Nr. «5. Montag am 20. Mär; 1863. Die „kaibache, Zeitung" erscheint, mit Ausnahme der ?nser!ion»gtbll!ir für eine Garmond, SpaltmM Sonn- nnd Feiertage, täglich, und lostet sammt den oder den Raum derselben, ist ftw 1 malige Linschül- Veilagen im Tmnptotr ganzjährtg 11 si., halb- *""6«lr-, f«r 2malige 8 fr,, sllr 3malige 10 fr.u. s. w. jährig 5 fi. 50 tr., mit Kreuzband im Comptoir ^" ^^" ^^llhren ist noch der Insertion« - Vtempel ganzj. 12 st., halbj. « fl. Fllr die Zustellung in's ^l^^!^M^^R^^M^ ^" ^ ^' ^^ "" jedesmalige Tinschaltung hinzu zu Hau« sind haibj. 50 tr. mehr zu entrichten. Mit rechnen. Inserate bi« 10 Zeilen tofin, I st. l»0 lr. der Post poriosrel ganzj., unter Hreuzband und gt- ^WWW^^^W^^M^ lttr 5 Vlal, 1 fi. 40 fr. fllr » Mal ,md !»0 tr fllr drnckter Adresse 10 si., hlübj. 7 fi. b0 tr. ' ^°^ ^'^ Inbegnss b« Insertionsftempels). ^Kaibacher Zeitunq. Richlalnllicher Theil. Nach einer in: Wcge des Handelsministeriums nn das k. k. LandcSpräsidilim gelangten hohen Mini» sterial-Mittheilung hat sich unter dcm Protektorate Sr. Majestät dcS Königs von Portngal ei>: Eomilc gebildet, welches zn Porto eine internationale An<5' stellung uon Erzengnissen der Industrie der Land-lmrthschaft nnd der schönen Künste abzuhalten gedenkt. Dieselbe wird in der Zeit vom 21. Ananst die .l0. Dezember 180i) stattfinden. Lebende Thiere nnd Pflanzen werden vom 5 bis 15. Oktober zugelassen. Die Aufnahme der AuS-stclluugsgegcnstäudc beginnt am 15. Mai und endiget am 31. Juli. Die Anhcftung der Verkaufspreise ist gestattet, doch sind dieselben bei Strafe des Ans« schlusscS nnd dcö Verlustes der Belohnungen verbindlich. Jeder Aussteller hat anzugeben, ob er Er< finder, Erzeuger, Importeur oder bloßer Eigenthümer des ausgestellten Gegenstandes ist. Die Assclnranz' gegen FcucrSgcfahr hat der Aussteller zu tragen. Emballagen werden gegen Vcrgiitnng von der Kom> Mission in Aufbewahrnng übernommen. Laibach am 15. März 1805. Zur Dllbgctslllgc. (Fortsetzung.) Das ncnc Kavallerie - gtcglcmcnt, einciü jcdcn pedantischen Formenlramcö baar, init der Einfachheit seiner, Bewegungen, dcr Gcschnlcidiglcit seiner Ueber-gängc, der Elastizität seiner Formationen nnd dcm unvcrrücktcn Zielc, das Offensiv.Element in dcr Waffe zu wecken und znr zweiten Natur zu machen, zählt zn den gcdicgcndstcn Vorschriften dieser Gattung. Aber auch dcr Ncituntcrricht nnd die angewandte Tal« tik werden von den dcrmaligcn Rcitcrführcrn in einer Weise gepflegt, dic für den Fall ernsterer Ereignisse volle Beruhigung gewährt. Reiter und Pferd wcrdcu trainirt, die Ueberwindung voil Hindernissen fortwährend geübt, die Mannschaft an eine gewisse Sclbstsländiglcit gewöhnt nnd ihr Orientirnngösinn geweckt. Mit dieser Heranbildung des einzelnen Reiters geht die Anöbildnny gauzcr Abtheilungen in analoger Weise Hand in Hand. Längere Märsche selbst größerer Kavallerie-Kör-per im scharfen Tempo, Ueberwindung bedeutender Hindernisse, andauerndes Manövrircn, verbnndcn mit dcr Uebung aller denkbaren Kombinationen dcS Si. chcrhcitMcnstcS, wechseln in stetiger Folgc, stählen die Kräfte dcö ManncS und dcr Pferde, und absor-bircn trotzdem ci» fchr geringes Prozent an Material. Anf dicfc Weise wird es cbcn anch nur möglich, daß die Kavallerie im Gefechte dic dnrch dic weittra-Ntndcn Geschütze bedingten enormen Distanzen ohne l clm-nnstrcugiiiig z„vü^lcgt, nnd dic Pferde noch in " yen, nn jcnc Pu„ktc bringt, von wo dcr eigentliche Kchoc bcgnnicn la„». ,.^^.^'^,.^"c derartige Ausbildung wird weitere nmnenll.ch die e.chtc Kavallerie in den Stand gesetzt, im KnndschaftSdlcnsto, dann bei liihucn .s^uidstreichen Ausgezeichnetes zn lcistcn. ». <- ^A? Berichterstatter dcS AuSschnsscö glanbt, daß d sitiollöniänner in dcr schöneren Bedeutung dcS WortcS. Dcr Vergleich, welchen dcr Herr Berichterstatter ^Pag. !j6) init dcr französischen Kavallerie anstellt, ist höchst nuglücklich gewählt. Dic Ncmolttirnngssähigkcit in Frankreich hat sich scit dcn letzten 55 Dezennien nbcrraschcnd gehoben nnd wird dcr nnscrigcn nicht viel nachstehen; uon dcm Stande scincr Kavallerie aber sollten wir eigentlich gar nicht rcdcn, da dcr nnscrigc zn dcmsclbcn in einem zn großen Mißverhältnisse stcht. Wmu Frankreichs Kavallerie mit ihrcin Fricdcnö-standc anfmarschirt, so gleicht sie dcm Kncgöstcmde dcr nnscrigcil (unsere Depots eingerechnet). Im Kriege MlN'schirt ^ranlrcich niil übcr 60..<,»(X> in dcn DcpotC. Dic (ycdicncnhcit nnscrci< MatcriülcS, durch die Prinzipien der ncnercn AnSl'ildnngSwrisc potcuzirl und Dank dcr vorzüglichen Organisinmg rasch verfügbar, Wird dcm sranzösifchcn numcrifchcn Ucbcrgcwicht die Wagschalc halten müssen. Wenn nnn dcr Herr Verfasser einen Standes-abstrich von 53A8 Mann mit 4!128 Pferden bei dcr Kavallerie beantragt, so können wir nnter Hinweis auf dic frühere Bclcnchtnug dcr Kavallerie ^ Standes-ucrhältniffc nnr fagcn, daß hicourch cinc unserer wnn» dcstcn Stcllcn noch inchr verletzt, uud daß sich die Negicrnug cincr Todsünde schuldig machen würdc, wcuu sic darauf eingehen wollte. Die Artillerie erfuhr im ^aufe 1803 ebeufall« cinc Ncorganisirnng, durch welche ihre Schlagfähig, lcit unzweifelhaft erhöht wnrde. In Folge derselben beträgt der FricdcnSstand dieser Waffe 24.018 Mann mit Mann Insuuteric 2 Geschütze. Anch hier stellte Napoleon das Verhält-niß günstiger nnd brachte die entscheidende Massen-wirluug dcr Artillerie zur Geltung; so erinnern wir beispielsweise an seine Verwendung dcr Artillerie in dcr Schlacht uon Wagrain. Dcr deutsche Bund setzte mittelst der jüngsten Oraanisirung dic Zahl von drei Geschützen per mW« fest; wic sich endlich das Verhältuiß der Geschütze zur Infaulcric bei den andern Großmächten verhält, wird sich bei dcr Rundschau, die wir später bei dcn fremden Armeen zn hnltcu beabsichtigen, her-ausstellen. Hier gcnngt cö anzusprechen, daß wir Z Geschütze anf 1000 Mann Infanterie als daS beste Verhältniß, zugleich aber auch als die bescheidenste Anforderung betrachten. Oesterreich zahlt bei Versetzung dcr Artillerie anf dcn KricgSstand 900 Rohrgeschützc, hat also da? Verhältniß von 3 por miNo nicht einmal erreicht, und cs sind im Frieden nur 804 Geschütze bespannt. DaS gczogcnc Geschütz hat selbstverständlich vor Allem auf dic Kcnnpswcisc dcr Artillerie einen gründ-lich umgestaltenden Einfluß geilbt. Die AnfstcllungSpnnltc der Batterien branchcn jetzt im Kampfe nichl su oft gewechselt zn werden, dagegen erfordert dic Wahl dcr Punkte mehr Umsicht, weil deren Rnckwirlnng anf die Leistungsfähigkeit der Batterien eine bedcntcndc ist. Die Wirkungen der dermaligen Geschosse sind gegen jene dcr früheren unvergleichlich höher, allein dic Bchandlnng uon Geschütz nnd Geschoß verlangt anch mehr Präzision, nlso eine gediegenere Anobil-dnng der Bcdicnnngs.Kanoniere. Die Beweglichkeit dcs ncnen Materials läßt nichts zn wüuschcn übrig, selbst die 8.Pfüildcr'Geschützc, in ihrer Wirkung dcn alten 18.PsündcrBattericn; allein diesc Agilität ist in den GcfcchtSverhältnissen dcr Nenzcit anch unerläßlich, da dic Batterien cbcn wegen dc? seltene« rcn Wechsels dcr Position nnd im Hinblick auf dic weiteren Portern dcS Feindes, gewöhnlich längere Strecken im feindlichen Feuer zu pafsircu haben werden , wozn Gcwandlhcit nnd Sicherheit fcitcns der Fahrlanonicrc gehört, nnd mit dcr Anwendung der physischen Anstrengung, wärc sie die äußerste, nichl nnegcrcicht werden kann. sFoltscl.'!Ms! solqt.) 8. Sitzung des Herrenhauses vom 17. Mnrz. Aus dcr Mimstcrbcml: Schmerling, Mees»>ry, Plener, Frank, NadaSdy, ScltionSchcf Kalchberg, Ministcriaisellctar Fanlal (Handelsministerium.) N.,ch Vrrlesu.-.a des Protokolls und Mittheilung der Eiilllilife ergreift Fürst (i o l l o > e b o dnS Wort, um zwci Petitionen des Vereines der österreichischen Industriellen zn übernehmen. In der ersten wird die Ucbcilassung der Linz.Budweiscr Bahn an eine eigene Gesellschaft, in der zweiten die Einführnna deS >^oll« IzcnlncrS al« Landesgewicht befürwortet Graf Ezernin überreicht cinc Petition der Ge« mcindc Klattan in Böhincn nn, Einbeziehung in dic Linie der Franz Josephs.Bahn. Graf HoyoS llberrcicht eine Petition mehrerer Stadt- nnd Landgemeinden Nicdcrösttircichs, welche bitten, die Linz-Budweifcr Bahn möge durch daS Kampthal geführt werden. (Die Petitionen werden dcr Petitions.Kommission zugewiesen) Auf der Tagesordnung steht als erster Gegenstand der Kommissionebericht über das Gesetz, betref» fend den periodischen Pelsonentransport. Berichterstatter ist Graf Wickenbnrg. Die Kommission beantragt, der Regierungsvorlage, ebenso wie cs im llbgeordnetenhansc geschehen, die ZustilN« mnna, zn ertheilen. Das Gesetz wird ohne jede Debatte in zweiler und dritter Lesima angenommen. Zweiter Gegenstand der Tuacsordnnna ist der ssommissionsbcrichl, betreffend die Abänderung der Lß. 4 und 0 deS Grfetzes vom 7. Dezember 185« zum Schutze der Muster nnd Modelle für die I» dustriccrzengnisse. Berichte,statter ist Grus Wicken burg. Die Kommission erklärt sich mit dtm Bcschlnssc dcs Ab« sjcordnctenhauscs einverstanden, bealittngt aber die NcgistrirnnaStarc, welche nach den, Acschlnfsc des AbacoldnclcichauscS mit 1 sl. für Muster und Jahr festgesetzt werden soll, nnr mit 50 lr. zu bemessen, welche Höhe auch die Regiernngsvorlagc cmucnommcll hatte. — Die KommissioliSantläge werden ohne De« balle in zweiter und dritter Lcsnng angenommen. sluf der Tagesordnung steht ftlnc, der ssom« missionSberichl über die Anliäge dcS HanscS dcr Ali. geordneten in Betreff des zweiten Iahrcsbclichtcs dcr Vtaateschnldcn-ssontrolc-Kommission. Berichterstatter ist Freiherr v. Hen net. DaS Abgeordnctenhculs hat drei Kategorien von Anträge» angenomincn: 1. ans Kenntnihnahmc von Hlahrrgcln, 2. anf Auslplilchc übcr Fälle, vci wllcher der Kon- 260 trolc.Kommission die gesetzlichen Vorschriften von Scitc der Finanzverwaltung nicht genügend beobachtet scheinen, 3. auf Beschlüsse. Die Beschlüsse übcr die Punkte erster Kategorie beantragt die Kommission mit Ansschluß deö Punktes 5 ohne Bemerkung zur Wis« senschaft zu nehmen. (Punkt 5 handelt von dem unvollständigen Erfolg dcS zur Beschaffung eines Be« träges von 70 Millionen in Silber aufgelegten An» lchcns.) Die Kommission ist der Meinung, daß der Erfolg dieses AnlehenS allerdings auch zur Kenntniß zn nehmen sei, daß aber alle in diesem Absätze vor. kommenden weiteren Bemerkungen dcS Abgeordneten» hause« auszuscheiden seien, weil die Kontrole-Kom« mission allerdings verpflichtet sci, die Gesetzlichkeit der Vorgänge bei Aufnahme des AnlchcnS zu über« wachen, die Beurtheilung der Zweckmäßigkeit der Konlensirungömodalitätcn aber als in die Exekutive gehörend ihren Wirkungskreis Nberschrcitct. — Nach» dem die übrigen Punkte ohne Debatte angenommen sind, eröffnet der Präsident die Debatte über den Puult 5. Graf Wi ckenb ur g nimmt die Staatsschulden« Kontrolc-Kommission gegen die Angriffe der bericht« erstattenden Kommission in Schutz. Er sieht nicht ein, warum man der Kontrolc-Kommission deßhalb eine Rüge ertheilen soll, weil sie erklärte, über das Anlehcnsgcschäft noch keine mcritorischcn Anträge stellen zu können. Die Kommission fasfe leine Bcfchlüsfe, sie stelle nur Anträge, Beschlüsse werden diese erst, wenn beide Häuser denselben beistimmen. Es liege in der Verpflichtung der Kommission ihre Wahrneh' mungcn vorzubringen, d. h. Anträge zu stellen. So lange sie dieß thue, könne von einer Ucberschrcitnng der Befugnisse nicht die Ncde fein. Er verweise dar-auf, daß das Abgeordnetenhaus der Koutrolc - Kom> mission seine Anerkennung ausgesprochen hat, und er sehe nicht ein, warum das Herrenhaus derselben eine Rüge ertheilen soll. Er beantrage auch den Punkt 5 nach der Mitlheiluug deS Abgeordnetenhauses ohne Bemerkung zur Kenntniß zu nehmen. Frcih. v. A au m gartnc r. Es sci nicht auffallend, wenn der Kontrolircndc und der Kontrolirlc über den Kreis der Befugnisse nicht dcrscllicu Meinung sind. Eö licge in der menschlichen Natur, daß der cinc dic Grenzen der Wirksamkeit ausdchncu, dcr andcrc beschränken will. Ein Dritter kann die Diugc viel objektiver beurtheilen und dieß habe das Abgcord nctcnhaus gethan, welches sich mit dem Antrage dcr Kommission einverstanden erklärte. Redner nimmt die Kontrolc-Kommission gegen mehrere im Vcrichtc gemachten Vcmcrknngcn in Schntz und erklärt, cs sci tcin Grund vorhanden, die Warnung anzusprechen, welche die Kommission beantragt. Wcnn übrigens dic Kontrolc-Konnnission auch etwas weiter gehen würde, als sie geht, so könnte dieß übrigens für den Kredit des Landes nur nützlich sein. Frcih. v. Lichtcnfels. Das Haus verkenne nicht die Schwierigkeit oder die Unannchmbartcit dcr dcr Kontrolc-Kommission obliegenden Aufgabe, aber es handle fich im gegenwärtigen Momente nicht nm eine derartige Anerkennung, sondern lediglich um die Auölcgnna, des Gesetzes, welches dcr Kontrolc zu Grunde liegt, uud wclchc für dic Zukunft maßgebend sein soll. Dcr Bericht dcr Staatsschulden-jlontrolc^ Kommission zeige übrigens genau die Absicht, dic gc fctzlich gezogenen Grenzen zn überschreiten, denn, indem sie sagt, sie sci noch nicht in dcr Lage, zu sagen, ob die Krcditopcration als gelungen oder mißlungen zu bezeichnen, zcigt sie, daß sie sich das Recht cincr solchen Kritik beilegt. Das andcrc Haus hat durch die Annahme des Antrages einen Beschluß gefaßt, dcr ein wichtiges Prinzip invuluire, welches mit der Verfassung nicht in Einklang zu bringen sci. Ans dcm ß. 9 dcs Gesetzes über Kontrole weist Redner nach, daß der Kontrolc-Kommission nicht das Rccht znstchc, über die Zweckmäßigkeit dcr Kontrahirnng abzusprechen: und dcßl/alb sei er gegen den Antrag Wickenburg und für den Kommissionsantrag. Frcih. v. Noth schilt». Auch cr erblicke in dcm Komissionsantragc eine der Kontrolc-Kommission zn ertheilende Rüge.' Nach seinen kaufmännischen Ansichten müsse cr auch das Resultat dcr Sllbcranlcchc als nngünstig bc^ichncn, obzwar cr darans dcm Finan;-ministcr kcincn Vorwnrf machen wolle, da wohl die Zeitvcrhältnisse -die Schuld tragen können. Er wolle nicht über die Auslcguug dcS Gcsctzcs richten, cr sci kein Jurist, aber cincö könne cr vcrsichcrn, daß dic Kontrolc-Kommission nie die Absicht hatte, ihre Befugnisse zn überschreiten. Fürst Salm erklärt, die Anslcgnngen dcs Frcih. v. Lichtcnfcls hätten ihn nicht überzeugt, cr könne keine Ucbcrschrcitung dcr Befugnisse erblicken. Die Kommssion sci verpflichtet, ihre Wahrnehmungen mit-zutlMcn und mehr habe sie nicht gethan. Redner erklärt sich für den Antrag Wickcnburg. Wcnn man schon dcr Kontrolc-Kommission eine Warnung zukommen la^cn wollte. mußte sie präziser abgefaßt sein, als dcr Kounmisionsantrag. -s-^Ä' ^/^ sicht in der Kontrole. Kom. Msion dcn Vertreter dcr Staatsgläubiger und nicht ein eigentlich kontrolircndcs Organ. Die Kontrolc-Kommission habc sich nicht mit dcn laufcndcu Finanzgeschäften zu beschäftigen. Die Kontrolc-Kommission habc ihrc Meinung ausgesprochen, die berichtende Kom« mission habe anch eine Mciunng ausgcsprochcu. DaS AuSsprcchcu ciner Meinung sci frei und man müssc darin nicht sogleich cinc Rüge erblicken. Redner sieht in dem Berichte der Kolttrolc-Kommission einen faktischen Uebcrgriff und befürwortet die Annahme des Kommissions - Antrages. Finanzministcr v. Plencr erklärt, daß nicht dcr konkrete Fall, sondern das in demselben cnthal« tcndc Prinzip ihn bewege, das Wort zu ergreifen. Ans dcm Wortlaute dcs Gesetzes weist dcr Minister nach, daß dic Kommission Wahrnchmuna.cn, wclchc der in den tzß. 8 nnd !1 dcs Gcsctzcs übcr dic Kontrolc begrenzten Sphäre angehören, zur Kenntniß dcö RcichsrathS zu bringen habe. Was darüber hinausgeht, licge nicht in den strengen Grenzen dcs Gcsctzcs. Dic Rcgicruug halte dafür, daß gerade die strcugc gewissenhafte Aufrcchlhaltung dcr Grcnzcu dic dcmcrndc Bürgschaft uud Gewähr für cinc gedeihliche nnd fort» dauernd bestehende Ordnung sci und deßhalb lcgc sie auf das heute zur Sprache gekommene Prinzip hohcn Werth. WaS unter den Begriff „Wahrnchmungcn" zn verstehen sci, lasse sich nur ans dcm Wortlaut deö §. 14 erläutern. Wahrnehmungen übcr, bei Aufuahmc von Staalsaulchcu fchwcbcudcn Krcditsope-ratioucu, Beurtheilung, ob dcr KurS ein güustigcr oder ungünstiger sci, könnc, von anderen Rücksichten abgesehen, bloß vom staatsrechtlichen Standpunkte aus nicht in die festen und sicheren Bcstimmuugcn dcs Gesetzes über. die Kontrolc dcr Staatsschuld hincingc« legt wcrdcu. Auf Grund dcsseu spricht sich dcr Mi^ ilistcr für die Annahme dcs Kommissionsautragcs aus. Nach dcm Schlußworte des Berichterstatters wird zur Abstimmung geschritten uud dcr Antrag dcS Gra> fcu Wickcnbura. respektive des Abgeordnetenhauses an^ genommen. Es kommen die AuSsprüchc zur Verhandlung. — Punkt 1 betrifft dic verspätete Mittheiluug dcS Abschlusses dcS Vorschußgcschäftes per A Millioucu Pf. Stcrl. an die Kontrollkommission, wclchc nicht gebil» ligt wird. — Die Kommission pflichtet dem Antrage dcs Abgeordnetenhauses bei, kann aber nicht, wie das Abgeordnetenhaus in dcr Unterlassung dcr Vorlage dcr betreffenden Schuldurkuudcn zum Bchufc der Kontrasignatur eiuc Gesetzwidrigkeit crblickcu. ssincmzmiuister v. Plcner: Eine genaue Prn« fung dcr Bestimmung dcS GcsetzcS ergebe, daß dic Kommission berechtigt sci, uon dcm Stande dcr fun> dirtcn nnd fchwcbcndcn Staatsschuld jederzeit Kennt« niß zu nehmen. Dcr Finanzmiuistcr muß ferner dcr Kolttrolcloinmission bei Erstattung ihreS IahrcSberich« tcS uud der Scmcstralauölveise das nöthige Matc-riale nnd die Daten vorlegen, um sie vou dem mittlerweile veränderten Stande dcr Staatsschuld in Kenntniß zu sctzen. Eine Verpflichtung aber, daß von neuen einzelnen vorfallenden Geschäften gleich beim Abschluß desselben cinc Anzeige mittelst Initiative dcS Finanzministers sogleich an die Kontrolclommission geschehen möge, sci aus dcm Gesctze nicht zu eutlich« mcn. Hätte die Kontrollkommission von dcm Stande dcr Staatsschuld Kenntniß nehmen wollcu, halte sie das Ansuchen um Mittheilung dicscS Geschäftes ge« stellt, so hätte cr gewiß leinen Anstand genommen, sie hiervon in Kenntniß zu sctzen. Freih. v. LichtenfelS findet den KoinmissionS« antrag im Gesetze begründet. We»n cS anch auer« lennenSwerth sci, daß dcr Fiuauzmiuistcr im Stande war, ein persönliches Darlchcngcschäfl iu dcr Höhe uon 30 Millionen abzuschließen, so bleibe dieß doch eine Vermehrung dcr Staatsschuld und hätte der Zcntral-Kommission angezeigt werden müssen. Dcr erste Theil dcS KoniinissionSanlragcS wird angcnommcu; worauf dcr zweite Thcil dcS Anlrages, die Kontrasignirung bclrcffcud, zur Debatte gelangt. Freih. u. Rothschild spricht gegen dcn Kom« Missionsantrag. Er hält dafür, daß die Finanzver« waltuug verpflichtet gewesen wäre, die SchMtmrllmde tontrasianircn' zu lassen, Rcdncr findet cin Prä^edcuz in dcr Kontrasignirung dcr Wicncr>Währung. Schuld zur Zeit dcS Abschlusses der Baukalte und nimmt schließlich dcn Beschluß dcS Abgeordnetenhauses als selbstständigen Antrag auf. (Dcr Antrag wird un« tcrstützt.) Freih. v. Lichtcnfclö spricht gegen dcn Antrag. Iu dem Gesetze sci nur uon Ucbcrwachung der Er« zengung die 9icde, aber nirgends ausgesprochen, daß die Kontrole-Kommission alle Schuldnrlundcn kontra-signiren müsse. Wenn eine große Anzahl gleicher Schuldverschreibungen erzeugt wird, so sci die Kon« trasignatur als Koutrole, daß nicht mehr erzeugt zu werden nöthig, anders sci cS iu dcm vorliegenden Falle, welcher sich unter der Gcsctzgebuug übcr die Kontrasignatur nicht subsummircu lasse. Dcr Antrag Rothschild bleibt iu dcr Minorität; dcr Kommissiouöanlrag wird angenommen. Punkt 2 betrifft die Rudolphsloosc. Die Kom-mission beantragt übcr diesen Punkt zur Tagesordnung zu übergehen. — Der KommissionSanlrag wird ohne Debatte angenommen. Bei dcm 3. Punkt, welcher von dcn bei dcr Natioualbauk verpfändeten Obligationen handelt, bean« tragt die Kommission, dcm Ausspruche des Abgeordnetenhauses, daß hier eine Verletzung dcS Artikels 62 dcr Banlstatntcn vorliege, nicht beizustimmen. (Wird ohne Debatte angcuommen.) Wegen vorgerückter Stunde wird die Sitzung geschlossen. Nächste Sitzuug Morgen; Tagesordnung: Fort-sctzuug dcr hcutigcu. 33. Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 18. März. Nuf dcr Ministcrbank: Schmerling, Plener, Hciu, Burger, Frank. Nach Vorlesung des Protokolls werden die Einlaufe mitgetheilt. Es befindet sich darunter eine Pc< tition dcr Stadt Wien gegen das Gesetz, betreffend die Vorschrcibung und Eiuhcbuug dcr Einkommen» stcucr von Eiscubahuuutcrnchmniigeu. Abg. Knranda, welcher die Petition überreichte, ersucht deu Präsidcutcn, dcn Wortlant dcr Petition vorlesen zu lassen, da dcr Gegenstand, dcn sie betrifft, auf der hcutigcu Tagesordnung stehe. Präsident erklärt, die Petition dcm Bericht-erstattcr zur Kenutuißnahmc übcrgcbcn und dann zur Vorlesung bringen lassen zn wollen. ES wird cinc Zuschrift dcS Baron Tinti vor« gelesen, in welcher in Berücksichtigung scincr Gcsuud« hcitSverhällmsse und deS Umstaudcs, daß cr bcrcilS in zwci Abschüssen thätig ist, die in dcr vorigen Sitzung anf ihn gefallene Wahl in den Ansschuß, betreffend die der Bodeulrcditanstalt zu gewährenden Ausnahmen vom Gcbührcngcsetzc ablehnt. Präsident fordert das HanS auf, sogleich zur Wahl cincs andcrcn Mitgliedes zu schreiten. Die Wahl wird vorgenommen. Abg. Hagcnancr wird gewählt. Abg. Taschct ergreift als Berichterstatter dcS Finanzausschusses das Wort. Er stellt Namcnö des Ausschusses dcn Dringlichkcitsantrag, sogleich über die Ncgicrungöuorlagc, betreffend dic Fortdauer dcr Zuschläge zu dcn direkten Steuern für die Monate April, Mai, Juni, Bericht erstatten zu dürfen. — Die Dringlichkeit wird anerkannt und das Gcsctz ohne Debatte in zweiter und drittcr Vcstmn anncnolnlnen. Es wird zur Tagesordnung geschritten. Anf derselben steht als erster Gegenstand die Spczial-dcbattc dcö Gcsctzcs, bctrcffcnd die Bemessung nnd Vorschrcil'ung und Einhebuug dcr Erwerb« und Ein-lommenstcncr von Eisenbahnunternchmuugcu. Berichterstatter Abg. Herbst verließ zuerst die crwähutc Petition dcr Stadt Wien, in welcher die Ablehnung dieses Gcsctzeö befürwortet wird. Abg. Groß: Sowohl ihm als dcn: Hause dürfte dcr Inhalt dcr schr umfaugrcichen Petition entgangen sein und man löunc dahcr nicht annehmen, daß sie von irgend welchem Einfluß auf die Debatte nnd dic Beschlußfassung sciu werde. Man sci aber dcr Haupt« nnd Residenzstadt die Rücksicht schuldig, daß wenigstens dcr Ausschuß dic Petition in Erwägung zichc. Er stelle dahcr dcn Antrag, die Spezial-dcbattc übcr das vorlirgcndc Gcsctz auf dic nächste Tagcsordmiiig zu stellen, damit dcr Ansschnß die Petition inzwischen iu reifliche Erwägung ziehen nnd darüber dcm Hanse berichten könne. (Dcr Autrag wird angenommen.) Zweiter Gegenstand dcr Tagesordnung ist die erste ^csnng dcS Antrages Bcrger auf Erläuterung dcö §. 13 dcr Verfassung. Der Antragsteller erhält daS Wort zur Begründung. Abg. Verger: „Seiu Antrag dürfte cin Prüfstein für dic Vcrfassuna.Sfähigkeit des Hauses und dcS lllnstitntioncllcn Geistes dcr Regierung werden, er dürfte zeigen, ob daS Reich sich wahrcr Freiheit oder nnr eiucS SchcinlonstitulionaliSmuS crfrcne. Für die Regierung gebe cS nichts bequemeres als daS Vor-gchcn nach 8- 13, habe ciumal der Herr VcrwaltungS« minister gesagt. Dcr tz. 13 sci ein Unicum in der Geschichte dcr Verfassungen und müsse abgcäudcrt werden, sagte Abg. Wascr als Berichterstatter iu der RogawSli - Debatte. Diese so cutgcgcngcsttztcn Anschauungen zeigen, wie nothwendig cS sci, cudlich definitiv dcn Z. 13 zu erläutern. Redner geht nacheinander auf alle jcne Fälle cin, in wclchc der i>. 13 Anwendung fand und fucht daraus die Folgerung zu ziehen, daß dic Regierung den tz. 13 uicht nur allein dort anwende, wo er anzuwcnden sei, nämlich in dringenden Fällen, daß sie ferner Gesetze erlasse, deren vcrfassuugsmäßigc Existenz Niemand begreifen könne, daß die Rcgicrnng kraft einseitiger Auslcguug etwaS als Angelegenheit der Efclntiuc auffaßt, um dcm 8-13 zu entgehen, daß sie sich entweder gar nicht nach ß. 13 rechtfertige odcr wenigstens nicht vor dem nächsten NcichSrathc, endlich daß sie den H. 13 einfach dahin auslege, daß daS Hauö daS, was sie uach §- 26 R 13 verfügte, nur zur Kenntniß zu nchlncu, aber über die legale Fortdauer nicht zu beschließen habe. Dies letztere sei der Kern dcr Frage. Nach dem Wortlaut bcs A. 1); würde mau glauben, daß derselbe gar uicht von legislativen Alten spreche, dcuu er spreche nur von Maßregeln uud Vcrfnguugcu. R'cducr versucht zu zeigen, daß dcr ij 13 mit dem Oltobcrdiplom und dem Fcbrnarpatcnt gar nicht in Einklang zu bringen sei. Er sucht nachzuweisen, das; zu jedem Gesetze die Zustimmnng dcö RcichsrathcS nothwendig sei nnd daß daher keines den legalen Charakter behalten kann, wenn ihm nicht beide Häuser zustimmen. Auf die Einzclnhcitcn seines Antrages übergehend, nennt Redner seinen Antrag eine Erläuterung, keineswegs sci er aber eine Verfassungsänderung, wie er von verschiedenen Journalen aufgefaßt wurde. Wcuu sein Antrag Gcsctz wird, so werde die Regierung da< ^ durch keineswegs verhindert, den tz. 1A zn handhaben, co wcrdc ihr durchaus keine Verlegenheit dadurch bc. ltltet. Anch die OpportnuitätSfrage berührt dcr Red» ner und sagt: Dcr §. 1^6 könne die Verfassung weg-oktroyiicn, wcun die AnSlcgnng dcr Ncgicruug angc. nommcn würde. Die Regierung müsse eutwcdcl sich dieser Interpretation anschließen oder den §. I.'i im Sinne des wahren KoustitutionaliSmuS ändern, sonst Hütten wir nnr einen ScheinlonslitutioualiömuS nnd zwar nicht einmal den SchcinlonstitntionalismuS l"r Sache, sondern uur der Form." Dcr Aulrag Äcrgcr's, scincn Gesetzentwurf ciucm aus dem Hause zu wählcudcn Ausschuß vou !) Mit. gliedern zur Vorbcrathung zuzuweisen, wird augenom» men und sogleich zur Wahl geschritten. ES wurden gewählt: Die Abg. Bcrgcr, Wafer, Haßmann, Pan-lratz, ferner dnrch Nachwahl Zimmerman,,, ^apcnna, uud durch cugerc Wahl Pratobcvcra, GrocholSli. ES crschclucn nur 8 gewählt. Die nächst meisten Stim-men in gleicher Anzahl crhiclteu Herbst uud Khuci,-bürg, zwischen welchcu das Looö eutschcidcu muß. Eö fällt auf Abg. Khucuburg. Abg. Aldnlcan n berichtet NaiucuS dcS Finanz« Ausschusses über ciuc Petition von 18 Gemeinden des Vccscr Bezirkes in Thorsacr Komitat in Sicbcil. bürgen nm ein Darlehen aus Staatsmitteln. Sie begründen ihre Petition mit den dnrch Elcmcntarcr-cignissc hervorgerufenen Nothstand, welcher so groß sciu soll, daß sie das nöthige Getreide zur Aussaat uicht haben nud anch die Stcilcrn nicht zahlen können. Achlrcichc AuSwandcruugcu scieu die Folge davou. ^'e bitten daher um ein Darlehen, rückzahlbar in l) bahren und nm Frislnug dcr Stcucru. — Dcr An« trag des Finanz-Ausschusses ist, diese Gesuche dcr sicbcnlniraisch!,'!! Hofla„,;lci abzutrett-n liüd dicscllni, nach ^nlnß ihres Willuünölrciscö z»r Acliicksichtiguug zu clttpfchlcu. Wird ohnc Debatte aliacnoulmcn. Nächste Sitzung Montag. Werreich. Wien, 17. März. In der Abcndsitzung dcö Finanzausschusses wurde in dcr Berathung dcS Ta< schrk'schcn Gerichtes fortgefahren. ES wurdcu in dem Berichte förmliche Verwüstungen aiistcstellt, ganze Spalten desselben gestrichen, namentlich dcr PassnS Vou dem Ausgeben dcr „sog. Großmachtsstellung" übcr die Anlchcn dcr letzten Jahre. Bei dem über dcu VrintS'schc» Antrag nnd über die bei einigen Titeln zugestandenen VircmenlS handelnden Passus wurde auf Antrag GrocholSli's beschlossen, anSzii' sprechen, daß beim RechiilinaSlibschlnß nach Kapitel» und Titeln s. Z. vorgegangen werden müsse. Die vom Referenten beantragte KonponSstener-Erhöhnna wurde fast einstimmig abgelehnt. Nicht Eiuc Stimme redete für dieselbe laut. Auf die im Lanfc dcr Debatte an den Finanz-minister wiederholt gcrichleten Fragen, wie cS die Ncgieruug mit dcr Bedeckung zu halten nnd ob sic mit dcr von Dänemark zu erwartenden Kricgscnt. schndignng auszukommen gcdcnlc, crilätte derselbe: Die Regierung werde s. z. cinc nmfasscudc Darlegung °." Finanzlage dcS Reiches nnd bei dieser Gelegenheit cmcn ringchcndcn Plan über die Mittel nnd Wege, lv'c onrch dic Äcnützimg des öffcnllichcu KrcdilS dic ^"mnzuoth droben werden lönnc, dcm RcichSralh M! ^'l. ^'" Wn- wurde nicht genannt. Die M lthcllimg crregtc die größte Scnsation. Iu der nachstcu Sitzung wird der FinanzanSschuß mit dcm Berichte zum Abschlüsse kommen. Uusland. A,ls,sburss, II. März. Das hiesige Gymna. Mn zn St. Anna hat gestern nntcr der Adresse dcS MttlorS Hrn. Schulralhs Dr. Mczgcr „lli«wiro ^ '»nl^ (/>«!lr, tom0 i>rcn,is'i-" auö dcm laiscrlichcn Ka< mnct erhalten, mit dcr Dedikation auf den, ersten nn" (dic Worte l^'.^l,«!^'^ '^'^ b°l" Kaiser eigenhändig eiuge. schucbcn.) D.e Karte nnd das Bild Cäsars sind dem Exemplare beigefügt. Vclannilich studierte Louis Na-polcou ciu paar Jahre an diesen, Gymnasinm. Berlin, 16. März. (Sitzung des Abgeordneten» Hauses. Debatte übcr dcu Gcueralbcricht.) Der Fiuauzmiuistcr prolcstirt gcgcu dcu wegen Steuerdruckes erhobenen Vorwnrf; er crlcunt das Verdienst des Berichtes wegen Klärung dcr Situation bezüglich dcr Vudgclfragc au. Der Bericht beruhe vielfach auf irrigen Voraussetzungen, besonders seien die daS Kriegsbudget betreffenden Anträge auf durchgrcifcude Reduktionen des MilitärctalS bei Erhaltung dcr Schlagfcrtigkcit dcr Armcc uud dcr Machtstellung Preußens nicht rcalisirbar, Die Hcrabsctznng des KriegsctatS wäre cinc Vcrschärfnng nnd nicht eine Bcscitiguug dcS KouftiltcS. Bezüglich dcr Aufhebung des Zuschlages zu den GcrichtSlostcn und des Salzmonopols erklärt dcr Minister, daß dcr Zeitpunkt zu einer Verminderung dcr Lasten nngccignct sei; dcr Antrag, die Gcbände. stcncr betreffend, sci nnannchmbar; die Quotifizirnng dcr Einkommcnstcucr in NionatSratcn sci nicht erfüll-bar, dic Regierung würde dadurch vou dcr Majorität dcs HaufcS abhängig und dies wäre eine Abschwä. chnng ihres vcrfassnngSmäßigcn NcchteS. Im sogc. nannten Bndgctrccht wurzele der Konflikt, den die Rcgicrnng bcllagt. Dic Regierung verdiene nicht die Beschuldigung, das Budgclrccht zu beeinträchtigen. Das Budget wird vereinbart wie ein anderes Gesetz, dnrch die Mitwirkung der drei GesctzeSfaltorcu. DaS Herrenhaus hat das Recht dcr Verwerfung odcr Annahme dcs Andgcls. Verwirft daS Hcrrcnhauö das Bndgct dcS Abgeordnetenhauses, so ist lein Etat festgestellt. Nehmen beide Häuser daS Budget an, so lst^ die Zustimmung der Regierung erforderlich. Die Rcgicruug läßt sich dl'cscS Recht nicht verlüm-mcrn. Wenn lciuc Budgctvercmbaruna erfolgt, so darf dic Rcgicrungövcrwaltung nicht stille stehen. Nur durch eine Vereinbarung über das Budget sei dcr lästlgc Zustand zn beseitigen. Die Rcgiciuug verlangt nicht die unbedingte Annahme des vorgelegten Budgets, aber dcu guten Willen zu cmer Vereiubarung. Dieser stellt sich Hof. fculllch cm uud dann kommt mit Gottes Hilfe das ^"dgtt zu Stande; wo nicht, dann treffe nnmöglich die Schuld cmes budgctlofcu Zustandes die gegcu-wartigc Rcgicruug. ' ^' uu Die Regierung habe die Reorganisation gut ge. funden, diese scl nicht, ohnc dcm WiUcn dcS Königs entgegen zu handeln, nud ohne Schädigung dcr In-tcrc,scu dcs Vaterlandes rückgängig zu machcu. Dcr Minister bezeichnet Virchows Antrag als uuauuchmbar und wcist l,'cvschledcüc Ncdncr zliriicf Nach ei»cm ?l,Kr.,gc de« Pläsidculcn, ob die Genc.aldcdallc .,, Folge dcr c.'tt.ärm.g dcS Ministers w.cdcr m.fznxchmcn sci, „ach mchrseitigcn A, agc,^ auf Vertagung da dcr Finanzministir sich iuzwisch cutfcrut hat nach dcr unter Widerspruch dcs Hanfes abgegebenen Erkläruug dcS KliltuSministers Mühler daß die Rcgicrnng nicht mwcrlrclcn sci, wenn ein Minister anwesend ist, und schließlich, nachdem der Finanzministcr in dcn Sitzungssaal zurückkehrt, wird Houerdcckö Antrag auf Fortsetzung der Spczialdcbaltc angenommen. Graf Schwerin rechtfertigt das Ministerium dcr ncucn Acra gegen dcu Vorwurf dcS FinauzministcrS, daß es dcn Konflikt hervorgerufen habe. Die gegen, wältigen Minister hätten dcn thatsächlichen Reform-znstand dcr Armee, aber nicht dcn Vcrfassuugslonflilt vorgefunden. DaS Ministerinin der ncucn Acra sci znrückgctrctcn, um den Konflikt zu vermeiden- -s glanbtc die Reorganisation allerdings durchführen Iu können, indem cö von den Vorausfetzungen ciu s RckrutnungsgcsctzeS, eines liberalen Rcaimcnlö ,,,i> dcS Ansbancs dcr Vcrfassuug auSain. ^. . ) die Annahmc von Hagcn!' A?,tr^?s ci^ Beweis vonMlßlrancn gegeben wurde, so war unsre Durcb. sühruug der Maßrcgcl uicht nn'hr z7hö^. ^ Z< dem unsere Entla,snngSüesnchc nicht bewilligt wurden, ncthcu wn die Auslosung dcr Kammer au, jedoch untcr Voraussetzungen, welche uns nicht acwährl wurden. Dcr Konflikt cnlstand durch die Ausfnssuua der G«nzcn der Bcfngnisse durch daS jetzige Mini-slcrinm. Der KonM scl ansgleichbar mit diesem Hause ans denselben Grundlagen der HecreSrefo n. aber nicht in den Grcnzeu der Auffassung des Finanz-unuistcrs. Er sage mit Fauchcr.- Dcr Konflikt sci auSznglcichcu durch ciu Kompromiß, o^H ^,, Sica dcS Patriotismus übcr dic Eitclleit. sagt: Er wollte uicht daS Ministerium dcr ncncn Acra fiir dcn Kon-slitt vcrautwortlich machen. Graf Bcthusy (Konservativer) fnnn den Etats-grundsätzcn dcS FinanzmiNlstcrs nicht bcitrclcn Er sagt: Snchcu wir die Bcscitiguug dcs KonftillcS- sie ist ein Sieg dcr Sclbstvcrläuguung über das formelle Rccht. Wagcucr sagt: Die Regierung braucht keine Belehrung, Vielleicht erscheint nächstrns einmal daS Budget iu dcr Gesetzsammlung, wic Virchow wünschte, dns vom Könige und dcn Ministern vollzogen ist. Auf dcn hicrauf crfolgcndcn Ruf „;nr Ordnung" von Seile der Abgeordneten erklärte Wagcncr, miß. verstanden zu sciu. Vizepräsident v. Bockum-DolffS will den unkorrigirten stenographischen Bericht vcr-lcscn lassen. Er lonstatirt ans dcm stenographischen Bericht, daß Wagencr gesagt habe, „er gcbc sich der Hoffnung hin, daß." Hicniit sci die Sache erledigt. Gegenüber dem Grafen Bcthusy erklärte Graf Schwerin, in der VerfassungSfrage wcrdc er stctS ofsen reden. Bor dcm Könige stehend, wcrdc er sagcn: „Allcrgnädiaster König, das geht nicht, da« ist gegen daS Recht dcS Bandes." Dic Debatte wurde auf morgen vertagt. Turin, N'». März. In der Dcputirtcnlammcr erklärt der Minister dcs Auswärtigen in Bcanlwor« tuug einer Interpellation liber die Ereignisse iu Montevideo, die Regierung habe die Absicht dic italienische Kolouie dort ausgiebig zu schützen, und werbe alles thuu, um die Nebel des Krieges zu mildern, ohnc jedoch politisch zn intcrocuircn. Paris, 17. März. Nach versöhnlichen Ertlä« rungcn dcs StaalSraths Thuillicr im Namen dcr Regierung hat dcr Scuat iu sciucr gestrigen Sitzung Artikel IZ dcr Adresse, betreffend daS Verhältniß zwischen Kirche und Staat, angenommen. Die Debatte über die Scptcmbcrkonocnlion hat begonnen. Der „Monitcnr" meldet die Ernennung dcs Präsidenten Devienne, des GcncralS Flcury uud dcS Präfcltcn Ehevrcau zu Senatoren. Dcr „Eonslitutionncl" dcmcnlirt dic Nachricht, daß Graf SartigcS bcanftragt gewcscn sci, dcm Papste jcnc Millhciluug zu machcu, vou wclchcr dic Journale sprechen. London, 16. März. Im Obcrhausc crwicdcrt Earl Russell auf eine IutcrpcUation Lord StratfordS: Die Berathungen über die türkisch-persische Grenz« rcgulirung schließen hoffentlich mit Ende dicscS Monats; England und Rußland haben hiczu cinocr-ständlich mitgewirkt. Auf cine Interpellation Griffiths im Unterhause autwortct Lord Palmcrston: die Zwangsarbeit sci bci dcm Vauc ocS Sucz - Kanals gegenwärtig ausgc« schlosseu. In Stockholm fanden vom 5 d. an durch mehrere Abende Straßen-Unruheu Statt; cS wurden wiederholt Militär-Mannschaften herbeigezogen und es erfolgten zahlreiche Vcrhaflungcu. Die Tumul-tncmteu wünschen dic Beseitigung dcS PolizeimcislcrS Wallenberg, dcr bci dcn März-Unruhen dcs vorigcn Jahres und dann auch bci cinigcn späteren Gelegenheiten mit ungewohnter Härte auftrat. Am 7. d. Abends wurden vou den anf dcm Gustav. Adolfs--Marktplätze und vor dcm Polizei-Amt versammelten Vollcchanfcu dic Fenster in vcrschicdcncn Polizeiwachen zcrlrilmmcrt. Dcr Iustizministcr hat rinc strenge Untersuchung angeordnet, nnd zugleich dic Beschlagnahme einer gcgcn den Polizcimiuistcr gerichteten Flua« schrift verfügt. " Belgrad, 12. März. Soeben bringen Privat-briefc hichei die Nachricht, daß der rnssischc Konsul zn Monastir (in Bulgarien) von dcn Türken tödllich mißhaudclt worden ist. — Bei dcm Ballfcstc, wclchcS im fürstlichen Konal stattgefunden, war auch dcr türkische Fcstungs.Gouverneur sauimt allen scincn Offizieren erschienen. Die türkischen Militärs waren dic Helden dcs Balles und zeichneten sich durch cinc an Asiaten ganz ungcwohulc ^iebcnswüroigicit uud Eleganz der Erscheinung auS. Als Fürstin Julie zn milden Gaben für das von ihr gegründete Spital und Waiscuhau« aufforderte, spendete dcr Pascha, Kommandant drr türkischen Festung 200 Tlück Dukaten in Volt». — In ganz Belgrad spricht man nur von den Türken und ihrem splendiden Benehmen anf dcm fürstlichen Hofballe und dic cingrflcifchtcn Original - Serbcn behaupten allcn Ernstes, daß sich die türkischen Offiziere so liebenswürdig benehmen, nm dcm serbischen Fürslenpaarc im Auftrage dcs Padi-schah dic Auge» zn verblenden, während an den Grenzen durch Ansicdeluug dcr Tschcrlcsscu ciuc Auö-brcitung ScrbicnS unmöglich gemacht wird. Vtostar, 10. März. ^uka Bukalooi6 hat sich zu sciucu Gesinnungsgenossen in die Distrikte von Drobnak, Piva und Gazlo bcgcben. Hier wild er nnbchclligt bleiben, 'dcnn dic Pforlc übt daselbst leine Ingercnz, sondern läßt dic Stammhäuftlcr, falls sic nnr dcn Landfrieden nicht störcu, frei schallen nnd wallen. Die türkischen Behörden geben sich dcr Hoffnung hin, daß die neuesten Erfahrungcu jencn Gcbiras-bcwohncrn dargcthan habcn dürften, wic geringe Sympathien ihr Auftrclcu gcgcu dic Pfortc bci der Masfc dcr Bevölkerung finde uud ciuc ncuc Erhebung nur mit ihrem Untergänge cndcn müsse. — Bon italicnischcn Umtricbcn in dcr Herzegowina, wenn deren überhaupt vorgekommen, ist gegenwärtig kcinc Spur mchr zu fiudcn. New-York, 4. März. Dic Botschaft. ^ncvInS cuthält kciu Anzeichen einer Acudcruug dcr Politik und leine Anspielung auf die Beziehungen zu dcn Frcmdmächleu. Von Shcrman ist nichts anthcnli-schc« bekannt. ES geht das Gerücht von cincr Schlacht zwischen Iohnstone und Sherman, so wie, daß die Fortschritte Shermans und Shoficlds auf« gehalten seien. Grant bereitet einen anderen Kriegs-plan vor. Der Senat von Virginien hat den Gou« verucur zur Bewaffnung der virginifchen Neger ermächtigt. — 8. März. Ueber Sherman verlautet nichts Authentisches. Ein Gerücht spricht von der Pereini« gung Sherman's mit Shofield bei Faycttcvillc. Fcr< ncr verlautet gcrüchtwcisc, Sheridan habe Charlotte« ville besetzt; Early'S Korps sei geschlagen, General Early selbst gefangen genommen worden. Der ame« rikanische Konsul in Matamoras ist von dort vertrieben worden, weil er den Kaiser Maximilian nicht an« erkannte. Das canadischc Konfödcrationöprojclt ist von Neu-Braunschwcig verworfen worden. Mal» un> ProvinM-Uachrichten. Laibach, 20. März. Die gesellige Zusammenkunft der Sänger, Turner und Schützen am letzten Samstag war zahlreich besucht nnd bot manche belehrende und unterhaltende Momente; besonders sprach der wissenschaftliche Bortrag über die Entwicklnng des Münncrgcsangö an. Höchst amüsant war dicßmal dic„Kncipzcitnng", welche dem jüngsten journalistischen Konflikte hier einen ergötzlichen ' „Leitartikel" widmete. — Einem Briefe des Kommandanten der österreichischen Freiwilligen in Mexiko, Generals Grafen Thun, welcher dem „Sport" zur Einsicht mitgetheilt wurde, entnimmt dieses Blatt nachstehende Stellen: Ich bin seit gestern 11 Uhr Nachts in Mexiko. Ich benutze den letzten Moment vor Abgang der Post, um Euch meine glückliche Ankunft mitzutheilen. Ich fuhr am 23. mit der Eisenbahn bis Cameron, wo ich mit meinen Begleitern die Pferde bestieg, und bis Patrero ritt, in welchem Orte ich bei Herrn Fink übernachtete. Mit mir waren Rittmeister Graf Fünfkirchen. Graf Knrtzrock, Nikolits, Lieutenant D'Equil« lier, Herr Bauer, Vertreter der Wiener Handelskam« mer, der Sohn des Wirths vom „grünen Baum" in Prcßburg, der iu Wein-Geschäften nach Mexiko geht, ein mexikanischer Garde-Offizier mit zwei Sol« datcn, Franz und Josef. Wir waren auf mexikanischen Commißpfcrdcn beritten, ich hatte einen guten kleinen Schimmel, der recht gnt ging. Um 24. Früh ging es über Cordova nach Orizaba; am 25. über die Combres nach Palmer — dieß war der stärkste Tag; am 26. über Ocazmgo nach Comozac; am 27. brachen wir sehr zeitlich Früh auf, und waren um 8 Uhr Früh entzückt von dem herrlichen Anblick von Pucbla. Um I. Uhr ging es wieder weiter bis San Martin. Nm 28. über Rio Frio nach llyotla, wo ich Bombcllcs mit einem Wagen fand, der mich nach Mexiko brachte. Ich muß gestehen, daß ich bis nnn Alles noch besser gefunden habe, als ich mir vorgc« stellt. Eine nähere Beschreibung meiues NitteS, den ich, nebenbei gesagt, sehr gnt vertragen habe, folgt nach. Einen gewissen Reiz hat diesem Nitt der Um« stand verliehen, daß mir im Verlauf fast jeden Tages ein berittener Bote nachgcsvrengt kam oder ein Telegramm folgte, daß GnerillaS sich zeigen, während Hotze von Puebla die Sicherheit der Straße in den schwärzesten Farben schilderte; trotzdem sahen wir nichts. In Pnebla ließ ich alles mich Gcnircndc zn< rück, und kam hier bloß mit Knrtzrock, Fünftirchen und Nilolits und den beiden Zivilisten an. (Theater.) Die Benefiz.Vorstcllnng des Orchc-stcrdirektors Herrn Zappe am vergangenen Samstag war ziemlich besucht. Der Schwank von Fedor Wchl „ein modernes Verhängmß" übte eine erheiternde Wirkung auf das Publikum, die jedoch durch die Operette „Mannschaft an Bord" thcilwcise wie-der vernichtet wurde, denn die Aufführung derselben blieb hinter der erstmaligen zurück. Es herrschte eine große Unsicherheit sowohl in den Solosccncn, als i» den Chören und Ensembles, ein Uebelstand, der bei Reprisen schon öfter bemerkt wurde. Es ist im Interesse der Direktion gelegen, solchen Vorkommnissen entgegen zn arbeiten, will sie nicht, daß das Publi-knm eine Abneigung gegen Wiederholungen fassen soll, — Heute Abend tritt der Gymnastiler Mccr-gartö in einem eigens für ihn und seine 3 Hunde geschriebenen Spcltalclstück auf. (Rinderpest.) Bei dem gänzlichen Erlöschen der Rinderpest in Ziuilkroatien nnd bei der bedeutenden Abnahme derselben in der Militärgrcnze, wo sie nur noch iu einzelnen Fällen in zwei von der Grenze KrainS entfernten Ncgimcntsgebieten vorkommt, wurde von der Landesregierung für Krain das Abhalten der Vichmärltc mit einheimischem, d. i. krainischcm Groß« und Kleinhornuich unter den in der Kundmachung vom 23. Jänner d. I., Z. 835, festgesetzten Bcdin-gu«gm auch in den an Kroatien grenzenden Bezirken A°«, Rcifnitz. Gottschee, Neustadtl, Mottling, Tschenieum und Landstraft bewilliget. Wiener Nachrichten. Wien, 10. März. Ueber daS Befinden Ihrer t. Hoheit der dnrch-lanchtigsten Frau Erzherzogin Gisela ist gestern früh 7 Uhr folgendes Bulletin auögcgcbcu worden: Die Lnngencntzündlmg ist auf den linken uutcrcu Lappen beschränkt; die vlcurilischcu Erscheinungen haben nachgelassen, das Fieber ist geringer. — Um 8 Uhr Abends: Im Verlaufe des Tages ist keine Steigerung der Entzündung eingetreten. Gegen Abend stellte sich nach einer uorübcrgchcuden Gcfäßaufregung allgemeiner Schweiß ein. Dr. Lösch ncr, Dr. Widerhofcr. — Ihre kaiserliche Hoheit die Fran Erzherzogin Clotildc, Gemalin Seiner kaiserlichen Hoheit des Herrn Erzherzogs Joseph, sind gestern den 18. d. M. Nachmittags nm drei Viertel auf zwei Uhr zn Linz glücklich von einer Prinzessin enlbnnden worden. Die durchlauchtigste Wöchnerin und die ncugcbornc Erzherzogin befinden sich ganz wohl. — Isaak Noa Mannheimer, der Prediger der israelitischen Gemeinde in Wien, ist gestern Nacht um halb 2 Uhr verschieden. Vermischte Nachrichten. Von Wien ist dieser Tage eine kleine Buchdruckerpresse nach Konstllutinopel abgcgaugcu, welche im Harem oeS Sultans im Palais am Bosporus aufgestellt uud einzig und allein zur Uutcrhaltungs-lellürc der türkischcu Damcu vcrwcudet werdcu soll. Eiue von den Harcmöoamcn ist Kcnncrin der französischen und englischen Romanlitcratur uud will ciuc Sammlung der besten Erzählnngswcrke in türkischer Ucbcrsctzung veranstalten. Sie selber arbeitet bereits an einer Ucbcrsctzung uou Thalcray's „NewcomcS" in'S Türkische. — Den Entdeckungen cincS Pariser Chemiker« wird daS Theater ncnc Effekte zu verdanken haben. Die Eigenschaften des MaguiumlichtcS, daS an blendender Helle das elektrische Licht uolllommcn ersetzt, die von seinen strahlen getroffenen Körper selbst» leuchtcud macht, haben jenen Mann zn dem Versuche geführt, wcißc Zeuge, mit verschiedenen chemischen farblosen Lösungen impräguirt, ihrer Farbcnvcrändernng nach zu untersuchen, wodurch es ihm gelungen ist, dic blaue, violette, gelbe, rothe und grime Farbe hcr« vorzurufen. Cö wird demnach möglich scin, z. B. eine Schaar ganz weiß gekleideter Tänzerinnen sofort unter Einwirkung jenes Lichtes in verschiedenartig gefärbte zu verwandeln. Mun wird bloß nöthig haben, die Stoffe in dic entsprechenden Lösungen zu tauchen. Neueste Nachrichten nnd Telegramme. Original - Telegramm. Wien, 2tt. Mär;. DaS heutige Vul-letiu über daö Vefinden der Orzherzogin Gisela lautet: Der gestrige Tass verssing ruhiss, die Lösung der ttunssenentziiudunss ist vorschreiteud, daö allgemeine Vefinden befriedigend. Die österreichischen Freiwilligen in Mexiko haben unter Kodolich den glänzendsten Erfolg errungen. Köln, 18. März. Die Eröffnung der interna-tionalen Ausstellung hierselbst wird auf Wunsch der Ostsceproviiizen mit Gcnchmignng des Kronprinzen auf deu 2. Juni festgesetzt. Paris, 18. März. Durch Anschlag au der Börse wird nachstehende Nachricht aus Mexiko veröffentlicht: Die Stadt Oajacca hat sich am 8. Februar ergeben. Die Franzosen haben 4000 Gefangene gemacht nnd 60 Kanonen erbeutet. Paris, l8. März. (N. Fr. Pr.) Im Senate sprachen heute Kardinal Mathieu nnd Scgur gegen die mexikanische Expedition; Marschall Forcl) hielt eine merkwürdige Rede für Mexiko. Die Adresse wurde hierauf vom Senate uotirt. Das „Memorial Diplomatique" meldet, die Vcr-handluugcu zwifchcu Oesterreich uud Preußen seien vollständig abgebrochen. London, 17. März. In dem Uutcrhause beantragt Hcuuessy: „England erkläre die Vcrwirlnng der VertrageSrechte Rußlands auf Polcu nnd verweigere die Zahlung der lnssisch'holläudischcu Anleihe." Berney unterstützt diesen Antrag. Lord Palmerston erwiedert: „DaS UutcrhauS sei weder ciue traltat-machende, noch eine lraktalbrcchcndc Macht; es wäre unwnrdig, obzwar daS Parlament wiederholt die russische Politik gegen Polen vcrnrthcilte, die Auerlcn-mmg einer Anleihe zn verweigern, welche mit der Ve-. Handlung Polens nichts gcmcin hat." Henncssy zieht seine Motion zurllck, nachdem Iohustone nnd Newman dazu anrathcn. Kopenhagen, 17. März. Die „Berling'sche Zcituug" schreibt: Im gemeinschaftlichen Ausschuß für die BcrfassuugSfragc ist die Majorität für den Vorschlag von zehn Mitgliedern, wonach der Lands-thiug aus 68 Mitglieder» bcstehcu soll. Der Köuig hätte hiczu 12, die Iuscl Bornholm 1, die Faroer 1 Mitglied zu ernennen, Kopenhagen uud die Städte 18, die größeren Gutsbesitzer 18 und die kleineren Gutsbesitzer 18 Mitglieder zu wählen. Bukarest, 17. März. Die dießjährige Kam-mcrsitzung, welche nach dem Reglement am 18. März zu schließen wäre, soll verlängert werden. — Der Senat beklagte sich, daß die Regierung ein Gesetz erlassen habe, ohne ihm dasselbe vorzulegen. Der Ministerpräsident entschuldigte diesen Fall als ein Versehen. — Die Minister Bostano, Strat und Vcrucsco wurden vom Fürsten zu Senatoren ernannt. Konstantinopel, 11. März. Auf Wnnfch der englischen nnd französischen Gesandtschaft ist der der Regierung von Pcrsicn gestellte Termin auf 6 Mouate verlängert worden. Einem Londoner Telc< gramme zufolge melden die hentigcn Londoner Iour« nale ebenfalls vorstehende Nachricht. In der letzten Sitzung der Gesandtcnkonfcrenz über die Angelegen« hcitcn der Donaufürstcuthümer wnrden Maßregeln zur Aufrcchthaltnng der Kapitulationen diskutirt. Der englische Gesandte Bnlwer ist von Alcxan-dricn nach Vcyrut abgereist. Athen, 11. März. Gcriichtweise verlautet, daß dic drei Schutzmächte durch ihre hiesigen Vertreter der Regierung Vorstellungen über ihre Politik machen licßcu. Die drei ill den Staatsrath bcrnfenen Ionicr haben nachträglich diese Stellung angenommen. Markt- und Geschäftsberichte. Wiener Fruchtbörse. (Telegramm vom 18. März.) Weizen: Marchfcldcr, Wien, fl. Z.W, 88 Pfd. Banater, Raab, fl. 3.40, 89 Pfd. Theiß, Naab, fl. 3.40, 89 Pfd. Korn: Ungarisches, Wien, fl. 2.30, 80—81 Pfd. Gerste: Slovalische, Prcßburg, fl. 2.—, 72 Pfd. Wien, fl. 2.10, 72 Pfd. Ocstcrrcichische, ., fl. 1.80, 72 Pfd. Hafer: Ungarischer, Trausito, von fl. 1.42, 47—48 Pfd., bis fl. l.47, 50—51 Pfd, Ungarischer, Transito, von fl. 1.45, 49 Pfd bis fl. 1.50, 50 M fl. 1.45, 47 Pfd. Umsatz: 25.000 Mctzcn. Weizenmehl Nr. 0 von fl. 9.50 bis fl. 10.50 „ 1 „ „ 8.75 „ .. 9.50 „ ^ „ „ «>25 „ „ 8.— „ >5 „ „ 5.— „ „ 0.2.) „ 4 „ „ 4.— „ „ 4.75 " '^ », „ 3. „ „ 4.— Kornmehl Nr. 0 von fl. 5.25 bis fl. 6.50 „ 1 „ „ 4.25 „ „ 5.25 „ 2 „ „ 3.25 „ „ 4.25 «aibach, 18. März. Auf dem heutigen Markte sind erschienen: 4 Wagen mit Heu und Stroh (59 Zentner), 90 Wagen und 4 Schiffe (16 Klafter) mit Holz, uud 74 Metzcn Erdäpfel. (Wochenmarlt - Preise.) Weizen pr. Metzen sl. —.— (Magazins-PreiS sl. 3.80); Korn fl. -..— (Mgz. Pr. fl. 2.50); Gerste fl. —.- (Mgz. Pr. fl. 2.34); Hafer sl.-.- (Mgz. Pr. fl. 1.85); Halbfruchl fi. —.— (Mgz. Pr. fl. 2.08); Heiden fl. —.— (Mgz. Pr. fl. 2.80): Hirse fl. —.- (Mgz. Pr. fl. 2.62); Kukurutz fl.—.— (Mgz. Pr. fl. 2.99); Erdäpfel fi. 1.80 (Mgz. Pr. fl.-.-); Linsen fi. 4.- (Mgz. Pr. fl. -.-); Erbsen fl. 4.— (Mgz. Pr. sl. —.—); Fisolen fi. 4.— (Mgz. Pr. fl. —.—); Rindöschmalz pr. Pfund kr. «0, Schweineschmalz kr. 44; Speck, frisch kr. 32, detto geräuchert kr. 44; Butter kr. 55; Eier pr. Stück tr. l z; Milch (ordinär) ftr. Maß kr. 10; Rindfleisch pr. Pfund kr. 19-21, Kalbfleisch kr. 18, Schweine-fleisch kr. 24, Schöpsenfleisch kr. —; Hähndcl pr. Stück kr. 45, Tauben kr. 15; Heu pr. Ztr. si. 1.I0, Stroh kr. 75; Holz, hartes 30", pr. Klafter fi. 9.50, dctto weiches fl. 7.—; Wein (Mgj. Pr.) rother pr. Eimer von 11 bis 15 fl., weißer von 12 bis 16 fi. (Mit Anrechnung der BcrzchrungSstencr.) Theater. Heute Montag: Dritte Gastvorstellung dcS Herrn E. Mecrgarlü: Die Kinder deS Pflanzers, oder Der Stumme und seine 3 Hunde. Amerikanisches Volissvcklalclschauspicl mit Gesang in 3 Abtheilungen nnd 10 Bildern von Therese Megerle. Verantwortlicher Redakteur: Ignaz v. Kleinmayr. Druck und Verlag von Ignaz v. Kleinmayr sk Fedor Vamberg in Laibach7 Hiezu ein halber Bogen Amts- und Itttelligeuzblatt.