LllitmchelOMtung. Nr. 8U. Prcinumcrationsprei«: Im Comptoll ganzj. fl. II, H.U^j. fi. 5.5». Für die ^ustellunss ins Hau« halbj.SOlr. Mit der Post gauzj. fl. 15, haibj. ft. ?.5o. Samstag, l0. April Inierti «nsgebühr b<« l0 feilen: luial 60 I,., »m.UOlr., 3m. 1 fl.; sonst pv. Heile 1>». <>tr., Lm.«lr,, 8m. i«fr. u. s. w. Insertionsstcmpel iebcSm.uo ll. 1869. Aiutlicher Theil. Gcsch «m 2«. Ml) 1869 betreffend die Systcmisirung der auf Staatskosten zu besetzenden Dicnstplätzc bei den Landes- und Bezirks- fchulräthcn. Mit Zustimmung der beiden Häuser Meines Neichs-wthes finde Ich zu verordnen, wie folgt: § 1. Die in den ?andcsschulrath zu berufenden Mitglieder der politischen Laudcsbchörden (Referenten für die administrativen uud ökouom.ischcn Schnlange-^gcnhcitcn) sollen in der Regel Räthe dieser Behörden sein. Diese Referenten bleiben Mitglieder der bctreffcn-^n politischen Landcsbchördcn, genießen die ihnen in lhrer Diensteigcnschaft nach dem Gesetze vom 19, Mai iWtz, R. G. Bl. ?ir. 44, znkommcnden Rechte und ^cnigc, mit Ausnahme der Functiouszulagcn, können iedoch znr Bcsorgnng anderer Geschäfte der politischen ^audesbchörde außer jenen, welche den Geschäftskreis des Unterrichtes betreffen, nnr mit Znstimmung des Ministers für Cultus und Unterricht verwendet werden. § 2. An Stcllc der bisheugcn k. t. Schnlräthe ^lten die Landceschnliuspectorcn, wclchc über Vorschlag des Ministers filr Cultus und Unterricht durch den Baiser ernannt werden. Als solche sind Männer zu ernennen, wclchc sich ün öffentlichen Lchramtc enlwcdcr auf dem wissenschaftlichen oder auf dcm didaktisch-pädagogischen Gcbiclc et« Probt l)°bcn. Bei der Bestellung derselben ist anf die Verlrc^ wlg der zweifachen Wisscnögruppc der Mittelschulen v°cr humanistischen und der realistischen) so wie auf die Vertretung der vcrschicdcucn Untcrrichtssftrachcn in dm Volts- und Miltrlschnlcn angemessene Rücksicht zu nehmen. § 3. Die Zahl der Landcsschnlinspcctorcn wird "'t wenigstens dreißig festgesetzt, von denen zehn der "slc". die übrigen der zwcitcn Classe angehören. Den ^Ultssitz so wie den Umfang der Function jedcS der-ttlben bestimmt dcr Atinistcr snr Cultus und Unlcr-Ncht. Die Landesschnlinspectonn erster Classe stehen in ?U' 6. Diätcnelasfe nnd bilden einen Concrctalstatns, '^ucrhalb dcsfcu bei gradncllcr Vorincknng fünf einen schalt von 2500 fl. nud fünf einen Gehalt von 2000 fi. Uenicßcn. Die Landesschulinsvcctorcn dcr zweiten Classe stehen 'n der 7. Diä'tenclassc nud bilden einen Concrctalstatus, innerhalb dessen zehn einen Gehalt von 2000 si., die übrigen einen Gehalt von 1800 fl. genießen. Außerdem beziehen die Landcsschnlinspcctoreu in Wien nnd Trieft Quarticigcloer u 450 fi. Die Kosten dcr Dienstreisen sind in dcr bisherigen Weise dnrch Pauschalbeträge zn decken. § 4. Inwicfcrue nicht durch die Landesgesctze etwas anderes bestimmt wird, kann dcr Minister für Cnltns und Unterricht im Einvernehmen mit dcm Minister des Innern einem Landcöschuliuspector auch das Referat für die administrativen und ökouomischeu Schul» angclcgenheiten znwcifcn. Unter derselben Vorauösctznng ist dcr Minister für Cultus und Unterricht berechtigt, nach Bedarf die dcm Lchrstaudc angchörigcn Mitglkdcr rcs Landesschulrathes oder auch andere prallischc Schnlmänncr mit dcn vollen Functioncn eines Landcsschnlinspectors in vorübergehcn-ber Weise zn belranen. § 5. Das Ausmaß dcr Fnnctionsgcbnhrcn dcr Mitglieder der Landcsschnlrathe aus dcm Lchrstanoc so wie dcr Diäten und nach Clfordcrniß der Rcise-tostcüpanschalbctiä^c für die Vczirk^schlilinspcctoren bestimmt mit Rücksicht auf de,, Umfang der Geschäfte dieser Functionäre dcr Minister für Cnltus und Unterricht. Dasselbe darf außer den Kosten für Fahraelegen« heil für erstere den IahresbeUag von 000 fl. nnd für letztere den Iahrcsbctrag von 400 fl. nicht übcr< schreiten. § 0. Mit dcm Bollzugc dieses Gesetzes ist dcr Minister für Cultns und Unterricht, nnd zwar soweit cö die Referenten dcr Landcsschnlräthc für die administrativen nnd ütoi'omischcn Schlilangclegcnhciten anlaugt, im Einvernehmen mit dem Minister dcS Innern beauftragt. Wien, am 20. März 1869. Fr«ny Ioscph i^. ^. Taaffe m. i>. Hafner iu. i». Giökra n,. i>. Vcsth vm 27. My 1869 betreffend die Anslcgung des 8 25 dcr kaiserliche» Ver-orduuug vom 16. November 1658, R. G. Bl. Nr. 213. Um wiederholt entstandene Zweifel iiber den Inhalt des § 25 dcr kaiserlichen Ncrordnnng vom 10. November 1858, Nr. 213 R. G. Bl., zn beheben, finde Ich mit Znstimmung beider Häuser des Reichs-rathes auzuorducu, wie folgt: § 1. Die den politischen LandcSstcllcn durch den zweiten Absatz des § 25 der kaiserlichen Verordnung vom 16. November 1858, Nr. 213 R. G. Bl.. ein« geränmtc Befngniß, znr Regulirung der Tage und Fristen für die Aufkündigung dcr Miethen und für die Räumung von unbeweglichen Sachen das Nngcmefscuc im Eiuvcruchmcn mit dcm Obcrlandcsgcrichtc festzusetzen uud kundzumachen, steht denselben anch in solchen Fällen zu, in denen es sich um die Acuderung einer dies-falls bereits bestehenden Rcgulirung handelt. § 2. Mit dcm Vollzuge dieser Anordnuug sind dcr Minister des Innern und der Justiz beauftragt. Wieu, den 27. März 1869. Fran) Joseph m. p. Taaffe m. p> Giskra m. i>. Herbst >«. p. Sc. kais. Hoheit der dnrchlauchtigste Herr Erzherzog Naiucr hat sich in Höchstsciner Eigenschaft als Protector des t. l. MnscumS für Kunst und Industrie gnädigst bestimmt gefnndcn, in Gcmäßheit dcr §§ 16 und 22 dcr Statntcn die Herren Quirin Lcitncr, k. k. Hauptmann und Vorstand des Hofwaffenmuscums in Wien, nnd August Procop, Architekt uud Banrath iu Brüun, zu Correspondcnten des Museums mit dcr Functiousdaucr von drei Jahren zu ernennen. Dcr Instizministcr hat die beim Oberlaudesgcrichte in Krakan erledigte ObcrstaatsanwaltsstellvertretcrSstelle dcm Bczirksrichtcr in Kolbuszow, Johann Danecki über seiu Ansuchen verliehen. Ali, 8. April 180!) wurden iu dcr k. k. Hof- und Staats- dmck.l'l'i das XX, lind XXI. Stilct des ReichögcsehlilatleS aus- ssegcbcu llnd vnsciidct. Das XX. Stück rnNM nulcr Nr. 38 dic ConccssioiMttlundc vom 23 Februar 1869 zum Baue uud Bclncbc cmcr Locomotiv-Eiscubahu vou Laibach uach Tarvis. Das XXI. Stück enthält untrr Nr. 3:> das Gcsch voul 2«. März 1809 betreffend die Bewiltt-quug drr Ausnahme eiuc« Lotteric-AulchenS filr die Stadt Stauiölmi; Nr, -10 das Gcsch vom 2«. Ma'r; 1809 betrcfftud die Systcmi-siruuq dn- aus Staatskostm zu drscheudcu Dienstpläne bei dcu ^andrs- uud Ve^ivl^ichulräthnl; Nr, 41 das Grfch vuin ^?. März 18l)9 lictrrffenb die Auslegung deö ß !>i5, drr tcuscrlicheu Vcrorduuua uom 1l!. November 18->8, N, G, B, Nr. 21!l; Nr. 42 das Glsch vom ^7. März 180!» bctrefftud die Grundsätze bei Anmeldung und Umgestaltung dcr Hypolhclarrcchte iu Tirol; Nr. 43 da« Gcsch Uoiu 3 April I8>.000 fl. (Wr. Ztg. Nr. 80 vom 8. April.) ! Keine Auosichten. (Aus dem Euglischcu.) ^-Meiuc erste diplomatische Mission. (Fortsctzuug.) M ^lls ich in das Zimmer trat, befand ich mich einem n>^ gegenüber, dcr auf ciucr niedrigen Bank saß, tun. ""6 cincr Mccrschanmpfcifc rauchte. Seine pal-gel,?! "'^ sci" Coslüm hätten trotz einiger Anzc.chcn 8c ^' Gewohnheiten auf einem klcinen Theater Gluck U ^' Seiu brcitraudigcr Hut war mit wc.ßcu ^oscn I ^""U, ans deren Mitte sich eine leichte, grapse sclw - ."'^b. Seine hellgrüne Jacke stand übcr clncul '^." "chwthcn, m,er nnd übcr mit Gold verbrämten bei,s °^"' lu'd seine bis an das Knie reichenden ^cdcr-ei, ,'d"' schlosscn sich an rcichgcstickte Strniuftfe. deren krusi//^" ^lilct mit reich in kostbaren Steinen in- sagtet ^^" ^"" lcslcn Schlaf. Signor Inglcsc, Ick l^ "'^ ^'""' sonoren und auqcuchmcu Stimmc. K'"^ S'' ^'ftört zu haben, lichlcit .'/^'^ '""den mit dcr Leichtigkeit nnd Höf- '" n^ Weltmannes gesprochen, ich nicl, s> ""'' l'^ übrigens denken, fuhr er fort, daß Nocco i,^ ^. ^"' blcibcu kann. Die Einwohner von hundert N."^' °^'c Zweifel gewogen, aber unter drci-geben. ^">""c" kann cs iunncrhin drei Vcrräthcr Ich gab das zu, fiigtc aber hinzu, daß uach den. Bericht des Fra Bartolo weder er noch die Scinigcn in der Gegend etwas zn fürchten hätten. Ich glanbc cö anch, sagte er, seinen immensen Schnnrbart streichelnd. Wir haben uutcr uus das beste Baud uud die Basis aller wahren Frcnndschaft: wir bedürfen cincr des andern. Ich hoffe, daß Sie das ^öfcgcld mitgebracht haben? Ja, in englischen Goldstücken. Ich hätte die unsern vorgezogen. Unsere Dncatcn haben weniger Lcgiruug, nnd da das, was wir erhalten, in den Schmclzticgcl wandert, so ist dcr Unterschied ziemlich fühlbar. Wenn ich das gcwnßt hätte . . . Thut uichts, cs ist zu spät, cS zn bedauern. Bringen wir die Angelegenheit zn Cnde, denn ich wünsche fort zn fein, ehe dcr Tag anbricht. Ich machte meinen Gürtel los und, eine geheime Feder berührend, schüttete ich einen bansen glänzender Goldstücke auf den Tisch. Ich setze ein so vollständiges Vcrtranen iu Ihre (5hrc, Signor, sagte ich, daß ich keine Bedingung . . . nnd keine Frage stelle. Ich zweifle keinen Augcublick darau, daß Sie mciucn ^andsmann unverzüglich freigeben werden. Cr ist bereits frei, sagte er, indem er fortfuhr, das Gold in klcinen Hänfchcn zu zchu Stücken aufzuschichten. Ich folgte von Neapel an jedem Ihrer Schritte. Ich wußte den Moment Ihrer Ankunft, das Hotel, iu welchem Sie abgestiegen waren, Ihren Bestich bei dem Minister, Ihren zweistündigen Aufenthalt in dcr Bank, Ihre Abrcifc mit dcr Diligence nnd dcr Spitzbnbe, den Sie als Führer genommen, kam geraden Weges zu mir, uachdcm er Sie verlassen hatte. Mciuc Polizei, sizuur mw, fügte er lachend hinzu, ist besser organisirt, als jene des Grafen Cauour. Dcr Name des Grafen erinnerte mich sogleich, daß ich meinen Briganten im Pnnktc dcr Politik zu son-dircn habe, um zu crfahrcu, ob cr und seine Genossen in dcr That irgend einer Partei angehörten. Es versteht sich von selbst, daß wir die alte Dynastie der gegenwärtigen Regierung vorzogen, antwortete er. Ein prachtlicbcndcr Hof nnd cinc glänzende Hauptstadt zogcu reiche P^rsoucu aus allcu Eckcu Curopa's herbei. Die Fremden besuchten Capri, Amalfi, Pästum: sie warcu überall zu finden uud zahlten ihr Vergnügen als große Herren. Die öffentlichen Funttionärc jener Zeit waren Männer von Gefühl und wußten, daß jcdcr Mensch leben müsse. WaS haben wir nun an ihrer Stelle? Hunde vou Picmoutesen, die keine Italicner sind, die keine bekannte Sprache sprechen und keinen andern Cnltus kcuncn, als jenen des Hauses Scwoym. Dürfte ich cö wagen, Sie zu fragen, sagte ich mit honigsüßem Tone, wie cs tömmt, daß Sie mit Ihren Talenten nnd Ihrer Vildnug iu die Stellung gcricthcn, in welcher Sie sich gegenwärtig befinden? Weil ich sie jener eines Beamten mit ciuem jährlichen Gchalt von fünshnndcrt Ducatcn vorziehe. Kann sein, daß ich sie anch nicht ganz freiwillig gewählt habe; vielleicht habe ich auch Tage. wo ich bereue, Sie verstehen .... Aber übcr diesen Pnnkt .... erlauben Sie mir auch eine Frage an Sie zu richten — ist Ihre eigene Lcbcusstclluug so volltommeu im Einklang mit Ihren Talenten, daß Sie sich stets auf dcm Platze fühlen, dcr Ihnen gebührt? Können Sie jeden Tag beim Anfstchcn zu sich sagcu: Ich hin wie geschaffen für mciuc Stellung und meine Stellung ist wie für mich gemacht? 578 Nichtamtlicher Theil. Für den Fricicn. Die officiösen italienischen Blätter ermüden nicht in der Widerlegung dcr fortwährend verbreiteten Gerüchte von einer Ofstnsiu- und Dcfensivallianz zwischen Frankreich, Oesterreich und Italien. So heißt es in der heute vorliegenden Nummer dcr „Nazione": „Wir leugnen nicht und könnten es, selbst wenn wir wollten, nicht in Abrede stellen, daß zwischen Frankreich und Preußen Anlässe zur Zwietracht und Mißstimmung vorliegen, die eincS Tages zum Kriege zwischen den beiden Ncgiernna.cn führen könnten. Doch halten wir einen Ausbruch nicht nur nicht für bevorstehend, sondern erblicken sogar sowohl in dcr allgemeinen, als auch der specifisch preußischen uud französischen politischen Situation unwiderlegbare Argumente, daß dcr Kampf möglichst lauge hinausgeschoben werden wird. Nun will es uns nicht bcdünlcu, daß die entfernte Möglichkeit cincö Kampfes zwischen jenen beiden Mächten ein hinlänglicher und vernünftiger Grund zu einer Liga zwischen Frankreich, Oesterreich uud Italieu sei. Oesterreich und Italien haben ein gemeinsames Interesse, das in dcr Verhinderung des Ausbruchcs eines drohenden Conflictes liegt; beide bedürfen dcS Friedens zur Ordnung ihrer inneren Angelegenheiten und zur Vcsseruug ihrer Finanzen . . . „Ihr Einfluß kann dem gcsammtcn Europa von großem Nutzen sein, falls er mit Umsicht nnd Festigkeit gchandhabt wird; er kann einem Streite vorbeugen, dessen Beginn leicht erkennbar ist, dessen Ansgang sich aber nur schwer vorhersagen läßt. Sollte aber wcdcr Oesterreich noch Italien im Stande sein, der Ereignisse Meister zu werden und den Kampf zwischcu den zwei riualisircudcn Staaten zu hiudern, so läßt sich selbst für diesen Fall ihre Anfgabe leicht vorzcichncn. Beiden wird vor allem sehr viel daran liegen, zu verhütcu, daß der Kamps keine zn ernsten Verhältnisse annehme, daß er sich nicht generalisirc und so die europäischen Mächte znr Theilnahme nöthige; in solcher Richtung können sich die beiden mit einander verständigen und in gemeinsamer Politik gegenseitig verstärken; diese Politik ist aber die dcr Ncntralität. Wir könnten in diesem Angcnblick die Gründe nicht absehen, die Oesterreich nnd Italien bewegen könnten, ein solches Verhalten aufzugeben nnd dagegen ein kriegerisches zn adoptircn, das ihre Finan< zcn schwächen, die stufenweise Entwickelung ihrer politischen Verhältnisse behindern, Unsicherheit nnd Ungewißheit herbeiführen nud schließlich einen Kampf verlängern würde, den die cnropäischc Civilisation, wenn irgend» möglich, entweder im Kcimc ersticken, oder zum mindesten auf die engsten Grenzen beschränken sollte." Die galhischc NchlMin im Verftsiungs-Mschujsc. Wien, 7. April. Der heute Abends stattgehabten Sitznng des Verfassungsansschusscs wohnten von Seite der Regierung die Minister Dr. Giskra, D r. Herb st, Dr. Brest el nnd Ritter u. Hasner bei. Als Referent des Sub^omit^s fungirtc Abgeordneter Dr. Kaiser, welcher den mündlichen Bericht namens dieses Comites vortrug. Der Kernpunkt der Frage liege im Artikel 8 dcr Resolution, welcher für das Königreich Galizicn uud Lo-domcricn sammt Krakan eine dem Landtage verantwortliche Landesvcrwaltung in Sachen dcr inneren Verwaltung, der Justiz, des Unterrichtes, der öffentlichen Sicherheit nnd dcr Landescnltnr, sowie einen Landesminister im Rathe dcr Krone verlangt. Indem dieser Artikel eine dem Landtage vcrant-liche Rcgicruug begehrt, ergebe sich mit logischer Con-sequcnz cinc Anzahl von Bestimmungen der Resolution von selbst, nämlich, daß die Landesgcsctzgebnng über die Grnndzüge dcr Organisation dcr Gerichts- und Verwaltungsbehörden, ferner, daß die Auslagen für die Gcrichls-und Verwaltungsbehörden u. s. w. von dein Landtage normirt werden. Wenn man obige Principien anerkennen würde, so ergeben sich zwar nicht mit nothwendiger aber natürlicher Conscqllcnz auch jene Bestimmungen der Resolution, dnrch welche die Gesetzgebung über jeuc Gegenstände, für welche die Lembergcr Regierung dem Landtage verantwortlich sein follc, auch dem Landtage zugewiesen werde. Demgemäß weist auch die Resolution die Strafjusliz uud die Polizcistrafgcsetzgebung, sowie die Civil-Strafgcsetzgebnng und die Gesetzgebung über das Bergrecht, dauu indirect auch das Vereins- und Prcßgcsctz, die Gesetzgebung über Ausnahmegerichte, über die Verantwortlichkeit der Regierung u. f. w. der Lan-dcsgcsctzgcbuug zu. — Eine natürliche Folgerung dieser Bestimmungen wäre daher auch dcr Artikel II, dcr Resolution, wornach die galizischcn Landtagöabgcordnclcn bezüglich dicscr dem Landtage zugewiesenen Gegenstände an dcr Reichsgcsetzgcbung nicht theilzunchmcn hätten. Durch diese Bestimmungen werde eine Abänderung dcr Verfassung bezweckt; cinc Abänderung, insoweit sie eine Entwickluug im freiheitlichen Sinne sei, solle angestrebt werden, aber eine Aenderung in den Gruud-lagcn dcr Verfassung köuue nicht zugestanden werden. Es würde dadurch der Glaube au die Coutinuität und Stabilität unserer Zustände in der Bevölkerung nnter» graben; es würde den Gegnern dcr Verfassung cine willkommene Waffe gegen dieselbe in die Hand gcgcbcn. Durch die Annahme der Resolution würdc cinc besondere staatsrechtliche Stclluug für Galizien geschaffen, oic Gc-währnng einer solchen würde ein gefährliches Präcedens in Ansehung dcr Ansprüche anderer Parteien schassen. Die Lagc Galizicns an der Grenze des Reiches würde die Gewährung einer solchen selbständigen Stellung noch erschweren. Aus diesem Grunde könne eine solche besondere staatsrechtliche Stellung nicht gewährt werden. Nichtsdestoweniger könnte den eigenthümlichen Verhältnissen Galliens im administrativcu Wcgc und im Wege dcr Rcichsspccialgcsctzgcbung Rechnung getragen wcrdcn. Das Subcomit0 beantragt dahcr: die Regierung wcrdc aufgcfordM, bci Regierungsvorlagen auf die speziellen Bedürfnisse u»d Eigenthümlichkeiten Galizicns, dann dcr übrigen Königreiche nnd Ländcr Rücksicht zu uchlncn. Ferner: Das Abgeordnetenhaus erklärt seine Vcrcilwittigkcit, bei eventuellen Vorlagen der Autonomie Galizicns nnd dcr übrigen Königreiche und Ländcr möglichst Rcchunng zu tragen. Abg. Dr. Zybliticwicz richtet hierauf an die Regicrungsvcrtretcr die Fiage, ob die Regierung von diesen Anträgen des Subcomit6's Kenntniß habe und ob sie denselben zustimme. Minister Dr. Giskra erwidert: Die Regierung habe leine Kenntuiß von diesen Beschlüssen des Sub- Ich schüttelte verneiucud den Kopf, und einige Secunden schwiegen wir beide. Die Rechnung ist richtig, sagte er cudlich. Wisscn Sic auch, sagte er Plötzlich, uud ein Blitz unaussprechlicher Bosheit schoß aus den vou dem breiten Hutrände beschatteten Augen hervor, wisjcn Sie, daß ich zn glauben anfange, daß ich einen sehr schlechten Handel gemacht habe! Wie so? fragte ich. Ich fange au zu argwöhnen, sagte er, daß mein Gefangener ein viel ansehnlicheres Löscgcld werth war, und daß seine Frcnnde gern vier mal soviel gezahlt hätten. Sie täuschen sich vollständig, sagte ich. Alle Welt war im Gegentheil auf das höchste erstannt, daß man ihn überhaupt loskaufen wolle. Er ist ein Verschwender und Taugenichts, von dem so leichten Kanfö befreit zu sein viele Familien sich glücklich schätzen würden uud, weit entfernt, tauscud Pfund werth zn sein, hätten unter zehn Vätern sich nicht neun gefunden die nur eben so viel Schillings für sein Löscgcld zahlen wollten. Wir liebten ihn Alle, sagte er. Dcr augcnehmstc Junge von dcr Welt! uud in unsere Gewohnheiten hatte er sich hineingelebt, als ob er einer dcr Unseren gewesen wäre. . Das mußte für einen Galgenstrick minder schwer gewesen sein, als für einen ehrlichen Menschen, antwortete ich, iu dcr Errcguug des Augenblicks alle Höflichkeit vergessend. Vielleicht haben Sie recht, mein Herr sagte cr stolz. Genossenschaften wie die unsere, ziehen selten Männer von untadeliger Moralität herbei, nnd aus diesem Grnndc lade ich Sie auch nicht ein, mit mir zu kommen und uns einen Besuch zu machen. Diese Worte sprechend stand cr auf und legte das Gold in einen Sack der an seiner Seite hing. Er könnte mir aber wohl etwas über seine Brisanten sagen, dachte ich. Sind sie Anhänger dcr Bour-boueu oder nur Straßeuräubcr? Hier ist ein Maun dcr vollkommen fähig wäre, mich darüber aufzuklären; soll ich ihn fragen, wie cr darüber denkt? Ich verstehe, sagte cr lachend, als ich ihm meine Wünsche vortrug; Sie möchtcu ein Buch über uns schreiben. Aber unsere Leute begreifen diese Art von Ncngicrdc nicht; sie mißtraucu ihr uud räche» sie sogar zuweilen. Bleiben Sie acht oder zehn Tage hicr; Fra Vartolo wird Ihncu viel besscvcs Material liefern als wir, er wird Ihucn Ränbcrgcfchichlen erzählen so viel Sie uur mögeu; ^ie werden dieselben vicl uuterhalten-dcr finden als die unfern, und Ihre Leser auch. Und seinen Hut mit einer halbstolzcn Miene berührend, verließ cr mich. Es war kein Zweifel möglich : mein Bandit war ein mertwürdiger^Mensch, der uutcr günstigen Umständen sich iu der 'Welt Hütte aus-zcichueu und in cinc hohe Stclluug gelangen können. Wer war cr uud woher kam cr? Der Frate würdc mir alles sagen was ich wünsche und mir alle Details geben, deren ich bedürfe, um meinen Aericht abzufassen. Der Bandit selbst hatte es mir versichert; ich entschloß mich also, die Gelegenheit zu nützen und acht Tagc in Rocco zu blcibcn. Ans einer Woche wurden zwei und dic dritte war schon bedeutend vorgerückt, als ich die große Hand Fra Bartolos herzlich schüttelte und sein gastliches Haus verließ. (Schluß solgt) comito's gehabt und bezicht sich Weilers auf die von den Rcgierungsocrtrclern im Ausschüsse gegebenen Erklärungen. Es wird hierauf der Beschluß gefaßt, die Regie-rung um Mittheilung ihrer diesbezüglichen Anschaun»'' gcu auzngchcn. Minister des Innern Dr. Giskra spricht sich dahin aus, daß die galizische Resolution eine radicalc Veränderung der vor 15 Mouateu beschlossenen Verfassung inuolvire, formell also unstatthaft sei, in mcri-torischer Bezichung sei cinc solche Lockerung des staats« rcchllichcn Verbandes, wie sie die Resolution enthalte, mit der Idee dcr Rcichseiuhcit nicht vereinbar. Wenn auch iu Galizicu Eigenthümlichkeiten bestehen, so wä>c denselben von dcr Rcaicrung und dcr Legislative Rech' innig zu tragen, allein diese Eigenthümlichkeiten seien »icht derart, daß sie die in der Resolution enthaltenen Maßregeln zn rechtfertigen vermöchten. Abg. Ritter v. Grocholski bemerkt, daß Ga-lizicn nicht eine staatliche Absonderung, sondern nur eine abgesonderte verfassungsmäßige Stellung im Staate anstrebe, iu welcher Vcmcrknng Minister Dr. Giskra blos einen Streit um Worte erblickt, die Sache sei dieselbe. Abg. Zl) bl i ki ew icz beantragt, die einzelnen Punkte der Resolution in die Debatte zu ziehen. Dicscr Antrag wird vom Ausschüsse zum Beschlüsse erhoben nnd gibt Berichterstatter Dr. Kaiser nunmehr bezüglich des Punkt I der Resolution die Erklärung ab, daß daS Subcomit^ der Ansicht gewesen sei, es könne die Festsetzung des Modus der Landtagsund Neichsralhswahlcn nicht dcr galizischcn LandeSge» sctzgcbung überlassen wcrdcn. Minister Dr. G i skr a wendet sich in gleicher Weise gegen den Artikel 1 dcr Resolution, weil der-selbe gegen dic Grundlage dcr Vcrfasfnng sei; wolle Galizicu eine andere Grnppenbiloung, so möge es sci»e dctaillirteu Anträge im verfassungsmäßigen Wege einbringen. Abg. Dr. Zybli kiewicz: Die Vertretung und deren Wahl sei in böser Intention gegen daS polnische nationale Element iu die Landtagswohlordnung ausge-nommcn worden, der Großgruudbesitz habe den größten Theil des Bodens inne, uud doch haben Slädtcr nnd Vaucru iu ihrcu Euricn eine größere Stimmcnzahl als die Großgrundbesitzer. Minister Dr. Giskra verwahrt sich gegen die Aeußerung, daß dcr Schöpfung der Wahlordnung böse Intentionen zn Gruude gelegen seien und verweist darauf, daß concrete Anträge im verfassungsmäßige» Wege eingebracht werden sollen; ähnliche Beschwerden wie hier, würden in Böhmen, Mähren und Südtirol laut, sie scicu aber eben nur im verfassungsmäßigen Wege zn ändern, nicht aber dadurch, daß man dem galizischcn Laudtagc die ausschließende Legislation überläßt. Abg. Ritter vou Grocholski nnd Zybli kie> wicz sprechen für, Dr. Sturm, Dr. Rechbauer nnd Kuranda gegen die Annahme dcö Puukls 1. Rcfcrent Dr. Kaiser spricht für den Antrag deö Snbcomitt?s auf Ablehnung des ersten Punktes dcr Ne-solntion. Er bemerkt, es sei die Frage aufgeworfen wol' den, was die Resolution unter nationaler Selbstverwaltung verstchc. Die Autwort sei durch die Resolution selbst gegeben. Nationale Selbstverwaltung sei hicr nicht Auto-uomic, sondern sei die dem galizischen Landtage verantwortliche Landesregierung und das Gesctzgebungsrecht der Landtage in den wichtigsten Sphären. In Ansehung der Bedürfnisse Galizicns, bezüglich dcr Wahlen in den Landtag uud ReichSrath könne den selben durch die bestehende Gesctzgcbnng abgeholfen wtt' den, dahcr eine Umänderung dcr Verfassnng, wie sie , Artikel 1 beantragt, selbst durch die Bedürfnisse Gali- > ziens uicht als gerechtfertigt erscheine. Bei dcr Abstimmung wird der Punkt 1 dcr Resolution abgelehnt. Punkt 2 derselben wird erst später znr Oc-rathung gelangen. Bezüglich des Pnnktcs 3 der Reso' lution, wclchcr die Handclskainmcrgcsctzgcbung den Land" tagen zugcwisscn wissen will, bemerkt Referent Dr. Kal-s c r, daß das Subcomitl! diesem Artikel keine große O^ dcutung beilege, daß anch dcr Annahme desselben kcii" gewichtigen Bedenken entgegenstünden, jcdoch könnte den Bedürfnissen Galizicns anch in dicscr Richtnng durch die Rcichsgesetzgcbung Rechnung getragen wcrdcn. Nachdem noch Abg. Ritter o. Grocholski uno Dr. Ziemialkowski für die Resolution, M-Wolf rum dagegen sich ausgesprochen hatten, wird z^ Abstimmung geschritten und Puukt 3 der Resolution ^ genommcu, wornach die Handclskammcrgcsctzgebung den galizischcu Laudtage überlasscu wcrdcn soll, jedoch ul'tc Wahrung dcs Princips dcr Wahl von Abgeordneten durw die Handelskammer in den Landtag. ____^. Ersparnisse in der Armee. Wien, 7. April. Wir erhalten von compete".^ Seite folgende Mittheilung über weitere Ersparnisse ' Staatshanshalt: . ^ Dcr seit langer Zeit erwartete kriegsmin'stcne" Erlaß über die definitive Organisation dcr I"fa" „t-uud dcr Jäger wird in den nächsten Tagen vcrosse licht uud in Kraft treten. Es werden dadurch die b"" nur lose formirtcn 4. und 5. Bataillone der Infant 579 Regimenter und die 5. (Reserve) Compagnien der Iä-üerbataillonc, cine fcstc Organisation erhalten, und wird damit zugleich die provisorische Rcdnction der Infantcric-Ncgimcntcr von 24 Eompagnicn ans 20, nnd die der Iägerbataillonc von 7 Compagnien ans 5, zu einer bleibenden. Da jedoch, bei der Beschränkung dcS Budgets, auch die geringsten nencn Aufgaben nnr dnrch weitere Verminderung des Trnppcnstandcs gedeckt werden müssen, ward cS nöthig, gleichzeitig die Zahl der Unteroffiziere bei den Cadres nm eine entsprechende Zahl zu rcducircn. Zn den dadurch ermöglichten Ersparnissen kommen jene, welche dnrch Verschiebung der Einbcrusnng der diesjährigen Assentirung ans dcn Herbst erzielt werden. Für bicscs Frühjahr werden demnach nnr die ans Erspa-Umgögründen 1^6l^ nnansgcbildct gebliebenen Nccrnten des vorigen Jahrganges znr achtwöchentlichcn Dienstleistung eingezogen. — Corpsübungcn finden dieses Jahr nicht statt; nnr zwei Divisionen werden nacheinander das Lager bei Brück an der Lcilha beziehen, und darauf während einiger Wochen zusammen manöuriren. Oesterreich. Agram, 7. April. (In der heutigen Land-tagSsitznng) wurden die Wahlen für die Ansschüsse zur Bcrathnug der Gesetzentwürfe wegen Regelung der ^rbarialicn nnd Organisirung der Vlunicipicn vorgenommen, woranf sich der Landtag bis znr Zeit vcr-lagle, wo die diesbezüglichen Vcrathungeu der Ausschüsse beendet sein werden. ____ Uuslaud. Madrid, 7. April. (C o rt e s s ih un g.) Das ^ommissionSmitglicd Vlata, in Erwidcrnl'g der AnS> Ehrungen FigncraS, sagt, die Sclavenfragc werde nach Eintreffen der überseeischen Depnlirlcn verhandelt wer-ben. Castelar bedauert zu sehen, daß die Verfassung s° große Autorität dem Monarchen gebe, er erklärt, die Republik allein wcrdc die Bcsttcbungcn der Scptcinbcr-lcvolntion befriedigen; er tadelt fehr lebhuft die Pro» lllcssistcn, daß sie sich nicht früher der Annahme Dom Fernandos versichert halicn, bevor sie dessen Wahl beschlossen haben. Serrano antwortet hierauf Castclar knrz mit der schlicßlichcn Erklärung, daß jede carlistischc Uno isabellistische Restauration unmöglich sei. Bukarest. 8, April. (Wahlen.) Anläßlich der Wahlen des dritten Wahlcollcgiums versuchten die Rothen in Bukarest, Unruhen hervorzurufen; doch dieser ^ersuch scheiterte vollständig. Im Allgemeinen ist das ^ahlrcsultat der Regierung günstig, obgleich einige ^oriphäen der Gegenpartei gewählt wurden. Der Gc-Nleindcrath von Bukarest hat sciuc Demission gegeben. Mssesneuigkeiten. '— (DasLagcr bei Vrnck) wird am 15. Mai bon den Truppen bezogen nnd dauern die Hebungen, in sünf Perioden gelheilt, bis 15. August, worauf dann das Iwße vicrzehntägigc Manöver von zwei kompleten Trup -^ndivisiouen gegen Vrünn beginnt. — (Sterb esalle.) Der friihere Commandant des Priester Tcrritorialmilizbataillons, Ioh. Ritter v. Vnschek Schwager des verewigten Frciherrn v. Vrnck) am 3. d. M. ^ Trieft im «1. Lebensjahre. — Am 1. d. M. in Eben->ee der bekannte langjährige Eapitän der Dampfbootc auf ""n Gmunder See John Hepburn im 02. Lebensjahre. . — (Aus Debreczin) wird geschrieben, daß vor wenigen Tagen zwei Lieutenants vom Wrangcl Dragoner- "kgimcute in dcn nahen Wald einen Spazierritt unter- , ^)mett. Kanin daß sie eilligc hundert Schritte in dcn ^ald hineingeritten waren, so fielen zwei Schlisse ans dem ^esk'üppe. Der ciuc Officicr fank todt, der andere vcr- "Undet vom Pferde. Der Verwundete erhielt von dcn Zubern noch einen Stich in die Vrnst und wurde f,"h lebend aufgefunden. Man hofft, ihn noch retten zu lütten. I ^ (Velo cipcdcr folge.) Vor einigen Tagen nÜl "" H"^' ^le Route Meran-Bozen per Velocipede in w^ g"nz drei Stunden und noch dazu anf sehr fchlechteul "'^ zuriick. ^ ~" (GroßerSchnecfall.) Aus Zlmpczzo wird bc-tzy^' daß der Verkehr dieser Ortschaft mit demPusterthal in eiiie, ^ ^" voriger Woche stattgehabten starken Schncefalls laa ^"zcn Taq unterbrochen' war. In Ampezzo selbst hich Ü '"' März der Schnee zwei Fuß hoch. Iu Tricut Vtevf "^ vehemente Schneegestöber zwei volle Tage an. in Q?^ger Weise ging der Cchuccfall der Ostcrfeiertagc da,,. ^U'^ nur bis an den Vrcuncr. Nord-Tirol blieb """ völlia, verschont. Ame.7' ^^ l ö nt a r ck im N innstei n.) Ein Vnef aus "lich s? ^?'^ ". a., wie ein preußisches Vlatt erzählt, ber V ?'"^ Mittheilung, deren Wahrheit von dem Schrel-kochen V "^^ Dieselbe ereignete sich erst vor einigen den ^' '^ ^^^"' in Amerika' schmücken sich gerne mit ^l'neli , !!' 7''^""' Männer: Cäsar, Ecipio, Hannibal, Hani ^.^' ^"'hulgtou, King Janies (König Jakob), Abra-^""lnten im^'^ ?'. ^"^ch lag solch ein schwarzer Herr gepackt i.n> , ^"ft"tt uud schrie wie wahnsinnig; er wurde d" de» 9>> ^" ^ ^ "^ gesteckt, nächsten Vtoraen cntrauscht ^Ne.er ^'""lter geführt: ,Wic ist Ihr Name?" "arck" ^ "U'oorlelc mit großer Würde: „Graf Bis-ymuerlscheö Gelächter. Der Bürgerlueistcr aber spricht: „Sie sind entlassen, einem so großen Manne muß man etwas durch die Finger sehen, künftighin machen Sie aber Ihrem großen Namensvetter in Berlin mehr Ehre." — (Die N o thzu stände in Ostpreußen.) Die Lage iu Ostpreußen wird täglich eiuc bedenklichere uud in einzelnen Regierungsbezirken treibt die auf das höchste gesteigerte Noth hungernde Massen zur Verzweiflung Die Regicruug bezeichnet die Lage als einfache Arbcitsnoth, welche vor zwei Tagen in Gumbinnen Hunderte von Arbeitern vor dem Rcgierungsgcbäudc und Tags darauf vor dem Magi-stratöhanfe zusammentrieb. Aufmarfchircn von Militär uud Verhaftung der „Haupträdelsführer" — wie der Vericht die Hungrigsten höhnisch ueunt — haben für dcn Anfang Ruhe geschafft. — Ans Wisboricnen, bei Schillehucu, Kreis PUtallen, wird von fabelhafter Noth berichtet. Das traurige Lied von ungeheizten Stuben, drei Viertel-Quart Suppe, ein Viertel-Pfund Brot für eine erwachsene Person, mitunter auch noch Kinder iu Kauf, keimen wir von vorigem Jahre. In diefem Jahre sind die Mittel aber knapper und kräftige Lcntc erhalten nichts, töuucu nichts erhalten. Arbeit gibt es aber mcht, das Betteln nährt auch feinen Mann mcht, da dlc, welche geben sollen, selbst nichts haben. Und da tommt es deuu vor, wie in Wisboriencu, daß eine starke, arbeitsfähige Frau, welche absolut keine Arbeit irgend welcher Art finden kauu, sich „nd ihre zwei Kinder seit längerer Zeit uitt Brot ans Leinspren mit etwas Weizen-tleic gemischt, ernährt. Nicht wahr, ein eigenthümliches Futter für Menschen? ! ? !! Wenn es nur öffentliche Arbeitsstellen gcgebeu hätte, oder solche jetzt da wärcu, dann stünden die Verhä'mnsie günstiger. — (Die Schuld haft) ^a> in England noch in der barbarischen Vorschrift von ehedem besteht, daß sie auf die Lebcusdauer auögedchut werdeu kann, foll nun endlich auch dort aufgehoben werden und es liegt das betreffende Gesetz bereits dem Parlamente vor. — (Kohlcugruben - Erplosio n.) Die telegraphisch gemeldete Kohlengruben - Erplosion in der Nähe von Wigan in England blieb durch die Gräßlichkeit ihrer Wirkungen nnr wenig hinter dem Unglück von Abcrgelc zurück. Trotz der ungewöhnlichen Vorsichtsmaßregeln, welche von den Eigenthümern zur Vcrhütuug der Wiederkehr eines Unglücks angewandt wurden, verbreitete sich am 2. d. M. die traurige Kunde, daß in einem Schacht der Zeche Feuer cmsgebrochcn sei. Eine dichte Voltsmeuge fand sich am Eingänge des Schachtes ein, und die Aufregung war ungeheuer, da sich 70 Bergleute innerhalb desselben befaudcn. Nahezu 30 wurden indessen gerettet, nnd etwa 15 schrecklich verbraunt oder halb erstickt zu Tage gefördert. Acht-nndzwanzig Leichen wurden zu Tage geschafft und in einem Schuppen niedergelegt. Nur wenige konnten der gräßlichen Brandwunden wegen fofort idcntificirt werden, soviel steht jedoch fest, daß mehrere Familien fchwerc Verluste zn beklagen hadcu. So befinden sich flinf Mitglieder einer Familie, Vater, Bruder nnd drei Söhne, unter den Todten. Das Unglück ist wahrscheinlich in Folge einer beabsichtigten Lossprcngung entstanden. — (Eine furchtbare Str äflin görevolte) ist jüugstcuö im Sing-Eing-Staatsgcfänguissc zu Newyork ausgebrochen. Die Züchllinge überwältigten uud ermordeten einen Gefaugenwärtcr, worauf sich ein Kampf entspann, der erst, nachdem fünf der Rebellen durch Flinteuschüsse verwuudct worden, beendet wurde. Mehrere hundert Leute aus der Nachbarschaft ciltcu, mit Waffen aller Art ausgerüstet, zur Hilfe herbei, ohuc daß mau ihre Dienste in Anfpruch nahm. Zwei der Züchtlinge, welche die allgemeine Verwirrnng zur Flucht benutzt hatten, sind wieder eiugefaugen worden. Locales. — (Für Eisenbahn-Ingenieure.) Für dcn Dienst der Generaliuspection der österreichischen Eisenbahnen werden Ingemcnr-AssistciUeu zur Ueberwachuug der Eisen-bahubautcn in Verwendung genommen. Die Aufnahme erfolgt provisorisch mit dein Iahresgehalte von 700 nnd 800 fl. nnd für die Dcmcr ihrer Exponirnng mit einer Bauzulagc von jährlich l!00 fl. Bei cutsprechender Verwendung wird in Fällen der Verleihung definitiver Dienstes-stellen auf dieselben besonders Rücksicht genommen werden. Bewerber um diese Dicnstesposten haben ihre Eompctenz-gcsuchc uuter Nachweisung der mit Erfolg absolvirten technischen Lehrfächer, ihrer praktischen Kenntnisse uud Erfah-ruugeu im Bau-, speciell im Eiseubahubauwcscu, ihrer Sprach-keuntmssc und auderwcitigeu Qualification bis 24. April d. I. au dcn Gcncraliuspector dcr österreichischen Eisenbahnen cinzuseudcu. — (Kraukcnuutcr stützuugs Verein.) Die Direction des Kraukcuunterstützuugs-Vcrcincs hält Sounlag dcn U.d.M. um 11 Uhr Vormittags im Salon Fischer eine Sitzung ab. Bekanntlich sind diese Sitzuugcu statutengemäß vsfcullich. Dieser, eiuem wirklich humanen Zwecke, dcr Unterstützung kranker Gewcrblreibcudcu gcwidmctc Vcrciu hat in uusercr Stadt noch immer nicht, weder unter den Gcwcrbtrcibcudcn selbst, noch unter dcr wohlhabeudcu Bürgerschaft jcue Theilnahme gefunden, welche demfclbcn iu Anbetracht seines edlen Zieles zn wünschen wäre. Um so mehr freut es uns, berichten zu können, daß ciuc Gesell schaft von Dilettautcn sich entschlossen hat, morgen über acht Tage, d. i. Samstag dcn 17. April, eine Vorstellung im Theater zu geben, deren Erlrägniß zur Hälfte dem gcnann^ ten Vereine, zur Hälfte dem ElisabcthMudcrspitale gewidmet wcrdeu soll. Das Unternehmen verdault seiue Ent- stehung und Durchführung, wie wir hören, hauptsächlich den rastlosen Bemühungen der Frau des Vorstandstellvertreter des Krankenunterstützuugs-Vercines, des Ncgierungs-rathcs Dr. Schöppl. Zur Aufführung soll das Vaucrn-feld'schc Lustspiel „die Vekeuntnissc" unter Zuziehung einiger schauspielerische» Kräfte gelangen. — (D iö c esan v erä nd cru n g e n.) Dem hoch-würdigen Hrn. Ra uu ikar, Pensionist in Laibach, wurde das freiherrlich Raubcr'fchc Bcucfizium an der Eathedral-kirchc verliehen. Der hochwürdige Hr. Josef Klapst? Pfarrer in Ovsiße, begibt sich in den Ruhestand. — (Dcr Verfasser der „Tagcssplit ter"), welche znr Zeit ihres Erscheinens so viel Anffchen machten, ohne freilich bei dem politisch so unreifen Vvlksgeiste der Deutsch-Oestcrrcichcr irgend einc Besserung unserer Zustände von „nuteu hinauf" oder nur den Vorsatz zn dieser Besserung zu crzieleu, ist — wie die „Klagcnfurtcr Zeitung" aus zuverlässiger Quelle berichtet — unser gefeierter Landsman» Anastasins Grnn. Das Blatt fügt hinzu: Ob wir hierüber von dem Grafen Auersperg ein Dementi gleich jenem in der Ministcrpräsidentenfrage erhalten? Jedenfalls wird jeder, der diefe Gedichte mit Zeitverständ-niß gelesen hat, daraus entnehmen, daß es weniger die Hindernisse von Oben, als die Hindernisse von Unten, das heißt im Volke selbst sind, die dcn begabtesten Patrioten entmnthigen, als geistiger Führer eiucs zn erneuernden Staates, zu dein die sich miterneuerudeu Bürger fehlen, aufzutreten. Da diese Erfahrung für den Dichter der „Tagessplitter" — deren Hoffnuugen einc weite Kluft von den Spaziergängen des Wiener Poeten trennt — fchon feit Jahr nnd Tag cxistirt, so glanben anch wir ans diesem iuncrcu Grunde, daß Graf Auersperg während jener Zeit sich in keine Unterhandlung wegen der Mittisterpräsidcnt-schaft eingelassen hat. Auo dem conlNtutioncllen Verein. Versammlung vom 9. April. Der Vorsitzende Herr Dr. Snftpan theilt mit, daß die vom Vereine beschlossene Petition in Betreff dcr Stcucrvorlagcn an dcn Rcichsrathsabgeordnctcn Herrn Dr. Klnn bchnfs Ueberreichung beim Reichsrathe abgesendet wnrdc. Hcrr Dr. Schaffer spricht über das neue Hau« dclskammcrgcsctz, indem er eine Geschichte dcr Institn-lion dcr Handelskammern gibt nnd sodann die einzelnen Vestimmnngcn des Gesetzes, welches er als einen bedeutenden Fortschritt bezeichnet, einer nähern Würdigung uutcrzicht. Er hebt darunter besonders die Gestattnng eines Verkehrs der Kammern unter einander, welche den Keim eines HandclStages enthält, das Ixslitnt dcr corre-spondircndcn Mitglieder und die Wahlrechtscrweiternng hervor. Schließlich machte Dr. Schaffer auf die Nothwendigkeit einer lebhafteren Betheiligung bei den nächsten Handclskammcrwnhlcn aufmerksam. Herr D c s ch m a n n spricht über die SchulaufsichlS-ucrordnnng. Er knüpft an Sterne's Erznhlnng in ,.?)oricks empfindsamer Reise" an. Morick kommt in Paris an nnd bemerkt da, als dcr Wirth ihn „m den Paß fragt, daß er keinen besitze. Als dcr Wirth dcn Reisenden nun mit bedenklicher Miene frügt, was er wohl glaube, daß dieser Umstand für Folgen haben könne, meint ^jorick ganz rnhig: Nun, doch wohl uichts Schlimmes. Nnn, antwortet der Wirth: Möglicherweise die Bastille. Nnn, meint wieder Uorick: Die Bastille ist auch uichts Schlimmes. Denkt man sich na'mlich die Gräben und Wälle hinweg, so läßt cö sich ja drin ganz gut leben. ).')orick gcht nnn ans, nm die Vastille zu sehen, und hört dcu kläglichen Ruf: „Ich kann nicht hinaus." Da dieser immer wieder ertönt, geht er der Stimme nach nnd findct, daß sie von cincm Stnar herrührt, der diese Worte gelernt hat, nnd sie nun passcndcrwcisc braucht, während er versucht, seinem Gefängniß zu entkommen. )>)orick sucht dcu Vogel zu bcfrcicn, abcr ein starkes Gitter hindert ihn daran, uud da stürzt nun das ganze luftige Gebäude der Selbsttäuschung über die Erträglichkeit der Bastille in nichts zusammen und er bricht in ciuc seiner schönsten Apostrophen an die Freiheit anS. Die Anecdote lasse sich anf Oesterreich und insbesondere anf nnfcr Land strain anwenden. Als cS sich nm die Ausführung dcö Schulgesetzes in Kraiu handelte, hörte man von gar mancher Seite dcn Ruf: Ich kann nicht hcrans! Hauptsächlich giug derselbe vom Lchrcrstand aus. Es frage sich zuuächst, welchen Anschauungen begegnen die ncncn frcifinnigcn Gesetze in dcn Lchrcrkrciscn? Der Lehrcrcongrcß in Wien habe dem Rcichsrathc den Impuls gegeben, für Befreiung dcr Schule vou der Kirche die Initiative zn crgrcifcu. Auch in Krain gab es vielc Lchrcr, welche mit Acgcistcrnna die Gruudsätzc dcr ucucu Gcsctzc acccptirten, sich abcr die ihrer Durchführung cntgcgcnstchcndcn Schwierigkeiten nicht verhehlten. Die Landtagsmajorität machte bei Berathung des Gesetzes übcr die Schulaufsicht dcn Versuch, das Terrain für die ultramontancu Idccu zurückzuerobern. Diese Tendenz haltc sich kciuer Znslimmnng von Seite der r.'hrer zu crfrcucu. Aber, als cö später auf positive Förderung dcr ncucn frcifinnigcn Grnndfätzc durch die ^chrcr ankam, da fchltc dieselbe. Im ^chrcrvcrein nnd im .MituMi 'lovcn-ä" geschahen Kundgebungen, die von dem aufgeklärten ^ehrcrfland sicher nicht getheilt werden. 580 Als ein Kirchenfürst einer benachbarten Provinz einen Hirtenbrief erließ, worin er die kirchliche Oberaufsicht selbst filr das Lesen in Anspruch nahm, war eö der ,Mit. ^uv." der den Hirtenbrief mit Frcnde begrüßte. Ein hiesiges Blatt stellte die Behanptnng auf, das Einmaleins sei der kirchlichen Aufsicht zu nnterzic-hen, es wurde das alte Lied von der specifisch christ-latholischcn Vildnug gesungen. Die Schnlanfsichtsoer-oronnng haben einzelne Lehrer mit Freude begrüßt, aber der Lchrcrverein setzte unter dem Scheine einer Ovation an den enthobenen Schulcnobcraufsehcr eiuc Demonstration gegen das Gesetz in Scene, indem er dem Gefeierten, einem sicher höchst ehrcnwerthcn und um das Schulwesen hochverdienten Priester, in einer Adresse für die „kirchliche Aufsicht" dankte, „für die Hochachtung kirchlicher Würde." Die Antwort des Gefeierten war eine würdige und brach der Adresse die Spitze ab. Soeben brachte „^'öit 1'ov." ciuc Nachweisuug der Ergebnisse des Schulwesens in Kram, in welcher er aber nichts davon sagt, daß das, was geschehen, der Initiative des NcgierungsuertreterS, Schulrath Moönik, und des Schu-lenobcranfschcrs Savaschnig, welchen man wcgcn seiner beständigen Kämpfe mit dem Consistorium einen lebendigen Protest gegen dasselbe nennen tonne, zn danken ist. In der Versammlung des Lchrcrvcreincs vom ZI. März wollte man ein „non po^umu«" dem neuen Voltsschnl-gcsctzcntwurf gegenüber erzielen, indem man anf die Tagesordnung die Frage fetzte: „Wie sollen die Lehrer sich dem ncnen Poltsschulgcsctzc gegenüber verhalten?" Ein wackrer weltlicher Lehrer (Beifall), der dem constitntio-nellcn Vereine angehört, und ein Geistlicher (Beifall) traten gcgcn eine dicöfalls beantragte Resolution mit Frei ninth anf nnd der verkappte „noii ^0»8Ulnu«" fiel. Es sei Pflicht des konstitutionellen Vereins, der Frage der Ausführung dcS Voltsschulgcsctzes seine Aufmerksamkeit zuzuwenden. Das Mittel der Presse stehe zu Gebote, um den strebsamen Lehrer zn ermnthigcn, vor dieser Stimme werden die vereinzelten Unkenrufe verstummen. Allerdings wäre es zu wünschen, daß dem ganz im ultra-montancn Sinne wirkenden ,,U<;it./Iuv." ein die freisinnigen Grnndsätze vertretendes Lchrcrblatt entgegen gestellt würde. Die Ncgiernng habe die Bczirksschulinspcctoreu zu ernennen, auf diese komme viel an, sie müßten Männer sein, von denen man ein Wirken im Sinne der Neuzeit crwartcu könne. Abcr auch die Gemeinden könnten dafür wirken, iusbcsondcre die Commune Laibach, welcher ein Nccht der Bczirksschulaufsicht eingeräumt worden, von hier aus könne anf das Land gewirkt werden. Vor Allem aber gelte cö schließlich, die bedauerliche Apathie der Bcuölkcrnnn, scldst zn bannen und sie zu lebendiger Theilnahme an den Schulangelcgcnhcitcn zn veranlassen. Dr. G lantschn i gg stellte mit Bezug auf eiue im „Laib. TM." enthaltene Notiz über die Zusammensetzung des LandcSschnlraths aus 4 Geistlichen und 1 Laien den Antrag auf eine gcgcn dieses Vorgehen dcr Regierung gerichtete Resolution. Er führt zurBcgrüu-dnng namentlich an, daß weder der Landcsausschuß noch dcr evangelische Pfarrer bcigczogcn worden seien. Dcschmann berichtigt diese Motivirung. Dcr Laudesansschuß habe auf Grund dcs in: letzten Landtage gefaßten Beschlusses jede Betheiliguug au dcr Durchführung dcs Gesetzes abgelehnt. Es fei bisher noch keine definitive, ja nicht einmal eine provisorische Ernennung von Landesschulräthen erfolgt, sondern lediglich eine EnaMc eingeleitet worden, zu welcher außer ihm (D.) selbst, auch dcr cuangclischc Pfarrer nnd andere weltliche Schulmänner beigezogen worden. Ucbrigcns wäre eine Ernennung des Schulralhcö durch die Regicruug nicht einmal möglich, wie ans dem Gesetze hervorgehe. Er halt daher die Resolution für unpassend, da ihr eine thalsächliche Grundlage mangle. Lehrer Putre spiicht für pädagogischen Fort-schritt, durch welchen das Zweckmäßige der alten Schule mit dem Neuen in Veibinduna. gebracht werden soU, nach dem Spruche: „Prüfet Alleö und das Beste behaltet." Die Lehrer folltcn aber sclbst die Regierung in ihrem Streben nach pädagogischem Fortschritt unterstützen. (Bravo.) Dr. Schaffer stellt den Antrag, die Beschlußfassung über die Resolution bis zu dem Momente in 8N8M180 zu belassen, wo ihre thalsächliche Grnndlage sichergcsttllt sein werde. Prof. Heinrich spricht für Einberufung einer außerordentlichen Versammlung zur cntgiltigcn Schluß-fasfung übcr die Rcsolnlion nach Maßgabe dcr zn pflegenden Erhebungen. Dimitz glaubt, ohne in irgend einer Weise hier als Vertreter dcr Regierung zu sprechen, doch zu wissen, daß die von Dcsch mann gegebenen Austlärungel, vollkommen begründet scicn uud spricht sein Vcrttaucn ln die Absichlen dcr h. Regierung auS, um so mehr, als bisher noch keine gegcothciligcn Belege vorliegen. Er könne daher anch fnr die Annahme dcr Resolution, welche dcr thatsächlichen Grundlage ermangle, nicht stimm cn. Nachdem noch Dr. KceSbacher den Wunsch ansgcspluchcn, die h. Regierung möchte die fragliche Tagblalt - Notiz officicll dcmcntircn, wird dcr Antrag dcs Dr. Schaffcr anf Vertagung dcr Beschluß» fassung, sowie jnicr dcs Prof. Heinrich auf eventuelle Einberufung einer außerordenllichcn Versammlung angenommen. Neueste Post. Wien, 8. April. (Frdbl.) In dcr heutigen Sitzuug deS StcucrrcforM'Ausschusscs sprach dcr Finanz-ministcr den Wuusch aus, daß nicht nur das Grund-steucrgcsctz, sondern auch daö Erwcrbösteuergcsctz noch in dieser Session vor daö Haus komme, da bcioc Gesetze noch vor dem Schlüsse dcrsellicu, der beiläufig in 4 Wochen stattfinden dürfte, erledigt werden könnten. Die Gcsetzcsuorlagen bezüglich der Gebäude- und Personal-Einkommensteuer würdcu daun bei den« Wie-dcrzusammentriltc des Rcichsraths nachzuholen sein. Wien 9. April. Die Berathung des VerfassungS» Ausschusses in dcr gestern Abends stattgehabten Sitzuug begaun mit lit. (^ des Art. 3 der galizischcn Landtags-Resolntion, welche lautet: „Die Gesetzgebung über die Eredit- und Versicherungsanstalten, Bank- nnd Sparcasscn, mit Ausschluß der Zcttclbanken, wird der galizischen Landesgcsctzgcliuug überlassen." I^it. 6. „Die Gesetzgebung über das Heimatsrecht werde dem galizischcn Landtage überlassen." 1^5. I). „Die Feststellung dcr Grundsätze dcS Unterrichtes bezüglich dcr Volksschulen, Gymnasien und Universitäten wird dcr Landcsgcsctzgcbung zugewiesen." I^it. ll lautet: „Die Strafjustiz und Polizei, Straf', sowie Eivilgcsctzgcbung uud die Gesetzgebung über das Bergrecht wcrdcu dcr LaudcSgcsctzgcbnng überwiesen." Lit. 1'' lautet: „Die Gesetzgebung über die Grundsätze der Organisirung der galizischcn Verwaltungsbehörden wird dcr galizischcn LandeSgcsetzgebuug über« lasscu." Diese Punkte werden nach einiger Debatte, an welcher sich anch die Minister Dr. GiSkra, Herbst und Brcstcl, welche dagegen sprechen, bcthciligcn, aligclchnt. Lit,. (? lantct: „Die zur Durchführung dcr Staats-grundgcsetzc über die allgemeinen Rechte der Staatsbürger, über die richterliche, RegicruugS- und Bollzugsge-walt zu erlassenden und die dort berufenen Gesetze werden dem galizischen Landtage überlassen." Abg. Ritter v. GrocholSti hebt hervor, daß auch dieses Lit. ebenso wie das vorhergehende im Zusammenhange mit Art. 8 stehe uud daher die Berathung bis dahin aufgeschoben werden soll, was der Ausschuß bezüglich der Lit. t' und z^ auch beschloß. Lit. II: „Die Gesetzgebung über jene Gegenstände, welche sich auf Pachten "nd Verhältnisse Ga-liziens zu den anderen Ländern dcr Monarchie bczichen, werde dcr Landesgcsctzgcbuug überwiesen." Dcr Antrag dcs Subcomil^ auf Ablehnung deä Lit. H wird angenommen und hierauf die Sitzung ge< schlössen. Wien, 9. April. (Tr. Ztg.) Giskra lehnte gegenüber dcr polnischen Resolution im VerfassungSaus-schnssc Namens dcs GcsammtministeriumS eine Verfassungsänderung ab. Beust ist eingetroffen. Trieft, 9. April. Heute Morgens begrüßte der Herr FML. Moering in Nabresina den Herrn General-lieutenant Grafen Maurizio Gcrbaix de Sounaz, Ober-jägermcistcr und Flügeladjutanten Sr. Majestät des Königs von Italien, auf dcr Reise nach Wien. In Bcglcituug dcs königlichen Abgesandten befinden sich Hanplmann Graf Cigala und Baron De Renzis. Auf dcr Rückreise wird Gcnral Sonnaz Trieft besuchen. Paris, 8. April. Die vom „Siöcle" erwähnten Gliüchte von einer Aenderung dcs Ministeriums nud dcr Verfassung wcrdcn dcmcntirt. Dic „Union" sagt, die Eailisten seien bereit, filr dcn Triumph «hrcr Rechte zu kämpfen. Die „Paliie" schreib!: Die Unterhandlungen mit Belgien werden wahrscheinlich zu einem Resultate führen, ohne daß dic Intervention einer gemischten Commission nothwendig wird. Brüssel, 8. April. (N. Fr. Pr.) Die Unterhand-lnngcn über die Eisenbahn - Angelegenheit werden rasch zum Zicle führen. Fr<'re-Orban wird vor dem 13. d. hicher zurückkehren. Frankreich gibt die Abtretuugsvcr-träge auf. Die Unterhandlnngen beziehen sich ausschließ' lich auf die iuternationalen Tarife. Madrid, tt. April. Die „Epoca" meldet: Dic Regierung hat keinerlei Nachricht über den Eintritt car< lislischcr Banden in Spanien erhalten, nichtsdestoweniger hat sie augcordnct, daß Truppen nach dcn nördlichen Provinzen abgehen. Telegraphische Wechselcourse vom 9, April. 5perc. Metalliques 62.30. — 5vcrc. M.talliques mit Mai- M'd November-Zinsen 62.30. - överc.National-Anlehcu 70.45. - 1«60er Staatsaulehe» 102.40. — Vanlaclieu 730. — Creditaciien 293.10-London 126.10. — Silber 124. - K. l Ducateu b,94'/.<>, Verstorbene. Dcn 5. April. Lorenz SusterZic, Inwohner, alt 76 Jahre, im Civilspital an Erschöpfung der Kräfte. — Herr Franz Honig, Haudlnngscommis, alt 23 Jahre, in der Stadt Nr. 1' ciin i!nngcnblntsturzc. Den 7. April. Maria Slerjanc, Inwohnersweib, all 37 Jahre, im Civilspital an AorteilAneurisma. - Dem Josef Strnß, Tagliilnlcr, seille Gattin Anna, alt 43 Jahre, in der Ka< pnzinervorstadt Nr. 1l» an dcr ^»ngcntndercnlosc. — Dem HerrU Wenzel Ochringer, Äanuntcrnehmer, sein jiind Iosefa, alt 4 Iahn' in dcr St. Pctersvorstadt Nr. 160 an der Gehirnlcilmning. Dcn 8 April. Johann Ccleänik, Inwohner, 'alt 40 Jahre, im Civilspital; Herr Ferdinand Orstrin, Hürer dcr?. Oym-nasialclasse, alt 20 Jahre, in dcr Kapuzincrvorstadt Nr. 4, nnd Bartholomälis Anznr, ^edcrcrgcsclle, alt 23 Jahre, im Civilspital, alle drei an dcr i'nngcntubcrculose. Dcn 9. April. Fran siosalia Schimnitz, Schuhmacher mristclsivillve, alt 85 Jahre, in dcr Stadt Nr. 256 cm Altersschwache- Angekommene Fremde. Am 8. April. Sladt Wien. Die Hcrrrn: Verdcrbcr, Kaufm., von Prag. — Hartmanu, Reis., nnd Frau Fitz, Private, von Graz. Elefant. Die Hcrrcu: Witlmann; Hoffer, Kauf»!., nnd Tone, Privatier, von Trieft. — Iuch, l. t. Beamter, nnd KaliM', von Graz. - Vregcr, Kaufn,., von Moränlsch. — feinde!, Wriuhändlcr, ans Nntcrtrain. — Fischer, Haudclsm., voN Uinlnberg. — Frl. Arcnstcin, von Wien. '^eteuroloqische ^eosiachtuilgen in Lailiach^. ^ « .3 U s « » V"^ «u. Mg. 327.2? 4-4.4 windstlll ! halbheitcr 9. 2 „ N. 326.84 -s-i5s windstill dllnn bcw. ^ 0.ou 10 „ Nb.! 327.Ll 1^ 9.3 windmill halbheitcr ! Nachts hallihciter, Vormittags dilnncr Wollenschlcier. So»^ ucnhof, Nachmittags znuchmeiidc Bcwoltnng, AliendS nnbcdc»' tender Strichregen, später sternenhell. Daö Tllgetlmittcl der WäNl" -^ 9 «", um 2 0« «vcr dem Viorniale. Verantwortlicher Redacteur: Ignaz v. Kleinmayr. 'Ül" «' ». '^»4 Wien 8 April Die ucrtchrtc in gill'sligcr Slimnning, die Fond«- uiid Acticucoursc ersnhrcn aber tc,nc crhcdlichcu Ansvcsscrnngcu. Devisen und Valuten schloffen la»>" Mfil envenlyl. verändert. Oeld flilssig._________________ . Allgemeine Ttaatoschnld. Fiir 100 si. Geld Waare Einheitliche Slaalöschnld zn 5 pCt.: u Noten verzinöl, Mai-November 02.70 62,80 „ „ „ Fcbruar-Angust 62.s>0 l^.60 „ Silber „ Iäiincr.Iuli . 70.60 70.75 „ „ „ April-October. 70.50 70.6C In üsterr. Währ. . . zu 5pCt. 5>9.50 59.70 detto v. 1.186« . . 5 „ 64. 64.20 dctto rückzahlbar <^) . 5„ W.75 99.- detto „ (V- 5 „ 5?-75 98.- Silber-Anl. 1864 ll.St.) 5 „ -.- -.— „ 1865 (Frcs.) 5 „ -.— —.— Metalliques . . .zn4'/, pCt. 56.— 56.50 MitVerlos. V.J. 1839 205.— 206.— Mit Verlos. U,1.1854 zu 25o fl. . . „ 4 „ 94.25 94.75 Mit Verlos. v.J. 1860 zu 500 fl. . . „ 5 „ 103.20 103.30 Mit Vcrlus.v,1.1860 zn 100 fl. . . „ 5 „ 104 - 104.25 M«t Verlos. vI. 1864 zll 100 fl...... 128.U0 126.70 Cllmo-Neuteusch, zu 42 1_>ro «u»l. pr. Slilcl.....23.50 24.— StaatötDomäncn-Pfandbriefe zu 120 fl. ö W. (^00 Fr. 5 M.) i»l Silber Pr. SMcl . . .117.50 118.- Grundentlastunsts-Obllgatlonen. Filr 100 fl. Geld Waare Niedcr-Ocsterrcich . . zu 5 pCt. 92.50 93.— Ober-Oesterreich . . „ 5 „ 91.-- 92.~ Salzburg .... „ 5 „ 90.— 91— Bdhmcu .... „ 5 „ 92.— 92.50 Mähren .... „ 5 „ 90.50 91.— Schlesien .... „ 5 „ 9«).- 91.— Strlrrmart ... « 5 „ 90.— 91.— Ungarn.....„ 5 „ 79.2.', 79.75 Temeser-Bauat . . „ 5 „ 77.75 78.25 Crnatien uud Slavonien „ 5„ 79.-- 79.50 Galizicu .... „ 5 „ 71.60 71.80 Sicbcubllrgcn ... „ 5 „ 74.— 74.50 Buloviull .... „ 5 „ 71.25 71.75 Una. m. d. V.-E. 1867 „5„ 77.75 78.25 Tem.B.m.d.V.-E.1867„ 5 „ 75.50 -.- Actien (Pr. Stttck). Natioiialbani......729.— 731.— Kaiser Ferdniands-Nordbahn in 1000 fl EM.....2330.-2335,- Cr'dit-Anstalt zu 200 st. ö.35 293.60 29370 N,ii,Escom.-Gcs.zv500fl.iz,W. 83V- 838.-Statseiscub.-Ges. zu 200 si. LM, oder 500 ssr......3^2.— 3i<^.^c» Kais. Elis. «ahn zu 200 st. LM. 1^0 ^ 180.50 ^ SUd.-uordd.Ber.-B.200 „ „ 165.50 166.— Geld Waare Sild.St.-, l.-vcn. u.z,-i.E. 200 fl. ü. W. oder 500 Fr. . . . 232.75 233 — Gal.Karl-i,'nd.-B. z.200fl.CM. 2l7.- 217.50 Bühm. Wcstbahu zn 200 fl. . 192.— 192.59 Ocst.Don.-Dampfsch,-Gcs. ^^ 578.— 580.— Oesterreich. Noyd in Tricst Z 321.— 323.— Wicu.Dampfm.-Actg. . '. . 320.— 330.— Pester Kcttcnbrilcle .... 685.— 695.— A'.lglo - Austria- Ban! zn 200 fl, 321. - 321.50 Lemlicrg Czcrnowitzcr Aclim . 185.50 18«.— Acrsicher.-Gcsellschaft Donau . 252.— 255.— Pfandbriefe (sllr 100 fl.) National- j banl auf ^ verlo«bar zu 5«/. ^» 75 101.-C. M 1 Natloulllb.aufij.W.verlosb.5„ 96.25 96,50 Uug. Bod.-Cred.-Aust. zn 5'/.,. 92,50 92.75 Allg. üst. Bodeu-Credit-Änstalt verlosbar zu 57« in Silber 108.— 108 2.) dto.in33I.rilckz.zu5pCt.iuö.W. 92.50 93,- «ose (pr. Stück.) Tred.-N.f.H.u.G.z.iOofl.u.W. 166.75 167.- Dou.-Dmpfsch,-G.z.100fl,EM. 97.- 97.50 Stadtgem. Ofen „ 40 „ ü. W. 37.50 38 50 Salm „ 40 „ « . 42.50 43. - Geld W°°" Palffy zu 40 fl, «. W. 35. - 36.^ Elary .. 40 « „ . 37,50 38. ' St. Geuois „ 40 „ „ . 33.75 34.^ Wiudischgriili „ 20 „ „ . 22.50 23-^ Waldstrin « 20 „ „ . 24 50 25.^ Keglevich „ 10 „ „ . 16.50 1?- Rudolf-Stiftung 10 „ „ . 14.- 1"- Wechsel (3 M°n) AuaSburg fllr 100 st, slldd. W. 104.60 10^' Franlfurt a.M. 100 st. detto 104.90 10^ Hamburg, filr 100 Marl V°l:lo 92 70 93' London silr 10 Pf. Sterling . 125 85 12<^ Pari« fllr 100 Franc« . . . 50.10 50-" Eours der Geldsorten Geld W°a" K. Miluz-Ducaten . 5 fl. 93 tr. ü fl. 94 '' Napoleonsd'or . . 10 „ 6 „ W ,- ^ , Nuss. Imperials . - „ — „ ^ " ^, ^ Verciusthaler . . 1 „ 85 „ 1 « A' , Silber . . 123 „ - „ 123 « 50 Kraiuische Grundeutlastung« - Obliaattoueu, vatnoUrun«: 8650 Geld. 90 Wa°"