„N 49.' »839 Dounorstass den H. December. December - Lied. «parier Winter, streng u„d rauh. Winter, sey willkommen ! Nimmst du viel. so gibst du auch, Das heißt, nichts genommen! Zwar am Aeußcrn übst du N^ub. Zier scheini dir geringe, Eis dem Schmuck, und fallend Laub Deine Schmetterlinge. Rabe deine Nachtigall, Schnee dein Vlütheusiäubcn, Deine Blume» , traurig all,' Auf gefrorlicn Scheiben. Doch der Naub der Formcnwelt Kleidet das Gemüthe, Wenn die äußere' zufällt Treibt das Inn'rc Blüthe. Die Gedanken, die der Mai Locket in die Weite, Flattern heimwärts kä'Itescheu Zu der Feuer-Seite. Sammlung, jene Götlerbraut, Mutter alles Großen, Steigt herab auf deinen Laut, Segen »übergössen. Und der Vusen fühlt ihr Weh'n, Hebt sich ihr entgegen. Läßt in Keim und Knospen seh'n, Was sonst wüst gelegen. Wer denn heißt dich Würger nur / Du fiichst Lebens-Ni'ä-'zc, Und die Winter der Natur Sind der Geister Lenze! Grillparjc r> Vaterlandisches. Gesammelt und mitgetheilt von I. L. Johann Maximilian Graf von Lamberg. Iohne gleich« Ehre widerfuhr ihm, als der Kaiser die Infantinn Braut zu empfangen verreiset«. Im Jahre 1675 belehnte cr ihn und s«ine Nachkommen mit dein Obrist.'Erbkammeramce in Oesterreich ob der Enns, welches vorher die erloschene Familie der Herren von Fernberg begleitete. Im nämlichen Jahre war er kais. Obristhofmeister, in welcher Würde er bis an seinen Tod verblieb, der am 12. December 1682 sein Leben endete. In seiner Nachkommenschaft glänzt jetzt das fürstlich Lamberg'sche Haus, welches von ihm die Maximilianische Linie genannt wird. Sie nahm das Wappen der Herren de Scala und Ve» rona in das Mittelschild des ihrigen auf. Der älteste derselben genießt auch das Präsentationsrecht zu einem Familien-Canonicat« in der Laibacher Domkirche. Mit seiner Gemahlinn Judith Rebecca Eleonore Gräfinn von Wücber und Freudenthal erzeugte er eine zahlreiche Nachkommenschaft. XI.IX. Mathias Kastellitz. Math^s Kastellitz war geboren zu Kellenberg,'n Inncrkrain am 2ll. Jänner 1620. Schon in seiner Jugend zeichnete sich dieser merkwürdige Mann durch ein nicht gemeines Genie, und als er zu den Schulen kam, durch eine sehr thätige Verwendung aus, wodurch er seine Landsleute zu nicht geringen Erwartungen für die Zukunft berechtigte. Nachdem er schon seine Studien vollendet hatte, und als Weltpriestcr mit der ausgezeichnetsten Pflichtliebe der Seelsorge oblag» anbei aber auch wissenschaftliche Beschäftigungen mit glücklichem Erfolge trieb, erhielt er als eine Anerkennung seiner Verdienste die Pfarr Töplitz in Un-terkrain, die er dreizehn volle Jahre mit der ihm eigenen Sorgfall und Betriebsamkeit verwaltete; dann wurde er in eben' dieser Eigenschaft nach St. HZar? thelmä (ebenfalls in Unlerkrain), und endlich als Canonicus an die Collegiat-Kirche zu Nudolphswerlh übersetzt, wo er zuletzt auch Stadtpfarrer wurde. In dieser Würde beschloß er sein Leben zu Neustadll am 26. April 1688. Kastellitz war der Verfasser einiger asketischen Werke, die er in krainischer Sprache heraus gab, und deren Werch sich durch ihren häusigen Gebrauch in der Scelsorge hinlänglich bewährte. Seinen lile« rarischen Bemühungen verdanken wir auch ein lalein-krainisches Wörterbuch. S i n n s p r n ch. Im Glück nicht jubeln und im Sturm nicht zagen, Das Unvermeidliche gelassen tragen. Das Nechte thun. am Schönen sich erfreu'n, Das Leben lieben und den Tod nicht scheu'n. Und fest an Gott und bess're Zukuüft glauben — Heißt leben, heißt dem Tod sein Bitt'res rauben. <3igarromanie. (Aus dem Wanderer.) Cigarromanie ist zwar ein neuerer Ausdruck, aber ein desto älteres Uebel. Jedoch glaube man keineswegs, weil es ein altes Uebel ist, daß eS bloß ein Uebel der Alten ist, o nein! Es ist leider auch ein Uebel der Jungen, und sogar auch ein Uebel der sehr und ganz Jungen. Daß hier von allen und jungen Menschen die Rede ist, versteht sich wohl von selbst, denn man hat noch nie gehört, daß thierische Unart sich bis zur jetzigen Seuche des Cigarrenrauchens gesteigert hätte. — Nur der Mensch, das edelste Thier, hat es so weit gebracht, und bald wird es in den Naturgeschichten bei Angabe des Unterschiedes zwischen Mensch und Thier also heißen: „Beide kommen sich fast ganz gleich, nur daß der Mensch Cigarren raucht, und das Thier nicht." Ja, ja, so weil wird es noch kommen. Hier ein Beispiel: Herr Cigarolo steht sehr früh auf und seine ersten Worte sind: «Jean, meine Cigarre." Kaum ist diese verraucht , so tritt der Barbier ein, der seine Cigarre im Vorzimmer abgelegt hat. Er erzählte Herrn Cigarolo, wie gestern bei einer Spazierfahrt eine Mutler durch die Cigarre ihres Soh- 199 .lts bald verbrannt Ware. Herr Cigarolo entsetzt sich darüber, und nach Beendigung des Rasirens ist sein erstes Begehren: „Jean, eine Cigarre;" und der Barbier eilt ms Vorzimmer, um seine Cigarre noch glimmend zu treffen. Herr Cigarolo setzt sich zum Frühstück, er macht einen Schluck, dann einen Zug, dann wieder einen Schluck, dann wieder einen Zug, und so fort ins Cigarrenrauch-Blaue! Nun wird der Schneider gemeldet. Es kommt nur dessen Lehrjunge, der aber seine Cigarre schon geraucht, und das letzte Stückchen so eben auf der Stiege weggeworfen hat! Im Laufe des Rockprobi« rens und des Discurses gesteht der Lehrjunge offen: herzig, baß sein Meister sehr viel zu thun hab,, seit dem die Cigarren so beliebt und durch selbe so viele Kleider verbrannt werden; ja, daß sein Meister, aus Dankbarkeit für die Cigarren, jetzt nur Cigarren das Stück zu zehn Kreuzer Silbermünze rauche. Herr Cigarolo ereifert sich schrecklich über die Unachtsamkeil beim Rauchen und steckt in demselben Moment die Cigarre verkehrt in den Mund. Der ungeheure Schmerz, den ihm diese feurige Berührung auf der Zunge verursacht, löst sich in die Worte auf: »Jean, eine andere Cigarre!" Er kleidet sich nun an, um seinen Morgenspa-ziergang zu machen. Auf der Stiege trifft er den Hausmeister, kehrend, eine duftende Cigarre im Munde, der ihm statt elnen „guten Morgen" einen Mund voll Nauch ins Gesicht bläst. — Gewiß, der beste gute Morgen für Herrn Cigarolo. Gegenüber dem Thore wird ein Gewölb aufgeschloffen, und sämmtliche Handlungsdiener sind bewaffnet mit echt amerikanischen Cigarren, und bemühen sich, Nauch und Wind zu machen. Selbst der Milchmann in der Nähe hat eine kostbare Ci. gare im Munde, und während er der Köchinn einen grauen Dunst vormacht, vermischt er die Asche seiner Cigarre mit dem ihr eingeschenkten OberS. Hr. Cigarolo wendet sich um, und siehe da, ein Mistwagen kommt gafahren. Alles raucht, der Mist, die Pferde und der Kutscher. Ein Schuster-Enfant springt mit eir>em Stückchen gefundener Cigarre auf Herrn Cigarolo zu, und bittet ihn um Feuer. Er dient ihm sehr erfreut, denn in Angelegenheiten des Cigarrenrauchens ist er sehr dienstfreundlich. Er zündet sich bei dieser G<» legenheit auch eine Havannah an, und geht, ein Gabelfrühstück zu nehmen. Jedoch die Bitte, im Speisesaal nicht zu rauchen, die mit großen Buchstaben zu lesen war, verleidet ihm das Essen, und schon will er diesen unheiligen Ort verlassen, als er m Speisesaal die Kellner beisammensitzend bemerkt, jeden mit einer dampfenden Cigarre im Munde. Dieß tröstet ihn, er bleibt, und erfährt, daß sich das Tabakrauch: Verbot nur auf Pfeifen erstrecke, und die edlen Cigarren davon ausgenommen seyen. Nach dem Frühstück zündet er sich eine Porto-riccc» an, und sucht einen Fiaker, um aufdaS Land zu fahren und dort — Cigarren zu rauchen. Beim Einsteigen in den Wagen sagt der Fiaker ganz lüstern: »Erlauben Euer Gnaden, ich hab' da einen Muster-Cuba erhalten, darf ich anzünden?" Und es wird ihm gewährt, und Herr und Kutscher fahren dampfend und rauchend auf's Land hinaus. Abends, nachdem wir uns des Tages über schon hundertmal von der Cigarrenasche, die uns der Wind bald in die Brust, bald in den Mund, bald in die Augen wirft, gereinigt haben; nachdem uns unsere Untergebenen, unsere Freunde, unsere Vorgesetzten mit Cigarrenrauch schon ganz parfümirt, wir unser« Augen schon ganz wund gerieben, und mit großem Widerwillen ein gebranntes Loch in unserem Rock gesehen haben: kommt endlich der Cigarrenkönig Cigarolo von seiner Landpanhie zurück, sich die Finger und dem Fiaker das Tuch im Wagen verbrannt habend. Er war auf dem Lande und hat Cigarren geraucht, er hat gespeist und Cigarren geraucht, auf dem Nosenhügel gejauset und Cigarren geraucht, auf der Mauer getanzt und Cigarren geraucht, in» Zurückfahren philosophirt und Cigarren geraucht, und steht nun vor uns und — zündet sich schnell eine Cigarre an! Was beginnt er nun? Geht er ins Theater, in Gesellschaft? O nein, da kann er ja nicht Cigarren rauchen! Er geht in ein Gasthaus." O Ge« nuß! Ein Wald von Cigarren leuchtet ihm entgegen, Hr. Cigarolo ist ganz entzückt, und sein Entzücken glüht ihm am Munde. Es ist 11 Uhr; er zündet sich noch schnell eine Vl2«no5-^i-l'5-Cigarre an, und eilt nach Hause« um süß zu schlafen. Zu schlafen? Gewiß nicht, er kann nicht schlafen, es necken ihn Träume voll Anmuth und Cigarren; er erwacht, und sein letztes Wort ist: »Jean, eine Cigarre!« Z. Feuilleton. (HöflichkeitS-Brief.) Sie verzeihen, M. H., daß ich es wage. Sie zu ersuchen, mir gütigst zu erlauben, daß ich mir die Freiheit nehme, Sie hiedurch zu fragen: Ob Sie die Gewogenheit haben wollen, mir zu vergönnen, daß ich mich erkühne, Sie zu bitten, mir das Glück zu gewähren, daß ich mich Ihnen nahen darf, um Ihnen freundlich zu sagen: daß ich nichts sehnlicher wünsche, als im 200 «"Stande zu seyn, Ihnen zu zeigen, wie sehr es mich l fteut, daß das Schicksal mir so günstig ist, den Aulgenblick herbeizuführen, der mir das Vergnügen zu ^ Theil werden läßt, Sie zu versichern, das; es mir l un möglich ist, durch briefliche Worte die Gefühle ! auszudrücken, die mein Herz bei dem Gedanken er« l greifen, daß Ihre Güte mich berechtigt, die Hoff-k nung zu hegen, daß Sie überzeugt sind, wie tief ich l es empfinde, welch' ein Vorzug es ist, daß ich die ! Ehre haben darf, mich in dem Gefühl der lebhaften Hochachtung zu.nennen Ihren gehorsamsten Diener: N. N. (Ein Vallvergnügen.) Ein Nechlshandel vor den Assisen der Gironde bringt folgenden seltsamen Zug aus dem Leben eines Geizhalses: Als der Geizhals einst zu einem Balle eingeladen worden, warf er sich zu der festgesetzten Stunde von Kopf bis zu den Füßen in Ballkleider, nahm dann» seine Violine und spielte vor seinen Geld sack en-< welche er auf dem Tische in Neihe und Glied gestellt hatte, den „Karavanenmarsch;" darauf schloß er seine Geldsäcke wieder sorglich ein, rieb sich die Hände und sagte: „Nun genug, wir haben uns ganz köstlich amüsirt; jetzt wollen wir uns schlafen legen."" (Die p ro i e cl! rt? V erb i ndun g zwischen England un dOstin die n.) Die öffentlichen Blätter enthalten die Anzeige: daß sich in Cöln und London eine Gesellschaft gebildet habe, die eine direcle Ve.rbindung durch Deutschland nach Ostindien milleist Dampfschiffen und Eisenbahnen herstellen will ; darnach würde die Reise dauern: von Calcutta nach Ceylon, 7 Ta--ge , von Ceylon nach Suez 18 Tage, von Suez nach Alexandria 5 Tage, von Alexandria nach Venedig ^ Tage, von Venedig über Votzen, Innsbruck, Mem: mingen, Ulm, Stuttgart, Manheim, auf der Eisen» senbahn 1V2 Tage, von Manheim.nach London durch Dampfschifffahrt 2^ Tage, v.on Calculta nach London also 23 Tage. Das Capital soll bereits gezeichnet seyn. (Liebe und Narrheit bei sechs Nationen der c'lvilisirten Welt.) Der Engländer liebt am Weibe: Ernst und Würde; der Russe: Geist und Schönheit; der Italiener: Hingebung; der Spanier: verzehrende Gluth ; der Franzose: feines Benehmen; der Deutsche: die Häuslichkeit. — Der verliebte Engländer in d«r Verzweiflung trinkt Punsch; der Russe Branntwein; Italiener und Spanier trin» ken Gift;.der Franzose trinkt Champagner, und der Deutsche Rheinwein. — Der Engländer reist aus Liebe; der Nüsse kämpft aus Liebe; Italiener und Spanier singen aus Liebe; Franzosen tanzen, und Deutsche trinken und schmausen aus Lieb?» — Aus unglücklicher Liebe oder aus Eifersucht werden Engländer den Spleen bekommen, und sich erhängen oder ersäufen; Russen sich duelliren od?r prügeln; Italiener und Spanier sich erdolchen; Franzosen sich wieder verlieben, und Deutsche hypochondrisch werben. — Engländer achten, Russen schmücken, Italiener und Spanier bewachen, Franzosen vergöttern und Deutsche besingen die Geliebte. — Der Engländer ist philosophisch, der Russe ist natürlich, Italiener und Spanier sind rasend, der Franzose ist galant und der Deutsche ist poö'nsch verliebt. — Der engli-sche Narr ist originell und genial, der russische ist derb, der italienische ist fein, der spanische ist gravitätisch, der französische ist galant und der deutsche Narr ist gelehrt. — Die Hauptquelle der Narrheit des Engländers ist Negierungseinfluß; die des Russen Natürlichkeit; die des Italieners das clolc« 1"ul-n>(.'n.l.,ll; die des Spaniers Adelstolz; die des Franzosen Weltherrschaft; die des Deutschen Uederschwenglichkeit. — Der englische Narr philosophirt; der russische tobt; der italienische spielt Intriguen; der spanische macht Donquirollerien; der französische Windbeuteleien und der Deutsche Affenstreiche. — Der englische Narr wird bewundert, der russische geprügelt, der italienische belacht, der spanische gefürchtet, der französisch? bemitleidet, der deutsche eingesperrt, und freundliche Narren kommen m die Mode. Charade. (D rc i sy l bi g. ) Wenn un mörderischen Kampfe Durch die Ersten VIltt geflossen, ^,. Wird von Leidenden die Letzte Mitleid weckend auSgestoße,,. In dem deutschen Staaten-Kranze Blüht als Zürstenthum daö Ganze. Auflösung dcs Näthftlö aus dem INyr. Blatte Nv. ^: Solofänger. 3l n merk u n ss. Um einer alifälligen Rüge von Seile der Nedac, tion deS Wanderers zuvorzukommen, wird bemerkt, daß der im letzten Illyrischen Vl.Ute, unter dem Titel: »Ein lieber Mensch,« erschienene Aufsatz aus dem Wanderer entnommen, und die Angabe der Quelle nur aus Versehen unterblieben scy. Verlegcr: Ignaz Alo^s Cvler v. Aleinmaur.