MITTHEILUNGEN des Musealvereines für Krain. Jahrgang X. 1897. Heft 2. Schloss und Herrschaft Flödnig in Oberkrain. Von Vladimir Levee. (Schluss.) Am 4. Juni 1860 starb Franz Xav. Felix Freiherr von Lazarini, der in erster Ehe mit Elisabeth Freiin von Schmidtburg, in zweiter Ehe mit Anna Gräfin von Brandis (seit 1840) vermählt war, und die Herrschaft übernahm sein ältester Sohn zweiter Ehe Heinrich Freiherr von Lazarini, der sie noch jetzt besitzt. Als des jüngsten, für die Geschichte Flödnigs bedeutungsvolleren Ereignisses wäre endlich des furchtbaren Erdbebens' vom 14. April 1895 zu gedenken, das mit seiner gewaltigen Zerstörungskraft auch Flödnig nicht verschonte und dem Schlosse einen ziemlich erheblichen Schaden (gegen 12.000 fl.) zufügte, so dass dasselbe gründlich reconstruiert werden musste. Bei einem kurzen Rückblick auf die Geschicke Flödnigs kann man sich nicht verhehlen, dass sie vielfach mit denen von Männern verflochten sind, die theils als tapfere Kriegsleute, theils durch ihr stilles Wirken im Frieden mächtig in die Verhältnisse unserer Heimat eingegriffen haben, so dass deren Namen von der Nachwelt immer mit Dankbarkeit genannt werden. Ich erinnere nur an Hans Kazianer, eine Parallelnatur zu Wallenstein, an Hans Josef Freiherrn von Egkh und Hungersbach, den eifrigen Förderer des Protestantismus Mittheilungen des Musealvereines für Krain. Jahrg. X, H. 2. 4 in Krain — merkwürdig genug, dass trotzdem die landesfürstliche Pfandschaft Flödnig in seinen Händen gelassen, ja sogar ruhig zugesehen wurde, wie er dieselbe an eifrige Bekenner der evangelischen Lehre (z. B. Georg Schwab von Liechtenberg) weiter verlieh —; ich erwähne den geachteten und beliebten General Herbart von Auersperg, und endlich den grossen Wohlthäter unseres Landes, den edlen Menschenfreund Karl Freiherrn von Flödnig. Zum Schlüsse fühle ich mich noch verpflichtet, allen Förderern meines Werkes, namentlich nochmals dem hochwohlgeborenen Herrn Heinrich Baron Lazarini für die freundliche Erlaubnis der Benützung des Schlossarchivs, dann den Herren Prof. S. Rutar und Archivar A. Koblar, ferner meinem Collegen stud. phil. Fr. Komatar für Nachrichten aus Wiener Archiven und allen übrigen Gönnern meiner Arbeit meinen innigsten Dank abzustatten. Graz, am Tage Maria Lichtmess 1896. IV achtrag. Als die ersten Seiten meiner Abhandlung bereits im Drucke waren, stiess mir noch einiges auf, das ich hier nachtragen will. Es ist dies, um ein Wort Chmels zu gebrauchen, der beste Beweis, dass in der Geschichtsforschung kein Stillstand, wohl auch kein Abschluss. Zu Seite 7 ist zu erwähnen, dass noch vor Otto von Thurn im Jahre 1356 ein Martin als Castellan erscheint. (Izvestja I. 24.) Zu Seite 8 ist nachzutragen, dass Graf Ulrich II. von Cilli Flödnig dem Rudolf Keuenhuler (wann, ist nicht bekannt) in Pflege gab. Hiemit ist auch erwiesen, dass sich die Cillier bis 1456 im Besitze von Flödnig behaupteten, und es entfällt die Anmerkung 3 auf Seite 7. In der Unterredung, welche Kaiser Friedrich III. am 10. Februar 1457 mit den Rathen des letzten Cilliers hatte, wurde bestimmt, dass Keuenhuler bei Flödnig seinen Lebtag bleiben und dem Kaiser sowie dessen Erben gehorsam, treu und gewärtig sein soll. Auch muss er das Schloss immer zu des Kaisers Nothdurft offen halten (Oeffnungsvertragsclausel). So wurde denn am 30. Mai 1457 zu Laibach Keuenhuler Flödnig neuerdings in Pflege gegeben mit 40 Pfund Pfennig Besserung der gewöhnlichen Burghut. Würde ihn der Kaiser von Flödnig entsetzen, so soll er Goldenstein pflegweise bekommen. Letzteres kann dann der Kaiser um 1000 Pfund Pfennig schwarzer Münze von ihm lösen (Archiv für öst. Gesch. X. 203 u. XI. 142). Am 10. Juli 1458 beurkundet dann Kaiser Friedrich zu Wiener-Neustadt seinem Truchsess Kaspar von Tschernembl 1000 Pfund Pfennig schw. M. schuldig zu sein, die dieser ihm geliehen, da sie der Kaiser dem Rudolf Keuenhuler, nachdem er Flödnig abgetreten und Goldenstein pflegweise erhalten hatte, als Lösung verfallen war. Dafür gibt der Kaiser Flödnig dem Kaspar von Tschernembl pfleg- und satzweise mit Burghut und 40 Pfund Pfennig jährlicher Gült (Archiv für öst. Gesch. X. 215). Am 18. Juli 1458 tauschten dann beide die in Pflege bekommenen Schlösser so, dass Kaspar von Tschernembl Flödnig abtrat und dafür Goldenstem erhielt (Archiv für öst. Gesch. II. 460. A. a. O. steht zwar «Schloss und Pflege zu Fladnitz», und man wäre versucht, an das steirische Fladnitz zu denken; allein allem Anscheine nach hat Muchar die für Flödnig öfters vorkommende Form Fladneck falsch gelesen und auf Fladnitz gedeutet). Lange war Keuenhuler nicht im Besitze von Flödnig, denn schon am 3. November 1461 erscheint wieder Kaspar von Tschernembl als kaiserlicher Pfleger daselbst (Archiv für öst. Gesch. X. 381). Falls sich noch später Zusätze und Berichtigungen ergeben, werde ich sie bei Gelegenheit bekanntmachen. V. L. 4* Reihenfolge der Pfleger und Verwalter von Flödnig.1 1526 Andreas Gail, c. 1540 Franz von Rain und Wilhelm von Rattal. 1547—48 Seifried Rasp. 1549—51 Georg Schwab von Liech-tenberg. 1554 Toman Veider. 1558 Caspar Reitter. 1559—60 Andreas Nastran, c. 1565 Wesenpach. 1571—75 Wolf Rasp. 1578 Ulrich Arnold. 1581—83 Josef Oberhueber. 1585—90 Friedrich Schwab von Liechtenberg und Tuf-stein.1 2 1591—1606 Alexander Paradeiser. 1609—19 Adam Sembler. 1620 Stefan Durchenwald. 1633 Caspar Magaina.3 1636 Hannibal Bottoni. 1639—41 Michael Lyst. 1651—57 Johann Ferdinand Hofmann von HofFenthal. 1658—59 Michael Lyst. 1660—70 Johann Stefan Wutta-litsch. 1670—74 MichaelSigmundWrembs-feldt. 1708—11 Andreas Luschina. 1731—33 Franz Paul Skraber. 1733—36 Karl Sigmund Baptista. 1737—38 Johann Josef Kreiner. 1739 Josef Anton Urbas. 1742 Max Anton Schmutz. 1745 Matthias Grohauer. 1747 Philipp Jacob Smuk. 1749 Franz Lorenz Merthl. 1750 Franz Anton Lucan. 1751—55 Johann Josef Kreiner. 1755 Peter Paul Glavar, Pfarrer zu Komenda.4 1756 Petritsch. 1757—59 Karl Urbantschitsch. 1759—62 Ferdinand Utschan. 1762—66 Franz Xav. Paber. 1767 Cajetan Malitsch. 1769 Nicolaus Adam Reich. 1771 Philipp Jacob Smuk. 1772 Anton Josef Luschina. 1773 Michael Raphael Testoni. 1774 Anton Josef Luschina. 1783 — 89 Gregor Kautschitsch, Administrator der sequestrierten Herrschaft Flödnig. 1790 Jacob Prepeluh. Seit 1802 Johann Drobnitsch. 1 Die Jahreszahlen bezeichnen die Jahre, in denen ich den Betreffenden in archivalischen Quellen als Pfleger genannt gefunden habe. 2 Wahrscheinlich ein Sohn des Georg Schwab. 3 Wird wohl mit jenem Caspar Magaina identisch sein, den Prof. Rutar in den «Mittheilungen des Musealvereins für Krain», VIII. 103, als Bestandinhaber von Luegg anführt. 4 Am 3. März 1755 schloss Karl Josef Freiherr von Flödnig mit dem Pfarrer P. P. Glavar einen Vertrag, demzufolge er diesem die Inspection über die Herrschaft Flödnig überlässt. Der Inspector muss dem Freiherrn von Flödnig für seine und des Bedienten Kost in zwei Raten jährlich 200 fl. d. W. und quatemberlich für deren Kleidung und Recreation 50 fl. d. W. auszahlen. (Krain. Musealarchiv 4?.) Inventar des Schlosses Flödnig von 1569. Abschrifft der herrn commissarien zuegeschikht inuentarij der herrschafft Flednigkh, was noch diser zeit fir geschitz vnd altes haus-rats vorhanden, wie volgt. 1. Hakhen pixen sein noh 11, dieselben sein geschieht vnd alt, den alsofft man zum khraittschissen oder anderer notturfft scheusst, zerbrehen sye (sollen sonnst sein 24). 2. (Fehlt in der Copie.) 3. Zw Trespah1 sein noh alte vnd znihtige hakhen pikhsen 2. 4. (Fehlt in der Copie.) 5. Khuprenne stein pixen nihts1 2 aber woll ein khupferner merser. 6. Eisen terress pixen3 nihts (soll auh sein 1). 7. Mer puluer ist noh 2 lag! vnd ein vassl voll (soll sein 3 lagl vnd 3 vasi voll). 8. Mer sein der khugl noh bey 460. 9. Des pley ist noh bey 10 §” (soll sein ein platten vnd ein stukh pley). 10. Der modi zum hakhen pixen 1 (sollen derselben sein 5). 11. Eisen ramen zum hakhen pixen — (sollen 4 sein). 12. Ein geschiffter (?) ramen zum puluer laden. 13. Das vässl mit hakhen-pixenkhugl ist noh vorhanden. 14. Die eisnen khetten zum geschitz ist niht vorhanden (soll sein 1). 15. Die winten, damit man das geschitz hebt, ist niht vorhanden (soll auch sein 1). 16. Ein grosse seyll, damit man die gefangen in den turn hinab last, ist vorhanden. 17. Schweinspiess kheiner vorhanden (soll sein 1). 18. Torschpiess auh kheiner (sollen sein 3). 1 Jetzt Trboje. 2 Zwischen den Zeilen steht: ist verschriben 1. 3 d. h. Tarrassbüchsen. In der Ktiapellnd 19. Rott atlesses messgwannt kheins (soll sein 1). 20. Schwarz zendless mesgwant 1 (ist auh 1). 21. Alltertieher geschieht 1. 22. Opferkhandellen 1 (sollen sein 2). 23. Sprenngkhessl kheiner (soll sein 1). 24. Khelh 1 (ist auh 1). 25. Pathen 1 (ist auh 1).- 26. Allt messpieher sein 2 (manglt 1). 27. Leihter zu der mess sein 2. 28. Messpfeiten (?) vnd der vmbschlag zum alter ist niht vorhanden (sollen sein 4). 29. Himellpett sein 2. 30. Spannpeth sein 6 (sollen 10 sein). 31. Khindtspeth ist kheins (soll 1 sein). 32. Der allt tisch mit den spör ist vorhanden (ist auh 1). 33. Die allte zerbrohne vhr so nihts wert gewest, ist aufif der nachperschafft vnd khirhpröbst daselbst begeren, dass sy ein vhr so jetzo im khirhtum zu Vnterflednikh ist vnd schlecht, zu.......mahl lassen, gegeben worden. (Ist 1 allte vhr verschriben vnd vorhanden.) 34. Khasten mass schaff ist 1 (ist auh 1 verschriben). 35. Vogtey mass pey S. Petter schaff ist 1. 36. Harreht mass schäffl 1. Mer khasten mass, daraus die flednikher vnnterhanen das treid messen, vnd niht in dem inuentarj begriffen ist 1. 37. Allte läre laglen sein noh 6 (manglen 4). 38. Gemain tisch sein noh 2. 39. Pad wann 1. 40. Khrautzuber sein 1 (manglen 2). 41. Pottnig zum khraut ist 1. 42. Mer allt potnig zum khraut 1. 43. Weinvass ist noh 1. 44. Dass alt Vassl ist niht vorhanden. 45. Schmaltzkhibl ist 1. 1 1 Da die Kapelle nicht nur schlecht ausgestattet, sondern auch baufällig gewesen zu sein scheint, trugen die Commissäre 1569 Hans Jos. Freiherm zu Egkh auf, die nothwendigen Verbesserungen vorzunehmen. Da er diesen Befehl nicht erfüllte, erhielt am 26. April 1571 der Vicedom die Weisung, ihn dazu anzuhalten (Vic.-A. §). - Darunter steht durchstrichen : die sein beide vergult. 46. Das gehaun steinen thor ist niht vorhanden (soll sein 1). 47. Die hiltzen flaschen ist auch niht vorhanden (soll sein 1). 48. Der rädltrugen ist kheine vorhanden (sollen 12 sein). 49. Der truhen, darin man khalk tregt, sein 2 (manglt 1). 50. Der hiltzen jöher, darin die okhsen ziehen, sein noch etlih vorhanden. 51. Beschlagen wagen an die annizen ist zerprohen (soll sein 1). 52. Eisnen schauftl ist noh 1 (manglen 6). 53. Reithauen mit zweyen schneiden ist kheine (soll sein 3). 54. Reithauen yede mit ainer schneid vnd spiz ist kheine (sollen 2 sein). 55. Gespitzte khrampen ist nicht vorhanden (sollen 3 sein). 56. Mer reithauen mit einer schneid ist kheine (soll sein 1). 57. Eisnen steinprehhammer ist kheiner vorhanden (soll sein 1). 58. Allte haun ist 1 (soll sein 1). 59. Haun zum merter rieren ist kheine (soll sein 1). 60. Das eysen zum rädltruhen ist niht vorhanden (sollen 2 sein). 61. Gespitzte haun ist kheine (soll 1 sein). 62. Welisch preit haun ist kheine vorhanden (soll 2 sein). Rubricalnotiz: Copy auf der herren commissarien zuegeschikht inuentary, was noh fir geschitz oder annder hausratt vorhanden, hab ich inen (laut copy) zuegeschickht den 15. september im 1569. jar. Die Rubricalnotiz sowohl als auch die hier in Klammern befindlichen Worte, die im Original Randbemerkungen sind, stammen von einer anderen Hand als das Inventar. Wahrscheinlich sind sie von Bartholomäus Freiherrn zu Egkh selbst hinzugefügt worden. Die Urschrift dieser Copie des den Commissären zugeschickten Inventars ist auf Papier in Schmalfolio geschrieben und befindet sich im Archiv zu Flödnig, Abth. C. 4. Beilage III, Stammbaum der Freiherren von Lazarini (Flödniger Linie). Original mit prachtvoll gemalten Wappen im Besitze des Freiherrn Heinrich von Lazarini; «sub fide Nobili und an Eidesstatt der Wahrheit zur Steuer bezeugt», ddto. Laibach, 20. Juni 1876, von den vier k. k. Kämmerern: Heinrich von Gerliczy, Johann Wilhelm Reichsgraf Wurmbrand-Stuppach , August Freiherr von Rechbach und Wilhelm Freiherr von Rechbach. (Die zweite und dritte Colonne ist als Längenfortsetzung der ersten zu betrachten.) Colonne I. Georg Marie Wolf Hörwart Anna Isabella Wolf Eberhard Eleonora Vincenz Beatrix Gottfried Elisabeth Freiherr von Gräfin von Graf von Eusebia von von Graf von Freiin von Apfalterer, Barbo -Waxen- Barbo-Waxenstein, Gräfin von Schratten- Lazarini Argento Liechtenberg Engelshauss t 1727 stein, f 1744 * 18. Mai 1656 bach Adam Daniel von Lazarini, f 28. August 1760 Katharina Elisabeth Gräfin Liechtenberg Johann Siegfried Freiherr von Apfalterer, * 8. Juli 1696 Maria Henrica Gräfin Barbo -Waxenstein 1 Colonne II. Franz Maria Ferdinand Ernst Francisca Adam Mordax Isabella Ireiherr Freiherr Gräfin von von Freiin von von Thurn und Juritsch Strobelhoff Portendorf Valsassina Karl Heinrich Schweiger von Lerchenfeld auf Glogovitz, * 25. Jänner 1670 Anna Felicitas Gräfin Purgstall Max Anton Graf von Thurn und Valsassina Francisca Antonia Freiin von Mauerbach Franz Adam Wilhelm Graf zu Brandis, o. ö. Geh. Rath , k. k. wirkl. Kämmerer u. Regierungspräsident in Tirol M. Katharina Gräfin von Spaur Franz Jakob Graf von Trapp zu Matsch-Chur und Schwann bürg M. Ursula Francisca Gräfin von Fieger zu Dornsberg, Korb und Hochnaturns Anton Adam Freiherr von Juritsch, * 31. October 1696 Anna Elisabetha Mordax Freiin von Portendorf Franz Karl Schweiger von Lerchenfeld auf Glogovitz, * 19. Jänner 1715 Maria Francisca Gräfin von Thurn u. Valsassina, vermählt 19. Mai 1737 Josef Innocenz Graf und Herr zu Brandis, k. k. Geh. Rath u. Kämmerer, o. ö. Regierungsrath Maria Anna Gräfin von Trapp zu Matsch-Chur und Schwannburg 3 4 5 Sigmund Ferdinand Henriette J. Gundaker Graf von M. Anna Leopold Graf von Charlotte Herberstein, Gräfin von Sigmund Graf von Trautmannsdorf, k. k. Kämmerer, Gräfin von * 8. September 1710, Schratten- Geh. Rath, i. ö. Attems verm. 25. No- bach Welsers- Hof kriegsrath vember 1736 heim Maria Johann Maria Johann Sabina Herrin Johann Baptist Antonia Gräfin Cäcilia Josef Barbara Jakob von Herr von von Gräfin Graf von von Graf von Hackel- Stuben- Purg- Saurau Galler Glojach Suardi berg berg stall Karl Josef Graf von Trautmanns- Maria Anna Gräfin von Leopold Johann Nep. Maria Cäcilia dorf, k. k. wirkl. Kämmerer, Herberstein, Graf von von vermählt 17. Februar 1760. * * 4. Juli 1740 Welsersheim Galler Gottfried Graf von Suardi, k. k. Kämmerer Antonia Herrin von Stubenberg 6 7 Colonne IV. 8 1 Ignaz Freiherr von Lazarini, * 16. Juli 1729, vermählt 19. April 1761 2 Maria Josepha Eleonora Freiin von Apfalterer, * 27. Februar 1732 3 Ferdinand Freiherr von Juritsch 4 Maria Anna Felicitas Freiin von Schweiger-Lerchenfeld, * 10. Juli 1741 5 Joh. Bapt. Graf und Herr zu Rrandis, k. k. wirkl. Geh. Rath und Kämmerer, Gouverneur von Tirol, * 30. Juni 1751, vermählt 17. April 1786 6 Josefa Gräfin von Trautmannsdorf, Sternkreuzordensdame und Palastdame I. M. * 19. November 1760 7 Josef Graf von Welsersheim, k. k. Kämmerer 8 Antonia Gräfin von Suardi Franz Xaver Ignaz Anton Freiherr von Lazarini, k. k. Kämmerer, * 13. December 1765 Maria Josepha Francisca Antonia Freiin von Juritsch, Sternkreuzordensdame, * i. August 1771 Heinrich Adam Graf und Herr zu Brandis, Freiherr von Leonburg, Forst und Fahlburg, k. k. Kämmerer, * 20. October 1787, vermählt 19. September 1814 Josefa Gräfin von Welserheim, Sternkreuzordensdame, * 31. Mai 1791 Franz Xaver Freiherr von Lazarini, k. k. Kämmerer, *23. Juli 1802. vermählt 20. October 1840. Anna Maria Gräfin und Herrin zu Brandis, Sternkreuzordensdame, * 19. März 1818 Heinrich Freiherr von Lazarini, derzeitiger Eigenthümer der Herrschaft Flödnig, * 9. November 1842. Protokoll des Verhörs, welches am 21. Juni 1688 mit den Flödniger Unterthanen aufgenommen wurde, um zu erfahren, ob der Herr von Ruessenstein zu Strmol und der bei ihm wohnende Cattin die Unterthanen aufgewiegelt haben. Den 21. Juny 1688. Aus der Supp Ambtmannschaftt.' Gregor Khotter weiss nit, wer die Unterthanen auffgewiglet. Caspar Tschamer hat von dem enthaubten Jacob Stenoviz vnd dem Simon Hudamall gehört, dass der H. von Ruessenstein vnd der Cattin denen Unterthanen fürgetragen, dass sye Unterthanen ein andres vnd mehrers, als das alte cammerallische ihnen Unterthanen durch sye Hrn. gegeben Vrbarium vermag, zu raichen nit schuldig weren. Ambt Terbojah. Casper Suppan ist nit alda. Jury Stegan. Vom hören sagen soll der H. von Ruessenstein vnd der Cattin die Unterthanen verleittet haben. P odretschie. Jerny Scherbou. Er habe von denen von Pischatta vnd Woditz gehört, dass der H. von Ruessenstein ihnen guettes Herz gegeben vnd sy gesteiffet habe. Jury Jenkholle. Der enthaubte vnd der Hudamall habe ime vnd anderen erzellet, dass der H. von Ruessenstein vnd der Cattin ihnen Hoffnung gegeben, dass sye Vnterthanen insgesambt alles nach dem camerallischen Vrbario erhalten werden. Jury Rosman. Vom hören sagen soll der H. v. Ruessenstein vmb die nechst bey Stermoll gelegene Flednikherische Unterthanen geschikht d. i. St. Valburga und Plödnig. vnd ihnen vorgesagt haben, dass sy ein gerechte Sach haben vnd alles erlangen vnd erhalten werden. Thomass Rosman. Ingleichen deponirt diser wie der vorige sein Gespan. Na Brego. Jacob Schinikh. Weiss nichtes zu sagen. Merthin Wallant. Von hören sagen bestattet, dass der H. von Ruessenstein die Leith verlaitet habe. Jerny Khokhel. So offt man ein Zuelaag von ime begert, so hat man selbe mit disem gefordert, dass nemblich der H. v. Ruessenstein gesagt habe, man solle die Zuelaag thuen, dan hernach alles erhalten werden wirdet. Die Forderung habe der alte Vess gethan. St. Georgen. Marthin Wresar. Der Suppan an der Pischatta habe ime erzeilet, dass der H. von Ruessenstein vnd der Cattin ihnen die Versicherung gegeben, dass sye fürohin nach dem alten Vrbario gehalten werden sollen vnd der H. v. Pernburg darwider nit wirdet handlen derffen. Frey thoff. Vrban Wothen vnd Valenthin Kopriunikh deponiren von hören saagen. Na Seyach. Adam Khniffez. Zu dem H. von Ruessenstein seye der Adam Conzilia vnd Andree Sorman öffters gangen vnd sich aldort sonders Zweiffel raths erholet, wie dan er Sorman vnd der Witschekh zu ihme von Ruessenstein sich anstatt der alhero erscheinung begeben. Andree Sorman. Ist bey dem H. v. Ruessenstein ausser eines mahls nit gewesen, jedoch habe er von anderen gehört, dass er H. von Ruessenstein vnd der Cattin das Vrbarium den Unterthanen gegeben vnd ihnen versprochen, dass sy in Crafft solches Vrbarii die alte gerechtigkheit volständig erhalten werden. Gregor Witschekh. Hat zwar mit dem H. v. Ruessenstein nit Geredet, jedoch habe er gehört, dass die Unterthanen das Vrbarium zu Stermoll empfangen haben, ob aber dasselbe er H. oder der Cattin es hergegeben, khan er nit wissen. Lucass Sallokher. Weiss nichtes zu sagen. Mathia Petekh. Ingleichen nichtes. Sapposich. Matheuss Juvan vnd Mathia Jerman deponiren von andren gehört zu haben, dass der H. v. Ruessenstein gesagt habe, sye Unterthanen werden alles erhalten. Wodiz. Jerney Smolle. Das weiss er, dass das Vrbar zu Stermoll bekhomben worden, ob aber dasselbe der H. v. Ruessenstein oder jemandts anderer hergegeben, solches ist ime vnbewist. Pischatta. Mathia Jereb. Seine Benachbarte, so auf Stermoll öfftermallen durch den Cattin begert werden vnd entlieh auf das dritte Erfordern gleichwoll erschinen, erzellten ime, wassmassen der Cattin sye versichert, dass dieselben alles erhalten werden. Vnd als die Unterthanen nit allerdings sein Cattins Versprechen thrauen wollen, habe der H. von Ruessenstein darauff sich auff sein Prust geschlagen vnd sein Cattins Versprechen betheuert mit dergleichen Wortten: So wahr ich ein Herr bin, so werdet Ihr alles erhalten. Matheuss Ulrich. Der H. von Ruessenstein habe vmb den Hottscheuer zweymal geschikht vnd als er Hottscheuer auff das andermallige Erfordern gleichwoll erschinen, habe der Cattin das Vrbarium ime Hotscheuer vnd sein Gespan zugeben sich erbotten mit vermelden, dass die Unterthanen alles darmit erhalten werden, vnd wie der Hotscheuer vnd sein Gespan nit allerdings thrauen wollen, versicherte der Cattin dieselben bey seiner Seell, dass er alles vnd iedes zu einem gewünschten Ende bringen wolle. Baldt darauff ist der Cattin von Stermoll abgezogen, derentwegen die Bauern sich zu dem H. von Ruessenstein verfuegt vnd die Abreiss des Cattins hoch bethauret, denen er H. von Ruessenstein geantworttet, es hindere nit, ob schon der Cattin daruon sich begeben, so seye aber er H. da, als welcher schon das Werkh ausführen wolle, worauff die Bauern zu selbem öffters khomben vnd sich seines Raths beholffen. Hraschach. Mathia Stern ist abwesendt. Weiss nichts. Mosch ach. Marthin Thomel ingleichen nichtes. Kh ras china. Dise haben kheine Zuelaag gethan, wissen also nichtes zu deponiren. Prikherniz. Primus Remez hat auch kein Zuelaag gethan vnd weiss auch nichtes. Pernitsch vnd Tazen. Andre Robass. Der Hotscheuer hat ime erzeilet, dass der von Ruessenstein, als die zu ihme khombne Bauern wegen des Cattins gethanen Versprechens zu zweifflen angefangen, gemeldet haben solle: Zumfahl der Cattin sein Versprechen nit haltet, so bin ich alda. Gregor Walthasar, Laure Draagel, Jansche Jensche, Oswaldt Schiappar vnd Jacob Petelinkher deponiren nur von hören sagen. Skharutschina. Mattheus Hierschi hat auch nur gehört von andren. (Original auf Papier im Flödniger Archiv K.) Ende. Das Klima von Krain. Von Prof. Ferdinand Seidl. (Fortsetzung des IV. Theiles.) 18. Grösste Niederschlagsmenge eines Tages. An die Frage über die mittlere Niederschlagsmenge eines Tages (Abschnitt 16) und jene über die Anzahl und Vertheilung der verschiedenen, vorkommenden Stärkestufen desselben (Abschnitt 17) schliesst sich naturgemäss jene über die grösste an einem Tage herabfallende Niederschlagsmenge. Kurz andauernde, aber ungewöhnlich starke Regenfälle können unheilvolle Wirkungen zur Folge haben, indem sie im Tieflande Ueberschwemmungen verursachen und im Hochlande die Giessbäche füllen, welche mit ihren Wassermassen sowie den von Gebirgshängen abgeschwemmten Schuttmengen zu Thal hinabtosen und hier unermessliche Verwüstungen anrichten. In der gemeinfasslichen Darstellung der Meteorologie von E. Lommel («Wind und Wetter» in «Naturkräfte», X.Bd.) heisst es S. 77 : Wenn in Deutschland «die tägliche Regenmenge 40 mm erreicht, treten die Flüsse aus ihren Ufern und verursachen ausgedehnte Ueberschwemmungen». Dieser Satz ist in seiner allgemeinen Fassung wohl übertrieben und (wie schon Ziemer bemerkt hat) nur unter gewissen Voraussetzungen zutreffend. In einem Gebirgslande, wie Krain, ist eine allgemeine Bestimmung jener Regenhöhe, welche, in kurzer Zeit herabstürzend, Gefahren und Schädigungen mit sich bringt, viel weniger möglich als in Norddeutschland. Unsere, in den dichter besiedelten Landestheilen verstreuten meteorologischen Stationen setzen uns nicht in Kenntnis von den ganz besonders in das Gewicht fallenden Niederschlagsmengen, welche in den gebirgigen Höhen niedergehen. So kommt es, dass auch in unseren Gegenden ein intensiver Guss von nicht viel mehr als 50 mm, beobachtet an einer unserer Stationen, unter Umständen viel Unheil anrichten kann.1 Unter solchen Umständen ist die Kenntnis der extrem hohen Niederschläge nicht bloss von theoretischem, sondern auch von hervorragendem praktischen Interesse, denn bei Wasserbauten der verschiedensten Art, wie Flusscorrectionen, 1 Wenige Beispiele mögen diese Behauptung erläutern. Herr J. Castelliz veröffentlichte als Beobachter in Tüffer in der Meteorolog. Zeitschr. 1876, S. 300, folgende Mittheilung: «Ueber den enormen Regenfall, welcher in Untersteiermark und Krain zu Ende August 1876 statthatte, sowie über die infolge desselben eingetretenen Hochwässer wurde bereits in verschiedenen Zeitungs-blättem berichtet. Der ausserordentlichen, am 25. August in Tüffer gemessenen Niederschlagsmenge, wie bereits gemeldet 102'7 mm, folgten weitere in der Zeit vom 25. bis 28. August mit der Summe von 44'7 mm; nachts vom 30. zum 31. fielen 14-2 und am 1. September bei Nacht und Tag 58'5 mm, so dass die Summe des Niederschlages innerhalb der zehn Tage vom 23. August bis inch 1. September 222'2 mm ergab. Der letzte, nachts mit seltener Intensität niedergegangene, von Gewittern begleitete Gussregen, welcher im oberen Sannthale in noch stärkerem Masse gefallen sein dürfte, hatte ein die Culturen in weitem Umkreise verwüstendes Hochwasser des Sannflusses im Gefolge, welches hierorts namentlich die stark exponierten Anlagen des Franz-Josef-Bades, ausserdem aber auch weite Feld- und Wiesenstrecken mit Schotter, Sand und Schlamm bedeckte, Bäume entwurzelte und brach, Gebäude beschädigte und vielfache Unterwaschungen verursachte. Der Wasserstand erreichte hier nahe 4 m über dem normalen Stande, eine seit dem Jahre 1867 nicht erreichte Höhe, wobei bemerkt werden kann, dass es im laufenden Jahre bereits das dritte mit Ueberschwemmung verbundene Hochwasser war, welches am 1. September abends seinen höchsten Stand erreichte.» Aus den Beobachtungsbogen Deschmanns in Laibach seien folgende Bemerkungen ausgehoben : Canalbauten, Deichbauten, bei Anlagen von Brücken und Schleusen, bei Be- und Entwässerungen, bei städtischen Canalisationsanlagen, sollen dieselben rationell ausgeführt sein, müssen die grössten zu erwartenden Niederschlagsmengen berücksichtigt werden, welche innerhalb kurzer Zeit, wie eines Tages,’einer Stunde oder gar einer Minute, Vorkommen. Daher bringt zunächst die hier eingeschaltete Tabelle XLI die einzelnen Tagesmaxima des Niederschlages in Laibach, die in den Monaten und Jahren des Beobachtungszeitraumes constatiert wurden, zur Kenntnis. In ähnlicher Absicht gestattet die Tabelle XLII1 die Uebersicht über das gesammte Areal, welches uns interessiert. Hier wird indessen für jede Station nur je das grösste aus der Reihe der gleichnamigen 15. Juni 1867. Regen den ganzen Tag, starke Güsse, 2 h nachts des 16. Gewitter, 6 h Sturm. Regenmenge 81 mm. Tagsvorher waren 30 mm gefallen, unter den vorausgegangenen Junitagen hatten 3 zusammen 43 mm Regen gebracht. Durch den Niederschlag vom 15. Juni kamen die niedrig gelegenen Wiesen unter Wasser, das bereits gemähte Heu wurde weggeschwemmt. 19. Juli 1867 nachts lebhafte Gewitter mit tropischen Güssen, 74 mm Regenhöhe. Tagsdarauf Laibachfluss stark angeschwollen. Voraus-gegangen waren im Juli 8 Regentage mit im ganzen 51 mm Regen. 11. September 1869. 53'6 mm Regen. Moor theilweise über- schwemmt. Regentage vorher waren: 15. August 1*4, 22. August 1■8, 31. August 19'0, 1. September 131, 7. September 17'4 mm. 2. August 1880. 75 mm Regen. 31. Juli 77 mm. Niederungen überschwemmt. 1 Die Messungen der Station Assling sind in unserer Tabelle nicht berücksichtiget worden, da sie nicht volles Vertrauen zu verdienen scheinen. Sie sind von Professor Wurner in einem Aufsatz ohne Kritik angenommen worden und darnach von Ziemer. Die Jahressummen dürften annähernd richtig sein, correcte Aufstellung des Ombrometers vorausgesetzt. Die Zahl der Regentage ist jedoch so klein angegeben, dass der Verdacht begründet ist, es seien die Regenfälle mehrerer Tage wiederholt zusammen gemessen und dem Tage der Messung zugeschrieben worden. Die Originalbogen der Beobachtungen sind verschollen, eine entscheidende Kritik daher nicht möglich. x i.i. Monats- und Jahresmaxima der Tagesniederschläge Laibachs in Millimetern. Jänn. Febr. März j April Mai Juni Juli Aug. Sept. Oct. Nov. Dec. Jahr 1852 25 22 24 30 30 16 25 37 36 66 43 23 43 1853 32 39 43 42 28 20 8 109 54 40 22 44 109 1854 24 23 2 38 39 35 29 44 69 41 53 41 69 1855 19 29 18 42 33 45 30 27 31 50 20 9 50 1856 35 28 20 20 49 15 59 15 49 6 43 31 59 1857 18 3 22 16 19 12 16 23 8 27 42 9 42 1858 21 31 15 19 48 40 23 15 61 99 38 58 99 1859 3 26 30 19 28 19 23 20 45 50 56 27 56 1860 28 28 34 32 54 51 31 34 31 58 45 30 58 1861 16 20 33 32 49 46 28 25 53 10 69 11 69 1862 33 11 21 — — — — — — 37 42 1863 — — — — — — — — _ 1864 10 25 40 39 46 46 18 44 51 22 30 14 51 1865 27 13 27 5 12 22 17 21 13 25 24 4 27 1866 25 75 39 57 38 22 98 51 72 32 50 32 98 1867 38 14 18 32 35 81 74 27 66 93 24 39 93 1868 41 2 33 42 17 25 20 40 38 45 29 34 45 1869 38 51 40 46 18 58 16 58 58 61 26 47 61 1870 59 18 14 29 10 75 40 56 49 53 31 23 75 1871 20 3 30 15 34 81 35 24 43 54 41 24 81 1872 26 15 26 27 27 33 71 61 47 34 56 62 71 1873 23 38 14 42 75 24 50 42 60 69 40 5 75 1874 17 33 28 14 33 36 39 30 43 42 30 73 73 1875 16 22 5 14 25 24 44 44 25 50 23 15 50 1876 21 50 37 22 50 33 29 76 39 15 27 51 76 1877 4 12 15 28 15 50 30 36 42 4 34 19 50 1878 20 4 45 24 48 43 42 62 70 57 43 40 70 1879 26 33 16 22 30 12 35 30 9 65 50 40 65 1880 10 18 4 20 17 23 77 75 49 33 47 13 77 1881 19 22 33 34 19 16 35 88 46 50 5 12 88 1882 8 19 33 40 28 38 33 55 30 33 55 40 55 1883 20 22 38 26 20 28 47 17 26 21 46 28 47 1884 12 8 27 23 28 41 40 53 36 17 44 58 58 1885 36 15 28 47 38 62 37 63 37 38 68 25 68 1886 33 16 50 17 29 52 27 34 24 32 21 25 52 1887 12 9 31 47 27 52 38 36 25 58 30 27 58 1888 10 19 68 15 28 54 43 30 44 56 11 30 68 1889 8 35 7 23- 11 50 58 58 68 29 44 13 68 1890 3 2 6 12 10 15 28 24 23 67 23 10 67 Mittheilungen des Musealvereines für Krain. Jahrg. X, H. 2. 5 XLII. Grösste Niederschlagsmenge binnen 24 Stunden in Millimetern. Klagen- furt Obir- gipfel Raibl Saifnitz Weissen- fels Krain- bürg Laibach Hötitsch Cilli Gurkfeld Jahrgänge 1851-90 1880-94 1864-93 1861-87 1888-94 1872-91 1852—61 1864—go 1883-93 1852-81 1886-95 Zahl derselben 40 15 30 27 7 20 37 11 30 10 December 68 42 148 121 39 77 73 32 54 26 Jänner 46* 41* 112 56* 33 42* 59* 45 39* 18* Februar . . . 47 41 77* 59 32* 55 75 27* 64 18 März 57 44 92 95 66 83 68 47 47 47 April 43 63 165 70 69 59 56 42 55 48 Mai 74 85 147 74 66 82 75 42 49 84 Juni 57 79 87 65 58 85 81 51 53 42 Juli 61 65 121 77 65 78 98 102 58 70 August 93 77 277 118 158 76 109 54 90 53 September 81 85 175 131 70 78 72 77 67 58 October 66 90 240 72 110 103 93 55 68 82 November 59 85 177 65 33 76 69 68 50 34 Absolutes Jahresmaximum mm 13 90 277 131 158 103 109 102 90 84 » » °/ /0 9’5 6-2 13-2 8-9 11'5 6-9 7-8 8'2 81 7.9 Mittleres » mm 52 68 141 72 95 71 66 63 52 52 » . °/ /0 53 4-7 6 ’ 7 4-9 55 4'8 4-7 5-1 4'7 4-9 Poljana Rudolfs- wert Tscher- nembl Gottschee Herms- burg Fiume Pola Triest Görz Kre- kovše Jahrgänge 1880-94 1861—85 1889—93 1882-95 1872-91 1889-93 1869-93 1871-95 1861-96 1871-95 1880-94 Zahl derselben 15 30 1373 20 7 25 25 36 25 15 December . . . 49 42 62 66 126 98 79 57 92 146 Jänner 33 35 40 57 160 80 42 35* 62 104 Februar 29* 40 30* 48* 98* 58* 31* 71 51* 88* März 39 73 49 63 148 60 43 53 81 130 April 55 58 45 46 120 68 60 70 70 106 Mai 79 75 110 71 152 57 49 94 99 94 Juni 56 63 66 76 87 162 126 85 122 112 Juli 56 62 56* 96 68* 49* 55* 62 78 104 August 78 68 62 88 96 129 69 109 98 163 September 46 61 70 76 103 201 101 79 149 105 October 63 71 65 88 233 268 85 157 97 241 November 53 68 88 74 189 174 78 76 88 286 Absolutes Jahresmaximum mm 79 75 110 96 233 268 126 157 149 286 » 0/ 6-9 6-7 7.9 6'3 7-1 16-3 13-3 14-0 8'9 10 1 Mittleres » mm 52 54 66 67 164 100 63 70 82 149 , % 4'6 4'8 4-7 4.4 5-0 61 6-6 6-2 49 5'2 Monate der Beobachtungszeit herausgehobene Extrem angeführt, sowie ferner das äusserste der vorgefallenen Jahres-maxima. Schliesslich gibt der Durchschnittswert aus den Jahresextremen die beiläufige Antwort auf die Frage, welche grösste Tagesmenge in den einzelnen Stationen durchschnittlich je einmal im Laufe des Jahres zu erwarten sei. Ein Wahrscheinlichkeitsschluss in diesem Sinne ist bezüglich der absoluten sowie der mittleren Höchstbeträge begreiflicherweise umsomehr berechtigt, je grösser die Zahl der Beobachtungsjahre ist, auf welche er sich stützt. Jedenfalls muss im Auge behalten werden, dass die Mittelwerte unter dem Einfluss einzelner extrem hoher Posten meist höher ausfallen, also die wahrscheinlichsten überragen. Die Praxis hat nur mit den absoluten Maximis zu rechnen. Die Bedeutung der procentischen Beträge, welche in die Tabelle aufgenommen erscheinen, wird an passender Stelle erläutert werden. Um die Höhe der Tagesmaxima Krains und seiner nächsten Nachbarschaft nach Gebür würdigen zu können, halten wir vor allem Umschau über das Ausmass derselben in anderen Theilen Mitteleuropas.1 Es handelt sich hiebei darum, die Macht der bedeutsamsten, den Regenfall steigernden Einflüsse in ihren höchsten Leistungen zu einer orientierenden Anschauung zu bringen. Es ist daher der Blick zu richten nach den Länderräumen, welche unter dem continentalen Niederschlagsregime stehen und durch die Verdunstung über den erhitzten Festlandsflächen ' Unsere Angaben hierüber stützen sich auf folgende Quellen : Ziemer, Grösste Regenmengen eines Tages in Petermanns Geographische Mittheilungen 1881, 27. Bd., das Referat und die Kritik dazu in Meteor. Zeitschrift 1881 ; ferner auf Hellmann, Grösste Niederschlagsmengen in Deutschland in der Zeitschrift des preussischen statist. Bureau 1884, sowie auf zerstreute Angaben in verschiedenen Bänden der Meteor. Zeitschrift. Unsere orientierende Uebersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Anlass geben zu aufsteigenden Luftströmen, welche dann ihren Wasserdampfgehalt in sommerlichen Gewitterplatzregen und Wolkenbrüchen entladen. Ebensowohl sind die Areale in Betracht zu ziehen, welche die stärksten Regenfälle von mit Wasserdampf beladenen oceanischen und mediterranen Luftströmungen vorwiegend im Herbste erhalten. Krain steht ja sowohl unter dem Bereiche der ersteren wie der letzteren Quelle des Niederschlages. Ueberdies verlangt es die Rücksicht auf seine verticale Gliederung, dass auch der Einfluss des Gebirges auf die Maxima des Niederschlages in Betracht komme. Im norddeutschen Flach- und Hügellande sind Quanta bis zu 114 mm gemessen worden, und ist daselbst ein Tagesmaximum des Niederschlages von mindestens 100 mm, welche innerhalb weniger Stunden fallen können, überall zu gewärtigen. Diese untere Grenze kommt ca. 16°/0 der durchschnittlich in einem ganzen Jahre niedergehenden Menge gleich. Die Häufigkeit solcher Maxima mag durch zwei Beispiele gekennzeichnet werden: In Dresden wurden während des Beobachtungszeitraumes von 1828 bis 1890 einmal 102 mm gemessen, in Klaussen (Preussen) 1830 bis 1883 einmal 100 mm. Im Harz, dem Riesengebirge und den Sudeten steigern sich die grössten Tagesquanta häufig um die Hälfte, ja erreichen sogar das Zweieinhalbfache jener. Es sind daselbst einzelne, von unheilvollen Katastrophen begleitete Regenfälle von 220—248 mm an einem Tage beobachtet worden. Im Flachlande wie im Gebirge fallen die Maxima fast ausschliesslich in den Sommermonaten. Wie die Gebirge überhaupt, so wirken die Alpen durch ihre grossartigen Dimensionen insbesondere als Conden-satoren des atmosphärischen Wasserdampfes und vermehren die Niederschlagsmenge ganz namhaft. Selbst in einer nur in rohen Zügen entworfenen Isohyetenkarte hebt sich daher das Alpengebiet und im Anschlüsse daran der krainische und kroatisch-dalmatinische Antheil der dinarischen Küstenketten deutlich als ein inselartig umgrenzter, mit reichlichem Regen- fall bedachter Flächenraum ab. Daher ist es begreiflich, dass in diesem Gebiete die Factoren, welche die Condensation fördern (als da sind: ursprünglicher Feuchtigkeitsgehalt der Luft, Geschwindigkeit ihres Aufstieges längs steiler, hoher Böschungen und das Mass der Temperaturabnahme mit der Höhe), mitunter zu einem ungewöhnlich gleichsinnigen Zusammenwirken sich einfinden und in kurzer Zeit ungeheuere Wassermassen zur Condensation bringen. Die uneingeschränkteste Wirksamkeit der Alpenmauer als Steigerer des Niederschlages entfaltet sich auf den südwärts gekehrten Flanken derselben. Wo die Südwest- und Südwinde an die steil aufragenden Wände der Alpen und Dinaren anprallen und durch die Triebkraft der Luftbewegung genöthigt werden, die Gebirgshänge hinanzusteigen, werden ihre reichlichen, dem Ocean und dem Mittelmeer entstammenden Dampfmassen rasch höheren, kühleren Luftschichten und somit der Condensation zugeführt, und es entladen sich, zumal wenn der ursprüngliche Feuchtigkeitsgehalt nicht schon vorher durch entgegenstehende Gebirgsschranken vermindert wurde, in kürzester Zeit ungeheuere Regenfluten. So wurden aus dem südöstlichen Frankreich (Rhonethal) Tagesmaxima des Regenfalles von 300 bis 360 mm angegeben (Joyese, am 29. October 1827 310 mm oder 24-7% der Jahresmenge; Verviers, 26. September 1801 357 mm in 18 Stunden, d. i. 49'9°/0 der jährlichen Menge). Für Montpellier gelten als Extreme 233 mm vom 11. October 1862, gefallen in sieben Stunden, und 239 mm vom 2. October 1864, d. i. 27% von jährlichen 860 mm. In Marseille fielen am 1. October 1892 222 mm, davon 210-3 mm in 3 Stunden 51 Minuten; es gab natürlich eine sehr verheerende Ueberschwemmung in der Stadt. Am 15. September 1879 fielen daselbst 237 mm oder 44-4% des jährlichen Quantums (532 mm), davon 102-5 mm in neun Stunden. Im October 1872 wurden aus Oberitalien binnen Tagesfrist niedergestürzte Mengen von 180 bis 230 mm gemeldet. Das äusserste Extrem, welches in Fiume zur Beobachtung gelangte, ist mit 268 mm, d. i. 16'3 % der Jahressumme, gefallen am 1. October 1892 in 12 Stunden, um so imposanter, als es sich am luvseitigen Fusse einer Bodenerhebung von Mittel-gebirgshöhe ereignete. Die grösste bisher aus Oesterreich bekannte Tagesmenge beträgt 299 mm und wurde am 13. December 1872 nach Tag und Nacht währendem Regen in Ragusa gemessen; es sind 18-4% der 1623 mm betragenden mittleren Jahressumme. In Bezug auf die Gebirgsstationen der Schweiz gilt noch immer als eines der grössten verbürgten Maxima jenes vom Bernhardin mit 254 mm (27. September 1866, Jahressumme bei 2560 mm in 2070 m Seehöhe). In Genf, woselbst die mittlere Jahressumme des Niederschlages 816 mm beträgt, sind am 20. Mai 1827 binnen drei Stunden 162 mm gefallen. In den österreichischen Alpenländern sind die beobachteten Maxima ihrem Betrage nach nicht grösser als in dem norddeutschen Gebirge, kommen aber ungleich häufiger vor. Tagesquanta von 100 mm «darf man auf engbegrenzten Gebieten fast alle Jahre erwarten». In Wien, an der Grenze zwischen dem Alpengebiet und dem Donautief lande, sind seit dem Jahre 1845 drei Tages-maxima von mehr als 100 mm vorgefallen: 104 mm am 28. Juli 1882, 139 mm am 15. Mai 1885, 110 mm am 20. Juni 1886. Das höchste dieser Extreme, die sich sonderbarerweise in neuerer Zeit rasch folgen, bedeutet 22'8 % der jährlichen Menge von 610 mm. Unerwartet hoch sind die Regenquanta, welche am 4. August 1880 in Mähren zu Ostrawitz mit 179 mm (am 3. und 4. zusammen 279 mm) und Rožnau mit 200 mm gemessen wurden. Zu Budapest sind am 26. Juni 1875 103 mm gefallen und bald darauf am 31. Juli 1878 108 mm, das sind 20% der 527 mm betragenden Jahressumme. In Pančeva sind am 15. Juli 1860 155 mm erreicht worden, d. i. 231% der mittleren jährlichen Menge (670 mm), selbst in Schässburg (Siebenbürgen) hat man am 18. Juni 1863 115 mm gemessen (oder 16‘3% der Jahressumme 705 mm). Auch im europäischen Russland kommen wenigstens im südlichen Theile noch Regengüsse von 100 mm Ergiebigkeit vor. In Kiew wurden binnen 23 Jahren einmal 104 mm vermerkt, d. i. 19• 7 °/0 von jährlichen 523 mm. Aus Bessarabien, woselbst Regenfälle von über 40 mm nur an etwa drei Tagen im Jahre Vorkommen, wurde doch schon auch die Tagessumme von 208 mm gemessen. Ueberblickt man die hier flüchtig angeführten Beispiele, so wird es ersichtlich, dass in den Niederungen eines breiten Länderstreifens Europas, welcher zwischen der Nordsee, den Alpen und dem Schwarzen Meere liegt, das Tagesmaximum der Niederschläge im allgemeinen 100 mm überschreitet und sich aut circa 20% der Jahressumme schätzen lässt. Im Golfe von Lion aber, also in Luv der daselbst aus dem Meer emportauchenden Alpen, sind Fälle bekannt, wo an einem Tage über 40% der jährlichen Regenmenge herabstürzten. In Uebereinstimmung mit diesen Erfahrungen weisen auch fast alle Stationen Krains und dessen Nachbarschaft, von denen mehrjährige gute Aufzeichnungen für die Ableitung der Tabelle XLII verwendet werden konnten, ein Tagesmaximum des Niederschlages von mindestens 100 mm auf. Es ist fast auffallend, wenn das Extrem in Cilli mit 90 mm und Klagenfurt mit 93 mm unter dieser Grenze stehen bleibt. In Gottschee hat möglicherweise die Aufstellung des Regenmessers in dem zwar geräumigen Hofraume des dortigen Schlossgebäudes das Maximum abgestumpft. Am bescheidensten gibt sich das 30jährige Maximum von Rudolfs wert mit 75 mm1 (gefallen am 6. Mai 1861). Es wird von den 1 In dem Beobachtungsbogen der Station Rudolfswert vom Juni 1863 findet man zu der Niederschlagsmenge 63'2 mm des 1. Juni vermerkt : «Das Sammelgefàss über die Massen voll.» Seitdem ist eine solche Notiz nicht mehr eingetragen worden. Von 1861 bis April 1885 war daselbst immer derselbe Beobachter, der hochwürdige Herr P. Bernhard Vouk, Gymnasialdirector, thätig, auch das Ombrometer wurde nicht gewechselt. beträchtlich kürzeren Beobachtungsreihen der weiter leewärts liegenden Stationen Poljana (79 mm) und Gurkfeld (84 mm) überholt. In Tüffer bei Cilli wurden in den Beobachtungsjahren 1876 bis 1888 einmal 102 mm gemessen.1 In Tschernembl kam ein Maximalniederschlag von 110 mm in einer nicht ganz 14jährigen Reihe von Aufzeichnungen vor. In Laibach fiel binnen 37 Jahren nur einmal ein Quantum, welches den Betrag von 100 mm - indessen nur wenig - überschritt.3 1 Man vergleiche dazu die Bemerkung zu Beginn des vorliegenden Abschnittes 18. Ueber die Verhältnisse, unter welchen die grössten Tagesmengen zustande kamen, findet man in den Beobachtungsbogen Laibachs Folgendes vermerkt: 17. August 1853. Gewitterregen von 10 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends 100'2 mm, von 9 Uhr bis 10'/., Uhr noch 8'6 mm, zusammen 108 • 8 mm. (Beobachter Zeilinger.) — 8. October 1867. Regen schon um 2Uhr morgens, den ganzen Tag anhaltend. Um 9 Uhr Schlossberg in Wolken. Nachmittags finsteres Gewölk aus Südwest ziehend. Gegen Abend heftige Windstösse aus WNW. Regen die ganze Nacht bis gegen 5 Uhr morgens. Die Messung geschah um 6 Uhr morgens des 9. October und ergab 103'5 mm, daher mehr als 24stündiger Niederschlag. Auf 24 Stunden dürften 92'5 mm entfallen. Das Moor grossentheils unter Wasser, besonders bei Sonnegg ; die Rosenbacher Wiesen und der Stadtwald ebenfalls. In den Alpen und Vorbergen frischer Schneefall. (Vorausgegangen waren drei Niederschlagstage, 3. bis 5. October, welche zusammen 43'7 mm gebracht hatten. Der September 1867 hatte an 7 Tagen 202 mm geliefert.) — Der drittgrösste beobachtete Niederschlag in Laibach ereignete sich am 13. October 1858. Es goss in Strömen von 6 Uhr morgens angefangen. Der Wind wechselte: vormittags anfangs Südwest, später Ost, Stärke 4, dann ohne Wind. Regen bis 9 Uhr. In Summe 98 • 8 mm. Tags darauf der Laibachfluss über 1 Klafter (2 m) gestiegen. Moorüberschwemmung. Schneefall in den Alpen (Grintovec bis 6500, Golica bis 3600 Fuss). Ueberschwemmung im Gutenfelder Thale bei Ponikve, um Schweinberg und im Gottscheer Thale. — Der nächstgrösste Tagesniederschlag wurde am 31. Juli 1866 gemessen. Schon zu Mittag dieses Tages war der Himmel dicht und bedrohlich bewölkt. Um 5 Uhr nachmittags erstes Gewitter mit heftigem Platzregen aus SW. durch 20 Minuten, Niederschlag 17 1 mm. Später Wolkenzug aus S. Um 6>/2 Uhr zweites Gewitter aus NW. mit tiefgehenden schwarzen Wolken und starken Güssen durch eine Stunde. Um 8 Uhr drittes Gewitter in Süd, tief- Das grösste Maximum unter allen Stationen der Niederungen Krains finden wir in der siebenjährigen Beobachtungsreihe von Weissenfels, nahe dem Ursprünge der Wurzener Save, in der Sohle des schmalen Thaleinschnittes zwischen dem Julischen Centralstock und den daselbst halb so hohen Karawanken, in Lee des 2678 m Seehöhe erreichenden Mangart und der benachbarten Bergriesen. Am 3. October 1888 wurden in Weissenfels 110 mm Niederschlag gemessen, tags darauf fielen 103 mm, also in zwei Tagen 213 mm. Mit unheilvoller Raschheit strömten die ungeheueren Regenfluten von den steilen Gehängen in das Thal hinab und richteten daselbst unermessliche Verheerungen an. gehende schwarze Wetterwolken, unter diesen in Ost herüberleuchtendes fernes Gewitter. Niederschlag vom zweiten und dritten Gewitter, um IO3/, Uhr gemessen, 40'6 mm. Um 11 Uhr viertes Gewitter aus West, das heftigste von allen. Starker Westwind. Hagelschlag, Hagelkörner von Nussgrösse mit Regen. Viele Fenster zerschlagen. Die Blitze waren anhaltend. Um 12'/, Uhr fünftes Gewitter aus NW mit heftigem Wind. Um 3 Uhr morgens abermals Gewitter aus NW mit stürmischem NW, letzterer über eine Stunde anhaltend, reinigte den Himmel von Wolken. Die Alpen bis 6000 Fuss herab von frischem Schnee weiss. Moor, Stadtwald und hinter Rosenbach theilweise unter Wasser. Gesammtnieder-schlag 97'5 mm. (Beobachter seit 1855 K. Deschmann.) In den letztvergangenen zwei Decennien sind keine so hohen Maxima beobachtet worden. Inwieweit an diesem Ergebnisse die Aufstellung des Regenmessers Schuld trägt, kann nicht entschieden werden. Sie ist gemäss Anmerkung zu Tabelle XXVI, betreffend Laibach, allmählich eine geschützte geworden. (Fortsetzung folgt.) Aus dem Weiehselburger Archive. Von Konrad Omologar. Quellen: Stadtrechnungen (S. R.), Steuerbücher (St. B.) und Urkunden. Kirche und Schule. 1552. Der Pfarrer von Weichselburg hatte ein Haus in der Stadt, davon zahlte er 1 fl. 32 kr. (S. R.) 1552. Dem Herrn Georgen Matschekh, Predicanten und geselbriesster geben von dem 52 Jarn an seiner besoldung flor. Rh. v. (5 fl.) (S. R.) 1553. (Ebendasselbe für das Jahr 1553.Ì (S. R.) 1553. Dem Schulmeister Lucas und dem Matschekh um Salue singen 13 Paczen vnd 1 funfer = 53 kr. 1 Pf. (S. R.) 1553. Den Priestern am Gottsleichnamstag nach dem alten Gebrauch der Richter (selbstverständlich auf die Stadtrechnung gegeben) Essen und Trinken um 25 kr. (S. R.) 1554. Nach dem uralten Gebrauche dem Pfarrer und Schulmeister am Gottsleichnamstag geben (ein Essen) und verzehrt 24 kr. (S. R.) 1554. Der Schulmeister hat für die Stadt einen Brief geschrieben, dafür bekommen vom Richter 4 kr. (S. R.) 1554. Den 15. Jänner hat der Richter dem Georgen Matschegkh Praedicanten und dem Schulmeister zu Weichselberg von dem Salue singen 13 Paczen 1 fünfer gegeben. (S. R.) 1554. 2. Febr. am tag Rainigung, dem Herrn Georgen Matschegkh, Predicanten zu W. geben an seiner besoldung f. Rh. 5. (S. R.) 1554. Dem Schulmeister, so er zu den Registern Pergament gegeben, hat der Richter bezahlt 3 kr.1 (S. R.) 1554. Der Schulmeister hat dem Richter etlicher Handlung vnd Raittung wegen das Essen im Pfarrhofe versäumt, beim Richter verzehrt 4 kr. (S. R.) 1554. Dem Schulmeister allhier hat der Richter von den Stadtschreibereien-Dienst bezahlt 14 fl. (S. R.) 1555. Der Richter hat dem Pfarrer und dem Schulmeister von dem «salue Singen» gegeben 53 kr. 1 Pf. (S. R.) 1555. Dem Pfarrer, Schulmeister, Meszner vnd Coadiutor singens am Gottesleichnahmbstag nach Altherkhumen ain solat (?) wein vnd Prot, für alles 12 kr. (S. R.) 1557. Schulmeister zu W. Michael Schifilo an. Derselbe ist 1559 als Stadtschreiber erwähnt. (St. B.) 1558. Dem Herrn Niclosen vnd Schuelmeister geben so sie durch das ganz Jahr Salue gesungen haben, 1 11. Rh. (S. R.) 1558. Der Pfarrer, Schulmeister und Messner erhielten nach dem alten Gebrauch ein Mahl, verzehrt 30 kr. (S. R.) 1559. Herr Phillip Pharh(e)r aufWeixlberg von paid(en) haus(ern) 1 fl. gezahlt. (St. B.) 1563. «Herr Phillip Scheneuicz Pharher von Paidheusern (gezahlt) 1 fl. 30 kr.» (St. B.) 1566. Im Steuerregister: «Michel Oppara — 1 fl.» (Steuer zu zahlen). Dabei notiert: «Ist der schuelmaister darfür In sein Hauss.» 1576. «Dem Herrn Georgen gewessten geselbriester, v. S. Anna Khirchen predigen, v. ganczen Jar, so sich des 76igsten Jars zu S. Georgen tag geendet hat, hab (ich der Richter) 5 fl. beczalt, die man nur in ainer ersten Raittung ‘ Woher konnte der Schulmeister das Pergament bekommen, als von den alten auf Pergament geschriebenen Kirchenbüchern, daher braucht man sich nicht zu wundern, dass so viele Hefte und Bücher im W. Stadtarchive in mit goth. und sogar glagolitischen Buchstaben beschriebene Pergamentblätter eingebunden, resp. geheftet sind. darumben, so ich Ims gleichwoll zu frue, Ehe ers verdient, auf bit des Herrn Pharers hinaus geben, auch derohalben, so Er geselbriester mit sein(em) Herrn Pharrer(n) etwas Sachen in strit gestand(en) vnd Vrlaub gehabt, ain guette Zeit wed(er) in ainiche khirhen noch zum essen in den Phar-hoff khumen, nit passiern wolln lassen, sein aber Herr Pharher vnnd geselbriester hernach wid(er) Verglichen worden, dz geselbriester sein Jar hinaus gedient bej Bartholomeo Montano 76igsten Jars bescheh(en) f. 5.» (S. R.) 1576. «Mit vorwissen vnnd Rath der burgerschaft, dem Herrn Pharrer Bartholomeo Montano, seinen geselbriester Schuelmaister, zweien Mesnern vnd zweien Nachpern. Nach dem Khay: mt: Erczherczogen Maximiliano höchstlöblichster gedechtnus Todtlich abgang: auf ter: furs: Durh. Erczherczog Carolus zu Österreich vnnsers genedigisten Herrn vnnd Lanndtsfürsten genedigisten aussgeschribenen Beuelch gehalten khirhen begern wegen, speiss vnnd wein geben per 2 f.» (S. R.) 1576. «Mer ainem Zimermann, so Er zwen tag hat in d(er) schuell, spanpeth, Tisch, pengkh vnd stiegen gemacht vnnd gebessert, in seiner speiss, darfür vnnd vonallen . . . . 24 kr. Rh.» (S. R.) 1576. «Die Jhenigen Nachparn, so von wegen des Pharers alhie Bartholomeum Montan, der Stift khirchen In Altenmargckht, täglicher verabsaumbten mess diennst, vnd auch derselben Zehendt verpot, dreymall von der ganncz gemainen burgerschafft geen Sittich für den Herrn Abbt mit beschwarnussen geschigkht word(en), haben verczert 48 kr. Rh.» (S. R. 1576/7.) 1576. «Am Gotsleichnambstag, hat der Herr Pharer, schuelmaister, Messner khirchen dienner, vnnd etlich nach-p(er)n dem alten gebrauch nach verzert 2 f. (S. R.) 1581. In dem betreffenden Steuerbüchel bekommen wir als Besitzerin: «Bartholomeen Montanus seligen Wittib» besteuert mit 1 f. 30 kr. (demnach war der schon früher erwähnte Pfarrer von Weichselburg verheiratet, was offenbar beweist, dass derselbe der protestantischen Confession nicht nur freundlich, sondern auch thatsächlich in dieselbe übertreten ist. (Vergleiche die Urkunden unten.) 1581. 15. Febr. Der Schulmeister und der Gesellpriester hatten die Kost beim Vicar. Des gewesenen Vicars Barth. Montana sei. Haushaberin, recte Gemahlin Eufemia wollte denselben keine Kost mehr geben. Abt von Sittich Lavrentius Rainer forderte die Stadtvertretung von W. auf, dieselbe hiezu zu zwingen. (Orig. Papier im W. Stadtarchive.) 1581. Ein zweites Schreiben des Abtes vom 18. März enthält dieselbe Aufforderung. (Orig. Papier im W. Stadtarchive.) 1582. 19. Okt. Graz. — Erzherzog Carl verbittet den Bürgern von Weichselburg ihren ordentlichen Pfarrer zu verachten und in das nahe Schlössl Weichselbach zu dem vom sectischen Predicanten vorgenommenen Gottesdienste zu gehen und dessen Predigen beizuwohnen, bei höchster Strafe. (Die Urkunde bereits gedruckt in den «Mittheilungen des Musealvereins für Krain», 1895, pag. 123, doch wegen Uebersicht hier erwähnt.) 1585. Item an Gotslaihnambs Abendt dem altten ge-prauch nach den khirchen Dienern alss den Priestern Schuel-maister, vnd messner ain Jausen geben vnd ain Trunkh Rh. f. 1 — 8 kr. (S. R.) 1585. Item mer hab Ich (der Richter) wegen der schuell So die Gerhaben salig(en) Hansen Stayrer Erben die selbige heysel Zu der Schuell ein geandtwort dem Zinnssman geb(en) da er dz haisell geraimbt — 30 kr. (S. R.) 1585. Item dem schuelmaister khaufft von gemeiner Statt gelt fünfif Elin Groben Leinbath die Elle pr. 20 kr. (S. R.) 1591. Im Steuerregister: Gemeiner Statt schuell erwähnt, sie zahlte jedoch keine Steuer. 1596. Item so ist ein pot vom Erczbriester alda wegen d(er) Pharherrn haltenden Taffern ime geben ein Massi wein 1 kr. 1 Pf. (S. R.) 1597. Item bey der schuell die Ve(n)ster mach(en) lassen dem glaser geben — 24 kr. (S. R.) 1597. Item zait dem Jerny Zwegkh bay der schul vnnd khlainen Thuerlain gemauert vnnd gebessert sain Lon Ime geben 40 kr. (S. R.) 1597. Dem Statt Pötten geben so er bay der schuell Prunn vnnd khasst(en) gepessert 28 kr. (S. R.) 1598. Item so beczalten wier, so man den schnee bej Gemainer Statt an dem dach der schuel, Comaun vn(d) andern orten den schnee abgeworffen 13 kr. 1 Pf. (S. R.) 1599. Damals war Pfarrer Jörg Khoslouitsch. Dem Gesel-priester Peter Wagner zahlte die Stadt 5 f. Rh. (St. B.) 1600. Den 17. Jänner bezahlte die Stadt den Arbeitern, welche den Schnee von Comaun, Fleischbänken, Schuell und am Thor abgeschoren 12 kr. (S. R.) 1600. Drei Rathsherren und der Stadtschreiber sind zum Herrn Pfarrer wegen des Gesellpriesters, Schulmeisters vnd Thäls Gottesdienst geschickt worden. Verzehrt haben sie beim Richter 52 kr. (S. R.) 1600. Der Stadtschreiber ist in den Pfarrhof wegen des Hannsen Wuttalic^ den zu einem Gesellpriester zu haben, geschikt worden. Der Pfarrer erhielt für den Gesellpriester 5 f. Besoldung. (S. R.) 1613. «Den 29. April, da meine Herren» (so schreibt der Rechnungsleger) «den Jeczigen Schuelmaister Mathiasen Mar; khauitsch aufgenommen, ist über sein Leihkauuff auf (die) Statt geblieben 1 f. 12 kr.» (S. R.) 1613. Am Tage Corp. Christi für das Nachmahl den Herren Pfarrer, Kirchendienern und meinen Herren (Räthen, gegeben) 4 f. 41 kr. (S. R.) 1615. Mehr dem alten Schuelmaister mit Bewilligung meiner Herrn geschenkt 1 f. (S. R.) 1615. Als man den Stadtschreiber und den Schulmeister verdingt, haben die (Raths) Herren verzehrt an Wein und irden Speise 2 f. 15 kr. Item dem Schuelmaister geben laut Quittung 3 fl. 22 kr. (S. R.) 1618. Dem Pfarrer, Geselpriester und mehreren J>piel-leuten ein Nachtmahl am Frohnleichnamstag gegeben per 9 fl. 5 kr. (S. R.) 1618. Mer am Sontag post festum Corporis Christi geben den die an Statt Thörn gestanden 16 kr. (S. R.) 1618. Mer als man den Schulmaister an vnd aufgenommen, damallen bey mir in gegenwart etlicher Herrn verzehrt 1 f. 46 kr. 2 Pf. (S. R.) 1618. Item als man den Schuelmeister vmb losamnd(?) versehen vnd mit M. Hiert accordirt, danamben verzert worden 1 f. 49 kr. 3 Pf. (S. R.) 1620. Christoph Mertlicz, Schulmeister zahlte von seiner Behausung Steuer 1 f. (Steuerbuch.) 1621. Die Stadt klagt den Vicar Georg Sonze. Sein Vorforderer war Andr. Paulitsch. (Urkunde im Stadtarchive.) 1623. Als man die Steuern eingefordert un den anderen Schuelmeister für das Jahr verdingt, (hat man verzehrt) 12Virtel Wein und 5 f. 30 kr. fürs Essen, zusammen 10 f. 18 kr. (S. R.) 1623. Mer erkhaufft, von Herrn Skoda dem Schulmeister ein Par Tuch (rjuha) Strosakh vnd gehill oder Kholter 6 f. 30 kr. (S. R.) 1623. Item als man den Vira (Ulrichen) Schuelmeister ferdingt, in Wein und Brot (verzehrt) 4 f. (S. R.) 1623. Zalt ich beimb Herrn Skoda für den Schulmeister vnd soll an seiner Besoldung abgerichtet werden 2 f. (S. R.) 1623. Zalt Michellen Nauschidt, Schulmeister alhie Seine völlige statthabende Beczalung 12 f. (S. R.) 1624. Das Nachtmahl zu Process dem Pfarrer, Gesellpriester, Schulmeister und etlichen Herren aus dem äusseren Rath (aus dem Stadtsäckel) gekostet 8 f. 9 kr. (S. R.) 1626. Vlas (Blaž) Pilkho wurde als Schulmeister aufgenommen. (S. R.) 1627. Der Landschaftsbote hat ein Generale wegen der Religion nach Weichselburg gebracht, bald darauf wieder ein anderes Generale wegen der Luthrisch relig. (S. R.) 1628. 7. September. Contract zwischen dem Richter und Rath der Stadt Weichselburg einerseits und dem Pfarrer daselbst anderseits wegen der gestifteten täglichen Messe der 1464 gestifteten Caplanei in der Kirche U. L. F. in Altenmarkt, dass der Pfarrer aus diesem Beneficami jeden Sonntag und andere Täge in der Stadtkirche St. Anna eine Frühmesse zu lesen schuldig ist. (Orig.-Urkunde). 1630. Item als Herr P. Joannes Hotscheuer Aug. Ordens Priesster. von Herrn P. Georgio Prioren zu Laybach, wegen des alhie vorhabendten Clossters gebey hierhero angelangt vnd deshalben die Supp(lication) Eingelegt, darauff Inen vnser Lieben Frawen. Khierhen. als Gemeiner Statt aigenthumbliche Caplaney. Mit vorergehendem khay: allergsten Consenss, vnd Ihrer Herrn L: Vicz: vorwiss(en), mit Einhölikhlih Rath pe-williget worden. Damals die Herrn bey mir (Richter And. Passigkh) verzert 2 f. 35 kr. (S. R.) 1630. Am Frohnleichnamstage hat die Stadt auf zweien Tischen (der Geistlichkeit etc.) das Nachtmahl gegeben, wobei man verzehrt hat in Wein 6 f. 42 kr. in Speise 4 f. 52 kr., zusammen 11 f. 34 kr. — Denjenigen, die bei der Prozession geschossen, gab man Wein und Speise per 42 kr. (S. R.) 1632. Als der Schulmeister durch die Herrn (vom Rathe) an vnd auffgenomben worden, ist in Wein vnd speys auf-khumen 44 kr. (S. R.) 1671. Am St. Florianitag denen Geistlichen und etlichen Herren das Frühmahl per 4 f. 10 kr. (S. R.) 1673. Am 4. Mai am St. Florianitag nach verrichteter verlobten Prozession denen Geistlichen und noch 5 anderen Herren ein Mittagsmahl gegeben per 3 f. 58 kr. (S. R.) 1675. Am St. Florianitag für die angelobte Procession den Geistlichen anstatt des Frühmahls das Salarium allen gesammt dem Pfarrer, Caplan, Schulmeister und Messner * 1 f. 44 kr. Bei der Frohnleichnamsprocession, wie gewöhnlich den Geistlichen und einigen andern ein Mittagsmahl, gekostet 8 f. 15 kr. 1 Pf. (S. R.) 1677. 20. Juni. Denen Heren Geistlichen, welliche Himmel getragen, vnd sonsten denen Administranten, welche bey der Procession bey gewohndt deren in die 19 Person sich befunden, Malzeit in Speis 18 liber, 40 virtel wein à 8 soldi — 16 liber = 7 f. 34 kr. (S. R.) 1682. Marx Srakar, Pfarrer und Franz Leonsperger, Caplan zu Weichselburg. S. R. 1701. Der Richter und Rath von Weicheiburg klagten den Pfarrer M.(agister) Johann Khunstel beim Abte von Sittich wegen einiger Eingriffe in ihre Rechte, insbesondere noch wegen der Versäumung der mit dem Contraete vom September 1628 von ihm in der Stadtkirche zu lesenden hl. Messen. (Urk.) 1748. Der Richter kaufte in Laibach Schiesspulver. Demnach war in Trstenik keine Pulvermühle mehr, wie in den Jahren 1611, 1616, 1629, 1670, 1677. S. R. 1750. Fortunat Skubiz, Bürger und Schulmeister zu Weichselburg, gestorben 28. Mai 1764. (Pupilartabele und Gerichtsprotokoll, 1771 resp. 1750.) 1780. Den Musikanten für den Frohnleichnamstag und am weissen Sonntag 2 f. Für 2 Pfd. Hacken- und 2 Pfd. Scheibenpulver 8 f. gegeben. Demjenigen, der die Toppeihachen abgefeuert 17 kr. Dem Sitticher Geistlichen am weissen Sonntag gegeben seine Gebühr 1 f. 8 kr. (S. R.) 1781. Der Stadtrichter gab am Sonntag nach dem Frohnleichnamstag die Mahlzeit. Das Essen kostete 4 f. und der Wein 5 f. 36 kr. Dazu 7 Pfd. Pulver für 3 f. 30 kr. (S. R.) (Die Besprechung folgt.) Kleinere Mittheilungen. Versammlungen von Freunden der Naturwissenschaften in Laibach im Jahre 1849. In den «Berichten über die Mittheilungen von Freunden der Naturwissenschaften in Wien», gesammelt und herausgegeben von W. Haidinger, Wien, 1850, VI. Bd., finden wir Nachrichten über Versammlungen von «Freunden der Naturwissenschaften in Laibach» im Jahre 1849. Angeregt durch den Geologen A. v. Morlot wurde daselbst am 10. Juni genannten Jahres die erste Zusammenkunft gehalten und der Beschluss gefasst, wöchentliche Versammlungen zu veranstalten und dabei neuere Ergebnisse naturwissenschaftlicher Untersuchungen zur Sprache zu bringen. Hauptsächlich durch die Bemühungen und den Eifer des Herrn Custos Freyer wurde seither diesen Versammlungen ein regelmässiger Fortgang gesichert. Ausser ihm betheiligten sich bei den Vorträgen hauptsächlich die Herren Prof. Petruzzi, Ferd. Schmidt, Hauptmann Watzel, Karl Deschmann, Cooperator A. Urbas, Peter Kosler u. a. Die Berichte über diese Versammlungen wurden im «Illyrischen Blatt» in deutscher, dann auch in der Zeitschrift «Kmetijske Novice» in slovenischer Sprache veröffentlicht. In den acht Versammlungen der Monate Juni und Juli 1849 (über welche die uns vorliegenden «Berichte» mittheilen) wurden zahlreiche, die Flora und Fauna, die Geognosie und Paläontologie Krains betreffende Funde besprochen, seltene oder neu entdeckte Pflanzen und Thierspecies vorgewiesen und beschrieben, Anleitungen zum Sammeln, Präparieren und Versenden von Naturalien gegeben. So wurden unter anderem Heleochariscarniolica Koch, Odontiteslinifolia Lam., Freyera Biasolet-tiana Meiss., Pupa Freyeris Schmidt, Nebria Stentzii, Helix lenkozona Ziegler, Depressaria Schmidtella Mann, Crepidodera alpicole Ullrich, Ephippigera ornata etc. den versammelten eifrigen Naturfreunden vorgezeigt und besprochen. In der Versammlung vom 17. August 1849 legte Prof. Petruzzi seine Ansichten über eine durch L. Prettner (in Klagenfurt) bekanntgemachte meteorologische Erscheinung vor. Es wurde nämlich durch die Beobachtung festgestellt, dass am Obirgipfel, in 2047 m Seehöhe, im Winter zu gewissen Zeiten eine höhere Temperatur herrschte, als in der Ebene. Prof. Petruzzi fügte noch die Beobachtung hinzu, dass Ende December 1848 die Temperatur in Weissenfels einige Tage höher war, als in Laibach. Herr Hradecky bemerkte, dass auch zu Radmannsdorf im verflossenen Winter die Temperatur manchmal höher als im Tieflande war. Die seitdem ins Leben getretenen wenigen meteorologischen Stationen Oberkrains haben diese Erscheinung, welche in ausgezeichneter Weise im benachbarten Gebirgsbecken Kärntens entwickelt ist, bestätigt. Auch kann man aus den täglichen modernen Wetterkarten (welche in Laibach öffentlich zur Kenntnisnahme ausgestellt werden) nicht selten ersehen, dass auf dem Obirgipfel, namentlich in der kälteren Jahreszeit, eine höhere Temperatur herrscht, als in Laibach. Die heutige Wissenschaft hat auch die physikalische Erklärung dieser in Gebirgsgegenden überhaupt verbreiteten «Temperaturumkehrung» gegeben. Man vergleiche hierüber «Das Klima von Krain» (Mittheilungen des Musealvereins), I. Theil, § 1, 6, 10, 13, und insbesondere III. Theil, A, § 1. f. s. * Statistisches über die Bevölkerungsbewegung-im Jahre 1786. Die Bedeutung und den Wert der Statistik verkennt gegenwärtig niemand mehr; um so wichtiger müssen uns behufs Vergleichung Angaben aus früherer Zeit erscheinen und verdienen dieselben auch deshalb der Nachwelt erhalten zu werden. Selten sind amtliche Ausweise über Geburten und Todesfälle besonders nach Geschlechtern getrennt ; wir veröffentlichen deshalb nachfolgende Tabelle, welche sehr interessant ist, weil man daraus über die Verhältnisse in Steiermark, Kärnten und Krain belehrt wird. Benanntlich Trau- ungen Geboren Gestorben Männ- lich Weib- lich Zu sammen Männ- lich Weib- lich Zu- sammen J Steiermark | In der Hauptstadt Graz 259 473 464 937 396 332 728 In dem übrigen Lande 5.997 12.859 12.317 25.176 10.984 10.425 21.409 Zusammen in dem ganzen Herzogthum Steiermark 6.256 13.332 112.781 26.113 11.380 10.757 22.137 26.113 22.137 J In Kärnten In der Hauptstadt Klagenfurt 62 173 129 302 148 123 271 In dem übrigen Lande 1.508 4.386 4.060 8.446 3.373 3.181 6.554 Zusammen in dem ganzen Herzogthum Kärnten 1.570 4.559 4.189 8.748 3.521 3.304 6.825 8.748 6.825 J In Krain In der Hauptstadt Laibach 111 197 193 390 203 212 415 In dem übrigen Lande 3.330 7.458 7.044 14.502 5.941 5.878 11.819 Zusammen in dem ganzen Herzogthum Krain 3.441 7.655 7.237 14.82 6.144 6.090 12.234 14.892 12.234 O. G. Herausg. u. verlegt vom Musealvereine f. Krain. — Druck von Kleinmayr & Bamberg in Laibach.