XI!!. Zadrg Jänner 1910 ."-E WMolMe MtsstiW-Meitsichrlft der Sühne bes heiligsten Herzens Jesu. ^ Organ deß Marirn-VerrinS für Afrika. .... Der Heilige Vater Papst Pius X. hat der Redaktion, den Abonnenten und Wohltätern den apostolischen Segen erteilt. Mit Empfehlung vieler hochwürdigster Bischöfe. Erscheint monatlich einmal und kostet jährlich mit Post 2 K — 2 Mk. — 3 Franken. Redaktion und Administration: /Idijstonsbaus /DMlIanb bet JBrtien, Tirol. ==■■■■ - ■■■■ ■ ■ Irr Hatt: ------------------------ ■■■■ — An unsere Leser 1. — Die Bolksstämme im Bahr-el-Ghazal 2. — Rätsel der Schillnkneger 5. - -Aus dem Missionsleben: Unter den Dschur 8. - Ans der Negerschule in Tonga 11. — Ein Besuch auf einem arabischen Markt 12. Der dreibemige Löwe 16. — Heiteres 16. — Unterhaltendes: Schwarzes Elfenbein 17. Verschiedenes: Die Schlafkrankheit: in Belgifch-Kongo 2 k — Kampf mit einer Wesenschlange 24, — Ein Gradmesser der allgemeinen Bildung 24. Abbildungen: Die Katechumenen von Attigo wünschen den geehrten Lesern ei» reich gesegnetes neues Jahr. — Ein arabischer Markt. — Sudanesischer Zauberer. — Bei der Toilette. — Bischariner Jüngling. — Bischariner-Mädchen. Empfehlenswerte Bücher und Xeitfdnxitten. (Bebelligtes Kahr. Lehren und Beispiele der Heiligen in kurzen Lesungen für alle Tage des Jahres. Nach dem Italienischen frei bearbeitet von Doktor Fr ixd ri ch H e n s e. Mit Approbation des hochwst. Herrn Erzbischofs von Freiburg. Vierte Auflage. (Äszetische Bibliothek.: 12". (XII u. 528.! Freiburg und Wien 1909, Herdersche Berlagshandlung. Mk. 2.80 --= Kr. 3.36; geb. in Kunstleder Mk. 3.50 = Kr. 4.20. Ein Hilfsmittel des innerlichen Lebens ist das Geheiligte Jahr, „eines der besten Bücher aus der .Herderschen Aszetischcn Bibliothek". Dasselbe bietet für jeden Tag des Jahres als kurze Lesung über eine Tugend „eine Blumenlese der kostbarsten Blüten as-zetischen Lebens" aus den Schriften und dem Leben der Heiligen — dazu eine vortreffliche Beigabe über die letzten Dinge für einen Monat — und faßt die daraus sich ergebenden Entschlüsse zusammen in einem kernigen Gebete. Die früheren Auflagen wurden von der Kritik gelobt als „ein Buch, das die Tugend lieb und damit leicht zu machen verstehe", das geeignet sei „zur täglichen geistlichen Lesung, für den Beichtstuhl", das zu empfehlen sei allen heilsbegierigen Seelen, Srdens-lenten, Seelsorgern, insbesondere Vielbeschäftigten, die unter Umständen auch nach diesem Buche ihre tägliche Betrachtung machen könnten. Das Urteil dürfte auch für diese vierte Auflage gelten, die, wesentlich dieselbe wie die dritte, aber au kleinen Mängeln verbessert ist. Die /Ibeßgebete Oer '(Ruche. Eine Beigabe und Ergänzung zu den liturgischen Andachtsbüchern von P. Anselm Schott 0 S. B. Zusammengestellt von John n n BaP t. Maier, erzbischöfl. Seminarpräfekt und Religionslehrer an der königl. Prcipa-randenschule in Freising. Mit Approbation des hochwst. Herrn Erzbischofs von Freiburg. Zweite Auflage. 12°. (VIII u. 50.) Freiburg u Wien 1909, Herdersche Verlagshandlung. Preis steif broschiert Mk. -.30 --- Kr. —.36. „Die Meßgebete der Kirche" können als eine Vorbereitung und Ergänzung zu Schotts Meßbüchern für die oberen Klassen der Volksschule, für höhere Töchterschulen, lateinlose Mittelschulen und überhaupt für das Volk dienen. Den Kindern werden sie die-selben Dienste, leisten wie „Schott" den Erwachsenen. Empfehlenswerte Schriften für Katholische Töchter (und Frauen). Zusammengestellt von G. Rohr, Religionslehrer. Achte Auflage. 46. bis 50. Tausend. Preis Mk. —.30 = Kr. —.36. Verlag von Breer L Thiemann, Hamm'Westfalen). Zum achten Male wandert dieser Literaturführer hinaus, das 46.—50. Tausend findet nun seine Verbreitung. Es sind keine Massenauflagen gewesen, langsam und anspruchslos hat er einen bestimmten Kreis von Benutzern gefunden im In- und Ausland, welche sich gern seiner Führung überlassen. Nach' wie-, vor bietet der Katalog das bewährte Alte. Es ist da viel Gutes und Schönes, daß das Alte oft weit überholt und nicht übersehen werden darf. Auch aus dem Gebiete der Knust hat er das eine oder andere herausgegriffen. Das gilt besonders von den Vervielfältigungen von Bildern alter und neuer Meister, wovon wir heute so viel Schönes besitzen. Die Auslese daraus will nicht erschöpfend sein) sie gibt Kostproben, aber nicht ■ die schlechtesten. Das Ziel des Herausgebers war: von allen einschlägigen Gebieten etwas und nur Gutes. Höchst interessant sind die einleitenden Artikel: „Anregungen für unsere Töchter zur Mithilfe bei der Volksgesundnng" und „Einige Gedanken über Lesen und Bücher". Die Fahne /Ißariens. Sodalen-Korrespondenz für Marianische Kongregationen. Erscheint jährlich zwölfmal. Preis pro Jahrgang Kr. 2 60, für Deutschland Kr. 3.—. Administration Wien, IX./4., Lujt-kandlgasse 41. Das Bllfabetb=3BIatt und das Ave /Ihana, herausgegeben bom K a t h oli s ch e n P r e s; v e r e i n in Linz. Sehr schön und billig. Das "Meine Ave Maria, eine nette Kinderzeitschrift. Dem Memento der hochw. Missionäre und dem Gebere aller Leser werden die folgenden Verstorbenen empfohlen: Se. bischöfl. Gnaden Dr. Emanuel Scfjöbel (Bischof von Leitmeritz), gest. am 28. November. — Frl. Maria Zuchristian (St. Pauls). — Frau Aloisia Scibcrl Wien). — Se. Gnaden Prälat Seb. Schneider, Dekan und Stadt-pfarrer (Stuttgart). — Frau Maria Seidl (Solling). — Hochw. Herr Pfarrer Anton Dgnr (Bonzoviea). — Herr Johann Hessenberger (Altmünster). „Herr, gib ihnen die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihnen!" lscholischeHIiKUNsreitschnst iler Zohne dee heiligsten herreus Jesu' (Organ des Marion-Vereins für Afrika) « Dient vornehmlich der Unterstützung und Ausbreitung der Mssionstätigkeit Oer Sohne des betiigsten Iberzens Aesu und sucht Verständnis und werktätige Liebe Oes /iktssionsvverkes in Mort und Schritt zu fördern. Das Arbeitsfeld dieser /iiMfsionäre ist der Sudan (Lentral-Atrika). Der „Stern der Neger" erscheint monatlich und wird vom Missionshaus Milland bei Brixen (Südtirol) herausgegeben. Bbonnementspveis ganz;übrig mit ipostverfendung Ilrr. 2.-, Mb. 2.— , Fr. 3.—. Der Heilige Vater Papst Pius X. hat der Redaktion, den Abonnenten und Wohltätern den Apostolischen Segen erteilt. Für die Wohltäter werden wöchentlich zwei heilige Messen gelesen. Mit Empfehlung der hochwürdigsten Oberhirten von Brixen, Brünn, Leitmeritz, Linz, Olmütz, Marburg, Trient, Triest und Wien. Dett l. Zünner 1910. XIII. Zabrg. An unsere Weser! Wir entbieten unseren verehrten Lesern und Wohltätern Frohe, gnadenreiche Weihnachten und ein gesegnetes Wen es Jahr! Mit diesem Wunsche beginnen wir den 13. Jahrgang unserer Missionszeitschrift „Stern der Neger". Zugleich danken wir allen lieben Lesern und Wohltätern für manches Opfer, das sie für unser heiliges Werk gebracht, und hoffen, daß uns im neuen Jahre nicht nur alle treu bleiben, sondern noch neue Freunde und Abonnenten gewinnen werden. Sollte das ergreifende Apostelwort des Fürsten Löwenstein, das wir im Dezemberheft wiedergegeben, fruchtlos verhallt sein! — Wir rufen nochmals mit dem gefeierten Redner: „An alle, auch an die Laienwelt, ist der Missionsbefehl ergangen. Und wenn das Christentum jetzt nicht einen Siegeszug durch die Welt beginnt, wenn Christus Schmach erleidet vor den Augen der Heiden, dann werden auch wir hier den Rückschlag dieser Niederlage verspüren." — Darum auf zu kräftiger Arbeit für den heiligen Glauben, „helfen wir ihn hinaustragen in alle Welt", auch zu unseren ärmsten Brüdern in Afrika! Milland bei Brixen, 10. Dezember 1909. Sä Ver Scbaütciir. Die IDolfcsstämme im Rakr-el--Skazal. I. Ikennzejcbeii — Anlagen — ^Beschäftigung. Wer in der Bahr-el-Ghazal-Provinz reift, wird von der großen Verschiedenheit der Vvlksstämme überrascht. Er sieht da Menschen vereinigt, die verschieden sind an Charakter, Sprache und Gebräuchen. Alle diese kleinen Volksstämme kann man nach ihrem Wohnort in zwei Abteilungen einteilen: die im Norden und Osten wohnenden sind Hirtenvölker, ackerbautreibende die übrigen. Diese letzteren weisen jedoch wesentliche Unterschiede von den anderen ans und von diesen soll hier die Rede sein. * * * Von mächtigeren und wilderen Völkern wurden sie mehr nach Norden zusammengedrängt und zeigen viele Ähnlichkeiten untereinander, so daß man sie als Abkömmlinge einer großen Familie betrachten kann. Im allgemeinen von nicht anziehendem Äußeren, besitzen sie eine untersetzte und kräftige Gestalt, einen hellen Kopf, sind von sanfter Gemütsart und lieben fast durchwegs die Arbeit und die Reinlichkeit. Das ersieht man aus der Form ihrer Hütten, aus dem ganzen Gehöfte, aus dem Speicher und der ganzen Einrichtung. Sie haben verschiedenartige Stühle, die sehr-praktisch sind, und die Angareb oder Matten, auf denen sie schlafen, sowie die übrigen Gerätschaften sind recht nett und reinlich. Jeder Familienvater verbirgt unter der Erde seine Barschaft, die aus einer Anzahl von Schaufeln besteht, und die güte Wirtschafterin hält einen Vorrat von Durra (Korn), von Hirse und Sesam usw. für die Zeit der Not gut aufbewahrt. Sie verstehen es ausgezeichnet, sich für die Speisen Gewürze zu verschaffen: verschiedene Samen liefern ihnen das Öl, die Asche einiger Pflanzen das Salz, unser Pfeffer wird durch den viel stärkeren roten ersetzt. Sie spinnen die Baum- wolle, die hier wild wächst, weben dann auf sehr einfachen Webstühlen Stoffe, hie sehr stark sind: auch gerben sic selbst Haute mit ätzender Baumrinde und verfertigen dann Schuhe und Waffentaschen aus dem Leder. * * * Meisterhaft verstehen sie sich auf die Jagd, besonders mittelst Schlingen und Fallen: mit großen Netzen fangen sie Gazellen und Antilopen, deren Fleisch sie entweder an her Sonne trocknen oder auf einem Roste räuchern, um es dann aufzubewahren. glicht weniger erfahren sind sie int Fischfang und verlegen sich darauf in der Regenzeit, mehr aber noch in der trockenen Zeit. Wenn dann das Wasser im Fluß gefallen ist und die Zuflüsse großenteils ausgetrocknet sind, begeben sich ganze Karawanen in den Wald in die Nähe eines Baches, der stellenweise noch Wasser hat, in dem sich eine Menge Fische befindet. Die Leute verlassen deshalb ihre Hütten, stecken zwei Hölzer als Wache vor die Tür und ziehen, beladen mit ihren Kleinen auf dem Rücken, mit Töpfen, Mehl, Salz und Pfeffer und mit Lanzen verschiedener Größe zum Ort des Fischfanges. Vor allem suchen sie dann int Walde gewisse Früchte, Blätter und Rinden, woraus sie einen Brei bereiten, den sie mini oder ie (Arznei für den Fisch) nennen, und werfen ihn in das Wasser. Gierig kommen die Fische und nagen daran, doch bald sieht man zuerst die kleinen, dann die großen Fische, wie vom Schwindel erfaßt, herumtaumeln, als ob sie betrunken wären. Da ergreifen die Neger ihre Lanzen und spießen sie auf, wenn sie an die Oberfläche kommen-, der Fang ist immer sehr ergiebig ; mancher der Fische wiegt über 20 Kilogramm. Hierauf kommen die Frauen, schneiden sie in Stücke, reinigen sie, dörren sie an der Sonne und dann kommen sie in den Topf. Nach gehaltener Mahlzeit kehrt jeder mit seiner Beute ins Dorf zurück. * * * Interessant ist auch die Jagd ans eine große Mäuseart, die sie fahr-ambüs (Gras-mans) nennen; diese Jagd fällt ebenfalls in die trockene Zeit. Die Neger suchen die Orte msfindig zu machen, wo sie sich am meisten aushalten, und zünden dort in der größten Hitze gegen Mittag an verschiedenen Punkten Feuer an. Die Mäuse kommen aus ihren Löchern heraus, springen wie närrisch herum, suchen einen freien Ausweg und laufen so gerade den Leuten entgegen, welche, mit Stöcken und Lanzen bewaffnet, dieselben empfangen tmb totschlagen. Es ist unglaublich, mit welchem Interesse die Neger ans diese Jagd gehen: wenn sie aber wüßten, welch ein ausgezeichneter Bissen ihnen dadurch entgeht, würden sie diese Tiere nicht so vertilgen. Schweinfurth steht nicht an, ihr Fleisch mit dem des Schweines oder Kalbes zu vergleichen, und Gessi Pascha lachte über unser Beefsteak und Kotelett. Sie gleichen übrigens dem Meerschweinchen, doch sind sie größer und nur mit wenigen Borsten bedeckt. * * * Auch sind diese Neger tüiyitge Bienenzüchter. Ein Baumstamm wird ausgehöhlt, auf einer Seite mit Lehm verschmiert und der Bienenstock ist fertig; so wird er neben der Hütte auf einen Strauch gestellt. Zweimal des Jahres nehmen sie den Honig aus, doch ohne den Stock zu zerstören. Des Nachts wird bei Fackelbeleuchtung der Lehm von einer Seite entfernt und man nimmt die Honigwaben heraus, jedoch läßt man genügend als Futter für die Bienen zurück. Weniger vorsichtig gehen sie mit den wilden Bienen im Wälde um, denen sie alles rauben und mit Gier selbst die Brutwaben nehmen. Wenn einmal hier bessere Straßen angelegt sein werden, so wird der Honig, dank seiner besonderen Güte, ohne Zweifel ein Handelsartikel werden. * * * Im Süden der Bahr-el-Ghazal-Provinz herrscht absoluter Mangel an Zugtieren; sowohl Ochsen als Pferde können der Tse-Tsefliege und unzähliger anderer Insekten halber nicht bestehen. Dieser Stand der Dinge brachte die Leute notwendigerweise dahin, sich viel mehr ans den Ackerbau zu verlegen als die Hirtenvölker und infolgedessen auch das Eisen zu bearbeiten, um sich ihre Gerätschaften zu verfertigen. Das Kupfer, woran die Provinz sehr reich ist, wird ebenfalls verarbeitet. * * * In der Musik sind sie anderen Stämmen ebenfalls voraus, obgleich ihre Instrumente nur recht einfach sind. Interessant ist der Ron go, ein eigenartiges Musikinstrument. Der Ton wird von mehr oder minder harten Holzplatten gebildet, welche über einem einfachen Resonanzkasten befestigt und mittels Hölzern, die mit Kautschuk überzogen sind, angeschlagen werden. Dieses Instrument zusammen mit der Harfe, die gleichfalls eigenes Fabrikat ist, gibt einen sehr angenehmen, süßen Ton und die Neger begleiten damit ihre Gesänge. II. 'IRellgion. Im Bahr-el-Ghazal herrscht im allgemeinen der Glaube an eine Gottheit, doch ist der Geist dieser Völker durch eine Unzahl von abergläubischen Gebräuchen und Mei-nungen sehr verdunkelt; sie stellen sich deshalb Gott in der sonderbarsten Weise vor. Sie geben die Existenz eines höchsten Wesens zu, das von den Golo Tisö, von den Udoko, Bari und Belanda Mbili genannt wird. Diesem wird die Schöpfung des Weltalls und das Recht über Leben und Tod eines jeden Menschen zugeschrieben-, seine Größe jedoch, das Unabänderliche seiner Ratschlüsse und auch, wie sie meinen, die geringe Sorge, mit der er sich der Welt annimmt, bewirken, daß sich die Leute kaum um ihn bekümmern: daher wenden sie sich mit Vorliebe einer anderen Gottheit zu, welche sie Bace nennen, eine Art Hausgott, die mit den Laren der Römer verglichen werden kann. Einige halten ihn für den Geist der Verstorbenen, die sie mit abergläubischem Kult verehren, weil sie ihnen großen Einfluß auf die Menschen zuschreiben: nach anderen ist es ein Gesandter des großen Geistes, der sich der besonderen Angelegenheiten jedes einzelnen Menschen annimmt. Aus diesem Grunde wird nicht gesät, bevor man nicht das Samenkorn dem Bace aufgeopfert hat: man ißt nicht von der neuen Ernte, ohne zuvor die Erstlingsfrucht ihm gebracht zu haben: man unternimmt keine Reise, bevor man ihn nicht durch Opfer befragt hat. Ein guter Jäger sagt nie: ich habe dieses oder jenes Wild geschossen, sondern Bace hat den Schuß gelenkt, Bace hat die Gazelle, die Antilope, den Elefanten getötet und ihm wird ein Teil der Beute am Ort, wo sie erlegt wurde, geopfert, hierauf aber von den Freunden und Verwandten, vorzüglich aber von den Weibern und Kindern verzehrt. Bace muß jedoch eine tüchtige Portion Spott- und Schimpfnamen anhören, wenn etwas nicht gelingt. Nicht selten hört man sagen: Bace volo i gi (Bace hat dies mißlingen gemacht) — Bace biagi (Bace hat eine gute Jagd verhindert) und das mit Titulaturen, die wenig lehrreich und nicht zu wiederholen sind. * Ergreifend sind die Totenfeierlichkeiten. Ist ein Familienglied gestorben, so beginnen alle zu weinen und die Frauen erheben geradezu ein herzzerreißendes Klagegeschrei. Bald füllen sich die ganze Hütte und der Hof mit Leuten, welche weinen oder schweigend herumschauen, so daß alles einen düsteren und melancholischen Eindruck macht. Ist eine gehörige Anzahl versammelt, so wird ein Chor angestimmt, der einen großen Teil der Nacht fortdauert. Bald besingt ein Sänger, öfter aber eine Sängerin die Taten des Verblichenen und der ganze Chor wiederholt im langsamen und gemessenen Tempo dasselbe. Von Zeit zu Zeit wird der Gesang von Trommelschlag, von Gewehrschüssen und von schrillem Geschrei der Frauen unterbrochen, so daß alles bei Nacht einen erschütternden Eindruck macht. Nachdem das Grab mehr als metertief aufgeworfen und schön geglättet ist, wird auf dem Grunde eine Matte ausgebreitet und darauf der Tote, der in ein großes Tuch gehüllt ist, hinabgelassen. Darüber errichten sie mit Pfählen eine Art Gerüst, das mit einer Matte belegt wird. Darauf wirft nun der nächste Verwandte oder der Dorfhäuptling als erster etwas Erde, hierauf alle übrigen, indem sie dabei ein ohrenbetäubendes Geschrei ausstoßen und Schüsse abfeuern. Nachdem die Leute fort sind, schneiden sich die Weiber die Haare ab, welche sie mit den vom Verstorbenen gebrauchten Sachen und mit Asche vermengen und dieses alles auf den Weg streuen, der vom Saatfeld des Toten bis zum Walde führt. Während mehrerer Tage werden die Gesänge bis tief in die Nacht fortgesetzt. Wenn genügend Merissa (Bier) bereitet ist, ruft man Verwandte und Freunde zum Totentanz, während dessen wird das Grab mit Erde von Termitenhaufen zugedeckt und gut geglättet, daß kein Wasser eindringen kann, und darüber eine kleine Hütte errichtet. Vom ersten Tage an tu erben auf das Grab Merissa und einige Kürbisschalen voll Speise gestellt: ungefähr ein Jahr nach dem Tode Ter Geist des Toten lebt jedoch noch in werden Steine ans das Grab gelegt und der Familie und man befragt ihn in den damit ist jede Totenfeierlichkeit zn Ende. | wichtigsten Angelegenheiten des Hanfes. IRätfel bet ScMilnhicger. ©e sammelt von Ibocbw. P. Wildelm J8 an bolder F. S. C. Das traute Bild von Vater, Mutter und Kindern, die ans einer Schüssel essen, ist im Lande der Schillnkneger ein unerreichbares Ideal: die jüngsten Kinder würden den älteren gegenüber zu kurz kommen und diese wieder den Eltern gegenüber. Es scheint unmöglich, ist aber wahr, daß die Schillnk beim Essen kein Maß und keine Rücksicht kennen. Es ist deshalb eine weise Sitte, daß die Männer eines Dorfes für sich, die Frauen für sich, die Jünglinge und Jungfrauen, die Knaben und Mädchen alle in Gruppen für sich essen. „Gleiche Hände gehören zusammen", ist das Motto der Gruppenbildnng beim Essen. Nach dem Essen bleiben die so gebildeten Gruppen beisammen und unterhalten sich ihrem Alter und Stande gemäß: die Männer sprechen von Politik und von der goldenen alten Zeit, die Frauen schwätzen von schönen Kleidern und stolzen Ochsen — die als Kaufpreis für diese oder jene Tochter ihres Geschlechtes bestimmt sind. Die Jünglinge erzählen von vollbrachten Heldentaten und kühnen Jagden: die Jungfrauen bauen Luftschlösser und erwählen sich unter den Strammen die Die Kinder — Knaben und Mädchen — erfinden Geschichten, lösen Rätsel und erheitern sich an alten Fabeln in neuem drolligen Gewände. Wollte ein Jüngling sich zu den Alten setzen oder ein kleines Mädchen dem lauschen, was die Jungfrauen sich erzählen, so würden beide mit Schimpf abziehen müssen. Was die Alten wissen, wird der Jüngling erfahren, roam er einmal in die Gruppe der Männer aufgenommen ist usw. Ich will mich mit dem beschäftigen, was die Gruppe der kleinen Hände und Köpfe in den Abendstunden treibt, nämlich mit Rätsel-Anfgeben und -Losen. Man sitzt dazu im Halbkreis; das intelligenteste Kind gibt das Rätsel auf: wer's zuerst gefunden hat, sagt es heraus. Sehr viele Rätsel habe ich den Kindern selbst abgelauscht: jetzt bringen die Kinder mir jedes Rätsel, von dem sie meinen, daß es mir noch neu sei, mit derselben Freude, mit der sie mir Schmetterlinge und Käfer zutragen. Ich bringe nur die Rätsel, die leicht verständlich, d. h. wenig Kenntnis von Land und Sitte voraussetzen. 1. Wer ist der große Herr am Wasserrand, der eine feine Lanzette in seiner Hand trägt? — Antwort: Die Stechmücke. 2. Ich zerfresse die Kleider der schönsten Mädchen.*) Wer ist das? — Antwort: Die Motte. 3. Was für ein Löffelchen leckt man nicht ab nach dem Gebrauch? — Antwort: Das Ohrenlöffelchen (mit dem sich die Neger die Ohren reinigen). ll. Was duckt sich und läuft doch schnell ? — Antwort: Der Hase. 5. Was steigt zum Himmel und hat keine Beine? — Antwort: Der Ranch. *) Bekanntlich tragen die Schillnkmädchen weich-gcgcrbte Schaf- und Kalbsfelle. 6 stern der Neger. Heft 1. 6. Wer kehrt das ganze Land von einem i 8. Mit wem möchtest dn nicht zufammeu-Ende zum andern aus? — Antwort: Der Wind. | treffen ? — Antwort: Mit dem Verrückten. 7. In einem festen Hause kann man alle j 9. Je weiter weg von der Hütte, um so vom Leibe halten, nur ihn nicht. Wen? — mehr brennt es. Was? — Antwort: Der Antwort: Den Tod. Durst. s Jr ” <3 ls P= S' r* 3 I I 75 1 'S V) S" w S= 10. In wessen Begleitung können wir unser Reiseziel nicht verfehlen? — Antwort: Mit dem richtigen Weg. 11. Auf wem müssen wir reiten, um ans Ziel zu gelangen? — Antwort: Auf dem richtigen Weg. 12. Das Ding, das, obwohl es krumm ist, die anderen Dinge gerade macht? — Antwort : Das Beil (das arabische Beil hat eine krumme Schneide). 17. Gibt es eine Schwarze, die keine Milch hat? — Antwort: Ja — das Huhn. 18. Es ist ein Pfahlzann, auf welchem die schönsten Vögel sitzen. Was ist das? — Antwort: Die Zähne (die schönsten Vögel sind die schönen Worte, die sich sozusagen auf diesen Pfahlzaun setzen). 19. Wer sind die zwei Geschwister, die immer beisammen wohnen und nicht streiten? — Antwort: Die Hörner der Kuh. Lin arabischer /IbarlU. Om buntesten Durcheinander finden mir die Waren aufgestapelt, für einen Europäer wenig geeignet, die Kauflust anzuregen. Interessante Szenen spielen sich auf dem Markt ab. (Text hiezu Seite 12 ) 13. Wessen Spur läßt sich nicht wieder- ’ finden ? —- Antwort: Die Spur des Schiffes, i 14. Überall schnüffelt der Hund, nur dort nicht. Wo? — Antwort: Am Kuhstall (er soll den Urin der Kühe nicht ertragen können). 15. Wer ist der Weiße, der sich nur nachts im Nile badet? — Antwort: Der Mond. 16. Welcher Topf bleibt unten weiß und wird inwendig rußig? — Antwort: Der Pfeifentopf. 20. Bei Nacht verschlingt sie uns alle, bei Tag gibt sie uns wieder zurück? — Antwort: Die Hütte. 21. Wer muckst sich in der größten Kälte nicht? — Antwort: Der Mühlstein vor dem Hause (ans dem die Schillukfranen ihr Korn zu Mehl zerreiben). 22. Welches ist das Stück von der Kuh, das keine Fleischbrühe gibt? —- Antwort: Die Klaue. 8 Heft 1. Stern der Neger. 23. Ein Ding ohne Flossen oder Füße schwimmt mit dem Nilpferd um die Wette. Was ist das? — Antwort: Tie Harpune (nachdem sie eingesetzt ist in den Leib des Nilpferdes). 24. Was für ein MVhdelein säubert die Hütte? — Antwort: Der Besen. 25. Sie ist eifersüchtig auf ihre Kleinen und läßt nicht leicht eines ungestraft liebkosen ? — Antwort: Der Rosenstock, (S-ortietjung folgt.) m 11 Bus dem Missionsleben. W ‘Hinter den Dscbur. Trostreiche zfortscbrtlte. Bekanntlich bearbeiten die Dschur das Eisen und verfertigen daraus ihre notwendigen Gerätschaften zur Bebauung des Bodens. Zur Gewinnung des Eisens begeben sich die Neger in den Wald und graben es dort-, auch unsere Knaben verblieben einige Zeit im Wald, so daß es im Dorf sehr tot schien. Nach ihrer Rückkehr kam wieder Leben in den Ort und auch um unsere Missionsstation herum. Ich war einige Monate abwesend in Khartum. Bei meiner Rückkehr kamen die Knaben, um mich zu begrüßen, fragten mich, wie es meinen Eltern gehe, und insbesondere, was ich ihnen denn mitgebracht hätte. Sie bemerkten mir, daß ich in dieser kurzen Zeit grau geworden sei. Khartum, sagten sic, muß ein böser Ort sein: du darfst nicht mehr dorthin gehen, sonst wirst du schnell alt, während es dir doch hier sehr gut geht. Ich wollte mich vergewissern, ob sie den Katechismus noch kannten, und fand, daß sie, obgleich sie fast drei Monate int Wald zugebracht, dennoch sehr wenig vergessen hatten, und so konnte ich mit betn Unterricht wieder fortfahren. Ich gab somit tiicht nur den Kleinen, sondern auch den Erwachsenen Katechismusstunden, doch gehört bei diesen nicht wenig Geduld dazu. Teils können sie ihrer Beschäftigung wegen nicht regelmäßig beiwohnen, teils haben sie mitunter ziemlich harte Köpfe. Im allgemeinen bringen sie dem Katechismus Interesse entgegen und zeigen auch Liebe dazu, denn sie kommen freiwillig, niemand drängt sie. Manchmal muß ich sogar die Beharrlichkeit einiger bewundern, die trotz ihres harten Kopfes, der fast nichts behält, ziemlich fleißig dem Unterrichte beiwohnen. Einmal gelang es mir mit vieler Mühe und Geduld, einem solchen etwas beizubringen. Tagsdarauf kehrte er zurück, ich fragte ihn aus, erhielt aber keine Antwort. „Pater," sagte er mir, „gestern war ich im Wald und habe vergessen, was du mich gelehrt hast." „Hast du es im Wald vergessen?" „Ja." „Gut, wenn du heute in den Wald zurückkehrst, wirst du es finden." „Ach nein! Wenn es ein Stock wäre, könnte ich ihn wiederfinden, aber das Wort Gottes kann ich nur bei dir finden." So beginne ich von neuem. Am nächsten Tag sind wir am gleichen Fleck. „Aber wie geht denn das," sage ich ihm darauf: „die anderen lernen und behalten es und du vergißt alles, warum das?" „Pater, ich weiß es nicht, mein Kopf behält nichts, es ist umsonst: ich werde aber immer kommen und du wirst sehen, daß ich auch etwas erlernen werde." Solche Antworten, welche den besten Willen voraussetzen, bezähmen die Ungeduld und geben Mut, das Begonnene fortzusetzen. Gott der Herr wird ohne Zweifel den guten Willen mit Erfolg krönen! Mindere hingegen besitzen mehr Fähigkeiten und begreifen viel leichter. Nachdem ich eines Tages das Geheimnis der allerheiligsten Dreifaltigkeit besprochen, wollte ich einen ans die Probe stellen, ob er etwas verstanden hatte, und fragte ihn, wie das möglich ist, daß nur ein Gott ist, obgleich in Gott drei Personen sind. Die Frage war nicht leicht, doch wollte ich sehen, was da herauskäme. Er reißt die Augen auf, denkt, schaut diesen und jenen seiner Geführten an und wirft schließlich den Blick auf einen Waschständer, nähert sich ihm und ans die drei Füße desselben zeigend, sagt er zu mir: „Siehst du, das sind drei verschiedene und doch bilden alle drei zusammen nur ein Ding: so wird es auch bei dem Geheimnis der allerheiligsten Dreifaltigkeit sein." Trotzdem der Vergleich ungenau ist, beweist er doch viel für diese Köpfe. Nicht selten drücken sie ihre Verwunderung aus und machen ihre Bemerkungen, wenn sie Dinge hören, die ihren Ideen nicht entsprechen. Einmal erklärte oder, besser gesagt, übersetzte ich in ihre Sprache die zehn Gebote Gottes. Als ich zum achten kam: Du sollst kein falsches Zeugnis geben! und ihnen die Bedeutung dieser Worte erklärte, fingen alle zu lachen an. Auf meine Frage, was da zu lachen wäre, antwortete mir einer: „Das ist nichts Böses: eine Lüge sagen, ja, das ist schlecht und das wissen alle, aber das Falsche bezeugen, besonders wenn man von der Regierung nach Wau berufen wird, dieses ist — so sagen alle Dschur — etwas sehr Gutes." „Aber wie", erwiderte ich, „ist das nicht eine Lüge?" „Ja, aber die Dschur sagen, daß es in diesem Falle nichts Schlechtes, sondern etwas Gutes ist." Im allgemeinen beharren sie nicht fest ans ihren Ideen und wenn ich ihnen sage, daß etwas nicht gut ist, so geben sie mir auch recht und fügen bei, daß die Dschur böse Menschen sind und die Dinge nicht gut verstehen, wenn sie aber das Wort Gottes besser gelernt haben, werden sie auch gut und brav werden. Gott helfe uns, sie bald zu bekehren. Seit mehr als einem Jahre sind wir in dieser Gegend in der Nähe des früheren Mbili und manches Gute ist schon geschehen. Vor einiger Zeit noch schämten sich manche größere Burschen, zum Katechismus zu kommen, und gaben vor, der sei nur für die Kinder und nicht für die großen Leute, wie sie wären: jetzt aber, wenngleich man nicht sagen kann, daß sie ihn regelmäßig besuchen, so kann man doch auch außer dem Unterricht über den Katechismus frei sprechen, was sie gern anhören: auch das wenige, welches sie wissen, geben sie bereitwillig zur Antwort. Das Dorf ist ganz in unserer Hand: sie sind uns sehr zugetan und nach und nach legen sie auch ihre abergläubischen Ideen und Gebräuche auf unseren Rat hin ab und richten sich nach unserer Handlungsweise. Als Beweis hievon diene der gestrige Vorfall: Während ich einigen Knaben Katechismus-unterricht erteilte, hörte ich einen Menschen auf sonderbare Weise singen, der sich der Hütte näherte. Hier, dachte ich, handelt es sich entweder um einen Betrunkenen oder um einen Verrückten; ich muß mich deshalb für eine Geduldprobe rüsten. Nach einigen Minuten sah ich mitten im Hofe einen Mann mit einer langen Dschalabia (Hemd) bekleidet, um die Hüiten hatte er eine blaue Schärpe und um den Kopf ein rotes Sacktuch herumgebunden. 10 Stern der Neger. Heft 1. Nachdem er nach allen Seiten geschaut, ob er wohl sicher sei, fing er an, in prophetischem Tone zu predigen und unverständliche Dinge Suöanefiscber Tauberer. (Eine wenig einnehmende Gestalt. Durch Prophezeiung von Glück und durch seinen Gesang, den er mit seiner „Harfe" begleitet, sucht er seinen Gewinn herauszulocken. (Sieije Text Seite 10.) herzusagen. Indessen ging er mehrmals um die Hütte herum und machte mit der rechten Hand Zeichen in der Luft, während er die linke führte, als ob er schreiben wollte. Ich fragte die Knaben, um was es sich handle. Einige sagten mir, er sei ein Verrückter, andere: ein Zauberer. Tatsächlich war es ein Zauberer, der gekommen war, auf Kosten der armen Leute sein Glück zu versuchen. Das bot mir eine günstige Gelegenheit, meinen Knaben eine gute Lektion zu geben. Nachdem der Mann mehrmals um meine Hütte getanzt, näherte er sich derselben, nahin aus den Händen eines Knaben, der ihn begleitete, eine Henne, setzte sie auf seinen Kopf und machte dann sonderbare Zeichen auf meiner Türe. Hierauf nahm er die Henne in die Hände, kniete nieder und kroch auf allen Vieren in die Hütte. Der Augenblick war gekommen: ich stand auf und machte dem Eindringling ein Zeichen, meine Hütte zu verlassen: aber der Schlaumeier, ganz in seine Zeremonien vertieft, tat, als ob er nichts verstanden hätte. Da dachte ich zu einem wirksameren Mittel meine Zuflucht zu nehmen: ich nahm den Korbatsch (Peitsche) in die Hand und zeigte ihm denselben; die Wirkung war überraschend. Der Mann und die Henne verschwanden in einem Augenblick unter dem Gelächter der Knaben und der anderen Leute, welche sich um uns angesammelt hatten. Ich will die Verwünschungen, welche der Zauberer gegen mich ansstieß, gar nicht anführen, auch versicherte er, daß ich als Strafe für mein Verbrechen ohne Zweifel sterben werde. Tatsache ist aber, daß die Dschur ihm nicht glaubten und meinem Beispiel folgten; sie überwanden ihr Vorurteil, welches sie diesbezüglich hatten, und verachteten alle Drohungen des Zauberers. Wie lange er nun im ganzen Dorf herumzog, es gelang ihm nicht mehr, auch nur ein Huhn zu erhaschen, außer jenem, das er schon besaß und welches auch das erste und letzte dieses Tages war. Und doch versprach er für eine einzige Henne häufigen Regen und ein reiches Jahr. Dieser einfache Vorfall zeigt schon, daß sich der Begriff dieses Volkes sehr geändert hat und die Achtung gegen den Missionär immer mehr wächst. Es sammeln sich auch immer mehr Familien um unsere Station und so nimmt die Zahl der Katechumenen ständig zu. In den umliegenden Dörfern konnten wir, vieler Schwierigkeiten halber, leider noch gar nichts tun. Wir hoffen jedoch, daß Gott der Herr uns helfen wird, unser Werk auch über sie auszudehnen. Bus der IRegerschule in Conga. Der hochwürdige P. Bernard Kohnen, der Obere der Station Attigo (Tonga), ist wieder auf seinen Posten zurückgekehrt und hat sich mit Eifer auf den Katechismnsnnterricht verlegt. Während ein Pater die Knaben unterrichtet, übernahm Pater Kohnen jenen der Mädchen, die sehr zahlreich unb ziemlich regelmäßig znm Unterricht kommen. Auch hier gilt das Wort: Wer die Jugend hat, der hat die Zukunft des Volkes. — Der Pater schreibt diesbezüglich folgendes: Nachdem ich meinen schwarzen „Damen" die Grundwahrheiten beigebracht, die sie int allgemeinen auch gut begriffen und erlernt, so habe ich nun den Unterrichtsstoff erweitert und den Katechismus stellenweise auch ausführlich erklärt. Interessante Szenen spielen sich dabei manchmal ab, komische Antworten erfolgen da nicht selten: einige mögen hier Platz finden: Unlängst hatte ich den Schillnkmüdchen von der katholischen Kirche, von der kirchlichen Hierarchie und auch von der Unfehlbarkeit des Papstes eine Idee gegeben. — Heute kommen die lustigen Mädchen wie gewöhnlich in die Schale. Da frage ich nun absichtlich eine, welche gestern nicht dagewesen war, namens Nyabek: „Hörst du, Nyabek, wer ist der Kopf der Kirche?" Ganz flott kommt die Antwort: „Abuna Baba (unser Vater, Papst)." „Doc acaro (sehr gut). — Kann er auch fehlen?" Ißet Oer (Toilette. „Sage Nein, er kann nicht fehlen," schwätzten ihr die anderen Mädchen ins Ohr. „Auch gut: und wann kann er nicht fehlen?" Sie denkt ein wenig, dann platzt sie heraus: „Hm, wenn' er auf die Jagd geht und auf die Gänse schießt — —" Das heitere Gelächter der ganzen Versammlung war mir ein tröstlicher Beweis, daß sie es wohl verstanden hatten. Wenig Zeit brauchen die (Boloneger, die Kleider zu richten, umsomehr aber, ihre Frisur zu machen. Dm Hintergrund eine Hütte. (Liehe Text Leite 12.) Auch zum Gottesdienste kommen die Kate-chumenen fleißig und wohnen nicht nur am Morgen der heiligen Messe bei, sondern auch nachmittags der Segenandacht. An den Festtagen erscheinen sie dann mit ihren schönsten Kleidern, die sich jedoch von den Alltagskleidern nicht viel unterscheiden. (Siehe auch Bild Seite 11.) Lin Besuch auf einem arabischen Markt. Es dürfte manchen Leser interessieren zu hören, wie es in den Ortschaften Ägyptens mit arabischer Einwohnerschaft und besonders wie es auf einem arabischen Markte zugeht. Selbstverständlich sehr verschieden von Europa. Das Leben der Araber spielt sich nicht ans Breiten Straßen ab, nicht in großartigen Kaufläden mit europäischen Waren, die abends mit blendendweißem elektrischen Bogenlicht beleuchtet werden, sondern in besonderen arabischen Vierteln, auf dem Markt. Wir verlassen also die langen und breiten Straßen mit ihren Alleen und breiten Trottoirs, auf denen es von Fußgängern wimmelt. Besondere Aufmerksamkeit braucht es auf der Straße selbst. Achtung! Jamma! Simala! Oha! Ja cauaga! Rechts! Links! Aufgepaßt! So tönt es von allen Seiten von den Kutschern, Chauffeurs der Autos, von Radfahrern aller Gattung und jeder Farbe. Wehe den Schwerhörigen! Wir müssen diesen Weg passieren: also nur keine Furcht vor Stößen, die Rippen müssen herhalten, jeder denkt nur an sich, ans Vorwärtskommen, und so machen wir ohne Skrupel Gebrauch von unseren Ellenbogen: es ist einmal so hier landesüblich. * * -i- Endlich sind wir am Ziel! Von einer kleinen Anhöhe aus können wir uns einen kleinen Begriff machen von diesem Mischmasch von Menschen jeder Rasse, jeder Farbe, vom glänzend schwarzen zum braunen, vom weißen zum gelben. Reichbekleidete nach jedem Schnitt und jeder Mode, Halbnackte oder in ein Tuch gehüllt, das von allen Seiten herabhängt. Der eine trägt den hochroten arabischen Fez auf dem Kopfe, der andere ist mit einem mehr oder minder schmutzig-weißen Turban bedeckt: ein schwarzer Stoff bedeckt wie ein kleiner Schal das Gesicht der armen Fellah-Frauen: der untere Teil unter der Nase, der auch den Mund bedeckt, ist je nach Geschmack weiß oder schwarz. Marktschreier gibt es keine, sondern die Verkäufer hocken auf den Knien und warten ruhig auf ihre Kunden, sind jedoch ganz Auge, um von den Passanten die Absicht auszuforschen, ob sie vielleicht etwas kaufen möchten. Will jemand Märchen erzählen hören oder Taschenspiele oder sonstige Gaukler sehen, so nähere er sich nur jenem Haufen Leute, welche solches Gesindel umstehen, doch nicht zu nahe, denn diese, gierig nach einen Backschisch (Trinkgeld), würden sofort ein Märchen erfinden und das Spiel wäre zu Ende. Hält man sich in gehöriger Entfernung, so kann man zuhorchen und zugleich die traurige Überraschung vermeiden, daß die Tasche der Geldbörse erleichtert wird. Einige dieser Spieler besingen die Taten ihrer Vorfahren mit großer Begeisterung: alles spricht in ihnen, die Augen, die Stirn, und ihre Gesten, während die kleinen und großen Zuhörer teils stehend, teils hingehockt dieFabeln, welche erstere in weinerlich singendem Tone oft mit der Trommel begleiten, vernehmen. An den Schlangenbändigern gehen wir vorüber. Diese armen Tiere, denen man die Gistzähne genommen, lassen sich zum Staunen der Zuschauer nach Belieben drehen und wenden. Wir bleiben bei einem einfachen Mechanismus stehen, welcher die meisten Leute anzieht. Er hat die Form eines großen Wasserrades, am Rande sind sechs Kasten angebracht, in denen je zwei Knaben Platz genommen. Mittels einer Kurbel wird das Rad bewegt und macht, daß die glücklichen Insassen auf- und absteigen. Das Ganze hat eine kleine Ähnlichkeit mit unserm Karussell. * * * Auch zur Tätowierung bietet sich Gelegenheit. Auf zwei Tafeln sind die Muster gemalt: sonderbare Vögel, Schlangen, fabelhafte Tiere und eigentümliche Zieraten. Will einer, der mit Muselmännern verkehrt hat, zeigen, daß er noch Christ ist, so läßt er sich, wie viele Kopten und Orientalen es tun, das Kennzeichen einprägen. Man schiebt den Ärmel des Kleides zurück und legt die Hand vertrauensvoll in jene des Mannes, der uns angafft, und in fünf Minuten ist alles geschehen. Er nimmt eine eigene Feder und sticht in die Haut in der Form eines Kreuzes. Die schwarze Farbe vom Antimoninm bleibt unauslöschlich am Arme fürs ganze Leben. * * * Einen Barbier treffen wir ebenfalls auf offener Straße. Wünscht einer rasiert zu werden oder sich fantastisch das Haar scheren zu lassen mit einem Schopf vorne und einem Schwänzchen hinten, so trete er nur vor. Von den Judengesichtern wähle man sich jenes, das am meisten zusagt, und übergibt sich furchtlos seinen Händen; vielleicht zieht er einen ungebührlich viel an der Nase oder tut manchen blutigen Schnitt daneben: nur keine Furcht, mit etwas Erde ist das Blut gestillt und die Wunde wird schon wieder heilen: mit einem maalesch (tut nichts) entläßt er den Klienten und alles ist in Ordnung. Gibt man sodann dem Schinder das Trinkgeld, so überreicht er einen Spiegel, um das nach sudanischer Art tätowierte Gesicht zu beschauen. Die Tyrannei der Mode zeigt sich uns in einem weiteren Bilde. — Da sitzen einige Weiber nach Araberart am Boden und haben vor sich ihre Waren ausgelegt: Halsbänder, Armbänder aus Glas, Ringe ans Metall, versilbert, verzinnt usw., Ringe für die Nase oder Hand und Fußgelenke. Soeben nähert sich eine Schöne und reicht den Arm hin, der ein Armband erhalten soll. Die Hand ist zu dick, doch das tut nichts! die Verkäuferin zieht und drückt: die Dulderin beißt die Zähne zusammen, wird feuerrot, macht alle möglichen Grimassen, Tränen entquillen ihren Augen, doch, tut nichts, wenn nur das Armband über die Hand geht und sie damit prahlen kann. Kaum ist das vorüber, so unterwirft sie sich einer zweiten Operation. Um die Lippen, die Augenlider und um die Augen werden Stiche gemacht und das Schwarze vom Antimoninm eingelassen, wie es bei jüdischen, griechischen und römischen Höflingen der Brauch war. Das Auge glänzt dann in diesem dunklen, blauen Hintergrund. Die Finger und Handflächen wie auch die Füße werden mit einem roten Pflanzensaft eingerieben und die Schönheit ist vollendet. Gehen wir weiter voran, so begegnen wir einem Manne, der, nach den Zuschauern zu beurteilen, etwas Wichtiges vor hat. Er führt zwei Geschäfte: er ist Barbier und Zahnarzt. Den Doktorgrad hat er zwar nicht erlangt, doch schreckt er vor keiner Schwierigkeit in seinem Geschäfte zurück. Hier eine Probe. Es naht sich ihm ein armer Fellah. Sie wechseln einige Worte und schon haben sie einander verstanden. Der Fellah muß sich auf einen großen Stuhl niedersetzen: ein Freund stellt sich hinter ihn und der Zahnarzt fragt ihn, welcher Zahn ihn schmerze. Der Arme öffnet den Mund und zeigt ihm denselben. Jener, nimmt eine Zange, wie sie der Schlosser hat, nur etwas kleiner, und steckt sic ihm ohneweiters in den Mund. Der Dulder zittert, wie er des Instrumentes ansichtig wird, er möchte ihm die Zange entreißen, zeigt ihm nochmals den Zahn und empfiehlt ihm, ja nicht zu fehlen: der andere beruhigt ihn und bittet, den Kopf fest zu halten, während er- den Zahn des armen Bauern faßt: er zieht links, er zieht rechts, man hört einen Krach! Ach, leider, die Zange hat aus Unachtsamkeit den einen statt des anderen Zahnes erfaßt, gerade den einzigen gesunden, den er noch besaß, und hat ihn abgebrochen. Ein Ooh! war das Echo dieser schmerzlichen Operation; der Patient will kein zweites Mal probieren. „Maalesch!“ sagt ihm der Zahnarzt; „öffne nochmals und fürchte nichts, auch die besten können fehlen." Nach einer Aufmunterung gibt der Patient nctcfj, öffnet den Mund und die schreckliche Zange erfaßt endlich den hohlen Zahn, ein Riß, ein Krach und der unheilvolle Zahn ist Heraus, doch nicht ohne ein Stück Zahnfleisch. Das Blut fließt in Strömen. „Nur Mut! Alles ist vorbei! Trinke das Wasser und spüle den Mund aus; so einen festen Zahn wie den deinen habe ich noch nie gesehen! Wenn du zu einem andern gegangen wärest, nicht einmal um 20 Piaster hätte er ihn dir herausgezogen." So spricht ihm der mitleidige Barbier zu, während der andere unaufhörlich blutet. Der Arme zog endlich das Taschentuch heraus und nahm ans dein Knopfe zwei Piaster als Bezahlung für den Zahn und glaubte, damit einen Akt der Großmut vollbracht zu haben. Der andere aber, schlau, wie er war, sagte: „Nimm dein Geld, ich habe es für Allah getan und um dir eine Gunst zu erweisen: meinst du, daß ich uni zwei Piaster mich so abmühe? Um weniger als fünf habe ich nie einen Zahn gezogen und in deinem Fall mußte ich doppelte Mühe anwenden." Der andere, welcher sich das nicht erwartete, zog noch drei Piaster heraus und schwor, sich in Ewigkeit keinen Zahn mehr ziehen zu lassen. Von einer andern Seite vernahmen wir Wlscbariner-Hüngling. Mit der weißen Dschalabia (Hemd) bekleidet, trägt er am Hals seinen muselmännischen Rosenkranz. einen eigentümlichen Geruch. Dort sitzen die Fischhändler. Körbe voll Häringe stehen zum Verkauf da, in großen irdenen Behältern sind kleine Fische vom Nil konserviert, doch so zusammengepfercht, daß man sie als Fische nicht mehr bezeichnen kann: den Leuten gefällt es so: die Verkäuferinnen lecken die Finger ab, um sie zu reinigen. Nicht weit entfernt davon stehen die Fleischhändler. Aus einer Art Korb sehen die Köpfe von Hammeln und Schafen heransnnd ans den Eimern ihre Eingeweide. Wir finden Verkäufer von Geflügel, von Kaninchen, Schafen und Ziegen: weiter dort ganze Haufen von altem Eisen, Berge von Kleidungsstücken, für Araber berechnet: man glaubt in ein Judenviertel versetzt zu sein, wo man um wenig Geld Sachen erhält, mit denen man sich dann zeigen kann. Weiter vorwärts dann eine öffentliche Küche. Aus den Pfannen sieht man und schmeckt man eine Art Pfannenkuchen heraus. Wirklich ausgezeichnet. Mehlspeise könnte man 3Biscbatiner=Äiäöcben. Die Bischariner wohnen zwischen Nil und dem Roten Meer und sind Handelsleute. Das Mädchen hat das Haar reich verziert mit Flitterzeug und durch die Nase einen Metallring als besonders schöne Zier. sie nennen, Pfeffer, Zwiebel und anderes Gewürz ist dabei: statt Zucker Salz und 6eint: ( ( Essen preßt es einem die Tränen aus und brennt in der Kehle entsetzlich. Alles eben "Geschmackssache. So sieht ein arabischer Markt aus. Die Hitze wird unerträglich, die Leute drängen von allen Seiten: der Gestank ist erstickend: fort, fort von hier an die frische "Luft. Das ist eben arabische Kultur. Der bmbeintge Howe. Die „Deutsch - Ostafrikanische Zeitung" schreibt: In der Nähe von Kilossa hält zur Zeit ein Löwe die ganze schwarze Bevölkerung in Angst und Schrecken. Bis jetzt hat er schon 21 Menschen und meistens unmittelbar aus den Dörfern herausgeholt. Das Eigentümliche an dem Fall ist, daß das Tier schon einmal in die Falle des P. Lamberti gegangen war, jedoch dadurch wieder entkam, daß es sich die rechte Vorderpranke, die im Eisen stak, abfraß. Das Tier befindet sich seit der Zeit in einer steten Wut, die dadurch noch ge- steigert wird, daß es ihm nunmehr nicht mehr möglich ist, flüchtiges.Wild zu schlagen. Bor kurzem wurde der Löwe, dessen Spur dadurch, daß er nur mit einem Vorderbein schwerer als sonst auftritt, leicht zu erkennen ist, von P. Lamberti und einigen Schwarzen verfolgt. Die Eingeborenen gingen der Spur nach, wurden aber plötzlich durch das drohende Brummen des Löwen in unmittelbarer Nähe in fürchterlichen Schrecken versetzt. Der Löwe ging indessen seitlich ab und erklomm die Höhe des Berges, an dessen Fuß sich das erste Zusammentreffen abspielte. Die Verfolger stiegen ebenfalls bergan und hörten auf einmal wieder das laute Brummen des Löwen. Man stutzte und machte sich bereit, schon setzte aber der Löwe zum Sprunge an. In mächtigem Bogen sauste er über das Gestrüpp, aber er sprang zu kurz. Dabei rutschte der Erdboden unter ihm fort und er hatte Mühe, sich nicht zu überschlagen, entkam aber. Vorläufig bleibt den Schwarzen nicht-anderes übrig, als nur gehörig auf der Hut zu sein. Ifoeitetm Am Postschalter. Dienstmagd: „Ich bitt' Sie um eine Brief marke, aber schnell, ich steh' auf Nadeln." — Postbeamter (stark beschäftigt): „Stellen Sie sich halt dahin, wo keine sind." Anzüglich. A.: „Denke dir, in der hiesigen Irrenanstalt soll sich ein Mensch befinden, welcher sich als Berfasser der von mir herausgegebenen Gedichte hält!" - B.: „Donnerwetter, muß der aber verrückt fein." Im Schuhgeschäft. Kunde: „Jetzt trage ich die Stiefel, welche ich bei Ihnen kaufte, seit drei Monaten und nun sind sie total kaputt, während Sie sagten, sie würden wenigstens sechs Monate halten." - Schuhhändler: „Ganz richtig, jeder Stiefel drei Monate, macht zusammen sechs!" Sauer. Hausherr: „Nun komm, alter Freund, noch ein Gläschen zum Abschied!" — Freund: .„Kinder, macht mir doch den Abschied nicht so sauer!" Im Winter. A.: „Wenn Sie nicht in acht Tagen bezahlen, so muß ich Sie verklagen!" — 23.: „Was, schon in acht Tagen? Bedenken Sie doch, wie kurz jetzt die Tage sind!" Der Genußsüchtige. Chef lzum Kommis): „Sie, Meyer, nun ist mir's aber zu dumm, fortwährend machen Sie Klexe in's Hauptbuch und lecken sie dann wieder auf. Trinken Sie doch gleich aus der Flasche!" Grob. „9hm, Maestro, was sagen Sie zu meinem Spiel?" fragte ein ebenso eingebildeter wie talentloser Pianist Hans v. Bülow. „O mein Freund," erwiderte der Künstler, „Sie wären wert, vor einem Parterre von lauter Beethovens zu spielen!" „Das ist ja mehr, als ich verdiene!" rief der Pianist, entzückt. „Durchaus nicht," entgegnete Billow lächelnd, „wissen Sie denn nicht, daß Beethoven taub war?" XHnterbaltenbes. Scbwat3C8 Elfenbein, IRetfen uns Abenteuer im ilnnern Afrikas. — Don Dr. 1Mgo /HMoiü. 1. Kapitel. Auf dein llMatje San Marco. „Willst du mir also deine Piroge (Kahn) nicht überlassen?" „Nein, außer bit zahlst mir Sklaven," antwortete mir Dagornbe, der Händler. „Ich gebe dir Kauri (Muscheln), welche einen doppelten Wert deines Fahrzeuges darstellen !" „Du kannst leicht Kauri anbieten, aber was mache ich damit? Ich kann sie daheim nicht verbergen und wenn meine Weiber sehen, daß ich reich bin, wollen sie nicht mehr arbeiten. Dann sollte ich ihnen tausend Sachen kaufen und ich hätte nur Verlust." „Dann gebe ich dir Glasperlen, Kupferdrähte oder sonstige Glaswaren." „Ich nehme nur Sklaven an. Wenn du mir Glaskügelchen, Kupfer oder Stoffe gibst, so muß ich sie in einen Winkel meiner Hütte legen, sind so unnütz oder die Diebe stehlen sie. Gibst du mir aber Sklaven, Weiber nämlich und Kinder, so schicke ich sie sogleich auf das Feld. Sie bebauen dasselbe, bereiten auch das Bier, das mir so gut schmeckt; kurz, ich ziehe Nutzen daraus. Zahle also mit Sklaven, mein Herr, und ich überlasse dir die Piroge." „Ich handle nicht mit Sklaven," antwortete ich. „Da kann ich dir nicht helfen, wenn du mir nicht mit der Münze zahlst, die mir behagt. Was ich dir gesagt, gelte jedoch als nicht gesagt und wir bleiben Freunde." So sprechend, entfernte sich Dagornbe und ließ mich ans betn Sklavenmarktplatz in Nyann-gue ihn Kongo-Staat» allein. Wie kam ich denn nach Nyanngne und welches war der Zweck meiner Reise? Ich will es kurz andeuten. In den wenigen Tagen, welche ich zwischen der einen und der anderen meiner abenteuerlichem Reisen in meiner Heimat zubrachte, beschäftigte ich mich viel mit der Antisklavereibewegung. Ich las die begeisterten Reden, welche Kardinal, Lavigörie an vielen Orten gehalten, wodurch er Europa zu einem Kreuzzng gegen die Sklaverei aufforderte; ich hatte auch Gelegenheit, mit vielen afrikanischen Missionaren, besonders solchen aus bent Mutterhause von Verona, zu sprechen, und überzeugte mich dadurch von drei Dingen: daß die Sklaverei in Afrika noch keineswegs unterdrückd ist und noch viele Opfer fordert; daß das einzige Mittel, diese Krebskrankheit vollständig zu heilen, in der uneigennützigen Arbeit der katholischen Missionäre besteht und daß jedermann, welchen Ansicht er auch sonst sein mag, die afrikanischen Missionen unterstützen muß, um so an der Ausrottung dieses abscheulichen Uebels mitzuwirken. Ich verfaßte hierüber Artikel für Zeitungen und Zeitschriften. Man nannte mich einen übertriebenen Schwärmer und hielt mir besonders vor, daß ich ganz, anders schreiben würde, wenn ich diese Orte und Zustände mit eigenen Augen gesehen hätte. Diese Worte reiften in mir den Entschluß, ins Herz Afrikas vorzudringen, um ans eigener-Erfahrung über Sklaverei sprechen zu können. Ich hatte sozusagen fast die ganze Welt bereist; Asien und Amerika bargen für mich kein Geheimnis mehr. Warum sollte ich auch nicht nach Afrika gehen? An einem schönen Sommermorgen befand ich mich in der Lagunenstadt Venedig. Ich stand auf dem Platze San Marco und betrachtete wohl zum hundertsten Male mit Bewunderung die Vorderseite der Patriarchat-Basilika, deren kostbare Mosaikarbeiten und ihre sonderbaren Kuppeln, als ich plötzlich durch eine Stimme aus meiner Betrachtung gerissen wurde: „Wir glaubten, Sie kämpften mit den Jndia-: nmt Amerikas und jetzt treffen wir Sie vor San . Marco." Ich wendete mich um und sah einen vornehmen Herrn in den fünfziger Jahren, der ein hübsches achtzehnjähriges Mädchen am Arme führte, welches diesen sonderbaren Gruß an mich ^gerichtet hatte. Ich erkannte sofort den Herrn; er war aus Florenz, ich hatte mich mehrere Tage in seinem . Hanse aufgehalten. Er betrachtete sich als meinen Schuldner, weil ich, obgleich vor Jahren, seinem Verwandten, den ich in Batavia auf der Insel Sumatra getroffen, einen kleinen Dienst erwiesen hatte. Er stellte mir seine Tochter Rosina vor, die ich jedoch nicht mehr wiedererkannt hätte, war Sie ja damals nur eine Spanne hoch und heute ein elegantes Fräulein. Wir gingen in das nächste ■ Cafe, um zu plaudern. „Wohin geht die Reise?" fragte mich der Florentiner. „Ich weiß es selbst noch nicht, soll ich nach Newyork oder Peking, nach Sidney oder nach. Grönland," antwortete ich. „Sie Glücklicher, der Sie die ganze Welt zur Verfügung und Zeit und Kraft haben, sie zu bereisen," sagte das Mädchen. „Warum ahmen Sie mein Beispiel nicht nach? . Zeit, Gesundheit und Geld fehlt Ihnen keineswegs und würde Ihnen nur gut tun." „Ach, wäre ich ein Mann, ich wüßte schon, wohin!" „Wohin, Fräulein, wenn meine Frage nicht unbescheiden ist?" „Ins Innere Afrikas," antwortete sie. „Vielleicht, um von den Menschenfressern aufgezehrt zu werden oder unter den Streichen der Zwerge zu fallen?" „Nein, sondern um meinen Damian wiederzusehen," sagte das Mädchen errötend. „Damian, den jungen Grafen ? Ihren Bruder?" — »Ja, ihn." „Ist er denn im Innern Afrikas?" — „Ja." „Macht er eine Vergnügungsreise." — „Ein erhabenes Ziel trieb ihn dorthin." — „Ist er ein großer Gelehrter?" — „Er ist Missionär." Bei diesem Wort zog ich den Hut ab, um meine Bewunderung und Ehrfurcht diesem Großmütigen zu bezeigen, der die Laufbahn eines katholischen Missionärs erwählt hatte. Diese Nachricht überraschte mich nicht wenig. Damian Missionär und noch dazu in Afrika! Ich hatte den jungen Grafen Santelmo vor zehn Jahren gesehen. Damals besuchte er die oberste Klasse des Gymnasiums; er war ein gebildeter, talentvoller Jüngling und, was noch mehr zu schätzen ist, ein überzeugungstreuer Katholik. Bald war er mein Freund; doch offenbarte er mir nichts von diesem Entschlüsse, Priester und Missionär zu werden, vielmehr wollte er sich früher der Advokatur zuwenden. „Wußten Sie nichts davon? Er hat Ihnen doch diese Nachricht im letzten Briefe mitgeteilt," sagte der Vater. „Lieber Herr, dieser Brief wird eben wie hundert andere verloren gegangen sein. Wiekain es nun, daß der gute Damian, der in Florenz soviel von Rechtswissenschaft träumte, jetzt ein Glaubensbote geworden ist?" „Auch uns überraschte anfangs sein Plan. Deshalb bewundere ich in dem Berufe Damians einen Zug der göttlichen Gnade, der ich nie genug danken kann. ■ Damian vollendete seine Studien in Pisa. Eines Tages hatte er mit einem seiner Schulkollegen einen Wortwechsel, da dieser ihn verlachte, weil er ihn eines Morgens am Tische des Herrn gesehen hatte. Sein Gegner vergaß sich soweit, daß er ihm eine tüchtige Ohrfeige gab. ,Diese Schande mußt du mit den Waffen rächen/ sagten die Freunde zu Damian. ,Nie werde ich das tun/ erwiderte er seinen Kollegen, die ihn einen Feigling nannten. Mein Glaube verbietet das Duell/ Damian ließ sich durch Spott und Hohn von seiten der Studenten von seiner katholischen Überzeugung nicht abbringen und so tvurde der Besuch der Universität für ihn immer lästiger. Der Vater riet deshalb seinem Sohne, eine Studienreise durch Italien zu machen. Damian gehorchte. So besuchte er Genua und kam auch nach Turin, wo eben Kardinal Lavigörie weilte, der im Aufträge des Papstes Leo XIII. der ganzen Welt einen friedlichen Kreuzzug gegen die Sklaverei in Afrika predigte. Auch Damian hörte dessen Worte; sie schlugen bei ihm ein und er verließ die Kirche tiefbewegt doch verändert. Er erkannte, daß Gott ihn zu anderem ansersehen, und seit diesem Augenblicke fühlte er in sich den Bertis zum Missionär für Afrika." „Ich hielt es", sagte der Vater, „für eine vorübergehende Begeisterung, doch trotz meines heftigen Widerstandes blieb er fest. Nachdem auch er lange und reiflich diesen Entschluß geprüft, gab ich meine Zustimmung und erteilte ihm den väterlichen Segen." „Ta haben Sie wirklich als christlicher Vater gehandelt", entgegnete ich dem Herrn. „Mein Sohn", so fuhr der Vater fort, „trat also in eine Kongregation für Missionäre ein, machte seine theologischen Studien, wurde zum Priester geweiht und reiste vor vier Jahren nach Afrika. Seit jenem Tage sah ich ihn nicht mehr." „Hieraus können Sie schließen auf meinen Wunsch, ihn wiederzusehen", fügte Rosina bei. „Ich glaube es gerne. In welcher Mission befindet sich Ihr Sohn?" „Die letzte Nachricht von ihm erhielten wir vor zwei Jahren. Er befand sich damals in Uschirombo im Vikariat Unianyembe, wo er zwei volle Jahre als Sekretär des apostolischen Vikars verblieb; in seinem letzten Schreiben sagte er, daß er von seinem Obern die Weisung erhalten, sich einer Karawane von Missionaren anzuschließen, welche bestimmt war, am andern Ufer des Tanganika-Sees eine Station zu gründen, doch mußten sie den geeigneten Ort, erst ausfindig machen. Mein Sohn schloß sich natürlich dieser Expedition an. Seit jener Zeit erhielt ich keine Nachricht mehr; die Karaivane ist noch nicht zurück und ich weiß nicht, ob Damian noch am Leben ist oder ob er samt seinen Mitbrüdern umgekommen ist." Der Vater und noch mehr Rosina konnten lautn die Tränen zurückhalten. Ich suchte sie zu trösten und sagte ihnen, matt könne nicht verlangen, daß von der Karawane so schnell eine Nachricht eintreffe, da sie vielleicht monatelang suchen müssen, bis sie einen geeigneten Platz für eine Missionsstation gefunden, und die Verbindung mit dem Missionszentrum beschwerlich und kostspielig sei. „Ich habe die Hoffnung auf Nachrichten noch nicht aufgegeben," sagte das Mädchen; „doch möchte ich bald solche haben. Erlauben Sie, Herr, wenn ich Ihnen einen Vorschlag mache." „Tun Sie es nur und ich hege die Hoffnung, ihn ausführen zu können." „Aber um was ich bitte, wird Ihnen zunr mindesten befremdend vorkommen." — Ich lachte. „Unsere Freundschaft ist ja nicht neu, mein Fräulein; als achtjähriges Kind haben Sie viel sonderbarere Vorschläge gemacht." Rosina lachte, da sie an ihre Kinderjahre dachte, und sagte: „Haben Sie, mein Herr, noch keine Entscheidung bezüglich Ihrer künftigen Reise getroffen?" — „Nein." „Gut, dann gehen Sie nach Afrika und suchen Sie meinen Bruder", sprach sie errötend. „Aber, Rosina . ..!" bemerkte der Vater und warf ihr einen strafenden Blick zu und zu mir gewandt, sagte er: „Entschuldigen Sie das Kind, es war die Sprache ihres Herzens." „Ich habe nichts zu entschuldigen, ich bin der Komtesse vielmehr sehr dankbar für den schönen Vorschlag, den ich auch ausführen werde. Morgen reise ich nach Afrika ab." Das Mädchen warf mir einen dankbaren Blick zu. Dies ist der Beweggrund meiner Reise nach Afrika. Vier Wochen nach dieser Begegnung auf dem Platze San Marco schiffte ich mich im Hafcu von Zanzibar ans, erkundigte mich nach der Karawane der Missionäre, an der auch der Graf Damian von Santelmo, mit dem Ordensnamen P Damian, teilgenommen, erfuhr aber nichts Bestimmtes. Von der Karawane hatte man kein Lebenszeichen erhalten; man sprach sogar die Befürchtung aus, daß die beiden Patres und zwei Laienbrüder als Opfer ihres Berufes umgekommen seien. Ich konnte an den Tod des jungen Missionärs nicht glauben und beschloß, sein Schicksal zu erforsch en. Eine Expedition von Kaufleuten begab sich in diesen Tagen nach Uganda. Sie bestand aus Arabern und Portugiesen, welche mit weißem Elfenbein, wovon es int Innern viel gibt, Handel treiben wollten; doch hegte ich den Ver- dacht, daß sie mit dem Handel mit weißem auch den mit schwarzem Elfenbein verbinden würden. Weißes Elfenbein nennt man hierzulande das echte Elfenbein, das man aus den Elefantenzähnen gewinnt, schwarzes Elfenbein sind die Sklaven. Die Reise von Zanzibar nach Uschirombo dauerte fast fünf Monate und wir machten viele Abenteuer mit, doch werde ich diese nicht beschreiben, da sie mit dem Heroen dieser wahren Erzählung nichts zu tun haben. In Uschirombo wandte ich mich an den apostolischen Bikar und fragte nach den Missionären, welche ich suchte. Man wußte aber nichts von ihrem Schicksal, ja man hatte schon alle Hoffnung aufgegeben, denn die Karawane, an der Damian Anteil nahm, war nicht die erste, welche im Innern spurlos verschwunden war. Ich ließ mir den Weg angeben, den die Missionäre eingeschlagen, und da gerade eine Expedition von Kaufleuten nach Nyanngue, am andern User des Tanganika, im Kongostaat, ab-ging, schloß ich mich dieser an, wo wir nach einem Monat anlangten. — Hier hat mich der Leser schon getroffen. Vergebens forschte ich unterwegs nach den Missionären. Ich überzeugte mich endlich, daß ich auf falscher Führte sei, und entschloß mich deshalb, mit einer Barke den Kongo hinabzusahren und nach Europa zurückzukehren. Der Leser hat dem Gespräch beigewohnt, das ich mit dem Händler Daqombe hatte. Gern hätte ich seine Piroge erworben, doch mit Sklaven werde ich als Christ nie und nimmer Handel treiben. Was also tun? Wie kann ich mir eine Barke verschaffen? Mit diesem Gedanken beschäftigte ich mich, nachdem mich Dagombe auf dem Marktplatz von Nyanngne allein gelassen hatte. 2. Kapitel, viele Gpter. Nyanngne tvird von zwei großen Dörfern gebildet, welche am User des Lnalaba, eines großen Nebenflusses des Kongo, liegen. Zwischen beiden Hügeln, aus denen die Dörfer liegen, breitet sich ein Tal ans, das von einem Bach bewässert wird; hier gedeiht der Reis vorzüglich. Das westliche Dorf ist von schwarzen Kaufleuten aus dem Stamme der Vnamrima betvohnt, im östlichen hingegen waren zahlreiche Faktoreien, welche von ihren Eigentümern bewirtschaftet oder in deren Abwesenheit von Sklaven bewacht wurden. Bei unserer Ankunft wurde ich von einem arabischen Kaufmann eingeladen, in seine Faktoret zu kommen. Ich nahm die Einladung an. Die Faktorei des Arabers bestand aus einem schönen, breiten Grundstück, das von einer dichten und hohen Hecke aus wildem Kaktus umgeben und in zwei ungleiche Teile geteilt war; im kleineren hatte der Besitzer seinen Harem für seine Weiber, während im größeren zahlreiche Hütten für sich, die Sklaven und die Gäste standen. Die Lehmhütte, mit Stroh gedeckt, welche er mir angewiesen, war klein, sehr schmutzig und voller Insekten aller Art. Ich brachte aber nur die heißesten Stunden des Tages und wenige der Nacht darin zu. Ich saß eben nach Türkenart mit gekreuzten Beinen in der Hütte und machte mir einige Notizen, als Ben Jeran, mein arabischer Gastgeber, eintrat. Ben Jeran, ans Zanzibar gebürtig, war ein reicher Sklavenhändler, der sich ins Innere des Landes zurückgezogen, weil die englischen und deutschen Behörden an der Meeresküste solche Leute, wie er war, einfach aufknüpften. Bereits acht Jahre befand er sich an diesem Orte. Er war ein fanatischer Muselmann und meinte in mir einen Glaubensgenossen entdeckt zu haben, denn ich hatte meinen gewohnten arabischen Namen Hadscha 6en Mahoma angenommen und noch den Ehrentitel Hadschi, d. h. Mekkapilger, hinzugefügt. Dieser Titel erwarb mir die Zuneigung des Händlers, der nicht umhin konnte, einen so frommen Mann zu ehren, der zum Grabe des Propheten, zur heiligen Kaaba von Mekka, gepilgert war. Ben Jeran stand in den fünfziger Jahren, doch schien er zehn Jahre mehr zu haben; seine Ausschweifungen, das Bier, das er im Übermaße genoß, und das viele Rauchen hatten seine Kräfte geschwächt und ihn zeitlich gealtert. Ein schmutziges, langes Hemd aus Leinen, ehemals weiß, und ein Turban am Kopfe bildeten seine ganze Kleidung. Ich trug der schrecklichen Hitze halber auch nicht mehr Kleider. Ein Paar Hosen und ein Hemd waren alles, was der Emir Hadschi Hadscha ben Mahoma anhatte, nur besaß meine Kleidung zum Unterschied von jener des Gastgebers die reine, weiße Farbe. „Salam, verehrter Hadschi; willst du etwas sehen, was dir viel Vergnügen bereitet und dein gläubiges Herz mit Freude erfüllen wird?" fragte mich Ben Jeran. „Ich stehe dir zu Diensten. Führe mich, wohin es dir behagt. Was willst du mich sehen lassen?" „Mehrere Barken fahren den Fluß herauf und werden bald im Hafen ankern. Sie sind mit schwarzem Elfenbein beladen. Gott sei gelobt und sein Prophet gepriesen in Ewigkeit! Mohammed sah vom Himmel aus den Mangel, den wir, die echten Gläubigen, an Sklaven haben, und das allgemeine Bedürfnis, das im Lande in dieser kostbaren Ware herrscht; er schickte uns daher die so notwendige Ware zu. Komm, zahlreiche Händler laufen zum Ufer. Ich will nicht der letzte unter ihnen sein." Wir traten aus der Umzäunung; am Fuße des Berges sahen wir die blauen Wasser, welche ruhig der Mündung zuflössen. Sechs Barken näherten sich dem Ankerplatz, vier kräftige Sieger führten ans jeder derselben die Ruder; gefesselt, eng zusammengebunden und eingepfercht lagen viele arme Neger in den Fahrzeugen. Wir stiegen den Hügel hinab. Uns schloß sich der Händler Dagombe an, derselbe, der mir die Piroge nur dann abtreten wollte, lueiut ich ihm mit Sklaven zahlen mürbe. »Emir, Allah ist mit dir und du bist ein Freund seines Propheten", sprach er zu mir, als er mich sah. „Warum denn?" „Du hattest nichts zu zahlen für meine Piroge. Allah sendet es dir nun. Kaufe Sklaven und dann zahle für die Barke, welche dir gefällt; ich gebe sie dir billig. Du brauchst mir nur sechs Männer und zwanzig Weiber zu geben." „Ich treibe nicht Sklavenhandel", antwortete ich kurz. Dagombe sah mich mit spöttischem Lächeln an: „Emir, ich weiß wohl, daß dich der Prophet mit Reichtümern überhäuft hat. Du bist zum mindesten ein Scheich deines Stammes." „Ich bin nicht reich, verachte vielmehr den Reichtum." „Noch besser. Du bist also heiliger als ein Derwisch. Diese ehrwürdigen Mönche häufen keine Schätze auf, weil sie wissen, daß der Reichtum den Geist stört; ich bewundere dich, ohne ein Derwisch zu sein; du liebst die Schätze nicht. Du bist des Namens Hadschi würdig. Kaufst du also Sklaven?" „Treibst du seit vielen Jahren diesen Handel?" fragte ich, um das Gespräch zu ändern. „Seit mehr als zwanzig Jahren und zehn Jahre bin ich hier; ich bin der älteste Händler des Ortes und mit Ben Jeran, deinem Gastgeber, auch einer der reichsten." „Kaufst du jährlich viele Sklaven?" „Sehr viele, im Durchschnitt tausend im Jahr und mache dabei ausgezeichnete Geschäfte. Wenn die Sklaven hier ankommen, sind sie erschöpft und mit Wunden bedeckt; die Sklavenjäger haben nicht Zeit, abzuwarten, bis sie wieder hergestellt sind, da sie wieder Jagd machen; ich kaufe deshalb die Ware sehr billig, halte sie lange bei mir, bis ihre Wunden heilen und sie zu Kräften kommen. Dann zwinge ich sie, für mich zu arbeiten, und warte die günstige Gelegenheit ab, sic gut zu verkaufen; ich gewinne ans diese Weise und das Kapital bleibt auch nicht fruchtlos, weil die Sklaven arbeiten. „Erholen sich alle Sklaven?" „Dreißig Prozent davon sterben, meist erliege» sie den Strapazen ans der langen Reise; doch das verrechnet man dann in der ganzen Summe." „Gewöhnen sich die andern an die Ketten und die Sklaverei?" Dagombe lachte und zu Ben Jeran gewandt, sagte er: „Dieser heilige Pilger kennt sich wohl in den himmlischen Dingen aus, aber in Sachen dieser Welt ist er unerfahren." „Du hast Recht", fügte Dagombe hinzu und fragte mich dann: „Sag' mir, frommer Pilger, würdest du dich leicht an Sklavenketten gewöhnen?" „Gewiß nicht", antwortete ich mit Überzeugung. „Nun wohl, auch die Sklaven gewöhnen sich nicht an ihr Schicksal, aber ich habe zwei kräftige Mittel, sie zu zähmen und gehorsam zu machen." „Und welche?" „Den Hunger und die Peitsche. Wenn der Sklave mehrere Tage nichts zu essen bekommt und für jeden Fehltritt geschlagen wird, ergibt er sich endlich; bleibt er unbändig, so tvird er zu Tode gepeitscht oder man läßt ihn Hungers sterben. Bier oder fünf solcher Beispiele genügen, die andern unterwürfig zu machen." „Regt sich in dir kein Mitleid für diese Armen?" fragte ich. „Mitleid? Mit wem?" fragte Dagombe mit Hohn. „Mit den Schmerzen, welche diese unglücklichen Geschöpfe auszustehen haben", erwiderte ich. Dagombe lachte und mein Gastgeber mit ihm. „Warum lacht ihr?" fragte ich erstaunt. „Glaubst du, daß diese Sklaven Menschen sind?" fragte mich Dagombe. „Gewiß; zweifelst du daran?" „Du bist ein sonderbarer Hadschi. Kennst du das Gesetz des Propheten nicht? Weißt du nicht, daß der Prophet Gottes sagt, die Neger seien keine Menschen, sondern Tiere, die dem Menschen ähnlich sind!" Was konnte ich auf diese ihre Meinung, welche allen Anhängern des falschen Propheten gemein ist, antworten? Ich durfte mich in diesem Augenblick ihren Ideen nicht widersetzen; auf diese Weise würde ich wenig Achtung gegen Mohammed gezeigt haben, die Araber hätten Verdacht geschöpft und mich als Christen entdeckt und so tväre ich verloren gewesen. Ich hielt es am besten, zu schweigen. „Antwortest du nicht? War dir das unbekannt? Hast du also nie Sklaven gehabt?" fragte mich Ben Jeran. „Noch nie," antwortete ich offen. „Dann verstehe ich es." Wir waren am Ankerplatz angelangt. Gegen 30 Personen hatten sich dort eingefunden, größtenteils Araber, doch auch ungefähr zehn Neger vom westlichen Dorfe Vuamrima. „Treiben diese Neger auch Sklavenhandel?" fragte ich Dagombe. »Ja." „Neger, welche Neger verkaufen?" betonte ich noch mehr. „Sklave ist Sklave; wenn mir Sklaven aus Arabien, also solche meiner Hautfarbe, angeboten würden, möchte ich sie gerne kaufen und verkaufen." „Aber diese Sklaven wären dann keine Tiere, sondern menschliche Wesen wie du." Ein höhnisches Gelächter folgte meinen Worten. „Du verstehst diese Dinge nicht. Sklave ist Sklave und der Sklave hat keine Seele." Die Barken hatten am Ufer angelegt und wurden mit einem festlichen marhaba (Willkommen) von den Arabern empfangen, in das sich das Freudengeschrei der Sklavenjäger mengte. Die Ruderer sprangen ans Land und zerrten ihre Ware ans Ufer. Ein gräßliches Schauspiel bot sich meinen Augen. Die armen Sklaven wurden mit Peitschenhieben aus dem Schiffe getrieben; ich sah starke Männer, Weiber jeden Alters, einige mit einem ! Kind am Arme, nackte Kinder, zu einem Skelett abgemagert und alle voll Wunden und mit Schmutz bedeckt, belastet mit schweren Ketten. Ganz erschöpft, können sie sich nicht auf den Füßen aufrecht halten, ihr Mund ist vom Durst verzerrt und die Augen blicken trübe und stumpfsinnig vom langen Leiden vor sich hin. Die Händler wollen sich auf diese Ware werfen, um sie zu untersuchen und über den Preis zu verhandeln, doch die Jäger halten sie zurück. „Auf den Markt," schreien alle, „auf den Markt!" „Prächtige Ware!" sagte Dagombe zu Ben Jeran. „Prächtig, aber etwas verdorben unterwegs. Ich fürchte, 50 Prozent davon werden sterben." „Das schadet nicht viel; wir kaufen sie billig und verkaufen sie später zu günstigen Bedingungen; die Nachfrage ist groß und der Markt leer." Die erste Barke wurde entfernt, es näherte sich die zweite dem Ufer und wurde ebenfalls ausgeladen. Jede Barke enthielt ungefähr fünfzig Sklaven, so daß ihre Gesamtzahl tvohl 300 betrug. Männer waren sehr wenig darunter; teils sind sie bei der Verteidigung ihrer Dörfer umgekommen, teils wurden sie von den Sklavenjägern erschlagen, weil diese nicht gerne viele Männer mit sich führen, aus Furcht, sie könnten sich empören und ihre grausamen Herren umbringen. Alte Leute fehlten gänzlich; die Jäger hielten es nicht wert, sie auf beit Markt zu bringen. Groß war hingegen die Zahl der Weiber, der Mädchen und der Knaben, eine Ware, wie sie sagten, leicht zu transportieren und sehr gesucht. Fünf Barken waren geleert; die sechste stieß ans Ufer. Sehr schöne junge Burschen entstiegen ihr, schwarz wie die Nacht, stark und schön gebaut ; sie hatten auf der Reise nicht sehr gelitten. Jeder einzelne trug seine Ketten und außerdem vereinigte noch alle 50 eine lange Kette. „Bei Allah, eine herrliche Ware!" rief Da-gombe aus. „Die muß ich haben!" „Ich lasse sie mir nicht entgehen!" erwiderte Ben Jeran. Kaum waren die Neger ausgestiegen, als sie einen kläglichen, eintönigen Gesang anstimmten, aber so wild-monoton, daß er mich bis ins Innerste erschütterte. Bei diesem Gesang richten sich plötzlich die anderen Sklaven auf und wenden sich zu den Sängern; der Gesang imponiertauch den Sklavenhändlern und Jägern, sie bleiben einen Augenblick mit der Peitsche in der Hand unbeweglich stehen. Die Neger, welche sangen, standen aufrecht am Ufer des reißenden Flusses und hatten die Augen zum Himmel gerichtet. Einige Augenblicke dauerte der Eindruck, welchen der Gesang verursacht hatte. Die Sklavenjäger brachen dann in gräßliche Flüche aus und schwangen die Peitschen.... Aber sic berühren nicht die Rücken der Sklaven, denn diese stoßen einen entsetzlichen Schrei aus und springen alle zusammen in den Fluß .... Das reißende Wasser treibt sie fort.... Der Gesang wird schwächer.... Diese menschliche Masse wehrt sich gegen die Wellen, die Natur treibt sie nun, ihr Leben zu retten, das sie freiwillig von sich geworfen; es ist schrecklich anzusehen .... Die Händler heulen vor Wut, die Jäger laufen wie besessen dem Ufer entlang, sie möchten die kostbare Ware retten, aber sie sehen, daß es unmöglich ist, die Sklaven zurückzuhalten. Zoruentbrannt lassen sie nun ihre Wut an den andern Sklaven aus, welche am Ufer sind: sie schlagen mit den Peitschen auf diese armen Körper los. Der Gesang der Sterbenden mischt sich mit dem Klagegeschrei der Gegeißelten; die Haut der armen Sklaven öffnet sich, es spritzt das Blut, der eine oder andere fällt schon zu Boden, doch Peitschenhiebe treiben sie wieder auf. Mein Herz möchte vor Schmerz brechen bei diesem Anblick; diese Menschen sind ja meine Brüder; die Händler indessen, die um mich herumstehen, lachen und freuen sich beim Anblick dieser Schmerzen, dieses Blutes.. . Der Gesang der Neger, welche mit den Fluten kämpfen, erstirbt und die Wasser des Lualaba verschlingen 50 neue Opfer. Die Sklavenjäger haben ihre Wut an den andern Sklaven abgekühlt. Sie sind müde vom Schlagen und begreifen nun auch, daß sie, wenn sie nun andere töten, einen großen Teil ihres Gewinnes verlieren. Sie stellen die Neger in Reihen auf und treiben sie auf den Markt. Die Händler und ich folgen nach. (Fortsetzung folgt.) IDerfcbtebeneSt Die Schlafkrankheit in Welgijch- 'IkOlUJO macht immer verheerendere Fortschritte. Seit drei bis vier Jahren hat die Seuche volle zwei Drittel ehemals volkreicher Gegenden dahingerafft, ohne daß die bisher angewandten Mittel zu ihrer Bekämpfung sich als wirksam erwiesen hätten. Sie wütet namentlich in der Missionsstation Mpala, die bis 1906 in höchster Blüte stand. Das vielgepriesene Heilmittel Atoxil, worauf bekanntlich auch Professor Koch seine Hoffnung setzte, lindert höchstens die Leiden der Kranken und hält den allzu raschen Verfall auf. Nach wie vor steht man dem weiteren Vordringen der Seuche machtlos gegenüber. Ikampf mit einer IRiesen schlänge. Aus Müh es a Bombuera in Ostafrika wird geschrieben: Als Beispiel dafür, welch unangenehmen Begegnungen man auch jetzt noch selbst in unmittelbarer Nähe einer lebhaft begangenen Straße direkt am Bahnhof ausgesetzt sein kann, diene folgender aufregender Vorgang: Herr B. v. L. beschäftigte seine Leute mit Buschschlagen, zirka 700 Meter von der Bahnstation Bombuera entfernt, direkt an einer großen Verkehrsstraße, v. L-, der auf der Station zu tun hatte, wurde plötzlich nach dem Arbeitsplatz mit der Nachricht gerufen, alle Leute seien aus Angst vor einer großen Schlange fortgelaufen. Der Gutsbesitzer, der sofort nach dem Arbeitsplatz eilte, fand dort nur den Aufseher und einen Mann vor, die nach einem Grashaufen zeigten, worunter die Schlange verborgen sein sollte. Als sich Herr v. L. mit den beiden Leuten der betreffenden Stelle bis auf acht Schritte genähert hatte, schoß die Schlange hochaufgerichtet aus ihrem Versteck heraus. Herr v. L. konnte sich durch einen blitzschnell nach dem Kopfe der Schlange geführten Hieb gerade noch vor einem Biß sichern, es aber nicht verhindern, daß die Schlange den neben ihm stehenden Mann bei dem Oberarm faßte und ihm eine stark blutende Wunde beibrachte. In der nächsten Sekunde hatte die Schlange ihren Riesenleib drei- bis viermal um beide Unterschenkel des Gutsbesitzers gewunden, so daß dieser hinfiel und und sich in dieser Lage mit seinem Stock gegen die wütenden Angriffe des Ungeheuers verteidigen mußte. Die Situation wäre für Herrn v. L. kritisch geworden, wenn jetzt nicht der Aufseher mit einem dicken Ast auf die Schlange eingehauen hätte und noch mehrere Leute herbeigeeilt wären, die das Tier vollends töteten. Zwei Leute mußten ihre ganze Kraft aufbieten, um Herrn v. L. aus den eisernen Umklammerungen der Schlange zu befreien, die die stattliche Länge von sieben Metern besaß. Lin Gradmesser der allgemeinen Bildung. Es wäre von großem Interesse, einen Maßstab zn finden, wonach der Grad der allgemeinen Bildung eines Volkes sich leicht und einigermaßen zutreffend ablesen ließe. Wie wäre es, wenn man einmal die Verbreitung von Konversationslexikas zu einem solchen Maßstab nehmen wollte? Das scheint uns in der Tat recht geeignet. Denn zweifellos setzt die Anschaffung eines solchen Werkes einen gewissen Bildungsgrad und Bildnngstrieb voraus und es trägt zur Verbreitung von Wissen und Bildung nicht unerheblich bei. Dazu sind diese Werke in allen Schichten der Bevölkerung vertreten. Und seitdem das achtbändige Herdersche Konversationslexikon auf dem Markte ist, können auch solche, denen bisher die Preise der ganz großen Lexika für 240 und mehr Kronen unerschwinglich waren, sich in Besitz eines großen Nachschlagewerkes setzen, das nach dem allgemeinen Zeugnis den erstgenannten in keiner Weise nachsteht, insbesondere nicht an Reichhaltigkeit und Vielseitigkeit, aber nur 120 Kronen kostet. Das ist ein Preis, den jeder erschwingen kann, zumal wenn ihm noch erleichternde Ratenzahlungen gewährt werden. Dabei sind alle Auskünfte von höchster Objektivität und die Darstellung ist bei aller Knappheit hervorragend klar. Der geringere Umfang bei gleicher Reichhaltigkeit muß als Vorzug bezeichnet werden, da er das Suchen abkürzt. Der Katholik insbesondere wird sich jetzt noch leichter zur Anschaffung eines Konversationslexikons entschließen, da er beim „Herder" nicht Gefahr läuft, in seinen religiösen Gefühlen verletzt zu werden. Auch der Andersgläubige braucht sich nicht zu scheuen, nach diesem Werk zu greifen; denn dessen objektive Darstellung ist frei von jeder verletzenden Schärfe gegen Andersdenkende. So hat der „Herder" alle Eigenschaften, das Konversationslexikon aller nach wahrer Aufklärung Strebenden zu werden, lind ob nun der vorgeschlagene neue Maßstab für den Bildungsstand eingeführt wird oder nicht, wer bisher den „Herder" noch nicht besitzt, der zögere nicht länger mit der Anschaffung: es ist eine vorzügliche „Kapitalsanlage", die reichliche Zinsen tragen wird in der Mehrung geistigen Besitzes. Für das nahende Weihnachtsfcst sei er als wertvolles und überall willkommenes Geschenk wärmstens empfohlen. IDcrantwortlicber Schriftleiter: IRelitor P. Dr. sw. tRaffeiner F. S. C. — ffiucbbrudierei W'olta Kriten, Sübtiroi. Briefkasten öer MedcrkLion v. h. l. 8. PMchÄks wurden au alle, auch an jene geschickt, welche schon für Heuer gezahlt hatten, also war es keine Forderung, nochmals zu zahlen. Nochmals besten Dank für- Üeberschuß. Nach p. S. Habe es zur Kenntnis genommen, daß auch Sie einen photographischen Apparat haben, und hoffe, daß Sie uns noch mehr Bilder senden werden; dann wird nicht mehr der falsche Autor angegeben werden Nichts für ungut! P. Iah. Henkel, Oberer der armen Mijsions-station von Port Sudan, bittet inständig um einen j Beitrag zur Beschaffung von Leuchtern, einer Ewig-Licht-Lampe und anderem Notwendigen für die Kirche. i Seminarist in lv. Hoffentlich führst du uns recht viele Abonnenten zu; an Gelegenheit und an Eifer fehlt es dir nicht; nur Mut, die gute Sache verdient's. Allen denen, welche uns Probeadressen zusenden, wohin wir mit ziemlicher Sicherheit Probehefte schicken und Abonnenten finden könnten, sind wir sehr dankbar. Redaktionsschluß 10. Dezember. Gebetserhörungen und -Empfehlungen liefen ein aus: Brixen — Bruck — Buchenstein — Gföhl — Gmunden — Gotting — Graz — Haag — Murna» — Paffau — Schnalstal — Thunstetten — Wien. Dem heiligsten herzen Zesu, dem reinsten herzen Mariä, dem heiligen Zosef und Antonins und den armen Seelen fei ewiger Dank gesagt für Erhörung in einem Anliegen — für Erlangung einer großen Gnade — für schnelle Hilfe — für glückliche Berufswahl. Man bittet «ms Gebet: um die Gesundheit für sich und die Kinder zu erlangen — um eine gute Generalbeicht — für eine Familie — um eine glückselige Sterbestunde — in einem Berufsanliegen — um Abwendung einer Krankheit — um Heilung vom Keuchhusten — um die Tanfgnade für ein Kind — um die Gesundheit zu erlangen. — Im Falle der Erhörung haben mehrere Veröffentlichung versprochen. Kaben-Wevzeichnis vorn 10. "gtouemBer bis 1. Aezernber 1909. ----------In Kronen.---------- Gpferstock: Abtei P. B. 3; Albeins Pf. K. P. 1; Algund Ben. I. K. 1; I. K. 50; Alm I. M. 1; A »ceding F. St. ‘2; Änzenberg J. Z. 30; Aubing St. 2.66; Axains M. B. 3; Bad Hall W. d. E. 125.60; Baumgarten A. W. 1; Bozen Kan. A. O. 1; Bregenz A. H. 60; Brixen Leg. 200; Koop F. 1; Dr. A. K. 8; Prof. J. E. 1; Dorrn K. B. 1; J. B. 1; Edelsberg A. F. 2; Eisenbergamt A. A. 6; Ellen Exp. F. P. 8; Früchtenberg A. R. 1; Fürstenfeld Pf. A. St. 1; Gars R. A. G. 3; Göttweig P. W. Sch. 2; Graz M. K. 3; Gries bei Bozen B. A. 8; A. G. 8; Gstetten M. F. 1; Hart M. L. 3; Hasel-stauden M. U. 2; Heiterwang I. K. 1; Heiligenberg F. Z. 1: Hohenems R. A. 2; Imst M. SB. 3; Innsbruck Leg. 50; Kältern K. M. 2; Kemeding T. J. 1; Kennelbach Pf. M. H. 4; Kist Exp. A. B. 129; Kortsch S- Sch. 1; Kufstein M. K. 1; Lanterach J. B. Sch. 6; tied) bei Aschan J. K. 1; Leopoldsschlaq Pf. J. B. ti. 18; Liege J. K. 7.58; Lindach Pf. ti. R. S; Lochau K. E. 1; Losenstcin R. L. 1; Marling Th. K. 18; Mauer P. A. K. 1; Melk M. B. 1; Miesbach M. Sch. 2.34; Mittewald Pf. E. 1; Mudau T. B. 2.43; Mnrnan K. A. 17.46; Mühlbachl A. G. 8; Neustift Pf. P. W. 1; Oberau Sl. F. 1; Oberdrauburg U. G. 2; Obermieming L. M. 8; Offenhanscn J. O. 1; Pilsen Prof. E. Sch. 13; Pitzenberg J. B. 3; Regensburg J. H. 1.17; Reichhub F St. 38; Reichraming SB. b. E. 27.50; Remtvald J. S3. 1; Riefensberg G. F- 3; Rohr SB. d. E. 5; Saalbach T. St. 2; Sagritz Pf. J. St. 6: Salzburg Pr. A. R. 3; G. R. P- St. 1; St. Andrä J. F. 20; Pf. P. W. 1; St. Johann in Tirol $1. R. 2; St. Leonhard M. B. 1; St. Martin i. Gr. Exp. F G. 2; St. Nikolaus M. E. 1; St. Pauls Ben. v. B. 3; St. Peter i. d. Slu m. £. 1; St. Radegund L. Sch. —.60; Sarnthein Sl. O. 2; Scherling S. B. 1: Schlitters S3. St 1: Schreckbichl J. N. 1; Schrenns T. St. 1; Schürzendorf J. O. 1; Tirol J. B. l; Trami» K. P. 1; Trens J. B. l; Unterach M. Xi. 1; Uttenheim A. 0. —.60; Bahrn J. G. 80; Böls Ä. R. 3; Waid-' ring F. S3. 8; Weinberg J. H. I; Welsberg J. R. 2; Werfen J. W. 3; Wien E. J. 2; Prof. M. H. 10; K. Sch. 2; Wilddorf T. A. 2; Winklern L. G. 10; Zell a. M. K. 591. 1. 3ut' persolviernng von heiligen Messen sandten ein: Ahrweiler E. F. 36.26; Bachzelt I. H. 20; Bregenz U. H. 40; Brixen N. N. 2; Eggenberg Schw. S3. 6; Erl N. N. 10; Ettlingenweier H. L. 3.51; Gars Koop. St. G. 23; Gmunden 3t. M. 2; Höhenberg St. H. 9 40; Liege d. K. 7.58; Maisach S3. B. 61; Millcmd N. N. 1.40; N. N. 20; I. K. 5.86; Murnan K. St. 7.04; N. 97. 1.20; M. K. 5; Ober-Oeiterr. B. M. 10; Pran, E. SB. 3; Salzburg 1. S3. N. 2 10; St. Martin G. SB. 4; Sarnthein 501. G. 4; Schiedelberg I. Th. St. 2; Schruns Del. Sie. M. 20; Tüll H. SB. 3; Waldenreut L. E. 1.17. Sür die Mission: Bichlbach M. M. 2; Ebbs Pf. 8L S. 3; Prambachkirchen 6. Mr die Negerkinder: Pilsen Volksschüler SL L. 2.20 Für Nhartmn: Innsbruck 501. B. 3; Ungenannt 41.14. Zur Taufe von Heidenkindern: Gmunden 501. M. 20 (Thaddäus) Ungenannt 23.50 Sch. 20 (Zäzilia). Gegenstände sandten: von mehreren Briefmarken. ; Sölden K. R. 20 (Agnes); (Antonius); Waldneukirchen 501. ,,® Herr, verleihe allen unseren Wohltätern um deines Namens willen das ewige Leben!" Aöonnemsnts-Gvnsrrerrungen. Vom-» 10. November bis 1. Dezember 1909 haben folgende Nummern ihr Abonnement erneuert: 2 3 21 25 34 38 59 61 70 142 160 175 176 195 211 267 276 326 358 363 364 396 398 420 434 436 469 474 502 508 521 528 537 544 546 561 563 565 568 572 573 583 600 609 610 614 615 617 627 629 634 649 661 693 895 732 759 761 773 785 794 795 801 816 832 843 854 857 866 874 896 902 905 964 983 985 987 998 1010 1011 1025 1033 1063 1072 1085 1107 1132 1136 1141 1142 1143 1172 1191 1219 1236 1260 1271,1358 1377 1378 1396 1419 1426 1429 1452 1462 1467 1477 1478 1497 1523 1576 1692 1803 1825 1848 1867 1937 1961 1962 2035 2043 2071 2093 21(1 2145 2154 2155 2'82 2191 2212 2286 2311 2329 2327 2330 2347 2358 2365 2366 2371 2392 2396 2408 2420 2430 2436 2454 2510 25)7 2520 2532 2562 2615 2628 2629 2636 2637 2686 2699 2754 2773 2775 2790 2810 2824 2H25 2850 2858 2876 2878 2892 2894 2929 2931 2969 3000 3003 3005 3066 3122 3131 3140 3184 3234 3240 3255 3312 3381 3406 3441 3447 3448 3468 8483 3503 3504 3605 3627 3630 3669 3728 3732 3746 3808 4004 4021 4027 4029 4061 4098 4135 4141 4155 4169 4172 4181 4182 5063 5094 5095 5129 5142 5198 5326 5413 5443 5722 5727 5828 6494 6518 6533 6880 6934 7014 7017 7044 7049 7055 7065 7066 7117 7149 7159 7187 7194 7209 7226 7249 7260 7276 7287 7313 7318 7320 7324 7327 7330 7333 7339 8026. 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Sie üben dadurch ein Liebeswerk an den Negern und das heiligste Herz Jesu wird es sicher lohnen. ebraucbte Briefmarken s--— sammeln mir in allen Rnankitäken lind rnerden solche mit Ijerp* sichern „I) erg elf @ Vott!" non der Dermaltung des Missions« Hanses in fllMllanb bei Brirert entgegengenommen. ...-