2 ^5^ Donnerstag den s. Nuli 1832. Mieverlanv e. <4us Herzogenbusch wird gemeldet, daß Se. königl. Hoheit der Prinz von Oranicn in der Nacht vom i5. Juni dort angekommen isi und noch einige Tage daselbst verbleiben wird, bevor er sich mit dem Hauptquartier nach dem Feldlager begibt. — Für das Lager sind daselbst 8 Schiffe mit Proviant angelangt; auch werden in Hcrzogenbusch und Breda täglich i6,aoc> Brote fur dasselbe gebacken. Brüsseler Blättern zufolge, wird bereits im Kriegsministerium an der von den Kammern bewilligten Ausrüstung der 5o,ooo Mann Reserve--truppcn sehr stark gearbeitet. Die Zahl der Ärtil^ lericstücke unserer Armee soll, wo möglich, auf 2oo gebracht werden. (Ocst. B.) In einem Schreiben aus Brüssel vom i5. Juni (in der Aachner Zeitung) heißt es, 'aß die Citadelle von Antwerpen spätestens in drei Wochen angegriffen werden durfte. Man spricht von einem Lager von 2«,ooc> Mann, das um Brüssel errichtet werden soll. — Die Heirath des Königs soll beschleunigt werden, und um den Wünschen der Nation völlig zu genügen, ist der König Leo-hold entschlossen, die Kinder, welche aus dieser Ehe entspringen werden, in der katholischen Ncli« üion erziehen zu lassen. (B. v. T.) Der Moniteur belge zeigt den Ausbruch der iZholera in Brüssel sssiciell an. Die Seuche lst ausserdem zu Baisieux und zu Grpe bei Alost zum^ Vorschein gekommen. Die Vorbereitungö« nrbciten zur Errichtung eines Lagers bei Mcrchcm sind eingestellt worden. Dagegen wird Hassclt fort. während mit Eifcr befestigt. Bastionen und Re-^mcn erheben sich dort vcn allcn Ecitcn und be° herrschen die nach der Stadt führenden Straßen. Die Kanonen sind aufgefahren. — Unter den Truppen der Macstrichter Garnison herrschen Augenkrankheiten. Die Emancipation sagt: »Wenn wir gut unterrichtet sind, so sind die Formalitäten desHei-rathsvcrtrags zwischen Sr. Majestät dem König und der Prinzessinn Louise von Orleans zu Paris vollzogen worden. Se. Majestät ließ sich durch unsern Botschafter zu Paris, Hrn. Le Hon, vcpräsenliren." (Nack diesem Blatt wird die Vermählung am 2,. Juli statt finden.) — Das Journal des Flan. drcs sagt nach einer Korrespondenz aus Brüssel, die Prinzessinn Louise bringe eine Aussteuer von 27 Millionen Fr. mit. tezelt erklären hinlänglich ietti Nnkerwerfungen. Ft: jedein Falle werden die Nachforschungen, um der Herzsginil auf die Spur zukommen, mit gleiche? T.tMigkeit fortgcscht." , ' ,' Der Nouvclliste, vom 20. Juni gibt fol< gende'Auffchlüsse über die Veranlassung zur Ver» Haftnahme, der HH. von (Z harcaubriau d, Fitz-jameK und Hyde dc Neuville, die er vcr» bürgen zu können versichert: „Hr. Berry er hat, nachdem er nach Nantes gebracht worden war, mündliche Mittheilungen gemacht, aus denen her, vorgeht, daß er (Berryer) nebst den obgedach-ten drei Männern, Mitglieder eines im Interesse der entthronten Dynastie errichteten Eomite seien. Hr. Berryer hat noch andere Erläuterungen gegeben, die beim Prozesse ans Licht kommen N'.'r-den, deren Bekanntmachung uns jetzt nicht erlaubt ist. In Fslge dieser, der Regierung übermachten Mittheilungen sind gegen die HH. von Fihjames, Chateaubriand und Hyde de Ncuville Verhaftsbefehle erlassen worden." (Oest. B.) Folgende Nachricht wird als officiell mitge« theUt- Die spanische Negierung hat d.r englischen angezeigt, daß sie gegen Don Pedro in gleicher Weise handeln werde, »vie die englische Regierung gegen Don Miguel. Die englische Regierung hat eine Escadre in den Tajo geschickt, und englische Ossiciere abgesendet, um die Bewegungen der spa« mschen^Truppen zu beaufsichtigen. Die spanische Regierung erklärt, daß sie ihrerseits Officiere nach Lissabon senden werde, um die Bewegungen der englischen Escadre zu beobachten, und die spani-schen Truppen hätten Befehl, sogleich in Portugal einzurücken, wenn die Engländer Don Pedro un» terstützten. Die Pariser Journale geben folgende Verän« derungen in der Diplomatie: Hr. Morticr, Ge. ~ sandter in Bayern, kommt als Gesandter nach Dänemark; dcrMarquisv. St. Simon, Gesandter in Dänemark, als Gesandter nach Schweden; der Marquis von Dalmaticn, Gesandter in Schweden, als Gesandter nach Holland, indem bekanntlich Hr. Durand de Mercuil, provisorisch Hrn. v. TaNey-rand in London ersetzt. Hr. v. Mortier wird in München durch Hrn. Bresson, früher Gesandter in Hannover, und Letzterer in Hannover durch Hrn. Martin, Gesandten in Mexico, ersetzt. Hr. Des» fauois ist zum Gesandten in Mexico ernannt. Hr. v. Bourgoing, erster Botschaftssecretair zu St. Petersburg, rviro Gesandter in Dresden. Hr. Sepneme de Latour Maubsurg, erster VotschaftZsccrctär zu Wien, ist zum Gesandten in Brüssel ernannt. Man weih noch nicht, wer Hrn. d'Estourmcl in Columbia und den Grafen Flahaut in Berlin er« setzt, und wen man nach Brasilien und Konstant'»« nopcl schickt. (Mefsager.) Das bel Nantes liegende cm< gezündete Schloß, worin man behauptet, daß die Herzoginn von Berry umgekommen sei, ward von einer oocr zwei Compagnien unserer Truppen auf« geräumt. Man fand die Leichname von etwa 5c» Chouans, die verbrannt, oder unter den Trum« mcrn zerschmettert waren. Acht oder zehn derselben waren ausserdem ausser dem Hause von Kugeln ohne Zweifel in dem Augenblicke durchbohrt, wo sie hatten entfliehen wollen. UebrigenK fand sich, daß hier keine Person von Auszeichnung umgctom« men sei. Hr. v. Talleyrand wird London erst am 25. Juni verlassen. Vielleicht werden die neuen in Bezug auf Antwerpen und Lissabon, Ancona und Morea eingetretenen Schwierigkeiten die so ge» wünschte Reise noch mehr verzögern oder ganz hindern. Paris, 21. Juni. Dem Vernehmen nach soll der Belagerungszustand nächsten Sonntag, 24. Juni aufgehoben werden. Wahrscheinlich vergönnt der König zu gleicher Zeit eine Amnestie, doch schenlt man über letzter« Punct noch zu keinem bestimmten Entschlüsse gelangt. Hr. v. Talleyrand wird nächsten Sonntag in Paris erwartet. Man glaubt, er werde zu milden Maßregeln, zur Am-ncstie rathen. Das Gerücht, daß Hr. v. Tallcy. rano auf die Präsidentschaft des (Zonseils ausgehe, scheint völlig ungenau. In der ersten Zeit wird das Ministerium vermuthlich so bleiben, wie es ist. Allein in wenigen Wochen dürfte eine Aenderung eintreten. Parig, 22. Juni. Die Prozedur gegen