillina gewesen. Sie war ein landesfürstliches Kammcrgut, dem ein Hauptmann vorstand; der letzte war ei« Herr von Moskau» — 158 — Im 17. Jahrhunderte besaß diese Herrschaft Johann Jakob Freiherr v. Khysel, der zugleich auch Eigenthümer von Gotisches war' dann kam sie durch Kauf an den Grafen v. Trilleck, und endlich durch Erdschaft an die Grafen v. Kobenzel. Zm Jahre 1752 wurde die Herrschaft durch den Ankauf des Guts Willingran und Rosenbrunn erweitert, und die Einkünfte beträchtlich vermehrt, Wlllingran aber sonach im Jahre 1763 ganz demo-lirt, und ist kaum noch in den Ruinen zu sehen. Ein Gi"lf von Kobenzel halte sich Neifniz im Jahre 1797, als die französische Armce die Erbstaa-ten überschwemmte^ zu seinem Zufluchtsorte ge-, wählt, und war, obsch^n der Feind ringsumher streifte, in dieser seiner Ruhestätte vom Feinde ganz unbesucht geblieben. Er starb aber bald nachher zu Görz. Philipp Graf v. Kobcnzel, k. k. wirklicher ge.-heimer Nach und, ehemaliger Botschafter in Frankreich, war aus diesem Geschlechte der letzte Besitzer dieser Herrschaft. Dermalen ist selbe ein Eigenthum des Hrn. Joseph Nudesch. Die Klcioertracht der Reifnizcr ist jetzt van je-ner, die vor 100 Jahren sich der Croatischen untz Gottschcer'schcn näherte, gar sehr verschieden, indem sie sich zeithcr gan; nach der Sitte und dem Schnitte der andern Unterkrainer gegen Neustadtl und Laibach richtet, nur daß die Männer etwas zu lange Pluderhosen tragen. In Reifniz selbst aber gehen Männer und Weiber nach eben dem Zuschnitte gar niedlich daher. Haupt-Märkte sind derzeit auf zwei des Jahres daselbst bestimmt, und zwar auf den 24. Juni, und den 21. September. In diesen gebirgigen Revieren und Wäldern gibt es auch verschiedenes Wilo, Hirsche, Rehe, Hasen, Füchse, Haselhühner, Aucrhähne, Schnee» Hühner, auch Wölfe und Bären verlaufen sich hie-her. E>n Liebhaber der Jagd findet daher seine Rech' nung zu Genüge in dieser Gegend. Die Pfarrei steht Nlcht U'.ner dem Patronate dieser Hrrrschaft; sie ist landcsfürstlich, und der Pfarrhcrr war ehemals Erzpricster in einem Thcile Niederkrainv. Seit der politischen Kirchenreform, die' Joseph II. in seinen Erbstaaten einführte, ist dieses Erzpricsterthum erloschen, und eine Dcchantei dar-aus geworden, die in die Diöcesc des Fürstbisthums Laibach gehört. Eine Stunde in Malmttison. Die verwitwete Kaiserinn hatte den Hof der Tuilenen verlassen müssen, und sich in die Einsamkeit ihres Lustschlosses Malmaison zurückgezogen. Aber mir Iosephinens Stern war auch der Stern Napoleons verblichen^ 2le Göttinn des Sieges, festgeschmleoet an den Adler seiner ruhmgckrön-ten Legionen, hatte sich treulos, wie er von Jose-phinen, von ihm losgerissen. Mit ihr war das Glück von seiner Seite gewichen. Der Kaiser hatte eine Schlacht nach der andern verloren, und seine Macht, vor Kurzem noch so groß und unerschütterlich, war zerbrochen. Am 31. März war der Kaiser von Rußland und der König von Preußen, der Fürst von Schwär-zcnberg, Blücher, der Marschail Vorwärts, mit den sieggckrönten Heeren der heiligen Allianz in Paris eingezogen. Am 11. April hatte der Kaiser im Schlosse zu Fontainebleau die Encsagungsacce unterzeichnet und sich bald darauf nach Elba zurückgezogen. Ganz Frankreich hatte sich von dem gefallenen Kaiser treulos abgewendet; unter 30 Millionen Seelen gab es nur Eine, die seinen Sturz aufrich-tig betrauerte, und diese Eine war die verstoßene Wltwe von Malmaison. — Als Iosephlne die Kunde erhalten, daß der Kaiser abdicirt habe, hatte sie sich in ihre Gemächer eingeschlossen, und Tage und Nächte geweint. Der Schmerz hatte sie auf's Krankenlager geworfen. Am 26. Mai erhielt Iosephine den Besuch des Kaisers Alexander, der sich schon Tags vorher bei ihr hatte anmelden lassen. Die Kaiserinn, die sich seit einigen Tagen etwas wohler gefühlt, hatte dtM Besuch zu Ehren das Bett verlassen. ^_ Madame, sagte der ritterliche Kaiser Alexander, ihre Hand an seine Lippen ziehend, verzeihen Sie, wenn cin Feind Frankreichs die Schwelle ihres Heiligthums betritt. Nicht bloße Ncugicr, nein, der innere Drang des Herzens, dem Schutz-gciste des großen Napoleons meine Huldigung dcU'-' zubringen, treibt mich zu Ew. Majestät. M,t ti«^ fem, innigen Bedauern habe ich gehört, daß dl«-' Ereignisse der letzten Tage Ew. Majestät auf da? Krankenlager geworfen: ich bin hicher geeilt, «M Sie zu fragen, wie Sie sich befinden? — Sire, ich bin Ihnen für die zarte A"f-Wirksamkeit, die Sie einer Unglücklichen, von allei Welt vcl'lafscncn Nttwc zu Theil wcrden lassen, i" - 159 — kcf gerührt, um meinen Dank in Worte cinzuklei-dcn. Ich bin überzeugt, daß Ew. Majestät all meinem Schicksal warmen Antheil nehmen, und frcuc Mich daher, Ihnen sagen zu können, daß ich mich seit einigen Tagen etwas wohler fühle. Die Lufl scheint mild und rein .... ist cs Ew. Majestät gefällig, so wollen wir eine klcme Promenade durch den Garten machen. — Ich habe von diesem Garten, der unter Ihrer Pflege, wie ich höre, ein so reizendes Asyl geworden, so Vieles vernommen, daß ich Wl'llens war, Ew. MajcstcN zu bitten, an ihrem Arme all' die Schönheiten des Eldorado's, an das sich gewiß manche Erinnerung knüpft, in Augenschein zu nehmen. Der Kaiser bot ihr seinen Arm. Die Kaiserinn nahm ihn mit jenem nnlden Lächeln an, hinter dem sie ihren Schmerz so gut zu verbergen wußte. Zaudernd durchstreiften sie die Alleen. — Malmaison , erzählte ihm Iosephine, war früher eine Scheune, die inala <1uinu« hieß. Der Orr scheint cs geahnt zu haben, daß cr einst ein Asnl des Unglücks seyn würde. — Ach, welch' eine 'reizende Magnoüa, rief Alexander, um ihre trübe Stimmung zu verscheuchen. __ Die Blumen, Sire, sind meinc einzige Freude.... Die meisten habc ich selbst gepflanzt..., ich pflege sie mit mütterlicher Liebe. — Kein Wunder, daß sie dann so schön gedeihen. — Ich sehe, dasi der Nuf nicht gelogen. Ew. Majestät sind die Blüthe ritterlicher Galanteric. Ach, welch' ein hübscher Springbrunnen! — Hier dieser Nasen war der Liedlingsplatz meines Gemahls. Stundenlang saß hier der große Kaiser, in Gedanken vertieft, zuhorchend dem gc-hcimnißvollcn Gemurmcl dcs Wasserstrahls, der in's Bassin fiel. Diese Fontaine, war sie nicht ein mahnendes Zeichen für Napoleon! Sie stieg und fiel so schnell wie cr! „_ Was ist dieß für eine Blume? fragte der Kaiser nur darum, um ihren Gedanken, dic sich fteis zu schwcrmüthigcn Erinnerungen hingeneigr, , eine andere Richtung zu geben. ^_ Das ist eine Pflanze, die Hyppolithe Nuiz und Ioscph Pavon, zwei spanische Naturforscher, aus Peru mitgebracht, und mit dem Namen des Kaisers belehnt haben. Es ist eine L0n«^)M'w2«p6l:i08ä. — Eine schöne prachtvolle Blüthe! __ Erlauben Ew. Majestät, daß ich cinc dieser himmlischen Blüthen pflücken darf . . . — Ich wcrdc sie, so lang' ich lebe, als ein M>7 - theures Andenken bewahren, sprach der Kaiser und ! steckte die Rose in ein Knopfloch seiner Uniform. : — In dieser Laube pflegte der Kaiser den 'Mo- > niwur" und den »^mkiAu" zu lesen, den einer sei-t ner heftigsten Gegner, Peltier, in London heraus-l gab. Der große. Napoleon hatte die Schwäche, sich » über diesen Schmähschriftsteller zu ärgern. — Ein deutsche Dichter singt: ,.(5s liebt die Welt, das Strahlende zu schwärzen 7 Und das Erhab'iie in den Staub zu ziehen." z — Hier auf diesem großen Nasen pflegten dis Brüder und die Schwester des Kaisers, Murat und i Berthicr, Masscna und andere ruhmgckrönre Helden , dann meine Nichte, Stephanie von Beauhar-nais, und meinc Kinder, Eugen und Hortense, , Pfänder zu spielen. Bisweilen nahm auch der Kai» ser daran Theil. Hier lcgtc Napoleon seinen Purpurmantel, seine Kaiserkrone ab, hier war cr liebender Gatte, zärtlicher Vater, theilnahmvollcr Ca-merad seiner tapfern Generale. Das Alles ist nun vorbei . . . . cr, der noch vor Kurzem cine halbe Welt beherrscht, sitzt jetzt auf Elba, ein königlicher Aar in einem Kartenhause. Verzeihen Ew. Majestät, daß mein Schmerz mich verleitet, Saiten anzuschlagen, die Ihr Ohr unsanft berühren müssen. — Ich ehre Ihren Schmerz und bin unglücklich, daß cs nicht in meiner Macht liegt, ihn lindern zu können. Doch geben E»v. Majestät nicht ganz die Hoffnung auf. Was heute fällt, kann mor--gen wieder steigen. ... — Ich, Sire, werde das schwerlich erleben.... Mein Herz ist gebrochen .... ich fühle, daß ich am Nandc des Grabes stehe. . . . __Fassen Sie Muth, Madame, der Himmel wird Sie zum Muthe der Annen, denen Sie eine liebevolle Mutter sind, noch lange erhalten. In einigen Monaten sende ich Ew. Majestät seltene Gewächse aus meinen Gärten. Auch in meinem Vatcr-lanoe gibt cs hübsche Blumen.... — Die schönste ist die Kaiserinn Elisabeth. __ Für dieses schöne Compliment wird sie scl- der Ihnen danken. ... — Es wird windig . . . erlauben Ew. Majestät, Mich in meine Zimmer zurückzuziehen ... ich bin noch immer schwach . . dic Promenade hat mich, wie ich fühle, etwas angegriffen. ... Ja, ja, seitdem der Kaiser in Elba, liebe ich mein Malmai-so.n nicht mehr, denn jede Stelle, jede Bank, jcdcr Baum wcä'l in mir eine schmerzliche C'iimierung. __ Verscheuchen Sie, Kaiserinn, diese trüben Gedanken. Vielleicht scheint Ihnen, früher als Sie vcrmuthcn, dic Scnne cmfK ungetrübten Glücks. — 160 — -— Vielleicht dort oben, sagte die Kaiserinn, den Blick zum Himmel gewandt. Bringen Sie, wenn ich bitten darf, dieß Bouquet Ihrer schönen Frau Gemahlinn . . . grüßen Sie die Kaiserinn und bitten Sie sie , der Witwe von Malmaison eine Thräne des Mitleids zu schenken. __ Ich kann nicht eher scheiden, bis Ew. Majestät mir die Erlaubniß ertheilt, Ihnen vor meiner Abreise von Paris noch einmal meine Aufwartung zu machen, um von Ihnen Abschied zu nehmen. __ Ew. Majestät werden mir ünmcr willkommen seyn. Der Kaiser küßte ihre Hand, dankte noch einmal für die Blumen und kehrte nach Paris zurück. Am 23. April 1814 war Ludwig XVIII. in Calais gelandet und am 3. Mai in Paris angekommen. Am 30. Mai, an welchem Ludwig XVIII. den alten Thron der Lilien bestieg, starb im Schloß Malmaison die verwitwete Kaiserinn Iosephinc. Octtinger, Feuilleton. (Der Hofnarr Scoggan.) Scoggan, ein Lustigmacher am englischen Hofe, unter Heinrich VIII., hatte einst von der Königinn fünfhundert Pfund geborgt. Die Zeit, wo er Zahlung versprochen hatte, war schon lange vorbei, und die Königinn wollte schlechterdings bezahlt seyn, er mochte bitten und machen, was er wollte. Nun hörte der gcä'ngstigte Hofnarr, daß die Königinn den und den Tag bei seiner Wohnung vorbei gehen würde. Er fiel also auf den Gedanken, sich einen Sarg machen, und sich von seinen Freunden darin wie zu Grabe tragen zu lassen. Alles wurde zur bestimmten Zeit fertig gehalten; Scoggan legte sich in den Sarg, und seine Freunde schulterten ihn eben auf, als die Königinn vorbei kam. Als sie nun fragte, wen sie zu Grabe trügen, war die Antwort: »Eurer Majestät unterthänigster Diener Scoggon." Ach! sagte die Königinn, ist der Spaßvogel todt? hab' ich doch nicht einmal gehört, daß er krank sey? Es war ein Erzwicht und war mir fünfhundert Pfund schuldig; doch ,ch schenke sie ihm vom ganzen Herzen." Plötzlich fuhr Scoggan bei diesen Worten in dem Sarge auf, und sagte: »Ich danke Eurer Majestät unterthänigst; die Gnade, die Sie mir erzeigen, ist so groß, daß sie mich auf einmal wleder lebendig gemacht hat." (Kyau's Trauer.) Als einst der aufgeweckte Kopf und wackere Kriegsmann Kyau bei seinem Könige in Ungnade gefallen zu seyn schien, fiel eben eine Hoftrauer ein. Bei einer solchen Gelegenheit durfte Niemand, außer den Wache habenden Ossicic-ren, anders als in schwarzer Tracht bei Hofe erscheinen. Kyau kam dennoch in einem rothen Kleide, und dcr König fragte ihn: »Ist dir nicht so gut, wie den Ilebrigcn, Trauer angesagt worden?" »O ja, Euere Majestät, erwiederte Kyau, aber da man wich bei Hofe schon schwarz genug gemocht hat, kann ich der schwarzen Kleider entbehren." (Zerstreuung.) Dcr berühmte Compomii Benda litt sehr an Zerstreuung. Als ihm seine Gattinn gestorben war, setzte er sich an sein Fortepiano, um seinen Seelenschmcrz durch die Zaubermacht der Töne zu lindern. Da siel cs ihm bei düM Phantasieren auf dem Instrumente ein, daß es der Anstand erfordere, diesen Todesfall seinen Freunden und Verwandten zu melden. Weil er sich aber angewöhnt hatte. Nichts ohne den Nath seiner Gat» tlnn zu unternehmen, so ging er nach ihrem ZiM-Mer und sagte, indem er die Thüre 'öffnete: »Was meinst Du, liebes Kind, muß ich nicht __ —_" h«r lag .ihm der entseelte Körper seiner Gattinn vor den Augen! — Schmerzlicher kann keine Täuschung seyn. ( Der Graf von Portland ) sollte als en«-lischer Gesandter nach Frankreich gehen. Den Abend zuvor brannte der königliche Pallast Whitchall ab) hart daran stieß das Haus des Grafen von Port« land, welches dieser durch angewandte Aufmerksamkeit zu retten wußte. Des andern Tags, als er beim Könige war, und damit groß that, gab ihm dieser zur Antwort: »Freuen Sie sich nicht zu sehr über die Rettung ihres Hauses; sie ist nur einBt' weis, daß Sie mehr für das Ihrige als für das Meinigc sorgen. (Trinkgelder.) Ein Herr war bei einen' Andern zu Gaste. Bei seinem Weggehen beschloß d>c eigennützige Dienerschaft seines Gastwirthes, ihm s" mel Trinkgeld abzulocken, als nur immer möglich wäre. Dem zu Folge überreichte ihm ein Bedien^ den Mantel, ein anderer den Hut, ein dritter den Stock und ein vierter den Regenschirm, wofür «r einem jeden einen SchNlmg Trinkgeld gab. »S«"' kam endlich ein fünfter, hier sind ihre Handschuhe. »Die behaltet nur, Freund, war die Antwort, !" sind keinen Schilling werth." Verleger: Ignaz Alvis Edler v. Kleiumayr.