MITTEILUNGEN des Musealvereines für Krain. Jahrgang XVII. 1904. Heft III u. IV. ~ÖT T Tö“ Über Entstehung und Herausgabe der Bibel Dalmatins. Mit 4 Beilagen. Von P. Walter Šmid O. S. B. Das archivalische Material, auf dem sich die vorliegende Abhandlung aufbaut, wird zum größten Teile im krainischen Landesarchiv in Laibach aufbewahrt. Es sind dies die Faszikel 54 a bis i. Daneben geben die Verordnetenprotokolle noch manche wertvolle Auskunft. Benützt habe ich ferner ein Faszikel des steirischen Landesarchives in Graz mit dem Titel: Windischer Bibeldruck, und einzelnes aus dem Schloßarchive zu Auersperg. Ein vortrefflicher Führer bei der Arbeit waren mir die Aufzeichnungen Th. Elzes, deren Benützung ich der Güte des Herrn Hofrates A. Luschin R. v. Ebengreuth in Graz verdanke. Gedrucktes archivalisches Material enthalten auch Dimitz’ Beiträge zur Reformationsgeschichte in Krain. I. Documente zur Geschichte der ersten slovenischen Bibel (1583) im Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte des Protestantismus in Österreich 1883, Seite 49 bis 66. Was die Literatur betrifft, so kommen vor allem die grundlegenden Werke Elzes in Betracht, vor allem: Primus Trubers Briefe in der Bibliothek des literarischen Vereines in Stuttgart, 215. Bd., Tübingen 1897 ; Universität Tübingen und die Studenten aus Krain, Tübingen 1877 ; Die Superintendenten der evangelischen Kirche während des sechzehnten Jahrhunderts, Wien 1863. Von desselben Verfassers Abhandlungen im Jahrbuch der Gesellschaft für die Geschichte des Protestantismus in Österreich wurden herangezogen: Die slovenischen protestantischen Gebetbücher, Jahrbuch 1894; Gesangbücher 1884; Katechismen 1893; Bibelbücher 1895; Prediger 1900 und 1901; Die Rectoren der krainischen Landschaftsschule in Laibach 1897; Die Anfänge des Protestantismus in Mitteilungen des MusealVereines für Krain. Jahrg. XVII, H. III u. IV. 6 Krain 1880. Daneben benützte ich desselben Verfassers Aufsätze in der Allgemeinen deutschen Biographie IV., S. 712 (über Dalmatin) und im XVI. Bande der Herzog-Plittschen Realencyclopädie für protestantische Theologie (den auf Seite 56 ff. befindlichen Abschnitt über Primus Trüber und die Reformation in Krain). Außerdem wurde noch folgende Literatur benützt: Ahn, Bibliographische Seltenheiten der Truberliteratur, Graz, 1894; Ahn, Die slo-venischen Erstlingsdrucke der Stadt Laibach (1575—1580), Graz 1896; Ahn, Johann Mannei, Laibachs erster Buchdrucker (1575 — 1580), Sonderabdruck aus dem Archiv für Geschichte des deutschen Buchhandels, Leipzig 1898; Benkovič, Ljubljanska škofija in škofijske sinode, Voditelj 1901; Benkovič, Slov. reformatorji, Voditelj 1902; Dimitz, Geschichte Krains von der ältesten Zeit bis auf das Jahr 1813, III. Bd., Laibach 1875; Dimitz, Kurzgefaßte Geschichte Krains, Laibach 1886; Fekonja, O početkih slov. književnosti, Zvon 1886; Fékonja, Dva lista iz knjige jugoslovanske (1550—1584), Slovan 1888; Fékonja, Reformacija v Slovencih, Zvon 1890; Glaser, Zgodovina slov. slovstva, I. Ljubljana 1894; Hitzinger, Beiträge zur Geschichte der Reformation in Krain, Mitteilungen des historischen Vereines für Krain 1864; Kopitar, Grammatik der slavischen Sprache in Krain, Kärnten und Steyermark, Laibach 1808; Loserth, Die Reformation und Gegenreformation in Innerösterreich, Stuttgart 1898; Marn, Jezičnik, knjiga slovenska v dobah XVI, XVII. veka, Ljubljana 1883; F. M. Mayer, Jeremias Hornberger, Sonderabdruck aus dem Archiv für österreichische Geschichte, LXXIV. Bd., Wien 1889; Pindor, Die protestantische Literatur der Südslaven im XVI. Jahrhundert im Jahrbuche der Gesellschaft für Geschichte des Protestantismus in Österreich 1902 und 1903; Radies, Herbard VIII., Freiherr zu Auersperg 1528—1575, Wien 1862; Robitsch, Geschichte des Protestantismus in der Steiermark, Graz 1859; Šafafik, Geschichte der südslavischen Literatur, Prag 1864; Trdina, Zgodovina slov. naroda, Ljubljana 1866; Valvasor, Ehre des Herzogtums Krain, Nürnberg 1689. Die Zeit, da Luther mühsam von der alten Kirche sich losrang, war bereits vorüber, als die Kunde von der neuen Lehre nach Krain kam. Wie in den übrigen innerösterreichischen Ländern, trat sie auch hier nicht als ein Gegensatz zur althergebrachten Lehre, als vielmehr als eine katholische Spielart auf, die vor allem die Abschaffung der Mißbrauchte und die Verkündigung einer reineren Lehre im Auge hatte. Sie führte im Anfänge eine ziemlich friedliche Fortexistenz neben der alten Kirche, von der sie sich in den ersten Jahren auch nicht getrennt hatte. Dazu trug viel der Anschluß an das Augsburger Bekenntnis bei, denn dieses wollte den Beweis erbringen, daß die Protestanten noch auf dem Boden der alten Kirche stünden und betonte deshalb auch mehr das Gemeinsame als das Trennende.1 Der rege Verkehr mit Deutschland, besonders mit Württemberg, wo die Universität Tübingen eine große Anziehungskraft auf die Jugend Krains übte, brachte es mit sich, daß die neue Lehre in Krain bald viele Anhänger fand. Die Bischöfe von Laibach standen der Verbreitung derselben ziemlich gleichgültig gegenüber; einige derselben waren im geheimen sogar ihre Anhänger. Nur Bischof Urban Textor (1544-—1558) trat ihr entschieden entgegen, doch konnte er die Bewegung nicht mehr eindämmen.1 2 3 * * * Auch der Augsburger Religionsfriede vom Jahre 1555 änderte nicht viel an den tatsächlichen Verhältnissen. Indem die Stände die mißliche Lage, in die Innerösterreich durch die Türkeneinfälle geraten war, benützten, verstanden sie es, von Ferdinand I. und dessen Sohne Karl II. tatsächliche Duldung ihres Bekenntnisses zu erwirken.8 Zur neuen Lehre bekannten sich nicht bloß die Stände und die Städte, auch die Bauernschaft auf dem Lande, wo die adeligen Sitze auf die ländliche Bevölkerung großen Einfluß übten, war ihr zahlreich zugetan. 1 Gg. Ellinger, Phil. Melanchthon, ein Lebensbild. Berlin 1902. S. 292. * Elze, Primus Trubers Briefe, S. 2 u. 3. 3 Luschin, Österreichische Reichsgeschichte, S. 334; Loserth, Akten und Korrespondenzen zur Geschichte der Gegenreformation in Innerösterreich unter Erzherzog Karl II. (1578 —159°) in den Fontes rer. Austriac. I.. Bd. Ein- leitung, S. XII. In diese Zeiten fällt der Anfang der slovenischen Literatur. Ihr Entstehen verdankt sie Primus Trüber. Nach anfangs schwerfälligen Versuchen bahnte er der neuen Quelle ein Bett, in dem sie dahinfließen konnte. Sein Beispiel fand bald Nachahmung. Mit jener Frische und Unmittelbarkeit, wie sie Frühzeiten der Literaturen eigen zu sein pflegt, griffen Trüber und seine Genossen das schwierige Werk an. Ihre Aufmerksamkeit nahm vornehmlich die Theologie in Anspruch ; die damalige Zeit war hauptsächlich religiösen Fragen zugewandt. Neben der fröhlich blühenden theologischen Literatur tauchte auch der erste Versuch einer profanen Literatur auf. War die literarische Tätigkeit auch nur rezeptiv, da sie sich unter dem Zwange der Verhältnisse hauptsächlich auf Übersetzung und Wiedergabe heiliger und anderer religiöser Schriften beschränkte, so sieht man doch schon Spuren einer einigermaßen selbständigen Literatur, besonders im Liede. Trüber hatte jedoch in seinen Kampfesjahren seine Bemühungen zu sehr zersplittern müssen, als daß er zu einem verhältnismäßigen Abschluß seiner Arbeit hätte kommen können. Die Ergänzung erstand ihm in Dalmatin. Dieser vollendete das große Werk der Bibelübersetzung, für dessen Ausführung Trubers Kräfte bereits erlahmten. Gewiß ist Trüber die gewaltigere Persönlichkeit, in mancher Hinsicht der Bahnbrecher einer neuen Zeit, aber mit vollem Recht darf man Dalmatin das Verdienst zugestehen, Trubers Lebenswerk zur Vollendung gebracht und ein Werk geschaffen zu haben, das den Höhepunkt der slovenischen protestantischen Literatur bedeutet. Georg Dalmatin wurde wahrscheinlich um das Jahr 1546 in Gurkfeld an der Save geboren. Wie Trüber und so mancher andere Reformator, aß auch er in seiner Jugend das Brot der Armut und hatte Zeit seines Lebens mit Sorgen zu kämpfen. Bis zum 18. Jahre besuchte er die Schale des Melanchthon-schülers Adam Bohorič (Bochoritsch, W7ocheritsch, Bohorizh) in Gurkfeld.4 Dieser, der um das Jahr 1564 wegen seines Bekenntnisses die Heimat hatte verlassen müssen und sich in Laibach angesiedelt hatte, machte Trüber, welcher damals (1562 —1565) in Krain weilte, auf den jungen Dalmatin aufmerksam. Trübers und Kreljs Bemühungen hatte dieser es zu verdanken, daß die Stände ihn im Jahre 1565 nach Württemberg schickten, wo er ein Jahr in der Klosterschule zu Bebenhausen verweilte, und dann vom Jahre 1566 —1572 die Universität Tübingen bezog.4 Die Universität, an der einst Reuchlin und Melanchthon gewirkt, stand in dieser Zeit in hoher Blüte. An der theologischen Fakultät wirkte seit 1562 Jakob Andreä, der im ganzen theologischen Deutschland ungewöhnliche Bedeutung und Einfluß hatte. Ein Verteidiger der Orthodoxie und der Einigkeitsbestrebungen, ist er der Vater der formula concordiae, die, im Jahre 1580 entstanden, auch in den innerösterreichischen Landen nach einigem Zögern zur Annahme gelangte. War Andreä der Vertreter einer manchmal etwas kleinlichen und ängstlichen Orthodoxie, so gewann Jakob Heerbrand durch seine gefällige Darstellung der evangelischen Dogmatik einen solchen Ruf, daß er einer der einflußreichsten theologischen Lehrer seiner Zeit ward. Neben den beiden Genannten entfaltete noch Dietrich Schnepf als Professor der alttestamentlichen Theologie eine segensreiche Wirksamkeit. Auch die Kanzeln der artistischen Fakultät waren damals mit berühmten Vertretern der Wissenschaft besetzt. Als Nachfolger des Matthias Garbitius zog Martin Crusius, seit 1559 Lehrer der griechischen und lateinischen Sprache, Zuhörer aus allen Gauen Deutschlands, besonders viele Ausländer an. Seit 1568 machte ihm diesen Einfluß Nikodem Frischlin streitig, der, die ausgetretenen grammatikalischen Bahnen verlassend, die Zuhörer mehr in 4 Elze, Trubers Briefe, S. 466 f. u. 508 fr.: Eigenhändiges Schreiben Dalmatins an die krainische Landschaft aus Eßlingen vom 10. Jänner 1572. dea Geist der antiken Schriftsteller einzuführen versuchte. Ein Epigone der Humanisten, war er mit allen Vorzügen und Gebrechen derselben behaftet, was oft zu unliebsamen Auftritten Anlaß gegeben hat.5 6 Diesen Männern verdankte Dalmatin seine wissenschaftliche Ausbildung. Seinen Studien, deren ausgezeichneten Fortgang seine Lehrer Heerbrand und der jüngere Brenz in einem Schreiben an die Stände (vom 20. Mai 1569) nicht genug rühmen konnten,6 oblag er mit solchem Eifer, daß er bereits am 10. August 1569 die Würde eines Magisters erreichen konnte.7 Auf Ersuchen Trubers und der krainischen Landschaft erhielt er eine Stipendiatenstelle im Tiffernum.8 Die Ferien brachte er gewöhnlich bei Trüber zu, der Pfarrer im nahen Derendingen geworden war.9 Hier pflanzte dieser in das empfängliche Herz Dalmatins den Samen, der später so schön aufgehen und herrliche Frucht zeitigen sollte. Trüber nahm sich Dalmatins, in dem er seinen Nachfolger in der literarischen Arbeit sehen mochte, überaus kräftig an und bestritt für ihn manche Ausgabe, unter anderem auch für das Bakkalaureat. Trüber war es auch, der seine Bittgesuche bei der krainischen Landschaft immer befürwortete.10 Die Stände vergaßen seiner nicht und schickten ihm von Zeit zu Zeit eine 5 Vgl. darüber Kliipfel, Geschichte und Beschreibung der Universität Tübingen. Tübingen 1849. S. 71 ff. 6 Elze, Trubers Briefe, S. 486. Ebenda S. 485 ein Brief Dalmatins vom 17. Juni 1569, der uns, im fließenden Latein verfaßt, von seinen Fortschritten Kunde gibt. 7 Allgemeine deutsche Biographie IV, 712. 8 Elze, Die Universität Tübingen und die Studenten aus Krain, S. 34 ff. 9 Traber verwendete Dalmatin hin und wieder zu Botengängen. Elze, Trubers Briefe, S. 466. 10 «Studiorum meorum fantori eximio, quem ego propter incredibilem erga me humanitatem parentis loco merito honorare debeo», sagt Dalmatin von Trüber in dem oben erwähnten Schreiben vom 17. Juni 1569, in dem er die Stände ersuchte, die Auslagen seines Magisteriums zu tragen. Unterstützung; im Jahre 1568 durch den Laibacher Bürger und Kaufmann Johannes Diener 20 fl.11 Anläßlich der Erlangung der Würde eines Magisters im Jahre 1569 erhielt er von ihnen 30 Gulden. Als er sich im Sommer des Jahres 1570 in großer Not befand,11 12 hatte er der Fürsprache Trabers und Spindlers (am 3. September beim Hofteiding) eine Unterstützung von 25 Talern von seiten der Landschaft zu danken.13 Ebenso ermöglichte ihm diese im Jahre 1571 eine Reise nach Krain zu den Eltern.14 15 Neben seinen Studien befaßte er sich auch mit seiner Muttersprache und übersetzte auf Anregung Trabers bereits in Tübingen das erste Buch Mosis ins Slovenische.16 Diese Übersetzung verehrte er am 10. Jänner 1572 der krainischen 11 Elze, Trubers Briefe, S. 486. 12 Elze, Trubers Briefe, S. 497; Schreiben Trubers vom 28. Mai 1570; M. Georgius Dalmata (in) ließ (ließe) sich nun prauchen zur schuel oder zum predigen, den an (ohne) ein weiter Iriilff khan im stipendio lenger nicht bleiben, hat nicht kleider zum winter. 13 Ebenda S. 497. Anm. 2. 14 Schreiben Dalmatins an die Stände aus Eßlingen vom 10. Jänner 1572 in Elze, Trubers Briefe, S. 509. 15 Einem Exemplare seiner Bibelübersetzung, das er am 1. Jänner 1584 aus Wittenberg an den Herzog Ludwig von Württemberg überschickte, legte er ein Begleitschreiben bei, in dem es bei Erwähnung der herzoglichen Wohltaten unter anderem heißt, «welches hochfürstlichen beneficij auch ich Dalmatinus siben ganzer jahr, ein jalir im closter zu Bebenhausen, vnnd sechs zu Tübingen in Tiuernitico stipendio genossen, vnnd daselbst nit allein meine artes, linguas vnnd theologiam gestudirt, sondern auch meine windische muttersprach also in der yebung erhalten, daß ich täglich vnnd als vii ich neben anderen meinen studijs geuolgen mögen, etbas auß anderen sprachen in die windische transferirt vnnd bereyt zu Tübingen das erste buch Mosis verwindischt habe, vnnd bin darauff . . . gehn Labach . . . erfordert worden, alda mir neben dem predigambt in beyden, windischer vnd teutscher sprach auch die continuation der tolmetschung der bibl gnedigklich anbevolhen ist worden ...» Vgl. auch Dimitz, Beiträge zur Reformationsgeschichte in Krain. I. Documente zur Geschichte der ersten slovenischen Bibel (1583) im Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte des Protestantismus in Österreich 1883. S. 55 ff. Landschaft, die er um Anstellung in der Heimat bat.16 Da die krainische Landschaft damals mit Predigern wohl versorgt war, schien es, als ob Dalmatin noch ferner in der P'remde bleiben sollte. Die Verordneten bedeuteten ihm schon am 30. März, daß er eine ihm sich anderwärts bietende Stelle nicht ausschlagen möge.17 18 Den vereinten Bemühungen des Landeshauptmanns Herbard von Auersperg, Trabers und Spind-lers, der Dalmatins Genosse im Tiffernum gewesen war, gelang es beim Hofteiding am 18. April die Berufung Dalmatins durchzusetzen.58 Am 11. Mai baten die Stände in Krain den Herzog Ludwig von Württemberg, der seinen Vater Christoph im Jahre 1568 in der Regierung nachgefolgt war, um Prüfung, Ordination und Entlassung Dalmatins, die ihm auch mit einem rühmlichen Zeugnis gewährt wurde.19 Bei dieser Gelegenheit wird er die disputatio de ecclesia catholica et catholicis gehalten haben, die zum Jahre 1572 verzeichnet wird.20 Die Anstellung Dalmatins in Laibach sollte für ihn von den segensreichsten Folgen begleitet werden. Selbst von rührigem Naturell, eifrig und fleißig, hatte er in Laibach an Christoph Špindler einen treuen und guten Freund, an Adam 16 Elze, Trabers Briefe, S. 508 ff. Das Schreiben ist aus Eßlingen datiert, wohin die Universität wegen der Pest in Tübingen übersiedelt war. 17 Damit hatte es übrigens gute Wege. Schon im Jahre 1570 hatte Trüber Dalmatin als Diakon in Württemberg unterzubringen gesucht, hatte es jedoch wegen der großen Zahl der Bewerber nicht durchsetzen können. Elze, Universität Tübingen, S. 34 ff. 18 Elze, Trabers Briefe, S. 504 u. 512. 19 Elze, Universität Tübingen, S. 44 f. In dem Schreiben des Herzogs vom 14. Juni an die Stände in Laibach heißt es, der Herzog habe «gemeldten Dalmatinus (als der von seinen praeceptoribus und gemeiner Universität allda zu Tübingen seines fleißes, thuns und lassens halben sonders gerühmt, auch durch unsere consistorien examinirt, eine predigt von ihm gehört, und darinnen so viel befunden, daß er zum ministerio für genugsam qualificirt geachtet, deswegen auch von demselbigen gebührlich verordnet worden) nit verhalten, sondern ihn euch hiemit zuschicken wollen ...» 20 Elze, Prediger im Jahrbuch 1900, S. 167. Bohorič einen väterlichen Berater, der ihn bei seinen literarischen Arbeiten nachhaltig fördern konnte. Anfang Juli traf er ein und wurde als Prediger für die deutsche und slovenische Kirche mit einem Gehalte von ioo Goldkronen angestellt.21 Auch die Reiseauslagen wurden ihm vergütet und 34 Gulden für die Unkosten der Übersiedlung als Ergötzlichkeit verehrt. Eine Verbesserung seiner geringen Besoldung, um die er schon am 5. November 1572 im Hofteiding ansuchte, versagte ihm die Landschaft diesesmal, da er noch unverheiratet war; ebenso schlug sie ihm die Bitte um freie Wohnung ab. Im nächstfolgenden Jahre 1573 scheint er schon eine Frau heimgeführt zu haben.22 Ohne sein Bemühen wurde ihm im selben Jahre am 10. September im Hofteiding die Besoldung aufgebessert, indem der Gehalt des eben verstorbenen ersten Schulrektors Leonhard Budina im Betrage von 100 Gulden in drei gleichen Teilen an die Predikanten Dalmatin, Hans Schweiger und Kaspar Khumperger verteilt wurde. In den ersten drei Jahren nach seiner Berufung scheint Dalmatin die Bibelübersetzung vollendet zu haben. Am 21. April 1575 wurde im Hofteiding neben seiner Bitte um eine Unterstützung zur Bezahlung und Erhaltung seines Häuschens auch über sein Verlangen verhandelt, die Bibelübersetzung übersehen und drucken zu lassen. Am selben Tage brachte auch der Buchführer Hans Mannei (Mandl, Manni, Mannlius, Man-delz) sein Ansuchen um Erlaubnis der Errichtung einer Buch- 21 Am II. Juli überreichte er das Entlassungsschreiben des Herzogs von Württemberg. 22 Seine Frau hieß Barbara. Dies hat Elze (Trubers Briefe, S. 5r72) auf die Vermutung geführt, daß Trubers zweite Tochter Barbara Dalmatins Frau gewesen sei. Trubers Tochter verheiratete sich zwar vor dem 22. April 1573 nach Laibach; auch wird Trubers Eidam in Laibach (jedoch ohne Namen) in den Akten erwähnt, der Wortlaut derselben jedoch zwingt uns durchaus nicht zur Annahme, daß Dalmatin Trubers Schwiegersohn gewesen sein muß. Dalmatins Frau lebte noch im Jahre 1590; wie stimmt es jedoch mit dieser Tatsache überein, daß auf dem Denkmal Trubers in Derendingen die Tochter Barbara als vor dem Vater gestorben mit dem Kreuze bezeichnet wird} druckerei in Laibach vor.23 Das zeitliche Zusammentreffen dieser Gesuche scheint nicht zufällig zu sein. Elze vermutet mit Recht, daß Mannei durch Dalmatin auf den Gedanken gebracht wurde, für die literarischen Bedürfnisse Krains eine Druckerei zu errichten.24 25 Allein die Landschaft, die damals schwer mit Schulden zu kämpfen hatte, konnte vorläufig Dalmatin keinen Bescheid geben; auch erlaubte sie Mannei nicht die Errichtung einer Druckerei. Nichtsdestoweniger eröffnete dieser im Sommer 1575 die Druckerei und im Oktober desselben Jahres konnte bereits das erste Werk die Presse verlassen. Es war dies die slovenische Übersetzung des Jesus Sirach.26 Als Übersetzer bekannte sich in der Vorrede zur Bibel (1584) Dalmatin. Wie es in der Vorrede heißt, habe Dalmatin das Büchlein schon vor etlichen Jahren auf Anregung des Freiherrn Hans Khißl zu Kaltenbrunn übersetzt und es diesem geschenkt, dessen Gesinde es bei seinen Hausandachten benützte. Die Durchsicht und Korrektur des Buches besorgte Bohorič, der sich dieser Mühe bei fast allen Arbeiten seines ehemaligen Schülers unterzogen hat. In seiner nächsten Schrift, einer prosaischen und poetischen Passion, die bereits im Frühjahr des nächsten Jahres 1576 erschien — die Vorrede ist vom 12. März datiert — nennt sich Dalmatin mit seinem vollen Namen als Herausgeber.26 Eine Passionsharmonie, für die ihm die Arbeit Bugenhagens, 23 Ahn, Johann Mannei, Laibachs erster Buchdrucker. Sonderabdruck aus dem Archiv für Geschichte des deutschen Buchhandels 1898, S. 4 ff. 24 Elzes Nachlaß. 25 Ahn, Die slovenischen Erstlingsdrucke der StadtLaibach (1575 —1580), Graz 1896. Daselbst wie auch bei Elze, Die slovenischen protestantischen Bibelbücher des XVI. Jahrhunderts im Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte des Protestantismus in Österreich 1895, S. 147 ff. eine ausführliche bibliographische Beschreibung des Werks. 26 Ahn, Die slovenischen Erstlingsdrucke der Stadt Laibach, S. 7 ff. und Elze, Die slovenischen protestantischen Gesangbücher des XVI. Jahrhunderts im Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte des Protestantismus in Österreich 1884, S. 14 ff. Brenz u. a. als Vorbild diente. Selbständiger als die prosaische ist die poetische Passion gehalten, ein Gedicht von dreißig Strophen von je zwölf Zeilen. Sie genoß solches Ansehen und Beliebtheit, daß sie trotz ihrer Länge Aufnahme in die vierte Auflage des slovenischen Kirchengesangbuches fand. Durch diesen Erfolg ermuntert, wendete nun Dalmatin seine besondere Aufmerksamkeit dem Kirchenliede zu. Bereits Trüber, der in dieser Hinsicht von den Dichtungen Luthers angeregt worden war, hatte die Wichtigkeit des Kirchenliedes in der Volkssprache als eines wichtigen Mittels zur Verbreitung der evangelischen Lehre erkannt und es besonders gepflegt. Seinem Erstlingswerke, das zugleich das erste slo-venische Buch und noch mit deutschen Lettern gedruckt war, dem «Catechismus | In der Windischenn Sprach», 1550, hat er eine kürzere Auslegung desselben «in gesang weiß» als Anhang beigefügt. Nur geringe Anfänge enthielt dieses Liederbuch; es übte jedoch eine nachhaltige Wirkung aus. Die Lieder fanden Anklang und regten dichterisch veranlagte Gemüter zur Nachahmung an. Trüber konnte schon im Jahre 1567 an die Herausgabe eines Kirchengesangbuches schreiten, das rasch nacheinander mehrere Auflagen erlebte.27 Zur dritten Ausgabe Tübingen . 1574 steuerte auch Dalmatin ein Lied bei. In dem Nachtrage zum Kirchengesangbuche, in den «Try Duhouske Peifsmi» ist dagegen Dalmatin schon mit sechs Liedern vertreten.28 Von dem Streitlied Luthers «Ein’ feste Burg ist unser Gott» veranstaltete Dalmatin eine kraftvolle Nachdichtung, die man dem Original gleichstellen darf. In diese eifrige literarische Tätigkeit fällt Dalmatins Berufung als Prediger nach Oberkrain. Am 24. Dezember 1574 hatten die Adeligen aus Oberkrain im Hofteiding die Bitte um einen ständigen Prädikanten vorgebracht; sie waren geneigt, 27 Elze, Gesangbücher, S. 17 ff. 78 Abgedruckt bei Elze, Gesangbücher, S. 22 u. 23, der auch von anderen Dichtern Proben bietet. Die meisten Lieder sind Übersetzungen der betreffenden deutschen und lateinischen Lieder. demselben Wohnung und Besoldung zu geben. Konnte diesem Wunsche nicht Rechnung getragen werden, so baten sie, daß monatlich oder alle fünf bis sechs Wochen ein Laibacher Geistlicher hinaufkomme und ihnen die Sakramente reiche. Nach der Rücksprache mit den Prädikanten entschloß sich Dalmatin, diesen Posten zu übernehmen. Er ritt alle fünf Wochen von Laibach nach Schloß Katzenstein bei Vigaun, das Juliana, die Witwe Balthasar Katzianers, inne hatte, und verwaltete sein Amt mit solchem Fleiße, daß auch Leute aus der Umgebung und besonders die Bürger der nahen Stadt Radmannsdorf lieber zu seinem Gottesdienst nach Vigaun als in die eigene Pfarre gingen. Das gab dem Radmannsdorfer Pfarrer und Dompropst Kaspar Freydenschuß, der den evangelischen Gottesdienst in der Nachbarschaft schon lange mit scheelen Augen angesehen hatte, willkommenen Anlaß, sich beim Erzherzog Karl in Graz zu beschweren. Gelegenheit dazu bot ihm die Absicht der Frau Juliana, einen alten öden Stock neben dem Schlosse zu einem Predigthaus herzurichten. Der Erzherzog verbat ihr mit Zuschrift vom 6. Juni 1577 kurzerhand den evangelischen Gottesdienst. Aber ihre Gerhaben, Wolf Freiherr von Thurn und Georg von Rain, pochten auf das Recht des Adels, auf «freiem Landmannsgrund» Kirchen zu errichten, und so hatten die Vigauner ein Jahr lang Ruhe, bis die Besprechung der Unterscheidungslehren auf der Kanzel durch Dalmatin neuerlichen Anlaß zu Klagen gab. Die Differenzlehren der beiden Konfessionen wurden damals oft besprochen ; daß es dabei für die Gegner nicht immer glimpflich abging, ist bei der gegenseitigen Aufregung und Derbheit der Sprache jener Zeit leicht erklärlich. Möglicherweise hat sich Dalmatin auch hinreißen lassen, wiewohl das bei seinem sonstigen maßvollen Auftreten nicht gerade wahrscheinlich ist;29 genug, diese 29 Der Landeshauptmann sagt in seinem Schreiben vom io. März an den Erzherzog von ihm, es sei «niemals in seinem bisher allhie verrichteten wöchentlichen predigten einiges lästern und schmähen von ihm gehört worden ...» Besprechung der Unterscheidungslehren war dem empfindlichen Radmannsdorfer Pfarrer ein genügender Grund, vor dem Erzherzog mit neuer Klage zu erscheinen. Dalmatin war es ein Leichtes, sich vor dem Landeshauptmann Weikhard von Auersperg, den der Erzherzog am 28. Jänner 1579 mit der Untersuchung betraut hatte, zu rechtfertigen und den Vorwurf der Unduldsamkeit auf seinen Gegner abzuwälzen.80 Diese und ähnliche Kleinlichkeiten konnten jedoch Dalmatin die Freude an seinem Wirken in Oberkrain nicht vergällen. Auch der Zulauf der Radmannsdorfer dauerte trotz wiederholter Verbote und Strafandrohungen des Erzherzogs ungeschwächt fort. Der Wunsch Dalmatins, seine Übersetzung der gesamten Bibel gedruckt zu sehen, schien sich inzwischen der Erfüllung zu nähern. Im Brücker Ausschußlandtag wurde Anfang 1578 von den Verordneten aller drei Lande der Druck der sloveni-schen Bibel auf gemeinsame Kosten beschlossen. Zwischen der Beschlußfassung und der Verwirklichung lag jedoch beim säumigen und formellen Charakter der damaligen Geschäftsabwickelungen ein großer Zwischenraum. Da ihm die krai-nische Landschaft zu säumig schien, ließ Dalmatin im Jahre 1578 bei Mannei den ersten Teil der heiligen Schrift, die fünf Bücher Mosis, aus seinem Manuskripte drucken und widmete das Werk den Ständen Innerösterreichs.81 Ein Exemplar dieses Werkes, 30 31 30 «Gleichwol aber, wenn ich die rechte Wahrheit anzeigen soll, so hätte ich und unsere religionsverwandte mehrers und viel billigere Ursachen wider die Unbescheidenheit der priester des gegenteils in Ober Crain zu klagen, welche unsere religion auf der canzel und sonsten, ohne alle ursach, ungebührlicher weise mit hässigen, bittern Worten anzutasten und wider mich und die meine predigten zu besuchen pflegen, zu erärgern nit aufhören wellen, und dennoch nichtsdestoweniger mich unschuldigen desjenigen, das sie selber thun, ungütlich und mit ungrund bei der F. Dt. angeben.» Dalmatins Rechtfertigung (o. D.) an den Landeshauptmann. 31 Biblie, tu ie, vsiga svetiga pisma pervi deil ... V Lublani, Joannes Mandelz 1578. Vgl. darüber Ahn, Erstlingsdrucke, S. 10 ff.; Elze, Bibelbücher, Jahrbuch 1895, S. 153 ff. dessen Vorrede vom i. November datiert ist, schickte Dalmatin an die steirischen Stände; ein zweites sandte er am 26. November an den Landmarschall in Steier, Hans Friedrich Hofmann, und bat ihn, sein Unternehmen bei der Landschaft unterstützen und fördern zu wollen. Einige Tage früher, am i6. November, war er bereits an den krainischen Ausschuß mit der Bitte herangetreten, derselbe möge hinsichtlich der Durchsicht der übersetzten Bibel die nötigen Vorkehrungen veranlassen und mit den beiden Nachbarländern Steier und Kärnten und ihren Predigern eine Besprechung der Angelegenheit einleiten. Der Ausschuß gab ihm zwar die Empfehlungsschreiben an die steirische und kärntnische Landschaft und deren Superintendenten Hornberger und Steiner, verschob aber die Erledigung dieses Anliegens, wie auch die Bitte um Aufbesserung seines Gehaltes an den demnächst im Dezember einzuberufenden Landtag. Dieses Ansuchen war jedoch nur ein einzelnes Glied in der langen Kette der Bittschriften und Erinnerungen, die Dalmatin wegen des Bibeldruckes an den Landtag richtete und die in den Landtagsprotokollen der nächstfolgenden Jahre immer wiederkehren. Mit außerordentlicher Geschicklichkeit wußte er den vielen Hindernissen, die zuzeiten seine Lebensarbeit zu vernichten oder doch in ferne Zukunft zu rücken drohten, die Spitze abzubrechen oder ihnen mit neuen Vorschlägen zu begegnen.32 Die Stände wußten * S. 32 Valvasor, Ehre des Herzogthums Crain VI., 349, rühmt ihn in folgender Art: Er war ein hurtiger, expediter, activer und gelehrter Mann, angesehen das Werk davon zeuget und den Meister lobet. Läßt ihm Valvasor volle Würdigung widerfahren, so kann es Rosolenz, Gründlicher Gegenbericht, S. 131, nicht unterlassen, auch über ihn die Schale seines ätzenden Spottes auszugießen: G. Dalmatinus hat die Luthrische Bibel in die Schlavonische Spraach vertiert, vnnd hat durch sein schöne Gestallt manche Fraw zum Fall gebracht. Ich würde diesen Autor, dessen Unzuverlässigkeit Loserth in den Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichte, 21. Bd., 1900, S. 485 f., für die Partien der steirischen Geschichte festgestellt hatte, gar nicht heranziehen, wenn er nicht neuerdings wieder von Benkovič in seiner sonst sehr schätzenswerten Arbeit «Slov. reformatorji» (Voditelj 1902, S. 290 ff.) als Gewährsmann ausgiebig benützt worden wäre. auch die Verdienste des seltenen Mannes zu würdigen; sie billigten die meisten seiner Anträge. In Anbetracht der großen Mühe, die er mit der Übersetzung gehabt hatte und des eifrigen seelsorgerlichen Wirkens verehrten sie ihm am 26. März 1579 100 fl. rhn. und bewilligten zu einem jährlichen Hauszins noch 40 fl. Zulage zu seiner Besoldung. Nachdem die Prädikanten von Graz und Klagenfurt über die Wünsche und Bestrebungen Dalmatins informiert waren und man in Laibach ihrer Fürsprache sicher war, schrieben die am 17. November 1578 im Hofteiding versammelten Herren an die beiden benachbarten Landschaften und ersuchten um Beitrag und Hilfe zu dem beschlossenen Bibelwerk. Man wies auf das Beispiel und die Wirkung der lutherischen Bibel in Deutschland hin; auch das Wirken Trubers und das erfreuliche Gedeihen der jungen slovenischen Literatur konnten nur zugunsten des Unternehmens sprechen. Zur selben Zeit verlangte die Landschaft von Dalmatin einen Kostenvoranschlag, den dieser nach einer Berechnung Manneis, der den Druck ausführen sollte, am 16. Dezember dem Landtage überreichte. Die Kosten des Druckes auf Submedianpapier berechnete Mannei bei einer Auflage von 1500 Exemplaren mit 4500 fl., den Druck auf Großmedian mit 6250 fl., eine kleinere Ausgabe in kleinerem Format, mit kleinerer Schrift mit 3750 fl. Das waren vorerst nur die Ausgaben für Papier und Druck ; nicht eingerechnet waren in diese Summen die Kosten der Illustrationen, der Durchsicht und der Abschrift der Übersetzung. Diese großen Auslagen hoffte Dalmatin durch Verkauf von Exemplaren, deren Preis auf 3 fl. rhn. festgesetzt wurde, einigermaßen zu decken. Den Kostenüberschlag sandten die Stände am 28. Jänner 1579 nach Graz und Klagenfurt und ersuchten um Mitteilung der Summe, die diese beizusteuern gewillt wären. Der Verordnetenausschuß in Kärnten antwortete schon am 9. Februar, daß der Landtag trotz augenblicklicher großer Ausgaben beschlossen habe, eine gute Anzahl Exemplare um den gebührlichen Anschlag abzunehmen. Aus Graz kam längere Zeit keine Antwort; deshalb erhielten die Abgeordneten, die damals aus Laibach nach Graz geschickt wurden, den Auftrag, die steirischen Stände an eine Antwort zu erinnern. (Die Abgesandten überreichten die schriftliche Mahnung am 11. April.) Dalmatin und Mannei hatten inzwischen in Erfahrung gebracht, daß die in der Ungnadschen Druckerei in Urach verwendeten Typen und Figuren nach Kärnten auf das Schloß Waldenstein gebracht worden waren; den Abgesandten der Landschaft wurde deshalb der weitere Auftrag erteilt, den Sohn Ungnads, Ludwig Ungnad, Freiherrn zu Sonekh, zurzeit Hauptmann und Vizedom der gefürsteten Grafschaft Cilli, um Überlassung dieser Figuren für den Druck der slovenischen Bibel in Laibach zu ersuchen. Die Abgesandten entledigten sich dieser Aufgabe durch ein Schreiben aus Graz vom io. April 1579. Die Antwort ist nicht bekannt; durch die folgenden Ereignisse wurde auch eine Benützung der Ungnadschen Figuren in Laibach vereitelt. Der katholischen Regierung in Graz war die protestantische Druckerei in Laibach schon lange ein Dorn im Auge; sie konnte Mannei nicht verzeihen, daß er den ersten Teil des Alten Testamentes in der Dalmatinschen Übersetzung veröffentlicht hatte.38 Überdies gab Mannei im Anfang des Jahres 1580 die Sprichwörter Salomons, ebenfalls aus der Bibelübersetzung Dalmatins, heraus.84 Kaum hatte nun die Regierung erfahren, daß Mannei einen Kostenüberschlag angefertigt und noch dazu ein Probeblatt der beabsichtigten Bibel hergestellt hatte, als der Vizedom die Druckerei sperren ließ und von Mannei 33 34 * * * 33 Ahn, Johann Mannei, S. 6. 34 Salomonove pripuvisti . . . skusi Juria Dalmatina. Y Lublani 1580. 8°. Näheres über dieses Büchlein, von dem bis jetzt nur ein Exemplar in der königlichen Bibliothek Kopenhagen bekannt ist, bringen Ahn, Erstlingsdrucke, S. 19 ff. und Elze, Bibelbücher, im Jahrbuch 1895, S. 154 ff- Es ist das letzte Werk aus der Druckerei Manneis. Bericht einforderte. Da die innerösterreichischen Landschaften seit den Tagen der Brücker Pazifikation in enger Verbrüderung miteinander waren und alle wichtigen Vorkommnisse einander mitteilten, meldete die Landschaft in Krain diesen unliebsamen Vorfall am 25. April den Herren in Kärnten und Steier und bat um ihren nachbarlichen Rat. Zugleich übermittelte sie das eben erwähnte Probeblatt mit einem neuen Kostenvor-anschlage Manneis. Nach dem Einreichen des ersten Überschlages hatte die Landschaft anfangs die Absicht gehabt, die Bibel in Großmedian mit der großen alten Antiqua drucken zu lassen; die Kosten dünkten ihr jedoch zu groß. Sie verlangte deshalb von Mannei eine neue Berechnung der Druckkosten. Diese wurde von Mannei am 23. April vorgelegt; die Kosten des Druckes in Submedian waren darin auf 3010 fl. berechnet.35 Um die Ungnadschen Illustrationen zu erlangen, wollte Mannei selbst zu Ungnad nach Cilli reisen und bat deshalb um ein Empfehlungsschreiben. Das Druckverbot selbst nahm Mannei nicht ernst; mit ständischer Hilfe hoffte er die Druckerlaubnis bald wieder zu erlangen. Doch diese Hoffnung erwies sich als trügerisch. Die Landschaft gab sich in bezug auf Manneis Druckerei keiner Täuschung hin; der Buchdrucker 35 Aus dem Berichte Manneis: Nehme man Submedian, wie Sort und Form hiebei zu sehen (Probeblatt), so brauchte man zu einem Exemplar 14 Bücher Submedianpapier; I Ballen kostet 10 Dukaten oder 13 fl. 20 kr. Für 1500 Exemplare brauche man 105 Ballen; es koste also das Papier 1400 fl. Den Ballen könne er nicht unter 10 Kronen (1 Krone ist 92 kr.) drucken, bringt Druckerlohn 1610 fl.; zusammen 3010 fl. ohne die biblischen Figuren. Der gedruckte Bogen komme somit auf 1 schwarzen Pfennig und ein wenig teurer, eine ganze Bibel nahe an 2 fl. — Ein Exemplar dieses Probeblattes (wahrscheinlich Unikum) befindet sich im Nachlasse Elzes, der es zu Weihnachten 1874 vom Landesarchivar Zahn in Graz erhalten hat. Es ist unzweifelhaft jenes selbe Blatt, welches Landesverweser und Verordnete in Krain am 25. April 1580 zugleich mit einer Abschrift des Voranschlages der Druckkosten den Verordneten in Steier übersandte. — Vgl. auch Dimitz, Beiträge zur Geschichte der Reformation in Krain I., im Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte des Protestantismus in Österreich 1883, S. 52 ff. Mitteilungen des Musealvereines für Krain. Jahrg. XVII, H. III u. IV. war als Bürgersmann nicht im Schutze der Landschaft; überdies wurde der Druck der Bibel von der Regierung als Regal betrachtet.36-Als daher Dalmatin am 22. September 1580 sein Anliegen betreffs der Durchsicht und des Druckes der Bibel neuerdings vorbrachte, zogen die Stände schon Tübingen oder Frankfurt als Druckort in Betracht. Da eine Antwort der steirischen Landschaft wegen der Beitragsleistung noch immer nicht eingetroffen war, während die Kärntner bereits 900 fl. bewilligt hatten (Hofteidingsbericht vom 23. September 1580), beschloß der krainische Ausschuß, Dalmatin selbst mit Empfehlungsschreiben (vom 30. September) nach Graz und Klagenfurt abzusenden. Dalmatin, der inzwischen (am 23. September) über Spindlers Antrag auch mit der Visitation der Kirchen nach der neuen Kirchenordnung betraut worden war, reiste Anfang Oktober nach Graz.37 Die steirischen Verordneten verschoben jedoch die Entscheidung über die Beitragsleistung auf den nächsten Landtag, der bereits auf den 20. November ausgeschrieben war. (Schreiben der Verordneten vom 18. Oktober nach Laibach.) Auch über die wichtigste Angelegenheit, die Durchsicht der Bibel, die Zeit und den Ort, an welchem diese geschehen sollte, weswegen Dalmatin vornehmlich seine Reise unternommen hatte, konnte man lange nicht schlüssig werden. Die Stände Krains hätten am liebsten gesehen, daß Laibach dazu bestimmt worden wäre; sie wollten jedoch den Nachbarländern nicht vorgreifen. Die Kärntner hielten ebenfalls Laibach für den geeignetsten Ort; es war ihnen aber im Grunde gleichgültig, ob sie ihre Abgeordneten (zuerst drei, später zwei) nach Laibach oder Graz schicken sollten. Hornberger und die Grazer Prädikanten 36 Vgl. dazu Loserth, Reformation und Gegenreformation, S. 306, der den Zusammenhang dieser Maßregelung Manneis mit der Münchener Konferenz im Oktober des Jahres 1579 nachgewiesen hat. 87 Für die Reiseauslagen wurden ihm 30 fl. in doppelten Liberniken, einer damals in Krain sehr gangbaren, aber etwas schlechten Münze angewiesen. hatten anfänglich in ihrem Berichte an die Stände (o. D.) ebenfalls den Vorschlag gemacht, drei Abgeordnete nach Laibach zu Schicken, «darunter auch ein fürnehmer Politicus sein sollte». Daraufhin bestimmte die krainische Landschaft am 15. November Laibach als Versammlungsort und als den Tag des Beginnes der Revision das Fest Pauli Bekehrung (25. Jänner) des nächsten Jahres 1581. Inzwischen hatte das Grazer Ministerium sich eines anderen besonnen ; am 24. November schlug es den Verordneten Graz als Versammlungsort vor. Das hatte natürlich eine mehrmalige Verzögerung zur Folge und es wurden in dieser Angelegenheit mehrere Schreiben zwischen den drei Landschaften gewechselt. Noch am 6. Juni 1581 riet Hornberger, die Kollationierung in Graz abzuhalten, weil es auch dem Brücker Beschlüsse gemäß sei, wenn die anderen Landeskirchen bei der Hauptkirche Rat und Bescheid sich holen würden. Man braucht da nicht gleich an den Eigensinn Hombergers zu denken; er fürchtete, daß die Durchsicht mehrere Monate oder gar ein Jahr dauern könnte; auf so lange konnte er von Schule und Kirche nicht wegbleiben. Da man auch mehrere große polyglotte Bibeln, wie die Complutensis und die Übersetzung des Vatablus, bei der Revision benötigte, deren Transport sehr umständlich sein konnte, konnte die Wahl der Stadt Graz schon deshalb sehr in die Wagschale fallen.38 38 Der Bibelangelegenheit stand Hornberger sehr sympathisch gegenüber. Als ihm Dalmatin im Oktober 1580 den ganzen Plan vorgelegt und die Druckkosten der 2000 Exemplare (so viele beabsichtigte man damals zu drucken) auf 6000 fl. berechnet hatte, machte Hornberger der steirischen Landschaft den Antrag, an den Auslagen mit einem Beitrage von 1500 fl. sich zu beteiligen und dafür 500 Exemplare entgegenzunehmen. Als Ergötzlichkeit für Dalmatin schlugen er und seine Genossen semel pro semper 100 Dukaten vor. — Auch späterhin vergaß Hornberger nicht, das Werk Dalmatins zu unterstützen. Am 12. April 1581 empfahl er die Förderung der Revision in sehr warmen und schönen Worten dem Verordneten Erasmus von Saurau. — Über die mit zahlreichen Anmerkungen versehene Bibelübersetzung des Franz Vatablus (Genf 1557)» vgl. Herzog-Plitt, Realencyclop. für protestantische Theologie, XVI, 309. <7 * Während diese Verhandlungen, die lange zu keinem befriedigenden Abschlüsse gelangen konnten, geführt wurden, war der steirische Landtag am 20. November 1580 zusammen-getfeten ; er dauerte ungewöhnlich lange. Kirchliche Angelegenheiten allgemeinerer Natur kamen zur Sprache; der Erzherzog machte denVersuch, die Zugeständnisse, die er im Jahre 1578 den Protestanten notgedrungen bewilligen hatte müssen, abzuschwächen oder ganz rückgängig zu machen.39 Die Abwehr dieser Angriffe von seiten des Erzherzogs nahm die Stände so in Anspruch, daß die Frage wegen der Beitragsleistung und Durchsicht der Bibel nicht sobald an die Tagesordnung kommen konnte. Da der Tag der Revision auf den 25. Jänner 1581 festgesetzt war, wuchs begreiflicherweise die Ungeduld der krainischen Stände, die von den wichtigen Vorgängen, die sich in Graz abspielten, noch keine Kunde erhalten hatten. Am 14. Dezember 1580 schickten sie nochmals ein Schreiben nach Graz, welches Dalmatin persönlich überreichte. Trotzdem die steirischen Stände vollauf mit dem Kampfe, der zwischen dem Erzherzoge und ihnen ausgekämpft wurde, zu tun hatten, meldeten sie doch am 20. Jänner 1581 nach Laibach, daß sie ihrerseits das Werk zu fördern geneigt seien, gaben aber zugleich der krainischen Landschaft den angesichts der Lage gewiß guten Rat, mit der ganzen Bibelangelegenheit stillzuhalten, bis der Streit mit dem Erzherzoge entschieden werde, «damit nit etwa Eines mit dem Anderen verhindert werde». Am 26. Jänner ergab sich günstige Gelegenheit, die Frage wegen der Beitragsleistung im Landtage vorzubringen; die Steirer konnten nach Laibach berichten, daß die Landschaft Steier 500 fl., die sie schon am Landtage zu Bruck versprochen hatte, auch jetzt bewillige und dagegen eine angemessene Anzahl Exemplare annehmen 39 Vgl. darüber Loserth, Reformation und Gegenreformation in Innerösterreich, S. 325 ff. wolle;40 als Ort für die Durchsicht schlugen sie neuerdings Graz vor. Nach mehrfachen Beratungen wurde schließlich Laibach als Versammlungsort der Bibelkommission bestimmt. Hier hatte man Sprachkundige genug zur Verfügung, die leichter nach Laibach als nach Graz reisen konnten. Man hatte bereits den 29. Juni 1581 als den Tag des Beginnes bestimmt; die Kärntner hatten schon am 10. Juni ihren Abgeordneten die Weisung gegeben, ihre Reise so einzurichten, daß sie am 29. Juni bestimmt in Laibach ankämen. Da fand Hornberger den Termin zu früh angesetzt und ersuchte um eine Erstreckung desselben auf Jakobi oder Barthelmä. Der Tag des 29. Juni war vornehmlich deswegen angesetzt worden, weil sich Erzherzog Karl zu dieser Zeit in München aufhielt und man ihm die ganze Revisionsangelegenheit zu verbergen hoffte. Die steirischen Verordneten erfuhren jedoch, daß der Erzherzog noch vor dem 29. Juni zurückkomme und sprachen auch die Ansicht aus, daß man eine länger dauernde Versammlung von Theologen keineswegs werde verheimlichen können. So wurde denn der 24. August als der endgültige Tag des Beginnes der Durchsicht angesetzt. An diesem Tage versammelten sich in Laibach sämtliche Mitglieder der Revisionskommission. Aus Graz war D. Jeremias Hornberger erschienen, aus Kärnten M. Bernhard Steiner, Superintendent in Klagenfurt, und Pfarrer Hans Faschang aus Tultschnigg. Die Krainer entsandten in die Kommission das Ministerium aus Laibach, den Superintendenten Ch. Špindler, die Prediger M. Georg Dalmatin, H. Schweiger, H. Tulščak (Tulschak, Tulshak) und Felizian Trüber; teil nahmen noch Adam Bohorič aus Laibach, Andreas Savinec (Sauinez, Sauinus) 40 Dieser Ratschlag im steirischen Landtage läßt vermuten, daß die Druckkosten der Bibel zu Bruck auf 1500 fl. berechnet worden waren, zu denen jede der drei Landschaften gleichmäßig beitragen sollte. Aktenmäßig läßt sich das jedoch nicht nachweisen, da die ganze Angelegenheit, wie noch manches andere nur besprochen und nicht schriftlich aufgezeichnet wurde. aus St. Kanzian und Matthes Sivčič (Sivtschitsch, Siutschitsch), Prediger in Ravne am Karste. Gregor Vlahovič (Vlachouitsch), der wegen seiner Kenntnis der kroatischen Sprache und vornehmlich des kajkavischen Dialektes41 für das Werk von großem Nutzen hätte sein können, war am 15. Februar 1581 mit dem Tode abgegangen; Georg Philalethes, der zurzeit beim Freiherrn Franz Barbo von Waxenstein sich aufhielt, Gregor Krakovič (Cracouitsch), ein kärntnischer Prediger, und Johann Dolanski, Lehrer an der Grazer Stiftschule, waren nicht abgesandt worden. Am 28. August begann man mit der Revision. Nachdem man sich über die orthographischen und grammatischen Regeln geeinigt hatte,42 nahm man zuerst die Bücher der Propheten und die Briefe der Apostel in Angriff; die fünf Bücher Mosis, Jesus Sirach, die Sprichwörter Salomonis, wie auch das Neue Testament waren bereits in Druck erschienen und bedurften nur geringer Änderungen. Fand man in der slovenischen Sprache keinen passenden Ausdruck für ein Wort, ließ man auch eine Umschreibung zu, wie solche auch Luther in seiner Übersetzung angewendet hat. Um auch den Kroaten den Gebrauch der Bibel zu erleichtern, wurden von Zeit zu Zeit Marginalnoten und Glossen mit Worterklärungen und kroatischen Synonymen angebracht. Man verglich die Übersetzung, die Dalmatin aus den Ursprachen gefertigt hatte, mit den hebräischen und griechischen Bibelausgaben; daneben wurden oft die Septuaginta und die 41 Zu Trubers und Dalmatins Zeit nannte man diesen Dialekt Sprache der Besiaken. 42 Man vergleiche darüber Kopitars Grammatik, XXXIV ff. und Oblak, Protestantske postile v slov. prevodu, Letopis Mat. Slov. 1894, S. 208 ff. — Aus diesen Besprechungen, an denen Bohorič am meisten beteiligt war, entwickelte sich der Gedanke an die Herausgabe einer slovenischen Grammatik, die 1584 erschien. Vulgata des Hieronymus herangezogen.48 Da Hornberger der slovenischen Sprache nicht mächtig war, mußte man ihm zuerst alles ins Lateinische und Deutsche übersetzen; nachdem er den hebräischen Text dagegen gehalten, einigte man sich über den schließlichen Wortlaut. Hornberger arbeitete auch die nötigen Argumente und Scholien aus. Die Landschaft zeigte großes Interesse für die Revision; Verordnete erschienen öfters bei den Tagungen und hörten den Verhandlungen zu.43 44 Am 22. Oktober war die Arbeit beendet. Im Namen der Revisoren erstattete am 25. Oktober Hornberger im Ausschüsse mündlichen Bericht und gab auch 43 Einen Einblick in die Arbeitsweise Dalmatins und der Revisoren gestattet uns die Vorrede zur Bibel, in der es gegen Ende heißt: Weil aber von der ganzen Bibel bloß das Neue Testament und der Psalter durch Herrn Primus bisher in windischer Sprache verdolmetscht worden und doch die anderen Bücher des Alten Testamentes gleichermaßen nützlich und notwendig sind, bin ich (Dalmatin), da es bisher kein Anderer getan hat, aus gottseligem Eifer und besonderer Liebe zu meinem Vaterlande auf Bitte vieler Christen und E. G. H. und H. Befehl vermocht worden, die ganze heilige Schrift aus den Originalsprachen und anderen Interpretibus, namentlich aus Luthers berühmter Verdeutschung, in unsere Sprache zu transferieren. Und wiewohl unsere Creinerische Sprache, auf die ich hierin als ein Creiner fürnemlich gesehen, sich von anderen windischen Dialekten hierin etwas unterscheidet, so habe ich doch mit der Orthographie und Schreibung der Wörter teils durch Beifügung (der Synonyme) am Rand, teils hinten in einem Register, mich beflissen, daß diese meine Verdolmetschung nicht allein in Crein, Untersteier und Kärnten, sondern auch in den benachbarten Ländern sowohl zur Auf-nehmung der Sprachen selber, als zur Beförderung reiner Lehre mit Nutzen gelesen und gebraucht werden kann. Wie ich den der gänzlichen Hoffnung bin, es werden alle, die diese verwindischte Bibel lesen und mit Luthers Übersetzung und den Originalsprachen vergleichen, sich dieselbe so wohl gefallen lassen, wie die Theologen, Prediger und andere christliche Personen, welche auf E. G. H. und H. Verordnung diese meine große Mühe, ehe ichs in den Druck zu geben bewilligt, abgelesen, abgehört, ein jedes Wort auf die Wage gelegt und wohl erwogen haben. Elze, Bibelbücher im Jahrbuch 1895, S. 161. 44 Im Ausschüsse war unter anderen anwesend der Bürgermeister der Stadt Laibach Lienhart Khren. eine schriftliche Darstellung der Arbeit der Kommission ab. Die Kommission stellte auch hinsichtlich des Druckes einige Anträge, die im großen und ganzen auf dem Memorial Dal-matins basierten, das dieser im Frühjahre der Landschaft vorgelegt hatte. Obwohl Mannei noch in Laibach weilte, hatte man doch die Überzeugung gewonnen, daß der Erzherzog zu einer Aufhebung des Druckverbotes sich nicht werde bewegen lassen. Da man den Druck möglichst beschleunigen wollte, beschloß man lieber zu weichen und die Bibel im Reiche drucken zu lassen. Drei Orte waren in Aussicht genommen. Frankfurt am Main war jedoch eine Reichsstadt und der Einfluß des Kaisers, der ein Neffe des Erzherzogs war, konnte auf die Druckerlaubnis der Stadt eine nachteilige Wirkung haben. Deshalb zog man ernstlich nur den Kurfürsten von Sachsen und den Herzog von Württemberg in Betracht. Mit Sachsen war man bisher wenig in Berührung gekommen. Die schwäbischen Herzoge hatten dagegen den Krainern schon manche Wohltaten erwiesen. Sie hatten Trüber eine Zufluchtstätte geboten, hatten Ungnad ehrenvoll empfangen, daneben noch so manchem Vertriebenen zu einem Amte verholfen. Auf der Universität in Tübingen studierten zahlreiche Krainer, mehrere genossen Freiplätze in den herzoglichen Stiften. Dazu war der erste slovenische Druck von Tübingen ausgegangen; es lebte noch der alte Trüber, der trotz seiner Gebrechlichkeit mit der Lebhaftigkeit, die ihm bis ins hohe Alter geblieben war, für das Werk sich einsetzen wollte. Man hoffte endlich vom Herzog einige Geldhilfe oder wenigstens günstigere Bedingungen beim Buchdrucker zu erlangen, Gründe, die bedeutend für Württemberg sprachen. Von diesen Erwägungen geleitet, schlug die Kommission vor, die drei Lande mögen ein gemeinschaftliches Gesuch («bettzedl») bei dem Herzog Vorbringen und Dalmatin mit diesem Aufträge betrauen, der persönlich mit dem Buchdrucker verhandeln und alles mündlich ordnen sollte. Gerade damals war von Württemberg die Konkordien-formel ausgegangen. Den Krainern und Kärntnern hatte man jedoch in den letzten Jahren die Orthodoxie nicht eben nachgerühmt; besonders die Kärntner waren entschieden flacianisch gesinnt. Die Kommission beantragte deshalb, daß die Kon-kordienformel von ihren Landschaften und ihren Predigern unterschrieben werde; die Unterschriften sollte Dalmatin zugleich mit dem Gesuche um Druckerlaubnis nach Stuttgart bringen.45 Den Theologen, die nach Beendigung der Arbeit wieder heimkehren wollten, gaben die Stände von Krain eine Ehrung von 500 fl.,46 die in folgender Weise ausgeteilt wurde: Hornberger erhielt 100 fl , Steiner und Dalmatin je 80 fl., Faschang 50 fl., Špindler und Bohorič je 35 fl., Sivčič und Savinec je 30 fl. und schließlich Schweiger und Felizian Trüber je 20 fl. Špindler, Schweiger und Trüber waren nicht immer zugegen gewesen, da sie öfters in ihrem Amte zu tun hatten. Auch Savinec war einigemale nach St. Kanzian gereist, schrieb aber zugleich zu Hause die Bibel ins reine ab. Während die Konferenz noch in Laibach tagte, sammelten sich bereits die ersten Wetterwolken über dem Bibeldrucke. Der längere Aufenthalt einer größeren Anzahl fremder Theologen in Laibach konnte nicht unbemerkt bleiben. Bald erfuhr davon auch der Bischof Johannes Tavčar (Tautscher),. der gewöhnlich in Oberburg sich aufhielt. Sein General- 45 Die Unterschrift der Konkordienformel wird in den Akten, welche die Bibel betreffen, noch des öfteren erwähnt. Man vergleiche dazu auch Böhl, Beiträge zur Geschichte der Reformation in Österreich, Jena 1902, S. 355 ff. 46 Die krainische Landschaft wollte auch alle Auslagen der Abgeordneten (sie waren bei der Bürgerfrau Seyerlin abgestiegen) begleichen; die Theologen waren jedoch von ihren Landschaften mit Zehrung versehen worden ; so hatte Hornberger 100 fl. von den Ständen in Graz erhalten. Die 500 fl. Ehrung wurden übrigens in die Rechnung der Beitragsleistungen aller drei Länder eingestellt. vikar in Laibach hatte durch Nachforschen die unbestimmte Nachricht erhalten, daß es sich um einen Bibeldruck in slo-venischer Sprache handle. Der Bischof, ohnehin erzürnt durch die Botschaft, daß Anfang September ein protestantischer Prediger heftige Ausfälle über das Fest Mariä Geburt sich erlaubt und dasselbe geleugnet habe, erblickte in dem jetzigen Vorhaben der Evangelischen neue Verspottung und säumte nicht, den Erzherzog davon in Kenntnis zu setzen (am 12. September) und seine Hilfe anzurufen. Der Erzherzog, der zugleich mit dem Bischof erkannte, daß eine Verbreitung der Bibel unter dem Volke große Gefahr für das katholische Kirchenwesen bedeute, verlangte schon am 16. September vom Landesverwalter und Vizedom Bericht und verbot zugleich jeglichen Druck. Christoph von Auersperg, der Landesverwalter und der Vizedom Niklas Bonhomo zum Wolffsbüchl gaben dem Erzherzog schon am 22. September bekannt, daß es sich um die Bibel handle, deren Übersetzung und Druck in der slo-venischen Sprache man ja «auf der Pruggerischen Ser. F. Dt. selber wohlbewußten, hierunten abgeloffenen Handlung» beschlossen habe. Diese unliebe Erinnerung erzürnte den Erzherzog so, daß er am 13. Oktober das Verbot, die Bibel oder etwas anderes in Laibach oder in Krain zu drucken, erneuerte und überdies dem Vizedom sein Mißfallen ausdrückte, daß er den Buchdrucker trotz mehrfacher Verordnung noch nicht des Landes verwiesen hatte. Mannei wurde nun aus allen Erblanden ausgewiesen und verließ im April 1582 Krain, das er nimmer wieder sehen sollte.47 Die Ausweisung Manneis und das Verbot jeglichen Druckes im Lande hielten jedoch die Landschaft nicht ab, mit den Nachbarländern weitere Beratungen wegen des Bibeldruckes zu pflegen. Vornehmlich suchten die Stände von Krain bei ihren steirischen Nachbarn eine Erhöhung der bewilligten 47 Ahn, Johann Mannei, S. 7 und Dimitz, Geschichte Krains III., 198 ff. Beitragsleistung zu erwirken. Während die Landschaft die materielle Seite des Unternehmens zu sichern sich bemühte, hatte Dalmatin begonnen, einen Buchdrucker zu suchen. Man wird nicht fehlgehen, wenn man annimmt, daß Trüber den Buchdrucker Georg Gruppenbach aus Tübingen an Dalmatin empfohlen hat.48 Auf eine Anfrage Dalmatins erklärte sich am 22. Juni 1582 der obgenannte Buchdrucker bereit, den Druck zu übernehmen. Gruppenbach verlangte vom Ballen für Papier und Druckerlohn bei einer Auflage von 1500 Exemplaren 28 fl., bei einer solchen von 1000 oder 1200 Exemplaren 30 fl. Diesen hohen Lohn begründete er damit, daß er gutes Submedianpapier zu Reutlingen oder Tübingen nicht bekommen könne, sondern solches erst aus Basel oder Straßburg bestellen müsse (den Preis eines Ballens Papier veranschlagte er auf ungefähr 12 fl. 30 kr.). Auch die fremde Sprache, das Setzen der Konkordanzen, Marginalnoten und Annotationen und schließlich das Neugießen besonderer Buchstaben wirkten auf die Höhe des Anschlages bestimmend ein. Für den Fall, daß man mit ihm abschließe, bat Gruppenbach, daß man es ihm wenigstens einen Monat vor seiner Abreise zur Messe melde, dann wolle er das Werk nach einem Vierteljahr anfangen und die ganze Bibel im Verlaufe eines weiteren halben Jahres mit zwei Pressen fertigstellen. Kurz nachdem dieser Brief Gruppenbachs in Laibach eingelangt war, erschien daselbst der neuernannte Nachfolger des alten Bohorič im Schulamte: Nikodem Frischlin. Der ehemalige Lehrer Spindlers und Dalmatins schloß mit den einstigen Schülern bald einen innigen Freundschaftsbund. Eine impulsive Natur, machte er die Angelegenheit Dalmatins zu seiner eigenen 48 Tübingen schien deswegen besonders günstig zu sein, da der Herzog eine eigene Papiermühle hatte und Dalmatin das Papier aus dieser zu billigen Preisen zu bekommen hoffte. Über die folgenden Verhandlungen mit Tübingen vergleiche man Elze, Trubers Briefe, S. 550 ff. und unterstützte sie auf das lebhafteste.40 Am 30. Juli erschien er im Teiding und beantragte mit Dalmatin, die Landschaft möge wegen des Bibeldruckes an den Herzog Ludwig von Württemberg, der sich damals auf dem Reichstage in Augsburg befand, herantreten und ihn um Interzession ersuchen, um so mehr, da der Herzog eine eigene Papiermühle und auf die biblischen Figuren des Buchdruckers Siegmund Feyerabent in Frankfurt am Main einen besonderen Anspruch habe. Frisch-lin, der auch einige wiirttembergische Räte, unter anderen Dr. Osiander, um ihre Intervention in dieser Angelegenheit ersuchen wollte, berechnete die Kosten für je zwei Druckbogen auf drei Heller. Den Verordneten leuchteten die Darlegungen Frischlins ein. Ihre Gesandten beim Reichstage in Augsburg, Landesverwalter Wolf Freiherr von Thurn und Landesverweser Christoph von Auersperg, erhielten noch am 30. Juli den Auftrag, persönlich beim Herzoge vorzusprechen und ihn zu bitten, daß er dem Werke seine Unterstützung zuwende. Auf Befehl des Herzogs wurde der Buchdrucker am 8. September in des Herzogs Kanzlei vorgeladen und mit ihm die ganze Angelegenheit durchbesprochen. Gruppenbach hätte nun nach Krain Bericht erstatten sollen, unterließ jedoch das Schreiben, da er mit den Vorbereitungen zur Frankfurter Messe vollauf beschäftigt war. Die krainischen Verordneten, des langen Wartens müde, wandten sich am 22. Oktober nochmals an den Herzog Ludwig. Da sie nicht wußten, ob der Herzog den ersten Brief erhalten hatte, baten sie Trüber um Ordnung der Angelegenheit. Die beiden Briefe wurden Trüber durch den Laibacher Kürschner Andre Marschall, den eine Geschäftsreise nach Tübingen führte, überbracht und Trüber säumte 49 49 Wallner, Nicodemus Frischlins Entwurf einer Laibacher Schulordnung aus dem Jahre 1582. Gymnasialprogamm Laibach 1888, S. 3. — Elze, Die Rectoren der krainischen Landschaftsschule während des XVI. Jahrhunderts. Sonderabdruck aus dem Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte des Protestantismus in Österreich 1897, S. 21 ff. nicht, dem Herzog das Schreiben zustellen zu lassen und um baldige Erledigung zu ersuchen. Da die herzogliche Kanzlei annahm, daß Gruppenbach schon längst seinen Bericht nach Laibach erstattet habe, meldete der herzogliche Kirchenratssekretär am 21. November dem Buchdrucker, daß er den Kürschner, der nur noch auf die Briefe wartete, ziehen lassen könne. Jetzt erst ermunterte sich der etwas schwerfällige Buchdrucker und schrieb am 23. November 1582 an Dalmatin, daß er in Frankfurt wohl mit Feyerabent wegen der Figuren gesprochen habe, dieser jedoch für das Ausleihen der ziemlich abgenützten Figuren 150 fl. verlangt habe. Daraufhin sei er mit der Egenolfschen Druckerei in Unterhandlung getreten, die ihm die Figuren um 50 bis 60 fl. überlassen wollte.60 Von einer niedrigeren Taxe wollte aber Gruppenbach nichts hören, obwohl man ihm in der Kanzlei nahegelegt hatte, dieselbe Taxe zu nehmen, die der Herzog ihm zahle. Der Kürschner brachte je ein Exemplar der Feyerabentschen und der Egenolfschen Bibel nach Laibach, welche Gruppenbach an Trüber, der auch mit dem Buchdrucker verhandelt hatte, zur Ansicht gesandt hatte. Die Landschaft scheint doch noch nicht alle Hoffnung verloren zu haben. Wie man aus einem Briefe Trubers an die Verordneten (aus Derendingen am 8. Jänner 1583) schließen darf,61 haben sich diese nochmals an den Herzog und Trüber gewendet. Trüber gegenüber äußerte sich Gruppenbach, daß er willig wäre, den Ballen um 25 fl. zu drucken (Trüber hat bei seinen Arbeiten für den Ballen gewöhnlich 16 fl. gezahlt). Als aber der herzogliche Kanzler D. Jakob Andrea und D. Dietrich Schnepff auf herzoglichen Befehl am 8. Jänner nochmals mit dem Buchdrucker handelten, kam dieser abends zu Trüber 50 51 50 Später erklärten die Egenolfschen Erben allerdings, die Figuren nicht unter go fl. hergeben zu wollen. 51 Elze, Trubers Briefe, S. 523 f. und erklärte, den Ballen bei 1000 oder 1200 Exemplaren um 28 fl., bei 1500 Exemplaren um 26 fl. drucken zu wollen. Gruppenbach hatte neuerdings die Preise deswegen erhöht, weil er den Ballen Papier nur um 14 bis 15 fl. bekommen konnte und außerdem noch mehrere neue Schriftzeichen gießen lassen wollte. Dieses etwas günstigere Ergebnis (Gruppenbach wollte gegen sein erstes Anerbieten an Dalmatin den Ballen um 2 fl. billiger drucken) berichtete Herzog Ludwig am 17. Jänner 1583 nach Laibach. Hier hatten sich indessen die Verhältnisse geändert. Dalmatin hatte sich außer nach Tübingen auch nach Sachsen gewendet. D. Polykarp Leiser, sein ehemaliger Studiengenosse und jetziger Generalsuperintendent in Wittenberg, hatte am I. September 1582 beim Buchhändler Samuel Selfisch ein sehr günstiges Angebot erwirkt. Selfisch wollte selbst die Figuren hergeben und verlangte für Papier und Druckerlohn bei 1500 Exemplaren 20 fl.,62 bei 1000 Exemplaren 22 fl. für den Ballen.63 Er schickte auch zwei Schriftproben nach Laibach und berechnete, daß nach den Angaben der Drucker Zacharias Krafft und Hans Lufft 70 Ballen Papier dazu notwendig wären, wenn man die kleinere Probe nähme; ein Exemplar würde dann nicht viel über 1 fl. kosten. Da Selfisch auf mehreren Pressen zugleich drucken lassen wollte und auch wegen der Zahlung günstige Bedingungen stellte, anderseits aber bei dem geringen Entgegenkommen Gruppenbachs die Hoffnung immer mehr schwand, in Tübingen günstigere Bedingungen zu erhalten, so legte Dalmatin Ende 1582 die beiden Anträge der Land- 52 53 52 «den Gulden zu 21 Meißner Zwölfern, welche sonst 20 böhmische Groschen oder im Reich 15 Batzen ausmachen.» 53 Diesen billigen Preis konnte Selfisch deshalb gewähren, weil er der größte Papierhändler Sachsens war. Man vergleiche über ihn : H. Leonhard, Samuel Selfisch, ein deutscher Buchhändler am Ausgange des XVI. Jahrhunderts im IV. Hefte der von Stieda herausgegebenen volkswirtschaftlichen -und wirtschaftsgeschichtlichen Abhandlungen, Leipzig 1902. Schaft vor und bat sie, darüber zu entscheiden. Über die Vorlage Dalmatins wurde am 16. Jänner 1583 im Landtage verhandelt. Es konnte keinen Augenblick zweifelhaft sein, daß sich die Stände für Wittenberg entscheiden werden, denn das Anerbieten Selfisch’ war um 640 fl. billiger als das Tübingische.54 55 56 57 Der Beschluß lautete auch dahin, daß die Bibel von Selfisch gedruckt werden und Dalmatin selbst zur Überwachung des Druckes nach Wittenberg reisen sollte. Herzog Ludwig und Trüber konnte die Landschaft nur den Dank für ihre Bemühungen aussprechen.66 Schon Gruppenbach hatte auf beiläufige Rechnung hin die Kosten für 1000 Exemplare, alle Nebenauslagen inbegriffen, auf 3000 fl. geschätzt.66 Der krainischen Landschaft kam es daher sehr gelegen, daß der steirische Landtag am 14. März 1583 neuerdings eine Mehrhilfe von 500 fl., im ganzen also IOOO fl., zum Bibeldrucke bewilligte, die durch Wechsel auf Damian von Sebottendorff, Reichspfennigmeister im sächsischen Kreis, angewiesen wurden. Die Kärntner stellten ebenfalls die Hälfte der versprochenen Hilfe zur Verfügung. Auch in Laibach wurden die noch notwendigen Verhandlungen rasch abgewickelt. Bereits am 16. Februar hatte Dalmatin der Landschaft ein ausführliches Promemoria überreicht, in welchem er auf die zum Drucke nötigen Vorkehrungen und Erfordernisse hingewiesen hatte.67 Am 5. April wurde dieses im großen Aus- 54 Eine Gegenüberstellung der beiden Kostenüberschläge siehe bei Elze, Trabers Briefe, S. 557. 55 Den Buchdrucker Gruppenbach hatte die Entscheidung der krainischen Landschaft unangenehm berührt. Er hatte mit Sicherheit erwartet, daß ihm der Druck übergeben werden würde. Vgl. darüber den Brief Trabers vom 24. Mai 1583 in der Beilage 1. Diesen Brief, der in der Elzeschen Sammlung der Truberschen Briefe fehlt, hat Elze übersehen. 56 Elze, Trabers Briefe, S. 524. 57 Vorschläge Dalmatins an die krainische Landschaft betreffend den Bibeldruck. S. d. et 1. Orig. Landesarchiv in Laibach. schusse durcliberaten und die meisten Anträge im Sinne Dal-matins erledigt; eine detaillierte Instruktion wurde ihm am io. April ausgestellt. Am schwersten trennte sich Dalmatin von seiner Gemeinde in Vigaun, die er während neun Jahre seiner Seelsorge liebgewonnen hatte. Als seinen Stellvertreter hatte er Barthelmä Knaffl, Prediger in Egg bei Krainburg, vorgeschlagen. Dieser konnte jedoch wegen seiner eigenen Seelsorge nicht immer nach Oberkrain abkommen; Dalmatin riet deshalb, zu den hohen Festen einen Laibacher Prediger hinauszuschicken.58 Bereits die Revisorenkonferenz hatte den Antrag gestellt, Dalmatin zur Überwachung des Druckes einen Korrektor mitzugeben. Zu einem solchen schlug Dalmatin den Prediger von St. Kanzian, Andreas Savinec, vor, der inzwischen die ganze Bibel ins reine geschrieben hatte. Diesen konnte man aber in Krain um so weniger entbehren, da bereits die Beurlaubung Dalmatins eine empfindliche Lücke in die Reihe der sloveni-schen Prediger riß.59 Man wandte sich nun an Adam Bohorič, der den Antrag annahm, nicht ohne vorher nach seiner alten Gewohnheit um ein Darlehen und Ergötzlichkeit zu bitten.60 Als zweiter Korrektor wurde noch Leonhard Mravlja (Mraula) verpflichtet, ein Buchdruckergeselle, der früher bei Ungnad in Urach und Mannei gearbeitet hatte. Die Landschaft vereinbarte mit ihm einen wöchentlichen Lohn von einer Gold- 58 Nach dem Beschlüsse der Landschaft wurde in solchen Fällen Felizian Trüber, der jüngere Sohn des Reformators, nach Vigaun beordert. 59 Tulščak und Schweiger waren schon bejahrt und kränkelten; der letztere hatte überdies die Seelsorge in Bischoflack zu versehen. Der junge Trüber war der slovenischen Sprache noch nicht so viel mächtig, um im Notfälle mehrere Predigten nacheinander zu halten. Man beabsichtigte deshalb zeitweilig Savinec in der Laibacher Seelsorge zu verwenden. 60 Das Darlehen von So fl. erhielt er, wegen der Ehrung und des Ankaufes seiner Bibliothek, die er der Landschaft angetragen hatte, vertröstete ihn diese auf seine Rückkehr. — Auch Dalmatin erhielt am 5. April ein Darlehen von 100 fl. krone (— 92 Kreuzer oder 23 Batzen); Kost und Wohnung für ihn bestritten Dalmatin und Bohorič, die von der Landschaft für die Reiseauslagen 300 fl. rhn. angewiesen erhielten, welche ihnen der Einnehmer der Landschaft Wilhelm Prauns-perger auf Weichselbach zum Pannouitsch am 20. April in deutscher Münze auszahlte. Am 22. April 1583 trat Dalmatin die Reise an, die ihn der Erfüllung seiner Wünsche entgegenführen sollte. Noch am 16. Jänner hatte er gefürchtet, daß bei längerem Warten «nit allein seine Mühe und Arbeit, die er viele Jahre her damit gehabt und seine beste ,Blühe* seiner Stärke und Jugend damit verzehrt, sondern auch alle bisher darauf verwendete Unkosten verloren» gehen könnten;01 jetzt stand er vor der Verwirklichung seines Lebenszieles. Neben Adam Bohorič und Mravlja befanden sich in seiner Gesellschaft noch der jüngere Ad. Bohorič und Johann Znojilšek (Snoilschik), die in Wittenberg zum Ablesen, Abhören und Korrigieren verwendet werden sollten.61 62 Die Reise ging durch das Kankertal über Seeland nach Klagenfurt. Hier sollte Dalmatin 450 fl., die bewilligte Beitragshälfte der Kärntner, in Empfang nehmen, deretwegen die Verordneten in Laibach noch am 16. April dem Ausschüsse in Kärnten zugeschrieben hatten. Dieser zahlte ihnen dieselbe in lauter Klagenfurter Dukaten aus, wechselte auch ihre Liber-niken gegen Zweikreuzer, etliche Kreuzdukaten und Taler aus, da in Meißen nur deutsche Währung gang und gäbe war. Da sich am 24. April kein Mitglied des Ausschusses in Klagenfurt befand, verzögerte sich die Reise um einige Tage, da Dalmatin von den Verordneten in Laibach den Auftrag 61 Elze, Trubers Briefe, S. 5 56. 62 Bohorič gelang es später, seinen Sohn und Znojilšek, den Sohn einer armen Laibacher Witwe, in der Schulpforta unterzubringen. Für das Folgende vgl. man den Bericht und die Rechnung von Dalmatin und Bohorič an die krainische Landschaft über den Druck der Bibel in Wittenberg. Laibach 1584 April 26. Landesarchiv in Laibach, Beilagen 2 und 3. Mitteilungen des Museal Vereines für Krain. Jalirg. XVII, H. III u. IV. erhalten hatte, die in Laibach bereits approbierte deutsche Vorrede zur Bibel68 der Landschaft in Kärnten vorzulegen. Nachdem gegen dieselbe in Klagenfurt keine Einrede erhoben wurde, setzten sie ihre Reise fort über Judenburg, Kapfenberg nach Wien, wo sie am 4. Mai eintrafen.63 Über Prag, Aussig, Pirna langten sie am 22. Mai in Dresden an, wo sie ihre Empfehlungsschreiben überreichten.64 Kurfürst August nahm sie gastlich auf, übergab Dalmatin die Druckerlaubnis, die er schon am 17. Mai ausgestellt hatte, und empfahl ihn der Universität Wittenberg. Am Pfingstmontag (20. Mai) kamen sie in Wittenberg an und stiegen im Hause D. Polykarp Leisers ab, der ihnen für die ganze Zeit ihres dortigen Aufenthaltes Herberge und den Tisch mit seinen übrigen Tischgängern gab. Am 29. Mai schlossen Dalmatin und Bohorič mit Samuel Selfisch denVertrag ab.65 Selfisch verpflichtete sich, 1500 Exemplare der Bibel, davon 50 Exemplare auf Medianpapier, die übrigen auf Großkronpapier, mit den vereinbarten Buchstaben und Figuren in der Druckerei der Erben des Johannes Crafft drucken zu lassen.66 In der Instruktion hatte die Landschaft Dalmatin allerdings aufgetragen, mit dem Buchhändler, wenn möglich, einen niedrigeren Betrag, als Samuel Selfisch ihn am I. September 1582 gefordert hatte, zu vereinbaren. Dalmatin 63 Urban Schuan, Knecht Barihelme Woukhas, eines Klagenfurter Burgers, der die Beförderung der Reisegesellschaft übernommen hatte, erhielt 25 fl. 50 kr. Fuhrlohn (darunter 9 fl. als Geding für die Frau Woukhas und I fl. Wartgeld, weil er in Klagenfurt warten mußte). 64 Die Empfehlungsschreiben waren an die geheimen Kammerräte des Kurfürsten und den sächsischen Hofprediger D. Martin Myrus in Dresden gerichtet. 65 «Spanzedtl», so mit H. Samuel Seelfisch der Sclavon. Bibel halber am 29. Mai 1583 in Wittemberg aufgerichtet. (Außenbemerkung auf der Abschrift.) Dieser Spanzedtl wurde in zwei Teile geteilt und jeder Partei ein Teil eingehändigt. 66 Der Text sollte mit Mittel Antiqua, die argumenta capitum mit Mittel Kursiv, die Scholien und Konkordanzen mit kleiner Antiqua gedruckt werden. scheint jedoch keinen Erfolg gehabt zu haben, denn der Preis für den Ballen wurde mit 20 fl. festgesetzt. Nur die einzige Vergünstigung konnte Dalmatin erlangen, daß Selfisch vom ganzen Betrage 100 fl. für den Unterhalt der Korrektoren abzuziehen versprach und die Exemplare, die gebundenen in Kasten, die uneingebundenen in Fässern wohl verwahrt auf eigene Kosten nach Leipzig zu stellen sich verpflichtete und für die Weiterbeförderung derselben Sorge zu tragen versprach. Selfisch bekam als Vorauszahlung 300 Taler, den fehlenden Betrag wollte Dalmatin während und nach Vollendung des Druckes begleichen. Am 28. Mai hatte man schon angefangen mit einer Presse zu arbeiten; für die anderen zwei Pressen war das Papier noch nicht angelangt. In seinem ersten Berichte an die Ver-ordneten am 30. Mai sprach Dalmatin die Hoffnung aus, den Druck noch vor Weihnachten beendet zu sehen. Da aber Selfisch sowohl bei Craffts Erben als auch bei Lehman drucken ließ, wurde der Druck so rüstig gefördert, daß er bereits am 9. November beendet wurde. Gaudet patientia durisi Diese Unterschrift der Medaille des Brücker Landtages (1578) mochte Dalmatin auf sich anwenden, als ihm der Buchdrucker das erste Exemplar seiner Bibel in die Hand legte. Vor seinem inneren Auge tauchte auf die lange Flucht der Jahre mit jenem Jahre 1572 beginnend, da er die Übersetzung des ersten Buches Mosis der krainischen Landschaft gewidmet hatte. Mit dieser Erinnerung verknüpfte sich jene an seinen alten Lehrer und Wohltäter, der den Anfang seines literarischen Schaffens angeregt hatte. Noch aus Wittenberg sandte er dem greisen Trüber ein Exemplar der Bibel zu. — Dalmatin verblieb noch bis zum Schlüsse des Jahres in Wittenberg.07 500 Exemplare mußten noch gebunden werden, 67 Den Aufenthalt in Wittenberg benützten Dalmatin und Bohorič zu eigenen Editionen. Dalmatin veranstaltete eine neue Ausgabe des Truberschen 8* darunter vierzig etwas feiner, da sie zu Geschenken für die Verordneten bestimmt waren. Die Einbände wurden in weißem, rotem und schwarzem Leder ausgeführt, mehrere davon vergoldet. Die Arbeit übernahmen mehrere. Buchbinder Wittenbergs.68 Die Holzschnitte dreier Exemplare wurden überdies mit der Hand koloriert. Gesangbuches: Ta celi Catechismus . . . Diese 5.Auflage übertraf alle früheren an Reichhaltigkeit und typographischer Ausstattung. Neben dem Gesangbuche ließ Dalmatin auch ein Gebetbuch drucken, eine Bearbeitung des Gebetbuches des Andreas Musculus: Karshanske lepe molitve . . . Betbüchlein Windisch. Von Bohorič erschien aber die erste slovenische Grammatik: Arcticae horulae succisivae . . . Daš Nähere über diese Werke vgl. man bei Elze, Die slovenischen protestantischen Gesangbücher im Jahrbuch 1884. S. 27 ff.; Elze, Die slovenischen protestantischen Gebetbücher im Jahrbuch 1894, S. 19 ff. und Kopitar, Grammatik der slovenischen Sprache, S. XLI ff. 68 Vgl. darüber die Beilage 4. Man hatte anfangs beabsichtigt, auf dem Buchdeckel die Wappen der drei innerösterreichischen Landschaften anzubringen, und Dalmatin hatte noch in Laibach eine Skizze dazu entwerfen lassen. Von diesem Projekte ging man jedoch ab, und die Buchdeckel verraten durch ihre abweichende Gestaltung die Verteilung der Arbeit an mehrere Buchbinder. Auf zwei Exemplaren der Laibacher Lyzealbibliothék befindet sich auf dem Vorderdeckel das Bild des Kaisers Maximilian II., auf dem Hinterdeckel das Bild vom Kurfürsten August von Sachsen. Das in weißes Leder gebundene Exemplar der Joanneumsbibliothek in Graz ist mit schönen Renaissancezieraten geschmückt und zeigt in der Umrahmung des inneren Rechteckes, welches .mit einer Verzierung ausgefüllt ist, öfters sich wiederholende Bilder des Heilandes, eine Weltkugel mit einem Kreuze haltend und mit der Umschrift Data est m[ihi omnis potestas], weiters Bilder des Petrus (Tu es Petrus), des Paulus (Apparuit be[nignitas]) und einer lesenden Figur (Ecce agnus Dei). Das Exemplar der Grazer Universitätsbibliothek hat vorne ein Bild Luthers mit der Unterschrift: Nosse cupis faciem Lutheri Hane cerne tabellam. Si mentem libros consule certus eris. Rückwärts befindet sich das Bild Melanchthons : Forma Philippe tva est, sed mens tva nescia pingi nota est ante bonis et tva scripta docent. Die größten Sorgen verursachte aber Dalmatin der Transport der Bibel. Sie mußte heimlich in das Land gebracht werden, um nicht an der Grenze der Konfiskation zu verfallen. Über geeignete Mittel und Wege war in Laibach schon beraten worden, ehe sich Dalmatin nach Wittenberg begeben hatte. Es standen mehrere Verkehrswege offen. Der Landweg von Leipzig über Freistadt nach Linz war in Leipzig wenig benützt, da man auf diesem Wege nur Eisen aus Steier nach Sachsen beförderte. Bequemer schien der Weg von Leipzig auf der Elbe nach Prag und von da auf Landwegen nach Linz. In Prag hatte Dalmatin an dem Kaufmann Pantaleon Pisec (Pischetz) einen vertrauten Freund und im Notfälle konnte man auch die Bücher bei österreichischen Adeligen bis zu günstiger Gelegenheit verwahren. Da aber der Verkehr mit Kaufmannsgütern auf den genannten Landwegen nicht besonders lebhaft war und die Laibacher Kaufleute, welche die Weiterbeförderung übernehmen wollten, vornehmlich mit Regensburg und Nürnberg Verbindungen hatten, entschied sich Dalmatin für den Donauweg, obwohl auch dieser wegen der vielen Mauten und Zölle gefährlich werden konnte. Um die Bücher vor Wegnahme zu schützen, bestimmte die Landschaft, daß man die Exemplare säum weise verpacken, an den Mautstätten als Barchent, allerhand Krämerware oder Spielkarten ansagen und die Gebühr davon reichen sollte. Den Transport von Nürnberg nach Linz und weiter nach Innerösterreich besorgte großenteils der Laibacher Kaufmann Sebastian Andrejčič (Andreytschitsch, Andretschitsch) und dessen Faktor Georg Diettmayr in Nürnberg. An den letzteren schickte Dalmatin am 21. Dezember sechs große Fässer, in welche die Exemplare eingeschlagen waren. An den Leipziger Kaufmann Hans Lebzelter sandte er fünf Fässer, die dieser ebenfalls nach Nürnberg an Diettmayr besorgen sollte. Drei Fässer übernahm Gregor Straub, Bürger und Handelsmann in Chemnitz, der sie mit anderen Kaufmannsgütern auf den nächsten Ostermarkt Quasimodogeniti nach Linz zu seinem Freunde Hans Nusser stellen wollte. Die vergoldeten und schöner gebundenen Exemplare sandte Dalmatin in drei Truhen an Hans Reichart am Hohenmarkt in Wien, der sie mit seinen Waren glücklich nach Villach brachte. Die übrigen Exemplare wurden, in dreizehn Fässern verpackt, dem Kaufmann Hans Lebzelter in Leipzig in Verwahrung gegeben. Den Weg, den man diese Fässer führen sollte, wollte Dalmatin erst später bestimmen; er hatte dafür sogar den Weg über Wien und Ungarn nach Steier ins Auge gefaßt. Mit der glücklichen Abwicklung dieser letzten Anordnungen nahte für Dalmatin und Bohorič die Zeit des Abschiedes. So kurz auch ihr Aufenthalt in Wittenberg gewesen war, hatten sie bald Freunde und Genossen gefunden.139 Die Universität, in deren Album Dalmatin am 24. Juni 1583 sich eingetragen hatte,69 70 war ihnen sehr wohlwollend entgegengekommen und hatte sie auch zu ihren Festlichkeiten eingeladen.69 Wie aus ihrem Reiseberichte zu ersehen, haben sie auch sonst manches Freundschaftsband geknüpft.09 Ende Dezember gaben sie ihren neuen Freunden in der Behausung Leisers ein Abschiedsfest und verließen am 31. Dezember 1583 das gastliche Wittenberg.71 Ihr nächstes Ziel war Leipzig, wo sie am 8. Jänner 1584 mit Samuel Selfisch Abrechnung hielten. Wie bereits erwähnt, war für den Ballen Papier samt Druckerlohn der Preis von 69 Ainziger und besunderer ausgaben beim drak der windischen bibl, so am zehenden tag aprilis anno und im 83, angefangen und am zehenden tag martii anno und im 84, sich geendet haben partikular aufzeichnus. Original, Landesarchiv in Laibach, Beilage 3. 70 Elze, Die slovenischen protestantischen Prediger im Jahrbuch 1900, S. 167 ff. 71 Das Zeugnis ihres Wohlverhaltens, ausgestellt von der Universität Wittenberg, siehe bei Dimitz, Beiträge zur Reformationsgeschichte in Krain L, Documente zur Geschichte der ersten slovenischen Bibel (1583) im Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte des Protestantismus in Österreich 1883, S. 59 ff. 20 fl. festgesetzt worden. Da jedes- Exemplar 380 Bogen zählte und man den Ballen mit 5000 Bogen berechnete, ergab das eine Summe von 115 Ballen und 9 Ries Papier. Die Druckkosten betrugen demnach 2318 fl. (Von dieser Summe muß man jedoch 100 fl. für die Korrektoren abrechnen.) Selfisch hatte aber auch die Auslagen für das Einbinden der Exemplare und den Fuhrlohn von Wittenberg nach Leipzig und Nürnberg getragen; seine gesamte Rechnung belief sich auf 3523 fl. 4 Groschen und 9 Pfennig. Dalmatin hatte ihm jedoch bei seiner Ankunft und später mehreremal zusammen 2942 fl. 18 Groschen gegeben.72 73 Es stellte sich schließlich ein unbezahlter Rest von 380 fl. 7 Groschen und 9 Pfennig heraus, den Dalmatin und Bohorič spätestens innerhalb eines halben Jahres zu zahlen versprachen.73 Von Leipzig begaben sie sich nach Augustusburg, der Residenz des Kurfürsten, dem sie am 14. Jänner im Namen der drei Lande sechs in rotes Leder gebundene Exemplare überreichten.74 Mit einem Empfehlungsschreiben des Kurfürsten versehen, setzten sie ihre Reise über Prag und Wien nach Steiermark und Kärnten fort und langten am 8. Februar wohlbehalten in Laibach an. Am 2. März statteten sie 72 Der größte Teil dieser Summe war von der steirischen Landschaft geleistet worden. Schon in seinem ersten Berichte vom 30. Mai 1583 hatte Dalmatin um 1000 fl. für die Kosten des Druckes und daneben noch 500 fl. für das Einbinden der Exemplare verlangt. Da sich die Stände Krains in augenblicklicher Geldverlegenheit befanden, ersuchten sie ihre steirischen Nachbarn um ein Darlehen; diese wiesen das Geld beim Reichspfennigmeisteramtsverwalter Matthäus Peugl (Paigl, Peigl) in Augsburg an (am 18. Juni und 6. August). 73 Dieser Rest wurde an Selfisch am 14. Oktober 1584 vom Reichshilfssollizitator Hans Heinrich im Namen der steirischen Landschaft ausgezahlt, welche ebenfalls diese Summe den Ständen von Krain vorgestreckt hat. 74 Das Dankschreiben Dalmatins und Bohorič’ an den Kurfürsten von Sachsen ist abgedruckt bei Dimitz, Beiträge zur Reformationsgeschichte in Krain I., Documente zur ersten slovenischen Bibel (1583) im Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte des Protestantismus in Österreich 1883, S. 57 ff. der Landschaft mündlich und schriftlich einen vorläufigen Bericht ab.75 * Erzherzog Karl hatte unterdessen trotz aller Verheimlichung erfahren, daß die Bibel im Auslande gedruckt werde. Sofort gab er den Befehl, an den Landesgrenzen die Aufsicht zu verschärfen und alle Exemplare, deren man habhaft werden könne, mit Beschlag zu belegen. Zum Glück war man in Graz der Meinung, die Bibel werde, wie die übrigen slovenischen Drucke, in Tübingen gedruckt. Um Näheres über den Druck zu erfahren, schreckte der Erzherzog selbst vor Gewaltmitteln nicht zurück. Der geschworene Fußbote der steirischen Landschaft, den diese zu Weihnachten 1583 nach Tübingen geschickt hatte, wurde auf seiner Rückreise Ende Februar 1584 auf Befehl des Erzherzogs angehalten, alle Briefe ihm abgenommen und er selbst in Gewahrsam genommen. Als die Nachricht von dieser Gewalttat nach Graz gelangte, ordneten die Ver-ordneten sogleich am 26. Februar ihren Trompeter ab, um die krainischen Stände zu warnen und ihnen Vorsicht in der Hereinbringung der Exemplare anzuempfehlen. Das war um so notwendiger, als zu gleicher Zeit ein Schreiben Georg Diett-mayrs an Andrejčič in Laibach anlangte, worin er ihm berichtete, daß er bereits zwei kleine Fässer mit Bibeln an Hans Weiß in Salzburg gesandt habe. Ein glücklicher Zufall fügte es, daß damals an der mächtig angeschwollenen Donau der Verkehr stockte und die Frachten nur um hohen Lohn weiter befördert wurden.70 Dazu kam noch, daß an vier sehr großen Fässern die Reifen gesprungen waren und die Bücher umgepackt werden mußten. Diettmayr selbst hat den Inhalt der 75 Vgl. Dimitz, Beiträge zur Reformationsgesehichte in Krain I., im Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte des Protestantismus in Österreich 1883, S. 61 fif. ,c Zur Zeit des Hochwassers zahlte man für den Saum von Nürnberg nach Salzburg 7 fl.; für die zwei Fässer, die zehn Zentner wogen und einen Saum ausmachten, zahlte Diettmayr ö’/4 fl. Lohn. Ill beiden Fässer vorsichtigerweise als Barchent, Baumwolle, Zapfen und anderes angegeben, riet aber, in Hinkunft die Bibeln mit anderen Gütern zusammenzupacken. Auf die Hiobspost der steirischen Landschaft hin stellten die krainischen Verordneten die Hereinsendung der Exemplare aus Nürnberg, Chemnitz und Wien sofort ein. Am meisten Sorge hatte man um drei Fässer, die bereits von Chemnitz nach Linz unterwegs waren; sie wurden aber ungefährdet an den Wirt Hans Niisser in Linz abgeliefert. Andrejčič, der Ende März selbst nach Nürnberg gereist war, schickte nach und nach auch die anderen Bücher herein.77 Nachdem die Gefahr der Konfiskation glücklich abgewendet worden war, überreichten Dalmatin und Bohorič am 24. April den endgültigen Bericht über den Druck der Bibel.78 79 Diesen Bericht mitsamt allen Berechnungen der Kosten übermittelte die Landschaft den Schulinspektoren und ersuchte sie, über die Verteilung der Bibel an die Landschaften, den Preis der einzelnen Exemplare und über die beste Art des Verkaufes sich zu äußern. Auf einen Gewinn verzichtete sie, da es ihr nur um «Ausbreitung des seligmachenden Wortes Gottes» zu tun war. In Anbetracht der großen Auslagen, die bis jetzt schon bei 5000 fl. betrugen, setzten die Inspektoren den Preis einer gebundenen Bibel mit 4 fl. 30 kr., einer ungebundenen mit 3 fl. 30 kr. fest;70 dieser Preis wurde von 77 Am 11. Mai 1584 überbrachte Dalmatin den Verordneten die Nachricht, daß in Villach zwei große und drei kleine Fässer in Verwahrung der Witwe Margarethe Rotmarin sich befinden. — Die in Leipzig bei Hans Lebzelter hinterlegten 13 Fässer wurden im Herbste des Jahres 1585 über Nürnberg mit Hilfe Diettmayrs ohne Unfall hereinbefördert. Für ihre Mühe verehrte die Landschaft Lebzelter 30 fl. und Diettmayr 20 fl. — Vgl. darüber Dimitz, Beiträge I., im Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte des Protestantismus in Österreich 1883, S. 64 ff. 78 Bericht von Dalmatin und Bohorič vom 1584 April 26 und «Ainziger . . . partikular aufzeichnus». 79 Die Antwort der Inspektoren ist vom 22. Mai 1584 datiert. der Landschaft auch angenommen.80 Steier erhielt 330, Kärnten 300 Exemplare; ihnen wurden die in Linz und Villach lagernden Bibeln angewiesen. Die Mehrzahl der Exemplare verblieb dem Lande Krain; die Landschaft trug zwar eine Anzahl davon den Steirern als Verrechnung für ihr Darlehen von 1500 fl. an, das Anerbieten wurde jedoch von den Steirern abgelehnt. Mit dem Verschleiße der Bibeln in Krain wurde Bohorič betraut und ihm der Schlüssel zum Lokal des Landhauses, wo sie verwahrt wurden, zugestellt.81 Die für Steier bestimmten Bücher wurden größtenteils von Laibach nach Schloß Schwarzenstein bei Cilli an Seifried von Trüebnekh gesandt.82 Eine große Anzahl Bibeln wurde verschenkt.83 Der Landeshauptmann, Vizedom, die Ausschüsse und die Verordneten der Landschaft, die Mitglieder des inneren Rates der Stadt Laibach, die Prädikanten, Schulinspektoren und Lehrer der Landschaftsschule erhielten Freiexemplare. Das kolorierte Exemplar wurde der Landschaftsbibliothek übergeben ; ein Exemplar erhielt die protestantische Kirche im Bürgerspital. Auch dem Laibacher Bischof Johannes, der nicht abgeneigt war, ein Exemplar ent- 80 Rechnet man die Fracht der in Deutschland in Verwahrung liegenden Exemplare und die Verehrung, die Dalmatin und Bohorič erhielten, zusammen, so ergibt sich die runde Summe von 8000 fl. Auslagen fiir den Bibeldruck. 81 Der Verkauf der Bibel ging jedoch nicht so rasch vorwärts, als man gehofft hatte. Als Bohorič am 10. Jänner 1594 die Bibelrechnung vorlegte, schenkte ihm die Landschaft neben der Nachlassung von 250 fl., die er aüs der erwähnten Rechnung schuldig war, «zur Ergötzung seiner Dienste» noch 50 uneingebundene Bibeln, «welches der Landschaft um so leichter käme, als noch viele Bibeln vorhanden und den Verkauf nicht haben». 82 Trüebnekh schickte Bohorič am 23. November 1584 49 gebundene und 63 ungebundene Exemplare. Auch die drei Fässer, die im Oktober von Linz glücklich hereingebracht worden waren, wurden von der steirischen Landschaft nach Schwarzenstein gesendet. Im Cillier Kreise befanden sich demnach 246 Exemplare, die auch nur langsam abgingen ; in einer (undatierten) Verrechnung findet man nur 29 ungebundene Exemplare als verkauft angemerkt. 83 Bericht Dalmatins vom 1584 April 26 und Dimitz, Geschichte Krains III., S. 209, wo alle Namen der Beschenkten verzeichnet sind. gegenzunehmen, wurde am 5. November 1585 eine Bibel verehrt; desgleichen dem Zisterzienserabte in Landstraß, dem Dompropst in Laibach und anderen. Andre Marschall und Sebastian Andrejčič, die sich um die Hereinbeförderung der Bibel große Verdienste erworben haben, wurden ebenfalls mit Exemplaren bedacht; ebenso die Tübinger Stipendiaten Matthias Trost, Markus Kumprecht und Andreas Schweiger aus Krain, denen Andre Marschall die Exemplare überbrachte. Durch M. Benedikt Pyroter erhielten Exemplare Ad. Bohorič der Jüngere und Johann Znojilšek in der Schulpforta. Ein Exemplar wurde über Ersuchen auch den Protestanten in Ogulin verehrt. In den ersten Zeiten nach seiner Rückkehr hat sich Dalmatin in bedrängten Verhältnissen befunden. Der Landschaft war er bei 300 fl. schuldig; seine übrigen Schulden an Privatpersonen betrugen über 300 fl. Die Ehrengabe, die ihm von den drei Landschaften verehrt wurde und die einen Gesamtbetrag von 600 fl. ausmachte,84 half ihm seine Verhältnisse wieder zu ordnen; eine Aufbesserung seines Gehaltes von 240 fl. auf 300 fl. gewährte ihm und seiner Familie ein bescheidenes Auskommen. Von der Seelsorge in Vigaun wurde er bald nach seiner Rückkehr befreit, da für Oberkrain ein eigener Prädikant angestellt wurde. Von nun an bildete er mit Tulščak und Felizian Trüber das Ministerium der sloveni-schen Kirche,85 dem auch Hans Schweiger angehörte; dieser, 84 Am 13. Juli 1584 bewilligten die Stände in Steier zu einer Ergötzlichkeit für Dalmatin 200 fl. und für Bohorič 100 fl., deren Auszahlung bei der Landschaft in Laibach angewiesen wurde ; Kärnten und Krain folgten diesem Beispiele. Infolge verschiedener Hindernisse wurden diese Summen erst im Jänner 1585 ausgezahlt. 85 Keinen Erfolg hatte die Bitte der Verordneten aus Steier, die am 2. Juni 1584 die krainische Landschaft um Überlassung Dalmatins auf zwei Jahre ersuchten, damit er die Kirchenordnung «beim neuen Kirchengebäu in der Grafschaft Zilli» durchführe. Vornehmlich war es Seifried von Trüebnekh, der eine Anstellung Dalmatins in Scharfenau bei Cilli betrieb. Die Krainer verschoben die Erledigung auf den Landtag, welcher jedenfalls das Ansuchen abwies ; nach dem 6. Oktober 1584 ist in den Akten davon keine Rede mehr. ein alter und kränklicher Mann, wollte sich im Jahre 1585 auf die Pfarre St. Kanzian zurückziehen, als ihn der Tod ereilte. Der Landesverweser und Patron der Pfarre Christoph von Auersperg bot die Pfarre nun Dalmatin an, der sie nach bei der Landschaft eingeholter Einwilligung annahm. Wegen empfindlichen Mangels an slovenischen Geistlichen in der Landeshauptstadt beschloß Dalmatin seinen Wohnsitz in Laibach zu behalten und St. Kanzian nur excurrendo zu besorgen. Im Schloßarchiv zu Auersperg ist noch eine Erklärung 86 Dal-matins vorhanden, in der er sein Verhältnis zur Hauptkirche festgesetzt hat. Er übernahm einen Teil der vorgeschriebenen Predigten und erklärte sich bereit, alle Amtsverrichtungen, zu denen er während seiner Anwesenheit in Laibach verlangt wurde, zu übernehmen und im Notfälle auch die Seelsorge in Stein und Bischoflack zu versehen.87 Am I. November 1585 wurde die Pfarre St. Kanzian von den Brüdern Christoph und Wolf Engelbrecht von Auersperg an Dalmatin überantwortet; Savinec, der bereits dort durch einige Zeit tätig gewesen war, wurde ihm als Diakon beigegeben.88 86 Aus dieser Erklärung ist die damalige ICirclienordnung der slovenischen protestantischen Kirche ersichtlich. Nach derselben waren drei Predigten in der Woche vorgeschrieben: Am Sonntag eine Früh- und Nachmittagspredigt, am Dienstag eine Wochenpredigt. Dalmatin erklärte sich bereit, jede zweite Woche die sonntägliche Morgenpredigt zu übernehmen und die Dienstagspredigt, in der er eben die Erklärung der fünf Bücher Mosis begonnen hatte, weiter zu behalten. Die anderen Predigten übernahm Vitus Subtilič (Subtilitsch), bis Fel. Trüber und Pyroter die slovenische Sprache sich soweit angeeignet hätten, daß sie die slovenischen Predigten übernehmen konnten. 87 In Bischoflack hatten die Protestanten im Schlosse Burgstall ihren Versammlungsort. Als im Sommer 1585 Dalmatin eines Tages nach Bischof lack gerufen wurde, überfielen ihn auf Anstiftung des dortigen Kaplans Urban Wurzners, den auch andere Quellen als einen ziemlich derben und handgreiflichen Menschen schildern , dessen Untertanen und drohten ihm mit der Ermordung. (Das gleiche geschah Špindler in Stein im Jahre ij86.) 88 Die Einnahmen der Pfarre, die neun Filialkirchen hatte, wurden unter die beiden so verteilt, das Dalmatin zwei Drittel, Savinec das übrige Drittel des Einkommens bezog. Das Urbar der Pfründe wurde Dalmatin am selben Tage übergeben. Der Aufenthalt Dalmatins in St. Kanzian gab Anlaß zur Bildung einer sagenhaften Überlieferung, die sich bei näherer Betrachtung als ein wunderliches Gemisch von Dichtung und Wahrheit erweist. Nach einer Version hätten die Katholiken Dalmatin von der Pfarre vertrieben; Christoph von Auersperg hätte ihn jedoch heimlich bei sich behalten und in einer gewölbten Kammer unter dem Pferdestall beherbergt. Noch zwei Jahrhunderte später habe man dasselbe Loch das Prädikantenloch des Juri Kobila (Stutenjörg) genannt.89 Damit steht die Tradition im Einklang, die Radies (Herbard VIII. von Auersperg, S. 225) anführt, Dalmatin habe sich, von den Katholiken verfolgt, in den Schutz Christoph von Auerspergs begeben, der ihm auf Auersperg ein Zimmer einräumte, wo die Bibelübersetzung zustande kam. Historischen Kern birgt der andere Bericht, der Erzherzog habe an Christoph von Auersperg den Befehl erlassen, Dalmatin zu entfernen, der Befehl sei aber nicht ausgeführt worden.90 In diesen Erzählungen verknüpfte die Sage einzelne Züge aus dem Leben Trabers und DalmatinS, verwechselte aber des letzteren Persönlichkeit mit Georg Juričič, der den Spottnamen Juri Kobila führte und sich ebenfalls literarisch betätigt hatte.91 Verwoben wurden damit Einzelheiten der Lutherbiographie, vor allem der Aufenthalt auf der Wartburg. So bildete sich die slovenische Wartburgsage, ein beredtes Zeugnis des Eindruckes, den die Bibelübersetzungen im Volke hervorgebracht haben. 89 Valvasor, Ehr: des Herzogthums Crain VI. 349. 90 Valvasor VII. 453. 91 Das Volk erzählt heute noch, daß im Hause Nr. 7 in Rašica bei Auersperg (Heimat Trubers) Martin Luther geboren wurde; Levstik, Zbrani spisi IV. 41. Vielleicht spiegelt sich in der Sage vom Verstecke die Erinnerung an die Flucht Trubers wieder, zu welcher dieser im Jahre 1547 gezwungen wurde und sich an mehreren versteckten Orten aufhalten mußte. Elze, Trubers Briefe, S. 4. Über G. Juričič vgl. man den betreffenden Abschnitt in Elze, Prediger, im Jahrbuche der Gesellschaft für Geschichte des Protestantismus in Österreich 1900. Im Genüsse der Pfründe ist Dalmatin zeitlebens verblieben. Im Jahre 1587 hatte allerdings Andreas Piscator, Kaplan in St. Marein, der gerne die Pfarre St. Kanzian erhalten hätte, im Namen der katholischen Pfarrgemeinde eine Beschwerde beim Erzherzog eingereicht, die jedoch vorläufig keinen Erfolg hatte.92 Der Lebensabend des so eifrigen und rüstigen Mannes begann sich indessen zu nähern. Über die letzten Lebenstage Dalmatins sind nur spärliche Aufzeichnungen vorhanden. Nach dem Tode Trubers (am 29. Juni 1586) unternahm er mit dessen Sohn Felizian eine Reise nach Württemberg und verweilte am II. November 1587 auf der Durchreise in Tübingen.93 Im Jahre 1588 erwirkte er für «seinen lieben Gesellen» den jüngeren Bohorič und Johann Znojilšek, welche die Universität in Wittenberg beziehen wollten, eine Unterstützung. Am 31. August 1589 nachmittags wurde er im schönsten Mannesalter vom Tode dahingerafft und am nächsten Tage auf dem Friedhofe zu St. Peter in Laibach begraben.94 M. Benedikt Pyroter hielt ihm die Grabrede über den Spruch Isaias’ 57, 1 und 2: Er geht zum Frieden ein, der geraden Weges wanderte. Es erübrigt noch die Ausstattung des Hauptwerkes Dalmatins und dessen spätere Schicksale kurz zu erwähnen. Während Trüber mit der Übersetzung des Evangeliums Matthäi angefangen und nach und nach im Schwinden der Jahre das ganze Neue Testament übersetzt hatte, begann Dalmatin mit der Übersetzung der fünf Bücher Mosis und übersetzte im Verlaufe von vier Jahren die ganze hl. Schrift. 92 Piscator hatte wohl den Mut, hinter dem Rücken des Patrons um die Pfarre sich zu bewerben, leugnete aber dem Landesverweser Ch. v. Auersperg gegenüber jeglichen Anteil an der Beschwerdeschrift. 93 Elze, Prediger, Jahrbuch 1900, S. 176. 94 Auszüge aus dem Matrikenbuche der Evangelischen in Krain vom Jahre 1578 bis 1597 in den Mitteilungen des historischen Vereines für Krain 1S64, S. 7. Das Werk besteht aus drei Teilen in Folio.95 96 Auf dem reichverzierten Titelblatte sind mehrere biblische Begebenheiten aus der Genesis dargestellt; die Erschaffung der Welt, die Sintflut, Lot, Moses mit den Gesetzestafeln. Auf das Titelblatt folgt die deutsche Vorrede (vier Blätter), die den Ständen in Steier, Kärnten und Krain gewidmet ist. Dalmatin schildert in ihr in zusammenfassenden Zügen die Entwicklung der Literatur in Krain seit den Anfängen Trubers.96 Nach der deutschen Vorrede folgt die slovenische Vorrede zur Bibel. Diese Vorrede hat Dalmatin in Wittenberg mit Rat und Hilfe der dortigen Theologen, besonders Polykarp Leisers verfaßt.97 21 Blätter in Folio umfassend, verbreitet sie sich über die wichtigsten Lehren der christlichen Religion. Ein friedfertiger Geist durchweht dieselbe; selbst bei Besprechung der Unterscheidungslehren hat sich Dalmatin schärferer Angriffe auf die Gegner enthalten.98 Die Hauptabschnitte der Bibel haben 95 Den vollständigen Titel und die bibliographische Beschreibung siehe in der Beilage 4. Vgl. darüber auch Elze, Bibelbücher, im Jahrbuch 1895, S. 160 f. und Ahn, Bibliographische Seltenheiten der Truberliteratur, S. 39 f. 96 Auszugsweise bei Elze, Bibelbücher, Jahrbuch 1895, S. 160 f. 97 Bei der Revisionskonferenz 1581 hatte man beschlossen, das Werk Hombergers «Senffkörnlein unsers Herrn Jesu Christi, d. i. kurtzer Unterricht von allen Hauptstücken der christlichen Lehre» übersetzen und als Vorrede zur Bibel einsetzen zu lassen. Dieses «Granum frumenti» hatte Hornberger zuerst in lateinischer Sprache abgefaßt und es beim Unterrichte in der landschaftlichen Schule in Graz benützt. Das Büchlein verspätete sich im Druck (es erschien erst 1583) und konnte deshalb von Dalmatin nicht für die Bibel verwendet werden. Vgl. F. M. Mayer : Jerem. Hornberger, Sonderabdruck aus dem Archiv für österreichische Geschichte (LXXIV. Bd., I. Hälfte, S. 203) S. 51, Amu. 2. 98 Es liegt nicht in meiner Absicht und es würde auch den Rahmen der Arbeit übersteigen, wenn ich die dogmatische Seite der Vorrede besprechen wollte. Robitsch (Geschichte des Protestantismus in der Steiermark, S. 115 f.) hat eine dogmatische Beleuchtung der Frage geben wollen; mich dünkt, daß sein engherziger Standpunkt auch das Gute und Richtige in seinen Ausführungen nachteilig beeinflußt hat. Eine neue Ausgabe der Vorrede in moderner Transskription hat Chräska besorgt; Jurija Dalmatina Predgovor k bibliji iz 1. 1584. Prepisal, založil in izdal Anton Chräska. V Č. Budejovicah 1901. Vorreden und Einleitungen; die meisten derselben sind Übersetzungen der Vorreden Luthers. Der erste Teil — er umfaßt die Bücher des Alten Testamentes bis zu den Propheten — ist sehr reich illustriert (147 Holzschnitte). Stiefmütterlicher behandelt sind der zweite Teil, die Propheten, und der dritte Teil, das Neue Testament enthaltend. Nur die größeren Propheten haben Titelbilder; dasselbe gilt auch von den Evangelien und den Apostolischen Briefen. Einzelne Bilder, so das Titelblatt zum zweiten Teile des Alten Testamentes und zum Neuen Testament, wiederholen sich; ein Holzschnitt des Paulus kehrt viermal wieder. Die Holzschnitte sind verschiedenen gleichzeitigen deutschen Bibeln entlehnt; mehrere derselben sind datiert (der älteste ist vom Jahre 1550). Einige Holzschneider haben auch ihre Handschrift eingegraben; PB, das Handmal Heinrich Brosamers, wiederholt sich öfters. Von seiner Hand stammen die schönsten Holzschnitte der Bibel, darunter auch das Folioblatt am Anfänge der Genesis, die Erschaffung Evas darstellend. Die Hoffnung Dalmatins, sein Werk unter seinem Volke verbreitet zu sehen, hat sich freilich nicht erfüllt. Über seinem Werke waltete ein seltsames Verhängnis. Als die schönste und reifste Fracht des protestantischen Geistes in Innerösterreich, erblickte seine Bibel das Tageslicht, als bereits Vorkehrungen getroffen worden waren, welche die Austilgung des Protestantismus in Innerösterreich bezweckten. Man rüstete schon den Brand, der an die Stöße der protestantischen Bücher gelegt, die herrlichen Anfänge einer vielverheißenden Literatur vernichten sollte." 99 99 Über die Verbrennung der Bücher vgl. Dimitz, Geschichte Krains III. 333. Nachdem schon früher von der Religionsreformationskommission die protestantischen Bücher bei Privatpersonen konfisziert und verbrannt worden waren, erließ am 22. Februar 1601 Erherzog Ferdinand den Befehl an die Verordneten, die im Landhause verwahrten Bücher seinen Kommissären auszuliefern. Trotz erneuter Befehle und des Betreibens von seiten des Bischofs Der Katholizismus wurde wieder herrschende Religion; die geistige Höhe der protestantischen Kultur konnte er jedoch durch mehr als ein Jahrhundert nicht erreichen. Der rührige Bischof Chrön, der mit dem Eifer eines Konvertiten die geistige Arbeit des Protestantismus vernichtete, mußte sich doch vor ihrem Geist beugen. Seine Episteln und Evangelien (Branja inu Evangelia, 1612), das einzige bedeutendere Werk des 17. Jahrhunderts, fußt vollständig auf der Bibel Dalmatins. Da seine Geistlichen kein Buch hatten, um daraus dem Volke die Lehre Gottes in der Muttersprache zu verkünden, hatte Chrön am 21. Juli 1602 bei der Kongregation der Inquisition für seine Geistlichkeit die Erlaubnis ausgewirkt, ketzerische Bücher lesen zu dürfen.100 Diesem Umstande hatte die Bibel Dalmatins eine schonendere Behandlung bei den Autodafés zu verdanken, deshalb konnte sie in ziemlicher Anzahl in die Jetztzeit herüber gerettet werden. Beilage 1. Primus Trüber berichtet der Landschaft in Krain, daß der Tübingische Buchdrucker Gruppenbach unwillig sei, daß die Bibel in Wittenberg gedruckt werde, gibt Nachricht, daß er (Trüber) Luthers Hauspostille zu übersetzen begonnen habe, und bittet die Landschaft um Intervention in der Schuldenangelegenheit des jungen Grafen Bernhardin Barbo. Derendingen 1583, Mai 24, praes. Juni 10. (Orig. Krain. L.-A.) Den wolgebornen vnd edlen herren herren Wolffen grauen vnd freyherren zu Thurn vnd zu Creutz Verwalter der landhaubtmanschafft, herren Christophen freyherren zu Aursperg landsverweser vnd N. der wußten die Verordneten die Herausgabe zu verzögern. Erst bei der Anwesenheit des Erzherzogs in Laibach (1616) wurden die Bücher an die Jesuiten ausgeliefert. Ein Brand des Kollegiums im Jahre 1774 vernichtete auch die letzte geordnete Sammlung der Erzeugnisse protestantischen Geistes. Vgl. Vodnikalbum, S. 206 und Dimitz HI. 364. 100 Eine solche Erlaubnis liest man an der Innenseite des Deckels des Joanneumexemplares. Mitteilungen des Musealvereines für Krain. Jahrg. XVII, H. III u. IV. 9 E. L. des fürstentumbs in Crein verordneten meinen genadigen vnd gebietunden herren. Wolgeboren, edl, genadig vnd günstig, lieb herren von Gott durch Christum euren gnaden vnd herschaften wünsch ich alles guets mit erbietung meiner vnterthanigen treuen dienste zuuor. Vnser genadiger fürst zu Wüttemberg, der vor wenig tagen mit seiner jüngster vnd lezter Schwester, die er dem einen fürsten aus Sachsen verhayrat gen Weinmayr hochzeit zuhalten gezogen, habe ir F. G. difs beiligund packhet mit brieffen bei irem singer Thomam Rumpler, der auch Creiner bei Radmanstorff bürtig, mir zugeschickht, das ichs E. G. vbersenden sol, welches ich hiemit thue. Tübingischer buchdruckher Gruppenbach ist vibel zufriden, das man die windische bibel zu Wittemberg druckhe. Ich hab die müster des ersten pogens der bibel zu Wittemberg gedruckht, den mir m. Dalma-tinus geschickht, sehen lafsen, darauff er gesagt, wen ime der Dalma-tinus geschriben, das man also auff siechten kleinen papir die bibel wolt druckhen, er het von den Palen nur 18 gulden wollen nemen. Doctores Jacob Andree vnd Schnepff, die mit dem druckher aus beuelch vnsers fürsten von wegen des drucks gehandelt, sehen gerne, das die bibel zu Wittenberg gedruckht werde, wiewol die figuren auch die geschrifft klein, aber hübsch vnd lefslich sind. Der frumer trewer gotsaliger Jörg Saerle101 saliger vnd andere haben mir oft geschriben, ich sol ein ausführliche postil, meine vorige sei zukhurtz, stellen. Derhalben hab ich angefangen des d. Lutheri hauspostil zuuerdolmetschen,102 den ich wifse vnter allen lateinischen vnd teutschen postillen für gemainen man vnd hausgesind khein befsere den diese, der sol khein hausvater mangeln, sondern vleifsig alle feyrtag seinen hausgesind vorlesen, daraus neben anderen schönen, notwendigen lehr vnd tröstungen auch erlehrnen vnd vergwist werden, wen sie in haus oder im veld ir arbeit, wie klein vnd siecht anzusehen treulich vnd vleifsig verrichten, das sie mit dem Gott dienen vnd mehr gefallen, alls alle münichen, nunen vnd pabstischen mit iren erdichten vnd merischen gottesdiensten. Vnd wen ich die postil verfertigt, alls wil einen reichen karnerischen herren, alls die Keutschacher sind zuschreiben, das ers zu druckhen verlege, ist vmb 400 oder 500 gulden zuthuen ; mit dem wirdet 101 Über den Bürger Georg Seyerle vgl. man Elze, Trabers Briefe, S. 67; Felizian Traber heiratete Seyerles Tochter (?) Anna. 102 Die Übersetzung dieser Postille war Trabers letzte Arbeit; er vollendete sie auf dem Totenbette drei Tage vor seinem Tode. Die Veröffentlichung besorgte sein Sohn, der letzte krainische Superintendent Felizian Traber im Jahre 1595. ime ein grofsere, befsere gedechtnus bei allen frumen christen vnd vor Gott machen, alls wen er het ein carthäuser oder nunencloster gestifftet ; dem ist also. Ich vernim, das herr Sebaldus Warbo ein karger, gachzornig herr sei. Nun hat sein sun Bernhardinus, wider aller zu Tübingen hoffnung, das jar vber 300 gulden vnd das meinst in klaidung verthan vnd schuldig beliben. Daran haben wir 100 Gulden, die der m. Andre Marschal, Kürfsner gepracht, abzalt; für die 200 vnd etlich gulden ist der herr Shnitzenpamer vnd ich bürgen bis auff barthol omei nechst khünfftig zu bezallen, damit wir in aus des rectors auff der geldter anrueffen re et corpore arrestatum gepracht, das er anhaim mügen ziehen. Dauon ich dem herren Warbo ausführlich schreibe vnd die auszug schuldbrieff hiemit zuschickhe. Vnd die bezallung sol gewifslich vmb bartholomei geschehen. Der marschal Kürfsner sold das geld emphaen vnd raus pringen. Also haben wir pürgen versprochen. Hieraufif an E. G. vnd H. ist des heren Shnitzenpamer vnd mein vnterthanig bitten, wo sich der herr Barbo der bezallung halben wolt wageren oder lang verziehen, sie wollen ime ernnstlich auflegen, das er an Verzug seines suns, der im grofsen ansehen zu Tübingen vnd bei frembden grauen, freyherren vnd edlleuten ist, zu denen sich auch sein sun gesellet, inen gleich geklaidet, von ime haben sie auch vii gehalten, dieweil auch grauen in Sachsen sind, die Barbi genent werden (herr Hans Vngnad hat zum lezten gemahel ein Barbin gehabt, ligen beide zu Tübingen begraben) schulden völlig bezallen. Wo es aber nicht beschehe, so wurde die vniuersität zu Tübingen ein eignen poten die schulden abzufordern auff sein Kosten schickhen, den er zum anderen vor dem rectori ein ayd gethan vnd beim edlmans trewen versprochen, alle sein schulden zu Tübingen vmb bartholomei zu bezallen. Das sich d. Froschlinus in seinen berueff wol vleifsig verhaltet, haben wir mit freuden vernumen. Die gantze vniuersitet schreibt ime hiemit, in ermant, das er sich der vniuersitet zu eheren vnd wolgefallen sol wol halten. Des herren Hansen Shweiger sun, wie mir seinethalben euere prediger alle geschriben, het ich gerne in ein Stipendium mit hülff vnd beistand aller tübingischen theologen promouirt. Es hat aber zu dieser zeit nicht mügen sein. Ist in der bursa, verthuet ein wochen 10 batzen vnd nachdem der Johannes Weyfs von Strasburg, wie der Thumbrecht schreibt, haimlich zu den jesuwideren gezogen, E. G. vnd H. wollen sein versprochen subsidium des h. Schwaiger sun zuordnen, verhoffe, er werde vleifsig, wie herr Shnitzenpamer, Gartner, Waidinger vnd der Faschang studieren, zeit vnd geld nicht wie der jungkher Barbo vbel 9* anlegen. Dise bit wollet mich genadiglich erhören in ansehung trewes vatteren, der nun der eltist creinerischer prediger ist. Difs mein lang vnordenlich schreiben wollen E. G. im pösten verstehen und mich im genadigen beuelh hinfür wie bisher haben. Derendingen am 24 may im 83 jar. E. G. vnd her. vnterthanig trewer caplan Primus Trüber. Postscripta. Bischoue chürfürst von Coin ist etlich tag zu Haidel-werg bim pfaltz grauen chürfürsten gewest, ist jezund in Westhuallen seinen furstenthumb reformirt, die Kirchen besetzt mit evangelischen Predigern.103 Kay. Mst. hat den churfürsten geschriben, sie sollen rhuebig sein, er wil mit iren rath in diser Sachen handlen an Krieg vnd mit dem von Coin verrichten, das verhoffenlich des pabst fürnemen, der ein Krieg in teutschen landen hat erweckhen wollen vnd darzu seine abgo-tier, Verfolger des euangelij, tyrannen vnd schinder der armen leut vnd bluetschender nach seinem willen geprauchen, würdet kein fürgang haben. Die lutherischen sind fridsam, geben khein vrsach zum Krieg, werden sie aber von wegen des euangelij bekriegt, sie werden sich entgegen rüsten vnd vielleicht den pabst gar zu Rom haimsuchen, den daselbst vnd in Italien sind viel guet lutherisch vnd die dem pabst füefs küefsen, halten in für den rechten antichrist. In dorso: Ist nichts geschlossen worden, dafs darauf zu beantworten sey. Beilage 2. Dalmatin und Bohorič überreichen der Landschaft in Krain Bericht und Rechnung über den Druck der Bibel in Wittenberg. Laibach 1584 April 26. (Orig. Krain. L.-A.) Wolgeborne, gestrenng, edl, vesst, genedig vnd gebiettundt herrn. Welcher maßen E. G. vnd H. sambt den anndern benachbarten zwayen ersamen vnd löblichen landtschafften Steyer vnd Khärndten, auß rechtem warem vnd christlichem eüfer daß werckh der heilligen biblien, nach welchem sich vili christen lanng vnd vili jar herr herzlichen gesönnet haben, in die slauonische sprach zu tranßferiren, zu reuidiren vnd dann auch mit gefertigter außfüerlichen instruction vnd erthaillung an den hochgebornnen fürsten vnd herrn, herrn Augusten hörzogen zu Sachsen 103 Gebhard Truchseß von Waldburg, Erzbischof von Köln, trat zu Weihnachten 1582 zum protestantischen Bekenntnis über. Das Domkapitel wehrte sich aber dagegen und begann Anfang 1583 gegen Gebhard den Krieg, der 1585 mit dem Siege des neugewählten Erzbischofs Ernst, Herzogs von Bayern, endete. Vgl. darüber M. Ritter, Deutsche Geschichte im Zeitalter der Gegenreformation I., 567 ff. vnd des heilligen römischen reichs erzmarschalchen vnd churfürsten vmb concession, auch an die churfürstliche hofräth vnd predicanten, dazue an das Wittembergische theologische collegium mit vndterschidlichen fürschrifften daußen am bewüsstem orth in trucidi zu uerfertigen angeordnet, wie auch ihre churfürstliche gnaden in Sachsen ein genedigs mandat destwegen an die vniuersitet vnd das berürte eherwierdige theologische collegium in Wittemberg gegeben, das alles ist euren gn. vnd her. auch auß fürgeloffner, vnd von vnns begerter noch dortten von vor der zeit in vndterthenigkhait übergebner außfüerlicher relation vnuerborgen. Nachdem vnns aber Gott der herr souil gnad vnd leibsstärckh verlihen, daß wir daß vili jar herr gewünschtes werkh vnnsers verhoffens zu ainem zimblichen ennde gebracht vnd nun Gott lob anhaimbs khumben, ist jezt an deme, daß eur gn. vnd herrn über numallen empfangenen vnnsern beyleüffigen, wie vnd wohin die exemplaria alle verordnet, überraichten sondern bericht, auch vnnserer destwegen entphäng vnd außgaben ain ware wissenschafft haben. Demnach E. G. vnd H. überreichen wir hiemit dieselbige vnnsere raittung in vndterthänigkhait, in der form vnd weiß, wie hernach volgt. M. Georgij Dalmatini vnd Adami Bochoritsch baider ainer er. landtschafft in Crain khirchen- vnd schuelldiener vnd zu corrigirung der slauonischen bibel verordnete von dem zähenden tag aprilis anno im 83ten, vnd aber biß auf den zähenden tag des monats martij dises 15841™, aller gemainer vnd sonnderer entphäng vnd außgaben rayttung. Emphang. Erstlichen gab vnns der edl vnd gestrenng herr Wilhelm Praunsperger von Weichslbach zum Pannouitsch ainer er. landtschafft in Crain verordneter einnember zur zehrung floren reinisch dreyhundert. Jeden per sechzig khreüzer gerechnet, id est . fl 300 k — ph — Item so emphiengen wir zu Clagenfurch auf vnnserer genedigen herren auß Crain fürschreiben gegen vnnseren destwegen gegebenen schein an der khärnerischen zu der slauonischen bibel bewilligten hülff vierhundert vnnd fünnffzig gulden reinisch, jeden per sechzig khreüzer gerait, id est.......................fl 450 k — ph — Item auf vnnserer genedigen herrn durch die herren verordnete auß Steyer anordnung stelt vnns herr Matheß Peügl, reichsphening-maistersverwalter zu Augspurg durch herrn Hannsen Lebzelter, handelsman zu Leypzig im augusto anno im 83ten zue floren reinisch tausent jeden per 60 k oder 21 meißnisch groschen gerait, id est fl 1000 k — ph — Mer macht vnns gemelter herr reichspheningmaistersverwalter durch ermelten herrn Hannsen Lebzelter Michaelis anno 83ten guett floren reinisch fünffhundert berürter rechnung, id est fl 500 k — ph — Item der herr von Sepottendorff reichspheningmaister selbs stelt vnns aber zue auch Michaelis anno 83ten floren reinisch tausent jeden per 60 k oder 21 meißnisch groschen gerait, id est fl 1000 k — ph — Mer am achten tag martij anno 84ten in Laybach lautt der herren verordneten rathschlages zu abfertigung Leonhardten Mraula vnd Joachimen Phanners emphienngen wir floren reinisch fünffzig jeden per 60 k gerait, id est........................fl 50 k — ph — Summarum aller diser Emphäng vom zöhenden tag aprilis anno 1583ten vnd biß auf den zöhenden martij dises 84ten bringet floren drey tausent drey hundert, id est.......................fl 3300 k — ph — Ausgaben. Herrn Samueln Seelfischen, buechdruckhern zu Wittemberg gebürth vmb das ganz druckherlohn über abzug der 100 fl. für correctores, innhalt aufgerichten Vergleichung, welche hiebey zu sehen, in alles zwaytausent zweyhundert achzehen fl. So wir aber zu vnnserer ersten hinaußkhunft ime dreyhundert taller par zuegestelt vnd volgundes mehrern gewahrsamb willen alle drey emphanngene possten bein reichspheningmaistern übergeben, dauon er aber nit allain zu vnnseren notturfft ainziger weiß zuruckh herauß gegeben, sondern auch des buechpindtern lohn richtig gemacht hat, sich entliehen bey abraittung befunden, das ihme in abschlag des druckherlons mehr nit inzuhendigen verbliben, alß ain tausent sechshundert sibenvnddreyßig gulden, sibenvnddreißig kr, drey phening, die wir in außgab einbringen, id est fl 1637 k 37 ph 3. Bleiben im also noch hindtersfällig fünff hundert achzig gulden zwenvndz wain zig khreüzer ain phening, die sollen ime durch ain er: Landtschafft eheist entrichtet werden. Daß buechpindterlohn von fünffhundert vier vndterschiedlicher gepundenen exemplaren, dauon hernach außfüerlichen bericht zuuernemben, ist entrichtet mit.................................fl 450 k 51 ph — Item so bringen vnnsere ainzige außgaben vermüg partikular aufzaichnuß104 vom zehenden tag aprilis anno 83ten anizt auf den zöhenden martij jezt lauffenden 1584ten jars floren sibenhundert dreyvndneunzig khreüzer viervndvierzig, id est....................fl 793 k 44 ph — 104 Siehe Beilage 3. Summarum aller gemainer vnd sonnderen außgaben bringt floren reinisch zwaytausent achthundert zwenvndachtzig, khreuzer zwelff, phening drey, alles in Meißen gebrauchter münz nach, da alzeit ainund zwanzig groschen per ainen floren, oder der österreichischen münz nach sechzig khreüzer per ainen floren gerechnet werden, id est fl 2882 k 12 ph 3 Abzug. Wann dann die emphänng vnd außgaben gegen einander gehalten vnd das weniger von dem mehrern gehöbt wierdt, bleiben wir vnnseren X genedigen vnd gebiettunden herren per cessto zuuer antwortten schuldig floren vierhundert sibenzehen, kreüzer siben vnd vierzig, phening ainen, id est..........................fl 417 k 44 ph 1 Dieses geld haben wir zu vnnserer vnuermeidenlichen notturfft vnd zu erkhauffung vnd druckh ettlicher nuzer vnd dem vatterlandt dienlichen büecher, alß nämblich ich M. Georgius Dalmatinus floren reinisch 259, khreuzer 38 vnd phening 3. vnd ich Adam Bochoritsch floren reinisch 158, khreüzer 8 und phening zwen angewendt, welches also zudem, daß ich M. Georgius Dalmatinus zuuor vnd ehe wir auß dem landt verruckht, vnd vnns auf bewüßte verer raiß erhöbt, innsunderhait hundert vnd ich Adam Bochoritsch 80 fl. rr. emphangen, vnnsere genedige herren nach bessten ihren vätterlicher vnd christlichen anordnung, wann vnd waß gestalt wir richtig machen sollen, genedigen bschaidt vnnß derwegen mitthaillen werden. Am andern so hab ich Adam Bochoritsch zwen meine fünffzehen-jährige khnaben, alß nämblichen Adamen Bochoritsch meinen sohn vnd Johannem Snoilsch, auch ainer armen cristlichen wittibe sohn, alhie auf aignen vncossten vnd ohne menigelichs entgeldt von hinnen auß Laybach vnd gar geen Wittemberg gebracht, die ich auch an die orth vnd ennd, dahin ichs zubringen alßbald willens vnd auch gebracht hette. Aber dieweill wir derselben vnnserer baider khnaben beim druckh zum ablösen, abhören, corrigiren, reuidiren, abschreiben von vnd zum truckh ains vmbs ander ohn vndterlaß zutragen vnnß notturfftigelichen vnd nüzlichen gebraucht, da wir sonst anndere vnd frembde zu disem vnd annderem nit so taugliche vnd mit schwarem vncossten hetten halten müessen, da aber dise vnnsere zwei khnaben, alß der slauonischen sprach khundige tauglicher, die auch neben anndern ihren diensten vnns für ainen guetten correctorem wolgenüzt, dann sonst vnd eher das wir gewißlichen also schieinig bey souil pressen den truckhern nit geuolgen vnd sobald ferttig sein mügen, sondern vnns vmb desto lennger daußen seumben vnd ainen vili mehrern vncossten aufflauffen heten lassen müessen, werden derwegen diese drey ersame vnd christliche landt- schafften Steyer, Khärndten vnd Crain vnd vnnsere genedige vnd gebiettunde herren den vom herrn doctore Polycarpo Leysero herab specificierten alß nämblichen 17 fl vnd 15 groschen auch das so von Wittemberg auß vnd biß geen Pfortten, so nit gar sechs floren vnd also allenthalben nit gar 24 fl bringet vnd gegen dem, so gemelte khnaben genüzt, so khlainen vnkossten nit allain genedigelichen passiren, sonder auch dieselbigen zwen arme khnaben, welche wir auf suppliciren vnd des durchleüchtigen hochgebornen fürsten vnd herrn, herrn Augusten herzogen zu Sachsen vnd des heilligen römischen reichs erzmarschalchen vnd churfürsten genedigistes consentiren gleichwol auf mein Adamen außer der notturfftigen khlaydung vnd büecher von jedem khnaben järlicher 15 fl aigen vncossten vnd aufif zway jar lang in die churfürstliche vnd wolbestelte schuell Pfortten, neben anndern herren vnd landtskhinder angebracht, ihres tails auch zu fortsezung irer wolangefanngener studia in bedennckhung, das sie khünfftigelichen, wann sie Gott der herr über leben lässt, vnnserm lieben vatterlandt zu khirchen vnnd schuellen, wie es der allmechtig Gott mit innen schickht vnd ihre qualificatio mit sich bringet, nüzlichen dienen möchten, in genedigen beuelch erhalten werden, hoffen wir vndterthänigelichen. Verer vnd nachdem die gepundene exemplare nit ainerlay furmbs, sondern ettliche zierlicher (:wie dann E. G. vnd H. in der instruction vnnß benalhe»:), ettliche aber mittelmäßiger, die dritten aber leidenlichers khauffs gebunden, damit dann auch jedlicher landtschafft ihr gebürlichs deputat vmb desto richtiger eruolgen müge. Demnnach vndzunachrichtung volgt dise vnnsere pundts halber verzaichnuß. Verzeichnuß wieuil ain iderbuechpinter mit namen deren slauonischen biblien vnd in wes furmb, auch wie theur jedes exemplar eingebunden. Erstlichen namb Seuerinus Rotter vierundzwainzig exemplaria median, pandt die ins rott leder mit goldt. Per jedes exemplar drey taller vnd zwen groschen das ist 74 groschen, bringet gulden vierund- achzig vnd zwelff groschen, id est..............fl 84 gr 12 ph — Item mer 6 median in weiß leder vnd mit pretter vnd clausuren. Per jedes exemplar ain gulden, id est............fl 6 gr — ph — Item mer acht groß cron in rott vnd schwarz leder mit prettern vnd clausuren. Per jedes gr. 26, id est............fl 9 gr 19 ph — Item mer 42 exemplaria in weiß leder mit prettern vnd clausuren. Per jedes 14 gr, id est.............................fl 28 gr — ph — Item denn gesellen zu trinckhgeldt...................fl 1 gr 10 ph — Summa des Seuerin Rotter exemplarien 80, dauon pindterlohn fl 129 gr 20 ph — Die Hannß Reinischen wittibe bande 30 exemplaria in weiß leder mit prettern und dausuren von jedem 14 groschen, bringt gulden zwainzig, vnd denn gesellen groschen zöhn vnd sechs phening, id est.......................................fl 20 gr 10 ph 6 Exemplaria 30, buechpündter lohn fl 20 gr 10 ph ‘/2. Pauli Drescher bandt 70 exemplaria in weiß leder mit brettern vnd dausuren, bringet gulden 46 groschen 14 vnd den gsellen zu trinckhgeldt gulden ainen, groschen achte, jedes exemplar per 14 gr, id est................................fl 48 gr 1 ph — Exemplaria 70, buechbündter lohn fl 48 gr 1 ph —. Dem Hannsen Zistler gab man exemplaria 85, dauon pandt er 40 etwas seüberer vnd mit gulden stöckhen. Per jedes ainen taller, daß ist per 24 gr, bringet....................................fl 45 gr 15 ph — Item mer 45 per jedes 14 gr, id est.............fl 30 gr — ph — Item denn gesellen trinckhgeld ainen taller, id est . . fl 1 gr 3 ph —• Summa Zistler exemplaria 85, buechpindterlohn fl 76 gr 18 ph —. Item Nickhel Mülner pandt ain in weiß leder mit prettern vnd dausuren 42 exemplaria, jedes per 14 gr vnd denn gesellen zuuerdrinckhen 10 gr 6 ph, bringt..............................fl 28 gr 10 ph 6 Summa Nickhel Mülners exemplaria 42, buechbindterlohn fl 28 gr 10 ph 6. Item Thomaß Reütterer bandt 70 exemplaria auch in weiß leder mit prettern vnd dausuren, jedes 14 gr vnd denn gesellen tranckhgeldt ainen taller, id est............................fl 47 gr 17 ph — Summa Reütterers exemplaria 70, buechbindterlohn fl 47 gr 17 ph — Item Michel Blueme bandt ain hundert exemplaria jedes in weiß leder mit prettern vnd dausuren per 14 gr vnd den gsellen trinkhgeldt 2 fl, id est....................................fl 68 gr 14 ph — Summa des Blueme exemplaria 100, buechbindterlohn fl 68 gr 14 ph —. Item Augustin Rinckhenfeil bandt 27 exemplaria, dauon 24 in weiß leder mit prettern vnd dausuren, jedes per 14 gr, bringet fl 16 gr — ph — Item drey median in goldt zierlich eingebunden, die auch illuminiert worden, jedes 4 taller, id est 96 groschen, bringet fl 13 gr 15 ph — Denn gesellen trinckhgeldt groschen sechzehn, id est . fl - gr 16 ph — Summa des Rinckhfeil exemplaria 27, buechbinderlohn fl 30 gr 10 ph —. Summarum diser aller eingebundener exemplaria ist 504, buechbinterlohn fl 450 gr 17 ph —. Vnd per drey exemplaria, so illuminiert worden, besünders per illumination fl 24 gr 10 ph —. Von disen 504 eingebundenen biblien gaben wir wie volgt: Erstlichen doctori Polycarpo Leysero in weiß leder mit prettern vnd clausuren (mit goldstöckhen105), gebundenes exemplar eins . . 1 Item der vniversitet zu Wittemberg in ihrer bibliothecam in weiß leder mit prettern vnd clausuren (mit goldstöckhen105) gebundenes 1 Item dem churfürsten auß Sachsen, wie vnns vnnsere genedige herren beuolhen, verehrten wir vergulter in rot leder mit prettern vnd clausuren median zierlich gepundene exemplaria sechs, deren jedes per 3 taller vnd zwen groschen gepunden, id est exemplaria . 6 Item hörzog Ludwigen auß Wierttemberg verehrten wir in namen diser dreyer löblichen landtschafften Steyer, Khärndten vnd Crain, gleicher gestalt, furmb, groß vnd pundt, wie dem churfürsten auß Sachsen exemplaria.......................................3 Item herrn Primo Trueber vberschickhten wir auch in weiß leder mit prettern vnd clausuren gebundenes exemplar auch ains . . 1 Item alhie seind verguldter median exemplaria 18, darunter 3 illu- minirte, id est...............................................18 Ich M. Georgius Dalmatinus hab in weiß leder mit pretern vnd clausuren (mit goldstöckhen105) exemplaria 3 vnd noch zway gemeine, id est................................................5 Item mer hat man alhie in denn zwayen vässern No. 9 vnd 11 gebundene exemplaria 62, darunter in schwarz vnd rot löder in silber mit prettern vnd clausuren gebundene exemplaria 8, in median vnd weiß leder mit prettern vnd clausuren exemplaria 6, in groß cron vnd weiß leder mit prettern vnd clausuren exemplaria 38 vnd allenthalben................................62 Item Leonhardt Mraula namb auch ain exemplar....................1 Summa diser eingebundenen exemplarien ist 99. Von den vneingepundenen sind außgegeben vnd noch fürhannden wie volgt: Den setzern zu Wittemberg, dem gebrauch nach geben exemplar ains 1 Item M. Eliae Opala, einem polnischen predicanten auf sein vleissiges ansuechen auch aines...........................................1 105 Bemerkung am Rande. Itera vnnserera landtsmann M. Benedicto Piroter an jezo zu Wittemberg, pürtig von Laekh, in bedenckhen, daß er etwan dem vatterlandt in predig ambt dienen möchte, sich darinnen zu yeben, auch ains 1 Item Johannj Schüzen, der heilligen schrifft licentiato, professori vnd cancelario in Wittemberg, auf sein ansuechen, auch ains ... 1 Item doctori Nicolao Selneccero, der heiliigen schrifft profesori, pastori in Leypzig vnd ecclesiarum superattendenti in Misnia auch ains .....................................................1 Item ich M. Georgius Dalmatinus namb ein vneingebundenes exemplar 1 Item der fürstenschuell zu Pfortten..................................1 Item ich Adam Bochoritsch hab vneingebundene median exemplaria zway............................................................2 Item in berürtten zway vässern No. 9 vnd 11 seind alhie exemplaria 29 Item Zachariaß Crafft, buechdruckher zu Wittemberg vnd herr Samuel Seelfisch alß Verleger des druckhs, wie ettwo bey imen der gebrauch ist, nam jeder ain exemplar, id est.................2 Summa diser vngebundenen exemplarien ist 40. Summa baider gebundener vnd vngebundener ist 139. Bleiben deren hindterstelligen alierley exemplaria noch 1361. Vnd souil E. G. vnd H. H. wir derzeit in vndterthenigkhait andeuten sollen, darauß dann E. G. vnd H. die beschaffenhait vnnsern der slauonischen bibel halber von anfanng vnd biß auf jezt ganze Verrichtung sehen vnd was hierinn verrer zuthan oder zulassen, verständige-lichen erachten mügen, so dann aber forthin zu vorauß in taxierung, an-ordnung vnd außtaillung deren exemplarien vnnsers ainfältigen berichtens von nötten werden, derwegen E. G. vnd H. vnns, alß derselben vndterthenigen dienern dessen wol zu jederzeit anzufüegen haben vnd wissen, vnd bitten nochmallen vndterthänigelich, den herrn Samuel Seelfischen seines ime ausstendigen rössts, nämblich deren 580 fl, 7 groschen vnd 9 ph, so des noch nit beschehen, mit dem eheisten zu rettung vnnsers glaubens gänzlich zuuergnüegen. Zum lezten so bitten wir auch in undterthanigkhait vnd vmb Gottes eheren willen E. G. vnd H. disen werden schaz der slauonischen bibel, vnangesehen wie vasst der sathan darweder wiettet vnd tobet, wie auch ain gar geschlechtes ansehen es bey etlichen immer hat, alle gelegenhait förnemben wollen, damit der gebrauch solcher slauonischen mit dem eheisten der armen windischen khirchen zuthaill werde. Dann es ist je gewiß vnd war, daß, dieweill der sathan zu jezigen vnd lezten Zeiten disem werckh sich so vasst widersezt, daß es auch gewißlich darauß eruolgen müesse, das ime dem satan dise slauonische bibel nit zu khlainem schaden vnd zue Zerstörung seines teüffelischen reichs geraichet, Er wurde es sonnsten wol vnangefochten bleiben lassen. Es wierdt ohn zweiffel dise slauonische bibel auch der lezte nachdruckh vnd clang des heilligen euangelij sein, dauon Christus selbst predigt, da er saget: Es wierdt (vor dem jüngsten tag) das euangelium gepredigt werden in der ganzen weldt. Dann wann wir vnns recht vmbsehen, so finden wir, das nit aliain vndter denen, so sich des cristlichen namens rüemen, sondern auch vndter den vngläubigen türckhen vnd den grausamen vnd wilden moschcouiten vnd auch wol vndter den annderen völckhern die slauonische sprach, ja vasst in der ganzen weitten weldt gängig vnd gebreüchig ist. Zwischen welchen, so dise vnnsere slauonische bibel durch die benachbarte leüth khumbt, hoffen wir zu Gott, es wierdt nit ohne grosse frucht abgeen, sonder vii menschen dardurch zum rechten verstandt des heilligen euangely vnd also zu der ewigen sähligkhait khumben. Darzue dann der allmechtig, güettig vnd barmherzig Gott vatter vnnsers herrn Jesu Christj vmb vnd von wegen Jesu Christj seines ainigen und geliebten sohns vnd vnnsers ainigen erlössers vnd sähligmachers willen, durch den heilligen geist sein gnad, crafft, sterckh vnd bestendigkhait in rechtem, warem glauben geben wolle. Amen. Vnd E. G. vnd H. wir vnnß sambt den vnnsern vndterthänigelichen thuen beuelhen. Derselben E. G. vnd H. vndterthenige diener M. Georgius Dalmatinus manu propria. Adam Bohorizh subscripsit. In dorso: 26. aprilis 84. M. Georgij Dalmatini vnd Adami Bochorizh baider ainer ersamen landtschafft in Crain khirchen- vnd schuelldiener vnd zu der slauonischen bibel correction verordneter, irer destwegen emphanngs vnd außgaben, vnd sonnst aller vom zehenden tag aprilis des 83ten an, vnd biß auf den zöhenden tag martij dises 1584ten jars beschehener Verrichtung relation. Beilage 3. Ainziger vnnd besonderer außgaben beim druk der windischen bihl, so am zehendem tag aprilis anno vnnd ime 83isten angefangen vnd am zehenden tag martij anno vnnd ime 84isten sich geendet haben, partikular aufzeichnus. (Orig. L. A. in Krain.) Ordenliche aufzeichnus der aufgelofnen zehrung vnnd anderer notwendigen außgaben beim dem druk der windischen bibl. Vnnd erstlich was wir drey Dalmatinus, Bohorizh vnnd vns zugeordnete buchdrukergesel Leonhard Mraula am hinaußreisen vom Leybach auß biß gehn Witteberg in Sachsen verzert. Den 6. tag aprilis, des nechstverwichnen 83isten jars als durch dieser einer e. landtschafft herren verordnete vnser reis hinauß vns ankündigt worden, haben wir alsbald durch eignen botten in Obererem zu befürderung vnsers Vorhabens vns vmb fuhr bewerben wellen vnnd botten lohn zalt........................fl — k 40 ph — Mehr ein wixentuch vom Andre Falchen, apoteker, das geschribne biblisch exemplum damit zu- uerwahren kaufft per.........................fl — k 20 ph — Der dreyen lande Steyr, Carenten vnnd Crein Wappen, damit vnsere biblien zu zieren, durch den Pisk nur gschlecht entwerffen lassen vnd dauon zait fl — k 36 ph — Den 18. aprilis zwey roß, das ein für mich Dalmatinum vnnd das ander für den Mraula vom Leybach biß gehn Clagenfurt, iedes vmb zweinzig bazen lohn bestanden, id est.......................fl 2 k 40 ph — Item mehr confect auf den weg kaufft per..............fl — k 8 ph — Den 22. aprilis, als wir vns in Gottes namen auf den weg erhebt, haben wir an der furt vnderm Kallenberg den förgen geben..................fl — k 8ph — Als wir diesen abent gehn Stermol zum herren Georgen vom Rain ankomen vnnd dasselbs übernacht vnnd am morgen beim frumal gebliben, auch der herr für mich Bochoritschen ein roß gar hinauß gehn Clagenfurt gelihen, haben wir kindern vnnd dem gsind zum trinkgelt außgetheilt............fl 1 k 8 ph — Den 23. dito zu Seeland über nacht mit dreyen rossen vnnd einem lauffenden botten verzert .... fl 1 k 10 ph — Den 24. dito zu Rechberg vnser drey mit drey rossen verzert...............................fl — k 38 ph — Eodem an der fuhrt bey Mechtingen über die Tray, weil die gar groß gewest vnnd zweimal fahren müssen, vrfurgelt zalt.........................fl — k 22 ph — Vnderwegen beim Prekolnik vmb ein virtl weins . . fl — k 9 ph — Den 25. dito zu Clagenfurt dem samer, der vns vnsere felesser sambt dem exemplar vom Leybach biß dahin getragen samerlohn bezalt.....................fl 2 k — ph — Eođem dem Jerin, einem laufendem botten, der den rossen vom Leybach biß gehn Clagenfurt auß-gewart, vmbs bottenlohn vnnd auch zur zerung auf die zwey roß geben.........................fl lk 9ph 1 Item Hansen Schuster, der das drite roß, so herr Jörg vom Rain mir Bochoritschen biß gehn Clagenfurt gelihen, wider zuruk gefürt, zur zerung vnnd trinkgelt geben....................fl lk — ph — Item da zu Clagenfurt haben wir drey sambt den lehenrossen vom 24isten dito am abent biß auf den 26is(en nach dem frumal im wirtshauß ver- zert...........................................fl 4k 9 ph 2 Item per Zurichtung des Wagens zu Clagenfurt auß-geben, wie volgt. Erstlich dem seyler per zwo gurten vnnd špaget fl — k 27 ph — Item satler....................................fl — k 24 ph — Dem riemer.....................................fl — k 32 ph — Item per negl..................................fl — k 4ph — Item per zwo teken...........................fl — k 48 ph — Item vmb raf...................................fl ■— k 19 ph — Item mehr vmb špaget..........................fl — k 3 ph — Den 26isten dito zu Dirnfeld haben wir drey über nacht verzert........................................fl — k 36 ph — Item an der maut, als wir vom Dirnfeld auf Newmarkt gefahren sein, geben...........................fl'— k 2 ph — Den 27. dito zu Newmarkt in Steyr übers frumal . . fl — k 38 ph — Denselben abent zu Vnzmarkt.......................fl — k 39 ph — Mehr betgelt vnnd dem gsind trinkgelt.............fl — k 4ph — Den 28isten aprilis zu Judenburg übers frumal vnnd nachtmal........................................fl — k 38 ph — Item dasselbs für den furman auch bezalt..........fl — k 26 ph — Den 29. aprilis zu S. Lorenzen vnder Knitelfeld übers frumal.......................................fl — k 30 ph — Eodem zu Leuben über nacht........................fl — k 36 ph — Den 30isten dito zu Kapfenberg vbers frumal .... fl — k 30 ph — Eodem zu Kriegle über nacht.......................fl — k 57 ph — Den 1. maij zu Schadwien in Österreich übers frumal fl — k 30 ph — Zu Neunkirch über nacht...........................fl — k 36 ph — Item trinkgelt außgeben...........................fl — k 4 ph — Den 2. dito zu Mutmansdorf für bottenlohn vnnd trinkgelt..................................fl — k 20 ph — Den 3. maij zu Dreskirch übers frumal.............fl — k 22 ph 2 Den 4. dito zu Wien den clagenfurterischen furman abgefertigt vnnd vermög seines Scheins hiebei mit Nr. 1 verzeichnet, furlohn sambt dem wartgelt bezalt.........................................fl 25 k 50 ph — Item von driten maij am abents, biß auf den sibenden am morgens (weil wir ehe zu keiner fuhr komen mögen) wir drey sambt dem clagenfurterischen furmann zu Wien verzert....................fl 6 k 43 ph — Den 7. dito am Taber brugkgelt zalt...............fl — k 6 ph 2 Item zu Gleizersdorf wir drey sambt dem furman . fl — k 48 ph — Eodem zu Gundersdorf über nacht sambt den gutschi fl — k 46 ph — Den 8. maij dito zu Wiskopiz in Marhern sambt dem furmann übers frumal verzert...................fl — k 54 ph — Eodem zu Trebiz über nacht sambt dem gutschi . . fl 1 k 8 ph — Zu Kameniz den 9. maij sambt dem gutschi .... fl — k 44 ph — Zu teutschen Brod sambt dem gutschi über nacht . fl 1 k 16 ph — Den 10. dito zu Zeslaw übers frumal mit dem gutschi fl — k 48 ph — Eodem vnder wegen vmbs pyer...........................fl — k 5 ph — Item zu Cholin über nacht sambt dem gutschi ... fl — k 42 ph — Den 11. dito zu behemisch Brod übers frumal sambt dem gutschi..................................fl — k 43 ph — Diesen abent seind wir gehn Prag ankomen vnnd volgenden 12. tag wegen anderer fuhr alda beim Hans Türken verbliben, vnnd wir drey verzert . fl 2 k 21 ph — Zu Prag haben wir den gutschi, der vns von Wien biß dahin gefürt, abgefertigt vnnd zalt .... fl 12 k 6 ph — Den 13. maij zu Weibern wir drey sambt dem gutschi übers frumal ....................................fl — k 44 ph — Item zu Leitmeriz über nacht..........................fl — k 48 ph — Item mehr die fuhr von Prag biß dahin bezalt ... fl 2 k 48 ph — Den 14. dito sein wir aufs schiff gsessen vnnd zu Aussig übers frumal verzert....................fl — k 18 ph — Eodem zu Schendaw übernacht...........................fl — k 21 ph — Den 15. dito zu Pirna übers frumal....................fl — k 27 ph — Den 16. dito zu Dresden haben wir die schifleut, so vns von Leytmeriz dahin gefürt, abgefertigt vnnd für vns drey bezalt.................................fl 3 k 10 ph — Zu Dresden haben wir im wirtshauß kein malzeit bezalt, den ihr churf. gnaden zu Sachsen vns außgelöst mit fl 8 gr 12 ph 8. Daneben aber haben wir daselbst erstlich einem guardiknecht am statthor, der vns ins wirzhauß gewisen vnnd einem andern, der vnsere velesser vom schiff helffen tragen, geben............... Item in Abzug knechten vnnd dirnen trinkgelt . . . Den 18. maij zu Meissen übers frumal................ Eodem zu Milwerg übers nachtet...................... Den 19. maij zu Torgaw übers frumal................. Zu Pretin vbernacht im schiff....................... Den 20isten dito sein wir vmb zwey vhr nach mittag gehn Witteberg ankomen vnnd im wirtshauß biß auf den 23iste" bliben, haben wir drey über sechs malzeiten verzert........................ Dasselbs haben wir auch den schifman, der vns von Dresden biß dahin gefürt, abgefertigt mit. . . Summa dieser ainzigen außgaben von Leibach auß piß gehn Wittemberg, das ist vom zehenden aprilis vnnd vnzt auff den zwen vnd zweinzigisten maij alles des 1583isten a. fl 100 k 14 ph 3. Weytere aufzeichnus, was im druk der windischen Witteberg außgeben worden. Erstlich, als wir hin kamen, kaufften wir zwey buch papyr per ..................................... Darnach, als wir den 23.isten maij beim herrn doctor Polycarpo Leysero in die Kost eingetreten, haben wir seiner hausfrawen, die gleich in wochen gelegen, auf die wiegen verehrt 2 ducaten Item dem Pauln, satler von Leybach, bey dem wir das erstmal vom Witteberg an die herren ainer e. landtschafft in Crein verordnete geschriben, wartgeld geben................................. Den 12. junij den sezern vnnd drukern in des Crafften drukerey ihrem gebrauch nach introitum geben Den 15. junij kaufften wir ein riß frankfurter schreib- papyr per ..................................... Den 24.'sten dito dem herren rectori magnifico pro inscriptione......................................... fl — k 8 ph — fl — k 12 ph — fl — k 36 ph — fl — k 27 ph — fl — k 39 ph — fl — k 35 ph — fl 3 k 42 ph — fl 3 k 56 ph — bibl von vns zu fl — gr 4 ph — fl 3 gr 10 ph 6 fl 1 gr — ph — fl — gr 6 ph — fl 1 gr 19 ph — fl — gr 6 ph — Den 6. julij vmb spagat geben........................fl — gr — ph 6 Den 22. julij einem botten von Leypzig, der vns vom Lebzelter vnserer gnädigen vnnd G. herren, der herren verordneten in Crein brief gebracht fl — gr 6 ph — Den 25. julij den buchdrukergsellen, damit sie desto vleissiger wären, geben ins pyer...............fl — gr 2 ph — Den 2. augusti haben wir drey emer weins, witteberger maß, kaufft per................................fl 16 gr - ph — Den 9. augusti den drukern abermal ins pyer geben fl — gr 2 ph — Den 10. dito drey füderlein holz kaufft per .... fl 1 gr 5 ph 8 Dauon zu hawen geben...............................fl — gr 2 ph 2 Den 13. augusti beim Lehman den drukern vmbs pyer geben...................................fl — gr 2 ph — Eodem ein tintenzeug kaufft per....................fl — gr 4 ph 5 Item von wegen der sterbenden leuff vmb angelica vnnd bibernella................................fl — gr 4 ph 6 Item gehn Blesem zweymal zu herrn Listenio, churfürstlichem hofprediger gefahren, das erstmal dem gutschi zalt 4 g, das andermal 7, id est . fl — gr 11 ph — Item ein virte tallers in vnsere brief eingeschlossen die schreiben auf vnsere gnädige herren lautend aus Henzenthal in Österreich gehn Wien zufürdern......................................fl — gr 6 ph — Den 29. augusti, als wir beede von der uniuersitet zu Witteberg hinauß auf ein dorff zu ihrer rustication geladen gewest, dem gutschi, der vns hinauß gefürt, zuuertrinken geben...............fl — gr 1 ph 6 Den lezten augusti vmb kerzen geben...................fl — gr 1 ph 6 Den 3. september abermal in des Lehmans drukerei den gsellen vmbs pyer...........................fl — gr 2 ph — Den 10. September in der armen Studenten büchsen fl — gr 3 ph — Den 21. september ein füderlein holz kaufft per . . fl — gr 10 ph 6 Item mehr ein füderlein per...........................fl — gr 8 ph 3 Dasselbig zu haken und auf zu tragen..................fl — gr 2 ph 3 Den 24.'sten september mehr ein riß papyr kaufft per il 1 gr 3 ph — Den 30.!sten sept. hab ich Dalmatinus Hansen Zistler, buchbinder ein kind auß der tauf gehebt vnnd der kindbetterin ins kindlbet verehrt .... fl 1 gr — ph — Item mehr an selben tag vmb kerzen geben .... fl 1 gr — ph —- Mitteilungen des Museal Vereines für Krain. Jahrg. XVII, H. III u. IV. 10 Den 12. octob. sein wir beede gehn Leypzig wegen hinauß verordneten 1500 fl gefahren vnnd verzert, Erstlich einem vergebnem gutschi, der vns hinüber gefürt, geben...................................fl Item zu Tüben über nacht.............................fl Für den fuhrman dasselbst............................fl Item betgelt.........................................fl Zu Leypzig verzerten wir vom sontag am morgens biß auf den montag nachmittag...................fl Vmbs pyer dasselbst..................................fl Am zuruk reisen den 14. octob. wider'zu Tüben über nacht...........................................fl Dem fuhrmann, der vns hinüber gefürt...............fl Den 24. octob. dem hafner, der vns die ofen gebessert fl Item dem tischler, der vns an den thüren vnnd fenstern wider die kelte was gebessert ... fl Mehr drey füderlein holz kaufft, das ein per 7 gr 3 ph, das ander per 11 gr 3 ph vnnd das drit auch per 11 gr 3 ph; id est..........................fl Fürs haken und auftragen.............................fl An s. Mertensteg als (gottlob) vnser bibl den sambstag zuuor gar außgedruckt ist worden, haben wir mit rath des theologischen collegij dem gebrauch nach in des Crafften drukerey auf vier sezer, sechs druker, vnnd zwen schmozen, so alle an dem werk vleissig gearbeyt, exitum oder zuuertrinken geben.........................fl Desgleichen beim Lehman, der auch an diesem werk gedrukt, auf drey sezer, drey druker vnnd zwen schmozen..............................fl Den 12. novemb. mehr vmb kerzen.................fl Item vmb kien zum einheizen.....................fl Item zum andermal ein tintenzeug kaufft per ... fl Am 23. novemb. per holz geben 28 gr vnnd 3 ph; item dem holzhaker 3 gr 6 ph vnnd vmb kien 6 ph; id est...............................fl Item wir haben auch drey biblien denen dreyen ehrsamen landtschafften zuuerehren, illuminiren lassen vnnd dauon zalt.....................fl Item den 28. novemb. einem armen studioso .... fl empfahung der wie volgt: 1 gr 9 ph — — gr 8 ph — — gr 3 ph 3 — gr — ph 6 2 gr 10 ph — — gr 3 ph 2 — gr 14 ph — 3 gr — ph — — gr 2 ph - — gr 1 ph 9 1 gr 9 ph 9 - gr 3 ph 3 4 gr 20 ph — 2 gr - ph - — gr 19 ph — — gr 3 ph — — gr 6 ph - 1 gr 4 ph 3 24 gr 10 ph — - gr 6 ph — Item als etliche vnsere landtsleut vns heimgesucht, haben wir extraordinari vmb wein vnd sonst geben.........................................fl — gr 18 ph 8 Auf des herrn Seelfischen hochzeit zur Verehrung für vns beede geben 2 fl vnnd spilleuten 2 gr . . fl 2 gr 2 ph — Item mehr vmb wein extraordinarie.............fl — gr 6 ph — Den 5. decemb. vmb kerzen......................fl — gr 12 ph — Den 7. decemb. einem armen magistro Sigefrido Laeber auf sein ansprechen geben..............fl — gr 6 ph — Den 11. decemb. per holz 19 groschen 3 ph per kien 1 gr, dem holzhaker 2 gr 6 ph; id est alles . fl 1 gr 1 ph 9 Item dem herrn d. Polycarpo Leysero das cost-gelt von vns dreyn vnnd vnsern zweyn kneben von 31 wochen (vermög seines außzugs) bezalt fl 159 gr 10 ph — Mehr zum abzug (weil herr doctor von zweyen stüblein vnnd camera von vns kein zins begert) seiner hausfrawn verehrt......................fl 7 gr — ph — Mehr des M. Antonij Euonimi auß Carenten braut, der vns zur hochzeit geladen, beede verehrt ein ducaten in gold...........................fl 1 gr 15 ph 9 Item der Reichardin vermög ihres außzügels für die lehenbet acht taller..............................fl 9 gr 3 ph — Item einem studioso mit namen Dominicus, der vns etliche observationes in die teutsche bibl, auch vnsern kirchen dienstlich, abgeschrieben, geben fl 1 gr 3 ph — Desgleichen auch m. Vito...............................fl 1 gr — ph — Des herrn doctors zweyen puben.........................fl — gr 10 ph — Item dreyen mägden, die vns die bet gemacht . . fl 1 gr 12 ph — Item seinen zweyen kinderlein zwen vintin oder marrellen.....................................fl — gr 11 ph 2 Item mehr vmb zwen kasten zu den exemplaren, so dem churfürsten präsentirt vnd dem herzogen zu Wirtemberg überschikt worden...............fl — gr 16 ph — Item des Seelfischen zweyen dienern, die alle vnsere biblien in vasser eingemacht, geben zu uertrinken fl — gr 15 ph — Item an s. Johans abent der schulcantorey..............fl — gr 12 ph — Mehr vermerkt, was wir zwen sambt dem Leonhard Mraula von Witteberg auß biß wider gehn Leybach verzert vnnd sonst wegen befürderung der exemplar außgeben. 10* Den Iezten decemb. des 83isten jars haben wir vns in Gottes namen von Witteberg nach Leypzig erhebt vnnd zu Taben sambt dem gutschi über nacht verzert..............................fl 1 gr 4 ph 4 Am newen jarstag des eingeunden 84istcn jars bey Eylenburg in einem dorf vbers frumal .... fl — gr 12 ph 3 Dem gutschi von Witteberg biß gehn Leypzig das fuhrlohn bezalt.................................fl 8 gr 4 ph 8 Zu Leypzig haben wir drey sambt zweyen vnsern knaben vom ersten januarij am abents biß auf den 9. dito allenthalben verzert...............fl 26 gr 16 ph 7 Zu Leypzig mehr vmb grob leinbat, vnsere drey kasten mit vergälten büchern zu verwahren, geben...........................................fl — gr 16 ph — Vmb strik darzu.......................................fl — gr 11 ph — Den pallenbindern vmbs einbaken.......................fl — gr 11 ph — In der wag das waggeld................................fl — gr 1 ph — Item vmb wagzeichn....................................fl — gr 2 ph 6 Den tregern vom kleinen trühlin...................fl — gr — ph 6 Den ziehern von 13 vassern mit vnsern büchern auß des Selfischen herbrig in des herrn Lebzelters Verwahrung zuschlapfen geben...................fl 1 gr — ph — Des Lebzelters dienern, damit er auf gedachte vnd die ander vnser vasser besser achtung geb, geben fl — gr 10 ph — Den 5. januarij Gregor Strauben von Chemniz aufs furlohn von dreyen vassern von Leypzig biß gehn Linz zulegen auf rattung geben............fl 24 gr — ph — Item mehr von dreyen kasten mit büchern, so sechs zenten wegen, Andreen Graubner von Marienberg das furlohn von Leypzig biß gehn Wien bezalt.........................................fl 13 gr 15 ph — Item Jorgen Fischer, buchfürer von Nürnberg, geben von dem trüchlein, darin die biblien an herzogen zu Wirtemberg von Leypzig biß gehn Nürberg vnnd dan fort nach Tübingen hem Primo Trubero zu zufürdern, auff rattung geben................fl 1 gr — ph — Item mehr vmb strik dasselbig trüchl einzupaggen . fl — gr 3 ph — Item vmb confect auf den weg..........................fl — gr 7 ph — Den 9. januarij zu Naumburg über nacht sambt dem gutschi vnnd rossen verzert.....................fl 3 gr 7 gr 8 Den 10. jan. zu der Pforten für den gutschi im wirtshauß übers frumal zalt...................fl — gr 14 ph 8 Denselben abent widervmb zu Naumburg über nacht sambt dem gutschi vnnd rossen.................fl 2 gr 15 ph — Den 11. jan. zu Zeiz, do wir grösser güß vnnd wasser halber den halben tag stil ligen müssen, übers frumal und nachtmal sambt dem gutschi vnnd rossen verzert................................fl 2 gr 15 ph 4 Den 12. jan. zu Aldenburg übers frumal sambt dem gutschi vnnd rossen verzert....................fl 1 gr 5 ph 3 Item denselben tag vnnd in der nacht zweyen poten, die vns an vnderschidlichen orten den weg gewisen vnnd in bösem weg außgeholffen, geben fl — gr 5 ph 3 Item dem thorwart zu Penik, der vns vmb mitnacht das stattor geöfnet............................fl — gr 2 ph — Zu Penik über nacht vnnd an morgens übers frustuk sambt dem gutschi vnnd rossen..................fl 3 gr 4 ph — Zu Chemniz dito über nacht..........................fl 2 gr 14 ph 8 Dasselbst dem Gregor Strauben geben per furlohn von der truhen, darin die biblien an den churfürsten zu Sachsen von Leypzig biß hin ... fl — gr 9 ph — Den 14. vnnd 15. januarij haben wir drey sambt dem gutschi vnd rossen zu Augustusburg verzert . fl 5 gr — ph 6 Item zweyen tregern den kästen mit biblien auf die Augustusburg auß der herbrig zu tragen, geben fl — gr 2 ph — Den 15. jan. zu Marienberg über nacht sambt gutschi vnnd rossen....................................fl 2 gr 20 ph 2 Den 16. dito zu Cornata übers frumal sambt furman vnnd rossen.................................fl 1 gr — ph — Zu Plasche über nacht sambt dem gutschi vnnd rossen fl 2 gr 3 ph — Den 17. dito zu Laun übers frumal................fl 1 gr — ph — Item denselben abent in der nacht den fürspanern, die vns auß bösem weg geholffen, geben ... fl — gr 8 ph — Item zu Trebisch über nacht sambt dem gutschi vnnd rossen.................................fl 2 gr 1 ph 9 Den 18. dito zu Schlaun übers frumal sambt dem gutschi vnnd rossen.........................fl 1 gr 3 ph 6 Item einem poten, der vns den Weg gewisen ... fl — gr 2 ph — Zu Prag vom 18. tag dito biß auf den 20istennach dem frumal haben wir drey sambt dem leypzigischen gutschi, dem ein roß krump ist gewest worden, verzert...........................................fl 9 gr — ph — Den 20. dito mit gedachtem leypzigischen furman abgerechnet vnnd ime das furlohn bezalt, nemblich................................................fl 18 gr — ph — Summa dieser ainzigen außgaben, so in Wittembergkh vnd dan aber von Wittembergk auß vnd piß gehn Prag, das ist vom 23. tag maij des 83'slen vnd vnzt auff den 20. januarij des 84 jars beschehen, ist in österreichischer münz fl 404 kr 36 ph —. Den 20isten dito zu Jesseniz vber nacht verzerten wir drey.........................................fl — k 26 ph — Den 21isten zu Peneschaw übers frumal..................fl — k 30 ph — Zu Vokiz über nacht....................................fl — k 37 ph — Den 22isten zu Plaun übers frumal....................fl — kllph — Zu Romaschla über nacht................................fl — k 19 ph — Den 23isten zu Rineschek übers frumal..................fl — k 49 ph 1 Zu Rudoliz über nacht..................................fl — k 14 ph 1 Den 24!sten zu Turnaw übers frumal...................fl — k24ph — Zu Langaw über nacht...................................fl — k 27 ph — Den 25'sten zu Pulka übers frumal......................fl — k 24 ph — Zu Holobrun über nacht.................................fl — k 48 ph — Den 26. dito zu Geiersdorff übers frumal...............fl — k 32 ph — Zu Hauzenthal über nacht...............................fl — k 50 ph — Den 27.iste" zu Stokoraw übers frumal sambt herrn Vrban Heinbucher, pfarern zu Hauzenthal, der vns biß dahin beleyt hat, verzehrt..........fl — k 48 ph — Vmb die schiffahrt von denen biß gehn Wien ... fl — k 14 ph — Item vnsere vellesser vom gstad in die stat Wien zutragen.......................................fl — k 18 ph — Zu Wien vom 27.isten dito biß auf den 29.istt:n nach dem frumal verzerten wir drey beim Paul Kradi fl 2 k 10 ph — Item zu Wien den prager gutschi abgefertigt vnnd das fuhrlohn biß dahin bezalt..................fl 18 k 35 ph — Den 29.'sten dito zur Neuestat vber nacht vnnd den 30 isten übers frumal verzert...............fl 1 k 42 ph — Den 30'sten zu Glokniz über nacht.................fl — k 54 ph — Den 31'sten zu Schadwien (weil wir auf fürspaner warten müssen) übers frumal.................fl — k 30 ph — Zu kriegle über nacht.............................fl — k 34 ph — Den 1. feb. zu Kimberg übers frumal...............fl — k 30 ph — Zu Brugk an der Mur über nacht....................fl 1 k 4 ph 2 Den 2. feb. zu Leuben übers frumal................fl — k 45 ph — Zu S. Lorenzen über nacht.........................fl — k 42 ph 2 Den 3. feb. zu Judenburg übers frumal.............fl ■— k 46 ph — Zu Vnztmarkt übers nachtmal.......................fl 1 k 22 ph 2 Den 4. feb. zu Newmarkt übers frumal..............fl — k 40 ph — Zu Hürte über nacht...............................fl 1 k — ph — Den 5. feb. zu S. Veit übers frumal..............fl lk 6ph — Item einem Wegweiser von S. Veit biß gehn Tanzeberg im bösem weg................................fl — k 6ph — Item denselben tag bey Tanzenburg zweyen andern, die den wagen, der zerbrochen gewest, helffen machen, vnnd auß dem bösen weg vns auf ein bessern gewisen.............................fl — k 4 ph — Zu Clagenfurt den 5. feb. über nacht vnnd den 6. übers frumal sambt dem newstetterischem furman ver- zerten wir...................................fl 2 k — ph 2 Item dem newstetterischen furman das furlohn von Wien biß dahin bezalt........................fl 26 k 40 ph — Den 6. feb. am hamer vnderm Leubel über nacht . fl — k 43 ph 2 Den 7. feb. zu Newmarktl übers frumal...........fl — k 24 ph — Dem Furman, der vns von Clagenfurt biß gehn Leybach gefürt, zalten wir...................fl 7 k 20 ph — Mehr den 9. martij dieses 84isten jars haben wir mit Leonhard Mraula buchdrukergsellen abgerechnet vnnd ime sein wochenlohn von 43 wochen bezalt, alwegen von einer wochen ein goldkronen per 92 k zu rechnen; id est.....................fl 65 k 56 ph — Item ich Dalmatinus, vmb das ich ine Mraula zuuor vnnd ehe wir hinauß verreist von dieses werks wegen in meiner kost aufgehalten fünf wochen vnnd hernach als wir heim körnen, biß er aus-zalt ist worden, wider ein wochen, rechne für ein wochen 1 fl; id est.....................fl 6 k — ph — Item den 10. martij herrn Hansen Pfaner von wegen der dreyen truhen mit büchern, furlohn vnnd andern vncosten von Wien biß gehn Villach vermüg außzugs hiebey bezalt................fl 16 k 35 ph 2 Item einem botten, der mir Dalmatino vom Andre Nastran von Assling einen brief gebracht wegen obgedachter truhen, geben........................fl — k 4ph — Item deren taller, die wir alhie in vnserer zehrung zu 75 k eingenomen, haben wir neunzehen vnderwegen nit höher anwerden mügen als per 70 k; id est der abschlag................... Item die ganze zeit draussen zu Witteberg vnnd vnderwegen vnsere gerath waschen lassen vnnd einziger weiß außgeben...................... Item mehr haben wir draussen ein deutsche bibl zu vnserm gebrauch kaufft, welche wir alhie in vnser kirch (weil keine drin) gelegt, die gestehet fl 1 k 35 ph — fl 4 k 15 ph — fl 3k 30 ph — Item auf dieser ainer e. landschafft in Crain secretarien herrn Casparn Gotscheers begern haben wir draussen seinem bruder Stephano, der zu Leypzig studirt, in dreyen posten fürgstrekt..............fl 43 k — ph — Item ime herrn secretario bücher kaufft laut ime zugstelten außzugs per............................fl 18 k 12 ph — Diese beede posten nemblich 61 fl 12 k wird herr secretari ainer e. landtschafft richtig zumachen wissen. Summa dieser ainzigen außgaben, so von Prag auß vnnd wider biß gehn Laybach das ist vom 20!sten tag januarij vnnd vnzt auf den 10. tag martij alles dieses 1584.isten jars beschehen, bringt fl 236 k 38 ph 1. S. summarum aller dieser ainziger außgaben, so von Laybach auß vnnd wiederumb gehn Laybach, das ist vom 10. tag apr. anno 83. vnnd vnzt auf den 10. tag martij dieses 84‘sten jars beschehen, id est fl 741 k 29 ph —. Item mehr hieher zusezen erstlichen, das wir außgeben per clausuren..................................fl 5k — ph — Item von 363/4 z. vnnserer bücher von Witteberg gehn Nürnberg zufüren furlohn bezalt................fl 47 k 15 ph — fl 52 k 15 ph — S. summarum id est fl 793 k 44 ph —. Von den Auszügen, die im Partikularverzeichnis erwähnt werden, . ist von einiger Bedeutung nur folgendes: Verzaichnus, was die wirdige, wolgelerte baide herren m. Georgius Dalmatinus vnnd Adamus Bochorizsch sambt dem Joanne Jacobo Reiner vnnd Leonhardo Mraula, auch andere zweien jungen vnnd also sechs persohnen bey mir d. Polycarpo Leisern alhier zu Wittemberg von der 23. may ahn biß auff den 26. dec. dises 83ten jars verzehrt haben: 1. die vier erste persohnen ein vnnd dreißig wochenn gespeiset, ein jede die wochenn vmb einenn güldenn, machet die. ganze zeit...............................124 fl — gr 2. die zween knabenn, ernenn die wochenn gespeiset vmb 6 g, machet für baide die ein vnnd dreißig Wochen 17 fl 15 gr 3. den beidenn herrn von dem 23. may biß auff den 3. aug. täglich geraicht zwo kannen weins, die kannenn vmb drey g., sind drey sibenzig tag, jeden tag 6 groschen, machet................................................. 20 fl 12 gr 4. hernach von den 10. nov. biß auff den 26. dec. ihnenn die kannenn weins gegeben vmb dritthalbenn groschen, sind siben vnnd vierzig tag, jeden tag 5 groschen, machet................................................. 11 fl 4'gr 5. für die habitation rechne ich den herren nichts, sondern bitte sie wollen von alter vnnd newer kunndtschafft wegen mit mir fürlieb nemmenn........................ — fl — gr 6. für ein betth, darauff zwen gelegenn, wie andern also auch meiner hausfraw gegebenn........................... 3 fl — gr 7. für die gasterey zum valete auff zwen tisch.............. 8 fl — gr 8. für wein zur gasterey vnnd die vbrige tag, so sie alhier verblieben, 50 kannen machet.................. 6 fl — gr Summa alles zusamen ist . 190 fl 10 (gr Dises alles ist den lezten tag des 83ten jars mir zu getrewen handen erlegt worden. Policarpus Leiser m. p (Vgl. darüber Dimitz, Beiträge I im Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte des Protestantismus in Österreich 1883, S. 66.) Beilage 4. Blatt la. Titel: BIBLIA, TV JE, VSE SVE-TV PISMV, STARIGA inu Noviga Teftamenta, Slo-venfki, tolmazhena, fkufi JVRJA DALMATINA. S3i6el I ba§ ift | bie gern» Ijeilige ©grifft | S35mbifd). [Zierat] ©ebntdt in ber ©ljitrfürft(icf)en ©ädjftfdjett ©tobt SBtttemBerg | durch Hans Kraffts Erben. ANNO M.D.LXXXIIII. [In der Randumfassung] äßittemberg Stimo ©ui 1584 Jesa. 8. Ad LEGEM magis & ad TESTIMONIVM. Quod fi non dixerint iuxta verbum hoc: non erit eis matutina lux. Bl. 2a — 5b. Vorrede an die Stände der drei innerösterr. Lande. Bl. 6a — Bl. 26b. Gmain Predgovor zhes vso sveto biblio. Bl. 27a — Bl. 31a. Predgovor zhes stari testament D.M.L. BI. 3 lb. BVQVE STARIGA TE- j| ST AMENTA XXIIII. || BI. 32 b. - BI. 49b. REGISTER ZHES VSO BI- || BLIO, VSEH IMENITNISHIH IMEN, || inu potrebnishih navukou inu rizhi. || BI. 49b. Kol. 2. KONEZ TIGA REGI-1| ftra zhes Biblio. || Bl. 50a leer. Bl. 50b. Holzschnitt (Erschaffung der Eva) mit dem Monogramm des Holzschneiders Holzschnitten vorkommt. hB 1550 das auch auf einigen anderen Bl. 51a. [mit der Sign. A. und der Blattzahl 1.] PERVE MOSESSOVE || BVQVE, GENESIS IME-1| novane, Judou- ski. Breshith. || Schließt : Bl. 384a [mit der Blattzahl 334]: Salomonove Viffoke pejfni konèz. || Bl. 384 b leer. 2. Teil: Bl. la. Titel: SVETI PREROKI, V’ SLOVENSKI Jefik tolmazheni, SKVSI JVRJA DALMATINA. [Zierat] Actorun X. Jesufu Criftufu prichovanje dajo vfi Preroki, de Skusi njegovu Ime, imajo vfi odpufzhanje grehou prejeti, kateri v’ njega verujo. WITEBERGÌE Anno M. D. LXXXIIII. Bl. 1 b leer. BI. 2a - Bi. 6 a. PREDGOVOR ZHES || VSE PREROKE.|| Bl. 6b leer. BI. 7 a [mit Sign. A. u. Blattzahl 1] : JESAIAS PREROK. |j Schließt BI. 216 a [mit der Blattzahl 210]: VSEH BVQVI STARIGA j| Teftamenta Konèz. || Samimu GOSPVDV Bogu bodi vfa zhaft inu hvala, sdej tar vekoma, || sa tako dobruto, dana, Amen. || BI. 216b leer. 3. Teil. Bl. 1 a. Titel: NOVI TESTAMENT: TV JE, téh Svetih Evangeliftou inu Apoftolou, Buqui inu Lystuvi : Slovenfki SKVSI JVRJA DALMATINA [Zierat] JESA: III. Koku fo na Gorrah lubesnive noge, téh poflanih, kateri myr osnanujo: od dobriga predigujo isvelizhanje osna-nujo, kateri pravio k’ Zionu: Tvoj Bug je kraji. WITEBERGZE, Excudebant haredes Johannis Cratonis. ANNO M.D.LXXXIIII. Bl. lb leer. Bl. 2 a [mit der Sign. Alt und Blattzahl 2]: PREDGOVOR ZHES j| NOVI TESTAMENT. || D. M. L. || Schließt Bl. 151a [mit der Sign. Cr]: NOVIGA TESTAMENTA INV I Biblie, tu je, vfiga fvetiga pifma Konèz. || Samimu Gofpudu Bogu bodi vfa zhaft tar hvala, sdaj || inu vekoma dana, Amen. || Bl. 151b — 159 b Register Teh Epistel inu Evangeliov . .. Schließt Blatt 159 b. KONEZ. |[ Wittemberg. || ©ebrudt | burd) ffrajft? Erben | || Qm Qafjr 1584. |[ — F°, rom. Type, 50 nichtnum. + 334 numerierte Blätter [mit der Blattzahl 1 — 334] + 6 nichtnum. 210 num. Blätter [mit der Blattzahl 1—210] + 150 num. (2 — 150) + 9 nichtnum. Blätter, mit Signaturen, Kustoden, gew. zu 55 Zeilen. Die Titelblätter in Randumfassung mit Holzschnitten aus der heiligen Schrift, mit Typen in vier Größen, mit zahlreichen 6- bis 7zeiligen Holzschnittinitialen, Holzschnitten im Text, Überschriften, Kapitelüberschriften, Randsummarien mit Bibelzitaten; das Haupttitelblatt 1., 6., 7. und 9. Zeile und Jesa 8. rot gedruckt. Zweites Titelblatt: 2., 6., 7. und 11. Zeile rot gedruckt. Drittes Titelblatt: 1., 2., 7., 8. und 12. Zeile und Jahreszahl rot gedruckt. Kleine Mitteilungen. Eine «Newe Zeitung* über Hans von Lenkovič und den Rittmeister Lamberger. Von Dr. Friedrich Ahn. Unter den zahlreichen Flugblättern des 16. Jahrhundertes, welche die wichtigsten Ereignisse der damaligen Zeit in gedrängter Kürze dem dafür dankbaren Publikum meldeten, spielen die «Newen Zeitungen» eine hervorragende Rolle. In erster Linie sind die Berichte über das Vordringen und die Grausamkeit des Erbfeindes der Christenheit in dieser Zeit zahlreich gewesen. Namentlich in den dem ungarischen Kriegsschauplätze zunächst gelegenen Städten ließen die Druckereien eine große Anzahl derartiger «Newer Zeitungen» über das siegreiche Vordringen oder über den tapferen und erfolgreichen Widerstand der Glaubensbrüder erscheinen, welche reißenden Abgang fanden und vielfach nachgedruckt wurden. Um so gesuchter waren diese Nachrichten, wenn der Erbfeind den kürzeren zog und mit großen Verlusten zurückgeschlagen wurde. Einen solchen Bericht, in dem zwei hervorragende Krainer eine Hauptrolle spielen, fand ich in der Nationalbibliothek in Budapest, und da diese «Zeitung» meines Wissens noch nirgends publiziert wurde, lasse ich dieselbe im Wortlaute folgen. Dazu füge ich noch eine kurze bibliographische Beschreibung. Wo diese «Zeitung» erschienen ist und wer dieselbe gedruckt hat, konnte ich leider nicht ermitteln. Bl. i a Titel: », v Nawe Zeittunge: Aus dem Landt zu Hungern | Wie die vnseren dem Türcken etzlich Krieges Volek abgeschlagen vnnd gefangen | Auch viel gefangener Christen | sampt dem Vorrathe | so sie bey jhnen gehabt | erobert haben. Anno 1557. Darunter ein Holzschnittkreis mit einem Türkenkopf, herum: DY . STERCK . GOTTES IST . ALLER . MENSCHEN . SIGEL . . . 1530. Bl. ib leer. Bl. 2 a [m. d. Sign. A,,]. [E]S seind gestriges tages ! li nachfolgende Zeittunge I dauon I! die von Koenigk. May. mir zum ]| teil selbst I zum teil jrer Maiestat II Krieges Rethe I nach folgende be II rieht gethan. !| Nemlichen | Nachdem der von Lencko- II witz | Oberster in der Wendischen Marek | mit || vier hundert Deutschen | vnnd ein hundert || Hussern zum meisten | einen streiff nach des II Türcken Land | der meinunge ! sich eines Rau |l bes zuerholen | zu thun | im Vorhabens gewe II sen | Das jme eine kuntschafft vber die an der II einkommen | das die Türcken der gegendt I II starck zusammen zügen i Wie dann erfolget I das II sie viel armer Leutte | vnnd derselben Viehe | |! vnd anders hinwegk füren wollen. II Als hat der Lenckowitz viertzig pferde | || etwas weit in das vor-drab vorordnet I die na- || hende auff die Türcken gestossen | Nachdem l| aber die viertzig pferde jhren abzugk one scha || den | weil die Türcken so nahendt I nicht thun || mügen | Als haben sie jren vortheil | zwischen II zweien zeunen eingenommen | vnnd die Ord- II Bl. 2 b. nung | von einem zaun zum andern gemacht I II auff welche die Türcken I bis in das dritte mal || gerennet I Aber die vnsern 1 haben dieselben so || lang | aus solchem vortheil in die flucht ge- || schossen I bis der Lenckowitz I mit den andern || Reuttern hernach kommen I vnnd die viertzig 1! pferde entsatzt. II Vnnd als der Ritmeister | Lamberger i || ein Krayner | ein Kleines menlein 1 so jtzo al- I! hier ist (ich auch selbst mit jme gerett) den ers li ten angriff gethan I seind der Türcken | bis in I! die drey hundert 1 bald todt blieben i Vnnd sie II haben sich dreymal dermassen gewendet das II sie | eher sie die rechte flucht gegeben | den drit- l| ten standt genomen I aber entlieh geflohen | vii II allen raub I von viehe vnd anderm 1 so sie mit I1 vielen gefangenen Christen hinwegkfüren |i wollen | auch viel jhrer Roß I so sie an der Hant l| gefurt vorlassen müssen | Vnd seind der Turek II en bis in die zwey Tausent vnd mehr I todt blie II ben vnnd bis in die vier hundert gefangen | II Vnnd ist Gottlob von den vnsern nicht einer || todtlich vorletzt oder gefangen worden, i! Der Lamberger vnd seine Reutter | sol- II len bis in die vier hundert Turckische Roß I II bekommen haben. Bl. s a [m. d. Sign. A,n]. Der Gabelaiskj | ein Behem | welcher im |) Turnier zu Prage I Herr Carli von Schere- II tin 1 in ein Auge gerant I der hat einen ansehen- || liehen Turcken | in einem blauen Tamaschken | II vnter das Roß geschossen. II Es seind auch zwey hundert Janitzschirer || als schützen zu Fus 1 dabey gewesen I die alle er- || leget seind | Vnnd man helts dauor 1 das die II andern auch rechte Turcken I so von der Par- Il ter heraus geschickt I vnnd nicht Boßner sein || sollen. || Vnd haben die vnsern I alle zehen Turek || ischen Fahnen | so viel sie dero gehabt I erobert I il dauon man schöner zwue haupt Fahnen I von || weissem | blauen | vnd roten seid in Atlas | dar- n ein ein Turckischer Sebel gemacht I anhero II bracht | die ich gesehen I die andern sollen gar || zerissen | vnd im kot zu nichte gemacht sein, li Hinwider seind auch Zeittungen anhero II kommen I das I als Schulenburgs Reutter | || dise tag vber die Tonaw vorruckt I die Turek- II en vber die waga komen I in einen Konigische | Flecken | da Jarmarckt gewesen | bei Schnitta || eingefallen || Bl. 3b: eingefallen l aldo viel voleks I vnnd bis in die || zwey Tausent Ochssen hinwegk gefurt. II Ich hoffe aber zu Gott dem Almechti- II gen ! weil nuhmehr Reutter vnd Knecht I bey II Raba I alle zusammen gestossen | vnd die Kö- II nigkliche Mayestat auch zum zuzug I in Hun- II gern | vnd der doran stossenden Landen I auff || gebietten lassen | man werde mit Gottes hilff I II nach etwas fruchtbarlichs ausrichten I vnnd II diß Jar I Gott der Almechtige I auff vnser seit II ten sein. || Es seind auch nuhmehr alle Acht Reich || Krieges Rethe I vnnd vergangenen don- II nerstags | der letzte I als Wilhelm vo wilperck I II von wegen der Reichs Stedte | ankommen. II Die andern sieben Krieges Rethe I seint II Adrian von Steinberck vnnd George Lud- || wigk von Sonßheim | von wegen Wurtzburg || vnd Bamberg. || Hans Zenger von Baiern I wegen Carl || von Frawenbergk l von Passaw vnnd Saltz- || burgk wegen. || Joachim. II Bl. 4a: Joachim von Zittwitz I von wegen der || Hertzogen zu Sachsen. || St. von Kottwitzd von Meintz vnnd || Pfaltz wegen. || Philip von Reiffenbergk | von wegen | Collen vnd Trier geschickt vnnd verordnet | II diese letzten drey seind auch newlich ankomen I II Datum Wien den XXX. Augusti I Anno re. Il L VII. || N. N. || Bl. 4 b leer. 4°, goth. Typen, vier nicht numerierte Blätter mit Signatur Au, Am, Kustoden, ohne Blattzahl, bis zu 26 Zeilen, ein Holzschnittinitiale auf Bl. 2 a, das Titelblatt mit Typen in drei Größen, Bl. 2 a mit Typen in zwei Größen. Ein Exemplar befindet sich im Nationalmuseum in Budapest ; ein zweites soll sich in der königl. Kreisbibliothek in Regensburg befinden. Vergi. Weller, Die ersten d. Zeitungen, Nr. 2203. Kertbeny, Bibliografie I., Nr. 659. Druck von lg. v. Kleinmayr & Fed. Hamberg in Laibach.