STERN DER NEGER Zweimonatsschrift November/Dezember 1957 INHALT Boten der Freude ......... P. Anton Kühner: Bei meinen Indianern ... Br. Kuno Stößer: Neue Pfarrei Mirones ... Karl Schmid-Tannwald: Der Urwaldbus .......... So entsteht ein Missionspaket Flucht ins Kloster ....... 121 122 124 128 130 130 P. Günter Brosig: Werden und Wachsen einer Missionsstation ............ 134 Schulwesen auf Maria Trost ......... 138 Laienapostolat in der Mission ...... 139 Weihnachten in Johannesburg ........ 140 P. Karl Fischer: Was treiben die Neger im Winter? . 142 Kurz berichtet ........ 3. Umschlagseite Titelbild Afrikanischer Priesterseminarist. Um di§ Finanzierung der Ausbildung des eingeborenen Klerus bemüht sich vor allem das „Päpstliche Werk vom hl. Petrus“. Leider ist es im christlichen Volk noch viel zu wenig bekannt. Bestellung Deutschland: Missionshaus Josefstal (14a) Eilwangen/Jagst (Württemberg) Österreich: Missionshaus Maria Fatima Unterpremstätten bei Graz Italien: Herz-Jesu-Missionshaus in Milland bei Brixen Jährlicher Bezugspreis DM 3.- — S. 15 — Lire 400 Einzahlung Deutschland: Missionshaus Josefstal Postscheckkonto Stuttgart 540 66 Österreich: SCheckkonto 86211 „Stern der Neger“ Italien: Herz-Jesu-Missionshaus in Milland Bressanone/Brixen C.C.P. 14 / 7392 Trento Herausgeber und Verleger Kongregation der Missionäre Söhne des Heiligsten Herzens Jesu Josefstal bei Eliwangen/Jagst Nicht Bewunderung, sondern Hilfe Carl Joseph Leiprecht, Bischof von Rottenburg In einem neuen Weltrundschreiben kennzeichnet unser Heiliger Vater die drängende Missionsaulgabe der Kirche in der Gegenwart. Manche Sätze dieser Missionsenzyklika klingen wie Notrufe. Da schreibt der Heilige Vater: „Die Sorge um alle Kirchen Afrikas erfüllt Uns mit größerem Kummer denn je. Afrika befindet sich in einer so schweren Lage wie wohl noch nie in seiner Geschichte. Jedes Zögern und Aufschieben birgt Gefahren in sich — die Missionare brauchen sofortige Hilfe." So ermahne ich euch denn, daß ihr die tätige Mitarbeit am Missionswerk der Kirche als eine ernste Gewissenspflicht anseht und alle Möglichkeiten ausnützt, um diese Pflicht zu erfüllen. Darum lenke ich euere Aufmerksamkeit besonders auf das Päpstliche Werk der Glaubensverbreitung. Es hat den Auftrag, alle missionarischen Kräfte der Kirche zusammenzufassen. Je mehr dies gelingt, desto größer wird der Erfolg sein. Wenn in den Bistümern unseres Vaterlandes durchschnittlich erst vier Prozent der Gläubigen Mitglieder dieses Werkes sind, dann frage ich mich ernstlich: Hat die große Zahl der übrigen katholischen Christen wirklich nicht verstanden, um was es geht? Ist sie zu unwissend oder zu träge zu einer wirksamen Mithilfe? Unsere Missionare brauchen keine Bewunderung, sie brauchen Hilfe. Gebt darum großmütig und reichlich! Vielleicht sind unter euch auch einige, die persönlich oder mit einem Freundeskreis zusammen das Studium eines Priesterkandidaten aus den Missionsländern bestreiten können. Dürfen wir es zulassen, daß echte Priesterberufe in den Missionsgebieten aus Mangel an Mitteln zurückgewiesen werden müssen? Mehr als alle Gaben gilt vor Gott das Opfer des eigenen Herzens. Es gibt noch genug hochherzige junge Menschen, die bereit sind, dem Rufe Gottes in die Weltmission zu folgen. Zuversichtlich hoffe ich, daß die Eltern in ihrer Familie eine Atmosphäre schaffen, in der Missionsberufe wachsen können. (Aus dem Hirtenwort zum Weltmissionssonntag) Schriftleitung P. Edmund Schümm, Josefstal Druck Schwabenverlag AG Zweigniederlassung Ellwangen/Jagst Mit kirchlicher Druckbewilligung und Erlaubnis des Generalobem Postverlagsort : Ellwangen (Jagst) Missionsgebetsmeinung für Dezember Für jene, die im Fernen Osten vor der Kommunistenherrschaft fliehen mußten. — Christen auf der Flucht, das gab es seit den Tagen der Apostel, das gibt es auch in unsern Tagen, besonders im Fernen Osten: in Nordkorea, Nordvietnam und China. Unser Gebet soll ihnen helfen, daß sie mit der alten Heimat nicht auch den Glauben verlieren, ja daß sie in der neuen Heimat zu Kündern des christlichen Glaubens werden wie einst die ersten Christen, die aus Jerusalem fliehen mußten. Boten der Freude Während Maria und Josef bei der Krippe stille Andacht halten, erscheint den Hirten die Lichtgestalt des Himmelsboten. Begreiflich, daß sie wie geblendet sind und sehr erschrecken, da sich ihnen ein Wesen zeigt, das widerleuchtet von der strahlenden Schönheit Gottes, vor dessen Angesicht es verweilen darf. Aber als die Hirten in das Gesicht dieses Engels blicken können, welche Freundlichkeit und Freude nehmen sie da wahr! Wenn sich schon ein menschlicher Überbringer guter Nachrichten mit den Beglückten mitfreut, wie wird da erst dieser Himmelsbote im Herzen gejubelt haben und von Mitfreude erfüllt gewesen sein, da er die beste Nachricht, die je vermittelt wurde, vom Himmel auf die Erde bringen durfte. In der Weihnachtszeit wollen wir als Boten der Freude unterwegs sein. Freude durch Liebe. Wir betrachten die Menschen um uns ein wenig genauer als sonst und denken uns in ihre Lage und ihr Empfinden hinein, und schon wissen wir, wie wir sie erfreuen können. Da liegt etwa in der Nachbarschaft — oder gar im eigenen Haus? — ein Kranker, fast verlassen und vergessen. Ein kurzer, aufmunternder Besuch, verbunden mit einer kleinen Gabe wird die Atmosphäre zerreißen, in die den Kranken seine trüben Gedanken eingesponnen haben. — überhaupt, schenken wir in diesen Tagen den übersehenen, Unbeholfenen, Alten, den Verbitterten und Schwermütigen, den Verkommenen und allen körperlich und geistig Zukurzge-kommenen mehr Aufmerksamkeit und Achtung; so träufeln wir Balsam in Wunden, die vielleicht tiefer sind und mehr schmerzen als wir ahnen. Bei meinen Indianern Von P. Anton Kühner Am 20. Februar dieses Jahres wollte idi mit den Leuten von Chaulan das Fest des hl. Sebastian feiern. Schon am 17. Februar verließ ich Huanuco, um auf dem Wege die beiden Dörfer Antil und Querush zu besuchen. Mit einem Auto, halb Omnibus und halb Lastwagen, gings zunächst nach Higueras. Hier erwarteten mich zwei Männer, meine Begeiter, mit einem Gaul und einem Esel. Das Rößlein sollte mich, der Esel mein Feldbett tragen. Das Rößlein, zu seiner Ehre sei es gesagt, war ausgezeichnet. In drei Stunden nahm es mit seiner Last die Steigung von 1000 Meter nach Antil. Die Hauptperson des Dorfes war Feli-cisimo Paz, d. h. Glücklichster Friede. Er war auch ein guter Mensch, der mir in seinem gastlichen Hause Unterkunft und immer ein ordentliches Essen gab. Er führte mich zuerst in die Kirche; sie war sauber geputzt. Auf dem Altartisch stand die Statue der Virgen transito, der Jungfrau des Heim- oder Hinübergangs, auf gut deutsch der Muttergottes von der Himmelfahrt. Beim Betrachten der Statue näherte sich mir eine Frau und sagte: „Padre, haben Sie die Güte, und segnen Sie die neuen Haare der Gottesmutter.“ Dabei leuchteten ihre Augen, und ich mußte sie fragen: „Woher sind denn diese Haare?" — „Oh", antwortete sie freudestrahlend, „das sind die Haare meines jüngsten Sohnes. Neun Jahre habe ich gewartet und die Haare meines Jüngsten nicht schneiden lassen, um sie nun der lieben Gottesmutter zu schenken." Auch eine Art von Heiligenverehrung! Lang wallten die schwarzen Haare von den Schultern der Muttergottes von der Himmelfahrt herab und paßten nicht übel zum blaugrünen Mantel, den ihr eine andere Familie zum Fest geschenkt hatte. Die Frage war nun, welche Weiheformel im Rituale für diese Weihe zu nehmen wäre. Weil man in Europa der Gottesmutter keine neuen Haare schenkt, hat man auch keine entsprechende Weiheformel ins Rituale aufgenommen. Doch gibts die Formel „Ad omnia", d. h. Für alles Mögliche. Die Frau und ihr Hochlandindlanerinnen aus Peru drehen aus kräftigem Gras Stricke. „Trum, trum, trum, die Landsknecht' ziehn im Land herum“ — nein, es sind friedliche Indianermusikanten, die durchs Dorf marschieren. Kleiner waren überglücklich und wohl auch die Mutter Gottes, des kindlichen Einfalls, oder besser gesagt, der kindlichen Liebe der Ihren wegen. Am andern Tag noch feierlicher Gottesdienst und Prozession mit der Gottesmutter, zum Heimgang gerüstet mit ihren neuen Haaren und neuem Mantel. Dann gings weiter nach Q u e r u s h. Hier begrüßte mich ein alter Indianer auf Englisch. Ich staunte und fragte: „Auf welcher Universität hast du das gelernt?" — „Ja", sagte er, „in meiner Jugend, vor 50 Jahren, bin ich als Soldat nach England gereist, um einen neuen, von Peru gekauften Kreuzer heimzuholen.'1 Als alter Europafahrer hat er mir dann jeden Morgen einen Liter Vollmilch gebracht, was eine große Ausnahme ist, denn der Indianer trinkt keine Milch. Die kleine, alte Kirche, in der wir das heilige Opfer feierten, da die neue Kirche durch einen Brand das Dach verloren hatte, konnte kaum die Leute fassen. Unser Hauptanliegen bei der Prozession war die Bitte an die Virgen de las Mercedes um Regen. Es war ja schon Ende Januar, und der ersehnte Regen, der sich sonst schon im Dezem- ber einstellt, war noch nicht gekommen. „Padre, die Trockenheit ist wohl eine Strafe Gottes?" Und ein ganz Gescheiter meint gar, ob's nicht von den Atomversuchen der Amerikaner und Russen käme. Am 20. morgens um 7.00 Uhr Abschied und Aufbruch nach C h a u 1 a n zum großen Feste des heiligen Sebastian. Der Gaul, der mich diesmal weiterträgt, ist ziemlich groß, aber faul. Ich kann ihn kaum einmal zu einem gemächlichen Trab bewegen. Um 10.00 Uhr reite ich ins Dorf ein. Auf dem großen Platz vor der Kirche begrüße ich die Dorfgewaltigen und alte Freunde vom Vorjahr. Weil sie den Platz zum Stierkampf oder besser zur Stierhatz herrichten, muß ich sie schon zwei-, dreimal aufrufen, zuerst ins Gotteshaus ^zu kommen. Der Mayor-domo, der die heilige Messe bestellt hat und der am Nachmittag das ganze Dorf zum Essen eislädt, trägt einen Blumenkranz um Kopf und Schulter und kniet nach altem Brauch in der Mitte vor den Stufen des Hochaltars-! Ich übe mit den Leuten das Kreuzzeichen, führe einzelnen die Hand dabei; aber, was Hänschen nicht gelernt hat, lernt Hans noch nicht aufs zehnte Mal. Viele sprechen ja kaum spanisch, und so ist es fast schlimmer, als wenn Ihr daheim mit der Hand das Kreuz machen und die Worte auf Englisch sprechen müßtet, ohne aber vorher diese Sprache gelernt zu haben. Mein Meßdiener, den ich von Hunanuco mitgebracht habe, betet mit den Leuten auf spanisch die Meßgebete. Den Abschluß bildet die Prozession mit der Statue des hl. Sebastian. Es ist nun 1.00 Uhr, und da warten noch acht bis zehn Taufen. Zuerst werden die fürs Taufbuch nötigen Angaben aufgeschrieben. Dann stellen sich die Paten mit den Täuflingen im Halbkreis am Kirchentor auf. Einer heißt Dimas, einer Filemon, eine Linda, d. h. die Schöne. Es ist schon eine Gedächtnisleistung, die Namen der Einzelnen bei den Gebeten richtig zu wiederholen. Und weil sich eben der kleine Fermin im neuen Taufkleidchen mit der großen Haube gar nicht wohlfühlt, greift er zum einzigen Verteidigungs- oder Abschrek-kungsmittel, das er hat, er schreit aus Leibeskräften; und um das Konzert mehrstimmig zu machen, begleiten ihn drei oder vier in der heiligen Runde. Doch mit der Verabreichung einer guten Dosis Salz bringe ich sie für einige Momente zum Schweigen. Das weiße Kleidchen, das sie mir geben, um es als Sinnbild der Reinheit dem Kinde aufzulegen, ist ein Stück eines alten Altartuches und alles eher als sauber; doch die Leute sind da nicht verwöhnt. Froh und zufrieden tragen sie nach der Taufe ihren kleinen Christen zur Türe hinaus, wo die Mutter ihr Kind, wiedergeboren aus dem Wasser und dem Hl. Geiste, voll Freude in Empfang nimmt. Weil die Wiedergeburt in der Taufe Angelegenheit der Mutter Kirche ist, darf die leibliche Mutter nicht dabei sein. Es ist nun schon über 2.00 Uhr. Auf dem Dorfplatz ist der Stierkampf in vollem Gange. Der Mayordomo nimmt mich mit in sein Haus zum Frühstück und Mittagessen. Und weil der Hunger der beste Koch ist, schmeckt alles aufs beste. Neue Pfarrei Mirones Von Br. Kuno Stößer Mirones, das neue Stadtviertel von Lima, war vor wenigen Jahren noch unbekannt, ist nun aber ein sehr begehrtes Wohnzentrum. Mirones bildet eine kleine Stadt für sich und zählt ohne die illegalen Zuwanderer rund 2500 Einwohner. Unter illegalen Zuwanderern versteht man Arbeiter, die sich mit ihrert Familien in selbstgebauten Hütten außerhalb der Stadt niedergelassen haben. Mirones, vom Staat nach modernsten Gesichtspunkten gebaut, besteht aus einzelnen Wohnblöcken. Besonders anziehend wirken die blumenreichen Anlagen und Gärten, die zum Teil Privaten gehören, zum Teil von der Regierung unterhalten werden. Geranien dienen als Garteneinfassung und werden, wenn man sie nicht zurückschneidet, bis zu einem Meter hoch. Die Instandhaltung dieser Anlagen erfordert viel Arbeit, besonders wenn man bedenkt, daß es in Lima nie regnet und der Regen durch künstliche Bewässerung ersetzt werden muß. Sämtliche Straßen und Fußwege sind betoniert, werden jeden Tag gekehrt und von Zeit zu Zeit mit Wasser besprengt. Die Bauarbeiten wurden 1955 eingestellt. Ob und wann der übrige Teil der für 8000 bis 10000 Einwohner geplanten Stadt gebaut wird, hängt von der neuen Regierung ab, die im vergangenen Jahr an die Macht kam. Zur Zeit wird das Colegio Nacional errichtet, eine Schule, die 1500 Buben fassen soll. Die Seelsorge in Mirones oblag von Anfang an den Patres unserer Kongregation und wurde in den ersten Monaten von der Nachbarpfarrei aus durchgeführt. Jeden Sonntag fand ein Gottesdienst unter freiem Himmel statt. Am 29. Mai 1954 wurde dann durch den inzwischen verstorbenen Kardinal Juan Guevarra, Erzbischof von Lima, die Pfarrei San Pio X. errichtet und unserer Kongregation für zunächst 15 Jahre anvertraut. Im Juni des gleichen Jahres hielt dann P. Karl Wetzel seinen Einzug. Da an Pfarrhaus und Kirche noch gebaut wurde, erhielt er zunächst eine Wohnung in einem der Neubauten zugewiesen. Doch fehlte es an sämtlichen Möbeln. Das Krankenhaus „San Juan de Dios" stellte freundlicherweise einen alten Tisch und einen noch älteren Stuhl. Durch die „Asistenta Social" trafen dann noch Bett, Tisch, Stühle, Schreibtisch, Bücherschrank und etwas Küchengerät ein. Ein Zimmer diente als Kapelle, in der nun das Allerheiligste aufbewahrt wurde. Das erste hl. Meßopfer wurde am 3. Juni, einem Herz-Jesu-Freitag, gefeiert. Die Sonntagsmesse wurde weiterhin im Freien gehalten. Doch fanden sich nur wenige ein, und noch weniger mit der rechten Andacht. Man kann das verstehen, da selbst die Nachbarn einander noch fremd waren; hatten sich die Bewohner der jungen Stadt doch aus den verschiedensten Gegenden Perus hier zusammengefunden. Es fehlte also noch jedes Gemeinschaftsgefühl. Einige Schulkinder durchliefen mit einer Glocke die Straßen, um die Zeit der hl. Messe auszurufen. Mit Erlaubnis des Ministeriums „Salud Publica“ wurde 1955 die Karwoche zum ersten Mal in der im Rohbau fertigen neuen Kirche gefeiert. Von da an wurde an jedem Sonntag die hl. Messe in der Kirche gehalten, während der Woche weiterhin in der Hauskapelle. Am 10. Juli traf dann Br. Kuno Stößer mit dem Flugzeug in Lima ein und hilft seitdem P. Wetzel, besonders im Religionsunterricht. Zur erstmaligen Feier des Kirchenpatroziniums erstrahlte über dem Hochaltar das Bild des heiligen Papstes. Dem Altar aus Marmor fehlte freilich noch jeglicher Aufbau, auch der Tabernakel. Das levitierte Hochamt zelebrierte P. Berger unter Assistenz von P. Wetzel und einem Pater Jesus Martinez, der die Festpredigt hielt und mit beredten Worten die Anwesenden für den Kirchenpatron begeisterte. Mit der Anteilnahme der Gläubigen konnte man für den Anfang sehr zufrieden sein. In der Folge wurde in der jungen Pfarrei die Katholische Aktion und die P. Wetzet mit Arbeiterfamilien, die am Rand der Siedlung wohnen. Im Hintergrund das Haus, in dem P. Wetzel und Br. Stößer bis zum 31. Dezember 1956 untergebracht waren. Legion Mariens eingeführt. Es war Ende September, als einige Frauen und Mädchen dem Aufruf ihres Pfarrers zum Eintritt in die Legion Folge leisteten. Leb der konnte der Leiter des Comitium in Lima zunächst nicht erscheinen, sagte aber für den 5. Oktober zu. Dieser, Msgr. Zacarias Untiveros sprach mit flammender Begeisterung vom Wirken der Legionäre in aller Welt, besonders in China. Nach einer Probezeit legten die Legionäre, verbunden mit der Generalkommunion, das Versprechen ab. In den späten Abendstunden des 31. Dezember 1955 saßen im Innenhof P. Wetzel und Br. Kuno bei einer Flasche Wein gemütlich beisammen. Sie hatten allen Grund dazu. Denn nur wer weiß, wie es in der alten Unterkunft zuging, kann mitfühlen, was es heißt, endlich ein eigenes Haus zu haben. Das Ministerium Salud Publica half tatkräftig und stellte auch einige Möbel. In den nächsten Tagen gab es viel zu tun, um das Haus wohnlich und gemütlich einzurichten. Da das Haus an die Kirche angebaut ist, wurde das Allerheiligste nun für immer in den Tabernakel der Kirche übertragen. P. Wetzel erhielt vom Erzbischof von Lima die Erlaubnis, die Kirche zu benedizieren, was dann in aller Stille geschah. Von nun an wurde die hl. Messe täglich in der Kirche gefeiert. Die eigentliche Weihe erhielt die Kirche am 26. Februar 1956 durch den Erzbischof Landazuri von Lima. Es war eine schlichte, aber eindrucksvolle Feier. Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt. Padrinos waren der Direktor von Salud Publica und die Frau des Kultusministers, in Vertretung von Senjora Odria, der Frau des Expräsidenten von Peru. Als Abschluß seiner Predigt verlas der Erzbischof ein Schreiben aus Rom, in dem der Hl. Vater seinen Segen übermittelte. Mit gespannter Erwartung sahen wir dem 29. Juni entgegen, dem Tag, an dem eine in Südtirol gefertigte Statue des heiligen Papstes Pius X. eintreffen und geweiht werden sollte. Die Pfarrkinder versammelten sich am Eingang von Mi-rones und geleiteten die Statue unter den Klängen der Musikkapelle zur Kirche. Die Statue stand auf einem Gestell, das von acht Männern getragen wurde, die mit sichtlichem Stolz dieses Amtes walteten. In kurzen Abständen lösten sich solche Achtergruppen ab, um mög- Die Siedlung ist nach modernsten Gesichtspunkten angelegt. Saubere Straßen und Wege und gepflegte Anlagen geben ihr das Gepräge. Die Kirche zum hl. Pius X., im Stil den übrigen Gebäuden angepaßt, ist durch ein Kreuz als Gotteshaus gekennzeichnet. Am Rand der Siedlung errichten die „Illegalen“ primitive Unterkünfte. liehst viele in den Genuß der hohen Ehre kommen zu lassen. Vor der Kirche wurde die Statue von P. Wetzel geweiht und erhielt dann ihren Platz rechts vom Hochaltar. Täglich ist um 7.00 Uhr hl. Messe und abends Rosenkranz. Jeden Sonntagvormittag ist dreimal Betsingmesse mit Predigt. Der Tag ist für den Pfarrer ausgefüllt mit den verschiedenen Seelsorgsaufgaben, wie Religionsunterricht, Krankenbesuch; der Abend mit Gruppen- Zu den kirchlichen Vereinigungen von Mirones zählt auch ein Bund der „Kreuzritter“. stunden, Versammlungen der Katholischen Aktion, Legion Mariens, Junta Parroqial (Pfarrvereinigung), Kreuzritter usw. Tischtennis der Jugend steht jeden Tag auf dem Programm, manchmal von morgens neun bis abends zehn Uhr, ohne Unterbrechung. Die Ruhigeren sitzen im Salon bei einem Brettspiel oder unterhalten sich mit einem Buch. Von Zeit zu Zeit wird ein Film gegeben, oder es werden Farbaufnahmen gezeigt, und wenn man dabei das eigene Gesicht auf der Wand erkennt, dann herrscht Hochstimmung. Den Hungernden und Armen helfen wir durch wöchentliche Verteilung von Caritaspaketen. Doch werden damit we- niger die eigentlichen Bewohner des Viertels bedacht als vielmehr die Indios, die sich rings um das neue Mirones niedergelassen haben und auch zur Pfarrei gehören. Ich möchte mit den Worten des Festpredigers vom vergangenen Fest unseres Kirchenpatrons schließen: „Möge dies nicht nur die erste Pfarrei auf der ganzen Welt sein, die dem heiligen Papst Pius X. geweiht ist, sondern möge Mirones - auch eine der ersten Pfarreien sein, was den häufigen Empfang der heiligen Kommunion betrifft, entsprechend dem Kommuniondekret des heiligen Papstes.“ Der Urwaldbus Von Karl Schmid-Tannwald Was zwischen 6.00 und 8.00 Uhr abends an Omnibussen eintraf, das sah so trostlos aus, so verflicht, Fenster und Karosserien durchlöchert und staubbedeckt, daß wir jedesmal still hofften, der da, der gerade um die Ecke humpelte, möchte es nicht sein. Und als dann unserer in stockdunkler Nacht daherknirschte, mit nur einem Licht, halb auf den Felgen, da bedauerten wir, daß nicht eines der früheren Vehikel unsere „Camioneta" gewesen war. Die Tür ging von selbst auf, und es entstieg ihr, bärtig, verstaubt, müde, gähnend, der Maestro, den wir sonst Chauffeur nennen. Er ist Herr über Leben und Tod seiner Passagiere. Säcke mit Staubfahnen flogen vom Dach. Unter den Sitzen wurden Obstkisten mit Hühnern hervorgezogen. Ein paar Indios, Söhne des Urwaldes, mit langen, nachthemdartigen, braunen Gewändern, sogenannten Cushmas, standen barfuß auf dem Bürgersteig und halfen abladen. Der untadelige Pagenschnitt ihrer schwarzblauen, strähnigen Haare war mit einem Bastring um die Stirn zusammengehalten, und darüber schwankte keß eine bunte Papageienfeder. Einige zweifelhafte Kreaturen schlichen herum und sahen zu, wo sich eine Chance bot. Da stand also unsere Camioneta, verlassen, fremd und ausgeschlachtet, wie das Skelett eines Fabeltieres. Das Volk hatte siđi verlaufen, um neu ankom-mende Camionetas und Lastwagen in Empfang zu nehmen. Wir konnten also in aller Gemütsruhe unser Gepädc verstauen. Nicht auf das Dach bei der Dunkelheit! Das ist eine alte Urwaldweisheit. Unser Wäschesack füllte gerade das durchbrochene Polster eines Sitzes aus. In der letzten Reihe der noch nicht zerbrochenen Fenster fand ich für unsere siebenjährige Marion und mich Platz. Meine Frau Ingeborg hatte sich in der Reihe vor uns eingerichtet. Die Decken waren wichtig für die Nachtfahrt! Der Chauffeur kam und kam nicht! Der Uhrzeiger ging schon auf 12.00 zu. Vielleicht kommt er überhaupt nicht mehr, dachte ich, aber da trat er mit einem Male aus der Dunkelheit, er, der souveräne Lenker unseres Geschickes! Ja, sie sind sich ihres Schicksalsspieles wohl bewußt, die Chauffeure in Codillere und Urwald. Inzwischen waren einige Frauen zugestiegen, Stammpassagiere der ersten Polsterreihe. Ihretwegen mußte ich mit Marion eine Reihe nach hinten rücken und saß nun am offenen Fenster. Nur noch der Padresito fehlte, ein knabenhafter Franziskaner, der ins Konvent nach Oxapampa reiste. Der Adjutant des Chauffeurs, den Poncho um den Hals, Hände in den Hosentaschen, holt ihn herbei. Endlich sind wir startbereit. Die Tür schlägt drei-, vier-, fünfmal zu und geht immer wieder auf. Der Adjutant bindet sie mit einer Kordel fest. Der Motor heult auf, als wäre er ein Flugmotor. In letzter Sekunde springt noch eine Indio- familie auf die hintere Stoßstange auf. Dann rattert, kracht, knirscht und rumpelt es. Die Neonlichter von La Merced, blau, orange, grün und rot, gleiten zurück, erblassend im Staub unseres Zitterwagens. Draußen rennt noch einer gestikulierend einige Meter mit. Dann geht der Vorhang zu, die Stadt ist weg. Da, ein Schlag auf die Feder. Wir fahren über einen Graben, einen harmlosen, wie es scheint. Trotzdem sausen wir mit dem Kopf gegen die Bretterdecke. Dann sind wir mitten drin im grünen Urwaldtunnel. Zwei Lichter! Man kann sich kaum vorstellen, wie und wann der Adjutant das zweite repariert hat. Vor uns rund und hell ausgeleuchtet der grüne Tunnel, hinter uns graue Staubschleier. Wir sind im Urwald. Zwei bis drei Minuten von der Stadt entfernt, mittendrin im dichtesten Urwald! Ein fader Geschmack auf Zunge und Lippen. Knirschende Zähne bei jedem Gähnen. Sicher war unsere Camioneta ein herrlich gepolsterter Wagen. Sie fuhr damals wahrscheinlich als „Collectivo“ in der Stadt, als eine Art Taxi für mehrere Personen. Je mehr sie heruntergewirt-schaftet wurde, um so weiter wanderte sie an die Peripherie der Zivilisation, erst in die Vorstädte, dann in eine Provinzstadt, und ehe ihr Herz ganz erlahmte, schaffte man sie noch herüber über die Anden. Jetzt fuhr sie wirklich ans Ende der Welt und noch ein paar Dutzend Kilometer darüber hinaus. * Aber die Urwaldfahrt ist noch nicht zu Ende, denn vom Ende der Welt sind es noch genau 70 km bis nach Pozuzo — drei Tagemärsche! Karl Schmid-Tann-wald's Bericht dieser Fahrt ist aber nur die Einleitung zum großen Erlebnis dieser Expedition, dem Besuch des deutschen Siedlerdorfes, wo die Patres Michael Wagner und Johann Pezzei als Seelsorger wirken. Wir entnehmen den Abschnitt mit freundlicher Genehmigung des Verlages Georg Westermann dem Buch „Pozuzo — vergessen im Urwald" (264 Seiten, 41 Fotos, Leinen DM 14.80). So entsteht ein Missionspaket P. Willi Kühner, Sekretär des Bischofs Anton Reiferer in Witbank, erhielt am 24. September nachstehenden Brief, den wir veröffentlichen in der Hoffnung, er möge bei unsern Lesern ein vielfältiges Echo finden. L .. M Westfalen, 29. August 1957 Hochwürden! Jetzt ist es schon mehr als ein viertel Jahr, daß Sie geschrieben haben. Zunächst vielen herzlichen Dank für Ihren Brief und die schönen Bilder. Die Sachen, die ich Ihnen geschickt habe, habe ich nicht allein aufgebracht, sondern die Mädchengruppen in unserer Pfarrei haben zusammengeholfen. Im ganzen haben etwa 15 Mädchen daran gearbeitet. Im vorigen Jahr hatten wir ja vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend als Jahresaufgabe die „Weltmission" erhalten. So haben wir uns mit Eifer daran begeben, um einige Dinge zusammenzubekommen. Am Christ-Königsfest hatten wir in unserem Jugendheim eine Missionsausstellung, zu der wir aus verschiedenen Missionshäusern Ausstellungsstücke zusammengetragen hatten; zugleich stellten wir die Sachen aus, die wir angefertigt hatten. So bekamen wir etwas Geld herein, um Porto und sonstige Auslagen zu bestreiten. Sie glauben gar nicht, wieviel Freude Ihr Brief und die Bilder uns Mädchen bereitet haben. Wir saßen in der Osterwoche beisammen, um in der Gruppe Ostern zu feiern, da kam ganz unerwartet ein Brief aus Afrika. Ich glaube, die Freude war bei uns genau so groß, wie bei Ihnen, als Sie das Paket erhielten. Ihre Anschrift erhielt ich durch den Missionsbund der Theologen in P., als ein Theologiestudent bei uns in seinen Semesterferien in der Kreisverwaltung arbeitete. Wenn wir Ihnen und der Mission wieder mal eine Freude machen können, so schreiben Sie es uns bitte. Für die Missionen ist immer eine große Bereitschaft da. Und mit gutem Willen bekommt man dann schon etwas zusammen. Wir danken Ihnen auch, daß Sie für uns beten wollen. Wir haben es bestimmt oft nötig, daß ein anderer für uns eintritt, wenn bei uns die Antenne zum Herrgott nicht ganz in Ordnung ist. Das ist eigentlich das Schönste in unserer heiligen Kirche, daß wir füreinander einstehen können. So kann man doch jeden Tag einem oder vielen helfen, die gar nichts davon wissen und vielleicht durch ein Gedenken gerettet werden. So wollen auch wir weiter für Sie und Ihre Anbefohlenen beten und mithelfen, wo wir können. Am schönsten wäre es ja, wenn wir alle kommen und mithelfen könnten. Aber es werden eben nicht alle gerufen. Im Namen unserer Mädchen wünsche ich Ihnen trotz aller Mühen ein gerütteltes Maß an Freude und die Liebe Ihrer Schützlinge. P. Willi Kühners Anschrift lautet: Bishop's House, P.O.B. 651 Witbank/ Tvl., Südafrika Flucht ins Kloster Wie bist du eigentlich hierhergekommen?, fragte ich kürzlich Schwester Carmel. Sie begann zu erzählen; Ich war kaum 20 Jahre alt. Da stellte mir die Mutter meinen „Verlobten" vor. Dieser war auf der gleichen Arbeitsstätte wie mein Vater beschäftigt. Er kam mit ihm des öftern nach Hause, wo ich ihn zu sehen bekam, aber nie ein Wort mit ihm wechselte, außer dem üblichen Gruß. In dieser Zeit war ich bei einer weißen Familie im Haushalt angestellt, nicht weit von unserer Wohnung. Ich dachte nie ans Heiraten, da ich dem lieben Gott als Schwester dienen wollte. Eines Tages sagte meine Mutter: „Secretary Dira ist dein Bräutigam. Er hat schon das Heiratsgeld gezahlt. Hier sind die 85 Pfund (etwa 1000 DM)." Ich weigerte mich, ihn zu heiraten. Am folgenden Morgen ging ich zur Arbeit. Weltkongreß der CAJ Vom 24. August bis 4. September sah Rom das Welttreffen der Christlichen Arbeiter-Jugend, zu dem sich 32 000 katholische Jungarbeiter eingefunden hatten. Über 400 Delegierte aus 87 Ländern berieten über die Fragen des Jungarbeiters. Oben: Msgr. Cardijn, Gründer der CaJ Darunter: Delegierter von den Philippinen, zwei Delegierte aus Ceylon. Als ich abends zurückkehrte, wurde ich erneut gefragt, ob ich in die Heirat einwilligen wolle. Ich blieb bei meinem Entschluß, ins Kloster zu gehen. Da war die Geduld meiner Mutter zu Ende. Meine Eltern banden mich auf eine am Boden liegende Leiter, verhüllten mein Gesicht und entblößten meinen Rücken. Und nun schlugen meine Mutter und mein Vater eine ganze Stunde abwechselnd auf mich ein. Ein paarmal setzten sie vor Ermüdung aus. Nur die ersten zehn Minuten lang fühlte ich die Schläge. Meine Mutter streute Salz auf die blutigen Striemen und rieb es in die offenen Wunden. Meine jüngeren Geschwister weinten laut in der Hütte. Nach dieser Folterung wurde ich losgebunden, und da ich nicht mehr stehen konnte, mußte ich ins Haus getragen werden. Auf der Schlafmatte sollte ich darüber nachdenken, ob ich nun den Eitern gehorchen wollte. Meine Mutter äußerte, ich hätte nun auf diese Strafe hin meine Einstellung geändert und würde nun doch heiraten. Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen. Am nächsten Morgen ging ich zu meiner Arbeitgeberin, die zwei Pflegeschwestern holte. Sie kurierten mich zwei Wochen lang. Ich ging dann nicht mehr heim, sondern eilte unter den Schutzmantel der Unbefleckten nach Gien Cowie. Meine Arbeitgeberin zahlte die Fahrt. „Hast du deiner Mutter vergeben?" fragte ich. „Schon lange", antwortete Schwester Carmel. . Ich weiß, wie grausam die schwarzen Eltern sein können, wenn es um die Heirat ihrer Töchter geht. Das Mädchen hat überhaupt nichts zu sagen. Alle Abmachungen werden zwischen den Eltern und dem Bräutigam oder dessen Eltern getroffen. Das Christentum muß auch hier die menschlichen Rechte des Mädchens und der Frau erkämpfen und beschützen. Spielen sich ähnliche Tragödien nicht manchmal auch in christlichen Ländern ab, wo „gut katholische" Eltern ihrer Tochter den Eintritt in den Ordensstand verweigern oder erschweren? Das katholische Afrika kommt zu uns Links oben: Am Weltkongreß der CAJ in Rom nahmen auch diese beiden Delegierten aus Ruanda-Urundi teil. Rechts oben: Immer mehr Christen aus den Missionsländern besuchen die Heiligtümer des Abendlandes. Diese beiden Afrika-nerinnen von der Elfenbeinküste machten mit ihren Familien eine Pilgerreise durch Belgien, Frankreich und Italien. Links Mitte: Ein Jungarbeiter aus Belgisch-Kongo zeigt das Banner der CAJ von Leopoldville. Rechts Mitte: Einer der Höhepunkte der Pilgerreise war der Besuch von Assisi. Links unten: ln der Mitte eine Delegierte aus den USA, zu ihrer Linken ein Vertreter aus Johannesburg, Südafrika, hinter ihr ein Vertreter ans Nigerien. Die Reden wurden gleichzeitig in mehreren Sprachen übertragen. Rechts unten; Die europäischen Christen, so auch dieser Bischof, nahmen sich der Pilger liebevoll an. Unten Mitte: Eine Vinzentinerin sorgt für die hungrigen Wallfahrer. Werden und Wachsen einer Missionsstation Von P. Günter B r o s i g Die Missionsstationen sind die Brennpunkte der Bekehrungsarbeit in den einzelnen Missionsgebieten. Klein und armselig ist meist der Anfang eines solchen Missionsmittelpunktes. Aber im Lauf der Jahre mehrt sich die Zahl dei Neuchristen. Die Station wird immer mehr ausgebaut, Außenposten werden gegründet, und mit der Zeit entwickelt sich die Missionsstation zu einer Missionspfarrei, manche wird gar Sitz eines Bischofs. Im folgenden will ich versuchen, die Entstehung und Entwicklung unserer Station Gien Cowie im Sekukuniland, Diözese Lydenburg, Südafrika, zu schildern. Angaben und Aufzeichnungen älterer Mitbrüder sowie das Tagebuch der Station leisten mir dabei wertvolle Hilfe. Vorgeschichte Fünf Jahre waren die „Missionare Söhne des Hist. Herzens Jesu" in der damaligen Apostolischen Präfektur Lydenburg, als man sich entschloß, inmitten des volkreichen Stammes der Bapedi eine Missionsstation zu gründen. Im Anfang des Jahres 1929 erwarb der damalige Apostolische Präfekt Msgr. Alois Mohn vom deutschstämmigen Farmer Kuhlmann etwa ein Drittel der großen Farm Morgenzon, dem der Mann zu Ehren seiner Gattin, einer Schottin und geborenen Cowie, den Namen Gien Cowie, Cowietal, gegeben hatte. Diese neue Missionsfarm liegt 115 Kilometer nordwestlich Lydenburg und ist etwa 856 Hektar groß. Hier waren seit mehr als 70 Jahren lutherische Missionare von der Berliner Mission tätig. Bereits vor 1860 hatte die Berliner Mission unter Merensky in den Tagen des Pedi-Fürsten Sekwati ihre Tätigkeit begonnen, wurde aber von dessen Nachfolger Sekukuni I. 1864 des Landes verwiesen. Der Missionar Winter von der gleichen Gesellschaft nahm 1880 die Missionsarbeit von neuem auf, ging aber später eigene Wege, indem er 1892 eine eigene „Bapedi-Lutherische Kirche" gründete. Seine Vorgesetzten sandten daher einen anderen Missionar, der sich in Lobethal niederließ. Am 7. März 1921 starb Winter auf der Farm Mecklenburg nach 41 jährigem Aufenthalt in Südafrika. Er war stets in enger Fühlung mit den Großen unter den Bapedi geblieben. Häufig diente er der Regierung als Dolmetscher. Er war stets ein unabhängiger Charakter und hat durch seinen Einfluß viel beigetragen zur Gestaltung der Verhältnisse im Sekukuniland. Nach seinem Tode begannen die Bapedi-Lutheraner unter sich zu streiten, was ihren weiteren Fortschritt sehr hemmte. Um 1907 begannen die Wesleyaner ihre Missionstätigkeit unter den Bapedi. 1921 gründeten die Anglikaner eine „Ärztliche Mission", „Jane Furse Memorial Hospital" genannt. 1927 ließ sich die Holländisch-Reformierte Kirche in Moviplaats nieder. Pionierarbeit Als unsere Missionare am 10. April 1929 Gien Cowie bezogen, fanden sie ein bescheidenes Farmhaus vor, an das zwei kleine Rundhütten angebaut waren, sowie eine freistehende große Rundhütte, die zunächst als Kapelle diente; ferner ein winziges Häuschen aus Lehm und einen Schuppen mit Blechdach. Der Leiter der neuen Station war P. Matthias Raffeiner, dem P. Josef Brandmaier sowie die Brüder Andreas Schwingshack 1, Xaver Dorn und Albert H i 1 m e r zur Seite standen. Nach drei Wochen trafen die Loretto-schwestern Rosario, Consiglio und Rita ein. Die Missionare machten sich alsbald an die Arbeit. Die Patres bemühten sich um die Erlernung der ihnen unbekannten Sepedisprache, die Brüder besorgten das Vieh und bereiteten die Felder für die kommende Saatzeit vor. Die Bapedi wohnen vorzugsweise am Fuße und an den Hängen der granitenen Hügelreihen ihres Landes. Diese nicht Kirchlein in Gien Cowie leicht zugänglichen Steinhügel mußten ihnen in unsicheren Zeitläuften oft als Zufluchtsort dienen. Ihre umfangreichen Gehöfte liegen vereinzelt und sind sehr, sorgfältig abgezäunt durch Knüppelverhaue, Rohrmatten, Lehmwände oder auch durch lebende Hecken aus stacheligen Feigenkakteen oder spitzblättrigen Agaven. Die Bapedi sind Ackerbauer und Viehzüchter zugleich. Die meiste Feldarbeit wird von den Frauen geleistet, während sich die Männer um das Vieh kümmern. Seit etwa 80 Jahren sind Pflüge im Gebrauch. Angebaut werden Mais, Negerhirse, Erdnüsse, Bohnen, Kürbisse, Wassermelonen und Zuckerrohr. Das Getreide wird in großen, geflochtenen Körben aufbewahrt. Die Zahl der Bapedi wird auf über 100 000 geschätzt, ihr Stammesgebiet auf 6700 qkm. Ende 1930 kamen die Brüder Ludwig Brand, August C a g o 1 und Xaver Vogel nach Gien Cowie. Br. Brand übernahm die Farmarbeit, die beiden andern Brüder bauten ein Kirchlein aus Holz und Blech. Anfang 1931 kam noch Br. Valentin Poznič dazu. Kirchweihe Am 31. Mai 1931, Dreifaltigkeitssonntag, wurde das Kirchlein zu Ehren der Rosenkranzkönigin eingeweiht. Das war die erste kirchliche Feier, mit der die Missionare an die Öffentlichkeit traten. Die Eingeborenen fanden sich sehr zahlreich dazu ein. Kurz nach 10.00 Uhr Krankenhaus in Gien Cowie, zu Ehren der ersten Krankenschwester dieser Station nach der hl. Rita genannt. Die beiden Ärzte führen jährlich etwa 1000 leichte und schwere Operationen durch. begann die Weihe des noch menschenleeren Gotteshauses; eine Predigt an die vor dem Kirchlein versammelten Eingeborenen folgte. Der sprachkundige P. Brandmaier bestieg zu diesem Zweck eine Kiste und legte den Leuten in warmen, leicht verständlichen Worten die Beziehungen des Menschengeschlechtes zu Gott, zu dessen Dienste das Kirchlein errichtet worden sei, dar. Dann zogen alle ins Gotteshaus ein, in dem ein feierliches Hochamt gehalten wurde. Zur Erhöhung der Feier waren aus Maria Trost zwei Patres erschienen, während vier Lorettoschwestern den Chor bildeten. Da knieten und kauerten die dunkelhäutigen Bapedi jeden Alters auf dem reinlichen Fußboden und waren ganz Auge und Ohr und Nase für Kerzenlicht und Gewänderglanz, für Gesang und Weihrauchduft. Nach der kirchlichen Feier mußte auch der Magen zu seinem Rechte kommen. Eine an Jahren vorgerückte Kuh war am Vortag geschlachtet worden und bildete nun, zusammen mit Maisbrei, den Festschmaus. Im Oktober des gleichen Jahres brach auf der Farm ein Feuer aus, dem trotz angestrengter Löscharbeiten ein Teil der Waldungen zum Opfer fiel, was einen Schaden von 11000 Mark bedeutete. Gien Cowie ist weit und breit die baumreichste Farm, denn der frühere Besitzer war ein großer Baumliebhaber und hatte große Bestände von Kiefern und Eukalyptusbäumen angepflanzt. In der Folge wurden auch von der Mission jährlich einige Tausend junge Bäume gepflanzt. Weiterer Ausbau Von allem Anfang an hatte sich Schwester Rita der Krankenpflege gewidmet. Begabt mit großem Geschick und erfüllt von Hingabe an die leidende Menschheit, war sie den Eingeborenen bald eine geschätzte Helferin in ihren Krankheiten und Leiden. Es entstand ein winziges Krankenhaus mit einigen Betten, das bald vergrößert werden mußte. Das Jahr 1933 brachte im Mai die erste Taufe, die einem größeren Schulmädchen gespendet wurde. Es brachte auch die erste Fronleichnamsprozession. Im August wurde mit dem Bau zweier Schulen begonnen: die eine in Gien Cowie, die andere auf dem 13 Kilometer östlich gelegenen Außenposten Tweefontein. Im November verheerten riesige Schwärme von Wanderheuschrecken das Sekukuni-land und fraßen auch die Bohnenfelder der Mission kahl, ein empfindlicher Schaden für die schmale Missionskasse. Am Vorabend des Weihnachtsfestes fand die erste größere Tauffeier statt, bei der fünf Erwachsene und ein Kind in die Kirche aufgenommen wurden. Vier der Erwachsenen waren vorher Lutheraner gewesen. Im Januar 1934 richtete ein schwerer Hagelsturm auf der Missionsfarm großen Schaden an. Von Ende Februar an erhielt das kleine Krankenhaus von Gien Cowie den monatlichen Besuch des am Jane Furse Hospital angestellten katholischen Arztes Dr. Aymard. Am Osterfest wurden 9 Taufen gespendet: sieben an ehemalige Protestanten, zwei an Heiden. Im April wurde die Schule fertiggestellt und konnte ihrer Bestimmung übergeben werden. Sie wurde im Lauf der Jahre immer mehr ausgebaut und hat heute etwa 500 Schüler und Schülerinnen, die von zahlreichen Lehrkräften unterrichtet werden. Im Juni kam P. Franz Bratina an. Am 10. August verfinsterte sich die Sonne vollständig, eine Erscheinung, die die zum Aberglauben geneigten Schwarzen mit Furcht und Schrecken erfüllte. Am 22. September brachte der Apostol. Präfekt Msgr. Alois Mohn einen hohen Besuch nach Gien Cowie mit. Es war der Generalgouverneur und Vertreter des englischen Königs, der Earl of Clarendon mit Gemahlin und erwachsenem Sohn. Msgr. Mohn hielt eine Begrüßungsansprache, auf die der Generalgouverneur antwortete. Daran schloß sich die Besichtigung der Schule und der Handarbeiten der Schülerinnen an. Der hohe Gast zeigte sich sehr zufrieden und gewährte den Schülern einen schulfreien Tag. Am 13. November holte der Herr unsern Mitbruder Br. Andreas Schwings-hackl zu sich. Er verunglückte in einer Weise, daß er ins acht Meilen entfernte Zwei Missionsveteranen Br. Alexander Z y g a n (links) ist das älteste Mitglied unserer Kongregation. Vor bald 93 Jahren wurde er ln Biskupitz, Oberschlesien, geboren und erlernte das Schmiedehandwerk. Von 1894 bis 1923 arbeitete er als Missionsbruder in Ägypten und im Sudan, seit 1924 hilft er arbeitend und betend unsern Missionaren in Südafrika. — Br. August Cagol (rechts), geboren im März 1879 in Darfeld, Westfalen, wirkte von 1904 bis 1921 im Sudan, besonders als Begleiter des Bischofs Geyer von Khartum. Seit 1925 arbeitet er in Südafrika als Gärtner, Schriftsteller, Architekt. Krankenhaus gebracht und operiert werden mußte. Tag und Nacht wachte einer der Mitbrüder an seinem Bett, und täglich wurde ihm die hl. Kommunion gereicht. Einen Monat nach der Operation wurde Br. Andreas nach Lydenburg gebracht, um hier etwas zu rasten und dann nach Johannesburg zur Durchleuchtung weiterzufahren. Doch kam bald die Nachricht, daß er am Fest des hl. Stanislaus, den unsere Novizen als ihren besonderen Patron verehren, von uns gegangen ist. Unterricht Am 26. Oktober spendete der Apostol. Präfekt zum ersten Mal die heilige Firmung an unsere Neuchristen. Am 27. November kam P. Richard Habicher nach Gien Cowie. Beim Regierungsvertreter in Nebo fand eine Ausstellung von Arbeiten und Erzeugnissen der Eingeborenen statt: Lanzen, Schilde, Keulen, Felle, Geweihe, geschnitzte Spazier- stöcke, Mehl, Maisbrei, Negerbier. Unsere Station beteiligte sich nur am Wettbewerb in Näharbeiten und gewann darin den ersten Preis. Am Beginn des Jahres 1935 wurde die Außenschule in Tweefontein eröffnet. Auch der Regierungsvertreter Grobler fand sich ein und hielt eine aufmunternde Rede. Der Häuptling Takudi Ma-laka brachte dieser Sache sehr großes Wohlwollen entgegen. Diese Schule entwickelte sich in der Folge sehr gut und zählt gegenwärtig über 100 Kinder. An Ostern erhielten sechs Katechu-menen die Taufe. Im Mai wurde P. Bratina Oberer der Station und begann sogleich mit dem Bau eines Wohnhauses mit sechs Zimmern. Am 22. Juli kamen drei liebe Besucher: Bischof Mey-sing von Kimberley, Msgr. Alois Lang vom Ludwig-Missions-Verein München und ein anderer Priester aus Bayern. (Fortsetzung folgt) Monika (links), die erste Katholikin von Eens-gevonden, und Blandina, noch Glaubensschülerin, sind zum ersten Male in der Stadt (Wit-bank). Kleider und Schuhe sind geborgt Sie ist noch Heidin, kommt aber an den Sonntagen öfters mit in die Kirche. So besteht Hoffnung, daß sie sich bald ins Katechumenat aufnehmen läßt. Schulwesen auf Maria Trost Die Missionsstation Maria Trost, unweit des Burenstädtchens Lydenburg, wurde im Jahre 1924 vom damaligen Apostolischen Präfekten Daniel Kaue-z o r gegründet. Im Lauf der Jahre wurde sie immer mehr ausgebaut. Ihre große Bedeutung liegt vor allem auf dem Gebiet des Schulwesens. P. Ludwig Engelhardt, der derzeitige Leiter der Station, schreibt: Wir haben hier eine Primary- und eine Secondary-Schule (eine Volks- und eine Mittelschule) mit zusammen 300 Schülern. Davon wohnen etwa 170 auf der Station. An der Volkschule unterrichten drei Lehrer, zwei Leherinnen und eine schwarze Schwester; an der Mittelschule zwei Weltpriester, eine Lehrerin und ein Lehrer (Schwarze). Außerdem haben wir noch eine Schule in Nooitgedacht mit einem Lehrer und zwei Lehrerinnen und ungefähr 100 Kindern. Die andere Außenschule ist Spekboom mit 90 Kindern, die von einem Ehepaar unterrichtet werden. Habe zur Zeit ziemliche Geldsorgen. Da die Regierung nur noch 25 Prozent der Lehrergehälter zahlt und der Bischof auch nur einen Teil des verbleibenden Restes zur Verfügung stellen kann, ist die Station durch ihre Schulen schweren finanziellen Belastungen ausgesetzt. Wie wir durchkommen wollen, weiß ich heute noch nicht, da wir außerdem seit Januar infolge einer schlechten Ernte pro Tag eineinhalb Sack Maismehl kaufen müssen. Das gab es noch nie in der Geschichte der Station. Wir fürchten, daß bis Ende des Jahres unser Schülerheim geschlossen wird. Das würde Rückgang der Schule bedeuten, und Maria Trost verlöre seine Bedeutung und Berühmtheit. Seit 1937 gibt es die Genossenschaft der Internationalen Frauenhelferinnen, die gegenwärtig 200 Mitglieder zählt. Sie wirken vor allem auch in den Missionen. Auf dem Bild gibt eine Helferin in Belgisch - Kongo Religionsunterricht. Laienapostolat in der Mission Ein Wort zur Verwendung der Katechisten. Asien und Afrika zählen auf eineinhalb Milliarden Einwohner etwa 25 Millionen Katholiken mit 20 000 bis 25 000 Priestern und 74 000 Katechisten. Wenn man dieser Zahl die Lehrer hinzufügt, die häufig schon die besten Katechisten sind, kommt man auf 160 000. Der Katechet stellt vielleicht den klassischsten Fall des Laienapostolats dar, und zwar aus der Natur seines Berufes selber und weil er den Priestermangel ergänzt. Man schätzt, unter den Afrikamissionaren wenigstens, daß ein Missionar mit sechs Katechisten mehr erreicht als sieben Missionare: der zuständige Katechist arbeitet tatsächlich in einem ihm vertrauten Milieu, dessen Sprache und Sitten er gut kennt. Er gewinnt mit den einzelnen sehr viel leichter Kontakt als ein fremder Missionar. Die Katechisten sind also einheimische Laienapostel. Aber es gibt auch ein Apostolat der Laien und der Laienhelfer in der Auslandsmission. Ärzte, Ingenieure, Handwerker der verschiedenen Berufe möchten in den Missionen die Arbeit der Priester durch ihr Beispiel und ihre Berufstätigkeit unterstützen, vor allem zur Ausbildung der Einheimischen. Gleichzeitig mit der beruflichen Ausbildung oder nach ihr sollen sie aber eine geistige Bildung im Blick auf ihre Missionsarbeit erfahren. Es gibt gegenwärtig ein Dutzend solcher Bewegungen und Werke, die in einem Generalsekretariat in Mailand koordiniert sind. Aber die missionarische Laienschaft ist erst noch am Anfang ihrer Ausbreitung, und sie kann im übrigen immer auch nur eine Elite aufnehmen Pius XII. Südafrikas Missionsschulen in Gefahr Wenn im Dezember dieses' Jahres die bisherige Unterstützung der Missionsschulen durch die Regierung zu Ende geht, sieht sich die katholische Kirche der Südafrikanischen Union vor die Aufgabe gestellt, ohne jede staatliche Beihilfe 122 000 afrikanische Kinder zu erziehen und 370 Schulen zu unterhalten. Die Bischöfe haben in den letzten Jahren mit großem Nachdruck und mit außerordentlichem Erfolg die Gläubigen aufge-rufen, die Mittel zur Weiterfühlung der katholischen Missionsschulen bereitzustellen1, und auch aus dem Ausland, so aus Deutschland, gingen namhafte Beträge ein. Dennoch mußte der Sekretär des Missionsschulwesens kürzlich in Durban zugeben, daß die Schulen für die Kirche nun eine sehr drückende finanzielle Last darstelten werden. „Aber wir haben das Vertrauen, daß wir die' Schuten vier oder fünf Jahre halben können. Dann — mim, Gott hat1 in der Vergangenheit gesorgt und er wird sicher auch in dler Zukunft sorgen." überall wurden aus den Eltern der Schulkinder Komitees gebildet, denen die Fortführung der Schulen und die Aufbringung der Mittel obliegen wird. Weihnachten in Johannesburg In der Johannesburger Zeitung „Sunday Times" vom 23. Dezember 1956 schildert James Brown die Szenen, die sich in der Weihnachtsnacht des Jahres 1955 in einem Krankenhaus für Nichteuropäer in Johannensburg abspielten und die sich Jahr für Jahr in ähnlicher oder noch schlimmerer Weise wiederholen. Der Artikel, den uns P. Josef Anger er übersetzt und zugesandt hat, ist überschrieben mit „Die Zeit des Mor-dens ist wieder da". Es ist 8.00 Uhr morgens am heiligen Weihnachtsfest. Von den unübersehbar weit sich ausdehnenden Stadtgebieten (Townships) der Eingeborenen her erklingen Kirchenglocken. Die Sonne steht schon hoch am Himmel, hell und heiß. Wir wollen sehen, wie dieses Fest in einem Krankenhaus begangen wird, dem mit anderen die Sorge für die Kranken der rund 300000 Nichteuropäer Johannesburgs obliegt. Eben verlassen Gruppen von übermüdeten Ärzten das Krankenhaus und atmen erleichtert auf in der frischen Luft. Sie werden von anderen Gruppen von Ärzten abgelöst. Die ersteren haben die ganze Nacht ununterbrochen in drei Operationssälen gearbeitet. Seit 19.00 Uhr des vorausgehenden Abends standen sie unter dem grellen Licht der über den Operationstischen hängenden Bogenlampen, 13 lange Stunden anstrengender, schwieriger und widerlicher Arbeit. Nahezu 200 Fälle waren am Heiligen Abend eingeliefert worden. Der tolle Belustigungstaumel, der jährlich Delegatur Südafrika: Im Bereich der Südafrikanischen Delegatar (Südafrikanische Union, Südwestafrika, Basutoland, Swaziland, Betschuanaland und Südrhodiesien) gab es 1956 über 1,2 Millionen Katholiken, die sich wie folgt auf die einzelnen Bevölkerungsgruppen verteilen: Schwarze 966 256 Weiße 142 419 Farbige 92 611 Inder 6 255 um diese Zeit Unmassen von afrikanischen Eingeborenen ergreift und unvermeidlich mit Mord und Verbrechen verbunden ist, hat seinen Anfang genommen. Die führenden Polizeibeamten zuk-ken nur hilflos die Achseln und sprechen es unumwunden aus: „Was können wir dagegen tun? Um diese Zeit werden diese Leute einfach verrückt. Am besten ist's, man läßt sie sich einfach austoben." Im Eintragsbuch der zur Behandlung zugelassenen Unfallopfer waren schon fünf Seiten in roter Tinte ausgefüllt. Bei den meisten war die Bemerkung zu lesen: Von unbekannten Männern angegriffen. Schon eine Woche zuvor hatte die Krankenhausleitung die Säle von den Insassen räumen lassen, deren weitere Behandlung ohne Gefahr auf später verschoben werden konnte, wie man in Kriegszeiten die Feldlazarette zu räumen pflegt, wenn ein größerer Angriff bevorsteht. Kurz nach Anbruch der Dunkelheit am Heiligen Abend trafen die ersten Opfer ein. Weit und breit im Bereich der eingeborenen Ansiedler war es stockfinster. Die Trinkgelage hinter verschlossenen Türen waren bereits in vollem Gange. Trinken ohne Maß, und zwar von schwerberauschenden Getränken, bis zur häßlichen Betrunkenheit führte zu wüsten Ausschreitungen. Die eingelieferten Patienten weisen schwere Wunden auf: den Kopf eingeschlagen, eine tiefe Wunde über dem Auge, verursacht von einem Ziegel- Zahl der Katholiken Die Diözese Maseru in Basutoland hat mit 159 200 schwarzen und nur 66 weißen die meisten Katholiken. Dann folgt M a -riannhill mit 131 673 schwarzen und 2639 Katholiken anderer Rassen. Wenn die Diözese Johannesburg (die Stadt allein zählt eine Million Einwohner) mit 46 000 die größte Zahl von weißen Katholiken hat, so betragen doch auch hier die afrikanischen Katholiken das Doppelte, nämlich 88 153. In der Südafrikanischen Delegatur arbeiten 1332 Priester sowie 4837 weiße und 1108 afrikanische Schwestern. stein, mehrere Stichwunden in der Brust, bei Rauferei mit großen Messern ein Finger abgeschlagen, ein Ohr nur noch lose am Kopf hängend, ein Gesicht, fast zu Brei getreten, und so fort. Es stellte sich später heraus, daß derartige Patienten nicht nur in einem Krankenhaus eingeliefert wurden, sondern in allen, in denen Nichteuropäer behandelt werden. Ein grauser Hintergrund zum Friedensfest der „trauten Weihnacht". Das ist das fröhliche Weihnachten im Stil der Bewohner der eingeborenen Stadtviertel. Da ist ein junger Mann von 20 Jahren, mit glattem Gesicht, das vom Leben anscheinend noch nicht berührt worden ist. Vor einer Stunde hatte er das Trinkgelage mit dem Mädchen eines andern verlassen. Das kam ihm teuer zu stehen. Auf dem Operationstisch versuchen europäische Ärzte, umgeben von dunkelfarbigen weltlichen Krankenschwestern, aus seinem Kopf eine sieben Zentimeter lange Messerklinge, die am Schädelknochen abgebrochen war, herauszuoperieren. Der ihn überfallen hat, war 16 Jahre alt. Während die Ärzte an der Arbeit sind, fahren Krankenwagen durch die dunklen Straßen. Dabei stoßen sie auch auf einen Mann, der am Leib tiefe Stichwunden aufweist. Er schleppt sich eben zu seiner Behausung. Er wird mitgenommen und ist nur einer aus Dutzenden solcher Fälle. Diese Bauchwunden sind auch deswegen so kompliziert, weil die Eingeweide der Verwundeten mit den im Unmaße genossenen alkoholischen Getränken angefüllt sind und von diesen erst befreit werden müssen, bevor man zur eigentlichen Operation schreiten kann. Um 10.00 Uhr nachts gleicht die Unfallabteilung des Krankenhauses einem Schlachthaus: blutiges Verbandszeug am Boden aufgehäuft, zerrissene Kleider, Ärzte und geschulte Helfer beim Vernähen der Wunden und beim Blutstil'len. Die Patienten betragen sich auffallend still. Sie ertragen die Schmerzen mit stoischer Ruhe. Selbst ein elfjähriger Bub, der eben hereingebracht wird, hält seinen Drang zum Aufschreien zurück. Er war eben auf dem Heimweg von einem Weihnachtssingen, bei dem eine Gruppe junger Leute durch die Straßen zieht und schöne Weiihnachtslieder singt, als Buben, kaum älter als er, in unsinnigem Übermut ihm eine zugespitzte Fahrradspeiche durch den Leib stießen. Der Unglückliche rannte nach Hause, ohne seine Verwundung zu bemerken. Es vergingen vier Stunden, bis die Wunde anfing zu bluten, und zwei weitere Stunden, bis Rotkreuz-Männer ihn in einer finsteren Gasse fanden. Die Untersuchung ergiebt: mehrfache Verletzung' der unteren Eingeweide. Drei Stunden haben die Ärzte mit diesem Fall zu tun. Von Blutübertragung muß reichlich Gebrauch gemacht werden. Die Krankenhausabteilung, die für Blutvorrat zu sorgen hat, fürchtet schon, daß er zur Neige gehe, bevor der Andrang an Patienten, die noch heute und in der kommenden Nacht zu erwarten sind, nachläßt. Von 100 Flaschen sind schon 72 verbraucht. Noch heute, am Weihnachtsfest, muß Platz geschaffen werden für noch zahlreichere schwere Fälle, die in der kommenden Nacht zu erwarten sind. Während Du Dich in der Kirche der Weihnachtsfreude hingibst oder im Kreis der Familie Dich erfreust, sind Dutzende von Ärzten am Operationstisch unermüdlich tätig. Welch ein Gegensatz! So viele mißgeleitete Eingeborene pflegen das liebliche heilige Weihnachtsfest mit Orgien und ausgelassenen Lustbarkeiten zu „feiern", büßen aber dabei Gesundheit oder gar das Leben ein. Viele von ihnen, oft niemand bekannt, liegen dann in den Leichenhäusern. Und das wiederholt sich dann Jahr für Jahr. Was, oder wer, ist schuld an solchem Drama? Soweit die „Sunday Times". Dieser realistische Bericht ist keine angenehme Weihnachtslektüre, zeigt uns aber, wie notwendig es ist, daß auch in diese Massenquartiere und Elendsviertel südafrikanischer Industriestädte die Kunde vom göttlichen Friedensfürsten dringt. Was treiben die Neger zur Winterszeit? Von P. Karl Fischer In Afrika hat man eigentlich nur zwei Jahreszeiten: Sommer und Winter, oder Regenzeit und Trockenzeit. Der Sommer beginnt, wenn es regnet oder regnen sollte. Das geschieht im September oder Oktober. Da beginnt dann das Ackern und die Bestellung der Felder. Wenn die Ernte reif ist und eingebracht wird und der Regen schon wieder aufgehört hat, das ist Juni oder Juli, beginnt der Winter. Man spürt schon die Kälte, wenn das Thermometer auch nur auf 12 Grad fällt. Wenn die Temperatur aber bei Nacht unter null Grad fällt und kalte Winde wehen, dann spricht man schon von Polarkälte, und die Schwarzen (und viele Weiße) hüllen sich in dicke Kleider und warme Decken wie die Eskimos. Das ist unser Winter: bei Tag ganz angenehm warm, falls es windstill ist, bei Nacht ziemlich kühl, und es gibt keinen Regen. Die Maisernte, die Hauptnahrung der Schwarzen und ihr tägliches Brot, ist eingebracht und in die Kornhütte verstaut; Die Mutter plagt sich mit harter Arbeit, während die Tochter — sie besucht eine Oberschule der Mission — sich’s bequem gemacht hat. viele lagern sie noch in tiefen Höhlen im Erdboden. Dürre Kühe und Ochsen, Schafe und Ziegen beißen an den harten Maisstengeln auf den Feldern herum. Die Hirtenbuben haben eine gute Zeit. Sie können ohne Sorge sein, wohin sich ihre Herden zerstreuen. Das Land ist nun Gemeingut und auch das, was noch auf den abgeernteten Feldern steht. Sie haben jetzt Zeit, ihre Spiele zu spielen, auf Vögel und Mäuse Jagd zu machen und sonstige dumme Bubenstreiche auszuführen, ohne Angst, wegen Nachlässigkeit beim Hüten von ihren Vätern verprügelt zu werden. An kalten Tagen, wenn der Südwester von den Schneebergen herunterbläst, wissen sie ein geschütztes Plätzchen, wo sie ums warme Feuer sitzen und ihre Vögel und Mäuse braten und verspeisen. Natürlich sind auch ihre unzertrennlichen Gefährten, die Hunde, dabei. Man kennt die Hirtenbuben nicht auseinander, ob Christ, ob Heide, alle laufen in kurzen, zerrissenen Höschen herum oder nur mit einem Tuchfetzen um die Hüften. Bei ihrem Anblick könnte man wohl singen: „Freiheit, die ich meine, die mein Herz erfüllt ..." Und wo stecken die Männer, die nicht fort sind bei der Arbeit in den Städten und Bergwerken? Zu Hause findet man sie höchst selten. Aber ein weißes Fähnchen auf hoher Stange zeigt an, wo man sie leicht finden kann: beim Biergelage! Man hat jetzt Mai. Man muß die goldene Zeit, die nur einmal im Jahre blüht, gut benützen. Und so wird in den verschiedenen Kralen, bald hier, bald dort, Bier gebraut; die weiße Fahne gibt an, wo es gerade geseiht wird. Damit sind alle eingeladen und erscheinen pünktlich in aller Frühe. (Ach, wenn sie nur auch am Sonntag so pünktlich wären, um zur rechten Zeit in der Kirche zu sein. Da muß man bis 11.00 Uhr und länger warten, obwohl die Glocke schon zwei Stunden vorher das erste Zeichen gibt.) Da hocken sie nun beisammen um den gemeinsamen Bierkrug und tun immer noch einen tiefen Schluck, bis sie Erste Begegnung. P. Neher ist in der Mission angekommen und wird von Bischof Anton Reiterer begrüßt. Der neue Missionar wird an seinem Bischof einen väterlichen Freund und Helfer finden. Wir wünschen ihm, daß er ebenso wie in Milland und Neumarkt nun auch in Maria Trost in der Erziehung der schwarzen Jugend erfolgreich wirken kann. dann am späten Nachmittag auf wackeligen Beinen heimwätrs ihren Hütten zustreben, und wie oft muß mancher in übergroßer Entzücktheit die Erde küssen ob des guten Tröpfchens, das sie ihm bereitet hat. Die Hütten sind im Winter nicht verlassen, wie es im Sommer meist der Fall ist, wo die Leute auf den Feldern oder im Busch beschäftigt sind; da findet man dann nur die kleinen Kinder unter der Obhut einer Schwester zu Hause. Sie verkriechen sich in der Hütte, sobald sie einen Fremden sich nahen sehen. Nicht so im Winter. Da sind sie zu Hause, die Frauen und Mädchen. Sie sitzen um das Feuerbecken in der Hütte oder in der warmen Sonne vor dem Eingang. Sie sind nicht müßig, sondern jede ist mit irgend einer Handarbeit beschäftigt. An den verschiedenen Grasarten, deren Halme in schönen Reihen in der Nähe der Hütte in der Sonne trocknen, kann man erkennen, daß sie mit Grasflechterei beschäftigt sind. Harte Grasarten, Binsen, Schilfrohr und Palmblätter werden benützt. Was wird daraus geflochten? Alles, was sie im Leben brauchen. So die große Schlafmatte, die ihnen als Bettstatt dient und im Handel sechs bis neun Mark kostet. Auf Reisen dient sie auch als Reisekoffer oder Schlafsack. In ihr tragen sie ihr Bettzeug mit. Dann gibt es die Eßmatte, die aus Grashalmen, geflochten um .Binsen als Rippen, besteht und als Tisch dient. Sie liegt auf dem Boden vor dem Esser. Kommt der Missionar in die Hütte, dann stellt man auf diese Matte eine Teekanne mit Tasse Wir Ministranten von Lyden-burg, Südafrika, sind auf einen Berg geklettert und wünschen Euch über 8000 Kilometer hinweg ein Gnadenreiches Weihnachtsiesi und ein Glückliches neues Jahr Ì958 Besonders herzlich grüßen wir die Ministranten und rufen ihnen zu: Kommt zu uns herüber! * * * * * * * * * * * * * * ¥ * * * ¥ * :* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * ********************************************************** und auch einen richtigen Teller mit gekochtem Huhn. Sie dient auch als Servierbrett; denn die schwarze Hausfrau bringt das Essen nicht mit den bloßen Händen, sondern trägt es auf dieser Eßmatte; auch die Teekanne und die Tasse bringt sie so. Diese Matte dient auch als Teller. Auf ihr wird der Brei gegessen und das geröstete Fleisch zerschnitten. Statt der Gabel nimmt man die Finger. Zum richtigen Mahl gehört auch ein Krug Bier. Die Krüge haben verschiedene Größen. In den ganz großen, die 50 Liter und mehr fassen, wird das Bier zum Gären angesetzt. Die mittleren mit fünf Liter und die kleinen mit einem Liter dienen zum Trinken des Bieres. Alle Töpfe und Krüge haben eine eirunde Form. Das ist auch eine Winterarbeit für die Frauen, solche Krüge herzustellen und abseits im Busch zu brennen. Viele dieser Töpferwaren werden mit geschmackvollen Zeichnungen versehen und um gutes Geld an die Weißen verkauft. Wenn das Bier in den großen Töpfen ausgegoren hat, wird es geseiht. Die Seiher haben die Form einer spitzen Tüte und sind aus einer besonderen Grasart geflochten. Sie kosten eine Mark und werden viel zum Kauf angeboten. Die Einladungsparole zum Biergelage lautet: „Morgen wird in dem und dem Kral ,Bier geseiht’." Das Bier in den kleineren Töpfen gärt vielfach noch weiter. Oder wenn es ausgegoren hat, steigen doch noch einige Hülsen der Körner an die Oberfläche. Zum Abschöpfen dieser Hülsen und anderer unpassender Dinge und des Schaumes benützt man einen Löffel, der auch aus Grashalmen geflochten ist und nicht selten schönen Glasperlenschmuck trägt. Aus Gras, Binsen, Schilfrohr und Palmblättern werden auch verschiedene Körbe und Körbchen gemacht, sogar sehr praktische Handtaschen. Manche weiße Hausfrau findet diese Dinge recht praktisch, besonders die Körbchen und Matten, und verachtet auch eine geschmackvolle Handtasche aus Grashalmen nicht. Br. Anton Rieger P. Karl K r a p f KURZ BERICHTET Am 24. November flog P. General Richard Lechner von Stuttgart/Echterdingen aus über Rom nach Johannesburg (Südafrika), um bei unseren Mitbrüdern in der Diözese Lyden-burg die in den Regeln vorgesehene Visitation zu halten. Als hochwillkommenes Geschenk brachte er den jungen Missionsbruder Anton Rieger mit. Br. Anton Rieger stammt aus Niederalfin-gen, Kreis Aalen, Württemberg. Noviziat und erste Profeß machte er in Josefstal. Seit 1952 wirkte er im Missionshaus Maria Fatima in Unterpremstätten bei Graz. Nach glücklicher Landung in Johannesburg fuhr er alsbald weiter zur Missionsstation Frieden-heim. Auf dieser Sation, die 1947 gegründet wurde, befinden sich eine Kapelle und eine Schule für die eingeborenen Kinder. Von hier aus werden auch die Katholiken vom volkreichen White River und von Plaston betreut. Friedenheim hat mildes Klima, so daß auf der Missionsfarm Südfrüchte für den Verkauf angebaut werden können. Das Missionspersonal besteht nun aus den Patres Z e i f a n g und A n g e r e r und den Brüdern Häring und Anton Rieger. P. Karl Krapf wird im Lauf der nächsten Wochen nach Peru, Südamerika, abreisen, um in diesem priesterarmen Land Seelsorgs- aufgaben zu übernehmen. P. Karl Krapf, geboren in Kleßberg, Diözese Regensburg, machte die theologischen Studien in Bamberg und wurde dort im Jahre 1949 zum Priester geweiht. Seitdem war er in unsern Niederlassungen in Bad Mergentheim, Bamberg und Mellatz tätig. Zwei Drittel des neuen Klerikernoviziates in Mellatz sind seit Anfang Dezember unter Dach. Zu diesem Zweck waren für zwei Wochen vom Missionshaus Josefstal einige „Dachdecker" nach Mellatz gekommen. In der Schreinerei von Josefstal werden gegenwärtig die Fenster für das neue Haus gemacht. Unser Missionsmeßbund „Werk des Erlösers“, seit mehr als fünf Jahrzehnten in Deutschland, Österreich und Südtirol verbreitet, gibt jährlich eine Broschüre mit interessanten Berichten aus unsern Missionen heraus. Sie wird den Mitgliedern des Meßbundes gratis zugesandt. Wer sich oder einen verstorbenen Angehörigen in diesen Meß-bund aufnehmen läßt und den geringen Jahresbeitrag zahlt, leistet damit nicht nur sich selbst bzw. dem Verstorbenen einen Dienst (täglich wird für die Mitglieder eine hl. Messe gelesen; dazu kommen zahlreiche Ablässe), sondern unterstützt auch tatkräftig unsere Missionsarbeit. Unsere Bilder: Münsterschwarzach 1 (Titelbild), Foto Marburg 1, Fides 11, K. Fischer 2, W. Kühner 3, K. Stößer 6, Archiv 5. Ein Werk der chinesischen Künstlerin Monika Liu. Die chinesischen Katholiken fühlen sich in ihrem Leid dem Gotteskind in seiner Not und seinem Verstoßensein von den Menschen zutiefst verbunden. Bethlehem in China