poSInins pIsLsns v gotovini. Nr. 30. Erich eint jeden 1., 10. und 20. 5. (20.) Jahrgang. Organ der Gottscheer Bauernpartei. Bezugspreise: Jugoslawien: ganzjährig 25 Din, halbjährig 12'50 Din. D.-Oesterrenr.: ganzjährig 40 Din, halbjährig 20 — Din. Amerika: 2 50 Dollar. — Einzelne Nummern 1 Dinar Samstag, den 20. Oktober 1923. Briefe ohne Unterschrift werden jnicht berücksichtigt. — Zuschriften werden nicht zurückgestellt. — Berichte sind an die Schristleitung zu senden. — Anzeigen-Aufnahme und -Berechnung bei Herrn Carl Erker in Kočevje. Nationate Selbstbestimmung. Von Dr. Georg Graßl. Unsere Leser werden sich erinnern, daß die Forderung nach nationaler Selbstbestimmung von uns erhoben wurde, noch lange bevor es eine politische Partei der Deutschen in unserem Staate gegeben hat. Vom ersten Augenblicke unseres öffentlichen Auftretens an haben wir uns dafür eingesetzt, daß das mit so großem Wortschwalle als eine der größten Errungenschaften aller Zeiten ausgerufere Selbstbestimmungsrecht vor allein den einzelnen Menschen, in Fragen des Gewissens, zuerkannt werden müsse, wenn anders diesem Schlagworte überhaupt eine ernste Bedeutung bei¬ gemessen werden soll. Wo die Glaubens- und Gewissensfreiheit nicht geachtet wird, kann von einem Selbstbestimmungsrechte keine Rede sein, ja, jede Berufung auf freiheitliche und demokra¬ tische Grundsätze wird hinfällig, wenn das Ge¬ wissen der Staatsangehörigen geknechtet wird. Aus dieser Überzeugung heraus haben wir seit Jahren den Kampf gegen jene unselige Ver¬ ordnung des Unterrichtsministeriums geführt, die den Schulbehörden die Macht gibt, über die Volks¬ zugehörigkeit der Schulkinder selbstherrlich zu ent- scheiden, ohne Befragen, ja gegen den ausgcspro- chenen Willen der Eltern deutsche Kinder in sla¬ wische Schulen zu zwingen. Ein solcher Zwang ist eine Kulturschande, eines in Wahrheit demo¬ kratischen und freiheitlichen Gemeinwesens un- Die Umtaufung der Ortsnamen im Gotpcheer und Neifnitzer GeMe. i. Unter dieser Aufschrift veröffentlichte im „Slo¬ venec" vom 12., 13. und 14. September l. I. Herr Anton Skubic auf einen mit Dr. Planinski gezeichneten Aufsatz „Einige Gedanken über die neuen Ortsnamen" eine Erwiderung, die auch wissenschaftliches Interesse verdient. Für uns Gottscheer ist sie deshalb von Bedeutung, weil darin von slowenischer Seite das erstemal die ob¬ jektive Wissenschaft, aber auch Freude am alt¬ hergebrachten Schatze in Geschichte und Sprache das Wort ergreift, zur Mäßigung rät und vor Übereilungen warnt, die nichts nützen, wohl aber der Geschichte ins Auge schlagen. Herr Skubic wendet sich gegen die bisherige Übung: Über¬ tragungen nach mehr oder weniger Willkür vor- zunehmen und fährt fort: „Der Gegenstand ist von großer kultureller Bedeutung, der allseitiges genaues Studium durch Anthropogeographen, Ethnologen, Linguisten und würdig und wohin er führt, haben wir in Srpski Miletitsch erlebt, wo deutsch-katholische Kinder zum Besuche nicht nur der serbischen Schule, sondern auch der orthodoxen Kirche gezwungen wurden. Der Vergewaltigung des nationalen Gewissens ist die Vergewaltigung des religiösen Gewissens auf dem Fuße gefolgt. Freiheit und Demokratie und Selbstbestimmungsrecht aber sind unter solchen Verhältnissen nur Aushängeschilder, hinter denen sich die schwärzeste Reaktion und der schlimmste nationale Chauvinismus verbergen. Daß dem wirklich so ist, geht auch aus der blinden Einseitigkeit hervor, mit der diese „Ver¬ ordnung" gehandhabt wurde. Die ganze Ahnen¬ reihe der deutschen Schulkinder wurde durchge¬ schnüffelt und wenn der Herr Schuldirektor in irgend einem weit zurückceichenden Gliede auch nur einen Tropfen slawischen Blutes feststellen zu können vermeinte, so wurde das betreffende deutsche Kind unbarmherzig in die slawischen Schulen gesteckt. Aber die Tausenden von deutschen Namensträgern in Kroatien-Slawonien und Slo- wenien, die sich zum südslawischen Volkstume be¬ kennen, bleiben selbstverständlich unbehelligt, — und wir sind damit durchaus einverstanden, denn wir achten die nationale Selbstbestimmung, auch wo sie sich zu unseren Ungunsten geltend macht. Wir wissen, daß bei unseren Siedlungsverhält- nissen Übergänge von einem Volkstum zum an¬ deren unvermeidlich sind, und wir wünschen in einträchtigem Einvernehmen auch mit denjenigen Historiker verdient. Diese Frage kann nicht nur ein Beamter lösen und gingen auch hundert An¬ ordnungen uüd Zuschriften aus, auf die sich Dr. Planinski (Deckname für Bezirkshauptmann Dok¬ tor Ogrin) stützt. Hier muß man die Auffassung aller in Betracht kommenden Wissenschaftler zu Hilfe rufen, welche die Namen auf Grundlage wissenschaftlicher Studien, nicht aber eines über- triebenen Nationalismus und eines rücksichtslosen Eigenwillens behandeln. Richtig sagte Dr. I. Glo- nar: „Abgesehen davon, daß die Erklärung von Orts- und Personennamen eine der schwierigsten sprachwissenschaftlichen Operationen ist, müßte der, welcher mit solchen Namen etwas wissenschaftlich beweist, beide Sprachen kennen." Also in diesem Falle Slowenisch und Deutsch und außerdem noch Gottscheeisch und das mittelalterliche Latein oder besser noch, bei Ortsnamen die Latinisierung, die uns in ihrem Grunde manche Klarheit gibt. Dok¬ tor Planinski warnt den Ausschuß zur Um- acbeitung der Gottscheer Ortsnamen: „Nie svll er dem Italienischen folgen, das im Küstenland und Jnnerkrain an Stelle der slowe¬ nischen Namen italienische schmiedete: Kaäja vas — unserer Staatsgenossen zu leben, die zwar deutsche Namen führen, sich aber zu einem anderen Volks- tum bekennen. Das aber ist nur möglich, wenn jeder Zwang, jeder staatliche und jeder gesell¬ schaftliche Zwang auf diesem heiklen Gebiete auf- hört, und wenn überhaupt das ganze Problem nicht als eine politische Frage aufgefaßt wird, sondern lediglich als das, was es in Wahrheit ist: als eine Frage des modernen Kulturgewissens. Diese Auffassung konsequent vertreten zu haben, ist vor allein ein Verdienst des Schwäbisch-deut- schen Kulturbundes, der bei jedem sich ergebenden Anlasse aus die großen sittlichen und sozialen Ge¬ fahren hinwies, die eine fortgesetzte Knechtung der Gewissen heraufbeschwören mußte. Alle mensch¬ liche Gesittung mußte zuschanden werden, wenn die Eltern auf die seelische und geistige Entwick¬ lung ihrer Kinder nicht mehr in dem Sinne ein- wirken durfien, wie es ihnen ihr eigenes Gewissen bot. Nun endlich scheint sich doch auch an ma߬ gebender Stelle die bessere Einsicht durchgerungen zu haben, denn in einem vor einer öffentlichen Wählerversammlung erstatteten Rechenschaftsbe¬ richte erklärte Herr Abg. Schumacher u. a., der Unterrichtsminister habe jene kulturfeindliche Ver- ordnung zurückgezogen und den Eltern das na- türliche Recht wieder gegeben, selber über die Volkszugehörigkeit ihrer Kinder zu entscheiden und danach auch selber zu bestimmen, was für Schulen diese Kinder besuchen sollen. Das ist jedenfalls ein Fortschritt auf der Bahn der Ge- Cassia, Bistrica — Bisterce usw." Er hat recht! Aber er bedenkt nicht, daß er selbst noch unendlich grausamer ist als diese italienischen Namens- schmiede. So schlägt er für Ober- und Unter- pockstein vor: Gornje in dolnje kozlove skale. Aus diesem Stein hat er einen großen Bock geschossen, da für Ansiedlungen nie skala für „Stein" ge¬ braucht wird, sondern nur peä. Auch kozelj be- deutet einen anderen Bock, srnjak — Rehbock wäre richtig. Dr. Planinski verlangt, daß besonders aus slowenischen Gegenden die Ortsnamen ent¬ fernt werden, die Halbwegs nach dem Deutschen riechen. „Solche Ortsnamen haben wir nicht nur im geschlossenen deutschen Gebiete, sondern auch in vollkommen slowenischen Gemeinden (Graben, Ridelj, ätujer).. Sie sind nur unangenehme Über¬ bleibsel unserer traurigen Vergangenheit." — Herr Doktor, Geschichte ist Geschichte, sei sie froh oder traurig. Wie sie ist, so ist sie! Nach jenem Grund- satze müßten wir alle Blätter unserer traurigen Vergangenheit aus den Büchern reißen, dann aber sind sie nicht mehr Geschichtsbücher. Und gerade in den Ortsnamen liegt soviel unserer Geschichte. Gerade diese Namen find oft eine Seite 118. Gotrscheer Zeitung — Nr. 30. Jahrgang V. siitung, aber auch ein Fortschritt guf der Bahn gegenseitiger Verständigung der die gleiche Scholle bewohnenden Völker. Indem wir unserer Genug- tuung über diese Verfügung Ausdruck geben, möch¬ ten wir auch unseren Abgeordneten danken, deren festem Auftreten dieser Erfolg zu verdanken ist. Wir werden es uns angelegen sein lassen, auch den Wortlaut dieser Verordnung in Erfahrung zu bringen, um ihn der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Wenn aber dieser Fortschritt nicht nur auf dem Papiere bleiben soll, so ist es notwendig, daß die Eltern national vergewaltigter Kinder sich melden und alle jene deutschen Kinder zur Anzeige bringen, welche gegen ihren Willen in slawische Schulen gezwungen wurden. Sache der Führung wird es dann sein, an zuständiger Stelle Abhilfe zu fordern. Der Innenminister gegen -en Terror. Der Herr Innenminister hat am 4. Oktober eine Verordnung erlassen, die an die Gebietsver¬ waltungen und an alle Obergespanschaften er¬ gangen ist. Sie lautet: „Aus mehreren Fällen habe ich ersehen, daß einzelne Mitglieder nationaler Organisationen unsere Staatsbürger, die nationalen Minderheiten angehören, provozieren und sogar physisch an« sollen. Sie tun das deshalb, weil sie angeblich finden, daß diese unsere Staatsbürger nicht loy¬ ale und ordentliche Bürger gegenüber dem Staate sind. Durch die Landesverfassung und die Gesetze, sowie durch internationale Verträge ist allen Mit¬ gliedern nationaler Minderheiten, die auf ordent¬ lichem Wege unsere Staatsbürger geworden sind, die volle und gleichberechtigte Freiheit garantiert, weshalb diese Überfälle grobe Gewalt sind und in einem Rechtsstaate nicht zugelassen werden dürfen. Um so weniger, als sie nicht der Weg und die Art zur Verbreitung des Nationalbe¬ wußtseins sind, noch sein können. Wenn einer unserer Staatsbürger illoyal ge¬ genüber dem Staate ist,, dann sind die ordent¬ lichen Staatsbehörden da, die gegen solche Per¬ sonen gesetzliche Maßregeln ergreifen werden, weil sie allein berufen sind, das zu tun, niemals aber unverantwortliche Mitglieder der genannten Or¬ ganisationen. Deshalb befehle ich allen Behörden, die mir unterstehen, auf das ernstlichste, solche Überfälle in keinem Falle zuzulassen; wenn sie sich trotzdem ereignen, haben sie gegen die Schuldigen sofort und strenge nach dem Gesetze vorzugehen, weil die Mitglieder nationaler Organisationen ihre reiche Quelle für die Heimatgeschichte. Wo wir keine andere Quelle haben, gibt uns oft der Orts- name Klarheit. Eine mehr als halbtau- sendjährige Geschichte darf man nicht nach den heutigen Verhältnissen beur- teilen. Wer den alten Schloßherren, die über Gottschee und Reifnitz geherrscht haben, alle Ver¬ dienste um die Kultur abspräche, würde der Ge¬ schichte Unrecht tun. Die Geschichte und die sprach¬ liche Entwicklung gehen ihren Weg, der keine Vergewaltigung duldet. Daher ist es mir unver¬ ständlich, warum Namen wie ValpLa vas (Amt¬ mannsdorf bei Semi?) verändert werden sollten, wo doch jeder Slowene und unsere Vorfahren auch ost fühlten, was valpet (— Waldbote, eigent¬ lich Förster, sonst Schaffer) ist! Fröhlich war das nicht, aber es war und der Name sagt uns, wie es war. Warum sollte sich der Name ätajer (Steirer) verwandeln, wo es doch die geschichtliche Handlung bezeichnet, daß sich dort der deutsche Steirer ansiedelte? Warum sollte der Name Čolnarji verändert werden, wenn er bezeichnet, daß dort der Zoll eingehoben wurde, was wir alle kennen, auch in heutigen Zeiten? Wie wollt Aufgabe einzig und allein auf legalem Wege, niemals aber mit Terror und auf eine durch die Gesetze nicht zugelassene Art nachgehen können. Ausreden, daß im gegebenen Falle die Schuldigen nicht ausgeforscht werden können, werde ich als absichtliche Unterlassung der Erfüllung ihrer Pflicht von Seite der betreffenden Organe und als Un¬ fähigkeit für den Polizei- und Verwaltungsdienst betrachten. Ich werde gegen sie ohne jede Rück¬ sicht die strengsten gesetzlichen Maßregeln ergreifen. Ebenso werde ich gegen alle jene Bezirks-, Kreis-, Komitats- und Provinzvorsteher vorgehen, die es zulassen, daß in ihren Sprengel» anti¬ staatliche Elemente gegen den Staat und seine Einheit arbeiten. Ich verlange, daß sie gegen solche Personen im Falle eines Deliktes sofort und streng nach dem Gesetze vorgehen. Wenn die Organe der Polizeibehörden sowohl in einem wie in anderem Falle treu, energisch und streng nach dem Gesetze vorgehen, werden auch die Ursachen weggeräumt, durch welche die Gewalttaten und Ausfälle provoziert werden, von denen hier die Rede ist, und die Staatsinteressen werden vor zersetzenden Elementen geschützt sein." Bericht über -ie Tätigkeit des Schwä¬ bisch-deutschen Kulturbundes. (Fortsetzung.) Ein deutscher Dichter unserer Tage, Friedrich Lienhard, bezeichnet es als Sendung des deut- schen Volkes, Kraft und Liebe zugleich zu sein. Und in der Tat: Kraft und Liebe! Darauf kommt es an. Die Kraft der Selbstbehauptung und die Liebe zu allem, was Menschenantlitz trägt. Diese beide müssen uns durchdringen und erwärmen, wenn wir unseren Platz behaupten und unsere Aufgabe erfüllen wollen. Darum hat der Kultur- bund von allem Anbeginne an seine Versamm¬ lungen und Beratungen unter Gottes freiem Himmel abgehalten, jedermann willkommen hei¬ ßend, der sich ihm reinen Herzens naht. Die Kraft des guten Gewissens und die Liebe zu un¬ serem angestammten deutschen Volke brauchen sich nicht zu verstecken, und was wir anstreben, ist nichts anderes als das volle Ausmaß kultureller und wirtschaftlicher Bewegungsfreiheit, welche die Gesetze allen Bürgern dieses Staates verheißen. Das Ortsgruppeunetz hat eine wesentliche Be¬ reicherung in dem Berichtsjahre nicht erfahren, da äußere Umstände es nicht gestatteten, die dem Kulturbunde noch nicht angeschlossenen, von Deut- schen bewohnten Gemeinden aufzusuchen und über unsere Ziele und Bestrebungen aufzuklären. Ihr ätajer in Slrnica umtaufen, wenn doch nie¬ mand für diesen Ort diesen Namen gebrauchte? Noch schlimmer aber ist, daß Herr Dr. Pla¬ ninski berichtet, daß er mit einigen Ortsfaktoren zusammenkam, die er zur Taufe als Paten lud. Und sie veränderten Čolnarji in Podgorica, Po¬ den (Boden) in Miklavčevo, Graben in Planina. Was hat Graben mit Planina (Alpe) gemeinsam? Warum sagt ihr zum Berge nicht Tal und zur Feige nicht Birne? Nova 8tista (Maria Neustift), das in Nova cerkev umgetauft werden soll, wird Nova ötifta bleiben, wenn alle Umtäufer schon sehr alt sein werden. Die Faktoren, welche die Namen neu fest¬ setzen wollen, warnt Herr Skubic vor einigen von Dr. Ogrin vorgeschlagenen Grundsätzen. Daß Matrikelbücher und Archive herangezogen werden sollen, daß Geistliche und Lehrer mithelfen müßten, das Volk nach uralten Bezeichnungen zu befragen, das findet er in Ordnung, aber gegen eine Über« tragung slowenischer Bezeichnungen von auswärts her, stellt er sich. Die ganze Kulturwelt müßte darüber lachen. Einer solchen Manier bedienten sich nicht einmal die Italiener. Was hätte Herr Immerhin haben wir sehr erfreuliche Neugrün¬ dungen zu verzeichnen: Kikinda im Banate, To- varisevo, Obrovac, Bukin, Bezdan und Kolut in der Balschka und an 20 Gemeinden haben bereits ihre Bereitwilligkeit zum Anschlüsse ausgesprochen, der, will's Gott, noch in diesem Herbste auch vollzogen werden wird. Insgesamt zählt der Kul¬ turbund 111 Ortsgruppen mit ungefähr 42.000 Mitgliedern. Gewiß eine achtunggebietende Or» ganisation, aber im Grunde genommen noch immer viel zu schwach im Verhältnisse zu unserer Seelen¬ zahl, die wir ;a ohne Übertreibung auf nicht viel weniger als dreiviertel Millionen veranschlagen dürfen. Hier muß also der Hebel angesetzt werden, die Werbetätigkeit darf nicht aussetzen, bis der letzte deutsche Mann und die letzte deutsche Frau für den Kulurbund gewonnen sind. Es geht um die deutsche Gemeinbürgschaft in unserem Staate, die uns so bitter not tut. Auf dem Boden un¬ serer kulturellen und wirtschaftlichen Lebensnot¬ wendigkeiten allein können wir jenen festen Zu¬ sammenschluß finden, der uns ausrichtet, stärkt und mit neuer Zuversicht erfüllt, wenn wieeer einmal Tage der Prüfung über uns hereinbrechen. Im Kulturbunde gibt es keinen Unterschied des Standes oder der Meinungen, alle, in deren Brust ein treues deutsches Herz schlägt, vornehm und gering, alt und jung, Männer und Frauen sind zur Mitarbeit berufen, denn die vornehmste Aufgabe des Kulturbundes besteht ja darin, aus vereinzelten und vereinsamten deutschen Menschen eine von unbeugsamem Lebenswillen und schöpfe- rischer Kultur getragene deutsche Volksgemeinschaft zu schaffen. Und daß wir aus dem besten Wege dazu sind, dafür zeugt die erfreuliche Tatsache, daß heute öffentliche Arbeit von Volksmännern im besten Sinne des Wortes geleistet wird, von Männern, die nicht nur selbst aus dem Volke hervorgegangen sind, sondern auch mit Herz und Hand die Losung befolgen: alles mit dem Volke und alles für das Volk. Es gibt keine gesell¬ schaftliche Herrenklasfe mehr und es darf keine mehr geben, wie wir auch keine Herrcnsprache und keine Bauernsprache mehr gelten lassen wol¬ len, sondern unsere herrliche deutsche Muttersprache und unsere traute heimatliche Mundart als durch¬ aus ebenbürtige Träger einer bodenständigen Hei¬ matkultur verehren, der einzigen Kultur, die wir Deutsche Südslawiens überhaupt pflegen können. So werden wir ein Volk werden, das, indem es seine einzelnen Angehörigen mit Selbstachtung und Selbstvertrauen erfüllt, jene öffentliche Wert¬ schätzung und Geltung erringen muß, die wir heute noch, schmerzlich genug, vermissen. Als eine frohe Bürgschaft auf diesem Wege der Volkwer- Dr. Planinski gesagt, wenn diese Namen aus Sizilien auf den Karst übertragen hätten. Das Umtaufen geht auch nicht so leicht, als wenn sich Dr. Ogrin als Dr. Planinski unterschreibt. Wie soll man Moöilnik bei Oberlaibach nach Gottschee übertragen und unter diesem Hute das alte Moos¬ wald verdecken, welcher Name sich schon in alten Urkunden von 1339 findet? Herr Skubic schlägt daher vor, daß kein Zwang geschehe, „damit wir nicht im Lachen ernten, wie einst mit dem Velike upije. Wo im Gottscheerlande sich Deutsche an- siedelten, um die Wälder zu roden, dort mögen auch die von ihnen eingeführten Namen bestehen bleiben als Geschichtsdenkmäler. Wir brau¬ chen uns vor der Geschichte nicht zu schämen; daß sich nur die Geschichte unser nicht schämt! Haben wir doch auch in Salzburg, Tirol und Österreich Reste slowenischer Namen, die in Jahr- Hunderten auch der verbissenste deutsche Nationalist nicht ausrotten konnte. Jugoslawien wird keinen Fleck auf sich haben, wenn einige Gottscheer Dörfer ihren geschichtlichen Namen bewahren." P. Jonke. (Fortsetzung folgt.) Jahrgang V. Gottscheer Zeitung — Nr. 30. Seite 119. düng begrüße ich die Frauen- und Mädchenab¬ teilung der Ortsgruppe Weißkirchen, der ersten ihrer Art, und die kürzlich erst ins Leben geru¬ fene akademische Sektion der Ortsgruppe Neu¬ werbaß. Wie in der hiesigen Frauen- und Mäd- chenabtcilung alle beruflichen und gesellschaftlichen Stände vertreten sind, so will auch die akademisch, Sektion, die sich hoffentlich bald zu der ersehnten selbständigen Ortsgruppe auswachsen wird, auf die breiten Schichten unserer deutschen Bevölke¬ rung einwirken, auf daß auch der Geringste unter uns Teilhaber werde an deutscher Kultur und deutscher Gesittung und sich eins fühle mit allen, die in denselben Multerlauten reden. Auf also zur Werbearbeit, denn der Kulturbund wird seine Hochziele umso wirksamer vertreten können, auf eine je größere Mitgliederzahl er Hinweisen kann. Wir brauchen das moralische Schwergewicht einer großen Mitgliederzahl, denn dann, aber auch nur dann wird man uns glauben müssen, daß wir in Wahrheit die berufene Vertretung der kulturellen und wirtschaftlichen Lebensnotwendigkeiten der deutschen Staatsbevölkerung sind. (Fortsetzung folgt.) Mitteilung der Verwaltung. .Diejenigen Abnehmer, die die Bezugsgebühr für das laufende Jahr noch nicht entrichtet haben, werden höflichst ersucht, sie ehestens zu begleichen, damit in der Zusendung des Blattes keine Stö¬ rung eintrete. Aus Stadt und Land. KoLevje. (Weinlesefest.) Die hiesige Gast¬ wirtegenossenschaft veranstaltet am Sonntag den 4. November d. I. im Hotel „Stadt Triest" um halb 7 Uhr abends unter Mitwirkung des be¬ kannten Salonorchesters „Fidelitas" ein großes Weinlesefest. Das Unterhaltungsprogramm ist ein sehr reichhaltiges und wird jung und alt auf seine Rechnung kommen. Daß es an vorzüglichem Tröpfchen und gutem Jnbiß nicht mangeln wird, ist gesorgt. — (Kriegsinvaliden verband.) Im Namen des Kriegsinvalidenverbandes Koöevje er¬ lauben wir uns eine Bitte an unsere Heimats¬ brüder zu stellen. Wir Kriegsinvaliden haben eine Tamburaschenkapelle gegründet. Die Instrumente wurden um den Preis von 15.000 X erstanden, doch sind wir nicht in der Lage, dieselben zu bezahlen, und wenden wir uns an die geehrten Landsleute in der Heimat und in der Ferne, uns Spenden zukommen zu lassen. Jeder, auch der kleinste Betrag wird dankend angenommen in der Kanzlei des Kriegsinvalidenverbandes KoLevje. Der Vorstand. — (Kranzablösung.) Anstatt eines Kranzes für den verstorbenen Herrn Franz Jonke hat die städtische Vermögensverwaltung der hiesigen frei¬ willigen Feuerwehr den Betrag von 500 X ge¬ spendet. — (Wer ist Stinnes?) Hugo Stinnes hat im Namen der Schwerindustrie, die Deutsch¬ land im Kriege und nach dem Kriege bewuchert hat, an die Reichsregierung folgende Forderungen und Fragen überreicht. Die Großindustrie fordert: 1. Ersatz derbe! der Ruhrbesetzung beschlagnahmten Kohle. 2. Ersatz der seit dieser Zeit zwangsweise erhobenen Kohlenstever. 3. Die Beseitigung der Kohlcnsieuer im Ruhrgebiet. 4. Garantie der Ver¬ fügung über alle künftig zu liefernde Reparations- kohle. 5. Die Belieferung des besetzten Gebietes mit Rohstoffen und Lebensmitteln. 6. Aushebung des Kohlenkommissariates und der staatlichen Ver- teilungsorgane der Kohlen im besetzten Gebiete. 7. Ermächtigung der Kommission der Industrie, die Verhandlungen weiterzuführen. 8. Ermächti¬ gung der Kommission der Industrie, die laufenden Fragen mit den Besatzungsmächten zu regeln. 9. Wie stellt sich die Reichsregierung zur Schaf¬ fung einer Eisenbahnbetriebsgesellschaft, an der das Rheinland, Frankreich und die Industrie be¬ teiligt sind. 10. Verlängerung der Arbeitszeit auf 8 Vs Stunden untertags und Aufhebung sämt¬ licher Demobilmachungsverordnungen. — Bei der Abstimmung über das Ermächtigungsgesetz, das Deutschland vor dem Chaos retten soll, hat Stinnes dagegen gestimmt. Der Staat absolut, wenn er meinen Willen tut. Das ist Stinnes. — (Für die Abbrändler) in Zeljne sind bei Herrn Alois Kresse außer den schon veröf¬ fentlichten noch folgende Spenden eingelaufen: Lorenz Höuigmann (Koöevje) 1000 X, Ferdinand Jaklitsch (Nemäka loka) 550 X, Johann Samida (Pogorelc) 250 X, Oberlehrer Nikolaus Verder¬ ber (St. Magdalena in Steiermark) 400 X; als Sühnebeilrag zu je 100 X: Josef Stiene (Neu- sriesach), Matthias Trampvsch (Reichenau) und Helene Kusold (Reichenau). — In der Ortschaft NemZka loka ergab die Sammlung 2200 X, wel¬ cher Betrag an Herrn Dr. G. Röthel abgeschickl worden ist. — (Einziehung) der Freikarten auf den Staatsbahnen. Vor einigen Tagen wurde im Verkehrsministerium eine Entscheidung unterschrie¬ ben, womit sämtliche Freikarten auf den Siaats- ejsenbahnen außer Gültigkeit gesetzt werden. Eben¬ so sollen künftighin keine neuen Freikarten aus- gefertigt werden. Für die Südbahnen, welche nun in staatliche Verwaltung übergingen, gelten auch weiterhin alle Begünstigungen und Freikarten, die von der Staatsbahndirektion oder von Seite des Verkehrsministeriums gewährt worden sind. — („Schirme zu v e r m i e ten.") Die Neu¬ erung besteht in Brüssel. Dort kann sich gegen einen geringen jährlichen Beitrag jeder Belgier in eine Gesellschaft aufnehmen lassen, die überall in den Tabakgeschäflen Schirme hinterlegt Hal, ! die zur Benützung der Abonnenten freistehen. Wenn es regnet, begibt sich der Abonnent nur in das nächste Tabakgeschäft, wo ihm gegen eine Marke, die er immer bei sich trägt, ein Schirm ausge¬ händigt wird. Diesen gibt er dann in jedem be¬ liebigen Tabakgeschäft zurück und erhält auch seine Marke wieder. KoLevska reka. (Wolfsplage.) Am 11. Oktober abends machten sich wieder Wölfe in der Nähe der Ortschaft unliebsam bemerkbar. Be- sitzer Friedrich Fritz hatte an diesem Abend seine Stute samt Fohlen auf einem Acker hinter der St. Andreas - Kapelle angehängt, damit sie sich dort weiden. Darauf begaben sich er und seine Frau nach Kölschen, um dort ein Geschäft abzu¬ wickeln. Als sie dann nach 10 Uhr zurückkehrten, gingen sie sofort zu den Pferden, um sie in den Stall zu führen. Sie fanden nun wohl die Stute noch am Leben, aber nicht auch das Fohlen. Dasselbe lag zerfleischt neben der Mutter. Ein Teil des Hinterleibes fehlte und ringsum lagen noch blutige Fleischstücke. Man sah auf den ersten Blick, daß hier Wölfe gehaust und ihr blutiges Abendmahl gehalten hatten. Fritz muß seine Un¬ vorsichtigkeit, die Pferde so lange in der Nacht draußen gelassen zu haben, teuer bezahlen. — (Neubauten.) In unserer Ortschaft herrscht seit zwei Jahren eine große Baulust. Mehrere neue Gebäude sind entstanden, die der Ortschaft zur Zierde gereichen. Den Anfang machten die Brüder Meditz, die aus Amerika zurückkehrten. Johann Meditz erwarb käuflich das Haus Nr. 20 und baute es im Innern um. Leo¬ pold Meditz d. I. kaufte die Verderberschen Häu¬ ser, ließ die Häuser Nr. 3 und 74 abtragen und baute sie in größerem Maßstabe wieder auf. Das Haus Nr. 3 ist ein derart schöner Bau, daß es auch jeder größeren Provinzstadt zur Zierde ge¬ reichen würde. Dampfsägebesitzer M. Tschinkel baute sein Haus und ebenso Johann Dulzer. Johann Rogale baute in der Dampfsäge ein ganz neues Haus. Schulleiter i. R. M. Petschauer, der sich im Oktober vorigen Jahres hier ständig niedergelassen hat, vergrößerte sein Häuschen und baute es zu einem hübschen Landhäuschen um. Gastwirt Franz Braune vergrößerte sein Haus. An der Kirche und am Pfarrhofe wurden eben- falls größere Reparaturen vorgenommen. Nun wollte auch Gemeindevorsteher Lackner vor den anderen nicht zurückbleiben. Ec läßt auf sein vom Oberlehrer Wilhelm Tschinkel käuflich erworbenes ebenerdiges Haus einen Stock aufsetzen. Diese Baulust wurde besonders gefördert durch den Umstand, daß man im nahen Wetzenbach aus der Ziegelei des Herrn PeliL leicht und billig Ziegel haben kann. Schließlich sei noch erwähnt, daß bei den meisten Häusern Herr Alois Belaj aus Livold Baumeister war. — (Wetterbericht.) Der Monat Sep¬ tember war mehr trocken als naß. Wir hatten 13 volle und 14 teilweise Sonnentage. Drei Tage waren ganz bewölkt. Niederschläge fanden an acht Tagen statt. Größter Niederschlag in 24 Stunden war am 15. mit 48'3 Millimeter. Der Gesamtniederschlag betrug 137'6 Millimeter. Die höchste Temperatur 22° war am 1., die tiefste 4'2° C am 26. Das Temperaturmittel betrug 13'4° C. Reif fiel an zwei Tagen, und zwar am 25. und 26. Stara cerkev. (Überreichung des Eh- rendiploms.) Der Gemeindeausschuß hat den Altbürgermeister Herrn Matthias Siegmund in Stara cerkev 11 zum Ehrenmitgliede der Ge¬ meinde einstimmig ernannt und ihm am 9. d. M. das Ehrendiplom überreicht. Bei der Überreichung des Diplomes war der ganze Ausschuß anwesend. Die Ansprache hielt der Gemeinderat I. Poväe, wie folgt: „Wir derzeitigen Vertreter der Ge¬ meinde sind heute hier erschienen, um demjenigen, der die Gemeinde durch mehr als zwanzig Jahre als Vorsteher vorzüglich und musterhaft vertreten hat, das ist dem Altbürgermeister Herrn Matth. Siegmund, die höchste uns zu Gebote stehende Auszeichnung zu überreichen. Das ist nämlich das schriftliche Zeugnis für die treue Pflichter¬ füllung, das Sie gefälligst zur Erinnerung über¬ nehmen wollen." Tief gerührt übernahm der Ju¬ bilar das Diplom, das in Form einer Tafel mit Voüeinxerslilles ^ktienkspitsl X 12,000.000. 8ickertieit8i-ück- laxen X 2,000.000. UlSnIrsnIillrsnIc kvvsvjb gevabrt KnvIÜÜIv unter kulantesten Leäingungen, übernimmt ebne üinsverlust unä rubit sie über Verlangen sokort uns, übernimmt AbDsbAt KuHiHAUHN 2U lröLlislLt' VerrinLUNA, übernimmt TvKevK, kanIkSNtAssSiSUNgSIB usv rur Linlösung, kaukt VsIulvN aller 8tuutsn, beson- äer» ru äen böobsten Tageskursen. Seite 120. Gottscheer Zeitung — Nr. 30. Jahrgang V. dreifarbiger Inschrift künstlerisch ausgefertigt war, und dankte dem Ausschüsse für die schöne Erin¬ nerung. Erwähnt soll noch werden, daß der Ju¬ bilar über 20 Jahre als Gemeindevorsteher und vorher 10 Jahre als Ausschußmann und Ge¬ meinderat fungierte und wurde schließlich im Jahre 1918 anstatt dekoriert zu werden, von der Re- gierung einfach ohne jeden Grund durch einen Gerenten ersetzt und des Amtes enthoben. ?. H^olom. (Firmung.) Wie in anderen Pfar¬ ren des Gottscheer Dekanates erteilte der Hochw. Fürstbischof Dr. Anton Bonav. JegliL Heuer am 22. September auch bei uns die heil. Firmung. Bei der Ankunft wurde er vom Gemeindevorsteher Herrn Franz Siegmund im Namen der Gemeinde, vom Herrn Josef Hönigmann im Namen des Ortsschulrates, vom Lehrer Herrn Fritz Högler im Namen der Schule, von der Schülerin Leo- poldine Petsche im Namen der Schuljugend auf das herzlichste begrüßt und willkommen geheißen. Hierauf war Segen in der Kirche, welche mit Blumen und Kränzen überreich geschmückt war. Dann ging der Fürstbischof in die Schule zur Religi- onsprüfung, wo ihm besonders der Gesang der Kinder zu Herzen ging. Am Vormittag besichtigte er ein¬ gehend die Paramente und die Matrikenbücher, am Nachmittag aber besuchte er die altehrwürdige Filialkirche der Mutter Gottes in Tiefental. Der Firmungstag, an dem 47 Kinder gefirmt wurden, verlies beim schönsten Wetter und in schönster Ordnung. Gotenica. (Kirchliches.) In der Zeit vom 24. September bis 3. Oktober deckte Herr Joses Hutter, Spenglermeister in KoLevje, den Turm der Filialkirche St. Leonhard auf dem gleichnamigen Berge mit verzinktem Eisenblech ein. Glücklicher- weise herrschte in der genannten Zeit, trotzdem daß herbstliche Regengüsse schon zu befürchten waren, das herrlichste Wetter, so daß die Arbeit ungestört ihren Fortgang nehmen konnte. Die Eindeckung ist gut und solid auögeführt, so daß der Turm dieser Filialkirche nun einer der schönsten in unserem Ländchen sein dürfte. — (Todesfall.) Am 18. September starb hier der Schuhmacher Peter Michitsch (vulgo Lenzpeter) im Alter von 71 Jahren, versehen mit den hl. Sterbesakramenten. Der Verstorbene hatte sich nach dem Tode seiner Frau vor fünf Jahren nochmals verehelicht und hinterläßt aus dieser Ehe zwei unmündige Kinder. Der Genannte war in seinem Fache gut ausgebildet, lieferte dauer¬ hafte Ware, war auch als Leistenmacher in meh¬ reren Gemeinden unseres Ländchens bekannt und man zog die Leisten des Michitsch der Fabriksware vor. Allerdings Halle der Verstorbene auch seine schwache Seite, wie sie auch andere Sterbliche zu haben pflegen, aber er war doch ein guter Schu- ster, den man in unserer Gemeinde schwer ver¬ missen wird. — (Dem Bilchfange) huldigen derzeit hier recht eifrig Männer und Burschen und finden kaum Zeit, die angenehme Last nach Hause zu schaffen, um sofort wiederum die „Matzen" ffrisch aufzusetzen. Freilich passiert hiebei dem einen oder dem anderen ein kleineres oder größeres Malheur, daß entweder die Matzen gestohlen oder von einer Eule samt den Bilchen verschleppt werden, ein anderer aber sich im Walde verirrt und erst nach mehreren Stunden den Weg zum Feuer zurückfindet (oder aber gerade mit knapper Not noch an einem gefährlichen Abgrund vor¬ übergerutscht ist. Wenn jedoch alles gut abläuft, so erhält der Bilchfänger als Zugabe zum zarten Fleische noch den Erlös für die Felle, die mit 14 und 15 X das Stück bezahlt werden. Dolgavas. (Sterbefall.) Am 15. Oktober starb hier die Besitzerin Magdalena Kowatschitsch Nr. 35. 8alkavas. (Todesfall.) Am 17. Oktober starb hier die Gastwirtin Frau Magdalena Jonke im 48. Lebensjahre. Kleine Nachrichten. — In Heidelberg vergiftete sich dir 62jäh- rige Dr. Max Wichmann, der seit 1900 Chefre- dakteur des Landauer Anzeigers war und wegen seiner deutschen Gesinnung von den Franzosen auf die schwarze Liste gesetzt war, zusammen mit einer bekannten Malerin aus bitterster Not mit Leuchtgas. — In Oberputztau bei Bischofswerda hatte sich die 30 Jahre alte Tochter des Zimmermannes Förde aus Schwermut ertränkt, weil sie von der Stiefmutter fortgesetzt unmenschlich behandelt worden war. Nachdem sich die Stiefmutter ge¬ weigert hatte, die Tote nach dem väterlichen Hause bringen zu lassen, zwang man sie, die Leiche auf einem Karren selbst ins Haus zu führen. — 1000 deutschböhmische Lehrkräfte stellenlos. Die furchtbare Notlage der jungen deutschen Leh¬ rerschaft in Böhmen erhellt aus einem Verzeichnis, das der deutsche Lehrerbund veröffentlicht und worin nicht weniger als tausend stellenlose Lehr- kräfte namentlich angesührt sind. Ein großer Teil davon besitzt die volle Lehrbefähigung, viele sind verheiratet und Familienväter. Es drückt sich darin das Ergebnis des Vernichtungsfeldzuges aus, den die Tschechen seit dem Umstürze gegen die deutsche Schule führen und dessen bedauernswertesten Opfer die jungen Lehrkräfte sind. — Eine merkwürdige Doppelhochzeit wurde vor kurzem in Newyork gefeiert. Ein junger Mann heiratete seine frühere Stiefmutter, von der sich sein Vater hatte scheiden lassen, um sie großmütig dem Sohne abzutreten. Der Vater heiratete eine andere Frau und Vater und Sohn begingen ge¬ meinsam die Hochzeit in feierlicher Weise. Die Gattin des Sohnes wird dadurch Tochter des früheren Mannes und bekommt zugleich eine Stief¬ mutter. — Seit einigen Tagen wütet über ganz Eng¬ land ein furchtbarer Sturm. Von den Küsten werden zahlreiche Schiffbrüche gemeldet, und an vielen Plätzen mußten Rettungsboote zur Hilfe ! der Schiffbrüchigen ausfahrcn. Der Bootsverkehr im Kanal ist zeitweise eingestellt worden. Der Flugdienst zwischen London und Paris ruht. Waluta. Dollar 84, Lire 3 80. Verantwortlicher Schriftleiter C. Erker — Herausgeber und Verleger „Gottscheer Bauernpartei". Buchdruckerei Joses Bavlicek in Gottschee . und alle anderen Pelzfelle kauft jedes Quantum und Jahr hindurch D. Zdrav iö, Leder- und Pelzwarengeschäft, Ljubljana, Sv. 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